8 2 ** 4 ** Nr. 23. onia Sonntag, 4. Juni 1911. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. mit besonderer Abteilung: Unsern Frauen und Für die Jugend. ITTTTTTTTTTZTTTT O Das heilige Pfingstfest. heute jubelt die Kirche und mit ihr freuen sich ihre treuen nder, und mit Recht. Ist doch heute der Tag, wo die Kirche voren wurde und wir mit ihr durch die Gnade des neuen indes. Und ganz allgemein ist diese Freude; ist doch kein so wild und keine Nation so entlegen, die heute nicht #ire eingeladen worden zu dem Feste, das wir feiern. Denn sie mannigfach auch die Sprachen sein mögen, alle, die da aus u verschiedenen Ländern vor 1900 Jahren gekommen waren, vernahmen aus dem Munde der Apostel die Klänge ihrer heimat. Durch dieses Wunder hat Gott zeigen wollen, daß niere Kirche, die wir heute in einem kleinen Erdenwinkel im Norgenlande entstehen sehen, eines Tages den Erdkreis umchließen und alle Völker unter dem Banner ihres Glaubens ersammeln solle, da sie schon an ihrem Geburtstage der Welt Sprachen redet. heute eröffnet aber auch der h. Geist feierlich seine volle bnadenwirksamkeit, eine Tätigkeit, die sich in zweifacher Weise und gibt: 1. an und in der Kirche, 2. an und in jedem einsilnen von uns. 1. Der h. Geist ist es, der als göttlicher spiritus rector, die irche leitet und führt. Wenngleich die kirchliche Gemeinschaft aus Menschen zusammensetzt, und Menschen immer irrtumsihg und fehlbar sind, so bewahrt der vom Stifter der Kirche teißene und ihr am Pfingstfeste gesandte h. Geist sie vor dem Inum in den Dingen, an die der Herr das Heil geknüpft, dn von ihm verkündeten oder bestätigten Glaubens= und Sitnlehren. Jeder darum, der die Kirche hört, hat in dieser butigen Hingabe die volle Zuversicht, er höre in der Kirche nine Gottes eigenes Wort. Ler h. Geist leitet in der Kirche auch das innere religiöse Leben, die Spendung der h. Sakramente, die gottesdienstlichen Anordnungen; unter seinem Einflusse steht das Aufblühen besonderer, von der Kirche empfohlener Andachtsübungen, die besondere Verehrung der Heiligen, die Entstehung und Einführung nuer, kirchlicher Feste. Der h. Geist leitet, erleuchtet und unterstützt auch die Kirche in ihren Disziplinarvorschriften, daß sie nur anordnet, was wahrhaft gottgefällig und heilsam ist. All diese Dinge werden unter diesem höheren Gesichtspunkte nicht immer sogleich, selbst nicht von allen Gläubigen erkannt, manchmal gar in abfälliger Weise beurteilt, weil dem oberflächlichen Denken alles Ungewohnte im Anfang leicht als unberechtigt vorkommt und das, was gegen die Sitte ist, auch gegen die Vernunft zu sein scheint. Was hat man nicht vor hundert Jahren, zur Zeit der Aufklärung, ja vor vierzig Jahren noch für Bedenken gegen die Verehrung und Andacht zum Herzen Jesu erhoben! Und in welcher Blüte steht diese Andacht jetzt und wie segensreich wirkt sie! Und welch ein Kopfschütteln, als der Heilige Vater vor ein paar Jahren die öftere Kommunion empfahl und für den Empfang Regeln aufstellte, die den Gläubigen Mut machten, häufiger als man angeleitet und gewohnt war, zum Tische des Herrn zu gehen. Und jetzt, welche Weckung des inneren religiösen Lebens hat sich an dieses Dekret geknüpft, nachdem Priester und Laien es in.; Praxis eingeführt! Und das so schöne Fronleichnamsfest, hat es nicht anfangs selbst bei Theologen, als der Gedanke an dasselbe durch die selige Juliana in die Oeffentlichkeit getragen wurde, Widerspruch gefunden, und jetzt gilt es als eine der schönsten Blumen im Kranze der kirchlichen Feste. Der h. Geist wirkt aber auch auf die Seelen des Einzelnen mit seiner Gnade unmittelbar. Durch die h. Taufe und in vollendeterer Weise durch die h. Firmung kehrt der h. Geist mit der Fülle seiner Gnaden bei dem Menschen ein, tritt geheimnisvoll mit ihm in die innigste Verbindung, wohnt gewissermaßen in ihm, um vom Innern heraus, wie das Herz es tut für das natürlich=leibliche, für das übernatürliche geistige Leben das lebenspendende Blut zu geben, von dem alle Tugenden, ja das ganze christliche Denken, Wollen, Tun und Lassen zehren und sich ernähren. Wie der Sonne milde Strahlen, wie der erquickende Tau und Regen und die Feuchtigkeit der Erde dem Pflanzenreich Wachstum und Blüte und Frucht vermitteln, so ist es die Gnadenwirksamkeit des h. Geistes, wodurch allein die guten Werke, die christlichen Gesinnungen und Tugenden zur Vollendung gebracht werden. Man hat sich in dem katholischen Leben fremden oder selbst in vom Modernismus angehauchten katholischen Kreisen— wohl nur deswegen, um vor sich und anderen eine Entschuldigung dafür zu haben, daß man selten oder garnicht zu den Sakramenten geht,— heute daran gewöhnt, nach dem Vorgange Harnacks von einer magischen Wirkung der Sakramente zu reden, ihnen einen suggestiven Charakter beizulegen, eine Wirkung, die sie nicht in sich trügen, sondern nur durch die Vorstellung und Einbildung der sie Empfangenden bekämen. Aber ebenso wie Licht und Wärme als reale Kräfte im Weltall tätig sind, und, wenn auch von außen kommend, vom Innern der Organismen heraus wirken, indem sie in diese Organismen neue Kräfte bringen oder doch ruhende zum Leben wecken, so auch der h. Geist, der das lumen cordium, das Licht der Herzen genannt und gebeten wird„zu wärmen, was von Frost erstarrt ist", fove, quod est frigidum. Er teilt der Seele des durch die h. Taufe geheiligten und durch keine schwere Sünde seiner Gnade beraubten Christen, wirkliche innere übernatürliche Kräfte mit, die, wie der Saft im Baume, Blätter, Blüten und Früchte übernatürlicher Tugenden und für den Himmel verdienstliche Werke hervorbringen. Daß diese Kräfte um so wirksammer sind, je größer das Verlangen nach ihnen in der Seele ist und je beharrlicher und eifriger die naturlichen Seelenkräfte, Verstand und Wille sie ergreifen und mit ihnen mitwirken, versteht sich gerade so von selbst, wie daß Sonnenschein, Tau und Regen in einem gut bereiteten Boden um so wirksamer für die Entwickelung der Pflanzen sind. Wer darum die Wirkung der h. Sakramente, wie überhaupt die religiösen Uebungen als eine geistige Narkose bezeichnet, der zeigt, daß ihm jedes Verständnis für katholische Anschauung fehlt. Die Narkose setzt die Funktionen von Kräften in Stillstand, die Gnade aver erhebt die natürlichen geistigen Kräfte mit Rücksicht auf das Seelenheil zur höchsten Intensität und Kraftentfaltung.— Die Gnade wird nicht gegeben, um die Eigentätigkeit zu ersetzen, sondern um ihr ein höheres über9 herrn Lembkes fröhliche Pfingstfahrt. Novellette von T. van Endeers. Ein wunderschöner Pfingstmontag stieg aus nebeligem Morgen u, aus einem zarten silbrigen Schleier, wie er nur auf dem hein am frischen Frühlingsmorgen hängt und sich um die schieferfelsen, die Weinberge und um die Dächer der alterskauen Städtchen legt. Manchmal schob er sich hin und her, es eine Turmspitze aufleuchten, ein Fenster blitzen, tausend znken sich im Strom entzünden— und ebenso viele Herzen in chnungsvoller Freude aufleuchten! Ueber den Rhein zogen vollbesetzt die großen Dampfer. Die Lassagiere lachten und schwatzten. Der Kapitän, der Steuermann ind Kondukteur hatten schon früh rote Köpfe. Es würde ein seißzer Tag werden heute, bis sie endlich vor dem goldenen Aainz zur Ruhe gehen konnten. Selbst der Schiffsjunge rannte del wichtiger, als sonst mit dem großen Ball hin und her, der en Auprall an den Landebrücken milderte. Und die Koffer sogen schneller über die Gleitstege— Pfingsten! Heut ist Lnngsten! verkündete jeder Ruck, mit dem sie hinüberrutschten an Land von geübten Händen aufgefangen wurden. Las war ein Begrüßen überall. Die weißen Kleider der woschen Mädchen flatterten wie große Schmetterlinge hin und *„ Eilig kamen die Nachzügler heran und klagten, wenn das chf zu seiner üblichen Verspätung nicht noch eine ganz bedere für sie hinzugefügt hatte. Die Schwalben zogen pfeilvell durch die Morgenfrische, und eine erwartungsvolle, frohEgte Levensfreude lag in der Luft und teilte sich allem mit, da noch halbwegs jung und heiter und gesund herumging. sgar Herrn Lembke ging das Herz auf, als er mit seinem Isleiter aus der engen Straße nach dem Rheinkai einbog. Und war Derr Lembke ein Berliner, ein ganz waschechter sogar, " als solcher garnicht gesonnen, besagten Strom mit allem tuum und Dran so ohne weiteres und kritiklos vorbeipassieren Vorgestern morgen, als er nach einer leidlich durchrenen Nacht über die Eisenbahnbrücke dem alten heiligen zurollte, fand er gleich, daß einem diese Wasserfläche doch — sonderlich imponieren könne, wenn man an den Wannsee gesei. Die Schiffe— nun ja, ein bißchen größer mochten vohl sein wie die Sterndampfer und die Spreezillen. Aber der Oberbaumbrücke sah der Verkehr doch eigentlich noch eegartiger aus. % der Dom, der da so beherrschend über der Stadt lag— #####chtung! Das wirkte ja famos! Sonst aber— er schien schon sehr alt; sie flickten ja richtig überall daran herum. kume ein neuer Dom, wie unserer am Lustgarten, blieb nun # etwas mehr für moderne Menschen! Und überLeipziger Straße und Wertheim und das ###z sche Viertel ginge nichts. So hatte er von gestern bis Lemessen und verglichen und zu leicht befunden. Aber jetzt auf einmal rief er wie ein ganz normaler Mensch und Nichtberliner:„Wetter ist schoon schön hier!