Bezugs-Preis in Köln, mit Sonntagsbeilage Lelonia, wöchentl. 10 Pfg., monatl. 40 Pfg., auswärts 50 Pig. Anzeigen-Preis: 15 Pig. die einspaltige Zeile(dritte und letzte Seite 18 Pfg.). Kölner Stellen- und Arbeits=Gesuche sowie miet=Anzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pfg. die Zeile. Auswärtige Anzeig. 20 Pfg.(dritte u. letzte Seite 25 Pfg.). Reklamen 50 Pfg., zweite Seite 60 Pfg. für hiesige, 75 Pfg. für auswärtige.— Olferten-Annahme 25 Plg. Postpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), M..—(2 Mon.), M. 0,50(1 Mon.), ausschl. Bestellgeld. Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme: Inarzellenstrasse 32. General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. Köln, Sonntag, 10. Juli 1910. Hochwasser im Harz und im Thüringerwald. Duderstabt,.Juli1910.(Drahtber.) Infolge der mehrtägigen Regenfälle führen die Flüsse im Harz und im Thüringerwald, sowie die Werra, die Leine und die obere Saale Hochwasser. Der Regen dauert fort. In der letzten Nacht betrug fast überall die Niederschlagsmenge in der hiesigen Gegend 20 bis 30 Millimeter. Hochwasser. e Mannheim,.Juli1910.(Eig. Drahtber.) Der Rhein hat in einem Stande von 731 Zentimeter nunmehr fast den Höchststand der ersten Hochflut vor drei Wochen hier erreicht. Der Neckar steigt gleichfalls noch weiter und kam heute früh auf einen Stand von 737 Zentimeter gegen 725 Zentimeter gestern. Die Keller der Häuser in den nieder gelegeneren Stadtteilen füllen sich bereits mit Wasser. Die Friesenheimer Insel und der Waldpark sind weit überschwemmt. Eine neue Luftschiffhalle. Gotha,.Juli1910. Heute fand in Anwesenheit des Herzogs von Sachsen=Koburg und Gotha, des Herzogs von Sachsen=Altenburg und Gemahlin, sowie des Prinzen Sisso von Schwarzburg und Gemahlin die Einweihung der unter dem Protektorat des Herzogs von Sachsen=Koburg und Gotha erbauten Luftschiffhalle durch die Herzogin Viktoria Adelheid statt. Spionage-Prozeß. keipzig,.Juli1910. In einem Prozeß vor dem Reichsgericht effend denmd dia Ham. Peiogig, J. HultreTe. In Veischr Pech-g VeTe.. betreffend den Verrat militärischer Geheimnisse wurde die Kom missionärin Anna Zarlenga(Straßburg) zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Kaufmann Albert Luck und der Geschäftsagent Alois Weiskopf, beide aus Straßburg, erhielten je 4 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Ehrverlust und der Kaufmann Karl Luck(Straßburg) wegen Beihülse 2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Bei allen wurde auf Zulässigkeit der Polizeije 4 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Ehrverlust und der Kaufmann karl Luck(Straßburg) wegen Beihülfe 2 Jahre Zuchthaus und Jahre Ehrverlust. Bei allen wurde auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erkannt. Die Untersuchungshaft wird teilweise angerechnet. — Die Kellnerin Josephine Mauch in Laar wurde freigesprochen. Von einer Lawine verschüttet. Klein Scheidegg,.Juli1910.(Drahtber.) Wie nunmehr feststeht, sind bei dem Lawinenunglück sieben Personenumgekommen, und zwar außer den beiden deutschen Touristen Kühn und Barthold der Führer Alexander Burgener, sowie dessen Sohn aus Saas(Kanton Wallis) und die Grindelwaldener Führer Christian Bohren, Rudolf und Peter Inebnit. Die schwerverletzten Führer Brawaud und Adolf Burgener wurden in das Spital in Interlaken gebracht und dürften mit dem Leben davonkommen. Von den vier Proviantträgern ist einer erheblich verletzt, zwei sind Söhne des tödlich verunglückten Bohren. Das Unglück ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr etwa 100 Meter unter der am unteren Mönchskoch gelegenen Berglihütte. Heute früh ist eine Kolonne von 30 Grindelwaldener Führern nach der Station Eismeer zur Bergung der Leichen abgegangen. Schweres Schiffsunglück. Cherson, 9.Juli1910.(Drahtber.) Heute früh rannte ein aus Odessa kommender Dampfer gegen den Passagierdampfer Lowky, dessen Dampfkessel explodierte. Der Lowky ging unter. Viele Menschen sind ertrunken. Eine Erklärung des Papstes gegenüber der Königin von Holland. Haag,.Juli1910.(Drahtber.) Einer amtlichen Mitteilung zufolge, richtete der Geschäftsträger beim Hl. Stuhl im Namen des Papstes am 6. Juli ein Schreiben an den Minister des Aeußeren, worin dieser gebeten wird, der Königin mitzuteilen, der Papst habe mit Bedauern die irrtümliche Auslegung der Enzyklika in den Niederlanden vernommen und lasse der KöFnigin versichern, daß er darin keineswegs einen Fürsten des 1 Hauses Oranien noch die Vorfahren der nichtkatholischen holländischen Untertanen im Auge gehabt habe. 60 Zum Rücktritt des Hru. v. Rheinbaben ##wird der Köln. Volksztg. von gut unterrichteter Seite geschrieben: Die Enthüllungen der Kreuzzeitung über den Rücktritt des Frhru. v. Rheinbaben sind eigentlich nichts neues, die Ursachen dieses Rücktritts datieren sogar aus einer ziemlich weit zurückliegenden Periode. Es ist vielleicht zweckdienlich, darüber jetzt eine Aufklärung zu bringen, die bisher nur im engeren Kreise bekannt war. Im Frühling des Jahres 1907, wenige Wochen nach dem Zustandekommen des Blocks, lag auf dem Tisch des Reichstagssitzungssaales eine Karte, wie sie aus dem Zentralbureau des Reichskanzleramts versandt zu werden pflegt. Die Vorderseite dieser Karte lautete ungefähr wie folgt: „Der Reichskanzler Fürst Bülow bittet Hru. Reichstagsabgeordneten... zu einer Besprechung über die politische Lage auf... nachmittags 6 Uhr.“ Auf der Rücleite derselben Karte war als Resultat dieser„Besprechung über die politischen Lage“ notiert: „Rheinbaben, v. Einem fallen, erschweren Situation.“ Es bestand also schon vor länger als drei Jahren die Absicht, die beiden genannten Minister, die man als zu wenig„blockfreundlich“ ansah, den Wünschen der Nationalliberalen zu opfern. Wenn diese Absicht nicht früher zur Durchführung gelangte, so waren dafür andere Gründe entscheidend. Der auf die Proskriptionsliste gesetzte damalige Kriegsminister v. Einem ging später lediglich aus Gesundheitsrücksichten ab, der Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben saß viel zu fest im Sattel, als daß er von dem gewandten Regisseur des Blocks und seinen nationalliberalen Hintermännern gestürzt werden konnte, auch waren die Konservativen, ohne die doch der Block nicht zu halten war, gegen seine Entlassung. Die nationalliberale Wunschkarte blieb also vorerst unerfüllt. Im nächsten Herbst war die Stellung des Fürsten Bülow bereits so erschüttert, daß seine Entlassung nur noch eine Frage der Zeit war, die November=Komödie des Jahres 1908, zwischen dem damaligen Kanzler und den Nationalliberalen verabredet, um die Stellung des ersteren zu festigen, hatte den gegenteiligen Erfolg, sein Schicksal war damit besiegelt, er hatte nicht mehr die Macht, einen anderen Minister zu stürzen. So kam es, daß das Programm der„Besprechung über die politische Lage" zwischen Hrn... und der: Na#ch Fürst Bülow nicht ausgeführt wurde den Zeitpunkt seines und dem Reichskanzler und daß Frhr. v. Rheinbaben sich den Zeitpunkt seines Rücktritts selbst wählen konnte. Daß er diesen in einer Zeit nahm, als das preußische Ministerium eine Erneuerung hauptsächlich in nationalliberalem Sinne erfuhr, ist für jeden Kundigen verständlich. Bezeichnend für unsere Verhältnisse aber ist es, daß eine Partei, die nur den achten Teil des Reichstags bildet und ihre Mandate meistens der Unterstützung anderer Parteien verdankt, für die Besetzung der Ministerien derart maßgebend geworden ist und ihre Hintertreppenpolitik mit solchem Erfolg betreibt, daß man fast fragen könnte: Wer regiert heute in Preußen? Die Reichsfinanzen befinden sich in gutem Zustand. Der Reichsanzeiger publiziert die Einnahmen der Monate April und Mai. Wenn es nun auch vollständig verfehlt sein würde, aus einem solchen Teilergebnis einen Schluß auf das Ganze zu ziehen, so kann man doch behaupten, daß daß Ergebnis dieser zwei Monate kein ungünstiges ist. Die gesamte Ist=Einnahme hat rund 221 Mill. M. betragen, während die gesamte Soll=Einnahme in dem gleichen Zeitraum sich auf rund 219 Mill. M. beläuft. Die Ist=Einnahme ist also um über 2 Mill. M. höher als die Soll=Einnahme. Zu einer ungünstigen Beurteilung der Reichsfinanzen liegt also kein Grund vor. Wenn man die einzelnen Einnahmen betrachtet, so findet man, daß die Zölle den erwarteten Betrag nicht abgeworfen haben. Die Ursache scheint uns zum größten Teil an der Gestaltung der Einfuhrscheine zu liegen. Auch die Brantweinverbrauchsabgabe weist einen erheblichen Fehlbetrag auf. Wenn die Biersteuer nicht den vollen Ertrag ergeben hat, so liegt das zum großen Teil an der Art der Abrechnung über die Bierstener. Verhältnismäßig den größten Ausfall weist die Schecksteuer auf, jene Steuer, welche der Bundesrat selbst vorgeschlagen hat. Unter den bisherigen Einnahmen stehen dagegen recht günstig da die Zuckersteuer und die Börsensteuern. Es ist namentlich der Börsenumsatzstempel, der bis heute einen gewaltigen Mehrertrag aufweist. Auch die Tantiemensteuer entwickelt sich günstig. Verhältnismäßig am besten steht die Grundstückumsatzsteuer da, welche in zwei Monaten bereits nahezu ein Drittel des gesamten Jahresbetrages abgeworfen hat. Es darf dabei freilich nicht vergessen werden, daß die drohende Wertzuwachssteuer im April und Mai zu recht vielen Umsätzen Veranlassung gegeben hat. Seit 1906 weist auch erstmals die Erbschaftssteuer den vollen Betrag auf. Die Zündwarensteuer entwickelt sich befriedigend; daß die Leuchtmittelsteuer in den Sommermonaten unter dem Monatsdurchschnitt steht, ist ganz selbstverständlich. So kann man das Gesamturteil unserer Reichsfinanzen dahin zusammenfassen, daß wir bei fortgesetzt sparsamer vernünftiger Wirtschaft über den Berg hinwegkommen, und daß unsere Finanzen in Ordnung gehalten werden können. Günstige Aussichten für die preußischen Staatsfinanzen. Der endgültige Abschluß der preußischen Generalstaatskasse für das Rechnungsjahr 1909, der wie alljährlich im Juni fertig geworden ist, erweist, daß die Ergebnisse der Eisenbahnverwaltung weit besser sind, als sie im Staatshaushalt vorgesehen waren. Der Ueberschuß aus den Staatseisenbahnen, der für allgemeine Finanzzwecke verfügbar ist, übersteigt den Etatsansatz um rund 100 Millionen Mark und ist mehr als doppelt so hoch, wie er im Etat veranschlagt war. Sonst wird der im Etat für 1909 vorgesehene Fehlbetrag sehr viel geringer sein, als er angestellt ist. Und da die Einnahmen der preußischen Eisenbahnen im vorigen Jahr fast den Etatsansatz für 1910 erreichen, so dürfen wir bei der aufsteigenden Bewegung dieser Einnahmen hoffen, daß auch der im Staatshaushalt für 1910 vorgesehene Fehlbetrag wesentlich geringer sein wird, als die Finanzverwaltung bei vorsichtiger Etatsaufstellung annehmen konnte. 9 Eine grobe Taktlosigkeit. In den Tagen vom 8. bis 10. Juli findet in Aachen der 4. Rheinische Philologentag statt. Eröffnet wurde er gestern durch einen Begrüßungsabend mit Damen im Aachen=Burtscheider Kurhaus. Kurz nach Beginn der Veranstaltung wurde eine Nummer der erzliberalen Aachener Allgemeinen Zeitung verteilt. Wie groß war aber das Erstaunen und die Entrüstung der Teilnehmer und der Gäste, als sie statt eines Begrüßungsartikels, der erst auf der zweiten Seite zu finden ist, einen überaus gehässigen Artikel aus Anlaß der Borromäusenzyklika mit der Ueberschrift Toleranz zu lesen bekamen! Darin finden sich Sätze wie:„Mau hat das Zentrum als koufessionelle Partei, das politische Machtansprüche geltend macht und dadurch beständigen Widerspruch hervorruft.“ Ferner:„Endlich wird der dem größtenteils Katholiken teilnehmen, durch einen widerwärtigen Kulturkampfsartikel gewissermaßen zu begrüßen und der Tagung damit eine Parole und ein Wahrzeichen zu geben. Sofort sprachen einige Festteilnehmer dem Vorsitzenden ihre Entrüstung aus; das Komitee trifft aber wohl keine Schuld, vielmehr hat das genannte Blatt die Gelegenheit benntzt, um seine Angriffe auf die Katholiken unter der Maske Toleranz den Festteilnehmern zu unterbreiten und dadurch entsprechend Stimmung zu machen. Nur um keinen weiteren Mißton in die Versammlung zu bringen, hat man es unterlassen, dieselbe unter öffentlichem Protest zu verlassen. Es fragt sich doch, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn es geschehen wäre. Wenn katholische Teilnehmer an Fachkongressen riskieren müssen, solchen Taktlosigkeiten und solchen Beleidigungen ihrer Ehre und ihrer Ueberzeugung ausgesetzt zu werden, ohne daß sie durch die Leitung geschützt werden, so muß ihnen die Rücksicht auf ihre Ehre und ihren Stand verbieten, an solchen Veranstaltungen überhaupt noch sich zu beteiligen. + Für die kommenden Reichstagswahlen werden die zialdemokratischen„Bildungsausschüsse“, Parteiorganisationen und Gewerkschaftskartelle bereits mobil gemacht. Der Zentralbildungsausschuß der Sozialdemokratie hat in einer im Vorwärtsverlag erschienenen Broschüre ein besonderes Winterprogramm für 1910/11 entworfen, das für diese Zeit eine Reihe von Winken und Ratschlägen enthält. In der Einleitung wird, nach dem Vorwärts(Nr. 152), darauf aufmerksam gemacht, daß der bevorstehende Winter der letzte vor den nächsten allgemeinen Reichstagswahlen sei; da die Bildungsarbeit nicht außerhalb der politischen Kämpfe und Bestrebungen der Arbeiterklasse liege, sondern sie zu fördern und innerlich zu vertiefen habe, so müsse bei den Bildungsveranstaltungen der kommenden Wintermonate darauf Rücksicht genommen werden. Die belehrenden Ver0 rischen Unternehmungen könnten dagegen in diesem Winter zurücktreten.— Diese Mobilmachung der Sozialdemokratie enthält für die Organisationen der Zentrumspartei, vornehmlich auch für die Windthorstbunde, eine Mahnung, die Winterarbeit im Hinblick auf die Reichstagswahlen 1911 entsprechend einzurichten. Neue Lanzen mit„Kugelspitzen“ für unsere Kavalleric. Wie von militärischer Seite mitgeteilt wird, finden jetzt bei mehreren Kavallerie=Regimentern(Braunschweig, Ratibor, Straßburg usw.) Versuche mit einer neuen Art von Lanzen statt. Den Versuchen liegen die Erfahrungen zugrunde, die in den letzten Kriegen mit der Brauchbarkeit der Lanzen gemacht worden sind. Bei einem heftigen Angriff ist die Lanze zu tief in den feindlichen Körper eingedrungen und ist dadurch für den angreifenden Kavalleristen geradezu zu einem Hindernis geworden. Abgesehen davon, daß die Verwundung schwerer als notwendig wurde, war der Lanzenträger oft im weiteren Verlauf des Kampfes des Gebrauches seiner Lanze beraubt. Man ist dazu übergegangen, Lanzen mit „Kugelspitzen" zu verwenden. In einer gewissen Entfernung von der Spitze, welche die Form der bisherigen Lanzenspitzen beibehalten hat, befindet sich eine Kugel, wodurch der Stoß der Lanze aufgehalten wird. Russische Militärgerichtsbarkeit. Von der„Arbeit“ des russischen Militärgerichts macht man sich einen Begriff, wenn man die Publikationen des Kriegsministers über die Zahl der vollstreckten Urteile für das Jahr 1909 durchgeht. Nach der amtlichen Statistik wurden 1909 nicht weniger als 630 Personen verurteilt. Von diesen 630 Personen waren über die Hälfte, und zwar 328 wegen Mordes angeklagt. Die übrigen 302 Angeklagten standen wegen Widerstandes gegen Vorgesetzte, Raub, Diebstahl und Vagabondage vor dem Militärgericht. Am meisten hatte das Gericht in Odessa zu tun, denn hier sind 138 Angeklagte verurteilt worden, und zwar 52 wegen Mordes, 41 wegen Raubes, 32 wegen Widerstands gegen Vorgesetzte und 12 wegen politischer Verbrechen: Seite 2. Kölner Local-Anzeiger Nr. 185 m Sonntag, 10. Juli 1910. 