4 6 6 d 3 3 5 Nr. 30. Coloni Sonntag, 27. Juli 1913. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. mit besonderen Abtellungen: Unseren Frauen sowie Gartenarbeit und Blumenpflege. S priester und Volk. „Jeder Priester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt in den Geschäften, die sich auf Gott beziehen, auf daß er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden.“Hebr. 5,1. Sie zählten nach vielen, vielen Tausenden, die sich im alten, heiligen Köln um das Grab des seligen Kolping drängten. Weite, mühsame Reisen über Land und Meer hatten sie gescheut, um mit strahlenden Augen und warmen Herzen Kränze des Dankes und Gelübde der Treue an seiner Gruft niederzulegen. An einem hochverehrten Priestergrabe. Das konnten viele nur mit Neid und Aerger sehen, alle die Verbitterten und Verirrten, die es nicht leiden können, daß unser treukatholisches Volk immer noch so zäh und fest an seinem Klerus hält, die deshalb mit Hölleninbrunst darauf brennen, Priester und Volk voneinander zu reißen und in einen todfeindlichen Gegensatz hineinzuhetzen. Und doch gehören Laien und Geistliche so notwendig zusammen, wie das Evangelienbuch zum Altare und der Ministrant zur heiligen Messe. Einer der ersten und größten Priester, der h. Paulus, hat diesen Treubund mit den Worten verkündet:„Jeder Priester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt in den Geschäften, die sich auf Gott beziehen, auf daß er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden.“ Aus dem Volke wird immer wieder die hochherzige Schar ausgemustert, werden die starken Jünglingsseelen auserlesen, die den Fahnen des himmlischen Königs folgen wollen. Aus dem ganzen Volke, vom Adel der Geburt bis zum Adel der Arbeit. Stets haben in den Priesterlisten erlauchte Edelnamen neben infachen Volksnamen gestanden, ein Ketteler neben einem Kolzng. Beide grüßt die Kirche mit derselben jubelnden Mutterreude und stärkt sie mit derselben segnenden Vaterkraft, wenn ur der Herr sie gerufen hat.„Niemand nimmt sich die Würde elbst, sondern wenn er von Gott berufen wird, so wie einstens Aaron.“ Es ist eine von den großen Stunden, die nicht einzemeißelt werden auf den Tafeln der Weltgeschichte, aber doch m den wahrhaft großen Stunden im Menschenleben zählen, wenn der Sohn nach manch' weglosen Tagen des Zweifelns und Ringens den Weg Gottes sonnenumflutet vor sich sieht und vor seine Eltern hintritt mit dem leise zitternden Wort:„Vater, Mutter, der Meister war in meinem Herzen und hat mich in sein Heiligtum gerufen.“ Dann werden vier Augen feucht und zwei Herzen still: Gott gab den Ruf und die Eltern geben chweigend ihren Segen. So ist der Priester ein Mann von 6 De Torelei. Vun Peter Berchem. Am Wägkrütz sitz'nen Beddeler Vill Lück gon dran vörbei; Hä höht se laache un singe Et Leed vun der Lorelei. Do— medden em Vatterunser Höht hä met Bedden op: E Märche us ahle Zigge, Dat geiht im durch der Kopp. Och im hät ens gesunge Am Rhing de Lorelei, E Mädche met golde Locke, Dat Leed vun Liebe un Treu. Dat Leed hät im geklunge, Bis dat dä andere kom Un im dat golde Märche Us singem Levve nohm. Hä kunnt et nit vergesse Un moht dran ungergon, Dat hatt met ehrem Singe De Lorelei gedon! Der Beddeler sitz am Wägkrütz Un kriesch grad wie e Kind, Met singe wieße Hoore Spillt stell der Ovendwind. Gottes Gnaden, aber nicht von Volkes Gnaden, jedoch zu Volkes Für das Volk empfängt er den verschwenderischen Reichtum an Gottes Gnaden. Die Priesterweihe trennt ihn nicht, sondern vermählt ihn dem Volke. Das sechste Sakrament bedeutet für ihn, was für andere das siebente ist: es verbindet ihn für immer mit dem. Volk, mit seiner Not und seinem Weh. Aus der andächtigen Volksmenge, die den Neugeweihten zur Kirche geleitet, steigt der junge Priester zum ersten Male unter dem feierlichen Schauer seiner Seele die heiligen Stufen des Altares empor, um das Opfer zu vollbringen für„die ganze katholische Kirche". Nie vergißt man den Augenblick, wenn dann der junge Diener des Herrn sich zum Schluß der hochheiligen Handlung wieder zum Volke wendet, von dem er gekommen ist, und, die Verklärung der ersten Wandlung noch auf den Zügen, zum ersten Male die gesalbte Hand erhebt, um sie alle zu segnen, die mit ihm gekommen sind. Dieser Primizsegen ist das Bild seiner kommenden Priesterarbeit. Sie soll nichts anderes sein als ein dauernder Primizsegen, den er mit unermüdlichen Lippen über die Menschen spricht. Vom gefeierten Volksbischof Ketteler kennen wir das Primizgelübde, das er sich selbst und seinem Volke gab, als er die erste Seelsorgestelle antrat:„Von nun an darfst du auf Erden kein anderes Interesse mehr haben als das Seelenheil der Menschen und die Linderung ihrer Not.“ So muß jeder Priester denken und sollte das Volk ihn sprechen wollen bis in die stille Nacht. Die Sprechzeit des echten Priesters dauert 24 Stunden, Tag und Nacht, und er ist selig, wenn er dem Lahmen der Fuß und dem Blinden das Auge sein kann. Priester und Volksmann ist ein und dasselbe. So müssen denn Priester und Volk sich fest zusammenschließen, „so fest, wie die beiden Balken des Kreuzes, so fugenlos, wie beim Kirchenbau der Priesterchor und das Langhaus mit dem gleichen Chrisam zusammengeweiht werden". Das Volk muß unerschüttert wissen, wo seine wahren Freunde stehen und nicht auf jene hören, die sich als Führer ausgeben und Verführer sind, die ihren Rat anbieten und Verrat ausüben. Es muß für alle Zeit so bleiben, wie es in Köln auf Kolpings Ruhmesdenkmal dargestellt ist. Da steht auf einem Granitfelsen der edle Priester und neben ihm der Sohn aus dem Volke. Beide Hände des scheidenden Handwerksburschen hält der priesterliche Freund und Vater. So muß es sein. Beide Hände des Priesters dem Volke und beide Hände des Volkes dem Priester, und mit den Händen das Herz, das Vertrauen und die Liebe. Dann wird auf Granitfelsen unsere Kirche stehen, gestützt und getragen von Priester und Volk. F. G. Evviva! Eine Kriegsepisode aus Lybien. Von Isabelle Kaiser. Madre’eroe non piange— Die Mutter eines Helden klagt nicht.(Ada Negri.) Seit die Mutter des Bersagliere Frontini die Nachricht von seiner Rückkehr erhalten hatte, stieg sie jeden Tag zur Grande Marina nieder, beschattete sich die Augen mit der Hand gegen die große Sonne von Capri, und blickte nach der Punta Campavella hin, ob kein Schiff in Sicht sei. Wenn ein Schattenumriß am Gesichtskreis aufstieg, so schlug ihr altes, vom Kampf des Lebens abgehetztes Herz so stark in ihrer Brust, daß es schmerzte: vielleicht war es das Schiff, das ihren Angiolillo trug? Wenn dann der Dampfer vorüberglitt und sich entfernte, ohne die Insel zu berühren, und nur noch die unerbittliche Bläue des Tyrrenischen Meeres ihrem sehnenden Blick entgegenstrahlte, da stieg sie wieder niedergebeugt den rauhen Pfad der Contra della Torre hinan, um ihr baufälliges Häuschen, von Weinreben, Oliven und Kakteen umrankt, in nächster Nähe der Trümmer der Certosa, zu erreichen. Dort saß sie tagelang, hob nur hie und da den Blick von ihrem ewigen Strickzeug, um den Gang der Sonne hinter dem Monte Solaro zu verfolgen, oder die niedersteigenden Schatten auf den Felsen der Faraglioni, und schaute lange nach dem Felsentor, in bebender Erwartung des kommenden Tages. Wenn die Fischerleute sie vorüber schwanken sahen, grüßten sie mit einem ehrerbietigen:„Buon di, gia Frontini!“. Sie war ja nicht die einzige Mutter auf dem Eiland, die ihren Jungen erwartete. Zahlreich waren die Söhne Capris als Soldaten nach Tripolitanien ausgezogen, aber wie viele unter ihnen würden wohl wiederkehren? In einem wahren Sturm kriegerischer Begeisterung waren alle dem Rufe des Vaterlandes gefolgt und im Wehen der dreifarbigen Fahnen, und im Jubel des Kriegsschreies: Sempre avanti Savoia!“ nach Afrika gezogen. Die Einjährigen und die Soldaten, die einberufen wurden, um sich in Neapel dem elften Bersaglieriregiment unter dem Befehl des Obersten Fara anzuschließen, schifften sich wie für eine Vergnügungsfahrt ein unter dem jubelnden Ruf: „Evviva’Italia!