ERRT 42#### FRRRRRRRRRARRRRRuN u Anzeigenpreisy 2 Die einspaltige Kolonel=Zeile 2 *(38 mm breit) 25 Pf. 3. K S und letzte Seite 30 Pf. 5 g für Köln 18 bzw. 22 Pf. 2 * Platzvorschritten 10% Zuschl.# n Reklamepreis 28 * Die 90 mm breite Kolonel-## Zeile 75 Pf. für Köln 50 Pf, 2 * * 24 RRARRNNA * Bezugspreis bei 2 a Botenzustellung im engern## # Verbreitungsbezirk 40 Pf. 2e * im erweiterten 50 Pf monat# S lich; mit dem wöchentl. g illustriert. Unterhaltungsblatt### * Welt und Zeit in Wort und## Bild 10 Pf mehr.# &ap Postbezug, ohne Zustellgeb.## 5 Ausgabe A mit Colonia#p; K m.50(3 Mon.), m.— 3 *(2mon.), m.50(1mon.). * Ausgabe B mit Lolonia und# g Welt und Zeit in Wort und 2 S Bild 10 Pf monatlich mehr.## Kölner Local-Anzeiger General-Anzeiger für die rbeinische Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. ERN1 6RN ERRNT zweite Seite 60 Pf. Platzvorschriften 10% Zuechl. Otfertengebühr 25 Pf. Geschäftsstellen: Marzellenstrasse 37 u. Breitestr. 89. Nr. 250. RELHII, Geichättaltaus Breitestraße 85: Aosss. Kölm, Mittwoch, 9. September 1914 28. Jahrgang. Heute 8 Seiten. Die grosse Schlacht im Osten von Paris. Chaum#.½51 Chaumont□ Stcobein zun Sissonne Chäfe: 0 -Porcien e K gon Ossonne Couriechste T Anizdlechät Cyrbegy givalo Craondau Porcien leno Amagn Oeerrazse Solssin-K Grenr Ovillers Cofterets##.„Reins-e) 8 oßeine Sommeny SFere-lon Gone, Wie enlardenois J 4652) Gegrmeior, ospippe St Hifeige au Temple hälons S. M. arso Epernäy □ chart. Orbais 4% Avize Fe s Jauarre„„Hontmort Nauchampe““ laFerté Baucher Champ. Tsternay eranne Villiers St Georges W Dar-M Angluge Villenauge 9 □ Provins Connemarie Oragt ### Flamcoin“, Nogent.a Ogloles Chaiptriz „ 1C— K VitryieFrägeois Sommesous Ramerupt Arcis #s Aube 2 die kämpfe vor paris. Rom..Sept.1914.(Drahtber.) Aus Paris, 7. Sept. tember, 11 Uhr nachts, wird berichtet: Seit heute früh hört man Kanonendonner, den man in den letzten Tagen wie fernes dumpfes Grollen vernahm, klar und deutlich, Schlag auf Schlag, als stünden die Geschütze an der äußeren Linie der Forts. Am intensivsten ist das Feuer in der Richtung von Meaux. Die Stadt ist ruhig, doch ist die Spannung fieberhaft, fast unerträglich. K Nach einer Rotterdamer Meldung des Berliner Tageblattes aus Paris tobt gegenwärtig bei Paris eine allgemeine Schlacht. Die Mitteilung besagt weiter, daß der französische linke Flügel mit dem deutschen rechten Flügel Fühlung genommen habe. Auch die englischen Truppen hätten sich bei dem Angriff auf die deutschen Armeen beteiligt. Nach dem Messagero ist eine große Schlacht, von der die französische Regierung Mitteilung mache, südöstlich von Paris im Gange. Aus dieser Richtung wurde in der Hauptstadt Geschützfeuer vernommen. Eine andere Meldung besagt, die Schlacht sei im Gange auf der Linie Nanteuil=Meaux=Sezanne=Vitry. Nach dem Berliner Lokal=Anzeiger rechnen die Pariser mit einer Vernichtung des deutschen Heeres unter den Mauern von Paris. + 0 Die neue große Schlacht, von der ausländische Blätter melden, tobt auf einer Front von etwa 125 Kilometer. Als westlicher Punkt wird Nanteuil angegeben, ein Ort nördlich von Meaux bei dem schon früher genannten Senlis, wo der rechte deutsche Flügel angesetzt hat und wo hauptsächlich die Engländer stehen dürften; eine Vermutung, die schon psychologisch ausreichend begründet sein dürfte und die sich noch auf die bisherigen Erfahrungen stützt, denen zufolge die Truppen Freuchs sich immer auf dem linken Flügel, England zunächst, hielten. Die französische Annahme, daß die deutschen Truppen Paris ganz rechts liegen ließen, ist schon früher haltlos geworden, als die Pariser die deutschen Kanonen in der Nähe donnern hörten; jetzt weiß man, daß dabei nicht nur ein örtlicher Zusammenstoß nahe der französischen Hauptstadt, sondern eine Schlacht von großer Ausdehnung in Betracht kommt, auf einer Linie, die nordöstlich von Paris beginnt, dann zur Marne geht und weiter dem unterhalb Meaux mündenden Flüßchen Grand Morin folgt, an welchem Coulommiers und Sézanne liegen. Oestlich von diesen liegt Vitry le Francais, welches als östlicher Punkt der Schlachtfront bezeichnet wird, sitdöstlich von Chalons an der Marne, die hiersüdnördlich verläuft, während die im allgemeinen nördlicher verlaufende Marnelinie von unseren Heeren überschritten ist. Auf der nebenstehenden Karte ist das Schlachtfeld in seiner ganzen Ausdehnung ersichtlich. K blitzartige Vormarsch der Deutschen. Dem Berliner Tageblatt wird aus Rotterdam..Sept. 1914, gemeldet: Der Kriegskorrespondent der Daily News in Frankreich meldet über den blitzartigen Vormarsch der deutschen Armee folgendes: Bei Crévecoeur, östlich bei San Just, hat das Kämpfen aufgehört. Als ich nach Chaumont und Meru kam, drang die Vorhut des rechten deutschen Flügels immer weiter vor, und die Verbündeten gingen immer mehr zurück. In Creil war die Bahnbrücke gesprengt, was die Deutschen jedoch nur für kurze Zeit aufhielt. Die Flucht aus Chantilly war das Schnellste, was bisher in diesem erstaunlich schnellen Kriege geleistet worden ist. Die ganze Bevölkerung dieser Rennbahnkolonie, Stalljungen, Trainer, Jockeis flüchteten mit verhängten Zügeln auf den wertvollsten Vollblütern in den Wald von Chantilly. Ich wollte am Freitag Pontoise erreichen, was am Donnerstag noch bequem geschienen hatte. Dorthin führte an diesem Tage die Bahn Tausende von französischen Soldaten und Pferden. Ich teilte mein Vorhaben einem Freunde mit. Pontoise? fragte dieser. Dort haben gestern die Deutschen gewütet. Vor einigen Tagen waren sie noch in St. Quentin. Auf langen Umwegen bin ich nach Paris gelangt. Ich erreichte Vernon mit dem letzten Zuge. Unterwegs begegneten mir zahlreiche Militärzüge auf dem Wege nach Rouen, auch englische Soldaten, die schmutzig waren und einige halb entkleidet. Eine Szene am Seineufer vergesse ich niemals. In einem kleinen Lager saßen Artilleristen bei ihren Mitrailleusen, einige Meter entfernt saß ein Einwohner von Paris, fischte und ranchte ruhig seine Pfeife. Ist es wahr, fragten die Leute in den Kaffeehäusern, daß die Deutschen in St. Quentin sind? Ich antwortete: Sie sind schon in Pontoise. Niemand glaubte mir Auf dem Wege sagte jedermann, der Rückzug sei eine taktische Bewegung des linken Flügels der Verbündeten, deren Zweck nicht verraten werden dürfe. Aber die Deutschen sind vorwärts gedrungen wie der Blitz. Mau weiß nicht, ob ein großes deutsches Heer hierher nach Paris kommt, aber Kavalleriepatrouillen werden bald hier sein. Die Furcht vor ihnen ist sehr groß. Wenn sechs deutsche Reiter sich zeigen, genügt das, um eine ganze Stadt davon laufen zu lassen. Man sieht auch eine Unmenge Flüchtlinge aus Gegenden, wo noch kein einziger Soldat gewesen ist, so aus Dieppe. Als die deutschen Truppen am Dienstag um 9 Uhr in Amiens eingerückt waren, begab sich der Führer in das Gemeindehaus und der Bürgermeister erließ eine Proklamation, in der es hieß: „Das feindliche Heer ist in unserer Stadt. Sein Kommandant erklärte mir, daß die Artillerie auf den Anhöhen die Stadt beschießen werde nach der ersten feindlichen Tat eines Bürgers. Wenn diese ausbleibe, werde niemand ein Leid geschehen.“ Am Nachmittag sah Amiens wieder aus wie gewöhnlich. Die Frauen strickten vor den Türen und die Männer plauderten. Ein Herr, der am Nachmittag im Automobil ankam, meinte, die Stadt sei noch französisch. Außer der Proklamation deutete nichts darauf hin, daß die Hauptstadt der Picardie in deutschen Händen war. * Die Hoffnung der Franzosen. Im Petit Parisien wird gesagt: Wann werden die Russen Berlin erreichen? Wenn es wirklich zur Belagerung von Paris kommen sollte, so werde diese Leidenszeit nur von kurzer Dauer sein. Die Russen seien wie Teufel hinter den Deutschen her. Die deutschen Armeen in Frankreich müßten rasch Kehrt machen, um die ins Reich eingebrochenen Kosaken zurückzuschlagen. * Russische Truppensendungen nach Frankreich? Der Kapitän des Kohlendampfers Mary. von England nach Aarhus unterwegs, will, laut Vossischer Zeitung, vor Leith eine Reihe von 40 Eisenbahnzügen mit russischen Soldaten gesehen haben, mit erwa 1000 Mann in jedem Zuge. Sie sollen von Archangelsk übergeführt worden sein.[Aehnliche Meldungen hat die ausländische Presse schon seit mehreren Tagen gebracht. * 1 2. Die verzweifelte Stimmung in Paris. Das Berliner Tagebl. meldet: Rom,.Sept.1914. Aus der Feder des bekannten Kriegsberichterstatters Cipolla veröffentlicht die Stampa eine interessante Pariser Depesche(von unbekanntem Datum): Der Korrespondent schildert, wie das Vertrauen in den französischen Generalstab allenthalben geschwunden sei, wie die Vorbereitung Deutschlands als vollkommen anerkannt wird, und wie die Aktion der Engländer ein jähes Ende gefunden bat. Nachdem das kleine Deer Frenchs bei Compiegne dezimiert sei, würden die Engländer vermutlich von weiteren Unternehmungen abstehen. Der Korrespondent kommt dann auf die Lage in Paris zurück, das durch die Abwesenheit der kleinen Zahl von Menschen, die die politische Welt bilden, nichts von seiner moralischen und materiellen Bedeutung verliere. Wenn nun der Kaiser Paris vor ein „Entweder— oder“ stelle, würde die ganze Welt einen Schrei des Schreckens und der Verwünschung ausstoßen, was den Deutschen aber wohl gleichgültig sein werde. Es sei kein Zweifel, daß man auch von Bordeaux antworten werde:„Zerstört nur Paris, der Krieg wird darum nicht aufhören!" Aber die Bevölkerung von Paris wird vermutlich anderer Ansicht sein. Das Seltsame sei, daß niemand mehr Vertrauen in das Heer habe. Das Heer sei ja in keiner großen Schlacht geschlagen(!), aber die Pariser wissen, daß bis zum fernsten Dorfe ganz Frankreich mit Verwundeten überschwemmt ist, und daß diese nur ein kleiner Teil der Verluste seien. In Paris weiß man auch, daß große Heeresteile von den Deutschen gefangen genommen und nach Deutschland gebracht worden sind. Am entschiedensten gegen die Fortsetzung des Krieges aber seien die französischen Frauen, die den Krieg von ganzer Seele haßten und besonders in Paris sich gegen seine Fortsetzung auflehnen würden. Und die Männer, so schließt der Korrespondent. werden ihnen folgen. Boulogne in Erwartung der Deutschen. Rotterdan,.Sept.1914.(Drahtber.) Nach einer Times=Depesche aus Boulogne hat der Bürgermeister der dortigen Bevölkerung befohlen, die Waffen einzuliefern und dem Einzug der Deutschen keinen Widerstand entgegenzusetzen. Bevorstehende Beschießung Ostendes. Aus Vlissingen wird gemeldet, daß die Beschießung von Ostende bevorstehe. Dreißig Züge mit Flüchtlingen hätten die Stadt verlassen. Am 7. September seien in Ostende englische Truppen gelandet. Seite 2. Kölner Ein Telegramm des Kaisers an den Präsidenten Wilson. WTB Berlin,.Sept.1914.(Drahtber.) Die Nordd. Allg. Zeitung veröffentlicht nachstehendes Telegramm, das der Kaiser an den Präsidenten Wilson gerichtet hat: Ich betrachte es als Meine Pflicht, Herr Präsident, Sie, als den hervorragendsten Vertreter der Grundsätze der Menschlichkeit, zu benachrichtigen, daß nach der Einnahme der französischen Festung Longwy Meine Truppen dort Tausende von Dumdum=Geschossen entdeckt haben, die durch eine besondere Regierungswerkstätte hergestellt waren. Ebensolche Geschosse wurden bei getöteten und verwundeten Soldaten und Gefangenen auch britischer Truppen gefunden. Sie wissen, welche schrecklichen Wunden und Leiden diese Kugeln verursachen, und daß ihre Anwendung durch die anerkannten Grundsätze des internationalen Rechtes streng verboten ist. Ich richte daher an Sie einen feierlichen Protest gegen diese Art der Kriegführung, welche dank den Methoden unserer Gegner eine der barbarischsten geworden ist, die man in der Geschichte kennt. Nicht nur haben sie diese grausamen Waffen angewendet, sondern die belgische Regierung hat die Teilnahme der belgischen Zivilbevölkerung an dem Kampfe offen ermutigt und seit langem sorgfältig vorbereitet. Die selbst von Frauen und Geistlichen in diesem Guerillakriege begangenen Grausamkeiten auch an verwundeten Soldaten, Arztpersonal und Pflegerinnen(Aerzte wurden getötet, Lazarette durch Gewehrfeuer angegriffen) waren derartig, daß Meine Generale sich endlich gezwungen sahen, die schärfsten Mittel zu ergreifen, um die Schuldigen zu bestrafen und die blutdürstige Bevölkerung von der Fortsetzung ihrer schimpflichen Mord= und Schandtaten abzuschrecken. Einige Dörfer und selbst die alte Stadt Löwen, mit Ausnahme des schönen Stadthauses, mußten in Selbstverteidigung und zum Schutze Meiner Truppen zerstört werden. Mein werz blutet, wenn Ich sehe, daß solche Maßregeln unvermeidlich geworden sind, und wenn Ich an die zahllosen unschuldigen Leute denke, die ihr Heim und Eigentum verloren haben infolge des barbarischen Betragens jener Verbrecher. (gez.) Wilhelm I. R. # Berlin,.Sept. 1914.(Eig. Trahtber.) Die Kundgebung des Kaisers gegen die Scheußlich keiten im Kampfe unserer Feinde gegen das deutsche Heer spricht auch von den selbst von Frauen und Geistlichen in diesem Kriege begangenen Grausamkeiten, auch an verwundeten Soldaten, Aerztepersonal und Verpflegerinnen. Es waren bisher keinerlei Tatsachen bekannt, daß Geintliche Grausamkeiten an verwundeten Soldaten, Aerzten und Pflegerinnen begangen hätten. Wohl haben namentlich sächsische Zeitungen und die Tägliche Rundschau über Grausamkeiten katholischer Geistlicher gegen deutsche Soldaten und Offiziere berichtet. Soldaten sollten die Augen ausgestochen worden sein. Anderen sollten die Hände und Füße abgehackt und wieder anderen der Hals abgesmtten worden sein. Bei allen diesen nur auf Gerüchten fußenden Erzählungen in Feldpostbriefen fehlten die Angaben des Ortes, der Zeit und der Namen der Pfarrer, so daß sie auf ihren tatsächlichen Hintergrund niemals nachgeprutt werden konnten. Als bei der laglichen Pressebesprechung im Reichstage mit den Vertretern des Generalstabes, des Reichsmarineamtes, des Auswärtigen Amtes und des Oberkommandos in den Marken die Aufmerksamkeit der maßgebenden Stellen auf diese unsaßbaren Erzählungen gelenkt wurde, erklärte der Vertreter des Auswärtigen Amtes, Exzellenz von Mumm, mit aller Entschiedenheit wortlich: Es steye jetzt schon fest, daß die meisten dieser Geschichten erfunden, erlogen und erstunten seien. Wenn der Kaiser nun in einer Kundgebung an den Präsidenten der Vereinigten Staaten auch Grausamkeiten von Geistlichen gegen die deutschen Soldaten erwähnt, so muß die Untersuchung also inzwischen neue feststehende Tatsachen ergeben haben. Es wird keinem deutschen katholischen Geistlichen einfallen, etwas zu beschönigen oder zu entschuldigen, wenn solche Dinge vorgekommen sind. Es hält aber schwer zu glauben, daß katho: lische Geistliche auch dem Feinde gegenüber sich soweit vergessen und Grausamkeiten hinterrücks oder au wehrlosen Verwundeten begehen können. Es ist traurig genug, daß das belgische Volk durch seine Behörden und durch eine verlogene Presse verführt und zum Franktireurkrieg verleitet worden ist. Sollten sich auch Geistliche an diesem Franktireurkrieg beteiligt haben, so wäre dies auf das tiefste zu beklagen und auf das schärfste zu verurteilen, denn gerade ein Geistlicher sollte infolge seiner höheren Bildung zwischen ehrlichem Krieg und hinterlistigem Franktireurkrieg wohl unterscheiden können. Im übrigen wird man erwarten dürfen, daß nach der Kundgebung des Kaisers an den Präsidenten der Vereinigten Staaten nun bald die Tatsachen bekanntgegeben werden, wo und wann Geistliche in Belgien sich Grausamkeiten gegen verwundete Soldaten, Aerzte und Pflegerinnen zuschulden kommen ließen, damit nach den verhängnisvollen allgemeinen Verleumdungen in Feldpostbriefen der gänzlich schuldlose Teil des Klerus— und das ist doch zweifellos die ganz überwiegende Mehrheit— wieder seines Lebens und seiner Ehre sicher ist. K VTB Der Kaiser an den König von Sachsen. (Drahtber.) Dresden,.Sept.1914. Die Sächsische Staatszeitung meldet: Kaiser Wilhelm hat an den König von Sachsen unter dem 7. September folgendes Telegramm gerichtet: Ich habe heute dem Generalobersten von Hausen folgendes telegraphiert: Seit Beginn des Krieges hat die dritte Armee durch anstrengende Märsche und vieltägige, verlustreiche, andauernde Kämpfe mit feindlichen Truppen und verräterischen Landeseinwohnern große Erfolge erreicht und es allen anderen Armeen an Ausdauer und Tapferkeit gleichgetan. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen und Ihren braven Truppen meine höchste Anerkennung und meinen kaiserlichen Dank auszusprechen. Ich ersuche Sie, dies der Armee bekannt zu geben. Es gereicht mir zur besonderen Freude, Dir dies mitzuteilen. * Local-Anzeiger Nr. 250* Mittwoch, 9. September 1914 Die Auflegung der ersten Kriegsanleihe unmittelbar bevorstehend. WTB Berlin,.Sept.1914.(Drahtb.) Wie den Morgenblättern von zuständiger Seite mitgeteilt wird, steht die Veröffentlichung der Bekanntmachung des Reichsbankdirektoriums betr. die Auflegung der ersten Kriegsanleihe unmittelbar bevor. Es werden aufgelegt: eine Milliarde Mark 5prozentiger Reichsschatzanweisungen und ferner eine 5prozentige Reichsanleihe, unkündbar bis zum 1. Oktober 1924. Der Zeichnungspreis beträgt für die Schatzanweisungen 97,50 Proz., für die Anleihe ebenfalls 97,50 Proz., bei Eintragung in das Reichsschuldbuch und Sperre 97,30 Proz. Die Schatzanweisungen haben durchschnittlich eine fünfjährige Laufzeit; sie sind in fünf Abschnitte von je 200 Millionen Mark eingeteill, die in der Zeit vom 1. Oktober 1918 bis zum 1. Oktober 1920 halbjährlich zur Tilgung ausgelost und in Bar zum Nennwert zurückgezahlt werden. Die Einteilung ist lediglich aus praktischen Gründen erfolgt, weil es nämlich für das Reich und für den Geldmarkt mit Unzuträglichkeiten verbunden sein würde, eine so große Summe zu einem einzigen Termin zur Rückzahlung bereitzustellen. Die Reichsanleihe ist in ihrem Höchstbetrag nicht begrenzt. Es besteht zwar die Absicht, nur einen Teil des in der Reichstagssitzung vom 4. August d. J. bewilligten Kredits von fünf Milliarden Mark flüssig zu machen. Durch den Wegfall ihrer Limitierung wird aber erreicht, daß die Zeichner mit Wahrscheinlichkeit erwarten können, den von ihnen gezeichneten Betrag der Reichsanleihe voll zugeteilt zu erhalten. X WTB Der Regierungspräsident von Allenstein wieder zurückgekehrt.(Drahtber.) Allenstein,.Sept.1914. Nachdem vor einiger Zeit auf eine in allgemeinen Vorschriften begründete Anordnung des Ministers des Innern die Verlegung der hiesigen Regierung wegen der Kriegslage stattgefunden hatte, ist der Regierungspräsident mit der Regierungshauptkasse und einem Teil der Beamten am vergangenen Sonntag von Danzig hierher zurückgekehrt * Eine Attacke afrikanischer Jäger gegen ein deutsches Landwehrregiment bei Tagsdorf(Sundgan), die dem bekannten Todesritt französischer Kürassiere bei Wörth 1870 gleicht, wird, einer Meldung aus Straßburg an das Berl. Tagebl. zufolge, erst jetzt bekannt. Unsere Landwehrleute ließen die feindliche Kavallerie bis auf 400 Meter herankommen, die Wirkung des dann einsetzenden Feuers war furchtbar. Nach drei Minuten war die französische Kavallerie vernichtet. Von 800 blieben nur 27 unverletzt, alle übrigen fielen verwundet ooer tot. Hierzu bringt die Frankfurter Ztg. folgende dramatische Schilderung: Nachdem das Gesecht längere Zeit gedauert hatte, nahm man auf französischer Seile an, die deutsche Schützenlinie sei im gegnerischen Feuer wantend geworden. Denn plötzlich zeigten sich dem Zeutrum der deutschen Linie gegenüber etwa 700 bis 800 Mann Kavallerie, afrikanische Jäger. Sofort wurde auf deutscher Seite die Sachlage erranni: eine Attacke! Im Augenblick war der Befehl ausgegeben:„Ruhig schießen, sicher zielen, immer zuerst auf das Pferd, dann auf den Mann.“ Auch wurde jeder Abteilung ein gewisses Schußfeld zugewiesen. Die Maschinen= gewehre richteten sich ebenfalls ein. Kaum waren diese Anordnungen getroffen, da dröhnte der Boden von den Pferdehufen, die Wassen der Reiter klirrten und ihr Schreien gellte. Aber die Schwadronen ritten nicht in derselben aufgeschlossenen Formation, wie die Teutschen eine Attacke reiten. Ihre Verbande begannen sich zu lösen und wurden getrennt, noch ehe sie auf 800 Meter an der deutschen Linie herau waren. Aber immer noch nicht wurde das deutsche Feuer eröffnet. Ruhig lagen die Landwehren hinter ihren Gewehren. Die Maschinengewehre waren eingestellt und begannen zuerst, ziemlich langsam, aber zielsicher ein mörderisches Feuer, als die Franzosen auf 500 Meter herau waren. Das Kleingewehrfeuer setzte auf 350 bis 400 Meter ein. Die Wirkung war fürchterlich, der Feuerkampf dauerte höchstens zwei bis drei Minuten. Aber kein rasches, rasendes Schnellfeuer wurde gegeben, die Schüsse fielen langsam, jedoch mit immer sicher genommenem Ziel. Keine Kerntruppe hätte ein ruhigeres Feuer entwickeln können. Immer die vorderen Reihen wurden weggeschossen, die hinter den fallenden Pferden jagenden Reiter konnten öfters nicht mehr ausweichen und stürzten mit dem Pferd über das vor ihnen zusammengebrochene Tier. Gellendes Wiehern, Röcheln und dröhnendes Stöhnen der abgeschossenen Pferde, die um sich schlugen auf demn Boden liegend, wieder aufsprangen, zusammenbrachen, zuckten. Ebenso schnellte da und dort ein gestürzter Reiter in die Höhe, um gleich darauf zu fallen. Und dazwischen das exakte Feuer der deutschen Schützenlinie. Kein Reiter konnte wenden, sie waren zu nahe dem feindlichen Feuer, so war aus dem schönen und starken Bild der vor zwei, drei Minuten zur Attacke heranrasenden Schwadronen eine unsäglich traurige Masse geworden, zerschmettert und zertrümmert. Ehe die Franzosen noch weitere Angriffe unternehmen konnten, hatte ein zweites Bataillon deutscher Landwehren den französischen rechten Flügel überfallen können. So mußten sich die Franzosen zurückziehen. Von den afrikanischen Jägern, die diese Attacke ritten, blieben unversehrt 27 Mann als Gefangene in den Händen der Deutschen, über die Hälfte war schwer verwundet, die anderen tot. • WTB Siegreiches Gefecht gegen die Russen.(Drahtbericht.) Breslau,.Sept.1914. Die Schlesische Zeitung meldet: Vom hiesigen stellvertretenden Generalkommando wird uns mitgeteilt: Unsere schlesische Landwehr hat gestern nach siegreichem Gefecht 17 Offiziere und 1000 Mann vom russischen Gardekorps und 3. Kaukasischen Korps zu Gefangenen gemacht. * — Die russische Darstellung der masurischen Schlacht. Die Londoner Times vom 2. September veröffentlicht folgenden Drahtbericht aus St. Petersburg: St. Petersburg,.Sept.1914. Das Hauptquartier meldet heute: Dank ihres hochentwickelten Eisenbahnsystems sammelten sich die stark überlegenen[2 deutschen Streitkräfte und warfen sich auf etwa!] zwei!] unserer Armeekorps. Bekanntlich sind drei russische Korps völlig vernichtet worden, während ein viertes unter starken Verlusten flüchtete.] Diese waren dem außerordentlich heftigen Feuer der schweren Artillerie ausgesetzt, das starke Verluste verursachte. Den hierher gelangten Nachrichten zufolge fochten unsere Truppen heldenmütig. Die Generäle Samsonoff, Martos, Pestitsch und mehrere Stabsoffiziere sind gefallen. Alle möglichen Maßnahmen sind getroffen worden, um dieses beklagenswerte Ereignis auszugleichen. Der Oberkommandierende vertraut nach wie vor darauf, daß Gott uns helfen wird, unsere Pläne erfolgreich durchzuführen. General Samsonoff galt für einen der fähigsten und begabtesten Heerführer. Er zeichnete sich hervorragend im russisch=japanischen Kriege aus, in dem er eine führende KosakenDivision befehligte. Später wurde er zum Kommandeur eines Armeekorps ernannt, und zuletzt war er zum Befehlshaber der Truppen in Turkestan befördert worden. Bis zum Ansbruch stand er in Taschkend. Er war populär, und sein Name war in allen Schichten der Bevölkerung vertraut. General Martos kommandierte ein Armeekorps, während General Pestitsch dem Generalstab zugeteilt war. WIB Rückkehr der Königin der Belgier nach Antwerpen.(Drahtber.) Rotterdam,.Sept.1914. Die Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus Vlissingen: Die Königin der Belgier ist gestern hier eingetroffen und nach Antwerpen weitergereist. Eine große Zahl von belgischen Flüchtlingen ist hier angelangt, von denen Hunderte nach England weiterfahren. * * Ausweisung der naturalisierten Deutschen aus Antwerpen. Rotterdam. 6. Sept.1912. Das belgische Hauptquartier bestimmte, daß sämtliche Deutsche und Oesterreicher ab heute innerhalb 24 Stunden Belgien(soweit es noch ein belgisches Belgien gibt) verlassen. Ferner müssen in Belgien naturalisierte Deutsche und Oesterreicher das Gebiet von Antwerpen heute verlassen. (0 Nördlich Brüssel, am Sedantag 1914. Am 20. August haben wir die aus Antwerpen ausfallenden Divisionen gründlich auf die Finger geklopft. Sie verloren 400 Gefangene, 5 Geschütze, 2 Maschinengewehre. In uns überbrachten Antwerpener Zeitungen wurde der Tag als„Erfolg der belgischen Waffen“ gepriesen. Dabei lagen belgische Tornister und die schwarzen Mäntel von Vilforde bis Mecheln(Malines) zu Tausenden! * Der Untergang des englischen Kreuzers Pathfinder. Dem Berl. Lokalanzeiger wird aus Rotterdam, den 8. September, gemeldet: Ueber den Untergang des Kreuzers Pathfinder wird weiter aus London gemeldet:„Die Katastrophe geschah am Samstag, nachmittags 4½ Uhr, 10 Meilen nördlich von St. Abb's Head(ein Vorsprung an der südlichen Küste des Firth of Forth in Schottland). Die Besatzung saß eben beim Mittagessen, als das Schiff erschüttert wurde. Das Schiff neigte sich nach vorn, und einen Augenblick später erfolgte eine furchtbare Explosion, welche das Schiff sprengte. Nach vier Minuten war der Kreuzer untergegangen. Kriegsschiffe und ein Rettungsboot von St. Abb's Head eilten herbei und retteten den Kommandanten und eine Anzahl Leute. Die Mine scheint das Schiff in der Nähe des Magazins getroffen zu haben. Der Kreuzer hatte eine Besatzung von 268 Mann. Kommandant war Kapitän Marquis Leake. Außerdem sollen noch acht andere Offiziere gerettet worden sein.“ Die englischen Verluste. Kopenhagen,.Sept. 1914.(Drahtber.) Die Berlingske Tidende meldet aus Lonon: Die englischen Verluste werden jetzt offiziell mit 15000 Toten und Verwundeten augegeben. K Ein Botschafterwechsel unter auffälligen Umständen. Kopenhagen,.Sept. 1914. Großes Aufsehen erregt in Paris der plötzlich verfügte spanische Botschaftswechsel. Der bisherige Botschafter Billa Urratisa, so wird dem Berl. Lok.=Anz. gemeldet, reiste unerwartet, ohne sich von dem franzosischen Präsidenten und von der Regierung zu verabschieden, nach England ab. Die Presse erörtert den Fall lebhaft und betont, in der Geschichte Frankreichs sei dies das erste Mal, daß der diplomatische Vertreter einer fremden Macht Hals über Kopf ohne offizielle Verabschiedung Paris verlaßt. Urratisas Nachfolger ist Valtierra, kein Diplomat, sondern Militär. Er nimmt den Rang eines Generalkapitäns im Heere ein. * Die polnischen Legionäre. WTB Wien,.Sept. 1914.(Drahtbericht.) Unter zahlreicher Beteiligung von Würdenträgern fand gestern nachmitlag unter patriotischen Kundgebungen des Publikums die Verabschiedung und der Abmarsch der ersten Kompagnie polnischer Legionare nach Krakau statt. Der Obmann des Polenkomitees, Herrenhausmitglied Zgorski, hielt eine Ansprache, die mit einem dreimaligen Kaiserhoch schloß. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm abgeschickt. Auf dem Wege zum Bahnhofe zogen die Legionäre vor das Kriegsministerium. Auf dem Bahnh##e verabschiedete der Vizpräsident des Roten Kreuzes, Baron Beck, die Legionäre, welche bewiesen, daß der Kampf, den die Monarchie und ihr Bundesgenosse aufgenommen hätten, um eine gerechte Sache geführt werde. Die Abfahrt erfolgte unter dem Absingen der Kaiserhymne und nationaler Lieder. Wasserstands-Nachrichter Konstanz, 8., Bodens. 3,98—0,0u m Hüningen,7 om., Rhein 2,30--4,0l m Kehl, 7 vorm., Rhein 3,05—0,09 m Manndeim, 8 om, Ky..07—4,07 m Heilbronn, Zrm., Nechar 0 60—.00 m Lohr, 9 vorm., Main.07 m1 Caud, 9 vorm. Rhein.57—.03m am 9. September 1914. Bingen, 6., Rheingan.19—.50 Bingerloch 1,79—9,00 Trier, 7 vorm., Motel 0,24—0,06 Köln. 7 vorm., Rhein 2,36—.9 m Ruhrart, 8 om., Rhein 15—.00 m Wesel, 8 vorm., Rhein.49—0,10 i Kölner Local-Anzeiger Nr. 250* Mittwoch, 9. September 1914 Seite 3. :: Kirchliches:: K Rom,.Sept.1914.(Eig. Drahtber.) Im heutigen öffentlichen Konsistorium empfingen vier Kardinäle den roten Hut; nämlich die Kardinäle Piffl, Czernoch, Bello und Guisasola, welche vorher in der Sala Mathilde vor den Kardinälen Serafino Vannutelli, Agliardi, Gotti, della Volpe und Gasparri den Eidschwur ablegten. Im geheimen Konsistorium hielt der Papst eine kurze Ansprache an die Kardinäle, verlas die bereits durch Breve ernannten Bischöfe und gab einigen verwaisten Sprengeln neue Oberhirten. Zuletzt wurde das Tedeum gesungen von den Sixtinasängern. Im Konsistoriensaal fand dann die Verteilung der Pallien statt. Rektor Smolikowski empfing das Pallium für den neuen Posener Erzbischof Likowsky. WTB Rom,.Sept.1914.(Drahtber.) Beim Empfang des diplomatischen Korps durch den Papst brachte der Gesandte beim Vatikan, von Mühlberg, dem neuerwählten Oberhaupt der katholischen Christenheit zur Thronbesteigung die Glückwünsche Kaiser Wilhelms und der Regierung dar. Der Papst dankte in warmen Worten. 