Nr. 27. Fernspr. Geschäftstelle Preitestraße 85: A 663. 920 6652s. Köln. Montag, 27. Januar 19/3. 26. Jahrgang. Heute 12 Seiten. Bierstall Von Donnerstag(Weiberfastnacht) bis Aschermittwoch in allen Restaurationsräumen Karnevalistische Konzerte. Festdiners: Sonntag, 2. Februar, von 1 Uhr ab, Gedeck 4 M. Rosenmontag, 3.„„ 4½„„„ 6 M. Dienstag, 4.„„I„„„ 4 M. Tischbestellungen rechtzeitig erbeten. = Dinerkarten gelten als Passepartouts für alle 3 Tage. Inn Frühschoppen-Konzerte bei Bier. = Reichhaltige Speisenauswahl nach der Karte. Aschermittwoch grosses Fischessen. Deutscher Ring 5 Restaurant Promenade Samstagabend Inauguration des Karnevals. Sonntag, den 2. Februar... M..00 Fest.Dina Rosenmontag, den 3. Februar M..00 Fernspr. A 6579. Dienstag, den 4. Februar... M..00 Vornehmes karnevalistisches Konzert und Ueberraschungen. Aschermittwoch Sroßes Fischessen. Tischbestellung rechtzeitig erbeten □ Kaisers Geburtstag in Köln. (A) Köln, 27.Jan.1913. Der Kaiser begeht heute unter Anteilnahme des ganzen Reichs und jener Deutschen, die, über die ganze Welt zerstreut, sich die Liebe und Verehrung für den Herrscher treu bewahrt haben, die Feier des 55. Geburtstages. Auch die Bürger Kölns feiern freudig und voll von den herzlichsten Wünschen für den geliebten Monarchen den bedeutsamen Tag. Die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser tragen Flaggenschmuck und in der ganzen Stadt herrscht echte Festesfreude. Allein der Glanz und die Weihe dieses Tages werden nicht in äußerer Zier, nicht in wehenden Fahnen und Wimpeln sich erschöpfen— höher, dauernder als der äußere Schmuck steht die Gesinnung, welche die Bürger Kölns beseelt, die treue Anhänglichkeit an den obersten Träger der Reichsgewalt und das unerschütterliche Vertrauen auf seinen ritterlichen Sinn, seine echten Herrschertugenden. Fürst und Volk umschlingt hier in Köln das feste Band des Vertrauens und der Treue.—— Von den Türmen der zahlreichen Kirchen ertönte gestern abend feierliches Geläute, durch die mächtige Stimme der Kaiserglocke beherrscht. Der große Zapfenstreich, der um 8¼ Uhr begann, leitete die öffentlichen Feierlichkeiten ein. Sämtliche Spielleute und Militärkapellen der Garnison, unter Leitung des Obermusikmeisters Trenks, von zwei Kompagnien begleitet, bewegten sich vom Neumarkt durch Richmodstraße, Berlich, Mohrenstraße, Gereonsdriesch, Gereonshof, Hohenzollern- und Habsburgerring, Schaafenstraße, Marsilstein, Apostelnkloster zum Neumarkt zurück. Der Zug benutzte wegen des Straßenbahnverkehrs auf dem Ring die rechte Straßenseite. Die Osthälfte des Neumarktes (innere Baumreihe) war von.45 Uhr bis zum Schluß des Zapfenstreichs abgesperrt. Nach Rückkehr auf den Neumarkt wurde der vorgeschriebene Choral geblasen und dann zum Gebet geschlagen. Der Zapfenstreich des 16. Infanterieregiments erfolgte in Mülheim. Eine große Menschenmenge geleitete den Zug durch die Straßen. Der Morgen des heutigen Tages, an dem das traditionelle prächtige„Kaiserwetter“ herrscht, wurde eingeleitet durch großes Wecken, beginnend um 7 Uhr. Die Spielleute und Hoboisten des 65 Regiments zogen vom Neumarkt aus über Rich modstraße, Berlich, Zeughausstraße, Kattenbug, Gereonstraße, Christophstraße. Kaser=Wilhelm=, Hohenzollern=, Habsburger Ring, Hohenstaufen=Ring, Barbarossaplatz, Weyerstraße, Mauritiussteinweg, Laach und zurück zum Neumarkt. Das Trompeterkorps des Feldartillerie=Regiments Nr. 59 ritt ab Riehler=Platz über Riehlerstraße, Deutschen und Hansa=Ring, Ritterstraße, Eintrachtstraße, Eigelstein, Machabäerstraße, Kaiser=Friedrich=Ufer, Deutscher Ring, Riehlerstraße zurück zum Ausgangspunkt. Die Hoboisten der Pionier=Bataillone Nr. 7 und 24 marschierten ab Kaiser=Friedrich=Ufer über Trankgasse, Hohestraße, Hohe Pforte, Mühlenbach, Malzbüchel, Heumarkt, Obenmarspforten, Unter Goldschmied, Am Hof, Domhof bis Kaiser=Friedrich=Ufer. Die Hoboisten des Fußartillerie=Regiments Nr. 7 zogen von Kaserne VII am Zugweg über Chlodwigplatz, Severinstraße, Waidmarkt, Blaubach, Perlengraben, Ulrichgasse, Sachsenring, Metzerstraße, Wormser Platz, Drachenfelsstraße und zurück zur Kaserne. Kalk erfolgte das Wecken durch Spielleute und Musik des 53. Regiments und in Mülheim durch die des 16. Regiments und schließlich in Deutz durch das Trompeterkorps der Kürassiere. Die kirchlichen Im Dom begann das feierliche Pontifikalamt um.30 Uhr. Herr Weihbischof Dr. Müller zelebrierte es. Im Chor waren Bänke für die vom Domkapitel geladenen Vertreter der Behörden usw. aufgestellt; es waren u. a. anwesend: die Vertreter der Staats= und Reichsbehörden, der Oberbürgermeister, die katholischen Beigeordneten und Stadtverordneten, die Vertreter der Konsularkorps usw. In der Vierung hatte der Katholische Beamtenverein mit Fahne Aufstellung genommen. Der Domchor sang die Missa de Ascensione Domini fünfstimmig(Sopran— Alt— Tenor, I und II— Baß) von Ignaz Mitterer; zum Offertorium„Benedictus sit“ für vierstimmigen Männerchor von C. Cohen und das Tedeum vierstimmig mit Orgel von Domkapellmeister J. Schulte. Die evangelischen Vertreter der Behörden wohnten dem Festgottesdienst in der Cyristuskirche bei. In der Synagoge in der Glockengasse fand ebenfals feierlicher Gottesdienst statt. Die Militärgottesdienste wurden abgehalten: für die katholischen Angehörigen der Armee um 10.30 Uhr in der Minoritenkirche(Divisionspfarrer Meyer), Musik des Fußartillerieregiments Nr. 7: 7 um 10.45 Uhr in der alten katholischen Pfirrkirche zu Deutz (Divisionspfarrer Vaassen), Musik des Kürassierregiments Nr. 8; für die evangelischen um 10 Uhr morgens in Garnisonkirche (Divisionspfarrer Lic. Klingenburg), die Musik stellte das 65. Regiment; um 9 Uhr in der neuen evangelischen Kirche zu Mülheim(Divisionspfarrer Benze), Musik des 16. Regiments; um 9 Uhr in der evangelischen Kirche zu Kalk(Divisionspfarrer Orthmann), Musik des 53 Regiments; die israelitischen Mannschaften wohnten dem Gottesdienst in der Synagoge in der Glockengasse bei. Beim katholischen und evangelischen Gottesdienst waren die enthüllten Fahnen und Standarten vor den Altären aufgestellt. Die Parade auf dem Neumarkt. Um 12 Uhr begann die Parade auf dem Neumarkt. Die verschiedenen umliegenden Straßen waren ab 11½ Uhr militärisch abgesperrt. Die Parade kommandierte der Kommandeur der 27. Infanterie=Brigade, Generalmajor Fleck, der auch die Aufstellung der Truppen und Kriegervereine regelte. Die Front der Kriegervereine, vor der im vorigen Jahre das Landwehr=Offizierkorps stand, blieb diesmal frei. Dem Jungdeutschland=Bund war hinter den Truppen an der Nordseite des Neumarkts Platz angewiesen. Beim Erscheinen des Gouverneurs wurde auf das Kommando des Kommandeurs der 27. Brigade präsentiert und der Präsentiermarsch geschlagen. Der Gouverneur brachte dann das Kaiserhoch aus. Gleichzeitig gab das Fußartillerie=Regiment Nr. 7 die vorgeschriebenen 101 Salutschüsse ab. Nach. Abschreiten der Fronten erfolgte der Parademarsch in Richtung Schildergasse. Sofort nach der Parade war Paroleausgabe, während der die Kapelle des 53. Infanterie=Regiments spielte. Dem militärischen Schauspiel wohnte eine große Menschenmenge bei. Das Festmahl auf dem Gürzenich. Heute nachmittag nach 2 Uhr begann im großen Saal des Gürzenich das übliche Festessen, an dem sich die Spitzen der Behörden und Angehörige aller Kreise der Bürgerschaft beteiligten; es waren gesen 800 Gedecke aufgelegt. An der Ehrentafel saßen in der Mitte einander gegenüber der Oberbürgermeister Wallraf und Gouverneur General der Infanterie von Westernhagen. Rechts vom Gouverneur saßen Prinz Man. von Sachsen, regierungsrat Senden, Oberforstmeister Ramsthal, Oberregierungsrat Dr. Porcher, Gottlieb von Langen, Konsul Tunlap, Geheimer Justizrat Heiliger, Stadtverordneter Justizrat Dr. Bock, Justizrat Dorst. Links vom Gouverneur hatten Platz genommen: Hr. Generalleutnant Heinrich, Regierungspräsident Dr. Steinmeister, Geh. Kommerzienrat Dr. vom Rath, Kapitularvikar Prälat Dr. Kreutzwald, Generalmajor von Storch, Landgerichtspräsident Geh. Oberjustizrat van Erkelenz, Polizeipräsident von Weegmann, Geh. Justizrat R. Esser, Kommerzienrat L. Hagen, Domkapitular Dr. Steffens, Oberpostdirektor Gunsenheimer, Oberstleutnant Lindemann, Oberregierungsrat Leußing, Ober= und Geh. Regierungsrat Dr. Kiesen, Kommerzienrat Heimann, Oberbaurat Everken, Oberregierungsrat Dr. Finger, Oberregierungsrat Mahrenholz, Direktor Dr. Vogels, Kriegsgerichtsrat Vogeler, Präses Presbyterii Pfarrer Beckey, Major Frodien. Zur rechten Seite des Oberbürgermeisters saßen: Hr. General= leutnant Riemann, Generalkonsul von Borhek, Stadtverordneter Thönnissen, Geh. Kommerzienrat Heidemann, Generalmajor Polster, Senatspräsident Geh. Ober=Justizrat Michaelis, Geh. Kommerzienrat Vorster, Generaloberarzt Dr. Parthey, Senatspräsident von Lütcken, Oberregierungsrat Fink, Generalkonsul Dr. Milazzo, Kommerzienrat A. von Guilleaume, Superintendent Pfarrer Schmidt, Ober= und Geh. Baurat a. D. Esser, Oberpostrat Sieblist, OberRegierungsrat Flogertzy, Ober= und Geh. Baurat Uhlenhut, OberRegierungsrat von Görschen, S. Alfred Freiherr von Oppenheim, Erster Staatsanwalt Dr. Spelthahn, Rabbiner Dr. Frank, Major Leinweber. Links vom Oberbürgermeister saßen: Oberzolldirektons=Präsident Wirklicher Geh. Ober=Finanzrat Koreuber, Stadtverordneter Kyll, Generalmajor von Zastrow. Weihbischof Dr. Müller, Generalmajor Ilse. Geh. Oberfinanzrat Triest, Reichsgerichtsrat a. D. Remelé, Senatspräsident Lindemann, Senatspräsident Kiel, Domkapitular Professor Cohen, Konsul Nießen, Stadtdechant Tils, Studiendirektor Prof. Dr. Eckert, Oberbaurat Strasburg, Oberregierungsrat Zapf, Beigeordneter Ischirnt, Landrat Minten, Stadtverordneter Froitzheim, Justizrat Dr. Sauer. Den Trinkspruch auf den Kaiser brachte diesmal Gouverneur General von Westernhagen aus. * Die Bürgergesellschaft hat abends um 6 Uhr ein großes Fest, mit dem sie die Eröffnung der neuen Gesellschaftsräume verbindet. Bei der um halb 9 Uhr im Viktoriasaal stattfindenden Kaisersgeburtstagsfeier des Kreis=Krieger=Verbandes werden die Herren General der Infanterie Exzellenz von Westernhagen, Gouverneur von Köln, Regierungspräsident Dr. Steinmeister und Oberbürgermeister Wallraf Ansprachen halten und der Kölner Liederkranz auserwählte Chöre zum Vortrag bringen. Das Festspiel Für's Vaterland behandelt die Opferfreudigkeit des preußischen Volkes und das Erwachen des deutschen Einheitsgedankens im Jahre 1813. Die Studentenschaft der Handelshochschule begeht den Geburtstag des Kaisers durch einen Festkommers, der abends 9 Uhr im großen Saale des Gürzenich stattfindet. * Feierlichkeiten in Berlin. Berlin, 27.Jan.1913.(Drahtber.) Die Kaisersgeburtstagsfeier begann heute vormittag um 8 Uhr mit einem großen Wecken im Schloßhof. Die Trommler schlugen Wirbel und die Regimentskapelle spielte das Niederländische Dankgebet, von der Schloßkuppel blies ein Trompeterkorps mehrere Choräle. Alsdann marschierten die Musikkorps zur Reveille durch die Straße Unter den Linden. Der Kaiser erschien am Fenster seines Arbeitszimmers und wurde vom Publikum lebhaft begrüßt. Der Kaiser nahm zuerst die Glückwünsche der kaiserlichen Familie, dann die des engeren Hofes und des Hauptquartiers entgegen. Die Prinzen und Prinzessinnen des königliches Hauses, deutsche Bundesfürsten und andere höchste Gäste waren diesmal wegen der Erkrankung des Prinzen Adalbert, dessen Befinden besser ist, auf besonderen Wunsch des Kaisers nicht erschienen. Nur die beiden Schwestern des Kaisers waren aus Cronberg und Bonn mit ihren Gatten eingetroffen. s Das Neueste vom Tage Das Befinden des Prinzen Adalbert. Berlin, 26.Jan.1913.(Drahtber.) Ueber das Befinden des Prinzen Adalbert ist folgender Bericht ausgegeben worden: Prinz Adalbert hat letzte Nacht mit kurzen Unterbrechungen gut geschlafen und fühlt sich heute morgen frischer. Temperatur morgens 8 Uhr 36,3, Puls 72. Die Lungenerscheinungen sind in weiterem Rückgang begriffen. Der Krieg auf dem Balkan. * Abbruch der Londoner Verhandlungen.(Drahtbericht.) London, 26.Jan.1913. Die Balkandelegierten haben beschlossen, die Verhandlungen abzubrechen. * Z u r H a l t u n g d e r G r o t z m ä c h t e.( D r a h t b e r i c h t.) Berlin, 26.Jan.1913. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Soweit die neuen Ergebnisse in Konstantinopel von der europäischen Presse mit Ernst und Einsicht gewürdigt werden, tritt überall der Gedanke hervor, das Wichtigste für die weitere Behandlung der Orientwirren sei die Bewahrung der Einigkeit unter den Großmächten und die Fortsetzung ihrer gemeinsamen Arbeit zur Wiederherstellung des Friedens. Dazu gehört vor allem das Festhalten an der bisher beobachteten Neutralität. Tatsächlich besteht kein Grund zur Annahme, daß einzelne Mächte das Konzert verlassen wollen, um in die Entwickelung der Dinge im Orient nach eigenem Ermessen einzugreifen. Für ein gemeinsames Auftreten Europas kommen Zwangsmaßregeln gegen die Türkei nicht in Frage. Sie würden mit den Grundsätzen der Neutralität nicht in Einklang stehen, und könnten bedenkliche Folgen haben. Es bleibt, im Interesse der Einigkeit unter den Großmächten, nur das Weitergehen auf dem Wege geKarneval 1913 Die Geschäfte dürfen am KarnevalsSonntag bis abends 7 Uhr geöffnet sein. Schluss der Annahme von Anzeigen für den Kölner Local-Anzeiger für die Sonntagsausgabe am Samstagnachmittag 3 Uhr. Die letzte Ausgabe des Kölner Local-Anzeigers vor den Karnevalstagen erscheint am Sonntagmorgen, 2. Februar. Am Karnevals-Montag, den 3. Februar, und Wnensiax, den 4. Februar, erscheint keine Nummer unseres Blattes. c Geschäftsstelle des Kölner Local-Anzeigers. meinsamer diplomatischer Einwikung, um neue Feindseligkeiten zu verhüten oder, falls unmöglich, sie örtlich und zeitlich einzuschränken. Aus dem Abgeordnetenhaus. Die Beratung des Landwirtschaftsetats wurde am Samstag zu Ende geführt, nachdem noch verschiedene Spezialgebiete berührt wurden. Der Abg. Humann(Zentr.) wünschte die Hergabe billiger Meliorationsdarlehen zur Verbesserung und Vermehrung der Weideländereien und beklagte die Versandung der Ems. Abg. Dr. König=Krefeld(Zentr.) stellte in längeren Ausführungen die Schaffung von Rechtsauskunftsstellen für die Landbevölkerung als notwendig und nützlich hin. Ein längeres Kapitel nahm die Frage der Dienstbotennot und des Arbeitermangels auf dem Lande ein. Der Aba. Geisler(Zentr.) zeigte, wie die bäuerliche Bevölkerung unter diesem Mangel zu leiden hat, und der Abg. Richtarsky (Zentr.) nahm sich die falschen Urteile der Sozialdemokraten in diesem Punkte vor. Aus seiner Erfahrung als Bauerngutsbesitzer war es ihm ein Leichtes, die Unhaltbarkeit der sozialdemokratischen Behauptungen von der Knechtschaft und den Mißhandlungen der Arbeiter nachzuweisen. Die Leutenot auf dem Lande sei heute derartig, daß der Bauer sehr gut wisse, daß eine gute Behandlung der Leute in seinem eigenen Interesse liege. Mit diesen Ausführungen wurden natürlich die Sozialdemokraten Leinert und Hoffmann auf den Plan gerufen, die aber nur die alten Behauptungen wiederholen konnten. Der Abg. Kreth(kons.) hielt ihnen noch die Behandlung der Angestellten in den Konsumvereinen vor, mit der Wendung, daß sie da nicht einmal in ihrem eigenen Hause Ordnung halten könnten. Beim Titel Förderung der Kultivierung der Oedländereien in Westfalen wünschte der Abg. Gescher(kons.) eine Erhöhung dieses Fonds. Für das Wohlwollen für das Eichsfeld dankte der Abg. Tourneau(Zentr.) dem Landwirtschaftsminister. Bei dem Gestütsetat, der dann zur Beratung kam, handelte es sich in der Hauptsache um die von der Regierung geforderte Verlegung des Vollblutgestüts Graditz nach Straußfurt. Die Kommission hat die Position hierfür im Etat gestrichen. Das Haus schloß sich heute der Kommission an. Um eine mildere Handhabung der Körordnung bat Graf Henckel von Donnersmarck(Zentr.) und der Abg. Brors(Zentr.) erkannte die Förderung der rheinischen Pferdezucht durch den jetzigen Oberlandstallmeister dankbar an. Die nächste Sitzung findet erst am Mittwoch statt. Der Gestütsetat soll weiter beraten werden, außerdem der Domänenetat und Forstetat. 