“ Erwin Bormann sah Herrn Lembke erstaunt an. Sein pfingstliches Vergnügen hatte bis dahin in der Hauptsache eben in der Kritik bestanden, mit der Herr Lembke jedes Beessteak verpfefferte und jedes Glas Wein verwässerte. Und da er nun weiter in die Runde schaute, erblickte er auch den Grund von seines Gefährten plötzlicher Umstimmung. Zwei Damen kamen heran, eine ältere und eine jüngere. Gerade vor ihnen kreuzten sie den Weg und streiften den kritischen Herrn Lembke eben mit heiterem lächelnden Blicke. Zwei so hübsche Damen, wie er sie nur jemals auf dem Tauenzienbummel gesehen hatte! Und dabei tadellos, hochanständig, das merkte auch Herr Lembke gleich, trotz seiner widerspruchsvollen Anwandlungen, obschon sie wirklich schick aussahen und auf allerliebsten, hellfarbigen Schuhen daherkamen. Herr W. G. Lembke, von der Firma Adolf Lembke Söhne, Fette, Schmieröl und Petroleum, Berlin., gab sich einen Ruck, zog die elegante Weste glatt und überzeugte sich ganz unmerklich, ob der Panama auch flott sitze. Er rechnete sich mindestens fünf Jahre ab und rückte sich direkt in ein sehr gefährliches Alter hinein, wie Erwin Bormann mit heimlichem Lächeln feststellte. Sein kurz gestutzter Schnurrbart schien heute ohnehin noch etwas dunkler als sonst, und sein Gesicht dadurch frischer— was aber im übrigen auch der Rhein= und Moselwein tun mochte, den Herr Lembke seit gestern zwecks unzufriedenen Vergleichens in reichlicherem Maße zu sich genommen hatte, als er es als nüchterner und biergewöhnter Reichshauptstädter sonst zu tun pflegte. Und höchst unternehmend schwenkte er den leichten Ueberzieher über dem Arm, den man ihm für eine Dampfertour dringend im Hotel angeraten hatte. Erwin Bormann machte ein so verständnisvolles Gesicht, wie man es von einem jungen Mann erwarten kann, der erst vor kurzer Zeit merkte, daß die zwar ziemlich entfernte; aber zwischen ihnen traditionell gepflegte Onkel= und Neffenschaft dem älteren Teile unbequem zu werden begann, und der es dann als taktvoller Mensch nicht mehr über sich bringen konnte, sie noch zu betonen. Eine Feinfühligkeit, die übrigens von Herrn Lembke gern anerkannt und höchstwahrscheinlich mit der pfingstlichen Reiseeinladung belohnt worden war. Herr Lembke wandte sich schmunzelnd zu dem Jüngern um und kuiff ein Auge unter dem scharfen Kneifer schalkhaft zu. „Na, mein Junge, hast du gesehen? Das galt mir! Schoon gut, nicht wahr?“ „Welche meinst du denn?“ Auch im engsten Kreise vermied Erwin Bormann jetzt die Anrede Onkel. „Na. alle beide natürlich. Entzückendes Persönchen die Kleine; ich begeistere mich jetzt merkwürdigerweise so leicht für die ganz Jungen!“ „Aha,“ sagte der verflossene Neffe leichtsinnigerweise laut, „schlimm, böses Zeichen!“ „Aber auch die Reifere hatte ihre Meriten. Ein bißchen Rubensscher Stil in Gesicht und Augen, das was ich früher so liebte. Scheinen auch eine Dampferpartie zu machen. Na, da hätten wir ja vielleicht Chancen, ein paar echte, lustige Rheinländerinnen kennenzulernen, von denen ja so viel Wesens gemacht wird. Bis jetzt konnte ich noch nicht viel von der Art entdecken.“ An den Landebrücken und in den Wartehallen drängte sich schon eine ganze Menge zusammen. Meist Einheimische, die mit Kind und Kegel die übliche Pfingsttour machen wollten, aber auch allerhand wunderliche Vögel aus unseres Herrgotts Menagerie darunter, Touristen in verwegenen Bergkostümen, und Damen in mehr oder weniger malerischen Schleiervermummungen. An der untersten Brücke lag ein schmucker Dampfer in reichem, pfingstlichem Flaggen- und Wimpelschmuck. Darauf steuerte Herr Lembke auf gut Glück zu— die beiden Schönen hatten auch den Kurs genommen. Am Durchgang lehnte ein Mann im blauen Sonntagsanzug der Schiffsbeflissenen, schob seine Tabaksprime von einem Mundwinkel nach dem anderen, spuckte von Zeit zu Zeit ins Wasser und war von der Wichtigkeit seines Daseins vollauf durchdrungen. „Das ist ja wohl der Dampfer nach Rüdesheim?" fragte Herr Lembke von oben herab mit der Gewohnheit des Großstädters und des Chefs. Der Mann in der blauen Jacke mit den kleinen Ankern in den roten Ohren nickte gelassen, ohne ein Wort zu verschwenden, und Herr W. G. Lembke betrat mit seinem Begleiter das schöne saubere Schiff, das noch nicht allzu sehr besetzt war. „'s ist nun doch einmal gar kein richtiger Mumm in diesem Land," brummte er ärgerlich.„Wie sich der Kerl da fleezt! Ganz undenkbar bei uns in Berlin. Aber hier: nischt zu machen, das habe ich nu schon gemorken. Das läßt sich nicht aus seiner Ruhe herausbringen; von Pünktlichkeit keine Ahnung.“ Er zog seine schwere goldene Uhr.„Sonst müßten wir ja in der Minute jetzt abfahren.“ „Pfingsten gibt's überall in der Welt Verspätung. Und der Nevel heute früh...“ „Einerlei. Ich werde gleich den Kapitän mal fragen.“ Erwin Bormann hätte dem verflossenen Oukel sagen können, daß ihm sein Drängeln und unruhiges Fragen bis jetzt noch nicht sonderlich nützlich gewesen wäre. Aber Herr Lembke schritt schon mit heftigen Schritten dahin, wo er den Kapitän sich hatte mit einem seemännisch aussehenden Herrn mit weißer Weste unterhalten sehen. „Na, Herr Kapitän, wann geht es dann nun eigentlich los?“ fragte er nachdrücklich und ließ die blinkende Zeitmesserin symbolisch vor dem Beherrscher des Schiffes in der eben durchblinkenden Sonne spielen. Wüe 728. natürliches Ziel und zu dessen Erreichung neue Antriebe und Kräfte zu geben. Wir haben es darum heute am Pfingstfeste mit einer neuen Schöpfung zu tun, mit der Anlage eines neuen Gartens, der dem h. Geist vom göttlichen Heilande zur Pflege übergeben ist und deren schönste Blüten die Heiligen sind, die der Kirche Ruhm und Freude bilden.„Deine Heiligen,“ sagt die h. Schrift so schön,„werden blühen vor deinem Angesichte, wie die Lilie und wie des Balsams Wohlgeruch werden sie vor dir sein. Alleluja!“ Welche Freude für uns! Und gerade am heutigen Tage sollen wir diese Freude recht empfinden, daß wir Kinder der h. katholischen Kirche sind und als solche an all dem Gnadensegen teilnehmen, den der h. Geist durch sie und in ihr uns vermitteln will. So ist das Pfinastfest in Wahrheit ein Tag des Heiles, des höchsten Danlee u jubelnder Freude wert; so begeht ihn ja auch die h. Kirche. Sie gibt diesen Empfindungen des Dankes und der Freude aber am schönsten Ausdruck in der herrlichen Sequenz: Veni sancte spiritus, die am Pfingstsonntage im Hochamte vor dem Evangelium gesungen wird. Wer diesen hochpoetischen Hymnus in schönster Tonverklärung hören will, der gehe am Pfingstsonntage zum Pontifikalamt in den hohen Dom. Köln=Melaten. P. H. G Zur Dienstbotenfrage. I. „Nun ja, ich sehe, ihr habt eine recht angenehme und schöne Reise gemacht, davon werdet ihr wohl noch lange und oft erzählen; ich freue mich, daß es euch gut gegangen hat und ihr wohlbehalten zurückgekehrt seid.“ Mit diesen Worten lehnte sich Frau Meller etwas in die Sofaecke zurück, ließ ihre Hände auf den Schoß sinken und schaute mit mildem Lächeln auf das junge Paar, das ihr gegenüber an der anderen Seite des Tisches saß. „Gewiß, Mutter,“ sagte der junge Schwiegersohn,„unsere Brautreise war sehr, sehr interessant und schön, nicht wahr, Emma?