0) Die Kölner Oetaillisten und die Lebensmittelteuerung. Der Verein der Kolonialwarenhändler und verwandter Geschäftsweige hielt am Dienstagabend im Alten Präsidium eine stark esuchte Versammlung ab. Der Vorsitzende Jul. Genske leitete die Verhandlungen, in denen zum Ausdruck kam, daß in Köln die Meinung verbreitet sei, daß die vor Kurzem einsetzende Lebensmittelteuerung die Detaillisten verschuldet hätten. Dies sei keineswegs der Fall. Als die Mobilmachung bekannt geworden und der Ansturm auf die Lebensmittel durch das Publikum begonnen habe, hätten die Kolonialwarenhändler nur geringe Warenbestände gehabt, weil die Lieferung der Waren neuer Ernte bevorgestanden habe. Die Grossisten aber forderten sofort ohne jede Berechtigung bedeutend erhöhte Preise für die wichtigsten Lebensmittel, die dann natürlich der Detaillist auf die Konsumenten abwälzen mußte. Auch das städtische Nachrichtenamt habe sich, ohne sich von der Richtigkeit zu überzeugen, in Zeitungsartikeln gegen die Detaillisten gewandt. Nach längerer Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, die der Stadtverwaltung, der Handelskammer, der Kommandantur, dem Polizeipräsidium und der Regierung übermittelt werden soll und in der es u. a. heißt: Die heute zahlreich versammelten Detaillisten der Lebensmittelbranche legen dagegen Verwahrung ein, daß sie als Lebensmittelverteuerer hingestellt werden. Diese Verdächtigung muß entschieden zurückgewiesen werden, um so mehr, als die Detaillisten nicht in der Lage waren, nicht einmal ihren selbst bezahlten Preisaufschlag den Konsumenten abzuverlangen. Es seien die Lieferanten, Fabrikanten und Grossisten, die den Detaillisten zu hohe Preise diktiert hätten. So wurde z. B. schon in den ersten Tagen nach der Mobilmachung von den Grossisten für Mehl 16—18., Zucker—8., Gries 12., Gerste 22., Seife—6., Haferflocken 18., Kaffee 10 M. für den Doppelzentner mehr gefordert. Bei dem am meisten begehrten und notwendigsten Artikel, Salz, haben die Grossisten am meisten gesündigt. So mußten die Detaillisten für Salz—10 M. für den Doppelzentner mehr bezahlen, obschon der Großhandel nur wenige Pfennige bei 100 Kilogramm mehr wie früher bezahlte. Auch für die sogenannten Paketartikel hat man von seiten der Grossisten 10—25 Prozent mehr gefordert, trotzdem die meisten Artikel von den Fabrikanten zu den alten Preisen geliefert wurden. Außerdem haben die Grossisten unverständlicherweise trotz der hohen Preise zehn Prozent Kriegszulage sich zahlen lassen: weiter wurde vom Detaillisten sofortige Barzahlung oder vorherige Einsendung des Betrages verlangt, und das alles, trotzdem das Handelsministerium und die Kölner Handelskammer sich gegen die Aenderung der früheren Zahlungs= und Kreditverhältnisse ausgesprochen haben, Sollten die Lieferanten die alten Zahlungsbedingungen nicht wieder einführen, so sieht sich der Verein gezwungen, sich an die Kgl. Regierung zu wenden, die ohne Zweifel ihren früher geäußerten Standpunkt wieder einnehmen und dahin wirken wird, daß den Grossisten und Fabrikanten der Bankkredit entzogen wird. Sollte nun bezüglich des Detailverkaufs einzelne Detaillisten nicht angebrachte Preissteigerungen vorgenommen haben, was bis heute noch nicht festgestellt werden konnte, so ist dies sehr zu bedauern; derartige Fälle dürfen jedoch nicht verallgemeinert werden. Hierauf befaßte sich die Versammlung mit der Frage der Gründung einer Einkaufsgenossenschaft, die im Prinzip gutgeheißen wurde. Eine Kommission von acht Herren wird die Vorarbeiten in die Hand nehmen. Weiter waren sich die Versammelten darin einig, alle englischen Erzeugnisse zum Verkauf aus ihren Ladenlokalen auszuschalten und der Kundschaft nur deutsche Fabrikate zu empfehlen. Unser Erzfeind England habe es fertig gebracht, die halbe Welt gegen uns zu hetzen und die englische Regierung habe die Kaufleute aufgefordert, den deutschen Firmen ihre Forderungen nicht zu bezahlen; eine solche Nation dürfe nicht mehr unterstützt werden. □) Volks=Kunstabende. Unter dem Vorsitze des Beigeordneten W. Laué hat sich eine kleine Kommission gebildet, die für die Dauer der Kriegszeit im Gürzenich Volkskunstabende zu veranstalten beabsichtigt. Durch diese Einrichtung sollen unseren Mitbürgern in schwerer Zeit Stunden der Erhebung und Freude durch deutsche Kunst gebracht werden. Wie die nachfolgenden Programme der beiden ersten Abende erkennen lassen, soll alles Oberflächliche ferngehalten werden. Um Jedem Gelegenheit zu geben, den Veranstaltunger, beizuwohnen, ist der Eintrittspreis auf 10 Pfg. festgesetzt. Der erste Abend soll am Montaa, 14. September, abends 8 Uhr, stattfinden. Als Programm ist in Aussicht genommen: Orgelvortrag, einleitende Worte des Beigeordneten Laué, Gesangsvortrag eines Gesang=Vereins, kurzer Vortrag des Studien=Direktors Prof. Dr. Eckert, Deklamation des Aufrufs von 1813 und 1815, Deklamation von Volksliedern und Gesangvortrag des Gesangvereins. Das Programm für den 28. September soll die Kriegspoesie aller Zeiten behandeln und neben Deklamationen den Vortrag von Liedern von Löwe, Heinrich der Vogler, Prinz Eugen und Fridericus Rer bringen, deren Vortrag Theaterdirektor Hofrat Rémond übernommen hat. Der Kartenverkauf findet Samstag, Sonntag und Montag von 12—1 Uhr an der Gürzenichkasse, Eingang Martinstraße, statt. () Soldatenkonzerte. Die Stadt Köln beabsichtigt, für die Militärbesatzung der Garnison im großen Gürzenichsaale durch das städtische Orchester unter Leitung des Konzertmeisters Heinr. Anders Konzerte zu geben, in denen hervorragende Werke deutscher Tonkunst vorgetragen werden. Durch diese Veranstaltungen soll unseren Truppen ein künstlerischer Genuß und eine Erhebung bereitet werden. Das erste Konzert findet am Donnerstag, 10. September, statt und bringt die Symphonie-moll von L. van Beethoven, Ansprache des Beigeordneten Laué, die Jubel=Ouvertüre von C. M. von Weber und Die Wacht am Rhein. Ein Billettverkauf zu diesen Konzerten findet nicht statt; die Eintrittskarten sind dem Gouvernement unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. () Städtische Kriegssammlung 1914. Nach der letzten Quittung sind bisher insgesamt eingegangen 605 355,93 M. 1 Die Deutsche Kolonial-Gesellschaft, Abteilung Köln hat einen Wechsel der Vorstandsämter vollziehen müssen. An Stelle des Professors Dr. Kurt Wiedenfeld, der dieser Tage Köln verläßt, um eine ordentliche Professur an der Universität Halle=Wittenberg zu übernehmen, ist Kommerzienrat Arnold von Guilleaume zum Vorsitzenden der Abteilung gewählt worden. An dessen Stelle als ersten stellvertretenden Vorsitzenden ist der bisherige stellvertretende Schatzmeister, Hauptmann a. D. Karl Gieße, getreten. Zum stellvertretenden Schatzmeister wurde Hr. Friedrich Grüneberg gewählt. X An der Kunstgewerbe= und Handwerkerschule der Stadt Köln beginnt das Wintersemester am 23. September. Anmeldungen werden am 18., 19. und 21. September entgegengenommen. () Militärzug. Ein Sonderzug, bestehend aus Sanitätswagen und mit Schwerverwundeten belegt, ist gestern morgen um 8 Uhr auf dem Hauptbahnhof eingetroffen und nach einem Aufenthalt von einer halben Stunde weiterbefördert worden. Vor 9 Uhr vormittags traf ferner ein Sonderzug mit französischen Gefangenen hier ein. Dieselben wurden ebenfalls weiter befördert. Zwei Sonderzüge mit etwa 2000 französischen und englischen Gefangenen sind heute vormittag auf dem Hauptbahnhof eingelaufen. Unter diesen Gefangenen befanden sich auch 7 Marrokaner und viele junge Leute in Zivilkleidung, die in Frankreich zur Fahne einberufen, aber auch nicht eingekleidet waren. Beide Sonderzüge gingen über Deutz weiter. B 0 Ins Feindesland. Zu der Mitteilung über die Verlegung der Erfrischungsstation Mülheim nach Lüttich in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes wird uns noch ergänzend geschrieben: Nachdem dieser Entschluß in Köln bekannt geworden, sind für die Lütticher Verpflegungsstation aus den Sammelvorräten der Stadt Köln erhebliche Mengen in liebenswürdigster Weise zur Verfügung gestellt. Auch aus Berg.=Gladbach traf eine ansehnliche Sendung von Vorräten ein. Der Bezirksverein vom Roten Kreuz hat sofort 1500 M. zur Beschaffung weiterer Nahrungsund Verpflegungsmittel, an denen in Lüttich großer Mangel herrscht, gespendet. Landrat von Schlechtendal begibt sich nach Lüttich, um die Verwundeten=Verpflegungsstation dort einzurichten. (□) Schülerbeförderung über die Hohenzollernbrücke. Die Direktion der städtischen Bahnen macht im Anzeigenteil bekannt, daß mit Beginn der Schule für Schulkinder die Möglichkeit besteht, über die Hohenzollernbrücke Straßenbahnwagen zu benutzen. Die Wagen werden am Staatsbahnhof Deutz und am Wallraf=Richartz= Museum aufgestellt, sind mit Aufschrift versehen und befördern nur Schüler und Schülerinnen. Im übrigen wird auf die Bekanntmachung verwiesen. () Jahlungen an die Besitzer von Oferden und Automobilen. Für die am 28. und 29. August d. J. auf dem Hansaring ausgehobenen Pferde, Wagen und Geschirre kann das Geld durch die Empfangsberechtigten an der Königlichen RegierungsHauptkasse erhoben werden.— Die eingereichten Kostenrechnungen über die vom 31. August bis 5. September 1914 ausgehobenenKraftwagen sind zur Zahlung durch die Regierungshauptkasse angewiesen worden. () Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete sich am Dienstagabend auf der Zülpicherstraße. Dort lief ein etwa achtjähriger Knabe direkt vor einen Straßenbahnwagen, der ihn trotz allen Bremsens des Wagenführers überfuhr, wobei dem Knaben beide Beine avgefahren wurden. Auch erlitt der Knabe noch schwere Kopfverletzungen. Man mußte die Feuerwehr rufen, die mit den Angestellten der Straßenbahn den Knaben unter dem Wagen hervorholte. In der Lindenburg ist das Kind inzwischen seinen Verletzungen erlegen. 22 X Jagderöffnung. Der Bezirksausschuß hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen: Unter Abänderung der Anordnung vom 27. Juli 1914 wird die Eröffnung der Jagd auf Birk=, Hasel=, Fasanen=Hähne und=Hennen auf den 15. September 1914, festgesetzt. Die Jagdzeit der Rebhühner, Wachteln und schottischen Moorhühner wird bis zum 14. Dezember 1914 einschließlich, verlängert. Kriegsfürsorge. 80 Kölner Ersatzreservisten der Abteilung Grange-auxBois bei Metz(17. Komp. 8. Arm.=Batt. vom Bez.=Kom. II Köln) brachten für die Rote=Kreuz=Sammlung die nette Summe von 116,70 M. zusammen. Die Sammlung bei der Bittprozession, die unter gewaltiger Beteiligung der Gläubigen am verflossenen Sonntag von der Herz=Jesu=Kirché Mülheim aus zur Gnadenkapelle in Kalk veranstaltet wurde, hat einen Betrag von M. 159,55 ergeben, der dem Kriegsunterstützungsfonds überwiesen wurde. — Der Naturheilverein in Mülheim hat beschlossen, dem Roten Kreuz 50 M. und der Kriegsspende der Naturheilvereine ebenfalls 50 M. zu überweisen. Den zum Heere einberufenen Mitgliedern werden die Vereinsbeiträge und die Beiträge zur Bundes=Unterstützungskasse erlassen, während sden Jamilien jedoch die Leistungen des Vereins, auch das Sterbegeld erhalten bleiben. Im Bedürfnisfall sollen auch nicht einberufenen Mitgliedern die Vereinsbeiträge erlassen werden. — Der Verein Kölner Veteranen beschloß, für die Kriegsspende 30 M. und für das Rote Kreuz 20 M. aus der Vereinskasse zu spenden. : Mitteilungen: () Das Gold- und Silberwarengeschäft Adolf Durrmann. Köln, Marsilstein 6(gegründet 1889), begeht am 10. September gleichzeitig mit der silbernen Hochzeit des Inhabers sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. Nr. 22. (T bedeutet: tot.— Verw bedeutet: verwundet.— L bedeutet: leicht verwundet.— S bedeutet: schwer verwundet.—V bedeutet: vermißt. G bedeutet: gefangen.) Königlich Preußische Armee. Brigade=Ersatz=Bataillon Nr. 28. Düsseldorf. 1. Komp.: Sanitätsunteroff. Georg Jöres(Rheydt) L Serg. Heinr. Hoffmann(Minden) L. Brigade=Ersatz=Bataillon Nr. 80. Vonn Stab=Bat.: Maj. Herm. Rudolph(Willemshof S 5. Komp.: Hauptm. Kurt Wölfi(Spandau) Verw. Reserv. Albert Manfraß (Krastepellen)., Feldw. Anton Langen(Ueckendorf) S Unteroff. Eug. Seeger(Ludwigshafen) I. Musk. Wilh. Carduck(Langerwehe) S Reserv. Wilh. Breuch(Mülheim a. Rh.) 1. Reserv. Stanisl. Grabarz(Boruschin) L Wehrm. Ferd. Banz 1(Langel) S Wehrm. Anton Werner(Bonn) L Gefr. Pet. Zensen(Heumar) L Wehrm. Heinr. Baum(Niederbreitbach) L Wehrm. Deter Fuß II(Kleinvernich) S Wehrm. Matth. Hambach(Dünstehofen) S Wehrmann Heinrich Barion(Euenheim) L Wehrmann Nikal Lorenz(Brenig L Reserv. Johann Jühlen(Wesseling) L Wehrmann Johann Meyer III(Mittel=Auel Rhein) S Wehrmann Franz Bayer (Pondorf) L Reserv. Anton Frohn(Heifel) L. Reserv. Peter Droschmann I(Brüggen)., Res. Theod. Meyer(Röttgen) V Res. Gottfr. Naßdoren(Mülheim) V Wehrm. Heinr. Deters II (Bonn) V. Res. Matth. Dickopp(Höttingen)., 6. Komp.: Oberlin. Aug. Herm. Remy(Hilgert) S Res. Wilh. Müller(Cyriax, Land) Wehrm. Theod. P feiffer(Schwerfen)'., Feldw. Herm. Münzner (Hannover) S. Unteroff. Pet. Löhrer(Bernheim) L Unteroff. Ant. Rohr(Raumbach) I Wehrm. Pet. Lämmerheim(Bonn) L Res. Mich. Scheidt(Eupen) L. Res. Heinr. Duven(.=Gladbach) S Res. Wilh. Lehmacher(Flerzheim) L Res. Mart. Klein(Frauenthron) S Res. Paul Huermann(Vonn=Kessenich) S Res. Heinr. Chall(Düsseldorf) S Gefr. d. Res. Peter Zimmer(Adenau) 1. Wehrm. Otto Knaus(Mülheim) S Wehrmann Heinr. Büntgen (Sinzig) L Reservist Klem. Hagen(Oberbreidenbach) I. Wehrmann Konr. Kuchem(Morenhoven) S Wehrmann Pet. Thomas (Bechlinghoven) S Wehrmann Joh. Wißen(Köln=Ehrenseld) I. Wehrm. Joh. Arnold I(Bonn) S Wehrm. Ernst Stoffel(Vielstein) L Res. Ludw. Haas(Nörvenich) S Wehrm. Wilh. Koser(Hover) V Wehrm. Ant. Maus(Annaber) V. Wehrm. Heinr Noffgen(Morenhofen) V Wehrm. Jos. Krämer(Poppelsdorf) V. Wehrm. Christ. Eich(Grau=Rheindorf) V Wehrm. Hub. Klee(Fenke) V Wehrm. Ant. Jacobs(Dottendorf) V Wehrm. Otto Höstermann(Bergneustadt) V Wehrm. Wilh. Holberg(Barmen)., Res. Andr. Jadlonski(Sternberg) V. Res. Heinr. Jacobi(Poppelsdorf) V Wehrm. Wilh. Höller(Hasenbüche!) V Wehrm. Joh. Schneider (Dolmershofen) V. Wehrm. Jos. Schützendorf(Westhoven, Rhein) V Wehrm. Aug. Becker II(Köln) V Wehrm. Joh. Brühl (Thurn) V 7. Kompagnie: Wehrm. Peter Kläser(Bonn) 1 Unteroffizier Alb. Paustenbach(Köln) S Unteroffizier Wilh. Koll (Euskirchen) S Unteroff. Ant. Düx(Bonn) Verw. Unteroff. Theodor Nikolay(Trier) L Res. Joh. Gerwing(Niederholtorf) S Res. Heinr. Tübbemann(Bonn) S Res. Tamb. Ant. Bongartz(Holzheim) S Res. Friedr. CramerII(Hand) S Gefr. Jos. Ommer(Rendenbach) L Wehrm. Karl Kraus(Forsbath) Verw Wehrm. Theodor Blatten(Euskirchen) S Wehrm. Nikol. Kolf(Weinsheim) I. Wehrm. Jos. May(Alfter) Verw Gefr. d. Landw. Ferd. Brinkmann(Glandorf) Verw. Gefr. d. Landw. Math. Kremer II(Bltesheim) L Gefr. d. Landw. Jos. Kolb(Köln) Verw. Res. Hein.. Heppekausen (Mülheim Rh) S Wehrm. Theod. Friedrich(Mülheim Rh.) V. Res. Paul Zims(Eil) V. Res. Aug. auf der Mauer(Bonn) Verw Wehrm. Os. Betz(Niedermenden, Siegkreis) V Wehrm. Joseph Esser(Wevelinghofen. Kreis Grevenbroich) V Wehrm. Joseph Eiler(Wesseling, Kreis Bonn) V Wehrm. Anton Becker 1I (Euskirchen) V Wehrm. Wilhelm Berger(Rodenkirchen) V 8. Komp.: Res. Bernh. Tommes(Merheim a. Rh.)'