0 Vom Bau der Dombrücke. Gestern nachmittag wurde aus der alten Eisenbahnbrücke das erste Stück ausgeschnitten und abgefahren, und zwar auf der Deutzer Seite. An mehreren Stellen sind hier Arbeiter mit dem Durchschneiden des Eisenwerks mittels des autogenen Verfahrens beschäftigt. Auf dem Baugerüst erhebt sich auch schon der hohe Portalkran zum Bau der neuen Brücke, welcher weit sichtbar den Namen Gutehoffnungshütte trägt. Allenthalben herrscht eifrigste Tätigkeit. Der linksseitige Pfeileraufbau der Straßenbrücke ist nun auch bis auf ganz Geringes im Mauerwerk fertig. Der rechtsrheinische Portalturm harrt noch der Dachverschalung und Schieferdeckung, und in den nächsten Tagen wird auch er vollendet dastehen. □ Die städtische Wohnungskommission nahm am Freitagmorgen unter Führung des Herrn Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter Frank eine Besichtigung der Arbeiterwohnhäuser der Bau= und Spar=Genossenschaft Köln=Nippes vor. Von der städtischen Verwaltung nahmen die Herrn Oberbürgermeister Wallraf, sowie die Herren Beigeordneten Rehorst, Dr. Greven und Klutmann teil. Nach Besichtigung einzelner Häuser in der Nievenheimerstraße und der Eisenachstraße wurden noch die Häuser der Pallenbergschen Stiftung in Augenschein genommen. Demnächst soll eine Besichtigung der Kruppschen Arbeiterwohnhäuser in Essen stattfinden. Das nächste Dromenadenkonzert findet bei günstiger Witterung am Sonntag, den 10. Juli, vormittags von 12 bis 1 Uhr, auf dem neuen Kinderspielplatz am Deutschen Ring statt. □ Die Referendarprüfung bestanden gestern die Rechtskandidaren Joseph Draf aus Hillesheim(Eifel) und Wilhelm Klischau aus Düsseldorf. 1 Die Herrschaft ist in der Sommerfrische. In je einer Villa in der Sedan= und in der Worringerstraße wurde nachts während der Abwesenheit der Bewohner eingebrochen und Silbersachen entwendet. Von den Dieben fehlt jede Spur. Leichenfund. Gestern vormittag wurde in Deutz im Rhein die Leiche eines jungen Mannes gelandet, der anscheinend erst einige Tage im Wasser gelegen hatte. C. Wie unvorsichtig! Auf dem Holzmarkt verbrannte sich gestern nachmittag eine Frau dadurch, daß sie in den brennended Ofen Petroleum goß. Die Flammen schlugen aus dem Ofen unn die Kleider der Frau fingen Feuer. Sie wurde schwer verletzt zum Bürgerhospital gebracht. . Eine vollständige Hlünderung. In der vorvergangenen Nacht gesellte sich auf dem Holzmarkt ein Bursche zu einem bejahrten Herrn, der etwas angeheitert war. Der Bursche begleitete den alten Herrn bis ungefähr zum Übierring. Nachdem er sich wieder entfernt hatte, vermißte der alte Herr seine goldene Uhr mit Kette im Werte von etwa 300., das Portemonnaie mit 200 M. und sogar seinen Trauring. 2 Ein herrenloser Kohlennachen. Gestern vormittag trieb am Oberländer Ufer ein Eisenbrikettnachen, der hoch mit Briketts angefüllt war, herrenlos rheinabwärts. Das führerlose Fahrzeug stieß gegen die Poller Staatsfähre, wodurch diese nicht unerheblich beschädigt wurde. Die städtische Hafendirektion ließ den herrenlosen Nachen befestigen und sorgte für Bewachung. Infolge des Hochwassers ist vermutlich der Nachen fortgetrieben. ∆ Wein gestohlen. In je einem Hause an der Riehlerstraße und am Königsplatz wurde ein Keller erbrochen und eine Anzahl Flaschen Wein gestohlen. Ein Liebhaber feiner Wäsche stahl in der Blumenthalstraße mittels Einbruchs eine große Menge besserer Herren= und Damenwäsche im Werte von etwa 1000 M. Der Dieb ist einstweilen nicht ermittelt. Aus Köln-Kindenthal. S Goldene Hochzeit. Am Sonntag, den 10. Juli, feiern die Eheleute Wilhelm Stammel und Katharina Stammel geb. Koch, Bachemerstraße 238 wohnhaft, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Bräutigam, der noch heute seinen Dienst als Aufseher bei der städtischen Verwaltung verfieht, zählt 73, die Jubelbraut 83 Jahre. Das Brautpaar erfreut sich zurzeit der besten GesundAus Köln-Deutz. ( Die Bautätigkeit in der Deutzer Neustadt zwischen der verlängerten Freiheitstraße, Gotenring und der Adolfstraße ist seit der Aussperrung im Baugewerbe eine sehr rege geworden. Die neuen Häuser an der Freiheitstraße sind bereits schlüsselfertig, so daß sie bald bewohnt werden können. An den übrigen freigelegten Straßen mehren sich die Bauzäune von Tag zu Tag. Dem Vernehmen nach sind die Baustellen zwischen der Heribertusstraße und Adolfstraße in die Hand eines Bauunternehmers gelangt, der mit dem Bau von Häusern an verschiedenen Stellen begonnen hat. Auch ist man seit einigen Tagen mit der Kanalisierung und Herstellung der Gartenanlage zwischen der Heribertus= und Freiheitstraße beschäftigt. Aus Köln-Kalk. 1. Unfälle. In einem Betriebe geriet gestern ein Arbeiter mit einem Arm in eine Maschine und erlitt einen Armbruch.— In einer andern Fabrik zog sich ein Arbeiter durch Sturz infolge eines Ohnmachtsanfalles erhebliche Kopfverletzungen zu. Beide wurden ins St. Josephshospital gebracht. Gesellschafts= und Vereinsleben. 70 Der Rheinische Sängerbund, der im Jahre 1862 gegründet wurde und sich aus 82 rheinischen Männergesangvereinen — von denen allein 20 Kölner Vereine sind— zusammensetzt, bereitet für den kommenden Montag ein großes Konzert in der Flora vor, an welchem sich die vorhin genannten Kölner Bundesvereine mit ca. 1300 Sänger beteiligen werden. Außer diesen, in Köln nie gehörten Chormassen, die der Königliche Musikdirektor Prof. Jos. Schwartz dirigiert, wird das gesamte Floraorchester mitwirken. Für die Aufstellung der Sänger ist die Errichtung eines besonderen Podiums notwendig. Das Konzert wird eingeleitet durch einige Konzertstücke, denen in zwei Abteilungen je fünf Männerchöre folgen. Während des Konzertes werden das Parterre und die Gebäude der Flora beleuchtet werden. Der Reinertrag des Konzertes wird zugunsten der Ueberschwemmten an der Ahr Verwendung finden. Die Abonnenten und Aktionäre der Flora zahlen gegen Vorzeigung der Ausweiskarte den Betrag von 1., der Vorverkaufspreis beträgt 2.; eine Verkaufsstelle ist bei dem Kölner Verkehrsverein eingerichtet. Für die Angehörigen der Sänger werden durch die Vorsitzenden der Bundesvereine Karten zu ermäßigten Preisen ausgegeben. Auf die am Sonntag früh um 10½ Uhr im Viktoriasaale stattfindende Probe werden die Sanger nochmals besonders aufmerksam gemacht. c Der Männergesangverein Amphion, Köln=Ehrenfeld (Chorleiter: Hr. Franz Michalek, Lehrer am Konservatorium zu Köln), welcher auf dem Gesangwettstreit in Neuwied in der ersten Stadtklasse den UIb Preis, in der Ehrenklasse den II. Preis und beim höchsten Ehrensingen den vom König von Württemberg gestifteten goldenen Pokal errang, erhielt auf eine telegraphische Benachrichtigung hin folgendes Telegramm:„Friedrichshafen Schloß. Se. Majestät der König von Württemberg läßt für die ihm ausgesprochenen Wünsche verbindlichst danken und hat mit Genugtuung die Mitteilung von dem Siege des Männergesangvereins Amphion, Köln=Ehrenfeld, entgegengenommen und läßt den Verein dazu bestens beglückwünschen. von Soden.“ Die Preise nebst Telegramm sind im Schaufenster des Hrn. Karl Neuburg, Klarastraße 3, ausgestellt. Der Ertrag der Generalproben von 300 Mark wurde der Kölnischen Volkszeitung für das Ahrtal überwiesen. Oo Windthorstbund Köln-Mitte. In der am Donnerstagabend abgehaltenen, sehr gut besuchten Bundessitzung erstatteten die Herren Schaeven und Hilgers einen eingehenden Bericht über den Vertretertag in Bochum. Den Referaten schloß sich eine recht lebhafte Diskussion an. Der Vorsitzende, Herr Dr. Wagner, machte besonders am Schlusse nochmals auf die Bedeutung des alle 14 Tage Donnerstags abends stattfindenden Unterrichtskursus aufmerksam. Aus Kölns Nachbarschaft. Siegburg,.Juli1910. Aus Anlaß der Anwesenheit des Weihbischofs Dr. Müller ist die ganze Stadt festlich geschmückt. Einzelne Straßen können hierin nicht mehr übertroffen werden. Der Weihbischof spendete am Freitag über tausend Knaben und Mädchen die hl. Firmung, und war des Abends Gast des Herrn Landrats Freiherrn v. Dalwigk. Am Tage seiner Ankunft wohnte der Herr Weihbischof einer überaus stark besuchten Männerversammlung bei.„ * Königswinter,.Juli1910. Der rheinische Verkehrsverein hielt heute im Düsseldorfer Hof seine 6. Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Generalmajor z. D. Bigge(Koblenz), eröffnete die Versammlung und begrüßte besonders die Vertreter der Behörden. Regierungsrat Gebert(Köln) versicherte, daß die Eisenbahnverwaltung eifrig bemüht sein werde, mit den Verkehrsvereinen Hand in Hand zu arbeiten, wie es auch bisher geschehen sei. Landrat v. Dalwigk überbrachte die besten Wünsche des Regierungspräsidenten Steinmeister. Bürgermeister Clever(Königswinter) hieß den Verein im Namen der Stadt willkommen und wünschte den Verhandlungen guten Erfolg. Postrat Wagner(Köln) bemerkte, daß auch die Oberpostdirektion den Bestrebungen des Verkehrsvereins großes Interesse entgegenbringe. Generalmajor Bigge(Koblenz) dankte den einzelnen Rednern und betonte, daß nur in dem engeren opferwilligen Zusammenwirken mit den Behörden ein dauernder Erfolg für die Bestrebungen des Vereins zu finden sei. Alsdann erstattete er den Jahresbericht. Der Verein zählte am 31. Dezember 1909 an Mitgliedern: 143 Behörden, Städte, Gemeinden, Kur= oder Badeverwaltungen, 72 Verkehrs= und ähnliche gemeinnützige Vereine und 519 Einzelmitglieder. Dem Gesamtvorstande gehörten 68 Mitglieder an. Der Verein entwickelte ebenso wie in den Vorjahren eine lebhafte Auskunfts= und Propagandatätigkeit. Um eine engere Fühlung mit der Zentrale herzustellen, hat sich der Vorsitzende erboten, auf Wunsch die Hauptversammlungen der Ortsvereine zu besuchen. Von den durch den Verein herausgegebenen Rheinführern sind 1909 24500 Stück neu gedruckt worden, und zwar 16 500 in deutscher, 5000 in englischer und 3000 in französischer Sprache. Die meisten dieser Füyrer sind bereits verausgabt. Die publizistische Tätigkeit des Vereins ist besonders rege gewesen.„Kein Unternehmen auf touristischem Gebiete hat einen solchen Erfolg aufzuweisen gehabt, als die vom Verein geschaffenen Rheinhöhenwege und Schülerherbergen, die auf 17(15) erhöht worden sind. Die Jahresrechnung für 1909 schließt mit 28 785 M. in Ausgaben und Einnahmen ab. Dem Vorstand und Rendanten wurde Entlastung erteilt. Die aus dem Vorstande ausscheidenden Mitglieder wurden wiedergewählt; neu gewählt wurden Kurdirektor Fernow(Bad Kreuznach) und Beigeordneter Kranzbühler(Bibrich). Zu Ehrenmitgliedern wurden gewählt der neue Provinzialdirektor von Hessen, Dr. v. Breyert(Bingen), und der neue Regierungspräsident von Düsseldorf. Dr. Kruse(Düsseldorf). Zum Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Mainz bestimmt. Auf Autrag des Vertreters der Stadt Aachen, Kurdirektor Hey'l(Aachen), erklärt der Verein die Verbesserung des Eisenbahnverkehrs zwischen dem Rheinlande und Belgien als dringend erforderlich und beauftragt den engeren Vorstand, den dahingehenden Antrag der Stadt Nachen prufen und weiter zu verfolgen. Sodann sprach sich die Versammlung auf einen untrag der Vereinigung rheinischer Hoteliers (Köln) dahin aus, daß durch Einrichtung eines halb= oder ganzmonatlichen Abonnements zur Benutzung der rheinischen Eisenbahnen und der Rheindampfer eine Hebung des Verkehrs und Erhöhung der Annehmlichkeiten des Aufenthaltes in den Rheinlanden herbeigeführt werde und beauftragte den Vorstand, darauf hinzuwirken. Der Vorsitzende schloß darauf mit Dankesworten an die Teilnehmer die Sitzung. von Nah und Fern. Rhein,.Juli1910. Das 1. Na (. Dom Rhein,.Juli1910. Das I. Nassauische PionierBataillon Nr. 21 beabsichtigt in der Zeit vom 19. bis 26. Juli d. J. Brückenschläge über den Rhein auszuführen und zwar am: 19. Juli zwischen dem rechten Ufer unterhalb Winkel und der Fulder Aue, 20. Juli zwischen dem rechten Ufer oberhalb Rüdesheim und Kempten unter Benutzung der Rüdesheimer Aue, 22. Juli bei Trechtingshäusen an zwei Stellen ohne Ueberbrückung des Rheinstromes, 23. Juli bei Trechtingshausen mit Ueberbrückung des Rheinstromes, 25. Juli bei Caub ohne Ueberbrückung des Rheinstromes, 26. Juli mit Ueberbrückung des Rheinstromes. Zu diesem Zweck wird der Rheinstrom während der genannten Tage an den fraglichen Stellen zwischen 6 Uhr vormittags und etwa 4 Uhr nachmittags gesperri, und zwar dürfen Flöße am 19., 20., 23. und 26. Juli in der angegebenen Zeit die Uebungsstrecken nicht durchfahren. Alle sonstigen Fahrzeuge haben die Bruckenbaustellen so zu durchfahren, daß der Brückenbau in keiner Weise gestört oder gefährdet wird. 60 Ahrweiler,.Juli1910. Von amtlicher Stelle geht uns folgende Nachricht zu: Die aus Ayrweiler verbreitete Nachricht über erneutes Hochwasser im Ahrtal und angeblich dadurch verursachte Beunruhigung der Bevölkerung und Kurgäste ist frei erfunden. Dieses Dementi richtet sich offenbar gegen ein Telegramm eines Telegraphenbureaus, dem wir auch in Nr. 182 der Kölnischen Volkszeitung Aufnahme gewährten. y Adenau,.Juli1910. Heute bereisten Oberpräsident Frhr. v. Rheinbaben, Landeshauptmann Renvers in Begleitung von einigen Herren aus dem Ministerium, des Regierungspräsidenten von Trier, der Regierungsräte Loesener und v. Hoffmann, der Landräte v. Adenau und Daun, insgesamt 14 Herren das Gebiet der Ahr über Antweiler hinaus bis in den Schleidener Kreis, bis Kirmutscheid und dann die Strecke über Dümpelfeld bis Adenau, Nach kurzer Konferenz im Hotel Eifeler Hof nahmen die Herren dort das Mittagsmahl ein und fuhren nach Besichtigung des Ortes Adenau nach Koblenz. Die Reise bezweckte die Prufung von Maßnahmen betr. die Schäden im Ueberschwemmungsgebiete. m Trier,.Juli1910. Die Strafkammer hat heute bezüglich der Anmeldepflicht bei Abhaltung von politischen Versammlungen eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung gefällt. Der Sachverhalt ist folgender: In Irrel wurde früher, wie dies auch anderswo häufig geschehen ist, der Gemeindeaushängekasten zum Aushängen privater Bekanntmachungen benutzt. Im Februar 1908 wurde eine derartige Benutzung behördlicherseits aufs strengste untersagt. In einer vom Irreler Spar= und Tarlehensverein abgehaltenen Versammlung wurde dann die Anschaffung einer besonderen Tafel für die Bekanntmachungen des Vereins beschlossen. Ausdrücklich wurde bemerkt, die Tafel werde an einer auffälligen Stelle neben der Kirche angebracht zur freien Benutzung der gesamten Bürgerschaft. Von diesem Zeitpunkte ab wurden alle privaten Versammlungen und sonstige Veranstaltungen an dieser Tafel bekannt gemacht. Am 12. Oktober fand in Irrel eine politische Versammlung statt, in der Fürst zu Löwenstein als Redner auftrat. Die Versammlung wurde meyrere Tage vorher durch Anschlag an der erwähnten Tafel bekannt gegeben. Der Einberufer, Pfr. Follert meldete die Versammlung nicht besonders polizeilich an, weil er der Meinung war, das neue Reichsvereinsgesetz verlange nur dann eine direkte polizeiliche Anmeldung, wenn die öffentliche Ankündigung unterbleibe. Die Polizeibehörde war anderer Ansicht und leitete gegen den Einberufer ein Strafverfahren ein. Das Schöffengericht Bitburg verurteilte ihn wegen Uebertretung der erwähnten Bestimmungen zu einer Geldbuße von 15 M. Die Strafkammer hob das Urteil auf und erkannte auf Freisprechung. Das neue Vereinsgesetz verlangt, daß politische Versammlungen 24 Stunden vorher bei der Polizeibehörde angemeldet oder aber durch öffentliche Ankündigung(Zeitungsinserat oder öffentliche Aushängetafel) bekannt gemacht werden. Das Gexicht hält die im vorliegenden Falle gemachte Ankündigung für vollständig ausreichend und dem Sinne des Gesetzes entsprechend. Trier,.Juli1910.