Geschäftsstellen und Anzeigen-Annahmen marzellenstr. 37 und Breitestr. ss. Bezugs-Preis in Köln, mit Sonntagsbeilage Lelonia, wöchentl. 10 Pfg., monatl. 40 Pfg., auswälts 50 Pig. Oostpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), M..—(2 Mon.), M. 0,50(1 Mon.), ausschl. Bestellgeld. Illustriertes Unterhaltungsblatt erscheint Freitags. Bezugspreis: für die Bezieher des Kölner Local=Anzeigers 10 Ofg. im Monat, im Alleinbezug 50 Ofg. vierteljährlich. Anzeigenpreis für Köln 18 Ofg.(3. u. letzte Seite 22 Ofg.) "„ a u s w ä r t s 2 5„( 5.„„„ 3 0„) Reklamepreis„ Köln 50„(auf der 2. Seite 60„) " auswärts 75„ Hlatzvorschriften 10% Iuschlag. Offertengebühr 28 Ofg. General-Anzeiger für Ge rbeiniscbe Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. Nr. 249. 25. Jahrgang. Feruspr. 1. Geschäftsstelle Marzellenstr. 37: A 420. 2. Geschäftsstelle Breitestr. 85: A 6636. Köln, mittwoch, 11. September 1912. Redakt.: A5231, A 5232, A5233, A 5234. Heute 16 Seiten. Das Neueste vom Tage. Hochwasser. * Berlin, 10.Sept.1912.(Drahtber.) Infolge des anhaltenden Regens laufen unausgesetzt neue Meldungen über den Schaden ein, den die Ueberschwemmungen in Süd= und Westdeutschland anrichten. Auf dem Neckar hat das Hochwasser die Schiffahrt vollständig lahmgelegt. Kleine Bergbäche sind zu reißenden Strömen angeschwollen. In allen Teilen Württembergs sind weite Strecken überschwemmt. Die Straßen mußten teilweise polizeilich gesperrt werden. Auch zwei Menschenleben sind wieder zu beklagen. Vielfach wurden Brücken von der Strömung mit fortgerissen. Dammbrüche sind eingetreten. In der Rheingegend bei Koblenz sind Straßen und Bahndämme durch Felsstürze gefährdet. Ueberall am Mittelrhein und im Ruhrgebiet herrscht Hochwasser. Wasser ist teilweise über die Talsperren im Ruhrgebiet getreten und hat den letzten Rest der Ernte vernichtet. Auch von der oberen Fulda, Weser und Nebenflüssen wird ein vorher nie erreichter Wasserstand gemeldet. (2 Bagen, 10.Sept.1912. Die Talsperren des Ruhrgeviets konnten in den letzten vier Wochen infolge der anhaltenden Regengüsse ihren Wasservorrat verdoppeln. Die kleineren Sperren, wie die der Fuelbecke, der Heilenbecke usw., laufen über. Der Inhalt der Ennepesperre stieg im August von 4,1 auf 7,3 Millionen Kubikmeter. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der Glör=, Jubach= und Versesperre. Bemerkenswert ist, daß im Oktober vorigen Jahres die Becken der Ruhrsperren mit insgesamt 32,40 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen nur noch 2,7 Millonen Kubikmeter Wasser aufwiesen. In Zukunft ist eine solche Wassernot nicht mehr zu befürchten, da im Oktober die Listersperre in Betrieb kommt und auch an der Möhnesperre mit dem Aufstau schon begonnen ist. Mit diesen beiden großen Sperren wird das Ruhrgebiet insgesamt 11 Sperren mit 186,7 Millionen Kubikmeter Fassungsraum haben. Die Arbeiten zur Erhöhung der Sperrmauer an der Ennepesperre, wodurch der Fassungsraum von 10,3 auf 12,6 Millionen Kubikmeter steigt, sind vor einiger Zeit in Angriff genommen und schreiten rüstig vorwärts. * Karlsruhe, 10.Sept.1912. Vom Oberland melden Wutach, Schlücht, obere Alb, Wehra, Wiese und Kander ebenfalls steigendes Wasser, jedoch ohne Hochwassergefahr, rascheres Steigen verzeichnen Wildgutach, Dreisam und Elz. Die Kinzig stieg bei Wolfach von gestern auf heute um 74 Zentimeter und steigt noch, die Rench bei Oberkirch um 87 Zentimeter. Die Schönmünzach, einer der wasserreichsten Murgzuflüsse, meldet den hohen Stand von 2 Meter, und rasches Steigen desgleichen die Raumünzach. In Rastatt stieg die Murg seit gestern von 1,26 auf 3,75 heute vormittag.40 Uhr, also nahezu 2 Meter; auch die Oos ist stark gestiegen. Die Enz, deren Zuflüsse Kleine Enz und Eyach große Wassermengen führen, überflutet in Pforzheim und abwärts bereits das ganze Vorland. die Würm und obere Nagold melden ebenfalls starkes Steigen, so daß für das untere Enztal Hochwassergefahr bestehen dürfte. Der Rhein, der bei Maxau heute früh.51 Meter Pegelstand zeigte, steigt ebenfalls, in den Pfälzer Orten Pforz und Wörth macht sich bereits das Druckwasser unliebsam bemerkbar. Vom Mittel= und Oberneckar wird ebenfalls starkes Steigen gemeldet. Die Jagst ist bereits ausgetreten, Kocher, Fils und Rems führen Hochwasser. Heidelberg,.Sept.1912. Von allen Seiten laufen Meldungen über Unwetterschäden ein, besonders schlimm scheint das Unwetter im Neckartale gewütet zu haben. Der Neckar ist in Heidelberg von Sonntag auf Montag um 80 Zentimeter gestiegen. Im Neckartal ging ein starker Wolkenbruch nieder, die Straßen wurden überschwemmt und die Keller unter Wasser gesetzt. In mehreren Orten mußte die Feuerwehr alarmiert werden. In Ziegelhausen setzte der stark angeschwollene Steinbach den oberen Ortsteil unter Wasser und riß die Straßen auf. In Neckarsteinach drängten die Wassermassen schon in die Wohnräume. Der Personen=Dampfschiffahrtsverkehr auf dem Neckar wird wegen des Hochwassers bis auf weiteres eingestellt. Aus Meckesheim wird berichtet, daß die Elsenz immer mehr ansteigt. Der Verkehr nach dem Bahnhof ist nicht mehr möglich. In Waibstadt wurde das ganze Tal von dem Hochwasser überschwemmt. * Weinheim,.Sept.1912. Zwischen dem badischen Ort Hemnsbach und dem auf hessischem Boden liegenden Ort Hüttenfeld brachen zweimal die Dämme, so daß weite Wiesenstrecken und auch Ackerland überflutet sind. Da das Grummet noch nicht abgeerntet ist, dürfte den betroffenen Landwirten ein nicht unerheblicher Schaden erwachsen sein. * Geroldsau,.Sept.1912. Das heutige Unwetter brachte für unsere Gemeinde eine starke Ueberschwemmung. Die Straßen sind bis zu Mannshöhe mit Wasser gefüllt, besonders der Zugang von Lichtental her. Das Wasser hatte eine solche Höhe erreicht, daß die Pferde an Lastfuhrwerken bis an den Hals im Wasser standen. 23. Internationaler Eucharistischer Kongreß in Wien. Die Ankunft des Kardinallegaten. Wien, 10.Sept.1912.(Eig. Drahtber.) Vom Westbahnhof die lange Mariahilferstraße, den Opernring und die Kärntnerstraße entlang bis zum Stephansdom und von dort zur Hofburg bildet eine unübersehbare Menge von Wienern und Gästen aus aller Herren Länder Spalier. Kurz nach 3 Uhr beginnt der Aufzug der Tausende von Vereinen. An der vor der Oper errichteten Tribüne hat sich inzwischen der hochwürdigste Episkopat und der katholische österreichische Adel versammelt. In nahezu einstündiger Prozession, ziehen unter dem feierlichen Geläute der Glocken die zahlreichen Pfarrer Wiens und eine große Anzahl Vertreter der katholischen Orden der Jesuiten, Karmeliter, Kapuziner, Minoriten, Dominikaner, Zisterzienser und andere vorüber, und am Schlusse die Chorherren des hohen Domkapitels. Gegen.30 Uhr braust gewaltiger Jubel durch die harrende Menge. Der Kardinallegat erscheint. Der Wiener Kardinal, Fürsterzbischof Dr. Nagl, schreitet dem Legaten, der vor der Tribüne dem Wagen entsteigt, entgegen, und die beiden Kirchenfürsten begrüßen sich auf das herzlichste. Der Wiener Oberhirt stellt hierauf dem Kardinallegaten die anwesenden Fürstlichkeiten und die Vertreter des Wiener Magistrats, an ihrer Spitze den Bürgermeister Neumayer, vor. Hierauf hieß Kardinal Nagl den Abgesandten des Heiligen Vaters in folgender, in lateinischer und deutscher Sprache vorgetragenen Rede willkommen: Innige Freude erfüllt mein Herz, daß ich Ew. Eminenz in der Haupt= und Residenzstadt Wien in meinem Namen und im Namen des gesamten Klerus, sowie des gläubigen Volkes den ehrfurchtsvollsten Willkommengruß entbieten kann, wie er demjenigen geziemt, der im Namen des Heiligen Vaters zu uns kommt. So groß unsere Liebe zum gemeinsamen Vater der Christenheit in unseren Herzen ist, ebenso innig ist der Gruß, den wir dem Legaten des gemeinsamen Vaters entgegenbringen. In diesem Augenblick verkünden die Glocken der ganzen Erzdiözese den Gläubigen, daß Ew. Eminenz als Legat des Heiligen Vaters gekommen ist, um in unserem lieben Wien der Feier des internationalen Eucharistischen Kongresses im Namen des Papstes zu präsidieren. Die Glocken klingen heute von der Kirche, dem Throne des Heilandes in der Eucharistie und erregen Gefühle der Freude, der Dankbarkeit und der Liebe bei denen, die den Klängen ein gläubiges Ohr leihen. Wir begrüßen aber Ew. Eminenz in der Haupt= und Residenzstadt noch mit besonderer Freude als ein hervorragendes Mitglied jener Kongregation, welche der Stadt Wien durch die Gnade Gottes einen Apostel der Neuzeit, den letzten und jüngsten Heiligen geschenkt hat: den h. Klemens Maria Hofbaur, der vor nicht ganz 100 Jahren, zu einer Zeit, wo der Glaube und die Betätigung desselben unter den Folgen der Revolution und der kriegerischen Ereignisse litt, gerade durch den Hinweis auf die Eucharistie frisches Leben in den Herzen der Jugend, wie in den Herzen des gereiften denkenden Alters entfacht hat. So sei denn Ew. Eminenz als wahrer Mitbruder unseres Wiener Heiligen gegrüßt, gegrüßt besonders als ein Förderer neuen christlichen Lebens durch die heilige Eucharistie bei jung und alt, bei denen, die noch fern stehen und bei denen, die schon nahe sind. Möge durch Eure Hand und durch Euer Gebet die Segnung des Glaubens auch unserer Zeit zum Nutzen gereichen. Das walte Gott! Ebenfalls in lateinischer und deutscher Sprache dankt hierauf der Kardinallegat van Rossum für den warmen Empfang, den die Stadt Wien ihm bereitet habe, wobei er besonders darauf hinweist, daß es ihn freue und ehre, als Redemptorist nach Wien entsandt worden zu sein. Der Heilige Vater segne den erhabenen Kaiser und sein hohes Haus, er segne den hochwürdigsten Wiener Oberhirten und Klerus und auch das liebe Wiener Volk. Stürmischer, durch die gewaltigen Scharen sich fortpflanzender Beifall begleitet die Worte des Kardinallegaten. Hierauf begrüßt Dr. Joseph Neumayer als Bürgermeister der Reichshaupt- und Residenzstadt den Kardinallegaten. In Begleitung des Wiener Erzbischofs, wie der zahlreichen übrigen Erzbischöfe, Bischöfe und Prälaten, setzt hierauf der Kardinallegat zu Fuß seinen Weg nach dem Stephansdom fort. „Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn," das schallt dem Gesandten des Heiligen Vaters aus dem Jubel entgegen, der ihm die gewaltige Volksmenge auf dem Wege vom Westbahnhof bis zum Stephansdom als Gruß entgegenbringt. Segnend erhebt der Kardinal die Hände, während die Menge andächtig in die Knie sinkt. Um 5 Uhr langt der Kirchenfürst vor dem Stephansdom an, wo eine zehntausendköpfige Menge sich drängt. Vor dem Dom ist eine Kompagnie ungarischer Infanterie postiert mit dem Auftrage, die Schutzmannschaft im Ordnungsdienst zu unterstützen. Truppen und Schutzleute sind in Paradeuniform aufgezogen. Das Kommando liegt in den Händen eines Generals. Sowie der Kardinallegat in den Dom eintritt, erstrahlt Chor und Hochaltar in blendendem Lichte. Die Orgel setzt ein und erfüllt mit ihrem Klang die weiten Räume des Gotteshauses. Den Zug in die Kirche eröffnet ein Kreuzträger, ihm folgen Alumnen, Welt= und Ordensgeistliche, Prälaten, Aebte, Bischöfe und Kardinäle und hinter ihnen unter einem Baldachin der Kardinallegat. Fanfarenklang und Chorgesang begrüßt den Kardinal beim Eintritt. Nach kurzer Andacht vor dem Tabernakel erteilt der Kirchenfürst der harrenden Menge seinen Segen und verläßt unter Glockengeläute wieder die Kirche, um den Galawagen zu besteigen, der ihn zur Hofburg bringt, wo er vom Oberzeremonienmeister herzlich empfangen wird. Auf dem ganzen Wege werden dem Kardinallegaten stürmische Huldigungen bereifet. * Wien. 10.Sept.1912.(Drahiber.) Der Kaiser hat heute abend den päpstlichen Legaten Kardinal van Rossum in besonderer Audienz zur Entgegennahme eines Handschreibens des Papstes empfangen. Der Kardinal ist als Gast des Kaisers in der Hofburg abgestiegen. Wie die Reichspost meldet, hat der Kaiser dem päpstlichen Legaten das Großkreuz des Stephanordens verliehen. Die Wirren und Rämpfe in der Türkei. * Die Spannung zwischen Bulgarien und der Türkei.(Drahtber.) Konstantinopel, 10.Sept.1912. Das bulgarische Exarchat hat an den Kultusminister eine scharfe Note wegen der Ereignisse in Kotschana gerichtet. Es verlangt in der Note schleunige Bestrafung aller Schuldigen und Absetzung der Beamten und Staatsangestellten, welche die Verantwortung trifft. In Saloniki eingetroffene Meldungen besagen, daß bereits seit einigen Tagen an der bulgarischen Grenze rege Tätigkeit herrsche. Die bulgarischen Grenztruppen seien mit Erdarbeiten beschäftigt, wobei mehrfach türkische Patrouillen, die die Grenze abstreiften, bedroht worden seien. Eine Patrouille sei der neutralen Zoue zu nahe gekommen, worauf die Besatzungen der Wachthäuser Karatepe, Temistepe und Djebelitza das Feuer eröffnet hätten. Die türkischen Soldaten, die Verstärkungen erhielten, hätten das Feuer erwidert, wobei fünf Bulgaren getötet worden seien. Als bulgarische Verstärkungen anlangten, hätte sich das Feuer lebhafter gestaltet, weshalb die Türken die mohammedanischen Landleute bewaffnet hätten, damit sie den türkischen Grenzwachen zu Hülfe kämen. Das Feuer habe einen ganzen Tag über gedauert. — Konstantinopel, 11.Sept.1912. Der Kriegsminister erhielt die Bestätigung des Zwischenfalls von Karatepe. Auf beiden Seiten gab es Verluste. In der vorvergangenen Nacht hörte das Feuern auf. Der Minister hat die Befehlshaber der Grenztruppen angewiesen, Maßnahmen zu ergreifen zur Vorbeugung der Wiederkehr von Zwischenfällen. * Ein neuer Sprenganschlag.(Drahtb.) Saloniki, 10.Sept.1912. In Doiran, einer Ortschaft an der Bahnstrecke Saloniki—Serres, explodierte heute auf dem Marktplatz eine Bombe. Angeblich wurden 25 Personen gerotet und gegen 80 verwundet. 19 Verwundete wurden nach Saloniki und eine Anzahl in das Spital nach Serres gebracht. Die Mehrzahl der Getöteten und Verwundeten sind Mohammedaner. Die Bombe war, wie üblich, in einem Getreidesack verborgen auf den Marktplatz gebracht worden. * Eine armenische Kundgebung.(Drahtbericht.) Konstantinopel, 10.Sept.1912. Der armenische Patriarch hat der Pforte ein Memorandum überreicht, in dem er erklärt, wenn bis morgen keine die Einstellung der kurdischen Mordtaten gegen die Armenier versichernde Antwort gegeben werde und keine hinreichenden Maßregeln zur Wiederherstellung der Ordnung getroffen würden, sei er gezwungen, die Entscheidungen der armenischen Nationalversammlung auszuführen, welche den Rücktritt der kirchlichen und Laien=Körperschaften, die Einstellung der Tätigkeit des Patriarchats, sowie die Schließung der Kirchen und Schulen zur Folge haben würde. O Die christlich=nationale Arbeiterschaft in Köln nahm gestern in einer sehr gut besuchten Versammlung, die im Weißen Saale der Bürgergesellschaft stattfand, Stellung zur gegenwärtigen Fleischteuerung. Im Gegensatz zu der von der parteipolitischen Leidenschaft durchsetzten Hetze der Sozialdemokrati herrschte in dieser Versammlung vornehme Sachlichkeit, ruhige Er wägung und doch der feste Wille, durch Erforschung der wahren Gründe der Fleischteuerung dem Uebel an die Wurzel zu kommen. Streng sachlich war vor allem der Redner des Abends, Hr. Redalteur Joos(.=Gladbach), der sein Thema formuliert hatte: Die gegenwärtige Fleischteuerung und wie kann ihr entgegengewirkt werden? Er bezeichnete die Fleischteuerung insofern als eine dauernde, als seit 100 Jahren die Fleischpreise fortwährend steigen. Bei Besprechung der Ursachen führt Redner aus: Die Entwickelung der Bevölkerung ist nicht schneller vor sich gegangen, als die Entwickelung des Fleischverbrauches. Die einheimische Viehproduktion ist jedenfalls schneller gewachsen, als die Bevölkerungsziffer. Aber der Fleischkonsum ist noch schneller ge wachsen. Der Fleischkonsum konnte auch steigen, weil die Einkommensverhältnisse bessere geworden sind. Deshalb sind wir nicht in der Lage, den Fleischbedarf vollständig selbst zu decken, sondern nur etwa zu 95 Prozent. Die Steigerung, die sich seit 100 Jahren vollzogen hat, war in Zeiten des Freihandels ebenso wie des Schutzzolles festzustellen. Die Ursachen der Fleischteuerung liegen zunächst in der Viehproduktion, die teurer geworden ist; die Löhne sind gestiegen und die übrigen Ansprüche der landwirtschaftlichen Arbeiter. Tie Futtermittel sind teurer geworden. Der Vieh= und Fleischhandel geht durch sechs Hände, else der Konsument das Fleisch erhält. Der Viehkommissionär ist unter diesen Zwischengliedern das wichtigste und mächtigste. Der Zwischenhandel kann nicht ganz ausgeschaltet werden; es erhebt sich nur die 4 MEn staltung der Laden, das Austragen des Fleisches ins Haus des Kunden, der Verlust im Submissionswesen für Kasernen, Krankenhäuser, Gefängnisse usw. Der Konsum verlangt gute Qualität; die minderen Stücke sind schwer verwertbar. Dadurch steigen die Preise insgesamt. Nicht zu vergessen ist das Moment des Weltmarktpreises. In allen Ländern sehen wir ein Ansteigen der Fleischpreise. Eine Reihe von Verteuerungsmomenten müssen wir als unabwendbar hinnehmen. Die alten Preise von vor zehn Jahren werden wir nicht mehr zurückbekommen. Die Wirtschaftspolitik des Reiches kommt bei Beurteilung der Fleischteuerung nur noch soweit in Betracht, als wir Futterzölle haben. Nur für die Schweinezucht allein sind noch Futtermittel zollpflichtig, nämlich Gerste und Mais. Die Sperrmaßnahmen können die Teuerung auch erhöhen. Was ist zu tun, um Abhülfe zu schaffen? müssen Maßnahmen treffen, die dauernd wirken. Wenn wir Sozialdemokraten wären, würden wir auf die Agrarier schimpfen, hätten die Frage gelöst und wären sehr populär.