. Unteroff. Jos. Marx(Duisdorf) S Unteroff. Karl Manz(Kempershöhe) L Unteroff. Wilh. Müller(Mülheim=Ruhr) L Unteroff. Phil. Offermann(Haus Seelbach) S Gefr. Mich. Bretsch(Weiterstadt) S Gefr. Joh. Henseler (Mülheim=Rh.) L Res. Pet. Arer(Hilberath. Kr. Rheinbach) L Res. Konrad Biehl(Beckerode) S Res. Ant. Breuer(Grau=Rheindorf) 1. Res. Peter Feven(Brück, Kr. Mülheim=Land) S Wehrm. Wilhelm Fischer(Friesdorf) I Wehrm. Joh. Godesberg(Rath) L Res. Heinr. Hayn(Eil) L Res. Joh. Höller(Schnellweide) L Wehrm. Jos. Jälich(Obergartzen)., Res. Konst. Kasten holz(Ahrweiler) Verw. Res. Paul Krämer(Meiswinkel) I. Wehrm. Matth. Krings(Brüggen) I. Wehrm. Arn. Lorbach(Rißdorf) S Res. Pet. Morzenich(Stotzheim) S Wehrm. Jos. Miebach(Engelskirch.) I. Res. Wilh. Paffrath(Mülheim Rh.) I. Wehrm. Hub. Rübhausen(Muffendorf) Verw. Res. Cah. Schichterich(Endenich) I. Res. Heinr. Schlimbach(Mischborn) I. Res. Janov Schmitz(Mülheim Rh.) S Wehrm. Joh. Scorn (Bymnich) I. Res. Jakob Schönenborn(Bodewich) I. Wehrm. Gerh. Boßen(Euskirchen) I. Wehrm. Ant, Wever(Bonn) I. Res. Heinr. Wenz(Mülheim Rh.) L Wahrm. Matth. Wolff(Efferen) S Res. Anton Schlösser(Küppersteg) I. Res. Heinr. Bechen(Heidplötzchen) L Gefr. Landw. Wilh. Bosbach(Mittelsteinbach) V. Gefr. Landw. Mar Gast(Kitzingen)., Res. Hilger(Altendorf, Weilersswist) V Res. Franz Dackweiler(Stammheim, Rhein) V Res. Johann Gütten(Bonn) V Wehrmann Jakob Klein(Küdinghoven) V Res. Heinrich Küpper(Godesberg) V. Wehrm. Peter Ley(Rißdorf) V Wehrmann Christian Piusdorf(Bonn) V Wehrmann Joseph Schmitz(Nettekoven) V Wehrmann Werner Thome(Roitzheim) V Wehrm. Heinr. Unkeldach(Gelsdorf), V Wehrm. Wilh. Zollmeyer(Düren),., Reserv. Theod. Houf(Schwadorf),., Reserv Wilb. Jansen(Stammbeim), V 9600055000 50000S BOS0TOBBOOSSobS Sbeberdoen Handelsteil *mp; Köln..Sept.1914. Fruensmarkt. Heu, Luserner, neues.50 bis 10.50, Wiesenheu neues.00 bis.60. Roggen-Breitdruschstroh.50 bis 500, Krumm- und Pressstroh 4,00 bis 4,60, die 100 Kilo. * Köln..Sept. 1914. Rüböl in Partien v. 5000 Kilo vorr. M. 78.50. Neuse. 8 Sept. 1914. Fruchtmarkt. Weizen, 1. Sorte M. 24,30 „ 2.„„ 23.30 Roggen, neuer 1.„„ 20,70 „„ 2.„„ 19.70 Hafer, neuer 1. Sorte„ 21,70 „„ 2.„„ 20,70 Wintergerste, neue.Sorte M. 19.00 „ 2.„"" 18.00 Butter, per Kilo M. 2,80—.00 Luzernerheu, neues 4,00-5,00 50 Kilo Krumm-.Pressstroh,.5,00 500 Kilo Breitdruschetroh, 16,00„„ Roggenrichtstroh 18,00„ Kleie.6,50 die 50 Kilo Kartoffeln(neue).50—4 die 50Kilo Heu, neues M..50—4,00„.. Hies. Land-Eier per Stück 10 11*, QNeuss..Sept. 1914. Preistestserzung der Neusser Oelmüller. Rüböl 100 Kil.(ohne Fass), beim Kaut von 400 Ztr. M. 73.00, beim Kauf von 100 Etz aber 73.50, mit Fass fl. 3,00 die 100 Kil. mehr. Gereinigtes Oel M..00 teurer. Rübkuchen bei Abnahme von 10000 Kil. M. 114.) die 1000 Krlo. Seite 4. Kölner Local-Anzeiger Nr. 250 4 ittwoch, 9. September 1914 Löwen nur teilweise zerstört. WTB Berlin,.Sept.1914.(Drahtb.) Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Wir hatten Gelegenheit, den Direktor der Deutschen Bank, Helfferich, zu sprechen, welcher soeben aus Belgien zurückkehrte. Er war u. a. auch in Löwen und erzählt, daß von einer totalen Zerstörung der Stadt nicht die Rede sein könne. Zerschossen und niedergebrannt sind nur die östlichen Quartiere, in denen nach der friedlichen Uebergabe der Stadt unsere Truppen heimtückischerweise systematisch und anhaltend beschossen worden sind, vor allem die Straßenzüge, die vom Bahnhof und aus der Richtung Tirlemont nach dem Stadtinneren führen. Die grausame Ironie des Schicksals will es, daß die Straße von Tirlemont nach dem Stadtzentrum den Namen Rue des Joyeuses Entrées führt, wie es noch auf den Straßenschildern lesbar ist. Alle Häuser und Wände in diesen Straßen sind mit Kugelspuren dicht übersät; ein Beweis dafür, wie jedes einzelne Straßenviertel gestürmt werden mußte. Dagegen ist die ganze südliche Stadthälfte, auch ein Teil des Westens, so gut wie unversehrt geblieben. Zahlreiche Häuser tragen hier Inschriften, wie„Hier wohnen gute Leute“ und„Bitte schonen". Das Rathaus, die Perle Löwens, ist völlig erhalten. Es wurde durch unsere Truppen gerettet. Offiziere, die am Straßenkampf beteiligt waren, erzählen, daß wir unsere letzten Dampfspritzen hervorholten, um den Brand der dem Rathause benachbarten Häuser zu löschen, um so dieses architektonische Kleinod vor dem Untergange zu bewahren. Sie führten das Rettungswerk durch, obwohl sie bei der Löscharbeit fortgesetzt von Löwener Bürgern weiter beschossen wurden. Leider gelang es nicht, die wertvolle Universitätsbibliothek zu retten. Von der Kathedrale ist ein Turm eingestürzt. Das Schiff blieb erhalten. Der Sonderberichterstatter der Frankf. Ztg. meldet aus Aachen: Bei eingehender Besichtigung Löwens konnte ich mich überzeugen, daß die Stadt zu vier Fünftel unversehrt ist. Die Anzahl der zerstörten Häuser überschreitet schwerlich 150. Vor allem ist das schöne gotische Rathaus, das durch Baugerüste für die im Gang befindlichen Restaurationsarbeiten doppelt leicht entzündbar schien, durch die Anstrengung der deutschen Soldaten vollständig unbeschädigt erhalten geblieben; man sprengte Lichtungen in die angrenzenden Häuserblocks, um das Rathaus zu isolieren. Von der gegenüberliegenden Kathedrale, die von Flugfeuer angesteckt wurde, ist nur der Dachstuhl abgebrannt; das Innere in vis auf einige kleine Löcher in den Gewölbedecken unbeschädigt. Weder Gemälde noch Kirchenschatz haben gelitten. Während des Brandes brachten deutsche Offiziere die Altargemälde von Dirik Bouts und von Rogier, van der Weyden und andere ins Rathaus, wo sie sich jetzt befinden. Bedauerlicherweise konnte die evenfalls durch Flugfeuer in Brand geratene Bibliothek nicht gerettet werden; aber das ist der einzige unersetzliche Verlust. Die zerstörten Häuser waren zum größten Teil moderne Bauten ohne künstlerische und historische Bedeutung. Die gotischen Universitätshallen sind äußerlich erhalten. Am stärksten betroffen ist die Bahnhofstraße mit ihren Seitengäßchen, die Straßen von Namur und Thienen(Tirlemont) und andere. Man sieht überall, daß es sich nur um Häuser handelte, aus denen geschossen wurde; denn in jeder Straße blieben Häuser stehen. Nach der Rückkehr fängt man an, sich wieder dem gewohnten Leben hinzugeben. Im Einverständnis mit den Militärbehörden nimmt die Stodlverwaltung die Wiederherstellung der öffentlichen Dienste in Angriff. * X Die Kriegsbaracke des Kaisers. Früher zogen Herrscher und Oberbefehlshaber mit prunkvollen Zelten ins Feld, von deren Luxus viel erzählt worden ist. Derartig unbequeme und schwer aufzubauende kleine Häuser sind bei den Anforderungen, die man im heutigen Kriege au rasche Ortsveränderungen stellt, nicht mehr angängig. Man erbaut daher für die obersten Heerführer feste hölzerne Baracken. Auch der Kaiser wohnt im Manöver und jetzt im Kriege in einer solchen Holzbaracke. Es sind Bauten von 60 Quadratmeter Grundfläche, die Wände luftdicht aneinanderschließend, der Fußboden aus Eichenholz, jedes Haus besteht aus zwei Zimmern und ist mit Korkmöbeln ausgestattet. Die Häuser können in sehr kurzer Zeit auf= und abgebaut werden und werden auf einigen Wagen nachgeführt. Eine Küche ist in diesen Häusern nicht untergebracht, sondern es folgt mit dem Gepäck ein Küchenautomobil des Kaisers, das mit allen Vorrichtungen zur Herstellung einfacher Speisen versehen ist. Mit dem Küchenauto werden auch die Bestandteile eines Zeltes, in dem für 12 Personen gedeckt werden kann, mitgeführt. Das Zelt ist 6 Meter lang und 4 Meter breit. Da in diesem Küchenautomobil auch Vorräte und allerlei Geräte mitgeführt werden müssen, so ist ebenso wie bei den Barackenwagen besonderes Gewicht darauf gelegt, daß der Raum bis an die Grenzen des Möglichen ausgenutzt ist, und alles ist in der praktischsten Weise angeordnet. Die Ueberraschungen des Krieges. In einem Ueberblick des Militärwochenblattes über die ersten Entscheidungsschlachten des Westheeres wird der Ueberraschungen gedacht, die der Krieg vielfach bereitet hat: Die Wegnahme von Manonvillers wird bei manchem älteren Offizier eigenartige Empfindungen ausgelöst haben. Dieses Sperrfort gehörte mit zu denjenigen, mit denen man sich bei Kriegsspielen und Winterarbeiten in den deutschen Garnisonen besonders eingehend beschäftigt hatte. Mancher wird sich vielleicht noch, mit gemischten Gefühlen der mühseligen Vorarbeiten erinnern, die ein solches Kriegsspiel gegen ein mit allen Mitteln der Technik ausgerüstetes Sperrfort erforderte. Wie mühsam war es nicht schon, die sorgfältig geheim gehaltenen Unterlagen für ein solches Kriegsspiel zu erlangen. Zeitraubende Vorarbeiten waren erforderlich, bis man schließlich mit dem eigentlichen Kriegsspiel beginnen konnte. Aus seinem Verlaufe ergab sich dann schließlich die Ueberzeugung, daß es doch einer ganzen Reihe von Tagen und großer Opfer bedürfen würde, um ein solches Sperrfort zu Fall zu bringen. Die Kriegsgeschichte hat uns eines Besseren belehrt. Sie hat gezeigt, daß es unseren, der gegnerischen Artillerie weit überlegenen schweren Belagerungsgeschützen gelungen ist, in ganz unerwartet kurzer Zeit dieses Sperrfort niederzuwerfen. Wenige Schüsse nur haben genügt, um die in den bombensicheren Hohlräumen befindliche Besatzung von der Aussichtslosigkeit eines weiteren Widerstandes zu überzeugen. Die Wirkung der schweren Granaten war nach Schilderung von Augenzeugen so groß, die Zerstörung in den Panzertürmen eine so gewaltige, daß der Besatzung eine weitere Fortsetzung des Widerstandes als gänzlich aussichtslos erschien. Es ist eigentümlich, in dem ewigen Kampfe zwischen Panzer und Geschoß, zwischen Verteidigung und Angriff den zurzeit vorliegenden einwandfreien Sieg des Angriffs über die Verteidigung im Festungskriege festzustellen. Unseren heutigen schweren Geschützen sind die in Frankreich und Belgien üblichen Deckungen nicht gewachsen. Die Waffe ist stärker als der Panzer, und damit entfällt für Frankreich ein großer Teil seiner passiven Verteidigungskraft. Welche Rückschlüsse das Schicksal der bereits in die Hände der Deutschen gelangten belgischen und französischen Festungen auf die Frage der Landesverteidigung im großen auszuüben vermag, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen. Eins ist sicher, daß eine große Anzahl kleiner und vereinzelter Festungen leicht zu einer Schwächung der Gesamtverteidigung führt, nicht zuletzt deshalb, weil sie der Feldarmee, die doch immer den Ausschlag gibt, einen wesentlichen Teil ihrer Kräfte entzieht. 0 Wie die Deutschen durch Amiens zogen, schildert ein Drahtbericht der Times vom Mittwoch, 2. September, den das Algemeen Handelsblad wiedergibt: Als nach einem dreitägigen Gefecht die deutschen Truppen bei Moreuil einen entscheidenden Erfolg davongetragen hatten, kam schon schnell die Nachricht, daß ihre Vorposten bis zwischen Tartigny und Montdidier vorgedrungen seien. Der Kampf bei Moreuil muß sehr blutig gewesen sein; ein Augenzeuge erzählte: „Unsere letzte Granate haben wir verschossen.“ Der Einzug in Amiens glich wohl demjenigen in Brüssel, nur in kleinerem Maße; Sonntagnacht, als die deutsche Hauptmacht zu Camon lag, erschien eine kleine Abteilung Reiterei vor der Stadt, und morgens 7 Uhr ritt ein kleiner Trupp Ulanen in die Rue Jules Barny ein. Sie zog wieder ab, kehrten kurz danach zurück mit einer weißen Flagge und gingen zum Rathause. Nach Dreiviertelstunden trat der Bürgermeister vor das Rathaus und machte die Uebergabe von Amiens bekannt, wobei er der Bürgern anempfahl, sich feindseliger Handlungen gegenüber den Deutschen zu enthalten. Zwischen 9 und 10 Uhr morgens zogen kleine Unterabteilungen durch die Stadt, und um 2 Uhr nachmittags erschien die Hauptmacht. Ohne Musik und nur unter Absingen von Volksliedern zogen die Brandenburger und die Eiserne Garde durch das alte Städtchen. Am gleichen Abend flogen mit lautem Knall die beiden Brücken über die Somme in die Luft— hinter dem zurückziehenden französischen Heere. Kölner Local-Anzeiges.