Nr. 31. Lolonia Sonntag. 3. August 1913. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. Mit besonderen Abteilungen: Unseren Frauen sowie Gartenarbeit und Blumenpflege. S Glückseliges Schauen. „Selig die Augen, die sehen, was ihr sehet. Denn ich sage euch: vielc Propheten und Könige begehrten zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört.“ Luk. 10, 23.24. Der Meister hatte ein stolzes Recht, so feierlich auszeichnend zu seinen Aposteln zu reden. Ja, selig ihr auserwählten Apostelaugen, selig um dessentwillen, was ihr habt schauen dürfen. Ein einziger Name umfaßt und krönt den überströmenden Reichtum eures Schauens, das umfassender und ergreifender ist als das ganze Schauen vergangener Zeiten. Wunderbarer, als alle Pracht und Größe, die im Alten Bunde Menschenaugen entzücken konnte, ist derjenige, der als Sonne des Neuen Bundes über der Menschenwelt aufstrahlte, Jesus Christus, der Gottessohn. Er, der Hochgebenedeite, ist auf Erden erschienen, in eurem Land, in eurer Zeit, und ihr durftet ihn schauen, glückselige Apostelaugen. Vorbei waren die winterlich=frostigen Nächtejahre der Finsternis, angebrochen das selige Lichtjahr der Sonne. Nacht und Nebel hatte auf den Menschenseelen gelastet wie der schwere, dunstige Herbstnebel, der sich hindernd auf Atem und Augen legt. Und doch hatten die Adamskinder so laut und so lang nach dem Licht gerufen, ohne daß ihr heißes Adventssehnen wäre gestillt worden: sie tasteten weiter in Blindheit und Finsternis. Nur einen Trost hatten die lichthungrigen Menschen, und damit legten sie sich gefaßt zum Sterben nieder und übergaben ihn als teuerstes Erbe an Kinder und Kindeskinder, daß ab und zu im Bergland des Volkes die höchsten Gipfel,„die Propheten und Könige", umflammt wurden von den ersten Frühstrahlen der nahenden Sonne und es so schien, als ob der kommende Lichtkönig mit dem güldenen Saum seines Gewandes die arme Erde gestreift habe. Nun hatte der Erwartete das Sternenkleid des Himmels abgelegt und war auf unseren Stern, die Erde, gekommen. Und was andere mit innigem Verlangen ersehnt hatten, ohne es zu erreichen, den Aposteln sollte es beschieden sein: sie durften ihn schauen. Glückseliges Schauen. Sie sahen ihn, wie er heilig lebte, wie er weltüberragend und gottversunken lehrte, wie er schöpfungsmächtig seine Wunder wirkte, sie schauten den unvergleichlich erhabenen, und doch so grundgütigen Glanz seiner Augen, sie schauten die opferstarke, sich verzehrende Glut seines Herzens, sie bewunderten ein Leben, wie es in alle Ewigkeit kein Herz erfassen, kein Mund bec De Sonn eß widder do! Vun Peter Berchem. Et hatt gerähnt wahl Dag för Dag, Et hatt gerähnt bal Naach öm Naach, Et rähnte fähn un noh! Op eimol gingk der Wind eröm, Un endlich schlog et Wedder öm! Der Himmel dä wood blo! No eß vorüvver Nätz un Kält, Et leuch un laach de ganze Welt: De Sonn eß widder do! Et Unglöck trof dich Schlag op Schlag, Et woll deer rack an Kopp un Krag, Et schlog ald immer zo! Op eimol driehte sich dat Blatt, Ne Glöcksstrohl sook un funk dich grad, Dä kom vun irgendwo! No eß vergesse Krütz un Leid, Et klopp un klingk dien Hätz vör Freud: De Sonn eß widder do! schreiben, kein Buch schildern, keine Kunst darstellen kann. Drei mal selige Apostel, die solch' eine Größe schauen durften. In ihrer aller Namen bekennt es der vierte Evangelist, der Liebesjünger, mit frohlockender Dankbarkeit:„Wir schauten seine Herrlichkeit, als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ Sollen wir Nachgeborenen darum hadern und trauern, wie wir es als Kinder taten, wenn die gute Mutter uns vom Christkindchen und den lieben Engeln erzählte, und wir halb neidisch, halb enttäuscht in uns hinein weinten, und noch am Abend in den Kissen eine stille Träne zerdrückten vor lauter Leid des kleinen Herzens, das dabei nicht hatte zuschauen können? Gewiß, wir haben nicht den seligen Stolz und das seltene Glück, unserem Herrn und Heiland Aug' um Aug' gegenüber zu stehen und in seinen unergründlichen Augentiefen zu lesen, wie er uns groß und ewig liebt, uns arme Sünder. Darin stehen wir schmerzlich zurück hinter den Ersten der neuen Zeit. Und doch gehen wir tröstlich voran, weit voran vor den Letzten der alten Zeit. Denn wir sehen den fortlebenden, unsterblichen Christus, unscre heilige, katholische Kirche. Sie steht so imponierend da im Weltgetriebe, daß keiner der kleinen Menschen sie übersehen kann. Wir sehen, was sie war in vergangenen Tagen. Ihre Ruhmestaten füllen die Bücher und Bibliotheken der Erde. Unübersehbar sind die Arbeitsfelder, wo sie schon Sämann und Schnitter gewesen mit reichem, reichem Erntesegen: Wir sehen, was sie ist unseren Tagen. Ihr Glaube, ihre Gesetze, ihre Gnaden, ihre Gebete sind noch so sprudelnd lebenswarm und frisch, als wären sie erst von gestern. Auch heute noch führen sie die Menschen mit gutem Willen auf die Höhenbahn. Die Heldengalerie unserer Heiligen ist noch nicht abgeschlossen, sie erhält stets neue Charakterköpfe. Das alles ist uns ermutigende Gewähr für kommende Tage. Wir sehen die Kirche umstrahlt von der Krone der Göttlichkeit und Unsterblichkeit.„Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehet, dürfen wir stolz von uns selber sagen. Glückseliges Schauen. Dies Schauen gibt Vertrauen für Leben und Sterben. Der greise Simeon hatte nur einmal den Herrn gesehen. Dann hatte er genug von der Erde und wollte gern sterben.„Nun entlässest du, o Herr, deinen Diener in Frieden.“ Wir sehen den Herrn und müssen leben. In seliger Freude, in großem Glück, in starkem Vertrauen, in ewiger Treue. F. G. S Ein Gewitter. Von S. Luß. Mitten in dem großen gepflasterten Hofe des Deichmüllers Hartwig, auf dem alten Baumstamm, der den Knechten und Mägden an den Sommerabenden wegen seiner geringen Höhe angenehmer zum Ausruhen schien als die an der Mauer stehende Holzbank, saßen sie auch heute wieder in der herkömmlichen Reihe nebeneinander, der alte Hannes, der Oberknecht, am dicken Ende, und die jüngste Magd am äußersten andern Ende. Bei der drückenden Abendschwüle saßen sie hemdärmelig, und der alte Oberknecht hatte sein Hemd geöffnet, daß man die von der onne braungebrannte Brust, mit weißen Haaren bedeckt, sehen konnte. Er bewegte die Brustflügel des Hemdes, um sich Luft zuzufacheln, und stieß von Zeit zu Zeit einen kräftigen Luftstrom aus dem Munde, als ob er sich durch das Blasen vor der eimattenden Hitze schützen könnte. „Nit wahr, Hannesvatter?“ sagte die kecke Stallmagd, die jüngste und drallste der Mägde, die durch ihre übertriebene Körperfülle gegen die Linien der neuen Kunst= und Moderichtung Verwahrung einzulegen schien,„bei der Hitz schmelzt auch dir das bißchen Fett, das du noch hast?“ Hannesvatter nannten sie ihn alle, weil er der Aelteste auf dem Mühlenhofe war, weil er schon als Knecht auf dem Hofe gedient hatte, als der jetzige, auch schon grauköpfige Herr noch ein kleiner Knabe gewesen. „Könnt dir auch nicht schaden,“ antwortete der Alte,„wenn dir ein halber Zentner Fett wegschmelzen tät.