8 Eine treffende Charakterisierung des Evangelischen Bundes gibt die evangelische Monatsschrift Der Geisteskampf der Gegenwart in ihrer Nummer 1 dieses Jahres. Angesichts der Mißstimmung in weiten Kreisen des evangelischen Volkes, auch des Bundes selbst, mahnt das Bldtt zur Ruhe.„Mau vergesse doch nicht, was der Evangelische Bund in jahrzehntelanger Arbeit unserer Kirche geleistet hat.... Was für eine ausgezeichnete Ausschnittsregistratur für alle Streitfälle speziell der katholischen Gebiete findet sich dort(in Halle). Wie geschickt und umfangreich ist der Ueberwachungsdienst über die Preß- und Lebensäußerungen der katholischen Kirche organisiert! Wie manchmal haben wir Streitfälle auf dem Gebiete der Mischehenpflege dem Evangelischen Bunde zur Bearbeitung übergeben können, und wir haben stets das verständnisvolle und kundige Entgegenkommen der literarischen Mithülfe des Evangelischen Bundes gefunden.... Wer da weiß, welche Mühe Organisationsarbeiten machen, der wird sich über die große Zusammenfassung des deutschen Protestantismus im Evangelischen Bunde freuen. Wer da meint, es gäbe noch andere Wege, den Kampf gegen den Ultramontanismus zu führen, der mag sie gehen; wir wollen ihn nicht stören, aber wir müssen davor warnen, die Pflicht der Dankbarkeit gegen den Evangelischen Bund unter dem Eindruck dieser oder jener Geschehnisse hintanzusetzen.“ Damit sagt dos Blatt nichts anderes, als was wir schon immer behauptet haben: daß der Evangelische Bund keine andere Aufgabe kennt als den Kampf gegen Rom. Von einer Wahrung protestantischer Interessen durch Bekämpfung der liberalen Theologie, der kirchenfeindlichen Strömungen usw. findet sich in obiger Empfehlung des Bundes keine Spur. Dann sollte der Bund aber auch das„evangelisch“ fortlassen. Kaisersgeburtstagsfeiern. (Siehe auch Seite.) (4) Die Kaufmännische Fortbildungsschule für Mädchen veranstaltete die diesjährige Vorfeier zum Geburtstage des Kaisers am Sonntagabend um 5 Uhr in der sinnig geschmückten Turnhalle an der Niederichstraße. In mehrstimmigen Gesängen, die unter der Leitung von Frl. Hoffmeister und Frl. Moll musterhaft zu Gehör gebracht wurden, ferner in Dichtungsvorträgen der Schülerinnen wurde die Poesie der vier Jahreszeiten verherrlicht. Besonderer Beifall wurde den musikalischen Darbietungen der Schükerinnen Hochscheidt, Robertz und Kreuzer und der früheren Schülerin der Anstalt Frl. Klavierlehrerin E. Wagner zuteil. Der Leiter der Schule, Hr. Rektor Dr. Franke, verbreitete sich in wohldurchdachter und mit großem Beifall aufgenommener Rede über die Bedeutung und die Schönheiten der Naturdichtung. (A) Das Städtische Realgrmnasium zu Köln-Nippes beging die Feier des Geburtstages des Kaisers und Königs(— Sonntagnachmittag unter außerordentlich starker Beteiligung sei tens des Lehrerkollegiums, der Eltern und Anverwandten d Schüler, sowie der Freunde der Anstalt in der prächtigen Aula. R. Wagners Kaisermarsch für Klavier zu vier Händen und die Dichtung Kaisersgeburtstag von L. Jahn leiteten die Feier ein Dann hielt Hr. Oberlehrer E. Geller die Festrede. Diese wie daganze Programm waren gestimmt auf die großen Ereignisse vor hundert Jahren. Der Festredner führte seinen Zuhörern vor, den Füßen des Urenkels jenes Hohenzollernfürsten, der sein aufrief, das Joch des Korfen abzuschütteln. Begeistert stimmted Festversammlung in das Hoch auf den Kaiser ein. Stehend wurd, die Nationalhymne gesungen. Aus eiserner Zeit, Festkantate Säkularfeier der ruhmreichen Gedenktage von 1813, Dichtung Musik von Adolf Klages, füllten den zweiten Teil des Program Der Gesanglehrer der Anstalt, Hr. Gymnasiallehrer Bornewas hatte sich und dem Chore damit eine schwere Aufgabe gestellt, mit Umsicht und Sicherheit aufs beste durchgeführt wurde. K deklainierenden Schüler wie die Vokal= und Instrumentalsoliste und der Chor zeigten sich voll durchdrungen vom Geiste des schö Werkes und ernteten lebhafte Anerkennung. 90036006006 0000020 000000000000090900000002000000000000rrr : Von Hah und Fern ** Ueberschwemmung im Mississippigebiete.(Drahtber.) New York, 26.Jan.1913.(Reutermeldung.) Nach einem Telegramm aus Vicksburg(Mississippi) schätzt man, daß 1000 Quadratmeilen Sumpf und Pflanzungen durch die Fluten, welche durch einen gebrochenen Schutzdamm am östlichen Ufer des Mississippi, 100 Meilen nördlich von Vicksburg, strömen, überschwemmt wurden. Die Saatbestände wurden zerstört, und Hunderte von Familien flüchteten an höher gelegene Plätze. Der Bruch ist 200 Fuß breit und wächst langsam. Andere Brüche werden befürchtet. Todesfälle sind bis jetzt noch nicht gemeldet worden. ** Ein Finanzskandal.(Drahtber.) Paris, 27.Jan.1913. Wie der Matin berichtet, hat die infolge von zahlreichen Anzeigen gegen die Verwaltungsräte der südspanischen landwirtschaftlichen Hyothekenbank eingeleitete Untersuchung ergeben, daß von den Gründern dieser Bank verschiedene betrügerische Machenschaften verübt und durch die Ausgabe von heute wertlosen Obligationen französische Kapitalisten um mehrere Millionen gebracht worden. Unter den von dem Untersuchungsrichter beschuldigten Verwaltungsräten befinden sich mehrere hervorragende spanische und französische Persönlichkeiten, so der ehemalige spanische Senator Carracossa, der Konservator des Versailler Schlosses de Nolhac, Graf de Chambre und der Bankier Pequignot. Präsident des Verwaltungsrates war bis zur Ausgabe der Obligationen der hiesige spanische Botschafter Perez Caballero, gegen den jedoch wegen seiner erterritorialen Stellung eine gerichtliche Untersuchung nicht eingeleitet werden konnte. „ Handelstei +X Köln, 27.Jan.1913. Schlacht viehmarkt. Preise für die 50 Kilo Lebend-(dic eingeklammerten Ziffern aber für Schlacht-) ge wicht; die Preise für Schlachtgewicht bei Grossvieh verstehen sich überwiegend als Schätzungspreise nach den getätigten Stückverkäufen, während die für Lebendgewicht auf Wiegungen in Köln beruhen. Auftrieb: 420 Ochsen, darunter 00 Weideochsen, a 1. höchsten Schlachtwertes von-7 Jahren M. 53 56(94-97), a 2. desgl.(ungejocht) bis zu 4 Jahren 50-55(92-97), b. junge, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 45 49(84-88), c. 38-42(76-80), d. gering genährte 00-00(65-72). Weideochsen 00-00(00 00). 772 Kühe, darunter 00 Weidekühe, a. Färsen höchsten Schlachtwertes 49 52(00—00), b. Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 44-48(83-86), c. ältere, ausgemästete. Kühe und wenig entwickelte jüngere Kühe und Färsen 38-43(77 80), d. massig genährt 32. 35(70-74), e. gering genährte 00-—00(64-58), Weidekühe 00—00(00 bis 00). 120 Bullen, a. höchsten Schlachtwertes 50-53(86-88), b. vollfleischige jüngere 46-49(82-85), c. mässig genährte und ältere 0000(76 80). Markt sehr langsam und nicht geräumt. 364 Kälber. s. M. 00—00(000-000), b. 64-68(000-000), c. 58-63 (000-000). d. 50-57(00-00), e. 00-00(00-000), f. 00-00(00-00), Bautzen(00). 22 Schafe. Stallmast-(ohne Wolle), a. M. 00-00(00-00), b. 0000(00-00), c. 00-00(00-OO). Weide- a. M. 00-00(98-100), b. 00-00 (00). Markt ruhig, geräumt. 6268 Schweine, a. M. 60-62(76-79), b. 58-61(74-77), c. 58-61 (74-77), d. 59-62(75-78), e. 55-58(70-74), t. 57-59(72-75), g. 52-55 -70 1 (66-70). Markt ruhig, geräumt. CIGARETTE in nur hervorragender Ausführung beziehen Spielwaren Sie am vorteilhaftesten im Fröbelhaus M. Weiden, Spielefabrik, Köln, Martinstraße 37. Drucksachen=Anfertigung für Handel und Gewerbe Bedeutung Nippes Königs am ligung seiandten prächtigen Händen und e Feier ein se wie das eignisse vor n vor, wa. e: Glaube, Gesinnung e nieder zu e sein Vol stimmte di hend wurd kantate ichtung u rogramu fornewa# gestellt, durde.## ntalsoliste des schö Oro (Drahtber.) inem Tele0 Quadratselche durch Mississippi, mt wurden. Familien Fuß breit Todesfälle Jan.1913. Anzeigen schaftlichen von den henschaften 5ligationen n gebracht schuldigten anische und : Senator de Nolhac, sident des der hiesige egen seiner nicht eine für die 50 acht-) geu sich überen, während ieb: hlachtwertes zu 4 Jahren mästete 45 -72). Weide, a. Färsen hlachtwertes und wenig sig gepährt 00-00(00 3(86-88 ältere 00). c. 58-63 00(00-00), 00), b. 000, b. 00-00 ), c. 58-61 , g. 52-55 Kölner Lecal-Anzeiger Nr 27&a. Montag. 27. Januar ig beziehen : Was der Dienstag bringt: s PORCOBROOnOO Theater. Opernhaus: Der liebe Augustin, 8, Schausblelhaus: Judith, 71, Colosseum: Der Liebesonkel, 8¼ Uhr, Kölner HänneschenTheater(Wwe. Klotz): Im Rubens, Sternengasse, Original Kölner Hängeschen-Theater: Im früheren Panoptikum im Auerbachs Keller: Täglich Vorstellungen. Konzerte. Zoologischer Garten: 3½, Flora: 3½.(vorm.—12 freier Eintritt), Volksgarten: 3½. Stadtgarten: 3½, OpernhausRestaurant: 3 Uhr, Vergnügunspalast„Gross-Köln“, Wiener Café, City-Café, Café Runge, Café Bauer, Kaiserhof, PschorrbräuBierhallen. Vorträge. Städt. Handelshochschule:(Oeffentliche Vorlesungen) Lektor Le Bourgcois: Paris et la Province, 5. Rechtsanwalt Cahen: Warenzeichenrecht, 8. Direktor Cüppers: Die geistige Entwickelung des nicht-normalen Kindes. 6. Dozent Harzmann: Ausgewählte Kapitel aus der Handelskunde für den industriellen Betrieb, 8. Dozent Dr. Kuske: Rheinisch-westfälische Wirtschaftsentwickelung seit Anfang des 19. Jahrhunderts, 8. Professor Dr. Litzmann: Heinrich Heine und seine Zeit, 6. Lektor Dr. Lombardo: Scene e figure della Divina commedia, 7. Karnevalsge sellschaften. Funken-Artillerie: Damenkomite 6 im Viktoriasaal 8½ Uhr. Verschiedenes. Kölner Stud. Volksunterrichts-Kurse: abends 8½ Uhr: Knabenschule Pantaleonsberg und Pipinstrasse 12/14, Westerwald-Klub: Vortrag von Hrn. Dr. Coerper im Isabellensaale des Gürzenichs, 9 Uhr. (O Hrpothekenwucher. Das Kapital ist gefühllos. Je notwendiger man seiner bedarf und je schwächer dabei die Position ist, desto unerträglicher sind die vom Kapital diktierten Bedingungen. Davon wissen die Hausbesitzer ein Lied zu erzählen. Gerade mit den wirtschaftlich Schlechtesten macht das Kapital, was es will. Es nimmt ihnen nicht nur einen guten Zinsfuß ab— das ist selbstverständlich—, sondern es belastet den Hausbesitz noch mit Nebenkosten, die zusammen mt dem Zinsfuß geradezu verschleierter Wucher sind. Durch möglichste Verschleppung der Da lehnsverhandlungen wird zuletzt für den Hypothekensucher eine Notund Zwangslage künstlich geschaffen, so daß er, wenn er klugerweise nicht zwei Eisen im Feuer hatte, schließlich um jeden Preis zugreifen muß, wenn er sich am Hypothekentermin nicht ruinieren will. Ein krasses Beispiel, das nicht aus Köln stammt, ist folgende Kostenrechnung: 4½ Proz. Zinsen, 1 Proz. Provision, ½ Proz. „Beitrag zur Sicherheitsmasse", ½ Proz. Reichsstempel der Pfandbriefe, 1¾ Proz.„einbehaltene Sicherheit für den Pfandbriefvertrieb(Abrechnung erfolgt später)", Notariatskosten etwa 60 Mark, Porto und Bureauauslagen 11,25 M. Dazu kam noch die sehr merkwürdige Bedingung, den Verkauf der Pfandbriefe zu sehr teuren Gebühren nicht etwa durch eine andere Bank besorgen zu lassen; das war ein neuer Extraverlust. Diese ungeheuerliche Aufrechnung wurde nicht etwa von einem Winkelbureau gemacht, sondern von einem erstklassigen öffentlichen — Pfandbriefamt! Wir wissen alle, daß der Hypothekenmarkt arg darniederliegt und daß leider das Spekulationsmoment in den früher so soliden Hausbesitz eine Unsicherheit getragen hat, für die sich eben das Kapital schadlos zu halten sucht. Daß aber in dieser Weise vorgegangen wird, das sollte döch ernstlich zu einer gründlichen Prüfung dieser Mißstände herausfordern. Vor allem sollten alle derartigen„starken“ Vorgänge regelmäßig der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. () Verkehrswünsche aus dem Süden. Der Verein zur Wahrung der Interessen des südlichen und südwestlichen Stadtteiles Köln hat an den Eisenbahnpräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem u. a. gefordert wird für den südlichen Stadtteil die Errichtung einer Personen=Eisenbahnhaltestelle Köln=Bonntor zwischen Bonner und Alteburger Straße. Die Zunahme der Bevölkerung am Übierring, der daran grenzenden Straßen und der Vororte Bayenthal, Arnoldshöhe, Mannsfeld, Marienburg, Raderberg und Raderthal rechtfertigen diese Bestrebungen im weitesten Maße. Ferner wird gefordert die Beseitigung der Kreuzunz des Straßenniveaus der Anschlußbahn am Bonntor. Die in südlichen Vororten wohnenden Bürger, die im Stadtzentrum ihre Bureaus, Läden usw. haben, oder zu Reisezwecken den Zentralbahnhof pünktlich erreichen müssen, würden oftmals durch Sperrung der Durchfahrt am Bonntorbahnhof in Mitleidenschaft gezogen und erlitten dadurch großen Schaden. Für den südwestlichen Stadtteil wird verlangt das Anhalten sämtlicher Schnellzüge am Südbahnhof. Diese Maßnahme würde den Zentralbahnhof wesentlich entlasten und den Anforderungen der zahlreichen Bevölkerung des südlichen, südwestlichen Stadtteiles, sowie der aufblühenden Vororte Lindenthal, Sülz, Klettenberg und Zollstock entsprechen. Die am Zentralbahnhof ankommenden Züge müßten nach dem Südbahnhof durchgeführt werden. Am Eifeltor muß eine Sammel= und Zugbildungsstation ausgebaut werden, damit der Südbahnhof auch der Ausgangspunkt der nach dem Zentralbahnhof führenden Züge wird. Der Bahnhof Köln=Gereon ist zu überlastet und bietet keine weitere Ausdehnungsmöglichkeit, während am Eifeltor jetzt noch ausreichende Gelände vorhanden sind. Die Förderung der Bestrebungen der Köln=Bonner Kreisbahnen nach Errichtung einer Güterabfertigungsstelle zwischen Gabelsberger=, Kanal= und Luxembergerstraße zur Annahme von Wagenladungen und Stückgütern liegt im Interesse der Bewohner der südlichen Stadtteile, sowie im Interesse der Eisenbahnbehörde selbst. A Im Erzbischöflichen Diözesanmuseum, Domhof 8, hat der hiesige Kunstschlossermeister Georg Jungbluth ein Dirigentenpult gotischen Stiles ausgestellt, das für den hiesigen Domchor bestimmt ist. Auf dreiwandig gehaltenem Untergestell ruht das satteldachartige drehbare Notenpult. Kräftig treten die tragenden Glieder hervor, und die zierlich gestalteten Füllungen sind aufs sauberste aus Eisen geschmiedet oder getrieben. Die geschmackvolle Bemalung, in der das warme Gold vorherrscht, erhöht den Reiz dieses einfachen und doch schmuckvollen Ausstattungsgegenstandes. C4) Für die Kölner Kinderhorte. Auf dem Damenkomitee der Großen Allgemeinen Karnevalsgesellschaft am letzten Mittwoch im Gürzenich wurde ein Reingewinn von 1045 M. erzielt, die Präsident Umbreit gestern der Frau Oberbürgermeister zum Besten der Kölner Kinderhorte überreichte. C0 (A) Die Schiffbrücke mußte wegen des hohen Wasserstandes für den Verkehr mit Lastfuhrwerken gesperrt werden. Die Pegelhöhe betrug heute vormittag in Köln 5,08 Meter. T 4A) Vermißt. Seit dem 12. d. M. wird der Eisenbahn=Assistent Anno Heilmann, in Köln wohnhaft gewesen, vermißt. Die Polizei gibt folgende Beschreibung: Alter 30 Jahre, Größe 1,70 Meter, gesetzt, Haare schwarz, Schnurrbart, Augen schwarz, Kinn breit, an einer Hand eine Narbe. Bekleidung: dunkel karierter Ueberzieher und Anzug, schwarzer, steifer Hut, schwarze Schnürstiefel. ( Verhaftete Oferdediebe. In der letzten Zeit sind bekanntlich in Köln, in den Vororten und in der Umgegend fortgesetzt Pferde gestohlen worden. In der Nacht zum Sonntag versuchten vier Manner aus einem Stalle an der Aachenerstraße in Braunsfeld ein Pferd zu stehlen; sie wurden dabei abgefaßt und von der Polizei verhaftet. Den Verhafteten werden eine große Anzahl Pferdediebstähle zur Last gelegt. (A) Eingebrochen wurde in der Nacht zum Sonntag in ein Spezialhaus für Keramik und Kunsttöpferwaren am Leystapel. In der vor dem Hause angebrachten Ausstellung, die mit einem Drahtgitter verschlossen ist, wurde merklich aufgeräumt, nachdem das Gitter erbrochen war. Der Dieb scheint auf dem Gebiete der Keramik Fachmann zu sein, denn er hatte sich offenbar die besten Qualiäten ausgesucht, während einige wertvolle Stücke zerbrochen auf der Straße lagen. Der Geschäftsinhaber hat eine Belohnung auf die Ergreifung der Diebe ausgesetzt. □ (1A) Wieder zwei Selbstmordversuche. In einem Hause an der von Werthstraße brachte sich gestern ein etwa 50jähriger Kaufmann in einem Anfalle von Schwermut zwei Revolverschüsse in den Kopf bei; der Mann erlitt so schwere Verletzungen, daß er ins Hospital gebracht werden mußte.