RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRNRRKRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRKRRRRRRRRRRRRRRRRKRRRRRRRRRRRKRRKRRRRRRRRRRRNN Bezugspreis bei Botenzustellung im engern Verbreitungsbezirk 40 Pf, im erweiterten 50 Pf monatlich; mit dem wöchentl. illustriert. Unterhaltungsblatt Welt und Zeit in Wort und Bild 10 Pf mehr. Postbezug, ohne Zustellgeb. Ausgabe A mit Colonia m.50(3 Mon.). m.— (2mon.), m 0,50(mon.). Ausgabe B mit Colonia und Welt und Zeit in Wort und Bild 10 Pf monatlich mehr. General-Anzeiger kür die rheinische Hauptstadt. Kölner Fremdenblatt. 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Im Telegraaf vom 15. Oltober schreibt der Südafrikaner Bodenstein:„Es ist der große Fehler Bothas gewesen, daß er den Gefühlen der holländischen Bevölkerung keine Rechnung getragen hat. Als bekannt wurde, daß Botha der Bitte der englischen Regierung, in die deutschen Kolonien zu fallen, willfahren wollte, war sofort klar, daß er auf ernsten Widerstand bei der holländischen Bevölkerung stoßen würde. Er beschloß deshalb auch, Freiwillige aufzurufen und nicht die Bürger zu zwingen, in Dienst zu treten. Wahrscheinlich sind aber in dem Bezirk des Generals Maritz, der an den Grenzen der deutschen Kolonie liegt und schwer zu erreichen ist, und auch nicht als Operationsbasis für große Truppenmassen wegen Mangel an Eisenbahnen und Wasser zu gebrauchen ist, alle Männer aufgerufen. Maritz, der Chef dieses Militärbezirks, in dem er äußerst populär ist, hat einen etwas abenteuerlichen Charakter und wird ganz sicher seinen Widerwillen gegen einen Einfall in die deutschen Kolonien nicht verschwiegen, sondern eher den Widerstand angeregt haben. Als die Regierung sich entschloß, ihn zu entlassen, kam der Widerstand, und anscheinend haben seine Soldaten seine Partei gewählt. Wie groß seine Macht ist, wissen wir nicht. Sein Bezirk ist groß, aber schwach bevölkert. Die Soldaten von Maritz sind kräftige Leute, die ausgezeichnet fechten können, und Maritz selbst ist ein äußerst tapferer und fähiger Führer, sodaß er der Kriegsmacht der Union große Schwierigkeiten bereiten kann. Der Bürgerkrieg, vor dem General Hertzog Botha eindringlich gewarnt und den er vorausgesehen hatte, steht also vor der Tür. Man kann verstehen, daß die holländischen Afrikaner durchweg Maritz sympathisch gegenüberstehen werden, auch wenn man verurteilen wird, daß er bei dem Feinde Hülfe sucht. Der Aufruhr muß angesehen werden als ein bewaffneter Protest gegen den Einfall in das deutsche Gebiet und gegen das unnötige Einziehen der Union in den Krieg, wobei wir nichts zu gewinnen haben und wodurch wir uns nur Feinde machen können. Ob die Bewegung große Abmessungen annehmen wird, hängt ganz von dem Erfolge ab, den man erringen kann. Eine Klage gegen England haben wir nicht, nachdem die Liberalen uns eine derartig freisinnige Verfassung gegeben haben, daß wir eigentlich Meister im eigenen Hause sind. Die Anklage geht gegen die eigene Regierung, die uns in einen unerwünschten Krieg gestürzt hat und das zugunsten sund doch auch auf Verlangen eines Volkes, das uns doch schließlich den harten Druck seiner Hand hat spüren lassen. Es gibt Grenzen. Man hätte verstehen müssen, daß das uns früher angetane Unrecht noch nicht ganz vergessen war und daß es menschlicherweise unmöglich war, von uns zu fordern, daß wir in einem Angriffskriege unser Blut hingeben würden für ein Volk, das uns einmal Wunden geschlagen hat, die heute noch in unserer Seele brennen. Das hat Botha nicht eingesehen.“ Haag. 16.Okt.1914. Ein erster Zusammenstoß zwischen den Leuten, die unter dem Befehl des Generals Maritz stehen und den Regierungstruppen hat bei Ratedraain(?) stattgefunden. Die ersteren sollen 70 Gefangene verloren haben. Der Aufstand scheint einen größeren Umfang zu haben, als die englische Presse zugibt. Zahlreiche Buren wurden verhaftet, darunter solche, die augenblicklich zwischen den Deutschen und Maritz vermitteln. :. Aus aller Welt 3. (0 Der älteste Elsässer gestorben. In La Claquette, Gemeinde Vorbruck bei Schirmeck, ist der 102jährige Johann Baptist Heck gestorben. Er war am 23. Juli 1812 geboren. Sein Taufpate ging im Sommer 1812 mit Napoleon in den russischen Feldzug, kehrte aber nicht mehr zurück. Beim neulichen Einfall der Franzosen in das obere Breuschtal hatte auch der alte Papa Heck noch einmal durch Kriegsnot zu leiden. Sein Wohnort wurde mit Granaten beschossen und der Greis mußte zwei Tage in einem feuchten Keller zubringen, was seiner Gesundheit den letzten Stoß gab. C 3 73 Die letzten 8 # 5 83 □ 2 □ 5 sind eingetroffen. Frauen-Mäntel Uebergangs-Mäntel Plüsch-Mäntel Kinder-Mäntel ackenkleider Taillenkleider Röcke Blusen Morgenröcke. Wir machen besonders auf unsere MalAnfertisund aufmerksam. Jacken- und Taillenkleider ab 120 Mk. Trauer innerhalb 24 Stunden. □ 2 saa # Der Krieg und der Iilam. Von Prof. Dr. Martés Hartmann(Berlin). Die Bewegung in der Türkei und manche Aeußerungen der kürkischen und arabischen Presse lenken die Aufmerksamkeit auf die Stellungnahme der Istamwelt zu dem großen Kouflikte, der jetzt zwischen zwei Gruppen von Kulturstaaten ausgekämpft wird. Bei dieser Frage ist scharf zu scheiden zwischen dem Islam, den ich„Kulturislam“ neune, weil er der Erbe älterer Kulturen ist, die zu dem Kreise der hellenistischen Welt gehören, und dem Islam der Negervölker Afrikas. Uns geht hier nur der erste an. Die Kolonialpolitik ist bisher von dem Konflikte noch nicht in einer Weise berührt worden, bei der die Haltung der Moslime in den Kolonien etwas bedeutet. Bei den Völkern des Kulturislams ist die Stellungnahme durch die geschichtliche Entwickelung gegeben. Frankreich, Groß.itannien und Rußland haben große Massen von Moslimen dieser Gattung unter ihrer Herrschaft. Das wurde herbeigeführt durch eine Eroberungspolitik, die sich das Mäntelchen der Humanität und Völkerbeglückung umhängte, die aber doch ein Gewaltakt blieb und als solcher von den Moslimen sehr schwer empfunden wurde. Wenn sich dazu höhnische Versprechungen des Zurückweichens und Gewaltakte wie die Metzelei von Denschawai gesellen, wie bei den Briten in Aegypten, so erreicht die Empörung den Höhepunkt. Wie es die Russen in Nordpersien trieben, wo sie den würdigen und hochangesehenen Sikat Ul'islam zu Tode brachten, ist bekannt. Die Franzosen raubten in Algerien den arabischen Stämmen den Landbesitz und kümmerten sich nicht um das Los der heimatlos gewordenen Kabylen. Deutschland übt keine Herrschaft über Angehörige des Kulturislams aus. Es bedarf keines Nachweises, daß es für die Türkei verlockend ist, die Gelegenheit des gegenwärtigen Ringens und die Kraftanspannung bei Briten und Russen auszunutzen, um das Nachbarverhältnis zu revidieren. Wie sich im einzelnen das Vorgehen der Türken, die Zurückeroberung des von ihnen immer noch als Provinz betrachteten Aegypten und Zurückeroberung und Neuangliederung russischer Gebiete gestalten würde, ist hier nicht zu erörtern. Das aber sei erwähnt, daß die Türkei das größte Interesse hat, den Zugang zur Hauptstadt durch Sperrung der Daroanellen zu sichern und ebenso den Russen das Eindringen in den Bosporus zu wehren. Deutschland ist der natürliche Bundesgenosse der Türkei, weil deren Sicherheit vor französischen, britischen und russischen Uebergriffen auf der Schwächung dieser Völker beruht; die Türkei sitzt daher auf unseren schließlichen Sieg große Hoffnungen. Wir Deutsche können den Türken eine Hülfe bieten, die von größerem Wert ist als Unterstützung mit Truppen und Kriegsgerät. Das ist die Hülfe zur Erneuerung der türkischen Nation und zur Hebung des kulturellen Standes des Reiches. Die Intellektullen unter den heutigen Türken sind sich wohl bewußt, duß ihr Volk einer gründlichen Umwandlung bedarf, will es weiterhin eine politische Rolle spielen. Erin hervorragender türkischer Staatsmann erzählte mir, wie er in seiner Jugend die wahrhaft ritterlichen Eigenschaften der Personen, die im väterlichen Hause verkehrten, und die Verbreitung einer gründlichen orientalischen Bildung bewundert habe, und.klagte mit tiefem Schmerze, wie all das zusammengebrochen sei unter dem Einflusse einer Modernisierung, die nicht irgend wie Gleichwertiges gebracht habe. Solches Denken ist sehr verbreitet, und die allgemeine Neigung geht bayin, die europäische Bildung in ihrer vollkommensten Form sich anzueignen und zugleich die physische Kraft durch Stählung des Körpers zu heben. Daueben wird die Notwendigkeit empfunden, daß die Türkei in höherem Grade als bisher an der Weltwirtschaft teilnimmt und durch zahlreiche Verkehrsadern großen Stils ihre einzelnen Teile miteinander und mit den benachbarten Kulturländern verbindet. Wir können es nicht hoch genug einschätzen, daß gerade das Osmanische Reich an der Spitze der Islamwelt steht. Es wirken in dieser unzweifelhaft Mächte, die von Gedanken beherrscht sind, wie sie in Europa im Mittelalter herrschend waren, d. h. daß höchste Auswirkung politischer Macht verknüpft sein solle mit einem Religionsbekenntnis. Das amtliche Rußland steht noch auf diesem Standpunkte, trotzdem ist kaum noch mit einem Religionskriege zu rechnen. Anders steht es mit der Islamwelt, in welcher die Vorstellung von dem„Dschihad“, dem heiligen Kriege, der„zur Erhöhung des Wortes Gottes“ von allen Moslimen gegen die Ungläubigen zu führen sei, noch weit verbreitet ist. Es liegt darin unzweifelhaft eine gewisse Gefahr. Das Osmanische Reich ist unter der Leitung ausgezeichneter Staatsmänner mit Erfolg an die Aufgabe gegangen, solche Vorstellungen aus der Seele des Volkes auszumerzen. Erleuchtete Staatsmänner haben in einem nicht ungefährlichen Kampfe ihre ganze Persönlichkeit dafür eingesetzt, daß auch in der Türkei der Staatsaedanke das herrschende Moment wird, erkennend, daß nur unter diesem Zeichen politische Macht dauernd aufrecht erhalten werden kann. Ein großer Schritt auf dem Wege der inneren Vereinheitlichung auf Grundlage staatlicher Allumfassung war die Heranziehung der Christen zum Heeresdienst. Es ergaben sich dabei Mißstände, die eine Folze der langen Vernachlässigung staatlicher Erziehung und gewisser Mißgriffe der Regierenden waren. Bei der gegenwärtigen Vorbereitung für drohende Konflikte hat die osmanische Regierung von Heranziehung der Christen Abstand genommen. Es kann sich da nur um einen vorübergehenden Zustand handeln. Es muß zu einem engeren Zusammenschlusse der Elemente des osmanischen Reiches kommen. Diese Entwickelung und die Ausschaltung des Fauatismus, der durch die Lehre von der Berufung des Islams zur Eroberung aller nichtmohammedanischen Länder genährt wird, lassen sich nur erreichen durch eine allgemeine sittliche Höherhebung, herbeigeführt durch eine Ausgestaltung des Schulwesens. Das ist die eine Aufgabe, bei welcher Deutschland dem türkischen Reiche wesentliche Dienste leisten kann. Die andere Aufgabe ist bereits mit großer Energie von uns in Angriff genommen: die Schaffung neuer Verkehrswege. Es ist hier als ein besonders glücklicher Umstand zu erwähnen, daß durch den großen Krieg das hauptsächlichste Werk solcher Art nicht völlig lahmgelegt worden ist: die Bagdadbahn wird fortgebaut, wenn auch wohl nicht ganz mit der bisherigen Kraft. Es ist erst kürzlich eine neue Strecke eröffnet worden, und die Eröffnung anderer ist bis Frühjahr 1915 in Aussicht genommen. In der nichttürkischen Islamwelt sind Nordafrika und Indien die Gebiete, die von dem Kriege am stärksten berührt werden. Die Briten versuchten, alle Nachrichten von Indien fernzuhalten. Das läßt sich nicht durchführen. Es wird namentlich die große Ansammlung von Gläubigen in Mekka zum Hauptfeste, der Krönung der Wallfahrt(beginnend am 27. Oktober), viel beitragen zur Verbreitung der richtigen Erkenntnis der Weltlage. In Französisch=Nordafrika beginnt es bereits sich zu regen: nach neuesten Nachrichten tragen Flugblätter eine Gärung in die Bevölkerung, bei welcher in besonders starker Weise die Liebe zum heimischen Boden und zum angeborenen Volkstum angerufen wird; ist doch der völkische Gedanke in Nordafrika in weit stärkerem Grade wirkend als in den ostislamischen Ländern. Auch für die Islamwelt wird der Krieg die Quelle zahlreicher neuer Bildungen sein. Wie schon bemerkt, ist die Gefahr einer einseitig religiösen Orientierung nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber es wird nur nötig sein, diese Gefahr beizeiten zu erkennnen, um ihr in geeigneter Weise entgegentreten zu können, soweit sie nicht schon selbst an der durch den Zwang der Tatsachen mit herbeigeführten Ausgestaltung des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens eine Schranke und ein Heilmittel findet. * Die englandfeindliche Stimmung im Islam. WIB Konstantinopel, 17.Okt.1914.(Drahtber.) Bei der Besprechung des gegen die Brüder Buxton verübten Attentates bemerken die Blätter Ikdam und Taswir i Efkiar, wenngleich sie zugeben, daß der Mord vor dem Gesetze verwerflich sei:„Noel Buxton war der größte Feind der Türkei und des Islams. Sein Name wurde stets von der ganzen islamitischen Welt nur mit Verwünschungen genannt.“ Die Blätter zählen die Intrigen Burtons gegen die Türkei, wie die Vorbereitung des ersten Balkanbundes, der so große Verwüstungen und Blutbäder an Frauen und Kindern zur Folge hatte, und seine Intrigen unter den Armeniern, welchem Zwecke seine Schrift Die Zukunft Armeniens diente, sowie seine Treibereien in Sofia auf. Wie der Taswir erfährt, hielt die muselmanische Jugend in Bombay, Haiderabad und anderen Städten Versammlungen ab, in der sie beschlossen, daß die Inder England solange, als die von England beschlagnahmten türtischen Dreadnoughts Sultan Osman und Reschadie der Türkei nicht zurückgestellt würden, keinen Beistand gewähren sollen. * Die wachsende russisch=türkische Spannung. Wien, 17.Okt.1914. In Konstantinopel finden außerordentliche Ministerberatungen statt, denen große Bedeutung beigemessen wird. Das Archiv der russischen Botschaft in Konstantinopel wurde dem Rußkoje Slowo zufolge nach Odessa gevracht. Die Konstantinopler Vereine, die seinerzeit zur Förderung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen der Türkei und Rußland, England sowie Frankreich gegründet worden waren, haben sich aufgelöst. Die als Anhänger der russisch=türkischen Einigung bekannten Politiker haben Konstantinopel verlassen, da feindselige Kundgebungen gegen sie erfolgten. * Das Eiserne Kreuz haben folgende Krieger aus Köln und der Umgegend erhalten: Cl. Meyer aus Köln, Divisionspfarrer der 15. Divisian, Leutuant der Res. Th. J418####p. Zollsekretär in Köln. Unser ostasiatisches Kreuzergeschwader. Die russische Port-Arthur=Flotte vermochte seinerzeit im russischjapanischen Kriege, trotz ihrer numerischen Stärke und des hohen Gefechtswertes der russischen Kriegsschiffe, keine Rolle zu spielen, da sie nach dem ersten verunglückten Durchbruchsversuche untätig im Hafen liegen blieb. Dasselbe Schicksal hatten die Japaner offenbar unserem ostasiatischen Kreuzergeschwader zugedacht und glaubten auch, ihren Zweck erreicht zu haben. Ein Telegramm aus Tokio vom 25. August meldete, der Versuch der deutschen Panzerkreuzer Scharnhorst und Gneisenau, die Blockade der japanischen Flotte vor Tsingtau zu durchbrechen, sei mit Beschädigungen der deutschen Kreuzer zurückgeschlagen. Am 29. August wurde aus Tokio gemeldet, daß sich kein einziges deutsches Schiff außerhalb des Hafens von Kiautschou befinde. Mögen diese Meldungen seinerzeit richtig gewesen sein, jetzt jedenfalls befindet sich kein einziger der fünf Kreuzer unseres ostasiatischen Geschwaders mehr in der Kiautschoubucht— allen ist es gelungen, die hohe See zu erreichen und sich im Kampfe gegen die Schiffahrt und Kolonien unserer Gegner für letztere recht unangenehm bemerkbar zu machen. Am bekanntesten geworden sind die Erfolge des kleinen Kreuzers Emden, der im Golf von Bengalen der englischen Schiffahrt schwere Verluste beigebracht hat. Vom kleinen Kreuzer Nürnberg weiß man allerdings nur, daß er das Kabel zwischen Japan und Britisch=Columbia zerstört hat(nach neueren Berichten soll er ebenfalls in der Südsee sein), hoffentlich wird auch er recht bald wieder auftauchen, wie der kleine Kreuzer Leipzig, der nach englischen Meldungen nach einem verlustreichen Gefecht mit dem französischen Kreuzer Montcalm und dem englischen Kreuzer Rainbow in die Hände des Feindes gefallen sein sollte. Vor wenigen Tagen wurde bekanntlich gemeldet, daß er an der Westküste Südamerikas verschiedene englische Handelsschiffe genommen und versenkt habe. Von den beiden großen Kreuzern Scharnhorst und Gneisenau hat man allerdings bis jetzt nur erfahren, daß sie den Hafen von Tahiti, Papeete, beschossen und ein dort liegendes französisches Kanonenboot in den Grund gebohrt haben, gerabe von ihnen aber haben wir wohl in nächster Zeit am meisten zu erwarten. Andeutungsweise sei hier nur darauf hingewiesen, daß Tahiti nur etwas über 1000 Seemeilen— etwa zwei Tagereisen— von den Samol=Inseln entfernt liegt, die vor kurzer Zeit von den Engländern besetzt wurden. Auf dem Wege nach Australien liegt dann Rabaul, bisher Sitz des Gouvernements von DeutschNeuguinea und Kohlenstation des Norddeutschen Lloyd, das ebenfalls von den Engländern besetzt worden ist. Englands Marinepolitik, seine Kolonien in der Südsee auf den Schutz Japans zu verweisen und die australischen Schlachtschiffe in der Heimatsflotte zurückzuhalten, könnte sich leicht schwer rächen. Die australische Flotte besteht zurzeit in der Hauptsache aus dem modernen Panzerkreuzer Australia und dem kleinen Kreuzer Sydney(ebenfalls modern). Neuseeland hat nur einige veraltete kleine Kreuzer. Daß unsere beiden Panzerkreuzer auf die vereinigten australischen und Neuseeländer Flotten stoßen dürften, ist kaum anzunehmen, dem Kampf mit einer der beiden Flotten würden sie wohl kaum ausweichen. Weit wichtiger aber ist die Bekämpfung des englischen Handels— da der argentinische Fleischexport nach England wochenlang unterbunden war, vielleicht noch ist, war England vollständig auf den Fleischexport aus Australien angewiesen. Gelingt es, diesen nur einige Wochen zu unterbinden, dann dürfte große Not in England unausbleiblich sein. * Energische Vorstellungen Bulgariens bei der serbischen und griechischen Regierung. Sofia. 