“ Man belachte den Witz, und sah dann weiter schweigend vor sich hin. In dieser großen Hitze war schon jedes Wort lästig, besonders da sie in den letzten Tagen übermäßig von 2 Uhr morgens bis zum späten Abend gearbeitet hatten, um das Heu hereinzubringen. Trotzdem hatten sie an den vorhergehenden Abenden noch gescherzt und gesungen, wenn das Dengeln der Sensen und Sicheln mit fröhlichem Klingling den Vogelsang der schlafenden Sänger des Baumgartens und der nahen Buchenwälder ersetzte. Heute abend saßen sie still und schweigend, die Hitze war zu abspannend, sie waren so übermüdet, daß ihnen jede Bewegung zu viel war. Auch das Dengeln war nicht mehr nötig, hatten sie es doch gepackt, das letzte Fuder Heu unter Dach und Fach gebracht, und ruhten nun aus im Gefühl der Genugtuung über die trocken hereingebrachte reiche Futterernte. Ihre Genugtuung war eine doppelte, erstens war das Wetter in den letzten Stunden gewitterdrohend geworden, und die Wolken hingen jetzt schon in drohenden Haufen mit grellgelben Rändern an den Bergzipfeln ringsumher, und manchmal zuckte es schon blitzartig in den Wolkenrändern. Wahrscheinlich wurde es bald ein Gewitter geben, und ein kräftiger Regen hätte dem duftigen Heu viel von seinem Dufte und Safte genommen. Das zweite Gefühl der Befriedigung war weniger edel, sie freuten sich, daß der Döringfritz sein Heu nicht ganz hereingebracht hatte, trotzdem er nicht mehr Fuder erntete als ihr Ueber die deutschen Rekrutenexerzitien schreibt der englische Schriftsteller Karl Plater in seinem Buche Retreats for the people(Zufluchtsorte für das Volk) nach einer Würdigung der Exerzitien für die Arbeiter, wobei er die Empfehlung des verstorbenen Kardinals Fischer bezüglich dieser hl. Uebungen wiedergibt, unter anderem folgendes: Die sehr erfolgreichen Rekruten=Exerzitien, welche zu Viersen und auch anderswo abgehalten wurden, bedürfen einer besonderen Erwähnung. Die deutschen Katholiken geben sich alle Mühe, daß ihre Soldaten vor allem mit echt christlichem Geiste erfüllt sind, der stärker ist als Eisen. Das ist etwas sehr gutes für die deutsche Armee, soweit sie als Wehrkraft betrachtet wird. Doch noch besser ist es fur das deutsche Volk als eine christliche Nation. Und darin mögen wir wohl das Beispiel Deutschlands nachahmen. Es wird uns wenig nützen, die Rüstungen zu vervielfältigen, wenn wir nicht zur selben Zeit eine Generation heranbilden, die willensstark, pflichttreu und gottesfürchtig ist. Die jungen Leute unseres Landes sind so vielen entnervenden Einflüssen ausgesetzt. In der Literatur, mit der sie sich beschäftigen, in den Gesprächen, die sie führen, in dem, was sich ihren Blicken darbietet, ist so wenig, das sie festigt. Alles geht darauf aus, sie zu dem Leben„eines Tieres, das sich nur ergötzt an tierischen Freuden“ zu erniedrigen, um die Worte des Herrn C. F..Masterman zu gebrauchen. Sie lernen nicht, eine kraftvolle Individualität zu entwickeln, Energie und Pflichtbewußtsein zu entfalten, um aus sich das Bestmöglichste zu machen. Die daraus folgende Schwäche des einzelnen wird zur Schwache der Nation. Jeooch obgleich die deutschen Katholiken wahre Patrioten sind, so entstammen doch ihre Bemühungen, ihre Soldaten in der Religion zu festigen, nicht in erster Linie dem Wunsche, ihr Heer schlagfertig zu machen, als vielmehr, für die unsterblichen Seelen zu sorgen. Eine einzige Seele ist mehr wert, als eine Flotte von Kriegsschiffen, oder eine Unmenge von Kasernen. Was tun denn die deutschen Katholiken? Sie sinnen darauf, den jungen Rekruten zu festigen. Denn dieser junge Mann, dessen sind sie sich bewußt, ist nicht aus Eisen, man könnte eher sagen, ähnlich dem Wachs, für jeden Eindruck leicht empfänglich. Anstatt die Militärstatistiken zu durchstöbern und uns mit allgemeinen Redewendungen abzugeben, nehmen wir ein konkretes Beispiel von einem jungen, deutschen Katholiken, der plötzlich durch den Gestellungsbefehl zum Militär einberufen wird. Wahrscheinlich ist er vorher niemals von Hause weggewesen, und er geht mit gemischten Gefühlen seiner ZuHerr. Das nicht heimgeführte würde ihm sicher verregnen, und das geschah ihm recht, weil er den Friedrich als Knecht gedungen hatte. Fritz Döring, der größte Bauer des Dorfes, der noch einige Hufen mehr hatte als der Deichmüller, war aus kleinlichen Gründen mit ihrem Herrn verfeindet, deshalb war auch deren Gesinde einander gehässig. Seit zwei Tagen hatte sich der Haß gesteigert, weil der Döringfritz den Friedrich, der zehn Jahre lang Müllerbursch beim Deichmüller gewesen, als Knecht angenommen, nachdem er Knall und Fall aus der Mühle gejagt und ihm das Betreten des Müllerhofes für immer untersagt worden war. „Wo ist denn die Grete?“ fragte Hannesvatter. Die Knechte schwiegen, die Mägde kicherten. Hm, brummte Hannesvatter, dachte sein Teil und spuckte vor Zorn auf den Boden. Dem Hannesvatter war die Grete eingefallen, als man von Friedrich sprach, denn wegen der Grete war er ja weggejagt worden. Grete war die zwanzigjährige Tochter des Deichmüllers und saß sonst mit auf dem Baumstamm zur Unterhaltung. Zehn Jahre war Friedrich Bursch in der Deichmühle gewesen und hatte sich der Sache seines Herrn so treulich angenommen, daß ihm die Aufsicht über den zweiten Burschen und fast die ganze Geschäftsführung vertrauensvoll überlassen wurde, da er die Kundschaft so gut zu behandeln verstand wie der Herr selber. Daß der schöne dreißigjährige Bursch mit der Zeit auch der zwanzigjährigen Grete gefallen mußte, war natürlich, aber als der Deichmüller vor zwei Tagen davon erfuhr, hatte er in seinem Geldstolze Friedrich aus der Mühle gejagt und ihm das Betreten derselben für immer verboten. Als ordentlicher Mühlbursche hätte er weiter wandern müssen, und jeder Müller im Tale und in den Nachbartälern hätte den bekannten ordentlichen Burschen gern aufgenommen, aber nein, der Bursche hatte alle Würde vergessen, die er seinem Gewerbe schuldete, und hatte sich von Fritz Döring, dem tiefgehaßten Feind des Müllers, als Knecht anwerben lassen. „Lumpenhund!“ brummte deshalb auch der Müller eben drinnen in der großen Wohnstube, als er an Friedrich dachte, 5 Nr. 31. Colonia. Lonntagsdellage zum Kölner Local-Anzeiger. 3. August 1913. kunft entgegen. Er ist wahrscheinlich noch sehr unerfahren, er weiß nicht, was ihn erwartet und kann sich selbst von seinen Gefühlen keine Rechenschaft geben. Da ist die Trennung von den Seinen, die eigene Bedeutung seines neuen Standes, das Romantische des Horizontes, der sich vor ihm auftut... Er fängt in neues Leben an; aber er ist zu sehr beschäftigt, um die Wichtigkeit des Schrittes zu ermessen, den er zu tun im Begriffe steht. Was ihm in diesem entscheidenden Augenblicke des Lebens nottut, sind drei Tage stillen Nachdenkens und ernstlichen Gebetes. Er bedarf der Sammlung, um sich für seinen neuen Beruf zu festigen, er weiß noch nicht, was ihn erwartet, es muß ihm gesagt werden. Es muß ihm genau gesagt werden, welchen Einflüssen er in der Zukunft ausgesetzt ist. Er muß gestärkt werden gegen die Versuchungen, und es muß ihm eine gesunde Selbstachtung beigebracht werden und demütiges Gottvertrauen. Wie kann dies geschehen, wenn nicht in den Exerzitien? Rekrutenexerzitien! Das ist das Unternehmen, das die deutschen Katholiken mit solcher Kraft und solchem Erfolg ins Werk setzen. Der erste Versuch wurde zu Viersen im Jahre 1905 gemacht, zwei Exerzitienkurse für Militärpflichtige wurden angekündigt. Jenen, die dies Unternehmen anfingen, wurde bedeutet, daß dies ein ganz törichtes Beginnen sei. Wie könnten sie erwarten, daß junge Leute drei Tage hergeben von der kurzen Zeit, die ihnen noch zum Aufenthalt in der Heimat bliebe, in welcher sie in so aufgeregter Stimmung seien und voll und ganz beschäftigt mit Umpacken und Abschiedfeiern? Trotz dieser entmutigenden Voraussagungen erschienen 25 Rekruten für jeden der zwei Kurse. Am Schlusse waren sie froh, daß sie gekommen waren. Im folgenden Jahre wurden sechs Kurse zu Viersen gegeben mit 185 Rekruten. Der Erzbischof von Köln empfahl das Unternehmen in den wärmsten Ausdrücken, deren gute Wirkungen nicht ausblieben. 1907 waren es 343 Rekruten bei den Exerzitien zu Viersen, 1908 schon 647— viele mußten wegen Mangel an Raum abgewiesen werden. Von dieser Zeit an stieg das Unternehmen zusehends. Die folgenden Zahlen sprechen für sich selbst: vom 1. August bis 6. Oktober 1909 wurden jede Woche in Viersen zwei Kurse abgehalten, alle vollbesetzt. Es nahmen teil 986; viele mußten in Nachbarhäusern schlafen, und Dutzende mußten abgewiesen werden. Während derselben Zeit von neun Wochen wurden Exerzitien abgehalten zu Münster i. W. zwölf Kurse für 614 Rekruten, in Trier vier Kurse mit 284 Rekruten und anderswo. Zu Werl und Risa wurden besondere Häuser für Exerzitien errichtet. Sechs Häuser in Westdeutschland nahmen auf 2511 Rekruten; aber auch noch an anderen Orten wurden Exerzitien für Rekruten abgehalten. Diese Zahlen sind überraschend, zumal das ganze Unternehmen in seinen Anfängen ist. Sie geben volle Aussicht auf stetes Anwachsen, und die Hoffnung ist nicht unbegründet, daß mit der Zeit ein großer Bruchteil der 70000 Katholiken, die jährlich zum Militär einberufen werden, in der Lage sein wird, vorher durch Exerzitien sich zu festigen. Und welches sind die Erfolge? Einen Begriff davon können wir uns aus den Briefen machen, die von den Rekruten selbst geschrieben worden sind. Die folgenden Auszüge mögen genügen: „Ohne die Exerzitien wäre ich in der Armee verloren gegangen.