(Heiterkeit.) Wir sagen: die Viehproduktion muß erhöht werden. Die Futtermittelzölle(Gerste und Mais) werden auf die Dauer beseitigt werden müssen. Ferner ist erforderlich die Herabsetzung des Eisenbahntarifes für Kartoffeln zu Zwecken der Schweinezucht. Gegen Mißernten mögen Stapelplätze zur Aufbewahrung von Futtermitteln aus guten Erntejahren eingerichtet werden. Notwendig ist ferner Kapitalbeschaffung für die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe, die hauptsächlich für die Viehhaltung in Betracht kommen. Im Regierungsbezirk Köln sind 7000 kleine landwirtschaftliche Betriebe, die nicht ein Schwein halten. Als Notstandsmaßnahmen sollte die Ermöglichung der Cinfuhr von gefrorenem Fleisch ins Auge gefaßt werden, vorausgesetzt, daß nicht alsbald auch dieses Fleisch mit dem Preis in die Höhe geht. Für das westliche Deutschland kommt noch in Betracht Einfuhr von Schlacht vieh ausHolland und Dänemark. Vom dänischen Vieh wird uns nicht das beste geliefert; das dänische Vieh ist vielfach verseucht. Anders ist es mit dem holländischen nieh; es kommt nur darauf an, ob die Holländer in größerer Zahl ausführen können. Wir verlangen nicht eine Abschaffung der hue auf Fleisch und Vieh, weil wir alles, was die einheimische Viehproduktion unrentabel machen könnte, vermieden wissen wollen Aus tiefster Ueberzeugung, in unserem eigenen, der FleischesserInteresse, sagen wir: Kein Niederreißen der Sperr=Mauern! Weiter kommt noch in Betracht die Anstrebung eines direkten Verrehrszwischen Landwirt und Fleischverbraucher, den Metzger eingeschlossen. Die Landwirte müssen sich freimachen vom Viehhändler und Kommissionär! Hier liegt eine Pflicht gegenüber der Allgemeinheit. Eine starke Macht ist die Verwaltung der Großstadt u heute. Schon die bloße Androhung von Gegenmaßnahmen seitens der Städte hat ihre Wirkung auf den Handel. Zum minesten müssen Preisfestsetzungskommissionen eingerichtet werden. Einfuhr frischen Fleisches ist ins Werk zu setzen. An die Adresse der Landwirte wendet sich Redner mit folgenden Ausführungen: Es ist eine kleine Besserung in ihrem Verhalten zur Fleischteuerung festzustellen. Es gibt Landwirte, die den Notstand erkennen und ihm abhelfen möchten. Es gibt aber eine Menge von Landwirten und deren berufenen Vertretern, die den Notstand wegleugnen, die nervös werden, wenn nur irgend eine Forderung zur Linderung der Fleischteuerung erhoben wird. Der ist heute ein Feind der Landwirtschaft, der die Augen verschließt vor der Teuerung, er ist ein Totengräber an der Landwirtschaft. Er hilft dazu, daß die Forderung immer kecker auftritt: Weg mit allen Zollmauern! Wir wollen den Weg der sachlichen Untersuchung festhalten, gleichgültig, was Parteipolitik draußen im Lande macht! ie Versammlung zollte dem Redner lebhaften Beifall. An der Diskussion beteiligten sich u. a. Hr. Generalsekretär Stegerwald und Hr. Dr. Wohlmanstetter. Hr. Stegerwald machte der Sozialdemokratie zum Vorwurf, daß sie nur zur heit der Teuerung Versammlungen abgehalten zur Aufpeitschung der Massen und sich nachher um die ganze Sache nicht mehr gekümmert hat. Sie hat diese wichtige volkswirtschaftliche Frage nicht aus dem Wust der Parteipolitik herausgehoben. Das sozial demokratische Allheilmittel der Oeffnung der Grenzen tauge nicht zur Besserung der Lebenshaltung. Das sehe man am besten an dem Beispiel Englands, in dem, obwohl es sozusagen Freihandelsland ist, die Lebenshaltung der Arbeiter zurück gegangen ist. Die gewaltigen Streiks der letzten Zeit sind ein Beweis dafür, daß die englische Volkswirtschaft ihre Einwohner nicht mehr genügend ernähren kann. Andererseits können wir mit der vollständigen Gleichgültigkeit, mit der die Reichsregie rung dem ganzen Problem gegenübersteht, uns nicht zufrieden geben. Durch die Teilnahmslosigkeit der Regierung wird das Volk dem Radikalismus in die Arme getrieben. Es muß dieses Jahr, nachdem feftsteht, daß die Fleischteuerung keine vorübergehende ist, endlich den Dingen auf den Grund gegangen werden. Mit einem Achselzucken können wir uns nicht mehr abspeisen lassen.(Lebhafter Beifall.) Hr. Dr. Wohlmanstetter(.=Gladbach) hob zwei Haupt punkte besonders hervor: Die Eigenversorgung und die Herbeisiehung dessen, was an der Eigenproduktion fehlt. Wir haben noch vor 15 bis 20 Jahren unter dem Eindruck der Erscheinung gestanden, daß damals überall neue Zufuhrgebiete aus allen Ländern sich öffneten. Man hat damals geglaubt, die Landwirtschaft sich selbst überlassen zu können. Aber diese Ausfuhr= und Ueberschußgebiete fur die Fleischversorgung sind sozusagen verschwunden. Von seiten der Politiker und der Regierung wurde damals viel zu wenig Be achtung dem Schutze der Landwirtschaft geschenkt. Im Punkte der Fleischversorgung decken sich die Interessen von Stadt und Land Bei der Heranziehung der Fleischergänzung wird das Gefrierfleisch allein das Bedürfnis nicht befriedigen. Wir müssen sehen, bei den handelspolitischen Verträgen der nächsten Zeit mit ringfreien Ge bieten(Schweden, Dänemark, Holland, Rußland usw.) in günstige Verbindungen zu kommen. Redner gibt der Freude über den ruhigen und sachlichen Verlauf der Versammlung lebhaften Ausdruck. Zum Schluß nahm die Versammlung folgende „Für Säuglinge, ältere Kinder undGenesende hat sich als Nahrmittel und Krankenkost tausend-— lach bewährt, da es leicht verdaulich u. eine die Verdauung fördernde und regelnde Nahrung ist.— Rezeptbüchlein kostenl, durch die Corn Products Co., Hamburg I. „. Entschließung einstimmig an: Seit einer Reihe von Jahren befinden sich die Fleischpreise fast ununterbrochen in aufsteigender Linie. Fleischnot und Preisspannung auf dem Fleischmarkt sind zu einem dauernden Zustand geworden. Die Ursachen der ungeheuren Preissteigerung sind mannigfacher Art. Sie sind teils natürlich aus verteuerten Produktions bedingungen zu erklären. losigkeit des Vieh= und Fleischhan den Schwierigkeiten der Bedarfsdeckung, Sehinstästil namentlich großstädtischen Bevölkerung heraus Der ungesunden Preisbewegung kann mit Maßnahmen vorübergehender Art nicht mehr abgeholfen werden. Je tiefer man den Zusammenhängen bei der Fleischproduktion, der Preisbildung und der Warenvermittelung nachgeht, um so klarer stellt sich heraus, daß die Fleischversorgung unserer städtischen, namentlich der industriellen Bevölkerung, sich zu einem außerordentlich ernsten Prob. a herausgebildet hat. Es ist nicht zuletzt der parteipolitischen Ausnützung der Teuerungserscheinungen zuzuschreiben, insbesondere der leidenschaftlichen Hetze, die die sozialdemokratische Partei jedesmal damit verbunden hat, daß man im Lande draußen wie in den Parlamenten es an der rein sachlichen Behandlung dieser ernsten Frage hat fehlen lassen. Andererseits muß mit Bedauern festgestellt werden, daß die Regierung, trotz der bereits im vergangenen Jahre vorausgesagten und jetzt zur Wirklichkeit gewordenen Fleischteurung, nichts getan hat, u. entsprechende Abwehrmaßnahmen zu treffen. Wollen wir auf die Dauer zu einer befriedigenden Lösung der Frage der Fleischversorgung gelangen, so müssen Maßnahmen ergriffen werden, die in folgender Richtung liegen: #. Nach wie vor ist der Hauptnachdruck auf die Förderung der Inlandsproduktion zu legen. Deutschland deckt heute in normalen Zeiten seinen Konsum bis zu 95 Prozent aus der einheimischen Vieh= und Fleischproduktion. Es ist für den Kenner der Verhältnisse keine Frage, daß die an sich glänzende Entwickelung der einheimischen Produktion noch weiter gesteigert werden kann. Der notwendige Schutz vor der Auslandskonkurrenz ist so viel wie möglich hochzuhalten, andererseits eine Verbilligung der inländischen Produktion durch zeitweilige oder völlige Abschaffung der Zölle auf Futtergctreide(Gerste und Mais) anzustreben. So lange das Inland noch nicht in der Lage ist, den einheimischen Fleischbedarf völlig zu decken, und in dem Maße, als durch Verteuerug der einheimischen Produktion eine Verbilligung des deutschen Qualitätsfleisches nicht erwartet werden kann, muß Sorge getragen werden für ausreichende Zufuhr von Vieh und Fleisch aus dem Ausland. Hier kommt zunächst die Einfuhr des argentinischen Gefrierfleisches in Frage. Diese Einfuhr läßt sich, ohne das Fleischbeschaugesetz in seinen wesentlichen Zielen des Gesundheitsschutzes zu durchbrechen, sehr wohl bewerkstelligen, und zwar dadurch, daß die fremdländische Einfuhr schon an den Verpackungs= oder Verladestellen über See deutscher Kontrolle unterworfen wird. # weitere Maßnahme käme die kontingentierte Vieheinfuhr an in Frage. Es ist nicht einzusehen, warum gerade die westliche Grenze des Reiches bei ihrer dichten Bevölkerung und ausgedehnten Industrie anders behandelt werden soll, wie die östliche und südliche. 3. Steigerung der Inlandsproduktion und erleichterte Auslandsfuhr bedürfen ergänzender Maßnahmen in einer durchgreifenden euordnung des Handelsverkehrs mit Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelrohstoffen im Inland. .#s muß eine bessere Organisation der Lebensmittelversorgung in den Großstädten und Industriezentren angestrebt werden. Seitens der verbündeten Regierungen ist eine Sachverständigenkommission zu berufen, zu der auch die Fraktionen des Reichstages Vertreter zu entsenden haben. Die Kommission hätte insbesondere die außerordentlichen Teuerungserscheinungen der letzten Jahre zu untersuchen und geeignete Vorschläge zur künftigen Lebensmittelversorgung auszuarbeiten. Seitens der einzelnen Kommunen sind Lebensmittelämter zu schaffen, die die Preisbewegung der wichtigsten Lebensmittel zu verfolgen und durch geeignete statistische Veröffentlichungen den unbebeten und ungerechtfertigten Preistreibereien entgegenzuwirken Produzenten und Konsumenten sind dadurch einander näher zu bringen, daß die großstädtischen Kommunen usw. an der Viehbeschaf fung durch geeignete Maßnahmen(Errichtung von Viehzuchtbetrieben [Schweinemastbetrieb] und Inverbindungtreten mit Viehzucht= und Viehvertriebsgenossenschaften) an der Preisfestsetzung sich ein Mitbestimmungsrecht verschaffen. 5. Seitens der sozialen Organisationen und der Kommunen sind zur Beschaffung und zum Verbrauch von Fleischersatzartikeln(Seefische usw.) geeignete Maßnahmen(Errichtung von Fischmärkten, Belehrung der Frauen der minderbemittelten Volksklassen über die Zubereitung der verschiedensten Fischarten usw.) in Angriff zu nehmen.30 6. Schon jetzt sind Erwägungen und Untersuchungen darüber anzustellen, inwiefern nach Ablauf des jetzigen Zolltarifgesetzes die künftige Zollgesetzgebung und die auf ihr basierenden Handelsverträge Erleichterungen schaffen können, wodurch die Fleischversorgung der Bevölkerung, insbesondere in den Großstädten und Industriezentren, sicher gestellt werden kann. Aus der Arbeiterwelt. () Die christlichen Gewerkschaften in Köln. Frisches Leben herrscht unter den christlichen Gewerkschaften Kölns. Konnte das Kartell am 1. Januar d. J. 8500 Mitglieder der verschiedenen Berufsverbände umschließen, ist deren Zahl schon jetzt auf über 10000 angewachsen. Daß die große Zahl der im Köln=Mülheimer Bezirk noch vorhandenen unorganisierten Massen von Arbeitern dem christlich=nationalen Gewerkschaftsgedanken den Vorzug gibt, beweist vor allem der große Zustrom von Mitgliedern den der christliche Metallarbeiterverband in den letzten Wochen zu verzeichnen hatte. Mehr denn 700 Mann fanden im Verlaufe der jetzigen Bewegung in der Metallindustrie den Weg zu ihm. Daneben kann die Zahlstelle der Holzarbeiter einen geradezu überraschend erfreulichen Aufschwung melden. 1000 Mitgliedern im Vorjahre stehen heute schon 1500 gegenüber. Mit diesem Wachstum der äußeren Stärke geht Hand in Hand eine Erstarkung des inneren Lebens. Neuerdings geben sich die Ortsgruppen der Vorstädte durch engeren Zusammenschluß die Möglichkeit, durch gemeinsames Zusammenwirken mehr denn wie bisher voranzukommen. Eine diesbezügliche Versammlung findet am Sonntag, den 15. d.., in Nippes statt.(Siehe Inserat.) F ##) Volksbildungsabend im Gürzenich. Die Mitglieder der christlichen Gewerkschaften seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Karten für den Volksbildungsabend am 29. September bei den Vorsitzenden ihrer Zahlstelle und den Vertrauensleuten zu haben sind. Für die Mitglieder in Mülheim und Kalk bei den Kassierern der Kartelle. Konstanz, vm. Bodens. 4,52--.02 m Hüningen, 7 vm., Rhein 310-.27 m Kehl, 7 vorm., Rhein.831-.29 m Mannheim, 8 om., Rh. 6,76(.72 m Heilbronn, 8om., Neckar 3,08—1,87 m Lohr, 8 vorm., Main.03440,12 m Caud, 9 vorm., Rhein.40-.80 Trier, 7 vorm., Mosel 1,44-0,01 Köln, 7 vorm., Rhein.2110.27 Ruhrort, 8 om., Rbein 3,74--.14 Wesel, 8 vorm., Rhein.73-.28 Tiel, 8 vorm. Rhein 4,86-0,34 0) Wärme des Rheinwassers 11 Uhr morgens 13½ Grad Celsius. Wetterbericht der Kölnischen Volkszeitung. Köln. 11.Sept.1912.* Der niedrige Luftdruck beherrscht auch heute noch die Witterung von ganz Europs. Im Süden bedeckt ein Tiefdruckgebiet das Mittelmeer. sweites zieht über Lapland in nördlicher Richtung ab, während die Ostses. sich noch immer„von Nordost bis Mitteleurops erstreckt Dazu st F9„ Südgn en neues Tier mit 752 Millimster Druck herangerogen, das heute über den friesischen Inse n liegt. Der sowohl über dem Ozean, wis ur ner zsland liegende hohe Luttdruck hat sich nur wenig verändert #p. Psss Sh w.#### bei me st schwacher Luftbewegung ziem ich trübe und kühl. Wie an den Tagen vorher, hat es auch gestern fast überal! geregnet, im Nordwesten in Verbindung mit Gewittern. 64 m über dem Meeresspiegel Eingeklammerte Ziffern vom Tage vorher 1O.Sept. 9½ ab. Bar. 753,8(755,7)e+.504.4 NW|Halb bait 11.Sept.81zmo. 000 752,8 753.0 4.-10·2 INW 2sRegen „ 11 mitt.fred.C. 752,8 753,6+.80411,1 INW. MRegen #g seit gestern morgen bis heute morgen 8 Uhr.2 mm. Höchste Temperatur von gestern+ 13,5., niedrigste von heute+ R 7 Mutmassliche Witterung für den 12. Sentemher: Noch i: kühl für die Jahreszeit bei westlichen bis nördlichen Winden. Wetter wolkig und veränderlich; auch sund strichweise Niederschläge noch wahrscheinli“ GD-Aufg..3. Unterg..53.-Aufg..32 mgs., Unterg..23 abds.— Handelstei des Kölner Local-Anzeigers Konkurseröffnung: Cöln. Heinrich Weissweiler Cöln, Spichernstrasse 6. Eröffnungst rmin: 9. 9. 1912. Offener Arrest: 29. 10. 1912 Se., 91%7.0„Anmeidung: 9.#. 1912. Erste Gläubigerversammlung: Prüfungstermin: 12. 11. 1912. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Stehr in Cöln, Mohrenstrasse 41. öin. 1I.bcbt. 1912. Fruchtmarkt. Heu, Luzerner, 10,00 bis 10.50 M. 4,20 bis 4,50. KrummOtio ee 1# 5 5. Rübel in Partien von 5000 Kl. vorl. 72.005 Neuss. 11.Sepf.1912. Fruchtmarkt Weizen, neuer Roggen, neuer Hafer, alter Hafer, neuer Sorte M. 21.30 —„ 20.30 1. Sorte M. 17,90 1.„ „ die 100 Kilo. 17.40 21.80 20.80 19.80 18.80 17.80 Wintergerste, neue.16,10 d. 100 Kil. Kartoffeln, neue M.-4 diestKilo Heu, M..00„„„ Luzernerhen M..00„ Krummstroh, neues 13,00 500 Kilo Breitd uschstroh. neu. 14,00„ Roggenrichtstroh 16,00„ Kleie M..50 die 30 Kilo Hiesige Land-Eier per Stück-10Pf. Sorte M. 30,00, 2. Sorte M. 29,00. □ Neuss. 11.8ept.1912. Raps, 1. Aveel M. 29.00. „ANeuss. 10.Sept. 1912, Preisfestsetzung der Neusser Oelmüller. Rübol, u w#ehnge Eas), beim Kauf von 400 Ztr. M. 68.50, beim Kauf von „ 90 abe 69,00, mit Fass M..00 die 100 Kil, mohr Gereinigtes Oel 1, Siaog gige, nudkuchen, bei Abnahmes von 10000 Kil. M. 110,00 4% D. Schatsanw...4. 15 100 0Ob 4% Deutsche Reichsanl. 08,100 50 hr desgl. 89.0000 3% desgl. 78.7553 4% D. Schutzgeb. Anl. 08 99.7550 4% Preuss. Schatz. f. 1. 4. 15 100 00 B 4% Preussische Konsols 100.60hz 4% desgl. Staffel-Anl. 95.50 t 31 ½ desgl. 89.0003 3 2 desgl. 78.75 B 4% Anleihe d Rheinprov. Reihe 20, 21, 31 u. 32/ 99.25 G 4% desgl. keihe 35 100,00 0 desgl. Reihe 22 u. 28 94.00 G desgl. Reihe KXX 91,60G 315% desgl. R.-4,27-29. 87.80 G 3½% desgl. Reihs XVIII 85.50G 3% desgl. Reihe 9, 11, 14 82.10 B 4% Anl. d. Prov. Westfalen 98.7580 4% desgl. R. 4, 5, uk. 191. 99,2060 344% desgl. R. 4, ukb. 1909 96.000 3 1% desgl. Reihe II. III, IV 87.7560 3% desgl. Reihe II 82.00G 4% Kolner Anl.v. 1900/1906 100. 40 G 4% desgl. von 1903 100,20 G 31%dgl. v. 1·94, 96, 98,01. 03 90,60 G Deutsche Anlagepapiere. Wertstand am 11. September 1912. 3 1% Anl. d. Stadt Düsseldorff 88.25 G 3 ½% Köln-Mind. EisenbahnPrämienscheine 134,10 % Pfandbr..Preuss.Centr. Bodenkr.-.-G. v. 1890 96,7550 4% desgl. v. 1599,1901, 1903 96,80 G 4% desgl. v. 1906, unk. 1915 97.00G 4% desgl. v. 1907, unk. 1917 96,90G 5½% desgl. v. 1886, 82, 94, 96 87.50 40 31% desgl. 1904, unk. 1913 88,00G 4 8 Pfdbr..Rh.-Wstf. Bd.kredit-Bank, R.—9a 96.7060 % desgl. R. X, unk. 1915 97.250 :% desgl. E. XI, unk. 1918 97,50 50 4% desgl. RXII unk. 1930 97.750 % desgl. R. XIII unk. 1922 99.00G 3½% desgl. R. II, IV, VI 88.00G % Pfdbr. d. Westd. BodenKred.-Anst. R. 1,2, 5,6 96.60 0 % desgl. R. VII. unk. 1913 96.80 G % desgl. R. VIII, uk. 1915 97.50 6 % desgl. R. X, unk. 1918 98.1060 „% desgl..XI, unk. 1922 99.00G 3½% desgl. ReiheI II und IV 87.80G 3½% desgl. R IX unk. 1916 88.50 G vorstehende, sowie auch alle übrigen Anlagepapiere sind jederzeit billigst bei mir erhältlich oder durch mich beziehbar. Siegfried Simon, Bankgeschäft. Hauptgeschäft: Gerconstrasse—3. Fillale. Hohenzollernring 32. Iafelbst auch .