“ Der Sohn der Mutter Frontini war unter den allerersten, in Deutsch=Neuguinca. Aus Neuguinea, im Mai 1913. Gar zu lange blieb Neuguinea fast vergessen: Stiefkind und Aschenbrödel unter den Kolonien Deutschlands. In den letzten Jahren ist nun hierin glücklicherweise eine merkliche Wendung eingetreten. Dies jedoch weniger von seiten der fast übervorsichtigen Geldgeber. Vielmehr waren es mutige, junge Leute, die im kleinen begannen. Und so ist dann bald eine Reihe Pflanzungen entstanden, wo mit Fleiß und Ausdauer gearbeitet wird. Jedes Kolonialunternehmen aber ist, solange noch keine dauernd geeigneten Kulturen gefunden, ein Wechsel auf lange Sicht. Zu lange, als daß kleine Ansiedler aus eigener Kraft viele Jahre bis zur ersten ordentlichen Ernte warten könnten. Das Kapital würde nicht reichen. Aus diesem Grunde haben diese Neukolonisten im Lande selbst sich nach einem Ersatzmittel umgesehen. Solches fanden sie nun in der Paradiesvogeljagd. Würde ihnen dieser Ausweg einfach rücksichtslos abgeschnitten, so wären nicht bloß die bisherigen hoffnungsvollen Unternehmen mit einem Schlage wie über Nacht vernichtet, sondern auch anderen Neuansiedlern würde dadurch auf Jahre jeder Mut benommen. Ob solches aber wirklich im Interesse der Kolonie läge? Man hat freilich geglaubt, für das absolute Verbot der Paradiesvogeljagd eintreten zu müssen. Zweifellos aus allerbester Absicht und nach edelster Ueberzeugung. Aber trotz alledem ist es doch zuweilen ein wenig verwunderlich, wie solchen Enthusiasten das eine oder andere allzu sehr zu entgehen scheint, was jedem sonst, der in Nüchternheit und Ruhe etwas weiter sich umgesehen hat, von selbst fast offen zutage liegt. So liest man in den Süddeutschen Monatsheften, 1912, Seite 282:„Ich hörte von einflußreichen Leuten, welche sich das Ansehen geben, als ob sie über alles vortrefflich unterrichtet sind, wiederholt die Meinung äußern, daß es mit der Ausrottung der Paradiesvögel nicht so schlimm bestellt sei, denn das Festland von Neuguinea habe ungefähr die Größe des Deutschen Reiches. Wenn dann auch an der Küste ein paar Tausend Vögel abgeschossen werden, so bleibe doch noch Raum genug im Innern, um die Erhaltung der Arten zu gewährleisten.“ Dann heißt es weiter:„Dergleichen Ansichten können nur Leute äußern, welche von den tatsächlichen Verhältnissen keine Ahnung haben. Es ist nämlich eine überaus merkwürdige Tatsache, daß in Neuguinea auf fast allen Gebieten des Tier= und Pflanzenlebens eine so strenge Lokalisation auftritt, wie wir sie anderwärts kaum kennen. Daher finden sich die 65 verschiedenen hauptsächlichen strahlend von Feuer und Jugend unter dem schmucken Federbusch aus Auerhahnfedern, der seine Augen beschattete, seine glutvollen Augen, die wie die südliche Sonne brannten. II sole mio!“— Meine Sonne— sagte die Mutter, wenn sie ihn in den Sommernächten unter Concettas Fenster singen hörte: Meine strahlenden Träume Beherrscht eine liebliche Sonne... Aber sie sangen wohl nicht mehr dort, unter den pfeifenden Kugeln und den sengenden Strahlen der afrikanischen Sonne, die ihre Stirne bräunte in den Wällen von Gargaresch. Wochen und Monate schleppten sich hin für all diejenigen, die in der Heimat harrten, und Tripolis hatte sich nicht ohne Kampf einnehmen lassen, und die Cyrenaika hatte die Truppen nicht wie Befreier ausgenommen. Sie stießen auf den verzweifelten Fanatismus der arabischen Horden und der Berberstämme, die sich für den türkischen Herrscher erhoben und beim schrillen Klang der Pfeifen und der Derboukas auf den Feind losstürzten. Sie stießen auf die Panik der aufrührerischen Eingeborenen, die ein bewaffneter Gegner aus jedem Brunnenschacht, aus jeder Furche der Gerstenfelder hervorzauberte. Die Verrenkungen der feindseligen Kakteen verschleierten eingegrabene Kanonen, die hinter jeder Hecke lauerten, flammende Kartätschen spieen, und aus jeder Oase stürzten Frauen, die ihr Galabieh mit Kugeln und vergifteten Pfeilern gefüllt trugen. Und ihr Lillino, wie sie ihn nannte, als er klein war, lief dort umher, die Brust frei den trügerischen Kugeln preisgegeben, auf hartem Lager gebettet, oder in den Sanddünen im eisernen Sturm der Schrapnells und dem Hagel der Mausergewehre bewaffnet liegend, beim unerbittlichen Flimmern der gleichgültigen Sterne, dieweil am Gesichtskreis die Minarette wie stumme Kläger zum geschlossenen Himmel Mohammeds empordeuteten. Lillino hatte seiner alten Mutter noch nie geschrieben, aber Concetta, die Tochter eines Nachbarfischers, die ihrem Sohne anverlobt war, kam oft zu ihr herüber, um die Lokalblätter vorzulesen, die einen Nachklang der heldenmütigen Kämpfe, der verschleierten Niederlagen, der scheußlichen Verstümmelungen, die von dem wilden Feinde an wehrlosen Gefallenen verübt wurden, ins friedliche Eiland brachten. Die Mutter erschauerte Nr. 30. Zolonia. Jonntagsbellage zum Kölner Local-Anzeiger. 27. Juli 1913. Paradiesvogelarten immer nur auf verhältnismäßig engumgrenzten Gebieten.“ Als Beispiel wird dann neben anderen angeführt, der gelbe Paradiesvogel(Paradisea minor) komme vor von der Astrolabebai bis zur holländischen Grenze, sei aber am Hüongolf unbekannt. Und schließlich werden wir belehrt, daß der kleine scharlachrote Königsvogel seine Heimat in der UmSattelbe gebung des berges habe. Nun, wir glauben, daß der Königsvogel ursprünglich in der Gegend des Sattelberges beheimatet ist. Aber heute kann jeder Eingeborene darauf erwidern, daß er den Königsvogel auch in der Astrolabebai und weiter bis nach Dallmanhafen und Tadji und Eitapé und darüber hinaus angetroffen habe. Und W. Marshall sagt sogar, daß der Königsvogel(Cieinnurus regius) nicht bloß die nördlichen Gegenden der Hauptinsel Neuguinea, sondern auch Misol und Salawati und die Aruinseln bewohne.(Siehe Bilderatlas zur Zoologie der Vögel, S. 44.) Und nach I. Chalmers kommt er ebenfalls in Britisch=Neuguinea vor. Weiter werden wir, wie bereits erwähnt, belehrt, der gelbe Paradiesvogel habe sein Gebiet von der Astrolabebai bis zur holländischen Grenze, sei aber am Hüongolf unbekannt. Offenbar soll dies nun auch zu den engumgrenzten Gebieten gehören. Dazu sei bemerkt, daß die Küstenstrecke von der Astrolabebai bis zur holländischen Grenze doch schon eine hübsche Länge besitzt, und daß das Gebiet des gelben Vogels sowohl nach Ost, als auch noch mehr nach West um ein gutes Stück über die angegebenen Punkte hinausgreift. An der Küste im Osten reicht er nämlich ungefähr bis zum Kap König Wilhelm, während im Innern der rote schon etwas mehr nach Westen angetroffen wird. Nehmen wir also hier etwa die Mitte zwischen Stefansort und Finschhafen als Grenze, dann erhalten wir von diesem Punkte bis zur holländischen Grenze eine Meeresküste von reichlich 800 Kilometer. Das kommt einer Entfernung gleich ungefähr wie von Berlin bis nach London und Paris im Westen, oder nach Stockholm im Norden, oder nach Riga und Lemberg im Osten, oder Triest im Süden, welche Strecken doch schon wohl etwas bedeuten. Und wie bereits erwähnt überschreitet der gelbe Vogel auch im Westen den 141. Grad. Höchstwahrscheinlich hat er den ganzen Norden, wohl sicher aber einen großen Küstenteil von Holländisch-Neuguinea inne. Dabei bleibt zu beachten, daß die in Rede stehenden gelben Vögel nicht bloß die Meeresküste bewohnen. Vielmehr haben verschiedene Vorstöße zum Ramu wie auch die Sepikexpedition einwandfrei dargetan, daß er auch dort überall recht zahlreich vertreten ist. Mit besten Gründen darf man also wohl sagen, daß sein Gebiet etwa 180—150 Kilometer ins Innere des Landes hineinreicht, somit allein im deutschen Anteile einen Flächenraum von 100—120 000 Quadratkilometer umfaßt. Wie man nun solchen Tatsachen gegenüber noch von einer so strengen Engumgrenztheit reden, und dabei zugleich einer an Ort und Stelle erworbenen Sachkenntnis sich rühmen kann, das dürfte wenigstens für den Tropenbauern als„eine äußerst merkwürdige Tatsache“ gelten. Der Lärm, als käme die Wissenschaft in Gefahr, wenn in Deutsch-Neuguinea einige Tausend Paradiesvögel geschossen und ausgeführt werden, erscheint deshalb unangebracht. Die Vogelkundigen stellen die Regel auf, daß die Vogelarten, deren Männchen sich durch besonderen Schmuck auszeichnen, zumeist in Polygamie leben. Daß dies für die Paradiesvögel zutrifft, scheint die Beobachtung in der Praxis zu bestätigen. So sah J. Chalmers einst wie vier Männchen, den grüngelben Kragen aufblähend, im Kreise um zwei Weibchen tanzten. Erst trat dabei das eine vor, dann das andere an ein Weibchen heran, das dann kokett zurückwich. Zuletzt trat eine Pause ein und dann rückten alle vier Hähne den beiden nicht hübschen Hennen näher, ein Zank entstand und das Ende davon war, daß alle sechs Vögel davon flogen.