“ „Mancher junge Mann leidet in der Kaserne Schiffbruch an seinem Glauben.“ Worte eines Rekruten, der in seinem Briefe die Exerzitien als einen sicheren Anker schildert. „Nachdem ich Exerzitien gemacht hatte, bekam ich Mut, meinen Glauben zu bekennen, und hier in der Kaserne trete ich für ihn ein, so oft ich kann; denn seit den Tagen von Viersen erscheint mir mein Glaube als etwas Herrliches. Sie sind eine großartige Einrichtung.“ „Ich habe den festen Vorsatz gefaßt, mich zu melden, so oft der Befehl ergeht:„Freiwillige vor zum Gottesdienst. Vor den Exerzitien war ich Jahre hindurch nachlässig im Anhören der hl. Messe, jetzt ist es mir eine Freude, eine Gelegenheit dazu zu bekommen.“ „So oft ich kann, werde ich die Kirche besuchen und bei jeder Gelegenheit offen und frei meinen Glauben bekennen. Ich finde, daß mich andere meines Glaubens wegen nicht mehr verspotten.“ „Jetzt sehen wir, daß das Gebet für uns ebenso notwendig ist als unsere Waffen.“ Briefe dieser Art können in Menge angeführt werden. Ein Ton von Aufrichtigkeit und Mannhaftigkeit kennzeichnet sie alle. Die Männer haben gewonnen an Charakter, gewonnen an innerem Glück. Sie haben eine neue Lebensanschauung erworben. Pfarrgeistliche, Militärpfarrer und andere sind Zeugen der staunenswerten Erfolge, die durch diese Exerzitien erzielt worden sind. Diese Rekrutenexerzitien sind kein bloßer äußerer, religiöser Firnis, keine bloße Treibhaus-Frömmigkeit. Die Teilnehmer werden gefestigt. Es wird ihnen gezeigt, welchen Gefahren sie entgegengehen. Es werden ihnen keine unbestimmten allgemeinen Phrasen geboten. Es wird auch der Beachtung wert sein, daß an einem der Nachmittage während der Exerzitien anstatt des Exerzitienmeisters ein ausgezeichneter und erfahrener Arzt zu den jungen Leuten spricht und sie auf die Gefahren und Versuchungen hinweist, mit denen sie während ihrer Militärzeit in Berührung kommen. So haben wir von Deutschland etwas zu lernen. Eine Politik von Blut und Eisen kann nicht Männer von Eisen schaffen. Exerzitien aber bilden Männer von Stahl. Man hört oft sagen, daß die Engländer ihre Kraft verlieren. Sollte das wahr sein, dann werden die Exerzitien dazu verhelfen, sie wieder zu erlangen. Und gerade wie der deutsche Rekrut Exerzitien macht, bevor er sein neues Leben beginnt, so sollten auch die Katholiken dieses Landes durch Exerzitien sich stärken, bevor sie einen wichtigen Schritt unternehmen, der sie sozusagen in ein neues Land bringen wird. Ein junger Mann, der ein Geschäft beginnt, oder sich verehelichen oder an ein neues Arbeitsfeld herantreten will, sollte zuerst in Exerzitien sich orientieren und sich vorbereiten auf das, was die Zukunft bringen mag. Nicht als ob die Exerzitien beschränkt sein sollen auf Gelegenheiten wie die genannten; auch der Mann, der sein Leben im eintönigen Einerlei täglicher Arbeit verrichtet, bedarf der jährlichen Exerzitien, um sich vor dem Stillstand in seinem religiösen Leben zu bewahren. Es tut ihm not, seine katholischen Ideale von neuem aufzufrischen, seinen Willen von neuem zu stärken. In einem gewissen Sinne sind wir alle Rekruten; denn das Leben ist ein langer Kampf mit Mächten, die darauf ausgehen, uns in das Irdische hinabzuziehen und unser Auge für das Uebernatürliche zu schließen. Wir müssen immer wieder lernen, diesen Kampf von neuem zu führen. Die Welt kann uns hart machen — aber das ist nicht die Härte, deren wir bedürfen. Die Härte des Zynismus oder der Verzweiflung hat nichts Anziehendes an sich. Wir brauchen die geschmeidige Härte des Stahles, und diese wird uns in den Exerzitien gegeben. Denn in den Exerzitien erlangen wir Kraft von Gott. * Die Rekrutenexerzitien im St. Remigiushause zu Viersen finden statt: Vom 2. August ab bis Mitte Oktober jeden Samstagabend bis Dienstagnachmittag und vom 26. August auch jeden Dienstagabend bis Freitagnachmittag und zwar: August:.—.,.—12., 16.—19., 23.—26., 26.—29., 30. August bis 2. September September:.—.,.—.,.—12., 13.—16., 16.—19., 20.—23., 23.—26., 27.—30., 30. September bis 3. Oktober. Oktober:.—.,.—10., 10.—13.(Freitagabend bis Montagnachmittag.) Es wird dringend gebeten, doch gleich die ersten Kurse eifrig benutzen zu wollen, damit später der Andrang, wie die Erfahrung lehrt, nicht allzugroß werde. Die Kosten betragen insgesam vier Mark. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an das St. Remigiushaus zu Viersen. Rekrutenexerzitien im St. Franziskus=Haus zu Werl finden statt vom: 16.—19., 23.—26. August, 30. August bis 2. September,.—.,.—.,.—12., 13.—16., 16.—19., 20.—23, 23.—26., 27.—30. September, 30. September bis 3. Oktober .—.,.—10,, 11.—14. Oktober. Die Exerzitien beginnen immer am Abend des erstgenannten Tages und schließen um 12 Uhr mittags des letztgenannten Tages. Ankunft im St. Franziskus=Hause(hinter dem Amtsgerichtsgebäude) erwünscht zwischen 7 und 8 Uhr. Erster Vortrag.15 Uhr. Wer erst später eintreffen kann, möge dies vorher mitteilen. Anmeldungen sind zu richten an das St. Franziskus=Haus, Werl i. W. Wird Rückantwort erwartet, ist Porto beizulegen. Sollte eine bereits gemeldete Teilnahme unmöglich werden, so ist eine Abmeldung erforderlich, oder man suche einen Ersatzmann, damit der Platz nicht unbesetzt bleibt. Die päpstliche Schweizergarde in Rom. K Rom, 24.Juli1913. Die Vorgänge in der Schweizergarde wenden die allgemeine Aufmerksamkeit erneut ihrer Entstehung und Geschichte zu. Papst Julius II.(1503—1513) fand es nötig, besonders für die Sicherheit seiner Person zu sorgen. So kam ihm der Gedanke, sich mit einer Leibwache von Schweizern zu umgeben. Eine solche Garde von Eidgenossen war ein bleibender Kern, um den man nötigenfalls ein größeres Heer derselben sammeln konnte. Die Offizierswürden insbesondere boten ein Mittel dar, zwischen Rom und den einflußreichsten Familien der Schweiz ein vertrautes Verhältnis zu unterhalten. Wie Alois Luetolf in seinem Werke Die Schweizergarde(1859) erwähnt, hatte Papst Julius schon als Kardinal mit einigen hervorragenden Schweizern Freundschaft angeknüpft, so vermutlich mit Mathäus Schinner und Peter von Hertenstein. Im Jahre 1496 war letzterer Domdechant in Sitten, und an ihn wandte sich damals Julius II., um sich eine eidgenössische Leibwache zu verschaffen. Diebold Schilling aus Luzern berichtet hierüber(Handschriftliche Chronik S. 212):„Ward der Cardinal ad vincula Petri erwelt und Julius genannt, ein guter Franzoß, eines erlichen Waesens, der gern buwet und Gotz Dienst lieb hatt. Er schickt auch sei bottschaft, namlich den edlen erwirgen Herrn Peter von Hertenstein von Lucern, Thum techen zu Basel und Thum Herrn zu Constanz zu gemeinen Eitgenossen sy zu bitten umb 200 knaecht glich wie dem kueng von Frankreich je sie Gardi ze geben... dieselben knaecht hielt der Bapst den eitgenossen ze ehren vast hoch und wol.“ Der erste Hauptmann der päpstlichen Schweizergarde war Kaspar von Silinon; sein Onkel war Jost von Silinon, Propst von Beromünster, Bischof von Grenoble und von Sitten, als Diplomat bekannt. Am 5. Dezember des Jahres 1505 schloß Julius II. mit den Schweizern den ersten Vertrag ab, und am 22. Januar des folgenden Jahres hielt Kaspar von Silinon an der Spitze von 150 Mann über die Milvische Brücke seinen Einzug in die ewige Stadt. Es lag in dem Geiste der Zeit, daß die neue militärische Korporation sich unter den Schutz besonderer Heiligen stellte und eine Stätte zu gemeinsamem Gottesdienste zu erwerben suchte. Bald trat der Hauptmann mit der Bruderschaft vom deutschen Kamposanto in Verhandlung, damit sie den Schweizern eine Kapelle in der Friedhofskapelle zur Abhaltung des Gottesdienstes, wie das Begräbnisrecht auf dem deutschen Gottesacker einräume. Die betreffende Kapelle wurde im Jahre 1522 ausgemalt, und heute prangt noch in ihr das Wappen des damaligen Papstes Hadrian VI. Der Altar zeigt in der Mitte die Krönung Mariä durch die h. Dreifaltigkeit mit der Unterschrift: Societas militum Helvetiorum pedestris Custodiae S. D. N. Papae hoc sacellum picturis ornavit(Die Bruderschaft der Schweizersoldaten, welche die päpstliche Leibgarde zu Fuß bildet, ließ diese Kapelle ausmalen.) Die Schweizergarde bestand anfangs aus 150, später aus 200 Mann. Das Verhältnis des Papstes zur Schweiz wurde aber nicht bloß durch diese Leibwache veranschaulicht. Zwischen dem und das gute, süße, wie Champagner verlende Hausbier schmeckte ihm bitter wie Galle. Die Müllerin ließ die Wut ihres Mannes unbeachtet und strickte ruhig weiter an ihrem Strumpfe. „Wo ist die Grete?