(Drahtber.) Ueber sechstausend ehemalige Angehörige des Infanterie=Regiments Nr. 69 sind zum goldenen Jubiläum des Regiments in Trier anwesend. Gestern nachmittag wurden die aktiven und inaktiven Unteroffiziere und Mannschaften kompagnieweise auf dem in 14 Luartiere eingeteilten Palastplatz bewirtet, während die Offiziere in dem Kasino eine Feier hatten, an der auch der Divisionskommandeur teilnahm. Dann folgte großer Zapfenstreich.1 i Nachen,.Juli1910.(Eig. Drahtbericht.) Heute mittag wurde hier das mit einem Kostenaufwand von 1½ Mill. Mark erbaute neue Polizeidienstgebäude in Anwesenheit des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Staatsminister a. D. Freiherr v. Rheinbaben, des Geh. Oberfinanzrats Sachs aus dem Finanzministerium, des Geh. Oberbaurats Launer aus dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten, des Regierungspräsidenten Dr. v. Sandt, des Polizeipräsidenten v. Hammacher, des Oberbürgermeisters Veltman, der Spitzen der kirchlichen Behörden und einer Anzahl sonstiger Geladener seiner Bestimmung übergeben. Das imposante Gebäude, das als Eckbau in freier Lage von drei Straßen begrenzt wird, hat eine Frontlänge von 185 Metern. Es ist auf dem alten Marienthaler Kasernenhofe errichtet, der mehr als 25 Jahre mitten in der Stadt brach gelegen hat und jetzt der Bebauung erschlossen wird, nachdem zwei neue Straßen auf ihm angelegt worden sind. Mit dem Bau des Gebäudes wurde im Jahre 1906 begonnen. Nach den Vorentwürfen des Geh. Baurats Launer bearbeitete Regierungsbaumeister Wohlfarter die Pläne; er leitete auch die ganze Bauausführung. Das Gebäude umfaßt rund 300 Räume. * Dortmund,.Juli1910. Das Schwurgericht verurteilte heute den Gutsbesitzer Hauptmann a. D. Ludwig Möllendorf aus Werries bei Hamm i.., der am 3. Juni d. J. seinen Pächter August Jürging erschossen und dessen Bruder Gustav Jürging schwer verletzt hat, wegen Körperverletzung mit Todeserfolg unter Versagung mildernder Umstände und wegen versuchten Totschlags in Verbindung mit§ 213 des Strafgesetzbuches zu insgesamt 3½ Jahren Gefängnis. Der Angeklagte erklarte, die Strafe nicht anneymen zu können, da er unschuldig sei. * hattingen,.Juli1910.(Drahtber.) Auf der Zeche Hasenwinkel sind gestern durch herabstürzendes Gestein zwei Bergleute verschuttet und bis jetzt noch nicht geborgen worden. Auch ist ein Lebenszeichen nicht zu erhalten. E Mannheim,.Juli1910. Das schwerste Verbrechen, das in der gegenwärtigen Schwurgerichtsperivde zur Aburteilung kommtenthielt die Anklage gegen den 27 Jahre alten Hausburschen Jakob Lenz und die 42 Jahre alte Maurersgattin Elisabeth Schwinn aus Heidelberg wegen Mordversuchs. Während der Ehemann Schwinn eine Gefängnisstrafe verbüßte, näherte sich Lenz, der gleich der Schwinn im Pfründnerhause beschäftigt war, der Frau, die seit 18 Jahren verheiratet und Mutter von fünf Kindern ist. Da eine Ehescheidungsklage aussichtslos war, beschloß das Paar, den Mann aus dem Wege zu raumen. Am Fronleichnamstage lockte die Frau ihren Mann an eine einsame Stelle des Neckarufers, wo Lenz auf ein gegebenes Zeichen den Ahnungslosen überfiel und mit einem Knuppel zu Boden schlug. Nur das Nahen von Spaziergängern verhinderte die Vollendung der infamen Tat. Eingestandenermaßen sollte die Leiche in den Neckar geworfen werden, um die Täuschung hervorzurufen, Schwinn sei im Rausch in den Fluß gestürzt. Unter Ausschluß mildernder Umstände wurde Lenz zu vier Jahren, die Schwinn zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt Aus aller Welt. ** Ein Mädchenhändler, der seit Jahren Minderjährige aus dem Westen nach der Türkei verschacherte und jetzt eine junge Tänin, die Tochter eines Geistlichen, nach Konstantinopel zu entführen versuchte, ist kurz vor der Abfahrt in England festgenommen worden. Das dänische Mädchen war in der Pension eines Pfarrers in Wandsbeck bei Hamburg untergebracht worden. Vor etwa 14 Tagen verschwand sie plötzlich, ohne daß sie ein Lebenszeichen hinterließ. Nachforschungen ergaben jedoch, daß sie in Gesellschaft eines jungen Türken nach London geflohen war. Sofort machten sich der Vater, sowie der Pensionsinhaber auf, um die Entflohene wieder zurück zu bringen. In 100000 Exemplaren wurde das Bild der jungen Dänin an die Behörden Londons und der englischen Hasenstädte verschickt, und schon nach kurzer Zeit gelang es, festzustellen, daß das junge Paar in London verweilte und sich von dort nach Portsmouth begeben hatte. Vater und Pensionsinhaber reisten sofort dorthin nach. Und gerade als der Türke mit dem Mädchen einen Levantedampfer besteigen wollte, um in seine Heimat zurückzufahren, wurde er von der Polizei verhaftet. Es stellte sich heraus, daß die Dänin vollkommen im Banne des Türken stand. Unter dem Einfluß der Hypnose hat er sie zur Flucht überredet, um sie dann in der Türkei zu verkaufen. Die Polizei hat ihm bereits mehrere Verkäufe von Westeuropäerinnen nach der Türkei nach weisen können, sodaß er wegen weißen Sklavenhandels einer schweren Strafe entgegensieht. Keiner Lecal-Anzeiger Nr. 185 x SOnAjag, 10. Juli 1910. Seite 3. ET In unserer Schuhwaren-Abteilung kommen ab Montagmorgen 2000 PAAR SCHUHE für Damen, Herren und Kinder zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen zum Verkauf. Darunter befinden sich solide Strassen-Stiefel in schwarz und farbig, Modell-Stücke in vielen Lederarten und Fabrikate der berühmten Marke„InoolA“. Ein Teil der zum Verkauf kommenden Schuhe ist in Fenstern der Hohestr. u. Passage ausgestellt. Wir erinnern an die Vorteile unseres Schuhwaren-Räumungsverkaufs im vorigen Jahr. Sämtliche ausgelegten Sämtliche ausgelegten Sämtliche ausgelegten Sämtliche ausgelegten Sämtliche ausgelegten Sämtliche ausgelegten Sämtliche ausgelegten Damen-Stiefel Früher 12.50 bis 25.00 Damen-Stiefe Früher.25 bis 12.50 Damen-Stiefel Früher.00 bis 10.50 Halb-Schuhe Früher.00 bis 10.00 Herren-Stiefe Früher 12.00 bis 18.00 Herren-Stiefel.50 Früher.50 bis 12.00 Kinder-Stiefel.75 5 10.50 .50 .75 .75 .50 Mädchen- und Knaben-Stiefel bedeutend ermässigt Die Schuhe sind auf Tischen der I. Etage ausgelegt. LEONHARD TIETZ AKTIEN-GESELLSCHAFT, HOHE STRASSE. Filialen: Eigelstein, Weyerstrasse, Ehrenstrasse. 1 Seite 4. Kölner Local-Anzeiger Nr. 185&a Sonntag, 10. Juli c Das Gereonshaus. Am 1. Juli ist die große Bauanlage des Gereonshauses an der Vereonstraße neben dem erzbischöflichen Palais fertiggestellt und der Bestimmung übergeben worden. M Santen Das Gebäude hat die Zweckbestimmung, möglichst nur Kontor räume, für kaufmännische Gewerbetreibende, technische Bureaus, Juristen usw., in der oberen Elage Ateliers für Maler zu bieten Wohnräume find nur für die Verwaltungsbeamten d selbst vorgesehen, so daß Störungen, wie sie sonst in Wohnhäusern leicht vorkommen, ziemlich ausgeschlossen sind. Im Erdgeschoß sind Läden und Ausstellungsräume angeordnet. Der Riesenbau ist im Auftrage der Aktiengesellschaft für Grundbesitz in Köln nach den Plänen und unter Leitung des Regierungsbaumeisters Karl Moritz(Köln) ausgeführt worden. Die der Gereonstraße zugewendete Schauseite, die eine Länge von rund 60 Meter hat, ist im modernisierten Barock gehalten. Sie wird durch 14 Pfeiler, die vom Sockel bis unter dem mit schwerem schmiedeeisernen Gitter versehenen Balkon über dem zweiten Obergeschoß emporstreben, belebt. Zwei Errer betonen im Aufbau die beiden Hauptportale. Ueber dem dritten Obergeschoß bauen sich drei Giebel auf und schneiden in die der Straße gekehrten mächtigen Schieferdachflächen, die in ihrer Höhe laternenartig durch eine Fensterreihe in gestrichenem Holzfachwerk in gefälliger Weise geteilt werden. Die Tiefe des Gebäudes hinter der Bauflucht beträgt rund 70 Meter. Sämtliche Holzzementdächer der Flügelbauten und des Lagerhauses sowie die sämtlichen Decken und stark belasteten Pfeiler sind in Lolat=Eisenbeton hergestellt. Die Straßenfront ist aus echtem Material mit künstlerisch durchgeführtem bildhauerischen Schmuck Di gan, Bo; n age umfaßt rund 3250 Quadratmeter bebaute Fläche, der rechteckig umbaute Mittelhof umfaßt rund 450 Quadrat= meter Grundfläche. An die Eingangshalle des Portals nächst dem erzbischöflichen Palais schließt sich im Erdgeschoß eine durch Glas überdeckte Passage zur Verbindung des Hintergebäudes, welche zugleich für Ausstellungszwecke dient. An das hintere Hauptgebäude stößt ein Lagerhaus mit je 430 Quadratmeter nutzbarer Flache in jedem Stockwerk. Auf dem Hinterhof liegt die Automobil=Garage für sechs Fahrzeuge. Die hinteren Räume des Erdgeschosses sowie die Räume sämtlicher Obergeschosse werden als Bureauräume für verschiedene Geschäftszweige vermierer. Den Personenverkehr im Gebäude vermitteln zwei Haupttreppen von je„ Meter Laufbreite und drei Nebentreppen von je 1,35, sowie zwei durch alle Geschosse geyende Personen=Aufzüge, von denen der Aufzug im Vorderhaus als sogenannter Paternoster=Aufzug mit 14 einzelnen Fahrkabinen, die für je zwei Personen eingerichtet sind, konstruiert ist. Dieser Aufzug, der erste dieser Art in Köln, fördert immerwährend in zwei nebeneinanderliegenden Fahrbahnen mit 7 Kabinen aufwärts und 7 Kabinen abwärts, so daß damit der stärkste Verkehr bewältigt wird. Im linken Seitenflügel und im Lagerhaus sind zwei Aufzüge zur Beförderung schwerer Lasten ebenfalls durch alle Geschosse angelegt. An die Einjahrt des Portals nächst St. Gereon schließt sich eine Umfahrt um den gesamten linken Flügelbau und verbindende Durchfahrten auch nach den Innenhöfen, so daß alle Höfe befahren werden können. Trotzdem das Gebäude einschließlich der Dächer ganz aus feuerfesten Materialien ausgeführt ist, sind doch noch in #: Wae der Mantag brindt:#: EE aS Theater. Bolosseum. Gastspiel des Berliner Thalia-Ensemble: Im Kampf zwischen Thron und Liebe, 8¼, Metropol-Theater: Im Luxuszug, 8 Uhr. Konzerte. Zoologiseher Garten: 4 u. 8. Flora: 4 u. 8, Volksgarten: 3⅛, Stadtgarten: 3½, Opernhaus-Restaurant: 3½ u. 8Uhr. Vorträge. Städtische Handelshochschule: Prof. Dr. Bermbach: Grundbegriffe der Astronomie(mathematische Geographie), unter Berücksichtigung der Ortsbestimmung. 7. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. inr. et phil. Dietzel: Einführung in die soziale Frage, 8. Pror. Dr. iur. et phil. Geffcken: Die Entstehung des modernen Staates in Europa und Amerika 6, Dr. Hagelstange. Direktor des WallrafRichartz-Museums: Rubens und die flämische Malerei de. 17. Jahrhunderts, 7, Lektor Dr. Lombardo:’Inferno di Dante, 4. Prof. Dr. Reitter: Anorganische Experimentalchemie, 6 Uhr. wurden, wurde zur Vorstandswahl geschritten. Ergebnis war: erster Vorsitzender Herr Walgenbach, stellvertretender Vorsitzender Herr Dünnebeck, erster Schriftführer Herr Vianden, stellvertretender Schriftführer Herr Heinemann, erster Kassierer Herr Brüning, stellvertretender Kassierer Herr Walbröhl. Revisoren wurden die Herren Belzer und Schümmer. Die Abhaltung eines Stiftungsfestes wurde besprochen, mußte jedoch vertagt werden. Infolge der vorgeruckten Stunde schloß der stellvertretende Vorsitzende um 12 Uhr die Generalversammlung. Theater und Konzerte. * Konservatorium der Musik. Die vierte Prüfungs ***„„ Gersteschend im grohen Gurzentchiaale 25 26. 27 24. Fugenlose Fußböden, Torgamentwerke G. m. b.., Leipzig, Spilker& Cie.(Düsseldorf). Elektrische Beleuchtungs= und Kraft=Anlage sowie Postbriefkasten=Anlage, L. Welter& Comp. Nachf.(Köln). Elektrische Lasten=, Personen= und Paternoster=Aufzüge, Maschinenfabrik Wiesbaden, G. m. b. H.(Wiesbaden). 2. Tresoranlagen, Herm. Hansen(Köln). 28. Beleuchtungskörper, Kissing& Mollmann(Iserlohn). 29. Malerarbeiten: Jean Becker(Köln), Sichtermann& Edelmann (Düsseldorf), Heinr. Bales(Köln), Fr. Dullens jr.(Köln). * Das Gebäude ist zum größten Teil schon vermietet und bezogen. Die Weitervermietung der noch leerstehenden Bureaus erfolgt nach wie vor durch den Vertreter der Aktiengesellschaft für Grundbesitz, Hrn. Baumeister B. Weithase, Gereonshaus, 1. Etage, Zimmer 45 und 46. Telephon 14 817. Aus der Arbeiterwelt. jeder Etage vier Feuerlöschhydranten angebracht und auf den Höfen nach drei Straßenhydrauten für denselben Zweck. Beheizt werden tung während der Abend= und Nachtzeit sorgt eine sorgfältig durch dachte elektrische Lichtanlage, für welche der Strom dem stadtischen Werk entnommen wird. Zur Sicherheit gegen Diebstahl usw. ub wacht die Wach= und Schließgesellschaft nach Schluß der Geschafts zeit das ganze Haus und wird diese bestens unterstützt durch die, sämtliche Flure und Treppenhäuser während der ganzen Nacht beleuchtende, elektrische Nachtbeleuchtung. Schaufenster der Front und Passage werden durch starke elektrische Lampen, in künstlerisch ausgeführten Beleuchtungskörpern, gut beleuchtet. Diese nach besonderer Zeichnung angefertigten Beleuchtungskörper, auch in den Treppen und Fluren, sind recht wirkungsvolle Schmuckstücke für das Das Bauwerk, zu dem die Abbruchsarbeiten der früher auf der Baustelle stehenden fünf Wohnhäuser Ende April vorigen Jahres begonnen wurden, ist in verhältnismäßig kurzer Zeit ausgeführt worden. Es macht von der Straße mit seinen drei mächtigen Giebeln einen recht imposanten Eindruck und reiht sich auch durch den gediegenen inneren Ausbau den in den letzten Jahrzehnten in der Gereonstraße entstandenen großen Bauten wurdig an. Recht anerkennenswerr ist es, daß der Bau durch geschickte Dispositionen trotz des fast zwei Monate langen Bauarbeiterausstandes pünktlich, wie beabsichtigt, am 1. Juli seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Wir haben bereits in Nr. 356 vom 21. Dezember 1909 eine Abbildung des Gebäudes gebracht. □ Unnötige Erschwerung der Weiterversicherung bei der Alters- und Invalidenversicherung Man schreibt uns aus Arbeiterkreisen: Bekanntlich können bei der Alters= und Invalidenversicherung versicherungspflichtige Pesonen, die aus irgend einem Grunde— sei es, daß weibliche Personen in den Ehestand treten, sei es, daß versicherte Personen selbständig werden, oder sei es, daß beamte oder Handlungsgehülfen im Gehalt über 2000 steigen aus der Versicherung ausscheiden, sich weiterversichern. Man halt dadurch seine Ansprüche an die Versicherung aufrecht und hat im Fall von Invalidität Anspruch auf Invalidenrente. Erreicht man das 70. Lebensjahr, so erhält man, selbst wenn man noch arbeits fähig sein sollte, die Altersrente. Tritt eine langwierige Krankheit ein, so kann die Landesversicherungsanstalt eventuell das Heilverfahren übernehmen. Zur Weiterversicherung genugt schon die Leistung von jährlich zehn Beiträgen, selbst in der niedrigsten Von größter Bedeutung ist dabei aber der rechtzeitige Umtausch bzw. die Verlängerung der Beitragskarten. Der Umtausch derselben ist innerhalb zweier Jahre vom Ansstellungstage der Karte an vorzunehmen, da sonst die Versicherung und alle Ansprüche an dieselbe erlöschen. Nur durch Nachweisung von 200 neuen Beitragswochen leben die Versicherung und damit auch die fruher