- sur besten Verwahrung gegen Feuers- u. DiebesGigefahr- mit Schrankfächern unter eigenem VerUM BAN „ntrüuntereigenemVer der Anmieter Normalfach 10+pro Jahr. Unübertroffen als Zusatz zur Milch „ Unübertroffen A als Nahrung bei Verdauungsstörungen. *###* Prospekte und eine Prodebüchse senden kostenfrei Muffler& Cie., Freiburg i. Brg. Verkauf in Apoth. u. Drogenhdlg. Es wäre ein Fehler der Mutter, die Ernährung des Kindes zu unterbrechen, bevor der Darmkatarrh, bei dem sich Jufeke als Naorung bestens bewährt hatte, vollständig geschwunden ist. 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Man kann es nur begrüßen, daß die Kölner Stadtverwaltung eine möglichst breite Grundlage zur Beratung der Frage der Fleischteuerung im Stadtverordnetenkollegium schafft durch eine Denkschrift, die über die einschlägigen Verhältnisse eingehend unterrichtet. Ueber den gegenwärtigen Stand der Lebensmittelpreise sagt die Denkschrift u. a. folgendes: Die Fleischpreise haben im Laufe des Jahres eine außerordentliche Steigerung erfahren, obschon bereits zu Beginn des Jahres verhältnismäßig hohe Preise zu verzeichnen waren. Rindfleisch stellte sich im Großhandel gegen den Stand vom Anfang des Jahres etwa um 10 M. höher, während Schweinefleisch gar eine Steigerung um etwa 20 M. pro 50 Kilogramm aufwies. Was nun die Zufuhr von Schlachtvieh betrifft, so ist der Auftrieb an Rindvieh im Jahre 1911 und noch stärker im Jahre 1912 zurückgegangen. Auch der Auftrieb an Kälbern und Schafen war in den beiden letzten Jahren niedriger, während die Zufuhr von Schweinen erheblich stieg. Dem verminderten Auftrieb entsprechend haben auch die Schlachtungen von Rindern, Kälbern und Schafen seit 1911 erheblich abgenommen, dagegen die Schlachtungen von Schweinen zugenommen. Die Einfuhr von lebendem Vieh aus dem Auslande, die an sich wegen der scharfen veterinärpolizeilichen Vorschriften keine große Bedeutung für Köln hat, war in den letzten beiden Jahren vollständig belanglos. Während im Jahre 1909 noch 897 Stück eingeführt wurden, betrug die Einfuhr in den Jahren 1911 und 1912 nur noch 259 und 327, dagegen wies die Einfuhr von frischem Fleisch, die immerhin leichter zu bewerkstelligen ist, für Rindvieh und Kälber steigende Ziffern auf Sie betrug im Jahre 1909: 3995, im Jahre 1912: 5652 Stück. Neben der Verminderung des Auftriebs und der Schlachtungen macht sich bereits seit dem Jahre 1910 ein weiterer Mißstand in der Fleischversorgung bemerkbar, nämlich eine Versalechterung der Qualität, verbunden mit geringerer Ergiebigkeit der Fleischausbeute. Vielfach wird Vieh in weniger schlachtreifem Zustand wie früher auf den Markt gebracht. Das durchschnittliche Lebendhat infolgedessen— insbesondere im laufenden Jahr— erheblich abgenommen, ein Umstand, der bei der Berechnung des Gesamtgewichtes der geschlachteten Tiere wohl zu beachten ist. Das durchschnittliche Schlachtgewicht für Rindvieh betrug im Jahre 1909: 350 Kilogramm, 1910: 844, 1911: 340, 1912: 335. Das durchschnittliche Schlachtgewicht für Schweine sank von 75 Kilogramm im Jahre 1911 auf 73 im Jahre 1912. Unter Berücksichtigung des vorstehend aufgeführten Schlachtgewichts stellte sich das Gesamtgewicht der in den Monaten Januar bis August geschlachteten Tiere und des eingeführten Fleisches folgendermaßen: 1909 1910 1911 1912 19855 700 kg. 20 459 461 kg 22083 667 kg 22 339496 Demnach entfielen in diesen Monaten auf den Kopf der Bevölkerung 1909 1910 1911 1912 42,17 kg 39,92 kg 42,35 kg 42,25 kg In den einzelnen Monaten des laufenden und des vorhergehenden Jahres stellte sich das Gesamtgewicht des verfügbaren Fleisches in Kilogramm folgendermaßen: Januar 3175226 2795548 6,03 .40 Mai 2807629 2891896 5,29 .55 Insgesamt.. Auf den Kopf der Bevölkerung( Insgesamt...“) Auf den Kopf( der Bevölkerung( selbstverständlich (1912 (1911 (1912 (1911 Februar 2885936 2313461 5,47 4,67 Juni 2652693 2420597 4,99 4,65 e### die Steigerung der Großhandelspreise auch starke Preissteigerungen im Kleinhandel zur Folge. Vergleicht man die Preise der ersten Jahreswoche und der vierten August woche des Jahres 1911 mit denen der vierten Augustwoche dieses Jahres, so ergeben sich folgende Unterschiede: 1912 1911 1912 1911 hatte März 2689923 2697018 5,09 5,20 Juli 2732045 2573547 5,14 4,94 April 3084293 2491467 5,82 4,80 August 2652045 2813445 4,99 .40 die Breissteigerungen für fasr aue Fleischarten sowohl gegen den Anfang des Jahres als auch im Vergleich zu der vierten Augustwoche des Vorjahres außerordentlich stark. Berücksichtigt man, daß bereits im Vorjahre die Fleischpreise einen anormal hohen Stand aufwiesen, und daß im Gegensatz zu früheren Jahren ämtliche Fleischarten gleichzeitig hoch im Preise stehen, so muß anerkannt werden, daß eine außergewöhnliche Fleischteuerung vorliegt. Hinsichtlich der Spannung zwischen Groß= und Kleinhandelspreisen können aus den statistischen Angaben keine einigermaßen zutreffenden Schlüsse gezogen werden. Es liegt jedoch nach sachverständigem Gutachten kein Grund für die Annahme vor, daß die Verdienste der Metzger zurzeit übermäßig seien. Durch die Schlacht= und Untersuchungsgebühren wird keine wesentliche Verteuerung des Fleisches herbeigeführt. Was die übrigen Lebensmittelpreise betrifft, so sind die Brotpreise, von Schwarzbrot abgesehen, etwas niedriger, als in der gleichen Woche des Vorjahres. Auch die Kartoffelpreise sind heruntergegangen, und es darf angenommen werden, daß sie weiter sinken werden. Frische Gemüse und Sauerkraut haben niedrige Preise und werden in solchen Mengen zugeführt, daß sie in der Markthalle zeitweilig unverkäuflich sind. Ueber die mutmaßlichen Ursachen der Fleischteuerung wird gesagt: Die diesjährige Steigerung der Rinderpreise ist jedenfalls zum Teil auf den Futtermangel und das heftige Auftreten der Maul= und Klauenseuche im vorigen Jahre zurückzuführen. Doch wirken zweifellos auch andere Ursachen mit, die wenigstens zum Teil noch nicht genügend klargestellt sind. Der Preis für Schweine hat trotz des größeren Auftriebes eine erhebliche Steigerung gegen das Vorjahr erfahren. Eine einwandfreie Erklärung für diese auffallende Erscheinung kann zurzeit nicht gegeben werden. Möglicherweise hängt sie zusammen mit dem Aufkommen großer, in Privatbesitz befindlicher Mästereien, aus denen z. B. 75 Prozent des Auftriebes auf dem Kölner Markt stammen. Maßnahmen zur Bekämpfung der Fleischteuerung zu treffen, sei in erster Linie Sache der Reichs= und Staatsbehörden. Aber auch die Stadtgemeinde könne sich der unleugbar bestehenden Fleischteuerung gegenüber nicht untätig verhalten. Zunächst werde es sich darum handeln, durch vorübergehende Maßnahmen die Fleischteuerung, soweit wie möglich, zu mildern. Darüber hinaus werde die Stadt darauf sinnen müssen, um den in den letzten Jahren regelmäßig wiederkehrenden Fleischteuerungen zu begegnen und— soweit es in ihren Kräften steht— eine angemessene Fleischversorgung der Bevölkerung zu sichern. Im einzelnen kämen folgende Maßnahmen in Betracht: A. Vorstellungen und Anträge bei der Reichs= und Staatsregierung. Um die Zufuhr nach Köln aus dem Auslande zu erleichtern und zu fördern, empfehle es sich: 1. Bei der Reichsregierung um vorübergehende Aufhebung oder Ermäßigung der Zölle auf frisches(auch gefrorenes) Fleisch vorstellig zu werden.(Der Zoll für frisches Fleisch beträgt 27., für Gefrierfleisch 35 M. für 100 Kil.) 2. An die Kgl. Staatsregierung die Bitte zu richten, die Frachtsätze für Vieh und Fleisch vorübergehend zu ermatigen. 3. Um den seit einer Reihe von Jahren regelmäßig wiederkehrenden Fleischteuerungen mit Aussicht auf dauernden Erfolg begegnen zu können, ist es zunächst notwendig, durch eine eingehende, objektive Untersuchung die Ursachen der auffallenden Preisbewegung einwandfrei festzustellen. B. Praktische Matzregeln. 1. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, frisches Rindfleisch in großen Mengen anzukaufen und den Kölner Metzgern unter Berechnung des Selbstkostenpreises zum Weiterverkauf zu bestimmten Preisen zu überlassen. In erster Linie kommt hierfür das dänische Rindfleisch in Betracht. Es steht zu hoffen, daß es der Stadtverwaltung auf diese Weise mit Hülfe der hiesigen Ochsenmetzger=Innung gelingen wird, wenigstens einen Teil der Bevölkerung mit Rindfleisch zu mäßigeren Preisen zu versorgen. 2. Die Frage der Einfuhr von Gefrierfleisch muß zunächst offen bleiben, da sich zurzeit keine Möglichkeit bietet, den Vorschriften des§ 12 des Reichs=Fleischbeschaugesetzes entsprechendes Gefrierfleisch in größeren Mengen zu beziehen. 3. Zur sofortigen Vermehrung des Fleischangebots ist noch die verstärkte Einfuhr australischer Kaninchen sowie ausländischen Geflügels durch Vermittelung der Stadt in Erwägung gezogen. 4. Endlich käme noch der Bezug von Seefischen und die Veranstaltung städtischer Fischverkäufe in Frage. Im vergangenen Winter hat sich die Verwaltung bereits mit dieser Frage befaßt und eingehende Untersuchungen angestellt. U. a. wurden die Fischpreise eines großen Teiles der hiesigen Seefischhandlungen einer genauen Prüfung unterzogen, zum Teil unter ständiger Einsichtnahme in die Geschäftsbücher einiger hiesiger Firmen. Auf Grund dieser Erhebungen ist die Verwaltung zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Stadt kaum in der Lage sein würde, Seefische billiger, als hiesige Massenkonsumgeschäfte dies tun, zu liefern. Diese Frage muß daher ausscheiden. die Maßnahmen zur dauernden Beeinflussung der Fleischversorgung Kölns betrifft, so ist einmal die Förderung der Gründung großer Genossenschaftsmästereien— etwa in der Eifel— gemeinschaftlich mit anderen Körperschaften— Großstädten, Provinzialverwaltung, Landwirtschaftskammer— in Erwägung zu ziehen. 6. Ferner ist zu erwägen, ob nicht die Güter der Armenverwaltung in Zukunft stärker für die Schweinemästung durch Aufnahme entsprechender Bedingungen in die Pachtverträge herangezogen werden können. 7. Endlich empfiehlt sich die Förderung der Schweinehaltung in den Vororten und der unmittelbaren Umgebung der Stadt durch geeignete Maßnahmen. Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß durch die unter 6 bis 7 geschilderten Maßnahmen die Preisbewegung auf dem Kölner Schweinemarkt, der einen Jahresauftrieb von etwa 400000 Stück aufweist, direkt beeinflußt werden könnte, so würde es doch schon von nicht zu unterschätzendem Werte sein, wenn die Stadtverwaltung, möglichst mit Hülfe der Metzgerinnung, in Zeiten der Fleischteuerung, nach dem Beispiele der Stadt Ulm, in der Lage wäre, sogenannte„billige Tage“ für die minderbemittelte Bevölkerung zu veranstalten. Die Verwaltung wird die besonderen Verhältnisse des Kölner Viehmarktes, insbesondere auch nach der Richtung etwa vorhandener Mißstände in den Kreditverhältnissen, untersuchen und je nach dem Ergebnis Vorschläge zur Abhülfe machen. * Die Kölner Ochsenmetzger-Innung befaßte sich am Dienstagabend in ihrer Generalversammlung mit der Frage der Fleischteuerung. Zunächst referierte Hr. Metzgermeister Horn über Maßnahmen der Stadt Köln zur Linderung der Fleischteuerung. Der Redner führte u. a. aus, die Fleischteuerung sei so groß, wie man sie bisher noch nicht erlebt habe; das empfänden nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Metzger. Diesen sei nun die Schuld an der Teuerung zu einem gewissen Teil zugeschrieben worden, indes mit Unrecht. Dies sei nichts weiter als ein Parteimanöver. Die Stadt Köln werde gedrängt, dem Publikum billigeres Fleisch zu verschaffen. Diesem Drängen nachgebend, sei die Stadt im Begriffe, Fleisch aus Dänemark einzuführen. Das Fleisch werde am kommenden Montag in Köln eintreffen, von der Stadt mit 70 Pfg. franko Köln bezahlt und im Schlachthof an die Metzger zum Selbstkostenpreis für den Weiterverkauf abgegeben werden. Die Metzger sollen das Fleisch nun an das Publikum zu einem von der Stadt zu bestimmenden Satz abgeben. In Frage kämen insgesamt 36 Stück Großvieh, das seien 144 Viertel, die an 72 Metzger zum Verkauf gelangten. Auch Nichtinnungsmitglieder würden berücksichtigt, an erster Stelle kämen jedoch die Mitglieder der Innung in Betracht. Der Verkauf durch die Metzger soll nach Klassen bestimmt werden. Die Unkosten des Metzgers für den Transport vom Schlachthof zum Laden usw seien pro Pfund mit 6 Pfennig berechnet; desgleichen solle dem Metzger ein Reingewinn von 6 Pfg. pro Pfund zugestanden sein sodaß das Fleisch durchschnittlich M..82 im Verkaus kosten würde. Die Klassifizierung für den Verkauf sei folgendermaßen gedacht: Beinscheiben M..70, dünnes Blumenstück, Hals und der sogenannte Lappen M..75; alles andere soll M..82 kosten, wobei Roastbeef und Filet, das mit höchstens M..20 verkauft werden dürfe. Für jeoe Zuwiderhandlung sei Konventionalstrafe vorgesehen. Das Fleisch dürfe nicht an Restaurants, Metzger usw. abgegeben werden: es solle lediglich für die unteren Bevölkerungsklassen bestimmt sein Für die Metzger sei es, nach seiner, Redners, Ansicht das beste, das danische Fleisch zum Verkauf zu übernehmen. Bei einem Verkauf durch die Stadt hätten die Metzger den Vorwurf zu gewärtigen daß 6 Pfg. Verdienst ihnen zu wenig sei und bei ihnen die Fleisch verteuerer zu suchen wären. Fänden sich am ersten Tage nach Eintreffen des Fleisches nicht genügend Abnehmer aus Metzgerkreisen, so würde die Stadt das übrig bleibende Fleisch am zweiten Tage auf der Freibank zum Verkauf bringen. An diese Ausführungen schloß sich eine stundenlange Aussprache, in der ein Teil der Anwesenden sich für, ein kleinerer Teil sich gegen die Uebernahme des Fleischverkaufs aussprach. Im wesentlichen traten in der Diskussion folgende Gesichtspunkte in die Erscheinung: Es sei ausgeschlossen, daß die Stadt in Dänemark ein dem Geschmacke der Kölner Bevölkerung zusagendes erstklassiges Fleisch für den Preis von 70 Pfg. franko Köln kaufen könne; entweder müsse sie das Fleisch bedeutend teurer bezahlen, oder aber man habe es mit minderwertigem Vieh zu tun. Dann möge die Stadt den Fleischverkauf in eigene Regie nehmen, eigene Läden in der Stadt errichten und das Fleisch dort zum Verkauf bringen; entweder würde sie hierbei ganz bedeutende Zuschüsse leisten, oder aber zu teuerem Verkauf an das Publikum übergehen müssen. Dann werde die Stadt am eigenen Leibe erfahren, daß der Metzger bei den bestehenden Viehpreisen nichts verdienen könne. Solange das Fleisch pro Pfund nicht 20 bis 30 Pfg. billiger werde, sei sowohl dem Publikum wie dem Metzger nicht gedient. Es sei aber ausgeschlossen, dies durch Bezug von Vieh aus europäischen Ländern zu ermöglichen; in solchem Falle müsse man schon überseeisches Fleisch importieren können. Bedauerlich sei es, daß die Stadtverwaltung über die Köpfe der Metzger hinweg zu solchen Maßnahmen gegriffen habe; man habe es hier lediglich mit einer Manipulation gegenüber der Hetze der sozialdemokratischen Presse zu tun. Von anderer Seite wurde Oeffnung der Grenzen verlangt als einzige Möglichkeit zur Hebung der bestehenden Fleischnot. Im übrigen stehe zu erwarten, daß das Publikum schon bald von dem städtischen schlechteren Fleisch abkommen werde: der Kölner bezahle für gute Ware lieber etwas mehr. Wenn die Stadt dies einmal eingesehen habe, werde sie sich hüten, einen zweiten Versuch mit der Beschaffung von ausländischem Fleisch zu machen. Schließlich wurde mit großer Mehrheit beschlossen, das Angebot der Stadt Köln anzunehmen. Lebhaften Beifall fand ein inzwischen aus Dänemark eingetroffenes Telegramm, wonach es der Stadtverwaltung unmöglich sei, dänisches Fleisch unter 72 bis 80 Pfg. franko Köln zu erhalten. 5 () Städtische Fortbildungsschulen. Der Unterricht wird am Donnerstag, den 12. Sept., wieder ausgenommen. () Kunstgewerbe- und Handwerkerschule der Stadt Köln. Anmeldungen für das am 25. September beginnende Wintersemester werden am 20., 21. und 23. September von 11 bis 12 Uhr vormittags im Geschäftszimmer der Anstalt, Mauritiussteinweg 59B, entgegengenommen. Den Abend= und Sonntagsschülern wird außerdem am Freitag, den 20. und Montag, den 23. September, von 7 bis 8 Uhr abends, sowie am Sonntag, den 22. September, um.15 Uhr vormittags, Gelegenheit zur Anmeldung gegeben. Wir verweisen im übrigen auf die Anzeige in der vorliegenden Nummer. () Zwei gefährliche Burschen wurden gestern von der hiesigen Kriminalpolizei in einem Hause an der Heinrichstraße überrascht und verhaftet. Es handelt sich um zwei bereits mit Zuchthaus vorbestrafte Einbrecher, die in der letzten Zeit mehrere größere Diebstähle ausgeführt haben, so u. a. in einem Hutgeschäft an der Schildergasse, in einem Handschuhwarengeschäft und in sonstigen Geschäften. Als die Kriminalbeamten das Zimmer betraten, griffen die beiden Verbrecher, die bereits im Bett lagen, zu ihren Revolvern, wurden aber rechtzeitig überwältigt. In ihrem Besitz befanden sich eine Anzahl Einbruchswerkzeuge und gestohlene Sachen, wie Hüte, Handschuhe, Zigarren, Lebensmittel usw. □ (O) Erschossen hat sich gestern abend in der Bedüxfnisanstalt einer Wirtschaft in der Altstadt ein Kellner aus Barmen. Die Leiche wurde nach dem Südfriedhof geschafft. () Ein räuberischer Ueberfall wurde dieser Tage nachts in einem Hause an der Moselstraße ausgeführt. Eine dort wohnende Witwe wurde plötzlich durch ein Geräusch aus dem Schlafe geweckt. Sie bemerkte in ihrem Zimmer zwei Männer, die auf sie zukamen, ihr einen Revolver vorhielten und nach ihrem Gelde fragten. Einer der Einbrecher würgte die Frau, die anhaltend beteuerte, daß sie über Barmittel nicht verfüge, am Halse. Die Räuber erbeuteten einige Gold= und Schmucksachen und etwas Geld, worauf sie dann unerkannt entflohen. () Zu Tode gequetscht wurde heute vormittag gegen 10 Uhr der zweite Maschinist des Dampfers Drachenfels der Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft. Der Unglückliche, der 25 Jahre alt und unverheiratet ist, war in den Radkasten gekommen. Aus Köln-Ehrenfeld. (A) Mehrere hundert Mark erveutet haben Diebe, die in einer der letzten Nächte in ein Bureau an der Simrockstraße eingebrochen waren. Aus Köln-Nippes. () Eingebrochen wurde in den letzten Tagen in mehrere Wohnungen an der Neußer=, Merheimer= und Hartwichstraße. Den Dieben fielen Gold= und Schmucksachen sowie eine Anzahl Kleidungsstücke in die Hände. 