“ fragte nun auch der Müller mit merklichem Aerger über die Ruhe seiner Frau. Die Müllerin zuckte die Achseln und gab keine Antwort. „Du hälst ihr wohl gar die Stange," brüllte der Müller. „Das Geld allein tuts nicht, wenn ein Bursch nur treu und ordentlich ist,“ antwortete die Frau, an ihrem eignen Gedankengang festhaltend. „So ein Lump, da soll doch ein Gewitter dreinschlagen——“ „Bei dem Wetter, das draußen steht, brauchst du noch zu gewittern, wenn der liebe Gott auch deinen Fluch nicht achtet, der Teufel kann dich beim Wort nehmen.“ „Halts Maul, zum Donnerwet———“ Rrum, donnerte es los und hallte dröhnend von allen Bergesseiten wider. Dem Müller war der Fluch im Halse stecken geblieben, als es so krachte und ein gelblich=feuriger Zickzack durch die Lüfte fuhr. Und der Wind fuhr brausend durchs Tal, wirbelte Staub und Heu und Stroh und Papierfetzen in die Höhe, riß an den Ziegeldächern, daß sie klapperten, schlug offene Scheuerläden gegen die Wände, als ob er sie aus den Angeln reißen wollte, um sie auch mit fortzuwehen. Nach dem kurzen, heftigen Windwirbel wurde es wieder bedrückend still. Es brummte und grollte manchmal vom fernen Donner, und ein kurzes Aufleuchten erhellte den Himmel. Grollen beim Hannesvater und lächelndes Zwinkern der Knechte, Donnern aus dem Munde des Müllers und freundliches Aufleuchten in den sanften Augen der Müllerin offenbarten auch in den Bewohnern der Mühle einen drohenden Gewittersturm. Indes schlief der kleine Jörg, des Müllers achtjähriger einziger Sohn, der bei der Heuernte durch Wenden und Zusammenrechen sich nützlich gemacht hatte, ruhig in dem mit der Scheune verbundenen Anbau. Er war so übermüdet, daß auch die Gewitterschwüle ihn nicht am Einschlafen gehindert hatte, und daß das Grollen des Donners ihn eben so wenig störte wie das grelle Aufleuchten der Blitze. Grete, die ihn zu Bett gebracht, war von da in den Garten geschlichen, der sich hinter dem Hause bis zum Bache hinzog, der das Mühlenwerk trieb. Da stand sie ruhig über den Bach blickend, ohne darauf zu achten, wie die Wasser runschten und rauschten, und in die Schaufeln stürzend die Räder drehten, wie von den Schaufeln die Tropfen sanft und gleichmäßig fielen und mit dem Klappern des Mühlwerks ein wohlabgetöntes Lied vom ewigen Gleichklang des Lebens, von Arbeit und Mühe sangen. Sie achtete nicht des Getöns, das ihr weder die Ruhe der Nacht noch den drohenden Aufruhr der Wolken zum Bewußtsein brachte oder zu stören schien, sie schaute nur mit angestrengten Blicken auf den jenseits des Baches vorbeiführenden Pfad, auf dem Friedrich eben zu bestellter Stunde heranschlich, um dem geliebten Mädchen gute Nacht zu sagen. An der über das Wehr führenden Planke blieb er stehen. „Komm herüber in den Garten,“ rief Grete leise.„Den Mühlhof betrete ich nicht eher, als bis dein Vater mich selber zurückholt.“ „Da kannst du lange warten, er ist wütend auf dich, weil du, die Ehre des Gewerbes schändend, dich hast als Bauernknecht anwerben lassen, und dazu noch vom Döring Fritz.“ „Komm herüber, ich will es dir erklären," rief Friedrich. Und in traulicher Umarmung erklärte Friedrich, daß er vom Dorfe hätte weggehen müssen, um wieder Mühlbursch zu werden, aber das tue er unter keinen Umständen, lieber wolle er Knecht beim Döring Fritz sein, wenn er nur jeden Tag die Grete sehen könne. Grete breitete schon die Arme aus, um ihn verzeihend an sich zu drücken, als ein lautkrachender Donner sie auseinander schreckte, und wieder sauste ein pfeifender Wirbelwind heran, und Blitz folgte auf Blitz, und es begann in heftigen Strömen herabzugießen, daß Grete über die Planke zurückeilte, um ins Haus zu flüchten. In der Wohnstube schaute der Deichmüller in den wilden Aufruhr der Natur und sagte spöttisch lächelnd:„Das weicht dem Döring Fritz das Heu gut durch, er kann sich morgen sein nasses Heu auf der ganzen Flur zusammenrechen, das geschieht ihm recht.“ „Geschieht ihm recht,“ sagte auch Hannesvatter in der Gesindestube,„was braucht er unsern Friedrich zu nehmen!“ Da— Blitz und Donner zu gleicher Zeit, ein Prasseln der Dachziegeln, ein eigentümlicher Geruch, die Fenster aufgerissen, daß Gott erbarm, bei uns hat's eingeschlagen! Im Nu stürzte alles auf den Hof, da schlug der rote Hahn schon seine Flügel auf dem Dache, stolzierte mit gespreizten Schritten von Dachsparren zu Sparren, und das brennende Heu flog in Klumpen durch die Lüfte, überall Geschrei, keiner wußte anzufassen, gegen diese Lohe schien alle Menschenmacht nutzlos. Vom Dorfe her läutete es, schrie es, man spannte Pferde vor Spritzen und Wasserkufen, alles lärmte und schrie, nur das Mühlenrad machte sich drehend sein gleichmäßiges Klippklapp, klippklapp. „Wo ist Jörg?“ rief die Müllerin, und mit einem Schlage brüllten die Knechte, kreischten die Mägde: wo ist Jörg? Jörg! Jörg! Jörg! Und Hannesvatter trug in seinen zitternden Händen die große Hofleiter herbei, die in seinen vom Alter ermatteten und durch die Aufregung noch geschwächten Armen bedenklich schwankte. Wie aus dem Boden entstiegen, stand plötzlich Friedrich neben dem Alten. Beim Anblick der Lohe hatte er das Verbot des Müllers vergessen und war durch den Garten herbeigeeilt. Er stieß die Leiter so fest gegen das Fensterkreuz des Anbaues, daß es samt dem Rahmen zerbrach. Im Nu hatte Friedrich eine auf dem Hofe liegende Wagenplane ergriffen, sie in die Feuerkufe getaucht, sie um sich gehüllt, und war nach Erklimmen der Leiter im Anbau verschwunden. Schon nach wenigen Sekunden erschien er wieder auf der Leiter mit Jörg auf dem Arm und stellte den Jungen neben die Müllerin. Es war die höchste Zeit gewesen, die Flammen umhüllten schon den Anbau. Den Anstrengungen der Dorfbewohner gelang es, die von der Scheune getrennten Gebäude, Wohnhaus, Mühle und Stall zu retten, nur Scheune mit Anbau und das Heu waren verloren. Dem Müller fiel am andern Morgen ein, was Friedrich ihm vor zwei Tagen so stolz zugerufen:„Euern Hof darf ich nicht wieder betreten? Gut, ich betrete ihn nicht eher wieder, als bis ihr mich selbst in allen Ehren zurückholt.“ „Mit allen Ehren soll er wieder geholt werden,“ sagte der Müller voll Dankbarkeit zu seiner Frau und Grete. Döring Fritz war nicht so schlecht, wie der Müller ihn immer *. und der Schweiz bestand damals ein förmliches Kriegs nhnis. Ende Mai 1512 standen für den Papst 18 00 Verona. Kardinal Schinner überbrachte, seinen Landsleuten i ritterlichen und treuen Verfechtern und Hütern der h. Kirch id des Papstes“ Geschenke Julius II., die sich heute in der Haßsenhalle des schweizerischen Landesmuseums in Zürich befinden. kurch eine Bulle vom 5. Juli 1512 verlieh der Papst ihnen für Zeiten den Ehrentitel„Beschützer der Freiheit und Kirche ) Leo X.(1513—21) blieb das Verhältnis zu den Eidgenossen natr anfänglich underändert, aber die Niederlage Schlacht bei Marignano am 13. September 1515 bezeichnete von Vendepanit in ihren Bezichugen zu. ig. Paptzichen Süße sesen, bonte nuir eine Sche von 2hd Süihnern anwerhen. er Bürgermeister Markus Roist von Zürich für, dig Er kam auf kurze Zeit nach Rom, wo er seinen Soyn Klsch des beuschen Kalles die Schoriter um eghsigehte s en sch der Haupshebt. ie, Vrstes betg der Gaschate Gehe Schweizergarde die Flucht des Papstes nach der Engelsburg. Etwa 2 Man= entkamen dahin mit Klemens, die anderen fielen mit Die Lage, in die Paul II.