RRRRRRRRRRRRR RA R R MAAAAAAAAAAAAAAARRARAAAAAAARARRARRRRR ARAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAARARRRM AE RRAR Bezugspreis bei Botenzustellung im engern Verbreitungsbezirk 40 Pf, im erweiterten 50 Pi monatlich; mit dem wöchentl. illustriert. Unterhaltungsblatt Welt und Zeit in Wort und Bild 10 Pf mehr. Postbezug, ohne Zustellgeb. Ausgabe A mit Colonia m.50(3 mon.), m.— (2mon.), m o. 50(1mon.). Ausgabe B mit Lolonia und Welt und Zeit in Wort und Bild 10 Pf monatlich mehr. Kölner General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. u Anzeigenpreis u # Die einspaltige Kolonel=Zeile n (38 mm breit) 25 Pf, 3. S S und letzte Seite 30 Pf. 5 n für Köln 18 bzw. 22 Pf. 2 & Platzvorschriften 10% Zuschl.# K Reklamepreis K * Die 90 mm breite Kolonel-# Zeile 75 Pf, für Köln 50 Pf, n zweite Seite 60 Pl. 26 &am Platzvorschrikten 10% Zuschl. 2 n Otfertengebühr 25 Pl. 26 *„ Geschäftsstellen: Marzellen- 2 " Strasse 37 u. Kreitestr. 35. 5 KRRRRRRRRRRRNNNNNRRRRRRRRRRRRRRRRRRNRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRARRNN Nr. 216. Fernspr. Geschäftsstellen u. Redaktion Marzellenstr. 37. A 6920 bis 6928. Geschäftsstelle Breitestraße 85: A 6336. Köln, Donnerstag, 6. August 1914 28. Jahrgang. Heute 8 Seiten. er Kaiser an deusche (Drahtber.) Der Reichsanzeiger der Erneuerung des Ordens des Ein Erlaß des Kaisers. * Berlin..Aug.1912.(Drahtber.) Das Marineverordnungsblatt veröffentlicht folgenden Erlaß an das deutsche Heer und die deutsche Marine: Nach 43jähriger Friedenszeit rufe ich die deutsche wehrfähige Mannschaft zu den Waffen.— Unsere heiligsten Güter, das Vaterland, den eigenen Herd gilt es gegen einen ruchlosen Ueberfall zu schützen.— Feinde ringsum! das ist das Kennzeichen der Lage. Ein schwerer Kampf, große Opfer stehen uns bevor. Ich vertraue, daß der alte, kriegerische Geist noch in dem deutschen Volke lebt, jener gewaltige kriegerische Geist, der den Feind, wo er ihn findet, angreift, koste es was es wolle, der von jeher die Furcht und der Schrecken unserer Feinde gewesen ist. Ich vertraue auf euch, ihr deutschen Soldaten! In jedem von euch lebt der heiße, durch nichts zu bezwingende Wille zum Siege. Jeder von euch weiß, wenn es sein muß, wie ein Held zu sterben. Gedenkt unserer großen ruhmreichen Vergangenheit! Gedenkt, daß ihr Deutsche seid! Gott helfe uns! Berlin, Schloß, 6. August 1914. Gez. Wilhelm. * Die Erneuerungsurkunde des Eisernen Kreuzes. * Berlin,.Aug.1912. veröffentlicht über die Urkunde Eisernen Kreuzes folgendes: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen usw. ngesichts der ernsten Lage, in die das teure Vaterland durch den gezwungenen Krieg versetzt ist, und in dankbarer Erinnerung an die Heldentaten unserer Vorfahren in den großen Jahren der Befreiungskriege und des Kampfes für die Einigung Deutschlands, vollen wir das von unserem in Gott ruhenden Urgroßvater gestiftete Ordenszeichen des Eisernen Kreuzes abermals wieder aufleben lassen. Das Eiserne Kreuz soll ohne Unterschied des Ranges und Standes an Angehörige des Heeres, der Marine, des Landsturmes, Mitglieder der freiwilligen Krankenpflege und sonstige Personen, die eine Dienstverpflichtung mit dem Heere und der Marine eingehen, oder als Heeres= oder Marinebeamte Verwendung finden, als Belohnung eines auf dem Kriegsschauplatze erworbenen Verdienstes verliehen werden. Auch solche Personen, die sich daheim Verdienste um das Wohl der deutschen Streitmacht und der seiner Verbündeten erwerben, sollen das Kreuz erhalten. Demgemäß verordnen wir, was folgt: 1. Die für diesen Krieg wieder ins Leben gerufene Auszeichnung des Eisernen Kreuzes soll, wie früher, aus zwei Klassen und einem Großkreuze bestehen. Ordenszeichen sowie Band bleiben unverändert, nur ist auf der Vorderseite unter dem W mit der Krone die Jahreszahl 1914 anzubringen. 2. Die zweite Klasse wird am schwarzen Bande mit weißer Einassung im Knopfloch getragen, sofern es für Verdienste auf dem Kriegsschauplatze verliehen wird. Für daheim erworbenes Verdienst wird es am weißen Bande mit schwarzer Einfassung verliehen; die erste Klasse wird auf der linken Brust, das Großkreuz um den Hals getragen. 3. Die erste Klasse kann nur nach Erwerbung der zweiten verliehen werden und wird neben dieser getragen. 4. Die Verleihung des Großkreuzes ist nicht durch vorherige Erverbung der ersten und zweiten Klasse bedingt. Sie kann nur erfolgen für eine gewonnene entscheidende Schlacht, durch die der Feind zum Verlassen seiner Stellungen gezwungen wird, oder für eine selbständige, von Erfolg gekrönte Führung einer Armee oder Flotte, oder für die Eroberung einer großen Festung oder für die Erhaltung einer wichtigen Festung durch deren ausdauernde Verteidigung. 5. Alle mit dem Besitz des militärischen Ehrenzeichens verbundenen Lorzüge gehen, vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Regelung einer Ehrenzulage auf das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse über. ürkundlich unter unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und beileedrucktem Kgl. Insiegel, gegeben Bertin, 5. August 1914. I. Wilhelm R. bethmann Hollweg, Tirpitz, Delbrück, Beseler, Breitenbach, Sydow, Trott zu Solz, Frhr. von Schorlemer, Lentze, Falkenhayn, Laebell, Kühn, Jagow. E Spichern und Wörth. Zum Gedächtnis an den 6. August 1870. Heute vor 44 Jahren haben unsere Väter den welschen Erbfeind gleichzeitig in zwei siegreichen Schlachten aufs Haupt geschlagen. Angeblich erzbereit war er übermütig an die Grenzen geeilt, um mit einer Handbewegung den Gegner beiseite zu tun und den„Siegeslauf“ à Berlin anzutreten. Aber die deutsche Bereitschaft und Energie hatte ihm den Plan verdorben, und mit einem starken Verlustkonto in beiden Schlachten bezahlte er das leichtsinnige Unterfangen. Die frische Offensive, welche die deutsche Kriegsführung auch in dem heute entbrannten Weltkrieg ergriffen hat, zeugt vom alten Heldengeist der Väter. In Rußland sind unsere Vortruppen eingedrungen und haben gezeigt, daß die Deutschen trotz Heimtücke und Verrat, die ihnen einige Tage Vorsprung abgewinnen wollten, zur Stelle sind. Und an der französischen Nordgrenze ist eine militärische Idee in Ausführung begriffen, deren Kühnheit die Kaltblütigkeit, Entschlußkraft und Energie unserer Diplomaten und Schlachtenlenker in hellstem Lichte erstrahlen läßt. Die Alandsinseln sind in deutschen Händen und geben einen vorzüglichen Stützpunkt für die Operationen unserer Flotte. Ein deutsches Schulschiff hat den russischen Kriegshafen Libau bombardiert. Andere deutsche Kriegsschiffe haben die Einschiffung afrikanischer Truppen aus Algier bedeutend erschwert. Wir hauen uns durch! Wir schreiten den Weg, der ins Land des Feindes führt, und lassen uns von Englands Schacherpolitik, gleisnerischen Reden und offenen Drohungen so wenig einschüchtern wie von seinem endlichen tatsächlichen Beitritt zu dem längst geschlossenen Dreiverband, den es über kurz oder lang doch vollzogen hätte. Wir haben 40 Jahre lang den Frieden gesucht Unser Kaiser Friedrich, die Kaiserin Viktoria sind lebendige Zeugen der immer wiederholten Versuche, mit Frankreich auf freundlichen Fuß zu kommen, und ihr Sohn, unser friedliebender Kaiser Wilhelm ist ihren Spuren gefolgt. Seine vielen Versuche, zu einer Annäherung zu gelangen, sind weltbekannt. Aber die französische Revanchelust wollte nicht. Sie will die vor 250 Jahren geraubten deutschen Erblande wieder haben, nachdem sie dem rechtmaßigen Eigentümer zurückgegeben worden sind. Sie wollen es also anders! Die grande nation von ehemals hat sich auf die Seite der Beschützer der Fürstenmörder geschlagen.— Albion, ehemals der Vertreter der Freiheit der Völker, hilft dem russischen Despoten! Nun wohl, deutsche Geduld hat ihre Grenzen. So vornehm wie Kaiser Wilhelm der Siegreiche in Ems die französische Frechheit abwies, so energisch wenden wir uns heute gegen die seit Jahren von unseren vereinten Gegnern beliebte Einkreisungspolitik, Verdächtigung und Verhöhnung. Wir sind aus dem Holze der Väter geschnitten und werden zeigen, daß unsere Rüstung von Stahl und Eisen blank und dicht, und unser Volk kernfest ist bis ins Mark. Es liebt Gott und seinen Kaiser und wird den alten deutschen Waffenruhm erneuern und sich um die heiligen Güter der Menschheit schlagen mit dem alten deutschen Kampfesmut! c Im Osten und Westen. Nun hat auch England sich zu unseren Feinden gesellt. Was das bedeutet, wird jedermann sofort klar erkennen an der Hand der von dem Staatssekretär Grey in seiner letzten großen Rede gebrauchten Wendung, daß England mit seiner ganzen Stärke dafür eintreten werde, daß Deutschland nicht zur westeuropäischen Vormacht sich erhebe. England will also— und es will das sehr schnell mit dem Aufgebot aller Mittel, die seine große Weltmacht dafür ihm an die Hand gibt— an die Seite von Frankreich und Rußland treten, um unter dem Vorwand, der in der erwähnten Wendung liegt, den Versuch einer Zerschmetterung Deutschlands zu machen. Zu der Ostfront und Westfront, auf der wir bisher schon zu kämpfen hatten, tritt einmal eine Verstärkung der westlichen Gegenfront, dann aber orgen Freitag, auch die Front zur See im Norden, auf der wir wohl von England einen nachdrücklichen Angriff zu erwarten haben. Beruhigend und tröstlich wie die freimütige und aufrichtige Klärung der Verhältnisse durch die Reichsregierung gewirkt het, wirkt auch das Bewußtsein, daß unsere Flotte ebenso wie unser Landheer von einer Begeisterung durchglüht ist, die, schon lange flammend, jetzt auf die Tüchtigkeit von Menschen und Material die Probe machen will. Beschäftigen wir uns zunächst einen Augenblick mit der Lage im Osten, so liegen dort keine schwerwiegenden neuen Ereignisse vor, vielmehr bestätigen die jüngsten örtlichen Scharmützel, daß man sich dort noch immer beobachtend gegenübersteht. Ob in Bälde große Ereignisse dort zu erwarten sind, ist für den Nichteingeweihten ein vollständiges Rätsel. Dieses Rätsel beunruhigt uns kaum oder gar nicht, um so mehr aber beunruhigt es, wie man erfährt, in Paris, wo man von dem großen Freunde und Verbündeten längst große, schwere Schläge gegen die verhaßten Preußen erwartet hätte. Das Hauptinteresse wendet sich, selbstverständlich im Westen ganz besonders, der Entwickelung der Vorgänge nach Westen und Südwenten hin zu. Der Einbruch der Franzosen an verschiedenen Punkten des Elsaß ist offenbar ein vereinzeltes Ereignis, ohne weitere Folge gewesen. Wie und in welchem Maße und mit welchem Ziel unsere Truppen im Reichslande mit der Front gegen Frankreich stehen, entzieht sich der Kenntnis. Frankreichs Kriegsplan faßte allem Anschein nach, und die Vorläufer durch die Vogesenpässe scheinen das zu bestätigen, einen Zusammenstoß in weiter Frout über die Vogesen hinweg ins Auge. Dieser Plan ist aber anscheinend vom deutschen Generalstab über den Haufen geworfen worden, so daß man fast voraussagen möchte, die nach dem französischen Kriegsplan in Ostfrankreich aufgestaffelten französischen Truppen müßten mit einer falschen Front kämpfen. Der deutsche Generalstab hatte wohl zweierlei im Auge: einmal die Gefahr, daß Frankreich von der starken Richtung der Französlinge in Belgien unterstützt, den deutschen Truppen im Rheinland in die Flanken fallen werde, nachdem es über die Neutralität Belgiens hinweggeschritten sei; daher das Wort: Not kennt kein Gebot im Munde des Reichskanzlers, ein Wort, das auch über Deutschlands Grenze hinaus weithin Verständnis finden wird. Der Aufmarsch der deutschen Truppen durch Belgien faßt aber vielleicht auch noch anderes ins Auge. Bekanntlich hat der Kommandeur der französischen Truppen in Lille vor wenigen Jahren verraten, daß ein festes Abkommen mit England bestehe, im Falle eines Krieges gegen Deutschland von Lille aus nach Belgien hin den dort landenden englischen Expeditionstruppen die Hand zu reichen. Damit war bereits die belgische Neutralität im Prinzip verletzt. Doch krähte in Belgien selbst aus allzu bekannten Gründen kein Hahn danach. Wenn jetzt die deutschen Truppen in Belgien einmarschiert sind, so könnte es deshalb nicht allein ihr Zweck sein, auf diesem Wege in einem Bogen nach Frankreich hineinzudringen, sondern auch weiter ihre Aufgabe, der geplanten Vereinigung französischer und englischer Truppen in Flandern möglichst zuvorzukommen So in kurzen Zügen die Gesamtlage. Deutschland von drei Großmächten bekriegt, fordert die Achtung, die Bewunderung der Welt für seinen Mut heraus Seine Haltung kann nicht anders, als überall da, wo die Seeler nicht durch verbohrten Deutschhaß vergiftet sind, eine nachhaltige Begeisterung erwecken. obilmachungstag. Seite 2. Aufruf des Preußischen Roten Kreuzes. Zum Schutze unserer heiligsten Güter folgen die waffenfrohen Söhne unseres Volkes dem Rufe Seiner Majestät des Kaisers und Königs. Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, unserer allerhöchsten Protektorin landesmütterlicher Wunsch vereinigt sich mit unserer Bitte, daß alle, denen es nicht vergönnt ist, für das geliebte Vaterland zu kämpfen, mithelfen mögen, die Wuuden zu heilen und all das Elend zu lindern, das die bevorstehenden Kämpfe herbeiführen werden. Getren seinen Ueberlieferungen wird das Preußische Rote Kreuz auch in dieser ernsten Zeit alle seine Kräfte einsetzen. Seine Mitglieder wollen wetteifern in treuer, unermüdlicher Hingebung bei Unterstützung des staatlichen Sanitätsdienstes und in festem, einigem Zusammenstehen bei Erfüllung ihrer Pflichten. Die ganze opferfreudige Nächstenliebe, die Gott in die Herzen der deutschen Frauen und Jungfrauen gelegt, soll sich im Roten Kreuz betätigen, und der eiserne Wille seiner Männer wird sie auch in den schwersten Stunden zu höchster Hülfeleistung befähigen. Alle heißen wir willkommen, die sich zu persönlicher Betätigung uns anschließen oder uns unterstützen wollen durch Gewährung von Geldspenden und Materialgaben zum Besten der deutschen Kriegsmacht zu Land und zu Wasser. Denn reiche Mittel, vor allem an Geld, sind erforderlich, um unsere Ausgaben erfüllen zu können. Aber schnell ist die Hülfe nötig; doppelt gibt, wer rasch gibt. Wir vertrauen fest auf den oft bewährten Opfersinn unseres Volkes. Alle Materialgaben bitten wir den Sammelstellen des Roten Kreuzes in den Provinzen und in Berlin zu überweisen. Geldspenden nehmen an: die Schatzmeisterkasse des Zentralkomitees des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz (Königliche Seehandlungshauptkasse), Markgrafenstraße 38, die Schatzmeisterkasse des Vaterländischen Frauenvereins, Hauptvereins,(Bankhaus F. W. Krause und Co., Berlin, Leipzigerstraße 45), sowie alle Reichsbankanstalten. Ueber die Gaben wird öffentlich Quittung geleistet werden. Berlin, den 2. August 1914. Das Zentralkomitee des Dreußischen Landesvereins vom Roten Kreuz. (Am Karlsbad 23) Der Vorsitzende von Pfuel. Der Vorstand des Daterländischen Frauen-Vereins (Hauptverein). (Wichmannstraße 20) Die Vorsitzende Charlotte Gräfin von Itzenblitz. Der Schriftführer Dr. Kühne. * XX Die Bedeutung des Kaiser=Wilhelm=Kanals für unsere maritime Rüstung wird klar vor die Augen gerückt durch die ersten erfreulichen Nachrichten über Erfolge unserer Flotte. Gerade vor zwei Monaten ist seine Erweiterung fertig geworden. Heute kann in einer Nacht die ganze deutsche Flotte mit ihren Dreadnoughts und Ueberdreadnoughts ihn wieder passieren. In der Ostsee hat unsere Flotte so ziemlich freies Spiel, so lange nicht englische Kriegsschiffe zur Unterstützung der russischen Flotte den Sund von Kopenhagen passiert haben. Ist sie in der Ostsee aktiv gewesen, so kann sie am folgenden Tage unbelästigt, vielleicht unbemerkt in der Nordsee erscheinen. Schon seit den Tagen des Mordes von Serajewo ist die äußerste Vorsicht zebraucht worden, daß der Kanal nicht durch ein französisches oder englisches Schiff, etwa ein Getreideschiff, welches zum Versinken gebracht wurde, gesperrt würde. Das zu verhindern ist gelungen. Selbstredend wird jetzt kein Schiff mehr durchgelassen, welches im geringsten eines solchen Anschlages verdächtig ist, und der Kanal wird für die Zwecke unserer Kriegsflotte in vollem Umfang zur Verfügung gehalten. Die Millionen, welche die Erweiterung des Kanals für die kolossalen modernen Kriegsschiffe gekostet hat, sind fürwahr nicht nutzlos ausgegeben. Heute sieht das Volk den Nutzen der großen Auflagen, welche ihm für das Werk gemacht werden mußten. * # Der englische Neutralitätsbruch. Von besonderer, gut unterrichteter Seite aus Berlin erhalten wir folgendes: Die Ausbeutung der deutschen Neutralitätsverletzung in Belgien durch England soll verdecken, daß England selbst von vornherein zum Bruch der Neutralität gegenüber Deutschland entschlossen war, namentlich auch für den Fall eines großen Mißerfolges der französischen Armee. Hinsichtlich einer etwa von der deutschen Heeresleitung ins Auge gefaßten Kriegsführung in der Nordsee gegen Frankreichs Küsten wurde erklärt, England könne in diesem Falle nicht neutral bleiben. Die Wahl des Landweges durch belgisches Gebiet wurde mit der Kriegserklärung beantwortet. Nur ein Vormarsch unter schwieriger Umgehung oder verlustreicher Eroberung französischer Sperrforts sollte offen gelassen werden, vorbehaltlich der Entschließung Englands, auch in diesem Falle, bei größerem Erfolge unserer Truppen, Deutschland in den Arm zu fallen. Der leitende Gedanke Englands war, daß wir den Krieg dort führen müßten, wo die Umstände für Deutschland am ungünstigsten, für Frankreich am günstigsten liegen. Dieses englische Verhalten entspricht von Anfang an nicht dem Begriff der Neutralität. Es war schon bei Beginn des deutschen Aufmarsches eine Einmischung zur Erschwerung unserer Kriegsführung. England ist durch unser Vorgehen veranlaßt worden, die Maske rechtzeitig abzunehmen, die es keinen Augenblick länger, als es ihm selbst geliebte, getragen haben würde. Eocal-Runeiger Nr. 216&a Dounerstag, 6. Rugust 1914 Die deutsche Offensive im Osten. * Berlin,.Aug.1914.(Drahtber.) Deutsche Kavallerie besetzte gestern Weljun südlich von Kalisch an der schlesischen Grenze, von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt.(Das Städtchen Weljun, zum Gouvernement Kalisch gehörend, ist Sitz der 13. Brigade der russischen Grenzwache und gehört zum Grenzwachbezirk Warschau.) * Drohender Aufstand in RussischPolen. * Wien,.Aug.1914.(Drahtber.) Die Reichspost meldet aus Krakau vom 3. August: In Russisch=Polen wurde gestern ein aus Warschau datierter Aufruf zu einem polnischen Aufstande verbreitet, welcher von zahlreichen polnischen Parteien unterzeichnet ist. Der Aufruf erläutert die zukünftige Aktion der Aufständischen und fordert auch die Frauen auf, dazu den russischen Behörden und dem russischen Militär alle möglichen Hindernisse zu bereiten. Die polnischen Organisationen sollen genau über die Bewegungen der Russen informiert werden. Jede Gemeinde wird aufgefordert, Behörden einzusetzen und die Unabhängigkeit vom russischen Reiche zu proklamieren. Daß eine revolutionäre Bewegung in diesem westlichsten Teile des Russischen Reiches bestand, war bekannt. Die Niederlage der russischen Kavalleriebrigade bei Soldau und die Erstürmung von Kibarty bei Wirballen werden in RussischPolen auf die aufständische Bewegung ermutigend wirken. Sie machen daher einen Erfolg vorgemeldeter Aufstandsbewegung sehr wahrscheinlich. Mit dieser Entwickelung hat man in österreichisch=polnischen Kreisen— wie uns von wohlunterrichteter Seile gemeldet wurde— schon seit längerer Zeit gerechnet. Durch diese Bewegung wird sicherlich eine russische Offensive, wenn sie nach unseren ersten Erfolgen überhaupt noch wahrscheinlich ist, sehr geschwacht, wenn nicht vollends unmöglich gemacht werden. In der Ostsee. * Deutsche Unterseeboote in Beobachtungsstellung.(Drahtbec.) Kopenhagen,.Aug.1914. Drei deutsche Unterseeboote wurden heute nachmittag im Südausgange des Sundes gesichtet. Sie scheinen dort eine Vorpostenstellung eingenommen zu haben. * Ein deutsches Geschwader in der Richtung auf Libau?(Drahtber.) St. Peiersburg,.Ang. 1914. Ein aus 19 Schiffen bestehendes deutsches Geschwader wurde gestern in der Richtung Memel—Libau bemerkt. 8 Die Besetzung der Alandsinseln. Ueber Stockholm ist die Nachricht gekommen, daß die deutsche Flotte die russischen Alandsinseln besetzt hat. Da Stockholm nur eine kurze Strecke von den Alandsinseln entfernt liegt, so ist die Nachricht durchaus glaublich. Möglich ist allerdings auch, daß es sich nicht um die eigentlichen Alandsinseln handelt, welche den strategisch bedeutungslosen Bottnischen Meerbusen absperren, sondern um eine der zahlreichen Inseln des finnischen Archipels, welche dem Eingang des Finnischen Busens näher liegt. Wenn die Nachricht richtig ist, so ist sie wieder ein Beweis von dem frischen Geist der Offensive, welcher unsere Flotte beseelt. Schon der kecke Angriff auf Libau bekundete diesen maritimen Reitergeist, der mit raschem Entschluß die Gelegenheit wahrnimmt, um dem Feinde Schaden zugufügen. Libau sollte der Hauptkriegshafen Rußlands werden, natürlich mit der Spitze gegen Deutschland, weil es an der kurischen Küste der deutschen Stadt Memel zunächst liegt. Während es noch im Bau war, wurde es als Kriegshafen aufgegeben. Die verbauten Millionen waren ins Wasser geworfen. Die Furcht vor Deutschland war gewachsen, und man rechnete mit einer allzu raschen Belagerung Libaus von der Landseite her. Statt Libaus wurde mit dem Bau eines Kriegshafens in Reval an der estnischen Küste des Finnischen Busens begonnen, der von Deutschland zu Lande sehr entfernt ist. Mit ungeheuren Kosten wurde dort im raschesten Tempo gebaut. Bis zu 50 000 Arbeiter sollen zeitweilig dort beschäftigt worden sein. Die alte deutsche Stadt Reval verändert durch diesen Hafenbau und den Massenzuzug von Arbeitern und Beamten ganz ihren Charakter und wird rettungslos russifiziert. Aber dieser neue Hafen ist noch nicht fertig und noch nicht kriegsbrauchbar. Er soll St. Petersburg decken, nachdem das näher an St. Petersburg gelegene Kronstadt gerade um dessen willen nicht mehr als genügend erschien. Wenn unsere Flotte jetzt die Alandsinseln oder eine der anderen dortigen Inseln besetzt hat, so hat das die strategische Bedeutung, den Finnischen Busen und damit den Seeweg nach St. Petersburg zu sperren oder wenigstens den Zugang zu bedrohen. Zugleich wird ein Stützpunkt gewonnen zu weiteren Operationen, welche ihre Spitze direkt gegen St. Petersburg richten. Ob diese Operationen glücken werden, hängt von der Tüchtigkeit der russischen Flotte ab. Ob und was diese seit Tsuschima gelernt hat, muß sich zeigen. Auf alle Fälle dürfen wir uns dieses ersten Erfolges des schneidigen Wagemutes unserer Flotte freuen und ihm einen guten Fortgang wünschen Die Alandsinseln sind für sich bedeutungslos. Sie bilden eine Gruppe von einigen achtzig Inseln mit zahllosen Klippen und Schären, welche allmählich in die finnischen Schären übergehen. Die Hauptinsel ist Aland; die Hauptstadt Mariehamn hat 550 Einwohner. Die Bevölkerung, meist Fischer, ist schwedisch. Seit 1809 sind die Inseln russisch. Früher trugen sie am Bomarsund russische Befestigungen. Diese wurden 1854 während des Krimkrieges von einer britisch=französischen Flotte unter Admiral Napier zerstört. * Rückzug der Russen von der russisch=türkischen Grenze. * Konstantinopel,.Aug.1914.(Drahtber.) Wie der Tanin aus Erzerum erfährt, haben sich die Russen nach Verbreunung ihrer Blockhäuser und Lebensmitteldepots von der türkisch=russischen Grenze zurückgezogen. Bosporus und Dardanellen gesperrt. * Konstantinopel,.Aug.1914.(Drahtb.) Wie verlautet, wurde die Sperrung des Bosporus und der Dardanellen infolge einer durch den Kapitän eines türkischen Dampfers überbrachten Nachricht verfügt, wonach die russische Schwarze Meer=Flotte unweit der Mündung des Bosporus gesichtet worden ist. Die Leuchttürme bei den Meerengen wurden gelöscht und Minen gelegt. Deutsche Kriegsschiffe an der Rüste von Algier. * Berlin,.Ang.1914.(Drahtber.) Die im Mittelmeer befindlichen deutschen Kriegsschiffe sind gestern an der Küste von Algier erschienen und haben einzelne befestigte Plätze, die Einschiffungsorte für die französischen Truppentransporte sind, zerstört. Das Feuer wurde erwidert. Die Beschießung der Festung Belgrad. * Wien,.Aug.1914.(Drahtber.) Das Wiener Korr.= Bureau meldet: Berichte der an der serbischen Grenze stehenden Truppen lassen erkennen, daß eine erhöhte Tätigkeit einzutreten beginnt. Bei Belgrad suchten serbische Festungsgeschütze der oberen und unteren Festung und auf den benachbarten Höhen durch heftiges Feuer die Bewegungen am diesseitigen Ufer und die Schiffahrt auf der Save und der Donau zu verhindern. Dies veranlaßte die österreichischen Truppen, gestern das Artilleriefeuer zu eröffnen. Der Kampf endete damit, daß die serbischen Geschütze zum Schweigen gebracht wurden. Die Festungswerke wurden schwer bechädigt. Die Stadt blieb vollkommen verschont. An der Drina herrscht Ruhe. Sehr lobend ist die Tätigkeit der im Sicherungsdienste verwendeten Truppen, insbesondere der Infanterie und Grenzjäger, hervorzuheben. * Wien, 6 Aug.1914.(Drahtbericht.) Zu dem gestrigen Artilleriekampf bei Belgrad wird noch berichtet: Am 4. August, 9 Uhr vormittags, lief der Monitor Körös zu einer Rekognoszierungsfahrt aus. Plötzlich eröffneten serbische Geschütze, wie sich alsbald herausstellte, eine moderne Schnellfeuerbatterie aus den Belgrader Festungswerken, eine heftige Kanonade. Schon schlugen einige Volltreffer in den Monitor ein, ohne glücklicherweise Schaden anzurichten, als unsere Landartillerie in den Kampf eingriff und die seindliche Artillerie bald zum Schweigen brachte. Der Monitor kehrte hierauf ohne weitere Belästigung zu seinem Aufstellungsplatze zurück. Um 4 Uhr nachmittags liefen mehrere österreichische Kriegsschiffe aus, darunter auch der Körös, um die Versuche der Verteidiger, die Schäden an den Befestigungen und Deckungen auszubessern, zu vereiteln. Das Feuer der Schiffsgeschütze fand nur schwache Gegenwehr und richtete an den Festungswerken, namentlich der oberen Festung, aufs neue großen Schaden an und wandte sich auch gegen die Infanterie, die in festen Objekten zunächst dem Ufer gute Deckung fand. Um 6 Uhr nachmittags traten die Monitore die Heimfahrt an, ohne einen Verlust oder eine Havarie erlitten zu haben. Nachts wurden wiederholt Detonationen hörbar, die im Verein mit zeitweiligem Feuerschein den Schluß zuließen, daß in der Festung bedeutende Munitionsvorräte durch die Beschießung in Brand geraten sind. In den Weingärten von Semlin wurden acht feindliche Svione dabei betreten, wie sie durch Lichtsignale die Stellung unserer Geschütze zu verraten suchten. Sie wurden insgesamt gefangen genommen und der verdienten standrechtlichen Behandlung zugeführt. An der übrigen Front an der Donau, Save und Drina hat sich nichts Neues zugetragen. * Kein Einrücken der Mazedonier unter die serbischen Fahnen.(Drahtber.) Sofia,.Aug.1914. Den Blättern zufolge berief das serbische Konsulat in Saloniki alle serbischen Untertanen Mazedoniens unter die Fahnen. Dem Aufrufe soll jedoch kein einziger griechischer oder bulgarischer Mazedonier Folge geleistet haben. * Kriegszustand in Holland.(Drahtber.) Haag, .Aug.1914. Die Königin hat für einen Teil des Landes den Kriegszustand befohlen. * Keine Neutralitätsverletzung.