* Köln, 9. Sept. 1914. Kriegsbriefe eines deutschen Landwehrmannes III. In einem Kriege von so gewaltiger Bedeutung sind die Erlebnisse des Einzelnen zahlreich und interessant. Wenn der Einzelne auch nicht genau weiß, welche besondere Bestimmung sein Truppenteil hat und über die nächsten Handlungen durchaus im unklaren ist, so fühlt er doch die Bedeutung jeder militärischen Maßnahme. Und hier in der Nähe eines Ortes, der heftige Kämpfe und glänzende Siege gesehen hat, kommt einem doppelt klar zum Bewußtsein, welche Summe von Geist, Kraft und Zähigkeit bei der Leitung und bei der Truppe nötig ist, um die Vorwärtsbewegung solcher ungeheuren Massen durchzuführen, ihre Verpflegung zu sichern und die engste und schnellste Verbindung mit der Heimat herzustellen. Die innige Verbindung mit der Heimat sichert den Vormarsch. Unser Regiment hat die verantwortungsvolle Aufgabe, eine Eisenbahnverbindung zu schützen. In demselben Grade der Schnelligkeit, mit dem die fechtende Truppe vorrückt, verlängert sich die rückwärtige Verbindung, die Etappenstraße. Da sind wir auf der Wacht. Ich habe von einem Quartier in einem Waisenhause geschrieben und von unserer herzlichen Aufnahme durch Ordensschwestern. Nicht minder herzlich war unser Abschied aus dem gastlichen Hause. Unser treffliches Quartett sang in der der Hauskapelle vorgelagerten großen Halle deutsche Lieder von Heimat und Liebe so prächtig, so gefühlvoll, daß den Schwestern die Träuen in die Augen traten. Unsere Sprache verstanden sie nicht, aber unsere Lieder ergriffen sie. Bewegt und stumm, gleichwohl aber voll von dankbaren Gefühlen für uns, schieden sie aus dem Saal. Lange, lange winkten sie uns nach, als wir bei lautem Sang ins stille Tal hinabzogen. Wir werden die bei den Schwestern verlebten Tage nie aus dem Gedächtnisse verlieren. Im Vormarsch auf Namur machten wir Halt in E. und wurden dort auf einem prächtig gelegenen Schlosse einquartiert. Der Schloßherr, ein sehr reicher Mann, war gefangen gesetzt— man hatte ihn im Verdacht, nachts Lichtsignale gegeben zu haben. Die halbe Kompagnie wurde im Schlosse untergebracht. Müde waren wir gekommen und es wirkte lähmend, als der Befehl kam, in der großen Empfangshalle Massenquartier zu beziehen; Heu wurde gebracht und dieses milderte den Druck des kalten Steinbodens. Merkwürdig war der Anblick dieses großen Raumes von 9 Uhr ab. Es war dunkel geworden; da war es dann grotesk, wie sich in diesem Saal, der manches große rauschende Fest gesehen haben mag, Kunst und kriegerische Dinge paarten. Auf den von müden Kriegern bedeckten Boden schauten aus schweren goldenen Rahmen Männer und Frauen hernieder. Auf dem Piedestal, auf dem vorher eine anmutige Bronzefigur gestanden, lagen eine Pickelhaube und eine— Konservenbüchse. Unter dem marmornen Kamin standen die staubigen Marschstiefel, über ihm eine Pendule von höchstem Kunstwert. In den Fauteuils schlummerten die Soldaten, am Kasten einer Wanduhr, deren eigentümliche Form überraschte, hingen Patronentaschen und Seitengewehre, gegen die Gobelins waren die Gewehre gelehnt. Sonst mag ein Meer des Lichtes den Raum durchfluten, heute aber brannte auf einem Tornister ein Stümpfchen Kerze und der flackernde Schein verzerrte Dinge und menschliche Gestalten ins Phantastische. Betäubender Heuduft und empfindliche Nachtkühle drängten den Schlaf lange Zeit zurück. Der Abschied von diesem Hause des Glanzes und des Reichtums fiel uns leicht, denn hier hatte sich unserer niemand angenommen und mit Wehmut dachten wir an das vorige Quartier zurück. Bis kurz vor E. war das Landschaftsbild nicht sonderlich vom Krieg berührt. Hier aber mehrten sich die Zeugen des Kampfes: es kamen immer mehr eingeäscherte Häuser, aus denen auf deutsche Truppen geschossen worden war. Kugelspuren an den Feusterhöhlen zeigten uns, daß hier heftige Straßenkämpfe stattgefunden hatten. Die unversehrt gebliebenen Häuser bargen loyale Bewohner, sogar deutsche Soldaten hatten mit Kreide die Bitte um Schonung an die Haustüre geschrieben. Ueberhaupt: die überwiegende Mehrzahl der Bewohner der von uns betretenen Dörfer und Städtchen war entgegenkommend, oft übermäßig liebenswürdig, freilich oft auch mit heuchlerischem Einschlag, und Vorsicht war immer wieder geboten. Mehr und mehr aber tritt bei der Bevölkerung die Furcht vor uns zurück und weicht der Bewunderung für deutsche Art, deutsche Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit. Wenn sie sehen, wie deutsche Landwehrleute die kleinen Kinder auf den Arm nehmen, sie liebkosen und ihnen Schokolade geben, wenn sie sehen, wie höflich wir sind und wie prompt wir bei jedem Einkauf bezahler, dann steigt in ihnen die Scham darüber auf, daß sie sich durch die französischen Hetzblätter haben täuschen lassen. Die Zeitung'ami de'Ordre in Namur(eine katholische Zeitung) brachte vorgesteru glänzend geschriebene kleine Feuilletons über den Durchmarsch unserer Truppen. Sie rühmt das flotte Marschieren, die rhythmisch wohltuend abgestimmten Marschlieder, das feste Schuhwerk und den frohen Kampfesmut der jugendlichen Krieger. Sie stellt fest, daß die Wahrheit, die Belgien sieht, anders ist, als das, was französische Zeitungen erzählt haben. So wäre noch manches über den Umschwung zu berichten, der sich langsam aber sicher vollzieht. Was die Belgier nicht begreifen können, ist die Tatsache, daß wir mit Lebensmitteln reichlich versehen sind, daß wir immer Geld haben, und daß der Briefverkehr mit der Heimat aufrecht erhalten ist. Sie brechen in Rufe des Erstaunens aus, wenn ihre eigenen Lokomotiven von deutschen Soldaten bedient werden so sicher, als seien diese Soldaten des Eisenbahnregiments seit Jahren Lokomotivführer auf den belgischen Bahnen gewesen. Offen gestanden, uns selbst erfüllt es mit Stolz, wenn wir unsere Kameraden am Regulator stehen sehen, wenn vorn am Kamin die deutsche Flagge weht und auf den Zylindern in mächtigen Lettern mit Kreide geschrieben steht: Nach Paris! Daß wir uns Paris nähern, merken wir am Donner der Kanonen täglich. Erst kommt er ganz aus der Nähe, am nächsten Tag klingt er schwächer und am dritten Tage kommt er aus weiter, weiter Ferne. Während in den ersten Nächten der wunderbare Schein der Leuchtkugeln weithin sichtbar war, kommt er in den nächsten Nächten nur schwach zu uns herüber, nur ein matter Abglanz des gewaltigen Schauspiels, das sich an der französisch=belgischen Grenze vollzieht. Das erhebt uns; ins Ungemessene steigert sich unsere Wachsamkeit, wenn die mit abgeblendeten Lichtern fahrenden Munitionszuge vorüberdonnern oder langsam die Züge gen Osten ziehen, in denen die Verwundeten zurückgeschafft werden. Mit stummer Gebärde senden wir den Braven unseren Gruß zu und still schreiten wir den Wachtfeuern zu, die längs der Dämme und Brücken flackern. Dörfer und Städte liegen still und friedlich, und mit frohem Herzen begrüßen wir den aufdämmernden Morgen. Denn die Nacht ist ruhig verlaufen und die ersten Strahlen der Sonne leuchten rosig der deutschen Wacht im Lande der Belgier. + Wie lange dauern die Schlachten? Angesichts der Vervollkommnung der gesteigerten Feuerkraft und Treffsicherheit der modernen Gewehre und Geschütze müßte man eigentlich annehmen, daß die modernen Schlachten in viel kürzerer Zeit entschieden werden, als das bisher der Fall war. Ein Rückblick auf die Schlachten der jüngsten Vergangenheit zeigt indessen, daß in Wahrheit das gerade Gegenteil zutrifft. Die Erfahrung, die man sowohl im Deutsch=Französischen Kriege von 1870 wie im letzten russisch=japanischen Kriege gemacht hat, haben den Beweis erbracht, daß die Kämpfe heute einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen als früher. Geht man weiter zurück, so dauerte beispielsweise die Schlacht von Austerlitz sieben Stunden, die von Auerstädt ununterbrochen zehn Stunden. Bei Eylau wurde acht Stunden lang gekämpt. Die Schlacht bei Friedland(75000 Franzosen gegen 67000 Russen) entschied sich in vier Stunden. An der Moskwa, wo im Jahre 1812 120 000 Franzosen gegen 130 000 Russen standen, verlängerte sich der Kampf auf volle zwölf Stunden und die Schlacht von Leipzig, wo der französischen Armee von 170000 Kämpfern 280000 Verbündete gegenüberstanden, dauerte 20 Stunden. Die Schlacht von Magenta zog sich zehn Stunden hin, von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends. Bei Königgratz wurde das Gefecht mit einem Artillerieduell auf große Entfernung um 8 Uhr morgens eingeleitet und setzte sich bis zum Einbrechen der Nacht fort. Im Jahre 1870/71 hatten alle Kämpfe, von Weißenburg angefangen bis Saint Quentin, eine Durchschnittsdauer von acht Stunden, mit Ausnahme der Schlacht von Brony, die nicht so lange währte. Ganz anders zeigt sich die Situation während des russisch=japanischen Krieges. Hier zogen sich die Schlachten— es sei nur an die Schlacht von Mukden erinnert— nicht nur stundenweise hin, sondern nahmen mehrere Tage in Anspruch bei einer Durchschnittsdauer von zehn Stunden am Tage. Im übrigen sind es nicht die Kanonen, nicht die Maschinengewehre, nicht die modernen Gewehre mit ihrer eminenten Feuerwirkung, noch weniger die gewaltigen Reiterattacken, die den Kämpfen ein Ziel setzen, sondern heute wie in früherer Zeit ist es der Anbruch der Nacht, die den Kampf wohl oder übel zum Stillstand bringt. Und wie die Schlachten heute viel länger dauern als früher, so nehmen auch die Schlachtfelder das Vielfache an Ausdehnung der Kampfplätze von ehemals ein. Im Verhältnis zur Zahl der Kämpfe ist aber heute der Prozentsatz der Gefallenen geringer als in früheren Zeiten, und das ist sicherlich das Versöhnenste. Seite 5. Kölner Local-Anzeiger Nr. 250 4 Mittwoch, 9. September 1914 ::: S t i m m e n a u s d e m L e s e r k r e i s.: :(Die Redaktion übernimmt für den Inhalt der an dieser Stelle zum Ab s s druck kommenden Zuschriften aus dem Leserkreis keine Verantwortung. Sie 5., ist bereit, etwaige Richtigstellungen der Gegenseite zur Klärung des 5 :* Sachverhalts auch zu veröffentlichen.]*„ 2698] Ladenschluß zur Kriegszeit. Die Bestimmungen über die gesetzliche Ruhezeit sind während des Krieges aufgehoben worden; aber es scheint, als ov die Geschäftsinhaber doch etwas zu sehr von der verlängerten Verkaufszeit Gebrauch machten. Vor allen Dingen klagen einzelne Zigarrengeschäfte, daß sie von 9 Uhr ab rein gar nichts mehr verkauften, aber doch wegen der Konkurrenz aufhalten müßten. Sollte es nicht möglich sein, die Läden abends 9 Uhr zu schließen? Den Prinzipalen und Angestellten würde es doch gewiß gut tun, wenn sie ihre Ruhe hätten. 7699] Opferwilligkeit. Dem Einsender des Artikels 7697 in Nr. 248 möchten wir bemerken, daß die Reichs= und Staatsbeamten ihre Pflicht vollauf kennen; sie werden mit ihren Leistungen hinter den Beamten und Angestellten der Stadt Köln keinesfalls zurückstehen. : Aus Kölns Nachbarschalt u P0ch rrn 0 smm rr n mmr r m 00r r r r 0 00 (A Knechtsteden, 7. Sept. 1914. Die Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Knechtsteden hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. Wie in alten Zeiten kommen die Gläubigen in kleineren Gruppen und größeren Prozessionen wieder zur„Not Gottes“ gepilgert. Besonders in den gegenwärtigen schweren Tagen wird das alte, ehrwürdige Gnadenbild von vielen zum Ziel einer Wallfahrt oder eines Bittganges gemacht. Stille Beter und ganze Scharen lösen sich alltäglich ab am Gnadenaltar der Schmerzensmutter, um von Maria Trost und Hülfe in Angst und Not zu erbitten. Erhebende Kundgebungen gläubigen Vertrauens zur Mater dolorosa bedeuteten die vielen Prozessionen, die in den letzten zwei Wochen große Scharen nach Knechtsteden führten. Von Neuß kamen in der Morgenfrühe des letzten Augusttages über 2000 fromme Waller. Ihrem Beispiele folgten am Sonntag die Einwohner von Stommeln und Weckhoyen. Möge die Schmerzensmutter von Knechtsteden das Vertrauen ihrer Kinder lohnen! Einst in den armseligen Zeiten des dreißigjährigen Krieges war sie— so berichtet die Chronik— Zuflucht und Helferin in Not und Gefahr. Sie wird auch in der Gegenwart eine Schützerin unserer Familien, eine Fürbitterin für die große und gerechte Sache sein. (A) Euskirchen,.Sept.1914. Es ist erfreulich zu sehen, wie zurzeit, wo das gewerbliche und industrielle Leben im allgemeinen stockt in unserm Industrieorte wie auch im hiesigen Kreise der zurückgebliebenen Arbeiterschaft Arbeitsgelegenheit verschafft wird, und sie so vor Not geschützt wird. Insbesondere ist es außer der hiesigen Tuchindustrie die staatliche, provinzielle und städtische Behörde, die zurzeit zahlreiche Arbeitslose einstellt. Unsere heimische Tuchindustrie steht im Zeichen der Hochkonjunktur. Wie die Rendantur der Tuchmacher=Krankenkasse mitteilt, steht der Mitgliederstand dieser Kasse hier schon auf 1322, gegenüber dem bisherigen Stande von 1025. Neue Anmeldungen erfolgen noch täglich in großer Zahl. Die Provinzialverwaltung hat ihre Arbeiten an der neuen Fürsorge=Erziehungsanstalt, einem Bau von 2½ Millionen Mark, nicht eingestellt, sondern führt sie fort. Auch wurden Arbeiter in größerer Anzahl auf der Baustelle der neuen militärischen Bauten eingestellt. In den nächsten Wochen eröffnet die Firma Pfeiffer und Langen, Köln, ihre Zuckerrübenkampagne, die bis tief in den Winter hinein dauert. Die Brikettwerke im Kreise haben so große Aufträge zu erledigen, wie nie zuvor. In großen Mengen werden außer Briketts besonders sogenanntes Schwarzholz(große Braunkohlenstücke) den Fabriken des Kreises und der Umgegend zugeführt, da zurzeit Steinkohlen infolge des noch unregelmäßigen Güterverkehrs nicht befördert werden. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß es fast keine Arbeitslosen im hiesigen Kreise gibt. (. Siegburg,.Sept.1914. Die Regulierung der Sieg von der Buisdorfer Brücke bis nach Wolsdorf ist nahezu vollendet. Von der Frankfurterstraße aus führt jetzt ein breiter Fahrweg der Sieg entlang an dem städtischen Wasserwerk vorbei hinter die Wolsberge. Die alte Fußgängerbrücke über den Mühlengraben ist durch eine fünf Meter breite Eisenbetonbrücke ersetzt worden.— ne denn der deutsche Boden ist nun gründlich vom Feinde gesäubert. Handel und Wandel können, ja mussen sich jetzt wieder heben, und die gewerbliche Tätigkeit muss * unbedingt wieder fortgeführt werden, wenn die erfolgreiche Durchführung des dem deutschen Volke aufgezwungenen schweren Kampfes gesichert sein soll. Es ist daher wie in normalen Zeiten produzieren und inserieren die Parole! Aus aller Welt 5* ** Df Das Verwundeten=Schiff. Es war an einem Samstagabend zwischen 7 und 8 Uhr. Der Rhein war seit Beginn des Krieges so unheimlich stille geworden, als wollte er sterben. Und nun trägt er eine seltsame Last. Ein mächtiger Schlepper kommt mit einem großen Schleppkahn rheinabwärts und wendet in der„großen Gieß" vor Hattenheim, um dort anzulegen. Der umfangreiche Bauch des dreimastigen Anhängers ragt hoch übers Wasser. Das Schiff, das sonst wohl 30 000—40 000 Zentner lädt, ist nur ein wenig belastet. Aber mit einer Fracht, wie sie edler nie das Schiff getragen. Auf dem verschlossenen Verdeck sitzen am Rande, die Füße auf dem Laufgang rund um das Schiff, Soldaten in feldgrauer Uniform; einige stehen dazwischen und mehrere hatten vorher auf Decken gelegen, die über die Holzverschlüsse des Schiffes ausgebreitet waren. Ein Schiff voll Leichtverwundeter! Im Scheine der anbrechenden Dämmerung erscheint der schwarze Kasten wie ein Geisterschiff. Große weiße Fahnen mit rotem Kreuz, zwei Schwestern mit der Rote=Kreuzbinde am Arm, ein Arzt, mehrere krankenpflegende Soldaten verursachen zunächst unter der am Ufer sich ansammelnden Menge eine gedrückte Stimmung. Die 70 Verwundeten winken mit ihren Begleitern, soweit sie durch ihre Verwundung nicht daran gehindert sind, nach dem Ufer zu freundlichen Gruß und stimmen bei der Landung einen dreifachen Hurraruf an. Dann steigen sie über den schmalen Steg aus und schreiten einzeln durch die Reihe der Zuschauer nach einem am Rheine gelegenen Gasthaus. Seit Anfang August lagen sie in den Südvogesen unter großen Strapazen und Entbehrungen, da die Nahrungszufuhr in dem gebirgigen Terrain auch nicht immer glatt erfolgen konnte. Stets waren sie in Sorge vor Verrat und Ueberfall. Mehr als einmal holte sie das Sigual vom Essen weg zu den Waffen. Im schwierigsten Gebirgsgelände waren sie zu Angriff und Sieg geschritten, bis sie verwundet nach Straßburg