Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme marzellenstrasse 37. General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. Köln. Montag, 22. mai 1911. Das Kaiserpaar in Kö um dritten Male während seiner fast 23 jährigen Regierung wird am heutigen lage Kaiser Wilhelm II., begleitet von seiner Gemahlin und der Prinzessin Diktoria Luise, unsere alte Colonia, die Metropole der Rheinlande, besuchen. Wohl gibt es Städte in unserem Vaterlande, die alljährlich um die Zeit, da des lenzes Jauber die Natur mit frohen Farben schmückt, den höchsten Vertreter des deutschen Dolkes als ihren Gast begrüßen dürfen. Doch gerade der Umstand, daß der Kölner Bürgerschaft die Ehre des kaiserlichen Besuches bisher seltener zuteil ward, erhöht seine Bedeutung und macht nun diesen Kaiserbesuch ebenso wie die vom jahre 1891 und 1897 zu einem Ereignis. Das fühlten auch die Einwohner unserer Stadt und haben darum mit der Pracht des schönsten Monats gewetteifert, um Straßen und Plätze, Bürgerhäuser und öffentliche Gebäude mit farbenfrohem Schmuck zu zieren, um dadurch der Freude ihrer Herzen Rusbruck zu verleihen und den erlauchten Sästen ihren ehrerbietigen Gruß zu entbieten. Auf dem Rheinstrom liegt in festlichem Schmuck ein stattlicher leil der seine Fluten durchziehenden Dampfer in Parade. Eine herrliche Beleuchtung der Ufer und der hervorragenden Gebäude zu beiden Stromseiten wird abends mit dem Donner der Geschütze wetteifern, dem Kaiser zu zeigen, wie treu gesinnt ihm die Bevölkerung Kölns ist. Die dem Kaiser, so gilt auch seiner Gemahlin und der lochter, Prinzessin Diktoria Luise Kölns huldigung. Der Kaiser kommt von der Einweihung des Denkmals, das dem Hndenken seiner Großmutter, der Königin Diktoria, errichtet worden ist, und was die Pracht des englischen hofes, was der Reichtum fondons inmitten all der fürstlichen Gäste und des frohgestimmten Dolkes aufzubieten vermochten, das hat der Kaiser in diesen lagen geschaut. Die wird da Köln unmittelbar nach einer solchen Feier bestehen können? Die Stadt mit dem ewigen Dom vermißt sich nicht, den Wettbewerb mit der gewaltigen hauptstadt des britischen Reiches, mit der sie in früheren jahrhunderten so viele handelsbeziehungen verbunden haben, aufzunehmen. Wohl aber glaubt sie, das Höchste und Beste in der Veranstaltung eines echten Kaisertages zu leisten, wenn sie sich und ihren alten. in guten und schlimmen lagen bewährten und gefestigten Ueberlieferungen treu bleibt. Die Delt am Ende des 19. jahrhunderts steht unter dem Zeichen des Verkehrs, das ist eines der geflügelten Worte, die Kaiser Wilhelm II. gesprochen, ein Wort, dessen Wahrheit alle Zeitgenossen anerkannt haben. Nun ist es gerade ein großartiges technisches, dem Verkehre dienendes Werk, die Hohenzollernbrücke, das die äußere Veranlassung des Kaiserbesuches ist. Ein neues und modernes Dahrzeichen der alten Hansastadt Köln, erhöht durch den schmuck der Reiterstandbilder unseres gegenwärtigen Kaisers und Königs und des Kaisers Friedrich glorreichen Hndenkens, dessen Enthüllung unser Kaiser durch seine Hnwesenheit die Weihe gibt. Die Fertigstellung der Hohenzollernbrücke fällt in eine Zeit, da Köln einen neuen mächtigen wirtschaftlichen kufschwung begonnen hat. Auf seiner Fahrt durch die Straßen und Ringe der Stadt wird der Kaiser bemerken, im Gespräch mit den Behörden und den Vertretern der Gemeinde wird en es vernehmen, wie in fast allen Stadtvierteln durch regsame Bautätigkeit und künstlerische Gestaltung der Geschäftshäuser und läden, durch die Hnlage neuer Verkehrsadern von einem Ende des städtischen Weichbildes bis zum anderen die unverwüstliche Triebkraft der Stadt in handel, Gewerbe und Verkehr zur Seltung kommt. Doch der 6lanz und die Weihe dieses Tages werden nicht in äußerer Zier, nicht in blütendurchwirkten Laubgewinden und in wehenden Fahnen und Dimpeln sich erschöpfen— höher, dauernder als der äußere Schmuck steht die Gesinnung, welche die Bürger Kölns beseelt, die treue Hnhänglichkeit an den obersten Träger der Reichsgewalt und das unerschütterte Vertrauen auf seine wohlwollende nnd gerechte Denkweise, die er sowohl der Stadt Köln wie den schönen Rheinlanden überhaupt seit seinen Ingendjahren schon so oft bekundet hat. Möge der Kaiser am heutigen Tage in Köln den Eindruck empfangen, daß ihm hier die liebe des freien Mannes entgegenschlägt und daß hier Fürst und Dolk das feste Band des Vertrauens und der Treue umschlingt! Aus dieser Ueberzeugung heraus fassen wir unsere Gefühle und Gesinnungen am heutigen lage zusammen in dem Dunsche: Gott erhalte, 6ott segne unseren Kaiser! *"* Köln in Erwartung des Kaiserpaares! Unsere Stadt stand am gestrigen Sonntag schon im Zeichen de: Kaiserbesuches. Gewaltige Volksmengen benutzten die Gelegenheit, die ihnen der freie Sonntag bot, um das Festgewand der Stadt die den Kaiser erwartet, zu besichtigen. In dichten Scharen fluteten die Menschen durch die Straßen; die Straßenbahnen vermögen sich kaum durch die Menge zu winden, und gar erst die Droschken und Automobile, die in fast endloser Reihenfolge Neugi erige befordern! Besonders auf den breiten Ringstraßen und am Rheinufer entwickelt sich da ein so lebhaftes Verkehrsbild, daß selbst unsere in dieser Hinsicht„verwöhnten“ Großstädter ihm ihre Aufmerksamkeit schenken. Ganz Köln, möchte man sagen, ist auf den Beinen; aber auch die anderen rheinischen Städte haben eine Menge Schaulustige geschickt, und die Bewohner des platten Landes fehlen nicht. Wo die via triumphalis, die im Entstehen ist, durch wuchtige Torbauten eingeengt wird, staut sich der Ver kehr, die Massen schwellen immer stärker an und formen sich immer dichter, bis der Knauel sich hinter den Türmen und Bogen wieder entwirrt und seine geordnete Auflösung findet. Die Menge hält sich musterhaft; es liegt eine frohe Erwartung über ihr. Ihren Mittelpunkt findet Die Ausschmückung in der Umgebung des Domes, im Herzen der Stadt. Des Domes edle Formen wurden ja keinerlei Behang ertragen können. Von den Domterrassen flattern auf hohen Masten wirkungsvolle Fahnen von eigenartiger Form und Zeichnung. Zwischen den Wasserstrahlen des Petersbrunnens fallen Blumengirlanden nieder und von der dahinterliegenden Brustung der Terrasse leuchtet die Rose in hundertfacher Haufung Dem Domblatz versucht man durch die Ausschmückung wenigstens in etwa wieder den Charatter des Geschlossenen zu geben. Nach dem Margaretenkloster zu erhebt sich eine Reihe von Masten und Pylonen. Die Südseite des Domes erhält einen besonders festlichen Charakter durch säulengangähnliche, durch dichte Festons verbundene Dekorationen. Hier bewirkt einen prächtigen Eindruck auch das stilvoll geschmückte Tomhotel, ebenso das Exzelsior=Hotel. Hier ist besonders Wert darauf gelegt worden, die vornehme architettonische Wirkung der Gebäude nicht durch aufdringliche und unruhige Verzierungen zu stören. Die Architektur ist durch die Tekorationsstücke bzw. durch die Beleuchtung noch besonders betont und hervorgehoben worden. Die auf dem Deichmannschen Grundstücke sich dem Wohnhause anschließenden niedrigen Gebäude erforderten ihres unscheinbaren Ansehens wegen eine ganz besondere Ausschmückung. Es wurden die Zwischenräume der Fenster durch Tannengrun lisenenartig zusammengefaßt und auf diese Weise mit verhaltnismäßig geringen Kosten eine ansehnliche Wirkung erzielt. Im Bahnhof ist die große Empfangshalle einfach geschmückt. Die zur Brücke hinführende Rampe ist mit Girlanden überzogen. Besonders hervorzuheben ist die hübsche Dekoration vom Tach des Hauptbahnhofes über dem Fürstenzimmer. Sie besteht aus einem großen goldenen Reichsadler mit Krone auf schwarzem schildförmig gestalteten Hintergrund. Die Umrisse sind mit annahernd tauseno Stück hellen und matten elektrischen Lämpchen besetzt, die in der Dunkelheit wundervoll wirken werden. Zu beiden Seiten befinden sich je ein kleines ebensolches Wappenschild mit dem Namenszuge bzw. A. V. und der Krone. Diese Dekoration ist an Stelle der bei Wind gänzlich versagenden Embleme mit Gasbeleuchtung getreten Vom Bahnhof begibt sich das Kaiserpaar sofort zur Hoyenzollernbrücke wo die Enthüllung des Denkmals Kaiser Friedrich III. stattfinden soll. Um den weiten Platz mit den massigen Formen des Portalbaues im Hintergrund als ein geschlossenes Ganzes erscheinen zu lassen, wird etwa auf der Mitte der Brückenrampe eine Ehrenpforte errichtet, in deren Mitte der Eingang liegt. Das prunkvolle Kaiserzelt hat seinen Standort in der Mitte, etwa 50 Schritte vor dem Brückenportal. Es ist ein nach allen Seiten offener Pavillon, gekrönt von einer goldenen Kaiserkrone, von der die dicken rot mit Gold durchwirkten Kordeln strahlenförmig über das fahlblaue Dach herunterfallen. Der Pavillon gestattet einen freien Blick in die Umgebung. Der übrige Bau ist außen und innen mit rotem Plusch umkleidet; breite Goldborten mit Fransen von mattem Glanz in nicht allzu uberladener Weise angewandt, bringen eine ausgezeichnete Wirkung hervor. Die Decke im Inneren aus elfenbeinfarbener Seide ist baldachinartig gerafft, während prunkvolle Teppiche den Boden bedecken werden. Der Eingang zu dem Zelt, der durch das aufgeschlagene und von zwei Stangen gehaltene Zelttuch beschattet wird, liegt dem Brückenportal zugekehrt; ihm gegenüber erhebt sich mit dem Rücken dem Portalbau zugekehrt die Tribüne für die höheren, befohlenen Gäste. Eine weitere Tribüne ist auf der rechten Seite der Straße errichtet; sie steigt stufenweise von der Jahrstraße bis unter das Denkmal des Kaisers an, jedoch so, daß der Treppenaufgang zum Frankenwerft freigelassen ist. Nach der Eisenbahn zu wird der Festplatz durch kleine Bogen=Wölbungen abgeschlossen; über die Geleise, auf denen durch Anschüttungen noch ein besonderer Platz für den Kölner Männer=Gesung=Verein geschaffen ist, führt ein breiter Laufsteg Schweres Flugunglück in Frankreich. französische Kriegsminister beim Beginn des Wettfluges Paris—Madrid getötet, der Ministerpräsident schwer verletzt. (Siehe Seite.) Bezugs-Preis in Köln, mit Sonntagsbeilage Celonia, wöchentl. 10 Pfg., monatl. 40 Pfg., auswarts 50 Pfg. Lostpreis mit der Sonntaas=Beilage Colonia M..50 3 Mon M..—(2 Mon.), M..50(1 Mon.), ausschl. IUlnstriertes Unterhaltungsblatt Welt und Zeit in Wort und Bild erscheint Freitags. Bezugspreis für die Bezieher des Rölner Local=Anzeigers 10 Ofg. im Monat, im Alleinbezug 50 Ofg. vierteljäbrlich. Anzeigen-Preis, 15 Osa. die einspaltige Zeile(#ritte und legte Seite 18 Ofg. Rölner Stellen= und Arbeits=Gesuche sowie Miet=Anzeigen für kleine Wodnungen bis zu 10 Heilen bei Vorausbezahlung 10 Ofg. die Jeile. Auswärtige 20 Ofg. dritte .— Seite 25 Ofg.). Reklamen 50 Ofg., zweite Seite 60 Ofg. für biefige, 75 Ofg. für auswärtige.— Offerten=Annadme 25 Ofa stelle: Fernspr. A420. Redakt.: A5231,5232,5233,5234. Seite 2. Kölner Local-Anzeiger Nr. 139* Montag, 22. Mai 1911. zum Kaiser=Friedrich=Denkmnal. Tribünen und sonstige Bauten werden auf dieser Seite nicht errichtet, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Der Portalbau, aus dessen Mitte auf Goldgrund der Name Hoyenzollernbrücke hervorleuchtet, wird außer einigen geschmackvoll eingefügten Girlanden von Tannengrün und seinen wehenden Fahnen keinen besonderen Schmuck aufweisen Von der Brücke aus beginnt die Rundfahrt des Kaisers. Zuerst wird Deutz berührt. Die alte Rampe der Brücke zieren grüne Gewinde, die alten Torpfeiler krönen lachende Blumengruppen. An der Kurassierkaserne unterbrechen grüne Girlanden die weiße Front, jeder Pfeiler der Umfriedigung des Deutzer Bahnhofes trägt lebende Blumenzier. In die flaggengeschmückte Freiheitstraße wird sich ein reizvoller Blick öffnen. Unter den Bogen der Eisenbahnunterführung her, die mit rotem Stoff drapiert sind, führt die Rundfahrt das Kaiserpaar über die Schiffbrücke, deren Geländer, Maschinen= und Wärterhäuschen, Sigualmasten usw. grune Tannengewinde umranken. Am Ausgang der Schiffbrücke erhebt sich ein Triumphbogen, der wohl das bedeutendste Moment im Schmuck der Stadt darstellt. Zwei mächtige Türme, je von der Kaiserkrone gekrönt und je von vier stilisierten Adlern in der Höhe des Torbogens umgeben, streben elegant empor. Die Konturen des Baues in Weiß, die großen Flachen lebendes Grun, der Bogen selbst durch Rot hervorgehoben, Kronen und Adler mattgold, das alles klingt zu zarter und seiner Farbenharmonie zusammen. Wie Perlenschnüre laufen Tausende von Glühbirnchen den architektonischen Linien entlang und schaffen glitzernde Umrisse, ihren höchsten Effekt in den Kaiserkronen ausstrahlend. Von diesen Türmen aus sollen Fanfarenbläser das Kaiserpaar begrüßen. luf der Strecke von der Schiffbrücke bis zur Dombrücke nehmen zahlreiche Vereine mit ihren Bannern bzw. Fahnen Aufstellung. Die Dekorationen der Straße sind deshalb so gestaltet, daß nur hohe Bannermaste zwischen den Lichtträgern der elektrischen Lampen aufgestellt werden. Diese erhalten Schmuck durch Banner und Fahnen in den Kölner Farben, sowie Girlandengewinde. Die Lichtmaste werden in der Dekoration selbst hervorgehoben. Das Stapelhaus wird von der Stadt in üblicher Weise durch Girlanden und Fahnen geschmückt werden. Reichen Girlandenschmuck erhält weiter die Niederlage der Speditionsfirma Heimann uno der Bahnhof der Köln=Bonner Kreisbahn. Auf dem Hofe des Hotel du Nord und vor der Garage Sauer werden eine große Anzahl von Tannen eingepflanzt, so daß sich dem Beschauer von der Hohenzollernbrücke selbst die sonst anspruchslosen Hofflächen in besserer Aufmachung darbieten. In die Feststraße bringen auf dem Kaiser=Friedrich= Ufer die Kriegervereine, die hier auf der Stromseite Spalier bilden, eine ernste Note. Die geschlossenen Reihen der ehemaligen Krieger wurden hier ins einzelne gehenden Schmuck verdecken; es ist deshalb darauf verzichtet. Auf der anderen Seite ist das Bild farbenprächtig und heiter. Hier schwingen sich von Baum zu Baum den Weg einfassend flotte Girlanden, und vor jedem Baum soll eine von drei lieblichen, weiggetleideten Mädchen gebildete Gruppe stehen, ein auf niedrigem Postament stehendes größeres Mädchen bietet abwechselnd einen Kranz und einen Blumenkorb dem Kaiser dar, deren herabhängende lange Schleisen von kleineren Mädchen gehalten werden. Vor der eurwurdigen alten St. Kunibertslirche, deren architektonisch schöne Linien burch keinertei Schmuck gehoben zu werden brauchen, ist ein Palmenham geschaffen. Er bildet den Hintergrund für die kolossale Buste des ersten deutschen Kaisers, die von Schülerinnen der rochterschule der Ursulinen huldigend ungeben werden soll, während im Vordergrund eine in zart blau und weiß gekleidete Mädchenschar auf dem frischen grunen Rasen unter Palmen anmutig gruppiert mit goldigen Ginsterzweigen dem Kaiserpaar ein Willkommen entbietet. Gleich daneben dürfte sich ein ebenso liebliches Bild entwickeln, das die mittlere Mädchenschule ll an der Niederich= straße stellt. Auf zwei hohen terrassenförmigen Aufbauten, von prachtigen Palmen getront, stehen rote Feuerdorn-Girladen tragende Madchen in Weitz, wahrend kleinere Mädchen den unteren Absatz der Aufbanten in malerischer Stellung besetzt halten. Den Mittelpunkt bilden auf stufenförmigem Aufbau eine Gruppe, die das Kölner Wappen, von mächtigem Kranz umschlungen, hält. Alle Gruppen sino durch prächtige mit Feuerdorn durchwirkte Festons beronnden. Die gunze linke Seite des Weges bis zum Türmchenswan wird die Merlosche Töchterschule einnehmen. Von der Weckschnapp, dem Wahrzeichen des mittelalterlichen Kölns, wird ein machtges alttolnisches Banner den Kaiser begrüßen. Die zahlreichen herrschaftlichen Häuser weisen hier einen vornehmen Schmuck auf. Drei wichtige Punkte für die via triumphalis sind die Kaiserdenkmäler auf den Ringstraßen. die nuchterne Mauer der Kaponniere am Rhein gegenüber dem Kaiser-Friedrich=Denkmal ist durch grüne Tannenbäume verdeckt. Um so wirksamer hebt sich die monumentale Gartenanlage um das Tenkmal selbst hervor. Sie ist nötig gewesen, um den Blicken eine tähle Giebelwand links und einen Rohbau rechts zu entziehen. Gegen diese erhebt sich je eine schwere Hecke mit zwei Nischen, in denen blaue Postamente mit vergoldeten, von Bildhauer G. Grasegger entworfene Figuren,„Gerechtigkeit" und„Arbeit“ darstellend, sich erheben. Tavor bildet je eine gewaltige Kugel in Form einer geschorenen Baumes von fünf Meter Durchmesser den Nernpunkt der Anlage. Je sechs vergoldete stilisierte Löwen, ebenfalls von Grasegger, auf blauen Postamenten stützen die gewaltigen Rugeln, und mehrere vergoldete Früchte sind in dem Laub des Baumes verteilt. Ten vorderen Abschluß des Ganzen bildet eine 2½ Meter hohe Hecke. Der Schmuck des Denkmals selbst beschränkt sich auf die Anbringung einiger schwerer Girlanden und Kränze mit blauen Vandern umwickelt; blaue Blumen sind auch in Ketten an dem Aussatz der das Denkmal einfassenden Stützmauern angeordnet. Der Sockei der Figur ist durch vergoldete Lorbeergirlanden hervorgehoben. Die Gesamtanlage macht einen großzügigen, malerischen Eindruck. Die prachtigen Anlagen, die sich hinter dem Denkinal an der Stelle entlang ziehen, auf der der alte Hafen sich ausdeynte, können in ihrem naturlichen Schmuck nicht durch kunstliche Mittel gehoben werden. Man hat sich deshalb damit begnügt, an der nördlichen Straßenseite von Baum zu Baum Girlanden anzubringen, und selbst deren dunlle Tannenfarbe sticht nicht vorteilhaft von dem frischen saftvollen lebendigen Grün der Bäume ab. Außerdem wurde nur noch durch Fahnenarrangements Effekt erzielt. Den Eingang zum Hansaring schließt eine gewaltige Triumphbogen=Anlage von Tannengrun ab, die sich nach beiden Seiten der Ringstraße mit je einem großen und einem kleinen Torbogen öffnet. Mit goldenen Kugeln ist ein diskreter Schmuck erreicht. In der Mitte wölbt sich die hohe Anlage nach dem Hansaring zu und aus den niedriger gehaltenen Vogen davor wächst eine hohe Säule empor, die von einer über zwei Meter hohen weiblichen vergoldeten Figur bekrönt ist. Am Fuße der Säule bieten goldene stilisierte Adler Ruhepunkte für das Auge. Gehoben wird die Wirkung noch wesentlich durch 60 weißgekleidete Mädchen der Drammerschen höheren Töchterschule, die auf einem Podium Aufstellung finden sollen. Mit ihren orangefarbenen Kopfkränzchen wird sich dieses Bild einheitlich und künstlerisch fein ausnehmen. Obschon das Eigelsteintor etwas abseits vom Wege des Kaiserpaares steht, so hat es doch nach der Seite zur Ringstraße Schmuck angelegt. Laubkränze betonen seine schöne Formen und von den Zinnen und oberhalb des Wehrganges wehen alte Banner der Stadt in festlicher Weise. Hinter der Triumphpforte bietet der Hansaring, in den wir nun eintreten, einen hübschen Anblick. Auch hier, wo in dieser Zeit die Doppel=Allee schon einen farbenfrohen