16.Okt.1914. Die bulgarische Regierung hat ihre Gesandten in Nisch und Athen neuerdings beauftragt, gegen die Gewalttaten, die sich die serbischen und griechischen Behörden in Neuserbien und Neugriechenland den dort lebenden Bulgaren gegenüber zuschulden kommen lassen, entschieden Einspruch zu erheben. Die bulgarische Regierung hat, wie aus diplomatischen Kreisen verlautet, betonen lassen, daß dieser Schritt der letzte sei, den sie in dieser Angelegenheit unternehme. Die Kriegslage. WTB Großes Hauptquartier, 17.Okt.1914, vormitt. (Drahtber.) In Brügge und Ostende wurde reichliches Kriegsmaterial erbeutet, u. a. eine große Anzahl Infanteriegewehre und 200 gebrauchsfähige Lokomotiven. Vom französischen Kriegsschauplatz sind wesentliche Ereignisse nicht zu melden. Im Gouvernement Suwalki verhielten sich die Russen an gestrigen Tage ruhig. Die Zahl der bei Schirwindt eingebrachten Gefangenen erhöhte sich auf 4000. Ebenso wurde noch ein schütz genommen. Die Kämpfe bei und südlich Warschau dauern fort. (Wiederholt, weil nur in einem Teile des gestrigen Blattes enthalten) ∆. Die wirtschaftliche Hebung Belgiens ist heute um so mehr die Sorge der deutschen Verwaltungen als das Land jetzt ganz von uns besetzt ist. Ein Bericht des Algemeen Handelsblad aus Maastricht, den 14. Oktober stellt fest, daß der Handel der Niederlande in nicht geringem Maße von der Beruhigung Nutzen zieht, die unterdessen im östlichen Belgien, besonders in der Umgebung von Lüttich, eingetreten ist. Täglich fahren einige vollbeladene Boote von Maastricht ab, um Lüttich und Umgebung mit dem Nötigen zu versehen. Die Ufer von Maastricht haben nie so voll gelegen von Kartoffelsäcken, Petroleumfässern, Seifentönnchen usw. wie jetzt. Ihrerseits tun die Deutschen alles, um die Gewerbetätigkeit in Belgien wieder in Gang zu bringen, und hier und da sind denn auch Kohlengruben und Fabriren ganz oder teilweise wieder in Betrieb. Die Hauptschwierigkeiten, die sich der Hebung der Gewerbetätigkeit in den Weg stellen, sind die Schwierigkeiten des Verkehrs. Es laufen noch keine Eisenbahnzüge, die Maas ist unbefahrbar aber es fahren doch Boote von Maastricht bis Lüttich!], es gibt noch keinen Postbetrieb, und auch fehlt es an den notigen Kapitalten, wenn auch einzelne Großindustrielle ihre Automobile behalten durften, um über Maastricht die nötigen Gelder aus Antwerpen zu beziehen. Unlängst(als Antwerpen noch nicht genommen war) fuhr der Berichterstatter mit einem Fabrikdirektor zusammen, der in Antwerpen eine halbe Million Betriebskapital geholt hatte. Auch die Paßschwierigkeiten werden im Algemeen Handelsblad als Hindernis für die Hebung des industriellen Betriebes hingestellt. Belgier erhalten in Maastricht seit Wochen für die Rückreise bei dem dortigen Konsul keine Pässe, und ebenso werden Angehörigen bestimmter Nationalitäten, z. B. Portugiesen sund das versteht man sehr wohl], Pässe durchweg verweigert. Da die Deutschen ernstlich danach streben, in diesem Winter den belgischen Industriezentren die Aufnahme der Gewerbetätigkeit so viel wie möglich zu erleichtern, hat nunmehr, da Antwerpen genommen und ganz Nord=Belgien von den Deutschen besetzt ist, die Lütticher Kommandantur der Brüsseler Hauptkommandantur vorgeschlagen, den ganzen Verkehr zwischen Belgien und den Niederlanden einer einheitlichen Regelung zu unterziehen. Es kann auch in den nächsten Tagen einer entsprechenden Ordnung des Paß= und Zollwesens von Brüssel aus entgegengesehen werden. * WIB Die Beziehungen Englands zu Belgien. Unter dieser Ueberschrift schreibt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung: Der militärische Mitarbeiter der Times erörtert in der Nummer vom 12. Oktober die Beziehungen Englands zu Belgien, wobei er u. a. ausführt:„Die Neutralität war ein verhängnisvolles Geschenk für Belgien. Sie machte ihm unmöglich, militärische und andere Unterhandlungen zu führen und Abkommen zu treffen, die ihm die schnelle und entschiedene Hülfe seiner englischen Freunde sicherten. Die englischen und belgischen Stäbe konnten über militärische Vorbereitungen, Truppentrausportmittel, Eisenbahndienst, Vorratsversorgung usw. keine entsprechenden Pläne machen, ohne streng genommen die Neutralität zu verletzen.“ Diese Erklärungen sollen das unliebsam empfundene Ausbleiben einer rechtzeitigen und ernstlichen Hülfe Englands für Belgien entschuldigen und beschönigen. Der Militärpolitiker der Times macht nicht den Versuch, zu leugnen, daß Belgien berechtigt war. eine viel weitergehende Unterstützung von England zu erwarten. Auch die Morning Post tadelt bekanntlich, daß England zur Rettung Antwerpens so wenig tat. Ueber die Berechtigung solcher Vorwürfe mögen sich die Belgier und Engländer untereinander verständigen. Für uns ist das Eingeständnis des TimesSachverständigen wertvoll, daß die englischen und belgischen Stäbe militärische Vorbereitungen nur unter Verletzung der belgischen Neutralität verabreden konnten. Aus den an dieser Stelle veröffentlichten belgischen Aktenstücken geht aber zur Genüge hervor, daß über eine derartige Verletzung der Neutralität Belgiens zwischen den amtlichen englischen und belgischen Stellen tatsächlich im geheimen Verhandlungen gepflogen und Verabredungen getroffen worden sind. Dies ist entscheidend für die Begehung eines Neutralitätsbruches. Diese Feststellung machen wir auch gegenüber der Berlingske Tidende, die vergeblich Belgien mit dem Hinweis zu entschuldigen sucht, daß es ja keinen Bund mit England und Frankreich gegen Deutschland geschlossen habe. * Auskunft für deutsche Flüchtlinge aus Belgien. WTB Berlin, 17.Okt.1914.(Drahtber.) Nachdem ganz Belgien von den deutschen Truppen besetzt und es der deutschen Verwaltung gelungen ist, nach den Kriegswirren wieder geordnete Verhältnisse herzustellen, macht sich bei den aus Belgien geflüchteten Einwohnern der begreifliche Wunsch bemerkbar, in die Heimat zurückzukehren und dort ihre friedliche Arbeit wiederaufzunehmen. Dieser Wunsch wird beim deutschen Generalgouvernement kräftige Unterstützung finden. Da aber der Bahnbetrieb Belgiens sich bisher nur auf Militärzüge erstreckt, wäre es falsch, auf gut Glück hin die Rückfahrt anzutreten. Alle Personen, die nach Belgien zurückkehren wollen, werden daher gut tun, sich an die Beratungsstelle für deutsche Flüchtlinge aus Belgien in Köln (Regierungsgebäude in der Zeughausstraße) zu wenden, die im Einvernehmen mit den zuständigen Eisenbahnbehörden und dem Generalgouvernement von Belgien die Rückleitung der Flüchtigen in die Hand genommen hat. Jeder Anfragende erhält an dieser Stelle bereitwillig Auskunft, ob für den in Betracht kommenden Teil Belgiens die Rückkehr bereits zulässig und erwünscht ist, und wie er sein Ziel am besten erreicht. Ein holländischer Einspruch gegen englische Herausforderung. WTB Amsterdam, 16.Okt.1914.(Drahtber.) Das Algemeen Handelsblad schreibt: Es ist die Pflicht der Presse der neutralen Länder, sich gegen die kriegführenden Länder unparteiisch zu erweisen und sich alles dessen zu enthalten, was diese beleidigen könnte. Aber diese Verpflichtung belastet die Presse der kriegführenden Länder mit der gleichen Pflicht. Es muß ihr schlechter. dings verboten sein, neutrale Länder herauszufordern oder zu beleidigen. Das Handelsblad wendet sich darauf gegen einen Artikel in der Saturday Review, der vorschlägt, England solle Seeland während des Krieges pachten oder kaufen und an Belgien geven. Dies müsse die künftige Grenze Hollands sein, wenn wieder vom Frieden die Rede sei. Das Handelsblad lenkt die Aufmenksamkeit des britischen Gesandten im Haag auf diese schändliche Beleidigung eines neutralen Landes, das ehrlich bemüht sei, seine Pflicht gegen alle Nachbarn zu tun und das an seiner Neutralität zu eigenem großen Verlust mit aller Macht festhalte und den britischen Schiffbrüchigen und Internierten sicher keinen Grund zu Klagen über Hollands Neutralität gebe. Das Blatt fährt fort:„Da unsere eigene Regierung so streng dafür sorgt, daß unsere Presse die Neutralität gegen England nicht verletzt, so möchten wir fragen, ob nicht die britische Regierung die britische Presse ebenfalls mahnen kann, Holland nicht zu beleidigen und zu beschimpfen. Kann es eine größere Kränkung geben, als den Vorschlag, Seeland, das mit Hollend das Herz der Niederlande bildet, von England kaufen zu lassen und hinzuzufügen, daß beim Frieden diese Grenze doch an Belgien fallen müsse?" Das Handelsblad wendet sich dann gegen die Stelle in dem Artikel der Saturday Review, daß in Kriegszeiten das Recht dem Kriegsrechte weichen musse, das das Recht des Stärkeren sei, und sagt:„Wenn Wochenschriften wie der Saturday Review so als roheste Militaristen schreiben, so entsteht die Besorgnis, daß die Achtung vor dem Völkerrecht in England bereits mehr als erschüttert ist. Die neutralen Staaten müssen davon Kenntnis nehmen.“ Das Handelsblad beschäftigt sich weiter mit einem Artikel des Spectators, der bedauert, daß Holland neutral geblieben sei und nicht Partei für Deutschland ergriffen habe, da seine Neutralität für England keine Hülfe, sondern nur eine Belästigung sei. Das Handesblad schreibt dazu: Die Neutralität ist ein schwerer Harnisch, der wenig beschirmt, aber unsäglich drückt. Jedenfalls dürfte der Träger eines solchen Harnisches, der das Schwert nicht gebrauchen darf, nicht obendrein beleidigt werden. 119 14 Cito, Göricke, Robinson grosse Auswahl, billige Preise. Heinrich Lindlan n.„Berlich S. K Seite 4. Kölner Local-Anzeiger Nr. 289 a Sonntad. 1d. Oktober 1914 Nachträgliches von der Vertreibung der Russen aus Ostpreußen. —. Königsberg, 17.Okt.1914. Die Truppen des 1. Armeekorps haben sich auch in den Operationen, die einen Stoß gegen die linke Flanke der Armee Rennenkampf vorbereiteten, vorzüglich gehalten. Es waren Marschleistungen bis 60 Kilometer täglich zu verzeichnen, und täglich fanden Kämpfe statt. Der jetzt erschienene amtliche Bericht führt die einzelnen Kämpfe auf, darunter ragt besonders hervor die Schlacht vom .—10. September bei Soltnahmen und Siewen, an der das ganze Armeekorps beteiligt war. Es war ein hartnäckiger blutiger Kampf, der mit der Zertrümmerung der 43. russischen Division und der ersten russischen Reservedivision endete. Etwa 9000 Gefangene und 74 Geschütze vielen in die Hände der deutschen Truppen. Drei russische Regimentskommandeure sind gefallen. Diese Niederlage war es, so sagt der Bericht, die Rennenkampf veranlaßte, den allgemeinen Rückzug zu befehlen. Nach Ueberschreiten der Grenze schlug das erste Armeekorps die Nachhut bei Wilkowizki und erbeutete 300 Gefangene, elf Geschütze, sowie Massen von Munition. Am 16. September wurden Pilwiski und Mariampol eingenommen. Der Bericht schließt: Die Niederlage der Armee Rennenkampf ist eine vollkommene, da sie den Russen wohl den größten Teil der Munition kostete. * X Vom Schlachtfeld bei Wirballen. Zehn Journalisten aus neutralen Staaten, vier Amerikaner, drei Italiener, zwei Holländer und ein Norweger, haben bekanntlich in den Tagen um den 7. Oktober unter Führung deutscher Offiziere eine Fahrt über die Schlachtfelder in Ostpreußen unternommen, die sie bis hinein in die Kampflinie in der Nähe von Wirballen führte. Die ersten Berichte der Italiener liegen jetzt vor. Sehr lebhaft schildert A. Morandotti, der Berliner Berichterstatter des Corriere della Sera, seine Eindrücke vom Schlachtfeld, auf dem auch er die Feuertaufe erhielt. Die Fahrt ging im Automobil von Gumbinnen über die schönen Landstraßen Ostpreußens bis zur Grenze nach dem völlig zerstörten Eydtkuhnen, und je weiter sie vordringen, umso häufiger werden die sichtbaren Zeichen des Krieges, die verlassenen Schanzgräben der Russen und die zerstörten Häuser. Sie überschreiten„ohne Paß“ die Grenze und erhalten die Nachricht, während sie von fernher schon den Donner der Kanonen hören, daß sie weiter zum Schlachtfeld vorrücken können. Jenseits Wirballen wird seit drei Tagen gekämpft; die Russen machen sehr lebhafte Angriffe, aber sie rücken nicht vor. Die ersten sechs russischen Gefangenen, die man eben gemacht hat, kommen ihnen entgegen; sie sind schlecht gekleidet. Auf der Straße herrscht starke Bewegung von Truppen im Marsch und Artillerieparks. In Wirballen steigen die Journalisten auf den Boden eines Hauses und haben das weite leere Feld vor sich, auf dem man nichts erblickt. Man erklärt ihnen die Lage. In den Provinzen Kalwarja und Suwalki wird auf einer Front von 120 Kilometer, mit großen Lücken zwischen einzelnen Gruppen, gekämpft. Die Russen haben von Kowno schwere Artillerie herbeigeführt und seit einigen Tagen ist die Schlacht im Gange; die beiden Artillerien suchen einander. Die deutschen Verluste sind bisher unbedeutend. Man sieht nichts. Oder doch, am Horizont einige kleine Rauchwolken; jedes Wölkchen ruft einen Donner hervor. Die militärischen Führer, ein Hauptmann vom Generalstab und zwei Leutnants, erklären den Journalisten, wer nicht weiter mit vorgehen wolle, könne zurückbleiben, aber die Antwort lautet:„Wir sind ja gerade deshalb gekommen.“ Auf leicht ansteigenden Stoppelfeldern und Saatfeldern gehen sie weiter vor. Zur Rechten bietet eine Meierei einer deutschen Kompagnie Schutz, die auf das Vorgehen wartet.„Gehen Sie einzeln und möglichst gebückt," mahnen die Offiziere,„eine große Gruppe kann die Aufmerksamkeit erregen.“„Wir sind 13,“ bemerkt jemand. Aber obwohl sie in die Feuerlinie gekommen sind, fehlt ihnen das Gefühl dafür. Morandotti notiert sich:„Ich habe den Eindruck, mich während eines heftigen Sturmes auf dem Felde zu befinden.“ Das Schlachtfeld ist in der Tat nur eine große Leere, die von Lärm erfüllt ist. Von drei Stellen her kommt das Geräusch, von Osten, Norden und Südosten. Am nächsten ist der Donner vor ihnen im Osten. Allmählich erkennen sie mit den Ferngläsern am Rande des Feldes die deutschen Batterien. Es sind vier, die zwischen einem Häuschen und einer Baumreihe aufgestellt sind. Die Batterien schweigen. Der Donner kommt von den russischen Batterien am anderen Abhang der Erdwelle, die sie nicht sehen können.„Wie weit, Herr Leutnant?"„Zwei oder drei Kilometer.“ Sie treffen ein wenig unterhalb der Linie der deutschen Batterien. Schwärzliche Rauchfetzen und weiße Rauchwölkchen zeigen das Platzen der Granaten und der Schrapnells an. Der Feuerorkan hat kurze Pausen. Dann bricht er mit näheren Entladungen los. Ein langer Widerhall tönt wie ein Echo, es pfeift und heult wie der Wind in einem Engpaß. Die deutschen Batterien antworten, wie verschiedene Blitze anzeigen, aber das lebhafteste Feuern kommt jetzt vom Norden. Die russischen Mörser verbeißen sich gegen einen Punkt im Felde; zunächst ist das Ziel nicht klar, aber dann sieht man auch dort sechs deutsche Batterien. Irgend etwas brennt dort drüben, und jetzt zeigt sich auch vor ihnen ein großer roter Punkt, eine helle Flamme; anscheinend ist eine Granate in einen Strohschober gefahren, wenn es sich nicht um einen größeren Brand handelt. Zur Rechten haben sich zu zweien und dreien Soldaten losgelöst, die Granaten oder Essen in großen Metallbehältern tragen, Nahrung für die Mannschaften und Geschütze der Batterien. Einen Augenblick hört man ein trockenes Feuern von anderer Art: Infanteriefeuer. Im allgemeinen aber ist bisher nur die schwere Artillerie im Gefecht. Die russische sucht die deutschen Stellungen, trifft hier und dort über die Linien der Batterien hinaus, um die dahinter stehenden Munitionskolonnen zu finden. Sie könnte so auch die neutrale Gruppe treffen; als die Journalisten auf die Höhe kommen, auf der eine Munitionskolonne steht laufen ihnen die Soldaten entgegen:„Hier kann man nicht stehen. 200 Meter weit ist eine Granate geplatzt.“ Als einige Zigaretten und Zigarren zum Vorschein kommen, drängen sich die Soldaten lachend um die Ankömmlinge. Sie sind seit drei Tagen dort und warten. Als die Journalisten einen anderen Weg einschlagen, springt ihnen plötzlich eine Art Sprühregen, etwas Schäumendes, entgegen; so haben auch sie eine Granate platzen sehen.„Zum Donnerwetter!" schreit einer der Leutnants,„ich bin für Ihre kostbaren Leben verantwortlich! Vorwärts!" Vorwärts heißt in diesem Falle zurück. Eine zweite Granate platzt unfern der Linie, die sie beim Aufstieg verfolgt haben.„In welcher Entfernung ist sie geplatzt, Herr Leutnant?"„Es werden über 300 Meter sein. Kommen Sie, kommen Sie, um Gotteswillen!" Aber auch der Leutnant ist zufrieden, das Platzen einer Granate erlebt zu haben; es ist auch für ihn das erste Mal. Als die Journalisten nach Wirballen zurückkehren, stehen drei Dörfer am Horizont in Flammen. Eine eindrucksvolle, tönende Leere, das ist der Anblick der modernen Schlacht, wie wir ihn hatten. Wie dies Heiterkeit erwecken kann, weiß ich nicht, aber es ist Tatsache, daß wir alle sehr vergnügt waren, auch die, die bisher in ihrem Leben wenig Militärisches gekostet hatten... X Der zersprengte russische Angriff auf Ungarn. WTB Dest. 17.Okt.1914.(Drahtbericht.) Aus Maramaros= Sziget wird gemeldet: Die aus Maramaros vertriebenen russischen Truppen, die bei Raho Stellung bezogen hatten, sind gestern von unseren Truppen geschlagen worden. Sie flüchteten in der Richtung auf Körös Mezö, wobei sie von unseren Truppen verfolgt wurden. Die gegen Körös Mezö fliehende feindliche Abteilung, deren Gesamtstärke auf etwa 4000 Mann zusammengeschmolzen ist, ist die letzte, die sich noch auf ungarischem Gebiete befindet. In den Wäldern kann es höchstens noch versprengte Bruchstücke der russischen Einbruchstruppen geben, die, wo immer auch unsere Patrouillen auf sie stoßen, sich widerstandslos ergeben. * Die große deutsch=österreichische Offensive von den Russen eingestanden. Genf, 17.Okt.1914. Aus St. Petersburg wird vom 16. gemeldet: Auf der ostpreußischen Front fanden kleine Kämpfe statt. An der mittleren Weichsel und in Galizien gingen die österreichischen und deutschen Truppen am 15. Oktober auf der ganzen Ausdehnung der Frout zur allgemeinen Offensive über. * Lebensmittelnot in Warschau. Wien. 16.Okt.1914. Wie aus Krakau gemeldet wird, traf in St. Petersburg eine polnische Deputation ein, die alle Minister besuchte und um die Verlängerung des Moratoriums und die Versorgung der ruinierten Bevölkerung RussischPolens mit Nahrung und Heizmaterial bat. Die Stimmung in Warschau wird als verzweifelt geschildert. Es herrsche Mangel an Lebensmitteln und Kohlen. Die Unsicherheit wachse in erschreckendem Maße. * Das Ringen am westlichen Flügel. Dem Genfer Journal wird aus Paris, 16. Oktober 1914, gemeldet, daß sich das Interesse immer mehr auf die Operationen des französischen linken Flügels konzentriert, besonders auf die Schlachtfront zwischen Armentieres und der Nordsee, wo sich die belgische Armee(d. h. ihre Reste) mit der französisch=englischen vereinigt habe. Der deutsche Plan bestehe darin, den Gegner zu überflügeln, um Paris zu gewinnen und Calais zu besetzen. Die Schlacht an der Aisne könne als beendet betrachtet werden. Man erwarte jetzt im Norden die endgultige Entscheidung. + Eine Taube über Nancy. WTB Nancy. 