(Drahtb.) Haag, 5. Aug.1914. Amtlich wird mitgeteilt, daß bis jetzt deutsche Truppen niederländisches Gebiet nicht betreten haben. Kölner Local-Anzeiger Nr. 216&a Donnerstag, 6. Auaust 1914 Seite 3. Letzte Depeschen. Deutsche Truppen in Frankreich. Berlin,.Aug.1914. Der Ort Briey(nordwestlich von Metz) ist von deutschen Truppen besetzt worden. * Ermordung Caillaux'. Frankfurt(Main)..Aug. 1914. Ein aus Paris zurückgetehrter Journalist teilt der Frankfurter Zeitung mit, daß die Nachricht von der Ermordung Caillaux' durch den Sohn Calmettes tatsächlich richtig sei und daß er die Veröffentlichung des Matin darüber gelesen habe, wonach Caillaux von zwei Kugeln getroffen wurde. Es sei jedoch unrichtig, daß, wie zuerst verlautete, auch Frau Caillaux getötet wurde. Sammlung für die Angehörigen unserer ins Feid gezogenen verheirateten Soldaten. Das Wichtigste, was in diesem Augenblicke an christlicher Liebestätigkeit nottut, ist die Mithülfe bei der Fürsorge für Familien eingezogener Familienväter. Der Zweig dieser Liebestätigkeit muß die Herzen wecken! Unsere braven Vaterlandsverteidiger tun im Felde ihre Pflicht noch viel freudiger, wenn sie wissen, daß ihre Angehörigen zu Hause nicht verlassen sind, sondern von mildtätigen Menschen versorgt und unterstützt werden. Wir bitten daher herzlich, die so oft erprobte Opferfreudigkeit der treuen Bezieher= und Leser=Gemeinde der Kölnischen Volkszeitung in diesem ernsten Augenblicke besonders eifrig zu betätigen und reichliche Beiträge zu genanntem Zweck zu spenden. Besonders ergeht der Ruf an die mit Glücksgütern Gesegneten, in erster Linie an diejenigen, welche selbst nicht in den Kampf zu ziehen brauchen. Der Verlag der Kölnischen Volkszeitung, die Firma I. P. Bachem. tut in dieser Sache, was in ihren Kräften steht und eröffnet hiermit die Sammlung durch Zeichnung eines Betrages von Dreitausend Mark. Hoffentlich werden wir von recht vielen Wohltätern übertroffen! Mitteilung über die einlaufenden Beträge und die Art ihrer Verwendung wird an dieser Stelle erfolgen. Erste Liste: Firma J. P. Bachem, Köln, M. 3000, Stadtverordneter Joh. Rings, Köln, M. 50. 5 Zurückstellung Wehrpflichtiger behufs Einbringung der Ernte. Das Generalkommando des 8. Armeekorps macht bekannt: Soweit Vorschnitter der Ersatz=Reserve oder der Landwehr 2. Aufgebots und des Landsturms noch nicht eingestellt sind, können sie auf beglaubigten Antrag zur Einbringung der Ernte zunächst bis spätestens zum 19. September zurückgestellt werden. * Straßburg bei Verkündigung der Mobilmachung. Der Straßb. Bürgerztg.(Nr. 179) wird geschrieben: Stimmung? Das war keine Stimmung mehr, es war der elementare Ausbruch einer deutschvaterländischen Gesinnung, wie ich sie nie und nimmer meinen elsässischen Landsleuten zugetraut hätte! Als gegen halb sieben Uhr die Mobilisierung allgemein bekannt wurde, brach der spontane Jubel los! Nun endlich! Also doch! So sei es drum, wir stellen unseren Mann! Das war die Losung der Menschenmenge, die durch die Stadt und zu Zehntausenden die abberufenen Truppen zum Bahnhof führte. Zum Teil Arm in Arm mit den Soldaten, unter fortdauernden Hochrufen und dem Absingen vaterländischer Weisen.„O Straßburg, o Straßburg, du wunderschöne Stadt!“ Und Mädchen und Frauen fielen weinend den fortziehenden Kriegern um den Hals. Mütter sahen schluchzend die Söhne zur Landesgrenze ziehen.„Macht eure Sache gut,“ klang es ihnen nach,„haltet euch brav als echte Elsässer, übermorgen kommen auch wir nach!“ Die Massen der Männer, die heute zum Abschied der Kameraden mitzogen, folgen gleichfalls dem Ruf des Vaterlandes. Alle bis zum 45. Lebensjahre sind aufgeboten. In der Tat: Ein Volk in Waffen! Aber ein jeder fügt sich gern dem Gebote der Notwendigkeit.— Von dem, was sich längs der Grenze zugetragen, wissen wir wenig, und es soll ja auch darübrr nicht berichtet werden. In der Stadt verlief alles ruhig, bis auf einen Fall. Ein junger Russe rief:„Vive la France!“ Die erbosten Bürger schlugen den Burschen fast tot, ehe sie ihn der Wache übergaben. Sonst ereignete sich keine demonstrative Gegenkundgebung irgendwelcher Art. Die Zuversicht zur deutschen Truppenmacht ist hier so allgemein wie die Begeisterung für die gute Sache selbst. Man ist dessen gewiß, daß nach alter Gewohnheit kraft ihrer soldatischen Fähigkeiten die Elsässer sich mit Bravour an der Seite ihrer deutschen Kameraden schlagen werden. Sammlungen der Deutsch=Amerikaner. * New York,.Aug.1914.(Drahtber.) Der Präsident des Deutsch=Amerikanischen Nationalbundes erklärt in einem Aufrufe: In dieser schweren Zeit Deutschlands ist es unsere Pflicht, daß wir Deutsch=Amerikaner fest und treu zusammenstehen. Die Exetutive des Nationalbundes ist auf der Wacht für die besten Interessen des Deutschtums, für die beste Art und Weise der Bewahrung des deutschen Namens gegen Gehässigkeit und Unwissenheit einer Minderheit in unserem eigenen Lande. Der Aufruf regt an, überall Sammlungen zu veranstalten. (0 Mahnung zur Besonnenheit. In dieser aufgeregten Zeit kommt es aus irgend einem Anlaß zu Volksansammlungen in bester Absicht. Besonders„lebhaft“ ging es am Mittwochabend am Café Palant zu, wo durch die ungeschickte Bemerkung eines Angestellten gegenüber einem Einberufenen die Umstehenden sich so sehr erhitzen ließen, daß nachher das Café mit zwei eingeworfenen Schaufenstern den Schaden bezahlen mußte. Angeblich sollte der Mann keinen Kragen angehabt haben und deswegen zurückgewiesen worden sein. Der Besitzer erklärte uns glaubhaft, daß er selbst zwei Söhne im Felde habe und die Ehre des Vaterlandsverteidigers zu würdigen wisse; auch habe der betr. Angestellte schon die Tage vorher trotz des herrschenden Andranges den Auftrag gehabt, alles hereinzulassen. Ferner ging gestern nachmittag in der Nähe der Kirche St. Johann ein katholischer Priester, ein geborener Kölner, ruhig seines Weges, als ihm von einem halbwüchsigen Burschen, der den Priester kannte, nachgerufen wurde:„Da geht ein Russe.“ Der Priester war in Gefahr, daß es ihm ähnlich erging, wie einigen anderen Geistlichen anfangs dieser Woche, und nur durch sein entschlossenes Eingreifen wurden Weiterungen vermieden. (Ià) Verbrüht. Gestern verbrühte in einem Hause an der Schnurgasse ein Knabe sich mit heißer Flüssigkeit beide Beine und Füße. Der Verletzte wurde zum Bürgerhospital gebracht.## (A) Konferenzvortrag in St. Avosteln. Das Thema des nächsten Vortrages, den Prof. Schwarz am Freitagabend 9 Uhr in St. Aposteln halten wird, lautet: Die Prüfungen der Familie. Alle katholischen Männer und Jünglinge Kölns sind eingeladen. □) Papiergeld am Postschalter. Das Publikum wünscht gegenwärtig in weitem Umfange an den Postschaltern Reichskassenscheine und Reichsbanknoten gewechselt zu erhalten. Auch werden vielfach beim Einkauf kleinerer Wertzeichenmengen, zur Begleichung von Telegrammgebühren oder zur Einzahlung niedriger Postanweisungsbeträge usw. Reichsbanknoten in Zahlung gegeben. Die Postanstalten nehmen selbstverständlich Reichskassenscheine und Reichsbanknoten als vollwertiges Zahlungsmittel an. Es kann jedoch unter den gegenwärtigen Verhältnissen von ihnen nicht beansprucht werden, daß sie bei geringfügigen Zahlungen hochwertiges Papiergeld annehmen, weil sie sonst außerstande wären, Hartgeld in dem erforderlichen Umfange, auch zur Auszahlung der Postanweisungen, zur Verfügung zu halten. Bei größeren Einzahlungen werden Reichsbanknoten anstandslos angenommen. (0) Der Katholische Gesellenverein Köln erläßt einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Ueber tausend unserer aktiven Mitglieder sind zum Heere einberufen. Es ist unsere Ehrenpflicht, mit diesen in jeder Weise in Verbindung zu bleiben und sie nach Kräften zu unterstützen. Zu dem Zwecke müssen Listen geführt, die ein= und ausgehenden Feldpostsachen erledigt. Gaben gesammelt werden usw. Doch fehlen uns die Arbeitskräfte, dies auszuführen, unsere sämtlichen Bureaus sind verwaist. Daher ergeht die herzliche Bitte an junge Damen, sich zu den Arbeiten unseres Feldbureaus unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Anmeldungen nehmen entgegen Generalpräses Msgr. Schweitzer und Präses Hürth, Helenenstraße 11. (O) Ein nachahmenswertes Beispiel gab gestern vormittag eine ältere Dame am Holzmarkt. Dort lag auf dem Holzwerft eine Abteilung Bespannungsleute, die mit einem Transport Pferde gestern abend angekommen war und dort Geschirre verpaßte. Die Dame hatte in der Markthalle einige Kisten Trauben und einen Korb Bananen geholt und verteilte diese unter die dort lagernden Soldaten, die mit vielem Dank über diese willkommene Gabe herfielen. (A) Der Kampf um den Daterlandsverteidiger. Zwei junge Mädchen zankten sich darüber, wem wohl der in den Krieg ziehende Soldat am meisten angehöre. Der Wortwechsel endete schließlich mit einer Schlägerei zwischen beiden. Die Mädchen trugen derartige Verletzungen davon, daß sie sich im Bürgerhospital verbinden lassen mußten. : Aus Kölns Nachbarschaft sg Opladen,.Aug.1914. Der Kreistag des Landkreises Solingen stellte die Mittel bereit zur Ergänzung der Unterstützung der Familienangehörigen einberufener Mannschaften, sowie für die Beschaffung und Einrichtung von Lazaretten. CO) Erschossen. Brühl, 6 Aug.1914. Hier liefen zwei Leute auf den Anruf eines Postens davon. Der Posten feuerte; einer der Fliehenden wurde erschossen, der andere verwundet. Letzteren brachte man nach Köln.(Es liegt im Interesse des Publikums, sich möglichst fern von Posten zu halten und sich nicht für Dinge interessiert zu zeigen, die sich auf die Landesverteidigung beziehen.) 0) Brühl,.Aug.1914. Hier haben sich sämtliche noch nicht militärpflichtigen Abiturienten freiwillig zur Fahne gemeldet. □ Hingsdorf,.Aug.1914. In der Nacht zum Montag hat ein hiesiger Einwohner einen andern mit einer Latte erschlagen. Die gerichtliche Leichenöffnung ergab Schädelbruch. () Siegburg, 5Aug.1914. Die Geschäftsstelle des vereins vom Roten Kreuz befindet sich Siegfeldstraße 24 und die des Vaterländischen Frauenvereins Siegfeldstraße 15. Beide Stellen sind an das Fernsprechnetz angeschlossen.— *„ . Aus aller Welt : 6000030000000000 001000000000 s Mannheim,.Aug.1914.(Eig. Drahtber.) Der Intendant des Mannheimer Hof= und Nationaltheaters, Bernau, hat sein Amt niedergelegt. Bernau war vor seiner hiesigen Amtstätigkeit in Köln tätig. Feuilleton des Kölner Loeal=Anzeiger. 6. Aug. 1914. c Kampflied. (Melodie: Deutschland, Deutschland über alles.) Siegen, siegen oder sterben, Das ist unser Losungswort! Brausend schallt es durch die Lande: Auf zum Kampf für Herd und Hort! Mag der Russe wütend dräuen, England, Frankreich mit ihm sein— Deutschland wird den Kampf nicht scheuen, Einigkeit schließt uns're Reih'n. Kämpfend sterben, sterbend siegen! Lautet unser Feldgeschrei. Auf zu neuen Freiheitskriegen, Deutsche Männer, eilt herbei! Hoch die Schwerter, hoch die Herzen, Hoch das Banner, hoch den Mut! Laßt die Wunden brennend schmerzen: Für die Freiheit gebt das Blut. Setzt auf Feindes List und Tücke Deutsche Faust und deutsche Kraft! Ruft zum Lenker der Geschicke, Daß die Hand euch nicht erschlafft. Haltet alle Treu' um Treue, Deutsche Brüder laßt uns sein. Daß in Schlachten sich erneue Unser Eidschwur: Deutsch der Rhein! Saupe. 2 Abendröte. [13] Erzählung von Hanns Rexad. Wächter wußte bedachtsam die Gelegenheit auszunutzen. Rina spielte keine glückliche Rolle bei dem Fest, und das machte es ihm leicht, ihr näher zu treten. Ein kluger und liebenswürdiger Gesellschafter, der seine Gaben wohl zu brauchen verstand, widmete er sich eifrig dem verschüchterten Geschöpfchen, das in begreiflicher Freude darüber mehr und mehr zutraulich wurde. Er zeigte der„Stieftochter“ weder Mitleid noch Schadenfreude, wie mancher andere, sondern gab sich mit natürlichem Frohsinn. Traute er sich doch die Fähigkeit zu, das Mädel ungeschädigt aus den veränderten Verhältnissen herausholen zu können. Seine gute Laune riß Rina mit sich fort. Sein Verhalten lehrte sie Geschmack am festlichen Treiben finden. Nun brauchte sie sich nicht mehr so isoliert zu fühlen wie zuvor, denn selbst ihr einziger Freund, Böle Ysbrants, hält sich ihr heut fern. Mit verbissenem Gesicht hockte er verstummt im halbdunklen Winkel, immer die Blicke und Gedanken nur auf die schöne Hochzeiterin gerichtet. Die alte Verbitterung hob wieder das Haupt in ihm empor im Anblick Maikes. Wieder so eine, die zu vergessen verstand, wem sie einmal Treue gelobt, und darüber wurde die Erinnerung an Agatje und alles Leid wieder lebendig in ihm und machte ihn ungenießbar für jeden andern. Im Laufe des Abends, als der reichlich genossene Wein das Blut immer schneller durch die Adern der Hochzeitsgäste zu treiben begann, die Lust immer lauter wurde, ließ selbst den Baumeister die kluge Mäßigung ein wenig im Stich. Er wurde in Blick und Wort wärmer und kühner, daß auch die andern Zuschauer von seinen Zukunftsplänen eine Ahnung bekamen. Ihre Ohren spitzten sich und die Zünglein wurden beweglich. Wenn Snöks Tochter auch Ansprüche stellen konnte, schien ihnen der studierte feine Herr doch ein wenig zu hoch gegriffen. Neidisches Interesse drängte bald die sonst geübte mundfaule Gleichmütigkeit beiseite. Da fiel ein Wort, dort ein scherzhafter Zuruf, nach der Anschauung des Betreffenden mehr oder weniger wohlwollend zugespitzt, bis endlich auch Peter Ysbrants von der Situation Kenntnis gewann. Nun ja, da flog ja auch die mit dunkelgeröteten Wangen im Arm des geschniegelten Herrchens herum. Sie lachte, wie er sie noch nie hatte lachen gesehen. Wo war nun ihre große Sehnsucht nach Heyung geblieben? Und er konnte sich einmal schwere Gedanken machen, sorgen, wie er das Kind vergessen lehren wollte? Seine Mundwinkel zogen sich in bitterer Selbstironie tief herab. Immer dasselbe! Immer die alte Geschichte. Ob es die Weiber wohl wert waren, sich von ihnen das ganze Leben veröden zu lassen? Wie er zuvor Maike nicht aus den Augen gelassen hatte, so jetzt Rina. Freute ihn ihre vermeintliche Flatterhaftigkeit, oder— betrübte sie ihn doch im Grunde seines Herzens? Grunde seiner Seele hatte er in dem Kinde etwas Besseres zu sehen gemeint, eine geheime Regung in ihm hoffte, in ihr das Wesen gefunden zu haben, das sein durch die bittere Enttäuschung entweihtes Jdeal rechtfertigen, das verkörpern würde, was er einmal für das Beste und Schönste auf Erden gehalten. Und nun war das wieder vorbei! Dem ersten besten Fant, der ihr schön tat und sein Geld vor ihren Ohren klimpern ließ, öffnete sie ihr Herz. Oh weh! Eine wie die andere! Als Rinas Blick zufällig sein Antlitz streifte, erschrak sie über den Gram, der sich in ihm offenbarte, und der zwang sie, ohne Zögern auf die lustige Unterhaltung Wächters zu verzichten, unbekümmert, wie er ihr Verhalten aufnehmen würde. Sie erhob sich von ihrem Sitz. „Der Böle Ysbrants! Was ihm nur fehlt?