0 Aus Köln-Riehl. Einbruchsdiebstähle. In einem Hause an der Riehlerstraße wurde ein Keller erbrochen; den Dieben fiel eine Anzahl Flaschen Wein in die Hände.— Aus der Wohnung eines Hauses an der Stammheimerstraße wurden für etwa 1000 Mark Gold=, Schmucksachen sowie Kleider entwendet. 40 Aus Köln-Deutz. () Gelandet wurde gestern nachmittag in der Nähe des Auenweges die Leiche des Mädchens, das in der letzten Woche von dem Werft an der Schiffbrücke in den Rhein gesprungen war. 0 Kölner Local-Anzeiger Nr. 249* Mittwoch, 11. September 1912. Seite 5. Kaste-S W TT Se MNINEIA a. Höchste Wasch- und Bleichkraft bei kürzester Waschzeit! Nur einmaliges ca. ¼-Istündiges Rochen sorgfältiges Ausspülen, möglichst in warmem Wasser, die Wäsche ist sofort lertig, vollkommen rein und wie auf dem Rasen gebleicht. Grosse Ersparnis an Zeit, Arbeit und Geld! Erhältlich nur in Original-Paketen, niemals lose. HENREL& Co., DUSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der allbeliebten SETTE u M Kölner Meierei verein. Landwirte Mollksestr. 93..“. Fernspr. 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Versand direkt an Private Kölner Local-Anzeiger. Köln, 11. Sept. 1912. # Die Schenkung. [2] Humoreske von Karl Irmin. „Ah so!!" Der Kassierer betrachtete höchst erstaunt die Schenkung, hatte aber Humor genug, die Gabe der vereinigten Geschwister Berger nicht zurückzuweisen. „Vielen Dank auch im Namen der armen Kranken, Herr Berger! Wollen Sie nur noch das Wort„Pfennige“ dahinter schreiben!“ „Ja, Herr Krüger!“ Und Elmar holte willig die Feder...“„Ja, aber bei den anderen steht auch nichts.“ „Nun, die haben gewiß das ganz vergessen. In Geldsachen muß man aber genau sein; und gerade hier, wo doch Ihr Papa nicht da ist.“ Elmar kaute an der Feder.„Sie schreiben doch Fennig auch mit F. Herr Krüger?“ „In der Regel schon eher mit Pf, aber das tut gar nichts.“ „Na, wissen Sie, dann will ich es lieber auch so schreiben. Was haben Sie denn im Deutschen gehabt auf der Schule?“ „Das weiß ich wirklich nicht mehr genau, lieber Junge.“ „Ich hab„genügend“ gehabt zu Weihnachten. Aber der Schulz, der neben mir sitzt, kriegt immer ungenügend; der kann überhaupt kein Diktat schreiben.“ „So, so,“ na dann hoffe ich, daß Sie zu Ostern versetzt werden.“ „Ja, das ist man so’ne Sache.“ „Nun muß ich aber gehen; ich habe gewiß bei der Arbeit gestört?“ „Ja, nein... doch nicht.“ „Was ist denn das für ein schönes großes Buch, in dem Sie lasen, als ich herein kam?" „Das? Ach, das ist Vieh... Vieh... etwas übers Vieh!“ „Ah, ich sehe schon, Physiologie. Das verstehen Sie schon?“ „Ach, ich hab' bloß so gemacht, Herr Krüger; ich presse immer meine Blumen drin. Haben Sie auch ein Herbarium?“ „Nein.“ „Ach, das ist aber schade! Wollen Sie meins mal sehen?" „Das nächste Mal; ich muß jetzt weiter, lieber Junge.“ Dabei holte Herr Krüger einen großen Geldsack aus der Tasche, schnürte ihn auf und warf den Groschen hinein. Elmar verfolgte alles sehr genau und nahm sich vor, Emilie zu bitten, ihm doch auch so einen Sack für sein Geld zu machen. Draußen auf dem Gang rauschte wie zufällig Ingeborg an ihnen vorbei. „Ach, das ist wohl das Schwesterchen? Nun, so eilig, Fräuleinchen?“ „Ja, ich muß dem Mädchen noch etwas sagen wegen heut mittag.“ „Ei, ei, so ein Hausmütterchen lob ich mir!" „Ja, man muß dahinter sein, das sagt die Mama auch immer.“ Herr Krüger machte schnell, daß er hinauskam, denn das Lachen war ihm nahe. „Du,“ schmollte Inge, als der Besuch fort war,„warum seid ihr nicht zu mir ins Budoar gekommen?" „Paßt sich nicht, das sind Sachen für uns Männer.“ „Ich sage dir: ich war fein! Hatte Mama's Silberschal um. Was will er denn mit dem Geld?" „O, das ist für ein Knüppelheim mit Hydriotenanstalt.“ „Aber viel, zehn Pfennig!“ „Man darf sich nicht lumpen lassen, Inge.“ „Ja, das ist wahr... Gehst du mit in die Küche zu Emilie, Elmar, den Speisezettel machen?" „Ach, weißt du, das paßt mir nicht; die macht sich jetzt so dick, weil die Eltern fort sind.“ „Ja, ich kann sie auch nicht mehr so gut leiden, aber sie muß uns heut und morgen und übermorgen alles kochen, was wir wollen.“ Das tat Emilie, so gutmütig sie auch war, nun doch nicht. Denn Inges Speisezettel setzte sich aus lauter süßen Speisen zusammen: aus Biersuppe, Eierkuchen, Armen Rittern, Melonen, Pudding, Eis, Schlagsahne, die in der vorgeschlagenen Reihenfolge und Quantität auch die perfekteste Köchin nicht herstellen Filzsitzauflagen,-Unterlagen für Schreibmaschinen. d Spezialgeschäft Friesenwal l67,I. Fernspr. A5225. Zweiggeschäft: Apostelnstr. 14—13. und der größte Kindermagen nicht vertragen konnte.„Ihr eßt schön eure Griessuppe und ordentlich Gemüse mit Kartoffeln!" hatte Emilie kurz und bündig erklärt, als Ingeborg in Mama's Blauseidenem mit der Speisekarte in die Küche gerauscht kam. Nun hatten sie den Tisch umsonst so schön gedeckt. Das feinste Porzellan war aus dem Büfett geholt worden, und auf jedem Platze standen sieben Teller auf einander, für jeden Gang einer. Elmar hatte Papas Frack angezogen und verbeugte sich fortwährend vor dem Spiegel. Er sollte seine Schwester, die sich das bescheidene Pseudonym einer Gräfin von Bergamotte zugelegt hatte, zu Tisch führen— oder, wie sie sich gewählter ausdrückte, ihr„Klavier" sein. Bei der Nachricht von Emiliens Respektwidrigkeit wurde Ingeborgs Klavier aber sehr verstimmt, stampfte mit den Pedalen und schlug andere Saiten an. „Weißt du, Inge, das dürfen wir uns nicht gefallen lassen!“ „Nein, das dürfen wir nicht! Aber was machen?" „Ja, was machen?! Halt, ich hab einen Einfall!“ „Na?“ „Wir kündigen ihr.“ „Ja, das stimmt, das macht Mama auch immer so. „Gelt?“ „Aber wer geht's ihr sagen?“ „Na, du!“ „Aber wenn sie nicht will und frech wird?“ „Oho! Dann sagst du, du gingest hinein und sagtest es dem Herrn; dann sollst du mal sehn!“ „Ja, das mach ich!“ Und wieder rauschte das Blauseidene in die Küche. „Emilie, ich muß Ihnen leider kündigen, weil Sie ungehorsam gewesen sind.“ „Waaas?“ „Ja, und wenn Sie noch frech werden, rufe ich den Herrn.“ Emilie krümmt sich vor Lachen. „Lassen Sie das dumme Lachen, Emilie, und gehn Sie fort!“ Das Mädchen versucht ein ernstes Gesicht zu machen. „Also, gnädiges Fräulein, ich nehme Ihre Kündigung an und bitte Herrn Elmar, mir mein Zeugnis zu schreiben.“ „Schön, ich werd es ihm sagen.“ 1 40—„. Seite 6. Kölner Local-Anzeiger Nr. 249 a Mittwoch, 11. September 1912. Handwerk und Gewerbe. 0 Zum Verdingungswesen. Der preußische Eisenbahnminister hat neuerdings einen Erlaß über das Verdingungswesen ergehen lassen, in dem u. a. angeordnet wird, daß bei der Vorbereitung von Verdingungen namentlich auch handwerksmäßiger Arbeiten außerhalb der Verwaltung stehende Sachverständige zugezogen werden sollen. Der Erlaß wendet sich weiter gegen die Meinung, daß der Zuschlag stets einem der drei Mindestfordernden erteilt werden müsse. Der Zuschlag sei vielmehr unter dem Gesichtspunkte zu erteilen, den Staat vor minderwertigen Leistungen zu schützen und anderseits der tüchtigen Arbeit einen entsprechenden Lohn zu gewähren. Endlich fordert der Erlaß die Provinzialbehörden auf, zur Ausführung von öffentlichen Arbeiten Handwerkervereinigungen heranzuziehen. () Die Kölner Schneider-Innung hielt Montagabend im Saale der Bierbrauerei Dünwald eine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Obermeister Hugo Schmitz, gab das Ergebnis der letzten Gesellenausschußwahl bekannt. Zum ersten Male sei die Verhältniswahl in Kraft getreten; gewählt seien drei Vertreter des christlichen und zwei Vertreter des freien Schneidergehülfen=Verbandes. Der Vorstand sei mit dem neuen Gesellenausschuß zusammengekommen und man habe sich dahin geeinigt, die bisherigen Gehülfen, die dem Prüfungsausschuß angehörten, bis zum Schluß der Wahlperiode 1914 zu belassen. Der Altgeselle vom christlichen Verband protestierte hiergegen; wenn man dem zugestimmt habe, sei es in Unkenntnis der bestehenden Bestimmungen geschehen. Der Obermeister bemerkte hierauf, daß die Prüfungsausschußmitglieder von der Handwerkskammer bestätigt worden seien und der Vorstand lehne eine Neuwahl ab und wolle die Entscheidung der Aufsichtsbehörde überlassen. Dann wurde bekannt gegeben, daß auf dem Deutschen Schneidertag in Magdeburg vier Lehrlinge aus Köln ihre Gesellenstücke ausgestellt hätten und alle mit Prämien bedacht worden seien. Der Hansabund habe ein Schreiben an die Innung gerichtet, wonach der Bund einen Buchführungskursus für Handwerker einrichte, der unentgeltlich sei. Diese Angelegenheit wurde dem Vorstand zur weiteren Verfolgung überlassen. Meister Kroha erstattete den Bericht über die Verhandlungen des Westdeutschen Schneidertages in Mülheim(Ruhr), während Hr. Franke über den Deutschen Schneidertag in Magdeburg referierte. An die Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Obermeister Schmitz wandte sich dagegen, daß in einem Festbuch, das in Magdeburg herausgegeben wurde, sich Angriffe gegen die katholische Kirche befunden hätten, die der Redner auf dem Verbandstag unter lebhafter Zustimmung energisch gerügt habe. Die Handwerker ständen in einem wirtschaftlichen Kampf, der mit der Religion nichts zu tun habe. Der Vorstand stellte in der Generalversammlung den Antrag, aus dem Verband Bund deutscher Schneider=Innungen auszutreten. Der Westdeutsche Schneider=Innungsbezirks=Verband werde sich in corpore diesem Beschluß anschließen. Der Austritt solle ein Protest gegen den Vorsitzenden des Bundes deutscher Schneider=Innungen bedeuten. Der Bundesvorstand habe an den Reichskanzler eine Beschwerdeschrift gerichtet, der den Westdeutschen Schneider=Innungsbezirksverband treffen soll und worin gebeten wird, anzuordnen, daß den Verbandssektionen verboten werden soll, selbständige Statuten zu erlassen. Es wurde bedauert, daß ein so wichtiger Schritt. geschehen soll, wodurch die mächtige Organisation geschwächt werde, anderseits war man der Ansicht, daß der Westdeutsche Verband als selbständiger Verband sehr gut existieren könne. Die Versammlung beschloß einstimmig den Austritt. Alsdann beschäftigte sich die Generalversammlung mit der Festsetzung der neuen Preistarife. Es war eine Kommission eingesetzt worden, die infolge Erhöhung der Arbeitslöhne und der Steigerung der Rohmaterialien folgende Preise in Vorschlag brachte: 3. Tarif: Joppen=Anzug 45 M.(früher 43.), Jackett=Anzug 50 M.(48), Sommer=Paletot 39 M.(37.), Winter=Paletot 44 M.(42); 2. Tarif: Joppen=Anzug 53 M.(50., Jackett=Anzug 58 M. (55.), Sommer=Paletot 45 M.(43.), Winter=Paletot 53 M. (50.). Diese Preise gelangten zur Annahme. Die Versammlung beschloß im kommenden Winter Fachabende zur gegenseitigen Belehrung abzuhalten. CO Das war aber mal was für unseren Wichtikus: ein richtiges Zeugnis schreiben, ganz wie der Papa. In der Schublade mußte noch so ein altes Formular liegen. Richtig, da war es! Und nun stellte er der guten Emilie, die ihn doch schon in der Wiege gekannt hatte, ein Zeugnis aus, das ihr die ganze spätere Karriere mit einem Schlage verdarb. In Betragen, Fleiß, Aufmerksamkeit und Ordnung erhielt„Fräulein Teereese Emilie Hüronimus“ glatt ungenügend, Religion war allerdings nur mangelhaft, dank des unerschütterlichen Gerechtigkeitssinnes Elmars, dafür aber war die Aermste in allen Sprachen, Griechisch und Lateinisch eingeschlossen, ganz ungenügend; im Rechnen haperte es auch, während sie im Singen ein stolzes„gut“ bekam. Die alten lieben Kinderlieder summten Elmar wohl noch in den Ohren, als er es schrieb. Vom Turnen hatte er die behäbige Köchin gnädigst befreit— beim Bockspringen hatte sie nie mitmachen wollen. „Da, bring ihr das, Inge!“ „Bring du's ihr; mir tut sie so leid, ich würde weinen.“ „Na, ja, sie hat mich sowieso noch nicht im Frack gesehen.“ Emilie packte ihren Korb oder stellte sich wenigstens so und wischte sich schluchzend mit dem Aermel über die Augen. Elmar legte das Zeugnis auf die Hutschachtel. „So, hier ist Ihr Abgangszeugnis. Sie haben unter den letzten acht Köchinnen meiner Eltern den siebenten Platz. Schämen Sie sich was! So ein großes Mädchen, wie Sie sind!“ Emilie blickte ganz niedergeschmettert drein und sagte weinerlich: „Dann möchte ich nur noch um meinen Lohn bitten, Herr Berger. Das macht für einen halben Monat fünfzehn Mark.“ Darauf war Elmar nicht gefaßt. Lohn wollte sie auch noch haben?! Auch Ingeborg hatte an so etwas nicht gedacht. Ganz verlegen saßen die beiden nun auf dem großen Sofa und hielten Familienrat. Durch Zusammenlegen der beiden Kapitalien lamen nur achtzig Pfennig heraus. Borgen konnte man auch nichts. Da blieb nur eins übrig: Gnade vor Recht ergehen zu lassen und die Kündigung zurückzunehmen. Ingeborg nahm es hoch erfreut und wie von einem schweren Truck befreit auf sich, den Auftrag auszuführen. Aber Emilie Gesellschafts= und Vereinsleben. 0 Der Bund deutscher Oberpostschaffner, Bezirksgruppe Köln, beging am Samstagabend unter großer Beteiligung im Saale des Fränkischen Hofes sein siebentes Stiftungsfest. Der Vorsitzende, Hr. Oberpostschaffner Goeres, stellte in seiner Begrüßungsansprache ein Erstarken des Oberpostschaffnerbundes, der niemals, wie oft von ihm mit Unrecht behauptet werde, Sönderbestrebungen betreibe, fest, und begründete sodann in trefflichen, von echt patriotischem Empfinden getragenen Worten ein begeistert ausgenommenes Kaiserhoch. Nach einem von Frl. Maria Goeres gesprochenen sinnreichen Prolog folgte die Darstellung eines überaus prächtigen lebenden Bildes: Die Post huldigt dem Kaiser, das große Begeisterung hervorrief. Wie in jedem Jahre, so bildete auch diesesmal wieder die Schmückung der Jubilare, 25 an der Zahl, die sich seit 25 Jahren im Postdienst befinden, mit dem Silbereichenlaub und der Erinnerungsmedaille ein feierlicher Akt. Von 30 weißgekleideten Mädchen wurden die Jubilare in den Saal geführt und Hr. Oberpostschaffner Ohrem widmete diesen in einer längeren Ansprache herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung. Das reichhaltige Festprogramm fand sodann bei fröhlicher Stimmung seine glatte Abwickelung Der Männergesangverein Postalia erfreute die Festgäste durch eine Anzahl hübscher, gutgewählter Chöre von Jüngst, Krosinsky, Anger und Bader und zeigte, daß er unter Leitung des Dirigenten, Hrn. Musikdirektors P. Zimmermann, große Fortschritte gemacht hat. Dem Geigenkünstler Hrn. Busch zollte man allgemeine Anerkennung, auch Hrn. Aßheuser und Frl. Ballian, die den humoristischen Teil des Abends glänzend durchführten, wurde stürmischer Applaus zuteil. Hübsche gemeinschaftliche Lieder trugen zur Hebung der Festesstimmung ganz besonders bei. Mit einer flott gespielten Posse: Einer muß heiraten, erreichte die in allen ihren Teilen schön verlaufene Feier ihr Ende. 0 Aus der Arbeiterwelt. 0) Die Arbeiterbewegung in der Metallindustrie im Kölner Bezirk findet allenthalben das lebhafteste Interesse. Wird es zum Streik kommen, oder zur Aussperrung oder nicht? das ist die Frage, die man täglich an allen Ecken und Enden hören kann. Gegenwärtig ist zwar noch alles ruhig, aber es ist gleichsam die Ruhe vor dem Sturm. Man fürchtet, jeden Augenblick könne er losbrechen. Aus christlichen Gewerkschaftskreisen schreibt man uns dazu: Die Metallarbeiter haben gute Vorsorge getroffen, sie haben ihre Organisationen in den letzten Jahren sehr gestärkt und besonders in den letzten Wochen ist vielen Hunderten die Bedeutung der Organisation so recht zum Bewußtsein gekommen und sie haben sich ihr angeschlossen. Allerdings gibt es auch jetzt noch immer solche Leute, die nicht zum Beitritt in die Verbände zu bewegen sind, die da glauben, auch ohne die Organisation fertig zu werden, oder sich einreden, es kommt doch nicht zum Kampf. Den ersteren muß gesagt werden, daß heute kein Arbeiter, und mag er noch so gut gestellt sein, die Organisation entbehren kann. Wäre es denn denkbar, solche Forderungen, wie es die Metallarbeiter getan, an die Arbeitgeber zu stellen, ohne daß eine Organisation vorhanden wäre? Welcher Arbeiter würde es wagen, das zu tun? Kein einziger. Und liegt nicht die Verwirklichung solcher Forderungen im Interesse aller Arbeiter? Ganz gewiß. Aber dann sollten auch alle Arbeiter es als ihre Pflicht betrachten, dazu mit beizutragen. Das kann man aber nur, wenn man Mitglied der Organisation ist. Darauf kommt es nicht an, ob jemand auch ohne die Unterstützung der Organisation in der Lage ist, im Falle eines Kampfes, sei es Streik oder Aussperrung, sich einige Wochen über Wasser zu halten. Hier heißt es Solidarität üben im Interesse der Allgemeinheit, nicht nur im Kampfe, und wenn man selbst mitbeteiligt ist, sondern stets und ohne Unterlaß. Denn nur dann ist es möglich, die Lage der gesamten Arbeiterschaft zu heben und zu bessern. Das gilt auch für die anderen, die sich damit an der Organisation vorbeidrücken, indem sie sich selbst trösten, es kommt doch nicht zum Kampfe. Sie könnten doch allzuleicht eine schmerzliche Enttäuschung erleben, das haben schon manche erfahren. So könnte es auch hier gehen, denn bei größeren Streiks gehen die Unternehmer, besonders in neuerer Zeit, dazu über, auch die„treuen“ Arbeiter, also die unorganisierten, zu entlassen. Das haben wir im vorigen Jahre bei dem Streik auf der Ehrenfelder Waggonfabrik erlebt. Wer Anspruch darauf erheben will, ein vollwertiger Arbeiter zu sein, der seine Zeit versteht, der sein Interesse wahren drehte nun den Spieß um und bestand auf der Auszahlung des Lohnes. Und wenn sie ihr Geld nicht gleich bekäme, wollte sie den Schutzmann holen und die beiden einsperren lassen. Ingeborg weinte und flehte, aber Emilie blieb fest. Elmar kam hinzu und weinte und flehte mit, und beide knieten sich vor Emilie hin und umklammerten ihr die Knie. Schließlich ließ sich Emilie bewegen, wenigstens bis zur Rückkehr der Eltern auf ihr Geld zu warten. (Fortsetzung folgt.) 