17.Okt.1914.(Drahtb.) Eine Taube überflog Nancy Mittwochvormittag und warf drei Bomben ab, welche auf den Bahnhof fielen. Die erste riß auf einem Nebengelese ein tiefes Loch, die zweite fiel auf den Bahnsteig vor ein Arbeiterhäuschen und durchschnitt Telegraphendrähte. Die dritte beschädigte einen Güterwagen. Drei Bahnbeamte wurden verletzt. + Englische Renommistereien und französische— Panik. WTB Stockholm. 17.Okt.1914.(Drahtber.) Nach einer Blättermeldung aus Rotterdam ist in Ostende eine große englische Transportflotte mit neuen englischen Truppen angekommen. (An zuständiger Stelle wird diese Nachricht als frech erlosen bezeichnet. Die Redaktion.) Die Ausschiffung gehe in größter Eile vor sich, damit die Truppen sich mit den Trümmern des belgisch=englischen Heeres und mit den französisch=belgischen Truppen, die bis Ypern vorgedrungen seien, vereinigen könnten. Die gesamte verbündete Armee an diesem Punkte werde dann eine Viertel Million zählen. Sie soll einen schuellen Angriff gegen den deutschen rechten Flügel richten. Die Bevölkerung von Calais flüchte, von Panik ergriften und aus Furcht vor einem deutschen Angriff. Ein englisches Geschwader kreuze zum Schutze der Küste zwischen Dünkirchen und Calais. Englische Selbstkritik. WTB London, 15.Okt.1914.(Drahtber.) Die Morning Post, die bereits früher die Regierung vor der Gefahr eines dilettantischen Eingreifens von Zivilpersonen in militärische und maritime Operationen gewarnt hat, kritisiert in ihrer Nummer vom 13. Oktober den Versuch, Antwerven durch eine kleine Streitmacht von Seesoldaten und Marinefreiwilligen zu entsetzen. Für diesen kostspieligen Fehler sei Winston Churchill verantwortlich. Das Blatt tadelt die Entsendung englischer Hülfstruppen in einem Augenblick, wo es für die belgische Armee das richtige gewesen wäre, sich auf eine sichere Stellung zurückzuziehen. Als die Engländer mit dem wenigen schweren Geschütz in die Stadt geworfen wurden, sagt das Blatt, war bereits eine Bresche in den äußeren Sektor der Befestigung gelegt. Die Stadt lag wehrlos den schweren Haubitzen ausgeliefert und die rückwärtigen Verbindungen waren ernstlich gefährdet. Die belgische Armee hätte Antwerpen mehrere Tage vorher in Sicherheit verlassen können, als der Rückzug noch kein so verzweifeltes Glückspiel war. Den Bürgern Antwerpens hätte die Beschießung erspart werden können. Die Anwesenheit der britischen Truppen habe bereits den zu lange hinausgeschobenen Rückzug erschwert und verzögert. Wir haben Grund zu der Besorgnis, daß die britischen Verluste beträchtlich und größer sind, als der Staatssekretär zuzugeben bereit ist. Aber selbst der zugestandene Verlust ist ernst genug, wenn man berücksichtigt, daß der Gegner keine dementsprechenden Verlust hatte und daß der Verlust der Anwendung des gänzlich falschen Operationsplanes entsprungen sei. Es ist nicht angängig, daß Churchill seine Stellung dazu benutzt, seine taktischen und strategischen Launen den Fachmännern aufzudrängen, die durch die natürliche Schwierigkeit der Lage hinreichend bedrängt sind. Wir erfahren, daß Churchill im letzten Monat einmal im brit ischen Hauptquartier in Frankreich, einmal in Dünkirchen und einmal in Antwerpen war. Diese Zersplitterung der Tätigkeit auf Gebieten, die ihn nicht eigentlich angehen, können nicht die regelmäßige Tätigkeit und Leistungsfähigkeit seines Ministeriums fördern. Sein Platz ist Tag und Nacht in der Admiralität. Wir schlagen vor, daß Churchills Kollegen dem Ersten Lord ganz bestimmt und endgültig erklären, daß die militäriscken und maritimen Operationen unter keinen Umständen von ihm geleitet werden dürfen. * 60 Die erste Feldzeitung im Westen. Von einem der Beteiligten wird uns die Nr. 1 eings neuen, sauber gesetzten und gut gedruckten Blattes übersandt, betitelt: „Der Landsturm=Bote von Briey. Kriegszeitung. Herausgegeben vom Hauptmann Rolfs I. Landsturmbataillon Metz. Setzer und Drucker: die Landsturmleute Gefreiter Alexander und Musketier Dorvillé. Erscheint ziemlich unregelmäßig, und solange wir hier sind. Preis der Nr. 5 Pfg. (zur Deckung der Papierkosten; Ueberschüsse sind für milde Zwecke bestimmt). Nr. 1. Briey, Sonntag, den 11. Oktober 1914" Das neue Blatt trägt am Kopf die Bemerkung:„Wir würden lieber mit deutschen Buchstaben drucken, aber die Frauzosen haben keine und das Bataillon liefert keine.“ Der Inhalt der vier Quartseiten bringt amtliche Kriegsberichte und sogar einen Leitartikel, in dem es heißt: Wie steht es mit uns? Gut, sogar sehr gut! Unsere bisherigen Mühen sind von Erfolg gekrönt. Bedenken wir: Kein fremder Soldat, weder Russe, noch Franzose, noch Engländer, noch Belgier steht außer in der Eigenschaft als Gefangener auf deutschem Boden. Der Krieg wird auf fremdem Boden geführt, und unsere Feinde haben schon jetzt uns und sich selber zu ernähren. Ihre besten Truppen sind geschlagen. Was sie noch haben, ist nicht so viel wert, als was sie uns zuerst entgegenwerfen konnten. Von dem russischen Heer, das in Deutschland eingebrochen war, ist fast nichts ünrig geblieben. Die Engländer wagen sich nicht heran oder sind mit den Franzosen geschlagon. Belgien ist bis auf Antwerpen sgeschrieben vor der Uebergabes in unserer Hand. Antwerpen wird belagert, und schon sind zwei seiner Festen(so heißen die Forts gut Deutsch) gesallen. In Frankreich halten wir eine starke Linie quer durch den nördlichen Teil besetzt. Von dieser Linie aus wird vorgestoßen, durchgebrochen und weiter ins Innere marschiert. Das ist eine mühevolle und blutige Arbeit, denn die Franzosen haben sich überall gut verschanzt; aber die Arbeit wird gehen, und sie geht vorwärts. Denn es fehlt weder an todesmutigem Nachwuchs bei uns noch an den Mitteln, den Krieg solange fortzusetzen, bis wir unseren Zweck erreicht haben. Dieser Zweck ist Niederwerfung der Gegner, so daß sie sich so bald nicht wieder erheben können, um uns noch einmal zu überfallen. Das deutsche Volk hat in kürzester Zeit für die Kriegsanleihe über vier Milliarden gezeichnet. Das ist die gleiche Summe, die Frankreich 1870 als Kriegsentschädigung zu zahlen hatte, und wozu es über zwei Jahre brauchte. In der Heimat wird aufs fleißigste gearbeitet; rastlos werden frische Mannschaften ausgebildet, Geschütze gegossen, Munition angefertigt, alles Verbrauchte ersetzt. Tabei wird vorgesorgt, damit die Schwierigkeiten, die jeder Krieg, auch der siegreiche, mit sich bringt, überwanden werden, die Not gelindert und ausgleichend eingegriffen, wo immer es nur geht. steiner von unferen im Felde stehenden Soldaten braucht zu sorgen, daß die Lieben in der Heimat von ihren Mitbürgern im Stiche gelassen werden. So hat Gott die Arbeit um unser teures Vaterland, um Haus und Herd gesegnet. An dieser treuen Arbeit wollen wir alle, auch jeder Landsturmmann, ohne Wanken festhalten und den Herrn der Heerscharen bitten, sie auch weiterhin segnen und unsere Heimat schützen zu wollen. Dann folgen die„10 Gebote des Landsturmmannes": 1. Gedenke, daß du ein deutscher Soldat bist, der seinem Namen, wo immer es sei, Ehre macht. 2. Stehst du auch in letzter Reihe beim Schutze des Vaterlandes: auch deine Arbeit ist notwendig und muß gewissenhaft sein, soll das große Ganze gedeihen. 3. Tue kein Unrecht; am wenigsten an dem wehrsosen Gegner. Schone, so lange du nicht anders handeln mußt, und versetze dich in die Lage, in der dein Gegner sich befindet, wenn du an seiner Stelle wärest. 4. Achte das Eigentum anderer und halte dein Gewissen rein, auch wenn die Umstände noch so verführerisch locken. 5. Meide den Alkohol in jeder Form: er nützt nie und ist schon unzähligemal der schlimmste Verführer geworden, der dich und deine Kameraden in schweres Unglück gebracht hat. Nüchternheit erhält dich gesund und fähig, deinen Pflichten gegen Gott, dein Land, deine Kameraden und deine Gegner nachzukommen. 6. Halte dich von schlechten Weibsbildern fern: sie können dir und deiner Familie schweres Unheil bringen.— Schone hülflose Frauen und sei lieb gegen die Kinder. 7. Lebe nicht in den Tag hinein, sondern denke an die Zukunft. Spare von deiner Löhnung und schicke heim, was du entbehren kannst. Sei reinlich an deiner Person und in deiner Umgebung. 8. Sei zufrieden, auch wenn einmal nicht alles klappt, und verliere nicht gleich die Geduld, wenn dein Kamerad irgend was verfehlt. Oft liegen die Ursachen von diesen oder jenen Mißständen ganz wo anders, als du wissen kannst. 9. Halte streng auf Manneszucht im Kleinen wie im Großen. Urteile nicht über Befehle, die dir nicht gefallen, oder die du nicht verstehst. 10. Fürchte Gott und neige dich in Demut vor dem Willen des Höchsten. Liebe dein Vaterland! Ehre König und Kaiser! Zum Schluß heißt es:„Wir bitten die freundlichen Leser aus den vier Kompagnien des Bataillons um Mitteilungen, die sich zur Veröffentlichung in der Nr. 2 unserer Zeitung eignen. Die Schriftleitung.“ Kölner Local-Anzeiger Nr. 289&a Sonntag. 18. Oktober 1914 Seite 5. Sparkasse der Bürgermeisterei hürth zu Hermülheim Postsch.=Konto Cöln 1714— Mündelsicher verzinst Spareinlagen in jeder Höhe mit 4% bei sechsmonatlicher Kündigung und täglicher Verzinsung, 3½% bei täglicher Kündigung und Verzinsung. Hiermit wird zur Kenntnis der Sparer gebracht, daß die Einlagen bei der Sparkasse am sichersten angelegt sind, und ihr Verlust für den Einleger hier ausgeschlossen ist. Nach den geltenden völkerrechtlichen Bestimmungen unterliegen die Spareinlagen als Privateigentum nicht der Beschlagnahme durch den Feind. Austauchende Befürchtungen, als ob der Staat im Falle eines Krieges die Spareinlagen fortnehmen und für Kriegszwecke verwenden werde, sind ebenfalls widersinnig. Für die Spareinlagen haftet die Bürgermeisterei Hürth mit ihrem ganzen Vermögen und der ganzen Steuerkraft. Der vorstand der Sparkasse der Bürgermeisterei Hürth zu Hermülheim. 1* .Krüperz KölnaRh. Eisen- und 8 Messingwaren Tel. A4003 St. Agatha 19 Fabrikation aller Metallwaren Spezialität: Grablaternen nach eigenen Entwürfen:: feinste Handarbeit! Galvanische Anstalt= Reparaturen, Umänderungen Auffrischen von Beleuchtungskörpern etc. Kartoffeln zum Einkellern allbehannt, 9 beste Bezugsquelle aller Sorten Kartoffeln. Lager Steffes, Palmstraße 14. 4 7688: Anstalt für orthopädisches Turnen gegr. 1878 im Augustinerklos ter, Severinstr. 71/73 von ärztlichen Autoritäten empfohlen. Aktive, spezielle Gymnastik zur Beseitigung schlechter Haltung, mangelhaft entwickelten Brustkorbes. Verhütung des Schiefwuchses und Anregung des Körperwachstums unter genauer Beachtung ärztlicher Intentionen. Ueber 20jährige Erfahrung und erfolgreiche Lehrtätigkeit auf diesem Gebiete der Gymnastik. 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Für viele Gemüter, und darunter finden sich die zartesten und edelsten, solche, die mit inniger Liebe an Gott hängen, ist der Gedanke eine schwere Belastung des Glaubens: wie doch all dieses entsetzliche Elend, das der Krieg mit sich bringt und zur Folge hat, mit Gottes Güte und Liebe, kurz, mit seiner Vorsehung vereinbar sei. Nun ist es ja an und für sich schon schwer, jedem lebhaften Gefühle mit Gründen der Vernunft und des Glaubens beizukommen, erst recht einem Komplex von Mitleids=, Angst= und Gerechtigkeitsgefühlen, die sich auf so furchtbar schrecklichen Katastrophen aufbauen, wie sie ein Krieg, und zwar ein solch gewaltiger wie dieser mit sich bringt, und daraus ihre Stärke ziehen. Dazu kommt, daß, da die Wege Gottes unerforschlich sind, auch die Rechtfertigung der Vorsehung durch das Deuten einzelner Tatsachen immer anmaßend und gewagt erscheint, überdies alle noch so geistreichen Erklärungen nie imstande sind, den Schleier zu heben. Wollen wir nun doch in dieser Beziehung etwas sagen, so müssen wir zunächst festhalten, daß die Welt das Werk eines vernünftigen Schöpfers ist, der auch der ganzen Welt ein Ziel setzen mußte, das der Würde des Schöpfers entspricht. Und da nun in Gott die Liebe und Güte und die Offenbarung seiner Herrlichkeit der Beweggrund für die Welterschaffung war, so muß die Weltvollendung diese Liebe und Güte Gottes und seine Herrlichkeit im rechten Lichte erstrahlen lassen. Alles nun, was in der Welt ist, die Kräfte der Natur, die Wesen, die als erschaffene darin sich sinden, sie dienen diesem Zweck. Gott nimmt sie alle nach ihrer Natur und Wirkungsweise als Diener an, die seinen Weltplan verwirklichen helfen. Eines aber macht bei dieser Erwägung Schwierigkeit, nämlich, in dem Weltplan das Uebel, die Leiden unterzubringen. Das Leiden hat immer wie ein großes, ja wie das größte Problem vor den Augen der Menschen gestanden, so lange die Welt besteht. Auf den sonnenbeglänzten Gefilden Hellas, wo die heiteren Griechen wohnten, bis wo am fernen Ganges in trostlosen dumpfen Tönen die Sprache der Indier gesprochen wird, überall, in der ganzen Welt, bricht, und das zu allen Zeiten, die Menschheitsklage hervor:„Ein schweres Joch lastet auf den Kindern Adams.“ In allen Formen, in tausend Gestalten tritt das Leid auf. Die Literatur aller Völker mußte diesem Geheimnis des Leidens ihre ernstesten und tiefsten Gedanken widmen. Für diejenigen, die an keinen Gott glauben, ist dieses Problem absolut unlösbar; und wenn man die Lösung, die der Unglaube gibt, will gelten lassen, müßte sie einen wirklich zur Verzweiflung bringen und die Welt als einen Nonsens betrachten lassen. David Friedrich Strauß, ein heute noch viel genannter Apostel der Aufklärung, wußte, als er seinen neuen Glauben verkündete, in dem der leidende Gottmensch, unser Heiland, keine Stelle mehr hatte, über das Leiden, nachdem er den Vorsehungsglauben preisgegeben, nichts besseres zu sagen, als, man müsse ein liebendes „Vertrauen zum Universum“ haben. Er richtet seine Augen auf „die Stampfer der Weltmaschine,“ die einen niedertritt und fordert „Hingabe in Pietät und Verehrung“ an dieses„grausige Räderwerk“ der Naturkräfte, die einen zermalmen, um sich dann in„die Schönheit der Natur, der Kunst und Wissenschaft" zu flüchten. So kommt man zu dem Schopenhauerschen Pessimismus, der nur einen Erlöser kennt, den Tod, und der kräftigste Trost ist dann der, den schon die ungläubigen Philosophen alter Zeit in die Worte faßten: „Die Tür ist offen, kurz ist der Weg zur Freiheit,“ d. h. der Selbstmord. Vergl. Esser=Mausbach: Apologetik I, 296 ff. Die christliche Anschauung über das Leid aber ist in den einfachen Worten des Katechismus gegeben:„Es gibt so viele Leiden, damit der Sünder sich bessere und nicht ewig zugrunde gehe, der Gerechte an Verdiensten reicher werde und desto größeren Lohn im Himmel erlange.“ Für den ersteren, den Sünder, hat das Leiden den Charakter eines strafenden Besserungsmittels, für den letzteren, den Gerechten, den der läuternden und verklärenden Prüfung. Der Glaube bringt das Leiden in der Welt mit der Sünde in Verbindung. Aus diesem größten Uebel erklärt er das kleinere der Leiden und erklärt er auch das größte Leiden, das der Gottmensch erduldete als Sühne für dieses Uebel. Nun ist es unter diesen Gesichtspunkten ja nicht so schwer, sich in den Leiden, die den Einzelnen treffen, zurechtzufinden; aber wenn bei einer so furchtbaren Schreckenserscheinung, wie der Krieg eine ist, die Leiden sich häufen, dann wächst für das Empfinden die Schwierigkeit der Lösung des Problems. Genau und in seiner den Sinnen fühlbaren Wirkung betrachtet wird aber doch auch im Kriege nur ein Einzelner oder durch den Einzelnen eine Familie von wirklichem Leid getroffen. Das Leid der vielen anderen, von dem nämlichen Schicksal Heimgesuchten wird doch eigentlich vom Einzelnen nur durch sein Mitgefühl empfunden. Und die Gottergebenheit, die man in friedlichen Zeiten von jemand verlangt, wenn ihn Uebel treffen, darf deswegen nicht verloren gehen, weil im Kriege viele diese erleiden. Das Moment der Strafe und der Prüfung bleibt auch hier in Geltung. Daß nun gerade der Krieg als ein Lebensbesserung verlangendes Sühnegericht für die Sünde erscheinen muß, ist nicht schwer zu begreifen. Alle diejenigen, die sich in dieser Kriegsnot wieder zu Gott in Gebet und Bekehrung gewandt haben, geben ja eben dadurch dieser Ueberzeugung Ausdruck und bestätigen damit die Anerkennung des Wortes der h. Schrift:„Convertimi ad me, et ego convertar ad vos. Bekehret euch zu mir und ich werde mich zu euch wenden.“ Und daß ein großer Teil der Menschen Gott wirklich entfremdet war und ist, das ist eine Tatsache, die die Gottgläubigen lange beklagten, die Ungläubigen aber als eine Errungenschaft der heutigen Zeit des Fortschritts und der Wissenschaft bezeichneten, eine Gottentfremdung, die eine weitverbreitete moderne Weltanschauung weiter zu verbreiten und populär zu machen, geradezu als ihre Mission bezeichnete. Kennen wir denn nicht das Wort eines der Hauptvertreter der materialistischen Denkweise:„Euer Gott ist vor die Türe gesetzt?“ Der Krieg ist aber auch eine Prüfung, er soll zur sittlichen Läuterung und Erhebung der Menschen und Völker dienen.„Aus dem Opfer quillt der Segen.“ Nennen wir , den Tod auf dem Schlachtfeld einen Heldentod?