erworbenen Ansprüche wieder auf. Behörden, Vereine, Arbeiterorganisationen und sogar die Schulen weisen auf diese wichtigen Bestimmungen immer wieder hin und drängen allenthalben zur Weiterversicherung. Um so auffälliger ist es darum, daß auf einem hiefigen Polizeikommissariat, die ja bekanntlich mit dem Umtausch und der Ausstellung neuer Karten betraut sind, dieser Umtausch in unnötiger, mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht in Einklang zu bringender Weise erschwert Ein Weiterversicherter, dessen Karte bis zum 20. d. M. erneuert werden muß, wollte diese Erneuerung der Vorsicht halber aber schon Ende des vorigen Monats vornehmen lassen. Er wurde aber wiederholt abgewiesen mit der Begründung, er moge am 19. oder 20. Juli kommen. Ein derartiges Verfahren ist unzulässig und erschwert den Versicherten die ordnungsmäßige Aufrechterhaltung der Versicherung. Schon der Aufdruck auf der Vorderseite der Quittungskarte: Zur Vermeidung der Ungultigkeit innerhalb zweier Jahre nach dem Ausstellungstage zum Umtausch oder zur Verlängerung vorzulegen, dürfte dem betreffenden Komissariat zur Genüge die Unhaltbarkeit seines Verhaltens dartun. Die sind unseres Erachtens jeder Zeit auszustellen. Enthält eine Karte beim Umtausch weniger als 30 Marken, so kann eine Gebühr von 5 Pfg. erhoben werden. Enthält die Karte 30 Marken und mehr, so erfolgt die Neuausfertigung unentgeltlich auffuhrung, die am Freitagabend im großen Gürzenichsaale stattfand, gestaltete sich recht interessant. Hr. Generalmusikdirektor Steinbach, der bei einigen Vorträgen selbst den Taktstock schwang, hatte u. a. Brahms' unvergleichlich schöne Rhapsodie aufs Programm gesetzt, bei der Frl. Charlotte Dahmen(Klasse von Frl. Lina Beck) das Altsolo mit üppigem Wohlklang, großer Verinnerlichung und Intelligenz sang. Frl. Dahmen müßte sich noch einer deutlicheren Aussprache befleißigen. Der Chor, bestehend aus den vereinigten Chorklassen, begleitete recht tonschön und=sicher. Durchweg vorzügliche Leistungen wurden auf dem Flügel geboten, so von Frl. Paula König(1. Satz aus dem-dur=Konzert von Beethoven) Frl. Sophie Sack(1. Satz aus dem-moll=Konzert von Tschaikowsky) und Hrn. Paul Otto Möckel(Brahmskonzert-dur). Die Vortragenden gehören der Ausbildungsklasse des Hrn. C. Friedberg an. Bei Frl. Sack fiel namentlich der markige Anschlag und der temperamentvolle Vortrag auf. Recht Bemerkenswertes bot Herr Paul Müller(Klasse des Hrn. Konzertmeisters Körner) mit dem geistvollen Vortrag des 1. Satzes aus dem Violinkonzert-moll von Saint=Saens. Hr. Willy Weber(Klasse des Hrn. Nauber) zeigte in dem Konzertino-moll für Waldhorn von C. M. v. Weber einen schönen Ansatz und eine gute Technik. Auch Hr. Adolf Diercking(Klasse des Hrn. Konzertmeisters Grützmacher) entledigte sich bestens seiner Aufgabe: Variations Rococo für Cello von Tschaikowsky. Als Dirigent betätigten sich die Herren Ernst Obrist, Adolf Contzen und Rud. Hoffmann, sämtlich aus der Direktionsklasse des Direktors. Störend wirkte das viele Umherlaufen einiger Schüler und Schülerinnen während der Vorträge. Handelsteil des Kölner Local-Anzeigers. X Köln,.Juli1910. Borax, 1. Sorte raff. Kristalle, M. 33,00, desgl. Pulver 35.00, Kali, blausaures gelbos 86,00, chlorsaures 69,00, chromsaures rotes 64,00. Kupfervitriol, 1. Sorte 39,00. M. 54,00. Pottasche, raff. weisse, 80-—84% 34,50, 90—S2% 37,50, 96—96% 42.50, feinstgranuliert 42,00. Salpeter, roher Chili-,M.19,50, desgl. 1. Sorte raff. Natron, Palver oder Kristalle, M. 32,00, desgl. Kali, Pulvor 45.50, desgl. Kali, Kristalle, 48.50. Harz, amerikanisches, Marke E. M. 26,25. Marke H 26,75. Marke J 27,00, französisches M. 25,75-36,00 alles mit 15% Tara. m Köln,.Juli 1910.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Kaffec, Java, braun Pfg. 135-150, gelb 105-135, grün 90-95, bläulich bis feinblau 95—140,Costa Rica-, grün 90-100, bläulich bis feinblau 95-125, Guatemala grün 90—120, bläulich bis feinblau 95-125, ostindischer 95-125, Santos-, ausgeleson 82½-88½, nicht ausgelesen 79½-86½, Perl-, blau 100-135„Santos Perl-, ausgelesen 84-93, Santos-Perl-, nicht ausgelesen 81—88, alles das ½ Kil. Zucker, Raffinade-, Grundpreis(je nach Fabrik), 53—54, Kandis weiss 57-80, gelb 56-59, braun 55-—59, alles die 100 Kil. Reis, BruchM. 21¾-23, Arracan- 26½-29, Rangoon-Tafel- 29-31, Moulmain- 29½-35, japan. Tafel- 35-40, Siam-Patna- 31-37, Patna-Tafel- 40-45, Java-Tafel40—48, Carolina- 55-58, alles die 100 Kil. Gewürze. Pfeffer, schwarz. Lampong-, M. 150—160, weiss. Singapore- 183-190, weiss. Penang. 173180: Nelken, Amboina- 225-235, Sansibar, 180-185; Muskatnüsse, la. Banda(je nach Grösse) 200-350, Muskatblüte- Ia. Banda-, 480-510, Banda(e nach Grosse) 200-330, Muskatbrnt- 1a. Banda-, eo.— Zimmet, Ceylon(je nach Dicke) 220-375, chinesischer(Cassia lignea) in Bündeln 175—185, alles die 100 Kil. m Köln,.Juli1910.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Mohnöl M. 89,00-110,00, Sesamöl 86,00-108,00, Oliven-Speiseol. NizzaN. 89.00-110,00, Sesamerss,C0-IolCc. Uier-PpelsselP 175,00-200,00, desgl. Bari-155,00-175,00, Leinöl, gekocht, mit Fass. 76.50—77.50, Rüböl, gereinigt, mit Fass 66,00-68,00, Terpentinöl, amerikanisches, mit Fass. 94,00-96.00. Alles die 100 Kil. Petroleum amerikan., mit Fass. 26,00-27,00 die 100 Kil., desgl. ausgemessen 17.50 die 100 Liter m Köln,.Juli1910.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Schmalz amerikan., in Kübeln von 25 Kil., M. 136,00-139,00, do. in Fässern von 50 Kil. 135,00-—138,00, alles die 100 Kil. m Köln,.Juli1910.(Eigenbericht der Köln.Volksztg.) Getrocknete Früchte. Pflaumen, kalifornische, in Kisten, M. 5 „„„„„ Prrll. PEEAOON An. RKenn Für die Ausführung waren folgende Firmen tätig: Projekt und Gesamtausführung: Regierungsbaumeister Karl Moritz(Köln), in dessen Auftrag für die örtliche Bauleitung Bau1, Abbruch der alten Häuser und Ausschachtung, Chr. Krutwig(Köln). 2 Manterarbeiten und Eisenbeton, Lolat Eisenbeton=Aktiengesell9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. Maurerarbeiten und Eisenbeton, Lolat Eisenbeton=Aktiengesell Künstliche Austrocknung, Internationale BauaustrocknungsGesellschaft m. b. H.(Köln). Asphaltarbeiten, von der Wettern& Wießdorf(Köln=Deutz). Zimmerarbeiten, Fr. Metzler(Köln). Eisenkonstruktionen, Wilhelm Liesegang(Köln). Steinmetzarbeiten und Sandsteinlieferung, Heinrich Zorn Söhne Bildhauerarbeiten, Modelle, F. Haller(Köln) und C. Neuhaus Bildhauerarbeiten, Ausführung in Stein, Joh. Jos. Schmitz(Köln). Außenputz der Hinterfronten und Innenstuckarbeiten, Eduard Erdle(Köln).„„ Tischlerarbeiten, Jos. Schmidt, Fr. Preuß, N. Horsch, Deusen Söhne(Köln), Emil Funke(Düsseldorf). Marmor= und Granitarbeiten, Kölner Marmorwerke Wings& Plattenbeläge, Vereinigte Servaiswerke Akt.=Ges., F. Lentzen Schlosserarbeiten, Fr. Lövenstein, Wilh. Joh. van Brock(Köln). Frontgitter, Heinr. Stracke(Barmen). Haustore, Kölner Kunstgießerei Ziselieranstalt Vorwärts(Köln). Feuersichere Türen, Pohlschröder(Dortmund). Glaserarbeiten, Kinon& Kotz(Köln). Installationsarbeiten für Wasser und Gas, Otto Thomas(Köln). Zentralheizung. W. Zimmerstädt(Elberfeld). Entstaubungsanlage, Prober G. m. b. H.(Köln). Linoleumbeläge und Muralin=Wandbespannung, Wilhelm Graf Wandverkleidung der Treppenhäuser, H. Wiegant(Köln). Fruchte. Prraumen, kamornische, in Kisten, 50,00—75.00. französische(Katharina) in Kisten M. 65.00—90,00: Rosinen, Elemé-, 60,00—90,00, Sultanin- 66,00-110.00: Korinthen, gereinigt und ent stielt, Filiatra-, 49,00-50,00, do. Choice Amalias- 51,00-55,00, do. klein beerige 55,00—65,00: Mandel n. Ia. sässe Bari- 198,00-204,00. Prinzess170,00—195,00, alles die 100 Kil. Köln,.Juli1910.(Eigenbericht der Köln. Volksztg.) Heringe, e V o l l-, M. 4 6, 0 0- 4 9. 0 0 d i e T o n n e. S a r d e l l e n M. 1 0 0, 0 0 holländische— bis 130,00 der Anker. Deutsche Anlagepapiere Wertstand am 9. Juli 1910. 7 Versicherungskasse gegen Arbeitslosigkeit. Infolge der Aussperrung im Baugewerbe hat z. Z. der Vorstand der Stadtkölnischen Versicherungstasse gegen Arbeitslosigkeit im Winter beschlossen, den Endtermin für den Abschluß von Versicherungen auf einige Zeit hinauszuschieben. Nachdem die Aussperrung nun beigelegt ist, wird bekannt gegeben, daß Versicherungsantrage nur noch bis 13. August cr. entgegengenommen werden. 4% Sammlung für die ausgesperrten Bauarbeiter. Beim Kartellsekretariat sind noch folgende Beträge eingegangen: Christ3½% 3% 4 4% 4% 4% 3½% 3% 4% liche Gewerkschaften Mülheim, dritte Rate, 16,30., Liste Nr. 11 954 7,50., Liste Nr. 11 968 19,35., Liste Nr. 11 969 10,45 M 3 ¼4% 3,6% 3 ½% iste Nr. 11 984 14., Liste Nr. 11 985 3,50., Liste Nr. 11 990 15.40., Liste Nr. 11 991 1,30., zusammen 87,80 M. Bereits quittiert 596,72., insgesamt also 684,52 M. Trotz verschiedener Mahnungen haben die Inhaber einiger Listen dieselben bis etzt nicht abgeliefert. Das Ersuchen um baldige Ablieferung derselben muß daher nochmals dringend wiederholt werden. 3½% 3 ½% 3% □ Ererzitantenbund. Die Bezirksleitung der katholischen Arbeitervereine Köln=Mülheim ladet die Mitglieder, die aus den Vereinen des Bezirks an den Exerzitien in Viersen und Münster teilnahmen, auf Sonntag, den 10. Juli, nachmittags 3 Uhr, im großen Saale des Annohauses zu einer gegenseitigen Aussprache zwecks Gründung eines Exerzitantenbundes ein. 4% 3¾% 3½2% 3½% 3% 4% 4%6 8% 312% ). Schatzanw...7. I. 100,50 G Deutsche Reichsanl. 08/102,00 G desgl. 93,3000 desgl. 24,75# D. Schutzgeb. Anl. 08/104, 10h Preuss. Schatz. f..4. 13/100, 80 M Preussische Konsols 102,20t0 desgl. Staffel-Anl. 100,90G desgl. 93,4050 desgl. 84,7500 Anleihe d. Rheinprov. Reihe 20, 21, 31 u. 32 101,2560 desgl. Reihe 22 u 29 97.506 desgl. Reihe XXX desgl. R.-7, 10, 12-17, 24-27 und 29 desgl. Reihe XXVIII desgl. Reihe XVIII desgl. Reihe 9, 11, 14 Anl. d. Prov. Westfalen 100,70M desgl. R. 4, 5, uk. 1915 101, 30 C 95.506 91,60G 91.800 88.75G 00.00 desgl. B. 4, ukb. 1909 desgl. Reiho II, III, IV desgl. Reihe IV, uk. 1915 desgl. Reihe II Anl. d. Stadt Kölnv.1900 desgl. 1906, unk. 1911 desgl. von 1908 desgl. von 1894, 1896 1898, 1901, 1903 97.4063 91.50 91.500 86.00G 00.00 100,7060 101,253 3½% Anl..Stadt Düsseldorf 3½% Köln-Mind. EisenbahnPrämienscheine % Pfandbr..Preuss.Centr Bodenkr.-.-G..1890 % desgl. v. 1899, unk. 1909 % desgl. v. 1901, unk. 1910 % desgl. v. 1905, unk. 1912 % desgl. v. 1906, unk. 1916 % desgl. v. 1907, unk. 1917 3½% desgl. v. 1886, 1889 8½% desgl. v. 1894 u. 1896 91.60 B 134,60 G 3½% desgl. 1904, unk. 1913 % Pfdbr..Rh.-Wstf. Bd.99.70G 99.70G 99.700 99.805B 100,20 G 100.25 0 90.90 G 90.60 91,305B 92.5005 krd-Bk, R. 1, 3, 5, 7, 7a, 8u. 88 4% desgl. R. 9, 9a, uk. 1912 4% desgl. R. X. unk. 1915 4% desgl. R. XI. unk. 1918 4% desgl. RXII unk. 1920 3½% desgl. R. II, IV, VI 4% Pfdbr. d. Wstd.BdnkditAnstalt, R. I, II, V u. VI 4% desgl. R. VII, unk. 1913 4% desgl. R. VIII, uk. 1915 4% desgl. R. X, unk. 1918 6½% desgl. Reiho III 3½% desgl. Reihe IV 3½% desgl. R. IX, unk. 1916 99.4060 99.5050 99.806 100.50b 101,000 91,00 G 99.500 99.750 100.50 G 101,000 91.206 91.20G 92.50 6 Vorstehende, sowie auch alle übrigen Anlagepapiere sind jederzeit billigst bei mir erhältlich oder durch mich beziehbar. Handwerk und Gewerbe. Der Iir erhatther oder Gufen Wien Bohicheur. Siegfried Simon, Bankgeschäft. Filials Hahangallarnrin X Reisterkurse der Stadt Köln. An der Gewerbeförderungsanstalt zu Köln beginnt am 1. August d. J. ein Sonderkursus zur fachlichen Ausbildung von DamenSchneidern und=Smnerverinnen von sechswöchiger Dauer. Baldige Anmeldung ist erforderlich, da die Annahme in der Reihenfolge der Anmeldungen erfolgt.(Vgl. Anzeige.) Die Vereinigung ehem. Teilnehmer der Reisterkurse Kölns hielt am 7. d. M. ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nachdem der Jahres= und Kassenbericht für richtig befunden Hauptgeschäft Gereonstrasse—3. 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Rasch Ein Blick genügte, um deu Grafen die Gendarmen am Anfang der Schlucht erkennen zu lassen. Im Galopp kamen sie näher. In wenigen Minuten mußten sie bei den Flüchtigen sein. Keuchend erklommen sie den steilen Abhang, um den schützenden Wald zu erreichen. Das Herz klopfte dem Grafen zum Zerspringen, seine Knie zitterten, er stolperte und stürzte über einen Baumstumpf, raffte sich wieder auf,— da erscholl eine barsche Stimme vom Grunde der Schlucht herauf:„Halt! — Im Namen des Gesetzes— Halt! Ihr seid verhafter!“ Die Gendarmen hatten die Flüchtlinge entdeckt, aber sie konnten mit ihren Pferden den steilen Abhang nicht hinauf. Louis reichte seinem Herrn die Hand hin. „Mut, Mut, Herr Graf— noch wenige Schritte und wir sind im Gebüsch— dahinein können sie uns nicht folgen— und wenn einer zu Fuß kommt,— ich habe einen Revolver...“ Das erste niedrige Gebüsch war erreicht. „Halt!“ donnerte die Stimme des Wachtmeisters hinter ihnen her.„Oder ich schieße!“ „Lassen Sie ihn schießen, Herr Graf— kommen Sie! Noch eine letzte Anstrengung.. „Halt!“ Die Flüchtlinge hatten den Saum des Waldes erreicht. Da krachte ein Schuß und mit einem Schmerzenslaut sank der Graf zusammen „Um Gottes willen— Sie sind getroffen?" „Ja— es ist vorbei— rette dich...“ „Nicht ohne Sie!— Ich werde Sie stützen...“ Wieder krachte ein Schuß. Dieses Mal bohrte sich das Geschoß aber nur in den Stamm eines Baumes. Louis, der wackere Bursche, schleppte seinen erschöpften Herrn weiter. Der Wald war erreicht, dichtes Gestrüpp umgab sie, aber kraftlos sank der Graf zusammen, und von unten herauf tönten die Stimmen der Gendarmen, welche sich anschickten, den steilen Abhang der Schlucht zu erklimmen, nachdem sie ihre Pferde an einen Baum angebunden hatten. „Wir müssen weiter, Herr Graf.“ „Ich kann nicht mehr.“ „Es muß sein— kommen Sie...