“ und damit schaute er feiner jungen Frau mit dem Blicke zufriedenen Glückes in die großen, braunen Augen. „Wenn die Leut all da sinn," sprach der, ohne sich aus der Fassung bringen zu lassen und redete mit dem Kondukteur gemütlich in einer für Herrn Lembke völlig unverständlichen Mundart weiter. „Na, so watt!“ entfuhr es urberlinisch Herrn Lembkes Munde. „Kommen wir dann überhaupt heute nach Rüdesheim?" Der Kapitän lachte, daß man zwei Reihen weißer Zähne sah. „Mir wollen's hoffen,“ sagte er belustigt.„Haben Se denn so große Eil?“ Der Berliner drehte ihm empört den Rücken. Nein, mit den Menschen hier war wirklich nichts anzufangen. Einen Augenblick dachte er an das Beschwerdebuch. Aber das nützte nun wahrscheinlich in diesem Lande auch nicht viel. Und zudem erblickte er etwas, was ihn mehr interessierte: die beiden Damen von vorhin, die sich augenscheinlich einem sie erwartenden Kreise angeschlossen hatten und den Mittelpunkt einer fröhlichen Begrüßung bildeten. Da mußte Herr Lembke unbedingt in die Nähe; ein Tisch war auch noch frei. „Warum sich die Leute drüben an den Schiffen nur so drängen?“ meinte Erwin Bormann. Von oben und unten waren prächtige weiße Dampfer gekommen, Musik erscholl auf dem einen, ein Schwarm von Menschen ergoß sich hin und her über die Landebrücke—„Schnellfahrt nach Rüdesheim=Mainz!" rief eine Steutorstimme deutlich herüber. „Aha, da haben wir's ja! Richtig die Schnellfahrt versäumt... auf den Bummler geraten! Deshalb war auch so merkwürdig wenig Gegenliebe für das Schiff hier... Kellner, auf wie vielen Stationen halten wir denn nun?“ „So viel ich weiß, garnicht bis Rüdesheim.“ Herr Lembke schüttelte den Kopf. Kuriose Geschichte; aber der Gauymed war schon wieder fortgeglitten. „Also nun los an den anderen Tisch. Belegt habe ich ihn schon.“ In diesem Augenblick kam ein fröhlich aussehendes älteres Ehepaar auf das Schiff. Der Landesteg wurde eingezogen, die Räder drehten sich geräuschvoll. Nach unten verschwand ein vollbesetzter Taldampfer. Stolz wie ein Schwan wiegte er sich auf den grünlichen Wogen, auf denen kleine, weiße Schaumkronen tanzten. Und zugleich fing irgendwo auf dem Oberschiff eine Musikkapelle an, ihre Weisen in den frischen Morgen hineinzuschmettern, und alle Teilnehmer der Fahrt schienen plötzlich nach einer Stelle zu streben, wo es irgendeinen Mittelpunkt geben mußte, dem alle die lauten und heiteren Begrüßungen galten. „Was ist denn das?“ sprach ahnungsvoll Herr W. G. Lembke aus Berlin.„Da kommt mir irgend etwas außer'm Programm vor.“ „Mir auch. Schon eben fiel mir auf, daß fast alle die Leute sich hier so merkwürdig gut zu kennen scheinen. Ich glaube, wir sind in falsches Fahrwasser geraten.“ „Heiliger Brahma!“ schimpfte Herr Lembke.„Das wäre!“ Er rannte dem Kellner von vorhin nach und drängte ihn in eine stille Ecke. Gleich darauf kam er wieder und ließ sich wie erschlagen auf die Bank fallen. „Na, ja, so was kann auch nur hier passieren! Silberne Hochzeit von Herrn Heinrich Joseph Ellinghaus von irgendwoher... lauter geladene Gäste, reserviertes Schiff... hält erst in fünf Stunden in Rüdesheim. Und wir zwei Unglücksmenschen mitten mang!“ „Nun kann's gut werden,“ meinte der Jüngere, bei dem der Humor der Sache aber schon durchzuschlagen begann. Was denn? Wird nichts anderes übrig bleiben, als sich gleich bei den hochgeehrten, aber bis dato unbekannten Gastgebern zu entschuldigen und die Sache aufzuklären.“ Erwin Vorman hielt Herrn Lembke am Zipfel seines von einem tadellosen Großstadtschneider erbauten hellen Sommerröckleins fest. „Mal nicht so eilig. Laß die Hochflut da hinten sich nur erst ein bißchen verziehen, sonst gehi's ja so durcheinander, daß der Herr Soundso von irgendwoher doch nicht weiß, wie wir in Eolenia. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. 4. Juni 1911. „Die schönste meines Lebens, Franz,“ sagte Emma und legte die Hand, die seit zehn Tagen den Trauring trug, auf die Schulter ihres Mannes. Wie oft hatte sie schon in dieser kurzen Zeit den Ring betrachtet und sich still im Herzen gefreut, an der Seite eines tüchtigen und religiösen Mannes durchs Leben zu schreiten. Befriedigt hingen die Augen der Mutter an den beiden. Vor ihrem Geiste stand die Zeit vor dreißig Jahren, wo auch sie mit ganzer Hingabe ihres Herzens einem edlen Manne die Hand zum ehelichen Bunde gereicht hatte. Es zogen aber auch herauf all die tränenvollen Stunden am Kranken= und Sterbebette ihres Gatten und dreier ihrer Kinder. Emma war als einziges ihr geblieben, und nun sollte die sie auch verlassen. Ihr freundliches Lächeln wich von ihren Lippen. Da trat das Dienstmädchen ein und stellte eine Erfrischung auf den Tisch. Dann wandte es sich gegen das junge Paar, und etwas schüchtern an der Schürze zupfend, sagte sie:„Darf ich Ihnen auch Glück wünschen, daß Sie von der Reise wohlbehalten zurückgekehrt sind?“ „Danke, liebe Gertrud,“ antworteten die beiden jungen Eheleute mit Wärme und schüttelten ihr freundlich die Hand. Als das Mädchen sich entfernt, sagte die Witwe zu ihrem Schwiegersohn:„Weißt du auch, daß Gertrud mit euch gehen soll?“ „Scheint ja auch ein ganz prächtiges Mädchen zu sein; übrigens überlasse ich diese Angelegenheit meiner Frau,“ erwiderte Franz. „Laßt mich denn diese Angelegenheit benutzen, Kinder, euch etwas ans Herz zu legen, was ich für sehr wichtig halte: ich meine den Verkehr mit den Untergebenen. Emma hat ihr Dienstmädchen im Hause und du, Franz, hast deine Gehülfen im Geschäft. Es ist nun einmal so, daß die meisten Menschen durch Dienstleistung bei anderen ihr Brot verdienen müssen. Wohl möchte jeder gerne unabhängig sein, aber der größte Teil der Menschen verbringt sein Leben in steter Abhängigkeit von anderen. Wie sich nun das Verhältnis der Vorgesetzten zu den Untergebenen stellt, danach gestaltet sich das Leben besonders der letzteren mehr oder minder erfreulich. Nun gibt es aber leider Herrschaften und Vorgesetzte, die glauben, es verstoße seine übrigens, wie es scheint, sehr vergnügliche und nette Gesellschaft hereingeschneit sind.“ Herr Lembke sah das ein. Aber in seiner Seelenruhe war es nicht gerade besser gestellt als vorhin. Er zappelte unbehaglich hin und her wie ein Fisch auf dem Trockenen und sah gar nichts von der prächtigen Landschaft, die nun immer heller im Sonnenglanze hervortrat, während das Schiff majestätisch und ruhig zwischen den Wogen seinen Weg suchte. Ja, nicht einmal die reizenden Nachbarinnen, deren Nähe er nun glücklich gewonnen hatte, konnten seinen Geist ganz von der Tatsache abziehen, daß ihm solch ein Mißverständnis passiert war. Es schien übrigens, als wenn die schon eine Ahnung von Herrn Lembkes Reinfall hatten, denn sie tuschelten mit ihrer Gesellschaft und lachten dabei so herzlich, so ohne alle Bosheit und Spott, daß sogar ein Berliner ihnen nicht böse sein konnte ob ihrer Heiterkeit... So, endlich war nun der Augenblick gekommen, wo man bei Herrn Heinrich Joseph Ellinghaus und Frau Gemahlin sein Sprüchlein anbringen konnte. „Gestatten die Herrschaften, daß zwei verirrte Fremdlinge sich vorstellen: mein Name ist Lembke, Firma W. G. Lembke, Berlin O. Hier: Referendar Bormann, Berlin. Durch einen unglücklichen Zufall sind wir auf das falsche Schiff gekommen und in diese Gesellschaft hineingeschneit.. Herr Lembke wollte noch manches sagen, aber Herr Ellinghaus war schon in ein kräftiges, beinahe homerisches Lachen ausgeplatzt, und seine Frau, eine stattliche, elegante Brünette, mit blitzenden Brillauten und ebenso blitzenden Augen, stimmte in etwas gemächlicherem Tempo ein und die Umstehenden folgten— kurz, in nicht allzu langer Zeit hatte sich die Mär von der Verirrung der beiden Herren wie Lauffeuer auf dem ganzen Dampfer verbreitet und trug nicht wenig dazu bei, die allgemeine Heiterkeit zu vermehren. Niemand hatte besonders auf sie geachtet— da waren wohl noch manche weniger Bekannte— und nun konnte keine Rede mehr von Fortkommen sein. Eine Zwischenlandung bot bei dem lebhaften Pfingstverkehr zu Berg und Tal ihre Schwierigkeit. Herr