Eindruck macht, konnte dieser nur durch mit orangefarbenen Bändern durchwirkte Tannenfeston zwischen den Bäumen unterstützt und betont werden. Ta diese Verbindungen auch über die FußgängerAllee sich hinziehen, so ist dadurch ein Laubgang geschaffen, der durch die Farbenkontraste reizt, und da der Hansaring eine leichte Kurve macht, so tritt diese Wirkung auch auf eine lange Strecke deutlich in die Erscheinung. Viele Häuser haben sich diesem Charakter der städtischen Dekoration angeschlossen. Bei der Handelsschule ist der Schwerpuntt der Dekoration nach unten an den Eingang verlegt. Im mittleren Bogen erscheint eine überlebensgroße Figur der Colonia, die Linke auf das Wappenschild gestützt und die Rechte zu festlichem Gruß einladend ausgestreckt. Palmen und Lorbeer bilden einen wirksamen Hintergrund für das Bild, das von einer Pluschdraperie umgeben ist. Rechts und links sollen sich überdies die Schüler gruppieren. Auch das Kunstgewerbemuseum hat außer einer Girlandendekoration besonderen Anziehungspunkt für das Auge durch zwei 20 Meter hohe Bannermasten erhalten, die aus Blumenkörben sich erheben, welche ihrerseits auf grünbepflanzten Postamenten stehen. Schwebende Kränze an den Spitzen über den Bannern bilden einen wirksamen Abschluß. An der Nordseite des Kaiser=Wilhelm=Denkmals wachsen acht Fahnenmasten hoch empor, an denen vier gewaltige Banner in den preußischen Farben herabhängen. Sie tragen im oberen Felde ein W II. mit der Krone. Die gleiche Dekoration ist gegenüber auf den Pfeilern angebracht, welche zwei Kandelaber in einer Höhe von etwa sieben Meter umgeben. Im Gegensatz zu dem Orange tritt hier bei der Schmückung die violette Farbe vorherrschend in die Erscheinung. Die Girlanden sind mit Bändern dieser Farbe und die Kränze mit violetten Schleifen versehen. Mitten in den Anlagen erhebt sich das Denkmal der Kaiserin Augusta. Zu ihren Füßen breitet sich ein reicher Blumenflor aus. Das Hauptfeld mit rosa blühenden englischen Geranien wird durch eine dreifache Einrahmung gehoben: helle Geranien, dunkele Coleus und rosa Begonien. Den Hintergrund des Denkmals bildet eine apsisförmige Pergola, heckenartig mit Tannengrün besteckt und in den Feldern mit dunkelblauem Stoff bespannt. Die diese Apsis flantierenden Durchgänge sind durch vier weiß gehaltene Blumenkästen besonders hervorgehoben, welche mit lebenden dunkelblauen Blumen, zu den Stoffen passend, bepflanzt sind. Von diesem Denkmal geht die Fahrt nur mehr eine kleine Strecke die Ringstraße weiter, dann werden die Automobile in den Gereonshof einbiegen. An dieser Stelle ist wiederum eine gewaltige Triumphbogenanlage geschaffen worden, deren Oeffnungen aber nicht durchfahren werden, sondern die nur einen platzartigen Abschluß gegen den Hollenzollernring bilden soll. Dieser Abschluß besteht aus acht 6½ Meter hohen mit einander verbundenen und durch goldene Kränze geschmückten Pylonen, die seitlich durch zwei breitere Rundbogen enden. Als Betrönung der mit Tannengrün bekleideten Pylonen ist achtmal eine von Grasegger stilisierte vergoldete Fortuna angebracht. Sie schwebt auf einer Kugel und hält zu beiden Seiten Füllhörner mit hervorquellenden Früchten. Zwischen Gereon und Dom. Am Eingang zum Gereonshofe sind Maste aufgestellt, die durch eine Brustung unter sich verbunden sind und in ihren Spitzen die Kaiserfarbe tragen, während der untere Teil mit grunen Girlanden geschmückt ist. Die obere Verbindung ist durch schwere rote Rosengirlanden hergestellt, mit weißen Bändern, als Träger der stadtkölnischen Farbe. Die Straße selbst ist mit überdachenden Girlanden geschmückt, in welche weiße Rosen eingewirkt sind. Von den beiden Türmen der Gereonskirche flattern im Winde zwei Flaggen, und der Ausgang der Straße zum Gereonsdriesch ist in ähnlicher Weise wie der Eingang ausgestattet. Hier sollen hinter der Brüstung weiß gekleidete Mädchen Aufstellung finden und weiter ebenso bis zum Ausgang Gereonsdriesch, im ganzen etwa 1200. Die Mädchen in der vorderen Reihe sollen Girlanden mit roten und weißen Rosen tragen, um wiederum die stadtkölnische Farbe zur Schau zu bringen. Das Pfarrhaus von Gereon ist geschmackvoll mit Plüsch und Festons geschmückt. Der Blick über die Gereonstraße ist sehr befriedigend. Hier hat man die inmitten der Straße stehenden Masten für die elektrischen Bahnen recht geschickt zu einem festlichen Schmuck benutzt, indem man ihre Mittelpfosten und ihre Ausladungen mit Tannengrün und orangefarbenen Bändern umflochten hat. In dieser Straße haben aber auch die Anwohner miteinander in Pracht und Geschmack der Dekorationen gewetteifert, so daß ein sehr schönes malerifches Bild geboten wird. Das Gereonshaus hat seinen die ganze Front entlang laufenden Balkon mit Kränzen und Fahnen reich dekoriert, und im zweiten Stockwerk sind orangefarbene Behänge angebracht, die sich der Gliederung des Gebäudes glücklich anpassen. Das erzbischöfliche Palais ist ebenfalls mit solchen Behängen und Flaggen versehen und an dem, von Blumenarrangements flankierten Balkon ist der preußische Adler angebracht. Ihm gegenüber ist der Schmuck in wirksamster Weise dem Stil der Gebände angepaßt. Die Renaissance ist ja schon ein dekorativer Stil, der nur durch Farben unterstrichen zu werden braucht, um einen gefälligen und kunstlerischen Eindruck zu machen. Besondere Hervorhebung verdienen hier die Häuser der Herren Farina, Kellner, Architekt Thelen, Welter und Stein. Von Kattenbug bis Andreaskloster, also auf der Strecke, in der die großen Kölner Bankhäuser liegen, ist ein Bild zustande gekommen, das in seiner Eigenart und auch in seinem Glanz auf der ganzen Feststraße kaum überboten ist. Eine Farbensimphonie in Grün und Lila ist's, die man hier geschaffen hat. Bei Würdigung dieser Leistung sind zu berücksichtigen naturlich in allererster Linie die reichen Mittel der Bankhäuser, die gestattet haben, daß man die vom Architekten gegebene gemeinsame Idee in allen ihren Teilen aufs glücklichste durchfuhren konnte. In Rechnung zu stellen ist ferner die Tatsache, daß wohl in keiner anderen Straße Kölns so viele architektonisch bedeutende und unter sich ziemlich gleich wirksame Bauten aus den letzten Jahren auf eine verhältnismäßig kurze Strecke zusammengedrängt sind. Wenn man von der Gereonstraße her kommt, fällt das Auge sofort auf das Oppenheimsche Palais. In prachtvoller Wirkung sind auf das reichgegliederte Haus die beiden Farben grun und lila verteilt. Die unteren Teile des Hauses sind in Tannengrün gekleidet, neben und über den Fenstern sind lila Blumenkeiten angeordnet, die die Architektur nicht stören, sie vielmehr recht wirtsam hervortreten lassen. Zwei mächtige Eirlanden sind in schön geschwungenem Bogen über die durch drei Risalite gegliederte Frout gezogen. Etwas einfacher, indes nicht minder wirkungsvoll sind„— lila auch bei den Bankgebäuden verwandt. Uebergg# Bestreben, die Architektur der Häuser in ihren besondervollen Teilen zu heben und damit dem künstlerischen phargtt“ Gebäudes gerecht zu werden. Einen wirkungsvollen guss Kölner Bankenstraße bedeuten in ihrem Festschmuck das I und das Haus der Bergisch=Märkischen Bank: Die Geganst.—.— die Architektur dieser beiden großen Gebäude zeigen, offensars. auch in ihrer Ausschmückung.rn Die Feststraße schwenkt jetzt rechts nach dem Andregsflosteder enge Weg ist mit Girlanden von Tannengrün übershann: Bändern behängte Kränze sind an den Girlanden schwekant festigt. Dieser enge Weg bewirkt einen schönen Blick auf. St. Andreas, welche man an einem Teile des Querich Wappen, Flaggen, Girlanden usw. geschmückt hat. Erfreusce hat man den zierlichen Chor, dieses großartigste Denkmal der 2. gotik in Köln, von jedem Schmuck freigelassen; so weckt dieig: des Gotteshauses isoliert um so reizvoller. Treffsich u Zweifel die Ausschmückung des Hotels Ewige Lampe: di.## Andreaskirche zugewandte kahle, nur durch wenige Fenster### durchbrochene Wand des Hauses hat man durch Tannin##### gegliedert und ihr in bester Weise das Nüchterne genome Die Umgebung von Rathaus und Gürzenig An Unter Taschenmacher ist natürlich auch für hübschen### gesorgt und die Einleitung der Fahrstraße auf den gut bewirkt. Hier bestimmen eine große Anzahl von gut ercainGiebeln aus den verschiedensten Epochen im Verein mut der sa## Rathausfassade den Charakter des altkölnischen Marktplatzes: Ueberschneidungen des Rathausturmes, des Domes und der## von Groß St. Martin heben den Reiz des Platzes in nicht ee Maße. Bei der Ausschmückung ging man von dem Bestreben alle diese Reize durch die Dekoration des Platzes noch die Architektur der schmalfenstrigen Häuser durch einfache: landen aus Tannengrün noch schärfer zu betonen und eines jeden Hauses durch solche Tannenkonturen noch beien hervorzuheben. So gut es möglich war, wurden farbkorationen außer einigen Teppichen möglichst vermieden. Ten grün und reicher Fahnenschmuck vereinen die einzeinen pau# ihrer Eigenart zu einem einheitlich schönen Platzbilde. Um die Geschlossenheit des alten Platzbildes noch zu steun wurden auf der Platzkante Arkaden aus Tannengrün augzen 61 Bogen umspannen die vom Festzuge berührten Seiten desi## ren Marktplatzes. Goldene Kugeln krönen die Pfeiler, golden rote Schleifen schmücken die Bogen, deren schönster Schmuck.; Mädcher en wieße Wöbcher mit rude Schlöbcher, in den.#### Farben, das festliche Spalier bilden sollen. Am Abend wir#### Platz illuminiert, indem von Baum zu Baum Lampions aufgeti werden— kein prunkvolles Feuerwerk soll damit bewirkt mur sondern ein Platzbild von bleibender Wirkung. In den engen, den Altermarkt mit dem Gurzenich verbinde## Straßenzügen, der letzten Strecke der Festfahrt zum Gürzr: konnte der Festschmuck nicht in so monumentalen Werken. welchen die Ringstraßen geziert sind, zum Ausdruck gelangen bei der geringen Breite des Fahrdammes und der Lurgern## das Errichten von Aufbauten und Flaggenmasten im Interesse Verkehrssicherheit unterbleiben mußte. Hier hat man die Fo von portalartigen Gehängen gewählt, deren Linienfuhrung. Farbe dem lebhaften, manchmal etwas unruhig wirkenden schmuck solcher schmalen, unregelmäßig verlaufenden Stratzen einen geschlossenen Rahmen geben und damit eine einzeitliche Virkure verleihen. Weiße golddurchwirkte Stoffbahnen stehen dem Ernder Kränze und Girlanden gegenüber und ermöglichen eine.#### stige Wirkung auch bei der abendlichen Festbeleuchtung Der alte Pumpenobelisk auf dem Marsplatz ist zu einem dlumgeschmückten Brunnen geworden; aus dem mit lebenden Ble## gefüllten Achteckbecken sprudeln vier Wasserstrahlen empor, Blur gewinde vereinen sich zu einer zierlichen Laube, unter der an Brunnenpfeiler gelehnt, eine vergoldete Plastik von Joche— dem ganzen Werk einen künstlichen Mittelpunkt gibt. Von ker selben Künstler rührt die St. Georgstatue her, welche wi!. kleine Rolandfigur eine vorspringende Ecke in der Narin: schmückt. Der Gürzenich hat im Aeußern verhältnismaßig Schmuck erhalten; aber hier war man bestrebt, die Archttellut altehrwürdigen Hauses für sich wirken zu lassen. 97 an der Martinstraße sind Gasbeleuchtungskörper angebracht. Gürzenich fuhrt dann die Fahrstraße über den Heumarktzuen brücke. Das Königsdenkmal auf dem Heumarkt hat ee: stilvollen Obelisken umgeben, die indes das Denkmal#### hervortreten lassen. Auf den Obelisken sind Flammenbtrtg. geordnet, aus denen abends Feuer auflodern werden. DleFtt Wilhelm=Straße ist recht würdig geschmückt; von ihr aus## einen hübschen Blick auf das Ehrentor vor der Schifot##auf diese selbst. * Unter Oberleitung des Beigeordneten Rehorst haben.“ lerische Bearbeitung und Ausführung der Ausschmuctn Straßen und Plätze übernommen: Architekten#tu#### Klem. Klotz, Regierungsbaumeister F. Krüger, Agsergn Müller, Regierungsbaumeister Krings, Regierungsbautt Maler Hans Wildermann, Regierungsbaumeister e Architekt A. Hahn, Architekten Franz Brantzky, verumm: Karl Schauppmayer, Oskar Schütz und Ad. Haug,#######.„ und Bachmann, Th. Roß, Prof. Stiller, Klöckner, Regierungsbaumeister Erberich, Archttettcz; Regierungsbaumeister L. Schweitzer und Körfer, Regierungsbaumeister Max Stirn, Diözesanbaume Architekt Stephan Mattar. AussgundDiesen Herren, die der Bürgerschaft bei der Ausschlicte Rat und Tat uneigennützig zur Seite standen. herzlichste Dank aller. * Zum Kaiserfest werden außer dem Kaiserpaar und..! Viktoria Luise hier eintreffen unter anderem:#####na zu Wied, Generaloberst v. Plessen, Oberhofmars burg, Wirkl. Geh. Rat v. Valentini, Oberhofmeit Vizeoberzeremonienmeister Dr. von der Knese v. Breitenbach, v. Tallwitz und Dr. Lentze, Oberprase„.1 baben, General Frhr. v. Lyncker, Generalarz— ge# Generaladjutant Admiral v. Müller, General v. v. Ploetz, Unterstaatssekretär Stieger. Besichtigung des Gürzenich. Morgen ist der Gürzenich von vormittags 11 bis abends. schaft zur unentgeltlichen Besichtien un wird gebeten, zu leisten. den Anweisungen der diensttuenden Kölner Local-Anzeiger Nr. 139* Montag, 22. Mai 1911. Seite 3. us Anlaß der Einweihung der Hohenzollernbrücke folgende Auszeichnungen verliehen: Komthurkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Stern: atsminister v. Breitenbach. Charakter als Wirkl. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz: rstaatssekretär Rieger. rone zum Rothen Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: ini, Eisenbahndirektionspräsident in Köln; chten, Professor, Geheimer Baurat in Berlin. oten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife: Tuaillon, Professor, Bildhauer in Berlin. Den Roten Adlerorden 4. Klasse: mann, Regierungs= und Baurat, Mitglied der Königl. ahn=Direktion Köln; Barschdorff. Regierungs= und Baurat ed der Königl. Eisenbayn=Direktion Köln; Baumgarten, ungsbaumeister, Vorstand des Betriebsamts! Köln; Dr.=Ing. Friedrich, Betriebsdirektor der Gutehoffnungshütte in ade; Dann, Gotthold, Ingenieur in Köln; Erkelenz, Karl, nasrat, technischer Eisenbahn=Obersekretär in Köln: Herwig, ungsbaumeister, Vorstand der Bauabteilung in Köln=Deutz; 2, Max. Inhaber der Brückenbauanstalt August Klonne in und; Riensberg, Karl, Direktor der Brückenbau=Aktlenges. in Benrath; Seiffert, Regierungsbaumeister, früher Vorder Bauabteilung IIl in Köln, jetzt in Hagen; Stein Saly, Direktor. Mitglied des Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft H. Gladenbeck u. Sohn, Bildgießerei in Friedrichshagen, haft in Berlin. en Stern zum Königlichen Kronenorden II. Klasse: midt, Wirklicher Geheimer Ober=Regierungsrat, Prasident der iserlichen Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß=Lothringen Straßburg, den Königlichen Kronenorden II. Klasse: Everken, Oberbaurat bei der Königlichen Eisenbahn=Direktion Köln, den Königlichen Kronenorden III. Klasse: Morant, Regierungs= und Baurat, Stellvertreter des Rheinstrombaudirektors in Koblenz, Ott, Franz, Direktor der Rhein= und Seeschiffahrtsgesellschaft in Köln, Riegelmann, Professor, Bildhauer in Berlin, Dr. Schmitz, Regierungsrat, Mitglied der Königlichen Eisenbahndirektion Koln, Den Königlichen Kronenorden 4. Klasse: Fandreyer, Bahnhofsvorsteher in Köln, Fischer Rudolf, Bauassistent in Köln, Frings Hermann, Eisenbahn=Obersekretär in Köln, Hahner Leopold, Ingenieur bei der Akt.=Ges. für Eisenindustrie und Bruckenbau, vorm. Harkort, in Duisburg, Heitkamp, Oberbahnmeister in Köln. Pilgram Friedrich. Inhaber des Baugeschäfts Fritz Pilgram in Mulheim(Rhein), Rickelt Ludwig, Oberingenieur, Chef der Brückenbauabteilung und Prokurist der Brückenbauanstalt Aug. Klönne in Dortmund, Rother, Oberbahnassistent in Köln, Schärer Ernst, Oberingenieur und Prokurist der Firma Grun u. Bilfinger in Mannheim, zurzeit in Koln, Spieß Otto, Ingenieur bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Akt.=Ges., Werk Gustavsburg bei Mainz in Hamburg. Das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens: Authes, Philipp, Obermonteur bei der Maschinenfabrik Augsburg=Nürnberg, Akt.=Ges. Werk Gustavsburg bei Mainz in GroßGerau; Heller, Alexander, Bauaussichtsbeamter bei der Firma Grun& Bilfinger, Alt.=Ges. in Mannheim in Tusseldorf; Klein, Emil. Maschmenmeister bei der Firma Grun& Vilfinger, Akt.=Ges. in Mannheim in Koln; Neuterchen, Ferdinand, Obermonteur bei der Firma Gutehoffnungshutte in Sterkrade in Koln=Deuß; Pampus, Robert, Obermonteur bei der Alt.=Ges. für Eisenindustrie und Brückenbau vorm. Harkort in Duisburg. Das Allgemeine Ehrenzeichen: Adams Peter, Schlosser bei der Akt.=Ges. für Eisenindustrie und Brückenbau vorm. Harkort in Duisburg; Austermühle August, Obermonteur bei der Bruckenbauanstalt Aug. Klonne in Dortmund, Becker Otto, Monteur bei der Bruckenbau=Akt.=Ges. Flender in Benrath bei Tusseldorf in Köln=Deutz; Brand August, Caissonvorarbeiter bei der Firma Grun u. Bilfinger, Akt.=Ges. in Mannheim in Wintersbach in Bayern; Bremel Sebastian, Bahnunterhaltungsarbeiter in Köln; Eichmeyer, Anton, Bahnhofsarbeiter in Köln; Eßmann Karl, Ranglermeister in Köln; Frolke August, Obermonteur bei der Dortmunder Union in Dortmund; Gonsiorowski Paul, Werkmeister bei der Firma Hein, Lehmann u. Co., Akt.=Ges. für Eisenkonstruktion und Bruckenbau in Dusseldorf; Gülich Franz, Weichensteller 1. Klasse in Koln, Hagedorn August, Werkmeister bei der Bruckenbauabteilung der Gutehoffnungshutte in Stertrade, Ihle Hermann, Monteur bei der Maschinenfabrik Augsburg=Nurnberg, Akt.=Ges., Werk Gustavsburg bei Mainz in Weisenau bei Mainz, Kauß Peter, Weichensteller 1. Klasse in Koln, Krautz Wilhelm, Weichenschlosser in Koln, Nordhoff Anton, Maschinen= und Montageschlosser bei der Brückenbauanstalt A. Klönne in Tortmund, Ostermann Wilhelm, Bruckenwärter in Köln, Clemens, Telegraphist in Köln, Schluter Wilhelm, Vorbei der Firma Union in Dortmund, Wittmann Johann, enschlosser bei der Maschinenfabrik Augsburg=Nurnberg, ###.=#es. Werk Gustavsburg bei Mainz in Hamburg. Die Kronenmedaille: witsch, Karl, Zimmervolier bei der Firma Grun& Bilfinger ir Köln=Deutz, Klinkhammer, Joseph, Maurerpolier im Baugeschaft der Firma Fritz Pilgram in Mulheim(Rhein, Steil Johann, Kapilan bei der Firma Grun& Bilfinger in Baerl bei Homberg(Rhein). „.. Den Charakter als Baurat: Bouressi Georg, Generalbevollmachtigter der Firma Hein, Lehmann& Cie. in Dusseldorf-Oberbilt, Eisenbahn=Bau= und Betriebsinspektor a. D. in Köln, Seifert Leonyard, Direktor der AktienGesellschaft fur Eisenindustrie und Bruckenbau vormals Harkort in Duisburg. (o Kirchenbau St. Maternus. In dem vor Jahren neu gegründeten Rektorat St. Maternus ist ein Kirchenbauverein ununterbrochen tatig gewesen, um die Mittel zum Bau einer Kirche zu sammeln. Die Angehorigen der neu zu grundenden Pfarre dürsten nun den lang gehegten Wunsch, ein eigenes geraumiges Gotteshaus zu besitzen, bald erfullt sehen. Dieser Tage traf namlich von der##gierung die Genehmigung der zum Dau vor! benötigten Anleihe em; mit den Vorarbeiten dürste demnacht begonnen werden und die Grundsteinlegung im Herbste dieses Jahres noch erfolgen. Der Entwurf zur Kirche ist bekanntlich von dem Kölner Architekten Mattar, dem Erbauer der Pauluskirche, geschaffen. Eine schreckliche Katastrophe beim Wettfluge Paris—Madrid. Vom französischen Blatt Petit Parisien war bekanntlich ein Rundflug durch Europa angeregt worden. Durch chauvinistische Treibereien kam ein solcher nicht zustande. An die Stelle des Rundfluges durch Europa wurde deutscherseits der deutsche Rundflug, französischerseits ein Rundflug Paris—Madrid vorbereitet. Letzterer sollte heute seinen Aufang in Issy=les=Moulineaux(Seine=Dep.), nahe bei Paris, nehmen. Ein entsetzliches Unglück bezeichnet diesen Beginn, worüder folgende Meldungen bei uns eingingen. a Issp=les=Moulineaux, 21.Mail91.