0 Allerlei vom Eisenbahnnetz der Erde. Im letzten Jahrzehnt 1900—1910 hat sich das Gesamtnetz der Eisenbahnen erheblich stärker vermehrt als in dem Jahrzehnt 1890—1900, nämlich um 239.900 Kilometer gegenüber 172.800 Kilometer. Die bisher höchste Zahl(244 900 Kilometer) war die des Jahrzehnts 1880—1890, hinter der das letzte Jahrzehnt um 5000 Kilometer zurückbleibt. Die meisten Eisenbahnen wurden in Amerika, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, gebaut. * Die meisten Eisenbahnen befinden sich in Amerika, und zwar 526 382 Kilometer, darunter in der nordamerikanischen Union(einschließlich von Alaska, das 676 Kilometer Eisenbahnen aufweist) 388 173 Kilometer, das sind rund 54·000 Kilometer mehr als in Europa, dessen Eisenbahnnetz am Schluß des Jahres 1910 einen Umfang von 333848 Kilometer hatte. Asien besaß Ende 1910 101 916 Kilometer, Afrika 36.854 Kilometer, Anstralien 31014 Kilometer Eisenbahnen. Die Reihenfolge der einzelnen, am besten mit Eisenbahnen ausgestatteten Staaten hat sich im Jahre 1910 nicht geändert. Auf die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihren 388173 Kilometer folgen das Deutsche weich mit 61 148 Kilometer, Rußland(europäisches) mit 59559 Kilometer, Britisch=Ostindien mit 51 647 Kilometer, Frankreich mit 49 385 Kilometer, Oesterreich=Ungarn mit 44371 Kilometer, Kanada mit 39792 Kilometer, Großbritannien und Irland mit der kann heute nicht mehr außerhalb der gewerkschaftlichen Organisation stehen, sondern der muß Mitglied einer solchen Organisation An der augenblicklichen Bewegung der Metallarbeiter haben aber auch alle anderen Arbeiter ein großes Interesse. Auch ihnen muß es zum Bewußtsein kommen, daß in der heutigen Zeit, angesichts der starken Arbeitgeberverbände und des wirtschaftlichen Uebergewichts der Arbeitgeber, die Arbeiterinteressen nur durch starke gewerkschaftliche Organisationen vertreten und gewahrt werden können. Die Erfolge der Gewerkschaften an der Hebung der Lage der Arbeiterschaft sind unbestritten und allgemein bekannt. Das gilt in besonderem Maße für die christlichen Gewerkschaften Darum muß auch bei dieser Gelegenheit wieder allen christlichen Arbeitern zugerufen werden: Tretet den christlichen Gewerkschaften bei; sorgt für die Stärkung derselben. () Sozialdemokratische Streikbrecher. Nach einem verloren gegangenen Streik in der Steinzeugfabrik Friedrichsfeld bei Mannheim schob die sozialdemokratische Frankfurter Volksstimme(Nr. 170, 1912) die Schuld an dem Fiasko u. a. auf Streikbrecher, die„aus stockkatholischer Gegend“ stammten. Damit soll nur der Tatbestand verwischt werden, denn keine stockkatholische, sondern sozialdemokratische Arbeitswillige haben den Kampf zu ungunsten der Arbeiter entschieden. Ein Mitglied des sozialdemokratischen Töpferverbandes namens Lehmann, gleichzeitig Mitglied der Streikkommission, ließ sich mit noch fünf anderen Genossen, gelernten Töpfern, von der Direktion herüberziehen und zum Streikbruch verleiten. Daß unter der empörten Arbeiterschaft von Bestechung geredet und die Summe von 500 Mark genannt wird sei nur nebenher erwähnt. Durch den Umfall der Töpfergenossen aper ar der Streik verloren. Das verschweigt die sozialdemokratische Presse und versucht mit dem Hinweis auf Arbeitswillige aus angeblich stockkatholischen Gegenden den Blick von dem roten Streikbruch abzulenken. Ortskrankenkasse Deutz schreibt man uns aus Mitgliederkreisen: Ende vorigen Jahres wurden die Vertreterwahlen für die Kasse getätigt. Es waren 144 Vertreter zu wählen: der Sieg fiel auf die sozialdemokratische Liste. Unter diesen Kandidaten waren aber 37, also fast ein Viertel, die gar nicht wählbar waren, eshal die chritlichen Arbeiter gegen die Gültigkeit der Wahl Einspruch erhoben. Daraufhin wurde von der Aufsichtsbehörde verfügt, für diese 37 ausgefallenen Kandidaten Ersatz von der Liste der christlichen Arbeiter zu nehmen. Im gleichen Sinne war auch schon bei der gleichen Kasse in einem früheren Falle entschieden worden. Die 37 Kandidaten wurden zwar ausgelost, aber nunmehr wurde auch gegen die Art der Auslosung Einspruch erhoben. Hierüber schwebt nun das Verfahren schon seit ctwa vier Monaten, ohne daß die Mitglieder etwas über den Stand der Angelegenheit erfahren hätten. Die Mitglieder haben aber ein Recht zu verlangen, daß sie darüber unterrichtet werden. Wie verlautet sind letzhin die Vertreter zu einer Generalversamntlung eingeladen worden, natürlich nur in ihrer ganz unvollständigen Zahl, bei der Viertel fehlt. Ob die so gefaßten Beschlüsse rechtsverbindlich sind, möchten wir sehr bezweifeln. Höchste Zeit wäre es, daß dem jetzigen Zustande recht bald ein Ende gemacht würde. Schmitz-Voctor“ 1, Literfl. M..80, ½ Literfl. M..50 ¼ Literfl. M.80. All. Fabrikant Patentamtl. Wortschutz Nr. 72907. F. D. Schmitz, Breitestrasse 101. a5 Hören Sie? Ganz Köln erzählt von der vorzüglichen Qualität der : S o l i n g e r S t a h l w a r e n: von der Firma Paul Ullrich Ehrenstrasse 14—16. Schildergasse 9. Ecke Hohestrasse. 37.579 Kilometer, Argentinien mit 28 636 Kilometer, Meriko mit 24559 Kilometer, Brasilien mit 21370 Kilometer, Italien mit Kilometer, Spanien mit 14 994 Kilometer, Schweden mit Kumerer.„Die übrigen Staaten besitzen weniger als 10 000 Kilometer Eisenbahnen. * Betrachtet man das Verhältnis der Eisenbahnlänge zum Flacheninhalt des Landes, so bleibt das Königreich Belgien an der Spitze; dort kommen auf 100 Quadratkilometer Flächeninhalt 28,8 Kilometer Eisenbahnen. Es folgen dann das Königreich Sachsen mit 21,0 Kilometer normalspuriger Hauptund Nebenbahnen, Luxemburg mit 19,7 Kilometer, Baden mit 14,8 Kilometer, Elsaß=Lothringen mit 14,6 Kilometer, Großbritannien und Irland mit 12,0 Kilometer, die Schweiz mit 11,4 Kilometer, das Deutsche Reich mit 11,3 Kilometer, Württemberg mit 10,9 Kilometer, Preußen und Bayern mit 10,7 Kilometer, die Niederlande mit 9,7 Kilometer, Frankreich und Dänemarck mit 9,2 Kilometer. In den übrigen Ländern stellt sich dieses Verhältnis wesentlich ungünstiger, in Oesterreich=Ungarn mit Bosnien und der Herzegowina auf 6,6 Kilometer, in den Vereinigten Staaten von Amerika auf nur 4,2 Kilometer. * Am Schluß des Jahres 1910 waren auf dem Erdball 1 080 014 Kilometer Eisenbahnen vorhanden. Die Länge kommt ungefähr dem 25fachen Umfang der Erde am Aequator gleich und nähert sich dem dreifachen Betrag der mittleren Entfernung des Mondes von der Erde. * Die meisten Eisenbahnen im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer hat die britische Kolonie Westaustralien, wo auf 10 000 Einwohner 82,6 Kilometer kommen. Auch bei den übrigen australischen Kolonien Großbritanniens stellt sich dieses Verhältnis sehr günstig, weil eben ihre Bevölkerung noch sehr dünn ist. In Kanada kommen 61,2 Kilometer, in den Vereinigten Staaten von Amerika 43,6 Kilometer Eisenbahnen auf 10 000 Einwohner. Unter den europäischen Staaten nimmt in dieser Beziehung Schweden mit 25,6 Kilometer den ersten Platz ein. In Deutschland und Preußen kommen 9,3 Kilometer, in Oesterreich=Ungarn 8,7 Kilometer, in Großbritannien und 8,3 Kilometer, in Belgien 11,4 Kilometer, in Frankreich 12,6 Kilometer auf 10000 Einwohner. Nr. 249* Mittwoch, 11. 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Es heißt da(S.): Je schwieriger unsere Gegner die Möglichkeit gestalten, durch parlamentarische Arbeit Erfolge für die Menge des Volkes zu erreichen, desto notwendiger ist für uns, auch im Parlament die politische und wirtschaftliche Macht der herrschenden Klasse zu bekämpfen, die Ursachen für den tiefen Zwiespalt aufzudecken, der zwischen der wirtschaftlichen Entwickelung und der zunehmenden wirtschaftlichen Ausbeutung der großen Menge des Volkes und ihrer wachsenden Rechtlosigkeit liegt. Diese Pflicht legte in verstärktem Maße der Fraktion der Umstand auf, daß die sozialdemokratische Fraktion die stärkste Partei im Reichstag geworden ist. Wir haben gesucht, ihr nachzukommen und neben der grundsätzlichen Bekämpfung des herrschenden kapitalistischen Systems und seiner Folgeerscheinungen bei jeder Gelegenheit Besserungen der bestehenden Verhältnisse auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete zu erreichen. Wenn wenig erreicht ist, so liegt das in erster Reihe daran, daß die bürgerlichen Parteien den Reichstag immer mehr zu einer bloßen Bewilligungsmaschine für Militärausgaben und für Lasten des Völkes herabsinken lassen. Ja, ja, die bösen„anveren!“ Wenn früher gegenüber sozialdemokratischen Angriffen das Zentrum erklärte, es könne allein nichts durchsetzen ohne die„andern", so erklärte die sozialdemokratische Presse das für eine Ausrede; das Zentrum brauche bloß zu wollen, dann könne es auch. Jetzt ist die Sozialdemokratie noch stärker als das Zentrum und könnte seine dem Zentrum gegenüber erhobene Behauptung wahr machen; sie vermag es aber nicht und schimpft auf— die anderen! G Eine nichtsnutzige Maßnahme? In der Debatte über die Fleischteuerung haben wir vor wenigen Tagen geschrieben, daß in außergewöhnlichen Notstandszeiten als Abhülfemittel am ehesten noch die Einfuhr von überseeischem Kühl= und Gefrierfleisch in Betracht käme, und daß man daher hier wohl zuerst einen Versuch machen könne. Kaum hatten wir dies ausgesprochen, da begann in gewissen sozialdemokratischen Blättern die Begeisterung für das Gefrierfleisch merklich abzukühlen. Auf einmal nannte man diesen Vorschlag jetzt eine„nichtsnutzige Maßnahme“, die wenig helfen würde; desto mehr hieb man jetzt wieder auf die Grenzsperre für Lebendvieh aus den Nachbarstaaten. Eine gründliche Abfuhr wird diesen Blättern aber von dem sozialdemokratischen Zentralorgan, dem Vorwärts zuteil. Wir hatten der sozialdemokratischen Presse den Vorwurf gemacht, daß sie ihre Leser nicht darüber aufklärte, daß in den Nachbarstaaten selbst Viehmangel und Fleichteuerung herrschte. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich nun der Vorwärts(Nr. 200), und dabei schreibt er in höchst bemerkenswerter Weise: Gerade wir betonten, daß eine Oeffnung der Grenzen für Vieh nicht soviel helfe, als die Einfuhrerlaubnis für überseeisches gekühltes Fleisch! Damit bestätigt uns also selbst der Vorwärts, daß wir noch auf dem richtigsten Wege waren. Eine unvorsichtige Oeffnung der Grenzen hat uns bisher immer nur Schlimmes gebracht. Als letzthin der Grenzschutz bei uns gelockert wurde, hatten wir g eich die große Verseuchung im Lande. Wenn es auch meist sehr schwer nachzuweisen ist, wo die Seuche ihren Ursprung genommen, jedenfalls steht das eine fest: die Gefahr der Verseuchung ist eine so außerordentlich große, daß scharfe Gegenmaßnahmen aufrecht erhalten bleiben müssen. Und was ist sonst die Folge der Aufhebung der Grenzsperre? Vor zwei Jahren wurde ja die Einfuhr von französischem Vieh für eine Reihe von Märkten freigegeben. Was war das Resultat der Einfuhr? Die Preise sind keineswegs gesunken, sondern haben sich trotz der Einfuhr auf der alten Höhe erhalten. Gleich zu Beginn der Einfuhr konstatierte der liberale Schwäbische Merkur am 18. November 1910:„Der offizielle Viehmarktbericht von Mannheim bestätigt, daß das französische Vieh teurer war als das einhei mische.“ Am 29. November war dasselbe Blatt schon in Sorge, ob die Preise nicht noch mehr steigen würden, „da die starke deutsche Nachfrage bereits ein Steigen der Viehpreise auf den französischen Märkten zur Folge gehabt hat.“ Dasselbe konstatierte der württembergische Staatsanzeiger am 1. Dezember 1910 mit den Worten:„Es sind daher auch die Großviehpreise in Württemberg infolge der französischen Einfuhr nicht zurückgegangen.“ Neuerdings sucht die sozialdemokratische Presse wieder tiefgehende Widersprüche zwischen einzelnen Zentrumsführern in der Frage der Grenzsperre auszugraben. Hierzu haben wir zu sagen: Wir standen und stehen noch immer auf dem Standpunkt, daß eine ungehinderte Oeffnung der Grenzen nicht in Betracht kommen kann. Der Abgeordnete Trimborn hat seinerzeit eine bedingungsweise Oeffnung der holländischen Grenze in Vorschlag gebracht. Darüber ließe sich reden, ob ähnlich wie im Osten die holländische Grenze für eine kontingentierte Einfuhr zu öffnen sei, wobei die notwendig gebotenen Vorsichtsmaßregeln gegen etwaige Seuchenübertragung auf das Inland eher vorgesehen werden können. Wir haben allerdings schon früher hervorgehoben, daß an eine derartige Maßnahme keine übertriebenen Hoffnungen geknüpft werden dürften. Insbesondere sagten wir, daß das kleine Holland mit seiner geringen landwirtschaftlichen Bevölkerung für die Fleischversorgung Deutschlands keine ausschlaggebende Bedeutung haben könne. Die bekanntlich alles besser wissende sozialdemokratische Presse setzte daraufhin unsere Worte von„der geringen landwirtschaftlichen Bevölkerung“ Hollands in Fragezeichen. Die schlauen Besserwisser scheinen keine Ahnung davon zu haben, daß Holland kein überwiegender Ackerbaustaat, sondern ein überwiegender Handelsstaat ist, nur zwei Fünftel der holländischen Bevölkerung sind in er Landwirtschaft beschäftigt. Aber solche Kleinigkeiten genieren große Geister nicht, die mit ihren außerordentlich geringen Kenntnissen die Welt regieren zu können meinen. 0 Die eigentlichen Ursachen der Fleischteuerung. Es ist eine bedauerliche Tatsache, daß die meisten Artikel, die heutigestags über die Fleischteuerung geschrieben werden, eine ganz erstaunliche Oberflächlichkeit bffenbaren. Durch eine besonderellnkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse zeichnet sich hier vor allem wieder die sozialdemokratische Presse aus, welche ihren Mangel an Wissen durch ein möglichst lautes Geschrei zu ersetzen sucht. Wenn man aber glaubt, auf diese Weise der Fleischteuerung begegnen zu können, so muß dies als ein sehr großer Irrtum bezeichnet werden. Im Gegenteil muß man sagen, daß durch eine derartige Behandlung die Frage der Fleischteuerung sich immer schwieriger gestaltet. Denn erstens wird durch jene unverständigen Artikel ein ganz verworrenes Bild von der Fleischteuerung entworfen. Kein Mensch kennt sich schließlich mehr aus, und nirgendwo weiß man den Hebel zu finden. Zweitens werden jene übertriebenen und maßlosen Artikel, wie sie in der roten Presse zu finden sind, auf die Dauer von niemanden mehr ernst genommen, insbesondere nicht von den maßgebenden Stellen. An solchen bodenlosen Uebertreibungen, die nur der Hetze dienen sollen, geht man achtlos vorüber, so daß also die Wirkung jener Artikel eine direkt entgegengesetzte ist als wie die Sozialdemokratie glaubt. Drittens finden infolge derartiger unvernünftiger Schilderungen gewisse Elemente eine gute Gelegenheit, im Trüben zu fischen und die Preise noch weiter zu treiben. Wer von egoistischen Sonderinteressen oder von parteipolitischer Leidenschaftlichkeit befangen ist, bleibt immer ein schlechter Beurteiler und Berater in einer so ernsten Frage, wie es die Fleischteuerung ist. Nur eine gründliche, durch keinerlei Voreingenommenheit getrübte Sachkenntnis vermag hier ein richtiges Urteil zu finden. Denn gerade bei der Frage der Preisbildung von Vieh und Fleisch gibt es so viele preisbeeinflussende Faktoren, Zwischenglieder und Zwischenstationen, daß man gar zu leicht den Ueberblick verlieren kann. Dankbar muß es daher begrüßt werden, wenn einmal Klarheit über den verwickelten Gang der Preisbildung geschaffen wird. Dieser Aufgabe hat sich mit anerkennenswertem Eifer und großem Erfolge Dr. Fritz Rothe unterzogen in seiner soeben erschienenen Schrift: Die Fleischversorgung der Großstädte unter besonderer Berücksichtigung der Preisbildung und Preisentwickelung dargestellt auf Grund der Verhältnisse der Stadt Köln.(.