“ stieß sie hervor, und ohne die Erwiderung ihres Partners abzuwarten, lief sie zu ihm hinüber. „Sind Sie krank, Böle Ysbrants?“ schlug, ehe er es sich versah, ihre Stimme an des Alten Ohr, mit dem warmen Herzenstone, der ihr im Verkehr mit ihm zu eigen war. Dabei forschten ihre Blicke mit so liebevoller Sorge in dem faltenreichen Gesicht, daß es ihm warm zum Herzen rann. Aber nur nicht der weichen Regung nachgeben. Er hatte doch mit eigenen Augen gesehen. Sie war auch nur ein Weib wie die andern. „Was sollte mir wohl fehlen,“ brummte er mit einem bitterbösen Seitenblick auf die Fragende.„Gibt es nicht Essen und Trinken, daß man platzen könnte? Dazu der nimmermüde Brummbaß, der einem die alten Beine schier zappelig macht! Freilich, so ein Schätzchen, das fehlt mir, heut, wo alles so wohl versorgt ist,“ schloß er mit giftigem Hohnlächeln, indem er sich niederbeugte, ihr scharf in die Augen blicken zu können Seite 4. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 216&a Donnerstag, 6. August 1914 Zu Gott, dem Herrn der Heerscharen! JF Köln, 6 Aug.1914. Vater, ich rufe dich!, so geht jetzt aus innerstem Herzen das Flehen von Millionen von Menschen im ganzen Deutschen Reiche zu Gott. Vater, ich rufe dich! Von haßerfüllten Feinden wurde das deutsche Volk überfallen, von friedlicher Arbeit wurde es gegen seinen Willen in den furchtbaren Kampf getrieben. Wie Wegelagerer sind die Barbaren des Ostens und die verkommenen„Kulturträger" des Westens über uns hergefallen, unsere tapferen Männer, unsere heißgeliebten Söhne und Brüder! Tröste unsere Frauen und Kinder, gib allen Kraft zum allerschwersten Kampfe, den das deutsche Volk je auf sich nehmen mußte. Und dann mit felsenfestem Vertrauen in den Krieg! Gott ist unsere Zuversicht und unser Heil, wir übergeben uns ganz mit Leib und Seele seiner göttlichen Vorsehung. Was alles auch geschehen mag, sein Name sei gebenedeit! Was von seinen Händen kommt, Gutes und Schlimmes, wollen wir im Hinblick auf die ewigen Ratschlüsse Gottes und seine Gerechtigkeit mit großer Geduld und unerschütterlicher christlicher Gesinnung ertragen. Wir haben getan, was wir konnten, wir stehen nun in seiner Hand, an ihn wenden wir uns darum und bitten mit herzinnigem Gefühle: Vater, du führe mich! ohne Kriegserklärung haben sie ruchlos das heilige Recht der Grenze verletzt. Die Notwehr um den eigenen Herd, die Notwehr um das Dasein unseres Volkes hat uns aufgerufen, und nun stehen wir, die Waffen in der Hand, den Feinden unserer Ehre und unseres Friedens gegenüber. Darum haben wir das Recht, an göttliche Gerechtigkeit einen Ruf um Hülfe zu richten, einen gewaltigen Ruf, der durch das ganze Deutsche Reich brausen soll wie ein Sturm.„Auf dich, o Herr, haben wir gehofft, laß uns in Ewigkeit nicht zu Schanden werden.“ Wohl ist unser Mut groß, unser Schild ist blank und unsere Waffen sind gut; ein herrlicher Kaiser steht an unserer Spitze, ein milder Friedenskaiser, der in überwältigender Langmut gegen feindliche Arglist das Recht der Völker zu wahren suchte und bis zum letzten Augenblicke den Frieden schützte. Unsere Armeen sind geführt von tapferen und umsichtigen Generalen, unsere Truppen, die teueren Söhne unseres Volkes, unsere Brüder, unsere Söhne, unsere Ehegatten, sie und wir alle sind entschlossen, den letzten Blutstropfen zu geben für das heilige Vaterland. Aber der große Führer der Heerscharen ist der allmächtige Gott, der Herr über Leben und Tod. Vater, du führe mich! Wenn menschliche Tapferkeit versagt, wenn die Uebermacht der Feinde uns zu erdrücken droht, dann gilt es, den Blick zu den Höhen zu erheben, auf welchen die Sonne der ewigen Gerechtigkeit leuchtet. Gottes Kraft soll uns im Kampfe führen, Gottes Geist möge unseren Feldherren voranleuchten, Gottes ewige Güte das Leben unserer Krieger schützen. In christlichem Geiste fleht diese Tage das ganze deutsche Volk zu Gott, unser geliebter Kaiser geht uns mit dem Beispiel voran, er stellt seine und seines Volkes gerechte Sache in den Schutz des Allerhöchsten. Unsere Bischöfe haben für die ganze Dauer des Krieges Gebete verordnet, und das ganze Volk darf während dieser schweren Zeit nie aufhören, sein heißes Gebet in demütigem, aufrichtigem Sinne zum höchsten Schlachtenlenker zu richten. Das deutsche Volk betet! Während unsere Feinde frevelhaft die heiligen Schranken der Gesittung in den Staub treten, fällt das deutsche Volk, bevor es die Waffen zieht, in die Knie. Es ist ein überwältigend hehrer Augenblick, der alle begeisternd hinreißen muß. Eine ganze Nation im Gebete vor dem bitteren Kampfe der Notwehr um Haus und Herd! Vater, ich rufe dich! Wir alle rufen hinauf zum Herrn über Leben und Tod, zum Herrn des Himmels und der Erde, zum Herrn der Heerscharen, wir rufen hinauf: Hilf uns und beschütze uns! Sei uns gnädig und barmherzig. Schütze Bekanntmachung. Diejenigen Landsturmpfliatigen des Stadt= und Landkreises Köln, welche bei den Jägern, der Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, den Pionieren und den Eisenbahn=, Telegraphen= und Luftschiffertruppen, sowie beim Train gedient und noch keinen Gestellungsbefehl erhalten haben, melden sich zur Einstellung in das zu formierende Landsturm-InfanterieBataillon wie folgt: Unteroffiziere am 6. Landsturmtage) Vormittags 6 Uhr auf 7. August 1914 dem Exerzierplatz am Mannschaften am 7. Landsturmtage 1 Vorgebirgstor 8. August 1914) Platz 2. Militärpapiere sind mitzubringen. Königliches Bezirkskommando II Köln. m Lebensmitteltransporte nach Köln. Vom siebenten Mobilmachungstage an kommen in Köln folgende Lebensmittelntransportzüge an: Täglich einmal ein Zug von Warburg über Korbach—Frankenberg—Altenhundem—Hagen— Dieringhausen— Bensberg—Köln, ferner täglich ein Zug von Göttingen über Kassel— Volkmarsen— Korbach— Frankenberg— Altenhundem— Hagen—Bensberg—Köln. Täglich zwei Züge kommen von Emden über Salzbergen—Gronau—Vorken—Bocholt—Wesel; von da ist Wassertransport nach Köln geplant(für den Fall geschlossener Schiffahrt oder Fehlens geeigneter Schiffsgefäße auch Eisenbahntransport). (0 Alles für das deutsche Daterland! Man schreibt uns: Keine Stunde dieser ernsten Tage entbehrt der herzerhebenden Auftritte. Die zur Schau tretende einmütige Opferwilligkeit läßt jedes deutsche Herz in vertrauensvoller Zuversicht höher schlagen. Einer einzigartigen Szene wurde ich gestern vormittag am Deutzer Bahnhof Zeuge. Ein Zua von 60—70 jungen Ordensleuten, zumeist Jesuiten aus Holländisch=Limburg, zog mit Rucksack oder Kleiderbündel beladen zur Kalker Kaserne, und dröhnend erscholl aus ihren Reihen Die Wacht am Rhein über den Bahnhofsvorplatz. Zwei Tage hatten sie, mit den Tausenden anderer Kriegsfreiwilliger aus Holland und Belgien einträchtig Brot und schwarzen Kaffee teilend, in der Werkbundausstellung kampiert, und sie brannten darauf, bald im Dienste des Vaterlandes sich nützlich machen zu können. Ich erfuhr, daß noch am Sonntagabend, gleich nachdem dort die Mobilmachung bekannt geworden, der Rektor des Studienhauses der Jesuiten in Valkenburg sich mit 70 seiner jüngeren Ordensgenossen auf den Weg nach Aachen gemacht hatte, um noch die holländische Bahn benutzen zu können, bevor diese ihren Betrieb einstellte. Darunter hätten sich etwa ein Dutzend junge Jesuiten befunden, die am selben Morgen nach Abschluß ihrer Studien die Priesterweihe empfangen und sich keine Zeit genommen hatten, am nächsten Morgen erst ihre Primiz zu feiern.„Sind das auch Kriegsfreiwillige?“ fragte mich beim Vorbeiziehen der eigenartigen Kolonne ein Herr.„Es sind verbannte Ordensleute aus Holland,“ konnte ich ihn aufklären.„Und die stellen sich jetzt freiwillig?“ Kopfschüttelnd ging er weiter, während in der Ferne Die Wacht am Rhein verhallte. O 75 Jahre Eisenbahnbetrieb in Köln. Inmitten des Kriegsgetümmels begeht Köln heute einen Gedenktag, der bedeutend genug ist, daß man seiner auch in diesen Tagen wenigstens mit einigen Worten gedenkt. Am 6. August 1839, also genau vor 75 Jahren, fuhr von Köln der erste Eisenbahn=Personenzug ab, nachdem die Eröffnungsfahrt durch die Direktion und die Behörden am 2. August stattgefunden hatte. Eröffnet wurde vorerst allerdings nur die kleine Strecke Köln—Müngersdorf, die ganze Strecke bis Aachen wurde am 1. September 1841 in Betrieb genommen. Die demnächst älteste Strecke ist diejenige bis Bonn, die am 15. Februar 1844, und sodann diejenige von Deutz—Düsseldorf, die am 15. Dezember 1845 in Betrieb genommen wurde. Die gewaltige Kulturumwälzung, welche der Eisenbahnbetrieb hervorbrachte, tritt gerade in diesen Tagen, wo man die Leistungen der Eisenbahnen anzustaunen Gelegenheit hat, besonders anschaulich vor Augen. (A) Beschränkungen im Postverkehr. Trotz der erlassenen Bekanntmachungen über die mit Eintritt der Mobilmachung eingetretenen Beschränkungen des Postverkehrs werden noch immer zahlreiche Postsendungen durch die Briefkästen aufgeliefert, die von der Postverwaltung nicht mehr befördert werden können. Es wird deshalb nochmals auf Folgendes hingewiesen. Bis auf weiteres werden verschlossene Privatsendungen(Briefe und Pakete) nicht mehr angenommen, und zwar nach Elsaß=Lothringen; nach Orten in den zum Reg.=Bez. Trier gehörigen Kreisen St. Wendel, Ottweiler, Saarbrücken(Stadt und Land), Saarlonis, Merzig und Saarburg(Bez. Trier); nach Orten im Fürstentum Birkenfeld; nach den zum Befehlsbereiche der Festungen Straßburg Elsaß und Neubreisach gehörigen badischen Orten und nach der Rheinpfalz. Der Postverkehr nach und von Frankreich und Rußland ist vollständig eingestellt. Nach dem übrigen Auslande werden nur noch offene Sendungen in deutscher Sprache(Postkarten, Drucksachen usw.) angenommen und befördert. Briefe und Pakete sind dahin nicht mehr zulässig. Briefe und Kästchen mit Wertangabe sowie Postaufträge können nur unter besonderen Bedingungen und wenn sie beim Postamt offen vorgelegt werden, angenommen werden. Endlich sind Postanweisungen, Postnachnahmesendungen und Postauftragsbriefe nach und von den Postanstalten in den Oberpostdirektionsbezirken Straßburg(Els.), Metz, Trier, Gumbinnen, Königsberg(Pr.), Danzig, Bromberg, Posen, Breslau und Oppeln nicht mehr zulässig und auch im Postscheckverkehr bestehen für diese Postanstalten gewisse Einschränkungen. 4 D e r P f a r r- C ä c i l i e n v e r e i n K ö l n- H o l l m a c h t b e k a n n t, daß die Festfeier des goldenen Jubiläums, die auf den 10. August er. festgesetzt war, des eingetretenen Krieges wegen auf spätere Zeit verlegt wird. 0A) Der kandwehr- und Reserveverein Köln-Ossendorf hielt am Sonntag zu Ehren der zur Fahne einberufenen Mitglieder eine außerordentliche Generalversammlung ab. In dieser Versammlung wurde einstimmig beschlossen, das Vermögen des Vereins zur Unterstützung der Familien der einberufenen Mitglieder zu verwenden. Standesamt der Stact Köln.(Vom 5. Aug. 1914.) Sterbefälle. Joseph Körsgen, 7., Kämmergasse 1.- Wilhelm Klatzmann, 61., Altermarkt 35.- Jakob Odenthal, 1., Alteburgerstr. 196. Standesamt Köln-Ehrenteld.(Vom 26. Juli b. 1. Aug.1914) Sterbefälle. Johann Schoenen, 7., Landmannstr. 31.- Kaspar Kempen, 36., Mengenicherstr. 20.„ Robert Pantaleon Berger, 2 J. 6., Keplerstr. 25A.- Agnes Schmitten, 1 J. 7., Landmannstraße 36.- Joseph Schmitz, 60., Subbelratherstr. 305.. Gertrud Anna Sophie Lay. 2., Wißmannstr. 22.- Josephine Becker, 4., Körnerstr. 35.- Julius Rosenberg, 59., Israel. Asyl. Katharina Hildegard Schneider, 3., Fridolinstr. 44.— Wilh. Joseph Melter, ., Vitalisstr. 301.- Peter Alex. Esser, 5M., Schützenstr. 32.- Leonh. Braß, 57., Gutenbergstr. 105.- Michael Hofer, 14 J. 5., Sömmeringstr. 78. Wilh. Müseler, 73., Senefelderstr. 12.= Heinrich Becker, 52., Takustr. 26.- Nikolaus Koch, 68., Vogelsangerstr. 113. Standesamt Köln-Lindenipal.(Vom 5. August 1914.) Sterbefälle. Wwr. Peter Rehde, Inv., 78., Köln, Elsaßstr. 17.Katharina Scheidler, 1., Sürz, Sülzburgstr. 40.- Hubert Junkersdorf, Packer, 53., Zollstock, Höningerweg 125.- Johann Peter Kerp, Schutzdeckenmacher, 42., Sülz, Palanterstr. 9C.. Wwr. Wilhelm Leopold Werner, Fentner, 73., Sülz, Berrenratherstr. 367.- Walter Kessel, 1., Sülz, Rheinbachstr. 18.- Albrecht Schnitzler, 3., Köln, Duffesbach 6. Walter Baumgarten, 28., Bayenthal, Goltsteinstr. 23.- Wwe. Elisabeth Bogier geb. Duchardt, 76., Ehrenfeld, Diusstr. 76.- Wwe. Elisabeih Stegmeier geb. Eidelbach, 72., Köln, Brasselerstr. 45.- Wilh. Heinen, Landwirt, 75., Hastenrath(Kreis Düren)- Maria Kassel geb. Knieper, 36., Köln, Buttermarkt 27.-Kath. Kanacher geb. Esser, 69., Ehrenfeld, Vogelsangerstr 125.- Elisabeth Schwamboen, 5 T. Lind(Kr. Mülheim a. Rh.).= Wwe. Gertrud Josquin geb. Schiefer, 73., Köln, Vondelstr. 27. Friedr. Sester, 7 M., K ö l n, E w a l d i s t r. 2. „Ich bin aber kein Herr Baumeister, der an jedem Finger eine hängen hat, wenn er nur will!“ Rina hielt seinen Blicken stand.„Will er das?" fragte sie unbefangen. „Als ob du das nicht am besten wüßtest!“ entgegnete er erbost. „Das ist zwischen euch ja ein Charmieren und Aeugeln, daß einem schlimm davon werden könnte!" Tiefes Rot stieg in den Schläfen des Mädchens empor, bis hinauf unter die hellen Scheitelhaare. Ganz beschämt und erschrocken sah sie aus.„Der Herr war doch nur lustig und ich — ach, Böle Ysbrants, ich war doch so allein!" stieß sie stotternd heraus, während ihr die Tränen in die Augen schossen. Der Vogt sah voll Unbehagen auf das tiefgesenkte Köpfchen nieder.„So, so! Allein hast du dich gefühlt? Weiß denn die Jugend auch von so etwas?