(1534-1540) seit 1546 geraten war, nachte es ihm wünschenswert, eine neue Kapitulation mit den schreiber und Weibel. Wie der Hauptmann Jost von Meggen am 3 April 1519 aus Rom schreibt, war,„egzieHantao pi, deveneta ilen. eworbenen so unbändig, daß er verschiedene wieder entlassen gußte. Aber schon am 15. Oktober desselben Jahres konnte er# hause berichten:„Die khnecht laendt sich just all wol an und bessert ich alltag mit jnen mitt dem dienen." Jost war ein geporen diplomat, und so wurde aus der Gardehauptmannschaft für Luzern, hne besonderen Kostenaufwand, ein stehender Gesandtschaftsp n Rom. Der Hauptmann bekam den Titel eines Agenten u stattete von Zeit zu Zeit der Regierung seiner Vaterstadt brief *e Nachrichten. Familienverhältnisse halber kehrte Jost von Kleines Feuilleton:. BncoknRbMOROR p leggen im Frühjayr 1559 nach Hause zurück. Auf unserem utschen Kamposanto bezeichnet noch eine Inschrift den., für sich und die Seinen als Ruhestelle ausgesucht hatte. Er##. ufzig Jahre alt und wurde in der Stiftskirche in Luzern be Run erhielt Kaspar von Siligon, an Enlel des bei PPgerziege, llenen Gardehauptmannes, am 20. Mai 1559 den Overvefey per die päpstliche Leibwache. Im Jahre 1564 starb geser let. tammhalter des berühmten schweizer Geschlechts in Rom. Am Abril 1565 wurde mit den Urkantonen ein Pertrag angeschlonen, i aus den Bürgern von Luzern der jeweilige Hauptmann, de ose vu. Ndon Jost don Sigeser, S ag, F lade eche släahe sch Aaogen eine bisherz, Leishelsche, Lesransfelh sie, Sechense sandt. Mit dem am 8. Jun 1502 iun Flozenz, Ferseteszäiche sost von Segessers schließt der wichtigste Abschnitt der Geschichte er römischen Schweizergarde, die im 10. Jahrhundert ihren histoDie sichensährige Dichhesetzung, der, Haurzmanzsigit e1 *à 1712) machte die Anstellung eines anderen Agenten der kathooser ion Aliszfofen ale Konnandant der Perisce hechgache 52 erwähnt; es war Johann Rudolf Pfyffer, der das Kommando fünf Jahre inne hatte. Im Jahre 1868 krise, während welcher sich zwei gesonderte Gardekompagnien bildeten, deren Offiziere sich eifersüchtig gegenucherstarzeg#urz vorher waren auch Reibereien zwischen der Bruderschaft vom Kamposanto und der Schweizergarde entstauoen,. Gizrungen herige friedliche Zusammengehen erfuhr wiederholte Störungen. Es kam dann zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Korporationen, so daß die Schweizer ihren im Jallke 100# verstorbenen, und im Kamposanto begrabenen Fleckenstein ausgraben und auf ihrem eigenen Kirchlein von S. Pellegrino hinter dem vatikanischen Latast veisetzen ließen. Der Grabstein Fleckensteins befindet sich jedoch heute noch in der Schweizerkapelle des deutschen Kamposanto. Erst im Jahre 1872 wurden die getrennten Kompagnien vereinigt; Ludwig Pfyffer erhielt den Oberbefehl. Pius IX. hatte schon am 1. Juli 1858 eine Uebereinkunft getroffen, wonach an Stell der Regierung in Luzern die Garde selbst Kontrahent wurde. Sie stellt nunmehr ein Regiment vor, dessen Hauptmann Oberstenrana hat. Die Zahl der Mannschaften wechselt je nach den Zeiten. Von 140 sank sie im Jahre 1660 auf, 120 Gardisten, stieg dann wieder auf 200, gegenwärtig sollte sie 100 Mann zahlen, st aber tatsächlsch nur 50 fark. von Courten, Meyer von Schauensee und jetzt Repond. Zolonia. Sonntagsbellage zum Kölner Local-Auzeiger. Alei Lb Kälteanlagen. Das ist die neueste Errungenschaft der Technik, nach der die verwöhnte Menschheit des 20. Jahrhunderts ruft. wenn kaum einmal in einem Sommer ein paar warmere Tage ins Land gegangen, Hud,„Sst. esergesg, Beösgrishereif eatuewpohuungen Der Mietszettel einer solchen Kulturwohnung derspricht Zwor auch ohne die Külteanlagen die bis set dech wost nur in technischen Betrieben angelegt, werden, genug, Von elektrischem Licht, Wasserleitungen, Zentralheizung, Lift spricht er iatürlich schon nicht mehr, denn dies alles ist selbstverständlich, und es hieße den Wert einer Wohnung verringern, wenn man solche Dinge als erwähnenswert betrachtete. Elektrisches Licht, zwei Toiletten, zwei Bäder, Speisesaal mit Office(eine„Office, d. h. ein Anrichteraum, muß dabei sein wie in einem Hotel!). Müll schlucker. Heißwasserversorgung in allen Schlafräumen, Vacuumreinigung, eingebaute Safes, Dunkelkammer, Garage, Dachgarten nuß mindestens in einem Hause sein, in welchen der moderne Kultur= und Großstadtmensch sich glücklich fühlen kann. Wenn möglich aber auch noch schalldichte Decken und überhaupt irgendein sch lsicheres Gemach, in dem der nervöse Geistesarbeiter vor allen Störungen der Außenwelt sicher ist. Also fast wie in den geheimen Zimmern und Gängen einer längst verflossenen Zeit dieser Einrichtungen haben sich freilich nicht recht bewährt. So hat man Bedenken gegen die Müllschlucker, die den Räumen schlechte Luft von den Müllgruben zuführen trotz allen Vorsichtsmaßregeln Sie können als Verbreiter von Epidemien wirken. Ebenso kann durch die Anschlüsse der eingebauten Waschtische sehr leicht gas in die Wohnung dringen. Es ist also nicht alles so beneidenswert, wie es nach den lockenden Ankündigungen scheint. Aber der Ruf nach Kälteanlagen ist das neueste in der Reichshauptstadt, und zwar sollen diese sogar von einer Zentrale nach den Häusern überleitet werden. Es klingt ganz amerikanisch, ist aber natürlich nicht ausgeschlossen. Na, in diesem Sommer sorgte— wenigstens bis vor einigen Tagen— der Himmel selber für Kälteleitungen von einer einzigen Zentrale aus, es konnte sich also keiner beklagen, daß er diese Segnungen unserer Hauskultur nicht genießt! Wenn er auch in keiner„Kulturwohnung“ hausen kann, oder auch nur in einer Liebhaberwohnung“, das etwas bescheidenere Anhängsel der Kulturwohnung mit unbescheidenen Preisen. Liebhaberwohnungen befinden sich gewöhnlich da, wo man bei uns das Dach sucht, aber doch mi einer kleinen Verschleierung dieses Umstandes. Sie sind vielfach mit einem Atelier verbunden und der Name soll etwas ganz Apartes andeuten, das durch diese Verbindung zustande geromm ist. An all den Errungenschaften der unter ihnen befindlichen Kulturwohnungen nehmen sie nur sehr bescheidenen Anteil, aber sie genießen doch immerhin den Nimbus, mit ihnen unter einem Dach zu sein. Beneidenswerte Großstädter! ** Eine Weltreise zum Studium des Volksliedes. Vier Studenten der Universität Boston haben eine Reise um die Welt unternommen um die charakteristischsten Volkslieder der verschiedenen Völker zu sammeln. Ihre Eindrücke und Erfahrungen gipfeln in der Behauptung, daß sie die schönsten und ergreifendsten Lieder bei den Bewohnern der Hawai=Inseln gehört haben. Die japanischen Gesänge gefallen ihnen viel weniger; sie beurteilen sie ziemlich scharf, wenn sie sagen:„Ein langgezogenes, monotones, unverständliches Geeufze, voll von Dissonanzen.“ Auch in China kommen augenscheinlich die an der Melodik des Abendlandes geschulten Ohren n auf ihre Rechnung. Noch schlimmer steht es in Korea,„wo nicht eine Spur alten Volksgesanges zu entdecken ist". Dagegen sollen die Bewohner der Philippinen sehr musikalisch sein und originelle Melodien haben. In Birma singen die Eingeborenen choralartige, sehr harmonische Kompositionen. Die mohammedanischen Gesänge, welche die Weltreisenden hörten, machten ihnen einen tiefen Eindruck. In Europa nimmt nach der Ansicht der vier Amerikaner was die Pflege des Volksliedes anbetrifft, Italien den ersten Die Militärkommandos nach— Noten! Eine eigenartige militärische Neuerung ist auf Befürwortung des Kaisers und auf Anordnung des Kriegsministers zur Einführung bestimmt, nämlich die Algabe der Konmandos nach Noten. Die erate Auzsihgug der Kommandos hängt nicht wenig auch von der Art au, wie diese Kommandos gegeben werden. Wer Soldat war, der weiß, daß in den verschiedensten Tonarten und Aussprachen, konzzugndgert,wird. Statt„Das Gewehr— über!“ hört man oft„Das Kiwier übbr!“ oder„Das Gewehr— übb!“ oder„Das Gewärre— ubbr.. wobei„Das Gewehr“ in tiefem und„über“ in verschieden hohem Tonfall ausgesprochen wird. Aehnlich verhält es sich u. a. mit den Kommandos„Stillgestanden!",„Laufschritt— marsch, marsch!, Legt an— Feuer!",„Gewehr in— Ruhl“ usw. Man! die Kommandos in der unglaublichsten Aussprache, so daß es den Leuten unmöglich ist, das Kommando tadellos auszuführen. Hierin soll jetzt eine Aenderung eintreten. Professor Spieß hat jedes Kommando in Noten gesetzt und die Erklärung beigefügt, wie jedes Kommando auszusprechen und zur Erreichung eines tlarei verständlichen und kurzen Kommandos der Mund zu formen ist. Als Grundton der Kommandosprache ist der Ton k angenommen. Das Kommando„Rechts— um!