— und wird nicht der Schmerz bei denen, die den Verlust eines Sohnes, Bruders, Vaters oder Gatten erleiden, dadurch versüßt, daß sie wissen, es war ein Tod fürs Vaterland, für dieses hohe Gut, das die Gemeinschaft eines Volkes mit Recht als eines der höchster der irdischen Güter schätzt? Sehen wir nicht alle in denen, die aus dem Schlachtfeld fallen, eigentlich eine Stellvertretung fü uns, da sie den blutigen Tod erleiden, um uns vor den schrecklicher Leiden, welche über uns selbst kämen, fielen die Feinde in unser Land ein, zu bewahren? Und kommen uns gerade deswegen nicht diese im Kampf fallenden Krieger als Männer vor, die uns selber zu größeren Opfern begeistern und fähig machen? „In der Liebe ist immer etwas Stellvertretendes." Das Opfer des Lebens, das die Soldaten bringen, ist ein Beweis der Lieb dieser Treuen, die das Leid, das auf uns ruhen würde, midem größten Opfer, dem des Lebens, von uns hinwegnehmen. Und wie die stellvertretende Genugtuung des Gottmenschen ir seinem Kreuzestode durch die Größe dieser Opferliebe die erster Christen im Martertode selbst zu den größten Opfern vermochte, so wird auch durch den blutigen Krieg in einem ganzen Volke der Opfersinn und damit eigentlich das geweckt, worin sich die Stärke jeder wahren Tugend zeigt. Es wird durch den Krieg jedem gläubigen Herzen der Gedanke nahegelegt: Sieh, wenn deine Brüder solche Opfer für das irdische Vaterland bringen, willst du dann im eigenen inneren Ringen deiner Seele nicht auch zu Opfern für den Himmel bereit sein? Das Leid wird erst verstanden unter dem Gesichtspunkte des Zweckes, den die Vorsehung damit verfolgt. Je höher der zu erreichende Zweck, desto mehr versöhnt man sich mit dem Leid. Erhabeneren Zweck aber, als die Sünder zu retten und die Guten durch Stärkung opferfreudiger Gesinnung in ihrer sittlichen Kraft zu heben und Gott näher zu bringen, kann es doch nicht geben. Sind doch diese Punkte die Hauptmomente des ganzen Heilsplanes Gottes, der in dem Opfertode Christi zur Erlösung der Menschen seinen furchtbar ernsten, aber auch seinen unendlich liebevollen und unbegreiflich erhabenen Knotenpunkt hat. Liest man die Anzeigen, die den Tod eines Sohnes, Vaters oder Gatten, der auf dem Schlachtfelde gefallen, verkünden, so findet man nirgendwo den Ausdruck einer sich gegen das Schreckliche aufbäumenden Klage, vielmehr oft eine Art stolzer Freude, einen solchen Helden besessen zu haben, obschon man mit ihm die schönsten Hoffnungen, die glänzendsten Aussichten für die Zukunft begrub, Der Gedanke,„er starb für's Vaterland," versöhnt mit dem schwersten Opfer. Soll da nicht auch uns allen die Furchtbarkeit des Krieges in einem versöhnenden Lichte erscheinen in dem Gedanken: Für alle, die in christlich demütiger Gesinnung all die schweren Leiden des Krieges von der Vorsehung annehmen, werde auch der schauerliche Kanonendonner eine Prophetenstimme, die zur Buße mahnt, werde diese Brandfackel ein Licht, das nach oben führt, werde der Opfertod so vieler Braven eine wirksame Mahnung sein, alle Schlaffheit und Kleinlichkeit im Leben als eines Christen unwürdig zu hassen und den Mut zu haben, den Krieg der Selbstüberwindung zu beginnen und siegreich durchzuführen! Denn: Sich selbsten überwinden ist der allerschwerste Krieg, Sich selbsten überwinden ist der allerschönste Sieg. Sekte 6. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 289&a Sonntag, 18. Okttober 1914 : S o z i a l e s, H a n d w e r k, G e w e r b e. Eingaben der christlichen Gewerkschaften an die Reichsregierung. Der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften hat im Laufe dieses Monats an die Reichsregierung zwei Eingaben gerichtet, die sehr wichtige Fragen behändeln. Die erste Eingabe vom 5. Oktober betrifft die Unterstützung für die Familien der Kriegsteilnehmen. Es wird darauf hingewiesen, daß die jetzige Regelung der Unterstützung den tatsächlichen Bedürfnissen nicht gerecht werden kann. Der Betrag ist für bedürftige Familien zu gering. Ferner ist durch die schablonenmäßige Festsetzung der Unterstützung den Verschiedenartigkeit in den einzelnen Landesteilen nicht Rechnung getragen. Ein Betrag, der für ein Existenzminimum auf dem Lande zur Not ausreicht, ist für die Bevölkerung in den Großstädten, wo die Lebenshaltung viel teurer ist, absolut unzureichend. Ferner wird in der Eingabe darauf hingewiesen, daß andere kriegführende Staaten, insbesondere Oesterreich und Frankreich, den Familien ihrer Kriegsteilnehmer eine wesentlich höhere Unterstützung gewähren. Die Unzulänglichkeit unserer reichsgesetzlichen Familienunterstützung hat die Gemeinden, insbesondere die größeren Städte, gezwungen, zu der gesetzlichen Unterstützung noch erhebliche Zuschüsse zu leisten, um die Kriegerfamilien vor der äußersten Not zu schützen. Diese Hülfsmaßnahmen der Gemeinden weisen sehr große Unterschiede auf. Es wird eine lange Reihe von Städten aufgeführt, die teils 100 Prozent und mehr Zuschuß gewähren, zum Teil aber auch nur 75, 6633, 50, 30 Prozent usw. Es gibt auch Städte, die keinen Zuschuß bewilligt haben. Bei den Landgemeinden trifft das fast auf der ganzen Linie zu. Weite Kreise, so heißt es in der Eingabe, sind mit uns der Ansicht, daß die Unterstützung der Kriegerfamilien eigentlich Aufgabe des Reiches sein müßte. Den Gemeinden erwachsen in der jetzigen Kriegszeit eine Reihe anderer dringender Aufgaben, die ihnen erhebliche Lasten auferlegen. In Ermangelung einer reichsgesetzlichen Arbeitslosenunterstützung bleibt vorerst die Sorge für die große Zahl der Arbeitslosen den Gemeinden aufgebürdet. Letztere würden für Arbeitsmöglichkeiten und für die Arbeitslosen zweifellos mehr aufwenden können, wenn ihnen die Lasten der Unterstützung für die Kriegerfamilien abgenommen würden. Aus all diesen Gründen wird gebeten, es möge die Reichsunterstützung für die Familien der Kriegsteilnehmer angemessen erhoht und eine andere, den verschiedenartigen Bedürfnissen der einzelnen Landesteile angepaßte Regelung herbeigeführt werden. Diese Anpassung könnte erfolgen auf Grundlage des ortsüblichen Tagelohnes, oder an Hand der Servisklasseneinteilung für die Reichsbeamten. Die seitens der Gemeinden erfolgten Regelungen geben genügend Anhaltspunkte und Unterlagen für eine befriedigende Lösung dieser Frage. Die zweite Eingabe datiert vom 17. Oktober und bezweckt ein Eingreifen der Regierung in der Frage der Preis=Festsetzung für Kartoffeln. Mit diesem notwendigsten Massenernährungsmittel der breiten Volksmassen wird zurzeit eine gewinnsüchtige Spekulation getrieben. Die Preise, die jetzt fast auf der ganzen Linie gefordert werden, sind durch die Marktlage in keiner Weise zu rechtfertigen. Wenn die diesjährige Kartoffelernte weniger ergiebig gewesen ist, wie diejenige im vorigen Jahre, so ist die hohe Spannung gegenüber den vorigjährigen Preisen jedoch in keiner Weise zu begründen. Voriges Jahr wurden die Kartoffeln fast allgemein für 2,00 bis 2,50 M. pro Zentner verkauft, jetzt verlangen die Landwirte Preise von 3,70 bis 4,50 M. und an manchen Orten noch mehr. Durch eine systematische Zurückhaltung der Vorräte wird der Anschein erweckt, als ob Mangel an Kartoffeln vorhanden wäre, um so die Preise künstlich in die Höhe zu treiben. Von einem Mangel an diesem Nahrungsmittel kann bei dem diesjährigen Ernteertrag keine Rede sein. Professor Wohltmann(Halle) hat auf Grund einer Untersuchung nachgerechnet, daß die Gesamternte an Kartoffeln im Deutschen Reiche sich auf 500 Millionen Doppelzentner beläuft, während es im Durchschnitt der letzten sechs Jahre 458,7 Millionen Doppelzentner waren. In normalen Jahren werden davon 130 Millionen Doppelzentner zur menschlichen Nahrung verwandt. Wenn auch in der unnormalen Kriegszeit der Konsum an Kartoffeln sich etwas erhöhen wird, so sind aber dennoch Kartoffeln genug vorhanden. Selbst von einsichtigen landwirtschaftlichen Kreisen wird jetzt gegen die Preistreibereien auf dem Kartoffelmarkt Einspruch erhoben. Der bayerische Bauernvereinsführer Dr. Heim hat sich öffentlich gegen die hohen Preise für Mehl und Kartoffeln gewandt. Die von ihm geleitete landwirtschaftliche Genossenschaft offeriert Speisekartoffeln zum Preise von 2,65 M. pro Zentner. Im Hinblick auf vorstehende Tatsachen richten die christlichen Gewerkschaften an die Reichsregierung die dringende Bitte, auf die Regierungen der Bundesstaaten und die Verwaltungsbehörden einzuwirken, daß von diesen Stellen aus den Preistreibereien auf dem Kartoffelmarkt Einhalt geboten wird. Die zuständigen Behörden können sich mit den Produzenten und Händlerorganisationen in Verbindung setzen und verfügen ohne Zweifel über ausreichenden Einfluß, um Preise herbeizuführen, die der jetzigen Marktlage entsprechen und die Ernährung der minderbemittelten Volkskreise erleichtern. X4) Die Zwangsinnung der Damenschneider und Schneiderinnen in der Stadtgemeinde Köln hielt am Montag, 12. Okt., im Fränkischen Hofe ihre Generalversammlung ab. Vor Beginn fand die Verteilung der von 33 Prüflingen in der Wanderausstellung der Kölner Handwerkskammer in Bonn errungenen Preise statt. Obermeister Franz Schneider begrüßte die Prüflinge und deren Eltern und sprach seine Freude darüber aus, daß von unseren Lehrlingen so überaus schöne Arbeiten zur Prämiierung vorgelegen, daß man gern noch mehr erste Preise zur Verfügung gehabt hätte. Die gründliche Ausbildung in der Jugend sei die beste Bürgschaft der Zukunft und deshalb fordere er die jungen Gehülfinnen auf, ihre Auszeichnung mit dem Vorsatze zu empfangen, sich immer weiter in ihrem Handwerk auszubilden, damit sie tüchtige Meisterinnen würden. Sodann begrüßte Frl. Franziska Schneider die Prüflinge in warm empfundenen Worten durch einen Prolog, welche den jungen Handwerkerinnen von der Sekretärin der Innung, Frl. Therese Mehles, gewidmet worden war. Tann nahm Herr Oberstadtsekretär Hofmeyer als Vertreter des Oberbürgermeisters das Wort, sprach seine hohe Befriedigung über den Verlauf der Prüfungen aus und richtete an die Eltern und die jungen Gehülfinnen freundliche Ermahnungen. Dann fand die Verteilung der Preise statt. 24 Lehrlinge erhielten Sparkassenbücher in Höhe von 10 bis 20., 9 Anerkennungspreise, bestehend in Zuschneideschere und Copierrad. Alle erhielten ein künstlerisch ausgeführtes Diplom. Darauf eröffnete der Obermeister die Generalversam mlung. Er berichtete über die Bemühungen des Vorstandes, um der Arbeitslosigkeit entgegenzusteuern, welche durch die Kriegslage unser Gewerbe betroffen. Dann machte er nähere Mitteilung über die notwendig gewordene Vergrößerung von Bureau und Prüfungswerkstätte. Die Kosten wurden von der Versammlung genehmigt. Der Vorstand hatte von bedürftigen Mitgliedern 150 Hemden für Verwundete anfertigen lassen und diese gebrauchsfähig der Sammelstelle vom Roten Kreuz am Klingelpütz überwiesen. Die hierfür erforderliche Summe von 260 M. wurde bewilligt. Ferner 100 M. für die notleidenden Ostmarken und 100 M. für die städtische Kriegssammlung. Außerdem wurden noch 300 M. zur Verfügung des Vorstandes gestellt, um notleidenden Mitgliedern zu helfen. m Eine Hotelhochschule. Düsseldorf, 15.Okt.1914.(Eig. Drahtber.) Das internationale Institut für Hotelbildungswesen wurde heute mittag seiner Bestimmung übergeben. Zu der Eröffnungsfeier hatten sich mit den Vertretern der Behörden und beteiligten Verbänden auch Gäste aus Holland und Oesterreich=Ungarn eingefunden. Oberbürgermeister Dr. Oehler führte in der Eröffnungsrede aus, daß es trotz des blutigen Krieges möglich war, die neue Anstalt zu dem vorgesehenen Zeitpunkt zu eröffnen, wenn auch unter erschwerenden Umständen und nicht mit der Zahl von Studierenden, auf die man in Friedenszeiten hätte rechnen können. Die heutige Eröffnung sei aber ein schlagender Beweis für die Festigkeit unseres Wirtschafts= und Verkehrlebens. Der Redner dankte allen Förderern des Institus, namentlich dem Vorstand des Internationalen Hotelbesitzervereins, Hrn. Hoyer aus Köln und dem Ministerialrat Geh. Regierungsrat Dr. Stegemann aus Braunschweig sowie der deutschen und österreichischen Staatsregierung, die Stipendien für die Studierenden gestiftet hätten. Hr. Hoyer aus Köln verbreitete sich dann über die Gründungsgeschichte der Lehranstalt. Er schloß mit dem Wunsch, daß das Institut dem ganzen Hotel= und Gastwirtsgewerbe zur Förderung gereichen möge. Beigeordneter Dr. Herold erläuterte den Studienplan und Dr. Glücksmann sprach über die Ziele der Anstalt. Als Vertreter der ausländischen Gäste sprach Hr. Martens aus Amsterdam die Wünsche für eine befriedigende Entwickelung der Austalt aus. Ganz Holland, so erklärte er, sei voll Bewunderung für die fortschreitende Wirtschaftsentwickelung Deutschlands und vor allem darüber, daß diese wirtschaftliche Verhältnisse so gefestigt seien, daß selbst die Kriegszeit nicht hindern konnte, eine derartige Anstalt zu eröffnen. Die Zahl der Studierenden beträgt 30, etwa zwei Drittel der Anmeldungen wurden infolge des Krieges zurückgezogen. AUVUUPUPOPOOURORPOCRTOC 10010000000 00SOR0000806MOOP0000 0000000S 00S S S00SSS 88 99 3 : G e s e l l s c h a f t s= u n d V e r e i n s l e b e n: „ (A) Der Kameradschaftliche Verein ehem. 65er hielt am 13. d. M. in seinem Vereinslokal Apostelnbräu eine Versammlung ab, wozu auch die eingeladenen Damen des Vereins in großer Zahl erschienen waren. An Stelle des zur Fahne einberufenen ersten Vorsitzenden, Hauptmann d. Res. Primavesi, eröffnete der stellvertretende Vorsitzende Jak Klaes die Versammlung mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf unseren Kaiser. Leutnant d. Res. Gasten, der verwundet vom Schlachtfelde zurückgekehrt ist, schilderte in begeisterten Worten den Ausmarsch und die Ruhmestage des aktiven Regiments 65. In ehrenden Worten widmete er den gefallenen Helden einen tiefempfundenen Nachruf. Der Verein allein beklagt bis jetzt den Verlust von sechs Mitgliedern, darunter fünf Offiziere. Der Verein beschloß, sich auch weiter in den Dienst der Wohltätigkeit zur Unterstützung bedürftiger Mitglieder und deren Familien zu stellen. Die Damen wurden insbesondere gebeten, zu den Stiftungen der Liebesgaben rege mitzuwirken. Zur Sammlung wurden Sammelstellen errichtet, und zwar bei den Mitgliedern Jakob Klaes, Teutoburgerstraße 2, Wilhelm Gooßens, Richard Wagnerstraße 43, Anton Meyer in Deutz, Arnoldsstraße 58, Bertram Großmann, Dasselstraße 61, Joh. Weitzmann in Nippes, Kuenstraße 24, und Jak. Gloczewski in Sülz, Sülzburgstraße 46. In weiterem bewilligte die Versammlung für die städtische Kriegssammlung und für das Rote Kreuz je 100 M. Außer den bereits bewilligten 500 M. für Angehörige der im Felde stehenden Mitglieder konnte dieser Betrag durch freiwillige Spenden erheblich erhöht werden. Große Freude veranlaßten die Tankschreiben für erhaltene Liebesgaben von Mitgliedern. Die bedürftigen Familien einberufener Mitglieder erhalten während der Tauer des Krieges, je nach den Verhältnissen, 10—15 M. monatliche Unterstützung. Zu der ersten Sammlung von Liebesgaben für das aktive Regiment hatte der Verein einen größeren Posten Zigarren, Tabak und Schokolade zur Verfügung gestellt. (A) Der Ratholische Frauenbund, Bezirk Köln=Mülheim, hielt am Mittwoch im Rebholzschen Saale eine gut besuchte Versammlung ab. Frau Geheimrat von Schlechtendal bewillkommnete die Erschienenen und verwies darauf, daß man im November v. J. bei der ersten Versammlung des Frauenbundes der großen Zeit 1813 gedacht habe. Damals habe aber niemand geahnt, daß man in Jahresfrist so ernste Zeiten vor sich haben werde. Während nun draußen die Angehörigen für Deutschlands Ruhm und Ehre kämpften, hätten die Frauen zu Hause auch große Pflichten zu erfüllen. Die Rednerin gab nun Kunde von der bisherigen Kriegsarbeit des Frauenbundes, der sich den übrigen Frauenvereinen Mülheims angeschlossen habe und unter Leitung des Vaterländischen Frauenvereins der großen Sache diene. Auf diese Weise würde eine einheitliche Arbeit gewährleistet, die einzelnen Vereine aber behielten doch ihre Selbständigkeit. Die caritativen Einrichtungen des Frauenbundes blieben auch weiter bestehen, würden nur entsprechend vermehrt. Der Kinderhort der Herz=Jesupfarre sei von 60 auf 120 Kinder vermehrt, werde täglich statt viermal wöchentlich abgehalten und sei nun für Kinder aller Konfessionen zugängig. Das Stellenvermittlungsamt des Elisabethklosters sei mit der Zentralstelle des Roten Kreuzes verbunden und können unentgeltlich in Anspruch genommen werden. Die Fortbildungskurse für Frauen und Mädchen seien wieder ausgenommen worden. Eine neue Einrichtung sei von dem Katholischen und Evängelischen Frauenbund und dem Israelitischen Frauenverein ins Leben gerufen worden, indem an 110 bedürftige Frauen und Mädchen Heimarbeit ausgegeben würde. Die Jugendabteilung habe ein Strickkränzchen ins Leben gerufen. Viele Mitglieder seien auf der Station Lüttich, im Roten Kreuz usw. tätig. Im Namen des Vaterländischen Frauenvereins und des Vereins vom Roten Kreuz stattete die Rednerin dem Frauenbund herzlichen Dank ab. Nun trug Fräulein Kleinertz einen vaterländischen Festspruch vor, der die Schlußmahnung zur tätigen Liebe enthielt. Frl. Oberlehrerin Weber(Köln) sprach über Pflichten und Tätigkeit der Frauen in der Kriegszeit. Die Rednerin kennzeichnete die Aufgaben der Frau in der großen schicksalsschweren und ernsten Zeit in packender und überzeugender Weise, und sie forderte die Zuhörerinnen auf, es zu beweisen, daß sich die hinausziehenden Männer auf die Frauen verlassen können. Sie sollten die deutsche Kultur hochhalten. So zögen mit ins Feld, um gegen den Geist des Hasses und der Zerstörung die Liebe, die Barmherzigkeit und Menschlichkeit zur Geltung zu bringen. Sie rüste die hinausziehenden Krieger mit allem, was die Liebe nur erdenken könne. Der Geist des Mutes solle aber auch die Frauen beseelen. Sehr viel Opfersinn habe die deutsche Frau schon gezeigt. Mut solle sie auch den Dingen der Alltäglichkeit entgegenbringen, und darin die Pflicht ebenso wenig versäumen wie der Soldat dem Feinde gegenüber pflichttreu bleibe. Und die aus dem Felde zurückkehrenden Männer wollen sehen, wie die Frauen ihre Pflichten taten. Der Frau als Erzieherin erwüchsen jetzt noch bedeutend größere Aufgaben. Der rechte Geist, der die Arbeit beseelen muß, sei nicht ungeduldig, höre nicht auf, sehe nicht neidisch auf die anderen. Noch viel mehr Arbeitsamkeit müsse die Frauen treiben, und alle Arbeit müsse Gemeinschaftsarbeit sein; ein echter kameradschaftlicher Sinn solle Platz greifen. Und dann solle die Frau auch nicht die stillen Stunden der Sammlung und des Gebets vergessen. Erfülle die Frau so ihren Pflichtenkreis, so könne der zurückkehrende Mann einen ihm treu gebliebenen Kameraden in seiner Frau begrüßen. Reicher Beifall lohnte die Rednerin. Religionslehrer Prof. Redding erstattete noch den besonderen Dank der Rednerin ab. Mit dem Liede Deutschland über alles wurde die Versammlung geschlossen. : Stimmen aus dem Leserkreis: [Die Redaktion übernimmt für den Inhalt der an dieser Stelle zum Abdruck kommenden Zuschriften aus dem Leserkreis keine Verantwortung. Sie „ ist bereit, etwaige Richtiglillungen der Gegenseite zur Klärung des * Sachverhalts auch zu veröffentlichen.] [2735] Die Preise für Kartoffeln haben trotz der reichen Ernte eine kaum dagewesene Höhe erreicht. Der Grund für diese Preissteigerung liegt darin, daß die Landleute die Kartoffeln festhalten sollen, in der Meinung, Frühjahr würden selbige noch auf 10 M. den Zentner kommen. Meine Frau war jetzt einige Tage auf dem Lande und hatte Gelegenheit, dies wahrzunehmen. Die Händler liefen sich die Beine lahm, boten für Industrie den Zentner 3,50., konnten aber zu diesem hohen Preise keine Kartoffeln erhalten. Würden die Händler nun wirklich schon zu diesem Preise die Kartoffeln einkaufen, kämen Fracht und sonstige Unkosten dazu, und der Preis würde schon recht hoch werden, ehe sie an Ort und Stelle wären. Dann aber kommt der Händler und will doch auch sein Verdienst haben. Für den mittleren und geringen Mann ist diese Verteuerung eines der Hauptnahrungsmittel ein recht fühlbarer Punkt. Könnte diesem Uebelstand nicht polizeilicherseits abgeholfen werden? In der Weise z.., daß die Landleute jetzt sowohl wie im Frühjahr keine Kartoffeln, wenigstens Magnumbonum und Industrie über 2,80—3,00 M. verkaufen dürften? Dies ist schon ein recht hoher Preis, besonders wenn die Kartoffelernte reichlich ausfällt und wenig faule dazwischen sind. Dieses Mittel würde sicher helfen. Die Not der Zeit darf doch nicht zu einer unerhörten Preissteigerung der wichtigsten Nahrungsmittel gemacht werden. Hier muß Abhülfe geschaffen werden. Einer für recht viele. 