“ Rina drückte sich vertrauensvoll an den Alten heran. Am Ton seiner Erwiderung merkte sie, daß seine Mißstimmung schon im Schwinden begriffen war. „Wer soll sich heut wohl um mich kümmern?" klagte sie leise.„Die Maike? Der Vater? Die gehören doch jetzt zueinander. Jeder hat das Seine. Nur ich nicht! Ach, wenn doch der Heyung wiederkäme," drängte es sich plötzlich wieder unwiderstchlich über ihre Lippen. In seine Hand, die die ihre hielt, kam ein leises Beben. Wie hatte er sich aber auch erschrocken. „Närrische Deern!" stotterte er.„Wie lange noch, dann machst du auch Hochzeit und weißt nichts meyr von Vereinsamung! Aber ich! Denk einmal, wie allein ich war mein Leben lang!“ Das mitleidige Seelchen drängte sofort das eigene Leid in die Tiefe ihrer Brust zurück, ihren alten Freund zu trösten. Sein ihr eingestandenes Herzweh riß den Schleier von seiner Wunderlichkeit herab und ließ sie das Leid seines Lebens ahnen. „Vergißt du denn ganz auf mich? Ich habe dich doch so lieb, Böle Ysbrants!" flüsterte sie ihm zärtlich ins Ohr.„Wir wollen zusammenhalten, wir beide! Und wenn dann der Heyung wieder hier ist—“ Der Alte sprang eilfertig von seinem Sitz empor, so hastig, daß sein Stuhl ins Wanken kam. „Er soll sich unterstehen, der,“ schrie er erbost, wagte dabei aber nicht, in die strahlenden Augen Rinas zu blicken, sondern schob sich hastig zwischen die Tanzenden, um unbeachtet seines Schreckens Herr werden zu können. Als ihm das Mädchen folgen wollte, rettete er sich zu den kartenspielenden Männern in den„Dön“, ihr nur nicht Rede und Antwort stehen zu müssen. Ja, was sollte er denn zu dieser zähen, unbeirrbaren Anhänglichkeit sagen? Sich die Galle ins Blut ärgern oder— sich freuen? Der sorglich aufmerksame Baumeister, kaum daß er ihre Verlassenheit bemerkt, schickte sich sogleich an, sie daraus zu erlösen. Doch sobald Rina seine Absicht bemerkte, lief sie wie mit Blut übergossen davon, ohne Wächters Laune zu schädigen. Mit ihrer Unbefangenheit war es also vorbei und der Belagerung zweiter Teil begann. Pfeifend ging er zu Tamm Skroor zurück, sich durch den weinseligen Mann noch genauer über Snöks Verhältnisse unterrichten zu lassen. Nur ein ordentliches Kapital in die Hand bekommen, und er nahm es mit jedem Konkurrenten auf! Und augenscheinlich konnte er durch Rina ein solches gewinnen! Also———! Fünftes Kapitel. In den nächsten Wochen war sich Rina ganz überlassen. Sie mußte sich daheim völlig überflüssig fühlen, denn Maike, die nun als Herrin den Hof mit ganz anderen Augen betrachtete, war die Geschäftigkeit selber. Von früh bis abends hielt sie das ganze Haus in Atem, nur jedermann zu beweisen, daß sie jetzt zu befehlen habe. Der Gang der Wirtschaftsmaschine verursachte aber ein so arges Geklapper, daß Rina sich scheu beiseite drückte.—— Eine halb Stunde den Strand hinauf, in einem Tal der Dünenkette, hatte der schlaue Bahne Kröger in diesem Jahre eine kleine Erfrischungshalle für die Badegäste errichtet. Ehemals Steuermann auf einem Kauffahrer, war er auf Deck gestürzt und ein Krüppel geworden. Doch den jovialen Alten hatte das Unglück nicht unterkriegen können. Seine sich immer gleichbleibende gute Laune und seine eigenartigen Einfälle lockten noch viel mehr Gäste in sein primitives Restaurant als die wunderliche Sammlung, die die Schaulust der Landratten zu kitzeln verstand. Nach jeder Flut hinkte er nämlich mit seinem steisen Bein stundenweit am Strande entlang, alles von ihr Zurückgelassene aufzusammeln, das sich der Mühe lohnte. Seetiere, Muscheln, Verkalkungen, Lebendiges und Totes. In einer Glaskrause prangten die dem Meeresgrund entrissenen Scerosen, rote Seesterne in allen Größen hatten sich an ihren Wandungen festgesaugt, ein paar ungeschickte Taschenkrobse krabbelten in der Schüssel nebenan, dazu ein paar gezähmte Kaninchen und eine flügellahm geschossene Möve, die gierig nach jedem Bissen haschte, den ihr Krögers Gäste reichten. In dieser Zeit der Vereinsamung war Rina oft dort hinaufgelaufen, sich die drückende Stille aus der Brust scheuchen zu lassen. Freilich kehrte sie manchesmal unverrichteter Sache heim, immer, wenn sie Baumeister Wächter beim Teepunsch in der kleinen Halle entdeckte. Seit Böle Ysbrants ihre Harmlosigkeit im Verkehr mit ihm zerstört, wollte die Scheu vor ihm nicht mehr von ihr weichen. Sie vermied es sorglich, noch einmal allein mit ihm zu sein, manchesmal mit so gewaltsamen Mitteln, daß Wächter es merken mußte. Infolgedessen konnte oder wollte er sich immer häufiger nicht mehr des siegesgewissen Lächelns erwehren. Er meinte es ja zu wissen, was ein solches Wesen zu bedeuten hatte. Heut, wo Böle Ysbrants an ihrer Seite ging, ließ sie sich aber nicht in die Flucht jagen, obwohl ihr schon von weitem Wächters laute donnernde Stimme entgegenklang. Bahne Kröger sollte einen jungen Seehund lebendig gefangen haben und ihn nun in ein Behältnis mit Wasser zur Schau stellen. Wenn die Ooger auch oft genug draußen auf der vorgelagerten Sandbank bei Ebbe ganze Reihen dunkler Punkte beobachten konnten, ganze sich sonnende Herden dieser Tiere, so war ein lebendes Exemplar doch des Anschauens wert. Zu diesem Zwecke hatte Ysbrants auch Rina abgeholt, und darum traten sie in den Kreis der Schaulustigen, die die Sehenswürdigkeit anstaunten.(Fortsetzung folgt.) Röiner Local-Anzeiger Nr. 216&a Donnerstag, 6. August 1914 Sensationelle Neuheit! Corset Madithe D. R. P. : O h n e V o r d e r s c h l o ß seitlich bequem zu schließen. 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J. im Königlichen Polizeipräsidium, Krebsgasse—3, insbesondere auch zu melden die in den Jahren 1891, 1892, 1893 und 1894 geborenen und wegen körperlicher Fehler oder aus sonstigen Gründen auf ein Jahr zurückgestellten Militärpflichtigen; ferner die unausgebildeten Ersatz=Reservisten, die in den Jahren 1869, 1870, 1871, 1872, 1873 und 1874 geboren sind, und diejenigen Ersatz=Reservisten, die das 32. Lebensjahr vollendet haben und laut Paß dem Landsturm überwiesen sind. Die Einjährig=Freiwilligen, die sich bereits mit Berechtigungsschein beim Polizeipräsidium gemeldet haben, sind von einer nochmaligen Meldung entbunden. (A Scharsschießen auf der Wahner Heide. Die Kommandantur des Schießplatzes Wahn gibt bekannt: Am Sonntag, 9. d.., findet auf dem Schießplatz Wahn voraussichtlich ein Uebungsscharfschießen der eingezogenen Reserven des 1. Bataillons Fußartillerieregiments Nr. 18 statt. Eine Ursache zur Beunruhigung der Bevölkerung liegt daher nicht vor. (A) Zur Lebensmittelbeförderung auf den Vorortbahnen. Die Direktion der städtischen Bahnen macht bekannt, daß solange der Betrieb aufrecht erhalten wird, zu jeder Zeit Gelegenheit geboten ist, auf den Stationen der rechtsrheinischen Vorortbahnen, der Weidener und der Frechener Bahn— für letztere in Benzelrath, Frechen und Marsdorf=Horbell— Lebensmittel wie Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Mehl, auch Getreide aller Art aufzugeben. Die Beförderung erfolgt bei den rechtsrheinischen Vorortbahnen bis Deutz, bei der Weidener und Frechener Bahn nach dem Westbahnhof der Straßenbahnen am Nachener Tor. Die Frachten stehen bei der Frechener Vahn im Tarif, bei den übrigen Bahnen beträgt die Fracht 50 Pfg. für 100 Kilogramm. Nähere Auskunft erteilen die Stationen und die Direktion der städtischen Bahnen. (IA) Das Sekretariat des kath. Frauenbundes, Roonstr. 33, übernimmt das Schreiben von Adressen und die Auskunfterteilung über Postsendungen an die im Feld stehenden Krieger, sowie die Ausfertigung und die Vermittelung von Unterstützungsgesuchen an die Behörden.(Sprechstunden: vormittags—11; nachmittags —7 Uhr.) (4) Die Führung der Schüler und Schülerinnen zum Strandbade Rodenkirchen, fällt, wie uns mitgeteilt wird, in den Ferien aus. (4) Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadtbezirk Körn macht im Anzeigenteil bekannt, daß sie wegen Einberufung der meisten ihrer Angestellten genötigt ist, ihre Zweigstellen in den Vororten zu schließen. Nur für die Mitglieder auf der rechten Rheinseite bleibt die Zweigstelle in Kalk bestehen. 60 Die Prove=Alarmierung der Sanitätskolonnen. Am gestrigen Nachmittag verbreitete sich in der Stadt das Gerücht, daß ein großer Transport von Verwundeten eintreffen werde. Die Verwundeten sollten am Südbahnhof eintreffen und dann in die verschiedenen Hospitäler und Lazarette, so auch in die Werkbundausstellung gebracht werden. Dieses Gerücht erhielt Nahrung durch die zahlreichen Samariter und Samariterinnen, welche sich mit der Straßenbahn und in sausenden Autos zum Südbahnhof begaben; darunter Mitglieder des Zweigvereins vom Roten Kreuz, die Mitglieder der Unfallstationen, Samariter der Eisenbahnwerkstätten Nippes sowie Samariter aus verschiedenen gewerdlichen Großbetrieben. Ferner kamen verschiedene Automobile mit Geräten und Verbandszeug an. Das Augustahospital wurde von den Aerzten sofort zur Aufnahme von Verwundeten eingerichtet. Eine große Anzahl von Aerzten und Schwestern begab sich über eine Treppe, die an einer Böschung angebracht ist, zum Bahnhof. Hier wurde festgestellt, daß es sich nur um eine Probemobilmachung der Sanitatskolonnen handelte, die in zufriedenstellender Weise verlief. Am Bahnhof hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt und viele Frauen und Kinder opferten den angeblich Verwundeten schon im Voraus reichlich Tränen. Nun, diese Tränen werden aufgewogen werden durch das Bewußtsein, daß eintreffendenfalls für rechtzeitige Hülfe gut gesorgt sein wird. Diese Probemobilisierung des Sanitätsdienstes hatte in der Stadt eine große, leider unvermeidbare Aufregung hervorgerufen. Es war wieder dieselbe Geschichte wie vorgestern: jedes alarmierende Gerücht wird ohne Kritik als wahr aufgefaßt, geglaubt und als Tatsache weiter verbreitet. Z. B. wurde gegen 7 Uhr abends erzählt: Am Südbahnhof seien„tausende Verwundete aus einer großen Schlacht in Belgien eingetroffen". Noch dazu mit der Ausschmückung:„Ein trauriger Anblick!“ Kurz darauf:„Nein, das ist falsch: es ist ein Militärzug verunglückt und daher kämen die Verwundeten!" Auch das wurde tritiklos geglaubt und erregt weiter geschwätzt. Wir können nur abermals auf das dringendste unsere Mitbürger auffordern, nur das zu glauben, was an Tatsachen durch die Zeitungen oder deren Extrablätter auf Grund möglichst genau kontrollierter Nachrichten verbreitet wird. CA) Der Bezirksverein Köln des Deutschen Drogistenverbandes E. D. erläßt einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Der größte Teil unserer Kollegen muß für das Vaterland ins Feld ziehen. Zahlreiche Existenzen sind dadurch bedroht, wenn nicht vernichtet. Manche von uns, die hier bleiben, könnten den zurückgebliebenen Frauen, die zur Notdurft das Geschäft auf recht erhalten und weiterführen, bis zur glücklichen Rückkehr ihres Gatten mit Rat und Tat zur Hand gehen, um nach Möglichkeit die Existenz der Vaterlandsverteidiger zu sichern. Wir bitten dringend alle unsere Mitglieder, sofern sie noch einige Tage Zeit haben, ihre Frauen oder sonstige Verwandte über das Notwendigste im Geschäftsbetriebe zu unterrichten, damit etwas Wissen vorhanden ist. Diejenigen aber, die sich als beratende Hülfskräfte uns zur Verfügung stellen wollen, bitten wir dringend um Angabe ihrer Adresse, um das Hülfskomitee zu bilden. Zur Besprechung dieser außerordentlich wichtigen Angelegenheit ist eine Zusammenkunft heute, Donnerstag, abends.30 Uhr, angesetzt im Vereinslokal Urbans Burghof, Hohestraße 38. Wer nicht erscheinen kann, sich aber zur Hülfe bereit erklärt, wolle dies schriftlich oder telephonisch melden beim Vorsitzenden, Ferd. Roth, Köln=Lindenthal, Dürenerstraße, Tel. B 7433 oder bei Math. Becker, Köln, Trutzenberg 36, Tel. A 3278. §§ Liebesgaben. Die Firma Chr. Jos. Trimborn hat dem Verproviantierungsamt der Festung Köln ein Fuder(1000 Liter) deutschen Rheinrotweines, wie er von der Stadt Köln für ihre Hospitäler bezogen wird, zur freien Verfügung bereitgestellt. e Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich heute morgen auf der Aachenerstraße. Dort fuhr ein Automobil mit voller Wucht gegen einen Straßenbahnwagen und dann gegen einen Kandelaber. Ein etwa dreißigjähriger Kaufmann wurde herausgeschleudert und erlitt einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung. Beim Zurücksetzen erfaßte das Automobil einen sechzehnjährigen Knaben, der ebenfalls schwere Verletzungen erlitt. () Zur Vorbeugung einer Seuchengefahr wird durch die Fuhrparkverwaltung dringend davor gewarnt, Küchenabfälle(Gemüse= und Fleischreste) oder sonstige fäulniserregende Stoffe in den Häusern, Höfen oder an anderen in der Nähe menschlicher Wohnungen gelegenen Plätzen aufzustapeln. Ferner wird nochmals auf die bekannt gemachten Aenderungen in der Müllabfuhr aufmerksam gemacht. C) Freiwillige Sammlung. Das Personal der Spar= und Darlehnskasse des Landkreises Köln und des Landratsamtes hat zu Gunsten des Roten Kreuzes unter sich eine Sammlung veranstaltet, bei welcher der erfreuliche Betrag von 93 M. erzielt wurde. C4) Fährbetrieb zwischen Köln und Deutz. Zur Bewältigung des Verkehrs zwischen Köln und Deutz wird unterhalb der Schiffbrücke eine zweite Fähre in Betrieb gesetzt. (# Verhafteter Betrüger. Die Kriminalpolizei nahm einen stellenlosen Schneider fest, der sich von verschiedenen Firmen Auswahlsendungen schicken ließ, die Sachen, ohne sie bezahlt zu haben, annahm und sich dann unter irgendeinem Vorwande davonmachte.# (A Hülfsbereitschaft. Die Concordia, Kölnische Lebensversicherungsgesellschaft, hat den bisher nicht in Benutzung genommenen Teil ihres Geschäftsneubaues an der Eintrachtstraße dem Vinzenzhospital zur Verfügung gestellt. Die Räumlichkeiten gewähren Raum für 60 Betten. Personalnachrichten. Heute sind es 25 Jahre, daß Frl. Magdalena Ennesch bei der Firma Geschwister Bornheim in der Benesisstraße 40 in Dienst getreten ist. 60 Nervenschmerzen können einen oft zur Verzweiflung bringen. Kephaldol=Tabletten leisten unschätzbare Dienste dagegen. In Apotheken erhältlich. Wasserstands-Nachrichten am 6. August 1914. Heilbronn, 8vm., Neckar 0,994-.02 m Trier, 7 vorm., Mosel 0,58—0,02 m Mutmassliche Witterung für den 7. August: Mässig warm und veränderlich bei auffrischenden westlichen Winden. Zeitweise Regen ist noch zu erwarten, strichweise vielleicht auch Gewitterbildung. -Autg..07, Unterg..07.