(Neuguinea, Seite 212.) bei diesen Nachrichten— wenn ihr Angiolillo unter den Gegaribaldische Tapferkeit, die all diese Regimenter beseelte, rüber de troffenen wäre? Die war nutzlos gegenüber der Vollkommenheit und Raffiniertheit der mörderischen Kriegsmaschinen. Jeder persönliche Heldenmut wurde durch den Hagel der Schrapnells in Staub zermalmt, durch die Sense der Mitrailleusen wie reifes Gras am Abend der Ernte gemäht. Die Mutter wußte allzugut, daß ihr Sohn unter denjenigen war, die sich von der erhabenen Leidenschaft der Gefahr mitreißen lassen. Er gehörte jenen jungen Männern an, die sich von neuen Lehren einfangen lassen und die Auswürfe tollkühner Neuerer schlecht verdauen Sie riefen aus: der Krieg sei die einzige Hygiene der Welt und die erzieherische Moral, und sagen, daß Individuen und Völker alle Rechte besitzen, außer dem der Feigheit. Die Mütter verstehen nichts von solchen Lehren, wenn diese das Herz ihrer Kinder zur Zielscheibe wählen... Fremde, barbarisch klingende Namen schwirrten in der Luft herum, wie lästige Fliegen, die sich auf dem Schlachtfelde mit menschlichem Blute gesättigt haben: Ored Medenine, SidiMeßri, Djamil=Bei, Beni=Souadi, Hamidié. Niemand wußte, welche blutigen Visionen sich unter diesen Namen verdeckten, die wie feindliche Geschosse im friedlichen Eiland platzten. Wie viele Soldaten waren schon in den Gerstenfeldern, die das Mittelländische Meer bespülte, und in den Hohlwegen, wo die spitzen Pfeile der Kakteen den Durchgang wehrten, gefallen wie die blutige Sonne hinter der Hochebene des Dschebel, und der heiße Hauch der großen Lybischen Wüste strich über die Schläfer, ohne sie jemals zu wecken; die Kugeln hatten den Siegesschrei des Lebens auf ihren Lippen erstickt. Die Landeszeitungen verkündeten eines Tages den Sieg vom 23. Oktober bei Sciara=Sciat, wo das elfte BersaglieriRegiment unter dem Befehl des Obersten Fara gesiegt hatte. Sie meldeten die Einnahme von Ain-Zara und die blutige Episode der Villa des Djamil=Bei, die man mit der Spitze der Bajonette erobern mußte. In Kapri, sowie in ganz Italien, wurden diese Nachrichten mit Begeisterung begrüßt, und alle kleinen Kinder sangen den Marsch der Bersaglieri mit rhythmisch wiegendem Schritt. Frontini hatte nicht geschrieben, und seine Mutter konnte Die Weibchen haben bekanntlich keinen Schmuck. Das Fleisch dieser Vogelart aber ist kaum genießbar. Somit bleibt das Weibchen verschont und nur den Männchen allein wird nachgestellt, welche nach obigem für die Erhaltung der Art weniger in Betracht kommen. Die Erhaltung der Art leidet deshalb also nicht sobald Gefahr. Die Paradiesvögel leben in Wäldern von Insekten, Blüten und Früchten. Nun ist Neuguinea durchweg mit Urwald bedeckt, gegen etwa 26 Prozent Wald in Deutschland. Und in den Grassavannen gibt es überall auch Busch und Baumgruppen genug. Somit finden diese Vögel allerorten ebenso leicht geeignete Unterkunft als reichliche Nahrung. Ueberdies sind gar manche Gegenden teils wegen der Schrofsheit der Berge, teils wegen der Sümpfe für den Jäger nur äußerst schwer oder gar nicht zugänglich, so daß für diese Vögel auf jeden Fall durch die Natur geschützte Schlupfwinkel genug übrig bleiben dürften. Und wie viel Jäger gehen denn auf die Paradiesvogeljagd? Was wollen doch—8000 Vogelbälge besagen, die im vorigen Jahre ausgeführt wurden? Ja wären es selbst 10 000 bis 20 000, was wäre das für ein so großes, ausgedehntes Gebiet? Wie aus dem Gesagten ersichtlich, sind die Bedingungen für das Gedeihen des Wildes in Neuguinea wohl erheblich günstiger als in anderen Ländern. Und da wurden während der letzt vergangenen Jagdperiode in Rußland und Kanada erlegt: 4,5 Millionen Eichhörnchen, 1,5 Millionen weiße Hasen, deren schneeweißes Fell als„Hermelin“ sehr teuer bezahlt wird. 12 280 Zobelmarder, 100 Blaufüchse, 200 000 Hermelintierchen, die echten Hermelin liefern, 1500 braune Bären und 16 500 graue Wölfe. Dazu kommen dann noch ungezählte Kaninchen wie auch sehr viele wilde Katzen usw. Sind das nicht Massenmorde in des Wortes eigenster Bedeutung? Wenn irgendwo, sollte man dann nicht hier an erster Stelle,„um diese herrlichen Tiere— z. B. die Hermeline—„zu erhalten“ und sie den Modetorheiten zu opfern, ein baldiges Schießverbot als ungleich erforderlicher beantragen? Solange in Neuguinea die Jagd in ruhig maßvollen Bahnen sich bewegt und weder ein zu hitziges Tempo noch einen zu weiten Umfang annimmt, dürfte nach unseren bisherigen Beobachtungen vor der Hand wohl noch keine besondere Gefahr zu fürchten sein, daß die Paradiesvögel ausgerottet werden. Vor allem gilt dies für die Träger des gelben Schmuckes, welche, wie wir sahen, ein gar weit ausgedehntes Gebiet bewohnen. Wenn England auch ein Verbot der Paradiesvogeljagd erlassen hat, so ändert solches doch nichts an den Verhältnissen und Bedürfnissen in Deutsch-Neuguinea. In kolonialen Dingen können wir allerdings im allgemeinen oft recht viel von der größeren und längeren Erfahrung unserer Vettern jenseits des Kanals lernen. Allein das Verfahren der Engländer kann für uns nur insoweit mustergültig sein, als es auf die tatsächlichen Verhältnisse in unseren Kolonien zutrifft. :: Zur Kurzweil:: 00000000 500000OfOOrrrrr n Galgenhumor. Gefängnisinspektor(zum Deliquenten):„Haben Sie noch einen letzten Wunsch?“—„Ja, ich möchte mit dem Herrn Staatsanwalt und dem Scharfrichter noch einen Dauerskat machen.“ Massage. Sommerfrischler:„Aber Stoffelbauer— das ist ja ein scheußliches Quartier! Heut' Nacht hat mich Ihr Stier im Gesicht beleckt!“—„Heunt san S' aber aa schön glatt!“ Treffend. Handwerksbursche(der auf einem Touristenwege hintereinander zwei Markstücke findet):„Hm— hübsch markiert!“ Dielsagend. Junger Mann(zum andern, der schuldenhalber heiraten mußte:„Wie sieht denn Deine Frau eigentlich aus?“— Der andere(gedrückt):„Ich kann dir nur sagen, es sieht ihr nicht leicht eine ähnlich.“ sich der Siegeskunde nicht freuen. Sie weinte nur im geheimen, wenn sie daran dachte, wie viele Menschenleben diesen Sieg erkauft hatten. Der Name Angiolillos befand sich nicht unter der Liste der Toten, aber die Nachrichten brauchten so lange Zeit, um nach Kapri zu kommen, daß, während man sich über ein verschontes Haupt freute, eine verlorene Kugel es vielleicht schon längst getroffen hatte, oder es wurde langsam vom Wüstensand begraben. Wer würde jemals die Namen der unzähligen Verwundeten, die in den improvisierten Spitälern schmachteten, aufzählen, und derjenigen, die unbekannt hinstarben in einer mit Leichen ausgefüllten Furche des fernen Landes? Da kam ein Brief mit dem Poststempel von Tripolis, der lakonisch meldete. Angiolillo Frontini würde mit dem nächsten Verwundetentransport nach Neapel eingeschifft werden. Die Botschaft rührte nicht von der eigenen Hand Frontinis, sondern von einem Waffenbruder, aber die alte Mutter erblickte nur die nackte Tatsache der Heimkehr, ohne in ihrem Freudenrausch zu bedenken, daß, solange der Krieg nicht beendet war, nur diejenigen Soldaten, die dem Feind keine Waffe mehr entgegenhalten konnten, heimbefördert wurden. Er kam zurück!