(Drahtber.) Beim Start für den Wettflug Paris—Madrid stürzte heute früh.30 Uhr das Flugzeug des Fliegers Train, der wegen schlechten Funktionierens seines Motors nochmals landen wollte, in eine Menschenaruppe, wobei Ministerpräsident Monis, Kriegsminister Berteaux und ein höherer Offizier schwer verwundet wurden. Berteaux starb kurz darauf. Monis hat beide Beine gebrochen und mehrere Rißwunden im Gesicht, er klagt über innere Schmerzen. Man hofft, ihn wieder herstellen zu können. Ausführlicher wird gemeldet: Paris, 21. Mail911. Anläßlich des vom Petit Parisien veranstalteten Wettfluges Paris—Madrid hatte sich eine große Menge auf dem Flugfelde von Issy=lesMoulineaux eingefunden. Das Wetter war trübe. Es herrschte besonders in den höheren Luftschichten ein ziemlich starker Nordwind. Die Fluge solllen in Intervallen von fünf Minuten erfolgen. Bis 6¾ Uhr traten zwei Flieger den Flug an, mehrere andere gaben ihn auf, teils wegen des heftigen Windes. Ein von de Nissoi gelentter Aeroptan tippte, doch blieb der Flieger unverletzt. Gegen 6½ Uhr stieg der Flieger Train auf, der als kühner Flieger gilt und machte eine halbe Runde in einer Höhe von dreitig Metern. Man sah, daß der Apparat stark schwankte. Tram keyrte um und machte dabei der Menge, die Beifall spendete, mit der Hand Zeichen, sich nicht zu nähern. In diesem Augenblick sah man eine Gruppe das Flugfeld durchqueren, anscheinend vor dem Aeropian fluchtend. Train, in einer Höhe vor drei Metern fahrend, fuhr in die Gruppe hinein, die er nicht gesehen zu haben scheint oder der auszuweichen schon zu spät war. Sechs oder sieben Personen stürzten hin, teils unter dem Eindecker begraben, teils durch die Flugschrauben wie hingemäht. Ein Entsetzensschrei entrang sich der Menge. Tarauf erfuhr man, daß sich unter den Verwundeten der Ministerpräsident Monis und Kriegsminister Verteaux besanden. Berteaux soll von der Schraube ein Arm buchstäblich abgerissen worden sein. Monis erlitt einen Beinbruch und mehrere Kopfwunden. Der Flieger Train selbst blieb unverletzt. Ministerpräsident Monis wurde ins Ministerium des Innern geschafft, wo er in ärztliche Behandlung genommen wurde. Der Sohn des Ministerpräsidenten, Antoine Monis, erlitt bei dem Unglücksfall eine leichte Verletzung am Bein. Präsident Fallières begab sich sofort ins Ministerium, um sich über den Zustand Monis zu erkundigen. Auch die Minister kamen, wurden aber nicht zum Verletzten vorgelassen. * Paris, 21.Mail911.(Drahtver.) Ministerpräsident Monis blieb bei vollem Bewußtsein und ertrug mit großer Standhaftigkeit die Einrichtung des Unterschenkelbruchs und das Vernähen der Rißwunde im Gesicht. Monis leidet auch an innerlichen Schmerzen, die vielleicht auf Rippenbruche zurückzuführen sind. Monis fragte, ob es auch andere Verletzte gebe. Man verheimlichte ihm den Tod Berteaux. Prasident Fallieres besuchte Monis. Als sich der Aeroplan der Gruppe der offiziellen Besucher naherte, sprangen Monis und Berteaux beiseite und wurden vom Apparat erfaßt, der über den Kopf des einige Meter weiter befindlichen Polizeipräfetten Lepine hinwegging, ohne ihn zu verletzen. Ein im Elysee abgehaltener Ministerrat betraute den Minister des Aeußern Cruppi mit der verläufigen Füyrung der Geschafte des Kriegsministers. Berteaux wird auf Staatskosten beerdigt werden. * Paris, 21.Mail911.(Drahtber.) Ein Augenzeuge, der sich in der Gruppe der Verletzten befand, erzählt: Der Polizeipräfekt riet uns, uns auf die gegenüberliegende Seite des Flugfeldes zu begeben, da wir dort ein weiteres Gesichtsfeld hatten. Wir taten dies. Als wir ungefähr in der Mitte des Flugfeldes angelangt waren, sahen wir Train heraufliegen. Wir hätten zuerst den Eindruck, als ob er nicht recht wisse, was er tun oder wo er landen solle. Es schien dann. als wollte er einer Abteilung Kürassiere ausweichen, die gerade über das Flugfeld ritt. Berteaux, Monis und Lepine befanden sich mit mehreren Mitgliedern des Aeroklubs in diesem Augenblick links von den Kürassieren. Plötzlich machte Train eine Wendung, um zu landen. Ein Schraubenflugel erfaßte Berteaux, Monis und den Großindustriellen Deutsch=De la Meurthe. Berteaux, dem ein Schraubenflügel den Hals und den linken Arm zerschnitt und außerdem einen Schädelbruch verursachte, blieb auf der Stelle tot. Monis, der trotz seiner schweren Verletzungen bei vollem Bewußtsein war, verlangle, in das Ministerium des Innern gebracht zu werden. Die Aerzte legten erst einen Notverband an. Deutsch=De la Meurthe ist mit Quetschwunden davongekommen. Er erlitt einen schweren Nervenchoc. * Paris, 21.Mail9l1.(Drahtber.) Auf Wunsch des Ministerpräsidenten Monis ordnete das Ministerium des Innern an, den Wettflug Paris—Madrid nicht zu unterbrechen. * Paris, 21.Mail911.(Drahtber.) Ministerpräsident Monis ist fieberfrei, son Puls ist fast normal. Für die Betrauung Cruppis mit der zeitweiligen Führung der Geschäfte des Kriegsministers war die Rucksicht auf die marokkanischen Angelegenheiten ausschlaggebend. Da die Organisation einer Hülfskolvnne von Berteaux und Cruppi in gegenseitigem Einvernehmen vorbereitet worden war,= waren Fallieres und die Minister der Ansicht, daß Cruppi dazu bestimmt sei, die Verantwortung für die der Kolonne zu erteilenden Instruktionen zu ubernehmen. In einer heute vormittag abgehaltenen Beratung faßten die Minister keine Ernennung eines interimistischen Ministers des Innern ins Auge, da der Unterstaatssekretär Constant die Fahigleit besitze, die laufenden Geschafte zu erledigen. Schwierigkeiten wurden sich nur ergeben, wenn sich der Zustand Monis verschlimmern sollte. Doch erklärte der Arzt, daß der Zustand so befriedigend sei, wie nur irgend möglich, nur eine Verletzung in der Gegend der Leber scheine ernst zu sein. Antoine Monis, der Sohn des Ministerpräsidenten, erzählte über die näheren Umstände des Unglucksfalles: Die Gruppe der offiziellen Zuschauer sah das Fahrzeug in schwindelerregender Schnelligkei auf sich zukommen. Es sei heftig gegen seinen Vater gestoßzen, der niederfiel und dem das vielleicht das Leben rettete. Als er sich umwandte, sah er den Arm Berteaux's in einer Blutlage schwimmen. Einige Schritte davon lag die Leiche des Kriegsministers. * Paris, 21.Mail9l1.(Drahtb.) Im Hinblick auf das Unglück in Issyrlex=Moulineaux verschob der König von Serbien seine Reise nach Frankreich. Ein über das Befinden Monis' ausge gebener Krankheitsbericht besagt, der Unglücksfall hatte einen schweren komplizierten Bruch der beiden Knochen des rechten Unter schenkels zur Folge, der jetzt eingerichtet ist, ferner eine Quetschung und eine Wunde an den Augenlidern und im Gesicht, die vernaht werden muß. Die Augen sind unverletzt. Endlich erlitt Monis einen Bruch des Nasenbeins, wobei die Schädeldecke unverletzt blieb. Monis verspurt Schmerzen in der Brust und im Unterleib. Die Leiche des Kriegsministers, die gräßlich verstummelt ist, wurde ins Kriegsministerium übergeführt. * Berlin, 21.Mail9lk.(Drahtber.) Der Reichskanzler und der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Zimmermann, sprachen bei dem französischen Botschafter vor und sprachen ihr Beileid zu dem Unglucksfall aus, der den Ministerpräsidenten Monis und den Kriegsminister Berteaux betroffen hat. * Paris, 21.Mail911.(Drahtb.) Der deutsche Botschafter begab sich heute vormittag zum Präsidenten der Republik, um sein Beileid über die Katastrophe in Issyrlex=Moulineaux auszusprechen; er drückte dem Kriegsministerium, dem Ministerratsprasidium und dem Ministerium des Innern seine Teilnahme aus.— Die anlatzlich des Besuches des Konigs von Serbien geplanten Festlichkeiten wurden infolge der Ratastrophe abgesagt. * Paris, 21.Mail9l1.(Trahtber., Die Kommission des Aeroklubs beschloß, den Wettflug Paris—Madrid morgen fruh 4 Uhr wieder aufzunehmen. Der Zustand des Ministerpräsidenten. Paris, 21Mail911.(Drahtber.) Monis lag um 11 Uhr abends ganz still. Die Schmerzen am Bein haben nachgelassen, in Brust und Unterleib sind sie fast verschwunden. Aus Köln-Lindenthal. Der Minister des Innern von Dallwitz besichtigte heute morgen in Begleitung mehrerer Herren unter Fuyrung des Herrn Beigeordneten Dr. Krautwig die Krankenanstalt Lindenburg. Er wurde von dem gesamten Kollegium der Aerzteakademie und den Herren Professoren, der Schwester Oberin und dem Anstaltsverwalter in der Aula empfangen. ** Rönigliche Rosenamen. Als dereinst der russische Thron erbe in Darmstadt in der Kinderstube mit seinem„kleinen Liebling", der Prinzessin Alix von pessen, spielte, da nannten sich die beiden, die jetzt über 200 Millionen Untertanen regieren, Nicky und Sunny. Der Selbstherrscher aller Reußen ist für seine königlichen Verwandten immer noch Nicky, während die Kaiserin noch ihre intimen Briefe mit Sunny oder Alix unterzeichnet, wie er ihr in die Feder kommt. In Kopenhagen kann man heutigen Tages noch einen veralteten, außer Gebrauch gestellten Eisenbahnwagen betrachten, in dem vor vielen Jahren die dänische Königsfamilie und ihre Verwandten von der Hauptstadt nach Fredensborg zu fahren pflegten; auf verschiedenen Fensterscheiben findet man darin noch immer allerlei Namen mit kindlichen Zügen eingekratzt. Gerade über dem Namen Nicky steht der Name Sascha, der Kosename, mit dem sich der schlichte Alexander III. am liebsten anreden ließ; und auf derselben Scheibe, ebenso klein und unscheinbar, liest man Bertie und Alix, die Kosenamen des spateren Konigs Eduard VII. und seiner Gattin Alexanbra. Auch der verstorbene König von Tänemark figuriert unter diesen Autographen als Christian und ebenso seine Tochter, die spätere Zarin, als Tagmar. Der Deutsche Kaiser, der sich auch freilich in intimsten Briefen nicht herablaßt, mit der Koseform seines Namens zu unterzeichnen, heißt doch bei seiner Gattin und seinen vielen Verwandten Willi; von seinem Veiter George wurde er in ihren gemeinsamen Jugendtagen Bill genannt; George selbst, der heute auf dem englischen Thron sitzt, heißt noch immer im engsten Familienkreise Georgie wie damals, als er sich so in seinen Briefen, die er als Seetadett nach Hause schrieb, unterzeichnete. Königin Mary hieß lange Zeit allgemein Prinzessin May; aber sie mag diese Abkurzung nicht leiden. Sie laßt sich lieber von ihren Freunden und Verwanoten Toria nennen, und so unterschreibt sie sich auch in ihren Briefen. Die Königin von Norwegen heißt für iyre Nächsten Audie oder Maudie. Die Prinzessin Vittoria, ihre Schwester, wird Vicky genannt. Das erinnert daran, daß ja auch Kaiser Friedrich seine aus England stammende Gattin zeitlebens mit Vicky anredete. Die Prinzessin Heinrich von Battenberg, Tochter und Mutter von Konigen, läßt sich gern von ihren Verwandten Trixis nennen; während ihr Schwiegersohn, der König von Spanien, bei allen seinen königlichen Veitern Alsie oder Phonse heißt. Aus der Arbeiterwelt. §8 Eine Kundgebung für die christlichen Gewerkschaften. Mainz, 18.Mail911. Seitens der Berliner Bewegung wird versucht, in Mitteldeutschland Boden zu gewinnen. So hat man jungst erneut einen Vorstoß in Mainz gemacht. Dieses Vorgehen fand in einer Mainzer Versammlung christlichnationaler Arbeiter am 16. Mai einstimmig Verurteilung. Der Referent, Arbeitersekretär Frede(Offenbach a..), gab zunächst ein Bild der überaus schwierigen Lage der christlichen Arbeiter Mitteldeutschlands gegenuber der sozialdemokratischen Bewegung. Da teilweise 70 selbst 80 Prozent der Arbeiter in Orten der Sozialdemokratie angehörten, sei es doppelt bedenklich, die vorhandenen Schwierigkeiten noch zu vergrößern. Nachdem der Redner die Unhaltbarkeit der Berliner Theorien, sowie ihre praktische Undurchfuhrbarkeit nachgewiesen, wurde folgende Resolution angenommen:„Die Versammlung christlichnationaler Arbeiter der Stadt Mainz erklärt sich mit der Verurteilung der Berliner Bewegung einverstanden. Da die grund legenden Jocen und Begründungen derselben sich weder praktisch noch theoretisch rechtfertigen lassen, würde bei Ein- und Durch setzung dieser Bewegung im Bezirk eine große Gefahr und Schaden für die Arbeiterwelt daraus entstehen. Besonders schädlich würde diese Bewegung für Mitteldeutschland wirken, wo die Sozialdemokratie bereits den weitaus größten Teil der Arbeiter an sich gezogen hat. Diesem Uebelstand kann nur erfolgreich begegnet werden, durch eine Organisationsform, die es ernst nimmt mit ihren wirtschaftlichen Aufgaben, wie es seitens der christlichen Gewerkschaften geschieht. Die Versammlung gibt daher der Hoffnung Ausdruck, daß das bisher gute Einvernehmen zwischen konfessionellen Arbeitvereinen und christlichen Gewerkschaften bestehen bleibt. Damit dürfte die sicherste Gewähr gegeben sein, den Bestrebungen der soz aldemokratischen Bewegung mit Erseg, gegnen, sowie die religiösigeellen, Interessen der Arbeiter wirksam zu for starg, Beisall, den der Annahme der Resolution, wie auch de, sperden die„Berliner: beoener bei uno vogu Poden fur sie ist. In der volligen Ab. lehnung sind sich zuden die christlichen Arbeiter in ganz Mitteldeutschland einig. Seite 4. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 139&a Montag. 22. Mai 1911. Neues aus Köln X Die Festbeleuchtung bei der Rheinfahrt der Majestäten verspricht außerordentlich wirkungsvoll zu werden. Insbesondere haben die Anwohner der Rheinufer, wie sich auch bei Gelgenheit der an den letzten Abenden vorgeommenen Probebeleuchtungen gezeigt hat, in ganz hervorragend Weise sich bemüht, den Majestäten einen reizvollen Anblick zu gewähren. Von zuständiger Stelle werden wir darauf hingewiesen, daß es sich dringend emfiehlt, nicht mit Scheinwerfern den Strom zu bestreichen, da dies den Kapitänen der Festschiffe es unmöglich macht, sich auf dem Strom zu orientieren. 2. Zum Chef der Amtsanwaltschaft und Ersten Amtsanwalt wurde an Stelle des verstorbenen Staatsanwaltschaftsrates Dr. Rose, der Staatsanwalt Dr. Wandesleben ernannt. 6 Die Ofingstferien an den Volksschulen beginnen am Samstag, den 3. Juni und dauern bis einschließlich Donnerstag, den 8. Juni. Am Freitag, den 9. Juni beginnt also der Unterricht wieder. Die Ferien an den höheren Schulen beginnen am Freitag, den 2. Juni und dauern bis einschließlich Montag, den 12. Juni. Die Schiffbrücke bleibt in der Nacht von Montag auf Tienstag ausgefahren und verkehren die Fährboote Köln=Deutz nach Beendigung der Flottenparade von 11 Uhr des Abends ab ununterbrochen zwischen Köln und Deutz, sodaß dem Publikum hierdurch bequem Gelegenheit geboten ist, von Deutz nach Köln überzufahren. *l Dech. Bei der vorgestern abend abgehaltenen Probefahrt des Kaiserschiffes Kronprinzessin Cecilie, die unternommen wurde, um die genaue Zeitdauer der für Montagabend geplanten Festfahrt auf dem Rheine festzustellen, kam es zu einem Unfall, der für die Beteiligten, es waren etwa 30 geladene Gäste an Bord, noch einen glücklichen Verlauf nahm. Der Dampfer drehte unterhalb Köln auf, geriet angeblich durch einen heftigen Windstoß verschlagen, auf eine seichte Stelle an der Mülheimer Hafenmauer; der Dampfer fuhr auf und konnte nicht mehr vorwärts noch rückwärts. Ter das Schiff begleitende fiskalische Dampfer Preußen sowie das Begleitschiff Barbarossa versuchten, den Dampfer abzuschleppen, doch dauerte es etwa eine Stunde, bevor das Schiff wieder flott gemacht werden konnte. Glücklicherweise hatte der Schiffkörper keinen Schaden genommen. a Vergiftung durch Gas. Am Sonntagvormittag wurde in einem Hause auf dem Hansaring ein 50 Jahre alter verheirateter Naufmann in seiner Wohnung bewußtlos vorgefunden. Man brachte den Mann ins Augustahospital. Vermutlich war infolge eines Versehens der Gashahn offen geblieben. #. Taschendiebe und Einbrecher haben gestern gute Geschäfte gemacht. Es sind uns eine große Anzahl von Diebereien aller Art gemeldet worden, die durch den Menschenandrang in Straßen und Restaurationtslotalen und durch die Abwesenheit vieler Familien von ihren Wohnungen ermöglicht waren. Uhren, Portemonnaies, Schmuck usw. erheuteten die Spitzbuben in reicher Menge. Aus Köln-Lindenthal. 8 Zentrumsversammlung. Am künftigen Donnerstag(ChristiHimmeljahrt), den 25. d.., abends Punkt.30 Uhr, findet im Withelmsaale des Herrn Jean Bremer, Dürenerstraße 247, eine große öffentliche Versammlung der hiesigen Zentrumspartei statt. Als Reoner sind gewonnen die Herren: Dr. Schrömbgens, r. Scharmitzel und Pfarrer Kastert. Es darf wohl auf recht zahlreichen Besuch aller Parteifreunde(auch Damen sind willkommen) gerechnet werden. Aus Köln-Sülz. 5 Seinen Verletzungen erlegen ist in der Nacht zum Sonntag in der Krankenanstalt Lindenburg der dreijährige Knabe eines Arbeiters aus der Lechenicherstraße, der am Samstagvormittag in einem unbewachten Augenblick über das Geländer eines Balkons von der ersten Elage auf die Straße gestürzt war und sich dabei einen schweren Schadelbruch, schwere innere Verletzungen und außerdem noch einen Oberschenkel= und Unterschenkelbruch zugezogen hatte. Aus Köln-Ehrenfeld. . Die Wallfahrt nach lievelaer findet in diesem Jahre laut einstimmigen Beschluß der Generalversammlung der Kevelaervereininung am Sonntag und Montag, den 13. und 14. August statt. Volksverein für das katholische Deutschland. Die hiesige Ortsgruppe hält am Dienstag dieser Woche im Leobau eine Versammlung sämtlicher Vertrauensmänner aller vier Pfarrbezirke ab. Die Versammlung beginnt.30 Uhr. s Dierte internationale Radrennen. Die gestrigen Radrennen hatten nicht den gewohnten Massenbesuch aufzuweisen, es war wohl zu viel„los“ in Köln. Im Großen Kaiserrennen siegte im Gesamtklassement der Berliner Theile, moralischer Sieger war jedoch sein Landsmann Arthur Stelbrink. Im ersten Lauf kam er durch Unachtsamkeit seines Schrittmachers ins Hintertreffen, im zweiten Lauf blieb er jedoch überlegener Sieger. trotzdem er mit verbundener linker Hand fuhr, an welcher er sich durch einen Mückenstich eine Blutvergiftung zugezogen hatte. Im Maipreis siegte ebenfalls ein Berliner, Max Guilka, nachdem sein schärfster Gegner, Zeister, im zweiten Lauf infolge Lattelbruchs gestürzt war, ohne sich indes erheblich zu verinteressante Motocyelette=Rennen vervollständigten das Programm, das im übrigen infolge Motordesekle und falscher Starts erst eine Stunde später abgewickelt werden konnte, als vorgesehen. Die einzelnen Resultate sind folgende: Maipreis. Internationales Dauerrennen mit Motorschrittmachern über 10 und 20 Kilometer. Preise 400, 300. 