Ellinghaus wollte auch garnichts davon hören... Warum denn nur? Die Herren hatten ja ihren Fahrschein bezahlt, der Dampfer gehörte für den heutigen Tag ihm, niemand geschah ein Schaden! Die Herren würden das doch ohne Bedenken annehmen? Und da nun eben ein Kellner erschien und einen goldig funkelnden Rheinwein darbot, dessen Kühle die feinen Glaser mit tausend kleinen Perlchen beschlagen ließ, versenkte Herr Lembke alle seine norddeutschen Bedenken und Gewissensbisse in den edlen Trank und tauchte nach einem kräftigen Schluck gleichsam als ein neuer Mensch wieder auf, bereit, alles als eine gute Gabe Gottes mitzunehmen, was der heutige Tag ihm und seinem Pseudoneffen noch bringen würde. Ja, es schien, als ob ihm jetzt erst die Augen für die Schönheiten der Gegend geöffnet seien. Denn als er es mit alleryand diplomatischen Künsten richtig fertiggebracht hatte, von dem wurdigen Herrn Ellinghaus, der es für seine Verpflichtung hielt, die„verirrten hellen Berliner“ ganz besonders unter seine Fittiche zu nehmen, nun glücklich an den Tisch jener beiden Damen gelootst zu werden, die sie recht eigentlich als Circen in falsches Fahrwasser lockten, sah der Referendar Erwin Bormann sein blaues Wunder. Oder vielmehr, er hörte es: sein würdiger Freund und Gönner redete nämlich garnicht mehr vom Wannsee und sonstigen Berliner Herrlichkeiten, sondern schien richtig im Banne des Rheinzaubers. Bei ihnen, am grünen Strand der Spree war's ja auch ganz schön und an der Havel noch mehr— aber so wie am Rhein nun doch nicht: diese Fröhlichkeit und die heiteren Menschen und die entzuckenden Frauen und Mädchen. Nein, er war wirklich kein Averglaube, der Rhein! Boppard zog vorbei mit seinem amphitheatralischen Aufbau und die feindlichen Brüder mit dem friedlichen Kloster zu seinen Füßen. Die Weinberge schmiegten sich zwischen den Felsen wie blaßgrüne Smyrnateppiche über sanft geschwellten Polstern. Der Himmel war so blau wie die Augen seiner siebzehnjährigen Nachbarin, des Fräulein Elsbeth gegen ihre Würde, wenn sie mit ihren Untergebenen in freund, licher Weise verkehrten. Sie meinen, ihnen gegenüber sei ein kurzes, herrisches Wesen am Platze, und vergessen ganz, daß echte Ueberlegenheit und wahre Seelenbildung dieses ganz entbehren kann. Vornehme und edle Naturen werden nicht leicht in diesen Fehler fallen. Das läßt ihr Gerechtigkeitgefüßl und das Bewußtsein, daß der Wert eines Menschen nicht in seinem Besitz oder der Stellung, die er einnimmt, liegt, nicht zu. Jemand deshalb geringschätzig behandeln, weil er an einem niederen Platz in der Welt dasteht, zeugt von tiefer Bildungs, stufe und unfeinem Charakter. Standunterschied erscheint vor Fürstenthron geringer, Im Schach gilt ziemlich gleich ein Läufer einem Springer. „Ein wahrhaft edler, wohlerzogener und christlich empfindender Mensch sieht darauf, wie einer ist, seinen Beruf erfüllt, seinen Pflichten nachkommt, was er ist, kommt ihm dabei nicht in Betracht. Wer auf Herzensgüte Anspruch macht, wird keinen das tägliche Brot durch Hochmut oder Unfreundlichkeiten verbittern. Aber solche Charaktere sind heute nicht allzu häufte Man hört so oft die Herrschaften klagen über die Unbotmäßie, keit, Anmaßung und Frechheit der Dienstboten— und sich haben sie oft Grund genug zu diesen Klagen, aber ob nicht anmaßende, herrische Wesen mancher Herrschaften mit schul daran ist, daß die Dienstboten so sind? Die Erfahrung lehr doch: man lernt eben das, was in der Schule gelehrt wird, in der man sich befindet, und: Hart wird zuletzt die Haut, die viele Streich' empfangen, Und hart der Sinn, wem es hart in dem Haus ergangen. „Und selbst in dem Falle, wo Tadeln der Untergebenen am Platze ist und geschehen muß, geschieht es in einer liebevollen Weise, dann läßt man es sich eher und leichter gefallen. Von hundert Schlägen, die der Goldschmied tut, trifft keiner Ein Hundertteil so stark, als wie vom Grobschmied einer. „Du hast recht," erwiderte Franz ernst,„und ich danke dir, daß du uns heute noch einmal daran erinnert hast, gerade wo wir im Begriffe stehen, für uns ein neues Heim, für andere eine neue Herrschaft zu gründen.“ „Vergeßt es nicht, Kinder; du, Emma, weißt, wie deinem Sievert. Alles schien in lichte Freude und Heiterkeit getaucht, umwogt von der schmeichelnden köstlichen Wasserluft, in die sich manchmal vom Lande her ein deutlicher Duft von Rosen mischte. Herr Lembke hatte zuerst seinem Freund und verflossenen Neffen beweisen wollen, daß er es noch mit ihm aufnehmen könne und sich der Kleinen in dem weißen Kleide mit dem Rosenhut und den Schelmengrübchen in den Wangen zugewandt. Sie war auch wirklich recht niedlich, aber dann fand er es doch für besser, sich der Frau Mathilde Müllens anzuschließen, die zu dem jungen Mädchen in einem ähnlichen entfernten Tanten= oder sonstigen Verwandtenverhältnis zu stehen schien, wie er mit seinen Referendar. Nicht als ob er die Konkurrenz zu scheuen braucht — der Kampf mit dem lauteren und unlauteren Wettbewerb war ja in Berlin O. gerade seine Spezialität— aber auf einmal so eine ganze Schar der niedlichen weißen Sommervögel um Elsbei Sievert, und der Referendar Erwin Bormann war Hahn u Korbe bei ihnen. Herr W. G. Lembke hatte als kluger Mann zur rechten Zei den richtigen„Dreh“ gekriegt und gestand sich ein, daß er sih — trotz einer ganz kleinen verletzten Eitelren— im allertiefsten Herzen viel wohler bei der braunäugigen Rubensschen Schönheit in der stilvollen kirschfarbenen Toilette fühlte. Er war nun gen in seinem Fahrwasser und ließ ats liebenswürdiger Schwerenöter auf die allseitigen Neckereien hin durchblicken, die Verwechselung der Schiffe sei vielleicht keine unfreiwillige gewesen. Kurz, Herr Lembke hielt sich auf der Höhe der Situation. Auf dem glasgeschützten Unterdeck war mittlerweile eine blumengeschmückte Tafel gedeckt worden, und Lembke widerstand nur seht schwach, als Frau Ellinghaus ihn und seinen Begleiter aufs liebenswürdigste einlud, ihr Gast zu sein. Sie ließ auch keine Einreden gelten.„Erstens würden Sie ja sonst verhungern, und dann tun Sie uns ja auch noch einen besonderen Gefallen, Herr Lembke. Wie Sie sehen, überwiegt die holde Weiblichkeit, uno wenn ich auch gar nicht bezweifele, daß sowohl meine Cousine, wie meine Nichte nicht um einen Kavalier verlegen wären, so wäre es mir doch lieb, wenn Sie mir keinen Korb gäben.“ Nein, so grausam war Herr Lembke nicht gegen Menschen, die den Wildfremden so reizend ausgenommen hatten. Und damit war auch Erwin Bormann sehr einverstanden. Ein solch entzückendes Diner hatte er überhaupt noch niemals mitgemacht. Erst mußte er sich ja ein bißchen daran gewöhnen, daß die Unterhaltung so ganz der Schlagworte entbehrte, mit denen man zu Hause die Kosten des Geistreichseins bestritt, und daß einige seiner feinsten Bonmots gänzlich ins Wasser fielen. Aber dafür merkte er doch, daß er in den Ruf eines amüsanten und unterhaltenden Nachbarn kam und die Ehre seiner Landsleute aufs beste rettete, obgleich augenscheinlich nicht von vornherein die beste Meinung von ihnen bestand. Jedenfalls, Herr Lembke fand den Pfingsttag so ergoß wie er sich ihn niemals vorgestellt hatte. Er fand St. Goal bildschön und die Idee des Herrn p. J. Ellinghaus, den Ichr tag seines fündundzwanzigjährigen Krieges so mit einer Schiflfahrt zu feiern, noch viel schöner. Hier wußte man auch zu leben, das war ganz klar, und wenn Herr Ellinghaus es bee dauerte, kein grünes Hochzeitsfest geben zu können, da sich### die zukünftigen Schwiegereltern seines einzigen Sohnes solchenicht nehmen lassen würden— so konnte Herr Lembte den Augleich nur sehr richtig finden. Eine silberne Hochzeit war#u# viel schöner— ohne Tränen und dergleichen.. gesiche ge, Nachdem ein halbes Dutzend Menschen auf alles mögliche 9# toastet hatten, und es schien, als sei die Flut der Worte versieh“ sah man Herrn Lembke plötzlich aufstehen und horte gewandter und humoristischer Weise sein und seineg### Freundes Mißgeschick preisen— es gab wiederum ein 4l und Gläserklingen. Es war eine allgemeine Herzticht##. Herrn Lembke selber schien es, als ob es ganz####etaunt daß er alle diese prächtigen Menschen bis heute van Züntten habe. Oberwesel und Bacharach mit den alten#Harberige, ihm nach etlichen Gläsern Sekt noch schöner als alle Nr. 23 Zolonia. Sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. 