2236] Die Beteiligung an Kriegerbegräbnissen läßt bei den Kalker und Vingster Bürgern zu wünschen übrig. Wenn wir die betreffenden Krieger auch nicht gekannt haben, so müssen wir doch bedenken, daß sie alle für uns gekämpft und gelitten haben; deshalb ergeht die Bitte an die Kalker und Vingster Bürger, Männer und Frauen, nehmt Anteil! Unsere Kriegervereine beteiligen sich recht rege; nur findet man den Unterschied, daß bei dem einen Begräbnis eine Musikkapelle vorhanden ist, bei dem anderen dagegen nicht. Hier möchte man doch einheitlich verfahren. Tu1e Gilblam Viele Münker sind der Ansicht, mit dem Nestle'schen Kindermehl ein ausländisches Erzeugnis zu kaufen. Dem ist aber nicht so. Die Nestle'sche Kindermehl=Gesellschaft in Berlin und eine Fabrik gleichen Namens in Bayern wurden mit Schweizer Kapital gegründet und werden bei der Herstellung unseres Kinderm hies deutsche erstklassige Rohprodukte, besonders die vollrahmhaltige Allgäuer Alpenmilch, verarbeitet. Um alle Mütter von der Güte dieses seit einem halben Jah hundert beliebten Nährmittels zu überzeugen, werden von der Nestle=Gesellschaft, Berlin W 57, Gratisproben franko versandt. 5* Liebesgaben Mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Für die vom 19. bis 26 Oktober zugelassenen 10 Pfund□ Feldpostpakete empfehle ich warme Unterzeuge in grosser Auswahl und allen Preislagen Normal- und Biber-Hemden „„„ Unterhosen „„„ Unterjacken Wollene Westen mit Aermeln Brust- und Rückenwärmer Leibbinden in Flanell und gewebt Kopfschützer und Kniewärmer Pulswärmer und Socken Ausserdem für Transporte per Auto Woll-, Kalmuk- u. Biber-Decken Kissen für Verwundete usw. zu billigsten Preisen P. W. 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Jo, et wor och wirklich schön, winnigstens för de Franzuse, die dismol de hellige Meß en'em große, neugebaute Zelt hatte, dat winnigstens zwei= bes dreidausend Minsche faß. Schön wor et för die Franzuse, die selos en der hellige Meß gesungen han, un dat se sunge, dat kom esu. Am letzte Samstag fung ich unger dä Gefangene och ene ganz richtige, ähnze Pastur, dä bei Cambrai gefangen eß woode, un do hä un die andere veer Kleriker, die mer he hau, gähn Sonndags kummunizeet, so hoot ich se Samsdags Bich. Als se no Soundagsmorgens erangetrocke kome, do hatten se winnigstens noch zwanzig andere Franzuse bei sich, un dä Pastur kom op mich zo un frogde, ov se nit en der hellige Meß singe dörfte; hä hätt, su got hä künnt, ene Kirchechor zosammegetrummelt, un och ene Urgeleß, dä sing Saach ärg got verstünd, wör dobei. Met dä Woot trok hä ene große, schwere Kääl an singem Wööbche, domet hä sich mer vörstelle sollt. Als ich no frog de, wat se dann singe wollte, do stallt et sich erus, dat die Franzuse Leeder, die et Volk zosamme singk, we mer se he en Dütschland esu schöne un ville han, faß gar nit kenne. Se kenne nor latingsche Gesang, un dä wor och donoh. Als ich de hellige Meß anfingk, do stemmden’et Kyrie an, un ville vun dä Franzuse, die dat Zelt föllen däte, sunge met. Aevver frog mich nor nit wie! Dä Urgeleß spillde got, doch die Stemme klunge schlääch, hätzlich schlääch; woher dat kom, weiß ich nit, doch gläuv ich, dat mänche verschleckte Tron met dran schold wor Ergreifend wor dä Momang, als ich dä Geißliche de hellige Kummelijon gevven dät. Während druße grad vun de dütsche Zaldate geüb wood, un de Maschinegewähre nor esu rappelen däte, kneenten he gefangene Franzuse, die sich unsem Herrgott geweiht han, un empfinge et Engelsbrut, dat et selve eß en Dütschland esu got we en Frankreich, un och et leidvollste un bedrövste Hätz zo trüste un zo stärke vermag. Zweschendurch wood wiggeschter gesunge; vum Evangelium bes zur Wandlung et Kredo, donoh et Salve Regina, un dat all wood esu lang getrocke, dat minge Köster dernoh säht:„No, wa'mer he en Dütschland esu lantsam singe däte, dann dooten uns Huhamp üvver zwei Stund.“ Während der ganze Meß hat dä französche Pastur en mingem Breveer, dat ich im geliehnt hatt, gebäät, un mer kunnt singem glöckliche Geseech ansinn, we fruh hä wor, dat hä ens widder e Breveer zweschen de Fingere hatt, un hä wor ganz bedröv, als hä et mer widdergevve moot. Ich mööch bei där Gelägenheit ming Kunfratres rääch hätzlich dröm angon, dat se, wann se en alt Breveer zo Huus han, wat se doch nit mih bruche, mer dat schenke, domet ich dä gefangene Geißliche winnigstens dä Truß verschaffe kann. No’m Kreeg well ich alles widder zoröckschecke; do mer jitz ävver widder ville Dausende neue Gefangene krige, un secher do drunger och en Reih Geißliche sin, su kann ich ald vill Breveers an der Mann bränge. Do ävver och, wat mer eigentlich nit gläuve soll, ävver et eß esu, ald mänche Franzus mich gefrog hat, ov ich e Gebettboch för in hätt, su mööch ich och bei denne ankloppe, die efranzösch Gebetboch, en dem se doch secher jitz em Kreg us Patriotismus nit bedde, ehr Eigendum nenne, un bei inne anfroge, ov se mer dat nit bes no’m Kreeg lihne wolle. Dat wör för mänche wirklich e got Werk, do dodurch secher mänche Franzus, dä zinter Johre nix mih vun der Kirch hätt wesse welle, dä avver jitz vun unserm Herrgott durch de Gefangenschaff rääch klein gemaht es woode, widder op bessere Wäg gebraht wääde kann. Un wat de Religiun angeiht, su dörfe mer dorenn kein Feinde kenne, do kenne mer nor arm kranke Siele, die gerett wääde solle. Do hätt och unse Kaiser, dä grad em kreßlich Denke un Handele uns et schönste Beispill gitt, widder e got Werk gedonn, wat singem Hätze un singem en Wohrheit kaiserliche Senn, dä nix Kleinliches kennt, alle Ihr määt. Wat ich met aller Möh, met Bubbele un Schrieve nit fähdig braht, dat de gefangene französische Geißliche ehrem Stand entsprechend och he behandelt wääde sollte, dat hätt op Wunsch vum hochwürdigste Här Kardinal der Kaiser tireck zogegevve. Se solle jitz behandelt wääde we Offizeere, un ich freue mich jitz, dat ich met minger Anseech, die sugar als winniger patriotisch angesinn wood, mich en der Gesellschaff vum Kaiser befinge; dat eß de beste, die ich hann kann. Uvverhaup lohße mer dütsche Kattolike uns vun nümmes en unserer Lieb zom Vaterland üvvertreffe, wenn et och leider Goddes Lück gitt, die selvs jitz em Kreg sage, dat mer, wat der Patriotismus angingk, nit esu ganz op der Hühde wöre. Dat dat nit wohr eß, doför han ich ene schöne un schlagende Bewies noch dis Dag kräge, un zwor durch ene Breef, däe Metglidd vun mingem Kirchechor vörrige Woch an uns gescheck hätt, un dä esu schön eß, dat ich in unbedingk he nodröcke muß. Der Schriever eß ene rääch brave, junge Mann, dä aktiv deent, de Freud un der Stolz vun sing Aeldere; hä hätt en schwer Verwundung kräge un es jitz op der Besserung. Hä schriev: „Ich habe Eure Liebesgabe erhalten. Hierfür meinen verbindlichsten Dank. Ihr werdet mich entschuldigen, daß ich nicht eher etwas von mir hören ließ. Die Zeit zum Schreiben ist ja da, aber gewisse Umstände hindern mich daran. Die erste Zeit konnte ich weder sitzen noch stehen, so daß mir das Schreiben eine Qual war. Ich bin jetzt auf dem Wege der Besserung und fühle mich gegenwärtig ganz wohl. Und mit Gottes Hülfe wird die Sache sich schon machen. Auch weiß ich, daß Ihr meiner im Gebete nicht vergessen werdet. Sollte ich mit Gottes Hülfe wieder genesen und der Krieg noch nicht zu Ende sein, dann will ich wieder hinaus zu meinen Kameraden. Und sollte mir dies möglich sein, so bin ich abermals bereit, für die heilige Sache und fürs Vaterland mein Blut zu vergießen. Und sollte der Tod, der auf dem Schlachtfelde eine reiche Ernte hält, auch mich in seine Arme nehmen, dann in Gottes Namen. Dann bin ich einer von den vielen, deren Leiber im Massengrabe ruhen, deren Seelen aber sich hinaufschwingen in das schöne Land, wo keine Träne meyr geweint wird und ewiger Friede herrscht. Es ist ein Trost, zu sehen, wenn ein Kame ad, der in der Gottesfurcht beharrte, auf der Totenbahre liegt. Mag sein Leib von Kugeln zerfetzt sein, alle Leiden trägt er geouldig, und er fürchtet sich vor dem Tode nicht. Mein einziger Wunsch ist der: Möge der Verein, der so viel zur Ehre Gottes und Andacht der Gläubigen beiträgt, stets wachsen und gedeihen und sich der wahren Eintracht immerdar erfreuen. Herzliche Grüße an alle lieben Sangesbrüder, an den werten Herrn Dirigenten und unseren lieben Herrn Prases.“ Ich gläuv, dat selben ene schönere Breef vun'em Zaldat geschrevven eß woode, als dä, un der„liebe Herr Präses“— dat ben ich selver— eß stolz, dat hä en singem Kirchechor und en singer Faar esu en prächtige jung Männer hätt. Do lööch der Glaube un de Vaterlandslieb faß us jedem Woot erus, un grad doröm, weil dä junge Mann usu ene gode Katholik eß, doröm eß hä och esu ene gode Zaldat. Uevverhaup eß et mir en große Freud, dat ich us dem Feld su mänche Zoschress krige, villfach och vun solche, die ich gar nit kenne, die ävver der Local=Anzeiger lese, jo in esu gar enet Feld nogescheck krige, un die, we mer zom Beispill einer us Luxemburg schriev, des Ovends gemütlich beienein setze un ming„Kregsbilder" lese. Us alle Kaate ov Breev ävver geiht hervör, dat uns staatse Zaldate, un besondersch och de Landwehrmänner, unsen Herrgott nit vergessen han un wesse, dat se nor dann sege könne, wenn Gott ehr Waffe sähnt. Su schrevv einer ald vör e paar Woche en Kaat, die ich jitz krägen hann. „Sie haben uns Kölner durch Ihre Verzällcher im LocalAnzeiger sehr oft Freude bereitet, und so möchte ich Ihnen hiermit angeben, was wir Landwehr=Fußartilleristen bei unserem Transport von Köln nach hier auf die Wagen geschrieben haben. Kanonendonner ist unser Gruß, welcher Ihnen durch den dortigen Schießplatz bekannt ist. Wir begrüßen Sie hiermit herzlichst und hoffen Ihnen eine kleine Freude zu bereiten. Gleichzeitig bitten wir Sie auch, unser bei der hl. Messe zu gedenken. Hochachtend, Landwehr=Fußart.=Reg..“— Op der andere Sick vun där Kaat sin no en Reih Vääschte geschrevve, die rääch fidel un löstig sin. Unger anderem steiht do: „Do Franzmann lohß der sage, Wenn kütt der schwatze Krage, Dann geiht et Schoß op Schoß, Als echte kölsche Groß.“ Su geiht der kölsche Humor, der löstige kölsche Senn met uns brav Junge un Landwehrmänner erenn en Feindesland, un h eß et, dä och zom gode Deil uns Kreger oprääch hält, un d nit zum winnigste met doför gesorg hätt, dat gerad et aachte Armeekorps sich esu herrlich ald usgezeichnet hätt. Dröm soll och hück, we en aller Zokunf uns Losung sin:„Gott vör Auge un em Hätze, innige Lieb zo Kaiser un Rich, un echte kölsche Mot— dann geiht alles got!“— Do mer jitz ald üvver zwei un ene halve Mond Kreg hann, su hätt sich et Bild en Kölle un besondersch om Bahnhoff ald ärg geändert. Su mänche, dä vör Woche ustrook met starke, gesund Gliddere, met bletzende Auge un huhem Mot, dä kütt zoröck wund un dutkrank, met zerschosse Gliddere, ävver'em selve Mot noch em Hätze, we vörher. Wat eß et en Freud, wa'mer su mänche jitz'em ihsere Krütz erankumme süht, we kick mallich voll Stolz op esu ne Kreger, dä dat Ihrezeiche op der Bruß dräht; un süht mer su ene Held, dann eß et einem, als wa'mer selvs e Ihrezeiche krägen hätt, un mer säht stell vör sich:„Dat eß eine vun de Unse, zo dem gehören ich, dat eß 'ne dütsche Broder.“ Un we föllt sich, ohne dat mer et well, et Aug met Trone, wa'mer se eranhumpele süht, Hunderte un Hunderte vun Zaldate; he eine met einem Bein, do eine, dä ene Aerm avhätt, su mänche, die am Kopp verbunge sin, un su geiht et wiggeschter, en lange, lange Reihe vun Zaldate, die all ehr Blot ald för uns Vaterland han fleeße lohße. Wa'mer dat süht, un süht dann widder ene Trupp frescher, löstiger Zaldate, die erustrecke en Schlaach un Seg, dann frög mer sich vun selver: We mag et üch gonn? We lang doot et, dann ligen ville vun üch em Massegrav, un ville kummen heim, zom Kröppel zosamme geschosse. Aevver üvver dem Gedanke lööch ene helle Stään: dat eß de Vaterlandslieb, dat eß de Begeisterung för uns gerechte Saach, die och et Schwerste uns freudig drage ließ. Dä Gedanke hatt ich och dis Dag, als ich vun Kölle no Wahn des Ovends heim fohr. Do sohch ich ene lange, lange Zog, met Zaldate üvver un üvver geföllt, met junge un ahle. Huh gingken de Woge der Freud un Begeisterung, sollten se doch jitz endlich en de Front kumme. Un et mooten die Zaldate, die ehr Familije zo Kölle hatte, denne wahl geschrevven han, dat se durch Kölle köme, denn Hunderte vun Kölsche, mihztens Fraue, stunnten om Bahnhoff. Als dä Zog heel, do wor et zoeets ene große durchenein, denn mallich woll dä Zaldat, dä hä kannt, su flöck we müggelich erusfinge, zomol dä Zog nit langen Openthalt hatt. Do han ich denn widder mänches gesin, wat sich mer deef en et Hatz engegraven hätt, un wat ich mi Lebdag nit mih vergesse wääde. Denn üvver dem Widdersin he om kölsche Bahnhoff, do schwävten unsichbar un doch zom Griefe klor un deutlich die bange Frog:„Eß et ene Avschied för de Iwigkeit?“ Grad mir gägenüvver, do stunnd e alt, geböck Mütterche, un kaum heel der Zog, do reef se dem ehzte, beste Zaldat zo:„Och, kennt Ehr nit minge Jung? Hä heiß N..!“ „Geweß kennen ich dä,“ reef do dä minschefründliche Zaldat, „hä eß en einem vun de letzte Wage. Kutt met.“ Met dä Woot wor dä Zaldat och ald us dem Wagen erusgesprunge, hat dat alt Mütterche bei der Hand gepack un leef met ehr am Zog elans, als wann hä'em Dezog hätt Konkurrenz mache welle. Doch, ovschüns hä ne junge, kräftige Poosch wor, un dat Mütterche alt un gebrechlich, su kunnt hä doch noch nit esu rasch laufe, we die Mutter, der de Lieb zo ehrem Sonn Flögele gegovve hat. Während ich dä zwei nosohch, hat dat Bild sich ald verändert; de miehzte hatten sich gefunge, un do goov et e hastig Froge, Verzälle, Antwoode un Bütze. Ein Mutter stunnd do un heel der Kopp vun ehrem Sonn, 'en blotjunge, fresche Poosch, zweschen ehr Häng. Se sohch in an, als wann’en hück zom ehzte Mol söhch, un dann bützten se in op Mungk, Steen, Auge un Backe, un dann besohch se in widder un kunnt un kunnt nit vun im lohße. Un der Sonn heel sing Mutter ömschlunge, un nor ehr Auge sprochen dat us, wozo der Mungk kein Woot fung. Un glich donevve stunnd en jung Mutter met en'em Weckelditzche om Aerm. Un ene Zaldat, kräftig, schlank un huh gewahße, der junge Vatter, stunnd dovör, un hä beugten sich üvver si Kind un während hä met der Linke si jungk Fräuche an sich trook, maht hä met der Räächte singem Kind ganz höösch e Krützche op de Steen. „Ovv se sich widdersin? Mer welle bedde, dat Gott se behööt, denn nor en Goddes Hand litt Levven oder Sterve.“ UTUSN 8. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 289&a Sonntag, 18. Oktober 1914 # Mit Liebesgaben an die Front. Ein unvergeßliches Ereignis ist es für jeden, der nicht die feldgraue Uniform trägt, mit Liebesgaben in Feindesland den Spuren des Krieges zu folgen. Dieses Erlebnis sollte auch uns zuteil werden, da ein Aufruf in den Bürgermeistereien Lechenich und Liblar eine derartige Menge von Liebesgaben aller Art zusammenbrachte, daß die Autos, bis zum Reifenplatzen gefüllt, am Sonntag, den 4. Oktober, begleitet von den Wünschen einer schier unzähligen Volksmenge, von Liblar aus ihre Fahrt antreten konnten, zu welcher der Direktor von der Grube Concordia in uneigennützigsterweise seine Wagen zur Verfügung gestellt hatte. Im Augenblick der Abfahrt wurde uns noch schnell eine praktische Liebesgabe in die Hand gedrückt, welche den Soldaten sehr gelegen kam, nämlich eine Haarschneidemaschine— oder saß dem Spender der Schalk im Nacken, indem er an die Mitfahrer dachte? Unwillig ob der schweren Last, schnatternd und knatternd, gelangten unsere Wagen über Düren, Aachen, überall sympathisch von der Bevölkerung begrüßt, nach Lüttich und abends gegen 9 Uhr nach Namur, wo wir glücklicherweise drei biedere Kölner trafen, die in ihrer bekannten Kölner Liebenswürdigkeit sich anboten, unsere Wagen zu entlasten, indem sie von unseren Liebesgaben reichlich übernahmen, dafür aber auch unseren Pastor entführten. Auf unserer Fahrt durch Belgien fiel uns die große Volksmenge auf, die sich auf den Straßen bewegte: hierüber uns erkundigend, erhielten wir die merkwürdige Antwort, daß laut Aeußerung von Wahrsagerinnen(!) der 5. Oktober der Erlösungstag von Belgien sei, indem dann die Deutschen, welche in Frankreich auf der ganzen Linie zurückgingen, auf Belgien zurückfluten würden. Dann sei der Tag der Vergeltung gekommen. Trotz dieser„Wahrsagung" setzten wir unsere Reise mutig fort, fleißig Tabak, Zigarren und die so vielbegehrten Zeitungen austeilend, und erlebten am Montag, den 5. Oktober, in Namur ein schönes Ereignis, welches diesen Tag auch zu einer Art „Erlösungstag“ machte. Der Bischof von Namur hielt nämlich in der Kathedrale morgens 11 Uhr ein feierliches Pontifikalrequiem pour les soldats morts— für die gefallenen Soldaten. Wohltuend berührte dabei die dichtgedrängte Schar von Andächtigen, welche die große Kathedrale ganz füllten; es war ein schönes Bild des Friedens, wie unsere überaus zahlreich anwesenden Feldgrauen, die Offiziere auf dem hohen Chore, mit Belgiern aller Stände in gemeinsamem Gebete für die gefallenen Soldaten flehten:„Herr, laß sie ruhen in Frieden". Mit dem Wunsche, daß Friede auch bald den Lebenden zuteil werde, verließen wir die Kathedrale und die gewerbsfleißige, äußerst lebhafte Stadt, in der nur die furchtbare Zerstörung am Marktplatz noch an die Schrecken ihrer Beschießung erinnert. Nun aber beginnt maasaufwärts der Krieg mit all seinem Ernst, das war der Gedanke, der uns alle beschäftigte auf unserer Fahrt an der schönen grünen Maas entlang, wo jede Brücke zerstört, aber auch von unseren wackeren Pionieren in kürzester Frist wieder ersetzt worden war, und bald die„Sachsenbrücke", bald die„Mainzerbrücke“ hieß, um durch solche Namen die segensreiche Arbeit und die ferne Heimat dieser braven Leute ehrenvoll zu kennzeichnen. Die Motore surren, aber der Kühler kocht für uns ein willkommenes Zeichen zum Abkochen, und dann gibt es ein friedliches Bild auf der Landstraße, wo die Telegraphendrähte untätig herunterhängen. Auf einem Blaustein von der zerstörten Einfassungsmauer des Bahngeländes sitzen der Bürgermeister und Pastor von Liblar, während die anderen Fahrer den Kühler mit frischem Maaswasser speisen; sie trinken aus einem Becher und verzehren einen Hahn, der bei der Abfahrt noch schnell in den Wagen gesprungen war, und dieser Hahn kräht nicht mehr nach dem, was er da hat sehen und hören können; denn er lag zwar nicht in der „Pann“, wohl aber neben einer großen Panne. Nach diesem unfreiwilligen und doch auch wieder angenehmen Aufenthalt auf der schönen Automobilstraße ging's weiter auf Dinant zu, einen Luxuskurort, der ehemals, d. h. vor diesem Kriege, die lebenslustigen Brüsseler und Pariser in seinen Mauern sah. Nun aber ist Dinant sozusagen gewesen. Die schloßartigen Gebäude, welche die Maas auf beiden Ufern umsäumen, diese prächtigen Landhäuser sind ausgebrannt mit wenigen Ausnahmen; denn nachdem die 8000 Einwohner zählende Stadt genommen war, haben verräterische Franktireurs die Feldgrauen genötigt, das Städtchen zur Abschreckung zu zerstören. Auch die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche ist zerstört, aber nicht von den Unserigen, sondern durch französische Artillerie wurde der 68 Meter hohe, kürbisartig ausgebaute Turm in Brand geschossen, der dann das Kirchendach durchschlug und die Orgel in Brand setzte. Eine freudenreiche Fahrt war unser Liebesgabentransport, weil es ja galt, anderen hierdurch eine Freude zu bereiten, dann aber auch, weil wir zum Hauptquartier gelangten. Interessant war es zu vernehmen, wie sich die Franzosen die Anwesenheit unseres Kaisers erklärten: man habe ihnen gesagt, die Russen seien schon in Berlin und deshalb sei der Kaiser geflüchtet und weile an der französischen Front. La pauvre France! Im Hauptquartier lieferten wir unsere meisten Gaben ab, weil einige Wagen beim Steinaufstoßen„schrieen"; aber den Insassen eines Wagens gelang es durch Vermittelung eines Oberstabsarztes, der in Friedenszeit in Lindenthal ein sehr beliebter Arzt ist, bis zur Front zu gelangen und dort viel zu sehen und viel zu hören, aber auch reichlich zu spenden. Hierbei eine allgemeine Bemerkung über Liebesgaben einzuflechten, sei einem Freund unserer Samariter gestattet. Bei der Verpackung der Gaben denke man doch auch an diese Engel der Barmherzigkeit im geistlichen und Bürgerkleide. Und wenn man Zigarren für Soldaten schickt, dann wolle man die Marke „Fliegentod“ nicht wählen, weil die Fliegen in Frankreich schon alle tot sind. Auf unserer Fahrt kreiste über unserem Haupte eine Taube, der wir in schnellem Fluge folgen wollen, dann sind wir in Sedau angelangt und haben nichts gesagt, was wir erst nach dem Kriege sagen dürfen. Aber eines kann ich nicht verschweigen: wi: besuchten auch Gräber in Feindesland, welche die Liebe mit Blumen geschmückt, eine Liebesgabe für die Toten, und standen am Grabe eines meiner Pfarrkinder, der beim Auszug so hoffnungsfroh gesungen:„In der Heimat, in der Heimat, da gibt's ein Wiedersehn!