200, 100 M. 1. Lauf 10 Kilometer: l. Georg Zeisler(Kolm) in=Minuten 57½ Sekunden. 2. Anton Timmermann(Amsterdam) 200 Meter, 3. Albert le Von(Antwerpen##00 Meter, 4. Mar Gnilka(Berlin) 810 Meter zurück. 2. Lauf 20 Kilometer: Max Gnilka in 16 Minuten 10 Sekunden, 2. A. Timmermann 1190 Meter, 3. A. le Von 1940 Meter zurück, 4. G. Zeisler, in der 39. Runde geGesamtklassement: 1. Mar Guilka 29.190 Kilometer. 2. w. Timmermann 28,610 Kilometer, 3. A. le Bon 27.560 Kilometer, 4. G. Zeisler. Großes Kaiser=Rennen. Internationales Dauerrennen mit Motorschrittmachern über 100 Kilomeler in 2 Lausen von je 50 Kilometer. Preise 2000, 1750, 1500, 1250 M. 1. Pauf Kilomstans 4. Fritz Theile(Berlin) in 38 Minuten 24 5/8 Sekunden, 2. Bobbie Walthour(Atlanta) 920 Meter, 3. Arthur Stellbrink(Berlin) 2650 Meter, 4. Piet Dickentman(Amsterdam) 3000 Meter zurück. 2. Lauf 50 Kilometer: 1. Arthur Stellbrink in 38 Minuten 7 7/8 Sekunken(Bahnrekord), 2. Fritz Theile 200 Meter, 3. Bohbie Walthour 430 Meter, 4. Piet Dickentman 1000 Meter. Der Sieger verbessert trotz verletzter Hand die Bahnrekords über 10 und 50 Kilometer. Gesamtklassement: 1. Fritz Theile(Berlin) 99,800 Kilometer, 2. Bobbie Walthour (Atlanta) 98,650 Kilometer, 3. Arthur Stellbrink(Berlin) 97,350 Kilometer, 4. Piet Dickentman(Amsterdam) 96.000 Kilometer. Motocyclette=Rennen über 15 Kilometer in 3 Läufen. Preise 300, 250, 200, 150 M. 1. Lauf 5 Kilometer: 1. C. Baudelocque(Amiens) in 3 Minuten 28 Sekunden, 2. A. Cussac(Brüssel) 5 Meter, 3. H. Rüttchen(Lüttich) 200 Meter zurück. 2. Lauf 5 Kilometer: 1. A. Cussac in 3 Minuten 32 1/8 Sekunden, 2. C. Rüttchen(Lüttich) 80 Meter zurück. 3. Lauf 5 Kilometer: 1. B. Baudelocque in 3 Minuten 25 7/8 Sekunden, 2. A. Cussac 3 Meter, 3. H. Rüttchen 550 Meter zurück. Sieger im Gesamtklassement ist A. Cussac(Brüssel) mit 14,992 Meter. (Köln, 22.Mail911. Bei dem gestrigen Landeswettspiel Paris=Köln auf dem Spielplatz des Kölner Ballspielklubs 1899 gegenüber dem Klettenberg siegte die Kölner Mannschaft unter begeistertem Jubel der vielen Zuschauer mit:0 Touren in großem Stile über die Pariser. Gerichts=Verhandlungen. Schwunghafter Handel mit Arzneimitteln. Ein Kaufmann war angeklagt, ohne behördliche Erlaubnis einen Handel mit Giften und Arzneien, die für den Handel nicht frei gegeben sind, betrieben zu haben. Der Angeklagte behauptet, Buchhalter bei Apotheker Weinert zu sein und die Mittel nur auf ärztliche Ordination hin abgegeben zu haben. Apotheker Weinert habe hier eine Verkaufsniederlage seiner Apotheke in Gnesen. Der Vorsitzende hielt dem Angeklagten vor: Wenn kein Arzt da ist, so behelfen Sie sich mit einem Heilgehülfen oder geben die Arzneien selbst ab. Sie machen eine schwungvolle Reklame und liefern meist nach auswärts, gegen Nachnahme, den Leuten für teures Geld Mittel, die teils fast wertlos sind. In der Hauptsache haben Sie zwei Medikamente: eine Zinksalbe, die 10 Pfg. kostet, färben Sie etwas rot und verkaufen sie für 5., und 100 Pillen geben Sie für 30 M. ab. In der Zeit vom 4. Januar bis 28. Februar d. J. haben Sie 575 Nachnahmen versandt für 20, 30, 48 und 60., auch kleine Beträge sind dabei, das sind aber Broschüren. Die Leute teilten Ihnen schriftlich ihre Schmerzen und Krankheitssymptome mit und dann erhalten sie Ihre Nachnahmesendungen. Der sachverständige Apotheker sagt, eine Niederlage der Apotheke des Weinert gebe es hier nicht. Die fraglichen Pillen seien JodArsenitpillen gewesen. Man habe in dem Laboratorium des Angeklagten Arsenik dicht neben einer Kindernahrung stehend gefunden. Ein einfaches Vergreifen habe genügt, einen Menschen zu töten. Das Schöffengericht erkannte mit Rücksicht darauf, daß der Geschäftsbetrieb des Angeklagten in höchstem Grade gemeinge fährlich sei, auf 300 M. Geldstrafe. * Die Spielwut. Der Duldung des gewerbsmäßigen Glücksspiels war beschuldigt ein Restaurateur, Buchmacherei wurde 16 Personen vor der Strafkammer zum Vorwurf gemacht. Am 28. August überraschten Kriminalschutzleute einen der Angeklagten, der als Buchmacher mitsamt seinen zahlreichen„Schleppern“ bekannt war, in einem Café, als er 3807,35 M. Rennwettgelder an den angeklagten Restaurateur abgeben wollte. Diese Gelder, die von den„Schleppern“ von Wettlustigen gesammelt wurden, erhielt der Gastwirt oder einer der Angeklagten. Der Letztere will einen Teil des Geldes an sein Wettbureau in Vaals in Holland weitergegeben haben. Das Uebrige behielt er. Letzteres tat auch der Gastwirt. Im September 1910 vermochte letzterer 18000 Mark nicht abzuliefern an solche, die gewonnen hatten. Er hatte einen so großen Betrieb, daß er einen der Angeklagten als Buchhalter engagierte, der im Restaurant ein Separatzimmer hatte. Die„Schlepper“ erhielten Provisionen. Weitaus die meisten Wetten gingen nach Paris, einige nach Baden=Baben. Ein Teil der Angeklagten war gegen Kaution auf freiem Fuß. Bei einer Reihe von Angeklagten wurde die Verhandlung ausgesetzt, der Gastwirt erhielt einen Monat Gefängnis und 500.; milde fiel die Geldstrafe aus, weil nicht widerlegt erscheint, daß er durch sein Spielen in schlechte Verhältnisse geriet. Einer der Angeklagten hat zu zahlen 800, andere 30, 50, 200, 100, 200, 100 und 100 M. Die konfiszierten Gelder wurden freigegeben, da nicht strikte bewiesen erscheint, ob sie Wetteinsätze sind oder ob sie zur Auszahlung an Wettende bestimmt waren. Aus Kölns Nachbarschaft. I. Mülheim(Rhein), 21.Mail911. Heute und gestern eröffnete der Mülheimer Schießklub sein diesjähriges Schützenund Volksfest. Ein hübscher Festzug bewegte sich heute nachmittag zum Festplatze an der Gladbacherstraße, wo sich eine kleine Zeltstadt aufgetan hatte. In einem großen Festzelte fand Tanzvergnügen statt und auf den Scheibenständen großes Preisschießen. Stammheim, 20.Mai1911. Zu dem bereits kurz unter Köln mitgeteilten Unglück, dem ein junger Mann unseres Ortes zum Opfer fiel, wird uns noch mitgeteilt: Am Samstagmittag bestiegen die hier wohnenden und bei der Strombauverwaltung angestellten Arbeiter Christian Harzheim und Paul Hagen ein Boot, um nach Rodenkirchen zu fahren. Sie wollten sich von einem Anhängekahn eines Dampfers schleppen lassen. Beim Versuch, ihren Kayn anzuhängen, überfuhr einer den an dem Schleppzug befindlichen sog.„Flieger“, denn das Boot und die Insassen sturzten in den Rhein. Chr. Harzheim, des Schwimmens unkundig, ertrank. Hagen tonnte sich in den Flieger retten und wurde später an der Mulheimer Schiffbrucke abgesetzt. Die Leiche des ertrunkenen Chr. Harzheim wurde nöch nicht gelandet. 0 Dellbrück, 21.Mail911. Der Name der Eisenbahnstation Tellbrück ist vom 1. Juni 1911 ab in„Vellbruck(Bez. Köln!“ abgeandert worden. Diese Abänderung war zur Unterscheidung von Dellbrück i. Westf. nötig. 0 Vellbrück, 20 Mai1911. Im gut besuchten Unterrichtskursus der hiesigen katholischen Vereine sprach Hr. Pfarrer Dr. Hillmann am Freitag, den 19. Mai 1911 über das zeitgemäße Thema: Die Leichenverbrennung, unter Berücksichtigung der jungsten Vorgänge im Abgeordnetenhause, das sich bekanntlich dieser Tage mit der Feuerbestattungsvorlage beschäftigte und das Gesetz mit zwei Stimmen Mehrheit annahm. Wisdersdorf. 21Mail 911. Gegen fünf Uhr heute morgen brannten die Stallungen des Landwirts A. Niehl hierselbst ab. Sechs Stücke Lieh wurden ein Opfer des Brandes; der größte Teil desselben aber wie auch die anstehenden Bauwerke wurden durch die freiwillige Feuerwehr gerettet. Ueber die Entstehung des Feuers weiß man nichts. durch Versicherung gedeckt. Der Schaden ist X Ein gutes Jahr? Durch den anhaltenden Regen der letzten Tage sind fruchte und Gartenerzeugnisse im Wachstum zusehens; Der Roggen ist überall in die Halme geschossen und 8. Meter hoch geworden. An den Halmen haben sich befan Aehren entfaltet, die eine reiche Körnerfrucht versorgr ist der Roggen an manchen Stellen durch den Regenz knickt worden; jedoch hofft man, daß dem Uebelstande warme Tage wieder abgeholfen wird. Sommerweizen sind ebenfalls üppig emporgewachsen; besonders ist es d. der starke Halme angesetzt hat. Die Aussichten auf eiKleeernte haben sich auch bedeutend gebessert. Der Regen: Rot= wie auch dem Spätklee nachgeholfen. Die persa Lücken auf manchen Feldern sind gleichmäßig beigewachen einigen Tagen wird man den Rotklee bei gutem Wetter; Heu machen können. Die Frühkartoffeln sind zu dichten Sträuchern emparund stehen alle gleichmäßig. Hier und da werden befreit und teilweise schon behäufelt. Die letzten Reste## kartoffeln gedenkt man in der nächsten Woche in der Er Die Gartengewächse, wie Salat, Zwiebel usw. sind gekommen. Bohnen und Gurken scheinen ebenfalls gutm In diesem Jahre verspricht man sich eine gute Heuern, Gras auf den Wiesen steht sehr dicht und ist ein hasthoch. Steinobst zeigt reichen Fruchtbehang, ebenso das## von Nah und Fern. ** München, 19.Mai1911.(Drahtber.) Der als m schriftsteller bekannte General der Artillerie v. Sauer## Flügeladjutant König Max' II. und König Ludwoigs I Alter von 77 Jahren gestorben. ** Feuersbrunst.(Drahtber.) St. Petersburg, u# 1911. Iu dem Orte Diwin im Bezirke Kobrin sind durs Feuers brunst über 600 Häuser zerstört worden, darunter ei# schule und ein Hospital. Zwei Menschen sind verbrannt ** Stahl wie Schwamm! Der Stahl, der beinat: Sinnbilde der Undurchdringlichkeit geworden ist, ist unterständen durchlässig wie ein Schwamm oder wie ein Sieb.# Havard=Universität hat man das, wie der Kosmos berich. einige merkwürdige Versuche nachgewiesen. Acht Zentinenr Stahlplatten, die nicht den geringsten Fehler aufwiesen. uflüssiges Quecksilber hindurchsickern, das unter einem 3000 Atmosphären stand. Das flüssige Metall kam auf deraugn Seite der Stahlplatte in Form eines feinen Spruhregen=uun Diese schier unglaubliche Tatsache lehrt, daß selbst eine som liche Masse wie Stahl doch genügend Hohlräume enthalt, un Flüssigkeit den Durchgang zu gestatten. * Baden-Oos, 21.Mail911.(Drahtber.) Der Zuverla keitsflug am Oberrhein begann heute früh den Start na## Freiburg. Es starteten Jeannin, Hirth, Lämmlin und Brunhuber, der als Passagier Leutnant Coch von Grenadierregiment mitnahm, und Diplomingenieur Vuterstaumit Frau. Der Start erfolgte glatt. Die Flieger Thelen##1 Werntgen sind noch mit der Ausbesserung ihrer Apparat:## schäftigt. * Freiburg i. Br., 21.Mail911.(Drahtber. As erster n: auf dem hiesigen Flugplatz Jeannin um.10 Uhr ein, nachr er um.37 Uhr als erster die Zwischenlandung bei Offentus# genommen hatte. Als zweiter traf Brunhuber eine un später ein, der.32 Uhr in Offenburg gelandet war um— erreichte Lämmlin das Ziel, er war um.40 Uhr in Oree wieder aufgestiegen. Hirth, der um.40 Uhr in Onenon.1 gestiegen war, traf in Freiburg um 10.14 Uhr glucklch en# hatte sich unterwegs verirrt und war in Elztal abgetrieben vinn In einer heute vormittag zwischen den Fliegern und leitung stattgehabten Konferenz wurde beschlossen, daß dee bei günstiger Witterung heute nachmittag 5 Uhr Schauttg. führen und im Anschluß daran nach Mülhausen i. Els. weiltih### sollen.— &a Baden, 20.Mail911.(Drahtber.) Prinz Heinrich voi hat sich von hier nach Freiburg begeben. Konkurseröffnung: Cöln. Streit& Görgen Kartonen“ zu Cöln-Nippes, Sechzigstrasse 24. Eröffnungstermin:##. Offener Arrest: 24. 6. 1911. Schluss der Anmeldung.!: Erste Gläubigervesammlung: 16. 6. 1911. Prüfungstermin:# Konkurswalter: Rechtsanwalt Dr. Schreier in Cöln, Gere Kinder Abendessen. Ein leichtes Essen für diese, kurz vorm Zuberz“ ist eine warme Mondamin 20 Gramm Maudamin auf je 1/ Liter Milch Beigabe dazu 1 Löffel Marmelade. Eine solae kräftigend und leicht verdaulich. Mondamin Verdaulichkeit der Milch, denn es verhindert das* Gerinnen im Magen. Die Kinder schlafen gurna: Essen. Mondamin überall erhältlich in Packeten#### 20 Jahre Jünge die frühere Farben. „20 Jahre jünger" gibt grauen Haaren gewöhnliches Haarfärbemittel. Erfolg garantiert, ooun# ist wasserhell, färbt nicht ab, schmiert nicht, gibt keine#####, kann es sehen. 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Um.3 9 Uhr in Offente ; i n O f f e n b u r g : g l ü c k l i c h e m 1bgetrieben worte# ern und der Lin# n, daß die Fura hr Schauflug.— i. Els. weitersn# empfehlen wir Lackfarben Farben, prima Bohnwachs, gelb und weiß, Bohnbürsten, Stahlspäne, Möbelpolitur zum Aufpolieren der Möbel Ulle Farben, Lacke, Firnisse, Schwämme, Fensterleder Echt pers. Insektenpulver.0 M. Kemp& Wessel, höhle 19, 20, 22. Reichhaltiges Lager in: Serge, schwarzu. farbig. Jackettfutter in allen Qualitäten, deutschen und englischen Futterstoften oschaer-Ideal- I 1 und Kamelhaar-Wattierung, Fournituren nur la. Fabrikate. sowieinsämtlichen X Gerstachaten.#) Vergerente giets and 2 Lager S.10 S# Rothgerberbach 21 K. Nähe Weyerst. Spezialhaus Ausgabe von Bons mit steigendem Rabatt. Gu Ueberall erhältlich Erhältlich bei Apotheke zum goldenen Knopf, Schildergasse 69-73. Eckert, Hosengasse Orogerie Oechelhäuser, Hahnenstraße. Eduard Wilkes, Gereonstraße. Heumarkt-Drogerie, Heumarkt 64.66. Joh. Junk, Matthiasstraße. 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Wenn dies bereits schon öfters von mir geschah, so tat ich wohl dies nicht allein in Ihrem, sondern auch in meinem und meines Patienten Interesse; denn ich bin wohl länger als 30 Jahre in der Kinderpraxis tätig und muß offen gestehen, daß mir Ihr Kindermehl oft in den trostlosesten Fällen,(als Diarrhöe, Erdrechen, da mir weder ein Medikament, noch ein natürliches oder künstliches half) aus der Verlegenheit half, daß es das bereits schon anderseits aufgegebene Kind rettete. Gratisproben und Prospekte durch G. Stempfle, Königl. Hoflieferant, Oberstdorf, bayr. Alpen. Vertreter und Lager: Max Bongartz, Köln, Blaubach 67. Engroslager: Handelsgesellschaft deutscher Apotheker. Handelsgesellschaft„Noris“ Zahn& Co. a“ Ehrenfeld: Bahnhofdrogerie. Benloerstraße 334. Drogerie Bücken.„ 388. Hubertus=Orogerie„ 219. Nippes: Markt-Drogerie, Kempenerstraße 214. Flora=Apotheke. Merheim: Nordstadt=Apotheke. Sulz: Jean Becker, Marsiliusstraße. Ferd. Wiese, Berrenratherstraße. Kalh: Hirsch=Apotheke. N. 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Sie grübelt und grübelt und kommt endlich zu dem Entschluß, den Brief zu ignorieren und bei einer zufalligen Begegnung der Frau kalt und furchtlos gegenüberzutreten. Im Bewußtsein ihrer Kraft reckt sie mit einer energischen Bewegung ihren geschmeidigen Körper. Ja, das will sie! Die Leute so lange wie möglich von sich fern halten will sie! Denn wenn sie ihnen auch nichts schuldet, s von ihnen zu fürchten hat— so kennt sie die listige zur Genüge, um zu wissen, daß sie irgendetwas im Schilde fuhrt, das ihr Vorteil bringen soll. In Denken und Grübeln versunken, überhort sie ganz, daß Orlando eingetreten ist. Erst, als er ihr neckend die Augen zuhält, wird sie seine Anwesenheit gewahr. Leise schreit sie auf „Alles in Ordnung, mein Lie holten Küssen. Uebermorgen übersiedeln wir für den Winter nach Rom!" „Uebermorgen?“ ruft sie mit einem tiefen Atemzuge. „Ist es dir zu früh?“ nein!“ „Eine Wohnung habe ich gefunden— reizend! In der Via Babuino. Drei entzuckende Zimmer mit einer großen Terrane nach dem Monte Pincio zu. Und gar nicht teuer! Du sollst sie nur erst sehen „Uebermorgen schon!“ wiederholt sie in fieberhafter Erregung. „Uebermorgen schon!“ „Ju. Wenn ku nicht, wie gewöhnlich, Bedenken hast!" lachte er mit neckendem Spott. „Rein, o nein!“ Mit bebenden Händen versteckt sie rasch Nina Lungos Brief in ihrer Tasche. Dann fällt sie dem Gatten um den Hals und weint und lacht in einem Atem. Er aber schüttelt verwundert den Kopf über ihre seltsame Aufregung. Er weiß ja nicht, wie es in dem Innern seines Weibes aussieht; weiß nicht, daß sie aufjubelt in dem Gedanken, der verhaßten Begegnung mit ihrer früheren Kammerfrau aus dem Wege gehen zu können— wenigstens noch für einige Zeit 18. Wochen sind vergangen... Die zweite Nummer der Neuen Horizonte ist erschienen. Und auch die dritte. Und in ihnen weitere Artikel von Sonjas Flucht aus Sibirien. Jetzt, da sie sich einmal vorgenommen, Persönliches in die Beschreibungen mit zu verflechten, wird es ihr nicht mehr so schwer, wie sie zuerst gefürchtet Ihr Ehrgeiz erwacht. Es ist nicht der heiße südliche Ehrgeiz, auch nicht der verschlossene nordische. Es ist ein Dürsten nach etwas Wunderbarem, Vollkommenen, das ihre glühende Phantasie befällt. Sie will etwas wirklich Gutes leisten— um ihres Gatten willen. Wenn sie in plastischen Farben die Greuel Sibiriens schildert und dabei die politische Lage streift oder geschickt ein paar Andeutungen über den Grund ihrer Verbannung macht— so trägt das Ganze den Stempel vollster Wahrhaftigkeit. Und niemand zweifelt, daran, daß es die Prinzessin Sonja Orloff ist, die ihre eigenen Erlebnisse schildert. Orlando hatte damals recht gehabt: mit offenen Armen nimmt die römische Gesellschaft die junge schöne Frau wieder auf. Und besonders diejenigen, die im geheimen einen Groll gegen den strengen, hochmütigen Marchese Silvio hegen und neidisch auf seine politischen und gesellschaftlichen Erfolge blicken. Denn es ist allbekannt, daß die Heirat des jungen Marchese Campanelli zu einem vollständigen Bruch zwischen Vater und Sohn geführt hat. Der Marchese Silvio hält sich jetzt ganz von der Gesellschaft zurück, da er überall seiner Schwiegertochter begegnen kann und sein Stolz es ihm verbietet, der Welt das unerquickliche Schauspiel eines Familienzerwürfnisses zu geben. Sonja selbst beginnt, wieder freier aufzuatmen. Die erste Zeit nach ihrer Uebersiedelung nach Rom war sie noch angstvoll zusammengezuckt bei jedem Klopfen an der Tür Auf den Straßen, im Theater— überall spähte sie nach dem hagern spitzen Gesicht ihrer früheren Kammerfrau... Als jedoch Tag auf Tag vergeht... und Woche auf Woche... und keine Nina läßt sich blicken— da verschwinden nach und nach diese nervösen Symptome. Sicher haben die Leute Rom bereits verlassen— denkt sie und faßt neuen Mut. Das Zusammenleben des jungen Paares gestaltet sich immer harmonischer. Trotz der mannigfachen Vergnügungen und gesell schaftlichen Verpflichtungen findet Sonja stets Zeit für den Gatten. Die liebsten Stunden bleiben ihr diejenigen, die sie mit ihm verbringt. Ja, manchmal ist es ihr, als müsse sie das ganze konventionelle Gesellschaftsleben über Bord werfen und sich wieder zurückziehen in geistige Einsamkeit— in die so herrliche „Einsamkeit zu zweien“. Doch dies ungetrübte Herzensglück— ach, es soll nicht lange vorhalten! Eines Vormittags— Sonja ist gerade bei der Toilette und das kleine Dienstmädchen macht Einkäufe— wird heftig an ihrer Entreetür geläutet. „Ich werde aufmachen!