“ und der brave, starke Bursche schleppte seinen Herrn tiefer in den Wald hinein. ünfzehntes Kapitel. Schloß Malmaison lag in der finstersten Gegend des Gebirges, welches die Verbindung zwischen Vogesen und den Argonner Waldbergen bildete. Tief eingeschnittene Täler und Schluchten zerrissen hier die mit dichtem Wald bedeckten Berge und gaben der ganzen Gegend ein düsteres Gepräge. Am Ende einer dieser Schluchten, die sich allmählich nur zu einem erweiterten Tale mit Feldern und Wiesen ausbreitete, lag das altertümliche Schloß Malmaison, zu dessen Füßen sich ein langgestrecktes ärmliches Dörfchen anschmiegte, zumeist von Waldarbeitern und den Leuten bewohnt, welche in den Sägemühlen und den Dampfhämmern des Herrn de Malmaison beschäftigt waren. Herr de Malmaison war zur napoleonischen Zeit Offizier in der Kaisergarde gewesen. Er hatte in den Schlachten bei Metz mitgekämpft, hatte die berühmte Reiterattacke des Generals Gallifet bei Sedan mitgeritten und war dann in deutsche Gefangenschaft geraten. Von dieser Zeit her bewahrte er sich einen glühenden Deutschenhaß; seine Besitzungen in dem deutsch gewordenen Lothringen verkaufte er und zog sich auf das alte düstere Schloß seiner Ahnen zurück, wo er sich eifrig mit industriellen Unternehmungen und der Jagd in seinen Wäldern beschäftigte. Aber das waren nur Beschäftigungen, die vor aller Augen lagen. Im geheimen lag er gleichsam auf der Lauer gegen die deutschen Feinde seines Vaterlandes, und sein glühender Haß hatte ihn auch dazu bewogen, ein Spioniersystem einzurichten, ezog, sondern sich über einen großen Teil Deutschlands erstreckte. Er vergaß darüber ganz seine Stellung und seine Pflichten als französischer Edelmann und Offizier; er ließ sich nur von seinem Haß leiten und hatte auch durch seine Leidenschaft den Grafen Bretteville in seine Pläne zu verwickeln verstanden. Aergerlich und mißgestimmt ging Alfred de Malmaison in seinem Zimmer auf und ab, von dessen Fenstern man einen weiten Ausblick auf das Tal genoß, an dessem Endpunkt das Schloß lag. Er dachte an die Schreckensszene im Walde, er sah Germaine wieder blutüberströmt zusammensinken und in den Aerger über seinen mißglückten Plan mischte sich die Reue über seine rasche Tat. Was war aus Germaine geworden? War sie tot? Würde sie der Verwundung erliegen? Würde er selbst wegen der raschen Tat seines Jahzorns zur Rechenschaft gezogen werden? Waren seine geheimen Pläne von den deutschen Behörden entdeckt worden? Er hatte einen vertrauten Boten nach der Stadt geschickt, um sich über diesen Punkt Sicherheit zu verschaffen. Wenn seine Pläne noch nicht entdeckt waren, dann wollte er selbst gehen, um sich bei dem Grafen Bretteville nach dem Befinder Germaines zu erkundigen. Der Graf würde ihn der Polize nicht überliefern, geriet er doch dabei selbst in die größte Gefahr. Aber der deutsche Offizier? Auch der mußte wohl schweigen, stand er doch in zu naher Verbindung mit dem Grafen Bretteville, um eine Anzeige erstatten zu können, die auf sein eigenes Verhalten ein sehr zweifelhaftes Licht warf. So dünkte er sich ziemlich sicher. Wenn nur der Gedanke an Germaine nicht gewesen wäre! Dieser Gedanke schmerzte ihn und rief sein Gewissen wach. Den deutschen Offizier niederzuschießen, darüber hätte er sich keine Gewissensbisse gemacht aber daß er vielleicht der Urheber des Todes Germaines werden sollte, das rief in ihm die bittersten und schmerzlichsten Empfindungen wach. 11 7 Seite 6. Kölner Local-Anzeiger Nr. 185 m Sonntag, 10. Juli Gesellschafts= und Vereinsleben. * Der Kölner Männergesangverein hielt am Tonnerstag seine ordentliche Hauptversammlung ab, in welcher der Jahresund Kassenbericht erstattet wurden. Allen an der Kassenverwaltung beteiligten Herren wurde unter dem Ausdruck lebhaftesten Dankes Entlastung erteilt. Sodann fanden die Vorstandswahlen statt. Die Herren L. v. Othegraven und A. Wilfert wurden wiedergewählt, während für die satzungsgemäß ausscheidenden Herren P. Baltes und E. Kortmann die Hrn. Dr. med. Boden und Karl Koll neu in den Vorstand eintreten. Bei der Neuwahl des Präsidiums wurden die Hrn. v. Othegraven und Wilfert ebenfalls wiedergewählt. Allen um die Leitung der Vereisangelegenheiten verdienten Herren, vor allem auch dem Dirigenten, Prof. Joseph Schwartz, wurden Worte wärmster Anerkennung gezollt. Eine außergewöhnliche Ehrung konnte der Verein bei dieser Gelegenheit einem Mitglied bereiten, welches ihm seit 60 Jahren aktiv angehört, Hrn. Gust. Strömer, dem als Ausdruck des Dankes ein künstlerisch ausgestattetes Diplom überreicht wurde. Nach dem von M. Kasper verfaßten Jahresbericht zählte der Verein am Schluß seines 68. Vereinsjahres(27. April 1910) 297 aktive Mitglieder. 16 Konzerte (einschließlich derjenigen auf der Italienreise) hat der Verein im Berichtsjahr veranstaltet; im ganzen war er an 32 Veranstaltungen gesanglich beteiligt. Aus den Erträgnissen der Konzerte konnten Königlicher Hoflieferant P. W. Ossendorff Waidmarkt. %0 Preiswerte und moderne WohnungsEinrichtungen speziell von M. 2000—10000. 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Juli, seine diesjährige Generalversammlung im Hotel Kaiser Friedrich ab. Hr. Pfarrer Kremer leitete die Versammlung. Nachdem Hr. Weiskamp das Protokoll der vorjährigen Generalversammlung verlesen und Hr. Kesternich den Kassenbericht erstattet, wurde die Vorstandswahl erledigt. Alsdann verbreitete sich Hr. Pfarrer Kremer über die Ereignisse und Erfolge des letzten Jahres; über das nun vollendete Geläute und die überwundenen Schwierigkeiten des elektrischen Läutewerkes, über die neue Orgel und vieles andere. Ein Blick in die Zukunft zeigte dem Pfarrverein, daß er sich noch manche schöne Aufgabe zu eigen machen kann. Die Ausführungen des Hrn. Pfarrers fanden das größte Interesse. Hr. Weiskamp, der dem Verein seit seiner Gründung angehört, entrollte in Zahlen und leuchtenden Farben ein Bild von der Entstehung des Pfarrvereins und seiner Wirksamkeit bis auf den heutigen Tag. Sein Appell, auch fernerhin fest zur Fahne des Pfarrvereins zu stehen, fand begeisterten Widerhall in den Herzen der Versammelten. Möge der Verein mit gleicher Liebe und Hingebung weiter schaffen, bis der herrliche Tempel des Herzen Jesu auch im Inneren allen berechtigten Wünschen entspricht. Die Vereinigung der Bureauangestellten der Staorverwaltung Köln veranstaltete am vergangenen Sonntag ihren diesjährigen Sommerausflug. Trotz des zweifelhaften Wetters hatten sich etwa 300 Personen zur Teilnahme eingefunden, welche um 2½ Uhr mittels Extrazuges der Köln=Bonner=Kreisbahnen bis Brühl fuhren. Von dort aus gings unter Vorantritt einer Musikkapelle nach Pingsdorf, wo im Restaurant Jägerhof der Kaffee eingenommen wurde. Alsdann begann die Abwickelung des Programms unter Leitung des ersten Vorsitzenden Hrn. Pohl mit einer Ueberraschungspolonaise für die Kinder. Es wechselten nun mehr in bunter Reihenfolge gemeinschaftliche Lieder, Gesangs= sowie humoristische Vorträge usw. Hier haben sich ganz besonders verdient gemacht Frl. Israel mit ihrer schönen Sopranstimme, sowie die Herren Flock und Denskat. Die eingeschobenen Tänze standen unter der Leitung des Tanzlehrers Hrn. Faßbender. Erwähnt sei noch die Verlosung, zu welcher verschiedene Mitglieder sehr wertvolle Gegenstände gestiftet hatten. Der Verwaltungsausschuß des Verbandes Rhein land der Deutschen Reichsfechtschule hielt am Mittwoch in Köln eine Sitzung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorsitzende mit, daß die Herren Gymnasiallehrer Wilbert, Stadtsekretär Zimmermann, beide aus Köln, und Waisenhausdirektor Lichte aus Niederbreisig zu Fechtmeistern ernannt worden seien. Es sind seit Januar an die Oberfechtschule 12 116 M. abstattfindende Verbandstolterie sins nähen ans Vertäuft. sitzende erstattete einen Bericht über den Verlauf der im Juni in Magdeburg stattgehabten 30. Hauptversammlung der Reichsfechtschule. Der Verband hat jetzt das Besetzungsrecht für 26 Waisenkinder im Waisenhause am Rhein zu Niederbreisig und für vier Kinder im Hause zu Salzwedel. Der Verband führt seit einiger Zeit ein Wappen, welches im wagerecht geteilten schwarz=weißroten Felde ein senkrecht stehendes Schwert zeigt. Zum Zeichen des Zwecks, um den gefochten wird, ist der Griff des in Gold ausgeführten Schwertes mit je einem goldenen Geldstück geziert. Auf dem Schild ruht ein Helm, der als Kleinod drei Federn, eine schwarze, eine weiße und eine rote trägt. Einen weiteren Schmuck bilden die vom Helm ausgehenden und das Wappen arabeskenartig zierenden schwarz=goldenen Helmdecken, deren Farben dem Reichswappen entnommen sind. Von dem Wappen sind zu Beginn des vorigen Monats Vorstecknadeln, in feinster Emaile ausgeführt, hergestellt worden, die von den Fechtern als Erkennungszeichen getragen werden sollen. Nach dem Bericht des Vorsitzenden hat die hübsche Nadel bei den Mitgliedern so großen Beifall gefunden, daß bereits mehrere hundert Stück verkauft sind. In nächster Zeit wird das Abzeichen auch als Brosche für Damen zu haben sein. Es wurde dann noch für den 17. Juli,.20 Uhr ab Hauptbahnhof, ein Besuch der Ortsgruppe Kierberg beschlossen, bei welcher Gelegenheit eine Besichtigung der Gruhlschen Brikettwerke dortselbst stattfinden soll. n (o Der Kreisverein Köln im Verbande Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig hielt am vergangenen Mittwoch seine gutbesuchte Monatsversammlung, in der Herr Hermann Granzow über die Konkurrenzklausel sprach, ab. Der Redner wies noch besonders darauf hin, daß der Verband Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig schon seit Jahren seine Stellenvermittelung für Stellungen mit Konkurrenzklausel gesperrt hat.„„„„ : Der Verein pensionierter Staatseisenbahn-Beamten hielt am 1. Juli cr. im Vereinslokale Zur Gaffel eine Generalversammlung ab, welche der zweite Vorsitzende, Herr Kaddatz, mit einem zu Herzen gehenden Nachrufe an den verstorbenen ersten Vorsitzenden, Herrn Fritz Krohmann, eröffnete. Die Versammlung wählte hierauf zum ersten Vorsitzenden Hrn. Joh. Kaddatz, zum zweiten Vorsitzenden Herrn Franz Weiß und zum zweiten Schriftführer Herrn Peter Prinz. Bezüglich eines früheren Antrages, eine vierzigjährige Erinnerungsfeier an den Feldzug 1870—71 zu veranstalten, wurde in Aussicht gestellt, daß diese Feier mit dem Stiftungsfeste verbunden werde. Scotts Emulsion ist weltbekannt und wird in aller Herren Länder, ganz besonders auch in den Tropen, angewendet. Letzterer Umstand verdient insofern Beachtung, als er ein Beweis dafür ist, daß dieses vorzügliche Stärkungsmittel auch bei uns in der heißen Jahreszeit ebensogut und mit dem gleichen guten Erfolge genommen werden kann wie in den kühleren Monaten. 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Er kannte Germaine und— liebte sie, seit er sie vor einem Jahre etwa in Baden=Baden kennen gelernt hatte. Er hätte ihr damals schon seine Hand angeboten, wenn er nicht zu sehr mit seinen politischen Plänen beschäftigt gewesen wäre. Wenn aber diese ausgeführt waren, und die Familie des Grafen nach Frankreich zurückgekehrt sein wurde, dann hatte er die Absicht, Germaine zu seiner Gattin zu machen. Und nun diese entsetzliche Katastrophe, die alle seine Hoffnungen zu vernichten schien! Die Rivalität des jungen deutschen Offiziers fürchtete er nicht. Diese Laune Germaines würde vorübergehen— junge Mädchen haben ja stets eine kleine Liebelei, eye der Mann kommt, dem sie die Hand zum Ehebunde reichen. An dieser Laune würde sich Alfred de Malmaison daher nicht stoßen, das war kein Hindernis für ihn, er hatte schon größere Hindernisse überwunden. Aber jetzt drohte dieser verhängnisvolle Schuß alle seine Pläne über den Haufen zu werfen. Während er noch mit solchen schmerzlichen und bitteren Gedanken beschäftigt war, trat ein Diener ein. „Verzeihen Herr Baron die Störung,“ sagte er,„aber da ist der Kammerdiener des Herrn Grafen Bretteville— er will den Herrn Baron sprechen, er befindet sich in einem schrecklichen Zustande...“ Herr de Malmaison eilte zur Tür, die er rasch öffnete. Da saß zusammengesunken auf einem der alten Stühle, welche auf dem Korridor standen, Louis, der Kammerdiener des Grafen, in zerrissenen Kleidern, beschmutzt, blutend an den Händen und im Gesicht. „Was ist geschehen, Louis?— Woher kommen Sie in diesem Zustand?“ fragte der Baron erschreckt und erstaunt. Der Diener erhob sich mit wankenden Knien. „Retten Sie meinen Herrn, Herr Baron...“ bat er mit heiserer Stimme, seine blutbefleckten Hände ausstreckend. Der Baron ergriff ihn sanft beim Arm und führte ihn in sein Zimmer. „Da— setzen Sie sich in den Sessel— trinken Sie ein Glas Wein— Sie sind ja ganz erschöpft— und erzählen Sie!“ Louis sank in einen Sessel, während Herr de Malmaison ein Glas Wein einschenkte, das jener durstig austrank. Dann atmete er tief auf und strich sich die wirren schwarzen Haare aus der bleichen, schweißbedeckten Stirn. „Erzählen Sie!" „Ja, Herr Baron— lassen Sie mich nur erst einmal zu Atem kommen. Mit einem Wort— es ist alles entdeckt— unser Haus in Longeville ist von der Polizei besetzt— mit knapper Mühe konnte ich mich durch die Weinberge retten, um den Herrn Grafen zu benachrichtigen...“ „So ist der Graf nicht verhaftet?!“ fragte Herr de Malmaison erregt, während sein Gesicht eine dunkle Glut überflammte. „Gott sei Dank— nein— aber ob er davonkommt, ist sehr die Frage." „Wieso?— Wo war der Graf, als die Polizei sein Haus besetzte?“ „Im Forsthaus=Unter den Eichene bei seiner kranken Tochter...“ „So lebt Komtesse Germaine?!“ „Ja“— „Sie ist außer Gefahr?“ „Ter alte Förster Morrice behauptete es wenigstens.“ „Gott sei Dank!— Aber was ist's mit dem Herrn Grafen?“ „Wir hatten das Forsthaus kaum verlassen, als die Gendarmen dort anlangten. Wir hatten nur einen kleinen Vorsprung; als wir in der Schlucht von Malmaison ankamen, holten die Gendarmen uns ein. Wir flüchteten in den Wald, wohin uns die Gendarmen mit ihren Pferden nicht folgen konnten, da schossen sie und verwundeten den Herrn Grafen! Er konnte nicht weiter; ich zog und schleppte ihn durch Gebüsch und Gestrüpp, immer verfolgt von den Gendarmen, die ihre Pferde in der Schlucht gelassen hatten— und so erreichten wir glücklich die Grenze. Aber da konnte der Herr Graf nicht weiter, auch meine Kräfte waren erschöpft— dort oben im Walde liegt mein Herr— ich schleppte mich hierher, um Sie um Hülfe zu bitten...“ Der Baron ergriff seinen Hut und eilte davon. Auf dem Hof befahl er mit weithinschallender Stimme dem Kutscher, den Jagdwagen anzuspannen; dann holte er einige Erfrischungsmittel, eine Flasche Wein, Brot und kaltes Fleisch und legte es in den Wagen. „Wo liegt der Graf?“ fragte er Louis, der ihm gefolgt war. „Dort oben in der Tannenschonung...“ „Gut. Gehen Sie in die Küche, lassen Sie sich Erfrischungen geben und ruhen Sie sich aus. In einer halben Stunde bin ich mit dem Grafen zurück. Ein reitender Bote soll nach der Stadt, um einen Arzt zu holen.“ „Es ist gerade ein Arzt im Dorfe, Herr Baron,“ sagte der Diener. „So soll er sofort aufs Schloß kommen.“ Mit diesen Worten sprang der Baron in den Wagen, ergriff selbst die Zügel und fuhr in schärfster Gangart dem Walde zu. Er mußte jedoch einige Zeit suchen, bis er den Verwundeten fand. Dieser war mit dem letzten Rest seiner Kraft tiefer in das Gehölz hineingekrochen und dort bewußtlos zusammengebrochen wie ein vom Jäger gehetztes und waidwund geschossenes Wild. Er glaubte zu sterben. Der Blutverlust— das Geschoß des Gendarmen hatte seine Schulter durchbohrt— und die rasende Flucht durch das Unterholz des Waldes hatten ihn derart erschöpft, daß er tatsächlich dem Tode nahe war. Erst das Rütteln des Wagens, auf den ihn der Baron und der Kutscher gebettet hatten, das Stoßen der Räder auf dem unebenen Feldwege, der vom Walde zum Schloß führte, brachte ihn wieder ins Bewußtsein zurück. (Fortsetzung folgt.) □ Wor dat de richtige Adreß? Rechtsanwalt(zum Klienten):„Also, Sie übergaben dem Kaufmann Ihre Rechnung, und er...“—„Un hä säht, ich soll mich zom Deufel schere!“ —„Und was taten Sie dann?"—„Ich lef stänegalopp no Uech, Här Dokter.“ Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 185& Sonntag. 10. Juli 1910. Seite 7. RAUMUNGS. — bekannt durh ungemein tief herabgesetzte PPreise Hoflieferanten Köln Obenmarspforten 13. [Larmania--nolenmn Spezialifät: Inlaid-Linoleum.“ Le0 EKIOISCIIA(Muster durch und durch.) Verkauf zu Fabrikpreisen. Hauptniederlage: Spezialhaus für Tapeten Gust. Carl Lehmann En EEN Reichel's Limonadesirup Extrakte Hohenzollernring 48 Fernsprecher 2270. 