“ steht z. B. in kc:„Rechts hat die Länge einer halben und„um“ die Länge einer Achtel=Note. Die kriegsministerielle Anordnung ist soeben den Truppen bekannt gegeben worden, die Unteroffiziere sollen noch während der Sommermonate mit dem Kommandieren nach Noten vertraut gemacht werden. Bei der Ausbildung des Rekruten=Lehrpersonals im Herbst tritt die Neuerung zum ersten Male allgemein bei den preußischen Truppenteilen in Kraft. Es ist anzunehmen, daß auch die nichtpreußischen deutschen Heeresverbände das Kommandieren nach Noten einführen werden. 3. August 1013. durch einen Bevollmächtigten vollziehen lassen. Es. bestand also auch nicht einmal eine gesetzliche Handhabe, den Kaiser zur p# sönlichen Unterzeichnung der Eidesformel zu zwingen. Es läßt sich wohl in manchen Rechtsangelegenheiten eine Zpangsmaßnahmue gegen den König von Preußen denken, wie z. B. eine Zwana## vollstreckung. Aber auch in diesem Falle ist es natürlich undenkbal, daß der Gerichtsvollzieher sich an den König selbst wendet, o gegen den König selbst mit Zwang vorgeht. Dazu int ein gesetz licher Pertreter des Königs vorhanden, als welcher auf Grund d Ausführungsgesetzes zur Zivilprozeßordnung vom 6. ober der Minister des Königlichen Hauses und in gewisen Beziehungen die Hofkammer der Königlichen Familiengüter gelten.„Tigse. hörd en haben hier dieselbe Stellung, wie die geseßlichen Vertreter prozeßunfähiger Parteien. 2 Spiel= und Rätsel=scke Schach-Aufgabe. ab d f g h usgeschrien, er gab den auf ein Jahr gedungenen Knecht sofort Die dumpfe Spannung zwischen dem Müller und seinem feinde war geschwunden und damit auch der Haß zwischen dem eiderseitigen Gesinde. Das dumpfe Grollen des Müllers und es Oberknechts war nicht mehr zu hören, das boshafte n den Augen der Mägde nicht mehr zu sehen, heller Sonnenchein strahlte in den Augen der Müllerin und in den Zügen von Friedrich und Grete. Auch die Natur schien neu gekräftigt, mächtiger rauschte der bis zum Rand gefüllte Bach in die Schaufeln des Mühlrades, und das Rad drehte sich mit lauterem, kräftigerem Klippklapp. Bald und Feld dufteten frischer und reiner, die Lerchen trillerten fröhlicher, als sie in drehenden Kreisen sich aufwärts schwangen, und selbst die Spatzen schienen lauter und mutwilliger zu piepsen als sonst. koten einfuhren werven. (0 Kann der Kaiser mit Zwangsmaßregeln zum Eid geladen werden? In einem Prozeß des Geheimrats Professor Dr. Bier gegen Dr. Hengesbach hat der Angeklagte Dr. Hengesbach den Kaiser mit Hülfe einer diretten Ladung persönlich vor Gerichtsstelle fordern lassen und, als ihm mitgeteilt wurde, daß eine Ladung zwecklos sei, den Standpunkt vertreten, daß er dann die gesetzlichen Zwangsmaßregeln anwenden müsse. Dazu ist festzustellen, daß ein Zwang gegen die Person des Königs selbst undenkbar ist. Der Kaiser und Könia von Preußen braucht weder als Zeuge noch als Sachverständiger vor Gericht zu erscheinen und demgemäß auch hier keinen Eid zu leisten. Das Unterfangen, den Kaiser als Zeugen vor Gericht laden zu lassen, ist deshalb völlig aussichtslos, weil es überhaupt keine gesetzlichen Maßnahmen dazu gibt. Kann der Kaiser aber überhaupt als Zeuge vernommen werden? Diese Frage ist zu bejahen. Der Kaiser kann sowohl als Zeuge vernommen werden, wie auch einen Eid leisten. Allerdings leistet er ihn nicht in der gewöhnlichen Form, sondern durch Unterschreiben der Eidesformel, gleicherweise wie die Mitglieder des Königlichen Hauses. Aber auch hierin hat der Kaiser persönlich auf Grund einer Kabinettsorder vom 15. September 1836 vor den Mitgliedern des Königlichen Hauses ein Sondervorrecht. Er braucht nämlich die Eidesurkunde nicht persönlich zu unterzeichnen, sondern er kann die Eidesleistung a b c d f g h Weiß zieht und setzt mit dem zweiten Zuge matt. Bilder=Rätsel. Scherzfragen. 1. Welches Ende ist das Ziel vieler Kurgäste? 2. Wer übt die ergreifendste Tätigkeit aus? Versteck=Rätsel. Bergstock Gamaschen Lodenanzug Nagelschuh Rucksack Schneebrille Sporthemd Steigeeisen Stutzen Wettermanter. Werden die in obigen Ausrüstungsgegenständen fett gedruckten Buchstaben richtig zusammengestellt, sagen uns die entstehende Worte,— es sind deren drei— wohin der Träger dieser seine Sommerreise unternahm. Rätsel. Stadt aus der Bibel, ein jeder sie kennt; I steht am Anfang und o am End', Und in der Mitte von einem Herrn Noch dessen Name, ihn hörte ich gern. Zusammenstell-Aufgabe. Acht Ar Bei Ger Ob Pali Rest Sander Sie Spiel Tort Ur. Je zwei der vorstehenden zwölf Worte, richtig aneinandergereiht, müssen ein Hauptwort ergeben. Wie lauten diese? Fragment-Aufgabe. * 1 n— 0— 0— d—— me r— h a—— a. Obige Fragmente sind durch je zwei Buchstaben an den mit Strichen bezeichneten Stellen zu Hauptworten umzugestalten. Diese je zwei Buchstaben ergeben, aneinandergereiht, ein beliebtes Ziel vieler Erholungsreisender. Auflösungen der vorigen Sonntags=Beilage. Skat-Aufgabe: A: t A, t K, t 9, p A, p B, p 10, p 7, c K, c B. k D. C: p K, p B, p 9. p 8. c A, c 10, c 9, k A, k 10, k 9. Verlauf nach der Vertauschung der beiden Buben: 1. k D, k B, k A. 3. k 10, t A, k 7. 2. k 9, c k. k 8. Hierauf folgte dreimal Coeur. Problem„Italienische Nacht“: Man setze an Stelle der Lampions am Rande den auf dem aleichen Lampion im Mittelbild befindlichen Buchstaben und lese dann von links nach rechts ab. Man erhält dann: Jugend hat eine Luoen„ilven=Einschalt-Kätsel: Zweierlei laß dir gesagt sein, Willst du stets in Weisheit wandeln Und von Torheit nie geplagt sein: Laß das Glück nie deine Herrin, Nie das Unglück deine Magd sein! Friedrich Bodenstedt. Bilder=Rätsel: Mühe wird erfrischt durch die Hoffnung. Buchstaben=Rätsel: 1. Dentameter. 2. Gleander. 3. Salamander. 4. Terpentin. 5. Artillerist. 6. Margarine. 7. Therapie. Postamt. (Nachdruck und Nachbildung aller Teile untersagt.) Verantwortlicher Redakteur: Jos. Bestler in Köln Rotationsdruck und Verlag von J. P. Bachem in Köln. Nr. 31. Zeionia. sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. 3. Rugust 1913. Unsern Frauen 900 0 Zur Erinnerung an Prinzessin Marianne von Preußen. In Homburg soll demnächst der Grundstein gelegt werden zu einem Denkmal für die erste Inhaberin des am 3. August 1819 gestifteten Luisenordens, für die Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Preußen(eines jüngeren Bruders des Königs Friedrich Wilhelm III.), Marianne geb. Prinzeß zu HeenHomburg. Dadurch wird das Andenken an eine Fürstin wachgehalten, die die erste Anregung zu dem heute überall verbreiteten Vaterländischen Frauenverein gegeben hat. Die schöne anmutige Prinzessin, die im Alter von 18 Jahren im Jahre 1809 dem Hohenzollernprinzen Hand und Herz gereicht, hatte gar bald des Lebens Leid in vollem Umfange erfahren. Gleich der Königin Luise mußte sie nach der Vernichtung des preußischen Heeres in der Schlacht bei Jena, wo ihr Gemahl und sechs Brüder im Kugelregen standen, flüchten. Auf der an Beschwerden und Entbehrungen reichen Reise wurde ihr eine Tochter geboren, die nach zwölf Tagen starb, und wenige Tage darauf erlag auch ihr einjähriges Töchterchen den Anstrengungen der Flucht. Mit den kleinen Leichen, von denen die Fürstin die eine selbst im Arme hielt, kam sie nach Königsberg, wo beide Kinder bestattet sind, und dann ging sie nach Memel, wo die Königin ihrer harrte. Bei Groß-Görschen fiel ihr jüngster Bruder, Prinz Leopold. Damals sang Schenkendorf: Wendet Eure Rosse, Boten, heimatwärts, Denn im alten Schlosse Zagt ein Schwesternherz... Ihr Gemahl blieb ihr erhalten, doch war sie fast beständig von ihm getrennt, und als nach dem Tilsiter Frieden, dessen harte Bedingungen Preußen nicht erfüllen konnte, Prinz Wilhelm den hochherzigen Entschluß faßte, nach Paris zu gehen, um sich im Notfalle als Geisel zu stellen, war sie bereit, Kerker oder Tod selbst mit ihm zu teilen, wenn es zum Heile des Vaterlandes sein müsse. Die Verhandlungen zerschlugen