“ ruft Orlando vom Wohnzimmer her. Ruhig setzt Sonja ihre Toilette fort. Plötzlich horcht sie auf und erblaßt jählings. „Meine Frau ist jetzt nicht zu sprechen,“ hört sie ihren Gatten sagen. „Schade!“ erwidert eine Frauenstimme, die ihr alles Blut zum Herzen treibt.„Wirklich sehr schade!“ „Kann ich ihr nicht bestellen, was Sie von ihr wünschen: „Nein, danke. Ich möchte die Prinzessin selbst sprechen. „Wie Sie wollen! Ich werde meiner Frau sagen, daß wiederkommen. Paßt es Ihnen morgen: „Ja. Um wieviel Uhr?“ Seite 6. Rölner Lecal-Anzeiger Nr. 139 x Montag, 22. Mai 1911. Was der Dienstag bringt: Ses Theater: Opernhaus: Die kleine Michus, 8. Schauspielhaus: Die Stützen der Gesellschaft, 7½. Deutsches Theater: Theodore amp; Cie., 8, Colosseum. Gastspiel des Original-Bayerischen BauernTheaters: Almenrausch und Edelweiss. 8¼, Castans Panoptikum: Spezialitäten-Vorstellungen. Konzerte: Zoologischer Garten: 3½2, Flora: 3½. Volksgarten: 3½ und 8, Opernhaus-Restaurant: 3 und 8, Wiener Café: 4 Uhr. Vorträge: Städt. Handels-Hochschule: Rechtsanwalt Cahen: Patentrecht, 7, Direktor Dr. Cüppers: Entwicklung und Stand des Unterrichtswesens im Reiche, 6, Lektor Dr. Albert Fischer: Vortragsübungen mit Berücksichtigung der Sprechtechnik, 7, ’rof. Dr. Hassert: Einführung in das geographische Verständnis der Alpen: Das organische Leben in den Alpen(mit Lichtbildern), 8. Privatdozent Dr. Kuske: Die Wirtschaftsentwicklung Rheinland-Westfalens von 1815 bis zur Gegenwart, 8. Prof. Dr. Litzmann: Der junge Goethe und seine Zeit, 6. Prof. Schmalenbach: Besprechungen über die Lage des Geld- und Kapitalmarktes(mit Referaten), 8 Uhr. Aus der Arbeiterwelt. Ueber den Sommerdienstplan bei der städtischen Straßenbahn wird vom Personal der meisten Bahnhöfe lebhaft Klage geführt. Es handelt sich sowohl um Verkurzung der Pausen an den Haltestellen, wie um schlechte Regelung der Mittagspausen, nicht minder auch um Beschneidung der freien Tage. Eine Versammlung, die am Freitag im Gereonsbräu stattsand, befaßte sich mit diesen Klagen und nahm dazu folgende Resolution an, die dem zuständigen Dezernenten übermittelt werden soll: Die heutige Straßenbahnerversammlung befaßte sich eingehend mit dem Sommerdienstplan und den hierzu von einzelnen Bahnhöfen vorgebrachten Klagen. Die Klagen erstrecken sich vor allem: 1. Auf die Verkürzung der Pausen an den Endstationen bis zu sunf Minuten, die aber noch durch die auszuführenden Rangierbewegungen fast ganz illosorisch gemacht werden. Wird dadurch schon an sich der Dienst sehr erschwert, da kaum Zeit bleibt zur Einnahme des Fruhstücks oder Vesperbrotes und zur Verrichtung der Beourfnisse, so ist das in ganz besonders hohem Maße der Fall bei den junf= bis siebenstundigen Tiensten, die infolgedessen fast ohne jegliche Unterbrechung geleistet werden müssen. Das trifft insbesondere zu bei den Linien 5 und 10a. Auf die teilweise Ueberschreitung der 15stündigen Dienstbereitschaft, die stellenweise ohne Fuhlungnahme mit den betreffenden Ausschutzmitgliedern vorgenommen wurde. “ A u f d i e s c h l e c h t e R e g e l u n g d e r M i t t a g s p a u s e n, d i e b e i einzelnen Bahnhöfen erst zwischen 2 und 3 Uhr beginnen. 4. Auf Beschneidung der freien Tage. die teilweise bis zu 28 Stunden beschrankt wurden, was wohl hauptsachlich dem Umstande zuzuschreiben ist, daß beim Sonnntagsdienst vor den freien Tagen Spaidunst, und beim nachfolgenden Wochentage Frühdienst gemacht werden muß. Sodann wird darauf hingewiesen, daß auf Bahnhof Merheim mehr Dienste gemacht werden mussen, als im Plan vorgesehen sind. Auf diesen Umstand dürften hier die vorstehend geschilderten Verschlechterungen zum Teil zurückzuführen sein. Das Personal des Süd= und Nordbahnhofes wunscht ferner, daß der Linie 14 die alte Fahrzeit wiedergegeben wird. Man ist der Ueberzeugung, daß auf die Tauer der jetzige Zustand unhaltbar sein wird. Es bedarf keiner Frage, daß durch die dargelegten Zustände der Dienst für das Personal nicht wesentlich erschwert wird, sondern auch groge gesundheitliche Schädigungen hervorgerufen werden Die Versammlung spricht daher die Erwartung aus, daß bei Dienständerungen, die durch die Bahnhofsvorsteher getroffen werden, die betreffenden Ausschutzmitglieder herangezogen werden, wie das auch seitens der Verwaltung bereits fruher zugestanden wurde. Fernerhin spricht die Versammlung den Wunsch aus, daß auch bei der ersten Aufstellung der Dienste auf dem Fahrplan Bureau die Arbeiterausschußzmitglieder hinzugezogen werden. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Alsdann sprach Hr. Gewerkschaftssetretär Dedenbach über das Thema: In welchem Verhaltnis stehen die Leistungen des christlichen Straßenbahnerverbandes zu denen des sozialdemokra„Sagen wir: um elf Uhr.“ „Gut. Um elf Uhr. Empfehl mich Ihnen, Herr Marchese!"— Sonja versuchte, die Sache mit gleichgültigen Augen anzusehen. Trotzdem— als am nächsten Morgen Punkt elf Uhr Nina Lungo mit übereinandergeschlagenen Armen vor ihr steht und sie höhnisch lachend fixiert——— da wird es ihr schwer, ihre ruhige Haltung zu bewahren. „Mein Gatte sagte mir, daß Sie mich zu sprechen wünschen,“ beginnt sie mit erzwungener Ruhe, indem sie sich setzt und auf einen Stuhl in einiger Entfernung deutet. Die Frau blinzelt nach der Tür hin. „Ist Ihr Gatte zu Hause?“ „Nein.“ „Oder sonst jemand, der uns hören könnte?" „Nein.“ „Gut.“ Nina setzt sich und nimmt eine noch unverschämtere Miene an.„Warum beantworten Sie den Brief nicht, den ich vor ein paar Wochen nach Frascati an Sie schrieb?“ „Weil er in einem Ton gehalten war, der mir nicht behagte. Hatten Sie höflich geschrieben—“ „Bah, das hat gar keinen Zweck!“ unterbricht Nina sie brüsk. „Wir verstehen uns auch so. Bilden Sie sich nicht etwa ein daß ich um Almosen betteln will! Ich bin gekommen, um meine Rechte geltend zu machen.“ „Sie können keine Rechte geltend machen, weil sie keine besitzen,“ erwidert Sonja, sich noch immer gewaltsam zur Ruhe zwingend.„Sie wissen, daß ich Ihnen alle Ihre Sachen unter Signor Roberts' Adresse zurückgesandt habe—“ „Tun Sie nur nicht so! Als ob mir an den paar Lumpen und unechten Schmucksachen was gelegen wäre!“ Höhnisch lachend steht die Frau auf, verschränkt die Arme unter der Brust und tritt dicht an Sonja heran, sie aus ihren stechenden Augen boshaft anfunkelnd. „loo ist der Diamant, den Ihr Großvater gestohlen hat?“ zischt sie wütend. Sonja zuckt zusammen. Doch noch immer gelingt es ihr, sich zu beherrschen. „Ich habe mit meinem Großvater nichts zu tun.“ tischen? Dieses Thema sei gewählt worden, weil der sozialdemokratische Verband im Laufe dieser Woche eine Reihe Bahnhofsversammlungen abgehalten habe mit der gleichen Tagesordnung. Allerdings hätten die betr. Referenten stets nur wenige Besucher gehabt oder gar, wie in Nippes, überhaupt keine. Nach bekannter sozialdemokratischer Manier sei zu dem fraglichen Thema auch kaum gesprochen worden, um so mehr über alle möglichen anderen Dinge, die mit der Gewerkschaftsfrage in keinem oder nur in losem Zuhang ständen. Eine gerechte Würdigung der Leistungen der einzelnen Gewerkschaften sei nur möglich, wenn man sie im Zusammenhang mit der Gesamtbewegung, der sie angeschlossen sei, beurteile. Da müsse gesagt werden, daß die christlichen Organisationen einen größeren Einfluß auf die öffentliche Meinung und die Gesetzgebung ausübten, wie die sozialdemokratischen. Diese Darlegungen wurden von dem Redner sehr eingehend unter Hinweis auf die Grundsätze und die Praxis der christlichen wie der sozialdemokratischen Gewerkschaften begründet. Was im allgemeinen gelte, gelte ebenso auch in bezug auf die einzelnen Organisationen. Tas, was im Laufe der Jahre an Verbesserungen für die Kölner Straßenbahner erzielt worden sei, sei der Initiative des christlichen Verbandes zu danken, der sozialdemokratische habe daran keinen Anteil. Hinsichtlich der Unterstützungseinrichtungen wiesen die beiden Verbände keine merklichen Unterschiede auf. So könne die Antwort auf die in dem Thema gestellte Frage nur zugunsten des christlichen Verbandes ausfallen. Die Kölner Straßenbahner handelten daher in ihrem ureigensten Interesse, wenn sie sich Mann für Mann dem christlichen Verbande anschlössen. In der Diskussion versuchten einige sozialdemokratischen Redner eine Rechtfertigung. Ihnen wurde aber von den nachfolgenden christlichen Rednern, die die Ausführungen des Referenten kräftig unterstützten, gründlich heimgeleuchtet. Es wurde noch der Wunsch ausgesprochen, demnächst einen Vortrag über die neue Reichsversicherungsordnung halten zu lassen. Ein eigenartiges Verhalten dokumentiert sich in einem Artikel der Rheinischen Zeitung vom 16. d.., in dem über die beendete Lohnbewegung im Lotomotivbau der Firma Humboldt in Kalk berichtet wird. Da liest man beispielsweise folgendes: „Nach mehrmaligen Verhandlungen zwischen der Direktion und den Organisationsvertretern wurden die Grundlöhne für die im Akkord beschäftigten Personen, die bisher nur 33 Pfg. betrugen, auf 36 bis 45 Pfg., für die Tagelöhner von 33 auf 38 Pfg. und für Kranführer von 33 auf 40 Pfg. die Stunde erhöht. Außerdem wurden 5 Proz. Lohn= und 5 Proz. Akkorderhöhungen für den ganzen Betrieb, in dem etwa 2000 Arbeiter in Betracht kommen, gewahrt. Die nachweislich zu niedrig stehenden Aktorde sollen untersucht werden...... Das, was die Arbeiter des Lokomotiv= baues gefordert haben, ist ja bei der Bewegung nicht herausgekommen; aber nichtsdestoweniger in ein nennenswerter Erfolg zu verzeichnen. Besonders dadurch, daß für die gesamte Fabrik die Grundlöhne für Attordarbeiten um 5 bis 12 Pfg. die Stunde und die Löhne und Aktorde um 5 Proz. erhöht worden sind. Es bedeutet dies für 2000 Arbeiter eine Verdiensterhöhung von 20 bis 35 Pfennig den Tag.“ Die Rheinische Zeitung konstatiert also, daß hier ein nennenswerter Erfolg erzielt wurde. Bei der Bewegung gingen die drei verschiedenen Organisationsrichtungen, christliche, Hirsch=Dunckersche und sozialdemokratische Organisationen Hand in Hand. Dennoch und trotz der nennenswerten Erfolge, die erzielt wurden, bringt die Rheinische Zeitung es fertig, zu sagen, daß in der Versammlung, die sich mit den Zugeständnissen befaßte, das Verhalten des Vertreters des christlichen Metallarbeiterverbandes bei der Bewegung besonders scharf verurteilt worden sei. Da sollte man ja glauben, daß dieser eine wer weiß wie große Schuld auf sich geladen hätte. Dabei steht fest und kann nicht bestritten werden, daß gerade dem Eintreten des Vertreters des christlichen Metallarbeiterverbandes der erzielte nennenswerte Erfolg zu verdanken ist. Aber so geht es ja meist. Erleiden die Arbeiter bei gemeinsaien Bewegungen eine Schlappe, dann sind es die Christlichen schuld, erzielen sie aber Erfolge, dann sind diese den Genossen zu danken, und die Christlichen sind nur schuld, daß nicht noch mehr erzielt wurde. Diese unehrliche Taktik der Genossen ist so bekannt, daß man schließlich sich wundern müßte, wenn sie mal anders handelten. Aber wir können uns diesmal umso leichter damit abfinden, als selbst der Vertreter des sozialdemokratischen Metallarbeiterverbandes am Schluß der besagten Versammlung feststellte:„Wenn sie 25 bis 30 Pfennig ohne Kampf mehr verdienen können, so ist das besser als ein Kampf mit einem großen Risiko.“ „Natürlich nicht, weil es Ihnen jetzt bequemer ist! Aber Sie hatten mit ihm zu tun, als wir— ich und mein Mann — Sie beide vor dem Armenhaus bewahrten. Und Sie werden die Bedingungen kennen—.“ „Ich weiß von keinen Bedingungen.“ „Schlimm genug! Er hätte sie Ihnen nennen müssen, der alte Schuft! Ja, ja, leugnen Sie es doch, wenn Sie können! Leugnen Sie, daß er ein Dieb ist!“ Sonjas Kopf sinkt an die Lehne des Sessels. Stürmisch hebt und senkt sich ihre Brust. Kein Laut kommt über ihre blassen Lippen. „Sehen Sie, Sie wissen ganz genau, was für eine Sorte Ihr Großvater ist!“ fährt die Frau, die mit Genugtuung die Wirkung ihrer Worte bemerkt, fort.„Sie wissen, daß wir ausgemacht hatten, die amüsante Komödie als Herr und Diener so lange zu spielen, bis sich uns eine angemessene Entschädigung bot— „Nein, nein!“ ruft Sonja verzweifelt.„Ich weiß nichts!“ Wieder lacht das unheimliche Weib höhnisch auf. „Unsinn! Sie besitzen mehr Verstand als die meisten Frauen. Womit gedachten Sie unsere Dienste zu bezahlen?" „Ich dachte—“ erwidert Sonja mit Anstrengung—„ich dachte, wenn Sie uns so lange zur Seite stünden, bis wir eine Position erlangt hätten—— dann würden wir Ihre Dienste sicherlich bezahlen können—“ „Aha!—— Das ist schon etwas. Das also geben Sie wenigstens zu?“ „Ja,“ murmelt Sonja, zitternd vor Scham. „Gut also.“ Nina setzt sich wieder und nimmt einen protektormäßigen Ton an.„Sie haben Ihre Rolle fein gespielt und erreicht, was Sie wünschten, Signora. Durch uns sind Sie die Marchesa Campanelli geworden, die Schwiegertochter eines Parlamentsmitgliedes, und nehmen in der Gesellschaft eine geachtete Stellung ein. Alles durch uns! Und Sie wagen mir ins Gesicht zu sagen, daß ich keine Rechte bei Ihnen geltend machen kann—.— Sie, die Sie uns alles verdanken, was Sie sind?" Zum erstenmal erblickt Sonja die Sache in diesem Licht, und sie vermag es nicht, dem Weib da ganz unrecht zu geben. Hastig springt sie als.u dr Bertn. Puug Aus Kölns Nachbarschaft. 0= Wiesdorf, 20.Mail 911. In der vergangen in einem Hause an der Manforterstraße eingebDiebe drangen durch ein Kellerfenster in das Haus wendeten ein Fahrrad. Laus ein### — Siegburg, 20.Mai1911. Am Königl. Lehrers gestern die zweite Lehrerprüfung zu Ende. die in die Prüfung eingetreten waren, bestanden 25„.“ führte Herr Provinzialschulrat Dr. Höres aus Koblen.. Aus dem Bergischen Land. Bensberg, 20.Mai1911. Heute verläßt Herr# unsern Ort, nachdem er 10 Jahre als Hausgeistliche. Krankenhause Maria Hilf gewirkt hat. In dieser zeit. verstanden, aller Herzen zu gewinnen. Der Leitung des. hauses hat er jederzeit seinen bewährten Rat gelieben. der Pfarre war er allgemein beliebt, zumal er steiz Teil der Seelsorge übernahm. Der Herr Pater beai. Süddeutschland, um in der Nähe seiner hochbetagten## zu können. Die besten Wünsche für seine fernere gleiten den Scheidenden. Lirisan! *— Lassen Sie Ihre Damen- und Herrengarderobe 9. fardinen, Teppiche usw. bei der hiesigen, i. Heinr. Schmit reinigen, denn deren geschultes Personal und maschinelle Einrichtung sind als Vorbild einer chem. Waschanstal zu bezeichnen und bürgen für sachgemässe BeharlMässige Preise. Prompte Rücklieferung, bekanntlich auf Wunsch. 24 Stunden. Kostenloses Abholen und Zustellen aurch FuhrAutos oder Boten. Annahmelokale: eigene Geschäftshäuser. „Was wollen Sie haben?" „Unser Anteil an dem gestohlenen Diamanten betragt kunt tausend Franken. Zahlen Sie uns das!" Erschrocken blickt Sonja in das kalte, grausame Geschtn„Unmöglich! Woher soll ich eine solche Summe nehmen! „Hm— wir sind nicht mitleidslos,“ grinst die Frau#### liebenswürdig.„Wir nehmen die Summe auch ratenwelt viel haben Sie gerade da?“ „Ich besitze kein Geld.“.. „Unsinn! Wo sind die tausend Franken, die sie vor enTagen für Ihre letzte Schreiberei bekamen?“ Sonja preßt die Hände aneinander. Das dieses schreckliche Weib über ihre pekuniären Verhaltnisse:: nau unterrichtet ist, raubt ihr fast den Atem. „Nun?“ fragt Nina lauernd. „Mein Gatte hat sie eingeschlossen.“ „Also heraus damit! Es ist zwar erbärmlich wenig, enr den Anfang wollen wir ein Auge zudrücken.“ Entsetzen malt sich in Sonjas Zügen. „Ich— ich soll meinen Mann— bestehlen?"... „Es ist mir ganz egal, wie Sie es nennen oder## es nehmen! Wenn Sie was Besseres wissen— ugz# Aber ohne die tausend Franken gehe ich nicht fort. Sonja sieht: von diesem Weibe ist kein Erbarmen#: Sie überlegt... Sie weiß, der Scheck ist bereitDie Schlüssel zu dem Schreibtisch, in dem Orlando.". aufbewahrt, befindet sich in ihren Händen. Zu wenn sie ihr selbstverdientes Geld dem Weibe gibi, zu werden und den Frieden ihres Hauses zu bewahlt“ (Fortsetzung folgt.) * M a n m u ß d a s E i s e n s c h m i e d e n... G a l l t mich zum Vorsitzenden des Verschönerungsverei##### Gattin:„Ei, ich gratuliere, Schatz! Und nun sieh“:“ Jammergebilde an, das soll mein bester Hut sein Lustige Ecke Mai 1911 Seite 7, Kölner Lecal-Hnzeiger Nr. 139 x Montag. 22 Standesamt Köln-Lindeninai Vom 15 bis 20. Mai 1911.) ∆ Geburten. Hermine, T. v. Peter Arnst, Taxameterkutsch., Redwitzstr. 40.- Karl. S. v. Peter Hornenbroich, Fabrikarbeit., Redwitzstraße 14.- Alfons. S. v. August gen. Franz Riedel, Agent, Scherfginstraße 7. Richard. S. v. Peter Viethen, Reserve=Lokomotivführer, Schleidenerstr. 6.- Ludwig, S. v. Heinrich Nolden, Institutsvorsteher, Lindenstr. 17.. Joseph. S. v. Joh. v. Brachel, Bierbrauer. Dürenerstraße 100.- Charlotte, T. v. Karl Müllel, Prokurist, Friedr.=Schmidtstraße d.= Wilhelm, S. v. Aug. Gerhard, Bureaugeh. Lechenicherstr. 8. Maria, T. v. Karl Sonderland, Maler= u. Anstreichermeist., Merovingerstr. 67.— Auguste, T. v. Nikolaus Strauscheid. Ober=Postassist., Pantaleonswall 50.- Paul. S. v. Wilh. Giebel, Buchhalt., Alteburger straße 30.- Otto, S. v. Joh. Nett, Werkmeisteraspir., Hartwichstr. 100. -#anhias, S. v. Joh. Pullem, Eisendreher, Sürth. Landkr. Köln. elmine, T. v. Adrianus Teulings, Kutscher, Gr. Brinkgasse 29. ich, S. v. Alois Antwerpen, Stanzer. Reinoldstr. 27.- Anna, T. hann Schneider, Postbote Mülheim(Rhein). Berlinerstr. 82. Georg. S. v. Joh. Steinhausen, Bauarb., Nikolausstr. 128- Christine, T. v. Bernhard Stöber, Bäcker, Mulheim(Rhein), Dückergasse 16.= Gertrud, T. v. Paul Dreesbach, Schlosser, Köln=Kalk, Hauptstr. 203.= Walter, S. v. Wilhelm Hottmeyer, Werkzeugmacher, Sülzburgstr. 179. Michoe; S. v. Michael Theisen, Eisenb.=Arb., Brühl, Bonnstr. 166. Theodor, S. v. Heinrich Müller, Kaufmann, Luxemburgerstr. 268. Karl, S. v. Karl Grashof, Oekorationsmaler, Berrenratherstr. 203. Joseph, S. v. Martin Güld, Lagerard., Grünerweg l.„ Franziska, T. v. Nikolaus Brenner, Schuhmachermeist., Weidengasse 23.- Anton, S. v. Joseph Kurten, Schneidermeister, Glockengasse 35.„ Heinrich, S. v. Peter Mai, Modelleur, Franziskastr. 45.„ Nikolaus und Johann, Zwillinge v. Friedrich Springer, Tagel., Peterstraße 23. Peter, S. v. Philipp Cunz, Gußputzer, Philippstr. 39.- Hermann, S. v. Anton Frank, Installateur, Alexianerstr. 22.„ Franz, S. v. Lorenz Heubach, Schreiner, Maybachstr. 78.„ Leo, S. v. Jakob Pinders, Former, Vondelstr. 24.„ Elisab, T. v. Friedr. Potthaft, Schneider, Bensberg, Landkr. Mülheim(Rhein).