“ und nun freut er sich auf das Wiedersehn mit den Seinigen in der ewigen Heimat. Nach einem andächtigen Gebet schied ich von dieser Ruhestätte mit dem Wunsche:„Bleib du im ewigen Leben mein guter Kamerad.“... Das Auto hastet weiter, stumm hören wir sein Knattern, die Majestät des Todes hat's uns angetan. So kommen wir nach Montmedy, auf dessen Straßen und Plätzen ein reges Leben herrscht; denn hier ist ein großes Kriegslazarett, an dessen Spitze ein Generalstabsarzt steht und ihm zur Seite vier Oberstabsärzte mit einer Reihe von Stabsärzten, unterstützt von einer stattlichen Schar geschulter Kräfte aus den verschiedensten katholischen Orden und der Malteser=Kriegskrankenpflege. Da konnte man sehen, wie notwendig in dieser drangvollen Zeit die Unterstützung der Malteser=Organisation für die Verwundetenpflege ist. Den Tunnel, der unter der Zitadelle von Montmedy her führt, haben die Franzosen gesprengt, aber mit deutscher Schnelligkeit haben unsere Eisenbahner um den Hügel herum eine Umgehungsbahn durch die Stadt gelegt, wobei es notwendig war, den Schienenweg durch einige Häuser zu nehmen, deren bessere Hälfte stehen geblieben ist und einen merkwürdigen Häuserdurchschnitt repräsentiert. Mit Humor steht an dem durchschnittenen Zimmer im Parterre in schwarzen Buchstaben fein säuberlich kriegsgezeichnet:„Wartesaal 3. und 4. Klasse“, und auf der 1. Etage desgl.:„Wartesaal 1. und 2. Klasse“. In dem daneben liegenden Hause sind die Kabinetts durchschnitten und schon prangt neben ihnen zur Erde:„Für Damen“ und im 1. Stock:„Für Herren". Ja, der Humor darf den Soldaten nicht fehlen, obwohl wir auch hier von den Soldaten hören konnten, daß sie die Ulkkarten ablehnen. Unsere Liebesgaben waren verteilt, der Zweck unserer Fahrt war erreicht, und darum ging es in rasender Geschwindigkeit über Longwy, Luxemburg, Trier zur lieben deutschen Heimat zurück, wo wir den Zurückgebliebenen des öfteren sagen: sie könnten nächst Gott unserem vielgeliebten Kaiser und unseren tapferen Soldaten nicht dankbar genug sein, daß die Kriegsfurie nicht ihren Weg durch das Rheinland genommen habe. In dieser Dankbarkeit wollen wir nicht aufhören, Liebesgaben zu spenden. H Für das Rote Kreuz sind weiter eingegangen: Jean Hochhausen 20., Frau Lisbeth Blaß aus einer Theateraufführung junger Mädchen aus Nippes 157.50 M, Vereinigte Bierverleger E. V. 200., Frieda Küng 5., Ungenannt 10., Eisenbahnschaffner Makenheuser 2., Rechtsanwalt Dr. Siegmund Klein 1 50., Ungenannt 0,50., Herm. Neepasch, Uerdingen.25., Wilh. Schröder 3., Jakob Welches 60., Paul Baupel.30., Bella Straßburger 8., Lokomotivführer Herm. Weigand 10., Superintendent Schmidt (2. Rate) 100., Synagogengemeinde Köln=Deutz(2. Rate) 27., Deutzer Kriegervereins=Kegelklub(Deutz) 31.40., Ungenannt 0,43., Peter Nöthen 5., Emmes 10 M, Eduard Weierstraß(3. Rate) 10., Fuhrunternehmer Heinr. Thiesen 10., Wilh. Z. 10., Wilh. H. 10., Obergütervorsteher Gruhn 112.50., Beamte der Stationskasse Kalk 1324,22 Mark, Beamten der Kgl. Eisenbahn=Hauptwerkstätte Köln=Nippes 85., Otto Hirtz 5., Prof. Dr. Lauer 10., Ursula Urbach 7,58., Zivilbeamte des Festungsschirrhofs.40., A. W. Sammlung 58,65., Gertrud Krahsorst 3., Maria Beinert 50., Ungenannt 5., Frau Hermann Halbach 15., Ungenannt, Nippes 10., Geschw. Weyers 10 Mark, Hermann Gruschkau 1., Volksschullehrer Heinr. Kamp 15., Kfm. Jean Lammerich 5., Rechnungsrat Floria 10., Rentner Gustav Abraham 10., W. H. 2,50., Stammtisch Vanderstein 30,10., Wilh. Haas 1., Brieftaubenverein Heimatliebe 50., Kreisarzt Dr. Lohmer (2. Rate) 100., Beamtenausschuß für die Kölner Wohnungsfrage 190., N. N. 20., Graff=Zündt 20., Kgl. Fortisikation Abt. Ringstr. Müngersdorf 13., J. Krahforst 15., O. K. 20., Prof. Frz. Huisgen 75 Mark, Kaufmann S. Fischer 20., Ungenannt 5., Oberlehrer Michael Röckerath 50., Bauarbeiter der Handelshochschule in Firma Lenders u. Safir(4. Rate) 19., Frau Esser 3., N. N. 6., Professor Dr. Blumschein 5 Mark, N. N. 20 Mark, S. 37 10 Mark, Lehrer Karl Killmeyer 5., Viehkomm. Julius Wihl 500., Joh Kottge 10 M. Prof. S. 20., Sanitätsrat Dr Strauscheidt 40.,.N. 20., Buchhalter Heger 5., Gäste des Restaurants Peter Wiemann, Mülheim 5., Personal des Umformwerks I der Stadt Köln 13., Eduard Hauser 20 M, Julius Ahlers 1., Jos. Ludwig 5., Frau Martin Scheyer 50 M, Prof. Sins 50., Schützengesellschaft Köln=Nippes 50 M. Ungenannt 10., A. Lien 3., Willy.48., Franz Ferlings.07., Familienabend bei Schulte 10., Cäcilie Thelen 5 M. Verkäufer des Ehrenfelder Wochenmarktes 20., Willi Ortwein(Kind) 5., F. u..K. 46., Rudolf Simons, Reserendar in Felde 10., Lehrer Heinrich Grunow 2 M, Friedr. Sprenger 5., Stadttheater aus Vorstellung vom 15.9. 14. 665., Maria Feist 140 31., Rosenberg& Hertz(II. Rate) 30., Städt. Orchester, Konzert am 3. 10. 1914 567.65., Jahresdividende v. einem Mitglieo der Konsum=Genossenschaft„Hoffnung“.M. 55 M. Frau Dr. Hans Burkart anstatt Geburtstagsgabe 10., Frau Geheimrat Otto Andreae (II. Rate) 10000., E. Sternberg, i. Fa. A. Böheimer 100., Bier=Weill 20 M, Verlag Rhenania 20., Frau Blumenfeld 1., Frau Strelinsky 1., Neuhausen 4., Kölner Fußballklub 1899 e. V. 40., Hauptmann Schöler 10., Schreibstube dls 8 Brücken=Trains 4. Armee 15., 6. Komp. des 132. Juf.=Regt auf dem Schlachtfelde gefunden 44., Landsturmmann Klubert 5., Bedienstete der Eisenbahndirektion Köln 6000., Tapezierer=Zwangs-Innung 100., Kameradschaftl. Verein ehem. gedienter Train. Köln 50., vom 5. Beritt des§. Brücken=Trains d. 4. Armee 15M, Frl. Kath. Budde u. Frl. Heuriette Troeger 50., Herm. Behme 3., aus der Sparkasse von Lotte Henlein.50., Frau Blumenfeld 1., Frau Strelin=ky.50., Schüler der Quinta., Friedr. Wilh. Gymnasium 10., Ludwig Gehlen 3., Elly Gehlen 3., Konzert=Erlös des Pfarr=Cäcilien=Vereins Jnn St. Martinus=Kirchenchor Vingst 245.39 M..N..30., Personal des Postamis 2, Paketpostamt g. d. Dominikanern 250 M. Kriegshülfe=Verlag F. C. Schulte 292.35., N. N. 100., Kegelklub Dreikönigengymnasium 30., Städt. Zentrale für gemeinnützige Hülseleistung im Kriege. Abt. Kalk 600., Skatklub Boklemünd 10., Jos. Conzen, Köln=Volkhoven 100., N. N. 3., Frl. Boisserée 50., 2. Mädchenklasse der evangel. Volksschule Nippes, Siebachstr..79., Frau P. Strohe 5., Vorstand der Zentralkrankenhasse für Textilarbeiter, Verw. Köln=Lindenthal 2,50., M. von Eynden 10., Instandsetzungswerkstätte d. Art.=Depots 9., Julius Caesar (Sammlung, 100., Arthur Caesar(Sammluna 100., G. W. Köln 50., Frau Charl. Weder, Florenz Pensione Balestri, Deazza Mentane 5, 100., J. Breitwieser, Florenz, Pensione Balestri, Piazza Mentane 5, 100., Geheimrat Kanser 100 M, Senatspräsident Lindemann 150., B. B. 20., Karl Hoffstadt 15., Hans Hiedemann für Theodor Brendges 100., Kegelklub Schwäger ehem. Stanisläuser 19., Skatklub Hermülheim 10,30., Dr. Grebe 10., Pfarrer Benze, gesammelt beim Feldgottesdienst in Ardeuil am 27. 9. 1914, große Bagage Reservedivision 16 Muni tionskolonne Fuß=Art.=Regt. 7 221., 3g. M. H 20., Unteroffizier Peters 100., F. Klöckner, Rest aus Obstverkauf 1,05., Klub Biktoria 50., Dr. Bungers.50,., Emil Ruegg 20., N. N. 5., D. U. V .25., Paul Niese, Haag 20., Karl Götz, Balladensänger 10 M Gefre.ter Rogge 10., Alb. Engelmann 3 M, N. N. 2., C. A. Köln Düsseldorf 11.38.. Fideikommißbesitzer Dr. C. von Joest, Eichholz de Sechtem 2000., Justizrat Dr. Sauer(2. Rate) 50., Emil Tillmann (3. Rate) 100., von der Geschäftsstelle der Kölnischen Volkszeitung auf Grund ihres Aufrufes eingegangen 1248,59 Mark An der sammelstelle Klingelpütz gingen ein für Liebesgaben von: Personal vom Musterzimmer der Firma I. W. Brügelmann Söhne.50 T N. N. 25., P. St. 10., Schulz 3., Oberlandesgerichtsrat Gussor 200., Obergärtner Roder 20., Steuersekretär Goebbels 20., El Plömacher 6., Bongardt.05., N. N. 4., Dombauhütte 10 M Jos. Amau 10., Otto Bertuch 21.20., Verkauf von Gedichten dur Frau von Rossum 2., Marx 10., Beamten=Vereinigung der Eiser bahn=Verkehrs=Kontrolle 1, Köln 50., Eine Schülerin 10., C. und Haan 10., N. N. 5., Metzgerverein Bürgermeisterei Hürth=Effere 21., Kindervorstellung Hücher 4., Frl. v. H. 20., N. N. 5 P A. Torbeck 500., Drei Kinder aus Möhl 9., Philipp Graf 30 M Klasse la der Schule in der Loreleystraße 88.82., Frau Barth 5 M N. N. 50., Hannchen und Marihchen Weber.50 M, Frau Augu Schulze=Gahmen 10., Straßensammelkasten Peters.15., Marieche Kölling 5., N. N. 2., W. Sch. 20., Schwarzkopff 92.. Ado Klaus 30., N. N. 10., N. N. 2., Rheinische Viehhandelsban esst m. b.., 100., Straßensammelkasten Peter Ferner wurden Liebesgaben an der Sammelstelle Klingelpütz abgegeben von: Minna Hofmeyer, Pfarramt Rehscheidt, Wieland, Rose, Elli Roßberg Greif. Schneider, Elisabethen=Verein Köln=Ehrenfeld, Knürr, Wiegand, Frau Dr. Claessen, Frau Baltus, G. Heuser, Rosellen, Paul Werner, Wilhelm Heß, Frau Jakob Meyer, Aques Kirsch, Frau Klara Sternau. Riba Straßensammelkasten Deters, Frau Albert Zimmermann, Frau Knipping, Geschwister Groß, Verein evang. Volksjugend, Gustav Ullmann, 6 heimrat Staud, Hugo Jaeger, Frau Müller, Winkler, Frau M. Lichtenstein, Frau Bier, Frau Köster, Frau Krögel, Frau Baruch, Wirtz, Moritz, Frau Wolff Frau Avenarius, Frau Geheimrat Heimsoeth, Altpeter& Goertz, Frau Klein, Cloer, Frau Beer, Frl. Sidon, Frau Heinrich Meyer, Pingen, Frau Schleicher, Frau Hünecke, Fräulein Cahn, Frau Ludwig Böhle, Mayer Frau Anton Kappler, Frau Bürgermeister Pütter, Fräulein Luck, Fräulein Schönthal. Baumgarten, Frau Kniep, Hanna Berger, Wild. Alexander, W. Deichser, Frau Halle, Stürmer, Quester, Schüller, Frau Bahn, Frau Kohn, Frau Breitbach, Naumann, Weyersberg, Develle, Frau Geheimrat Peusquens, Frl. von Mevissen, Herbst, IV. Klasse der Schule auf dem Eigelstein, Frau Noack, Fr Koep, Frau Jerusalem, Henlein, Schüler Hahnburg, Kendenich, Frau Max Loeb, Giessen, Konigsheim& Meyer Geschw. Wyl, Frau van den Bosch, Frau Ww. Laseh, Sammelstelle Ehrenfeld: Frau Strehl, Karl Ohlgart, van Beldern, Moses, Müller, Lomerich Steinert, L. Siegert, Frau Spiegel, Felder, Mieles, Frl. Götz, Krämer, Jonas, Schiffmann, Deusqueas, Frau Angelo, Sammelstelle Köln=Mülheim: Frau Klöcher, Wolfsohn, Frau Krahnke, Sally Wolf. Frau Justizrat Henel, Schule vor den Siedenburgen, Bendheuer, Felix Prangenberg, Fellinger, Frl. Nensel, Frl. Siemens, Frau Siewecke, Frau Trimborn, Herstel, Frau Paul van der Zypen. Frl. G. Nützler, Ferd. Kraus, Frau Kissinger, Prosessor Agrikola, Frau Berghöff. Heckers, Frau Ernst Hahn, Frau Esser. Frau Nolte, von Broek, Frau Albrecht, Frau Maschendorf, Frau Direktor Meyer, Frau Schutt, Frau Müller, Frl. Berger, Furdk, Frl. Marks, Düntzer, Frau Ww. Joh. Schmitz. E. Becker, Bergheim, Volksschule KölnLindenthal, Frau Dr. Ströhmer, Timme, Personal von Mayer& Co., Frau Alsdorf, Firma Carl Peters. Helene Zietzen, Ww. Pütz, Schule Baltha arstraße, Oberbahnassisten: Gadde. G.& M. Vendenhoff, F. Hondrich, Frau Stock, Bechter, Holverscheidt, Frl. Hoffahrt, Frau Bischoff, Frau Arthur Schule in Poll, Königheim& Meyer, Frau Ww. Hack, Kramer, Frau Rausenberg, Frau Paul Keiser. Heinrich Jülich, Sammelstelle Müngersdorf Frau Schiff, Frau Moritz David, Aldrecht, Mörs, Winand. Göretz, Realgy nnasium Opladen, Junkersdorf, Frau Schuhmacher. Postvorsteher Heckenbach, Frau Bartz, Keller, Beate Mönnig, J. Biecgans, Uhrenhaus Klein, Frau Schwartzkopff, Frau Wasserfall, Frau Val. Falkenstein, Frau Buhe, FürsorgeNäheverein Frl. Pelzer=Berensberg, Frau Nocker, Frau Bruns, Frau Hang, Frau Geheimrat Krischer, Oberrealschule Humboldtstraße, Frl. Bonnet u. Surmann, Lyzeum St. Gereon, Gräfin Alfred Wolff=Metternich, Königin Luisen=Schule. Theodor Hochscheidt, Lotz, Franz Kleinpell, Josef Becker, Hermann Scheinpflug, Frl. Müller, Frau Odendahl, Frau Trottmann, Frau Zirkwitz, Frl. Therggen, Hermanns& Froitzheim, Frau Baurat Ounert, Frau Hermann Platt, Frau Stauber, I. u. II. Knabenklasse in Gleuel, Frau Nase, Frau Barth, Jacob Draiger, Frau Engels, Dora Weber, Peter Nölle, Frau Heymann, Frl. Keller, Herr und Frau Gerbig, Löwenthal, Damen des Kaiserl. Postamtes Nr. 11, Frau Beckmann, Peter Noelle, Frau Marner, Frau Robert Selbach, Jungfrauenverein Merheim, Jahn, Anton Batz, Frau Klein, Frau von Recklinghausen, Nippen, A. Marcks, A. Strasser, Frau A. Schulze=Gahmen, Frau Berkenkamp, Frau Hermann Kleefisch, Frau Ispert, Frau Markus, Weinreister, Ziegler, Weinreis, Kerschgen, 1 Heinrich Schiffer, Hochscheidt, Krämer, Frau W. Knopp, Frl. Müscher, Frau Bachem, Frau Alix Eichwald, Frau Aßmann, Peter Quetsch, Beckmann, Frl. Krebs, Frau Kornmann, Frl. Mosebach, Frau Lion, Frau Markentin, Sammelstelle Lindenthal: Frl. Sauer, Botke, Wartenberg, Frau Becker, Edda Schwarz. Geheimrat Schwarz. Sivers, Frau Schu z, Rudolf Stöck, Fr. Sauer, Paul Schorn vom ersparten Gelde, Frau Becker, Lehrer Keller, Frau Kreutz, Bottke, Frau Abeis, Kaufmann, Frau Dr. Matzerath, Landgrafen=Apotheke, Frau Staatsanwalt Scheffer, Rudolf Stöck von selbst erspartem Gelde, Frau Planitz, Frl. H. Unger, Frau Schulz, Frau Abels, Mariechen Kölling, Frau Regierungsrat Beermann, Ferd. Strauß, Helene Klarwasser, Kaiser, Frau Albert Becker, Frau Baurat Marks, Frau Hendriks, Frau Scheerbarth, Maria Augustin, Anna Augustin, ein Kutscher, Frau Vermohl, Frau Amtsgerichtsrat Imhoff. Weinfeld, Frau Dr. von Bartzen, Apel=Grahforst, Frau Paas, Schüler Mink, Frau Clara van der Pyzen, Lotte Michel, Greven, Schüller, Kirschner, Kahn, Vorschule der Oberrealschule Humboldtstraße, Frau Mertens, Helene Esser, Benner, Frau Elste, Frl. Fried, Frl. Schervet, Maaß, Frau Maria Bergen, Boden, Büro der Helvetia, Dr M. Schramm, Trebler, Frau Frings, Frau L. Aengeneyndt, Frau Gerstner, Frau Heckrat, Frau Hammerschlag. Frau Heß, Martha Krmaner, Frau Dr. Goldberg, Pfarramt Behscheidt, Liebesgaben aus der Schule Zündorf, Amtsg richtsrat Müller, Zündorf, Fünzer, II. Knabenklasse Ketznerstraße, Prof. Dr. Rumpen, Kath. Mädchenschule Niehl, Dresen, Linden, Frühling, Müller, Heckmann, Schöller, Thönnissen, Werner, Creuser, Kassel, Hechker, Balzer, Krutwig, Etheber, Lang. Schuhmacher, Westdeutsche Kalkwerke, Jakob Werner, Heuser, Baltus Nöcker, Fa. Lampmann, Wienercafé, Frau Bier, Frau Lichtenstein, Frau Philipp Wolff, Frau Carl Köster, Klein, Frau Avenarius, A. Schulie Hiltrop, Hauptwerkstätte Nippes, Güterwagmnableilung B5, Frl. von Mevissen, Ehren. Veit u. Sauermann, Kleine Schule Eigelstein, Lotte Strunk, Unterprima Kaiser Wilhelm=Gymnasium, Emmerich, Saalfeld, Frl. Werner, Frl. Esch, Frau Köllen, Peter Mohrer, Frau Selgrad, Kaisers Kaffee=Filiale Nippes, Frings, Frau Breidemig, Frau Wolter, Frau Zimmermann, Frau Malke, Paul Steingaß, Josef Stockmann, Sammelstelle Mülheim, Gerstel, Alfred Mählis, Felder, Schlösser, Frau Schaf, Wolffsohn Frau Wolf. Frau Simon, A. Goering, Frau Sacoly, Frau Müller, Wollenhaupt, Gramann, Frl. Kronenbroch, Frl. Käche Rath, Frau Johanna Schmitz, Schulkinder, Bender, Frau Burgdorf. Wwe. Haak, Hoferscheidt, Frl. A. Groß, Polizei=Ing. Aeuitz, Frau Amtsrichter Müller, Werner, Pfarrer Laur. von Detten, Röder, Frau Keller, Anna Görentz. Wwe. von den Driesch, Barth, Geschw. Gerards, Clemens Rath, Ph. Entzeroth, Behling, Agrippina=Lichtspiel, Jagenberg, Friedrich Hürsen, Ive Nürnberg, Frau Direktor Henschel, Paul Schön, Frau Reich, Barowski, H. Leubsdorf. I. Mehling, Postsekretär Geischt, Wwe. Neffgen, Amtsgerichtsrat Geisler, Sammelstelle Nippes (Leiter Kammersänger Rost), Rich Lehmann, Frl. Heidkamp, Frau Saalfeld, Schule Kretzerstr., Peters, Frau Paulmann, Frau Werner, Frl Esch, Frau Esser, Frau Contzen, Frau Leblauer, Frl. Sinther, Frau Joh. Langen, Jos. Schiffer, Frl. Tovar. Peter Mohrer, Frau Selgard, L. Munrecken, O. Schnitzler, Joh Hennig's, Franz Rosenbaum, Frau Breidenig, Frau Esser, G. Arndt, Frl. Mayer, Familie Carl Zimmermann, Frau C. Küpper, Frau Maike, Frau Siebertz, Schulkinder. Schneider, Henerihewsky, Irsnig Schultze, Frl. Hötgen, A. Gautzsch, M. Koch, Hubert Brahmer, W. Beidenig, Frau Kerner, F. Schmitz. M. Schwarz, Frau Kind, Frau Schweder, Frau Buttgereit, Frau E. Schelbe, Frau.ghauser, Frau O. Hungenbach, Staatsanwaltkränzchen. Hierbei befinden sich Gaben von größtem Werte. Besonders hervorzuheben sind als Schenker: Otto Engels, Wiener Caffee Inh. Mennigen. Außer den in natura überwiesenen Gaben gingen bis jehzt in bar ein: rund: 1 087660,00 M. = Wie ein Eisernes Kreuz erwarben wird, erzählt ein Mitarbeiter des Hamburger Fremdenblattes: Ich sprach gestern mit dem Unteroffizier Hans Heinemann der GardeFußartillerie. Er hat das Eiserne Kreuz beim Sturm auf Lüttich erhalten. Ein Fünftel seiner Batterie war schon gefallen, ehe sie noch fünf Kilometer vor Lüttich in Stellung gehen und sich eingraben konnte. Rings dröhnte das weite Land vom Donner der Geschütze. Die schwere Festungsartillerie der Forts von Lüttich schleuderte dem Angreifer ihre zentnerschweren Granaten entgegen. Da plötzlich— es war auf dem Höhepunkt des heißen Artilleriekampfes— fällt eines dieser Riesengeschosse mit dumpfem Schlag mitten in die deutsche Batterie. Der Sand spritzt nach allen Seiten, und das Geschoß liegt offen in der Höhlung. Jede Sekunde kann es krepieren, und die ganze Batterie würde vernichtet sein. In diesem Augenblick geht mit einer fast erschütternden Selbstverständlichkeit durch das Gehirn des Unteroffiziers der Gedanke: Lieber einer, als alle! Er springt hin, rafft das 125pfündige Geschoß von der Erde empor und schleppt es, an den Leib gepreßt, im Laufschritt aus der Batterie in die Feuerlinie hinein, wohl wissend, daß er sich damit auch dem eigenen Feuer preisgibt. Wäre das Geschoß in diesen Sekunden krepiert, es hätte ihn in tausend Stücke gerissen. Aber es glückte. 