sich. Prinz Wilhelm kehrte nach Berlin zurück, Prinzessen Wilhelm harrte bei der Königin aus, bis verschiedene Umstände die fürstlichen Schwägerinnen auch in die Residenz zurückkehren ließen. Der Tod der Königin, die dem Herzen der Schwägerin sehr nahe stand, ließ die Prinzeß plötzlich in den Vordergrund treten. Nicht nur, daß sie den Neffen und Nichten, die sich ihr nun doppelt innig angeschlossen, die Mutter zu ersetzen strebte, als die erste weibliche Repräsentantin des Königshauses galt es auch, trotz der ernsten, schweren Zeit, die damit verbundenen Pflichten zu erfüllen. Sie wurde beiden Aufgaben voll und ganz gerecht. Kaiser Wilhelm I. sprach noch in späteren Zeiten oft in dankbarer Erinnerung von„Frau Minnetrost", wie die Hohenzollernfamilie die Fürstin nannte und Minister von Stein spricht von dem„gebildeten, besonnenen Geist und dem edlen, großen, tiefen Gemüt der Fürstin, die für einen Thron geboren schiene, ebenso aber auch jede Lage des Lebens verschönen würde, wäre diese auch die niedrigste". Anschließend an des Königs Aufruf An mein Volk erließ die Fürstin einen solchen an die Frauen des Vaterlandes, sie sollten helfen, einen Verein begründen und Mittel zu schaffen für die Ausrüstung der Soldaten und die Pflege der Verwundeten. So war die Prinzessin im„inneren Dienst" des Vaterlandes tätig. Sie trat an die Spitze der Lazarette, war in nie ermüdender Weise der Engel der Verwundeten, der Trost der Sterbenden. Sie blieb treu auf ihrem Posten, auch in Stunden der Gefahr. Niemand konnte sie bewegen, noch einmal Berlin zu verlassen, da man ihrer dort bedurfte. So hat die Prinzessin sechs Jahre dem Frauenverein zum Wohle des Vaterlandes vorgestanden, und in umsichtiger Weise auch die Kapitelsitzungen geleitet. Als ruhigere Zeiten kamen, und die Tätigkeit des Vereins eingestellt wurde, überreichten die Mitglieder der Stifterin und Vorsitzenden eine Ehreugabe, einen reich verzierten Schrein aus Ebenholz, der einen Folioband aus grünem Leder umschließt, in dem die Namen der bei der Gründung tätigen Damen eingetragen sind, sowie die Namen der fünfzehn Landschaftsverbände, die sich den Arbeiten angeschlossen haben. Das Bild der Prinzessin und eine Widmung krönt das Ganze. Nach der Prüfung Tagen erblühten der Prinzessin noch Tage reinsten Glückes im Kreise ihrer Familie. Als sie im Jahre 1846 heimgerufen wurde, umstanden ihr Sterbelager zwei Söhne, Prinz Waldemar, der ihr bald im Tode folgte, und Prinz Adalbert(dessen Zwillingsbruder Tassilo als Kind gestorben war), der spätere Admiral der preußischen Flotte, sowie zwei Töchter, Prinzessin Elisabeth von Hessen,(die Großmutter der Frau Prinzessin Heinrich von Preußen und der Zarin) und Königin Maria von Bayern, die Mutter der Könige Ludwig und Otto. Ihr Schwiegersohn, König Mar von Bayern, widmete ihr den schönen Nachruf: Deutscher Frauen Zier und Krone, Gehe nun zum Frieden ein! Wolltest Du doch auf dem Throne Deines Herren Magd nur sein. In der Prüfung schwersten Tagen, Da der Korse Deutschland schlug, Fürsten ihm zu Füßen lagen, Und Europa Fesseln trug, Hast Du treulich mitgelitten Für des Vaterlandes Ruhm, Geistig hast Du mitgestritten Für der Freiheit Heiligtum. Standst am Bette wunder Krieger, Stets ein Engel, tröstend, mild; Es begeisterte den Sieger Deiner Tugend hehres Bild. Im erkämpften süßen Frieden War beglückend Deine Lust, Und die Kraft war Dir beschieden Oft zu trösten— unbewußt. Aus dem von Prinzessin Wilhelm begründeten kleinen Ver ist der heute über ganz Deutschland verbreitete Vaterländ Frauenverein erwachsen, der so segensreich für das Allgem wohl wirkt. W Die Schuhnummern der Frauenwelt. Es ist Tatso daß die Schuhnummern der Frauenwelt sich in den letzten Jah immer stärker verändern. Und leider haben sie nicht die Tendkleiner zu werden, im Gegenteil, die Füße der Damenwelt wer im Durchschnitt immer größer, und die Schuhfabrikanten mü mit Sorge wahrnehmen, daß die kleineren Damenschuhnumm die früher am meisten verlangt wurden, liegen bleiben und im schwerer verkauft werden. Ein Mitarbeiter des Piccolo della hat nun einen führenden italienischen Schuhindustriellen überd Erscheinung befragt.„Das Wachstum der Frauenfüße ist unverkennbare Tatsache," erklärte der Fachmann,„aber mann hinzufügen, daß sich dieses Phänomen fast ausschließlich auf höheren sozialen Schichten beschränkt. Hier aber ist ein Wachsen der am meisten getragenen Schuhnummern zu beobach Das gilt besonders für das gute Luxusschuhzeug der Damen. Erscheinung ist offenbar in der zunehmenden Verbreitung Sports in der Damenwelt der wohlhabenderen Bürgerst zu suchen. Das Golfspiel, das Tennis bringt naturgemäß Steigerung der Muskeltätigkeit mit sich, und die Folge ist Wachstum, das Größerwerden der Füße. Daß der Sport die sache dieser Veränderung ist, zeigt sich auch darin, daß die nahme der Fußgröße der Tamen in jenen Ländern am größten in denen die Frauenwelt mit besonderem Eifer Sport betreit z. B. in England.“ Der Stur Portugal ehr begrüß nd Blätter „Die wird," rote St Nr. 233 ganzen hoher Republi es in r schlecht gierung der Fre sehr ent Teil de Stück weit ar der vor Republ alle Vi Weg sich m helle Wie die st, davon ozialdemo Ednondo Lortugal lage erhe onderen 1 annte ral s hier,„ chaft vl ie Gew Abei ikani iegen 11 publik, zu strei! Gewalttät von der verschärft sich weger zu rechtfe Diese nu das Volk klärungen putierten Allein gegn die des po zweifel publik, u Aber die blikanisch Grundbe Kapitalis arbeiter und die nach der Portuga sich gezu die Arbaber we fast leer arbeiten einem Arbeit Gegen auf den Diese g walttäti des Vo Beso kratie 1 „Seit wahlen Jahren Parlan weil di nicht ihren wahlen durchal Wahlr und so Gartenarbeit und Blumenpflege N Die Anlage eines kleinen Rutzgartens. Die Kunst, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden, will besonders bei Anlage eines Nutzgartens verstanden sein. Wo Liebe zur Natur, Schönheitssinn und praktischer Blick sich vereinen, läßt sich auch ein Garten, der vorwiegend zur Anzucht nutzbringender Gewächse bestimmt ist, recht anmutig und dem Auge wohltuend gestalten. Regelmäßigkeit und Einfachheit der Anlage, die sich bei jedem Hausgarten empfehlen, sind hier Grundbedingungen. Ein Nutzgarten soll dem Besitzer Ertrag liefern und dient darum in erster Linie dem Gemüsebau und der Obstzucht. Will der Gartenliebhaber seine Mühe mit Erfolg gekrönt sehen, so muß er schon bei Anlage eines Nutzgartens mancherlei berücksichtigen. In erster Linie kommen die klimatischen Verhältnisse und die Lage in Betracht. Diese beiden Faktoren sind für die Auswahl und das Gedeihen der anzubauenden Gewächse von Wichtigkeit. Mit dem vorhandenen Klima muß man sich natürlich abfinden, da man an seinen Wohnort gebunden ist. Die Lage jedoch, das heißt die Neigung, welche die Bodenfläche im Verhältnis zu den Himmelsrichtungen hat, kann man schon eher für die Gartenzwecke günstig wählen. Die Lage ist stets die beste, welche gegen kalte Luftströmungen aus Norden, Nordwesten und Nordosten durch Gebäude, Mauern, Aupflanzungen(hohe Bäume) oder Anhöhen geschützt ist. Dagegen soll der Garten nach den anderen Himmelsrichtungen zu frei und offen liegen. Nicht dringend genug ist zu empfehlen, daß sich das Grundstück in der Nähe des Wohnhauses befindet, damit der Gartenfreund die Verrichtungen im Garten stets unter Aufsicht hat, die Pnege des Gartens in jedem freien Augenblick ohne Zeitverlust durch Hin= und Hergehen besorgt werden kann und endlich auch die Bedürfnisse für die Küche immer gleich zur Verfügung stehen. Fast noch wichtiger als die Lage sind die Bodenverhältnisse. Sind diese ungünstig, so kann auch die beste Lage nicht viel nützen. Der allerbeste Boden ist für einen Nutzgarten gerade gut genug, selbst die kostspieligsten Verbesserungen können die glücklichen Eigenschaften eines von Natur aus guten Bodens nicht ersetzen. Gutes Gartenland soll eine Tiefe von mindestens 60 Zentimeter haben und muß locker und ertragsfähig sein. Es muß diejenigen Bestandteile enthalten, welche zur Ernährung der Pflanzen notwendig sind. Vorzüglich ist ein Gartenboden, welcher schon zehn bis dreißig Jahre in