-Aufg..50 abends. Unterg..25 mgs. Kölner Local-Anzeiger.* Köln, 6. Aug. 1914. Frauenzeitung cs Mondschein. Erzählung von Kurt Busolt. An einem Sommerabend stand eine junge schlanke Dame in in Bozen auf dem Bahnsteig und schaute nach dem Zuge aus, der sie über den Brenner nach München führen sollte. Auf der Bank neben sich hatte sie einen kleinen Reisekoffer untergebracht, an dem ein Skizzenbuch, ein Malkasten und ein ungeheurer Sonnenschirm gebunden waren. Sie sah in ihrem grauen Reisekleid und dem von vielen weißen Schleiern umwickelten großen hellen Hut sehr ansprechend, so ansprechend aus, daß der Stationsvorsteher sich auf ihre Frage nach der Aukunftszeit des Zuges nicht mit der geschäftsmäßigen Antwort begnügte, sondern sich erkundigte ob das gnädige Fräulein sich längere Zeit in Bozen aufgehalten habe. Nein, nur zwei Stunden... Das sei bedauerlich, denn eine schönere und malerischere Stadt... dabei warf er einen Blick auf ihr Gepäck... gäbe es in weitem Umkreise nicht. Sie glaubte es gerne, hätte auch das Wenige bewuudert was sie gesehen hätte. Indessen hätte ihr Reiseplan es ihr nicht gestattet, sich länger aufzuhalten. Am meisten bedauerte sie aber, daß sie den Brennerpaß im Dunkeln passieren würde. Sie hätte Bozen schon um die Mittagszeit verlassen wollen, leider aber Verspätung gehabt. Jetzt bliebe ihr nichts übrig, als die prachtvolle Strecke über den Brenner zu durchschlafen. Das wäre das Aergerlichste, das sie auf der ganzen Reise erlebt hätte. „Aber mein gnädiges Fräulein, Sie haben ja heute ein ganz besonderes Glück,“ rief der Beamte eifrig aus.„Wir haben diese Nacht Vollmond, und nie ist der Weg über den Paß entzückender als beim Mondschein.“ Das lebhafte Gesicht der Dame klärte sich auf. Daran hatte sie nicht gedacht. Diesen Genuß würde sie sich nicht sicher entgehen lassen. Dafür konnte sie morgen am Tage in München schlafen. In diesem Augenblick fuhr der Zug in den Bahnhof ein. Der Vorsteher nahm galant ihren Handkoffer und trat damit an ein Abteil 1. Klasse.„Ach nein,“ rief sie lächelnd aus,„so weit habe ich es noch nicht gebracht. Ich bin erst Anfängerin in meiner Kunst und fahre natürlich 3. Klasse.“ Er lächelte verständnisvoll, öffnete die Türe, reichte ihr das Handgepäck hinein und wünschte ihr eine gute Reise. Im Zug waren nur wenige Passagiere. Hinten im letzten Abteil hörte sie einen lustigen Gesang. Es waren wohl Studenten, die sie vorher auf dem Bahnsteig bemerkt hatte. Sonst war sie ganz allein. Die Ruhe tat ihr wohl. Sie hatte einen schweren Tag hinter sich. Die Reise von Venedig in der großen Hitze und mit den vielen Menschen war recht ermüdend gewesen. Der Zug hatte sich inzwischen in Bewegung gesetzt und kroch jetzt langsam den steilen Bergpfad empor. Der Gesang hörte allmählich auf, nur im Nebenabteil schnarchte jemand. Emma von Alten hatte aber keine Lust zum Schlafen. Sie stand auf, nahm den Hut ab, band den weißen Schleier lose um ihr schwarzes Haar, trat auf den Seitengang hinaus und ließ ein Fenster nieder. Einen Augenblick später öffnete sich die Tür des letzten Abteils und ein junger Herr trat heraus. Auch er ließ ein Fenster nieder, zog die Uhr heraus und sah nach der Zeit. Dann wandte er sich plötzlich an sie und sagte:„Das gnädige Fräulein wollen wohl auch die Nacht durchwachen, um die Berglandschaft im Mondschein zu genießen?“ In seiner Stimme, in der ganzen natürlichen Art der Anrede, in seinem frischen, klugen Gesicht lag etwas, das sie gleich für ihn einnahm, und sie antwortete munter:„Wer könnte jetzt wohl schlafen und sich einen solchen Genuß entgehen lassen! Es muß ja herrlich sein. Ich kenne die Gegend noch nicht.“—„Ich fahre hier heute zum zwanzigsten Male,“ entgegnete er, indessen habe ich auch noch nicht das Glück gehabt, den Brenner in Mondscheinbeleuchtung zu genießen. Deshalb werde ich Ihnen, wenn Sie gestatten, beim Wachen Gesellschaft leisten.“ Eine Viertelstunde später wußte er, daß sie aus dem Norden stamme, daß sie sich als Malerin studienhalber in Italien aufgehalten habe und sich jetzt auf der Heimreise befinde. Und sie erfuhr, daß er gegenwärtig in Innsbruck lebe, Philosophie studiert habe und demnächst den Doktor machen wolle. Dann kam ein gemeinsamer Lobgesang auf das entzückende Land da unten im Süden, das sie erst heute morgen verlassen hatten. Und schließlich führte er sie von der einen zur anderen Seite des Wagens, erklärte ihr die vielen Schönheiten, die sie unterwegs trafen, und machte sie auf die ungeheuren Schwierigkeiten aufmerksam, die sich beim Bau dieser großartigen Bahn der Ingenieurkunst in den Weg gestellt hatten. Und während sie sich so über Menschen und menschliche Arbeit unterhielten, war es, als zöge ihre Unterhaltung engere und engere Ringe, und schließlich sprachen sie von sich selbst, ihrer Tätigkeit, ihren Büchern und Studien, von Kunst und Geschichte. Dabei entdeckte sie zu ihrer Freude, daß sie viele gemeinsame Bekannte und Interessen hatten, die sie einander näherbrachten, und während der Zug immer und immer höher stieg, war der Mond in voller Pracht herausgekommen. Er warf seinen zitternden Silberglanz über schäumende Wasserfälle und reißende Gebirgsströme. Die Tannen vor ihnen wurden dunkler als die Nacht selbst im Schlagschatten, aber die Buchen leuchteten in dem klaren Licht des Mondes hellgrün. Und es wurde kälter und kälter. Sie hüllten sich in ihre Schals und sahen ganz verfroren aus, als der Schaffner an sie herantrat und sie darauf aufmerksam machte, daß sie jetzt den höchsten Punkt erreicht hätten. Dann ging die Fahrt bergab an schneebedeckten Abhängen und lustig sprudelnden Bächen entlang, die im Mondlicht wie Silber glitzerten. „Kommen Sie,“ sagte er plötzlich,„jetzt sollen Sie die Aussicht ganz genießen. Hier haben wir keine weiteren Tunnels. An dem einen Ende des Wagens führt eine Treppe zum Dach hinauf.“ Er ging voran und reichte ihr die Hand, und sie standen beide mit den Köpfen in freier Luft, die Landschaft unter sich ausgebreitet, da. Vor Freude hätte sie laut aufjauchzen können. Nie hätte sie geglaubt, daß die Welt so schön sei. Es war ihr, als seien sie allem Alltäglichen, allem Irdischen entrückt! Das Ganze erschien ihr wie ein Märchen ohne Anfang und Ende. Dabei mußte sie sich an seiner Schulter halten, da der Wagen stark hin und her schwankte. Der Vollmond stand jetzt gerade über ihren Köpfen. Sie konnte es nicht unterlassen, in ihres Begleiters kluges, hübsches Gesicht zu schauen, das sie so unmittelbar vor sich hatte. Sie schwiegen beide, als seien die Worte zwischen ihnen überflüssig. Die Stille drückte sie aber nicht. Sie war nur wie eine Fortsetzung ihrer Rede. die von Herzen kam und zu Herzen ging.... und unter seinem Blick, der immer in ihrem ruhte, begann sie unruhig zu werden. Kam er ihr nicht allzu nahe, kam er nicht hinter ihre innersten Gedanken, drang er nicht ganz tief in ihre Seele ein?... oder war es nur der Mondschein, der sie beide in seinen Zauberkreis gezogen hatte. Sie zog plötzlich die Hand zurück, die sie zur Stütze auf seine Schulter gelegt hatte. Aber schon im nächsten Augenblick war sie wieder auf ihrem Platz. Denn der Wagen, der sich gerade in einer Kurve befand, schwankte wieder bedenklich. Doch— was mochte das nur sein? Vorn strahlten und leuchteten Tausende von Flammen. Es war das Lichtmeer einer großen Stadt. Innsbruck? fragte sie erschrocken und brach damit das Schweigen.—— Er fuhr aus seinen Gedanken auf.„Ist es möglich? Sind wir schon so weit! Damit bin ich am Ziel.“ Sie stieg vor ihm die Treppe hinab, und er holte schuell seinen Koffer.„Aber Ihre Kommilitonen. Haben Sie sie geweckt?"„Dazu ist Zeit genug, wenn der Zug hält. Bis dahin bleiben uns nur noch fünf Minuten zum Abschied nehmen. Adien!“ Er reichte ihr die Hand, und sie legte die ihrige in die seine. Er hielt sie fest, und seine dunklen Augen, die plötzlich so ernst wurden, forschten in ihr. Dann hob er ihre Hand und küßte sie. Sie errötete und ihr Herz fing an zu klopfen. Sie versuchte es, ihm sanft ihre Hand zu entziehen, er hielt sie aber fest. „Nie,“ sagte er schnell und warm,„hat der Mond wie diese Nacht im Gebirge geschienen. Im selben Augenblick wurde in der Nähe eine Türe aufgerissen, und vier Musensöhne stürmten heraus. Dann folgte eine grobknochige Tirolerin. Es war die Schnarcherin. Der Zug heulte und pfiff. Dann hielt er mit einem Ruck.— Station Innsbruck.— Nur noch einen letzten Gruß, und er sprang aus dem Wagen. Hoteldiener und Gepäckträger belagerten die Trits getter und das Läutewerk ließ unausgesetzt seine Signale ertönen. Emma war aus Fenster getreten und blickte hinaus. Draußen zwischen den vielen Menschen kein einziges bekanntes Gesicht. Sie empfand Hunger und Durst, hatte aber keine Lust, sie zu stillen. Damit hätte sie sich dem Zauberbann der Märchenwelt gewaltsam entrückt, und das wollte sie nicht. Erst als sie ein ganzes Stück hinker Innsbruck war, blickte sie in die Landschaft hinaus. Dann ließ sie alle Fenster nieder. Der Morgen dämmerte über Tirol, ein kühler frischer Morgen mit einer so reinen Luft, als gehöre sie nicht dieser Erde an. Die Bäche, die hoch aus dem Gebirge kamen, schäumten wie opalfarbiges Perlmutter über den steinigen Grund. Der Himmel war im Osten goldigrot, aus der Wiese stiegen Nebel und Dämpfe, die sich wie weiße Schleier hoben und senkten, die schlanken zarten Fichten umspielten, über das Gras hinglitten und schließlich, wie vom Wasser des Gebirgssees aufgesogen, verschwanden. Dann wich ein glänzender, weißer Berggipfel zur Seite, und hinter ihm, wo die Aussicht weit wurde und der Boden sich erhob, zeigte sich die Sonne, flammend rot, und in der Ferne sah sie Münchens hohe Türme und Spitzen. Das Märchen war aus; der Zauberbann des Mondes war gebrochen. * Kölner Zocal-Anzeiger Nr. 216&a Donnersiag, 6. August 1914 Heite 7. Städtische Bäder. Bis auf weiteres bleiben die folgenden städtischen Badeanstalten geschlossen: Neptunbad in Ehrenfeld Volksbad Achterstraße Volksbad Vingst Volksbad Sülz Volksbad Cöln=Mülheim, Schulstraße Volksbad Cöln-Mülheim= Buchheim ferner die Schwimmbassins im Hohenstaufenbad und das Schwimmbassin in der Badeanstalt Fleischmengergasse. Die Inhaber von Abonnements für Schwimmbäder der letzteren Anstalten können in der Rheinbadeanstalt am Trankgassenwerft gegen diese Ausweise baden. Das Schwimmbassin dieser Anstalt ist an Werktagen vormittags von 9½ bis 12 Uhr für Damen geöffnet. Die Direktion. Kuhnel.*8 Bekanntmachung. Das am 18. V. 12 in Kraft getretene Ortsstatut über das Eirquartierungswesen der Stadt Cöln und der am 10. VI. 14 mir Wirksamkeit vom Tage der Eingemeindung der Stadtgemeinde Mülheim und der Landgemeinde Merheim genehmigte Nachtrag werden hiermit nochmals zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Cöln, den 5. August 1914. Der Oberbürgermeister. J..: Dr. Wirsol. Ortsstatut Kaunlmnn Der Blan zur Herstellung und zum Betriebe einer Privatgleisanschlußenlage an dem Bahnhof Jägerstr. der Frechener Bahn nach den Fabriken der bisherigen Südanschließer an den Staatsbahnhof Ehrenfeld liegt vom.8. ab auf die Dauer von 14 Tagen im Verwaltungs= gebaude Unter Goldschmied Nr. 28, Zimmer Nr. 3 zu Jeder= manns Einsicht offen. bedem Beteiligten steht es frei, während der Offenlegungsfrist im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan schriftlich an mich einzureichen oder mündlich bei der Offenlegungsstelle zu Protokoll zu geben. Cöln, den 5. August 1914. Der Oberbürgermeister J..: Klutmann. 