20 Meter vor der Vatterie wirft er es von sich und wendet sich zurück, um eiligst in Sicherheit zu kommen; doch kaum ist er fünf Meter gesprungen, da war die Zeit der Granate gekommen; sie explodierte mit lautem Brüllen und spritzte ihren todbringenden Eisenhagel nach allen Seiten. Hans Heinemann aber wird wie durch ein Wunder gerettet. Nur ein Splitter trifft ihn in die Ferse eben über dem Hacken. Sieben Stunden später fiel Lüttich. Er hat die Verwundung nicht beachtet, ist mit hineingestürmt und hat noch drei Stunden am Straßenkampf teilgenommen, bis er zusammenbrach und von einem französischen Arzt, der sich in der Nähe befand, verbunden wurde. Belgische Zeitungen haben von seiner Tat berichtet. So erwirbt man das Eiserne Kreuz. (T bedeutet: verwundet. Aus Köln und Umgebung. tot.— Verw bedeutet: verwundet.— L bedeutet: leicht - S bedeutet: schwer verwundet.—I bedeutet: vermißt.— G bedeutet: gefangen.) 2. Garde=Regiment, Berlin. Gefechte im Westen 1. Bataillon, 2. Komp.: Res. Walther Gotthardt(Hangelar) T Gren. Pet. Fuß(Jüngersdorf, Kr. Düren) S 3. Komp.: Gren. Arno.d Kante(Köln) I. Gren. Wilh. Pfaffendorf(Köln) L. 4. Komp.: Unteroff. Theod. Korff(Euskirchen) S Gren. Ernst Dreibholz(Bielstein, Kr. Köln) L Gren. Heinr. Köhnen(Köln) I. Gren Pet. Zöllig(Köln) 2. Bataillon, 5. Komp.: Gren. Karl Ohligschläger(Ohligs) I. 6. Komp.: Gren. Ernst Schmitz(Porz) 7’ Oren. Jos. Burger (Holl, Siegkr.)', Gren. Heinr. Zimmermann(Köln) Verw 7. Komp.: Gren. Friedr. Büttgenbach(Köln) L. s. Komp.: Gren. Rob. Mellingen Nippes VernFüsilier=Bataillon, 12. Komp.: Füs. Heinr. Bilstein(Köln) L. Res. Pet. Hahn(Neunkirchen, Sieg) V Infanterie=Regiment 16, Köln. Gefechte im Westen. Stab: Oberst Hans Bober I. 2. Bataillon, 5. Komp.: Tambour Theod. Grundmann 1 Gefr. d. Res. Wilh. Linoer(Ohligs) 1 Gefr. d. Res. Ernst Worms(Opladen) Vern Musk. Felix Weiden feld(Haan) Verw Unteroff. d. Res. Erich Zimmermann(Köln=Mülheim) Vern 6. Komp.: Hauptm. Max Schmidts(Elberfeld) S Oberleutn. d. Res. Hofracker L Gefr. d. Res. Gust. Kieroorf(Bürrig) I. Res. Ernst Everts(Ohligs) L. Res. Cal. Keitling(Köln) 1. Musk. Ant. Scharrenbroch(Köln) L. Res. Karl Darnhaus(Ohligs) I. Res. Karl Hutz(Wermelskirchen) L Musk. Wilh Merheit(Bensberg) I. Res. Jos. Alois Kretel(Wiesdorf)., Unteroff. d. Res Jak. Mähler (Quettingen) S Unteroff. Bertho Vaasen(Bim, Kr. Bergheim) 1. Res. Franz Karl Höffgen(Haan) I. Musk. Pet. Muhr(Flittard) I. 7. Komp.: Hauptm. d. Res. Wiegand I. Leutn. d. Res. Erich Grethe I. Res.„Gust Schwade(Wermelskirchen) 7 Musk. Friedr. Wilh. Jung(Köln) L Einjähr.=Freiwill. Gefr. Karl Peter Groneuer(Köln) S Vizefeldweb d. Landw. Otto Georg Loosen (Höhenhaus) S Res. Det. Hutmacher(Schlebusch) I. Res. Peter Gries Köln=Mülheim) L. Musk. Joh. Mart. Ryzek(Köln=Mülheim) V. Res. Joh. Dahmen(Schlebusch)., Res. Theod. Schmitz(Schlebusch) V. Res. Urban Schmidt(Schlebusch)., Res. Gerh. Schnitz (Ohligs) V. Res. Pet. Schorn(Hitdorf) 8. Komp.: Hauptm. Karl Krebs', Oberleutn. d. Res. Schrarer S Oberleutn. d. Res. Böse T, Leutn. BojanowsktS Leutn Oelze S Musk. Peter Dormagen(Köln=Mülheim) Verw Musk. Heinr. Götzen(Rommerscheid) I. Musk. Jos. Zeyen(Düren I. Musk. Eugen Worring Ohligs) S Musk. Heinr. Baumerich(Köln=Mülheim) L Musk. Wilh Spendek(Leichlingen) S Musk. Pet. Hammerrath(Refrath) Verw Musk. Matth. Deken(Rausrath) Verw Gefr. Ant Schneider(Leichlingen) I. Musk. Pet. König(Odenthal) Verw. Musk Karl Rotter(Langenfeld) Verw. Gefr. Jak. Hölzer (Phünhof. Kr. Mülheim) Verw. Hornist Friedr. Wagner(Kalk) V Musk. Adam Kramer(Lanzemich) V Musk. Christ. Jülich(Schlebusch) V. Musk. Joh. Klein(Brombach, Kr. Wipperfürth) V. Musk. Eugen Becker(Haan) V Res.=Inf.=Reg. 38. Metz. (Gercouri am 16. und 17. Sept,) Komp.: Unteroff. Karl Mirgel(Bonn) L Ulanen=Reg. 11, Saarburg. (Gesecht im Westen. Eskadron: Ulan Mich. Flock(Longerich) 7 15. Feldart.=Prigade, Stad Köln. (Marolles am 6. und Souain am 15. Sept.) Unteroff. Friedr. Müller 59er(Jülich)= Kan. Joh. Voussen 59er(#rspenich) S Kan, Theod. Fischer[„9er] Köln) S 2. Dionier=Bataillon 16, Metz. Camp des Romains am 25. September.) 1. Res.=Komp.: Gefr. d. Res. Rud. Kandler(Hilden) S Res. Joh. Link(Bensberg) Vorn a. Garde=Reg., Berlin. Gren. Heinr. Connot(Köln bisher V ist Verw Res.=Inf.=Reg. 65. 2. Bat., Bonn. Wehrm. Schmitz II Bornheim) bisher ohne nähere Angabe gemeldet, ist Vern Pionier=Reg. 24, Köln. Unteroff. d. Res. Wilh Wittkamp ist nicht 1, sondern im Lazarett. Unteroff Konr. Müller, bisher S ist T Pionier Ludw. Bickelmann, bisher S ist 1 Kaiserliche Marine. Marine=Division: Matrosenartillerist Jos. Kerschgen(Bonn) S Gefr. d. Res. Franz Müller 1(Nippes Vorw. Gefr. Heinr. Schickel (Köln) I. Seesoldat Wilh Breden(Honnef) T Standesamt der Stadt Köln.(Vom 17. Okt. 1914.) Sterbefälle. Karl Müller. 6., Klappergasse 3.- Josephine Braun, 1., Weichserhof 22.— Anna Zander geb. Menten, 54., Weyerstraße 33.- Paul Bölckow, Soldat, 20., Kl. Methling.- Heinrich Dommer, Soldat im Inf.=Reg. 97, 22.,.-Gladbach.=Markus Kaltenecker, Soldat, 23., Eisenbach.- Karl Reichert, Soldat, 29., Allgringen i. Lothr.-Paul Macke, Res. im Feld=Art.=Reg. 10, 26., Hannover. Standesamt Röln-Zindentbal.(Vom 16. Okt. 1914.) Standesamt Köln-Ehrenkeld.(V. 10.Okt. b. 16. Okt. 1914). Sterbefälle. Kathar. Uelpenich geb. Blatzheim, 60., Platenstraße 10.- Marg. Ringel, 20., Vogelsangerstr. 98.- Anna Dick, 3., Herkulesstr. 97.. Joh Zimmermann, 58., Subbelrather= straße 167.- Cäcilia Karten geb. Jäger, 46., Körnerstr 36.- Walter Villetter. 4., Subbelratherstr. 361.- Abraham David, 69., Köln, Waisenhausgasse 13. Elisab. Gratzfeld. 4., Stammstr. 95= Kathar. Breuer, 6., Frohnhofstr. 58.- Christ. Fricbt, 11 M. Glasstr. 59. Kathar. Pfeiffer geb. Krone, 52., Paulistr. 24.- Joh. Witsch, 33., Herthastr. 1. Standesamt Köln-DeuIs.(Vom 9. bis 13. Oktober 1914.) Sterbefälle. Georges Cartois, unbeh., Franzose.= Emil Lallemend, 19., Franzose.- Wilh Winterberg, 11., Taunusstr. 36. - Joh. Pet. Reufels, 7., Hachenburgerstr. 20.- Jos. Soussia, 21., Franzose.- Orphie Bauchart, 36., Franzose.- Margar. Bürger, 8., Odenwaldstraße 7.- Brund Emil Mölier, 33., Reischplaz 5. TOOPLUSSOLST2T a Köln, 17.0kt.1914.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Kaffec. Java braun Pfg. 140-160, gelb 125-145, grün 115-125, bläulich bis feinblau 120 145, Costa Rica-, grün 120 125, bläulich bis teinblau 123 136,(uatemala-, grün 117-126, bläulich bis feinblau 120 138, cstind. 130-145. Santos-, ausgelesen 102-110, nicht ausgelesen 98 106, Perl-, blau 126-135, Santos-, Perl-, ausgelesen 109 115, Santos-, Perl-, nicht ausgeiesen 105 112 alles das ½ Kil. Zucker, Rallinade-, Grundpreis de nach Fabrik) N. 48 bis 50. Reis, Bruch, M. 32-35, Arracan- 40 45. Rangoon-Tafel, 43-48, Moulmain 45-52, japan. Tafel- 50 55, Siam-Patna- 49 55, Patna-Tatel- 55 bis 60, Java-Tafei- 58-63, Carolina- 65-75, alles die 100 Kil. 5 Köln, 17.0kt.1914.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Mohnöl, M. 9500-105.00, Sesamöl M. 97.00-110,00. Leinöl, gekocht, mit Fass M. 73-75, Rüböl, gereinigt, mit Fass, M. 102,00 105.0„ die 100 Kil. ’etroleum, amerikanisches, ausgemessen 20,00 22,00 die 100 Liter. m Köln, 17.0kt.1914.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Schmalz. amerikanisches, in Küben von 25 Kil., M. 150,00-162.00, do. in Fässern von 50 Kil. 149.00-162,CO, alles die 100 Kil. # Köln, 17.0kt.1914.(Eigenbericht der Köln.Volksztg.) Getrocknete Früchte. Rosinen, Eleme-, M. 100,00-120,00, Sultanin- 100,00 140,00, Korinthen, gereinigt und entstie##, Choice Amalias, 70,00-75,00, do. kleinbeerige 75,00-80,00, alles die 100 Kil. 110 G. Engel. Während der Kriegszeit ist nur möine Prakis Salierring 61 1 geöffnet. #0 S 31 •911 S5 pro Zahn an, bei lang jäbriger Garantie für Haltbarkeit Plaliennes Zähnzersatz Goldkronen, Stiftzähne bill. S In der nächsten Woche I findet eine Stadtverordnetensitzung nicht statt. Cöln, den 17. Oktober 1911. * Der Oberbürgermeister. Zwangs-Versteigerzug Am Dienstag, den 20. Oht. 1914, vormittags 11 Uhr, werden im Pfandlokale Neuverstraße 30-32, 2. Etage in Cöln, versteigert: 6 Halbwaltteleuchtungslampen, 1 Schrank mit Schaltteseln, Geldschrank, 1 Spiegel, 1 Valonschränkchen, 1 Büfettschrank, 1 Vertino, Ladenregale, Tische und Herrennche, 1 Teppich, 2 Oelbruckbildes, Spiegel usm, 22 Anzüge, 2 Winterüberzieher. Der Verkauf der Anzüge niuder statt. Kruse Gerichtsvollzieher in Cöln. 3 Zmangs-Versteitzerung Am Monlag, d. 19. Oht. 1914, vormittags 11 Uhr, sallen zu Cöln, Neußerstr. 36 32 versteigert werben: 1 Ziehhund, Wagen, Bücherschrank, Schreibtisch, Sessel, Gaskrone, Fahrrad, Hutschrank, 2 Betten, Stühle, Veri###o, Uhr, Auszlehtisch u. a. in. Semrau, Gerichtsvollzieher in Cöln. p. Köln, 17.0kt.1914.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Heringe. llländische Voll- M. 58,00 62,00 die Tonne, Sardelien 46-65 der Anker. Verlag und Druck von J. P. Bachem. Verantwortlicher Redakteur: 1. V. Heinr. Müller. Verantwortlich für Anzeigenund Reklamenteil: Bonitaz Gutberlet. Alle in Köln. lenkt mehr denn je unsere Gedanken auf die gött liche Versehuing. Da wird masicher gern zu einem Büchlein greisen, das ihm eine kurze, klare Behandiung der so ungemein trostreichen Lehre von der gättlichen Vorsehung bietet. Dieses, von dem bekannten Jejuitenpater A. Lehmkuhl herausgegebene Büchlein(Verlag J. P. Bachem in Köln, Preis geb. K..80) gibt auf die so oft gestellte Frage:„Warum muß es mir gerade so gehen?“ in den verschiedensten Fällen des menschlichen Lebens eine einfache, klare und tröstliche Antwort. „Nichts geschiehl von ungefähr; von Gottes Hand kommt alles her. Leider wird dies zu häufig gerade dann. wo es am notwendigsten wäre, vergessen. Dieser Vergeßlichkeit sucht das Büchlein abzuhellen und wird manchen Kleinmütigen wieder aufrichten.“ 4a(Theol. Revue. Zernr Am Dienstag, den 20. Okt. 1914, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Marsilstein 28, hier, versteigert werden: 2 Klaviere,1 Schinkenschneidemoschine, 13 Bände Meyers Verikon, 1 Eßzimmereinrichtung, sowie verschiedene Haus= und Bureaumöbel. Wiegand, Gerichtsvollzieher in Cöln. p Treppen-Beleuchtung billig, bequem, zuverlässig. Erleuchtet das Haus von selbst mit Eintritt der Dunkelheit, stellt sich selbsttätig um 10 Uhr ab. Ein Druck auf auf einen Knopf genügt, um während der Nacht jederzeit und von jeder Etage aus das Treppenhaus 3 Minuten lang zu erhellen. Nähere Auskunft bei der p* Direktion der Gas=, Elektrizitäts= u. Wasserwerke. Cöln, Rosenstraße 30, Zimmer Nr. 25. 1 Seite 10. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 289&a Sonntag. 18. Oktober 1914 0) Die Kriegsverpflegungsstelle im Kölner Hauptbahnhof. Der Krieg kam schnell, und mit ihm flutete ein Strom von Elend und Not in die Hallen des Kölner Hauptbahnhofs hinein. Die überfüllten Züge brachten in den ersten Tagen des August Tausende von Flüchtlingen aus Belgien. Wer sie sah, dem tat das Herz weh: Damen in zerzaustem Haar, Männer mit zerrissenen beschmutzten Röcken, in Pantoffeln, ohne Hut; in allen Gesichtern die Spuren des überstandenen Schreckens. Ihnen mußte geholfen werden. Die Bahnhofspolizei wußte keinen andern Rat, als sie an die Armenverwaltung zu verweisen. Da zeigte sich die opferfreudige Hülfsbereitschaft der Kölner Bürger in hellstem Lichte. Damen und Herren schleppten Tische und Stühle heran, bauten einen Stand auf, wandelten zwei Schalterstellen in Garderobenraume um und sammelten auf den Bahnsteigen, in den Wartesälen, in Kaffeehäusern und Restaurants. Und die Gaben flossen reichlich. Brot, Butter, Aufschnitt, Fleischbrühe und allerlei Getränke, alles wurde herbeigeschafft und mancher Hungrige und Durstige gespeist und getränkt. Kleidungs= und Wäschestücke wurden gesammelt, sortiert und ausgeteilt. So ging es Tag und Nacht durch lange Wochen. Drohte einmal die Kraft zu erlahmen, dann gab der Anblick des immer in neuen Gestalten erscheinenden Elends wieder neuen Mut. Da war ein Mann zu trösten, der verzweifelnd nach Frau und Kindern suchte. Hier mühte sich selbstlose Barmherzigkeit Kindertränen zu stillen: die armen Geschöpfe jammerten nach der Mutter; sie mußte auf der schnellen Flucht zurückbleiben, um das Brüderchen zu begraben, das vor Hunger und Erschöpfung gestorben war. Und die Erzählungen der Flüchtlinge schnitten wie Messer in die Seele. Die Verlassenen wurden nicht nur gespeist, sondern die Kleinen wurden gewaschen und gekämmt, mancher erhielt reine Wäsche und allerlei Kleidungsstücke. Man wechselte den Reisenden das französische und belgische Geld, war ihnen behülflich, daß sie Fahrkarten zur Weiterreise bekamen. Die Eisenbahnverwaltung stellte Mittellosen Freifahrtkarten aus. Solchen, die aus Mangel an Zeit nicht zum Verwaltungsgebäude am Kaiser=Friedrich=Ufer gehen konnten, um sich die Fahrscheine zu holen, löste die Verpflegungsstelle aus ihren Mitteln Fahrkarten. In ihrer Angst hatten die Ausgewiesenen in aller Hast zusammengerafft, was zur Hand war, und es war oft eine schwere Arbeit, bei dem furchtbaren Andrang von Reisenden die Bündel, Säcke, Kisten und Kasten in den überfüllten Abteilen unterzubringen. Ohne die Hülfe der Jugendwehr und Wachtsoldaten wäre es häufig überhaupt nicht möglich gewesen. Und wie vielen wurde Unterkunft für die Nacht besorgt! In Privathäusern, in öffentlichen Anstalten und im Asyl für Obdachlose fanden in der Zeit bis zum 13. August insgesamt 14 850 Erwachsene und 2470 Kinder, also 17320 Flüchtlinge, Unterkunft. Als die Flut der Deutschbelgier abebbte, konnte die Verpflegungsstelle den durchfahrenden Gestellungspflichtigen, den Truppen= und Verwundetentransporten ihre ganze Kraft widmnen. Und wie dankbar waren Reservisten und Verwundete für jede noch so geringe Gabe! Die Verpflegungsstelle war einzig und allein auf die Wohltätigkeit der Kölner Bürger angewiesen, und es hat nicht geringer Mittel bedurft, sie bis auf den heutigen Tag aufrecht zu erhalten. Sie setzt ihre Tätigkeit im Wartesaal 4. Klasse fort in Verbindung mit dem Roten Kreuz und ist dankbar für neue Spenden. 60 Liebesgaben. Nach Mitteilung des Herrn Territorialdelegierten für die freiwillige Krankenpflege bittet die Kaiserliche Zivilverwaltung in Namur, daß überall Strohsackhüllen, warme Filzschuhe, Urinflaschen, Stechbecken und Krücken in großer Zahl gewünscht werden. () Von der Kleinwohnungssiedelung zu Köln=Bickendorf. Die Rohbauarbeiten sind bei der zunächst vorgesehenen Gruppe von Ein= und Zweifamilienhäusern mit insgesamt 300 Wohnungen soweit gediehen, daß nunmehr mit dem Ausbau des Straßennetzes daselbst begonnen werden kann; hierfür sind in der jüngsten Stadtratssitzung rund 137700 M. bewilligt worden. Es handelt sich dabei um den Ausbau des Sandwegs, der als durchgehender Straßenzug eine Breite von 22 Meter erhalten soll, ferner des Grünen Weges, der 12 Meter breit wird und im Felde ausläuft, sowie der an der Nordwestgrenze der Siedlung vorbeiführenden Straße, die 15 Meter Breite erhalten soll. Die Verbindungsstraße zwischen Grünen Weg und Sandweg wird als Querachse der ganzen Anlage etwa 10 Meter breit. Als Mittelpunkt der Siedlung wird zugleich der als Spielplatz dienende Schulplatz ausgebildet. Die bereits jetzt im Rohbau fertiggestellten Häuser machen mit ihrem feldgrauen Verputz und der Bedachung mit dunklen Hohlziegeln einen freundlichen Eindruck, der noch bedeutend gewinnt, wenn nach dem Ausbau der Straßen die Vorgärten angelegt sind. Außerdem erhält jedes Haus je nach der Größe der Wohnungen von 4, 5 oder 7 Räumen noch einen Nutzgarten bis 100, bzw. 120 oder 150 Qudratmeter Größe. Die Aufteilung der rechteckigen Baublocks ist in der Weise erfolgt, daß den einzelnen Wohnungen eine gute Besonnung gesichert ist, und zwar haben die Häuser durchweg Ost= und Südsonne. Die Innenarbeiten sollen nach Möglichkeit gefördert werden, um die Benutzung der Wohnungen in nicht zu langer Frist zu sichern. () Der Wasserstand des Rheines ist in der letzten Woche noch weiter zurückgegangen. Die Belastung der großen Fahrzeuge muß deshalb immer mehr eingeschränkt werden, wenn sie ohne Leichterung nach ihren Bestimmungshäfen gelangen sollen. Der Schiffahrtsverkehr wird zwar noch verhältnismäßig lebhaft betrieben, ist aber auf nur wenige Stunden des Tages beschränkt, da in den Vormittagsstunden vielfach Nebel herrscht und nach einer Bestimmung der Militärbehörde nur bis Sonnenuntergang gefahren werden darf. Die Pegelhöhe in Köln betrug am Samstag 1,75 Meter gegen 2,09 Meter vor acht Tagen. (0) Der 76. Volksbildungsabend, veranstaltet von den Arbeitervereinen und christlichen Gewerkschaften der Stadt Köln, findet am Sonntag, 15. November, abends 7 Uhr, im großen Gürzenichsaale statt. Der Zeit entsprechend, in der wir leben, sieht das Kölner Volksbildungskomitee einen:„Vaterländischen Abend“ vor. Orgel=, Männerchor= und Solovorträge, sowie patriotische Deklamationen versprechen hochstehende Kunstgenüsse. Reichs= und Landtagsabgeordneter Hans Giesberts hält einen Vortrag über: „Der Weltkrieg und wir Arbeiter“. Der Eintrittspreis beträgt nur 20 Pfg. Der erzielte Reingewinn wird zu Kriegswohltätigkeitszwecken verwendet. Eintrittskarten sind von Sonntag, 18. Oktober, an bei den Vereins= und Organisationsleitungen, sowie auf dem Arbeitersekretariate, Köln, Annohaus, Annostraße 86, sowie auf dem Kartellsekretariate der christlichen Gewerkschaften zu Köln, Benloerwall 9, zu haben. Das Programm wird beim Eintritt en den Saal gegen Vorzeigung der Eintrittskarten unentgeltlich verabfolgt. Schulpflichtige Kinder haben keinen Zutritt. (2) Billige Kartoffeln. Aus Münster i. Westf. meldet der dortige Anzeiger(Nr.