— das war die Hauptsache! Man stirbt nicht an einer Kugel im Bein oder in der Schulter. Seit sie die Nachricht seiner nahen Rückkehr erhalten hatte, stieg sie jeden Tag zur Grande Marina hinunter, um den Gesichtskreis zu durchforschen. Jedesmal, wenn ihre Hoffnung getäuscht wurde, kehrte sie ein wenig müder heim und dachte: Domani, domani! Morgen! Diese verzweifelte Erwartung zehrte ihre letzten Kräfte auf. Vergebens versuchte Concettina sie zur Vernunft zu mahnen, um ihr die vergeblichen mühsamen Aufstiege zu ersparen, indem sie ihr versicherte, daß das Schiff der heimkehrenden Soldaten angekündigt würde, und daß sie die erste sein wollte, die das nge Schiff erblickte. Am Tage aber, wo die Umrisse eines Dampfers sich immer deutlicher von den Felsen der Punta Tragara abhoben und sich dem Eiland näherten, da wankte ihr Mut. Als sie die große Ambulanz, das Spitalschiff, das so viele Verwundete heimführte, im lautlosen Schweigen sich nähern sah, und als dann die ersten Evvivarufe dem frenetischen Wehen der vielfarbigen Tücher auf dem Verdeck antworteten, da wurde die alte Mutter Kleines Feuilleton Lustiges von der Seekrankheit. Allerhand Lustiges von Seekrankheit, die im allgemeinen alles andere bei den davon# troffenen wachzurufen pflegt als eine heitere Stimmung, weiß, englisches Blatt zu erzählen. Obwohl die Seekrankheit mit Schwin nichts zu tun hat, so spielte doch dieser kürzlich eine große u erfolgreiche Rolle bei diesem„Leiden“. Auf der Linie Ostende Dover wurden zwei elegante Damen auffallend stark von dem Ues befallen. Ein Arzt half ihnen durch einfache Pulver, so daß sie kürzester Zeit vollkommen ruhig wurden, ihr Beefsteak mit verzehrten, Sherry tranken und Zigaretten rauchten. Die Folge von war, daß alle Augenzeugen dieser magischen Wirkung Medizin kauften und sich für die Zukunft durch die Auslage## 5 Schilling gegen das Leiden gefeit glaubten. Nach einiger## stellte es sich heraus, daß jene Damen bezahlt waren, um die mödie der plötzlichen Kur an Bord zu spielen. Der falsche Mediz mann hatte vortreffliche Geschäfte gemacht.— Bei einer Fahrt 5 Triest nach Venedig rühmten zwei junge Damen ihre Seefestigt und hielten wirklich trotz bewegter See bis zur Einfahrt am aus, wo die Rollbewegungen des Dampfers aber doch zu hef wurden, so daß auch die Heldinnen unterlagen. Die eine von ihn suchte sich burch ihr Taschentuch zu decken und warf dieses schlie lich ins Meer. Tags darauf fand im Hotel ein Diner statt. 6 riesiger Barsch zierte den Tisch, und als ein Herr sich erbot,i regelrecht zu zerlegen, kam das gestern geopferte Taschentuch zu Vorschein— natürlich ein von der Kammerjungfer verschaft Batisttuch, das, unter die Zitrone, die der Fisch im Maule hielt, hmei gestopft, als„Taschentuch des Polykrates“ viel Aufsehen und Gelacht erregte, um so mehr, als die Dame gehofft hatte, daß niemand# Wegwerfen des Tuches bemerkt hätte.— In das lustige Kapi von der Seekrankheit gehört auch die amüsante Signalisierung, bei der Eröffnung des Suezkanals zwischen den beiden österreich schen Kriegsschiffen Elisabeth und Greif gewechselt wurde. See war damals vor Jaffa sehr bewegt, als sich Kaiser Fra Joseph auf der Jacht Greif mühsam einschiffte, während Minister Graf Beust an Bord des Dampfers Elisabeth die Uebe fahrt nach Alexandrien machte. Während der Tour fand sich Kaiser zu einer Anfrage mittels Flaggensignale bewogen, wie denn den Passagieren an Bord der Elisabeth ginge, da er wuß daß unter diesen auch der eben nicht sehr seefeste Minister wa Die Antwort von der Elisabeth lautete:„Ave, Caesar, morituri salutant“—„Sei gegrüßt, Kaiser, die dem Tode Geweihten grüße dich", der bekannte Gruß der römischen Gladiatoren beim Einmar in den Zirkus vor der Imperatorenloge. Der Kaiser ließ diese Gruß mit dem Signale beantworten:„Requiescant in pacemögen sie in Frieden ruhen.“ f ** Der Schatz auf dem Meeresgrunde. Seit einigen Tagen wiederum Versuche im Gange, um einen Schatz zu heben, der u Wrack der englischen Fregatte Lutine seit dem Jahre 1799 auf der Grunde der Nordsee liegt, und dessen Höhe sich auf 25 Mill. M belaufen soll. Eine große Anzahl Goldstücke spanischer Prägun aus den Jahren 1797 und 1798 ist bereits ans Tageslicht gescha worden. Die Lutine war ursprünglich ein französisches Kriegsscho das von den Engländern genommen wurde. Sie war am 9. Oktobe 1799 von Yarmouth mit 1217000 Pfd. Sterl., die zu Subsidien geldern für eine Kontinentalmacht bestimmt waren, in See gestochen ging aber auf der Höhe von Terschelling in einem heftigen Sturt mit Mann und Maus unter. Im Jahre 1859 gelang es, 21 Millionen des Schatzes zu heben. (60 Die große Cruppenschau beim französischen National feste hatte trotz ihres glänzenden Gelingens zwei Tage nachher ei# peinliches Nachspiel in der Kammer. Ein jüngerer Abgeordnete Dechelette, der Nachfolger des in den Senat berufenen Minister Jean Morel, beklagte sich über die lebensgefährliche Unordnung die am Eingang zur Tribüne der Senatoren und Abgeordnete# herrschte. Er befand sich mit seinem Kollegen Candace, einen Vollblutneger von Gouadeloupe, in einem dichten Knäuel von eiw 2000 Personen, der sich weder vorwärts noch rückwärts bewege von einer unbeschreiblichen Angst erfaßt, und sie fühlte nie die Kraft in sich, allein inmitten dieser neugierigen Menge au dem Strand zu bleiben. Sie empfand die Scham ihrer tiefe Freude und wollte allein sein in ihrem Heim, wenn Lillino Arme sie wieder umschlangen. Zitternd, mit schwankende Knien, eilte sie heimwärts und schloß sich in ihre Hütte ein.. Die Ausschiffung gestaltete sich zu einem erschütternden Er eignisse. Der Freudenjubel schlug jäh in Mitleid über, an gesichts der blutlosen Gesichter dieser vom Tod Auferstandenen die mit von Fieber vergrößerten Augen, das Antlitz von En behrungen abgezehrt, krampfhaft zu lächeln suchten, um ein Mutter, eine Schwester oder eine Braut zu beruhigen. Ein rasch unterdrückter Schrei des Entsetzens wurde laut als der kleine Sandrino, der Sohn der Beppa, von zwe Kameraden geführt, mit leeren Augen und um sich tastender Händen erschien, geblendet durch die Splitter eines Geschosses Ein anderer schleppte sich mühsam auf Krücken einher, di Beine von einer Kartätsche abgemäht. Als aber die Reihea dem Bersagliere Frontini war, über die Landungsbrücke z schreiten, geschah es in so sieghaft spöttischer Haltung— au verwundetem Stolz— daß alle glaubten, er kehre heil un gesund zurück, so keck sah er aus, eingehüllt in seiner schwarzel Pelerine, den Filz auf dem Ohr. Der Federbusch vom Auer hahn überschattete sein gebleichtes Antlitz, das noch den reine Typus der griechischen Rasse auswies, der keine Seltenhei unter der kapresischen Bevölkerung bildet. Frühere Kameraden eilten herbei und wollten ihm die Han) drücken oder ein Gespräch anknüpfen, aber er wandte sich hastig zur Seite und wehrte jede Annäherung stumm ab, so dar alle erstaunt über sein ungewöhnliches Benehmen ihm groß nach sahen. Seine sprechenden Augen suchten so angelegentlich nach einem bestimmten Antlitz in der Menge, daß viele ihm zuriefen „Die Mutter erwartet dich daheim! Sie ist zu schwach!“ Da ging es wie ein Zucken über sein Gesicht, so als ob ihn wie ein Blitz innerlich die Frage durchführe: Wie wird sie es ertragen?! Unwillkürlich schaute er nach Hülfe aus in seine Not, und ein Aufleuchten ging durch seine Augen, als sie Corcettas sehnenden Blick auffingen. Und beider Augen grüßten sich innig und faßten sich, wie der Anker den festen Boden faßt, wenn das Schiff im Hafen einkehrt. Nr. 30. konnte. Frauen und Kinder schrieen wie wahnsinnig, weil sie fast erdrückt wurden, und der neue Polizeipräfekt Hennion wurde von aller Welt verwünscht. Dechelette forderte eine Untersuchung und bessere Ordnung im nächsten Jahr vom Kriegsminister oder seinem Nachfolger. Es dürften weniger Karten ausgegeben und dann müßten bessere Maßregeln für die Ordnung getroffen werden. Präsident Deschanel versprach, sich mit mit Senatspräsidenten ins Einvernehmen zu setzen, entschuldigte aber von vornherein die Quästoren der beiden Kammern. Der Kriegsminister lehnte seinerseits jede Verantwortlichkeit ab, und damit war der Zwischenfall geschlossen. Das will heißen, daß die gleichen Mißbräuche nächstes Jahr wiederkehren werden. ** Massenaustritt aus der protestantischen Kirche wegen— Erhöhung der Hundesteuer! Wie man der Weserztg. Nr. 23984 aus Hamburg schreibt, haben dort 1400 Hundebesitzer in recht kurioser Weise gegen die Senatsvorlage betr. Erhöhung der Hundesteuer Stellung genommen. Durch Unterschrift haben sich die Vierzehnhundert verpflichtet, in dem Augenblick, wo die Bürgerschaft die Senatsvorlage annehmen sollte, aus der evangelischen Landeskirche auszutreten. Man darf gespannt darauf sein, wie sich die Hamburger Bürgerschaft dieser schlimmen Drohung gegenüber verhalten wird. Von der Hamburgischen Landeskirche selbst aber soll es uns, so bemerkt dazu das genannte freisinnige Blatt, nicht wundern, wenn sie mit der Kundgebung herauskommt, daß ihr an Leuten, die mit ihrer Anhänglichkeit an die Kirche derart„auf den Hund gekommen“ sind, gar nicht mehr viel gelegen ist. * ** Das Alter der Tiere. In der Schönbrunner Menagerie erreichte von verschiedenen Affen ein gemeiner Makak das Alter von 20 Jahren, ein Magot wurde 11 Jahre, ein Babuin 12 Jahre, ein gehaupter Kapuzineraffe 41 Jahre. Braunbären wurden in der Menagerie bis zu 22 Jahre, ein amerikanischer Baribal 20 Jahre alt. Ein im Jahre 1872 geschenktes halbjähriges Eisbärweibchen, das die österreichische Nordpolexpedition von Nowaja=Semlja mitgebracht hatte, war 1903 noch am Leben. Eine weibliche Gense, die im Jahre 1873 in die Menagerie gelangte, hielt bis 1898 aus. Zwei alte Inventarstücke der Menagerie waren ein weiblicher indischer Elefant und ein indisches Nashorn. Der Elefant war im Juni 1853 für die Menagerie angekauft worden. Das Nashorn war im Jahre 1855 nach Europa gelangt, ein Jahr darauf als etwa anderthalbjähriges Tier an die Schönbrunner Menagerie verkauft worden. Beide Tiere kamen dann, als es nach 1898 zum Neubau des Dickhäuterhauses kam, nach Breslau. Ganz erstaunliche Zahlen bekommt man bezüglich der Ausdauer verschiedener Raubvögel der Menagerie zu hören. Ein Fahlgeier lebte 117 Jahre, ein Aasgeier 101 Jahre, ein Steinadler 80 Jahre. Krontauben dauerten 49 bis 53 Jahre, Lach= und Felstauben 20 Jahre, afrikanische Strauße 18 Jahre, weiße Schwäne 21 Jahre. X ** Vagabunden des Ozeaus. Unter den Gefahren, die die den Ozean kreuzenden Ueberseedampfer bedrohen, stehen die Gespensterschiffe nicht an letzter Stelle. Diese Gespensterschiffe haben mit der Legende des Fliegenden Holländers nichts zu tun. Es sind wirkliche Fahrzeuge, deren Zahl sich Jahr für Jahr vermehrt und die bald eine Flotte vagabundierender Schiffe bilden werden. Man ersieht aus den Aufstellungen des Army and Navy Registers der Vereinigten Staaten, daß im Zeitraum von drei Jahren auf den von den Ueberseedampfern befahrenen Seewegen die Anwesenheit von 625 vagabundierenden Fahrzeugen festgestellt wurde, die als Zeugen unbekannter Schiffsunglücke ruhelos umherirren. Und diese Vagabunden verursachten in den Jahren 1887—1891 38 Zusammenflöße, von denen acht ernste Folgen hatten und sechs gar zum Untergange der angefahrenen Dampfer führten. Zu diesen offiziell festgestellten Opfern der Gespensterschiffe treten weiterhin die unbekannt gebliebenen Opfer von Schiffen, die infolge solcher Zusammenstöße mit Mann und Maus in den Wellen verschwanden. Man kennt zurzeit 56 Gespensterschiffe. Einige dieser gefährlichen Vagabunden sind dabei von recht stattlicher Gestalt. Als den furchtbarsten unter ihnen muß man den Wyer==Sargent bezeichnen, ein Schiff von 1500 Tonnen, das vor einigen Jahren auf der Fahrt nach Mexiko in einen Sturm geriet, der es entmastete, aber den Rumpf unbeschädigt ließ. Seither treibt sich das von der Mannschaft verlassene Wrack im Golfstrom herum und wäre um ein paar bereits dem großen Dampfer Asiatic Prince zum VerhängDas Mädchen streckte die Hände nach ihm aus, aber er blieb wie angewurzelt stehen und antwortete mit keiner Bewegung auf die bittende Gebärde. Wie aber Concetta sah, daß er ihre Hände nicht faßte, da durchzuckte eine wilde Ahnung ihr von Liebe geschärftes Empfinden. Eine angstvolle Frage weitete ihre Pupillen, und Frontinis todestrauriger Blick, der sich in männlicher Scham senkte, war ihr eine stumme Antwort. Er deutete mit den Augen nach der Contra della Torre, als wolle er ihr mit einer stolzen Kopfwendung begreiflich machen, daß er seine geheime Verzweiflung nicht hier, vor allem Volk, entblößen wolle... Concettina nickte ihm verständnisinnig zu, ließ die erhobenen Arme fallen und verharrte im stillschweigendem Einverständnis. Sie fühlte, daß ein Unglück über ihnen beiden schwebte, und ohne es noch genau zu kennen, ahnte sie doch dessen Umfang und drohte einen Augenblick darunter zusammenzubrechen...“ Sollte denn ihr ganzes gemeinsames Zukunftsglück in die Brüche gehen?— hatten die türkischen Geschosse auch ihre Hoffnungen ertötet? Während sie in dumpfes Brüten versunken blieb, hatte sich Frontini raschen Schrittes entfernt, ohne jemand die Hand hinzuhalten oder seinen Filz zu berühren, und alle glaubten ob seiner spröden Haltung, er habe wohl große Eile, heimzukommen. Nur Concettina suchte sein Benehmen zu ergründen, und Tränen rannen über ihre Wangen, als sie mit hellseherischem Herzen die Wahrheit streifte. Ahnungsvolle Trauer erfüllte sie. Da klopfte ihr ein heimgekehrter alter Soldat auf die Schulter und sagte mahnend und mit leisem Vorwurf:„He, Concetta! Die Braut eines Helden weint nicht.“ Da ging es wie ein Ruck über ihre Gestalt, sie hob das Haupt, und heimliches Frohlocken trocknete ihre Tränen. Sie war nur ein armes Mädchen, aber sie fühlte als Patriotin, und der Gedanke, daß ihr Angiolillo heldenmütig für die Heimat gekämpft und sich geopfert hatte, hob sie hoch über alle kleinlichen Bedenken hinaus. Ein heimlicher Plan keimte in ihrem erfinderischen Geist. Er war ein Held! Wohlan, so wollte sie ihm künftig in nichts nachstehen. Die Frauen brauchen kein Schlachtseld am Saum der Wüste, um sich täglich in Heldenmut zu üben. Und sie folgte ihm auf der aufsteigenden Straße, der Hütte zu. Lillino war voraus geeilt, und als er hart an seiner Mutter Colonia. sonntagsbellage zum Kölner Local-Auzeiger. nis geworden. Das Erscheinen dieser irrenden Wracks hat durchaus natürliche Erklärungen. Es braucht sich durchaus nicht immer um ein von der Mannschaft verlassenes Schiff zu handeln. Steuerlosigkeit, Mannschaftsverluste durch die Wellen oder an Bord ausgebrochene Seuchen können ein Schiff ebenso gut zu einem schwim menden Sarge verwandeln, der den begegnenden Schiffen Unheil bringt. Dazu kommen die Fälle von Meuterei, Plünderung und Raub, denen die Einsamkeit der Meere nur zu oft Schutz und Straflosigkeit sichert. Jede Nation beschränkt sich auf eine Ueberwachung der Küsten, aber die hohe See, wo die Zusammenstöße in erster Linie drohen, bleibt heute wie früher den verhängnisvollen Wracks überlassen. * (0) Ozeaubriefe. Die Neuregelung der Funkentelegraphie auf internationalem Wege, die am 1. Juli für die beteiligten Staaten in Kraft getreten ist, schreibt in Artikel 39 vor, daß Funkentelegramme von einer Küstenstation an ein Schiff oder von einem Schiff an ein anderes Schiff zur Weitersendung durch die Post von einem Anlaufhafen des empfangenden Schiffes aus übermittelt werden dürfen. Eine funkentelegraphische Weiterbeförderung ist bei diesen Funkentelegrammen unzulässig. Außer diesen international zugelassenen Telegrammen mit postalischer Zustellung besteht zurzeit noch eine besondere Einrichtung der deutschen Betriebsgesellschaft für drahtlose Telegraphie, die sog.„Ozeanbriefe“, und es erschien zweifelhaft, ob nach dem Intrafttreten dieser Bestimmungen diese noch zulässig sein würden. Der Ozeanbrief wird von dem Aufgabe=Dampfer drahtlos an ein in entgegengesetzter Richtung fahrendes Schiff übertragen und von diesem Dampfer der Post des ersten Anlaufhafens zur Weiterbeförderung übergeben. Der Ozeanbrief ist also ein Telegramm mit brieflicher Bestellung und zurzeit nur von Schiffen nach dem Lande zulässig, nicht umgekehrt. Die Reichspost= und Telegraphenverwaltung hat die Erlaubnis gegeben, daß diese Ozeanbriefe auch weiter ausgegeben werden können. Die Briefe haben sich beim Publikum bereits sehr gut eingeführt und erfreuen sich als Privattelegramme sehr großer Beliebtheit. Die Einrichtung hat bisher tadellos funktioniert und ermöglicht den drahtlosen Verkehr von allen deutschen Passagierdampfern mit Funkentelegraphie aus. Die Ozeanbriefe bestehen bereits über ein Jahr lang, und im Laufe des ersten Jahres sind etwa 5000 solche Briefe befördert worden. Sie haben auch den Vorzug einer groperen Villigkeit gegenüber den neuen internationalen Telegrammen, da nur 30 Worte 5 Mark kosten und außerdem 50 Pfennig für die Beförderung berechnet werden. J Die Ausgabe der nachgeprägten Jubilaumsmunzen. Die auf Beschluß des Bundesrats weiter ausgeprägten Jubiläumsmünzen — drei Millionen Erinnerungsmünzen zur Jahrhundertfeier der Erhebung Preußens und drei Millionen Regierungsjubiläumsmünzen— werden voraussichtlich erst Anfang Oktober zur Ausgabe gelangen, und zwar dürften dann die sechs Millionen Dreimarkstücke auf einmal herausgegeben werden. Gegenwärtig befinden sich die ersten drei Miltionen bereits in der Ausprägung, während die anderen drei Millionen erst von Ende August ab hergestellt werden. Der Königlichen Münze in Berlin werden je 1000 Stück Dreimarkstücke von beiden Münzarten überwiesen, damit sie für Sammler und Interessenten als sogenannte polierte Münzen zur Ausgabe gelangen können. Die ersten Fünfmarkstücke mit dem neuen Kaiserbildnis dürften erst Anfang des nächsten Jahres in den Verkehr gelangen. Von den 20 Millionen Fünfmarkstücke sind 54 Proz., also etwas über die Hälfte, in der Königlichen Münze zu Berlin mit dem neuen Kaiserbildnis herzustellen. Die ersten Münzen in laufender Ausprägung, die das neue Kaiserbildnis zeigen, sind soeben geprägte Zwanzigmarkstücke. Von diesen sind bereits 6 Millionen von der Königlichen Münze der Reichsbank überwiesen. Weitere drei Millionen werden jetzt folgen, und nach der Ablieferung dieser Summe werden vorläusig wöchentlich je anderthalb Millionen an die Reichsbank abgeliefert werden. Da die Reichsbank neue Münzen meist zurückzuhalten pflegt, ist es möglich, daß diese Geldstücke zunächst nicht in den Verkehr gelangen. 