alter Kultur steht. Unerläßlich ist auch die Möglichkeit, daß das zum Begießen der Gewächse erforderliche Wasser in unmittelbarer Nähe zu haben ist. Die passendste Form für einen Nutzgarten ist das Quadrat oder Rechteck; die regelmäßige und zweckentsprechende Einteilung wird durch diese Formen erleichtert. Als Einfriedigung, die zur Sicherung des Eigentums, zur Festhaltung der Grenzen und zum Schutz gegen das Eindringen von Unbefugten dienen soll, wähle man eine Mauer, einen Bretterzaun oder eine lebende Hecke. Einer Mauer gebührt wohl der erste Rang, da sie sicheren Schutz gewährt und sich zur Bepflanzung mit Obstspalieren vorzüglich eignet. Lebende Hecken sehen herrlich aus, haben aber den Nachteil, daß sie leicht Niststellen für Ungeziefer bilden, und dem Gartenland Licht, Luft und Nahrung entziehen. Das ist ganz besonders in kleinen Gärten der Fall. Hat man Liebhaberei an solchen lebenden Hecken, so sind Rotdorn, Hainbuche und Liguster empfehlenswert, alles Gewächse, die sich gut im Schnitt halten lassen. Ein unvergleichliches Material, einen größeren Nutzgarten einzufriedigen, bietet die wilde Rose oder die schottische Zaunrose. Beide Arten sind schon schön in ihrem Blätterkleide, und geradezu herrlich im Schmuck ihrer Blüten und Früchte, dabei undurchdringlich für Mensch und Tier und liefern außerdem durch ihre Hagebutten noch eine nennenswerte Ernte. Die Einteilung des Nutzgartens muß vor allem zweckmäßig sein; der alte traute Charakter des ländlichen Hausgartens, wie wir ihn an alten Pfarrhäusern und Bouernhöfen finden, sollte hier vorbildlich sein. Der Garten wird in der Länge und Breite durch mindestens 1,25 bis 1,50 Meter breite Wege, welche sich in der Mitte kreuzen, durchschnitten, und so in vier Hauptstücke eingeteilt. Zu beiden Seiten der Wege werden 1, Meter breite Beete(Rabatten) eingerichtet, welche von dem inneren Raum durch 50 Zentimeter breite Wege abgetrennt werden. Am Ende eines der Hauptwege kann eine Laube angebracht werden, welche, wenn günstig gelegen, mit echtem Wein, oder andernfalls mit Schlinggewächsen umsponnen wird. Will man sich, um immer durchwärmtes Wasser zu haben, die Anlage eines Brunnens erlauben, so empfiehlt es sich, denselben in die Mitte zu legen, da von hier aus das Wasser überall gleich günstig zu erreichen ist. Zu dem Brunnen führe man vier schmale Wege, die einen kreisförmigen, für Rosen und Blumen bestimmten Platz in vier Teile gliedern. Eine andere günstige Gelegenheit, um Schönheit in den Nutzgarten zu bringen, bieten die die Hauptstücke begrenzenden Rabatten. Diese wären mit hochstämmigen Rosen zu bepflanzen. Es ist keine Entthronung der Königin der Blumen, wenn man ihr auch im Nutzgarten einen entsprechenden Platz einräumt. Unter die Rosenstämmchen pflanzt man ausdauernde Stauden oder selbstgezogene Sommerblumen. Soll aber im Garten der Ertrag vorwiegen, so kann man diese Rabatten auch mit Zwergobst, gemischt mit Beerenobst, Erdbeeren oder Rhabarberstauden, besetzen. Die Hauptwege des Gartens wenigstens sollen eine feste Unterlage erhalten, sie können dann zu jeder Tageszeit und unter den verschiedensten Witterungsverhältnissen betreten werden, auch lassen ausgebaute Wege das Unkraut nicht so leicht aufkommen. Die inneren schmalen Wege bleiben ohne Unterlage und Belag, da sie bei jedesmaligem Graben mit umgearbeitet und dann von neuem abgesteckt und festgetreten werden. Die Rabatten, welche die Hauptwege begleiten, werden zweckmäßig mit dauerhaften lebenden Einfassungen begrenzt. Es kann dies eine Einfassung von Bur oder von Blumen, wie Steinbrech, Immergrün sein oder eine von nutzbringenden Pflanzen wie Monatserdbeeren, Thymian, Schnittlauch, Majoran, Sauerampfer und Petersilie. Das übrige Gemüseland kann man mit Pflanzen, die jährlich neu gesetzt werden, mit niedrigen Sommerblumen, Salat, Neuseeländer Spinat abgrenzen. Hübsch und zugleich nutzbringend ist auch eine Einfassung von wagerechten Schuurbäumen. Ein Komposthaufen an geeigneter Selle, der von nutzbringenden Sträuchern nach der Gartenseite hin verdeckt wird, darf nicht fehlen. Soll der Nutzgarten vorzüglich der Anzucht von Gemüsen dienen, so dürfen Obstbäume nur in beschränktem Maße angepflanzt werden. Es würde sonst sehr auf Kosten des Gemüsebaues geschehen, wollte man die Obstbäume in Form von Hochstämmen über das ganze Gelände verteilen. Ohne besonderen Nachteil lassen sich jedoch in geeignet großen Gärten einige Hochstämme an den Ecken anbringen, auch seines Formobst kann ohne Schaden für die Unterkultur an geeigneten Stellen gezog werden, namentlich wenn sehr guter, nahrhafter Boden v handen ist. Außerdem stehen die Hauswände und bei Ei friedigung mit Mauern diese zur Heranzucht von feinem For obst zur Verfügung. Verschiedenartiges Beerenobst kann streife weise das Gelände durchziehen und mit andern selteneren Ob arten, wie Quitten, Mispeln, Maulbeeren, Haselnüssen, gro früchtigen Hagebutten wechseln. Der Gemüsebau soll systematisch und mit Ueberlegung b trieben werden. Im Winter, wenn im Freien wenig gearbeit wird, entwirft man den Bepflanzungsplan in all seinen Einze heiten. Zu diesem Zweck fertigt man eine Liste sämtlicher ziehender Gemüse an, zeichnet sich die Einteilung des Garten auf und überlegt, wie viel Samen und wie viel Raum für jed Gemüse nötig ist. Läßt nicht der volle Bedarf an Gemüse a dem Garten sich decken, weil derselbe nicht umfangreich gen ist, so zieht man nur die Arten, welche auf dem Markte wöhnlich nicht frisch zu haben sind, sowie solche Gemüse, läglich gebraucht werden. Für einen kleinen Gemüsegarte kommen da in Betracht: ein Beet Gurken, ein Beet Sa zwei Beete Bohnen, ein Beet Karotten, ein halbes Beet Selle ein halbes Beet Lauch, ein Stückchen für Küchenkräuter, eini Stauden Tomaten und Rhabarber. Beachten soll man auchimmer, daß die Größe des Nutzgarten den Verhältnissen richtig angepaßt sei, sehr oft werden dies Gärten zu groß eingerichtet. Es gehört viel Arbeit dazu und verursacht auch mancherlei Kosten, einen Nutzgarten stets gut in zu halten. Viel bessere Erträge bringt ein günstig eingerichtet und gut bewirtschaftetes Gärtchen als ein ungenügend ein gerichtetes und schlecht bewirtschaftetes größeres Grundstück Die Grundbedingung für einen guten Erfolg ist die tätig Mitarbeit des Besitzers im Garten. Schafft er selbst freudig un eifrig mit, so wird der Garten ihm Freude und Nutzen bringe Wenn das selbstgezogene Gemüse dann auf der Tafel erscheint wird nochmals dessen ganze Entwickelung und die Mühe und Arbeit an dem Geiste vorüberziehen, vom ersten Entstehen an bis zur Ernte. die schi Ng Kultur der Perlzwiebeln. Die Perlzwiebel ist eine Aba des Sommerlauchs(Potrée) und kann aus diesem auch erzeug werden. Läßt man Lauch bei genügender Feuchtigkeit im Freie überwintern und bricht rechtzeitig die sich zeigenden Samenstenge aus, so bilden sich unten an der Wurzel kleine Zwiebeln(Perlzwiebel). Ein kürzeres und sicheres Verfahren, Perlzwiebel zu ziehen, besteht darin, daß man kleine Setzperlzwiebel sich verschafft und im August auf ein gut gedüngtes Beet flach einlegt, auf sechs Zentimeter Abstand und in Reihen von 15 Zentimeter Entfernung. Die Perlzwiebel setzen willig und reichlich an und sind im Juli des folgenden Jahres reif. Die Reife erkennt man am Absterben des Krautes. Dann werden die Zwiebelnester herausgenommen und die Zwiebeln sortiert, die größeren benutzt man zum Einmachen, die kleineren werden zur späteren Aussaat trocken aufbewahrt. Die ganz winzig gebliebenen Zwiebeln wirft man weg, da sie die Mühe des Putzens nicht lohnen und zum Aussetzen verwandt, nur schwache Erträge an kleinen Zwiebeln liefern. Einen guten Ersatz für die Perlzwiebel besitzen wir in der ausgezeichneten Zwiebel Königin. Handelt es sich darum, Einmachzwiebeln zu ziehen, so sät man die Königin im Juni ziemlich dicht aus und nimmt die kleinen Zwiebelchen im September aus der Erde. (A) Verbenengruppen. Wer billige und dazu schöne und lange blühende Blütengruppen wünscht, nehme hierzu Verbenen Am auffälligsten sind solche Gruppen, wenn sie nur von Verbener einer Farbe wie rot, blau oder weiß, hergestellt werden.