=823):„Der Magistrat hat sich bei den hohen Preisen, die für hiesige Kartoffeln gefordert werden, bemüht, der Bürgerschaft nach Möglichkeit den Bezug billiger Kartoffeln zu sichern. Wie schon in den letzten Wochen durch Vermittelung der Stadt im städtischen Hafen Kartoffeln zum Preise von 3 M. für den Zentner verkauft sind, so ist es dem Magistrat nunmehr gelungen, ein Abkommen zu treffen, wonach gute, dauerhafte Winterkartoffeln aus Holland in größeren Mengen zum Preise von 2,40 Mark für den Zentner verkauft werden können. Der Verkauf erfolgt im städtischen Hafen. Die erste Schiffsladung trifft voraussichtlich Montag ein. Das Eintreffen weiterer Schiffsladungen wird regelmäßig bekannt gemacht. Bei den hohen hiesigen Kartoffelpreisen ist gerade in jetziger Zeit im Interesse der Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung das Vorgehen des Magistrats freudig zu begrüßen.“ Münster, bekanntlich keine Festungsstadt und umgeben von einer starken ackerbautreibenden Bevölkerung, ist bezüglich der Lebensmittelversorgung ungleich besser gestellt als andere Städte, besonders als Köln. Um so eher darf man von der Kölner städtischen Verwaltung überzeugt sein, daß sie ähnliche Maßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung mit billigen Kartoffeln zu treffen bemüht ist. () Ein eigenartiger Mülleimer ist als Liebesgabensammler am Geschäftshause der Eisenhandlung Chr. Wirtz(Eigelstein 111) aufgestellt. Der mit vaterländischem Abzeichen versehene Behälter hat solche Oeffnung und Abmessungen, daß er auch größere Gegenstände(Wollsachen, Wein in Flaschen usw.) aufzunehmen vermag, was er erfreulicherweise auch schon durch die Tat beweisen konnte. (A) Friedliche Kriegsepisode. Eine Kompagnie Soldaten marschiert auf der Landstraße. Plötzlich erschallt das Kommando des Kompagnieführers:„Kompagnie hü! Do kütt mie Pääd!“ Der Führer, ein früherer Fuhrmann, hatte in dem ihm entgegenkommenden Fuhrwerke dasjenige erkannt, womit er früher gefahren hatte und das er an das Militär hatte abgeben müssen. Er ging auf das Pferd zu, streichelte es und sprach:„Do god, alt, treu Dier! Wie geiht et dir?... Beß stell, nom Kreg kummen ich widder!" Dann zu seiner Kompagnie zurückkehrend, geht's wieder weiter: doch kann er es nicht unterlassen, sich noch mehrmals nach seinem treuen Tiere umzusehen. S Wohltätigkeitskonzert. Am Mittwoch, 21. Okt. 1914, abends 8 Uhr, findet im großen Saale des Gürzenich ein Wohltätigskeitskonzert statt unter Leitung des ersten Konzertmeisters Hrn. Heinrich Anders. Ihre freundliche Mitwirkung haben zugesagt: Kölner Domchor, die Kammersängerin Frau Berta GrimmMittelmann, die Herren Franz Michalek, Lehrer am Konservatorium, Konzertmeister Heinrich Anders und Benno Walter und Musikdirektor Prof. Arnold Kroegel. Der Reinertrag ist für die notleidenden Musiklehrer und=Lehrerinnen bestimmt. Ce) Garde aller Waffen. An Stelle der in der gestrigen Ausgabe dieses Blattes veröffentlichten Bekanntmachung des Königl. Bezirkskomandos I in Köln hat die im Anzeigenteil der vorliegenden Ausgabe enthaltene neue Bekanntmachung zu gelten. C) Abgestürzt. In der Cäcilienstraße fiel ein Mann von der zweiten Etage durch den Aufzug in den Keller. Der Mann erlitt einen Schädelbruch und wurde ins Bürgerhospital gebracht. (e) Don einem Oferd gegen den bopf getreten. In der Gladbacherstraße in Mülheim ist gestern nachmittag ein 17jähriger junger Mann von einem Pferde gegen den Kopf getreten worden. Der Bedauernswerte wurde besinnungslos in das städtische Hospital in Mülheim gebracht. Sein Zustand ist bedenklich. O Personalnachrichten. Das Fest ihrer goldenen Hochzeit feiern am 31. Oktober die Auguststraße 27 wohnenden Eheleute Wilhelm Schödder und Anna, geb. Köllen. Beide stehen im 73 Jahre. Herr Schödder war Mitkämpfer in den Feldzügen 1866 und 1870. Zehn Jahre lang war er Gartenarbeiter in der Flora. Seit 3 Jahren aber kann er seinem Berufe nicht mehr nachgehen. Sechs Kinder und siebenzehn Enkel umgeben das Jubelpaar an seinem Ehrentage. Mit Rücksicht auf den Krieg wird von einer Ausschmückung der Straße Abstand genommen; die Freunde und Nachbarn werden es sich indes angelegen sein lassen, dem allgemein geachteten Paare eine Freude zu bereiten. □ Ernannt sind: der Eisenbahn=Assistent Hermann Herwig, bei der Verkehrskontrolle II, hier, zum Oberbahn=Assistenten und die Weichensteller Thomas Müller in Köln(Süd) und Ernst Burger in Kalk zum Weichensteller I. Klasse. Versetzt sind: die Lokomotivheizer Jakob Steven von Köln (Gereon) nach Liblar und Daniels von Köln(Eifeltor) nach Liblar. burger, Hermann Hünseler und Jakob Engel in Köln(Gereon) sowie Peter Robertz und Eugen Haas in Köln(Eifeltor) zu —„„ 31 Lokomotivführern. Pfarrer von Cleev in Köln=Merheim lrh. wurde in gleicher Eigenschaft nach Merzenich(Kr. Düren) versetzt. Der Rektor Jos. Herpers in Merscheid wurde zum vierten Kaplan von St. Marien in Köln=Kalk ernannt. Verliehen wurden das Verdienstkreuz in Gold dem Zollassistenten a. D. Heymann in Köln=Nippes und Seidler in Köln=Kalk, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens dem Regierungsbotenmeister a. D. Thome aus Köln. Aus Köln=Nippes. () Der Kinderhort in der Werkstattstraße 2 wird nicht am 1. Nov., sondern am 3. November eröffnet. Die Anmeldung der Kinder erfolgt dortselbst am Sonntag, 18. Okt.,—7 nachmittags, sowie Montag, 19. und Dienstag, 20. Okt., vorm.—10 und nachm.—8 Uhr. Mitteilungen () Goldenes Geschäftsjubiläum. Der Schneidermeister I. G. Funke, von Werthstraße 42, konnte gestern auf ein 50jähriges Geschäftsjubiläum zurückblicken. Das Fest wurde von seinen Verwandten in gebührender Weise gefeiert. Von einer öffentlichen Feier wurde infolge des Krieges Abstand genommen. () Fußball. Heute findet auf dem Sportplatze des Kalker Fußballklubs Borussia, an der Bergischen Straße, ein Wettspiel der ersten Mannschaft der Borussia gegen die erste Mannschaft des Fußballklubs Germania=Mülheim statt. Beide Mannschaften werden ohne Ersatz antreten. Die Einnahme wird dem Roten Kreuz zu wohltätigen Zwecken überwiesen. Das Spiel beginnt um.30 Uhr. Der Eintrittspreis ist auf 20 Pfg. festgesetzt. — Am letzten Sonntag konnte die erste Mannschaft der Borussia die erste Mannschaft der Spielabteilung der Turngemeinde Mülheim mit:1 besiegen. Unter den anwesenden Zuschauern wurde eine ansehnliche Summe Geldes gesammelt, die dem Roten Kreuz überwiesen wurde. ::: Aus Kölns Nachbarschaft:: 06000000f 0 CA) Efferen, 17.Okt.1914. Vikar Plum wurde als zweiter Kaplan an die Pfarrkirche in Willich versetzt. b Brühl, 15.Okt.1914. Der Brühler MännergesangVerein konnte 532,70., der Brühler Liederkranz 541,80 M. als Erlös ihres Wohltätigkeitskonzertes zum Besten der Familien der zur Fahne einberufenen Krieger abliefern. T Bonn, 17.Okt.1914. Im Borromäushaus fand eine Versammlung des Borromäusvereins statt, die trotz der bestehenden Verkehrsschwierigkeiten gut besucht war. Der Vorsitzende Prälat Pros. Dr. Felten gab einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß augenblicklich 4727 Vereine bestehen mit 260210 Mitgliedern. Gegen den Bestand vom 31. Dezember ist das ein Anwachsen um 99 Vereine und 9558 Mitglieder, gegen den 1. Oktober 1913 ein Zuwachs von 136 Vereinen und 13344 Mitgliedern. Die Abwickelung der Vereinsarbeiten(Lieferung der Vereins= und Bibliotheksgaben) wurde erschwert durch die infolge der Kriegslage herbeigeführte Eisenbahnsperre, teils auch durch die Unpünktlichkeit vieler Vereinsleiter. Nicht weniger als 1295 Vereine haben ihre Bestellungen zu spät eingereicht, und bis heute haben 1537 Vereine ihre Bibliotheksgaben noch nicht bestellt. Ueber das innere Leben, besonders über die Bibliotheksarbeit der Lokalvereine, geben die eingegangenen Jahresberichte ein erfreuliches Bild. Die Zahl der Jahresberichte ist von 3194 im Jahre 1913 auf 3681 oder von 72,20 Prozent auf 79,53 Prozent in diesem Jahr gestiegen. Es blieben aus die Berichte von 947 Vereinen. Der Bücherbestand stieg von 1770 141 Bänden auf 2044292, also um 274 151 Bände. Ausgeliehen wurden 5429897, gegen das Vorjahr ein Mehr von 323704. In den letzten fünf Jahren liehen die Bibliotheken des Borromäusvereins insgesamt 21343 143 Bände aus. Die Zahl der Leser, die Nichtmitglieder des Borromäusvereins sind, stieg um 15442 auf 86389. Unterstützungen wurden unseren Bibliotheken in der Höhe von 78 845,88 M. zuteil. Durch die Kriegswirren wurde die agitatorische Tätigkeit zum größten Teile lahmgelegt. Dafür hat sich aber dem Verein ein anderes schönes Feld der Betätigung erschlossen, nämlich die Versorgung unserer Soldaten im Felde und in den Lazaretten mit Lesestoff. Der Vorromäusverein arbeitet hier in Verbindung mit dem Gesamtausschuß in Berlin als Sammelstelle mit dem Erfolg, daß bis zum 14. Oktober eingegangen waren 72410 Bände. Davon hat der Verein gestiftet 36 808 Bände. An 205 Lazarette waren bis zu diesem Tage 57579 Bände abgegeben worden. Der Borromäusverein hat sodann eine eigene Lazarettgabe herausgegeben, die 16 Seiten stark bisher in 20000 Exemplaren an katholische Verwundete gratis abgegeben wurde. Die Mitgliederversammlung beschloß, diese Lazarettgabe: Unsern Verwundeten, fortan auch zum Verkauf(5 Pfg. das Stück) bereitzustellen. (A) Honnef, 17.Okt 1914. Vikar Jansen aus Alfter wurde nach hier versetzt.— Kaplan Dr. Franz Roland Rosenbauer ist zum Rektor an der Lungenheilstätte Hohenhonnef ernannt worden. (□) Remagen, 17.Okt.1914. Die Kölner Künstler: Violinvirtuosin Frl. Florentine Hanisch, Konzertsängerin Frl. Klara Liertz, Frl. Lotte Rhoden(Rezitation), Opernsänger Joseph Immendorf und Musikdirektor Franz Blumenberg, der in meisterhafter Weise sich seiner Aufgaben erledigte, gaben auf Anrrgung eines edlen Menschenfreundes den hier liegenden verwundeten Soldaten ein Konzert. Das mit künstlerischer Feinheit ausgeführte reichhaltige Programm wurde mit starkem und dankbarem Beifall gelohnt. (A) Euskirchen, 16.Okt.1914. In der letzten Stadtverordneten=Sitzung machte der Vorsitzende bekannt, daß durch Bemühung der Stadt der Schneider=Innung ein großer Posten Militäranzüge zur Arbeit übertragen worden ist. Das Kollegium beschloß, dem Antrag der freien Gewerkschaften, einen Vertreter in die Unterstützungskommission zu entsenden, stattzugeben. Stadtverordneter Esser machte bekannt, daß auf die Eingabe der christlichen Gewerkschaften über die Festsetzung von Höchstpreisen von Fleisch ein Schreiben der Regierung eingelaufen sei, um Auskunft zu erlangen, wie die Verhältnisse in Euskirchen liegen. Die Metzger haben darauf ein Antwortschreiben eingereicht, und das Material soll der Regierung zugeschickt werden, wenn die christlichen Gewerkschaften ihren Antrag bis Montag nicht zurückziehen. Die Neustraße wurde von der Stadt übernommen gegen eine einmalige Abzahlung von der Provinz von 10000 Mark und jährliche Unterhaltungskosten von 301 Mark. Außerdem überläßt die Probinzial=Straßenbau=Verwaltung der Stadt 220 Quadrat= meter Altpflaster. Der Beschluß vom 22. Juli wird aufgehoben. Bei den Bürgersteiganlagen und Pflasterung der Bahnhofstraße, Ost= und Alleestraße sollen die Anlieger zwei Zehntel der Kosten tragen. Die Bürgersteiganlagen sollen sie bezahlen nach Beschluß vom 14. April 1908. An der Kaserne soll der Bürgersteig bis zum grünen Weg durchgeführt werden. Es wurde beschlossen, einen Dampfkessel von zwölf Atmosphären Ueberdrnck für 5000 M. für den Schlachthof anzuschaffen. Als Beitrag zur Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen wurden 100 M. bewilligt. Als Wahlvorstand für die am 11. und 12. November stattfindenden Stadtratswahlen wurden gewählt Jos. Wolfgarten und Huv. Vallender, als Stellvertreter Alex Kleinertz und Theodor Nierwetberg. Als Polizeisergeant soll Joh. Jos. Kaiser(Saargemünd) angestellt werden. C) Siegburg, 17.Okt.1914. Das Allgemeine Ehrenzeichen wurde den bisherigen Betriebsarbeitern Hausen und Schmitz bei der Geschoßfabrik verliehen. Kriegsfürsorge. Kardinal von Hartmann schenkte für die von Köln aus ins Feld rückenden Rekruten 1000 Paar wollene Socken.— Kommerzienrat Karl Scheibler(Firma C. Scheibler& Co., Chemische Fabrik Kalk), die Chemischen Werke vorm. H. und E. Albert, Biebrich a. Rh., und die Westdeutschen Thomasphosphatwerke, G. m. b. H. Berlin, haben dem Staatsminister Paul Eyschen, Luremburg, 3000 M. überwiesen für Rote Kreuz=Zwecke als Dank für die treue und aufopferungsvolle Pflege, die unsere Verwundeten in Luxemburg gefunden haben. Das Personal der Firma I. Merfeld& Herz hat die Gelegenheit, da die Post für einige Tage den Versand von Paketen gestattete, benutzt, um seinen zur Fahne einberufenen Kollegen eine Menge brauchbarer Sachen, wie: Zigarren, Tabak, Wurst, Schokolade, Socken=usw. usw. als Liebesgaben zu senden. — 4B27c — Seite 11. welcher mit der Fabrikation von dreiteiligen Patronentaschen gründlich vertraut ist, gegen hohen Lohn für dauernde angenehme Beschäftigung. 2* Ausführliche Angebote mit Angabe über die bisherige Tätigkeit erbeten unter A 175 an die Geschäftsstelle d. Blattes. Wir suchen noch eine Anzahl Sattler für Militär=Effekten aller Art, geübte Näher bevorzugt. Auch sind große Partien fortlaufend für lohnende Heimarbeit zu vergeben. 2° Bausch& Sohn, Köln=Bayenthal. möglichst Pelznäherinnen sot. gesucht. Pelzhaus Malkowsky Köln, Zeppelinstrasse. pb Näherinnen für bunte Mannshemden in unsern elek rischen Betrieb(durchgehende Arbeitszeit), sowie außer dem Hause gesucht. Bierbaum-Proenen, 9 Domstraße 59 67, Toreingang. 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Köln, Schaafenstr., den 18. Okt. 1914. Die feierlichen Exequien finden statt Dienstag, den 20. Okt., 10 Uhr, in St. Mauritius. ba Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag 5¾ Uhr unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Frau geb. Gertrud Maria Grüsser von ihren langjährigen schweren Leiden, wohlvorbereitet durch den öfteren Empfang der Heilsmittel der römisch-kathol. Kirche, durch einen sanften Tod zu erlösen im Alter von 65 Jahren. Siedburg, Köln-Ehrenfeld. 16. Okt. 1914. Die trauernden Hinterbliebenen. Die feierliche Seelenmesse, wird gehalten in der Rektoratskirche Siegburg-Wolsdorf am Dienstag, den 20. Oktober 1914, morgens 7 Uhr. Die Beerdigung findet statt am gleichen Tage, morgens 10½ Uhr, vom Sterbchause, Siegburg, Auf der Papagei 24.*85 Banksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Gatten, unseres unvergesslichen Vaters, Grossvaters und Schwiegervaters sprechen hiermit allen Verwandten, Bekannten, Freunden, besonders den beteiligten Vereinen und Innungen des Fussballklubs unseren tiefgefühlten Dank aus. Auch der schönen Kranzspenden sei herzlich gedacht. nile J. V. Linmen viele erstklass. Pianos, welche weg. Krieg zurückgenommen, gebe so billig ab, daß sich eine Besichtigung sehr lohnt. Garantie. Köln, 49 Hansaring 49, Pianohdig. Harmoniums von 50, 180. 200M# etc., auch m. Spielapparat. Restaurant der Posthof (gegenüber d. Schauspielhaus) Heute Abend bp Gr. Konzert. Küche u. Keller das Beste. Stadt-Garten Ileute u. morgen nachm. 3½ Uhr ab Konzert.* Vor dem Krieg eingetroffene für 1915 bestimmte werden zu 12 bis 35) verkauft. Es sind neue Tapeten und zwar Prachtmuster, welche mehr als den doppelten Werthaden.* Bürgerstr. 22-24, Unter Taschenmacher. 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Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben, wird gebeten, dies als solche zu betrachten. ab9 bestehend aus wollenen Strümpfen, Puls- und Kniewärmern oder sonstigen Wollsachen wasche man, ehe sie den Kriegern ins Feld geschickt werden, zuvor mit PERSIL Das Gewebe wird dadurch weich, locker und gleichzeitig desinfiziert; also wohliges angenehmes Tragen und Vorbeugung von Blutvergiftungen! GIENKEL& Cie., DUSSELDORF alleinige Fabrikanten auch der bekannten Henkel’s Bleich-Soda Das Jahrgedächtnis für die verstorbenen Eheleute Heinrich Broelsch u. Petronella geb. Bolder findet am Dienstag, den 20. Oktober, morgens ½9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Agnes statt, wozu Verwandte und Bekannte hiermit freundlichst eingeladen sind. 3 04BADGADHON-AGD Die Kölner Privat-Frauenklinik von Dr. P. Bong Viktoriastrasse 30 un Fernsprecher A 4429 5 bletet Frauen sachgemässe u. gewissenhafte Pflege 5 im Wochenbette. 9h 2 Fr. N. 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Einladung zu dem am Dienstag d. 20. Oktober, abds. 8 Uhr, im grossen Saale des Gürzenich stattfindenden Vortrag: Krieg und Frauenarbeit. Frl. Oberlehrerin H. Weber.# Eintritt frei. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 114 lb der Wehrordnung wird defohlen: Alle Reservisten, Wehrleute und gediente Landsturmpflichtige der Garde aller Waffen, sowie die der Reserve, Landwehr und des Landsturms angehörenden Offizier-Aspiranten, Offizier=Stellvertreter und Jeldwebel-Leutnants-Aspiranten der Infanterie und Garde, die infolge der Mobilmachung bis jetzt nicht einberufen sind, oder nach erfolgter Einberufung aus irgend einem Grunde wieder zur Entlassung kamen, haben sich am Montag, den 19. Otiober 1914, vorm. 9 Uhr, auf dem Hofe des Bezirkskommandos I, Cöln, Vorgebirgstr. 49. zu stellen. Befreit sind nur die als unabkömmlich anerkannten Beamten und Angestellten der öffentlichen Behörden. Alle sonst vorläufig Zurückgestellten haben zu erscheinen, können aber auf schriftlichen Antrag befreit werden. Diese Anträge, die den Vorund Zunamen des betr. Mannes, sowie die Jahresklasse enthalten müssen, können noch auf dem Platze abgegeben werden. Militärpapiere sind mitzubringen. Eine sofortige Einstellung erfolgt nicht. Nichtbefolgung dieses Befehls wird nach Kriegsgesetzen bestraft. 9B Bezirkskommando I, Cöln. Eine grosse Anzah! gut erhaltener Karmoniums gebe ich wegen Raummangels zu jedem annehmbaren Preise ab. Obladen Nacht. Hohenzollernring 5 am Opernhaus Telephon A 477. Heilmagnetismus Robert de Baas, Magnetopath Salierring 47, I. Sprechz.-6, Sonnt. 10-1. Telefon A 8213. Behandlung aller Krankheiten. ret