4. Juni 1911. ter alles Protzentum zuwider war, wie dankbar er für jede #ndleistung unseres Dienstmädchens, wie freundlich er im Begegen alle Untergebenen und wie besorgt er um ihr Rahl war. freundliche Anerkennung, für ein Wort des Dankes, für kleines Lob sind alle Menschen empfänglich, und gerade bei und tätigen Charakteren wirken diese Mittel viel als Tadel und Gleichgültigkeit. Wird ein Untergebener #i teilnehmender Güte behandelt, so gewinnt er auch ein säteres Interesse an den und für die Bestrebungen seiner #rschaft. Dann blüht auch in seinem Herzen unter den Strahlen gegenseitiger Wertschätzung die seltene, schöne gime— die Selbstlosigkeit. Wer sich selbst nicht zuviel dinst wird mehr geschätzt, als er denkt, aber auch umgekehrt: Wer Dörner auf den Weg legt, wo er gehen muß, Der klage nicht, wenn sie ihn stechen in den Fuß. steilich gibt es auch nach der anderen Seite Klippen, die ##vermeiden muß, das ist die unpassende Vertraulichkeit, vom Uebel, des anderen die zu große Emfänglichkeit Schmeichelei, das ist dumm. Lu, Emma, hast, wie gesagt, genug gesehen an deinem zuter, führe das in deinem neuen Hause weiter, was du bei zu beobachtet hast.“ Und bei der lieben Mutter," erwiderte Emma und drückte z alten Matrone zärtlich die Hand.„Du sollst mit mir zufieden sein.“ Nun aber, Kinder, genug des Ernstes, kommt her!“ Damit nob sich die Witwe und füllte die Gläser, auch eins für zertrud, die hereingerufen wurde.„Also auf einen guten Aniung, eine gute Fortsetzung, eine gute Vollendung!" Die Gläser sießen klingend zusammen. Köln=Melaten. P. H. * Dom Hosenrock. Die Frage, ob der Hosenrock ein auffälliges Kleidungsstück in unsittlichem Sinne ist, hat das Schöffengericht in Frankfurt(Main) in verneinendem Sinne entschieden. der Inhaber eines Restaurants mit Damenbedienung hatte ein Aber schon begann sich auch eine leise Wehmut in Herrn Lenbkes Pfingstfreude zu mischen. Gar zu gut fuhr das Schiff— ien Kapitän hatte man inzwischen auch an den Tisch gerufen und mit einem ordentlichen Männertrunk angefeuert— wie lange noch, dann kam Rüdesheim in Sicht und die schönste Lfügstfahrt neigte sich zu Ende. Und die Augen seiner reizenden Nchbarin leuchteten immer mehr! Sollte er oder sollte er nicht? Er guckte seine rosige Nachbarin einmal von der Seite an: nach Witwe sah das blonde, braunäugige Rubenssche Bild nicht au. In Berlin hätte man sie vielleicht auf geschiedene Frau tiriern können, aber hier kam das eigentlich nicht vor. Itzt drängte alles nach vorn. Vor der Enge des Binger Lts lag, wie hinter einem hohen Tore, im herrlichsten Pfingstsonnenglanze der Rheingau. Eine helle glitzernde Wasserfläche tat sich auf mit Inseln, die wie die Auen der Seligen geheimnisvoll i üppigem Grün auf dem opalfarbenen Rheine schwammen, bewacht von den Bergen mit den verheißungsvollen Weinnamen. Von der Höhe links grüßte der Niederwald, rechts die Rochuslapelle. Und unten, ganz nahe schon, sah drohend Bischof pattos Mäuseturm und blickte die uralte Ruine Ehrenfels auf die Menschlein und die Schiffe und das lustige Treiben. Uralte Kultur und moderne Welt mischten sich hier zu eigenartigen Bildern. Die Begeisterung auf dem Schiffe hatte ihren Höhepunkt erreicht. So jung kam man nie mehr zusammen, so lachte das Leben niemals mehr! Die jungen Leute tanzten und sangen in die Musik hinein. Vom Lande winkte alles mit Tüchern und Sonnenschirmen dem weißen Schiffe zu, das die Freude und das Glück selber zu tragen schien. „Nun?“ frug die schöne Frau Müllens Herrn W. G. Lembke lächelnd,„haben Sie denn schon einmal so etwas Fröhliches mitgemacht?“ „Nein, in meinem Leben nicht,“ versicherte der ehrlich.„Und werde es wohl auch niemals wieder so schön finden. Nur eines ist schade... schade...“ „Was denn?“ „Daß es nun so bald zu Ende sein soll! Denn so wunderbar das Städtchen da oben auch aussieht: es ist Rüdesheim, und da scht's nicht weiter. Es waren die unvergeßlichsten Stunden... und...“ Sie streifte Herrn Lembke mit einem schelmischen Blick. „Ach, für Sie kommen doch noch viel schönere, Herr Lembke. sie müssen heiraten, denn es ist nicht gut, daß der Mensch elein sei. Und dann machen Sie Ihre Hochzeitsreise an den shein, und wir wollen wetten, daß Sie den Tag noch viel töner finden als heute.“ „Kann ich mir kaum denken.“ „Ich versichere Sie, so ist's. In Rüdesheim wartet mein tun auf mich, und da wird's auch für mich erst ganz richtig! 9 freue mich, wenn Sie den kennen lernen.. perr W. G. Lembke hatte gerade die Hand seiner Nachbarin kreifen wollen. Nun aber ließ er die seine, wie vom Schlage koffen, sinken. „Aber... aber meine Gnädige, das ist grausam!“ Die hübsche Frau sah ihn ganz harmlos an.„Ja, was denn?“ aber begriff sie und lachte, lachte— das unbekümmerte hägliche Lachen der Schönen auf den Rubensschen Bildern. „Aber nein, Herr Lembke, das ist doch hoffentlich nicht grausam, ich verheiratet bin? Haben Sie es denn wirklich anders edacht?“ „Ja. Sie sprachen doch nicht von Ihrem Mann.“ roch glaube, Sie sprachen auch meistens, Herr Lembke. Und se, frugen mich ja nicht danach.“ sein, es war wirklich beinahe hinterlistig!“ Herrn Lembkes uß versuchte in so tiefer Betrübnis zu schwimmen, als es s edle Rheinwein und der Sekt zuließen. „Nehmen Sie's nicht tragisch,“ tröstete Frau Müllens. Aber Schalk lag in ihren Wangengrübchen.„Das meinen Sie nes jetzt nur so. Und dann, eine Rheinländerin paßt auch polizeiliches Strafmandat erhalten, weil die Kellnerinnen in seinem Lokal in Hosenröcken servierten. Das Gericht sprach ihn mit der Begründung frei, daß man den Hosenrock nicht als unsittliches Kleidungsstück ansehen könne. ** Ein teueres Kraut. Die 37 Jahre alte Marie Rech in Paris fertigte seit einigen Jahren eine große Menge von Zigaretten an, wozu sie den Tabak aus den staatlichen Verschleißstellen bezog. Da in Frankreich bekanntlich strengstes Tabakmonopol besteht, das sich auch auf die Herstellung von Zigarren und Zigaretten bezieht, so machte sie sich damit eines Vergehens gegen das Monopolgesetz schuldig und wurde, als ihre heimliche Zigarettenerzeugung herauskam, zu einer Geldstrafe von 119634 Franken verurteilt; im Nichteinbringungsfalle muß sie zwei Jahre im Gefängnisse absitzen. Sie hat im ganzen 635 Kilo Tabak verarbeitet, indem sie Zigaretten anfertigte, die ein wenig größer waren als die staatlichen und die sie an Liebhaber verkaufte. Spiel= und Rätsel=Ecke. Pfingst=Problem. 5 9 gar nicht für Sie. Das ist ja alles einmal ganz schön für einen Tag wie heute: Pfingsten auf einem Rheindampfer ist ja so'n bißchen wie grüne Fastnacht. Aber auf die Dauer ist das nichts für Sie, und am Pfingstdienstag sind Sie herzlich froh, daß Ihre flüchtige Bekanntschaft schon einen Mann hat und sogar zwei ganz große Schlingels von Jungen.“ „Hm, hm,“ machte zweifelnd Herr Lembke. „Für Sie ist doch eine Berlinerin die Richtige. Schicken Sie mir ja nur Ihre Verlobungsanzeige, wir schreiben Ihnen unsere Adressen auf! Und recht bald, Herr Lembke; es wäre schade um Sie, wenn Sie ein alter Junggeselle würden.“ Herr Lembke strich sich bedenklich über sein Haar, wo er hinten unterm Panama eine lichte Stelle kannte. „Ach, meine verehrte gnädige Frau... sollte ich es nicht am Ende schon sein?“ „Selbst dann brauchte es ja nicht so zu bleiben. So, und nun lassen Sie nicht länger den Kopf melancholisch hängen; es steht Ihnen wirklich viel netter, wenn Sie lustig aussehen. Und sagen Sie mir, daß es sehr hübsch heute gewesen ist.“ Herr Lembke seufzte zum letzten Mal, zog dann mit einer Hand den flotten Hut ab, legte die andere auf die Stelle seines eleganten Sommerrockes, unter der sein unverfälschtes Berliner Herz schlug, und sprach nicht ohne Bewegung: „Und wenn es selbst so kommen sollte, wie Sie es wünschen— unmöglich ist es ja nicht, und esie- ist wirklich sehr hübsch und schick und will mich gerne nehmen— so würde ich immer noch sagen: Dieser Tag wäre wenigstens einer der schönsten Tage meines Lebens gewesen.