— Gestern abend versuchte auf dem Portal des Rathauses ein etwa 30jähriger Arbeiter in einem Anfalle von Geistesumnachtung sich zu erschießen. Die Waffe versagte jedoch, wodurch der Lebensmüde, der früher bereits einmal in einer Irrenanstalt untergebracht war, vor Schaden bewahrt blieb. Der Lebensmüde wurde zur eigenen Sicherheit festgenommen.# In der Alteburgerstraße schnitt sich ein Mann, als er festgenommen werden sollte, in selbstmörderischer Absicht mit einem Messer in den Arm. Er wurde zum Hospital gebracht. Dort schlug er eine Fensterscheibe ein, um sich dadurch die Pulsader zu durchschneiden. Zu seiner eigenen Sicherheit wurde er in Polizeigewahrsam gebracht. 0) Automobilunfall. Gestern vormittag fiel auf dem Leystapel ein junger Kaufmann aus einem Automobil; er erlitt einen Schlüsselbeinbruch. 42 Personalnachrichten. Die Referendarprüfung bestanden vorgestern die Rechtskandidaten Otto Bubenzer aus Gummersbach, Bruno Faber aus Aderstedt, Bez. Magdeburg, Wilhelm Dörendahl aus Solingen und Dr. phil. Hermann Nottarp aus Bielefeld. Aus Köln=Nippes. (A) Vom Wagen gestürzt. Gestern abend stürzte auf der Neußerstraße ein Kutscher infolge Scheuen des Pferdes von seinem Wagen und erlitt so erhebliche Verletzungen am Kopfe und an der Schulter, daß er zum Hospital gebracht werden mußte. mitteilungen (A) Besichtigung. Der Gouverneur, General der Infanterie, Exellenz von Westernhagen und Guse, Hauptmann im Generalstabe sowie Freiherr von Hammerstein=Equord, Hauptmann und Gouvernements=Adjutant unterzogen gestern mit ihren Damen das Kaufhaus Carl Peters einer längeren, eingehenden Besichtigung. Besonders die technischen, hygienischen und sozialen Einrichtungen erweckten lebhaftes Interesse. Der Gouverneur sprach Herrn Carl Peters, der die Führung übernommen hatte, seine volle Anerkennung über die mustergültige Anlage aus und gab dem Gedanken Ausdruck, daß die Besichtigung des inneren Betriebes dieses Kaufhauses auch für viele der großen Allgemeinheit nur nützlich sein könne, um so einen Einblick in ein modernes, großzügig geleitetes Unternehmen zu gewinnen. Aus Kölns Nachbarschaft (A) Mülheim(Rhein), 26.Jan.1913. Heute mittag wurde im Rhein die Leiche eines in den mittleren Jahren stehenden Mannes gelandet und zum Friedhof gebracht. 1 C) Wahn, 25.Januar1913. In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurden die neugewählten Gemeinde=Verordneten in ihr Amt eingeführt. Der Gemeindehaushaltsetat für 1913 wurde in Einnahme und Ausgabe auf rund 120000 M. festgesetzt. An Gemeindeumlagen werden im Steuerjahre 1913 erhoben: 150 Prozent Zuschlag zur Einkommen= und zu den fingierten Einkommensteuersätzen und 160 Prozent Zuschlag zur Grund= und Gebäudesteuer. Falls die Rheinische Wasserwerks=Gesellschaft die Gaspreise für die Straßenbeleuchtung nicht herabsetzt, soll neben der Gasbeleuchtung auch elektrische Straßenbeleuchtung in der Weise eingeführt werden, daß die Gaslampen etwa täglich 3 Stunden brennen und die elekrischen die übrige Zeit. Hierdurch würden die Ausgaben für die Straßenbeleuchtung erheblich vermindert. Dem Antrage auf Errichtung je eines Steigerturmes für die freiwilligen Feuerwehren in Wahn und Zündorf gab der Gemeinderat statt und stellte die erforderlichen Ausgaben zur Verfügung. Als Wahlmann zu Bildung der Genossenschaftsversammlung der Rhein. landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wurde Herr Gutsbesitzer Joseph Broicher aus Zündorf gewählt.(O C) Siegburg, 25.Jan.1913. In einem Wagenabteil des letzten Zuges ab Troisdorf erschoß sich gestern abend ein FruchteisVerkäufer.— Gesellschafts= und Vereinsleben (A) der Rotner ellännerchor feiert sein diesjahriges großes Maskenfest am Donnerstag, den 30 Januar(Weiberfastnacht) in sämtlichen Räumen der Lesegesellschaft. Auch diesmal ist Vorsorge getroffen, daß der vornehme Charakter des Festes gewahrt bleibt. Unter anderem werden vier Musikkapellen zum Tanzen aufspielen. () Der Winothorstbund Köln-Nord har am letzten Freitag seine ordentliche Generalversammlung abgehalten. Der Bericht über die Tätigkeit des Bundes im abgelaufenen Jahre, den der Vorsitzende erstattete, zeigte ein schönes Bild der Entwickelung dieses Bundes, der mit seiner Zahl von 215 Mitgliedern an die zweite Stelle der Kölner Bunde gerückt ist. In 18 zum Teil sehr großen Versammlungen, für die tüchtige Redner gewonnen waren, wurde die Hauptarbeit des Bundes— Schulung der Mitglieder, Heranbildung zu guten Vertrauensleuten der Zentrumspartei— um ein mächtiges Stück gefördert und die kommenden Wahlen werden den Bund wohlgerüstet auf dem Plane finden. Dank der trefflichen Verwaltung des Kassierers haben sich die Finanzverhältnisse konsolidiert und so tritt der Bund auch auf diesem Gebiete gefestigt 1913. Seite 3. in das neue arbeitsreiche Jahr. Bis zum Juni wird der Bund fast ausschließlich sich der Vorbereitung auf die Landtagswahlen widmen und danach intensiv die gleiche Arbeit für die im Herbst zu tätigenden Stadtverordnetenwahlen betreiben. Der Vorstand wurde im wesentlichen wiedergewählt, einige Posten waren infolge Verzugs der Inhaber neu zu besetzen; die Kasse wurde in bester Ordnung befunden und Entlastung erteilt.— Für den Februar ist eine große Agitationsversammlung in Köln=Riehl geplant, in der ein bekannter rheinischer Abgeordneter die Bedeutung der nächsten Lanoragswahlen darlegen wird. (A) Windthorstbund Köln-Süd. Am Donnerstag wurde im Restaurant Em Blomekörvche, Josephstraße, die ordentliche Generalversammlung abgehalten. Der erste Vorsitzende Herr Brüggemann erstattete den Jahresbericht. Die Entwickelung des Bundes ist zufriedenstellend, es ist ein Zuwachs an tätigen und unterstützenden Mitgliedern zu verzeichnen. Die Vereinsabende wurden mit einigen Ausnahmen regelmäßig alle 14 Tage abgehalten. An Stelle des bisherigen Vereinslokals, wurde das mehr in der Mitte liegende Restaurant Em Blomekördche gewählt. Den Kassenbericht erstattete Herr Gierlich, dem Entlastung erteilt wurde. Als Vorstand wurde einstimmig gewählt: als erster Vorsitzender Herr Postsekretär Brüggemann, als zweiter Here Kaplan Pieck, als erster Schriftführer Herr Luttmann, als zweiter Herr'Enfant, als Kassierer Herr Gierlich, als Beisitzer die Herren Israel, Mattelé, Blum, Müssener, Wilden. Sodann hielt Herr Schaeven einen interessanten Vortrag über die allgemeine politische Lage und die besonderen Verhältnisse im Wahrkreis Köln=Land. Herr Schaeven verstand es, die Zuhörer durch seine Ausfüyrungen bis zum Ende zu fesseln. Lebhafter Beifall lohnte den Referenten für die vortrefflichen Ausführungen. Die anschließende Diskussion war sehr lebhaft und dauerte bis gegen 12.15 Uhr. (□) Der Kameradschaftliche Krieger-Verein von Lützow (ehem. 25er) Koln hielt am vorletzten Sonntag seine erste Generalversammlung im Vereinslokal Gürzenich mit Ersatzwahl des Vorstandes ab. Nachdem der erste Vorsitzende Maintz die zahlreich Erschienen begrützt hatte, schilderte er in kernigen Worten die Erhebung des Deutschtums vor hundert Jahren; er gedachte des großen Heldenführers von Lützow, ermahnte besonders die jungen Reserbisten, treu zu Kaiser und Reich zu stehen und sich durch keine Lockungen in ein anderes Fahrwasser lenken zu lassen. Der Schwur der Treue gegen unsern Kaiser wurde durch ein dreifaches Hoch auf Wilhelm II. bekräftigt. Der Schriftführer, Hr. Dorscher erstattete den Jahresbericht; danach zählt der Verein 43 Ehrenmitglieder und 81 Mitglieder. Für Wohlfahrtszwecke, Unterstützungen, Weihnachtsbescherung wurden 785 M. verausgabt. Dem Schriftführer und dem Kassenführer wurde für ihr uneigennütziges Wirken besonderer. Dank ausgesprochen; ebenso dankte der Vorsitzende dem Gesamtvorstande für seine Arbeit im verflossenen Jahre. Bei der vorgenommenen Vorstandsersatzwahl wurde der zweite Vorsitzende Stahn sowie die Beisitzenden Deuster und Cohnen wiedergewählt; Hr. Weingutsbesitzer Steigerwald wurde einstimmig zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Der zweite Vorsitzende sprach dann dem verdienstvollen ersten Vorsitzenden für sein überaus tatkräftiges Wirken zum Wohle des Kriegervereinswesens— es sei ihm, dem ersten Vorsitzenden, gelungen, eine stattliche Zahl 25er Vereine mitzugründen und zu einem losen Verbande zusammenzuführen— den herzlichsten Dank aller Mitglieder aus. Weiter machte der Vorsitzende über die Hundertjahrfeier des Regiments Mitteilungen; er forderte die Mitglieder auf, zu der geplanten Stiftung für hülfsbedürftige Unteroffiziere und Mannschaften nach Kräften beizusteuern. Beim Heran nahen der zehnten Stunde hatten sich eine große Anzahl Vereinsdamen eingefunden; man ging nun bei Spiel und Gesang zum gemütlichen Teil über, der die fröhliche Lützowerschar noch einige Stunden zusammenhielt. Zum Schluß machte der Vorsitzende noch bekannt, daß am Freitag, den 31. d.., im Viktoriasaal ein Maskenball stattfindet. . Stimmen aus dem Leserkreis:: [Die Redaktion übernimmt für den Inhalt der an dieser Stelle zum Ab- 3 ! d r u c k k o m m e n d e n Z u s c h r i f t e n a u s d e m L e s e r k r e i s k e i n e V e r a n t w o r t u n g. S i e" „ int berent, etwaige Richtigstellungen der Gegenseite zur Klärung des„ Sachverhalts auch zu veronentlichen.) 3 [5956] Aus der Schule. Mein Junge, im ersten Schuljahre, besucht die katholische Volksschule eines hiesigen Vorortes. Erkam am 24. d. M. mit der Nachricht nach Hause, morgen Samstag sei Kaisers Geburtstagsfeier und er müßte den Sonntagsanzug anziehen. In der Meinung, der Knabe habe den Lehrer falsch verstanden, weil doch erst Montag, der doch auch ein Wochentag ist, Kaisers Geburtstag fällt, schickte ich den Kleinen in seinem sauberen und ordentlichen Alltagsanzug zur Schule. Als er nach Schluß derselben weinend nach Hause kam und ich mich nach dem Grunde seines Kummers erkundigte, mußte ich zu meinem Befremden erfahren, daß ihn der Lehrer von der Kaiserfeier ausgeschlossen habe, weil er nicht Sonntagskleider trage!!! Mit ihm mußte noch ein kleiner Leidensgefährte in der Klasse verbleiben, während die anderen mit nach der Aula genommen wurden. Wie tief muß es ein Kinderherz doch kränken, von einer Feier ausgeschlossen zu werden, auf die sich doch jeder deutsche Junge freut. Ich finde derartige Vorschriften sehr ungerecht; denn abgesehen von diesem Fall mag es in der Volksschule doch auch Kinder geben, die kein Sonntagskleid besitzen. Eine Mutter. Handelstei * Köln. 27 Jan.1913. Rüböl in Partien von 5000 Kil. vorr. 68,00B Mai 66,00 b, 65.500. + Köln. 27.Jan 1913. Fruchtmarkt. Heu, Luzerner, 10.25 bis 10,75. Wiesenheu 7,90 bis 8,2) Roggen-Breitdruschstroh.4,00 bis 4,4J. Krummund Pressstron M. 3,00 bis M. 3,40 die 10 Kil. a Köln, 25.Jan.1913.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Die Preise für Hülsenfruchte stellten sich in der vergangenen Woche ungefähr folgendermassen: Erbsen, Viktoria-, gelbe, ungeschälte, sächsische M. 30-34, desgl. russische M. 26-28, desgl. geschälte M. 40-44, desgl. gespaltene M. 34-36, grüne, ungeschälte, holländische M. 30—32, desgl. geschälte, französische M. 44-46. Bohnen, Mittel-, M. 29-31, ungarische Perl-, M. 34-36, Flach-, grösste M. 36-38, beste Walcherer, M. 38 40. Linsen, Heller- M. 32-35, grosse M. 38-42, grösste M. 44-46. alles die 100 Kil. Die Preise für Erbsen sind erheblich heruntergegangen, auch Bohnen liegen flau, während Linsen unverändert fest sind. Die Nachfrage war schwach. Nleuss. 27 Jan.1913 Fruchtmarkt Weizen, neuer Roggen, neuer Hafer, neuer M M. 20,9) 19.99 18.0) 17.50 18.70 17.70 14.70 16.50 1. Sorte 1. Sorte Wintergerste, neue die 100 Kilo. Iveuss. 25.Jan.1913. Preisfestse. zung der Neusser Oelmüller. Rüböl, 100 Kil.(ohne Fassl, beim Kauf von 400 Ztr. M. 64.00, beim Kauf von 100 Ztr. abe 64.50, mit Fass M. 3,00 die 100 Kil. menr. Gereinigtes Oel M. 3,00 teurer. Rübbuchen bei Abaahme von 10000 Kil. M 127,99 die 1000 Kilo. Kartoffeln, neue 2,50-.20 diestKilo Heu, M. 4,00—4,50„„„ Luzernerheu M..,0.-.50„„„ Krummstroh, ncues 15,00 500 Kilo Breitd uschstroh. 17.00„„ Roggenrichtstroh 19.00„„ Kleie M..20 die 50 Kilo Hiesige Land-Eier perStück 14-15 Pf. Seite 4. Offene Stellen) Die bevorzugteste staatlich konzessionierte Chautteur-Lebranstalt Cöln 51, Dagobertstrasse 2 Telephon A 4794 bildet unt. ingenieurleitung Leute jeden Berufsstandes zu tücht. Berufschauffeuren aus. Abenakurse Montags, Dienstags, Donnerstags für in Stellung bef. Personen. Eintritt täglich. Prosp. kostenlos. Stellennachweis kostenlos g“ Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 27& Montag, 27. Januar 1913. Zeuerversicherung. Alte angesehene deutsche Feuerversicherungs= Akt.= Ges. mit Nebenbranchen sucht für Köln, Müheim a. Rhein u. 