- Joseph, S. v. Wilh. Fröhlich, Lagerarb., Klarenbachstr. 51.- Willy, S. v. Georg Fries, Hotelportier, 13. Jiehung der 5. Klasse 224. Kgl. Preuß. Lokterle. 6. bis 31. Mai 1911.) Nur die Gewinne über 240 Mk. find den detreffenden nern in Klammern beigefügt. Die Gewinne entfallen auf die bezeichneten Lose beider Abteilungen. Ohne Gewähr. 20. Mai 1911, vormittags. Nachdruck verboten. 91 183 339 500 575 790 899 950 80 1079 501 77[500) 884 2064 orne: se 770 56 892 99. 3026 119 72 87 212 498 693 741 91 95 905 3000) 33 60 66 4058 99 346 505 61 616 700“(50 880 929 89 74 2 8 51 346 490 681 848##— 46 483 612 21 71 709 85 863 948 18 30 303 493 597 701 24 99 926 8118 500) 52 324 36 3000 409 16 633 710 17 63 811 45 52 84 93 9118 482 542 679 783 859 10021 402 29 35 501 13 619 754 946 11028 293 98 391 533 62 631 708 30 45 63 an2 12213 555 697 859 130 0 23 86 136 290(1000) 98 314 60 563 688 717 80 933 110001 14257 629 767 808 15 964 15108 500) 52—5 500 405 18 764 824 35 16002 26 204 29 84 441 662 740 94 944 170001(500) 80 138 63 226 29 36 342 91 586 614 713 74 847(500 18054 ·9 131 92 296 300 500) 40 53 576 719 19062 198 209 305 417 587 658 74 789 826(500 950 20109 78 393 458 78 582 738 21056 78 82 332 75 409 11 621 785 872 973 22040 124 275 340(1000) 96 577 678 23060 162 302 563 600 12 97 808 24225 34 71 307 46 572 647 749(500) 825 953(1000) 72 25262 304 45 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Mai lies 120480(1000) 84 statt 122480 84(1000) 153664 statt 153662, 160093 statt 160013 13. Jlehung der 5. Klasse 224. Kgl. Preuß. Lokterie. 6. bis 31 Mai 1911.) Nur die Gewinne über 240 Mk. sind den detreffenden Rummern Klammern beigefügt. Die Gewinne entfallen auf die dezeichneten Lose beider Abteilungen. Ohne Gewähr. 20. Mai 1911, nachmittags. Nachdruck verboten. 4 26 57 85 218(1000) 49 466 641(500) 798 1525 41(1000) 665 72 867 2005 19(1000) 201 563 95 603 788 3084 186 235 387(500) 46814 584 658 63 710##7 800 951 84 4042 173 201 847 541 612 724 96 5058 220 39 349 72 409 510 75 65· 94 742 804 24 6267 836 595 784 7071 31 93 480 607 915 8125 60 505 86 682 92 96 0011 19 95 248 520 44(3000) 66 6; 608 94 717 62 846 905 27 10333 420 640 58 788 811 29 1104) 88 15000) 328 87 438 560 708 76 809 12072 166 318 449 15000) 961 80 13000) 13009 44 90 139(500) 203 407 598 636 43 725 849 75 906 36 14147 202 301 10 441 15134-94(3000) 349(500) 537 751(500] 829 974, 16001 66 500) 87(3000) 110 374 422 580 637 858 67 81 92 988 17146(1000) 465 678 922 70 18043 133 217 344 57 557 787 854 19193(1000) 675 784 816 20003 19 34(1000) 192 211 51 658 71 719 21095 1500) 172 232 374 474 529 1500 Kn n 843 71 9o1 22143 524#ndl 637 73 912 008 95 159 90 2m 341 492 517 77 676 892 924 30 57 82 2410 664 001 79 723 849 25027 60 177 226(5lry 314 87(1000) 864 26057 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72 113102 414 556 989(3000) 114093 109 370 471 95 115106 307 18 59 412 80(1000) 87 515 17 609 21 778 856 116003 21 76(500) 259 835 59 401(3000) 500 629 733 83 816 927 452 95 96 580 619(500) 90 701 45(500) 118179 223 40 458 98 581 699 702 26 84(1000) 822 88 901 98(500) 119202 949 120005 17 134 54 530 650 601 39 121003(1000) 385 510 20 83 1500) 794 12202) 308 11 15 468(3000) 519 21 37 661 727 123146 242(1000) 319 44 405(500) 543 696 737 40 98 865(3000) 72 124119 65 79 226 50 92.81.349 456 555 91.817 1000) 62 991 125000 92 303 416 879 956 126283 545 717 21 22 26 46 989 127258 402 91 92 703(1000) 96(1000 ar#rr 55 9182120 26 96 221 41(3000) 720 36 807 120001 42 60(500 205 557 96 610 702 29 875 906 136390(3000) 498 744 74 85 95 898 907 137298 396 587 744 %885 740 58.15 662 91 795 865 952 130021 23 100 49 66 140027 35,79 347,1500) 578 784 41100 481 89 716 22 142127 244 144145 46120 30 75 631 706(50) 34 856 42... 000 843 47 931 95 1500) 148225 535 738 204 5 824 30 909 16 32 143274 403 568 648 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88 5 5 vn 86051 140 73 294 481 511 60* 981 88233 312 506 66s 893 93 8012 4 5 100(500] 8 66 kr. 4 310[3000 84000 262 316 79 641 879 87133 206 89 * 4### 56 89 348 479 658 890 5001 008 4" 68 S4 5ch 830 9269.3 77 93.329 36 N. 205 92012 204 347 439 90 504 2à 1500) 800 93002 11000) 332 603 87 723 870 91020 60 357 499 550 91045 85 166 Im Gewinurade verblieben „n: 2 Prämien zu 300000, 2 Gewinne zu 50000 6, 12 zu 15000, 28 zu 100 00, 76 zu 5000, 1028 zu 3000, 1506 zu 1000. 2002 zu 500 Mark. Perlenpfuhl 25.- Johanna, T. v. Theodor Lohmar, Kaufm, Siegburg, An den Mühlen 1.- Sigrid. T. v. Heinrich Burckas, Ingenieur. Siedengebirgsallee 16.- Werner, S. v. Andreas Donat, Schreiner, Sülzdurgstraße 108.- Elise, T. v. Karl Reinartz, Fuhrm, Rodenkirchen, Landkreis Köln. Marie, T. v. Joseph Kirschhausen, Möbelpol., Udier ring 22.- Adolf, S. v. Joseph Schmittem, Tagel., Höningerweg 91.= Else, T. v. Herm. Sohl, Schneider, Lungengasse 45.- Christian, S. v. Wilh. Giesen, Chauffeur, Guilleaumestr. 40.-Katharina, T. v. Klemens Hahn, Bauarb., Dagobertstr. 80.- Paula, T. v. Paul Leßlich, Kellner. Am Duffesbach 25.- Gustav, S. v. Fritz Jobst, Bauarb., Palanterstr. 8A Peter, S. v. Joseph Frorath, Eisenb.=Hülfsschaffner, Herthastr. 60. Sibylla, T. v. Georg Lejeune, Sackhändler, Aegidiusstr. 62.- Rose, T v. Lebrecht Fröbus, Geschäftsführer, Herderstr. 49 &am Sterbefälle. Anna Müller, 2 Mon., Palanterstr. 56.- Johann Rommelfanger, Pfarrer, Clüsserath. Katharina Weber, geb Bücker, 58., Gr. Griechenmarkt 19 21. Katharina Schumacher, 2 M, Palanterstr. 9A.= Edmund Tanke, Kaufm., 57., Friedenstr. 4 - Ema Oelkers, 1½.., Palanterstr. 7.- Hilarius Capellen, Kaufm., Witwer, 74., Hohenzollernring 67.- Johann Wateler, 6 Mon., Pa lanterstr. 5E. Katharina Pelzer, geb. Ulhaas, Witwe, o.., 63 J Am alten Ufer 27.- Richard Hübner, Kaufm., 41., Reinoldstr. 12.Heinr. Spilker, Ziegeleiarb., 18., Efferen.- Joh. Abels, Metzger 28., Freiheitstr. 36.- Wilhelm Pützfeld, Kernmach, 47., Kolping straße.- Richard Müller, Hausdiener, 37 J. Luxemburgerwall 16. Franz Rheinbold, Hausdien., 51., Annostr. 86.- Theresia Schönberg. § Mon., Sülzburgstr. 175.- Aug. Kreuter, Tagel., 45 J. Brunostr. 7 Joh. Sonnen, 6 Mon., Bernhardstr. 97.— Kurt Müller, II.,., Berrenratherstr. 138.- Jos. Pauli, Bäcker, 63., Ankerstr..=Heinr Matschke, 11 Mon., Redwitzstr. 6. Maria Himmes, geb. Hahn o.., 52., Boisseréestr. 18.„ Hermann Hergarten, Kohlenhändler 46., Schützenstr. 30.- Franz Knauf, Erdarb., 49 J, Olpenerstr. 15. Christ. Münz, Metalldreh., 21., Roßstr. 25. a Heiraten. Kaspar Schönenberg, Fuhrm., u. Agnes Kittler, Vorgebirgstr. 183.- Anton Berbuir, Kassierer, u. Anna Bär, Wittgen steinstr. 44.. Andreas Bordi, Lagerarb., u. Elis. Grothenn, Weyertal 13. Georg Strunk, Schreiner, u. Magdalena Kurth, Vorgebirgstraße 191.Sigtblg * Heiratsankündigungen. Gustav Roggendorf, Installateur, Berrenratherstr. 215, u. Franziska Bertmann, v. Köln=Sülz.- Johann Hermanns, Bauard., Palanterstr. 124, u. Gertrud Chorus, geb. Müller, v. Köln=Sülz. Franz Kazikowski, Ziegeleiarb., Neuenhöferweg 105, u. Maria Sikora, Decksteinerstr. 17.. Franz Wangerin, Postsekretär, Nußbaumerstr. 35, u. Klara Doering, Schallstr. 8= Herm Geilenberg, Kfm., u. Klara Batzem, beide v. Köln.- Nikol. Fuhr mann, Bäcker, Klosterstr. 105, u. Wilhelmine Becker, v. Köln=Linden thal. Heinrich Schog, Bauard., Schlegelstr. 11. u. Kath. Titz, Annostraße 1/3. Friedrich Segner, Monteur. Vorgebirgstr. 104, u. Elis. Becker, v. Köln=Zollstoch. Eduard Falderbaum, Kfm., Zulpicher straße 29, u. Elis. Paß, Bachemerstr. 128.- Joh. Mingels, Vermess.Techniker, Dürenerstr. 244. u. Josephine Thomas, Landgrafenstr. 74 Karl Wodasch, Herrschaftskutscher, Dürenerstr. 254, u. Christine Alten bach, Lindenthalgürtel 79. Standesamt Köln-Deutz.(Vom 12. bis 19. Mai 1911.) ∆ Geburten. Katharina, T. v. Erwin Hagen, Tagel., Siegburgerstraße 75A.- Gertrud u. Irmgard, Zwill. v. Johann Schmitz, Zimmermeister, Poll, Schulpfad 30. Adelheid, T. v. August Hortmann, Korb macher, Wahnerstr. 8.- Johann, S. v. Anton Wagener, Straßenbahn wagenführer, Odenwaldstr. 38.„ Hilarius, S. v Engeldert Kraus, Fabrikard., Gaußstr. 8.- Frieda, T. v. Joh. Kaufmann, Schuhmacher, Rupertusstr. 3. Elisabeth, T. v. Anton Landherr, Heizer, Schnee bergerstr. 2.— Eltsabeth. T. v. Joh. Roth, Lackierer, Milheimerstr. 220 Maria, T. v. Johann Wasserburger, Schlosser, Luisenstr. 20.- Wilhelm, S. v. Wilhelm Bechmann, Modellschreiner, Ferdinandstr. 4D.= Maria, T. v. Wilhelm Eschweiler, Erdarbeiter, Zinnenstr. 27.- Luise, T. v. Philipp Seiler, Mechaniker, Neuhöfferstr. 2A4.. Johanna, T. v. Felde, Lok.=Führ., Nassaustr. 84.- Gertrud, T. v. Gino Testini, Bleiarbeiter, Odenwaldstr. 33. ∆ Sterbefälle. Mathilde Laufenberg, 6., Mathildenstr. 15.— Anna Maria Marczinowski, 1., Esserstr. 41.= Elisadeth Mehren, geb. Wiehl, Wwe., 77., Odenwaldstr. 15.- Arnold Dahmen, 11., Rolshoverstr. 104.. Wilhelm Neukirchen, 3., Odenwaldstr. 62.— Gertrud Maria Werner, 3., Poll. Auf dem Sandberg 6. Heiraten. Joseph Hahn, Schlosser, u. Katharina Nothhelfer, Poll, Müllergasse 38.- Heinrich Klein, Eisenbahnarb., u. Berta Maria Feindler, Buchheim.- Otto Julus Dion, Ingen., u. Minna Lomberg, Bruchhausen m Heiratsankündigungen. Peter Koch, Anstreicher u. Tapez, Tempelstr. 67, u. Hedwig Herrmann, Wahnerstr. 22.- Mich. Pfannenschläger, Tagel., Nassaustr. 68, u. Christina Kelzenberg, Poulheim. Heinrich Grote, Tagel., u. Katharina Pott, beide Siegburgerstr. 75C. Alfred Tausch, Kaufm., Köln, Friedrich Wilhelmstr. 7. u Marg. Crämer, Freiheitstr. 26.- Heinrich Winzen, Fuhrm, Grabengasse 2A, u. Marg Strothmann, Benjaminstr. 19.- Pet. Hetzel, Oberfahnenschmied, Vize Wachtmstr., Urbanstr. 26, u. Kath. Leidermann, Simmern. WASCHDAMEN-BLUSEN DAMEN-KOSTUME DAMEN-RÖCKE KNABEN-ANZUGE MADCHEN-KLEIDER KINDER-BLUSEN USw. APARTE NEUHEITEN FRANZ SAUER HOHHE STRASSE 138-140. Seite 8. Kölner Local-Anzeiger Nr. Aus dem sozialen Leben. * Der Verband der Rabattsparvereine Deutschlands E. v. 360 gemeinnützige Rabattsparvereine mit 60000 Detailkaufleuten als Mitglieder) hat sein Jahrbuch über 1910 herausgegeben.(Verlag C. A. Nicolaus, Bremen, Preis Mk..50). Der 310 Druckseiten starke Band, bearbeitet von Generalsekretär Beytien=Hannover enthält eine Wiedergabe der wichtigsten organisatorisch=literarischen Arbeiten des Verbandes im Jahre 1910. Neben einer Schilderung der Verbandstätigkeit und ihrer Erfolge, dem stenographischen Verbandstagsbericht und einem Aufsatz über die Revisionstätigkeit enthält dies Jahrbuch eine besondere Behandlung zahlreicher detailkaufmännischer Standesfragen, der allgemeines Interesse bietet. Speziell sind die Arbeiten über den zeitigen Stand der Besteuerung von Konsumvereinen, Warenhäusern, Großfilialen und ahnlichen Großbetrieben im Kleinhandel in Teutschland, auch die susammenstellung über die bisher erlassenen Ausführungsbestim mungen zu den Ausverkaufsparagraphen(§§ 7 u. 9) des neuen Wettbewerbgesetzes zu erwähnen. Das Jahrbuch bictet einen guten Einblick in erfolgreiche Selbsthilfebestrebungen des kaufmännischen Mittelstandes. Gesellschafts= und Vereinsleben. Der Windthorstbund Köln-Nord sah Mitglieder und Freunde der Parteisache am letzten Donnerstag zahlreich in der Agnesbrauerei auf der Krefelderstraße versammelt. Auf der Tagesordnung standen die Themen Die Konservativen im Westen und Der Kampf um die Schule. Im ersten Referate beleuchtet Herr B ecker interessant die Situation, die sich aus dem Vorstoß der Konservativen nach dem Westen ergibt, im zweiten Referat bol Herr Dr. jur. Brunnen eine nach Form und Inhalt gleich treffliche Tarlegung der Verhältnisse auf dem Gebiete des Kampfes um die Schule. Der Redner fesselte besonders durch eine eingehende Darlegung der geschichtlichen Entwicklung der Schulfrage in Preußen, aus der klar hervorging, wie sehr die konsessionelle Schule in den letzten 40 Jahren gefördert war und auch heute noch nach den zum Teil recht dehnbaren Bestimmungen des Volksschulunterhaltungsgesetzes in Gefahr ist. MitNachdruck erhob der Redner die Forderung daß der Bestand der konfessionellen Schule allein Frieden und Gedeihen auf diesem Gebiete gewähre. In der Distussion stimmte man dem Redner in allen Punkten bei; interessante Ergänzungen seines ausgezeichneten Referates und wertvolle An legungen verschiedenster Art ergaben sich aus den Tarlegungen der einzelnen Diskussionsredner, die auch auf die Wichtigkeit der Presseagitationsfrage hinwiesen. Verein Deutscher Handelslehrer. Der diesjährige Vereinstag des Vereins Deutscher Handelslehrer, in dem die nur guten Privatschulen Teutschlands organisiert sind, hält, wie alljahrlich, zu Pfingsten seinen Vereinstag ab. Während der Kongreß voriges Jahr in Köln stattfand, ist für dieses Jahr Stuttgart als Kongreßort bestimmt. Fur den Rheinisch=Westfalischen Bezirksverein im Verein Deutscher Handelslehrer werden als Delegierten entsandt: Der Bezirksvorsitzende Handelslehrer Franz Kohlhase, 139* Montag, 22. Mai 1911. Presse-Agitationder Pfarrei St. Peter Christi-Himmelfahrt, Donnerstag, den 25. Mai d. J. Ehr arbe Wir bitten die Bezieher unserer Presse, die im cnamt tätigen Damen und Herren in der Werbeeit freundlichst zu unterstützen. Weitere Vertrauensleute(Damen und Herren) werden um Mithülfe gebeten. Zusammenkunft vor Beginn der Agitation Donnerstagmorgen 9 Uhr im Paulinussaal, Sternengasse 65. Die katholischen Vereine von St. Peter. Vielefeld, und der Schriftführer Handelslehrer Rolshoven, Köln— Bonn. Der diesjährige Vereinstag wird infolge der umfassenden Tagesordnung sich sehr interessant gestalten. Gerichts-Verhandlungen. Die Vorstrafen. Ein vielfach und schwer vorbestrafter, in Haft sitzender Tagelöhner ist geständig, in fremdem Hause den Hausfrieden gebrochen, einen Rentner bedroht und eine Zimmertür beschädigt zu haben. In Anbetracht seiner sehr erheblichen Vorstrafen erhielt er vom Schöffengericht 1 Monat Gefängnis. Reine Beleidigung. In der Paradiesgasse war einem Tagelöhner beim Aufladen von Kisten mit Apfelsinen eine Kiste gefallen und aufgesprungen. Der Tagelöhner nagelte auf dem Trottoir die Kiste wieder zu, um sie dann aufzuladen. Ein Schutzmann verbot dem Manne diese Arbeit und es kam zu einem Wortwechsel. Der Schutzmann äußerte: „Sie sind mir seinerzeit auch sehr frech vorgekommen“, worauf der Tagelöhner sagte:„Wir werden Ihnen die Frechheit schon geben". Das erregte den Schutzmann so sehr, daß er Beleidigungsklage anstrengte. Das Schöffengericht entschied: Man kann nicht jede Polizeiverordnung bis zum Pünktchen auf dem i anwenden. Auch in der engen Paradiesgasse kann es nicht untersagt sein, für einen Augenblick den Verkehr zu stören, um eine unumgänglich notwendige Verkehrshandlung vorzunehmen, die nur kurze.. Die Aeußerung des Angeklagten war nur eine Antwort.— Aeußerung des Schutzmannes. Der Angeklagte wollte um „Ich werde Ihnen das Wort„Frechheits zurückgeben über Sie beschweren“. Eine Absicht zu beleidigen, lag. Der Angeklagte wurde freigesprochen. nicht 2 Die Waisenpflegerin bestohlen. Eine Stundenarbeiterin war wegen einer Unterstützung s. Waisenpflegerin und stahl ihr, als diese für einige Augenbsrg. Zimmer verlassen hatte, 40 M. aus einem Portemonnai, Strafe des Schöffengerichts lautete auf drei Tage Gefangniz Das Schießgewehr. Auf der Krefelderstraße wurde am Abend des 20. Februgein städtischer Beamter plötzlich von einer Kugel in die linfnetroffon Er mnorkte die Nerletzung orst als erst, Die als ihn Leute getroffen. Er merkte die Verletzung aufmerksam machten, daß er blute. Die Kugel hatte eindurchschlagen und sitzt heute noch im Bein. Der Getroffenzehn Wochen dienstunfähig und hatte fürchterliche Schmerzen. zustehen. Die Wunde wird nach Aussage des Arztes heiler ab und zu wieder aufbrechen. Als Täter ermittelte man einen Düsseldorf wohnenden Handlungsgehülfen, der an dem Abend einem jungen Mädchen das Laden einer Pistole zeigtihm der Hahn ausruschte und die Entladung der Patrone führte. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und unbe### Waffentragens erhielt der Kommis 50 M. Geldstrafe. Die schnelle Wirkung des Lamscheider Stahlbrunnen bei der Bleichsucht ist mehrfach in der Literatur hervorgehoben. den. Durchschnittlich wurde bei vierwöchigen Kuren eine ZunahrHaemoglobingehaltes um 25% und eine Hebung des Körpergewicht: 7% beobachtet; im Einzelfalle stieg die Zunahme des Haemoglobinz über 60% und die Vermehrung des Körpergewichts bis zu ssc.. sind Resultate, wie man sie mit künstlichen Eisenpräparaten wahl ausnahmsweise erreicht.— An Stelle der körperlichen und ga Depression tritt Wohlbefinden und immer mehr zunehmende Arbeilust; die Schmerzen im Kopf und an den Füßen schwinden mit dem gelegentlich anzutreffenden Oedem der Füße. Prof. Dr. Liebra: Aus Briefen:„Schon nach 14 Tagen zeigte sich der Genuß des M. als großartig wirkend. Nach beendeter Kur war das Allgemeinbet überraschend, der Appetit erheblich besser, sonst regelmäßige###nKopfschmerzen sind ganz verschwunden.“—„Es freut mich über wunderbaren Heiltrank, der sich glänzend bewährt hat, Mitteilungnat zu können. Die Beschwerden sind verschwunden; Kräftigung des könAppetit und ruhigen Schlaf habe ich wieder erlangt. Ich kannn#### arbeitsfreudig in meinem Berufe wirken.“— Trinkkurer im Hau empfohlen b. Blutarmut, Bleichsucht, Frauenkrankheiten, Magen und#leiden, Nervenkrankheiten, blutarmen Zuständen, z. B. nach Blutverluse# folge Operationen, Wochenbetten usw., n. überstandenen erschöpfenden##### heiten wie Influenza usw.- Mitteilungen über Kurerfolge, Bez Brunnens kostenlos durch: Lamscheider Stahlbrunnen in Düsseldorf# Kölner Lecal-Anzeiger. Köln, 22. Mai 1911. 110 55 Unterhaltendes. 9 Wer hat nicht dem sagenhaften Von N. A. Ordemann schon in seiner Jugend von Island gehört, „Eislande“ mit seinen vulkanischen Gebirgen, seinen heißen Springquellen, seinen trotzig ragenden Basalt kuppen, seinen schauerlichen Lavawüsten, der Hochebene, die zu den durch Fjorde zerschnittenen Küsten in sandigen Flußtälern und schneeigen Planen abfällt. Die Besatzung unserer von Nordenham, Geestemünde, Bremerhaven, Curhaven und Altona auslaufenden Fischdampfer kennt Island nur vom gigantischen Anblick der ragenden Gletscher, die Hunderte von Kilometer lang, auf eine Strecke, wie die von Düsseldorf nach Frankfurt geradenwegs gemessen, an der Südküste fast unmittelbar aus der See aufsteigen. Ist das Handwerk auch rauh und gefahrvoll, den Isländer Schellfisch, den Kabeljau und den Rotbarsch und manch andere nützliche Nahrung in diesem Revier zu fischen, im Sommer er greift e- auch das schlichte Seemannsgemüt wie mit Wundergewalt, wenn es diese herrliche Szenerie erschaut. Aber ein geheimes Grauen faßt es an, sobald die Herbst- und Frühjahrssturme die schwarze See heulend auftürmen und das Schiff, wie in rasender Wut, umherschlagen Frühmorgens zwischen der sechsten und siebenten Stunde. Unter Island tobt im fahlen Dämmern ein Märzorkan von unerhörter Heftigkeit. Der Bremerhavener Fischdampfer Merkur hölt sich schon zwei Tage hier auf, tadellos, er kann die Netze nicht auswersen, weil ein Fischen in diesem Wettertoben geradezu der Leben auf. Spiel setzen heißt. Das Fangzeug ist fest an Deck gefroren und nur durch stundenlanges Weichen in heißem Wasser kann es wieder gebrauchsfertig werden. So kalt ist's dort im März noch? fragt der erstannte Leser. In dieser Breite „ja!