“ „Das ist nett von Ihnen, sehr nett! Da wünsche ich Ihnen heute schon alles Glück. Und nun sehen Sie: dieser einen, die also richtig schon in Sicht ist, wäre es doch furchtbar leid, wenn ich Witwe wär’ und Sie ihr wegen einer Fremden untreu würden! So ist also alles aufs beste eingerichtet, und ich sage auch: es war reizend heute... Nein, bitte, küssen Sie mir die Hand nicht; das sind wir hier am Rheine nicht gewöhnt und haben's auch nicht gerne. Und da sind wir nun glücklich in Rüdesheim— und drüben steht auch mein Mann.“ * Am nächsten Morgen wurde Herr W. G. Lembke ganz früh davon wach, daß er ganz laut„Verehrteste gnädige Frau“ gesagt hatte. Er guckte ein wenig scheu nach dem Bette des Referendars herüber. Aber der lag im grauen Dämmerlichte tief in seinen Kissen vergraben im festen Schlaf der Jugend und merkte nichts. Ja, der konnte wohl schlafen und träumen, denn er hatte bei dem allerletzten Glase am Abend spät seinem Pseudoonkel anvertraut, daß er dem Fräulein Elsbeth Sievert Ansichtskarten schreiben dürfe und daß er sie im August mit ihren Eltern an der See treffen wolle und daß sie ganz famos zusammen paßten! Elsbeth— ja, er sagte wirklich schon Elsbeth— liebe Berlin so sehr, sie sei einmal vierzehn Tage da gewesen und möchte sehr gern in der Großstadt leben. Sie spiele furchtbar gern Tennis und habe einen Witz! Nein, der Onkel glaube gar nicht, wie nett das süße Mädel sei. Er, Erwin Bormann, wolle überhaupt nur ein rheinisches Mädel heiraten, und zwar gleich wenn er den Assessor gemacht habe; er brauche ja gottlob nicht zu warten und könne früh heiraten... Herr W. G. Lembke seufzte. Die Jugend, ja die Jugend! Haite die es gut auf der Welt! Die letzten Stunden des gestrigen Tages zogen an seiner Erinnerung vorüber. Ja, die waren ja wirklich auch noch lustig gewesen— er wollte nur gleich für Ellinghausens das schönste Blumenarrangement bestellen, das er auftreiben konnte! Fidel bis zum Schluß! Ach, so etwas Schönes wie diese Rheinfahrt genern erlebte man sicherlich nicht noch einmal. Es wollte ihm beinahe wieder etwas weichmütig werden. Aber dann kehrte er sich kurz entschlossen zur Wand, um wenigstens noch ein bißchen von seiner fröhlichen Pfingstfahrt zu träumen! W Rätsel. war heut bei der Schneiderin Und holte mir das Wort. Un da mir dieses sehr gefiel, Bestellt' ich mir sofort. Nachdem dem Wort den Kopf ich nahm. Dai, was alsdann zum Vorschein kam. Vogel=Versteckrätsel. In jedem der nachstehenden Sätze ist je ein Vogel versteckt enthalten. Die lauten diese? Ich traf in keinem Orte mehr Gäste an. In Hast Arbeiten zu verrichten, tut niemals gut. Auf dem Eise haben sie sich verlobt. Erreichen konnte er schon mehr, aber er war nicht fleißig genug. Im vergangenen Winter war es in Graz eisig kalt. Er ging im Pelz noch spazieren. Magisches Doppelquadrat. Südamerikanisches Gebirge. Männlicher Personenname. Kleiner Kahn. Gegrabenes Loch. Zeitvertreib. Die Ziffern in vorstehender Figiir sind durch Buchstaben zu erietzen; es ergeben alsdann die fünf Querreihen Worte mit der danebensteyenden Beseutung. Sind die richtigen Worte gefunden, so ergeden die durch fetten Druck hervorgehobenen Felder— ein auf der Spitze stehendes Quadrat—, wenn man mit dem mittelsten Buchstaben der obersten Reihe beginnt und von rechts nach links lieft, einen als Feftschmuck dienenden Baum. Telegraphenrätsel. .——— Amphibie. ———. Kornfrucht. .——— Liebhaberei. .——— Schlußstück. ———... Pferd. ——.— Feines Netzwerk. ——.——. Gewürz. Punkte und Striche stehen an Stelle von Buchstaben. Sind die bezeichneten Worte richtig gefunden und die auf die Punkte entfallenden Buchstaben aneinandergereiht. so ergeben diese einen Wunsch des Verlages und der Redaktion für die Leser. Silben=Aenderungs=Rätsel. Von den elf Worten: Salat Rubrik Parkett Trikot Gatter Kalla Plage Soeft Gespan Saldo Hasel ist die letzte Silbe zu streichen und dann durch eine der nachsteh nden zu ersetzen: bei bun dolf dom mus net ra spe tei trap tung Ist die Neuzusammenstellung richtig vorgenommen, ergeben die Endbuchstaben dieser Worte, vereinigt, einen Festschmuck. Bilderrätsel. (Die Auflösung folgt nächsten Sonntag.) Auflösungen der vorigen Rösselsprung. Gut ist's, einen Wunsch zu hegen In der Brust geheimstem Schrein. Mit dem Wahn, an ihm gelegen Sei dein volles Glück allein. Gut ist's, daß der Himmel immer Dir verschiebt die Wunschgewähr; Denn beglückt, du wärst es nimmer, Und du hofftest es nicht mehr. Rückert. Sprichworträtsel. Halt in allem Maß und Ziel, iß und trinke nicht zu viel. Versteckrätsel. Geduld überwindet alles. Charade. Bast—Ei. Bastei. Vexierdild. Bild auf den Kopf stellen, dann ist der Chauffeur links am Rande zu sbev. Einsetzrätsel. Kunst Eis Bahn— Stroh Dach Stuhl— Koch Gas Hahn— Zoll Amt Mann— Mund Kaub Tier. Edgar. Scherz=Vexierbild. Man verbinde 1 mit 5, 2 mit 6, 8 mit 3, 7 mit 4, dann wird der Esel durch die Verbindungslinien sichtdar werden. Wechselrätsel. Sa. Saal, Saat, Sack. Saft, Sage Sago, Salm. Salz, Same, Samt, Sand, Sang, Sara, Sarg, Saul, Saum, Saus. Bilderrätiel. Alle Schuld rächt sich auf Erden. Stataufgave. B: tB, pB, tK, tD, t8, pK,-D. c8, kA, kD; C: 19, pD, 99, cA, c10, cK, c9, kK, k9, k8. 1. Stich eB, pB, 19(—), 6. Stich ks, tA, KD, 2." pk, p9, pA. 7." p7, e8, K9, 3." KB, t8, c9. 8.„ ps, KA, kK, 4.„ p10, tK. pD(— 21), 9.„ 17, tD. c10(— 48), 5." 6D, cA, 07(— 35), 10.„ 4B, cK, t10(— 64). II. 1. Stich eB, pB, 19(—), 6. Slich p7, tD, c10(— 34), 2.„ pK, p9, nA, 7.„ kA, kK, k7(— 49), 3." kB, 18, 09. 8.„ kD, k8, 110, 4." p10, tK, pD(— 21), 9.„ ps, cs, K9, 5." cD, CA, t10, 10." 17, 1B, cK(— 55). Rätsel. Einsatz. Magisches Dreicck. P à P ur kurs erbse (Nachdruck und Nachbildung aller Teile untersagt.) Verantwortlicher Aedakteur: Jos. Bestler in Köln. Verasttwörtlhler Arenisen.. Rotationsdruck und Verlaa von J. P. Bachem m Nr. 29. um Nachdenken. Ein Mensch, der nicht mehr hofft und strebt, Der hat sich selber überlebt. + Wer eins in sich ist, ist alles. (2 Erziehung der Frauen zum Mut. Man hört öfter die Frage erörtern, woher es komme, daß die Frau trotz ihrer bekannten Fähigkeit, Leiden zu tragen und Schmerzen zu erdulden, dem Manne gewöhnlich an Mut nachstehe. Mir scheint, daß diese Behauptung nur dann richtig ist, wenn man den Begriff Mut als die freudige Zuversicht, einer Gefahr entgegenzusehen und ihr zu begegnen, auffaßt. Ohne Vorbereitung mitten in die Gefahr hineinversetzt dürfte die Frau den Mann an Geistesgegenwart, an einer auf Erfahrung beruhenden Umsicht, sich aus der schwierigen Lage zu befreien, an der Fähigkeit der schnellen Auswahl der Taktik, die Gefahr zu bestehen, vielleicht nachstehen, in der sittlichen Kraft, die Gefahr selbst zu überwinden, oder falls nötig darin auszuharren, oder gar mit Hintansetzung der eigenen Person für andere sich hinzuopfern, wird dem Manne jedoch kaum ein Vorzug einzuräumen sein. Was die Frauen in vielen Fällen mutlos erscheinen läßt, ist nicht eigentlich ein Mangel an persönlichem Mut als vielmehr die Furcht vor der Gefahr. Die Furcht aber ist einechtes Kind der Einbildungskraft, und daher eine charakteristische Eigentümlichkeit besonders solcher Frauen, die fern von dem Getriebe der Welt wenig Gelegenheit haben, die ihnen eigenen Kräfte und Fähigkeiten zur Tugend der Selbständigkeit auszubilden. Die Einbildungskraft ist es, die soiche Frauen in ihrem Baune hält und in dem sie ihnen Unheil oder Gefahren vortäuscht, die sich ereignen könnten, sie fortgesetzt in eine Art furchtsamen Zagens versetzt. Darum ist es erforderlich, das junge Mädchen frühzeitig zum Mute zu erziehen. Hülflosigkeit und Schwäche machen das Weib nicht liebenswert. Auch die starke, sich selbst vertrauende Frau braucht wegen dieser Eigenschaft an Sauftmut und weiblicher Anmut nichts einzubüßen. Nur die Frau kann im Familienleben ihrem Manne ein Trost, ihren Kindern eine Stütze sein, die heiteren Gemütes und voll froher Zuversicht die Wechselfälle des Lebens an sich herantreten läßt. Die heitere Lebensauffassung ist das beste Gegengewicht gegen die Auswüchse einer zu lebhaften Einbildungskraft, die nur zu leicht zu furchtsamem Pessimismus führt. Gerade weil die Natur dem Weibe neben einer stark