18 über das Einquartierungswesen der Stadt Cöln. Zur Ausführung des Bundesgesetzes, betr. die Quartier= leistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes vom 25. Juni 1868, des Reichsgesetzes über die Kriegsleistungen straße—Friesenstraße-Venloer Straße, vom 13. Juni 1873, des Reichsgesetzes über die Naturatleistungen stein—Neußer Straße, Freiheitstraßefür die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 in!. 24. Mai 1898 der Fassung des Gesetzes vom Jug; zggg und des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887, betreffend die Abänderung und Ergänzung des Gesetzes über die Quartierleistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes vom 25. Juni 1868, sowie des§ 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883, wird gemäß§ 10 der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856 für die Stadt Cöln Nachstehendes ortsstatutarisch festgesetzt. S 1. Bekanntmachung Mangels verfügbarer Fleischbeschauer dürfen Schlachtungen in eigenen Schlachthäusern im Bezirke der früheren Bürgermetsterei Merheim dis auf weiteres nicht stattfinden. Die betreffenden Metzger werden aufgefordert, im Schlachthofe Cöln=Mülheim zu schlachten. Cöln, den 4. Augus 1914. Der Oberbürgermeister. J..: Laus. 88 Einquartierungskommission. Die Verwaltung der Quartier= und Naturalleistungsangelegenheiten wird einer besonderen Kommission übertragen, welche den Namen Einquartierungskommission führt. Diese Kommission besteht aus dem Oberbürgermeister oder seinem Steilvertreter als Vorsitzenden und 12 Mitgliedern, welche von der Stadtverordneten=Versammlung gewählt werden. Rindestens die Hälfte der Mitglieder muß der Stadtverordneten=Versammlung angehören. Die Wahl der Stadtverordneten erfolgt auf die Dauer ihrer Wahlperiode als Studtverordnete. die der übrigen im Ehrenamt tätigen Mitglieder auf die Dauer von sochs Jahren. Die ausscheidenden Mitglieder sind wieder wähldar. § 2. Geschäftsführung. Die Einquartierungs=Komission ist beschlußfähig, wenn außer dem Oberbürgermeister oder seinem Stellvertreter die Hälfte ihrer Mitglieder anwesend ist. Der§ 14 der Geschäftsordnung für die Stadtverordneten-Versammlung vom 14. September 1876 findet sinngemäße Anwendung. S 3. Bezirkseintellung. Für die Zwecke der Bequartierung wird die Stadt in sechs Bezirke eingeteilt. Es umfassen der 1. Bezirk das Gediet von Cöln=Alt- und Neustadt einschl. Bayenthal, die Bezirke II—VI e die Gebiere der Verwaltungsstellen, Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes. In den Vororten mit ländlichem Charakter kommt auf jede der vorstehenden Mietgruppe ½ Mann— 1 Pferd mehr und bei Mietwerten von 361—500 M. 1 Mann Einquartierung. Als Vorort mit ländlichem Charakter sind anzusehen die Bezirke: Arnoldshöhe, Bickendorf, Bocklemünd, Kriel, Lind, Longerich, Mengenich, Merheim, Niehl, Ossendorf, Poll, Raderberg, Raderthal und Volkhoven. Sind in den Mieten Beträge für Ladenlokale, Werkstätten und Betriebsstätten enthalten, so treten für den 900 M. übersteigenden Teil der Ladenmieten Ermäßigungen ein, und zwar für a) die Hauptgeschäftsstraßen 50%; h) die Torstraßen 33½/3%; c) die übrigen Stadtteile 25%. Hauptgeschäftsstraßen im Sinne dieses Statats sind: die Hohestraße, der Wallrafplatz, die unmittelbare Umgegend des Domes mit Unter Fettenhennen, die Gürzenichstraße, Schildergasse, der Neumarkt, die Zeppelinstraße und die Breitestraße. Als Torstraßen sind anzusehen die Straßenzüge: Severinstraße—Bonner Straße, Weyerstraße—Luxemburger Straße, Aachener Straße—Dürener Straße, Ehrenstraße, Komödienabe. Marzellenstraße—EigelKalker Straße—Kalker Hauptstraße. Wohnungswechsel der Mieter usw. bedingen keine Aenderung der einmal zugewiesenen Einquartierung für das betreffende Jahr, vielmehr treten die neuen Mieter ohne weiteres in die nach der Einquartierungskarte bestehenden Verpflichtungen der alten Mieter ein. Bei Vergleichung der verschiedenen Grade der Einquartierung wird gerechnet: Unteroffizier 1= 2 Gemeine Dortepeefähnrich 1 Feldwebel 1 Leutnant Hauptmann 1 Major 1 Oberstleutnant ! Oberst 1 Generalmajor 1 Generalleutnant 1 General der Infant., Artillerie od. Kavallerie außerdem 1 Gemeiner—. 2 Pferde. Die Burschen der Offiziere sind in dieser Berechnung miteinbegriffen. Sollte die hierdurch gewonnene Anzahl der Quartiere nicht ausreichen, so ist die Einquartierungskommission bejugt, die Quartierleistung für die Inhaber von belegungsfähigen Räumlichkeiten mit einem jährlichen Mietwerte von über 500 M. bis — — *7 = 10 Innd Cäcilienstraße 14. Der öffentliche Verkauf der verfallenen Pfänder fällt bis auf weiteres aus. Cöln, den 6. August 1914. " Die Leihhausveswaltung. 00 *— # □ 60 # 65 6 6 6 □ 6 * 6 □ 893 —* —— Trinkfertig in Portions flaschen: C Backhaus-Milch Säug ings-Milch Eiweiss-Milch 2 Hclländ. Säugl.-Nahrung p; Haltbare voghurt-Milch Hupertz& Schürmann## Nachf., Gabelsbergerstrasse 47. Tel. B 6418. B 333f63399900 8 Kaufmänn. Agent, seit Jahr. hier ansäss., mit best. Empfehl., d. d. Krieg o. Besch., s. pass. Tätigkeit. Vertrauenspost., Hausve w. od. Vertr., wenn mögl. d. Lebensmitteldr. Off. u. 1150 an die Geschäftsst. d. Bl. 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Mai 1898 die Verpflichtung zur Gewährung von Naturalquartier für die Truppen usw. mit oder ohne Ber pflozung eintritt, wird die Stadt zunächst alle ihr gehörigen und verfügbaren Räumlichkeiten zur Unterbringung der einzuquar tierenden Truppen verwenden. Reichen diese Räume nicht aus, erfolgt Einmietung in bereits vorher hierzu bestimmten Wirtschaften Die Festsetzung der Vergütung für solche Quartiere erfolgt durch Vereinbarung mit den Wirten. § 5. Einquartierungen größeren Umfanges, z. B. bei Kaisermanövern, Mobilmachung. Kann im Einzelfall den Anforderungen der Militärbehörden durch das im§ 4 vorgesehene Verfahren nicht genügt werden, oder stellen sich die Kosten außergewöhnlich hoch, so kann die Einquartierungs=Kommission die Verteilung der Einquartierung als Naturallast beschließen. § 6. Einquartierungskataster. Der Umfang, in welchem von jedem Pflichtigen die Quartier. leiftungen gefordert werden können, insbesondere auch nach§ vorletzter Absatz, wird durch ein von der städtischen Verwaltung geführtes Kataster bestimmt. Dieses besteht aus Einquartierungs= karten, welche über jedes im Stadtbezirke liegende bebaute Grundstück geführt werden und die Bewohner mit den von ihnen zu zahlenden Mieten oder den Mietwert der Wohnungen angeben müssen. Die Einquartierungslast wird in Anwendung der§§—10 nach der Miete oder dem Mietwerte berechnet und die Zahl der von den einzelnen Wohnungsinhabern usw. unterzubringenden Mannschaften und Perde ans den Karten vermerkt ferner wird darauf vermerkt, welche Quartiere sich für die verschiedenen Dienstgrade eignen. Jeder Hauseigentümer, Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter ist verpflichtet, dem Ober bürgermeitzer nach Aufforderung innerhalb 14 Tagen den Mietwert der eigenen Wohnung und die von den Mietern zu zah lenden Mieten anzugeben. Dieselbe Verpflichtung hat der Wohnungsinhaber bezüglich der von ihm selbst benutzten Räune. Die Nichtbefolzung dieser Aufforderung oder unrichtig Angaben haben die Anwendung des§ 132 des Besetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 zur Folge Das Kataster ist fortlaufend zu berichtigen, jedoch ist die zur Zeit der Auslegung erfolgte Veranlagung für das laufende Jahr bis zur nächstjährigen Auslegung maßgebend. Die Gesamtheit der Einquartierungskarten dildet das Kataster im Sinne des§ 6 des Gesetzes vom 25. Juni 1868; dasselbe ist alljährlich im Laufe der drei ersten Kalendermonate während 14 Tagen öffentlich auszulegen. Erinnerungen gegen das Kataster sind innerhalb einer Ausschlußfrist von 21 Tagen aach beendeter Offeniegung bei dem Oberbürgermeister anzudringen. Gegen dessen Entscheidung findet binnen 2 Wochen von der Zustellung an die Beschwerde an den Bezirksausschuß statt, welcher endgültig entscheidet. § 7. Verpflichtung zur Quartierleistung. Die Einquartierungspflicht erstreckt sich auf alle Inhaber (Eigentümer, Mieter, Nießbraucher, Benutzer usw.) von Wohnungen oder Stallungen, welche im hiesigen Stadtbezirke gelegen sind, sofern dieses Statut Ausnahmen oder Einschränkungen nicht begründet. Leerstehende Wohnungen sind von der Ein quartierung befreit. S 8. Umfang der Quartierleistung und Veranlagung. Der Umfang der Quartierleistung wird in der Weise bestimmt, daß als Quartiereinheit das Quartier für einen Gemeinen angenommen wird und daß hiernach veranlagt werden die Inhaber von Räumlichkeiten mit einem jährlichen Mietwerte von: 501— 900 M. mit 1 Mann 901—1300"" 2 1301—1700„" 3 und so fort, auf je 400 M. Mietwert 1 Mann mehr. erhöht werden. Den Quartierpflichtigen, welche geeignete Offizierquartiere haben, können einzuquartierende Offiziere, Sanitätsoffiziere, Militärbeamte und Unteroffiziere auch über den in den vortehenden Bestimmungen festgesetzten Umsang ihrer Quartier= pflicht hinaus zugewiesen werden. Zur Aufnahme der unterzubringenden Dferde sind die Inhaber von Stallgebäuden verpflichtet. Reichen die vorhandenen Stallungen für die unterzudringenden Pferde nicht aus oder macht es das militärische Dienstinteresse erforderlich, so können auch die Inhaber anderer hierfür geeigneten Räume, wie Remisen, Lagerräume, überdeckte Hallen usw. hierzu herangezogen werden. Für jedes„ugewiesene Pferd hat der Quartierpflichtige am ersten Tage 5 Kilogramm Streustroh zu liefern, wofür ihm, außer den nach§ 15 zustehenden Servisgeldern, 30 Pfg. vergütet werden. S 9. Geschäfts=, Arrest- und Wachträume. Geschäfts=, Arrest= und Wachträume werden, soweit möglich, von der Stadt mietweise, im übrigen zwangsweise gegen Vergütung nach reichsgesetzlichem Taris beschafft. Die Inhaber der nach dem Urteil der Einquartierungskommission dazu geeigneten und entbehrlichen Räume sind zu ihrer Hergabe verpflichtet. und Befreiung von der Eingartierung. Als einquartierungspflichtig werden nicht betrachtet daher nicht belegt: 1. die Gebäude, welche a) sich im Besitze der Mitglieder regierender Familien be finden; b) zu den Standesherrschaften der vormals reichsständigen oder derjenigen Häuser gehören, denen diese Befreiung durch Verträge zugesichert ist oder auf Grund besonderer Rechtstitel zusteht, sofern diese Gebäude für immer oder zeitweise zum Wohnsitze ihrer Eigentümer bestimmt sind; 2. die Wohnungen der Gesandten und des Gesandtschaftspersonals fremder Mächte; ferner, in Voraussetzung der Gegenseitigkeit, die Wohnungen der Berufskonsuln fremder Mächte, sofern sie Angehörige des entsendenden Staates sind und in Cöln kein Gewerde betreiben oder keine Grundstücke besitzen; 3. diejenigen Gebäude und Gebäudeteile, welche zu einem öffentlichen Dienst oder Gebrauch bestimmt sind, ohne Rücksicht auf ihre Eigentumsverhältnisse; insbesondere also die zum Gebrauch von Behörden bestimmten, sowie die zum Betriebe der Eisenbahnen erforderlichen Gebäude und Gebäudeteile; 4. Universitäts= und andere zum öffentlichen Unterricht bestimmie Gebäude, Bibliotheken und Museen; 5. Kirchen, Kapellen und andere dem öffentlichen Gottesdienste gewidmeten Gebäude, sowie die gortesdienstlichen Gebäude der mil Korporationsrechten versehenen Religionsgesellschaften; 6. Armen=, Waisen= und Krankenhäuser, Besserungs=, Aufbewahrungs= und Gefängnisanstalten, sowie Gebäude, welche milden Stiftungen angehören und für deren Zwecke unmittelbar benutzt werden; 7. neu erbaute oder vom Grunde aus wieder aufgebaute Gebäude bis zum Ablauf zweier Kalenderjahre, in welchem sie bewohnbar beziehungsweise nutzbar geworden sind. Eine veriönliche, zeitweise, gänzliche oder teilweise Befreiung von der Einquartierung soll ausnahmsweise gewährt werden, wenn rechtzeitig darum nachgesucht und der Nachweis erbracht ist, daß besondere häusliche Verhältnisse des Quartierpflichtigen dies notwendig erscheinen lassen. Hiernach kann insbesondere Befreiung eintreten: I. bei Todesfällen, schweren Erkrankungen, bei Wochenbetten, und zwar: a) bei Todesfällen auf die Dauer von 14 Tagen; b) bei schweren Erkrankungen für die vom Arzt als erforderlich bescheinigte Zeit und c) bei Wochenbeiten für 4 Wochen nach der Entbindung. Die Zeit ist vom Arzt oder von der Heoamme zu bescheinigen; 2. bei unaufschiebbaren baulichen Arbeiten, welche die Wohn räume derartig beschränken, daß die Aufnahme der Ein quartierung ganz oder teilweise unmöglich ist. Die Befreiung von Einquartierung muß dagegen eintreten, wenn bei einem Quartiergeber oder in seiner Familie oder bei seinen Hausangehörigen ansteckende Krankheit durch einen Arzt nachgewiesen wird. Ferner sind auf Antrag Wohnungen von weiblichen Personen mit einem Einkommen bis zu 3900.4, welche entweder alleinstehen oder mit Kindern unter 16 Jahren ohne erwachsene männliche Angehörige oder männliche Dienstboten einen Haushalt führen, während der Dauer dieses Zustandes bei der Ein quartierung außer Betracht zu lassen. Bei einem Einkommen von mehr als 3900 4 sind diese Personen zur Einquartierungs last voll heranzuziehen, es bleibt ihnen jedoch überlassen, von dem§ 12 Gebrauch zu machen Quartierpflichtige, welche die Berücksichtigung der nach dieser Ordnung die Quartierpflicht erleichternden Umstände verlangen, haben diese Umstände auch ohne Aufforderung dem Oberbürgermeister schriftlich auzuzeigen, widrigenfalls ihnen kein Anspruch auf Berücksichtigung zusteht. § 11. Quartierscheine. Die Anweisung der Einquartierung in Wohnungen und Stallungen erfolgt durch Quartierschein, welcher auf den Inhaber der zu belegenden Wohnungen und Stallungen lautet. Zur Unterscheidung, ob die Unterbringung durch Einmietung oder Einquartierung geschieht, werden farbige Quartierscheine verwendet, und zwar sind rote Scheine bei der Einmietung und weiße Scheine bei der Einquartierung zu benutzen. S 12. Ausmietung. Dem Quartierpflichtigen ist nach§ 10 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1868 die Ausmierung seiner Einquartierung gestattet; er hat jedoch hiervon der Einquartierungskommission Anzeige zu machen und deren Genehmigung einzuholen. Erfolgt die Annahme solcher Quartiere, so übernimmt der Inhaber des Quartiers die Obliegenheiten des ursprünglich Verpflichteten. Wird von der Eingartierungskommission aus gesundheitlichen, sittlichen oder anderen erhedlichen Gründen eine Ausquartierung für nötig erachtet, und hat der Verpflichtete der Aufforderung des Oberbürgermeisters zur anderweitigen Unterbringung nicht rechtzeitig Sorge getragen, so erfolgt die Ausmietung auf Kosten der Verpflichteten durch die Einquartierungskommisson, § 13. Dauar der Einquartierung. Jeder Quartierpflichtige ist verpflichtet, der Einquartierungs= kommission binnen der ersten 24 Stunden Nachricht zu geben, wenn seine Einquartierung ihn vor Eintritt des auf dem Quartierschein angegebenen Zeitpunktes verläßt. Ebenso hat der Quartierspflichtige anzugeben, wenn die Einquartierung länger bei ihm bleibt, als sie ihm zugewiesen Dar. Im Unterlassungsfalle hat er sich selbst zuzuschreiben, wenn ihm die diesen Zeitpunkt übersteigende Zeit nicht berechnet oder ihm eine weitere Einquartierung zugewiesen wird. Jeder Einwohner kann sordern, daß eine Einquartierung, die wagrend dreier Monate bei ihm gelegen hat, umgelegt werde, sofern nicht die Abreise der Truppen für die nächstfolgenden Tage bevorsteht oder die in der Stadt vorhandene Truppenmasse nicht etwa eine Umquartierung als unzulässig erscheinen läßt. Beschaffenheit der Quartierräume. Der Quartiorgeber ist verpflichtet, den bei ihm einquarvor Wind ausgesetzten Gelegenheit zum Kochen, Milgebrauch des Küchenfeuers und Kochgeschirrs zu geben. Im Winter(Oktober bis einschl. März) hat er den Aufenthalt in einem gehörig erwärmten und erleuchteten Wohnzimmer zu jeder Tageszeit zu gestatten. Der den verschiedenen Dienstgraden zu gewährende Raum richtet sich nach dem dem§ 