“ Wir sind nicht weit vom nördlichen Polarkreis und hier stellt sich der Frühling zaghaft zu einem kümmerlichen Gastspiel ein, wenn bei uns schon längst die Nachtigall aus blütenvollen Buschen gesungen hat. Der wetterharte Kapitan Aarons will den Sturm abwarten und hält in langsamer Fahrt„Kopf auf See“, denn mit der Nähe der Küste wächst in solch höllischem Tanze die Aussicht auf Tod und Verderben. 6 Uhr 50 Min. Eben ist der Kapitän von der Brücke in seine Kammer gegangen, um nach dem Barometer zu sehen, als eine furchtbare Sturzsee den Dampfer glatt auf die Seite wirft, uno nur langsam läßt sie ihn wieder hochkommen. Das waren Sekunden— aber was ist alles in ihnen geschehen! Als ob eine Riesenfaust über das Schiff hinweggestreift ist. Die Vorderseite der eisernen Brücke, auf der das Ruderhaus steht, wurde vollständig eingedrückt, das Haus selbst zum großen Teil in Trümmer und in die brüllende See geschlagen. Wie durch ein Wunder ist der Mann am Ruder gerettet, in seiner Angst kletterte er hinter den Schornstein und wartete hier auf sein letztes Stündlein. Das Rettungsboot ist fortgewaschen, auch Kompaß und Seitenlichter, eiserne Stützen sind wie Streichhölzer geknickt, die Wände der Decksaufbauten aus schwerem zehn und zwölf Millimeter Eisenblech hat dieser eine, fürchterliche Wasserschlag wie ein Spielzeug verbogen. Doch nicht genug damit! Die unsichtbare Hand des Verderbens hatte auch das Reservenetz entführt und es in die Schraube geraten lassen, daß die Maschine ihren taktmäßigen Kampf gegen die höllenentfesselte Gewalt aufgeben mußte. Der wachthabende Maschinist arbeitet, daß ihm der Schweiß in Strömen von den weithervorgetretenen Augen tropft. Er muß die starre Eisenmasse da wieder ins Leben bringen, sonst ist's um Menschen getan! Gott sei's gedankt! Ein Pfauchen und Zischen... und langsam stampfen die Kolben. Der Kapitän steht selbst am Ruder und seiner ehernen Ruhe gelingt es, den Dampfer, der quer zur mörderischen See lag, wieder auf sie hinauszubringen. Nur guten Mutes! Was tut es, wenn der Merkur ausschaut, als ob er aus dem Gefechte kommt. Sein erbarmungswürdiger Anblick gereicht jenen Braven zur Ehre, die ihn aus dem Rachen des Todes gerissen haben Nun darf auch an das Frühstück gedacht werden. Koch! hallt's über Deck. Und nochmal: Koch! An Leeseite schlägt die Kombüsentüre bei jeder Luvsee klappernd zurück. Die enge Küche, die quer über Deck liegt, ist leer. Ist der Koch im Logis? Auch nicht Bangklopfenden Herzens sucht Mann für Mann vergebens! Es bleibt nur die Möglichkeit: Ueber Bord! So hatte sie sich doch ihr Opfer geholt, die rasende Flut... Als es zwei Stunden später Tag geworden, da findet man den Kameraden unter dem Backbordwant an Deck tot. Nicht in ein feuchtes Grab hatte die See ihn gerissen. Meuchlerich durchbrach sie die Türe der Kombüse an der Leeseite und schleuderde den Aermsten mit furchtbarem Auprall gegen die Türe luvseits, daß sie aufsprang und die dämonischen Wassergeister frei dahinstürmen konnten. Schädel und Wirbelsäule waren gebrochen... Kurs südwärts! Den Toten zur Heimaterde bringen! Das ist nun der Schiffsleitung heilige Sorge. Daheim sitzt ein blühen des Weib, heiter der Heimkehr des jungvermählten Gatten wane und wiegt das Erstgeborene... Sie haben dem Kameraden Koch den letzten Liebesdien: tan, ihn gewaschen mit dem Wasser der tückischen See, die u getötet hat, dann wurde er in das rauhe Segeltuch gemm vorn an Deck unter die Back gelegt— zur letzten Fahrt. Der tatkräftigen und umsichtigen Leitung gelang es dam Reservekompaß in Gang zu bringen und nach Beschluß des sch rats wollte man Nordschottland anlaufen. Drei Tage nach schrecklichen Morgen wurde Dunnet Head gesichtet Kurs auf die Weser gesetzt, die man drei Tage später ohr: weiteren Unfall glücklich erreichte. Wie nichts so traurig in der Welt ist, daß nicht auch Humor mit seinem versöhnlichen und tröstlichen Lächeln h schaut, so hat in dieser Katastrophe der sprüchwortliche Steiinmus unserer„Fahrensleute“ einen heiteren Ton ang Bei dem furchtbaren Brecher, der über den„Merkur“ huwer ging, fiel ein Matrose aus seiner Koje und, stutzig gewo#ke durch den ohrenbetäubenden Donner der Wogen und den ur baren Anprall, eilte er die Treppe hinauf an Deck. En### aus der Luke machte es bei ihm gewiß, daß das Strandung sei. Bedächtig stapft er wieder ins Logis, suchtin verlorengegangene Priemchen, die„Seemannsschokolade legt sich seelenruhig wieder auf die Matratze. Als im Kameraden fragen:„Wat is denn los?“ meint er nur!# Dampfer strand't, denn will ick darbi doch wenigstensnKoje liegen!“ Aus diesen Schiffsbesatzungen sich umer Marn Ersatz rekrutiert. Nachdem der„Merkur“ ohne jeden Fang, Flagge Bremerhaven binnen gelaufen war, fand die Seeamtsverban statt, in der der Tod des Kochs auf höhere Gewalt wurde. Die Maßnahmen der Schiffs= und Maschinenleitung kannte der Spruch des Gerichts als tatkräftig und durchaf gemäß besonders an. Ein nicht alltägliches Lob von dieser#n So wird unser deutscher Seefischfang oftmals unter unen# Schwierigkeiten betrieben. Ist es schon mißlich, wenn, häufig der Fall ist, bestimmte, vielbegehrte Fischsorten längere Zeitdauer aus den Gebieten gänzlich verschwine denen sie der Fischer anzutreffen gewohnt war, so:„ Kampf gegen die Wut der entfesselten Elemente ein Sorge. Der Konsument mag darum nachsichtig seir#.. nicht immer gelingt, den Fisch in solch wohlfeiler###.. bieten, wie dies erfreulicherweise in den meisten Mona# Jahres möglich ist. 1M geben vermoge ihrer besonderen Herstellung eine wunderbar schöne, reine, frischduftende Wäsche, wie sie der Stolz jeder Hausfrau ist. Verwendung teuerer, meist schädlicher Bleichmittel ist überflüssig. Jeder Versuch überzeugt. Man beachte die wertvollen Geschenke. Kölner Local-Anzeiger Nr. 139* Montag, 22. Mai 1911. Seite 9. Offenen Stellen werder täglich schon um 1 Uhr satttags im Torweg anserer Geschäftsgedäude Mariellenstraße 39 ausgehängt, ebenso in den Naty. Gesellenbäafern, Brettestraße, Dagodertstraße und Josephstraße, ferner an unseren Bezirksvertretungen Hobepforte 6. Köln=Ehrenfeld, Rotbebond brat: 8, KölnNippes, Crangostraße 5. Kalk, Malheimerstraße 19, außerdem Markt 26. Offene Stellen Reisende 0 für Lerika, Weltgesch., Klassiker u. a. bessere Werke gegen höchste ###ovision und Umsatz.# br#mnien suchen □ riedr. Kratz u. Cie. Stolkgasse 49. 50 81 olzmaler scht für Holz u. Marmor Ifl. Anstrich per sofort. Offerten mit Zeugn., Muster a. Kohnansprüchen erbeten an Carl Aich, Dekorationsmaler. Trier, Petrusstr. 6. Tüchtige schreiner mit eigenem Werhzeug für Montagen im Rheinland u. Holland gesucht. 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Die Jacht Hohenzollern ist heute früh kurz vor 8½ Uhr mit dem Kaiser, der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise nach Vlissingen in See gegangen. Abreise des deutschen Kronprinzenpaares aus Rußland. Zarskoje=Sselo, 20.Mai1911.(Drahtber.) Das Kronprinzenpaar ist heute abend nach Kalisch abgereist, wo der Kronprinz die Parade über das 14. kleinrussische Dragonerregiment abnehmen wird, das seinen Namen trägt. Zur Verabschiedung waren der Kaiser, die Kaiserin Alexandra, die Großfürstinnen Llga und Tatjana, der Hofminister und die höchsten Hofchargen erschienen. Nach verwandtschaftlicher Verabschiedung betieg das Kronprinzenpaar den Wagen des Sonderzuges. In demselben Zuge reist der Ehrendienst, die Suite, Graf Lauenstein, welcher bis Berlin mitfährt, der deutsche Botschafter und der russische Militäragent in Berlin. Unkel, 21.Mai1911.(Eig. Drahtber.) Die heute hier tagende Vertrauensmännerversammlung der Zentrumspartei des Kreises Neuwied stellte den Fabrikbesitzer Michael Krings in Niederbieber als Reichstagskandidaten auf. 1 Die Reichsversicherungsordnung. Im Reichstag ist man am Samstag mit der zweiten Beratung der Reichsversicherungsordnung noch nicht, wie es geplant war, zu Ende gekommen, heute ist indessen die Beendigung der zweiten Lesung zu erwarten. Fast die ganze Dauer er Verhandlung beschäftigte man sich mit dem§ 1257 a, welcher bestimmt, daß die Versicherungsanstalt mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde Mittel aufwenden kann, um allgemeine Maßnahmen zur Verhütung des Eintritts vorzeitiger Invalidität oder zur Hebung der gesundheitlichen Verhältnisse zu treffen und durch zuführen. Die Volkspartei beantragte, hier die Genehmigungspflicht zu streichen, weil sie und die Sozialdemokratie die Befurchtung beaen, oder wenigstens zur Schau tragen, als ob mit dieser Genehmigungspflicht eine Einschränkung des Heilverfahrens beabsichtigt sei. Darüber kann kein Zweifel sein, daß die Versicherungsanstalten in erster Linie die Pflicht haben, für eine icherstellung der Rentenzahlung zu sorgen und daraus ergibt sich die Notwendigkeit, daß eine Aufsicht darüber besteht, daß die Gelder nicht diesem vornehmsten Zweck ohne Grund und ohne Berechtigung entzogen werden. Aber kein Mensch hat in der Kommission die Absicht gehabt, da. Heilverfahren allgemein an sich einzuschränken. Um diese beiden gegensatzlichen Auffassungen drehte sich die ganze Debatte. Die Abaa. Giesberts und Becker=Arnsberg konnten noch so viele Gründe für die Richtigkeit ihrer Auffassung anführen, es half ihnen nichts. Die Sozialdemokratie blieb bei ihrer Behauptung und demgemäß bei den Vorwürfen gegen das Zentrum. Es haben diese Debatten in Hinsicht auf die sozialdemotratische Taktik, den Gegner nach außen hin immer und immer wieder als politisch charakterlosen und unzuverlässigen Kantonisten zu verdächtigen, etwas Widerliches und Vergiftendes an sich. Die Männer aus dem Arbeitsstande, die im Zentrum in den ersten Reihen dieses Kampfes stehen, sind wirklich nicht zu beneiden. Es gehört ein großes Maß von Selbstüberwindung und Opferwilligkeit dazu, um sich im Kampfe um eine gute Sache den widerwärtigsten persönlichen Anrempelungen des Gegners auszusetzen. Selbst als der hochverdiente Sozialpolitiker, Dr. Hitze, am Samstag zum ersten Mal wieder seit langer seit sich an der erwähnten Debatte beteiligte, konnte es sich der Abg. Stadthagen nicht versagen, ihn durch höhnische Zwischenrufe zu schikanisieren, ein Verfahren, welches nicht nur auf die engeren Kollegen des Herrn Dr. Hitze einen üblen Eindruck gemacht hat. Selbst als die Regierung, provoziert durch den Abg. Giesberts, die Erklärung abgab, daß die vom Zentrum gewünschten Direktiven für das Reichsversicherungsamt beobachtet werden sollten, gaben sich die Sozialdemokraten noch nicht zufrieden und erklärten im Widerspruch zu ihrer früheren Haltung, sie hätten zum Reichsversicherungsamt kein Zutrauen mehr. Nach dieser Debatte beendete man ohne Debatte das 4. und 5. Buch. * Die Hinrichtung des Hansabundes. Die Berliner Staatsbürgerzeitung hatte kürzlich eine Auseinandersetzung mit den leitenden Herren des Hansabundes; sie kommt zum Schluß zu folgendem Urteil über den Bund, wie es nicht vernichtender gedacht werden kann: „I. Es haben mindestens 60000 Austritte stattgefunden, die von Rießer in der Generolversammlung des Gesamtausschusses verschwiegen worden sind. 2. Es müssen rund 30000 Mitglieder wegen=Umzugs oder aus sonstigen Grunden gestrichen werden, sind aber nach der eigenen Angabe des Hansabundes nicht gestrichen worden. Der Hansa=Bund, das Wochenblatt, erscheint in einer angesichts der großen Mitgliederzahl lächerlich geringen Auflage, aber nicht annähernd in 50000 Exemplaren, wie der offizielle Geschäftsbericht durchblicken ließ. 4. Es sind dutzendweise kleinere Angestellte erbarmungslos gekündigt worden, während die Gehälter der hoheren Beamten, die sich ohnehin schon in Höhen bewegen, die mit den tatsächlichen Leistungen schwer vereinbar erscheinen, neuerdings offenbar nach Protektionsgrundsätzen, eine erneute Erhöhung erfahren haben. 5. Es steht fest, daß das Verhalten des Hansabundes seinen Angestellten gegenüber in einer auffallend großen Reihe von Fällen zu Prozessen geführt hat, die die Angestelltenfreundlichkeit des Hansabundes, der zu zwei Dritteln aus Angestellten besteht, in allerbedenklichstem Licht erscheinen lassen. 6. Es ist zuzugeben, daß die Jahresbeiträge von 58 500 kleinen Handwerkern und Angestellten verschlungen werden nur von der Entlohnung der beiden Geschäftsführer. 7. Der Hansabund hatte alle Welt bewußt irregeführt, als er dem erwerbstätigen Bürgertum vorspiegelte, er sei in der Lage, es auf gerichtlichem Wege durch Boykottklagen zu schützen, denn er kann nicht klagen, weil ihm die Rechtsfähigkeit fehlt. 8. Der Hansabund versucht arglistig aller Welt glauben zu machen, er besitze ein wer weiß wie belastendes Material gegen einen angeblichen Boykott des Bundes der Landwirte. In Aahrheit hat er bisher keine einzige Klage, auch nicht indirekt, einleiten können, und ist nicht einmal in der Lage, sein angebliches Material zu veröffentlichen. 9. Die Mittelstandspolitik des Hansabundes ist charakterisiert durch angeblich mittelstandsfreundliche Maßnahmen, von denen die=Wissendens des Hansabundes sich augenzwinkernd eingestehen, daß sie praktisch wertlos, aber als Reklame, zu deutsch: um Sand in die Augen zu streuen, gerade gut genug sind. Insbesondere gilt das für die Beleihung der offenen Buchforderungen, eine Maßnahme, die in ihrer Bedeutung durch die Tatfache unterstrichen wird, daß die Reichsbank solchen Kunden Kreditschwierigkeiten bereitet, die ihre offenen Buchforderungen beleihen lassen. 10. Die Unehrlichkeit der Mittelstandspolitik des Hansabundes wird bewiesen durch die Tatsache, daß dieser für die Oeffentlichteit Gesetzentwürfe baute, in denen Firmen, die in Strafanstalten usw. arbeiten lassen, als unwürdig für Verdingungen von Behörden an den Pranger gestellt werden, insgeheim aver seine eigenen Aufträge durch Firmen ansführen läßt, die Zuchthausarbeit liefer.“ Der Hansabund hat bisher nicht widersprochen. 0 Eine Versammlung der Köln=Deutz tagte am Senntagmittag im Saale des Hrn. Reimann an der Freiheitstraße unter Leitung des Hrn. Jean Hermanns. Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung im Namen des Vorsitzenden des Wahlkomitees Deutz und begründete die Veranstaltung der Versammlung aus der gegebenen Stellung der Zentrumspartei im lokalen wie allgeineinen politischen Leben. Die Entwickelung von Deutz verdiene eine Besprechung und die Betrachtung der allgemeinen Lage sei angesichts der bevorstehenden politischen Bewegung und der Wahlen eine Notwendigkeit. Hr. Stadtverordneter Roß hielt dann einen sehr interessanten Vortrag über Das neue Deutz. Der Vorsitzende dankte Hrn. Stadtverordneten Roß aufs wärmste für die hoffnungsfreudigen, der wirtschaftlichen wie ideellen antwickelung von Deutz nützenden Ausfuhrungen, auf die zurückzukommen sich noch Gelegenheit bieten dürfte. Hr. Pfarrer Kastert(Kalk), der Vorsitzende der Zentrumspartei Köln II, sprach dann über die Stellung des Zentrums im kommenden Wahlkampfe. Die Zentrumspartei dürfte von der Bevölkerungszunahme im Wahlkreise am wenigsten gewinnen, am meisten wohl die Sozialdemokratie. Dieser Tatsache hieße es mit offenen Augen entgegensehen. Die ländlichen Bezirke haben gegenuber der Zunahme der industriellen Vororte keine entsprechende Bevölkerungsmeyrung; wo es der Fall sei, handele es sich wieder um industrielle Gründungen. In Köln II werden wohl an 15000 Stiminen mehr herauskommen, damit dürfte unser Wahlkreis auf 85- bis 90 000 Stimmen aufbringen; es wird ein Riesenwahlkreis werden. Die Entwickelung zum Industriezentrum, die aus den Verhältnissen und der Kommunalpolitik gegeben sei, gestalte für die Zentrumspartei die Aussichten von Periode zu Periode ungünstiger. Wolle das Zentrum den Kreis behaupten, dann sei die großte Kraftanstrengung geboten. Die Sozialdemokratie macht Anstrengungen in den landlichen Orten, zumal im Süden des Kreises. Doch ist sie nicht so stark wie sie glauben machen will. Nach der Verwirrung der Bülow=Aera haben sich die Parteigegensätze etwas gemildert, die Nationalliberalen haben sich zur Mitarbeit an der Gesetzgebung bereit finden lassen; durch positive Arbeit helfen sie große gesetzgeberische Aufgaben zum Abschluß bringen. Nicht in jedem Falle ist der Nationalliberalismus unser stärtster Gegner. Zwar wird gegenüber dem rheinischen Kommunalliberalismus auch in späterer Zeit immer der Kampf zu führen sein, doch erheben sich im Reich Stimmen, die gegen den Linksabmarsch sind und ein Zusammengehen mit den bürgerlichen Parteien wunschen, so in den großgewerblichen Kreisen. In der Stellung der Partei gegenüber der Regierung ist Vorsicht geboten. Der aus der Beratung der Leichenverbrennungsgesetzesvorlage entsprungenen Meinung, daß in Regierungskreisen liberalisierende Tendenzen in starkem Maße sich geltend machen, darf man wohl zustimmen. Bei diesem Gesetz handele es sich mehr um ein Prinzip, welches den christlichen Staatscharakter durchbreche. Hierbei habe sich das Zentrum als die einzige zuverlässige Verfechterin des Cyristentums erwiesen. Der Kampf um die Weltanschauung werde auch durch wirtschaftliche Fragen nicht in den Hintergrund gedrängt, immer werde das Zentrin diejenige Partei sein, die Sorge trage, daß die christlichen Ideale im öffentlichen Leben nicht niedergetreten werden, immer werde es die Pflicht des Staatsbürgers erfüllen nach dem Wahlspruch der Hohenzollern: Mit Gott für König und Vaterland. In das Hoch, das der Vorsitzende auf die Redner und die Partei begründete, stimmte die Versammlung begeistert ein. *— Handwerks=Ausstellung zu In den Tagen vom 21. bis 28. ds. Mts. ist in der Mülheimer Stadthalle eine große Ausstellung der Erzeugnisse des Mülheimer Handwerks demn Publitum geöffnet. Die Anregung hierzu ging vom Direktor der Fortbildungsschule, Hoehler, aus, der im Verein mit den Innungen, der Stadtverwaltung usw. diese erste Ausstellung für das örtliche Handwerk zustande brachte. Die Ausstellung, die sich nicht nur auf den großen Saal und dessen Galerien beschränkt, sondern auch im Gartensaal und im Garten selbst Platz gefunden hat, ist äußerst reichhaltig und interessant beschickt. Am Sonntagmorgen um 11 Uhr fand die feierliche Eröffnung statt. Nach einem Fanfarenmarsch der 16er Kapelle und Beerhovens Die Himmel ruhmen, gesungen vom Kirchenchor Cäcilia, begrüßte Herr Direitor wventer die zahlreich Erschienenen. Die Arbeit der Hand und die Arbeit des Geistes gingen bei unserem Volke wie Bruder nebeneinander her, sich gegenseitig fördernd und unterstützend. Beide seien durch die Arbeit geadelt, beiz, unserem Volke den Platz an der Sonne erhalten, der# Man sei der Ansicht gewesen, daß es endlich an der Da auch das Mülheimer Handwerk den Burgern öffentlic. was es zu leisten vermöge. Auch die Umgebung sollte d. damit die Handwerker die Früchte ihrer Arbeit von ung...