3 * 6 Ein Abflauen der Kino=Begeisterung in Berlin? Eine Berliner Korresondenz schreibt: Schon seit Monaten klagen die Kinobesitzer über schlechte Geschäfte, eine Erscheinung, die nicht nur durch die starke Konkurrenz, sondern auch durch die beginnende Unlust des Publikums, Kinovorstellungen zu besuchen, begründet wird. Der beste Gradmesser ist der geringere Verdienst der Filmfabriken Haus kam, stieß er mit dem Knie die halboffene Türe auf und sagte schlicht, als kehre er vom täglichen Fischgang zurück: „Tschau, tschau, Mama mia!“ Sie faltete die Hände hoch über den Kopf, als sie ihn erscheinen sah, so groß, so stark, so schön, und schloß jäh die Augen, wie geblendet von einer heimlichen Sonne. Stumm warf sie sich ihm an die Brust. Aber sie fühlte die Umschlingung seiner Arme um ihre Schulter nicht für die gewohnte, ersehnte Umarmung. Da befühlte sie abergläubisch mit fieberhaft tastenden Händen seinen ganzen Körper. Lillino ließ es geschehen, aber er war blaß geworden, wie wenn er sterben sollte. „Was hast du, figlio mio? Cosa’?“ stammelte sie im Angesichte eines Geheimnisses, das sie unwillkürlich erschauern ließ. Mit einer hastigen Gebärde, als ahne sie etwas Furchtbares, knüpfte sie die schwarze Pelerine auf, die eng um ihn geschlungen war— und dann ohne ein Wort, aber mit einem dumpfen Stöhnen, glitt sie an dem Körper ihres Sohnes entlang zu Boden, ohne daß er nur eine Bewegung machen konnte, um sie in ihrem Fall aufzuhalten! Sie fiel auf den Boden, mit erdwärts gewandtem Antlitz, wie vom Blitz getroffen beim Anblick der von Tüchern umhüllten Armstummel ihres Sohnes! Als er sich entsetzt über sie beugte, begriff er, daß der jähe Schmerz, der zu rasch auf die hohe Freude folgte, sicherer tötet, als arabische Geschosse— denn die hatten ihm nur die zwei Arme hart an den Schultern fortmähen können, im Augenblick, da er sie zur Rettung der Fahne ausstreckte. Plötzlich wandte er sich um, überrascht durch eine weiche Berührung seiner Schulter: Concettina, die leise und unvermerkt hinter ihm eingetreten war, hatte sich lautlos genähert, als sie die Verzweiflung des Mannes fühlte, und mit einem stummen, langen Blick, der alle Opfer der Liebe enthielt, umfaßte sie Lillino mit ihren zwei gesunden, nackten Armen, die künftig die Arbeit tapfer anpacken würden— für zwei! Vor dem Hause der Frontini fuhr indessen die Menge, die noch nichts von diesem Tod, von dieser Verstümmelung und von dieser Liebe ahnte, fort, ihre Freude über die Rückkehr der Söhne mit feurigen„Evvival Eyviva’Italia!“ auszudrücken... 27. Juli 1913. in den letzten sechs Monaten. Abgesehen von einigen großen Kinos, klagen fast alle Kinobesitzer über den Geschäftsgang. Viele haben für den Sommer ihre Etablissements geschlossen, da nicht die Leihjebühr einkommt. Mancher Kinobesitzer wäre froh, wenn er sein Kino infolge polizeilicher Anordiiung schließen müßte, da er in diesem Falle nicht für die Miete aufzukommen hätte; viele kleine und noch gutgehende Kinos im Norden Berlins fürchten aber für ihre Existenz. Das große Publikum wendet sich immer mehr vom Kino ab, das in seinen immer wiederkehrenden Motiven langweilig wirkt. Die Einnahmen der vier größten Berliner Kinounternehmungen sind ständig zurückgegangen, nicht allein der Steuer wegen, ondern weil das gutsituierte Publikum kinomüde ist. * ** Gebildetes Proletariat. Im Berliner Tageblatt finden wir unter den Stellengesuchen männlicher Personen folgende Anzeige, die deutlicher als lange Artikel und Statistiken beweist, wie groß die Not des gebildeten Proletariats in der Großstadt heute ist: „Dr. phil. sucht Stelle als Privatsekretär oder ähnliches. Geht auch als Chauffeur. Offerten unter Dr. phil.=, Postamt 5, Grunewaldstre Spiel= und Rätsel=Ecke Skat=Aufgabe. B(Mittelhand) spielte Null auf folgende Karten: t 10, t 8. t 7, c D. e 8, c 7, k K. k B, k 8. k 7. Das Spiel kann bei der vorhandenen Sitzung nicht verloren gehen. Waren aber p B und c B vertauscht, so ging es im sechsten Stich verloren. A und C haben gleiche Augenzahl in ihren Karten, letzterer in Coeur und Karo die gleichen Blätter, kein Treff und keine Sieben. Im Skat liegen t D und t B. Wie sind die Karten verteilt? Wie wäre nach der Vertauschung der Gang des Spiels gewesen? Oroblem„Italienische Nacht“. Silben=Einschalt-Rätsel. Zwei— lei— dir— sagt—. Willst— stets— weis— wan— Und— tor— nie— plagt—: Laß— glück— dei— her—, Nie— un— dei— magd—! frie— bo— stedt. An Stelle der Gedankenstriche sind die nachfolgenden 22 Silben bezw. Worte zu setzen. Ist dies richtig erfolgt, ergibt das Ganze einen Denkspruch und den Namen des Dichters. das das deln den drich du er ge ge glück heit heit laß in ne ne nie rin sein sein sein von. Bilder-Rätsel. Buchstaben-Rätsel. 1. Peter Mante. 2. Leo Raden. 3. Alma Sander. 4. Peter Tinn. 5. Tilli Raster. 6. Irma Anger. 7. Peter Hai. Aus vorstehenden Namen bilde man sieben Fremdwörter mit folgenden Bedeutungen: 1. Versart. 2. Pflanze. 3. Molch. 4. Harziges Oel. 5. Soldat. 6. Stoff zur Speisebereitung. 7. Heilmittellehre. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter benennen eine Beförderungsanstalt. Auflösungen der vorigen Sonntags=Beilage. Rösselsprung: Dorf. Ein ärmlich Haus hab' ich gesehn, Das Dach halb abgedeckt vom Wind, Die Mauern wollten nicht mehr stehn, Die Türe schief, die Scheiben blind. Doch hinter der Scheibe sorgfältig im Glas, Ein voller, duftiger Rosenstrauß.— Da hab' ich gedacht, und wißt ihr was? Es wohnt was Liebes in dem Haus. (Robert Prutz.) Magisches-Bildchen: 1. Steh' ich in finstrer Mitternacht. 2. In einem kühlen Grunde. 3. Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus. Buchstaben-Rätsel: Halle Spatz Winde Sodom Rupie Stamm Markt Peter Meise Greis.— Landpartie. Bilder=Rätsel: Viele Wenig machen ein Viel. (Nachdruck und Nachbildung aller Teile untersagt.) Verantwortlicher Redakteur: Jos. Bestler in Köln Rotationsdruck und Verlag von J. P. Bachem in Köln. Nr. 30. Zolonia. Sonntagsbellage zum Kölner Local-Anzeiger. 