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Hierauf rollt man den Teig fein aus, rädert in Streifen ab und backt die Masse in siedendem Palmin. Man achte beim Einkauf genau auf die Marken Palmin und Palmona und weise minderwertige Rachahmungen, die oft unter ähnlich klingenden Rainen angeboten werden, zurück. Mutzenmandeln: Zutaten: Man nehme ½/ Pfd. — Zucker, 4 gunze Eier. 1¼ Pfund Mehl, ¼ Pfund geschmolzene Palmona, 1 Päckchen Dr. Oetkers Backpulver, 50 gr süße Mandeln, 20 gr bittere Mandeln, 2Eßlöffel Rum, den Teil der Schale einer Zitrone u. etwas Rosenwasser. Zubereitung: Patmona. Zucker O# und Eier rührt man schaumig, fügt das mit Backpulver gemischte Mehl hinzu und zuletzt die gemahlenen Mandeln. den Rum, den Teil der Schale einer Zitrone und etwas Rosenwasser und verarbeitet alles zu einem festenTeig. rollt diesen singerdick aus, sticht mit einer Blechform kleine Plättchen aus und backt in siedendem Palmin dunkelgelb. Nach dem Backen bestreue man die Mutzenmandeln mit Zucker, dem man zur Erhöhung des Wohlgeschmacks etwas von Dr. Oetkers Banillinzucker beimischt. Ghute reine Makulatur ganze Bogen) zu haben: Komnische Volks=Z1g. Ztr. 6 K. Kölner Local=Anzeiger Ztr. 4 Geschäftsstelle des Kölner Local=Anzeigers, Marzellenstraße 37• e che Milde Gaben — für die Einrichtung des neuen St. Antomius=Schwesternhauses hierselbst erbittet kathol Pfarramt St. Engelbert, KölnHumboldtkolonie. Auch das St. Elisabeths=Kloster(Antonsgasse 7) und die Geschärtsstellen dieser Zeitung nehmen Gaben entgegen."7 Hautpflege, gegen Ausschlag und Ansteckung Sanophor-Vertriebs-Ges., Köln-Rh., Gereonsmühleng. 20. Tel. A 6303.°4 inderung und Heilung ihrer Beschwerden durch den Gebrauch von Antituberkulin vortreffl, bewährt bei veraltetem Husten, Heiserkeit„Asthma, ehron. nusten, Heisersen, Asthma, ehron. Lungenkatarch. Verschleimung der Lunge, Auswurf, Brustschmerzen ste. Vermehrt den Appetit, bebt n K Zn haben in allen einschl. 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Diese meine Augen, Herr, haben ihn dort gesehen; eine bewaffnete Menge stand um ihn, ein Diener bewahrte seine Rüstung, auf die er, Eurer spottend, hinwies, indem er zu seinen Gesellen sagte: so betrügen wir heute den alten Pfalzgrafen bei Rhein; in jenem Kaiserkleide— die Rüstung war der gleich, wie sie der Kaiser zu tragen pflegt— wird der Burgwart von Stahleck mir schwerlich den Einlaß weigern, zumal wenn die Litien von Frankreich mir zur Seite leuchten. Ihr sollt wissen, Herr Pfalzgraf, daß einer der Gesellen ein mit goldenen Lilien gar prächtig durchwirktes Gewand trug, wie man uns hier den Boten von Frankreich beschrieben hat, der, wie man uns sagte, gekommen ist, um die schöne junge Pfalzgräfin zu werben— diese wollen sie heute zur Nacht Euch entführen.“ Stumm hörte der Pfalzgraf seine Erzählung an, die nach Irmengrads Anweisung dem anstelligen Steinmetzen gar trefflich gelang. Die Pfalzgräfin setzte hinzu: „Weh mir, daß ich nun das Allerschlimmste dir noch verkünden muß! Unser eigenes Kind, Konrad, ist in ihrem Bunde. Derweil mein Gemahl blind war, mußte ich für ihn sehen. Der gescheuchte Löwe war so dreist, auf's neue in das verbotene Gehege einzudringen. Er ist bis vor das Turmgemach unseres Kindes gekommen, und—0 Jammer!— ich hörte deine Tochter ihm versprechen, daß sie heut zu Mitternacht mit ihm entsliehen will; dann will er den Burgwart durch die dir gemeldete List betören, in ihren Turm gewaltsam eindringen und sie mit sich nehmen. Welches Leid müssen doch Eltern an ihren Kindern erleben!“ „Laß mich fort, Frau!“ rief der Pfalzgraf, als er, lange vor Wut sprachlos, bei dieser Mitteilung aus dem Gemache stürmen wollte, und Frau Irmengard ihm in den Weg trat. Sie sprach: „Es ist nicht wohlgetan, so zu eilen. O Tag des Unheils, der du alle Hoffnungen unseres Hauses dahinnimmst! Wohin du schaust, erwartet dich Unsegen. Zwar wird die feste Burgpforte heut zu Mitternacht sich wohl schwerlich auftun; doch was kann es uns fruchten, wenn er daheim dem alten Löwen verkünden muß, daß der schlaue Waiblinger ihm zu ungelegener Stunde die Tür verriegelt habe? Gewiß wird er es allerwärts kund machen, daß die Braut des Königs von Frankreich ihm zur Flucht bereit gewesen sei. Wenn wir dann auch diese Schmach ertragen mögen, die Lilienkrone werden wir nimmermehr auf dem Haupte unserer Tochter erblicken, dazu wird dieser Friedensbrecher des alten Pfalzgrafen spotten, daß er ihn scheiden ließ und keine Rache an ihm nehmen konnte. Warum schickten wir Törichten doch unsere Mannen nach Speier zu dem Hoflager des Kaisers?" „Ei! Frau,“ siel der Pfalzgraf ein,„nun habe ich doch einmal recht. Wer riet, das Haus des Pfalzgrafen bei Rhein seiner Wehr zu entblößen? Als ich dir sagte, daß wir vor den Welfen auf der Hut sein müßten, da spottetest du; ich aver ließ mich durch dich betören, daß ich die Wächter aus meinem Hause schickte, um an dem Kaiserhofe mit reichem Gefolge zu glänzen. Siehe! einmal habe ich doch nun recht.“ Wieder lächelte, unbemerkt wegen des tiefen dunkelnden Abends, die verschlagene Frau, als sie ihm klagend recht gab, um sofort ihn vollends für ihren Plan zu umstricken. Sie riet ihm nun, die Schar der feiernden Steinmetzen und sein diensttuendes Burggesinde eilends zu rüsten; an ihrer Spitze müsse er alsbald, noch ehe Heinrich sein Versteck verließe, diesem entgegenziehen. Dessen Streitmacht, die— wie Welf beteuerte— nur aus wenigen Kriegern bestehe, werde er dann leicht bewältigen, den Sohn des Löwen gefangen nehmen und so volle Sühne empfangen. Schon enteilte der Pfalzgraf, um diesem Rate gemäß die Befehle zu erteilen, auch sich selber zu dem nächtlich späten Streite zu rüsten. Welf der Steinmetz aber erhielt von der zurückbleibenden Pfalzgräfin noch gar mancherlei Weisung. Sechstes Kapitel. Rüstkammer und Burgkapelle. Offen stand die Rüstkammer der Burg Stahleck. In derselben hatte sich zwischen Dämmerung und Sternenschein ein Getreibe entfaltet, als ob die alten toten Helden wieder heraufgekommen und im Rüsten begriffen wären. Doch war es niemand anders, als das Gesinde des Pfalzgrafen nebst den Steinmetzen, so verzagt und mutlos, als je eine Schar zum Streite ausgestattet wurde. Nur mit Mühe hatte sie das drohende Wort des Burgvogtes, dazu der wilde Streitruf, den Welf angehoben, zusammen getrieben. Nun klagten und murrten sie, daß man ihnen zur Feierstunde noch einen Dienst ansinne, dessen sie ungelernt seien, dazu mit Gefahr für Leib und Leben verbunden. Der Burgvogt jedoch war unerbittlich und drängte, daß sich ein jeder mit dem passenden Rüstzeug wehrhaft mache. Die Steinmetzen griffen sich denn auch zuerst ein Herz und rüsteten sich, so gut es anging— was tats, ob der Ringelpanzer dem einen oder andern schlotterig um den Leib hing. Diesem die Sturmhaube, jenem die Beinschienen nicht anpaßten, oder ob gar einer die Halsverge in umgekehrter Ordnung anlegte! Der Burgvogt besserte in Hast und Dunkel nach, so gut er konnte. So sollte nun auch das Gesinde heran. Da sah man plötzlich des Pfalzgrafen Schneiderlein in flinkster Behendigkeit an einem gewaltigen Harnische sich heraufschwingen, in das eine Armloch hinein= und drauf eben so schnell aus dem andern herausschlüpfen. Dann wandte er sich flehend an den Burgvogt: Seite 6. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 27& Montag, 27. Januar 1913. Kaisersgeburtstagsfeiern. 4) Das Volksschullehrerinnen=Seminar in Köln veranstaltete die diesjährige Feier des Geburtstages des Kaisers am Samstagnachmittag 5 Uhr in der festlich geschmückten Turnhalle. Eltern der Schülerinnen, frühere Schülerinnen und Gönner der Anstalt hatten sich zeitig in so großer Zahl eingefunden, daß der Saal bis zum letzten Plätzchen besetzt war. Die Feier rief die große Zeit vor hundert Jahren lebhaft und wirkungsvoll in Erinnerung. Mit ausdauerndem Eifer und freudiger Hingabe stellten die Schülerinnen der verschiedenen Klassen unter der sachkundigen Leitung der Seminarlehrerin Frl. Löhe eine reiche Auswahl von Szenen aus jener denkwürdigen Zeit in lebenden Bildern dar; von den Tagen der Fremdherrschaft angefangen, bis zur einmütigen Erhebung und Befreiung des deutschen Volkes. Der Prolog und einleitende poetische Texte führten in das Verständnis und den Stimmungsgehalt der einzelnen Bilder trefflich ein. Durch Anmut und reizvolle Natürlichkeit gestalteten sich die Darstellungen zu eindrucksvollen Gruppen, so besonders das Todesurteil der Schillschen Offiziere, Richtgang des Helden Andreas Hofer, der Aufruf des Königs in Breslau, Theodor Körner und seine Schar, Abschied der Krieger, der sterbende Landwehroffizier und die Heimkehr der Sieger. Die eingestreuten patriotischen Gesänge: Kaisergruß von Manderscheid, Mein Vaterland(Volksweise), Das Lied der Deutschen von J. Haydn u. a. trugen zur Abrundung der ganzen Vorführungen wesentlich bei. Die Festrede schloß sich den bildlichen Darstellungen glücklich an; sie zeigte die Bedeutung der Religion für die Erhebung und Befreiung Deutschlands, daß die führenden Geister jener Zeit die religiös=sittliche Erneuerung des Volkes als Grundlage echt vaterländischen Geistes und selbstloser Opferwilligkeit klar erkannt und zielbewußt angestrebt hätten. Den Schluß der eindrucksvollen Feier bildete das lebende Bild: Huldigung an den Kaiser und der Gesang der Kaiserhymne. (() Katholischer Lebrerverein Köln. Die Feier des Kaisersgeburtstages erfreut sich im Katholischen Lehrer=Verein Köln Stadt und Land in eingeweihten Kreisen steigender Beliebtheit. Dies bewies wieder die jüngste derartige Veranstaltung, welche trotz ungelegener Zeit und trotz schlechten Wetters den großen Saal des Fränkischen Hofes mit Teilnehmern füllte. Es ist dies insbesondere beachtenswert, da noch mancherseits einesteils die Daseinsberechtigung dem katholischen Verbande abgesprochen, anderseits ihm unpatriotisches Verhalten leichtfertig zugeschoben wird. Die diesjährige Feier war gleichzeitig mit einer Ehrung der Vereinsjubilare verknüpft. Sie nahm in imposantem Rahmen einen würdigen, allseits befriedigenden Verlauf. Der Vorsitzende, Lehrer Wilhelm Langenberg Köln), eröffnete nach einigen musitalischen Darbietungen das Fest mit einer glänzenden Kaiserhuldigung, indem er den Kaiser pries als Ideal des deutschen Mannes, als edlen, charakterfesten Menschen und als erhabenen Herrscher. Wie unser Kaiser mannhaft sich des Glaubens rühme, so möge auch der katholische Lehrer für seine Ideale charakterfest eintreten, eingedenk höchststehender Vorbilder. Dem katholischen Lehrer soll es Ehren= und Dankespflicht sein, in einem besonderen Treuegelöbnis seine Anhänglichkeit kundzugeben. Das ausgebrachte Kaiserhoch fand begeisterten Widerhall. Einen Glanzpunkt des Festes boten die Sangesgaben von Frl. M. Heuser, von einer kunstverständigen Klavierbegleitung des Hrn. Alfred Brück am Ibach=Flügel bestens unterstützt. Die Kapelle des 7. Fußartillerieregiments zeigte sich in einer Reihe von Musikstücken von der besten Seite. Der zahlreich erschienenen Damen gedachte Hr. Rektor Strohe, indem er die Frauen als Hüterin des Deutschtums, als Schützer und Erhalter der heiligsten Güter, der Familienwürde und des Familienglückes, ehrte. Hr. Lehrer Rave trug in schwungsvoller Rede sinnige, dem Festtage angepaßte Dichtungen vor, und erntete, wie alle Beteiligten, wohlverdienten Beifall. Auch zeigte sich Hr. Rave später als umsichtiger Leiter des zweiten Teiles des Abends, welcher der Ehrung der Jubilare galt. Als 50jähriges Mitglied konnte w. Heller Köln) mit dem Goldsträußchen geziert werden. Den Silberkranz erhielten die Herren Rosenzweig, Hertenrath, Heinrichs, Zingsheim, Malzkorn, Frings(Lindenthal), Schmitz Herm.(Poll). Hr. Rave gedachte warmherzig der hohen Würde des Lehrerberufes und der oft ungclohnten Arbeit des Lehrers. Namens des Vereins überreichte er ihnen als Anerkennung für ihre Berufs= und Vereinstreue das Prachtwerk Steinaeckers: Kampf und Sieg vor 100 Jahren. Hr. Heller erhielt als besondere Gabe die reichillustrierte Volksbibel in der Uebersetzung von Dr. Heilmann. Namens der Jubilare dankten die Herren Heller und Rosenzweig. Zwei allerliebste Theateraufführungen, wobei Herr und Frau Klein und Herr Hans Langenberg die Hauptbeteiligten waren, leiteten zum humoristischen und gemütlichen Teile über, der noch lange die Festabendbesucher zusammenhielt. (A) Die Handelsrealschule der Stadt Köln beging die Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs am Samstagnachmittag in der festlich geschmückten Aula der Anstalt. Außer dem Lehrerkollegium und den Schülern hatten sich auch zahlreiche Angehorige der letzteren sowie sonstige Freunde der Anstalt eingefunden. Nach einem einleitenden Musikstück eines aus Schülern gebildeten Orchesters trug der Gesangchor der Anstalt das Lied An das Vaterland von Uhland unter Musikbegleitung vor. Es folgten noch die Chöre Eisenlied von Arndt, Lützows wilde Jagd von Körner und die Siegesbotschaft von Uhland. Der Gesangchor wurde ebenso wie das Schülerorchester von dem Gesanglehrer der Anstalt, Hrn. Weidener, geleitet und leistete durchaus Mustergültiges. Bei der Auswahl der Deklamationen, die zwischen den einzelnen Chören von Schülern fast aller Klassen vorgetragen wurden, waren hauptsächlich Freiheitsdichter, wie Eichendorff, Körner, Arndt usw. berücksichtigt worden. Oberlehrer Heinrich Hermanns schilderte in seiner Ansprache die Niederlage Napoleons vor hundert Jahren, von der Niederlage auf den Schlachtfeldern Rußlands ausgehend bis zu seiner endgültigen Absetzung und Verbannung; er zeichnete ein Bild von den Freiheitskämpfen und der Begeisterung in damaliger Zeit und den danach erfolgten Aufschwung Preußen=Deutschlands. Der Redner schloß mit einem markigen Kaiserhoch. Der gemeinsame Gesang der Nationalhymne schloß die schön verlaufene Fster. (4) Die Mittlere Knabenschule II in Köln hatte diesmal ihre Kaisersgeburtstagsfeier auf den Nachmittag des 25. Januar verlegt. Infolgedessen waren die Angehörigen der Schüler viel zahlreicher als in früheren Jahren erschienen. Die Feier wurde wie üblich eingeleitet durch frisch gesungene Lieder und schön vorgetragene Deklamationen der Schüler. Lieder und Gedichte handelten von der Erhebung des deutschen Volkes und der Abschüttelung der französischen Fremdherrschaft im Jahre 1813. Denselben Gedanken behandelte Mittelschullehrer Lindner in seiner Festrede. Er stellte das heute in allen Ständen und Altersstufen vorhandene politische Interesse in Vergleich mit dem ehemaligen Mangel an deutschem Stammes= und Volksbewußtsein, dem der allmähliche Niedergang des tausendjährigen Deutschen Reiches und die Zertrümmerung Preußens im Jahre 1806/07 zuzuschreiben sei. Nachdem der Redner dann den Grundgedanken des Refornwerkes Steins und Hardenbergs kurz betrachtet hatte, zeigte er die reiche Ernte dieser Saat, wie sie in der Zeit der Erhebung des deutschen Volkes und der nachfolgenden Freiheitskriege reifte. (A) Die Königin=Luise-Schule in Köln beging die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers in dem prächtig geschmückten Festsaal der Anstalt am Samstagnachmittag um 4 Uhr. Es wechselten Chorgesänge unter der bekannten trefflichen Leitung des Gesanglehrers Hermann Möskes mit Klavier= und Gedichtvorträgen, die in drei Gruppen Heimat und Fremde, das Vaterland und die rheinische Heimat priesen. Reliigions= und Oberlehrer Scheidt würdigte mit einem Rückblick auf die sozialen Neugestaltungen Steins die Tätigkeit unserer Kaiser, namentlich Wilhelms II. auf sozialem Gebiete und brachte das Kaiserhoch aus. Mit dem Absingen der Volkshymne schloß die eindrucksvolle Feier. (4) Der Verein der Königl. Cokomotivführer Kölnrechtsrheinisch veranstaltete am Samstagabend im großen Saale des Herrn Böhmer eine Kaisersgeburtstagsfeier, die sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte. Nach einigen einleitenden Musitvorträgen der Kapelle Fischer hieß der Vorsitzende, Herr Eimermacher, die Festversammlung herzlichst willkommen; er skizzierte kurz den Zweck und die Bedeutung des Abends: sich im Kreise froher Menschen vom schweren Dienste zu erholen und dem Landesherrn zu huldigen. Jungdeutschland eröffnete den Reigen der mannigfachen Darbietungen. Die kleine Gretchen Stümper sagte ein hübsches Gedicht auf, und Frl. Hackländer schloß sich „Ihr sehts, Gestrenger, daß Ihr schwerlich mit meinem Anzuge fertig werden mögt. Habe ich doch dem Herrn Pfalzgrafen so manches wohlgeratene Kleid zu unser beiden Ehre gefertigt, daß er mir darum es vergönnen mag, heute vor jenen Lindwurmschuppen verschont zu werden. Ich will Euch folgen und Eure Hinterhut bilden.