=Gladbach, Volksvereinsverlag, 141., Preis 3.) Diese sehr lesenswerte Schrift gibt uns an der Hand eines reichen Tatsachenmaterials äußerst wertvolle Aufschlüsse über die eigentlichen Ursachen der Fleischteuerungen und die Mittel zu ihrer Behebung. Ja, man kann wohl sagen, daß kaum jemals die zur Erörterung stehende Frage so gründlich und sachgemäß behandelt worden ist, wie in dieser Schrift. Keiner, welcher der Frage der Fleischteuerung sein Interesse zuwendet, möge daher versäumen, die neue Schrift eingehend zu studieren, um ein richtiges Urteil zu finden. Die Schuldentilgung im Reich. Der nächste Reichshaushalt für das Jahr 1914 wird nach Blättermeldungen zum ersten mal außerordentliche Ausgaben für die Heeresverwaltung nicht mehr bringen, und im Jahre 1917 werden auch die Kosten für die Flotte vom außerordentlichen Etat verschwunden sein. Dabei muß man berücksichtigen, daß sich die einmaligen Ausgaben der letzten Heeres= und Marinevorlagen auf insgesamt 274 Millionen Mark belaufen. Diese Entlastung des außerordentlichen Haushalts zeigt, daß mit dem bisherigen Grundsatz der Schuldentilgung keineswegs gebrochen werden soll, auch wenn die Mehrausgaben der letzten Wehrvorlagen den größten Teil der Ueberschüsse des Jahres 1911 in Anspruch nehmen. Ferner ist zu berücksichtigen, daß schon vom nächsten Jahre ab Anleihen nur noch zu werbenden Zwecken nötig sein werden. Von 1914 ab wird sich der Anleihebedarf folgendermaßen gestalten: 1914 60 Millionen, 1915 42,6 Millionen, 1916 37,9 Millionen und 1917 35 Millionen. Diesem Bedarf für Post, Eisenbahn und den Flottenzuschuß steht nun durch die gesetzliche Schuldentilgung folgende Deckung gegenüber: 1914 62,5 Millionen, 1915 64 Millionen, 1916 65,5 Millionen und 1917 67 Millionen. Hieraus ergibt sich, daß in den nächsten vier Jahren über die gesetzliche Schuldentilgung hinaus noch 85 Millionen zur Schuldentilgung durch tatsächliche Verminderung des Schuldbestandes zur Verfügung stehen. Dazu kommt noch von den Ueberschüssen des Jahres 1911, soweit sie nicht zur Deckung der einmaligen Ausgaben der letzten Wehrvorlagen verwendet werden, ein Betrag von wahrscheinlich 90 bis 100 Millionen Mark. Diese Zahlen beweisen, daß der seit der Finanzreform von 1900 aufgestellte Grundsatz einer planmäßigen Minderung der Reichsschuld auch in Zukunft in Geltung bleiben wird. Standesamt der Stadt Köln.(Vom 10. Sept. 1912.) ∆ Geburten. Paul, S. v. Peter Brunthaler, Tagel, Kasparstr. 6. " Maria, T v. Theod. Ehmanns, Packer, Gereonswall 93.- Rudolf, S. v. Karl Busch, Kellner. Unter Goldschmied 23.- Marg., T. v. Lorenz Lambertz, Kellner, Veuloerstr. 37.= Wolfgang, S. v. Aug. Degener, Kaufm., Weißenburgstr. 46.- Agnes, T. v. Adam Wingen, Stukkaturer, Gr. Griechenmarkt 39.- Jos., S. v. Peter Kürten, Tagel., Peterstr. 6. - Joh., S. v. Bertram Abert, Tagel., Gr. Brinkg. 26=28.- Jos., S. v. Johannes Brandenburg, Tagel., Kämmerg. 31-33.- Maria. T. v. Karl Kerschgens, Eisenb.=Hülfsschaffner, Im Weichserhof 41.=Ernestine, T. v. Friedr. Döring, Polierer, Schartg.-4.= Elise, T. v. Peter Krethen, Verputzer, Poststr. 38.- Maria, T. v. Max Peters, Tagel., Thieboldsgasse 84.- Jakob, S. v. Chaim Schullehrer, Schneider, Meister=Gerhardstraße 6.- Joh., S. v. Joh. Heister, Stellm., Königsplatz 32. * Sterbefälle. Maria Mager, 16., Severinstr. 116.- Juliana Mühlenbeck, 8., Lützowstr. 1I.#Albert Wilhelm, 2., Karthäuserwall 30.- Petronella Brodesser geb. Thieves, 49., Beledastraße.- Joh. Jansen, Musiker, Wwr., 65., Michaelstr. 10.- Kath. 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Rybczak, Dienstknecht, Dionysstr. 5. Christina, T. v. Joh. Palm, Tagel., Merheimerstr. 158.- Ernst, S. o Jak. Gutenberger, Schutzm., Stammheimerstr. 38.— Jos., S. v. Heinr, große Kock, Postbote, Siebachstr. 96.- Peter, S. v. Peter Ippen, Straßenb.=Hülfsarb., Baudriplatz 2.- Gertrud, T. v. Gustav Götzlaff, Oberpostassist., Simon=Meisterstr. 25D.= Wilhelm, S. v. Oskar Degen, Fabrikarb., Escherstr. 145.- Joh., S. v. Jak. Nix, Tagel., Hohlgasse 13. Lieselotte, T. v. Friedr. Kachel, Kaufm., Niehlerstr. 86. Gertrud, T. v. Peter Wolter, Fuhrm., Niehlerstr. 113. Gertrud, T. v. Heinr. Löher, Drucker, Neußerstr. 248.- Rud., S. v. Heinr. Friedlein, Ing., Stammheimerstr. 48. Sterbefälle. Maria Nott, 9., Merheimerstr. 294.- Joseph Simons, 77., Gellertstr. 25. Maria Erkes, 2., Mauenheimer= straße 127.- Theodor Jahn, 7., Niehlerstr. 59.- Auguste Menke, geb. Weinreich, 68., Merheimerstr. 340.„ Gertrud Päffgen, 2., Feidgärtenstr. 109.— Nikolaus Kaiser, 39., Amsterdamerstr. 129. 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Der Direktor des Gaswerkes hat daraufhin folgende Nentabilitätsberechnung aufgestellt. Von 193 Familien haben sich 66 als Gasabnehmer gemeldet gleich 44,5 Prozent. Das Rohrnetz sat eine Gesamtlänge von 3055 Meter und kostet 14 500 Mark. Ferner sind erforderlich für 100 Anschlußleitungen und Gasmesser a 70., 7000., für Unvorhergesehenes 500., zusammen ergeben sich 22000 M. Anlagekosten. Die Einnahmen werden wie folgt berechnet: 100 Kochgasabnehmer mit einem jährlichen Gasverbrauch von 30000 Kubikmeter zum Preise von 12 Pfg. gleich 3600., 100 Leuchtgasflammen, gegen eine monatliche Gebühr von 35 Pfg. gleich.20 pro Jahr, 420 M.(Weitere Leuchtgasabnehmer sind nicht vorgesehen, weil die Gemeinde Mülldorf bereits an die Ueberland=Zentrale Berggeist angeschlossen ist.) Zwei Straßenlaterneu mit zusammen 2900 Brennstunden a 3 Pfg., 87., zusammen. 4107 M. Einnahmen gleich 28,3 Prozent der Anlagekosten. Die Auslagen betragen für Gasverbrauch und Verlust im Rohrnetz 1575 M. jährlich, für Reparaturen, Aufsicht und Bedienung rund 425., zusammen 2000 M. Von dem verbleibenden Bruttogewinn von 2107 M. kommen in Abzug: 4 Prozent des Anlagekapitals gleich 880 M. 3 Prozent für Tilgung der Anleihe gleich 660., sodaß ein Reingewinn von 560 M. verbleibt. Es ist eine Vertragsdauer von 30 Jahren von der Gemeinde Mülldorf bewilligt worden. Eine Garantie für eine Rentabilität will die Gemeinde aber nicht übernehmen. Die Stadtverordneten werden sich in der nächsten Sitzung mit der Vorlage beschäftigen. dem sozialen Leben. w Zur Angestelltenversicherung. Die Mitwirkung der Versicherten und ihrer Arbeitgeber bei der Durchführung des Versicherungsgesetzes für Angestellte bildet das Thema eines Vortrages, den Hr. Dr. H. J. Thissen, Referent bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin, am Dienstag den 17. September d. J. im großen Gürzenichsaale zu Köln halten wird. Angesichts der Wichtigkeit der demnächst bevorstehenden ersten Wahlen ist der Besuch des Vortrages sowohl für Arbeitgeber als auch für Angestellte sehr angebracht, damit sie sich über ihre Obliegenheiten bei der Durchführung des neuen Gesetzes unterrichten. Einkrittskarten, die zum Betreten des Gürzenich erforderlich sind, sind auf den Bureaus der Handelskammern Köln und Mülheim(Rhein) erhältlich. Seite 12. Kölner Local-Anzeiger Nr. 249* Mittwoch, 11. September 1912. Aus Kölns Nachbarschaft. (0) Mülheim(Rhein),.Sept.1912. Am 6. d. M. konnte der Fabrikarbeiter Robert Fahlenbock auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma Felten& Guilleaume zurückblicken. Hr. Oberingenieur Linnhoff überreichte dem Jubilar im Namen der Firma eine silberne Uhr mit Widmung und eine Kette nebst einem Geldgeschenk. □) Mülheim(Rhein),.Sept.1912. Am Sonntag hielt der atholische Arbeiterverein Maria=Himmelfahrt seine Monatsversammlung ab. Der Präses Kaplan Schleiß hielt eine Wochenrundschau. Hr. Neuhalfen erstattete Bericht über den Düsseldorfer Biözesan=Delegiertentag und Hr. cand. theol. Hagel hielt einen Vortrag über das Thema Arbeitersöhne und höheres Studium.— Im Katholischen Arbeitervereine des St. Antonius=Rektorates hielt Hr. stud. phil. Brüll einen interessanten Vortrag über Buddhismus und Christentum. Nach den geschäftlichen Verhandlungen wurde der gut besuchten Versammlung ein Theaterstück lustigen Inhalts geboten.1• (A) Dünnwald,.Sept.1912. Gestern hatte der Ortsausschuß für nationale Jugendpflege im Lokale Höller einen Festabend veranstaltet. Dem Rufe waren die Ortseingesessenen in großer Jahl gefolgt. Leiter der Veranstaltung war Hr. Lehrer Thiel. Liederspenden des Gesangvereins Loreley und des Pfarrcäcilienvereins und turnerische Darbietungen boten viel schöne Abwechselung. Die Jünglingskongregation wartete mit einem Einakter, Desertiert, auf. Hr. Kaplan Bootz schilderte die Bestrebungen der„freien“ Jugend und zeichnete die Richtlinien für die nationale Jugend mit dem Appell an die Eltern, die Jugend von der„freien" Bewegung abzuhalten und sie der nationalen Jugendpflege zuzuführen. Am Schlusse sprach Hr. Pfarrer Pape dem Ortsausschuß sowie den einzelnen Vereinen herzlichen Dank für ihre Mitwirkung aus. Allgemein wurde dem Wunsche Ausdruck verliehen, solche Abende des öfteren zu veranstalten. (A) Rodenkirchen,.Sept.1912. Die Frage der Weiterführung der elektrischen Straßenbahn über Rodenkirchen hinaus stand auf der Tagesordnung der am Sonntagvormittag abgehaltenen General=Versammlung des Haus= und Grundbesitzer=Vereins. Der Vorsitzende, Hr. Dr. Schnitzer, gab einen kurzen Rückblick auf die bisher in dieser Angelegenheit gepflogenen Verhandlungen und Hr. Schantz teilte mit, daß in Weiß eine Versammlung stattgefunden habe; die darin gewählte Kommission sei bei der Kölner Stadtverwaltung vorstellig geworden, um eine Durchführung der Straßenbahn nach Weiß zu erwirken. Jedenfalls habe die Stadt Köln ein großes Interesse daran, die Straßenbahn vorerst bis zum Strandbad weiterzuführen. Es handele sich dann noch um eine Strecke von 2,6 Kilometer. Der Bürgermeister von Rondorf habe geglaubt, einen Zuschuß von 15000 M, durchdrücken zu können; die Gemeinde Weiß sei bereit, den Grund und Boden kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Kölner Stadtverwaltung habe jedoch einen jährlichen Zuschuß von mindestens 50 000 M. verlangt. In der kommenden Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung in Köln werde von der Stadtverwaltung eine Vorlage unterbreitet, die Kleinbahn Köln=Porz nach Zündorf zu verlängern. Die Generalversammlung wies den Vereinsvorstand an, den Gemeindevorstand Rondorf zu bitten, die Fortsetzung der Straßenbahn von Rodenkirchen nach Weiß bei der Stadtgemeinde Köln anzuregen. Landmesser Hobein wies darauf hin, daß in kürzester Zeit der neue Rayonplan veröffentlicht werde. Dann sei der Zeitpunkt gekommen, gegen die Rayonbeschränkungen vorzugehen. Der Vereinsvorsitzende hielt hierauf einen Vortrag über die Wertzuwachssteuer und erläuterte Zweck und Inhalt des Gesetzes. 0O (A) Sürth b. Rodenkirchen, 10.Sept.1912. Durchgreifende Aenderungen in der Geleiselegung der Rheinuferbahn vor den Orten Rodenkirchen und Sürth werden soeben getroffen; es sollen die scharfen Kurven, welche die Bahn dort bildet, für die Folge vermieden werden. Vor Rodenkirchen ist das Geleise bereits verändert; es läuft hinter dem Kirchhofe her. Vor der Station Sürth ist man mit dem Vermessen der in Betracht kommenden Grundstücke beschäftigt Direkt vor dem Bahnhofsgebäude fällt nach der Umänderung die scharfe Kurve fort. CA) Urbach,.Sept.1912. Der Katholische Jünglings= verein beging in der vorigen Woche in schönster Weise das Namenstagsfest seines Präses, des Hrn. Pfarrers Meinertz. Der Präfekt, Hr. Jean Feldenkirchen, sprach in herzlichen Worten die Glückwünsche des Vereins aus und überreichte dem Präses ein künstlerisch ausgestattetes Vereinsabzeichen. Für gute Unterhaltung war bei der Feier in trefflicher Weise gesorgt.(O () Siegburg,.Sept.1912. Das in Sachen Kanalisation und Kläranlage von dem Hygienischen Institut der Königlichen Universität zu Bonn eingeforderte Gutachten ist bei der Stadtverwaltung eingegangen.— Die städtische Sparkasse hat sich derart günstig entwickelt, daß die heutigen Räumlichkeiten in dem Gebäude in der Ringstraße nicht mehr ausreichen. Für die Unterbringung der Sparkasse würde sich das frühere Gebäude der Volksbank sehr gut eignen, dessen Erwerbung bis heute an der Preisforderung der Konkursverwaltung fcheiterte. Das Stadtbauamt is jetzt mit der Anfertigung eines Planes nebst Kostenanschlag fü ein neues Gebäude beschäftigt. HELEN L MEEN N A 4 M Rölner Local-Anzeiger.* Köln. 11. Sept. 191.. Frauenzeitung c Meine kleine Freundin. Skizze von Pauline Redlich. Nach meiner Rückkehr aus der Sommerfrische fand ich auf dem Schreibtisch einen Brief vor, dessen etwas schmutziger Umschlag in einer schiefen kritzligen Zeile meine Adresse trug. Sein Inhalt versetzte mich in die höchste Bestürzung. klingelte hastig dem Mädchen und fragte, wer den Brief abgegeben habe. „Eine arme Frau war es,“ sagte sie und setzte wie entschuldigend hinzu:„Ich dachte es wäre ein Bettelbrief.“ „Wann war das?“ „Bald nach Ihrer Abreise, gnadige Frau.“ „Sagten Sie, daß ich verreist sei?“ „Jawohl, gnädige Frau.“ „Nun? Und——?“ „Sie sagte, ich möchte den Brief sogleich nachschicken. Aber es war doch keine Marke drauf— und überhaupt, ich dachte, es würde doch wohl nicht so eilig mit der Bettelei sein. Man kennt das ja.“ „Besorgen Sie mir sofort eine Droschke, Elise.“ Es war eine endlose Fahrt durch Gassen und Gäßchen bis in jene Gegend, wo windschiefe Häuschen mit Bretterzäunen abwechselten und kümmerlichen Kohlgärten mit widrigen Plätzen, wo Plakate besagten, daß„hier Schutt abgeladen“ werden konnte. hatte Zeit genug während der Fahrt, mir all das ins Gedächtnis zurückzurufen, was vor einigen Wochen mein Interesse hin und wieder in Anspruch zu nehmen pflegte. Leider nur hin und wieder. Ich suchte damals im städtischen Park gern eine abgelegene Bank auf, die dicht an dem sehr schönen großen See stand. Nichts Behaglicheres konnte ich mir denken, als mit meinem Buche unter den herrlichen Linden zu sitzen, ganz eingehüllt in Sommerwärme und märchenstille Einsamkeit. Nur leise drang zuweilen Kinderlachen oder Singen in mein Versteck vom ziemlich entfernten Spielplatz. Es war damit wie mit dem Summen eines Bienenschwarmes, das die Stille nicht störend zerreißt, sondern das Behagen nur erhöht. Eines Tages aber wurde ich aus meinen Träumen durch ein paar Kinder aufgeschreckt, die von der nächsten Bank Besitz ergreifen wollten. Unwillig über die Störung, wollte ich sie fortschicken, aber ich sagte mir, daß ich kein Recht dazu hätte. Und dann war da etwas, was mein Interesse erregte. Das kleine Mädchen war es, ein merkwürdig liebes Kind von etwa acht Jahren, mit einem Ausdruck in den feinen Zügen, der bei einem so jungen Kinde seltsam anmutete. Eine Mischung war es von einer fast mütterlichen sorgenvollen Zärtlichkeit und rührender Kindlichkeit. Sie zog einen plumpen kleinen Bretterwagen an die Bank und sagte mit ihrem feinen Stimmchen schmeichelnd:„So, mein Adolschen, nu kannste dich immer die kleinen Bienchens besehen, was die für feine Musik machen. Kriegst auch Honig ab. Aber der schmeckt sein! Das weißt du man noch gar nicht, wie sein daß der schmeckt.“ Ich sah nun, wie ihre dünnen Arme mit großer Anstrengung ein Kind aus dem Wagen hoben, das mir zunächst größer zu sein schien, als das zierliche Mädchen. Aber es war nur der unförmig große Kopf mit den greisenhaften welken Zügen, der die Täuschung verursachte; der ausgemergelte Körper, das sah ich nun wohl, war der eines etwa zweijährigen Kindes, das aus vorquellenden großen Augen blöde um sich stierte. Sie legte ein blaugewürfeltes Bettstück auf die Erde und setzte den Kleinen darauf. Steine, Hölzchen und Blumen legte sie vor ihn hin und zog dann eine grobe Strickerei hervor, mit der sie sich emsig beschäftigte. Ich hatte mich inzwischen der kleinen Gruppe genähert und begann die Unterhaltung auf die übliche Weise: „Wie heißt du, Kleine?“ Sie stand auf, machte einen tiefen Knicks und setzte sich dann sogleich wieder, um weiterzustricken. „Martha Weißbach,“ sagte sie. Ich setzte mich neben sie. „Warum bist du denn nicht auf dem Spielplatz, kleine Martha?“ Sie lächelte mich lieblich an „Ach nee, da ärgern sie immer mein Adolfchen. Und ich muß doch die Frau Knofiussen ihre Strümpfe stricken. Alle Tage zehn Pfennige verdien ich.“ Sie legte die Stricknadel an den Mund und machte ein überlegendes Gesicht wie eine sorgenvolle Hausmutter. „Dafur kriegt man schon ein Ei für unser Adolfchen. Er soll gut essen, hat der Doktor gesagt, wissen Sie.“ „Hast du keinen Vater mehr?“ „Der ist doch fortgemacht,“ sagte sie pfiffig und fügte mit einem Seufzer hinzu:„Wir waren man froh.“ „Möchtest du denn nicht, daß er wiederkommt?" „Ach nee. Wo der immer alles zertöppert hat. Ach nee.“ Mit einem altklugen Ausdruck in den lieblichen Zügen blickte sie kopfschüttelnd gen Himmel. „Das war einer! Nee, das war einer!" „Und nun bist du allein mit deiner Mutter und Adolfchen?" Sie nickte zufrieden. „Wir vertragen uns. Scheen is es nu. Man bloß unser Adolfchen, um den is uns bange.“ Nachdenklich ließ sie das Strickzeug ruhen und nickte zärtlich und kummervoll dem Jungen zu. „Nicht wahr, mein Adolschen? Immerlos essen willst du und wirst doch nicht fett.“ Der Kleine, der bisher regungslos auf seinem Kissen gesessen und uns ernsthaft angestarrt hatte, hub plötzlich ein ohrzerreißendes Geschrei an. Marthas Gesichtchen wurde strahlend glücklich. Zum erstenmal lachte sie laut und lustig, wobei ihr schmächtiger Körper sich hin= und herbog. „Nee, wo klug daß er is! Nu weiß er, daß ich von's Essen rede. Was is das man ein kluger Junge!" Sie stopfte ihm einen Zwieback in die Hand und sagte erklärend:„Er muß immer was gutes haben, hat der Doktor gesagt.“ „Geht deine Mutter auf Arbeit?“ Ein Schatten flog über ihr Gesicht. „Na ja. Aber es is nich mehr viel los mit sie. Sie kann nu bloß noch for Aufwartung gehen. Na Jott, Geld gibt's nich viel, aber sie kriegt denn manchmal Essen mit nachhause. Bei die Knofiussen, da is es immer fein, nicht wahr, Adolfchen? Einmal hatten wir Specksalat mit Eierkuchen. Es hat beinahe für uns alle drei gelangt.