27. Juli 1913. „ Unsern Frauen 600000000 00 00 0 0 0 0 0 8 Zum Nachdenken. Suche über der Sonne, was du unter ihr nicht findest. Sollt' ich des Wegs unkundig geh'n, Und säh' da tausend Blinde stehn, Und einen Sehenden dabei, So früg ich den, wo die Straße sei. * Man vergibt alles dem, der sich selber nichts vergibt. E Spiel und Entwickelung. Es ist falsch, anzunehmen, das kindliche Spiel sei weiter nichts als ein für die Jugend angenehmes Mittel, die Zeit totzuschlagen. Und eine vollständig schiefe Auffassung wäre die Ansicht, das Spielen der Kinder schade diesen mehr als es ihnen nütze. Jeder Jugenderzieher hat Gelegenheit, wahrzunehmen, daß gerade die spiellustigsten Kinder die intelligentesten sind— oder werden! Das Spiel ist nur scheinbar das Gegenteil der Arbeit. Es bedeutet nur eine Ab- und Auslösung in der körperlichen oder geistigen(zumeist wohl beiderseitigen) Entwickelung des jungen Menschen. Spiel und Arbeit sind wohl in der Form sehr verschieden, aber gar nicht so unterschiedlich in ihrem Inhalte. Alle beide wecken und entfalten die Kräfte des Kindes, nur daß die Arbeit die einseitig nachdrückliche, strenge und bewußte, das Spiel dagegen die vielseitigere, allgemeinere, mildere und dazu unbewußte Betätigung ist. Die Arbeit zieht gleichsam mit einem starken Seile, das Spiel mit tausend zarten Fäden das Kind empor, und es mag hin und wieder sogar vorkommen, daß die Aufwärtsbewegung beim Spiele schneller vor sich geht als bei der Arbeit, wenn auch die letztere stets eine deutlichere Form des erzieherischen Resultates zeigen wird. Denken wir uns den Menschen als ein in der Entwickelung stehendes Bild, so liefert die positive Arbeit die Konturen, die freiere Lebensbetätigung(vor allem das Spiel) die zur„Ausfüllung“ dienenden Schattierungen des Bildes. Da die Arbeit immer mehr in der geistigen Leistung ihren Ausdruck findet, neigt das ergänzende Spiel immer mehr der körperlichen Leistung zu. Die Tatsache, daß die häuslichen Spiele und Beschäftigungen immer augenscheinlicher hinter allerhand Leibesübungen(Sport) zurücktreten, ist eine keineswegs zufällige Erscheinung, sondern ein notwendiges Ergebnis der Lebensbetätigung. Die Natur läßt sich nicht bändigen, nicht einseitig verschieben; der Ausgleich folgt wie das auslösende Gewitter gleich hinterher. Und das ist unser Trost und Heil! Fände dieser Ausgleich nicht statt, die Menschheit hätte sich schon tausendmal umgebracht! Will ein Kind spielen, so gebt diesem Naturdrange Raum. Der„Appetit“ ist nicht nur der natürliche Wegweiser in der Magenfrage. Ein Kind, das nicht mit voller Hingabe spielen kann, wird auch schwerlich später eine starke, frohe Lebensarbeit liefern. Der Ernst, mit dem ein Kind spielt, ist zuweilen noch tiefgründiger als der, mit dem es arbeitet, wenn auch der junge Körper beim Spiele hüpft, das Auge leuchtet, der Mund lacht und scherzt! Denn das Spiel ist ein von dem Kinde gewollter Zustand, den es mit Leib und Seele unterstützt. Die vorgeschriebene Arbeit aber wird nur zu gern als„Zwangsarbeit“ aufgefaßt und empfunden. Je selbständig-kräftiger der Wille ist, um so mehr! Damit soll aber nicht gesagt werden, daß man den Eigenwillen der Kinder unterstützen und befürworten soll. Das Kind muß früh lernen, fremden Wünschen strikt nachzukommen und den eignen Willen dem Willen des Erziehers unterzuordnen. Je härter das Arbeiten dem Kinde ankommt, um so süßer wird dann die Lust sein, sich im Spiele zu tummeln. Aber das Kind soll nicht mit Leib und Seele durch die Fesseln der Arbeit eingeschnürt werden; die nötige Bewegungsfreiheit ist dem jugendlichen Körper und Geist durchaus zu gestatten, wenn die Entwickelung eine gedeihliche sein soll. Laßt die Kinder spielen! So oft als möglich spielen! Beim einfachsten Ringelreihen werden leibliche und geistige Fähigkeiten geweckt, gefördert. Das simple Reifentreiben und Ballspiel schärft die Sinne, macht zielbewußt und kräftigt das Streben, es in der Spielfertigkeit vorwärts zu bringen. Und welche vielseitigen mütterlichen Instinkte bringt das Einbetten, Ankleiden, Herzen und Pflegen eines simplen Püppchens zur Entfaltung! Es ist ein durchaus ernst zu nehmendes Wort, wenn gesagt wird, das Mädchen wird einmal eine gute Kindermutter sein, das eine gute Puppenmutter gewesen ist! Vieles Spielen führt zu einer guten geistigen Auffassung, macht aber auch körperlich geschickt und begabt. Leider nur werden die Fertigkeiten der Hand und des Fußes in unserem geistig überbürdeten Zeitalter noch viel zu wenig gewürdigt, wenn es auch schon in dieser Beziehung, wie unser vielseitiger Leibessport beweist, um vieles besser geworden ist. Ein flotter Schlittschuhläufer, ein munterer Schwimmer und Turner sind gegenüber eines kleinen Weisheitshelden nicht zu verachten, wenngleich immer die geistige Beschäftigung an erster Stelle stehen wird und soll. Doch was nützt alle Klugheit und alles Wissen, wenn dabei der Körper vernachlässigt wird? Ach, und das Spiel ist so vielseitig bildend und schon allein als ausgleichender Faktor für die geistige Entwickelung unentbehrlich! Darum laßt die Kinder spielen,— je mehr, desto besser. Gartenarbeit und Blumenpflege N Der Rosengarten. „Rose, du bist der Blumen Königin,“ sagt schon der griechische Lyriker Anakreon. Nach einer griechischen Sage soll die Rose bei der Schöpfung der Aphrodite entstanden sein. Als die Göttin der Liebe und Schönheit dem Meere entstieg, verwandelte sich der Schaum des Wassers in einen Rosenstrauch, und träufelnder Nektar zauberte prachtvolle Rosen hervor. Diese ersten Rosen waren von weißer Farbe. Als später Aphrodite dem verwundeten Adonis, ihrem Geliebten, zu Hülfe eilen wollte, verletzte sie sich den Fuß, und das aus der Wunde strömende Blut färbte die weißen Rosen rot. Die Rose hat bis zum heutigen Tage ihre Herrschaft unter den Blumen siegreich behauptet, trotzdem der Reichtum vieler herrlicher anderer Blüten ihr den Rang streitig zu machen sucht. Sie ist in unserer Zeit nicht nur Lieblingsblume, sondern auch Modeblume geworden, und in zahllosen Züchtungen vertreten. Darum sucht man die mannigfaltigsten Arten und Sorten in einer größeren Gartenanlage zu vereinigen, und so entsteht der Rosengarten oder das Rosarium. Der Rosengarten bietet den Vorteil, daß die Rosen in der Art der Zusammenstellung besser zur Geltung kommen und leichter übersehen werden können, als wenn sie einzeln und zerstreut hier und dort im Garten herum stehen. Die Wirkung ihrer Schönheit wird dadurch erhöht, und die Kultur wesentlich erleichtert. Leider entfalten in unserem Klima die Rosen nur in einer verhältnismäßig kurzen Zeit ihre volle Pracht, und erst im Juni beginnt die Rosenblüte einzusetzen. Darum ist es ratsam, in einem Garten nicht ausschließlich Rosen anzubringen, sondern die Rosen nur als Leitmotiv zu verwenden oder das Rosarium als Teil einem größeren Garten anzugliedern. Im letzten Falle würde man den Mittelpunkt hauptsächlich den Edelrosen anweisen und für die Umrahmung Trauer=, Rank= oder Wildrosen benutzen. Die Aufteilung der Flachen bei einem Rosengarten soll klar und einfach sein, und strenge geometrische Formen, sowie straffe Einteilungsollen ihr zugrunde liegen. Immergrüne Hecken, die streng im Schnitt gehalten werden können, und Nadelhölzer sollen den Rahmen bilden, der auch vor und nach der Rosenblüte den Eindruck der Armut an Schönheit und Farbenpracht abschwächt. Durch Terrassierungen und Böschungen kann man im Rosengarten stets neue abwechselungsreiche Bilder schaffen. Kunstgegenstände in der Form von Brunnen, Vasen oder Statuetten tragen zur Abwechselung und Belebung ebenfalls bei, wenn sie richtig gewählt und an geeigneten Stellen eingefügt werden. Ein Hintergrund aus Bäumen, besonders aus Nadelhölzern verschönert das Gesamtbild noch wesentlich. Dieser Hintergrund bietet zugleich Schutz gegen rauhe Winde und Blachfröste. Allerdings muß dabei vorausgesetzt werden, daß die Rosenanlage außerhalb des Wurzelbereiches der Bäume bleibt und keinen Ueberschatten von diesen erhalt. Eine seitliche Beschattung durch andere Pflanzen kann dagegen nur erwünscht sein, da brennende Mittagssonne den Rosen nicht zuträglich ist. Die Ansprüche, welche ein Rosengarten an den Boden stellt, sind: Tiefgründiges, sorgfältig rigoltes, humusreiches, kalkhaltiges Erdreich, das einerseits natürliche Feuchtigkeit enthält, anderseits im Frühjahr leicht und schnell sich erwärmt. Im Sommer kann die Erdoberfläche gegen zu starkes Austrocknen durch eine künstlich aufzubringende Humusdecke geschützt werden. Peinliche Sauberkeit von Unkraut, vorzügliche Pflege der Rasenflächen muß obwalten, Abschneiden der verblühten Rosen sowie Abfegen der abgefallenen Blätter sollen zu den regelmäßigen Arbeiten gehören. Bei der Bepflanzung des Rosengartens soll ein möglichst vollkommenes Bild der Mannigfaltigkeit der Arten und Sorten geschaffen werden. Einförmigkeit sowie Eintönigkeit in den Farben sind daher zu vermeiden. Auch müssen die verschiedenen Rosenrassen ihren charakteristischen Eigentümlichkeiten entsprechend angewandt, im Garten verteilt und angeordnet werden. Da muß man die Rose erschauen können in all den mannigfaltigen Möglichkeiten ihrer Schönheit. Da kann es Rosenbänke, Rosenlauben, Rosenpfeiler, Rosengänge, Rosenbrunnen, Rosenbogen, Rosenkörbe, Rosenhecken