ausgeprägten Einbildungskraft auch die Fähigkeit zum Ertragen und Leiden verliehen hat, sollte die Erziehung darauf gerichtet sein, die erstere in gesunde Bahnen zu lenken und die letztere an den kleinen Wechselfällen des Lebens zu stählen. Deshalb ist es die Pflicht einer guten Mutter, bei ihren Töchtern jede sich zeigende krankhafte Sentimentalität gleich im Keime zu ersticken. Nichts ist gefährlicher als in falscher mütterlicher Sorge das heranwachsende Mädchen vor jedem Lüftchen des praktischen Lebens ängstlich zu hüten. An kleinen Erschütterungen, Gefahren und Prüfungen, an einer der geistigen Tragfähigkeit des werdenden Menschen entsprechenden Belastung mit Sorgen, Mühen und Unbequemlichkeiten muß das Selbstvertrauen geschult, geübt und ausgebildet werden. Wie soll die Charakter= stärke sich bilden können, wenn man dem Kinde die Gelegenheit zu einer in frühester Jugend einsetzenden geistigen Disziplin versagt oder nur in ungenügender Weise zuteil werden laßt? Das neuzeitliche Leben in seiner ungemein komplizierten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwickelung bringt es ganz naturgemäß mit sich, daß die Frau weit stärkeren geistigen und sittlichen Erschütterungen, Versuchungen und Gefahren ausgesetzt ist, als das früher der Fall war, wo sie dem Leben der Welt weit passiver gegenüberstand. Ohne genügende Vorbereitung wird auch die gut beanlagte Frau den Kampf des modernen Lebens nicht bestehen können. Dazu ist eine systematische Erziehung in der strengen Schule geistiger Selbstzucht erforderlich, die unseren Töchtern die Gewandtheit, Zuversicht, Geistesgegenwart, Geduld und sittliche Kraft erst nach und nach anerziehen muß. Aber auch deswegen muß in der Gegenwart ein erhöhtes Gewicht auf die Erziehung der weiblichen Jugend zur Selbständigkeit, zu Mut und Entschlossenheit allen Wechselfällen des Lebens gegenüber gelegt werden, weil an die Leistungsjahigkeit der Frau und besonders an ihre Hülfsbereitschaft weit stärkere Ansprüche gestellt werden. Ohne diese Selbständigkeit, welche die Frau in die Lage setzt, jederzeit in schwierigen Lagen in ruhiger Geistesgegenwart sich zurechtzufinden, ist jede soziale Betatigung des Weibes unmöglich. Man wird nicht fehlgehen, wenn man manche Mißerfolge der Frauen in der Lösung der sozialen Aufgaben darauf zurückführt, daß es noch allzusehr an der aus der Selbständigkeit fließenden Kraft der Entschlossenheit fehlt. Das Bild, das Aristoteles von einem mutigen Manne entwirft, wird auch das Erziehungsideal unserer Mütter bilden dürfen:„Der mutige Mann wird Gluck und Unglück mit der gleichen Mäßigung ertragen. Er wird auch Lob wie Tadel mit ein und derselben Mäßigung hinnehmen. Weder wird ihn der Erfolg übermäßig begeistern, noch das Unterliegen entmutigen. Er meidet weder die Gefahr noch sucht er sie tollkühn auf. Er ist bedachtsam im Reden, aber falls die Sachlage es erfordert, spricht er seine Meinung frei und mutig aus und tritt dafür ein. Er bewundert freudig die Vorzüge anderer, da er keinen Ruhm für seine Person erstrebt. An Beleidigungen stört er sich nicht. Da ihm selbst nichts daran liegt, ob er gelobt oder andere getadelt werden, vermeidet er es, über sich oder andere zu reden. Er macht kein Aufhebens von kleinen Dingen und begehrt nach keiner fremden Hülfe.“ O Ehrliches Spiel. Was immer auch das muntere, kleine Völkchen zusammenspielt, man sieht seinem beweglichen Tun und Treiben jederzeit Zelonia. sonntagsbeilage zum Kölner Local-Anzeiger. gern zu. Eines aber will mir bei allem Kinderspiel nicht gefallen, und das ist das Unehrliche dabei. Wer sich die Mühe nimmt, die Kinderwelt in dieser Hinsicht zu beobachten, wird staunen, wie viele kleine Schwindler bei jedem Spiel ihr unehrliches Tun verraten. Da wird beim„Blindekuh“ schlau die Binde gerückt— beim„Verstecken“ guckt sich der Suchende während des„Plinzens“(Augenschließens) keck um, um zu sehen, wo die anderen ihr Versteck wählen— beim„Treffball“ will man nicht getroffen sein, obwohl es von der Mehrzahl bestimmt gesehen wurde— beim„Schrittzählen“ werden statt eines gleich zwei genommen— kurz: es ist ein falsches, unehrliches Spiel, wie es nicht sein sein soll, wenn es auch nur„Kinderspiel“ ist. Mag man was immer für Entschuldigung für diese kindliche Unehrlichkeit vorbringen— sie bleibt doch ein moralischer Defekt, wohl wert, von allen Erziehern ernstlich beachtet zu werden. Es wird eben den drolligen Kleinchen nur zu gern manche Unart, besonders beim Spiel übersehen, so daß dieselben leicht in dem empfänglichen der kindlichen Seele Wurzel fassen kann. Gewiß, nicht jede kleine Unart wird ein Taugenichts, ja man hat nicht wenig Beispiele, daß sogar recht„unartige“ Kinder später sehr brave und bedeutende Menschen geworden sind— aber mit diesen Tatsachen darf der Erzieher niemals rechnen, denn zu so glücklicher Entwickelung: vom Schlechtenz um Guten, haben jedenfalls immer besondere Umstände mitgewirkt, und solche Beispiele können nur als Ausnahme von der Regel betrachtet werden. Weit näher liegt die Möglichkeit, daß sich die kleine Unart zum großen Tagenichts entwickelt, und das müssen auch die Erzieher stetig im Auge behalten. Was kann aus solch kleinen, unehrlichen Schülern alles werden, wenn ihnen ihre Unart nicht beizeiten abgewöhnt wird! Zu Lug und Trug im Großen kann diese kindliche Unehrlichkeit die Wurzel sein— die Ursache zu des kleinen Falschspielers wie seiner Mitmenschen Unglück und Verderben! Angesichts so kleiner Schwindler muß man unwillkürlich an jenes Heer von Sträflingen denken, die wegen Diebstahls und Betrugs abjährlich verurteilt werden. Zweifellos dürfte manch einer, der als Verbrecher hinter Gefängnismauern schmachtet, bei aufrichtiger Rückschau in seinem Werdegang finden, daß seine Unehrlichkeit im Kinderspiel angefangen hat. Möchten daher alle Erzieher dem Spiel der Allerkleinsten schon besondere Aufmerksamkeit schenken und keine Unehrlichkeit dabei dulden! Das Spiel der Kinder muß ehrlich sein, wenn es nicht schaden, sondern wirklich erfreuen, unterhalten und so als ein wichtiger Faktor zu gesunder Entwickelung des kleinen Volkes für Körper und Geist gelten soll. R. Sylvester. O Frühling und Kinderlied. Von Klaus Döhne. Wer singt nicht gern, wer springt nicht gern in den jungen grünen Wald hinein? Wenn die Knospen überall schwellen und ihre zartschimmernde Pracht entfalten, wenn Veilchen und Schlüsselblümchen die Köpfchen heben und der Fink im Buschwerk pfeift— schwillt und trillert dann nicht auch das Menschenherz? Und nun gar, wenn wir noch so recht, recht jung sind, auf kleinen Füßen durchs Leben laufen, wenn wir noch Kinder sind— ei, da steigt uns solch ein Frühlingstag just so freudeselig ins Köpfchen wie den Veilchen und Schlüsselblumen. Nun hat es aber zu allen Zeiten Menschen gegeben, die immerdar Kinder blieben, und das sind— die Dichter. Sie wuchsen wohl heran zu großen, stattlichen Männern, aber Kinder blieben sie doch, im Herzen. Und weil sie Kinder waren, stieg ihnen auch der Frühling zu Kopfe, und sie mußten jubeln und singen, gerade wie es den richtigen Kindern auf dem Wiesenrain ergeht. Und sie gingen hin zu jenen Kindern und tanzten mit ihnen und sangen mit ihnen„Ringel, Ringel, reihe— Sind der Kinder dreie— Sitzen unterm Hollerbusch — Schreien alle husch, husch, husch— Sitzt nieder.“ Das ist einmal eine Lust! Ja, aber glaubt ihr denn, ihr fröhliches Dichter= und Kindervolk, daß nur ihr allein singen könnt? Da jommen just Mutters bunte Enten über die blumige Wiese gewackelt, dem Teiche streben sie zu. Auf dem Wasser blinkt die goldene Sonne, ei das gibt einen übermütigen Schnatterchor:„Patt, patt, patt— Wat sind uns Poten swatt!— Patter, pätter, plätter, platter — Nu man alle Mann tu Water— Watschel, watschel, pitsch, patsch——“ da schwimmen sie auch schon davon, die„swatten Poten“— schwarzen Füße, es sind nämlich gut plattdeutsche Gänse— werden sauber gespült, und das Lied ist aus. Wollen wir nun in den Wald laufen? Dort sproßt und klingt es ja am allerschönsten, denn„Alle Vögel sind schon da — alle Vögel, alle!— Welch ein Singen, Musizieren,— Pseifen, Zwitschern, Tirilieren!