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Geschoß, liegen von heute ab die Massenberechnungen, Bedingungen, Preisverzeichnisse und Zeichnungen zur Einsicht aus. Die Bedingungen und Preisverzeichnisse können daselbst auch bezogen werden, und zwar für die Arbeiten zu 1) zu 4 Mark, zu 2) oder 3) zu 2 Mark und zu 4) für 1 Mark 50 Pfg. Die Angebote sind unterschrieben und verschlossen mit der Aufschrift: Angebot für die Ausführung der Erd=, Maurer= usw. Arbeiten bzw. Lieferung der Steinmetzarbeiten bzw. Ausführung der Zimmerarbeiten bzw. Dachdecker= und Klempnerarbeiten für den Neubau des Posthauses in Mülheim(Rhein) an das Baubureau frankiert einzureichen. Die Angebote werden am 20. Juli 1910 in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter daselbst geöffnet, und zwar für 1) vormittags um 10 Uhr, zu 2) um 10½, zu 3) um 11, zu 4) um 11½ Uhr. Zuschlagsfrist für I, 3 u. 4 je 14 Tage, zu 2 vier Wochen. Falls keins der Angebote für annehmbar besunden wird, bleibt die Ablehnung sämtlicher Angebote vorbehalten. Cöln, 5. Juli 1910.1 Kaiserliche Ober=Postdirektion. Städt. Leihhaus zu Cöln, Cäcilienstraße 1A. entl.9 der verfallenen Psänder aus dem Monat Juni 1909. Soweit erforderlich, findet der Verkauf statt: am Donnerstag den 4. „ Freitag„ 5. „Donnerstag" 11. „Freitag„ 12. „Donnerstag" 18. „Freitag„ 19. „Donnerstag„ 25. „Freitag„ 26. Vormittags 9— 12 Uhr: derbestände usw. Nachmittags—6 Uhr: Goldund Silbersachen usw. Die bei dem Verkauf der Goldpfänder und Kleiderpfänder aus dem Monat Juni 1909 entstandenen Ueberschüsse sind vom Tage des stattgehabten Verkaufes ab, innerhalb Jahresfrist, gegen Rückgabe der Pfandscheine bei der Leihhauskasse zu erheben, andernfalls sie der Armenkasse als Eigentum überwiesen werden. Cöln, den 10. Juli 1910. Städtische Leihheus=Verwaltung. Bettstelle, engl. Prima Zugfedermatratze, Ateil. 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Fr.=Off. u. 1805 an die Gesch. d. Bl. p 5000.0000 5 Seite 10. Hölner Lecal-Anzeiger Nr. 185* Sonntag, 10. Juli 1910. Handwerk und Gewerbe. □ Schwindelausstellungen. Der Verein gegen Unwesen in Handel und Gewerbe. E. V. zu Köln, Fleischmengergasse 57, Fernsprecher 9139, Sprechstunden: 10—12 u.—6 schreibt uns: Mit Rücksicht auf die zahreichen auch in hiefiger Stadt von Handel= und Gewerbetreibenden zum Zwecke der Reklame auf Schaufenstern, Firmenschildern, Geschäftspapieren und bei sonstigen öffentlichen Ankündigungen beliebte Wiedergabe von Medaillen, Diplomen usw., welche auf solchen Ausstellungen erworben sind, die ohne obrigkeitliche Berechtigung von Privatunternehmern veranstaltet und als sogenannte„wilde Ausstellungen" bezeichnet werden, dürfte es von weitgehendem Interesse sein, zu erfahren, daß die Benutzung derartiger Auszeichnungen eine unlautere Reklame im Sinne des Gesetzes betr. den unlauteren Wettbewerb vom 7. Juni 1909 ist. Neuerdings wieder hat das Königliche Landgericht zu Köln in der Klagesache des Vereins gegen Unwesen in Handel und Gewerbe zu Köln gegen einen hiesigen Metzgermeister den Beklagten verurteilt, bei Vermeidung einer Geldstrafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung es zu unterlassen, weiterhin in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen für einen größeren Kreis von Personen die Auszeichnungen, die ihm von der in Brüssel im Jahre 1909 veranstalteten internationalen Ausstellung verliehen sind, zu erwähnen und Abbildungen derselben anzubringen. Wir möchten Gelegenheit nehmen, die Handel= und Gewerbetreibenden vor den Verlockungen der Unternehmer einer neuen wilden Ausstellung“ zu warnen. Bei Gelegenheit der zurzeit in Brüssel stattfindenden Weltausstellung ist in Brüssel eine sogenannte Internationale Ausstellung eröffnet worden, deren Veranstaltung im Auslande den Anschein erwecken soll, als ob sie mit der großen Weltausstellung im Zusammenhang stehe. Die Veranstalter verschicken augenblicklich nach Deutschland Reklamen, in denen zur Bechickung der Ausstellung aufgefordert wird und den Ausstellern gegen Zahlung von M. 800 Diplome und hohe Preise zugesichert werden. Da für die Unternehmer dieser Schwindelausstellung die Bezahlung der M. 800 die Hauptsache ist, die Erwerber von Auszeichnungen auf dieser Ausstellung von diesen aber keinen öffentlichen Gebrauch machen dürfen, so sei hiermit ausdrücklich vor einer Beteiligung an dieser Internationalen Ausstellung gewarnt. 00 Die Kölner Bäcker-Zwangsinnung hielt am Mittwochnachmittag im großen Saale des Goldenen Löwen eine Generalversammlung ab, die Obermeister Jean Merzenich leitete. Aus dem Bericht des Vorstandes ist zu entnehmen, daß sechs Vorstandssitzungen und drei Sitzungen zur Schlichtung von Lehrlingsstreitigkeiten stattgefunden haben. Es wurden 25 Lehrlinge geprüft, darunter 19 von der Handwerkskammer. Am 18. und 19. Juli findet in Essen der Verbandstag des Zweigverbandes Rheinland statt. Hierzu wählte die Innung 36 Delegierte, davon 10 aus dem Vorstand. Vorher soll noch eine Delegierten=Versammlung einberufen werden. Alsdann wurde die Wahl von 20 Vertretern der Arbeitgeber zur Innungskrankenkasse vorgenommen. Die Kommission zur Ausarbeitung einer Liste säumiger Zahler ist sich dahin einig geworden, diejenigen Personen in die schwarze Liste einzuzeichnen, gegen die ein richterliches Urteil ergangen oder erfolglose Pfändung stattgefunden hat. Zu diesem Zwecke seien an über 700 Mitglieder der Innung Fragebogen versandt worden. Vor der Eintragung in die Liste werden die säumigen Zahler von seiten der Innung zur Zahlung aufgefordert. Die Versammlung erklärte sich mit diesen Vorschlägen einverstanden. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Hefefrage, worüber Hr. Kampmann berichtete. Es hat sich ein Hefesyndikat gebildet und das Hefegeschäft soll von Zentralen aus geleitet werden. In Köln wird eine Zentrale errichtet. Die Kölner Bäckermeister haben zunächst den Vorteil, daß sie kein Porto zu zahlen brauchen, dann soll die Innung, die dem Zweigverband Rheinland angeschlossen ist, besondere Vergünstigungen genießen und außerdem soll an den Germaniaverband ein Prozentsatz abgeführt werden, von dem ein Teil der Junung zugute kommt. Das Syndikat soll am 1. Oktober 1910 in Kraft treten. Lehnt die Innung den Vertrieb ab, so wird das Hefesyndikat das Geschäft übernehmen und die Kölner Meister werden auf die Vorteile verzichten müssen. Man wählte nach lebhafter Aussprache eine Kommission von 18 Mitgliedern, die die Weiterberatung der Angelegenheit in die Hand nimmt. Die bekannte Resolution der Mittelstandsvereinigung für Handel und Gewerbe wurde gutgeheißen. m Der Arbeitgeberverband für das Maler-, Anstreicherund verwandte Gewerbe(Ortsgruppe Köln) hielt am 7. d. M. im Bayerischen Hofe unter dem Vorsitz des Hrn. Joh. Jos. Coelsch jr. seine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht entnehmen wir, daß bei der Gründung der Ortsgruppe am 31. März 1909 in kurzer Zeit Arbeitgeber mit 700000 M. Lohnsumme organisiert waren; die Summe ist in diesem Jahre auf weit über eine Million Mark gestiegen. Die Kasse wurde in bester Ordnung befunden und dem Vorstande Entlastung erteilt. Da durch ministeriellen Erlaß sich jetzt auch Innungen Verbänden an schließen dürfen, welche für das Handwerk im allgemeinen, beson ders aber durch Tarifverträge mit den Gehülfen gesundere VerC RäumungsVerkauf zu fabelhaft billigen Preisen. S. J. SALOMON SCHILDERGASSE 20/22. hältnisse schaffen, wurde dem Antrage der Freien Malerinnung um korporative Aufnahme in den Arbeitgeberverband stattgegeben. Hr. Konrad Ahl wurde an Stelle des ausscheidenden Kassierers Hru. Paul Riester in den Vorstand gewählt. Für den am Ortstarifamt ausscheidenden Hrn. Joh. Jos. Coelsch, welcher im Gautarifamt verbleibt, wurde Hr. Konrad Ahl gewählt. X Mülheim(Rhein),.Juli1910. Am Bahnhof in Mülheim soll ein neues Postgebäude errichtet werden. Die Kaiserliche Oberpostdirektion schreibt jetzt hierzu 1. die Erd=, Maurer=, Asphaltund Stakerarbeiten einschließlich Lieferung der erforderlichen Materialien, ausgenommen Werksteine, 2. die Steinmetzarbeiten, 3. die Zimmerarbeiten einschließlich Materiallieferung und 4. die Dachdecker= und Klempnerarbeiten einschließlich Materiallieferung aus. Angebote sind bis zum 20. Juli d. J. an das Baubureau für den Neubau des Posthauses in Mülheim(Rhein) zu richten. Aus Kölns Nachbarschaft. Té Glessen,.Juli1910. Der bisherige Gemeindefeldhüter Joh. Friedgen erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. B lieldenich,.Juli1910. Hier wird beabsichtigt, die Gemeinde an das Wasserwerk Hersel-Wesseling anzuschließen. Der hiesige Gemeinderat hat sich schon mehrmals mit dieser Angelegenheit befaßt; auch sind bereits Unterhandlungen mit der Wasserwerksgesellschaft gepflogen worden, die jedoch bis jetzt noch nicht zu einem Resultat geführt haben. Sollte das Projekt sich verwirklichen, so wären alle Ortschaften der Bürgermeisterei an das Wasserwerk angeschlossen. (O Dorz,.Juli1910. Nach einer Mitteilung des hiesigen katholischen Pfarramtes haben die Aktionäre der hiesigen Spiegelglaswerke Germania teils jetzt, teils für den 1. Januar 1911 insgesamt die Summe von 20000 M. dem Kirchenbaufonds überwiesen. X Niederpleis,.Juli1910. Der katholischen Pfarrgemeinde Niederpleis ist für das Rechnungsjahr 1910 eine Kirchensteuerumlage von 37 Proz. genehmigt. X Honnef,.Juli1910. Infolge des hohen Wasserstandes des Rheines ist die Rheinpromenade zwischen hier und Rhöndorf an verschiedenen Stellen überschwemmt und dadurch unpassierbar— ein für die jetzige Jahreszeit ungewöhnlicher Zustand. Das Wasser ist noch immer im Steigen begriffen. Die am Rhein gelegenen Felder haben stark unter dem Hochwasser zu leiden, zumal die Pflanzen weggeschwemmt werden. Aus dem Vergischen Land. m Marialinden,.Juli1910. Der Dirigent des hiesigen Kirchenchores, Hr. Jos. Oberdörster(Selscheid), errang auf dem großen Wettstreit in Neuwied am 3. d. M. mit dem Gesangverein Braschoß(Sängerbund) den 1. Klassen= und 2. Ehrenpreis. Standesamt der Stadt Köin.(9. Juli 1910.) &am Geburten. Joseph, S. v. Martin Wever, Glaser, Eifelwall 54.Joseph, S. v. Heinrich Roggendorf, Hufschmied, Kyffhäuserstr. 51.— Otto, S. v. Hermann Dorscht, Schneider, Roonstr. 57.- Karl, S. v. Paul Hoßfeld, Buchhalter, Weidenbach 14.- Dora C. v. Ernst Stolze, Maler, Aachenerstr. 58.- Elfriede, T. v. Peter Lenzen, Lagerarbeiter, Beledastraße 4.- Johann, S. v. Peter Jussenhofen, Gerichtskanzleigeh., Domstraße 58.- Margareta, T. v. Gottfried Münch, Eisenbahn=Sekretär, Genterstr. 7.= Franz, S. v. Dr. Ferdinand Napohl, Oberlehrer, Venloerstraße 5. Karl, S. v. Paul Callmann, Kaufmann, Riehlerstr. 49. Karl, S. v. Karl Umdau, Fabrikarb., Follerstr. 60.- Karl, S. v. Herm. Hunelmann, Kaufmann, An Lyskirchen 15. Ferdinand Ottesbein, Schneider, 44., Fleischmengergasse 40.. Joseph Sommer, o.., 63., Lintgasse 28.„ Karoline geb. Froitzheim, 50., Gr. Telegraphenstr..- Maria Gammersbach, geb. Schaffrath, 29., Bonnerstr. 393.- Wilhelm Beter, Gymna sialschüler, 16., Hauptstr. 189-191.- Anna Mainz, geb. Quast, Wwe., 70., Quentelstr.-6.- Sophia Vertram, 14., Bürgerstr. 11.- Heinr. 10., Thieboldsgasse 69.— Wilhelm Herschei, 4., Gr. Griechenmarkt 124. & Seiraten. Nikolaus Mauel, Bleihüttenarb., u. Katharina Effertz, Scheven.- Richard Diegl, Friseurgeh., u. Anna Hauschild, Achtergäßchen 2.- Johannes Haschker, Zimmermann, u. Lida Koch, Heinrichstr. 15. - Anton Peppelreiter, Faßbinder, u. Margareta Schmidt, Katharinengraben 40.„ Heinrich Bonvic, Maler= u. Anstreichergeh., u. Ernestine Wolter, Friedrichstr. 28. Karl Winzen, Privatdetektiv, u. Katharina Fossel, Schillingstr. 14.- Otto Wiesner, Schlosser, u. Elisabetha Schuster, Erftstr. 29.- Otto Engelhardt, Kürschnermstr., u. Wwe. Alma Schulz geb. Block, Ursulaplatz 12.- Wilhelm Heyartz, Schriftsetzer, u. Elisabeth Meurer, Jülich.= Emil Richarz, Hausdiener, u. Josepha Steinringer, Bonnerstr. 21.- Joseph Soller, Kupferschmiedeges., u. Katharina Polster, Zwirnerstr. 2. Heiratsankündigungen. Heinrich Blode, Büfettier, u. Agatha Prospero, beide Thieboldsgasse 88.- Christian Vieth, Schuhmachermstr., u. Emma Glund, beide Allerheiligenstr. 6. Georg Lang, Kaufm., u. Maria Standszus, beide Metzerstr. 30.- Leopold Wallraf, Hdlgsgeh., Krefelderstr. 2A, u. Luise Stoffmehl, Karthäusergasse 36. Standesamt Köln-EhrentelG(Vom 18. 6. bis 1..1910.) ∆ Gedurten. Jos., S. v. Friedr. Bender, Metzger, Simrockstr. 32.Anna. T. v. Karl Lindgens, Buchdrucker, Glasstr. 31.- Amalie. T. v. Wilh. Kaufmann, Kopist, Subbelratherstr. 264.- Peter, S. v. Joseph Müller, Anftreicher, Dechenstr. 44.- Jos., S. v. Pet. Reßhöver, Schuhmacher, Schultstr. 20.- Johann, S. v. Joh. Thurn, Tagel., Sömmeringstraße 42.- Paula, T. v. Nikol. Kupczok, Schreider, Venloerstr. 393A. „ Luise, T. v. Jos. Droese, Lagergehülfe, Philippstr. 26.- Marg., T. v. Karl Zschiesche, Fabrikarb., Subbelratherstr. 276.- Maria Paul Georg, S. v. Joh. Reichmann, Maurer, Liebigstr. 167.- Katharina, T. v. Jos. Olligschläger, Tagel., Christianstr. 14.— Ernst, S. v. Jos. Beckert, Fadrikarbeiter, Gumprechtstraße 6A.„ Elsa, T. v. Rich. Wilke, Glaser, Helmholtzstr. 80.„ Eleonore, T. v. Alwin Kühnast, Schreiner, Schützenstraße 48.- Sibylla, T. v. Ant. Lodmäller, Fabrikarb., Nagelschmiedgasse 24B.- Joh., S. v. Jos. May, Bohrer, Marienstr. 7.- Theodor, S. v. Heinr. Odenthal, Ackerer, Rochusstr. 52.- Anna, T. v. Gerh. Uelpenich, Tagel., Sömmeringstr. 36.- Maria Elisabeth, T. v. Andr. Öster, Klempner, Leostr. 20.— Bernh., S. v. Hub. Kolvendach, Feilenhauer, Rochusstr. 220.- Wilh., S. v. Joh. Hecker, Kfm., Kruppstr. 38.- Johann, S. v. Pet. Huth, Güterb.=Arb., Frohnhofstr. 38.- Anton, S. v. Martin Beener, Glasmacher, Sudbelratherstr. 253.„ Elis., T. v. Ernst Kops, Eisendreher, Roßstr. 17.- Jos., S. v. Wilh. Viethen, Schloss., Glasstr. 66. - Christine u. Heinr., Zwill., v. Gottfr. Schönenkord, Metzger, Herkulesstraße 91.- Adelh., T. v. Matth. Mehren, Straßenb.=Schaffner, Philippstraße 38.- Rudolf, S. v. Rob. Büchsenschuß, Schlosser, Jennerstr. 6. " Jos., S. v. Matth. Stolberger, Glassortierer, Subbelratherstraße 241. - Peter, S. v. Wilh. Harck, Hülfsarb., Herkulesstr. 111. Gertrud, T. v. Jos. Schatto, Stellmacher, Keplerstraße 20. & Sterbefälle. Christina Schiffer, 2 J. 9 Mon., Vogelsangerstr. 93. Helene Döker, 23., Venloerstr. 436.- Christoph van der Berg, 37., eisselstr. 69.- Helena Jordan, 28., Vogelsangerstr. 104.- Therese „ F G u c h o l r a t h e r f i r I I l r„ G e n h i n S c h r a h. 5 1 J 3 Mon. 18., Venloerstr. 323.- Elisab. Mahlderg, 1 M. 5., Stamm. straße 48.- Gottfried Hohn, 25., Rochusstr. 114.- Maria Kohl, 55. 10 Mon., Helmholtzstr. 78. &a Heiraten. Nikolaus Bühler, Mechaniker, Frankfurt a. Main, u. Paula Winckler, Gutenbergstr. 1.= Edwin Berndt, Dostassistent, u. Klara Larisch, Subbelratherstr. 270.- Johann Nixen, Tagel., Subbelratherstr. 190, u. Anna Breuer, Subbelratherstr. 179.- Peter Mülle; Kutscher, Subbelratherstr. 361, u. Maria Kraus, Nagelschmiedgasse 7. Wilhelm Cremer, Metzger, Liebigstr. 114,„ Sophia Otten, Wißmann= straße 20.- Joseph Hohnsen, Küser, Teichstr. 14, u. Margareta Meyer Venloerstr. 529.- Christian Steffen, Tagel., Liebigstr. 112, u. Agnes Meurer, Stammstr. 42.- Artur Tielsch, Molkereiverwalter, u. Salomeg Schneider, Subbelratherstr. 355.- Hubert Kitz, Klempner, Wahlenstr. 25, u. Agnes Schmidt, Brüsselerstr. 70. Meiratbanrundigungen. Paul Hildebrand, Bäcker, v. Trois. dorf. und Johanna Salm, Keplerstraße 24.- Andreas Birkenbusch. Expedient, Philippstr. 46, und Johanna Verdonk, Philippstr. 29.- Karl= Bürger, Buchhalter, Everhardstr. 6A, u. Elisabeth Wassermeyer, Ven. loerstraße 174. Karl Schmidt, Kaufm., v. Hannover, u. Maria Jausen Venloerstraße 239A.