“ „Das will ich auch,“ rief der Küchenmeister;„ich will Euch gar getreulich für den Proviant sorgen. Das ist meines wohledlen Amtes.“ Doch der Burgvogt wollte des armen Küchenmeisters kein Erbarmen haben. Mutiger erfaßte der Burgschmied die Wehr, die er mit Kennerauge aus dem Rüstzeug hervorgesucht hatte. „Ich habe so manch gut Gewaffen geglüht und geschweißt, weiß. Gott, mich verlangt's, auch einmal selber eins zu prüfen.“ Nun kam die Reihe an des Pfalzgrafen Kellermeister. Wieviel lieber ware er in seinem kühlen Wohngemache gesessen, als noch so spät zu der heißen Fehde auszurücken. Um Gnade zu erhalten, gemahnte er heimlich den Burgvogt an gar manche Willfährigkeit, wenn dieser nach des Pfalzgrafen edelem Vorbehalt im Keller drunten gedürstet hatte. Der alte Zechgeselle aber durfte auch seiner nicht schonen. So ergab er sich denn in sein Geschick und rief aus: „Bei Gott! heute ergeht eine gerechte Buße über mich. Es wird au mir gerochen, was ich an edlen Stücken des Pfalzgrafen, meines Herrn, zeitlebens verbrochen habe.“ Währenddessen stand Welf, der Steinmetz, mit freudestrahlenden Zügen in der Rüstkammer. Er hatte nicht lange gesäumt, sein Wams mit dem ritterlichen Streitkleide zu vertauschen, und prüfte nun mit stolzer Hand eine der Hohenstausenklingen. Dabei musterte er die neue Streitmacht des Pfalzgrafen, schadenfroh über den Jammer der verzagten Mannsen. Nach der ihm gewordenen Weisung wußte er bereits, daß die weise Irmengard mit diesen Gesellen ihrem Gemahle nicht zum Siege verhelfen wollte; ihm hatte sie befohlen, nur dann dem Pfalzgrafen beizuspringen, wenn ihn Gefahr des Lebens bedrohen möchte.— Da vermißte er bei den Steinmetzen plötzlich ihren Meister, seinen Bruder Waiblinger, den er noch kurz zuvor mit bleichem Angesichte und auf den Tod verzagt unter denselben wahrgenommen hatte. Alsbald erblickten seine scharfen Habichtaugen ihn in einer dunkeln Ecke, versteckt hinter Waffen. Da lachte ihm das Herz: er lief hinzu und zog ihn gewaltsam hervor. „Herr Burgvogt!“ jauchzte er;„schaut, hier hat sich der Altsuchs in seinem Kessel verfangen. Lasset ihn doch eure Lunte riechen.“ Der arme Waiblinger, bei dem die Natur, als sie ihm ihre Gaben austeille, mit Mut gekargt hatte, kam zitternd aus seinem Verstecke und schaute dann mit vorwurfsvollen Blicken zu dem hohnlachenden Welf, indem er klagend ausrief: „O mein Bruder, willst du dein eigenes Blut vom Himmel auf dich herabfordern?“ Auch er mußte nun unter Schelten und Hohnworten in das gefürchtete Streithemd hinein.“ Und schon erschien auf der Schwelle der Rüstkammer der kampflechzende Pfalzgraf; er tat seinen Kriegern die ihm drohende Schmach kund und mahnte sie, nun nicht zu säumen und ihm zu folgen. Während er ihnen voranschritt, sorgte der zuletzt folgende Burgvogt, daß keiner in seiner Mutlosigkeit davon schlüpfte. Bald hörte man die Schar durch die Pforte der alten Burg zu Stahleck fortziehen. Frau Irmengard gewartete dieser Stunde. Auch sie hatte bereits für ihren Streiter Sorge getragen und Helm und Panzer, und was sonst ein Streit suchender Ritter bedurfte, zusammengelegt; in der Burgkapelle lag es bereit. Jetzt eilte sie zu dem Turmgemache, darin das durch Liebe so früh vereinte, durch Haß solange geschiedene Paar in der Wonne des Wiederschens so Streit als Leid vergessen hatte. Sie zögerte fast, als sie zu ihnen eintretend nicht bemerkt wurde, die beiden Seligen aus ihrem holden Beisammensein aufzuwecken, und freute sich zuvor in der nur dem Mutterherzen möglichen Teilnahme jenes Anblickes, von dem der Volksmund singt: „Keine Lilie, keine Rose Kann blühen so schön, Als wenn zwei verliebte Seelen Beisammen tun steh'n. (Fortsetzung folgt.) mit dem eigentlichen, vorzüglich gesprochenen Festprolog an. Die Gesangsabteilung des Vereins folgte mit dem Vortrage des Chores: Grüß Gott, von Mücke. Unter Leitung des Hrn. Musikdirektors J. Kloth brachten die Sänger im weiteren Laufe des Abends noch verschiedene Lieder von Wengert, Filke, Kaliwoda und Gierschl, und als stürmisch verlangte Zugabe das Vagantenlied von Müller in bester Weise zu Gehör. Hr. Regierungsbaumeister Dorenberg wußte in seiner Festrede die großen Verdienste des Kaisers um die Erhaltung des Friedens und die Wohlfahrt des Landes in gebührender Weise zu würdigen. Dem begeistert aufgenommenen Hoch folgte die Vorführung eines prächtigen lebenden Bildes: Die Kaiserhuldigung der Lokomotivführer. Mit dem schönen Lied für Tenor: Stolzenfels am Rhein wartete Hr. J. Stümper auf. Humoristische Vorträge brachten die Herren J. Stümper und I. Diehle zu Gehör; Kinder der Mitglieder Strom und Heiler sagten weitere Deklamationen auf. Hr. P. Kievernagel wußte den Damen allerlei Beherzigenswertes zu sagen. Gemeinschaftliche Lieder und Musikvorträge der Kapelle schufen zu all dem den passenden Rahmen. Der Vorsitzende nahm noch Veranlassung, dem Mitbegründer und Ehrenvorsitzenden Hrn. Michels die Glückwünsche des Vereins zu seinem 61. Geburtstage zu übermitteln. Nachdem das Theaeterstück: Ende gut, alles gut den offiziellen Teil des Abends beschlossen, führte Meister Schnackertz die Jugend zum langersehnten Tanze an. (A) Regimentsjubiläen. In diesem Jahre können zahlreiche preußische, württembergische, hessische und mecklenburgiche Truppenteile, die im Freiheitskriege 1813 entstanden sind, auf ihr 100jähriges Bestehen zurückblicken. Wir geben nachfolgend ein Verzeichnis dieser Regimenter und Bataillone mit den amtlichen Stiftungstagen(in Klammer), den Daten, an denen die offiziellen Feiern in den Standorten stattfinden. Den Reigen eröffnen die Träger der Tradition der Lützowschen Freischar: Inf.=Regt. von Lützow(1. Rhein.) Nr. 25 in Aachen und Thür. Ulanen=Regt. Nr. 6 in Hanau am 18. Februar(18..). Dann folgen mit dem Stiftungstage 24. März: das 5. Hannov. Inf.=Regt. Nr. 165 in Quedlinburg und Blankenburg a. H.(18..) und das 2. Hannov. Dragoner=Regt. Nr. 16 in Lüneburg; am 25. März: das Großherzogl. Mecklenburg. Feldart.= Regt. Nr. 60 in Schwerin(.—7..); am 26. März: das 2. Hannov. Inf.=Regt. Nr. 77 in Celle; am 17. Juni: Inf.=Regt. Kaiser Wilhelm(2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116 in Gießen (.—9..); am 19. Juni 2. Garde=Regt. zu Fuß in Berlin; am 1. Juli: Gren.=Regt. Prinz Karl von Preußen(2. Brandenburg.) Nr. 12 in Frankfurt a..; die Inf.=Regimenter Herwarth von Bittenfeld(1. Westfäl.) Nr. 13 in Münster i. W.(13..); Graf Schwerin(3. Pomm.) Nr. 14 in Bromberg(29..); Prinz Friedrich der Niederlande(2. Westfäl.) Nr. 15 in Minden(Anfang Juli); Freiherr von Sparr(3. Westfäl.) Nr. 16 in Mülheim am Rhein(30.—.—2..); Graf Barfuß(4. Westfäl.) Nr. 17 in Mörchingen(13..); von Grolman(1. Pos.) Nr. 18 in Osterode(.—5..); von Courbiere(2. Posen.) Nr. 19 in Görlitz und Lauban(5..); Graf Tauentzien von Wittenberg(3. Braudenburg.) Nr. 20 in Wittenberg; von Borcke(4. Pomm.) Nr. 21 in Thorn(30..—2..); Keith(1. Oberschles.) Nr. 22 in Gleiwitz und Beuthen(.—9..); von Winterfeldt(2. Oberschles.) Nr. 23 in Neiße(.—3..); Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg=Schwerin(4. Brandenburg.) Nr. 24 in Neuruppin; am 5. Juli: Ins.=Regt. Fürst Leopold von Anhalt=Dessau(1. Magdeburg.) Nr. 26 in Magdeburg(13..); am 17. November: Dragoner=Regt. Königin Olga(1. Württemberg.) Nr. 25 in Ludwigsburg; am 19. November: Magdeburg. Husaren=Regt. Nr. 10 in Stendal(9..); am 22. November: Füs.=Regt. von Gersdorff(Kurhess.) Nr. 80 in Wiesbaden und Homburg v. d. Höhe(Anfang Juli); Inf.=Regt. von Wittich(3. Kurhess.) Nr. 83 in Cassel und Arolsen(16. u. 17..); Husaren=Regt. König Humbert von Italien(1. Kurhess.) Nr. 13 in Diedenhofen und 1. Kurhess. Feldart.=Regt. Nr. 11 in Cassel und Fritzlar(.—7..); am 23. November: Husaren=Regt. Landgraf Friedrich II. von Hessen=Homburg(2. Kurhess.) Nr. 14 in Cassel(.—5..); am 27. November: 1. Hannov. Inf.=Regt. Nr. 74 in Hannover (13. 11.) und 4. Hannov. Inf.=Regt. Nr. 164 in Hameln; am 30. November: Inf.=Regt. Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig(Ostfries.) Nr. 78 in Osnabrück und Aurich(16..) und 2. Kurhess. Inf.=Regt. Nr. 82 in Göttingen(5. u. 6..); am 5. Dezember: Inf.=Regt. von Goeben(2. Rhein.) Nr. 28 in Koblenz; Inf.=Regt. von Horn(3. Rhein.) Nr. 29 in Trier(17.— 19..); 1. Kurhess. Inf.=Regt. Nr. 81 in Frankfurt a. M. (24.—26..); Oldenburg. Inf.=Regt. Nr. 91 in Oldenburg(Mitte August); Kurhess. Jäger=Bataillon Nr. 11 in Marburg und 2. Westfäl. Husaren=Regt. Nr. 11 in Krefeld. □ Standesamt Köln=Lingeninal.(Vom 20.—25.Jan.1913.) ∆ Sterbefälle. Helene Nagel, geb. Nolten, 70., Boisseréestr. 24. - Barbara Achtendung, geb. Pieck, Wwe., 72., Schlegelstr. 34.— Karl Spätgens, 4 J. 4., Gustavstr. 79.- Heinrich Iven, 1 J. 6., Landgrafenstr. 3.— Peter Joseph Wendemuth, Fabrikarb., 25., Gleuel, Landkr. Köln.- Margarete Odenthal, geb. Weck, 72., Lindenthalgürtel 21.- Agnes Doppelfeld, geb. Dederichs, 44 J. Obergartzem, Kreis Euskirchen.- Margarete Heuckeshoven, geb. Lückenhausen, 52 J, Gereonsmühlengasse 31.- Magdal. Stein, geb. Thelen, Wwe., 67., Berrenratherstr. 379.- Alfred Pattberg, ¼ Std., Altenrath, Krs. Wipperfürth.= Elisabeth Floß, geb. Steckemesser, 21., Kruppstr. 3.- Angela Hemmersbach, 3 J. 9., Zülpicherwall 30.„ Anna Menghius, J. 5., Gleuelerstr. 197.- Mathilde Decker, geb. Küpper, Wwe. 57., Palanterstr. 5.- Friedr. König. Bergwerksdirektor, 67., Siebengebirgsallee 51.— Barbara Reichardt, geb. Kierdorf, Wwe. 81 Hohenzollernring 5.- Gertrud Borchert, geb Meller, 38., Wormserplatz 11. Maria Zilger, 17., Aegidiusstr. 73.- Berta Bauer, 8., Sülzburgstr. 82.- Barbara Ballet, geb. Esser. Wwe., 76., Zülpicherstraße 209.- Christine Viesz, 2 J. 8 M. Venloerstr. 372.- Johann Peeters, Fabrikarb., 51., Niehlerkirchweg 64.- Heinrich Vey, Bauarbeiter, 49., Nikolausstr. 81.- Wilhelm Möres, 4 J. 6., Sülzburgstr. 233.- Arthur Kuhlbach, Feinmechanikerlehrling, 16., Marsiliusstr. 85.- Agnes Porschen, geb. Forst, Wwe. 69., Kitschburgerstraße 239.- Wilhelm Fuß, Gerichtsreferendar, 29., Magnusstr..= Bernhard Reusch, Invalide, 63., Holzgasse 2. pflegen erfahrene Herren nicht ohne cine Schachtel Wypert-Tabletten zu gehen. Wer zu Erkältung neigt, hat kein besseres Mittel, um Husten und Heiserkeit, die durch die Anstrengung der Stimme meist noch befördert wird, rasch und gründlich zu vertreiben. Die Schachtel mit nahezu 400 Tablett, kostet in allen Apothek. u. Drogerien nur.0 Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 27&a Montag, 27. Januar 1913. Seite 7. Reichardt der Feinste. In unserer Sache veröffentlichen die Gegner wiederum Auffassungen, welche in der Sachlage eine Begründung nicht finden. Dergestalt zwingen sie uns zu immer neuen Aufklärungen im Interesse des Publikums. Das Berufungsgericht hat den wortlaut der in der hauptsache ergangenen Sentenz der Kammer für Handelssachen abgeändert und in seinen Entscheidungsgründen finden sich die früher von den Gegnern veröffentlichten Sätze nicht vor. Bestehen bleibt nach wie vor das unbestrittene Recht zu der den Catsachen entsprechenden Behauptung, daß wir alle unsere Rakaos besonders sorgfältig auswählen und nicht nur von Schalen, sondern auch von Samenhäutchen und Keimen reinigen. Bestehen bleibt nach wie vor das Recht zu der Behauptung: Reichardt der Reinste. verboten sind uns nur Angaben über die Grundsätze der übrigen Kakao=Industrie im allgemeinen. Selbst diese Entscheidung hat aber noch die Revision des Reichsgerichts zu passieren, durch die eine völlige Renderung der Sache herbeigeführt werden kann. Beweise wurden auch diesmal nicht erhoven. Dadurch wird der folgende kern der Sache in nichts geändert: sind die Teile, um die sich leicht jene Fremdstoffe ablagern, die durch schädliche Einflüsse in den Tropen entstehen. Aber schon allein durch ihre härte und Geschmacksarmut beeinträchtigen sie bei Mitverarbeitung den Genußwert des Rakaogetränks und fördern die Bildung von Satz in der Casse. Da es besondere Maschinen zum Entfernen der Keime gibt, darf der Konsument erwarten, daß dieser Bestandteil des Ronmaterials bei der Reinigung ausgeschieden wird. Deshalb fordern die internationalen Vereinbarungen, an deren Festsetzung sich Industrielle der verschiedensten Kulturländer beteiligt haben, mit Recht die Beseitigung der Keime aus Kakao= und SchokoladeFabrikaten. Aber der unter Mitwirkung deutscher Industrieller für das Nahrungsmittelbuch festgelegte Reinheitsbegriff für Rakao fordert die Entfernung der Reime nicht. Als Grund hierfür gaben die Gegner laut Urteil des Oberlandesgerichts Kiel wörtlich folgendes an:„Wenn die Vorschriften nicht höher gespannt würden, so geschehe das nur mit Rücksicht auf die kleineren Unternehmungen, die zugrunde gehen müßten, wenn von ihnen auf einmal indirekt verlangt werde, daß sie sich zum Zwecke der intensivsten Reinigung neue und teuere Maschinen anschaffen sollten.“ Demgegenüber stellen wir fest, daß laut uns vorliegender Offerte die Reime aus einer Tagesproduktion von mindestens 50 Jentnern Rohbohnen mit einer Maschine ür nur 500 Mark beseitigt werden kännen. Die Entkeimungsmaschine ist also gerade eine sehr billige Maschine. Dieser Sachverhalt kennzeichnet die Caktik der Gegner. Es sei nur noch hinzugefügt, daß wir die Gegner zu folgendem Eid aufgefordert haben: „Ich schwöre, daß schon vor dem Erscheinen des Inserats der Beklagten mit den Stichzeilen„Reichardt der Feinste" und„Reichardt der Reinste" am 3. April 1912 bei der Fabrikation in meiner Fabrik sämtliche Kakaos und Kakaofabrikate, insbesondere auch bei der Fabrikation der lose vertriebenen Konsum=Kakaos und Haushalts=Schokolade ganz ausnahmslos die Bohnen maßig nicht nur von Schalen, sondern auch von Samenhäutchen und Keimen, soweit dies mittelst Anwendung von Entkeimungsmaschinen möglich ist, gereinigt wurden"—„ich schwöre. de vor dem 3. April 1912 bereits Entkeimungsmaschinen in genügender Anzahl hatte.