— Frühling will nun einmarschieren— Kommt mit Sang und Schalle.“ Plötzlich verstummen wir, lauschen in die zaubergrüne Waldestiefe hinein — war das nicht ein Kuckucksruf? Wirklich! Schnell fahren unsere Hände nach den Taschen, denn wer jetzt Geld darin hätte, der hat das ganze Jahr welches. Ein alter Volksglaube behauptet das. Aber die Kinder haben kein Hellerchen im Sack. Doch das macht nichts, wenn wir nur leben und fröhlich sind. „Kuckucksknecht— Sag mir recht— Wieviel Jahr' ich leben soll.— Belüg' mich nicht— Betrüg' mich nicht— Sonst bist du der rechte Kuckuck nicht.— Kuckuck, Kuckuck.“— Und nun hebt der Vogel an zu rufen; wir zählen: hundert— hundertzehn—— immer mehr——! Da singt der Dichtersmann, dem das Zählen längst langweilig geworden ist:„Es flötet eine Nachtigall— An uns'rer Gartentür.— Was singt sie denn mit süßem Schall— Wohl an der Gartentür?— So komm' doch her, und husch, husch, husch— Wir tanzen um den Hollerbusch: Reigenschwank und Rundeltanz— Ringel=RingelRosenkranz.“ Ja, Dichtersmann, du hast recht. Lassen wir den Kuckuck schreien und tanzen wir noch einmal. So, fassen wir uns an den Händen, schwenken wir uns und singen wir weiter das liebe Lied:„Wer soll die allerschönste sein— Frau Nachtigall sag' an.— Susannchen oder Gretelein— Oder die Mariann?— Die schönste Jungfrau wohlgetan,— Die tanzt mit unsrem Leiermann Ringel=Ringel=Rosenkranz.“ Ja, wo ist denn ein Leiermann? ruft Gretelein sich umschauend.—„Der wird wohl bei euch zu Hause sein. Mutter gibt ihm frischgebackenen Kuchen und süßen Wein. Aber, wir brauchen ihn auch gar nicht, wir machen ja selbst Musik; wir und die Vögel.“ So spricht der Dichter und fragt dann geheimnisvoll:„Soll ich euch etwas erzählen?“—„O, bitte, bitte!“— Da hebt er an:„Bei Gold, hähnchens war ich jüngst zu Gast;— Sie wohnen im grünen Fichtenpalast,— In einem Nestchen klein— Sehr niedlich und sehr fein.“—„Was hat es gegeben?"„Schmetterlingsei,— Mückensalat und Gnitzenbrei— Und Käferbraten famos,— Zwei Millimeter groß. Dann sang uns Vater Goldhähnchen was:— So zierlich klang's wie gesponnenes Glas.— Dann wurden die Kinder besehn;— Sehr niedlich alle zehn.— Dann sagt' ich: „Adieu" und„Danke sehr",— Sie sprachen:„Bitte, wir hatten die Ehr'— Und hat uns mächtig gefreut!“— Es sind doch reizende Leut'.*) Nein, die Kinder reißen beim Zuhören die Mäulchen auf— Was so ein Dichter doch alles erlebt!„Erlebt ihr nicht au Wundernettes?“ lacht der Sänger auf.„Seht mal, was konn da geflogen?“—„Ein Marienkäferchen," jubeln die Kinder. Und schon singen sie:„Marienwürmchen setze dich— Auf meine Hand, auf meine Hand— Ich tu dir nichts zu leide.— Es soll dir nichts zu Leid gescheh'n— Will nur deine bunten Flügeln seh'n— Bunte Flügel, meine Freude.“— Und da läßt sich das niedliche rote Käferchen wirklich auf eine Kinderhand herab. Wie wunderhübsch ist das Tierchen, wie die Blumen rings umher. Und im Weiterwandern, beim unermüdlichen Umherschauen, singen die Fröhlichen:„Das hat der Mai sich schön erdacht,— Daß er die Blümlein bunt gemacht,— Gelb, grün, und auch die blauen.— So rosenrot, so wunderweiß,— Es ist das reinste Paradies— Eia, da laßt uns schauen.— Wir loben auch die Vögelein— Und singen selber mit darein,— Zu zweien und zu dreien.— Heida, das wird ein feiner Tanz: — Die Mädels mit dem Rosenkranz,— Die Buben mit Schalmeien.“**) Wer nur dieses hübsche Lied ersonnen haben mag? Nun, auch ein deutscher Dichter, wie all die anderen lieblichen Sänge. Wenn ihr erst größer seid, werdet ihr sie noch näher kennen lernen, die Dichter und die Lieder, denn noch viel Schönes haben diese Männer ersonnen. Preisen ihre Lieder auch nicht alle den Frühling, vergessen hat den Lenz wohl kein Dichtersmann. Und der Lenzgesang ist für euch, die ihr im Lebenslenze steht, heut doch die Hauptsache. Sagte ich es euch ja schon:„Frühling, Kinder und Dichter gehören allemal zusammen.“ *) Heinrich Seidel. **) Adolf Holst. Jur Unterhaltung. * Laubmännchen und Ofingstquack. Klingt das nicht geheimnisvoll, lustig und frühlingshaft zugleich Laubmännchen und Pfingstquack: Was mögen das nur für Geschöpfchen sein? Nun, wir werden es gleich wissen. Wir haben doch alle schon von alten Volksbräuchen und Festsitten gehört, wie z. B. vom Eiersuchen zu Östern, vom Lichterbaum zum lieben Weihnachtsfest. Sind dies nicht schöne, sinnige Bräuche? Nun gibt es aber noch viele andere Gebräuche, allerhand Spiele, die besonders in vergangenen Jahrhunderten an den Festtagen geubt wurden. Werden sie heute auch nur noch selten ausgeführt, so sollten wir sie doch nicht ganz vergessen. Und nun können wir uns schon deriken, daß das geheimnisvolle Laubmännchen und der Pfingstquack Wesen sind, die mit demn Pfingstfeste zu tun haben. Und zwar sind es durchaus keine Märchenwesen, sondern recht lebendige aus Fleisch und Blut, just so wie du und ich. Nein, wie du allein, mein kleiner Leser, das ist noch richtiger gesagt. Denn allemal war's ein munterer Junge, den man zum Laubmännchen oder Pfingstquack machle. Eigentlich ist beides dasselbe, nur nach den verschiedenen Gegenden ist auch verschieden der Name. Von den vielen alten Pfingstbräuchen ist heute eigentlich nur noch das Ausschmücken der Häuser mit grünen Buschen, den „Maien", allen großen und kleinen Leuten bekannt. Und die Buben, von denen ich eben sprach, wurden auch mit Maien geschmuckt. In einigen Gegenden war's fur den Jungen eine Ehre, in anderen wiederum geschah es unter Scherz und Neckereien. Wir wollen nun erst einmal von dem Laubmannchen reden. Ein Dorfburschlein— alle diese Brauche wurden hauptsächlich auf dem Lande geübt— wurde von den Gefährten zu der Rolle ausgewahlt, in den frühlingsgrünen Wald geführt und dort so dicht mit Maienbüschen umbunden, daß nur noch die Füße zu sehen waren. Natürlich durfte er am Gehen nicht behindert sein, und vor den Augen wurde das Laub ein wenig auseinandergebogen, so daß er sehen konnte. Ueber dem Kopfe erhob sich der mit einem bunten Bande umwundene grüne Schmuck wie eine Krone. Das war also das geheimnisvolle Laubmannlein. Und wem's begegnet ware, oyne daß er es gekannt, dem hätte es wohl als Waldgeisichen erscheinen können. Das pfingsttiche Waldgeistchen aver begab sich ins Dor zurück, wobei es von der Gefährtenschar unter Singen die Straße entlang geführt wurde. Die Hauptsache dabei war, daß ihm n jedem Hause etwas Leckeres geschenkt wurde. Fast das Gleiche, wie dies Laubmännchen Thüringens, ist der Pfingstquack im Elsaß. Auch er wird geschmückt mit Grun, auch mit Blumen und Bändern und dann durchs Dorf gefuhrt. Auch ein Maibaum wird in seinem Zuge getragen. Groß und tlein lauft hier mit, und drollige Liedchen werden gesungen. Dabe werden eifrig Gaben gesammelt: Kuchen, Butter, Eler und anderes. Und zuletzt wird auf der Dorfwiese alles gemeinsam verzehrt. Nun aber will ich auch noch von einem anderen Laubmannch erzählen, bei dem seine Rolle mit Scherz und Neckerei verdunde ist. Diesen nennt man auch den faulen Lümmel oder belegt! mit ähnlichen, wenig ehrenden Namen. Denn es wird dere unter den Hüterbuben ausersehen, der am Pfingstmorgen spatesten seine Tiere auf die Weide führt. Er wird gang gar mit bunten Blumen behangen und dann, wie Lauoman und Pfingstquack, durch das Dorf gefüyrt. Auch hier Liedlein gesungen und Gaben erbeten. Und da die Baue gewiß nicht gegeizt haben, und das ganze Treiben Zurerz,„ wir's auch vorhin hörten, mit einem lustigen Schmause enderwird das Lümmelchen sich über die Neckereien nicht and gramt haben. Viel eher hat er sich wichtig getan, und sich?? 2 gewiß gut schmecken lassen. Und das wollen wir! wünschen, trotzdem er— ein Langschläfer ist. Bezugs wöchen!! Lostpreis m..— Pfngsten i nl die über #zigkeit kan Geistes, wel nehr vollend hnderte zu Erlösungswer u durch di Efenbarung vengestifteten Jesus hat ud in der# uen Anfeind nisen ist die aabe der Gewndende He Die Geschi versagenden nicht nur un die Jahrhun Grenzen der genug wäre. auch denselbe end gehen, der g eiwa in lel Fülle, alles Jugendfris Institution, kirche verwi inweist. D beiskräftig vegen wird dr Sünde i Lie Welt w käfte, vone kirche erlebt gielle, und glaubt. 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