“ Sorgfältig legte sie ihr grobes Strickzeug zusammen.„Aber wenn erst Ferien sind, dann mach' ich bei Bäcker Richters for Kindermädchen so lange. Dreißig Pfennige alle Tage krieg' ich,“ sagte sie stolz. Dann packte sie das Adolfchen in den Wagen, machte wieder ihren Knicks und zog mit Anstrengung das plumpe Gefährt weiter. Ich sah die Kinder nun öfter, denn ich führte absichtlich zuweilen ein Plauderstündchen mit meiner kleinen Freundin herbei Wenn ich dann meiner Handtasche Tüten voll Obst und Gebäck entnahm, so kannten ihre Seligkeit und ihre wahrhaft feurige Dankbarkeit keine Grenzen. Immer wieder nach einem solchen Begegnen nahm ich mirvor, die Mutter der Kinder aufzusuchen. Und immer kam etwas dazwischen, was ich für wichtig hielt. Damals. Dann kam der Tag, an dem meine kleine Freundin von mir Abschied nahm. Sie kam erst spät und sagte, sie müsse gleich wieder fort, denn sie sollte ihrer Mutter helfen. Blaß und niedergeschlagen sah sie aus. „Wir ziehen nun um,“ sagte sie.„Wir machen ganz weit fort, nach die Feldstraße lang raus. Ich kann nu hier nich mehr kommen.“ Und plötzlich brach sie in fassungsloses Schluchzen aus. Ich streichelte sie und tröstete sie. Ich gab ihr meine Adresse, und ich sagte, ich würde sie besuchen. Ja, ich sagte, ich würde sie besuchen. Noch sehe ich das Aufleuchten ihrer schönen braunen Augen bei diesen Worten. Wann je könnte ich es vergessen, dieses liebliche Gesicht und diesen leuchtenden Blick der Hoffnung! Natürlich führte ich niemals meine Absicht aus; es kam immer soviel dazwischen. Schließlich noch die übliche Sommerreise. Ich hatte die Kinder fast vergessen, bis ich dann auf meinem Schreibtisch jenen Brief fand. Noch einmal überlas ich ihn, während mein Fuhrwerk mit unerträglicher. Langsamkeit über das schlechte Pflaster rackerte—:„Ich wollte die gnädige Frau bitten, denn nu weiß ich nichts mehr und weil doch Martha sagt, Sie wollten ihr besuchen, und sie sagt. Sie sind immer so gut. Und ich schäme mich so denn weil ich noch nie gebettelt habe, aber weil das auch nich geht, 60 Fennige alle Tage und davon die Miete, sie will mich nu auf die Straße setzen, wie soll ich das erleben. Ich habe so Angst, weil man nicht weiß, was noch kommt; aber ich weiß nu nichts mehr und keiner weiß, was für mich nu muß alles aus sein, wo kann ich denn die Kindern verhungern sehen. Und bitte die gnädige Frau zu entschuldigen, daß ich so unbescheiden bin. Mit Achtung Ihre getreue Frau Wittwe Minna Weißbach, früher Plätterin. Nachschrift Ich weiß nu bloß noch Ihnen.—“ Ich konnte meinen Blick nicht losreißen von der letzten Zeile. Und ob ich auch wie durch einen Nebelschleier sah, dennoch war es mir nur allzu deutlich, dieses rührend hilflose:„Ich weiß nu bloß noch Ihnen". Mit einem plötzlichen Ruck hielt mein Gefährt vor einem sehr schmalen hohen Kasten von mißfarbenem Hause, dessen Tür weit offenstand.„Feldstraße sieben,“ sagte der Kutscher. Langsam, sehr langsam stieg ich die paar Stufen hinan, die auf den muffigen Flur führten. Aus der offenen Tür einer kleinen Stube kamen heiße Dämpfe und der Geruch von scharfer Seifenlauge. Ein schlumpiges, junges Mädchen kam heraus. „Wohnt hier eine Frau Weißbach?“ fragte ich. Und noch niemals hatte ich mit einer ähnlichen zitternden Angst auf eine Antwort gewartet.“ „Mutter, hier fragt eine nach die Weißbachen,“ rief das Mädchen. Eine wenig angenehm aussehende Frau steckte den Kopf heraus und musterte mich erstaunt und neugierig. „Die Weißbachen?“ Na, die hat sich doch fortgemacht. Schön reingefallen war ich mit die. Kommt hier angereist und zicht in meine scheene Wohnung— und wie's zu klappen kommt, hat sie noch nich mal die Miete von die vorigte bezahlt. So was muß einem passieren!" „Und nun— ist sie fort?“ „Nun ja. Jas uffgedreht. So was nu zu machen! Das war ooch nich richtig.“ „Sie wollen doch nicht sagen, daß sie—“ „Nu freilich. Tot mitsamt die Kinder. Um das kleine Mädchen war's schade.“ Ich mußte mich gegen die Wand lehnen. Es wurde mir schwarz vor den Augen.— War ich nicht mitschuldig an dem entsetzlichen Schicksal dieser Armen? Es hat Gott dem Allmächtigen in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, das wohlachtbare Fräulein nach kurzem Krankenlager, versehen mit den Heilsmitteln der römisch=katholischen Kirche, im Alter von 32 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliedenen: Dagobert Walter Brigitta Walter, geb. Blessing Carl Walter Luise Walter, geb. Schmitz. Köln, den 10. September 1912. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 13. September 1912, nachmittags 4½ Uhr, vom Sterbehause Lindenstraße 88 aus. Die feierlichen Exequien werden gehalten am gleichen Tage, vormittags 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Michael. 57 Plombieren, Nervtöten, Zahnziehen, Zahnreinig. Zahn-Atelier Erich Merseburger 24 Hohepforte 24 Eingang Stephanstrasse. Das Sechswochenamt für Frau Elisabeth Schell findet am Donnerstag, den 12. September, morgens 8½ Uhr, in der Herz=Jesu=Kirche statt, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird. h LOtücksin, Friesenstrasse 34. Inh. Medard Kuckelkorn Fernsprecher A und B 2535. Kölner Lecal-Anzeiger Nr 249*p; Mittwoch. 11. September 1912. Seite 13. tbauamt is nschlag fü — Neues aus Köln Zum 50jährigen Bestehen der Firma Franz Clouth. 0) Köln, 11.Sept.1912. Die Feierlichkeiten der Firma Clouth aus Anlaß des 50jährigen ##stehens haben gestern begonnen An dem mit Blumen geschmückIn Grabe des Hrn. Franz Clouth auf dem alten Friedhof zu #elaten fand am Dienstagabend 6 Uhr eine Gedächtnisfeier #tt, an der die ganze Familie Clouth, sämtliche kaufmännischen lid technischen Beamten, ein sehr großer Teil der Arbeiter, sowie ele Freunde des Verstorbenen teilnahmen. Eingeleitet wurde die #ier durch einen Chorgesang des Quartettvereins Nippes(Beati ortui von Mendelssohn=Bartholdy), dem viele Arbeiter der Fabrik s Mitglieder angehören. Darauf sprach der Prokurist Diederich küller ergreifende Worte der Erinnerung an den vor zwei Jahren Verstorbenen. Beamte und Arbeiter legten dann kostbare LorbeerInd Blumenkränze nieder. Ein Vortrag des Quartettvereins(Ueber Im Sternen von Flemming) schloß die würdige Feier. Heute, Mittwochmittag, begann eine Feier im Jivilkasino, In der die Vertreter der Behörden, der kaufmännischen und techischen Welt, die Familie Clouth, Deputationen der Arbeiter und Beamten der Firma usw. erschienen waren. Zunächst begrüßte der Chef der Firma, Hr. Max Clouth, nanens der Firma die Festgäste, gedachte der Verdienste seines verstorbenen Vaters um die Entwickelung der Firma und schloß mit inem Hoch auf den Kaiser. Hr. Prokurist Fritz Zilcken gab inen Rückblick auf die geschichtliche Entwickelung und die Bedeuung der Firma mit besonderer Würdigung ihres Gründers Franz Clouth. Die Glückwünsche der Staatsregierung überbrachte Oberlegierungsrat Fink. namens der Stadt Köln sprach Erster Bei#eordneter Adenauer der Firma die herzlichsten Glückwünsche aus. Die Grüße und Wünsche der Handelskammer überbrachte Komnerzienrat Louis Hagen, namens des Vereins der Industriellen Des Regierungsbezirks Köln sprach Geheimrat Jul. Vorster. Es sprachen ferner Glückwünsche aus Landrat a. D. Rötger (Berlin), Vorsitzender des Zentralverbandes deutscher Industrieller, Dr. Ina. Claasen, Vorsitzender des Bezirksvereins Köln des Vereins deutscher Ingenieure, Dr. Sieg als Vorsitzender des Elektrotechnischen Vereins, ferner sprach Abg. Dr. Beumer, Generalsekretär des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen von Rheinland und Westfalen. Hr. Mar Clouth machte Mitteilung von den Stiftungen. Als Vertreterin der Familie Clouth und im Andenken an ihren verstorbenen Gatten erhöhte Frau Franz Clouth die bereits im Monat Februar 1911 erfolgte Stiftung für Beamte um die Summe von 50000., ferner die ebenfalls im Februar 1911 erfolgte Stiftung für Arbeiter um die gleiche Summe. Außer den allgemeinen Geschenken von seiten der Firma(für die Beamten ein Monatsgehalt, für die Arbeiter ein Wochenlohn), erhielten die Herren der kaufmännischen und technischen Oberleitung von seiten der Frau Franz Clouth je ein kostbares Erinnerungsgeschenk. Von seiten der kaufmännischen und technischen Beamten wurde eine kostbare Kassette für Frau Franz Clouth und eine Plakette für Herrn Max Clouth(beides Arbeiten von Gabriel Hermeling) überreicht. Die Arbeiter schenkten eine künstlerisch ausgeführte Erinnerungsplakette(aus der Werkstätte von August Wüsten). X Der Firma wurde vom Handelsministerium die silberne Staatsmedaille für gewerbliche Leistungen verliehen. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, einer dem Werk benachbarten Straße den Namen Franz Clouthstraße zu geben. () Ertrunken ist, wie bereits mitgeteilt, am Mittwoch der vorigen Woche im Rhein der Arbeiter Jakob Dörle, der von einem Dampfer der Preußisch=Rheinischen Dampfschiffahrtsgesellschaft abgestürzt war. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht gelandet werden. Der junge Mann war 23 Jahre alt, hatte hellblondes Haar und war auf dem linken Arm tätowiert I. D. Er trug eine Goldplombe und eine Porzellanplombe in den Zähnen. Er ist 1,78 M. groß und war bekleidet mit einer blauen Tuchhose, Riemen um den Leib, lange Wasserstiefel und Normalhemd, gez. I. D. (A) Anglücksfälle. Gestern abend stürzte in einem Hause an der Sternengasse ein junger Mann von der Treppe ab; er erlitt einen Schädelbruch.— In der Lungengasse spielte ein junger Mann mit einem geladenen Revolver. Dieser entlud sich; die Kugel drang dem Unvorsichtigen in den Arm, der schwerverletzt wurde.— Auf dem Großen Griechenmarkt fiel ein Arbeiter die Treppe hinunter und trug schwere Kopfverletzungen davon. Sämtliche Verletzten wurden ins Bürgerhospital eingeliefert.— Gestern fiel in einem Hause an Unter Sachsenhausen ein Hausmeister beim Fensterputzen rücklings von der Fensterbank und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der Verletzte wurde dem Vinzenzhospital überbracht. 42 () Diebe drangen in ein Friseurgeschäft an der Schaafenstraße und entwendeten eine Anzahl Haarzöpfe, Toiletteartikeln und Parfümerien.— In einem Hause an der Kammachergasse wurden einem Herrn Kleider und Schmucksachen gestohlen.— Auf dem Holzmarkt lernte gestern abend ein schon bejahrter Mann aus Düren mehrere Männer kennen, mit denen er dann in der Nähe gelegene Wirtschaften besuchte. Später, als man des Zechens müde war und die Männer sich entfernt hatten, bemerkte der Mann, daß man ihm das Portemonnaie mit etwa 70 Mark Inhalt, sowie seine Uhr nebst Kette gestohlen hatte.— Gestern abend wurde vor einem Geschäft an der Schildergasse einer Dame das Portemonnaie mit etwa 30 Mk. Inhalt aus der Tasche entwendet. 42 von Nah und Fern. * Ein sechzehnjähriger Mörder.(Drahtber.) Hannover, 10.Sept.1912. Die Strafkammer hat den sechzehnjährigen polnischen Arbeiter Philapski zu acht Jahren sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte im November v. J. in der Groß=Munzel einen siebzehnjährigen polnischen Arbeiter durch 20 Messerstiche getötet, um sich in den Besitz seines ersparten Geldes und seiner Kleidungsstücke zu setzen. Gesellschafts= und Vereinsleben. (A) Kath. kaufm. Verein Köln, e. V. Ein überaus interessantes und zeitgemäßes Thema wird am nächsten Donnerstag, den 12. Sept. Hr. Reichstagsabgeordneter Fabrikbesitzer Krings(Neuwied) im kath. kaufm. Verein Köln behandeln; dasselbe lautet: Der Katholik im Erwerbsleben und sein Streben nach Reichtum. Zu diesem Vortrag sind die Mitglieder mit ihren Damen und Familienangehörigen wie Freunde und Bekannte und insbesondere auch alle kath. Kaufleute und Handelsangestellten freundlichst eingeladen.(Vergl. Anzeige.) imer kam i von mir üsse gleich ganz weit hier nich aus. e Adresse, würde sie en Augen esicht und im immer imerreise. f meinem werk mit Pflaster nu weiß ollten ihr ich schäme das auch , sie will den. Ich ; a b e r i c h nu muß ern sehen. so unbeWeißbach, inen.— ten Zeile. noch war weiß nem sehr ssen Tür ser. inan, die Dämpfe itternden rief das of heraus st. Schön ind zicht mmt, So was n! Das ne Mädirde mir al dieser Zwangsversteigerungen. Am 8. November 1912, vormittags 9 Uhr 50 Minuten, sollen in Cöln im Justizgebäude, am Reichensvergerplatz, Zimmer Nr. 77, die nachbezeichneten, in Cöln Nippes belegenen Grundstücke, Flur 86 1. Parzelle Nr. 1697/107, Riehlerthal, Acker, groß 4,81 Ar, Reinertrag 0,68 Taler, 2. Parzelle Nr. 1698/107, daselbst, Acker, groß 4,91 Ar, Reinertrag 0,69 Taler; Eigentümer: Carl Garbe junior, Architekt in Cöln, zwangsweise versteigert werden. Königliches Amtsgericht Cöln. Abt. 39. Am 14. November 1912, vormittags 9¾ Uhr, soll in Cöln. im Justizgebäude, am Reichenspergerplatz, Zimmer Nr. 77, das in Cöln=Ehrenfeld, Nussbaumerstrasse Nr. 325, belegene Hausgrundstück: Wohnhaus mit Hofraum, groß 2,44 Ar, Nutzungswert 1950 Mark; Eigentümer: Franz Lier, Architekt und Bauuaternehmer zu Cöln=Ehrenfeld, zwangsweise versteigert werden. Königliches Amtsgericht Cöln. Abt. 39. Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, 12. Sept. 1912, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokal Marsil= stein 28. in Cöln, versteigert werden: 6“ 1. 1 Vertiko, 1 Sofa, 1 Spiegel, 1 Bücherschrank, 1 Zeichentisch, 1 blaue porzellan. Waschtoilette, 1 Kronleuchter, 4 Bilder, 1 Arzneischränkchen, 1 Regulatenruhr, 2 Stühle, 1 Portiere, 1 Vertiko, 1 Nachtskonsölchen, 1 Teppich, 1 Bauerntisch, 1 Schreibtisch, 1 Chaiselongue mit Decke, 1 Anrichte, 1 Portiere mit Ressingstange; 2. 8 Risten mit patentiertem Teerpulver, 5 Bund Türbekleidungen, 1 Sackkarre. 2. Verkauf bestimmt. Aretz, Gerichtsvollzieher in Cöln. Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, 12. Sept. 1912, nachmittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokale Rolandstraße 105 in Cöln versteigert werden: 1 Klavier, 3 Tische, 1 Diwan in rotem Plüsch, Nähmaschinen, 1 Geldschrank. Albrecht. Gerichtsvollzieher in Cöln Zwangs-Versteigerung Bekanntmachung. Am Donnerstag, 12. Sept. 1912, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Marsilstein 28 zu Cöln versteigert werden: A. Rußbaumschreibtisch; B. Diwan und 2 Sessel, Vertiko, Waschkommode, Spiegel, Schrank; C. 4 elektrische Lampen, diverse gebrauchte Mobilien: D. 10 Fässer Farbe; E Diwan, Prunkschränkchen; F. 3 St. Damenkleiderstoffe, Ueberzieher, Partie Futter: G. Kommode usw. Tervooren, Gerichtsvollzieher in Cöln.*5 Rechtshülfe von Broich (langjähr. Sekr. im Justizfach) Klapperhof 50. Part. (am Hohenzollernring). Tel. A 5061. NB. Nicht zu verwechseln mit unfachmännischen Büros. 3 Trauerhüte .50 9,75 11.50 15.— r* Bernhard Rüther, Breitestrasse 25-27. Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, den 12. September 1312vormittag 11½ Uhr, sollen im Pfandloko 28. 15 al versteigert Marsilstein werden: I. 1 Warenschrank, Auß baum, 1 Tadentheke mit Glaskasten, 2 Tische mit Marmorplatte, 2 kleine Spiegel, 1 Trockenapparat, kompl., 2 Friseursessel, I. 1 Ladeneinrichtung für Weinhändler, II. 1 Partie bessere No biliargegenstände. Verkauf bestimmt. Schulze, Gerichtsvollzieher in Cöln. Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, d 12. Sept. 1912, vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokale Marsil= stein 23 in Cöln versteigert werden: 1 Herrenfahrrad, 1 Schäferhund, div. Kleidungsstücke und 1 Damenhut mit echten Federn, 1 große Anzahl bessere Möbel in Eichen und Nußzbaum. Nolte, Gerichtsvollzieher in Cöln.p“ Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, den 12. September 1912, nach mittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokal Rolandstr. 