“u a Dieser Eid wurde nicht geleistet! welche Zustände in unserer Industrie vereinzelt herrschen mögen, geht aus einem dieser Tage eingegangenen Briefe eines Rakaomeisters an einen Chemiker und Verfasser eines Fabrikationsbuches hervor. Darin stellt er die Reichhardt=Fabrik, die er kennen gelernt hat, als Musterbetrieb hin, beklagt sich, daß seine jetzigen Chefs Verbefserungen und Neuanschaffungen abgeneigt sind, bittet um vorschrift, wie er die seinem Rakao anhaftenden mängel beseitigen kann und sagt alsdann wörtlich: „zum weiteren mochte ich Herrn Doktor noch mitteilen, daß die Bohnen ungereinigt in die Trommel geschüttet werden, außerdem auch nicht entkeimt werden nach dem Damit sich im übrigen jedermann von der Minderwertigkeit der Reime überzeugen kann, sind pröbchen hiervon in der untengenannten Reichardt=Filiale erhältlich. Zur weiteren Aufklärung veranschaulichen wir im Schaufenster dieser Filiale die von einander getrennten Bestandteile der Rakaobohne. Rakao=Compagnie Cheodor Reichardt Köln a. Rh.: Breitestraße 37/39, Fernsprecher Amt B6778, verbunden mit Rakao=Probierstube. Seite 3. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 27&a Montag, 27. Januar 1913. WVon der Bautätigkeit in den Vororten Kölns. (Vergl. Nr. 20.) 2. Aus Ehrenfeld. Der größte Vorort der Großstadt Köln hat an der allgemeinen Entwickelung, deren sich Köln ersreut, durchaus teilgenommen. Die Erstarkung Ehrenfelds mußte sich vollziehen unter den ungünstigen Verhältnissen, die in inem Charatter als Industriestadt begründet sind. Wer über Ehrer=feld hinblickt etwa von dem Gut Belvedere aus, dem starrt ein Wald von hohen Schornsteinen entgegen, zwischen denen die Kirchtürme fast verschwinden, und über diesem Bilde nie rastender Tätigkeit liegt fortwährend eine schwarze Rauchwolke. Aber um einen zuverlässigen Eindruck des Ehrenfeld von heute zu gewinnen, genügt nicht ein Blick auf die Umrisse seines südwestlichen Teiles. Ein Spaziergang durch das alte und das neue Ehrenfeld zeigt uns, daß die neue Zeit mit ihrer technischen, architektonischen, städtebaulichen und gesundheitlichen Errungenschaft an Ehrenfeld nicht vorübergegangen ist, sondern hat dem Bilde dieser Stadt mit ihren 65 000 Einwohnern, die im Jahre 1840 nur 32 und noch 1864 genau 2535 Seelen zählte, interessante Züge auf gedrückt. Vor 50 Jahren genügte die kleine Kapelle Ecke Venloer= und Geisselstraße zur Befriedigung der kirchlichen Bedürfnisse der Bevölkerung. Heute erheben sich vier stattliche katholische Kirchen, dazu kommen neben der erwähnten Kapelle zwei Klosterbzw. Hospitalkirchen und eine protestantische Kirche. Die katholischen Volksschulen hatten in den 50er Jahren noch nicht einmal ein eigenes Schulhaus, sondern mußten die alte Bickendorfer Schule besuchen. Den 16 Schülern des evangelischen Bekenntnisses wurde ein kleiner Raum über einem Stalle in dem Hanse„an der Barriere"(in der Nähe der Bleiweißfabrik von Leyendecker) angewiesen. Heute reiht sich in Ehrenfeld Schulpalast an Schulpalast, und für höher gehende Bedürfnisse sorgen neben der mittleren Knabenschule das Lyzeum der Schwestern vom armen Kinde Jesu und das Schillergymnasium. Mit Ausnahme der Venloerstraße, die als Hauptgeschäftsstraße recht breit angelegt ist, besaß das alte Ehrenfeld enge Straßen, deren Häuser überall die schlichte und architektonische Ansprüche nicht stellende Bauweise der 70er und 80er Jahre aufwiesen. Wenn auch die Straßenbreiten in der jüngeren Zeit im allgemeinen nicht vermehrt werden konnten, sind inzwischen doch vielfach hübsche Neubauten entstanden und damit vorteilhafte Aenderungen eingetreten. Die Venloerstraße selbst hat sich immer mehr herausgeputzt, teilweise auch dank der Rührigkeit der ansässigen Geschäftswelk, die ihre Verkaufslokale neuzeitlich hergerichtet wünschen. Im Mittelpunkt Eyrenfelds ist der Neptunplatz neu geschaffen worden in Verbindung mit dem neuen Gebäude der städtischen Badeanstalt. Ihren vorläufigen Abschluß erhält hier die Entwickelung mit dem Neubau der städtischen Sparkasse. Neue Wohnviertel sind entstanden in der Umgebung des Schillergymnasiums und besonders im nordwestlichen Teile Ehrenfelds, den der Volksmund kurzweg die Ehrenfelder Neustadt nennt. Schmucke Straßenzüge mit Vorgärten und Baumalleen bieten hier angenehme Wohngelegenheit. Zu der Eichendorff= und Röntgenstraße sind die parallel zur breitangelegten Kruppstraße lausende Siemensstraße und die Fridolinstraße, beide mit hübschen, geschmackvollen Familienhäusern, getreten. In diesem Viertel sind in den letzten Monaten etwa 30 neue Wohngebäude errichtet worden. Die Bautätigkeit hält auch gegenwärtig trotz der überaus ungünstigen Lage des Hypothekenmarktes an, wenn sie auch gegen früher eingeschränkt ist. Der Umfang der unbebauten Grundstücke ist in der letzten Zeit so stark verringert worden, daß nunmehr die Erschließung des jenseits der Nußbaumerstraße gegen den Herkulespart zu liegenden Geländes unmittelbar vor der baulichen Erschließung steht. Eine Beamtenvereinigung hat dort ein großes Grundstück erworben mit 30 Baustellen, auf denen stattliche Wohngebäude errichtet werden sollen. Um die Besserung des Kleinwohnungswesens besonders in diesem Gebiet hat sich die schon seit mehr als zehn Jahren bestehende Ehrenfelder Arbeiterwohnungs=Genossenschaft große Verdienste erworben. Hübsche Gruppen von Wohnhäusern sind durch die Genossenschaft am Takuplatz, an der Takustraße, der Iltisstraße und der Emilstraße errichtet worden. Takuplatz, Lenau=, Brandts= und Annakirchplatz bieten den Kindern schöne Spielgelegenheiten. Weitergehende Erholungsbedürfnisse wird der neu angelegte Herkulespar' befriedigen. Hoffentlich wird recht bald ein guter Zugang zu der neuen Parkanlage geschaffen. Ueber die Ausgestaltung des Parkes, der eine Sehenswürdigkeit von Köln bilden wird, haben wir früher mehrfach berichtet. Mehrere industrielle Werke haben ihren Betrieb vergrößert, wodurch ebenfalls bauliche Aenderungen nötig wurden. Größere Fabriknenbauten wurden zurzeit an der Marienstraße (Walzenwerk) und an der Takustraße(Spiegelfabrik) ausgeführt und bereits fertiggestellt. Wenn Ehrenfeld auch vorwärtsschreitet in seiner Entwicklung und neuerdings recht angenehme Wohnquartiere besitzt, es bleibt noch genug zu wünschen übrig. Noch manches Hindernis muß aus den Weg geräumt werden, das die Entwicklung dieser aufwärts strebenden Vorstadt hemmt. Die wichtigste Forderung ist die Beseitigung der Bahnübergänge; mögen diese Pläne, die gegenwärtig zum Teil ausgeführt werden, recht bald in ihrer Gesamtheit verwirklicht werden, Einzelne industrielle Werke, die eine starke gesundheitliche Belästigung der Bürgerschaft bilden, müssen in weniger bebaute Gegenden verlegt werden, wenn nicht die Entwicklung Ehrenfelds als angenehmere Wohnstadt beeinträchtigt werden soll. Einigen Wandel dürfte hier schon die Durchführung der Vorortringstraße bringen, die hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten läßt. Dringend nötig ist die Schaffung einer zweiten Straßenbahnlinie für Neu=Eyrenfeld bzu Bickendorf und Ossendorf. Ungeachtet dieser Wünsche; die noch der Erfüllung harren, kam man mit großer Befriedigung feststellen: das Ehrenfeld von vor 20, ja vor 10 Jahren ist heute kaum wiederzuerkennen. Es geht vorwärts! s Beleuchtungshaus Schiffgen, Höhle 6/12 S Elektrische Beleuchtungskörper einfachsten bis feinsten Genres.*9 6 W We! 20 Jahre jünger macht meine wasserhelle Haarfarbe Exlepäng. Selbige gibt früh ergrauten Haaren die ur prüngliche Farbe wieder. Erfolg garantiert, ist absolut unschädlich .färbi nich ab, ni. mand kann es sehen. 12 Jahre erprobi Fl. 3,50 fl. bei Nichterfolg Geld zurück Versand nach auswärts. H. Schellenberg, Köln, Breitestraße 13—15. o Kölner Lecal-Anzeiger.* Köln, 27. Jan. SOPB ROOTROOOSOROORSO BOOROOOOROOOOC BO OOOOCCSCOLOTRSST SOOOOTCPOOCDSTSCTTT in Unterhaltendes: Was Mutter Back dem Raiser schenkte... Skizze zum 27. Januar von Käte Lubowski. Ueber das Runzelgesicht der ältesten Einwohnerin dieses kleinen Armenhäusleins schlich ein Lächeln, als die lose Tür aufdringlich in den Angeln schrie und die beiden stolzen, strammen Gestalten zu ihr über die Schwelle traten. Langsam stand sie auf, legte das alte Gebetbuch hin und ging den Besuchern entgegen. Dabei zwinkerten ihre immer noch hellen, fröhlichen Augen, als habe ein lustiger Sommerwind eine Handvoll wirbelnden Staub hineingetragen. „Schön willkommen, Karl. Guten Tag, Willem. Seid ihr da? Haben sie euch denn heut' an Kaisers Geburtstag freigegeben? Aber freilich, wenn die Schwester heiratet geht das ja wohl nicht anders. Setzt euch ein bißchen nieder.“ Aber dazu hatten sie heute keine Zeit. „Wir wollten bloß mal sehen, wie es dir geht, Mutter Back,“ sagten sie zu der Alten, die einst in dem stattlichen Schulzenhof ihre ersten Schritte behütet hatte und ihnen mehr als die treue Magd gewesen., Sonst haben wir's eilig. Ist das ein Gerenne vom Hof zum Gasthof! Bei uns wird gegessen, aber im roten Krug ist nachher der Ball. Da muß eine Menge rübergeschafft werden. Wir helfen feste mit.“ „Freilich, freilich,“ nickte die Alte.„Ihr habt ja für zwei Kräfte. Gelt, tut mal erzählen, wird's Krieg geben mit den Herren Türken?“ „Nein, Mutter Back, die Herren Türken sind sehr friedfertig zu uns.“ „Na ja, was sie immer reden, Jungs—“ Karl, der Aeltere, zögerte noch einen Augenblick. „Mutter Back,“ sagte er geheimnisvoll,„ich möchte dir wohl was erzählen. Eigentlich solltest du es erst abends wissen.“ Das aber wollte der andere nicht gelten lassen.„Wenn du deinen Mund nicht halten kannst, red' ich erst recht,“ sagte Wilhelm mit Nachdruck. Und so kam es, daß sie es beide mit einen hellen Juchzer hinausschrien:„Mutter Back, dein Wunsch geht endlich in Erfüllung. Morgen holen sie dich hier weg. Vater hat's durchgesetzt. Du kommst ins Stift. Das feinste Stüblein kriegst du. Sooo— was sagst du nun?“ Sprechen konnte Mutter Back gar nicht. Sie würgte und preßte, heb die Hände und schob die zittrigen Lippen zusammen. Dann seufzte sie auf. Nun das langersehnte Glück zu ihr kam, ward ihr erst im vollen Umfange bewußt, was sie diese langen Jahre unter den zänkischen, unzufriedenen Weiblein in Enge und Unsauberkeit gelitten hatte. Als sie endlich ein wenig in Ordnung gekommen war, waren die beiden schönen, starken, blonden Soldaten schon wieder zur Tür hinaus. Und eine andere Gestalt stand dafür im Rahmen. Der alte Gottlieb, der noch dann und wann den Leierkasten drehte und sehr viel Obst und andere leicht erreichbare Sachen den Bauern fortstahl. Heute hatte er seinen Ehrentag. Er spielte seit der siebenten Morgenstunde das alte Kaiserlied auf seinem heiseren Instrument und nahm dafür manchen Pfennig ein. Denn am Festtag des Kaisers hatten die Dörfler eine mildtätige Hand. „Habt Ihr schon das Unglück gehört,“ fragte er mit seiner dünnen, wehleidigen Stimme. Mutter Back schüttelte den Kopf. Bis jetzt fehlte ihr noch jegliches Interesse für die anderen irdischen Geschehnisse, sofern sie nicht mit dem Stiftsstublein im Zusammenhang waren. Aber allmählich ward sie doch aufmerksam. „Es ist ganz zuverläßlich,“ erzählte der Alte,„sie haben den Doktor geholt, und der hat es gesagt. Der schwarze Hund von Peters ist toll geworden. Mixes Jüngsten hat er schon gebissen. Und obgleich sie scharf hinter ihm her sind, ist er doch nicht zu kriegen. Das kann noch schön werden. In meiner Jugend hat mal ein toller Köter ein paar Dutzend Leut' gebissen. Und sie sind alle geworden wie das Tier, und es war keine Hülf' dabei.“ Mutter Back findet es auch schrecklich, daß die Angst um eine schwebende Gefahr gerade den heutigen Festtag verdunklen will. Aber sie hat zuviel goldene Sonne im Herzen, um lange darüber zu trauern. Obwohl sie fühlt, daß der alte, heimatlose Gauner sie glühend beneiden wird, teilt sie ihm ihr Glück mit. Der hört sie ruhig an und nickt mit dem Kopf:„Da werdet Ihr nun natürlich den ganzen langen Tag beten und singen, Frau Back, und gleich, wenn Ihr drin seid, für den Herrn Kaiser ein schönes Geschenk beginnen, das Ihr ihm nächstes Jahr persönlich nach Berlin bringt.“ Sie wurde unwillig und barsch:„Ihr sollt mich nicht hänseln. Daß ich meinen Kaiser lieb hab', ist meine Pflicht und Schuldigkeit; und wenn ich gestern zu Euch im Scherz gesagt hab', daß ich mich kränk', weil ich so gar nichts für ihn zu geben hab', so sollt Ihr's nicht rumtragen. Ich stamm' nun mal aus einer Familie, die immer für ihren Kaiser was tun mußte. Mein einziger Bruder fiel bei Sedan, da kann ich so was sagen.“— Sie dachte auch noch darüber nach, als schon längst die hellen Glocken zu dem Festgottesdienst riefen, dem sie fern bleiben mußte, weil ihr der alte Rock für ihren Kaiser nicht mehr gut genug erschien. Sie betete in der Stille ihres Stübleins für ihn, trotzdem sie die anderen Weiblein gern dabei störten. Und ihre Gedanken gingen zu dem zurück, was ihr gestern durch den Kopf geschossen war: daß so eine arme, alte Achtzigjährige nichts habe, um es dem Kaiser zu geben. Ja, wenn sie verheiratet gewesen wäre, dann hätten wohl ihre Jungens oder Enkel mit den anderen in Reih' und Glied gestanden und wären parat gewesen, wenn der Kaiser sie rief, weil das Vaterland ihrer bedurfte. Ueber diesen Gedanken nickte sie ein und erwachte erst wieder, als der Kriegerverein an den halbblinden Fenstern mit der Fahne vorüberzog. Da stand sie auf und blieb feierlich und aufrecht am Fenster, bis die ratternde Musik verklungen war. Die anderen alten Weiblein waren nachmittags nicht daheim. Sie standen auf der Straße herum, hatten die rotgefrorenen Hände unter der Schürze versteckt und redeten von den neuesten Ereignissen. Es war auch wirklich viel Bemerkenswertes auf einmal in das stille, große Dorf gekommen. Kaisersgeburtstag, die Hochzeit der Schulzentochter, und nun das Unglück mit dem tollgewordenen Hund. Das jüngste Knäblein des Bauern Mix war bereits nach Berlin gesandt. Dort sollte versucht werden, es noch zu retten. Aber die arme Mutter weinte und schrie, daß es weit auf die Straße hinausgellte. Mutter Back saß gemutlich und voller Sinnen ganz allein und suchte mit den alten Augen die letzten Strahlen der hellen Januarsonne. Die Hochzeitsgesellschaft war längst aus dem Kirchlein in den Schulzenhof gegangen. Sobald das feierliche Essen vorüber sein würde, wollte sich Mutter Back mit den ersten Schuhen der jungen Frau aufmachen und sie mit ein paar Segenswünschen darbringen. Denn die freundliche Einladung der Schulzenfamilie, an allen Festlichkeiten teilzunehmen, hatte sie mit aller Bestimmtheit asgelehnt. Sie war noch von der alten Art, die einen Respekt vor der einstigen Herrschaft nicht vergessen kann. Sobald die Schatten tiefer über die kleinen Flammen der drei Laternen huschten, machte sie sich wirklich mit ihrer Gabe auf. Die Dorfstraße war jetzt ganz einsam. Alt und jung, sofern sie nicht gebeten waren, standen Kopf an Kopf vor den Fenstern des Schulzenhofes und sahen den Essenden zu, die bereits bei dem fetten gelben Käse angelangt waren. So war niemand zur Stelle, der die einsam schleichende Mutter Back etwa bei der herrschenden Glätte gestützt hätte. Vorsichtig humpelte sie vorwärts, stand zuweilen ein wenig still, um neuen Atem zu schöpfen, und nickte der schönen, neuen Fahne entgegen, die aus der Ferne vom Schulzenhof für den Kaiser herüberwehte. Plötzlich zuckte sie zusammen. Auf der Mitte des stillen Weges trabte ein Hund mit gesträubtem Fell, mager und häßlich anzusehen, auf sie zu. Aus seinem Maule lief Geifer, die Augen glühten ihr förmlich entgegen. Sie zweifelte keinen Augenblick, daß dies der Hund sei, der nach neuen Opfern suche. Sie konnte ihm freilich aus dem Wege gehen; aber wenn nachher der lustige Schwarm der Hochzeitsgäste nach dem Gasthof strebte, wenn das junge Volk hin und her lief, besonders wenn Wilhelm und Karl etwas Vergessenes herbeiholten— Ihre Hände verkrampften sich über den Erstlingsschuhen. Sie wickelte sie instinktiv fest in ihre lange Schürze ein. Wenn die Jungen, ihre Jungen, die sie auf dem Rücken getragen hatte, solch Unglück träfe! Nicht auszudenken war das. Die Jungen brauchte doch der Kaiser noch. Sie war alt und siech. Freilich, freilich, das helle Stüblein im Stift wartete ja auf sie. Schön mußte das sein. Kein Gezänk, kein Haß, ein Geranium am hellen Fenster und die Kirchenglocken ganz nahe. Aber der Kaiser bedurfte ihrer wirklich nicht. Sie lächelte. Sie hatte ihm doch so gern etwas schenken wollen. War da nicht eine Geburtstagsgabe für ihn—? Ihre zusammengesunkene Gestalt straffte sich, sie lief dem Hund entgegen, eine Schnur riß sie aus der Tasche, warf sie nach ihm— fing ihn darin. Er bäumte sich auf, mit fletschenden Zähnen heulte er sie an, er schnappte nach ihrer welken Hand— sie fühlte rinnenden Geifer— ihr Herz setzte aus, dies alte, dumme Herz, von dem schon vor zehn Jahren der gute Doktor gesagt hatte, daß kein rechter Verlaß mehr darauf sei. Aber sie riß und zog die Schlinge fester. Die Sterne tanzten vor ihren Augen, als fielen sie auf ihr Haupt, und das Wehen der Fahne streifte sie im Traum. In diesem stillen, letzten Traum, der voll goldenen Jauchzens war. Spät in der Nacht fanden sie Mutter Back. Der tolle Hund lag erdrosselt neben ihr. Und sie selbst schlief so friedlich. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben ein Ziel gesetzt. Ob es wohl einer der Dörfler ahnte, daß ihr aus Gefahr, Treue und Fahnenwehen endlich die große, schlichte Gabe für den Festtag ihres Kaisers gewachsen war, die Gabe, sich selbst zu opfern, damit jungem Leben kein Leid geschah? Ka 6100 notariell beglaubigte Zeugnisse von Aerzten und Privaten verbürgen den Paket 30 PI Oose 60 Pf. Zu haben in Apotheken, Drogerien, und Kolonialwaren-Handlungen. Hustenmitlel. icheren Ertolg. 9n*— man lasse sich nichts anderes aufreden teinschmeckendes TIE Fursetzung.Seis 4) Kélner Lecal-Hnzeiger Nr. 27&ap Montag. 27. Januar 1913. 7 Bernhardiner Sehrock-Anzüge sehr w. geir. bill.zu verk. Streitzeugg. 26, pt.b 8 Wochen alt, echte Abst., pro Stück 20-3° M. abzugeben. Peter Höderath, Diepenbruck Pleschenhierwag. u. Wirtstisch. b. abzug. Gr.Bris bei Overath. Die Kuliur der Zimmerpflanzen Verdingung. Seite 9. adzug. Gr.Brinkgasse 20 24. b gebr Gasöfen zu verk. Zollstraße 13. b Legehühner 40 jg. 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Pfarrer Köhler von St. Maria in der Kupfergasse im Beisein des Aussichtsrates und des Vorstandes dem Nenbau die kirchliche Segnung. Ueber den Erweiterungsbau haben wir unsere Leser bereits in Nr. 190 vom 14. Juli v. J. unterrichtet. In derselben Nummer wurde auch ein Bild des Neubaues veröffentlicht. Was man damals auf Grund der Pläne erhoffte, hat sich in vollem Umfange verwirklicht. In modernen, frei an den Empirestil sich anlehnenden Formen erhebt sich der Neubau nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Krings, als ein weiteres Zeichen der großen Bedeutung, die sich die Bürgergesellschaft im gesellschaftlichen Leben Kölns erworben hat. An dieser Stelle stand das alte Nevensche Familienhaus in der Röhrergasse, auf dessen großem Gartengrundstück vor nunmehr 20 Jahren die Bürgergesellschaft ihr Vereinshaus errichtet hatte. Das alte Wohnhaus stammte aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und bildete mit den beiden es an Höhe überragenden Nebenhäusern eine kleine platzartige Erweiterung der engen Röhrergasse, die bei aller Einfachheit der Anlage eines gewissen malerischen Reizes nicht entbehrte. Speziell das niedrige, jetzt niedergelegte, nur aus Erd= und Obergeschoß und mächtigem Mansardgeschoß bestehende Mittelhaus zierte es in seinen einfachen Verhältnissen, und mancher alte Kölner wird es mit Bedauern haben fallen sehen. Die alten niedrigen Verhältnisse konnte der Baumeister beim Neubau des Vereinshauses der Bürgergesellschaft nicht mehr verwenden, dieselben stimmten sogar nicht mit dem neuen Zweck überein, aber er hat mit Geschick es verstanden, einen Ersatz, wenn auch in wuchtigeren Formen, zu schaffen, der die früher hübsche Baugruppe nicht stört, im Gegenteil derselben trotz der größeren Höhenverhältnisse eine gewisse Geschlossenheit verleiht. Die Schauseite des Gebäudes ist ganz in Caleit ausgeführt und bildet jetzt als dominierendes Hauptstück an dem kleinen Platze eine ebenso glückliche Baugruppe, als sie es früher war, und dies ist hauptsächlich dadurch erreicht, daß der Architekt sich in seiner Formgebung an die Zeit der Entstehung des ursprünglichen Baues mit seinen ruhigen Flächen und Linien angeschlossen hat. Dabei gibt das Aeußere ein treues Spiegelbild des Inneren wieder. Mächtige, vom hohen Sockel des Erdgeschosses durch Zwischengeschoß und Hauptgeschoß durchlaufende dorische Pilaster tragen ein kräftig ausladendes Gesims gleicher Ordnung und geben der ganzen Front jenen monumentalen Charakter, der sich gerade diesem Stil eignet, dabei ist alles doch mehr modernem Empfinden angepaßt, was ja bei der Bestimmung des Baues nicht zu vermeiden war. Ueber dem hohen ein Meter weit ausladenden Hauptgesims erhebt sich noch im Mittelbau ein Attika=Geschoß, das aus einem kräftigen Mansarddach hervorspringend die Wohnungen des Oekonoms und der Angestellten enthält. Das Erdgeschoß zeigt den mit schönem Vordach ausgestatteten Haupteingang, an welchem sich östlich ein prächtiges, in graugelbem Cavareno=Marmor ausgestattetes Treppenhaus angliedert, während westlich die geräumigen Garderoberäume für die Gesellschaftsmitglieder und straßenwärts das Lesezimmer liegen. Letzteres von der Mainzer Firma Maschmann durch ihren Vertreter Albert Niggemann hierselbst geliefert, ist an sich in seiner einfachen grüngetönten Holzbekleidung mit schönen Bronzebeschlägen und seinen Ledersofas so recht einladend zum stillen Studium der zahllosen Zeitschriften und Zeitungen der verschiedensten politischen Richtungen, die die Gesellschaft dort für ihre Mitglieder auflegt. Das ganze Zwischengeschoß nimmt die geräumige Garderobe für den alten weißen Saal und den an der Röhrergasse im ersten Obergeschoß liegenden neugeschaffenen Hochzeitssaal auf. Hier sind die Wände ebenfalls mit graugelbem Marmorsockel bekleidet, die auf reich geadertem schwarzen Marmor sich aufbauen und nur durchbrochen werden von Spiegeln und Durchsichtsöffnungen nach dem alten Treppenhaus. Elegante Klosett= und Toiletteanlagen für Herren und Damen, mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet, und ein reizendes in Eichenholz von der Firma Lichtkern und Friedrichs hergestelltes Klubzimmer hofwärts mit dunkelbrauner Eichentäfelung und schöner Kassettendecke nehmen den übrigen Raum des Zwischengeschosses ein. Das ganze Hauptgeschoß nimmt im Vorderhaus, abgesehen von dem vorgenannten künstlerisch fein gestimmten Treppenhaus, der neue große wochzeirssaal ein, der in den Formen einer modernen Empire eine überaus gediegene Ausstattung aufweist. Die rosaroten Marmorpilaster auf goldgelben Marmorpostamenten der Wände bringen mit der in Weiß und Gold behandelten Archilektur und den lichtgrünen Seidentapeten hier eine überaus festlich heitere Stimmung zuwege, die noch gehoben wird durch den schönen Werresschen Marmorkamin und den prächtigen Kronleuchter, die aus dem jetzt niedergelegten Oppenheinischen Palais hierhin übergeführt wurden. Ein spiegelblanker, aus großen Tafeln zusammengesetzter Parkettboden und die girlandenartig an der Decke sich herziehenden Beleuchtungskörper vervollständigen den festlichen Eindruck des Ganzen. Zwischen diesem Saal und dem weißen alten Saal ist mit beiden verbunden ein äußerst intim gehaltener Vorsaal eingeschoben, der von der Firma Rauch(Köln—Mainz) geliefert, eine überaus glückliche Kombination moderner Formen mit dem Louisseizestil aufweist. Terselbe dient gleichzeitig als Vorsaal für den bisherigen weißen Saal und ermöglicht somit die direkte Verbindung aller Säle der Gesellschaft ohne Berührung eines Flurs, während sämtliche Säle jeder für sich von Fluren und Treppen aus erreicht werden können und so die ausgiebigste Abwechselung in der Verwendungsmöglichkeit erzielt wird. In diesem letzteren Saal sind die reichen Holzarbeiten mit hübschen Schnitzereien, alle in weißem Lackanstrich mit Golddekor gehalten. Das wichtigste und der berechtigtste Ruhm der Kölner Bürgergesellschaft sind aber die beiden neuen Keller, die bis zu 8 Meter unter das Straßenpflasser reichend auch in diesem Bauteil eingerichtet wurden und deren Herstellung in dieser Tiefe bei dem feinkörnigen Triebsand=Untergrund der Bauleitung keine geringen Sorgen bereitet hat, um so mehr als es galt, die Nachbarbauten und das eigene Haus der Bürgergesellschaft bei diesen gefährlichen Arbeiten zu schützen. Möge die Bürgergesellschaft, die nunmehr zu einem gewissen baulichen Abschlusse ihrer Räume in den 50 Jahren ihres Bestehens gelangt ist, auch in ihren neuen erweiterten Räumen sich der bisherigen Blüte weiter erfreuen, möge sie sein, was ihr Name besagt, eine Stätte der Erholung und Geselligkeit für Kölner Bürger. Zum Schluß erübrigt es noch derjenigen zu gedenken, die bei Herstellung des Neubaues tätig waren. Der Entwurf und die etailausbildung lag in den Händen des Regierungsbaumeisters Krinas, desselben Mannes, dem auch vor zwanzig Jahren die Bürgergesellschaft den damaligen Neubau übertrug, dem in der örtlichen Bauleitung in tatkräftiger Weise Architekt Wilhelm Füllenbach zur Seite stand, Die gesamten Erd= und Maurerarbeiten wurden durch den Maurermeister Adolf Weisweiler, die Zimmerarbeiter von Zimmergeschäft Herm. Jos. Gerhartz Nachf. Jak. Schüller geliefert. Die äußeren Stuckarbeiten, so namentlich die Fassade, wurden von der Firma Reiner Rief hergestellt. Dieselbe Firma lieferte auch die meisten Stuckarbeiten im Innern(neuer Saal, Vorsaal und Treppenhaus), während die Stuckarbeiten im Zwischen= und Erdgeschoß von der Firma H. Grünewald geliefert wurden. Die inneren massiven Treppen lieferte die Firma J. Simonis. Die Schmiede= und Schlosserarbeiten wurden von den Firmen Aug. Zerres und J. F. Schmülling gestellt, während die Träger Chr. Wirtz lieferte. Das Dach wurde von Konrad Wingen eingedeckt. Die Bleiverglasung wurde von der Firma Schneiders und Schmolz hergestellt, während die übrige Verglasung die Firma I. Wimmersberg Nachfolger lieferte. Der größte Teil der reichen Bronzearbeiten wurde von der Firma Bentele und Kleefisch, Kunstgießerei Vorwärts, die Beleuchtungskörper mit Ausnahme der prächtigen Kronleuchter von der Firma Karl Horn geliefert. In die Malerarbeiten teilten sich Wörsdörfer und F. Dullens, und die Dekorationsarbeiten und Tapeten lieferten Karl Adler jun. und Franz Meyer und Leiffmann. Die umfangreichen Marmorlieferungen erfolgten durch die Kölner Marmorwerke von Wings und Iltgen in Dellbrück, und die komplizierten Beleuchtungsund Ventilationsanlagen erstellte die hiesige Firma Oertel und Prümm. Die prächtig ausgestatteten Klosettanlagen wurden von den Firmen Bergs und Neuß, Peter Welter, And. Wunderlich und Joh. Schmitz geliefert. Die inneren Türen und Fenster fertigten die Firmen H. Ad. Nix und Düren u. Wiethoff. Die Linoleumlieferung besorgte die Firma Fröhlich und Leven. Die Zentralheizung erfolgte durch das Zweiggeschäft Gebrüder Körting, Filiale Köln, Vorsteher H. Blaise. : Uom Kölner Karneval:: * Vom Maskenball der Kölner Bürgergesellschaf: Manchem erscheint der„Männerball“ als Vorfreude auf den der Regel gemäß eine Woche später stattfindenden„Bürgerball“ oder auch wohl ols Generalprobe für denselben. In der Tat ist es fast derselbe F den, der hier wie dort gesponnen wird; derselbe Faden, vielleicht auch dieselbe Nummer. Hier wie dort regiert Frohsinn und Mummenschanz die Stunde. Mancher gibt dem„Männer= ball“, mancher dem„Bürgerball“, den Vorzug, viele aber sind auf beiden Veranstaltungen Stammgäste. So war es bei den Alten, so ist es bei den Jungen. Und letztere geben in dem lustigen Treiben den Ton an. Am Samstag konnte man schon in nicht allzu vorgeschrittener Stunde feststellen, daß die Zahl der Freunde der Bürgergesellschaft wieder gewachsen ist; frühzeitig stellte sich Platz= und Raummanger ein; Raummangel besonders soweit das Tanzen in Frage kam. Alle, die da gekommen waren in prächtigen Kostümen oder stilgerechten Trachten, wollten nicht nur bewundert sein in blitzender Wehr einer Jungfrau von Orleans, einer Walküre, einer auf dem Kriegspfad begriffenen Indianerin, schmeichelnder Kammerzofen, sinnberückender Carmen oder Kastagnetten schlagender Spanierinnen, drolliger Pierretten und Pierrots, ernster Ritter und Pagen, würdevoller Römer oder holzschuhklappernder Holländerinnen, wilder Cowboys oder botanisierender Professoren, als stramme Marsjünger oder tölpelhafte Rekruten, als ränkeschmiedende Schusterjungen oder „Klatschmänner", als Türken oder Hochländer, als Montenegriner oder Griechen, sie alle wollten„Ulk“ treiben— aber auch tanzen. Aber damit haperte es. In den Sälen eine Fülle von hopsenden Weiblein und Männlein, durch welche sich die Tanzpaare nur mit Mühe Bahn brechen konnten, und dann kamen in wilder Jagd die wilden Cowboys oder eine Gruppe von Fischerinnen und Fischer dahingerast, um die Ordnung der Tanzenden zu durchbrechen. War das diesen nicht gelungen, dann versuchten es Gänsehirtinnen oder possentreibende Bajazzos. Tanzbeflissene suchten deshalb gern stillere Saalecken oder die Galerien auf, um Terpsichoren zu huldigen. Aber obgleich die„Ordnung“ in diesem Falle wenig respektiert wurde, hatten die pflichteifrigen Ordnungskommissare, die wie an den Eingängen zum Gesellschaftshause, so auch in sämtlichen Räumen strengen Ausguck hielten, keinen Anlaß zum Einschreiten. Man war ja in der Bürgergesellschaft! Ob's nun zu Beginn des Maskenfestes oder zu dem Zeitpunkte war, an dem auch die Allerletzten sich eingefunden hatten, stets stand das Stimmungsthermometer auf voller Höhe und sank auch nicht, als die Ersten den Aufbruch begannen. Kein Wunder! Welch farbenprächtiges, lebendiges Bild bot sich dem Auge, wenn man vom erhöhten Standpunkte aus der Maskenpolonaise zuschaute, die unter Vorantritt der Musik wiederholt durch die Säle schlängelte! Ein Glück, daß hier keinem Preisgericht die heikle Aufgabe gestellt war, Preise zu verteilen. Auch der Erfahrenste und Unparteiischste hätte sie nicht lösen können. Eine Entdeckung aber mußte man machen: der Humor tritt mehr und mehr auch in den Maskenkostümen in den Hintergrund; statt dessen tritt die Prachtliebe stark hervor. Daß die Herrenwelt sich nicht allgemein am Mummenschanz beteiligt, wurde schon in früheren Jahren festgestellt. Daß aber besonders jüngere Herren ohne jeden karnevalistischen Schmuck erscheinen, sollte nicht geduldet werden. Nächstes Jahr wird es noch schöner, hörte man manchen sagen, der unter der Raumfrage etwas litt. Man dachte da vielleicht an den Neubau, der heute seine feierliche Einweihung erhält. Wer aber glaubt, daß durch diesen dem Maskentreiben ein noch größerer Spielraum gegeben wird, befindet sich in einem Irrtum. Der neue „Hochzeitssaal“ erhält einen Schmuck so auserlesenen Geschmacks, daß er als Tanzsaal schwerlich allgemeiner Benutzung freigegeben werden kann. Aber hier soll Hungernden und Durstenden Gelegenheit zur behaglichen Atzung geboten werden, so daß die übrigen Säle dann genug von dem Faschingstreiben mit Beschlag belegt werden können. Mit dieser Feststellung soll indes nicht gesagt sein, daß in diesem Jahre es an der Möglichkeit zur Auffrischung der Lebensgeister gefehlt hätte. Dafür erfreuen Küche und Keller der Bürgergesellschaft sich eines zu guten Rufes! So sehr Vorstand und Festkomitee alles vorsorglich geordnet hatten, um den guten Verlauf des Festes zu gewährleisten, einer Unterlassungssünde hatten sie sich doch schuldig gemacht: Den Tanten und Müttern, welche schon um 5 oder 6 Uhr im Saale auftauchen, um den Nachkommenden gute Plätze zu sichern und von dort aus die Jugend bis morgens früh zu beschauen, müßte bequemere Sitzgelegenheit verschafft werden. Wie wär es, wenn für diese ehrwürdigen Damen, die eigentlichen Säulen des Festes, wenigstens je ein Fußschemel beschafft würde? An Dank würde es nicht fehlen, und im nächsten Jahre würde das Fest nicht nur so schön wie in diesem Jahre werden, es würde sicherlich seines gleichen nicht finden. CA) EineJubiläumssitzung. Hr. Josef Hilberoth kann in diesem Jahre das 25jährige Jubiläum als Präsident der KarnevalsGesellschaft Eintracht begehen; als schlagfertiger Führer hat er sich während dieser langen Zeit viele Freunde im Karneval erworben und die Eintracht verdankt ihm ihre heutige Stellung. Die Gesellschaft veranstaltet ihm zu Ehren am Mittwoch, den 29. Jan., abends 8 Uhr, im Fränkischen Hofe eine große Jubiläumssitzung, wozu alle Karnevals=Gesellschaften Kölns eingeladen sind.