und Roseneinfassungen geben. Für alle diese Zwecke gibt es Arten und Sorten, die sich besonders gut eignen. Man hat Hochstamm, Halbstamm, Zwergstamm, niedrige wurzelechte und veredelte Rosen, Rank-, Kletter=, Busch=, Pyramiden= und Trauerrosen. Die Zahl der Farbenabstufungen ist unendlich groß, da gibt es rot, rosa, gelb in allen erdenklichen Tönen. Ein vor mir liegender Rosenkatalog führt etwa 7000 verschiedene Rosenarten an. Bei der Rose hat, wie bei zahlreichen anderen Blumenarten, der Grundsatz zu gelten: Sorten und Farben nicht nach Willkür zusammen zu verwenden. Ein buntes Rosenbeet ist meistens häßlich, da kann die Königin Rose sogar banal wirken. Ein rundes Beet ausschließlich mit hochstämmigen Rosen bepflanzt, stört oft mehr als es den Garten schmückt, man sieht zu sehr durch die hohen Stämme, welche nackt und kahl erscheinen, hindurch. Rosenhochstämme sind daher am besten auf langen Rabatten zu verwenden, mit Zwischenpflanzung von Buschrosen, Stauden oder Sommerblumen. Besonders gut zu Rosen passen Lilien, Gladiolen, Reseden und Nelken. Hochstämme von 1,50 bis 2 Meter Höhe sind nur mit Vorsicht anzupflanzen; man will die Rosen dem Auge näher haben. Diesem Zwecke wird der sogenannte Halbstamm von 0,50 bis 1 Meter Höhe gerecht. Mit seiner Hülfe kann man leicht Höhenabstufungen im Rosengarten schaffen, die stets von guter Wirkung sind. Wer unter Rosen wandeln will, kann die verschiedenen Schlingrosen zur Bekleidung von Bögen, Spalieren, Lauben, Pergolen aupflanzen. Bei der Anlage der Pergola verwende man ausschließlich leichtes offenes Holzgitterwerk; der Beschauer kann die Rosen dann auch von unten bewundern, weil sie durch das Gitter hindurch ranken. Den Schlingrosen nahe verwandt sind die neuerdings wieder mehr aufkommenden Wildrosen. Es gibt kaum etwas im großen Pflanzenreiche, was der Ueppigkeit und Eleganz eines Strauches der rosa multiflora gleichkäme. Auch die anderen Rosen dieser Gattung, die Zimmetrose, die schottische Zaunrose, Kapuziner und Rugosa, die uralte Centifolia, die Villosa und die Moosrose sind von ausgeprägter Eigenart und prächtiger Schönheit. Nach dem Verblühen zieren viele noch durch ihre leuchtenden Früchte. Das größte und reichhaltigste Rosarium befindet sich in „Der Mensch ist mir unsympathisch!“ KRRRRN FBezi * Botenzi * Sonntag 2 Köln 40 * monatli 22 illustriel 8 Welt ur „ B # Postbe: Ausgal K m.5 *(2m0 * Ausgal Welt # Bild KKRRNN Wie oft hören wir es nicht von der einen oder anderne aussprechen, und es wird zum geflügelten Wort. Wie manch mögen wir nicht selbst gesagt haben:„Der Mensch ist mir sympathisch, ich kann mir nun einmal nicht helfen, er hat im Leben nichts getan, aber, ich mag ihn nicht!“ Und da tr wir denn mit einem gewissen Vorurteil an gewisse Men heran. Vielleicht auch gehen wir achtlos an ihnen vorüber, übers sie geflissentlich. Schlimmer, wenn wir sie mit verletzer Gleichgültigkeit oder gar mit Kälte behandeln. Ein liebl Blick tut ja schon viel— ein spöttischer Zug um den Mund eine verächtliche Bewegung— wird von dem„Unsympathisch bitter empfunden. Und doch, wie oft tun wir da unrecht!— Wie manche glänzende Erscheinung mit lächelndem Ge###lt. 20 birgt viel innere Hohlheit und einen häßlichen Charakter, wir wissen es ja aus eigener Erfahrung, daß gerade umgete ein rauhes, unsympathisches Aeußere manch edlen Kern in trägt. Nur gedrückt ist die Seele dieses Menschen, durch Ungunst der Verhältnisse und die tausend Widerwärtigkei des Lebens, verbittert durch die Kälte und Lieblosigkeit Welt! Alles Gute, Schöne, verbirgt dieser Einsame ängst vor den Menschen, das Harte, Schroffe tritt uns in die Aug Und danach unser Urteil! Und was wird uns nicht alles zugeflüstert!— Nicht von Menschen zu reden, bei denen kleinlicher Neid und niedr Klatschsucht die Triebfeder zu ihren Handlungen sind— von jenen im Grunde guten, oberflächlichen Menschen, die m aus Bosheit, nein, aus Gedankenlosigkeit den Klatsch, der ihr zugetragen wird, weitergeben, die zu bequem sind, zu prü und zu wägen und eins nicht bedenken— das schnelle Urt der Menge. Kaiser Wilhelm II. hat einmal gesagt:„Wir haben Pflicht, jeden Menschen für gut zu halten, so lange er uns n das Gegenteil beweist.“ Es ist nicht schwer, auf geradem, blumenreichem Pfad Bahn der Tugend zu wandeln. Da schauen wir voll Stolz1 Ueberhebung, in der Gewißheit unserer Stärke vom sich 2 Zu Durch Zundesrat keichsversit jacht und krankenkas sis zum 3 sie Vertret ung der 2 chehen mu Hafen des Geborgenseins auf jene, die im Sturme st###inisters tur Wissen wir, wieviel sie gekämpft und gelitten, ehe der sie knickte? Nicht Kälte und Verachtung, etwas mehr, Verstehen Entschuldigen für fremde Mängel, etwas mehr„Liebe“, u wie rasch ist die goldene Brücke geschlagen von Herzen Herzen. Ein dankbarer Blick, ein warmer Druck der Hand uns des Lohnes genug. Sagen wir darum nicht so leicht:„T eine oder andere Mensch ist mir unsympathisch!“ * H. L ö 'Hay bei Paris. Jules Gravereaux, der bekannte Rosenfreun legte es im Jahre 1897 unter Aufwendung großer Kosten a und allmählich wurde diese Anlage zur vollständigsten Rose sammlung der Welt. Berühmt ist auch das Rosarium des Vereins deutscher Rose freunde bei Erfurt, sowie das des Freiherrn von Lade Monrépos bei Geisenheim a. Rh. Das Rosarium der Gro herzogin von Luxemburg auf Schloß Königsstein im Taunus ebenfalls bemerkenswert, ebenso wie die Rosenanlagen in d Flora zu Charlottenburg und des Tiergartens in Berlin. Diese Rosengärten sind mit vieler Mühe und einem große###ewählt Kostenaufwend angelegt worden, solchen Ansprüchen kann natürli nicht jeder Sterbliche gerecht werden. Viele begeisterte Rosert freunde müssen sich mit kleineren Rosengärten begnügen, jedoch durch geschickte Anordnung besonderen Reiz erhalten könnent##ach Phantasie, Schönheitssinn und persönlicher Geschmack könnet#anden hier nicht durch Menge und Größe, sondern durch geschick Anordnung auch im Kleinen etwas hervorragend Schönes leiste# sruckt im 223) ung mit Um den die Beteil stände der sicht um nnungsk es Mo er Mitgl vertreter instimme Ferner eter Er 1913 vor Nach d Musterwo Vertreter den Auss zur Anfe ganzen u bis der ch Bekämpfung von Blattläusen und an Rosenstöcken. Zur Bekämpfung der Blattläuse gibt es eine Anzahl brauch barer Mittel; das beste ist die Bespritzung mit der bekannte Quassia=Seifenbrühe, die man leicht selbst sich bereiten kann. ihrer Herstellung werden 1,5 Kilogramm Quassiaspäne etwa!! Stunden lang in 10 Liter Wasser eingeweicht, und dann ein halbe Stunde aufgekocht. Nach weiteren 24 Stunden gießt ma die Lösung von den Spänen ab. Gleichzeitig löst man 2,5 Kill gramm Schmierseife ebenfalls in 10 Liter Wasser, und brin darauf den konzentrierten Quassiaauszug mit der Seifenlösu in 80 Liter Wasser unter kräftigem Umrühren zusammen. Di so bereitete Brühe ist lange haltbar. Man spritzt sie mit eine kleinen Gartenspritze auf die Blattläuse. Quassiaholz ist zu Preise von etwa 1,50 M. in den Apotheken und Drogenhandlung erhältlich. Zur Bekämpfung des Mehltaues der Rosen, der durch eine Pilz(Sphaerotheca pannosa) hervorgerufen wird, ist das Be stäuben mit Schwefelpulver zu empfehlen. Das Mittel nü allerdings nur dann, wenn es vorbeugend angewendet und öfter wiederholt wird. Ist die Krankheit einmal aufgetreten, soi eine Heilung vermittelst des Schwefelns nicht zu erwarten; woh aber wird die völlige Zerstörung der befallenen Blätter auf gehalten, und die Uebertragung des Pilzes auf das nachwachsend Blattwerk verhindert. Noch wirksamer als Schwefel hat da Schwefelkalium sich erwiesen. Man verwendet davon etwa 20 Gramm auf 100 Liter Wasser, dem man zur Erhöhung d Benetzungsfähigkeit der Brühe 2½2 Kilogramm Schmierseife zu setzt. Eine solche Brühe tötet auch verschiedene tierische Schädling ab. Im Spätherbst sind alle vom Mehltau befallenen Trieb abzuschneiden, und ebenso wie die Blätter des infizierten Rosen stocks zu verbrennen. handen durch ein zur RVS Es muß organe 1 nungen Satzung rungsan Die 6 (Kreista gemäß kassen meinsam werden Gange kasse w verband worden stehende den Ges der Sa Genehm Satzung Betri weil di kranken gleichw die Ne Ortstr lassene nung Alsda bei de treter scheher kran versan sichert dabei denn anwei wählt