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1868 angefügten Regulativ für die Quartierbedürfnisse der bewaffneten Macht. § 15. Entschädigung für Quartier= usw. Leistung. Für Einmietungen(§ 4) werden die mit den Quartiergebern vorher vereinbarten Beträge, für Einquartierungen(§ 5) die von der Militärverwaltung gesetzlich zu fordernden Vergütungen gegen Abgabe der Quartierscheine durch die Stadtkasse gezahlt. Der Zeitpunkt der Auszahlung wird vorher bekannt gemacht § 16. Vorspannleistung. Die Vorspannleistung wird nach dem freien Ermessen der Kommission in der Regel für Rechnung der Stadt beschafft. Sind freiwillige Unternehmer zur Uebernahme der Vorspannleistungen zu den von der Kommission festgesetzten Preisen nicht zu ermitteln, so wird der Vorspann zwangsweise beschafft. In diesem Falle sind in Friedenszeiten auf Grund des§ 3 Absatz 2 des Gesetzes über die Naturalleistungen in erster Linie diejenigen zur Vorspannleistung heranzuziehen, welche aus dem Vermieten ihrer Tiere und Wagen oder dem Betriebe des Fuhrwesens ein Gewerbe machen; für den Kriegsfall bewendet es dagegen bei den Bestimmungen des Kriegsleintungsgesetzes. Sobald die Gestellung des Vorspanns im Zwangswege erfolgt, erhalten die Vorspannsteller auch nur die vom Staate gewährte Vergütung Lieferung von Fourage. Die zu liefernde Fourage wird nach dem freien Ermessen der Kommission in der Regel für Rechnung der Stadt beschafft, welche dagegen die von der Militärverwaltung zu zahlende Vergütung erhält. Nur wenn die Fourage zu den von der Kommission festgesetzten Preisen nicht zu beschaffen ist, werden die Besitzer von Fouragebeständen zwangsweise zur Naturalleistung gegen die vom Staate gewährte Vergltung herangezogen. S 18. Zwangsmittel zur Erfüllung der Quartier= und Naturalleistungen. Gegen Quartierpflichtige, welche ihrer Einquartierungspflicht nicht oder nicht genügend nachkommen, finden die gesetzlichen Zwangsmittel Anwendung(§ 11 des Quartierleistungsgesetzes vom 25. Juni 1868,§ 7 des Naturalleistungsgesetzes vom 24. Mai 1898 und§ 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883). Zu diesen gehört auch die Beschaffun; anderer Quartierräume, der nötigen Gerätschaften und der vorgeschriebenen Verpflegung sowie der sonst erforderlichen Naturalleistungen auf Konten der Pflichtigen. Die Beitreibung dieser Kosten erfolgt nach den für die Gemeindeabgaben gegebenen Vorschriften. § 19. Dechung der Quartier= und Naturalleistungskosten. Die gemäß§§ 15, 16 und 17 des Statuts der Stadt entstehenden Kosten nach Abzug der von der Reichsmilitärbehörde zu zahlenden tarifmäßigen Entschädigung werden auf den Haushaltsplan übernommen. § 20. Inkrafttreten. Dieses Ortsstatut tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig treten die für die Stadtgemeinde Cöln und die für die am 1. April 1888 eingemeindeten Vororte gültigen Bestimmungen über das Einquartierungswesen außer Genehmigt in der Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung vom heutigen Tage. Cöln, den 18. Juli 1912. Der Oberbürgermeister. J..: Dr. Wirsel. Vorstehendes Ortsstatut über das Einquartierungswesen der Stadt Cöln, welches der Bezirksausschuß zu Cöln am 17. September 1912 B. A. 2. 2012 genehmigt hat, wird hiermit— allgemeinen Kenntnis gebracht. Cöln, den II. Oktober 1912. Der Oberbürgermeister. 4 J..: Dr. Wirsel. zur Nachtrag zu dem Ortskatut über das Einquattierungswesen der Stadt Cöln vom 19. Juli 1911. Zur Ausführung des Bundesgesetzes betr. die Quartier= Seite 8. leistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes vom 25. Juni 1868. des Reichsgesetzes über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873, des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 in der Fassung des Gesetzes vom##und des Reichs gesetzes vom 21. Juni 1887 betreffend die Abänderung und Ergänzung des Gesetzes über die Quartierleistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes vom 25. Juni 1868, sowie des§ 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883, wird gemäß§ 10 der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856 für die Stadt Cöln folgender Nachtrag erlassen. Seite 4§ 3 erhält folgende Fassung: Bezirkseinteilung. Für die Zwecke der Bequartierung wird die Stadt in acht Bezirke eingeteilt. Es umfassen der I. Bezirk das Gebiet von Cöln=Alt= und Reustadt einschl. Bayenthal, die Bezirke II—VII die Gebiete der Verwaltungsstellen Lindenthal. Ehrenfeld, Nippes Deutz, Kalk, Mülheim und Merheim. Die Erledigung der Ar beiten erfolgt auf Grund jedesmaligen Auftrages der Einquar tierungskommission für den Bezirkl durch das Einquartierungsamt, für die übrigen Bezirke durch die Verwaltungsstellen. Seite 6§ 8 Absatz 3 hinter den Vorort Volkhoven ist zu setzen: ferner die Ortschaften der früheren Bürgermeisterei Merheim und zwar: Merheim, Ostheim, Rath, Brück, Dellbrück, Holweide, Höhenfeld, Dünnwald, Höhenhaus, Kunstfeld, Stammheim und Flittard. Seite 6§ 8 Absatz 5 erhält den Zusatz: und die Buchheimerstraße. Seite 7§ 8 Absatz 6 erhält die Ergänzung: Düsseldorferstraße, Dünnwalderstraße, Berlinerstraße, GladKölner Local-Anzeiger Nr. 216&a Donnerstag, 6. August 1914 bacherstraße, Frankfurterstraße Windmühlenstraße. Der Oberbürgermeister. Freiheitstraße, Deutzerstraße, J..: Dr. Wirsel. Bekanntmachung. Auf Grund der unter dem 1. August 1914 befohlenen Mobilmachung erhalten hierdurch alle augen blicklich ausser Kontrolle stehenden Mannschaften des Beurlaubtenstandes, solche, die sich im hiesigen Landwehrbezirk unangemeldet aufhalten, ferner die, denen aus irgend einem Grunde der Gestellungsbefehl bezw. Kriegbeorderung nicht zugestellt werden konnten und schließlich die von den Truppenteilen als krank oder nicht einstellungsfähig wieder entlassenen Leute den Befehl, sich innerhalb dreier Tage nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung nochmals auf dem Bezirkskommando II Cöln, Loreleystraße 24, unter Vorzeigung der Militärpapiere anzumelden. Das Bezirksnommando hebt hervor, daß die im Militärstrafgesetzbuche für das Deutsche Reich für „### Handlung.“, im Felde gegebenen Vorschriften(die Kriegsgesetze) für die Dauer des mobilen Zustandes gelten, und daß Mannschaften, die vorstehendem Befehle nicht Folge leisten, eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren und unter Umständen wegen Fahnenflucht im Felde eine Gefängnisstrafe von fünf bis zu zehn Jahren neben Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes zu gewärtigen haben. Cöln, den 6. August 1914. Königliches Bezirkskommando II. Die Kölnische Volkszeitung kostet in Köln und Vororten samt dem Kölner kocal- Hnzeiger und einschließlich Zustellgebühr für die drei Tages-Ausgaben oder IIl..— vierteljährlich Probe-Zustellung auf Wunsch koftenfrei. Seschäftsstelle der Kölnischen Volkszeitung am Marzellenstraße 37. Bekanntmachung. Zur Aufnahme in die Landsturmliste haben sich in der Zeit vom 7. bis 11. August ds. Js. im Königlichen Polizei-Präsidium, Krebsgasse—3. insbesondere Ällern zu melden: I. Die in den Jahren 1891, 1892, 1893 und 1894 geborenen und wegen körperlicher Fehler oder aus sonstigen Gründen auf ein Jahr zurückgestellten Militärpflichtigen. 2. die unausgebildeten Ersatz-Reservisten, welche in den Jahren 1869, 1870, 1871, 1872, 1873 und 1874 geboren sind und diejenigen Ersatz-Reservisten, welche das 32. Lebensjahr vollendet haben und laut Pass dem Landsturm überwiesen sind. Die Einjährig-Freiwilligen, welche sich bereits mit Berechtigungsschein beim Polizei-Präsidium gemeldet haben, sind von einer nochmaligen Meldung entbunden. Cöln, den 4. August 1914. Der Polizei-Präsident: v. Glasenapp. pg8“ Bekanntmachung. Zur Vorbeugung einer Seuchengefahr wird hiermit dringend davor gewarnt, Küchenabfälle(Gemüse= und Fleischreste) oder sonstige fäulniserregende Stoffe in den Häusern, Höfen oder an anderen in der Nähe menschlicher Wohnungen gelegenen Plätzen aufzustapeln. Ferner wird nochmals auf die in den Tagesblättern bekannt gemachten Aenderungen in der Müllabfuhr aufmerksam gemacht. Cöln, den 6. August 1914. Direktion des städtischen Fuhrparks. Ratholischer Gesellenverein, Köln. Aufruf! Ueber tausend unserer aktiven Mitglieder sind zum Heere einberufen. Es ist unsere Ehrenpflicht, mit diesen in jeder Weise in Verbindung zu bleiben und sie nach Kräften zu unterstützen. Zu dem Zwecke müssen Listen geführt, die ein- und ausgehenden Feldpostsachen erledigt, Gaben gesammelt werden usw. Doch fehlen uns die Arbeitskräfte dies auszuführen, unsere sämtlichen Bureaus sind verwaist Daher ergeht die herzliche Bitte an junge Damen, sich zu den Arbeiten unseres Feldbureaus unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.903 Anmeldungen nehmen die Unterzeichneten entgegen. Generalpräses Msgr. Schweitzer. Präses Hürth, Helenenstraße 11. Unsere Festfeier betr. Goldenes Jubiläum unseres bewährten Kirchenchores, welche auf den 10. August er. festgesetzt war, wird des eingetretenen Krieges wegen auf spätere günftige Zeit verlegt. Wir bitten unsere werten Brudervereine unsere Ortsvereine und Freunde, hiervon gütigst Kenntnis zu nehmen. Köln=Poll, 2. August 1914. S rasch und völlig befreit. 1000 Dank. E. Phylipp, Aufseher.“ Aerztlich warm empfohlen. Dose 50 Pfg. u. 1 M.(stärkste Form) in der Ho#fspoth., Wallrasplatz 1, Ecke Hohestraße, Sternapotd., Waidm. 26, v. Werth=Apoth., Alter Markt 48, M. Hamecher, Schildergasse, Dr. F. Dietrich, Eigelstein 34,Otto Bleeke Weverstr. 98.Joh. Pete: Basten, Auf d. Hunnenrücken 50. H. Gerstner Nachf., Breitestraße 175, Fritz Wiegand, Chlodwigplatz 6, heiur. Katterbach, Severinstraße 172, A. Neutz, Barbarossaplatz, J. Luckenbach, Hohepforte 9A, N. Jasky, Habsburgerring 28, gegenüber dem Ooernhaus, A. Wiegand, Nachenerstr. 8. E. Stettner, Friesenplatz 24; in Rippes: W. Ruebs Prog.; in Kalk: Gedr. Kreuter und Apotheker J. Baur. d' Einfamilienhaus, —7 Räume, in der Umgebung Kölns, mit guter Straßenbahnverbindung nach dem Verkehrszentrum zu mieten gesucht. Anged. unter C 520 an die Gesch. des Köln. Loc.=Anz. Familien-Unzeigen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute abend 8 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unseren herzensguten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Adam Krudewig Kaufmann nach langem, schwerem Leiden, gestärkt mit den Heilsmitteln der kath. Kirche, im Alter von 56 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Adam Krudewig, Marla geb. Scholl Sophie Gronen geb. Krudewig Josefine Zimmermann geb. Krudewig Heinrich Krudewig Josef Krudewig Theodor Gronen Kaspar Zimmermann und 2 Enkel. Köln, Köln-Ehrenfeld, Lüttich, den 5. Aug. 1914. Landsbergstr. 36. Die feierlichen Exequien werden gehalten am Samstag, den 8. August, vormittags 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Johann-Baptist. Daran anschließend findet die Beerdigung statt um 10½ Uhr, von der Leichenhalle des Südfriedhofes aus. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. Sanitätsrat Dr. Stauft, Köln Von der Reise zurück. Köln-Ehrenfeld Von der Reise zurück! Dr. med. Rerssenboom „Ihr=Saindermar hat mich von einem schweren Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung an dem Begräbnisse meiner unvergeßlichen Gattin, unserer guten Mutter, sowie für die schönen Kranzspenden sagen wir allen Verwandten, Bekannten, besonders den Herren Vorgesetzten und Kollegen der Lackiererei der Königlichen Hauptwerkstätte Köln-Nippes und der Frauen-Kongregation St.Joseph unseren tiefempfundenen Dank. Köln-Nippes, den 6. August 1914. p Jos. Dreiner und Kinder. von J. P. Bachem. Verantwortlicher Redakteur: 1. V. Heinr. Müller. Verantwortlich für Aus der Arbeiterwelt: Gewerkschaftssekretär Jak. Kaiser: für Anzeigen- und Reklamenteil: Bonifaz Gutberlet. Alle in Köln. Tenhusser wegen Aufgabe des Geschäftes zu ausnahmsweise billigen Preisen. Nur noch kurze Zeit. Marzellen-Strasse 33, neben der Kölnischen Volkszeitung. Ladeneinrichtung zu verkaufen. Dohs, Pfatter. mit voller Pension zum 1. Oktober Nähe Luftschiffer=Kaserne. Emilshöhe. Ang. u. C 523 an die Gesch. d. Bl. Aukreich.=Arbeiten billigs Tapezieren a Rolle 25) Niederichstr. 12. Tel. B 3676. Zwangs-Versteigerung Am Samstag, 8. August 1914, nachmittags 4½ Uhr sollen zu Cöln, Marsilstein 28 versteigert werden: 1 Unzahl gebrauchte Möbel. Nickel, Gerichtsvollzieher in Cöln. d Das Jahrgedächtnis für Frau Caspar Pilartz Traudchen geb. Müngersdorff findet statt am Samstag, den 8. August, morgens 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Kunibert, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird. cb Für Trauer: Schwarze Kleider, Mäntel, Blusen, Röcke, Hüte, Handschuhe, Schleier, Kleiderstoffe Kaufhaus Michel& Co. Köln, Hohe Str., Ecke Gürzenichstr., Burghöfchen. Hllgemeine Ortskrankenkasse für den Stadtbezirk Cöln. Nachdem der größte Teil unserer Beamten zu den Fahnen einderufen ist, ist es nicht möglich, den Kassendienst in den Zweigstellen, Nippes, Ehrenfeld, Kindenthal, Stlz, Bayenthal und Deutz aufrecht zu erhal en. Es werden deshalb von morgen, Donnerstag. den 6. August, ab die genannten 6 Zweigstellen der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Stadtbezirk Cöln geschlossen die Zweigstelle in Kalk bleibt besehen. Die Hauptgeschäftsstelle im Aurippinahaus, Eingang Berlich 26, erledigt nunmehr auch esigt wurge, die biueher in den geschiosenen 6 Zweigstellen erCöln, den 5. August 1914. * Der Vorstand: Schuster. Haarfärbungen werden mit meiner garantiert unschädlichen Haarfarbe „Lakao-Hennd“ in separaten Kabinen naturgetreu ausgerunrt in allen Farben bis zum tiefsten Schwarz. Preis für eine Färbung S MIK. Wenn Ihre Haare durch eine schlechte Haarfarbe rot und grun etc. geworden sind, so besuchen Sie meine kostenlosen Sprechstunden nachmittags von—6 Uhr. „Lakao-Henné“ schlägt mit seinen ganz gewaltigen Vorteilen jedes andere Haarfärbemittel aus dem Felde. Haar-Spezial-Haus A. Lutz, Köln, Weyerstr. 116 am Barbarossa-Platz. VB