(o Kirchliches (à) Köln, 27.Jan.1913. In der Pfarrkirche St. Agnes wurdam Sonntag das Pfarrpatrozinium in überaus festliche Weise begangen. In dem feierlichen Hochamt, das vormittags un 10 Uhr stattfand, trug der Kirchenchor die Dreikönigenmesse vor Könen äußerst wirkungsvoll vor. Knaben= wie Männerstimmer kamen bei der Wiedergabe des schönen kirchenmusikalischen Werkes voll zur Geltung. Als Einlage sang der Chor 0 salutaris hostia von Haller und beim Offertorium das Ave maria von Nekes. Di. abendliche Feier, bei der das Gotteshaus und insbesondere der neue schöne Hochaltar aufs festlichste erleuchtet waren, begann mit eine vom Kirchenchor gesungenen vierstimmigen Komplet. In der ur folgenden Festbetrachtung schilderte der Kanzelredner, anknüpfer an den Spruch: Das ist der Sieg, der die Welt überwindet, unse Glaube! das Leben der jugendlichen Martyrerin, der h. Agnes die bereitwillig für die Bewayrung ihrer Reinheit und ihre: h. Glaubens in den Tod gegangen ist. An der sakramentale Prozession durch die von Andächtigen dicht gefüllte Kirche nahmen außer einer Anzahl Geistlichen weißgekleidete, Symbole tragend Mädchen sowie die Vertreter des Kirchenvorstandes und der Gemeinde vertretung teil. Nach dem feierlichen Tedeum und dem Schlußsegen durchbrauste mächtig das Großer Gott, wir loben dich das herrliche Gotteshaus. (A) Köln, 27.Jan.1913. In der Pfarre St. Alban beging man am gestrigen Sonntag das Fest des h. Sebastianus. Morgens fand um.15 Uhr in der Pfarrkirche ein feierliches Hochamt statt. Der Kirchenchor verschönte den Gottesdienst durch den Vortrag der vierstimmigen Herz=Jesu=Messe von Schildknecht, die unter Leitung des Dirigenten Hrn. Meller wirkungsvoll zu Gehör kam. Beim Offertorium wurde die mehrstimmige Einlage Lauda Sion von Jaspers gesungen. Eine Reliquie des h. Sebastianus war den ganzen Tag über zur frommen Verehrung der Gläubigen ausgestellt. 00 Theater und Konzerte & Gastspiel Sorma in Köln. Die Künstlerin verabschiedete sich am Sonntag in unserem Schauspielhause als Rautendelein in Hauptmanns Märchendrama Die versunkene Glocke, eine in Köln von ihr noch nicht gesehene Rolle, die sie vor sechzehn Jahren bei der Uraufführung des Werkes in Berlin verkörperte. Es war einer der wenigen unbestrittenen Erfolge, die Hauptmann mit seinen Erstaufführungen erlebt hat, was ohne die Kenntnis der Umstände verwunderlich erscheinen muß, weil das Werk heute allgemein nicht zu seinen besten gezählt wird. Aber am 2. Dezember 1896 war erst eine kurze Zeit vergangen, als der Kaiser den Beschluß der Schillerpreis=Kommission unngeworfen hatte, die Hauptmann mit dem Preise bedenken wollte. Dafür bekam Wildenbruch gleich zwei Preise, ein Vorgang, der bekanntlich später zur Gründung des von solchen(nicht aber von allen anderen) Beeinflussungen unabhängigen Volksschillerpreises geführt hat. Es steckte eine gute Dosis Widerspruchsgeist in dem Berliner Erfolg der Versunkenen Glocke, der sich nun über ganz Deutschland fort pflanzte. Seitdem hat sich, wie bemerkt, die Ansicht über das Stück geändert, aber das Rautendelein ist eine Rolle, die, so viel Geschraubtheit und Unwahrheit auch in ihr steckt, von den Schauspielerinnen geschätzt wird, weil sie ihnen Gelegenheit gibt, in manchfacher Weise theatralisch zu glänzen. Frau Sorma faßt das elbische Wesen zunächst recht menschlich und derb an, ja im zweiten Akt, wenn sie sich im Uebermut auf das Bett des kranken Glockengießers schwingt, glaubt man eine Verwandtschaft dieses launischen weiblichen Wesens mit dem ja recht ausgesprochenen Weltkinde Cyprienne zu entdecken. Der Grundton dieser Märchengestalt ist bei Frau Sorma jedenfalls nicht das mystisch Süßliche, Sentimentale, mit welchen Eigenschaften ausgestattet sie manchmal auf der Bühne erscheint, sondern das vielleicht mehr in's menschlich Gesunde Hinüberspielende, als es sich ver Dichter gedacht haben mag. und im vierten Akt entwickelte sie auch eine schöne Leidenschaftlichkeit. Dagegen war dieses Rautendelein im letzten Akt mit der ganzen zarten Poesie umgeben, mit der sie der Dichter geschmückt hat. Das sehr gut besetzte Haus ließ es nicht an Beifall fehlen. Die übrige Besetzung war dieselbe wie in der letzten Novembervorstellung, als man den 50. Geburtstag des Dichters beging. (A Im Opernhaus ist das Repertoir für den 2. und 3. Februar dahin abgeändert worden, daß am Sonntag, den 2. Februar Lohengrin zur Aufführung gelangt, als 145. Abonnementsvorstellung Serie 4. Anfang.30 Uhr. Am Montag, den 3. Februar geht außer Abonnement die neue Operette Der liebe Augustin in Szene, Anfang.30 Uhr. Wasserstands=Nachrichten am 27. Januar. Konstanz, vm. Bodens..97--.04 m Hüningen, 7 om., Rhein 1,73—0,17 m Kehl, 7 vorm, Rhein 2,78—.19 m Mannheim, 8 vm., Rh..594-0,14 m Heilbronn, Lom., Neckar 243—0,52 m Lohr, 8 vorm., Main.33--0,42 m Caub, 9 vorm., Rhein 3,82--.62 m Trier, 7 vorm. Mosel 2,59—.15 u Köln, 7 vorm., Rhein 5,084-0,23 u Ruhrort, 8 vm., Rhein 4,75--0,33 u Wesel, 8 vorm., Rhein 4,744-0 35 u Tiel, 8 vorm., Rhein 5,55--0,27 u Wetterbericht der Kölnischen Volkszeitung. Köl u. 27.Jan.1913 Der hohe Luftdruck hat seit unserem letzten Berichte in ganz Mitteleuropa stark zugen mmen und liegt hier mit seinem Zentrum über Bayern. Auch im südlichen Ostseegebiet und auf der skandinavischen Halbinsel fand eine erhebliche Zunahme des Luftdruckes statt. Dagegen ist das Barometer im Westen der Britischen Inseln gefallen infolge der Annäherung einer vom Ozean kommenden Depression. Im deutschen Binnenlande herrscht Frost. Im Süden ist der Himmel heiter und die Luftbewegung ruhig, sonst ist das Wetter vorwiegend wolkig bei schwachen bis frischen nordwestlichen Winden. Im Süden und im Osten sind gestern Niederschläge eingetreten. 64m über dem Meeresspiegel.(Eingeklammerte Ziffern vom Tage vorher), 25.Jan. 9½ ab. Bar. 755.10751.0 2 Bedeckt 1 Heiter T SLUNS+ 6•+ 75ISW 27.Jan. 3½mo.10% 7630 749.11-- 1 7+.0 ISO 11 mitt.red.C. 761 5 749 315- 0 8+.2SO 11„ Windstärke0— windstill, 1— leichter Zug, 2= leicht, 3= schwach, 4— mässig, 5— frisch. 6— stark, 7— steif, 8— stürmisch, 9= Sturm, 10— starker Sturm, 11= he tiger Sturm. 12= Orkan. Höchste Tenberatur von gestern+.0., niedrigste von heute—.8 C. Mutmassliche Witterung für den 28 Januar: Zunächst noch kalt bis zu Frost, doch ist Uebergang zu milderem Wetter für die nächsten Tig wahrscheintich. (-Aufg..18. Unterg..13.-Aufg. 12 6 nachts. Unterg. 10.36 mgs. Gegen Haaraustall und Schuppen versuche man für nur 85 Pfennig den ganz überraschend wirkenden„Haargeist“ der Heumarkt=Drogerie. Nur zu haben Heumarkt 64/66(Eckhaus Friedrich=Wilhelmur.). Probeflasche 85 Pfg, große Flasche.85„ h“ Eölner Local-Anzeiger Nr. 27 am Montag, 27. Januar 1913. Jahrgedächtnis für den verstorbenen Herrn Michael Zorn findet am Mittwoch, den 29. Januar, morgens 9 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche statt, wezu freundlichst eingeladen wird. d Das Jahrgedächtnis für den verstorbenen Herrn Gerh. Heungen. Konditor findet am Mittwoch, den 29. Januar, 8¼ Uhr, in der St. Josephkirche zu Kalk statt, wozu hierdurch höflichst eingeladen wird. d Joh. Rosen, Pantaleonstrasse 1. Imen, Hoflieferant Sr. Königl. Hoheit des Fürsten von Hohenzollern. 87 Fernsprecher A2947. Theodor Didam Hohestrasse 15Stets grosses Lager Seite 11. stubenhock Büromenschen und überhaupt alle, die wenig Bewegung haben und somit zu Darmträgheit etc. neigen, müssen regelmässig wohlschmeckenden Joghurt von Dr. Axelrod geniessen; sie schützen sich dadurch vor Darmfäulnis und zahlreichen damit zusamienhängenden Krankheiten aller Art. Achten sie aber auf den Namen Dr. Axelrod! Zwangsversteigerung. Am 14. 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Jan. 1913, nachmittags 4 Uhr, ollen im Pfandlokale Marsil= stein 28 zu Cöln versteigert werden: 1 kompl. bessere Ladeneinrichtung bestehend aus Schaukasten mit 4 Spiegelscheiben, Ladentheke mit Marmorplatte,1 Ladenregal, 1 Käseschrank etc., Registrierkasse, 1 Partie gebrauchte Möbel, 1 Buchdruckerhandpresse. Buchholz, Gerichtsvollzieher in Cöln.“5 Damen-Jackenkleider nach Maß Elegante, erstklassige Anfertigung. Nuch bei Zulieferung der Stoffe. Preis für Fasson 35 M. Ganze Jackenkleider nach Maß von prima englischen u. deutschen Stoffen auf Seide. Leinen u. Roßhaar gearb. 78-95 M. Unter Garantie für tadellosen Sitz empfichlt sich Math. Burger, Madgeschäft Köln, Pfeileirasse 17, an der Mittelstrusse) Dorän Kraft Malz un# lichste. billigste u. bestwirkende Präparat für alle Lungen-, Brust- und Halskranke. Dr. F. 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Jan. 1913, vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokal Hansaring 92 in Cöln versteigert werden: I. 1 Schreibmaschine, 1 Kohrsessel, 1 Kopierpresse, 1 Uhr, 16 Bände Mevers Konversationslexikon II. 1 Ropierpresse, 3 chreibmaschin., Schreibtisch, 1 Jalousieschrank, Tinte, Couverte etc. Bardenheuer, Gerichtsvollzieher in Cöln. 5° Zwangs-Versteigerung Am Mittwoch, den 29. Jan. 1913, nachmittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokale Hansa ring 92 in Cöln versteigert werden: 1 gr. Partie Hausmobilien auler Art. Lauck, Gerichtsvollzieher in Cöln.“4 Retorm-Beinkieider für Damen und Kinder Matth.& Rosa Bernardi, Ecke Ehren- und Albertusstrasse. 42jährige Praxis. (IÜbertuusstraße 39. Eine Partie Feusterkorsetts leicht verblichen, sowie einzelne Weiten, sollen für die Hälfte des Preises verhauft werden. e Korsetthaus Imperial e# Hohenzollernring 4. Jos. Engel. Telephon B 9304. 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Januar, nachmittags 3½ Uhr: EMLOSSEUN.: Opernhaus. MUHNSALÖTNI Heute, Montag: Figaros Hochzeit. Anfang 7 Plattköln. Bühne der Familie Millowitsch. Heute, Montag, den 27. cr., abends 8¼ Uhr: Zum 29. Malc: Grösster Schlager! Grösster Schlager!## Heute, Montag: Figaros Hochzeit. Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 28. Januar 1913.— 10. Vorstell. außer Abonnem. Der liebe Augustin. „Der Liebesonkel“. Operette in 3 Akten von Leo Fall. Szenische Leitung: Direktor Rémond. Musikalische Leitung: Walier Gaeriner. Mitwirkende: Die Damen: Bartram, Saleska, Wolter; b Herren: vom Scheidt, Renner, Waldmaier, Rawson, Clemen, Vanoni, Majewski, Förster. Anfang 8 Uhr, Ende ungefähr 11 Uhr. Posse mit Gesang u. Tanz von Pardes-Milo u. H. Frey. Musik von Walter Kollo. 5 8 unter Leitung des Tanzlehrers O. Guckeisen. Eintritt 1 M. Kinder 50 Pig. Abonnenten frei. Dienstag, den 28. cr., abends 8¼ Uhr: „Der Liebesonkel.“ dan Karnevals-Samstag, den 1. Februar, abends 8½ Uhr: * G r o s s e I n a u g u r a t i o n in allen Sälen und Palmenhäusern D Fest-Essen an reservierten Tischen. Gedeck.. (frühzeitige Vorausbestellung erbeten) Von 10 Uhr an: Tanz. &*m Karnevalistisches Konzert im Palmenhause(Sektausschank) und im Bierkeller. Eintritt 2M. Abonnenten frei. Maskenkostüm oder Gesellschaftsanzug mit Maskenabzeichen. Katholischer Bürger=Verein Köln=Nippes. Donnerstag, d. 30. Januar, im großen Saale des Civoli Karnenalisticher Mittwoch, den 29. Januar 1913.— 141. Ab.=Vorst. Serie 4 Anfang 7½ Uhr: Lavalleria rusticana. Oper in einem Aufzug von Piétro Mascagni. Hierauf: Der Bajazze. Oper in 2 Akten und 1 Prolog von R. Leoncavallo. Schauspielhaus. Karnevals-Sonntag von 12 Uhr mittags an: Tafel-Musik Diners an reservierten Tischen, Gedeck 3 J. Nachmittags und abends: Maskentreiben, karnevalistisches Konzert und Tanz. Heute, Montag=Nachmittags: Der gestiefelte Kater. Anfang 3 Uhr: Abends: Grüne Ostern.— Anfang 7½ Uhr. Dienstag, den 28. Januar 1913.— 140. Abonn.=Vorst. Serie 1) In neuer dekorativer und kostümlicher Ausstattung Judith. Eine Tragödie in 5 Aufzügen von Friedrich Hebbel. Inszeniert von Direktor Rémond. Mitwirkende: Die Damen: Leithner, Creutzburg, Becker Schönfeld, Bischoff, Scholtz. Halser, Klinder; die Herren Goetz, Heber, Dysing, Nitzgen, Senden, Aßmann, Salomon, Würthenberger, Engels, Turrian, Willi, Ekert, Portz, Diehl Kiesau. Anfang 7½ Uhr, Ende ungefähr 10¼ Uhr. Einlaß 7½ Uhr. Anfang Punkt 812 Uhr. Se Liederhefte a 40 Pfg, die zum Eintritt berechtigen, sind bei den Vertrauensmännern und abends an der Kasse zu haben. 95 Mittwoch, den 29. Januar 1913.— Anfang 8 Uhr. Die Generalsecke. Lustspiel in 3 Akten von Richard Skowronnek. Eintritt 1 M. Kinder 50%, Abonnenten frei. Rosenmontag: Kein Konzert. Schulpflichtige Kinder haben keinen Zutritt. Der Vorstand. Karnevals-Dienstag Von 12 Uhr mittags an: Tafel-Musik. Diners an reservierten Tischen. G deck 3 M. *—„„ ∆ 9 Nachmittags: Karnevalistisches Konzert Eintritt 1 M, Kinder 50 9. Abonnenten frei. Flieger=Schule Luftfahrzeugbau 2 Abends 9 Uhr: Plora-Maskenball Maskenkostüm od. Gesellschaftsanzug m. Maskenabzeichen. Eintritt von 5 Uhr an 2 K. Abonnenten frei. Josef Schlatter Schnelle und gewissenhafte Schülerausbildung auf Die Abonnenten haben zu allen vorgenannten Veranstaltungen freien Eintritt. □ Doppeldeckern Vivat! Karl Vivat! Unserem werten Präsidenten Herrn Karl Schmitz zu seinem morgigen Namenstage die besten Wünsche! Gewidmet von den Mitgliedern der Lotteriegesellschaft„Mer liere dat? " Spill nit“ Köln=Kalk.# r0 Zu vorteilhaftem Kauf An den Karnevalstagen verlängerter Straßenbahnbetrieb bis 2 Uhr nachts. 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