“ ernten vermöchten. Durch die Ausstellung solle der Gem# gepflegt, die Standesehre gestarkt und ein kräftiger Nachmuz: angebildet werden. Redner dankte der Stadtverwaltung„ Gönnern für die materielle und ideale Unterstützung, dem.“ Bürgermeister Clostermann, den Herren Beigeordneten, den““ Gardiewsky, Schlieper und Feisel und dem ganzen Arbenzau Nach einer Begrußung der Ehrengäste bat Redner den Bürgermeister die Ausstellung zu eröffnen. Herr Bürgermeister Clostermann richtete Dankesnar. alle die, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen Das Mülheimer Handwerk habe mit der Ausstellung ein— Werk geschaffen. Mit dem erfahrenen Meister hätten gese: sellenhände gewetteifert um Schönes zu schaffen und leu# Auges habe sich auch mancher Leyrling mit tastender Hand Werkstücken versucht. Alle die tausende Hände haben aber belebt: Man wollte zeigen, daß das Mülheimer Handrschlafe, sondern daß es fortschreite und vom Besten das## Das Handwerk kämpfe einen schweren Stand, u. a. gen### ware und Schmutzkonkurrenz. Der Vorsitzende der Kölner Handwerkskammer, gab seiner großen Freude über die wohlgelungene Ausse— Ausdruck. Jahrzehntelang habe das Handwerk um seine###r. fähigkeit gerungen; und es sei mit Erfolg gearbeitet worden erhöhte Bildung habe beim Handwerk Platz gegriffen, und# Technik und die Erfindungen habe man sich zunutze gemacht s. fehle aber noch dem Handwerk, und das möchte Redner in Kreise hineingetragen wissen: Man gebe dem Handwerk### Neben der Industrie und den sonstigen Gewerben musse daz werk mit in der Linie stehen. Wenn er sehe, ein wie Interesse noch in den letzten Tagen der Kaiser dem Handw#### kundet habe, dann habe er die Ueberzeugung, daß das Volk wieder das Handwerk ehren werde. Tem Bluhen uu### deihen des Mülheimer Handwerks galt sein Hoch. Für das von der Handwerkskammer überreichte Gelde#### sprach der Vorsitzende des Innungsausschusses, Hrn. Kasp. Feis# herzlichen Dank aus. Nach einem herrlichen Vortrag des Cäcilienchores: Hymne Musik, wurde die Ausstellung den Ehrengästen gezeigt. Beschickt ist die Ausstellung von 150 Mülheimer Handwerksmeistern. Es dürfte kaum en zuwerk geben, das nicht vertreten ist. Die Schreiner habmen ganze Anzahl prachtvoller Zimmereinrichtungen gestellt. Ein werden die Erzeugnisse des Bäcker=, Konditor= und#u handwerks. Schlosserei=, Steinhauerei=, Schuhmacher= und sium handwerk sind ebenso reichhaltig und gebiegen vertreten un Schneiderhandwerk, die Kostumarbeiten. Die Wagenbauer,#### Wagenschmiede, Musikinstrumentenmacher, Damenhumm Dekorateure, Maler und Anstreicher, Friseure, Modellsh. Photographen, Uhrmacher, Installateure, Elettrotechniker,#ld. alle diese und noch viele andere Gewerbe sind durch schone ganz hervorragende Kunstwerke an der Ausstellung beteiligt. den Meisterstucken laden auch Gesellenstucke zur Besichtigung: Verbunden mit der Ausstellung ist eine#m lehrreiche Auslegung von Zeichnungen der Schmer### Fortbildungsschule, so daß auch die Lehrlinge m. z# der stellung beigetragen haben. Viele bewundert ummaah.: Schnitz= und Papparbeiten der Schüler der Volisschulen. illustrierte Broschure bietet außer den Namen####nuere. Ueberblick über die Geschichte Mulheims unter Vernichtigunge Mülheimer Handwerks und sonstige Aufsätze. Die Ausstellung ist täglich von morgens 8 Uhr 8 Uhr geöffnet. Der Eintritt betragt 25 Pfg. Joen— 4 Uhr nachmittags bis abends 11 Uhr finden Miliarte Kirchliches. PA Das Cebensalter der Bischöfe Deutschlands. Bischöfe des Bayernlandes vollenden dieser Tage ihr sechnes leech jahrzehnt: am 22. Mai der Bischof von Regensburg, Tr. v. Henle, und am 24. Mai der erst vor 1½ Monaten—1 2. April— konsekrierte Weihbischof von Augsburg, A. t Göbl. Damit hat denn jetzt der Episkopat Teutschlandseinen gegenwärtig 41 Mitgliedern 27 aufzuweisen, welche 6. mehr Lebensjahre zählen. Interessant ist hierbei die Wadaß von diesen über 60jährigen genau die gleiche## auf die eigentlichen Diözesanbischöse(24) wie auf die (nur 16) entfällt. Ein Alter von über 70 bzw. 80 Jahre. 13(7 Weihbischöfe: Dr. Gockel=Paderborn, im 82. Marx=Breslau, im 77; Dr. Likowski=Posen und Tr. Ermland, im 75.; Dr. Knecht=Freiburg und Neudecker=1— Freising, im 72.; Dr. Schrod=Trier, im 71. bischöse: Kardinal Kopp-Breslau, im 74. Jahre; Dr. Frißzen##r burg und Dr. v. Schlör=Würzburg, im 73.; Kardinal und Dr. Korum=Trier, im 71.; der Armeebischof Tr.####. 73 Jahre). Von den 14 anderen Sechzigern(8 Dipigt= und 6 Weihbischöfe) stehen 3 bereits im 70. Jahre##.# Dr. Voß von Osnabrück und Dr. v. Lingg von Augsouh der seit 10 Jahren resignierte Weihbischof Dr. Mar, Straßburg), 2 im 68.(die Oberhirten Dr. Rosentretet„## und Dr. Willi von Limburg) und 1 im 66.(Weihbischo von Köln), während die 8 übrigen 60 bis 65 Jahre Zwischen dem 50. und 60. Altersjahre befinden sich!!.. Oberhirten(8 Diözesanbischöse und 3 Weihbischöfe), 7 übr: 55 Jahre alt. Drei Oberhirten haben das 50. Leven## nicht vollendet(der 49jährige Dr. Bludan=Ermland, nee Dr. Faulhaber=Speyer und der erst 39 Jahre une— zählende Dr. Schulte=Paderborn). Die Diözese Padervorn— augenblicklich sowohl den ältesten als auch# deutschen Bischof. von Nah und Straßenpflaster. In Handsworth n ist eine Landstraße mit Lederabfallen##. on fast ein ganzes Jahr dem ist keine Spuren von Abnutzung. en keine Spuren, und für die Pfero Zur Herstellung wurden Lederab breiartige 90— wurden, d Teer bis sie eine breiartige, ita vormischt und dann ausge.“ 22. Mai 1911. Seite 11. (□) Armen-Unterstützungsverein Kalt. Einladung zur Generalversammlung am Freitag, den 26. Mai 1911, abends 9 Uhr, in der Restauration Böhmer. Kalker Heupistr. 216. Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Rechnungsablage. Neuwahl der Rechnungsprüfer 4. Teilweise Neuwahl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Köln=Kalh, den 19. Mai 1911. Der Vorstand.“r Verdingung. Für den Neubau des Verwaltungsgebäudes an der Sandbahn sind die Zimmerarbeiten zu vergeden. Nähere Auskunft wird während der Geschäftsstunden auf dem Baubüro Gr. Sandkaul erteilt. Die Angebate sind per und mit entsprechender Ausschrift versehen dis Donnerstag, den 8. Juni d.., vormittags 11. Uhr, an das Hochbauamt, Krebsgasse 9, Zimmer 13, einzureichen. Coln, den 20. Mai 1911. Hochbauamt: Bolte. 3 Es sollen öffentlich in zwei losen ver, eben werden: Los I Erd, MaurerAsphaltarbeiten, Los II Zimmerarbeiten schließlich Material für Neubau von 14 Friedens pulvermagazinen(Erwei terung des Pulverdepots in Cöln=Raderthal) Die Verdingungs=Unterlagen können vom Köln gegr. 1853 empfiehlt* AnthrazitNusskohlen Zechenkoks für Zentralheizungen Küchenkohlen rauchschwach. 1439 Fernspr. 3381 und ein den Achtung! Sof. bares Geld erhalten Sie durch d. Vertr. mein. abwaschb. TriumphDauerwäsche Anerkannt. neuest. u. best Fabrik Höchst. Prov. Musterkoll. gratiW. Cohnheim. Halle.S. 8. Zwangs-Versteigerung Militär=Bauamt II, Rolandstraße 921. gegen post- und bestellgeldfrete Einsendung von 2. für Los und 1.K für Los II bezogen werden und liegen daselbst während der Dienststunden von 8— 3 Uhr mit den zugehörigen Zeichnungen zur Einsicht aus Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind bis zum 29. Mai 1911, vormittags, zu Los 1 um 10 Uhr, und zu Los 11 um 10½ Uhr, dem Bauamt einzureichen. Zuschlagsfrist 1 Wochen. Theodor Didam Hohestrasse 15 Stets grosses Lager „Küppersbusch“ Gas-Kocher mit Doppelsparbrennen# ÖIII In fertigen Trauerhüten und-Schleiern. schürzen in Alpaka u. Panama, extra weit m. Tasch preisw. Math.& Rosa Bernardi. Chrenstr.1, Eche Aibertusstr. Leiden Sie an Kopfschmerzen, weil Ihr Geschäft nicht floriert, so inserieren Sie nur im(A. Sie werden hoffnungsfreudig in die Zukunft blicken können und die Kopfschmerzen sind wie weggeblasen. Zwangs-Versteigerung Am Dienstag, 23. Mai 1911. nachmittags 4 Uhr. sollen im Pfandlokale Glockengasse 8 zu Cöln versteigert werden: 9* verschiedene bessere Hausmobilien, 1 Pianino, diverse Bilder, 1 Schreibmaschine. Horst. Gerichtsvollzieher in Cöln, als Vertreter des Gerichtsvollziehers Sommerland. Zwangs-Versteigerung Am Dienstag, 23. Mai 1911, vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokale Cöln, Glockengasse 3, versteigert werden: 1 Büfett, 1 Sofa mit Um bau, ferner eine Metzgereieinrichtung, bestehend aus elektrischem Motor, Kutter, Scheffelmaschine, Aufschnittmaschine, Spechschneidemaschine etc. Fuchs, Gerichtsvollzieher in Cöln. d Am Diensta den 23. Uhr, sollen im Pfandlokal Glockengasse 8 in Cöln ver steigert werden: a. Wäscheschrank, h. Gobelin=Sofa, Trumean=Spiegel, Auszieh tisch, Vertiko, Pianino, c. Wanduhr mit Eichen Gehäuse, d. Sofa, 2 Sessel, Sekre tärschrank, Trumeauspieg Büfettschrank, Leinwandschrank, Diwan, Waschkommode, Kleiderschrank, f. 1 Automobil. Verkäufe teilweise bestimmt. Lauch, Gerichtsvollzieher in Cöln a“ Zwangs-Versteigerung Am Dienstag, 23. Mai 1911, nachmittags 4 Uhr, sollen Schönsteinstraße 2 zu Cöln=Ehrenfeld versteigert werden: 0 2 Pianos, 1 Ladentheke mit Marmorplatte, sowie eine Bartie Möbel. 1nz. Gerichtsvollzieher in Cöln. herm. Jos. Richärtz akad. gebildet. Lehrer fü Klavier, Hurmonium, Theotie uad kirchenmuhk. Moltkestraße 35. Zwangs-Versteigerung Am 23. Mai 1911, nachmittags 4 Uhr, sollen Glockengasse 3 versteigert werden: Ladenregale, 1 Diwan, Vertiko, kontrollkasse, 5 Nohrstühle, Bierbilfett, 1 Schreibmaschine, 15chreibtisch, 1 seidenes Kleid, 1 Regal, Eieschrank, Schreibtisch, 1 Konsol schrank, Büfett, Vertiko, Bertiko, 1 Otwan, Schreibtisch, 7 Schreibtische, 5 Tische, eichen, 5 Stühle mit Ledersitz, 1 Bücherschrank. Schalttafel, Elek tro=Motor, 25 Hebelschalter, Bohrmaschine, Pianino. Urban, Gerichlsvollzieher in Cöln.v von Nah und Fern. ** Unfall auf der Berliner Hochbahn.(Trahtbericht.) Beskin, 17.Mail911. Von einem Hochbahnzuge, welcher den wstraße verlassen hatte, um nach der Möckernstraße zu Wen sprangen zwei Wagen aus dem Geleise. Die Fahrgaste den Bahnkorper nach der Möckernstraße oder Luckenwalder= zu unter Benutzung der Nottreppe, die bei der BetriebswerkHochbahn angebracht ist. Im Kraftwerk der Hochbahn in der Trebbinerstraße erfolgte zugleich zweimal hintereinander Kurzschluß unter lautem Getöse und langen Feuerstrahlen. Es wurde niemand verletzt.— Weiter wird ergänzend gemeldet: Auf dem Geleisdreieck, ungefähr an der Stelle, wo vor einigen Jahren der schwere Zusammenstoß zwischen zwei Hochbahnzügen erfolgte, ist heute abend gegen 7% Uhr der letzte Wagen eines Zuges der Strecke Bulowstraße=Möckernbrucke aus den Schienen gesprungen und hat sich quer über das Geleis Bulowstraße—Spittelmarkt gelegt. Glücklicherweise liegt die Unfallstelle im Bereich der sogenannten 15-Kilometer Strecke, auf der nach Vorschrift langsam geahren werden muß, sonst wäre der Wagen unfehlbar in die Ziese gestürzt. Die gesamte Hochbahnstrecke mußte zunachst stromlos gemacht werden. Die Fahrgaste verließen die Wagen, und erst nach 8 Uhr wurde nach und nach der Verkehr wieder ausgenommen. An der Anfallstelle wurde der Verkehr durch Umsteigen aufrecht erhalten Verletzt sind drei Personen, und zwar zwei ganz leicht. Meyrere andere Perso. fabrn ichlolne des Pcnreckens einen Nervenschock erlitten. Ein Arzt, der sich im Zuge befand, leistete den Verletzten bie erste Hilfe n hergesell verläßt Friedrichshafen. Unter dieser Spitzmarkt gehi durch süddeutsche Blätter folgende Mitteilung: Entgegen allen Dementis scheint es sich zu bestätigen, dan zwischen Professor Hergesell und den ubrigen Mitarbeitern des Grafen Zeppelin schwere Mißhelligkeiten bestehen, die jetzt zum Ausscheiden Prof. Hergesells geführt haben. Pros. Hergesell wird nicht mehr nach Friedrichshafen zurücklehren, sondern von Tenerissa, wo er jetzt zur Kur weilt, nach Berlin reisen und dort Aufenthalt nehmen. Die langjährige Freundschaft zwischen dem Grafen Zeppelin und Prof. Hergesell war schon seit der unglückseligen Katastrophe von Echterdingen sichtlich erkaltet, denn vielfach wurde ein Teil der Schuld Prof. Hergesell zugeschrieben. Eine Verstimmung gegen Hergesell griff seit jener Zeit auf der ganzen Wer t Platz. Die langjährigen bewährten Mitarbeiter des Grafen Zeppelin. Oberingenieur Türr und Tirektor Colsmann, fühlten sich durch verschiedene Vorgänge, für die sie indirekt Professor Hergesell verantwortlich machten, beunruhigt und in ihren Dispositionen gehemmt. Immer wieder mußte Graf Zeppelin seine Mitarbeiter beschwichtigen. Das war oft schwer, denn Professor Hergesells Art, sich in Szene zu setzen, war nicht nach jedermanns Geschmack; die apodiktische Gewißheit, mit der er seine Lehren und Theorien von sich gibt, wirken faszinierend und verbluffend, und es ist kein Geheimnis, daß Hergesell gerade durch diese Art den Kaiser und noch mehr den Prinzen Heinrich für alles zu interessieren wußte. Zu diesen Unmöglichkeiten gehört auch die großartig inszenierte Polar=Vorexpebition, die dem Grafen Zeppelin in hohem Grade unsympathisch war, der er sich aber nicht erwehren konnte, weil es Professor Hergesell verstand, vorher den Kaiser und den Prinzen Heinrich für den Plan zu interessieren; das Ende der Vorexpedition ist bekannt, aber unbekannt ist bisher, wieviel Geld diese fast nutzlose Expedition verschlang. Die Lage wurde zum Schlusse auf der Werst für Professor Hergesell, mehr aber noch für den Grafen seinen Mitarbeitern gegenüber peinlich, und dieser unhaltbaren Situation machte Hergesell selbst durch seine Abreise ein Ende. * D a s R e i s t e r s t ü c k e i n e s B ä r e n j ä g e r s. A u s N o r w e g e n wiro der Frki. Ztg. geschrieben: Ein im ganzen Westlande wegen seiner Waghalsigkeit bekannter Bärenjäger, Hr. Alnes in Grytten im Romsdalen, hat am 5. d. M. sein Metsterstück geleistet. Eine Schar Bären hatte seit einiger Zeit in jener Gegend übel gehaust. Alnes hatte ihre Verfolgung ausgenommen, und nach achttägiger Jagd fand er endlich drei ausgewachsene Baren. Da sie in einem Walde voll junger Birken ruhten, konnte er sich ionen auf mehr als Schutzweite nähern und griff alle drei aus einer Entfernung von 16 Meter an in dem Augenblicke, da sie seiner gewahr wurden. In einer halben Minute streckte er die drei erwachsenen Bären nieder. Damit hat er für Norwegen den Rekord der Bärenjager erreicht. Die englische Flottenschau anläßlich der Königskrönung. Aus Anlaß der gegen Ende Juni stattfindenden englischen Königskrönung wird auch auf der Höhe von Spithead eine Flottenschau abgehalten werden. Nach der Anzahl der hierzu aufgebotenen Kriegsschiffe zu schließen, wird diese Nevue eine der großartigsten Veranstaltungen zur See sein, die je in England stattgefunden haben. Nicht weniger als 159 Kriegsschisse, darunter 31 Panzer, 32 gepanzerte Kreuzer, 12 Tevotschisse und 84 Zerstörer sollen durch die imposamte Schaustellung dem englischen Volke die Beruhigung gewähren, daß der Union Jack noch immer die Meere beherrscht. Zur Kurzweil. Am * Durchschaut. Heiratsvermittler:„Ich hatte Sie. Uralter Adel. Ein Ahnherr hat bereite die Ungläubigen gekämpft..... Amweg? Vater:„Was“ Tichter wicst du werden Wozu der Umweg) Trit doch direkt als Hunger. künstler auf!“ * Seite 12. Kölner Local-Anzeiger Nr. 139&a Montag, 22. Mai 1911. Sparkasse der Stadt Cöln Reichsbankgirokonto Mündelsicher Postscheckkonto 3593 C 84 Zinsen für Einlagen von 2000 M. und mehr bei Festlegung auf 2 Jahre. B raut kränze in neuester Bindeart Brautschleier billigst Julius Gliesche Söhne Schilder gasse 105 in Rohr. mit und loiz.1—-— ohne ∆ und Eisen Armlehnen Carl Hochherz E Eigelstein 37 u Fabrik: Troisdorf.s“ Smöht — Dehmöker von LBERND AHAUS 20—75 Pfg. das ¼ Pfd., überall käuflich. „Ich wurde vor 2 Jahren am Hals wegen einer Drüsen anschwellung operiert. Die Wunde ist längst vernarbt, trotzdem waren die Drüsen im Jan. wieder stark angeschwollen. Auf ärztl. Rat trank ich Altbuchhorster Mark Sprudel Starkquelle (Jod=Eisen=Mangan=Kochsalzquelle). Der Erfolg war überraschend. Schon nach 6 Flaschen waren die Drüsen zu meiner größten Freude vollständig zurückgegangen. Ich werde den Mark-Sprudel immer trinken, er wirkt appetitanregend, verdauungfördernd u. blutverbessernd u. bekommt mir viel besser als Lebertran, den ich früher trank. 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Zu dieser Versammlung sind Vertreter der politischen Parteien und die Herren Reichstagsabgeordneten für Köln Stadt und Land besonders eingeladen. h Freie Vereinigung für Privatbeamten=Versicherung. Karten zum Salon-Raddampfer Fortuna sowie zum Dampfer Aurora sind noch zu 5 Mark zu haben. Die Dampfer haben Restauration an Bord und liegen von 5 Uhr ab an unserer Landebrücke am Filzengraben. Abfahrt Punkt 7½ Uhr zur Paradeaufstellung. Gebr. Weber, Ludw. Leystapel 39. 1. Etage. Restaurateur, Mühlenbach 25. Telephon 5729 und 5730. 2 taschen,=koffer, sämtliche Lederwaren u. Reiseartikel in gr. Auswahl, jeglicher Preislage und solidester Arbeit. 0 Reparaturen prompt. H. Müller, U. Taschenmacher 28, zw. Domhof u. Altermarkt: Reise Verputziilz m. Severinstr. 116. Herren- und Damenschneiderei Elegante und preiswürdige Massanfertigung Vornehme deutsche und englische Stoffneuheiten Anton Hubert Duffesbach 15. 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Hessel) Frey,(Din Lipski, Kroeck; die Herren:(Bernik Dr. Krüger. Becker, Ekert, Senden, Portz, Heber, Merchlen Doser. Anfang 7½ Uhr. Ende ca. 10 Uhr Mittel=Preise. Mittwoch, den 24. Mai 1911. Anfang 7 Uhr. Zyklus A VI. Medea. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparze= Volkstümliche Preise. cattt Bismarckstraße 7. Telephon Heute und folgende Tage, abends 8 Uhr Gastspiel des Trianon=Theaters, Berlin: Theodore u. Cie. Die Kasse ist geöffnet von 11—1 und von 6 Uhr a. Vorverkauf: J. Franz Weber, HofmusikalienhandlunKölner Verkehrsverein, Ella Berl# I Tun Tan Tan gg Leitern aller Art Kinderleiterwagen, umonhatt Sich.“ alle Holzwaren für Küd Steingrüber& Orberts. I. K. ∆ Schalpflichtige Kinder Königlicher Hoflieferant, Weingutsbesitzer, Weingrosshandlung, Lieferant vieler Hospitäler. Hauptgeschäft: Gereonsdrlesch 12, Fernspr. 3249. Filialen: Dominikaner 7, Ehrenstrasse 57 Eigelsteln 22, Severinstrasse 202 Ferner vorrätig in den bekannten 150 Niederlagen. 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