gebracht und dann über Mannheim talwärts nach Hattenheim befördert wurden. Im Park des Gasthauses hatten sich die Verwundeten bald an die Tische gesetzt. Indes waren die Bewohner des Ortes mit Obst herbeigeeilt und boten den Soldaten die Liebesgaben an. Aus dem Gasthof selbst und von anderer Seite wurde Wein kredenzt, der von den Verloundeten als wahres Labsal empfunden wurde, Große irdene Töpfe Milch gingen von Tisch zu Tisch. Gern nahmen die Krieger auch Zigarren entgegen. Brot, Wurst und Käse wurde auch nicht verschmäht. Aber bei allen Gaben zeigten die Beschenkten eine große Bescheidenheit und brüderliche Liebe. Keiner wollte bevorzugt sein. Was sie erhielten, teilten sie redlich. Eilig griffen sie insbesondere auch nach den gespendeten Postkarten, und wohl keiner wird es unterlassen haben, nach der Heimat Gruß und Kunde zu entsenden. Wie mit liebgewonnenen Freunden verkehrte die Einwohnerschaft in jener Stunde mit den Soldaten. Die meisten stammten aus Baden, Württemberg und den Rheinlanden. Der erste, den ich fragte, war ein Kölner Kind. Ein Viertel vor neun Uhr erfolgte der Aufbruch nach dem Militär=Genesungsheim Eberbach. Droschken und Leiterwagen standen bereit. Wer noch ein Pferd hatte, war eiligst herbeigeeilt. Der Arzt dankte dem Bürgermeister und der Einwohnerschaft für die bewiesene Liebe, und ein Verwundeter, der den zerschossenen Arm in der Binde trug, wiederholte den Dank und gab begeistert der Hoffnung und dem Verlangen Ausdruck, daß sie bald wieder an der Front kämpfen könnten. Unter Hurras, Tücherschwenken und den innigsten Wünschen auf baldige Genesung fuhr der Zug in das Dunkel der Nacht nach Eberbach zu. Dort in den herrlich hergerichteten Räumen des Erholungsheimes, wo die stillen Mönche Jahrhunderte lang pax hominibus(Friede den Menschen) ersehnt und erfleht haben, kommen die müden, mit ehrenvollen Wunden wie mit Siegestrophäen bedeckten Helden nach unsagbaren Mühen und Anstrengungen zur Ruhe und Erholung. Mögen sie bald zur vollen Genesung gelangen! * 60 Ein russischer Musterbeamter. Ueber ihre Erfahrungen mit einem echt russischen Beamten, der überdies im Range eines Generals stand, erzählt eine französische Schauspielerin, die später Vorleserin bei der Königin Viktoria war und viel in den Hofkreisen in St. Petersburg verkehrte, folgendes: Als sie zum ersten Male nach St. Petersburg kam, machte sie einen Besuch bei dem Chef der Generalzensur, um ihn um einen Erlaubnisschein zum freien Besuche der ganzen Stadt zu bitten. Beim Abschiede wußte die Dame nicht, ob sie dem General, der ihr in seiner goldstrotzenden Uniform gegenüberstand, ein Trinkgeld anbieten dürfe oder nicht. Schließlich nahm die Künstlerin aus ihrer Tasche eine Handvoll Rubel, die sie in die ihr dargebotene Rechte des Generals wie zufällig fallen lie worauf sie schleunigst verschwinden wollte. Aber der General rief ihr nach:„Einen Augenblick, meine Gnädigste!" Die Dame wurde von lebhafter Unruhe befallen in dem Gedanken, den Gewaltigen verletzt zu haben, aber schon belehrte sie der General eines anderen. Noch immer vor seinem Schreibtische stehend, die großen, trunkenen Augen auf die Rubelstücke in seiner Hand gerichtet, sagte er: „Meine Gnädigste, Sie haben mir entschieden zuviel gegeben. Zwanzig Rubel wären genug gewesen, hier haben Sie 30 zurück, und meinen verbindlichsten Dank!“ Madame Thénard nahm das Geld und verließ, entzückt von der etwas grotesken Ehrlichkeit dieses sonderbaren Beamten, das alkoholduftende Bureau. up n Gerichts=Verhandlungen u CA) Eine heitere Verhandlung. Ein Gelegenheitsarbeiter hatte zu Deutz einen Handwagen gestohlen und ihn verkauft. Derselbe war 70 M. wert und 10 M. hatte der Mann dafür bekommen.„Da sind Sie so betrogen worden,“ sagte der Vorsitzende, Amtsgerichtrat Dr. Küppers.„Jo, do hat Oehr Räch, Hähr,“ entgegnete der Arbeiter,„dat ben ich och.“ „Weshalb stahlen Sie den Handwagen?"„Die Leut' waren allebeids gestorben, und dann stande mer immer im Weg, da dachten ich: Weg damit.“ Der Vorsitzende bemerkt:„Es handelt sich offenbar um einen beschränkten Mann.“ Und der Amtsanwalt:„Da er geständig ist, bitte ich auf nur drei Tage Gefängnis zu erkennen.“ Angeklagter:„Wähden ich bestrof?“ Vorsitzender:„Ja, meinen Sie denn, Sie bekämen eine Belohnung?" Angeklagter: „Et hätt mer doch selvs leid gedonn.“ Das Gericht setzte einen Tag Gefängnis fest.„Nun will ich Ihnen was sagen," versetzte der Richter:„Sie sind vor einigen Jahren schon einmal wegen Eigentumsvergehens bestraft, wenn Sie wiederkommen, könnte es leicht Zuchthaus geben.“„Wie künnen Se so jet sagen, Hähr! Su jet müssen Se mer nit vörwerfe,“ sagte der Verurteilte. Feuilleton des Kölner Local=Anzeiaer..Sept. 1914. c Der letzte Trumpf. [111. Roman von Guido Kreutzer. Viertes Kapitel. Ramon Branco saß im Vorraum seines Hotels und hielt einen zeöffneten Brief in der Hand, den ihm eben der Pförtner ausgehändigt. Mein lieber Branco! Ich habe fast achtundvierzig Stunden gezögert, muß mich aber jetzt wohl doch entschließen, Ihnen das definitive Resultat meiner letzten Maßnahmen mitzuteilen. Es ist leider negativ; absolut negativ. Daß die von Ihnen während Ihres Hierseins angebahnten Beziehungen zu dem bekannten Bankhause L. ein günstiges Resultat ergeben würden, bezweifelten Sie ja selbst. Es verhält sich tatsächlich so. Der junge L. muß sich wohl von irgendwelcher authentischen Seite über die Aussichten Ihres Unternehmens Erkundigungen verschafft haben; denn heute früh schrieb er mir, von einer geldlichen Beteiligung an Ihrem Unternehmen müsse er definitiv zurücktreten. Sie sehen— die Nächte und Tausendfrankennoten, die Sie in Ihrem Klub aus geschäftlichen Interessen um die Ohren geschlagen haben, konnten den Weg doch nicht freimachen. Und die„gespannte politische Lage“ wie auch der abnorm hohe Diskont sind nur die Höflichkeitsphrasen, die solch alter Praktikus, wie Sie, ja zur Genüge kennen wird. Nun zur Gräfin Ronard=Feuillet. Vorgesternabend konnte ich endlich mit ihr im Erfrischungsraum der Oper ein paar Worte unter vier Augen sprechen, während der Herr Gemahl in der Restauration Erholung suchte. Also da liegt nun die Schuld einzig und allein bei Ihnen, Branco. Ist der alte Löwe kampfmüde geworden? Weshalb sind Sie nicht schärfer ins Zeug gegangen und haben die vier Wochen Pariser Spritztour besser ausgenutzt? Dann wäre der kleine Wildfang vor lauter Seligkeit und Liebe gar nicht zum Denken gekommen. So aber haben Sie das Terrain nicht intensiv genug bearbeitet. Die Gräfin gibt das Geld nicht her. Hundertzwanzigtausend Franken— mein Gott, wenn ihr Mann das erführe! Vor dem hat sie eine derartige Angst, daß... na, also— aus und erledigt, diese Kombination! Und sollten Sie es vielleicht doch nicht glauben und sich noch irgendwie vage Hoffnungen machen... zum Schluß erzählte sie mir recht beziehungsreich und deutlich, daß sie schon in den allernächsten Tagen mit ihrem Manne nach Aegypten gehen würde. Wohin also jetzt mein Vorschlag geht: Machen Sie mit der Komödie Ihres Unternehmens so langsam Schluß, sehen Sie zu, was Sie in Monte und Berlin noch zusammenscharren und vergessen Sie nicht, daß ich Sie am .März auf der Landungsbrücke in Marsaille erwarte. Ich meine es ist ganz logisch gedacht, wenn wir der zfeilen Metze Europag mal wieder auf ein paar Jahre den Rücken kehren. Die Welt ist wunderschön groß; und Leute, wie wir sie brauchen, finden sich Gott sei Dank überall. Ich habe auch schon eine neue Sache:— ich möchte mit Ihnen drüben in Australien geradezu gigantische Goldminen entdecken. Also— am 1. März die Landungsbrücke von Marseille! Und inzwischen bereite ich schon alles vor für den Goldsegen von Neusüdwales. Vielleicht lasse ich auch noch schnell ein par hundert Obligationen drucken und hier in Paris an harmlose Gemüter zunter Kursg verkaufen. Für solche zseltenen Gelegenheitsobjekteg finden sich immer besorgte Familienväter, die ihren Erben mal recht viel hinterlassen möchten. Seien Sie inzwischen schönstens gegrüßt, alter Sturmgeselle, von Ihrem Hektor Bruneau. * Ramon Branco fuhr aus dumpfem Brüten hoch. „Bedienung!"... und als ein kleines blau gekleidetes Kerlchen vor ihm stand..:„Mokka!“ Erst, nachdem er ein paar Schluck der heißen schwarzen Brühe getrunken und sich eine Zigarette angesteckt hatte, begann er zu kombinieren. Ganz kurz, ganz kaltblütig. Bruneau— der ehemalige, aus dem Anwaltsstande gestoßene Verteidiger, sein langjähriger Kumpan, mit dem er stets Hand in Hand zu zarbeiten“ pflegte— hatte in Paris nichts mehr erreichen können. Des Geldgebers Absage— vorauszusehen; so'n gerissener Börsenjobber, der selbst immer mit verbotenen Differenzgeschäften sein Schäfchen ins Trockene brachte! Das mit der Gräfin Ronard=Feuillet war ein schwerer Schlag! Als er vor zehn Tagen aus Paris abfuhr, glaubte er des kleinen Wildfangs so sicher zu sein— jetzt bekam sie plötzlich Angst vor ihrem Mann, diesem lächerlichen alten Trottel. Ramon Branco lehnte sich tiefer in den Klubsessel zurück; seine schweren blaugeäderten Augenlider sanken zu einem schmalen Spalt zusammen. Er hatte doch eigentlich Zeit seines Lebens die Frauen „nehmen“ verstanden und stets bei passender Gelegenheit die gewährte Gunst in klingendes Gold umzusetzen gewußt— jetzt war ihm binnen wenigen Tagen schon zweimal das Heft aus der Hand geglitten! Erst die hundertzwanzigtausend Franken der Gräfin und gstern im Zuge nach Nizza... Er bleckte die Zähne; über seine scharfen Züge geisterte ein gefährliches Leuchten. Wenn Hella auf seinen Vorschlag eingegangen wäre— und natürlich übertrug sie ihm in diesem Falle die freie Verfügung über ihr Vermögen— dann hätte er zwei Monate später irgendwo am anderen Ende der Welt wieder auftauchen können und hätte zur Ruhe kommen dürfen nach zwanzigjähriger Hetzjagd. Es war überstürzt gegangen— natürlich! Er hatte es ja vorausgesehen; er kannte ja die schwärmerische Träumerei der jungen Mädchen Eine Verlobung mit feierlichen Schwüren — alberne Formsache! Aber die Millionen! Und wenn er nicht in dieser einen letzten Woche den wahnwitzigen Spielverlust von neunzigtausend Franken gehabt hätte! Jetzt war's vorbei! Jetzt würde er die Sache noch vier Wochen hinziehen, würde wohl auch noch mit nach Berlin zurückkehren— um dann eines Tages unterzutauchen, wie der Dieb in der Nacht und mit dem erhebenden Bewußtsein, drei Jahre seines Lebens an eine verlorene Sache gehängt zu haben. Seite 6. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 250* Mittwoch, 9. September 1914 Neues aus Köln G In der Militärkantine. Unter den vielen Gebäulichkeiten, welche den Kasernenhof umstehen, lenkt die Kantine, die etwa den Mittelpnnkt des Platzes bildet, vor allem unsere Blicke auf sich. Schon in einiger Entfernung hört man Stimmengewühl, und man unterscheidet sogar Musik. Es ist ein geräumiger Saal. In langen Reihen stehen da Tische, Stühle und Bänke. Auf jeder Seite durchbrechen je drei Fenster die Wand. Hinter einem Schenktisch steht die diensteifrige Kantinenmutter, eine würdige Matrone mit entschlossenen Zügen und achtunggebietender Beleibtheit. Weitere Einrichtung ist nicht vorhanden— ich vergesse: da gibt es noch in einer dunkeln Ecke ein Klavier oder wenigstens ein Instrument, aus dem man mit einiger Einbildungskraft wohl einen Leisestarkfingerschlagtonkasten(Fremdwörter sind ja zu vermeiden!) herausfinden rann. Und über diesem allen liegt eine beißende erstickende Wolke von Tabaksqualm wie weißer Nebel. Abenteuerlich leuchten dahinter die Gesichter der Soldaten nur unbestimmt und verschwommen hindurch. Wessen Gesichts= und Hörsinn allzu fein ist, der wird von einem Besuche in der Kantine nicht sehr erbaut sein: Der Qualm sticht ihm in die Augen, und der Lärm zerreißt ihm das Trommelfell. Wer aber Verständnis und Liebe für den Soldatenstand und sein Leben besitzt und wer einen Einblick tun will in die seelische Verfassung unserer Truppen, der wird in der Kantine reiche Anregung empfangen. Ein Sonntag neigt sich seinem Ende zu. Das Leben in der Kantine wird immer reger. Immer fröhlicher wird die Stimmung und immer lauter die Freude der Soldaten. Die einen singen ein Lied in einer halbrichtigen Melodie; andere gedenken der fernen Angehörigen und lassen sie gegenseitig hochleben. Sogar das Klavier beginnt schüchtern sich zu äußern. Man lauscht auf, und als ob es dadurch in seinem Vorhaben gestärkt würde, erklingen seine Saiten fester und bestimmter. Dann stimmt es kräftig ein Lied an und alle Anwesenden begleiten es mit ihren tiefen, volltönenden Stimmen: Steh' ich in finstrer Mitternacht. Dann verklingen die Töne wieder und nur das Echo schwingt sich zitternd durch den Dunst des Saales. Ein wogendes Gesumme entsteht, das nur von einigen lauten Stimmen hin und wieder übertönt wird. Nach einigen Minuten erheben sich wieder einige Töne aus der Ecke. Verschiedene blicken hinüber, beifälliges Gemurmel geht durch die langen Tischreihen. Man mahnt zur Ruhe; denn am Klavier sitzt der beste Spieler des Kreises und neben ihm steht der„Heldentenor“ des Regiments. Da darf niemandem ein Ton entgehen. Der Klavierspieler hat sein Vorspiel beendet. Jetzt setzt er kräftiger ein, und der Tenor begleitet ihn: Ein Grenadier auf dem Dorfplatz stand... Klangvoll und klar entströmt es dem Munde des Sängers, der einen seltsamen Eindruck macht in seinem einfachen Drillich= anzug. Lautlose Stille lagert im Saale. Unverwandt blicken alle auf den Sänger, der es versteht, die Tiefen ihrer Herzen aufzurühren und die feinsten Saiten ihrer Seele in ergreifender Harmonie erklingen zu lassen. Die roten Gesichter glühen durch den grauen Schleier, den die Dämmerung bereits durch den Saal gesponnen hat, wie feuerfarbene Flecken. Unbeweglich starren die Augen, und in ihrem Grunde spiegeln sich die Gedanken. Die Wände der Kantine rücken enger zusammen, bis der große Saal die Gestalt einer Stube hat, klein und behaglich. Und in dieser Stube sitzen sie selbst— inmitten einer glücklichen Familie— und sie werden dort bleiben für immer und nicht mehr scheiden— ganz so, wie es im Liede erzählt wird... Zwei Strophen sind schon verklungen, kaum daß man es weiß. Der Sänger macht eine kurze Pause; dann fährt er mit leiser, fast flüsternder Stimmefort und erzählt uns von dem tragischen Schicksal eines hoffnungsfrohen Kriegers. Ein Schlachtfeld dehnt sich vor unsern Blicken, nächtlich und grauenvoll. Und in deu letzten Zügen liegend, erblicken wir einen todwunden Held. Ueber ihn gebeugt sein treuer Freund, der ihn in dieser schweren Stunde nicht verlassen wollte. Und er nimmt