- Karl Pfeisser, Bäcker, v. Neunkirchen, u. Kathar. Harig. Philippstr. 8.- Andreas Posnanzki, Gerüstbauer, und Anna Hasselbach, beide Rothehausstr. 53.- Ernst Spies, Versicherungsbuch: halter, Friesenwall 108, u. Maria Schwarz, Thebäerstr. 19.- Witwer Johann Steinmetzler, Fuhrmann, Venloerstr. 192, und Wwe. Helena Büchel geb. Neunzig, Wahlenstr. 56." Andreas Schloesser, Landwirt, Kruppstr. 14, u. Maria Finger, Grevenbroicherstr. 45.- Joseph Bovc, Bäckermstr., Subbelratherstr. 176, u. Sophia Lier, Eichendorffstr. 2. Franz Engels, Hotelbuchhalter, Stammstr. 2, u. Emma Cervais, von Mülheim(Ruhr).-August Weller, Schlosser, Takustr. 54, u. Katharina Elberfeld, Roßstr. 42.- Maximilian Schwanitz, Kaufm., v. Frankfurt (Main), u. Klara Führer, Leostr. 37. Standesamt Köln-Deuts.(Vom 2. bis 7. Juli 1910. Geburten. Margareta, T. v. Heinrich Astor, Fabrikarb., Volpertusstraße 12.- Gertrud, T. v. Heinrich Faßbender, Milchhändler, Esserstraße 11.. Johanna, T. v. Cornelis de Wolf, Fabribarb., Köln=Poll, Siegburgerstr. 189.- Matthias, S. v. Heinrich Matthias Mauer, Fabrik arbeiter, Petershof 3.- Christina, T. v. Franz Knop, Tagel., Esserstr. 10. - Margareta, T. v. Moritz Joseph Hubert Schramm, Lokomotivheizer, Taunusstr. 36. &am Sterbefälle. Valentin Schmitz, Fabrikarbeiter, 33., Remscheid, Hohenhagenerstr. 4.- Christine Krender, 9., Esserstr. 1.- Theodor Winand, 3., Esserstr. 33.- Katharina Kramer, 2., Freiheitstr. 63. &a Heiraten. Anton Thelen, Dekorationsmaler, u. Gertrud Loose, Köln, Friedrichstr. 6. Karl Gärtner, Kfm., u. Maria Schrotz, Düren. &am Heiratsankündigungen. Johannes Usinger, Postassistent, Mathildenstr. 80, u. Lina Braun, Mathildenstr. 78.- Friedrich Melsbach, Straßenb.=Wagenführer, Kalkerstr. 720, u, Katharina Schint, Köln=Kalb, Steprathstr. 34.- Peter Schmidt, Rohrleger, Judenkirchhofsweg 149, u. Maria Borsch, Breuersstr. 10.- Joseph Vollderg, Tagel., Odenwaldstraße 17, u. Ursula Renter, Köln=Bingst, Pollerstr. 97.— Erwin Osen berg, Städt. Oberburequassistent, Luisenstr. 20, u. Anna Riebau, Kalker straße 59.- Heinrich Braun, Eisenbahnaushelfer, Mathildenstr. 78, und Anna Sonnenberg, Neuhöfferstr. 20. Standesamt Köln= Kalk.(26. Juni bis 3. Juli 1910.) & Geburten. Franz, S. v. Joseph Schmidt, Tagel., Nießenstr. 6. Wilhelm, S. v. Wilhelm Stricker, Tagel., Kalk=Mülheimerstr. 241.— Peter, S. v. Balthasar Haring, Tagel., Wipperfürtherstr. 20.- Mario, T. v. Johann Unterstell, Schloss., Buchheimerstr. 157.- Wilh. Balthasar, S. v. Franz Metzmacher, Straßenb.=Schaffn., Nießenstr. 27.- Maria Hubertina u. Peter Joseph, Zwill. v. Wilhelm gen. Paul Bonn, Wirt, Kalker=Hauptstr. 83.- Jos. Hub. Wilh., S. v. Peter Wilhelm Mertin. Ingen., Kaiserstr. 68.- Albert, S. v. Adalb. Figaszewski, Tagel., Kalk Mülheimerstr. 134.„ Elise Anna Johanna, T. v. Joh. Engeländer, Milchhdl., Josephskirchstr. 2.— Regine, T. v. Peter Hohenstein, Handlungsgeh., Rodderg. 52.- Christina Elisabeth, T. v. Johann Engbarth, Magazinarb., Rolshoverstr. 18.- Maria, T. v. Joseph Schutzki, Tagel., Kalk=Mülheimerstr. 247.- Elisabeth, T. v. Heinr. Wievershausen, Dachdecker, Vietorstr. 48.- Christian, S. v. Karl Heinr. Schueider, Metzg., Kalk=Mülheimerstr. 134.— Else Emilie, T. v. Gust. Jak. Pohl, Kaufm., Industriestr. 122. Kath. Susanna, T. v. Jakob Moll, Maurer, Nießenstraße 22. Rosa Erna, T. v. Konr. Heinr. Hafer, Techniker, Kaiserstraße 63.— Wilhelm, S. v. Wilh. Kutzl, Tagel., Industriestr. 23. Herlerstraße 46. & Sterbefälle. Goltfr. Gehrmann, 4., Industriestr. 78.„ Ernst Wilh. Temp. 22., Vietorstr. 52.- Osk. Wassermann, 77., Kalker Hauptstr. 309.- Gertr. Heister, geb. Broel, 53., Josephskirchstr. 34. Heinr. Leh, 16., Vorsterstr. 81.- Karl Bensberg, 6., Herlerstr..Ottilie Weißgerder, 29., Köln, Königstr. 8.- Andr. Wilh. Hembach. Johann Meyerstr. 2. a Heiraten. Wilh. Porl, Tagel., u. Anna Maria Schneider, Nießenstraße 28.- Joh. Karl Bergmann, Dreh., u. Karol. Breuer, Steinmetzstraße 18.- Bernh. Scheffs, Tagel., u. Hedw. Kuchendecker, Trimbornstraße 11.- Jos. Braun, Schrein., u. Anna Graap, Köln, Weideng. 20. : Heinr. Pietsch, Schutzm., u. Wilhelmine Friederika Elfriede Cack, Josephkirchstr. 34.- Stanisl. Eckawsky, Fabrikarb., u. Berta Weid, Kapitelstr. 33.- Wilh. Freis, Fabrikarb., u. Kath. Luise Welter, Vertramstr. 18.- Alb. Remus, Fabrikard, u. Anna Maria Schumacher, Kapitelstr. 8A.- Daniel Maller, Fabrikarb., u. Wilhelmine Wirth, geb. Linde, Wwe., Vertramstr. 57. Heiratsantündigungen. Kasimir Max Anders, Serg., Köln=Deu Kaserne IX, u. Maric Auguste Kropp. Herlerstr. 77. Heinr. Wiert feld, Dreh., Vertramstr. 58, u. Veron. Held, Kalk=Mülheimerstr. 100. Heinr. Adams, Kasernenwärt., Kronprinzkaserne, u. Kath. Nüchel, geb. Lauer, Kaiserstr. 95. Gekochtes Obst ist wichtig für die Ernährung und sollte jetzt auf keinem Tisch fehlen. Rote Johannisbeeren und Himbeeren(welche sehr gut zusammen passen und jetzt reichlich vorhanden sind) schmort man und serviert dieselben mit einem Flammeri aus und Vollmisch. Ein gleich verlockendes Sommergericht ist ein Mondamin=Fruchtflammeri. Man nimmt statt den frischen Fruchtsaft. Man ervalt 1 L. Obstsaft aus 1 Pfd. Obst, das man mit wenig Wasser schmort, koche dann kalt angerührte 70 Gr. Mondamin hinein, 3 Minuten lang, nicht 10 Miguten, wie bei Milch. Rezepte auf den Mondamin=Paketen à 60, 30 u. 15 Pfg freie Jalousien solide Konstruktion undurchbrochene Brettchen. Holzrouleaus, Rolladen Reparaturen prompt und billigst. 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Dr. Zander Neuer Fernruf 5191. prakt. Tierarzt. Seite 12. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. Sonntag, 10. Juli 1910. Der Fremdenverkehr in der Stadt Köln während des Juni 1910 nach der Zahl der in den Hotels usw. über Nacht gebliebenen Gäste. Aufgestellt im Statistischen Amte. Ter Freindenverkehr hat sich, wie im Mai, so auch im Juni recht lebhaft gestaltet. Insbesondere war die Zahl der in den Gasthöfen übernachtenden Freinden erheblich— um rund 4800— höher, als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Im ganzen übernachteten in den Gasthöfen 66 175(im Vormonat 55 999, im Juni 1909 61 398), in den Herbergen 9222(9472, 9696), insgesamt 75397(65471, 71094) oder im Durchschnitt täglich in den ersteren 2206(1806, 2046), in den Herbergen 307(306, 323), im ersieren LiUU Nese. zoro,„„„„„„„„„ ganzen 2513(2112, 2369). Der höchste Tagesdurchschnitt ergab sich in der Woche vom 19. bis 25. Juni mit 2648(im Vorjahr in den oE Tagen vom 1. bis 5. Juni mit 2501), der niedrigste in den Tagen vom 1. bis 4. Juni mit 2248(in der Woche vom 20. bis 26. Juni mit 2294). Dabei war jedes Bett bezw. jede Schlafstelle in den Gasthöfen durchschnittlich auf 14,0(12,1, 13,0), in den Herbergen auf 14,9(15,0, 15,5), im ganzen auf 14,1(12,5, 13,4) Tage benutzt. Größere Verbandsversammlungen und dergleichen, die einen stärkeren Fremdenverkehr mit sich gebracht hätten, haben in der Berichtszeit nicht stattgefunden. Theater und Konzerte. * D a s s e c h s t e v o l k s t ü m l i c h e K o n z e r t d e s volkstümliche Konzert des städtischen Orchesters machte die Zuhörer zunächst bekannt mit der fruheren schwedischen Hofopernsängerin Frau Adele Almati=Rundberg aus Stockholm. Jetzt, nach dem Tode ihres Gatten, der früher Intendant der Hofoper war, hat die Künstlerin sich ins Privatleben zurückgezogen. Man kann der Dame einen umfangreichen Mezzosopran nachrühmen, der namentlich in der Tiefe voll klingt. In der Dankarie der Fides aus dem Prophet, mit der sie begann, machte sich eine kleine Unsicherheit bemerkbar, die wahrscheinlich auf Befangenheit beruhte. In der Höhe klang die Stimme auch etwas scharf. Besser gefiel uns die Künstlerin in den vier Liedern, Totenkranz, Die Mutter, Abseits, Ich und Du von Fr. Fleck, wo ihre Stimme warm und innig klang. Fleck, dessen Lyrik von wirklicher Vornehmheit und großem Stimmungsgehalt ist, begleitete Kölner Lecal-Auzeiger. 4 Köln, 10. Juli 1910, 1 0 1—— sa # AiierumnS. an anschmiegend auf einem Ibach. Das zahlreiche Publikum zollte der Sängerin große Anerkennung, die nicht minder auch Hrn. Fleck galt. Der zweite Solist war Hr. Konzertmeister Alfred Saal aus Elberfeld, der uns als Cellist schon bekannt war aus seiner Mitwirkung bei den Aufführungen der Kölner Kammermusikvereinigung im verflossenen Winter. Hr. Saal ist ein Spieler von echt künstlerischen Eigenschaften. Besonders anziehend bei seinem Spiel ist der warme Ton und die große Innigkeit des Vortrages. Dabei verfügt Hr. Saal, der für die nächsten Festspiele in Bayreuth als Solocellist berufen ist, über eine glatte Technik und ein reichschattiertes Spiel. Er trug das-moll=Konzert von Saint=Saens, das gerade nicht sehr dankbar ist, und später drei kleinere Sachen: Cantabile von Cui, Menuett von Becker und einen spanischen Tanz von Popper vor und erntete damit einen so stürmischen Beifall, daß er eine Zugabe gewähren mußte. Unter der schneidigen Leitung des Hrn. Konzertmeisters H. Anders spielte das Orchester mit Schwung und Feuer den Römischen Karneval von Berlioz, die wundervolle Peer Gynt=Suite Nr. 1 von Grieg und das Vorspiel zum dritten Akt aus dem Heimchen am Herd von Goldmark. Anders wurde durch einen mächtigen Kranz geehrt. Kirchliches. 4 St. Engelbertus=Verein. In Nr. 1o des Kirchlichen Anzeigers für die Erzdiözese Köln findet sich nachstehende Mitteilung: Der Vorstand hat in seiner Sitzung vom 1. Juni beschlossen, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Dieselbe wird hiermit auf Donnerstag den 28. Juli, nachmittags 3 Uhr, in der Bürgergesellschaft(Eingang Röhrergasse) anberaumt. Tagesordnung: 1. Ein Zusatz zu§ 3: Priester, welche infolge ihrer amtlichen Stellung oder durch ihre Anstellung mit Pensionsberechtigung Anspruch auf Altersversorgung haben, können nicht mehr aufgenommen werden. 2. Zusatz zum zweiten Nachtrag ad l: Diejenigen, welche aus Klasse la in eine niedere Klasse zurücktreten, können in Klasse la nicht wieder aufgenommen werden; eventuell Aufhebung der Klasse la. 3. Für den Fall, daß Klasse la ni# aufgehoben wird, Streichung des Schlußsatzes im zweiten Nachtrag Nr. VI:„Für Neopresbyter usw.“ Außerdem bringt das Erzbischöfliche Generalvikariat zur Pensionsordnung zur Kenntnisnahme: Irreführenden Berichten gegenüber sehen wir uns veranlaßt, das folgende festzustellen: 1. Die Grundzüge der von dem Preußischen Episkopat erlassenen neuen Pensionsordnung(Kirchlicher Anzeiger 1910, S. 2) sind vom Apostolischen Stuhle am 4. Oktober 1909 genehmigt. 2. Durch die neue Pensionsordnung werden die Satzungen des St. Engelbertus=Vereins in keinem Punkte geändert. Wie bereits früher erklärt(Kirchlicher Anzeiger 1910, S.), bleibt der St. Engelbertus=Verein mit allen den Mitgliedern aus den Vereinsmitteln zustehenden Rechten und den diesen Rechten entsprechenden Verpflichtungen bestehen. * Eine Kirchenkollekte für die durch die Wasserflut geschädigten Bewohner des Ahrtales ordnet das Erzbischöfliche Generalvikariat(Kirchl. Anzeiger für die Erzdiözese Köln Nr. 13) durch folgenden Erlaß vom 23. Juni d. J. an: In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni d. J. wurde das in unserer Nachbar=Diözese Trier gelegene Ahrtal durch eine entsetzliche Ueberschwemmung heimgesucht. Die tosenden Wassermassen überfluteten in wenigen Stunden mit elementarer Gewalt weithin das Usergelände der Ahr, zerstörten die Gärten, Wiesen und Anlagen, E c Das Elternhaus. Eine Geschichte aus dem Kriege von F. Hales. „Moritz, laufe nicht über das Gras... Julius, paß auf, daß du nicht fällst, wie gestern... Georg, achte doch auf deine Brüder, sonst kann ich gar nichts tun.“ So sprach Frau Doktor Leonard, die unter der Veranda saß und für ihre drei Jungen Kleider flickte und Strümpfe stopfte, während diese, acht, sechs und vier Jahre alt, im Garten umhersprangen und spielten. „Da ist Papa, da ist Papa,“ riefen sie auf einmal, als das Rasseln eines Wagens auf der Straße gehört wurde, und alle drei liefen um die Wette nach dem Gittertor am Ende der Allee. Die Heimkehr des Arztes auf dem Rosenhof gab jeden Tag Anlaß zu demselben Auftritt; die Knaben bewillkommneten ihn, hängten sich an seine Arme und Beine, und so erreichte er die Veranda, wo er seine Frau aufs herzlichste begrüßte. Während sein Pferd in den Stall geführt wurde, nahm der Arzt am Tische Platz, wo ein Glas Wein für ihn bereit stand und seine Tabakspfeife schon gestopft lag. Doktor Leonard erzählte dann von seinen Patienten, und seine Frau unterrichtete ihn von allem, was während seiner Abwesenheit vorgefallen war. Sie waren sehr glücklich zusammen; das einfache, aber bequeme Haus hatte schon drei Geschlechter Leonard beherbergt, die alle Aerzte waren. Das Haus lag hoch auf einem Felsen am Eingange eines engen Tales; vorne war ein großer Garten mit zahlreichen Rosensträuchern, denen es seinen Namen verdankte, und auf dem Abhange des Hügels lag ein kleiner Weinberg und weiterhin eine Weide für das Pferd. Anfangs 1860 starb Doktor Leonard, sein ältester Sohn war damals achtzehn Jahre alt. Vermögen hatte der Doktor nicht hinterlassen; als Landarzt hatte er alle Mühe gehabt, seine Haushaltung im Gange zu halten und seinen Söhnen eine gute Erziehung zu geben. Nach dem Tode ihres Mannes vernahm Frau Leonard ein furchtbares Geheimnis; es stand eine schwere Hypothek auf dem Rosenhof und man war selbst mit den Zinsen im Rückstande. Vergebens sprach die Witwe Freunde und Verwandte um Hülfe an der eine konnte, der andere wollte nicht helfen, und endlich sah sie sich genötigt, Rosenhof zu verkaufen, um die Gläubiger bezahlen zu können. An einem düsteren Herbstmorgen verließen sie die Wohnung. „Weine nur nicht, Mütterchen,“ sagte Georg,„wir kommen wieder hierher zurück.“ Georg Leonard war ein tüchtiger Junge, ernst, wachsam und energisch. Er allein weinte nicht, obschon er tiefbetrübt war; aber während der letzten Nächte, wo er im Elternhaus weilte, drangen verwüstend in die Häuser ein und forderten zahlreiche Opfer an Menschenleben. Amtlich ist festgestellt, daß wenigstens 53 Personen in den Wellen ihren Tod gefunden und daß die Gesamtsumme des Schadens fast vier Millionen Mark beträgt. Allenthalben ruft das durch die Berichte der öffentlichen Blätter bekannt gewordene große Elend des schönen Ahrtales das öffentliche Mitleid wach, um so mehr, als die so schwer heimgesuchten Bewohner des Ueberschwemmungsgebietes mit irdischen Gütern im allgemeinen nicht gesegnet sind. Wie in der Nachbar=Diözese Trier, so soll nach Anordnung Sr. Eminenz des hochwürdigsten Herrn Kardinals und Erzbischofs auch in der Erzdiözese Köln zur Linderung der Not, von welcher zahlreiche Familien in unserer Nähe so plötzlich und so schwer betroffen sind, am Sonntag den 10. Juli eine Kirchenkollekte angekündigt und warm empfohlen, am Sonntag, den 17. Juli abgehalten und der Betrag schleunigst durch die Herren Dechanten an uns eingesandt werden. * Erzdiözese Köln. Ernannt:= V. E. Kastenholz, Kvl. in Lennep, unter Zurücknahme d. Ernennung d. Kaplans Hecker, z. ersten Kpl. an St. Andreas in Köln,= H. Hünebeck, Dechant u. Pfr. in Mechernich, z. Pfr. in Neukirchen, Dekanat Grevenbroich, n N. I. Willems, Kpl. an St. Katharina in Oberhausen, z. Pfr. in Heppenbach, Dekanat St. Vith,= G. H. Berger, Rektor in Dieringhausen, z. Pfarrverw. in Schleiden, Dekanat Aldenhoven, # R. M. G. Buscher, Kpl. an St. Anna in Kreselo, z. zweiten Kpl. an St. Stephan daselbst, u I. Michels, Kpl. an St. Stephan in Krefeld, z. Rektor am Waisenhause daselbst,= K. P. L. Bohlen, Pfr. an St. Marien in Essen, z. Pfr. an St. Kreuz in Aachen, u F. J. Erdweg, Pfr. in Bergeborbeck, z. Pfr. in Unkel, Dekanat Erpel. Dem Kpl.