105, in Cöln, versteigert werden: 1 Nähmaschine, 1 Büfett, 2 Sofas, 1 Kredenzschrank, 1 Waschkommode, 1 Tru meauspiegel, 1 Spiegel mit Konsole, 100 Pakete a 50 Stück bess. Zigaretten „Casino“. Verkauf der Zigaretten findet statt. Henke Gerichtsvollzieher in Cöln.r Zwangs-Versteigerung Am Donnertag, den 12. September 1912, nachmittags 4 Uhr. sollen im Pfandlokale Rolandstraße 105 in Cöln versteigert werden: 2 Tische, 6 Rohrstühle, Teppich, 1 Sofa, 1 Büfett 52 Sack Briketts, 2 Tafelwagen, 1 Kartoffelkiste 1 Ladentheke, 1 Segeltuch 1 Kleiderschrank, 1 Stehlampe, 2 Bilder usw. Meyer, Gerichtsvollzieher in Cöln, 1“ Es sind ernannt: a. als Ortsbezirksvorsteher: für den Bezirk 31a: Herr Peter Blameuser, Fuhrunternehm., Deutzer Straße 24 b. als OrtsbezirksvorsteherStellvertreter: für den Bezirk 10d: Herr Rich. Weber, Kaufmann, Benesisstraße 29; für den Bezirk 21b: Herr Emil Fröhlich, Fabrikant, Rochusstraße 34; für den Bezirk 31a: Herr Gottfried Dölger, Kohlenhändler, Rolshoverstraße 68. Cöln. den 5. Sept. 1912. Der Oberbürgermeister. J..: Albermann. er Verdingung. Für den Neubau des Realgymnasiums in Cöln=Lindenthal sind: a. die Schreinerarbeiten(Türen) b. die inneren Stuckarbeiten zu vergeben. Nähere Auskunft wird während der Geschäftsstunden auf dem Baubureau Cöln=Linden= thal, Immermannstraße 59, er teilt. Die Verdingungsunterlagen können gegen Entrichtung von .50 M. zu a. und.50 M zu b. von der Registratur des Hoch bauamtes, Zimmer 29, bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, 14. Sept. 1912 vormittags 11 Uhr an das Hochbauamt, Krebsgasse 9, Zimmer 10, einzureichen Cöln, 2. September 1912. Hochbauamt: dB J..: Verbeek. Der Fernsprech-Automat im Freisaal der Kölnischen Volkszeitung und des Kölner Loeal-Anzeigers Marzellenstraße 37 kann von jedermann gegen 1 I Einwurf von 10 Pfg. zu Gesprächen im Stadtgebiet Köln benutzt werden. Verzeichnis der Fernsprechanschlüsse liegt auf. lie zum Umbau des Postscheckamts zu Cöln erforderlichen Bauarbeiten und zwar 1. Schreinerarbeiten (veranschlagt zu 11 000.), 2. Installationsarbeiten für Gas= und Wasseranlage(veranschlagt zu 8000.4) sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Frist für die Vertragserfüllung je 18 Monate nach Erteilung des Zuschlags. Zeichnungen, Massenberech= nung, Anbietungs=- und Ausführungsbedingungen sowie Preisverzeichnisse liegen im Posthausbaubure aufürden Umbau des Postscheckamts zu Cöln, An den Dominikanern Nr. 14. Zimmer Nr. 100 im 3. Geschoß zur Einsicht aus und können daselbst vom 10. September ab zum Preise von 3,70.4 für die Schreinerarbeiten und 50) für die Installationsarbeiten bezogen werden. Die Angebote sind unterschrieben und verschlossen mit der Aufschrift: Angebot auf Schreinerarbeiten oder auf Installationsarbeiten an das obengenannte Posthausbaubureau frankiert einzusenden. Sie werden dort in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter geöffnet uno zwar: 1. Die Angebote auf Schreinerarbeiten den 23. September 1912 vormittags 11 Uhr, 2. die Angebote auf Installationsarbeiten den 24. September 1912. vormittags 11 Uhr. Zuschlagsfrist 14 Tage vom Tage der Eröffnung der Angebote ab gerechnet. Falls keins der Angebote für annehmbar befunden wird, bleibt die Ablehnung sämtlicher Angebote vorbehalten. Cöln, den 6. Sept. 1912. Kaiserliche a Ober-Postdtrektion. Koksasche kann jederzeit aus dem Gaswerk Ehrenfeld zum Preise von M0.50 für die Karre entnommen werden. Cöln. den 31. August 1912. Direktion der Gas=, Elektrizitäts= und Wasserwerke der Stadt Cöln.“o Rechtsbüro Wagnelstraße 32. 42 jährige Praxis. Zwangs-Versteigerung Am Donnerstag, 12. Sept 1912, vormittags 10 Uhr sollen im Pfandlokale Marsil stein 28 in Cöln versteiger werden: 1 Büfett(Eichen), 1 Sofa mit Umban und 1 Schrank mit Spiegeltüren. Fuchs, Gerichtsvollzieher in Cöln."h Heinr. Rechtmann Cölt, Lithographie: Buch- u. Steindruckerei Buchbinderei: Papier- u. Couvertlager. Drucksachen aller Art für Handel, Gewerbe u. Privatgebrauch Geschmackvolle Ausführung: Schnellste Lieferung Telefon A 858. Mässige Preise. St. Apernstr. 67. ** 41 Seite 14. Kölner Local-Anzeiger II. 249 2, Mittwoch, II. Schiember 1912. ide Schulals: Norfolk-Anzüge in modern. englischen Dessins A75 a 75 mit Breeches, Manschetten und glatten Hosen............„ 2reih. Jacken-Anzüge mit und ohne m278#7 Ueberkragen, in blau und farbig 4 9 Zreih. Jacken-Anzüge bochgeschlossen, mn75 875 mit weissem Ueberkragen und hübscher Krawatte„ 4 9 Blusen-Anzüge hoehgeschlossen und offen... 4“ 6 Manchester-Anzüge ro. uJackenr 6·5 85 Schul-Capes marengo und blau.. 3 5 Einzelne Hosen aus kräftigen Stoffen, teils aus Resten, blau—— und farbig von 50; 9S 13 17 22 13 17 19 25. 13 17 19 254 13 17 22 25 Ulster Jos. Michels Köln, Ehrenstrasse 2 Fernsprecher A 1986. Schul-Mützen iae Modernes Spezial-Geschäft für elegante und preiswerte Herren- und Knaben-Garderobe fertig und nach Mass. 0 Schul-Mützen Was der Donnerstag bringt: Theater. Opernhaus: Tiefland, 7½, Schausplelhaus: Monna Vanna, 8, Deutsches Theater: Das Märchen vom Heiligenwald 8, Metropol-Theater: So’n Windhund, 8. Colosseum(Millowitsch-Theater): Ein Abenteuer in der Türkei, 8¼ Uhr. Konzerte. Zoologischer Garten: 3½, Flora: 3½, vorm.—12 freier Eintritt, Volksgarten: 4 u. 8, Fränkischer Hof: 8. Restaurant Rheinterrasse: 3½ Uhr, Vergnügungspalast„Gross-Köln“, Amerikanischer Vergnügungs-Park, Wiener Café. City-Café, Café Runge. Aus Kölns Nachbarschaft. C) Mülheim(Rhein),.Sept.1912. In der Stadthalle beging am Samstagabend die Turngemeinde ihr 33. Stiftungsfest. Hr. Stadtverordneter Gödde, der Vorsitzende der Gemeinde, leitete die Veranstaltung. Die Schüler= und die Damenabteilung boten flotte turnerische Vorführungen; großes Interesse erregte ferner das Stockschwingen. Die Pausen zwischen den turnerischen Leistungen wurden mit humoristischen Vorträgen ausgefüllt. Für Sonntag waren Turnübungen auf dem Festplatz in Höhenhaus vorgesehen; sie mußten wegen des schlechten Wetters ausfallen. se () Schlebusch,.Sept.1912. Zur Feier der goldenen Hochzeit des Seniors der Firma H. J. Kuhlmann=Söhne veranstalteten die Arbeiter am verflossenen Donnerstag einen Fackelzug; Obermeister Ferger hielt eine Ansprache. Dann wurde ein großes Feuerwerk abgebrannt. Hr. Kuhlmann dankte bewegt. Die Arbeiter zogen unter klingendem Spiel zum Kamphausenschen Lokal, wo des Jubelpaares entsprechend gedacht wurde.— Der Kursus der Kreiswanderhaushaltungsschule für den unteren Kreis Solingen in Lützenkirchen fand am verflossenen Donnerstagabend durch eine in allen Teilen wohlgelungene Feier einen würdigen Abschluß Die Feier wurde im Saal von Wwe. Ohlig abgehalten und verlief in schönster Weise.— Die diesjährige Schlebuscher Kirmes findet am Sonntag, den 15., Montag, den 16., und Dienstag, den 17. d. M. statt. M. (A) Pingsdorf-Badorf,.Sept.1912. Zum Zwecke der Stellungnahme zu den bevorstehenden Gemeinderatswahlen hatte das hiesige Zentrumskomitee am Sonntagnachmittag zwei Versammlungen anberaumt, die sehr gut besucht waren. Die erste Versammlung fand in Badorf im Saale des Hrn. Vosen statt und wurde geleitet von dem Hrn. Gemeindevorsteher Decker, die zweite Versammlung wurde abends 8 Uhr in Pingsdorf im Saale des Hru. Peters abgehalten. Hier leitete Hr. Gemeindevorsteher Früh die Verhandlungen. In beiden Versammlungen referierten die Herren Waffenschmidt und Dasbach über die Tätigkeit des Gemeinderats. Die vorgeschlagenen Kandidaten fanden in beiden Versammlungen einstimmig Zustimmung. Es sind dies für die dritte Wählerklasse die Herren Joseph Segschneider(Eckdorf), Johann Bollenbeck(Badorf), Bertram Körtgen(Pingsdorf); für die zweite Wählerklasse die Herren Martin Dasbach, F. W. Waffenschmidt und Heinrich Krings; für die erste Wählerklasse die Herren Johann Jos. Bock, Johann Pingsdorf und Jos. Leyendecker. Bis zum Wahltage, am 19. Sept. muß nun für diese Kandidaten agitiert werden. Kein Zentrumsmann darf zurückbleiben, sondern Miinn für Mann müssen die Anhänger der Zentrumspartei zur Wahlurne schreiten. b Esser; er hätte am 7. Geburtstag feiern dezember d. J. seinen können.— Dem Wege Straßfeld von hier ist anläßlich seines Uebertritts kentner Heinrich undertjährigen Legewärter Wilhelm aure#### Füt ist unlaßlich seines Uebertritts in den Ruhestand das Allgemeine Ehreuzeichen verliehen worden.### CA) Groß-Königsdorf, 10.Sept.1912. Die seitens des KreisZiegenzucht=Verbandes des Landkreises Köln für Sonntag, den 8. September, in Groß=Königsdorf geplante Zucht=Ziegen= Ausstellung mit Verkaufsmarkt konnte des schlechten Wetters wegen stattfinden. Die Vorbereitungen waren mustergültig und mit vielen Opfern getroffen worden; jedoch konnten die in unerwartet großer Anzahl aufgetriebenen Tiere— weit über 200 Stück— wegen des unausgesetzten Regens nicht zur Aufstellung gelangen. für die Ausstellung wird demnächst bekannt geDer neue Termin für die Ausstellung geben. G Siegburg, 10.Sept.1912. Die Liste der wahlberechtigten Bürger der Stadt Siegburg für die Stadtverordnetenwahlen 1912 ist in Druck erschienen und kann im Rathause, Zimmer 5, kostenlos in Empfang genommen werden. Die Liste enthält 133 Wähler der ersten Klasse, 643 der zweiten und 2326 Wähler der dritten Klasse.— Kommunalpolitisches. garantiert la. Qualität □ Kerpen, 10.Sept.1912. In der Sitzung des Gemeinderates am 3. September 1912, welche unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Gieben stattfand, wurden in die Einquartierungskommission die Herren Röttgen, Langens und Ooms, als Oberbrandmeister wurde Hr. Ferdinand Winkel und als Stellvertreter Hr. Schneidermeister Horst gewählt. Die Anträge auf Erlaß von Lustbarkeitssteuern wurden abgelehnt. Für die Revision der Lustbarkeitssteuerordnung setzte man eine besondere Kommission ein. Der Haushaltungsplan wurde mit der Maßgabe genehmigt, die Regierung zu bitten, von der Auflage, Schanzen anzufertigen, Abstand zu nehmen. Der Kulturplan wird genehmigt; die Regierung soll gebeten werden, von der Einfriedigung der Fichtenkultur, wie dieses durch Position 5 des Kulturblanes horgeseban Grösste Auswahl in allen Preislagen dieses durch Position 5 des Kulturplanes vorgesehen ist, abzusehen Falls die Vicomtesse de Maistresche Verwaltung die für Ausbau des Broichbuschweges zugesagten 800 M. zahlt, erklärt sich die Gemeinde bereit, den Weg auszubauen. Das Gehalt des Nachtwächters B. wurde von 600 M. auf 800 M. erhöht. Die in der Niederschlagungs=Nachweisung aufgeführten unbeibringlichen Gemeindesteuern wurden niedergeschlagen. Die Feldbahn soll verkauft werden, wenn ein Kaufpreis von 3000 M. gezahlt wird. Zur Schaffung eines Bebauungsplanes für Kerpen kann ein Betrag von etwa 600 M. verausgabt werden. n (A Hoffnungsthal,.Sept.1912. In der letzten unter dem Vorsitze des Hrn.. Bürgermeisters Haumann abgehaltenen Gemeinderatssitzung wurde u. a. die endgültige Anstellung des Gemeindesekretärs Lemmer vom 1. September 1912 ab beschlossen Als Wahlmann für die Rheinische Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft wurde der Landwirt Hr. Gustav Lemmer in Großbliersbach bezeichnet. Mit Stimmenmehrheit wurde beschlossen einen Gemeindezuschuß zu der Vergütung für die Einquartierung in der Weise zu gewähren, daß für Mannschaftsquartiere ein Zuschuß von 0,15 M. pro Kopf und Tag gezahlt wird. Der hierzu Elegante Fassons Spezialhaus für Gummiwaren und Krankenpflegeartikel Heumann& Cie. Reks als Nahrungsmittel. erforderliche Kredit wurde außeretatsmäßig bewilligt. Das ErDie Keksfabrikation ist ein Industriezweig, dessen Erzeugnisse bei uns in Deutschland noch viel zu wenig Beachtung finden. Zwar dat sich der Kekskonsum bei uns während der letzten Jahre sehr gehoben; dennoch ist das Resultat ein verhältnismäßig sehr geringes. In England wird in einem Jahre pro Kopf der Bevölkerung für Mk. 18.— Keks gegessen in Deutschland nur für 60 Pfg. Keks ist zweifellos eines der beachtens wertesten Nahrungsmittel, und zwar infolge seines großen Nährwertes, Amahin Bellhiufr. Eus Er.„0Fnes eines der beach“ gebnis der Verhandlungen über den Erwerb des Grundeigentums wertesten Nahrungsmittel, und zwar infolge seines großen Nährwertes zur Erweiterung der Bahnhofstraße in Hoffnungsthal wurde be 1 Die Keksfabriken stehen in letzterer Hinsis auf einer sehr hohen der F . S überti Birre Aus stiefeln die Anlieger am projektierten Wege VolbergForsbach Gelände nur dann frei hergeben wollen, wenn Ueberfahrten zu den Grundstücken hergestellt werden, sind die Gemeinde und Runkel beauftragt worden, zu versuchen, ob die diesbezüglichen Kosten durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden können. Der Antrag auf Wiederherstellung des alten Weges gegenüber Rösrath bis zu der Besitzung der Witwe Grau in Scharrrnbroch wurde vorab abgelehnt. Die Kosten für die Herstellung eines Spülsteines und der Fußbodenanstrich in der Dienstwohnung der Lehrerin Scharrenbroch in Rösrath wurden bewilligt. In der hiesigen Gegend finden Märkte gelegentlich der Hauptkirmes ersten Sonntag und Montag im September in Hoffnungsthal, Rösrath und Forsbach statt. Der Gemeinderat beschloß, diese Tagbeizubehalten und beantragt beim Provinzialrat die Genehmigung der Krammärkte.„ Setschurtgung Eiger in S Die völlig ich allen E ölner Te son jeher ir ädtischer u #elegenheiter große eachtun esichert stig wach zziehern igmnen An Stimmen seis“ offe u bringen. S 02 * Kölner Local-Anzeiger Nr. 249* Mittwoch. 11. September 1912. Seite 15. 5 2 ege Volbergwenn Uebere Gemeindezu versuchen, aufgebracht alten Weges de Grau in die Herstelder Diensten bewilligt. Hauptkirmes ffnungsthal, , diese Tage Zenehmigung 2 Wir haben den Alleinverkauf unserer Mineralquellen * Birresborn Linden-Quelle rein natürlicher Natron-Säuerling 5) Birresborn Tatelwasser aus der Felsenquelle doppeltkohlensaure Füllung der Firma I. Steigerwald, Weingrosshandlung, Köln a. Rh. Vor St. Martin 7, Telephon A 1112 übertragen. Birresborner Mineralbrunnen, Birresborn(Eifel). ür den Schulanfang prima Handarbeit, extra stark, sehr bequem. Knaben- und Mädchenstiefe! 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Halbtags=, Abend= und Sonntagsschule für Gesellen und Lehrlinge des Kunstgewerbes— Fachklassen für Tischler, Holzschnitzer, Steinbildhauer, Stukkateure, Modelleure, Goldschmiede, Emailleure, Ziseleure, Graveure, Stahlschneider, Kunstschlosser, Dekorationsmaler, Glasmaler, Lithographen, Buchbinder, Buchdrucker, Schriftsetzer, Musterzeichner, Gärtner und Wagenbauer. Berücksichtigung auch der kirchlichen Kunst. Bedingung für die Aufnahme ist im allgemeinen das zurückgelegte 16. Lebensjahr oder der Nachweis einer mindestens zweijährigen praktischen Tätigkeit. Anmeldungen für das am 25. September beginnende Wintersemester werden am 20., 21. und 23. September von 11 bis 12 Uhr vormittags im Geschäftszimmer der Anstalt, Mauritiussteinweg 59B, entgegengenommen. Den Abend= und Sonntagsschülern wird außerdem am Freitag, den 20., und Montag. den 23. September, von 7 bis 8 Uhr abends, sowie am Sonntag, den 22. September, um 9¼ Uhr vormittags. Gelegenheit zur Anmeldung gegeben. Das Schulgeld beträgt pro Semester bei Vollschülern 40., bei Halbtags=, Abend- und Sonntagsschülern je nach der Zahl der belegten Unterrichtsstunden 1 bis 20 M. und ist bei der Anmeldung zu entrichten. Cöln, im August 1912. Der Direktor: d Professor E. Thormählen. K. K. V. Kath. kaufmänn. Verein Köln(e..) (Versammlungen Donnerstags 9 Uhr in der Bü Donnerstag, den 12. September 1912 im weißen Saal der Bürgergesellschaft Opernhaus. Heute Mittwocht Die Afrikanerin. Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 12. September 1912.— 12. Ab.=Borst. Serie D. Tiefland. Musikdrama in einem Vorspiel u. 2 Aufzügen von Eugen'Albert. Musikalische Leitung: Walter Gaertner. Szenische Leitung: Hans Islaub. Mitwirkende: die Damen: Felser, Gaebler, Böhmer, Rohr, Odenthal; die Herren: Liszewsky, Hemsing, Förster, Stiles, Vanoni. Anfang 7½ Uhr. Ende ungefähr 10 Uhr. Freitag, den 13. September 1912.— 13. Ad.=Vorst. Serie 42. Anfang 7½ Uhr. Der Barbier von Sevilla. Komische Oper in 2 Akten von G. A. Rossini. Hierauf: Die schöne Galathe. Komisch=mythologische Oper in 1 Akt von Franz von Suppé. Schauspielhaus. Heute, Mittwoch: Viel Lärm um Nichts. Anfang 7½ Uhr. Donnerstag, den 12. September 1912.— 12. Vorstellung. Monna Uanna. Schauspiel in 3 Akten von Maurice Maeterliuck. Iuszeniert von Alexander Engels. Mitwirkande: Die Dame: Schönfeld: die Herren: GoetzEngels, Aßmann, Turrian, Nitzgen, Salomon, Majewsky. Anfang 8 Uhr. Ende ungefähr 9¾ Uhr. Freitag, den 13. September 1912. 13. Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Cyprienne. Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou und E. de Najac. n weißen Saal der Bürgergesellschaft(Eing. Appellhofplatz) APAIan voroinigte Thoator I. populär=wissenschaftlicher Vortrag Kölner vereinigte Theater. is Herrn Reichstagsabgeordneten, Fabrikbesitzer Krings aus! Direktion: Alfred Bernau. Venloerstr. 404. Fernspr. B 7333. Eigene Reparatur-Werkstätte unter fachmännischer Leitung im Hause. 900 B. Blum-G. 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Deutsches Theater Heute Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Liebelei. Schauspiel von Arthur Schnitzler. Literatur. Lustspiel von Arthur Schnitzler. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das Märchen vom Heiligenwald. Freitag: Liebelei, Literatur Die Kassen sind geöffnet von 11 Metropoltheater Heute Mittwoch, abends 8 Uhr: Zan Male ) 50. Ho'n Windhund. J. Fr. Weder, Hofmusikalienhdlg., Telephonische Bestellungen werd Donnerst., Freitag, abds. 8 Uhr. So'n Windhund. 1 und ob 6 Uhr. Vorverkauf: Aöiner Verkehrsverein. werden entgegengenommen durch Telephon A 3112 fürs Deutsche Theater, durch Telephon A 1696 fürs Metropoltheater. Vorausbestellte Karten werden bis! Stunde vor Anfang der betreffenden Vorstellung reserviert. d nar HAamn IsHotel Berliner Hofssss COLOSSEUA. sste wahl llen lagen ante sons geartikel ittel. Die völlige Unabhängigkeit sach allen Seiten, welche der kölner Tocal= Anzeiger von jeher in der Beurteilung städtischer und sonstiger An###legenheiten bewiesen, hat ##m große Anerkennung, beachtung und Einfluß kesichert und zudem eine ttig wachsende Zahl von Eziehern angeregt, ihre simnen Ansichten unter den Stimmen aus dem Teserkeis“ offen zum Ausdruck zu bringen. 1Se Telephon A 4274. Vornohmer Aufenthalt — Spezial-Ausschank— Hünchener Hofbräu a, direkt vom Fass. 6 Was will die„Céembehat“ Die„Géembeha“ will Sie beraten und Ihnen Beistand leisten, falls Sie Ihrem Geschäft die Form der G. m. b. H. zu geben beabsichtigen oder auch, wenn Sie sich an einer derartigen Gesellschaft zu beteiligen gedenken. Bücherreuisoren-Vercinigung Plattköln. Bühne der Famille Millowitsch.# 3 Heute, Mittwoch, den 11. September, abends 8¼ Uhr:## Zum 13. Male: *„Ein Abenteuer in der Türkei!“ Burleske Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akten. Musik und Musikarrangement von Aug. 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