die letzten Wünsche des Sterbenden entgegen, die letzten Abschiedsgrüße an sein fernes Lieb'.. Lautloses Schweigen herrscht im Saale, indes die Kraft des Vortrages immer mehr wächst. Schon ist auch die dritte Strophe zu Ende, und der Sänger wiederholt den Kehrreim— mit einem unmerklichen Lächeln um die Lippen, als ob er nicht daran dächte, was er sänge: Es sollt' nicht sein, Ich kehr' nicht heim Zu Stolzenfels am Rhein... Immer heftiger steigert sich die Kraft seiner Stimme, als ob er die erschütternde Tragik dieser Verse übertönen wollte. Dann aber ebbt es schnell wieder ab, und wie trotziger, abgerissener Donner hallen die letzten Worte durch den Saal. Angesichts der ehernen Unbeweglichkeit des Tenoristen, der in lächelnder Selbstvergessenheit die Empfindungen aller Anwesenden lenkt, übermannt sie die Wucht ihrer Gefühle. Heiß rieselt es durch ihre Seelen— und wie der Sänger geendet und der Klavierspieler die letzten Schlußakkorde gesetzt hat, da löst sich die atemlose Spannung in tosendem Beifall auf, daß die Fenster klirren und die Saiten des Klaviers freudig mitklingen. Mit Ungestüm verlangt man ein zweites Lied, ein neues, ein schöneres— aber der Sänger ist verschwunden, und das Klavier steht wieder verlassen in der Ecke. Auch wir gehen; denn die Stunde ist schon vorgerückt. Und wir nehmen die angenehme Ueberzeugung mit, daß kein noch so künstlerisches Konzert uns einen größeren Genuß bereitet haben würde, als der schlichte Vortrag des Soldaten in der Militärkantine. H. E. A Wer hilft den Frauen oer kleinen Handwerker? Bei manchen Handwerkerfrauen, deren Mann ins Feld zog, liegt vielleicht noch ein Stück Arbeit unvollendet. In größeren Betrieben dagegen sind Gesellen und Lehrlinge beschäftigungslos, weil der Meister im Kriege ist. Hier könnte ein Ausgleich geschaffen werden, der beiden Teilen von Nutzen wäre. Vielleicht kann auch hier und da ehrenamtliche Tätigkeit einsetzen. So wurde vor Jahren in Frankfurt=Sachsenhausen erkrankten Gärtnern das Land bestellt von Kollegen, die freiwillige Ueberstunden machten, ihren Feierabend und ihren Sonntag opferten. Sollten nicht manche Meister, die das Handwerkszeug schon beiseite gelegt haben, bereit sein, hier mit Rat und Tat einzugreifen? Könnten nicht ältere, zuverlässige Lehrlinge von ihren Meistern in verwaiste Werkstätten geschickt werden? Vielleicht tut da vermittelnde Hülfe not. Deshalb will die Nationale Frauengemeinschaft, Abteilung Arbeit gegen Lohn, eine Sprechstunde für Handwerksfrauen einrichten. (Montags und Donnerstags von—6 Uhr im Stadthaus, Gürzenichstr. Zimmer 113.) Sie will den Handwerkerfrauen Rat erteilen, deren Mann im Kriege ist und die noch Arbeit auszuführen haben, und sie bittet doch recht eifrig von dieser Sprechstunde Gebrauch zu machen. (A) Militärische Leichenüberführung. Vorgestern nachmittag um 6 Uhr wurde vom Kriegslazarett Kolpinghaus aus der infolge einer im Kriege davongetragenen Verwundung verstorbene 36 Jahre alte Hauptmann Theo von Dobbeler unter großer Beteiligung und mit allen militärischen Ehren zum Gereonsbahnhofe übergeführt, um am Donnerstagnachmittag in Marburg in der Familiengruft des Verstorbenen beigesetzt zu werden. Eine tiefe Bewegung zeigte sich in der vor dem Kolpinghaus versammelten großen Volksmenge, als der Sarg mit dem daraufliegenden Degen, Helm und Schärpe des verstorbenen Kriegers herausgetragen wurde. Die Ehrenkompagnie des Ersatzbataillons des 65. Infanterie=Regiments führte Hr. Hauptmann Primavesi. Während Trauermusik der 24. Pioniere und Trommelwirbel ertönte, setzte sich der Zug durch die Straßen der Stadt in Bewegung, welche von einer dichten Menschenmenge besetzt waren. Herr Garnisonpfarrer Hartmann hielt eine ergreifende Ansprache und pries den Verewigten als einen tüchtigen und hervorragenden Offizier und lieben Kameraden. An der Leichenüberführung nahmen außer dem Offizierkorps des 65. Regiments alle übrigen in der Garnison befindlichen Offiziere sowie der Vorstand des Kriegervereins ehemaliger 65er Kölns mit umflorter Vereinsfahne und noch viele andere Leidtragende teil. Herr Hauptmann von Dobbeler war früher lange Jahre in Süd=West=Afrika gewesen. Er erfreute sich bei seinen Vorgesetzten und Kameraden, großer Beliebtheit. 22 (.A) Vom Arbeitsvertrag. Am Gewerbegericht verlangt ein Mechaniker 2,50 M. Lohnrest. Der Beklagte wandte ein, der Kläger habe durch Fahrlässigkeit Werkzeug unbrauchbar gemacht, wodurch obiger Schaden verursacht sei. Dann sei der Kläger auch nach dem Arbeitsvertrag dafür haftbar, denn er habe unterschrieben, daß er, wenn Fahrlässigkeit vorliege, Schadenersatz zu leisten habe. Das Gericht gewann die Ansicht, daß der Kläger wohl schadenersatzpflichtig sei, der Vertrag sehe aber nicht ausdrücklich vor, daß der Schaden von dem Lohne des Mechanikers gedeckt werden könne. Aus diesem Grunde sei der Anspruch des Klägers berechtigt und der Lohn müsse gezahlt werden. Wohl könne der Beklagte nach dem Arbeitsvertrage seine Rechte in einer besonderen Klage geltend machen. □O (A Beteiligung der Lehrerschaft an der Kriegssammlung 1914. Ein Ausschuß, bestehend aus den Herren Prof. Dr Heinrichs, Rektor Rademacher, Hauptlehrerin Klein, Lehrer Stein als Mitglieder der Schuldeputation, und Rektor Schiffelmann alt Vorsteher des Kölner Lehrer= und Lehrerinnenvereins erläßt einen Aufruf zur Teilnahme der Lehrerschaft der Stadt Köln in ihrer Gesamtheit an der städtischen Kriegssammlung. Er richtet an die Lehrer und Lehrerinnen der Stadt Köln die Bitte, einen einmaligen freiwilligen Beitrag in die umgehende Liste zeichnen zu wollen und bittet um einen Betrag in der Höhe von nicht unter zwei Prozent eines Jahresgehaltes. Die Einholung des Beitrages wird in vierteljährlichen Raten und zwar, falls nicht anders gewünscht wird, durch Einbehaltung vom vierteljährlichen Gehalt erfolgen. (0A) Am Aposteln=Grmnasium beginnt der Unterricht laut Mitteilung des Direktors am Donnerstag, den 10. August, nachmittags 2 Uhr, in der Oberrealschule in der Humboldtstraße. () vorsicht bei Feldpostsendungen. Wie aus Berlin amtlich gemeldet wurde, ist am 1. September in Frankreich ein deutsches Lastauto mit zahlreichen Postsäcken für das Gardekorps, die 1. und 2. Garde=Insanterie= sowie die 19. und 20. Infanterie=Division aus bisher nicht aufgeklärter Ursache in Brand' geraten. Die Post wurde durch das Feuer vollständig vernichtet. Anläßlich dieses Vorkommnisses wird darauf aufmerksam gemacht, daß Zündhölzchen wie überhaupt alle durch Reibung, Luftzudrang, Druck oder sonst leicht entzündlichen Sachen mit der Post nicht versandt werden dürfen. Standesamt der Stadt Köln.(Vom 8. Sept. 1914.) Sterbefälle. Josephine Helene Gertr. Refflinghaus, geb. Hill, 37., Blumenthalstr. 25.= Elise Aue, Buchhalterin, 19., Otto Fischerstraße 19.- Agnes Fett, Buchhalterin, 25., Engelbertstr. 43.- Rudolf Beier, 3., Perlengraben 33.- Feodor Boden, Vers.=Beamter, 22., Lindenstr. 82.- Lilli Erlenbach, 10., Siebenburgen 49C.- Ludwig Hermann Handre, 48., An der Eiche 7A.- Sibylla Freischem, 5 Karthäusergasse 26. Standesamt Köln-Eindenthal.(Vom 8. Sept. 1914.) Sterbefälle. Matthias Schorn, 1., Köln=Zollstock, Herthastr. 58. - Wwr. Karl Müller, Inval., 63., Köln, Quentelstr.—6. Standesalt Köln=Mütheim.(V. 29. Aug. bis 5. Jeot. 1914. Sterbefälle. Anna Hermine Hörsken, 3., Essen.-Margareta Ploemacher, geb. Driesch, 49 J.- Peter Joseph Goldbach, 75 J.= Elisab. Maria Nitzgen, 4 M.- Maria Pesch, 5 M.= Nikol. Würtz, 40.: Karl Walter Jablonski, 5.=Elisab. Christine Gasten, 3 M. Elisabeth Stelzmann, 7 M.=Franz Karl Greb, 8.= Auguste Paetzel, 1 J.- Anna Maria Lauten, geb. Schüller, 60 J.= Wilhelm Mundorf, 1., Margareta Holländers, ged. Dietz, 60 J. Joseph Höllweger, 35 J.- Matthias Johann Faust, 1 M.- unna Pauline Hartmann, 3 J.- Joseph Johann Dott, 3.-Peter Anton Fink, 68 J.- Maximilian Ostrowski, 2 M. Träge Blutzirkulation— müdes Tagewerk! H. Bürger’s Digestiv-Salz schafft Rat. Es behebt sicher träge Verdauung, reinigt Blut und Nieren, spült die Leber aus und entfernt harnsaure Ablagerungen. Gesundes Blut, srohes leichtes Schaffen! 35 Jahre erprobt! In Apotheken und Drogerien erhältlich. Glas M..50. Brosch. grat. u. fr. durch die Fabrik A. Heimbürger Nachf., Münster i. W. d Er überschlug flüchtig: was hatte ihm die Komödie seines Unternehmens eingebracht? Rund hundertfünfzigtausend Mark an Einlagen seiner Berliner Beziehungen. Aber bei seinem verschwenderischen Leben waren die Summen so verbraucht worden, wie sie einliefen. Und was er an baren Mitteln gegenwärtig noch besaß, mochte kaum die Höhe von vierzigtausend Franken erreichen. Eine Lappalie für Leute seines Schlages, die wie Raubtiere der Menschheit gegenüberstehen. Also hieß es— in den wenigen Wochen seines Hierseins noch irgendeine neue Quelle öffnen! Bruneaus wegen, vor den man unmöglich blank und bloß treten durfte. Die Gedanken arbeiteten sieberhaft hinter der Stirn; er überlegte lange. Dann hatte er sich entschieden. Er stand auf und ging zum Schreibzimmer hinüber. Um seine Lippen zitterte wieder das alte siegsichere, drohende Lächeln. * „Da stimmt irgend etwas nicht, Adolf!“ erklärte die Oekonomierätin Blach, zog die Nadeln aus dem Hut und legte ihn auf das Sofa neben den spitzenbesetzten schwarzen Sonnenschirm, mit dem sie eben bei Rumpelmayer geprunkt hatte. „Aber, Tinchen!“ „Sie ist nicht glücklich!“ Er hockte behaglich in dem bequemen Armstuhl und rauchte ungerührt seine Zigarre. „Gott, was ihr Frauenzimmerchen gleich für ne tragische Phantasie habt?! Da trat die rundliche alte Dame dicht zu ihm heran und dämpfte die Stimme verschwörerhaft und sagte gebieterisch: „Und ich wiederhole dir— Hella Warnegg ist unglücklich, tief unglücklich!“ Ihr Mann kniff nach seiner alten widerwärtigen Gewohnheit das linke Auge zu und blinzelte seelenvergnügt hoch. „So! Na ja— allerdings... wenn sie's dir selbst gesagt hat. „Gesagt?!“— die Oekonomierätin fuhr empört zurück— „Gesagt?! Das wäre wohl so nach deinem Geschmack:— immer das Herz auf der Zunge und mit dem Kopf durch die Wand! Ja, meinst du denn wirklich, solch Weltkind versteht sich nicht zu beherrschen und selbst mit blutendem Herzen zu lächeln, daß keine Seele ihr etwas anmerkt, wie da drinnen in der Brust alle Hoffnungen zerschlagen sind?“ Der alte Stoppelhops nahm erschüttert die Zigarre aus dem Mund und riß die Augen auf. „Fein! Tinchen, wenn du recht hast, hast du recht: und das mit der Brust hast du fein gesagt! Bloß dabei fällt mir ein: — wenn die kleine Marjell so raffiniert lächelte, woher weißt du dann eigentlich von den blutenden Herzensverhältnissen?" „So etwas merkt man, mein Lieber!" „Durch drei Eichenbretter hindurch!“ präzisierte er fröhlich, ohne mit diesem unpassenden Einwurf Beachtung zu finden. Die alte Dame ließ sich auf einen Stuhl fallen und fächelte mit dem Taschentuch das rosige kummervolle Gesicht. „Lieber Gott. Adon— eine alte Frau wie ich...“ „... ältere Dame in den besten Jahren, bitte!" . eine sechzigjährige alte Frau weiß schließlich auch, wie es in der Welt zugeht. Ich habe schon gestern abend, als wir sie beide kennen lernten, gemerkt, daß zwischen ihnen ein schweres Zerwürfnis stattgefunden haben mußte; denn weshalb hätte er sich wohl sonst an den Spieltisch gesetzt und sie allein mitten im Saal stehen lassen?! Das ist doch unerhört! Ich gebe dir mein heiliges Ehrenwort— wenn man mir das zu bieten gewagt hätte, ich würde auf der Stelle die Verlobung gelöst und...“ „:.. und alle Geschenke zurückgefordert haben! Sehr richtige Anschauung! Aber merk dir den Fall, Tina; denn daran kannst du erkennen, wie beneidenswert dich das Schicksal bevorzugte, als du in die mannbaren Jahre kamst!“ Sie lächelte mitleidig=zweifelnd. „Nun, mein Lieber— darüber weichen wir näheren Erörterungen wohl lieber aus. Ich finde es reichlich verwegen von dir, unser Gespräch gerade auf dieses peinliche Gebiet hinüber zu lenken!" „Ihr seid spitz, gnädige Frau!“... grinste der Eheherr... „aber in allem Ernst gesprochen, ich...“ An der Tür klopfte es; ein Diener überbrachte einen Brief. „Der Herr läßt Monsieur um Antwort bitten.“ Er zog sich wieder zurück und schloß die Tür, um draußen auf dem Flur zu warten. Der Oekonomierat drehte das Kuvert mißtrauisch hin und her. Aus dem Hotel Métropole! Haben wir da Bekannte wohnen, Tinchen? Nee, doch nicht; und die Schrift ist mir auch total unbekannt! Sicher irgend son deutscher Landsmann, den sie hier bis auf die letzten Dittchen ausgeräubert haben und der sich dafür interessiert, wer ihm nu eigentlich das Geld zur Rückreise pumpt.“ Und während die alte Dame neugierig aufstand und zu ihm trat, riß er den Umschlag auf. Es waren nur wenige Zeilen; in einer großen, steilen, herrischen Schrift hingehauen: Sehr gcehrter Herr Oekonomierat, ich knüpfe an unsere gestrige Bekanntschaft an und wäre Ihnen für die Liebenswürdigkeit verpflichtet, mir heute nachmittag oder abend eine Unterredung zu gewähren. Ich stehe dieserhalb an jedem Ihnen genehmen Orte zur Verfügung und bitte Sie inzwischen, mich zu betrachten als Ihren sehr ergebensten Ramon Branco. „Schluß— Kuß— Julius! Verstehste das, Tina?“ Sie starrten sich verdutzt an. Schließlich meinte die Oekonomierätin mit unverkennbarer Reserve, die sich sonst nur sehr selten bemerkbar machte: „Das ist doch keine Art, von einem Menschen, den man kaum vierundzwanzig Stunden kennt, gleich in dieser dringlichen Form eine Zusammenkunft zu erbitten?!" Der alte Herr hatte sich erhoben und ging ein paarmal mit großen Schritten im Zimmer auf und ab. „Kurioser Kerl!“ murmelte er, noch immer verblüfft. (Fortsetzung folgt.) Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 250 4 Mittwoch, 9. September 1914 Seite 7. geng : Aus Kölns Nachbarschaft (A) Rodenkirchen,.Sept.1914. Am Sonntag, den 13. September, beginnt hier die Festfeier zu Ehren des h. Maternus, des ersten Bischofs von Köln, der als Patron gegen ansteckende Krankheiten, besonders auch in Kriegszeiten, verehrt wird. Alljährlich kommen von verschiedenen Seiten, teilweise von weither, außer zahlreichen einzelnen Pilgern auch Prozessionen nach Rodenkirchen, um die Fürbitte des h. Maternus zu erflehen. Das Königliche Gouvernement in Köln hat die Wallfahrten auch in diesem Jahre bereitwilligst gestattet. Den zessionen wird bei ihrem Einzuge in die Pfarrkirche, wie auch bei ihrem Abschiede der Segen mit dem h. Sakrament erteilt Während der Festzeit werden an den Sonntagen drei h. Messen gelesen, um 6,.30 und 9 Uhr; um 10 Uhr ist feierliches Hochamt mit Festpredigt. Nachmittags ist zweimal Andacht: 3 Uhr Betstunde, um Gottes Schutz für unsere Truppen und den Sieg unserer Heere zu erflehen, um 5 Uhr Andacht zu Ehren des h. Maternus. An den Werktagen werden die h. Messen gelesen Mittwochs und Samstags 7 Uhr in der Pfarrkirche,.30 Uhr in der alten Maternuskirche, an den übrigen Tagen 6,15 und 7 Uhr in der Pfarrkirche. Andacht zu Ehren des h. Maternus verbunden mit Kriegsandacht wird täglich nachmittags 5 Uhr gehalten. (4) Blankenbera,.Sept.1914. Gestern morgen wurde an der Landstraße nach Eitorf an der Siegböschung ein Mann aus der benachbarten Bürgermeisterei Uckerath tot aufgefunden. Der Tote wies einen Stich in die Brust und Kopfwunden auf, die auf einen Ueberfall hindeuteten. Sein Rad fand man der Nähe. Die Behörde nahm gleich die Untersuchung des rätselhaften Falles und auch infolgedessen einige Verhaftungen vor. C4) Brühl,.Sept.1914. Eine weitere Spende zum Besten des Vaterländischen Frauenvereins und für das Rote Kreuz in Höhe von 100 M. hat der katholische Bürgerberein gestiftet. Aus ( Otfe ne Stellen Arkilleriewertstatt sucht zum sofortigen Eintritt Sattler, welche schon auf MilitärAnsrüstungsstüche gearbeitet haben, und selbständige Feuerschmiede für Bagenbeschläge. 4“ Uh führer gesucht Leute, die möglichst nicht unter 25 Jahre alt und militärfrei sind, wollen sich mit ihren Zeugnissen melden. d* Zinkhütte Berzelius bei Berg.=Gladbach. Helt. zuverläst. Kutscher (kath.) unverheiratet, der einige Dienerarbeit. übernehmen muß, zum 1. Oktober gesucht. Landrat v. Schlechtendal, Köln=Malheim. 2* Schühmachergeselle sucht Heinrich Schneider, Schuhmachermeister, Siegburg, Cecilienstr. 8a. Fücht. Bauschreiner findet sofort dauernde Arbeit bei Jahob Langen, Paffrath(.= Gladbach), mechan. Schreinerei. Schreinerlehrling gesuicht. Klingelpätz 70. Tehriing f. Bäckerei u. 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Auf dem weiteren Wege wurde ein ungefähr drei Jahre altes Kind überfahren, das bald nachher an den davongetragenen Verletzungen starb. Der Angeklagte machte geltend, daß das Kind aus der Klosterstraße gekommen und ihm sozusagen in das Rad gelaufen sei. Diese Einlassung konnte durch die Beweiserhebung nicht widerlegt werden, weshalb in diesem Punkte Freispruch erfolgte. 6 Zim. u. Küche m. Gas v. einz. Dame in bess. Hause ges. Preis 35.4. Off u. B 339 g. d..Geschäftstelle d. Bl., Breitestr. 85. b 09050909" 5 Für Einquartierung und Lazarettzwecke in allen Preislagen und in grossen Quantitäten auf Lager: Strohsäcke, Seegrasmatratzen, Kopfkissen Biber- u. Wolldecken, Nessel- u. Biberbettücher Militärhandtücher, Hemden, Unterzeuge usw. Eisenbetten u. zusammenklappbare Feld-Lazarettbetten Für Krankenpflegerinnen: Hauben, Schürzen, Mäntel Leibwäsche, Taschentlicher zu billigsten Preisen. P. W. Ossendorff Waidmarkt. 8918 90001 099 bROLOrARLE9 0D LOeTPPPPTPPTOThO Einzelne Dame s. 2. 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September 1914. slp Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 10. September, nachmittags 3½ Uhr, vom Sterbehause Neusserstrasse 226 aus. Die feierlichen Exequien werden gehalten am selben Tage, morgens 8¼ Uhr, in der Pfarrkirche St. Maria-Himmelfahrt in Köln-Nippes. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Anzeige nicht erhalten haben, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. Vom 10. d. Mts. ab wird in beschränktem Umfang der Straßenbahn=Verkehr über die Hohenzollernbrücke zur Beförderung von Schülern aufgenommen. Es verkehren zu diesem Zweck morgens und mittags zu Schuldeginn und Schluß zwischen Staatsbahnhof Deutz und Wallraf=Richartz= Museum Pendelzüge, die nur von Schülern gegen Vorzeigen des Schülerausweises benutzt werden dürfen. Abfahrt ab Deutz um.25, 12.25 und.25, ab Cöln, Wallraf= Richartz= Museum.35, 12.35 und.35. Die Wagen tragen die Bezeichnung:„Schülerwagen“. Schüler, die auf einer Straßenbahnlinie einen 5 Pfg.=Fahrschein lösen, um am Museum, Brückenrampe oder Deutzer Bahnhof einen der Pendelzüge zu erreichen, müssen dies bei Lösung des Fahrscheines dem Schaffner mitteilen, der Fahr schein gilt alsdann auch zur Fahrt über die Brücke. Nähere Auskunft gibt die unterzeichnete Direktion. Cöln, den 8. September 1914. Direktion der städtischen Bahnen. Dr.=Ing. Kayser. 8 Unser lieber Kamerad der Seewehrmann Hubert Spicher nhaber der China-Denkmünze aus Bronze ist heute beim Baden verunglückt. Mit Begeisterung war er dem Ruf seines Kaisers gefolgt und hat in treuer Pflichterfüllung die Wacht am Nordseestrande gehalten. Es sollte ihm nicht mehr vergönnt sein, sein Leben einzusetzen im Kampf mit unserm Gegner zur See, aber auch er ist im Dienste des Vaterlandes gestorben. Sein Andenken wird bei uns stets in Ehren gehalten werden. 8 Die Offiziere. Unteroffiziere und Mannschaften der 1. Komp. IV. Seebataillon. Wangeroon, den 6. September 1914. Im Monat August 1914 sind folgende Jagdscheine erteilt worden: Breuer Wilhelm, Wittekind straße 8 van Cour Th., Deutsch Ring 17 Scheibe Ewald, Weißenburgst. 61 Uhler Baptist, Sachsenring 64 Platz Adam, Cöln=Mülheim Pohl Wilhelm, Cöln=Mülheim Müller Heinrich, Mauenheimer straße 30 Lierfeld Franz, Severinstr. 72 Schreier Gerhard, Eifelstr. 74 Perthel Robert, Hansaring 57 Richard Philipp, Leyboldstr. Schütz Oskar, Hültzstr. 15 Morschbach Jos., Übierring Lülsdorff Jakob, Virchowstr. 14 Jüssen Peter, Gereonshof 31 Thelen Joseph, Gereonsmühlengasse 18 Herrmann Fritz, Pantaleonsberg 3 Friederici Wilhelm, Berrenratherstraße 163 Kuhlmann Emil, Classen=Kappelmannstraße 1F Aischmann Ferd., Bismarckst. 12 Meising Josef, Hülchratherstr. 12 Niesen Gottfried, Bachemerst. 102 Welter Stephan, Weyertal 104 Siemens, Hermann Beckerstr. 8 Felser Ludwig, Sachsenring 22 Dr. Johnen II Arnold, Pfarriusstraße 3 Bilstein Peter, Cöln=Mülheim Sedanstr. 7 Heider Jakob, Hermann Becker straße 11 Steinmeyer Julius, Cöln=Longerich Odenthal Leo, Kunibertgasse 9 Helfmeier Peter, Beethovenstr. 10 Strohmeier Robert, Richard Wagnerstr. 38 Bausch Mathias, Dionysstr. 13 Laufenberg Joh., Neußerstr. 257 Bauwens Kamillus, Roonstr. 60 Rosenbaum Walter, Gießenerstr. Dräger Karl, Ubierring 20 Mäurer Eduard, Roonstr. 48 Frenger Franz, Viersenerstr. 18 Hoppe Karl, Deutscher Ring 44 Becker Jean, Marsiliusstr. 41 von Gaugreben Robert, Kaiser Wilhelmring 4 Pilgram Fritz, Köln=Mülheim, Freiheitstr. 19-21 Simons Theodor, Breitestr. 83 Beenen Franz, Stephanstr. 4 ScheiffarthHein. Steinbergerst. 15 Bünten Franz, Herzogstr. 37 Schregel Jean, Hardtstr. 15 Wendemuth Friedr., Rheinallee 76 Lepek Hans, Habsburgerring 28 Odenthal Franz, Franziskastr. 3 Müller Dr. Paul, Lindenallee 57 Fomm Eduard, Rolandstr. 91-93 Pieper Eduard, Probsteigasse 35 Düren Heinrich, Florastr. 20 Brasse Ernst, Köln=Dellbrück, Gladbacherstr. 371 Dr. Schimmel, Classen= Kappelmannstraße 10 Hospelt Wilhelm, Salierring 25 Klein Heinrich, Am Hof 16 Iltgen Joseph, Köln=Dellbrück, Gladbacherstr. 289 Schönen Joseph jun., Mauritiuswall 71 Roeingh Karl, Düsseldorf=Oberkassel(z. Z. Köln, Venloerstraße 1203) Cöln, den 7. Sept. 1914. Der Oberbürgermeister, *r. J..: Laue. Dem Kölner Hausfrauenbund gereicht es zu ganz besonderer Freude, der Leiterin des Kindergartens der Luisenschule, St. Apernstraße 53, Frl. Regina Strobel, u. den Schülerinnen der Haushaltungsschule daselbst rückhaltlose Anerkennung und innigsten Dank aussprechen zu dürfen für die unentwegt treue, verständnisvolle Tätigkeit, die sie während der Ferien unserem Kriegskindergarten und Kriegskinderhorte, Severinswall 50-52, geleistet haben. Keine Arbeit war zu schwer, keine zu gering. Die Opferfreudigkeit ging Hand in Hand mit Kenntnis und Geschick. Da Kindergarten und Haushaltungsschule im Anschluß an höhere Mädchenschulen anfänglich einen Versuch auf dem Gebiet der Neugestaltung des Mädchenschulwesens bildete, drängt es uns, öffentlich auszusprechen, wie gut die Schule des Herrn Beheimrats Direktor Dr. Blumberger ihr Ziel erreicht hat. Der Vorstand des Kölner Hausfrauenbundes. I..: Luise Wenzel.r Handels=Realschule und Handelsklasse. Die Schüler versammeln sich Donnerstag, den 10. September, nachmittags 3 Uhr, im Schulgebäude. 2* Der Direktor: Dr. Cüppers. Am 10. d. M. tritt auf der Vorgebirgsbahn ein neuer, so genannter starrer Fahrplan in Kraft. Die Züge werden in gleichem Zeitabstand von 1¼ Stunde abgelassen und verkehren von 500 Uhr morgens bis 915 Uhr abends abwechselnd bis Bonn u. nur bis Brühl. Demnach Abfahrt der Jüge von Cöln. Nach Brühl: 500, 615, 730, 845, 1000, 1115, 1230, 145, 300, 415, 530, 645, 800, 915. Nach Bonn: 500, 730, 1000, 1230, 300, 530, 800. Alles Nähere sowie einzelne Abweichungen, welche die Frühund Spätzüge betreffen, sind aus den auf den Stationen ausgehängten Fahrplänen zu ersehen. Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, 10. Sept. 1914, nachmittags 4 Uhr, werden im Pfandlokale Marsil= stein 28 versteigert: 1 Büfettschrank, 1 Vertiko. 1 Pfeilerspiegel, 1 Diwan, 1 Transportwag., 1 Schreibpult, 1 Küchenschrank, 1 Glasschränkchen usw. Nolte, Gerichtsvollzieher in Cöln B7 Kunstgewerbe= und handwerkerschule der Stadt Cöln. A. Kunstgewerbeschule. Tagesschule für Schüler und Schülerinnen— Ausbildung im Entwerfen für Architektur, Plastik und Flächenkunst— Werkstätten für Dekorationsmaler, Stein= und Holzbildhauer, Goldschmiede, Emailleure, Ziseleute, Graveure, Stahlschneider, Kunstschlosser und Buchbinder, sowie für Kunsthandarbeiten, Handweberei, Kurbelstickerei, Schriftsatz, Buchschmuck, Lithographie, Linoleumschnitt und Stoffdruck. B. Handwerkerschule. Halbtags=, Abend= und Sonntagsschule für Gesellen und Lehrlinge des Kunstgewerbes— Fachklassen für Tischler, Holzschnitzer, Steinbildhauer, Stuckateure, Modelleure, Goldschmiede, Emailleure, Ziseleure, Graveure, Stahlschneider, Kunstschloster, Dekorationsmaler, Glasmaler, Lithographen, Buchbinder, Buchdrucker, Schriftsetzer, Musterzeichner, Gärtner und Wagenbauer. Berücksichtigung auch der kirchlichen Kunst. Bedingung für die Aufnahme ist im allgemeinen das zurückgelegte 16. Lebensjahr oder der Nachweis einer mindestens zweijährigen praktischen Tätigkeit. Anmeldungen für das am 23. September beginnende Wintersemester werden am 18., 19. und 21. September von 11 bis 12 Uhr vormittags im Geschäftszimmer der Anstalt, Mauritiussteinweg 593, entgegengenommen. Den Abend= und Sonntagsschülern wird außerdem am Freitag, den 18. und Montag. den 21. September, von 7 bis 8 Uhr abends, sowie am Sonntag, den 20. September, um 9¼ Uhr vormittags Gelegenheit zur Anmeldung gegeben. Das Schulgeld beträgt pro Semester bei Vollschülern 40., bei Halbtags=, Abend- und Sonntagsschülern je nach der Zahl der belegten Unterrichtsstunden 1 bis 20 M. und ist bei der Anmeldung zu entrichten. Cöln, im August 1914. Der Direktor: 72* Professor E. Thormählen. Alte DamenHüte jeder Art werden gereinigt, gefärbt u. in den letzten neuesten deutschen Formen umgearbeitet. Tadellose Ausführung, billigste Preis u. Jilz Schalgan Pantaleonsmühleng. 24.5 Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag. d. 10. Sept. 1914, mittags 12 Uhr, sollen zu Cöln im Versteigerungslokale Marsilstein 28 versteigert werden: Verschiedene Hausmobilien, 1 Theke mit Platte. Horst, Gerichtsvollzieher in Cöln.“4 30 0 X Trinkfertig in Portions“ flaschen: c* 8 3 * Backhaus-Milch* # Säuglings-Milch 6 9 Eiweiss-Milch 9 Nolländ. Säugl.-Nahrung 5 Haltbare Voghurt-Milch g, 5 Hupertz& Schürmann#p Nachf., Gabelsberger# strasse 47. Tel. B 6418. S 30 Das Sechswochenamt für das verstorbene Fräulein Maria Anna findet am Freitag, den 11. September, morgens 8½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Michael statt, wozu alle Freunde und Bekannte eingeladen werden Das Jahrgedächtnis für das verstorbene Fräulein Maria Walter findet Donnerstag, den 10. September, morg..45 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael statt, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird. 2b Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit(Alte Leipziger) Gegr. 1830 Die Gesellschaft übernimmt gegenwärtig noch Lebensversicherungen unter Einschluss der Kriegsgefahr; bei Landsturmpflichtigen ohne Extraprämie. Nähere Auskunft erteilt die Gesellschaft und deren Agenten. Vertreter in Köln a. Rhein: Peter Prior, Generalagent, Venloerstr. Wesemann, Generalagent, Spichernstr. 52. Zwangsversteigerungen. Am 5. November 1914, vorm. 9 40 Minuten, soll in Cöln, im Justizgebäude am Reichenspergerplatz, Zimmer Nr. 77, das nachbezeichnete Hausgrundstück zwangsweise versteigert werden: Flur 44, Parzelle Nr. 1128/174, Kasparstraße 47, Hofraum, a) Wohnhaus mit unterkellertem Hofraum, groß 2,74 Ar. Nutzungswert: 6300 Mark, Eigentümer: Eheleute Emil Bauer, Restaurateur, und Maria geb. Koch, jetzt in Cöln. Königliches Amtsgericht Cöln, Abt. 39. o“ Am 5. November 1914, vormittags 9 Uhr 50 Minuten, soll in Cöln, im Justizgebäude, am Reichenspergerplatz, Zimmer Nr. 77, dus nachbezeichnete Hausgrundstück zwangsweise versteigert werden: Cöln, Flur 6, Parzelle Nr. 492/140, Marienplatz Nr. 12 Hofraum, worauf Wohnhaus mit Anbau und raum, groß 0,93 Ar, Nutzungswert: 2100 Mark, Eigentümer: Eheleute Wirt Michael Dreeser und Christine geb. Krupp, beide zu Ensen am Rhein. a Königl. Amtsgericht Cöln. Abt. 39. Wilh. Großes schönes # Ladenlokal mit zwei modernen Schaufenstern und hellem Souterrain, Marzellen-Str. 33, in welchem bisher ein flottes Schuhgeschäft betrieben wurde, zu vermieten. 4* Bescheid Marzellenstraße 41 und bei Fritz Keltenich, Mohrenstr. 39, auch Mülheim a. Rh., Buchheimerstr. 27. Verlag und Druck von J. P. Bachem. Verantwortlicher Redakteur: i. V. Heinr. Müller. Verantwortlich für Anzeigenund Reklamenteil: Bonifaz Gutberlet. Alle in Köln. Möbeltransport von und nach jeder Richtung TDEATHIONS&a LEGETHAUSTART-GESIEUIN-Nachene Spazierfahrt nach Porz, Bonn, Königswinter und Oberwinter durch den Salondampfer„Nex Rheni“ am Donnerstaa. den 10. und Freitag. den 11. September, nachmittags 2 Uhr ab Landebrücke am Filzengraben. Retour=Fahrscheine Porz M. 0,50, Bonn M. 1,20, Königswinter M. 1,80 und Oberwinter M..—. Rückfahrt ab Oberwinter abends 7½ Uhr. Ankunft in Köln 10 Uhr. Gute Restauration an Vord. 2 Gebr. Weber. Tel. A 5729, 5730. fragenen 6 werden nach allerneuesten Modellen in feinster Ausführung umgearbeitet. Reinigen u. Färben schnell u. billig. Blaubach 31. e e e r Sser.— Stadttransport. Möbellagerung. Eigene, fest angestellte Packer und Träger. * Zurückgekehrt Dr. Wiedmann Ubierring 3. Scheuke deiner Tochter ein gutes Buch zum Namenstag! Auswahlverzeichnis liefert kostentrei Verlag J. P. Bachem. Köln.