= F. A. I. O. Schiller in Werden wurde die kirchl. Vollmacht z. Uebernahme d. Stelle d. Strafanstaltsgeistl. am Gefängnis in Lüttringhausen, Pfarre Lennep, erteilt. hatte er einen Plan gefaßt, und sofort machte eer sich an die Ausführung. Georg hatte den Aerzteberuf, der so wenig einbrachte, fahren lassen. Nach schwerer Arbeit gelang es ihm, in der Zentralschule zu Paris Aufnahme zu finden, wo er einer der besten Schüler wurde. Nach glücklich beendetem Studium wurde ihm eine schöne und gutbezahlte Stellung bei dem Bau einer Eisenbahnlinie in Brasilien angeboten. Er bedachte sich nicht, sondern ging freiwillig in die Verbannung, aus der er fünf Jahre später zurückkehrte. Einen Monat lang reiste er noch und hatte hier und da Zusammenkünfte und Besprechungen, wovon er niemand etwas erzählte; endlich trat er mit strahlendem Gesicht bei seiner Mutter ein. „Mutter, packe nur schnell wieder deine Koffer, wir ziehen aus,“ sagte er. „Wohin?" „Nach dem Rosenhof, der seit drei Tagen mein Eigentum ist. Vor seiner Mutter niederkniend, zeigte er ihr den Kaufakt, die Augen voll Freudentränen. Die Rückkehr in das alte Landgut war ein Fest, das ganze Dorf war in Bewegung, denn nur sehr ungern hatten die guten Leute, die Dr. Leonard so viel verdankten, dessen Witwe wegziehen sehen. Die Blutsverwandten und Freunde, die früher jegliche Hülfe verweigert hatten, waren nun die ersten, die ihr Glück wünschten. Es hatte sich glücklicherweise nichts verändert auf dem Rosen hof, und das stille, friedliche Familienleben herrschte dort wieder wie früher. Bald nahm die Zahl der Bewohner zu. Georg heiratete ein gutes, braves Mädchen, das in jeder Hinsicht würdig war, in diesen Kreis ausgenommen zu werden, und im Anfang des Jahres 1870 blühte auf dem Rosenhof eine Rosenknospe, die kleine Georging. Der Krieg störte das häusliche Glück. Julius, der Offizier war, brach sofort nach der Grenze auf, Moritz wurde später ein berufen, und Georg, vor allem Mann seiner Pflicht, erbat und erhielt als Ingenieur den Rang eines Reserveoffiziers bei der Artillerie. Obwohl das kommende Unglück nicht vorauszusehen war, sandte Georg nach dem Einfall der Deutschen seine Mutter, seine Frau und sein Kind nach einer Stadt in Mittel=Frank reich, wo sie in größerer Sicherheit waren, und schloß sich der Loire=Armee an. Gegen Ende Dezember verirrte sich eine Brigade, die den Befehl hatte, sich der Armee Bourbakis anzuschließen, zwischen den Hügeln, die die Täler der Saone und des Doubs scheiden; der kommandierende General besaß mehr Mut als Lokalkenntnisse und erschöpfte seine Truppen durch Märsche und Gegenmärsche, indem er nach einem Ausweg suchte. Georg Leonard ersuchte um eine Audienz und erbot sich, die Kolonne durch ein Tal zu bringen, das er kannte, da er in dieser Gegend geboren wäre. „Gut,“ sagte der General,„nehmen Sie eine Kompagnie Infanterie mit und eine starke Abteilung Artillerie. Denn wenn Geschwbister van Geisten gegenüber dem Bismarckdenkmal. amp Köln& Hohestr. 19. Wir empfehlen für Praktische Namenstagsgeschenke unser reich assortiertes Lager in fertiger Wäsche jeder Art Röcke, Taschenfücher, Blusen, Kinderkleider etc. Preise äusserst billig. - Auto-Klud # Erdorin Türk. Tabak-& Cigaretten-Fabrik„Kios“ o E. Robert Böhme, Dresden. Tieferant der französischen Cabak-Regie. Riier □ Dauphin O Kéro-Klub 10 — der Weg besetzt ist, müssen wir ihn unter allen Umständen freimachen.“ An der Spitze der kleinen Truppe marschicrend, entdeckte Georg sein Elternhaus, das den Weg bestrich. Lange untersuchte er das Terrain mit seinem Feldstecher. Die Fensterläden suchte er dus Terrark mir seinen Hech.. des Hauses, die er sorgfältig geschlossen hatte, standen nun weit offen, und aus dem Schornstein stieg Rauch in die Lüfte. Es war also besetzt. Eine Hoffnung blieb ihm noch übrig; vielleicht hatten sich französische Flüchtlinge darin verborgen. Er ließ ein paar Kanonenschüsse abfeuern. Die Bomben flogen sausend und zischend über das Haus hin, und fast unmittelbar danach knatterte Gewehrfeuer aus allen Fenstern. Die Preußen waren da „Schießt das Nest zuDer General erschien auf dem Platze sammen," befahl er. Georg verzog keine Miene, ruhig und kaltblütig stellte er seine Geschütze in Schlachtlinie auf und richtete sie selbst. Die zwei ersten Schüsse fielen zu kurz; sie schlugen in den Garten ein, wo sie ein paar Bäume zerschmetterten, die krachend und knisternd zu Boden fielen. Der Leutnant richtete von neuem, und der folgende Schuß schlug ein großes Loch in den Vorgiebel; darauf ein zweiter, dritter Schuß, und endlich stürzte ein Teil der Giebelmauer ein. Georg schaute durch seinen Feldstecher.„Weiterschießen,“ kommandierte der General,„es darf uns hier keine Mannschaften kosten.“ Von neuem richtete Georg die Kanonen und kommandierte: „Erstes Stück Feuer!— Zweites Stück Feuer!— Drittes Stück euer Der ganze Giebel stürzte nun ein inmitten einer Wolke von Staub und Trümmern. Nach drei weiteren Schüssen stand keine einzige Mauer vor Rosenhof mehr. „Bravo! Herr Leutnant,“ sagte der General,„der Weg ist nun frei! Ihnen kommt die Ehre zu. Aber was fehlt Ihnen? Sind Sie verwundet? Sie sind so blaß wie eine Wand." „Herr General," antwortete Georg,„das Haus, das ich soeven vernichtet habe, gehörte seit einem Jahrhundert meinen Voreltern. Soeben war es noch das meinige; mein Vater ist Verzeihen darin gestorben, mein Töchterchen ist dort geboren: Sie, daß ich ein wenig bewegt war.“ „Braver Mann,“ sagte der General, ihm gerührt die Hand reichend,„und Sie haben nichts gesagt.“ „Es mußte geschehen,“ antwortete Georg.„Persönliches Interesse muß der Pflicht weichen.“ Und sich zu seinen Mannschaften wendend, kommandierte er: „Im Trab... vorwärts... marsch!“ Einige Augenblicke nachher sah der General ihn eine Sekunde vor den Trümmern still halten; er grüßte mit dem Säbel das Elternhaus, wo er so viel Glück gekannt hatte, und ritt weiter an der Spitze seiner Truppe. -· CSCHIUSST• Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 5 Uhr unseren innigstgeliebten, guten Sohn, Bruder, Neffen und Vetter nach langem schweren, mit grösster Geduld ertragenem Leiden, mehrfach gestärkt durch den andächtigen Empfang der heiligen Sterbesakramente, im Alter von 17 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: keine Arbeit— Suppen, Saucen, Gemüse sind steis in ein Wir warnen aber vor den vielen Nachahmungen. Kaufen Jutscheinen. Sie sind dann sicher, den allein echten RottiHoussedy& Schwarz, ROTTi-Gesellschaft m Die feierlichen Exequien werden gehalten am Montag, den 11. Juli, morgens 10 Uhr, in der Marienkirche. Die Beerdigung findet statt nach mittags 3 Uhr vom Trauerhause, Kalker Hauptstrasse 189/91, aus. p Kölner Local-Anzeiger Nr. 185&a Sonntag. 10. Juli 1910. Seite 13. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen um 61. Uhr meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante, „ Hermine geb. im Alter von 40 Jahren nach langem, schwerem, mit aroßer Geduld ertragenem Leiden, im festen Vertrauen auf ihren Erlöser, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten im Nomen Friedrich Schenk, Oberpostschaffner, und Kinder. Köln=Nippes, Greste(Lippe=Detmold), Waldbröl. Köln=Lindenthal, Dusseldorf, Epen=West, Zwickau(Sachsen), Köln, den 8. Juli 1910. Die Beerdigung findet statt am Montag, den 11. Juli, nachmittags 4½ Uhr, vom Sterdehause Cranach= (straße B als. S 558 Sollte jemand aus Versehen eine Einladung nicht## edsc-ue- Vuder- u- uun, Das Sechswochenamt Rath für die verstorbene Frau Abeck verw. Bonn geb. Brandenburg Als passende u. nätzliche NamenstagsGeschenke Wachstuche von 85, 95 und 110 J an per Meter Wacistuch-Tischdecken mit schönen Rändern 85 u. 125cm breit, von 110h an Auflegestoffe auch blau=weiß, von 160 3 an per Meter Ledertuche 130 cm breit, von 160 J an GummituchBetteinlagen für Kinder von 15 für Große von 150) an Ledertuchschürzen für Knaben von 353 für Mädchen von 75h an Linoleum Läufer, Teppiche, Vorlagen Uni=, Parkett, u. Blumenmuster Tapeten, Linkrusta C. Niedersteil Bürgerstr. 24 Ecke Altermarkt*0 vis--vis Unter Taschenmacher. Gewerbeförderungsanstalt für die Rheinprovinz zu Cöln am Rh. Vom 1. August bis 10. September d. 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Juli Die Zukunftspläne der Delag. P Frankfurt a..,.Juli1910.(Eig. Drahtber.) Der Aufsichtsrat der Deutschen Luftschiffahrts=.=G.(Delag) hielt heute früh im Magistratssitzungszimmer des Rathauses eine Sitzung ab. Den Vorsitz führte Oberbürgermeister Dr. Adickes. Von der Luftschiffbau=Gesellschaft war Direktor Dr. Colsmann anwesend. Es wurde zunachst ein Vortrag über den Unfall des L Z VII entgegengenommen. Hierbei kam es zu einer kurzen Aussprache, in der allseitig betont wurde, daß weder einen Führer, noch sonst irgend einen die Schuld an dem Unfall treffe, daß vielmehr die wirrigen Windverhältnisse und sonstige ungünstige Momente, die hinzugekommen seien, an dem Unfall die Schuld trugen. Den Schaden übernimmt die Deutsche Luftschiffahrts.=G. Nachdem die Debatte über den Unfall des L Z VII geschlossen war, beschäftigte sich die Versammlung eingehend mit den Planen für die Zukunft. Es wurde in Aussicht genommen, den gegenwärtig in Friedrichshafen liegenden L Z VI den Sommer über nach Baden=Baden zu verlegen, der dann von dort Passagier= fahrten unternehmen soll. Es wurde auch die Meinung verbreitet, daß der neue=Ballon nicht nach Düsseldorf kommen sollte. Wie in der Versammlung aber betont wurde, kann hiervon keine Rede sein. Düsseldorf habe eine Ballonhalle gebaut in der Erwartung, daß auch ein Luftkreuzer dort stationiert werde, und es wurde von den Aussichtsratsmitgliedern auch allgemein ausgesprochen, daß der neu zu erbauende Luftkreuzer wieder nach Dusseldorf komme. Nachdem noch einige technische Fragen besprochen waren, wurde die Versammlung geschlossen. Dem Bericht ist noch nachzutragen, daß der Schaden, der bei dem Unfall des L Z VII entstanden ist, ungefähr 120.—150 000 M. beträgt. Die Luftschiffbau=Zeppelin=Gesellschaft Friedrichshasen hat sich bereit erklärt, den Luftkreuzer zum Selbstkostenpreis wieder herzustellen. Der größte Teil des Gestänges, Gondeln und Motore sind völlig intalt, und man hofft den Kreuzer bis Ende des Sommers wieder herstellen zu lönnen. Die Veratungen haben ergeben, daß man bei dem Neubau des I. Z VII eine Gewichtsersparnis von 500 Kilogramm machen kann, was zur Folge hätte, daß fünf bis sechs Personen mehr ausgenommen werden könnten, oder daß ein viel großerer Vorrat von Betriebsmaterialien usw. in den Gondeln untergebracht werden kann. Bei der Besprechung der Frage, wie derartige Unfälle in Zukunft vermieden werden können, fand ein Vorschlag des Vorstandes Annahme, eine genaue Instruktion für die Führer und sonstigen verantwortlichen Begleiter der Luftschiffe herauszugeben. Es soll in der Instruktion genau festgelegt werden, wann und bei welcher Witterung und bei welchen Windverhältnissen Fahrten unternommen werden sollen. Alle Sicherheitsmaßregeln, soweil sie in menschlichem Ermessen liegen, sollen auf das genaueste vorgeschrieben werden. Ferner will die Gesellschaft mit allen Mitteln darauf wirken, daß eine größere Zahl von Landungsstellen geschaffen werde. Zu diesem Zweck soll der Vorstand mit den Oberprändenten der einzelnen Provinzen in Verbindung treten. Es wurde auch angeregi, Flaggenstationen zu errichten, um den Luftschiffen etwaige Luftveranderungen, bevorstehende Stürme, Gewitter usw. von der Erde aus anzeigen zu können. inf Bezeichnung der Militärluftschiffe. Die Neubenennung der Parseval=Luftschiffe, die von der Luftfahrzeuggesellschaft nicht mehr P I usw. genannt werden, sondern P LI, hat auf die Bezeichnung der von der Heeresverwaltung erworbenen Luftschiffe vom Typ Parseval keinen Einfluß gehabt. Die militärischen Parseval=Luftschiffe heißen weiter wie bisher P I und P Il, und zwar ist das Luftschiff P L II gleich dem militärischen P I, das Luftschiff P L III gleich dem militärischen PII und das von der Heeresverwaltung neubestellte Luftschiff, das von der Luftfahrzeuggesellschaft P L II genannt wird, wird im Heere den Namen 1 III inf Zum Ueberlandflug des Militär-Flugapparats. Der Militär=Flugapparat, der vor einigen Tagen auf dem Truppenübungsplatz Döberitz unter Führung des Dr. Brück die erste große Probe seiner Leistungsfähigkeit durch einen Ueberlandflug ausgeführt hatte, ist darum von besonderem Interesse, weil er der erste Flugapparat ist, der für unser Heer gebaut wurde. Der Flugapparat wurde bei der Versuchsabteilung der Verkehrstruppen vom Regierungsbaumeister Wilhelm Hoffmann gebaut. Er ist ein zweidecker. Von seiner Originalität gibt der Umstand Zeugnis, daß Orville Wright bei seiner Anwesenheit in Berlin erklärte, daß der Militär=Flugapparat mit den Wrightschen Patenten nicht kollidiere, wie sonst alle anderen Zweidecker. Zwei Motore sind in den Apparat eingebaut, welche zwei Schrauben antreiben. Die Seitensteuerung ist dem Vogelflug nachgebildet und wird durch Einstellung der Flügelfläche und der Spannfläche bewirkt. Auf dem Apparat können mehrere Personen fahren. Die Uebungsfahrten werden schon seit mehreren Wochen veranstaltet. * Paderborn,.Juli1910. Auf dem Truppenübungsplatz Sennelager stürzte gestern der Aviatiker Kornelius Hintner mit einem Eindecker der Aeroplanfabrik Ulrich(Holzminden), nachdem er trotz böigem Winde einen schönen Rundflug machte, aus einer Höhe von 20 Metern. Der Apparat wurde teilweise zertrummert. Der Aviatiker kam mit einigen Quetschungen davon. Der Aviatiker wollte einen Ueberlandflug nach Lippspringe machen.„„ X Bethenr,.Juli1910.(Drahtber.) Baronin Delaroche flog in einer Höhe von etwa 40 Meter, als plötzlich der Apparat herabstürzte und zerbrach. Die Aviatikerin brach den linken Arm, das rechte Bein und wurde am Kopfe verletzt. Ihr Zustand ist hoffnungslos. K8 Ein Fährboot der Lüfte. In wenigen Wochen wird in Amerika zum ersten Male ein regelmäßiger Luftschiffdienst eröffnet: zwischen dem Narraganset=Kai in New York und der Villenkolonie Newport auf Rhöde=Island wird ein lenkbares Luftschiff verrehren, das die Amerikaner das Fährboot der Lüfte getauft haben. Der Lenkballon, der in Frankreich gebaut wurde, ist bereits in New York eingetroffen. Er ist Eigentum einer Reihe reicher junger Leute, die zum größten Teil in der Millionärkolonie von Newport leben und den Ehrgeiz haben, die erste amerikanische Luftschifflinie zu eröffnen. Das Fahrzeua. das von der Zodiac=Gesellschaft gebaut ist, hat eine Länge von 100 Fuß und eine Tragfähigkeit von sechs Passagieren. Wenn es sich bewährt, werden weitere größere Luftschiffe sofort in Auftrag gegeben. Der Lenkballon soll nur bei stiller, günstiger Witterung fahren und nicht mehr als vier Reisen mittelbarer Nähe errichtet. Besichtigung. Einer Einladung des Hrn. Beigeordneten Krautwig folgend, hatten sich am Freitagnachmittag die Stadtverordneten Bank, Dietz, Eliel, Frank, Froitzheim, Kirschbaum Komp, Lahr, v. Mallinckrodt, Oestreich, Roß und Wiethoff mit ihren Damen sowie eine Anzahl sonstiger Herren und Damen auf der Lindenburg eingefunden, um eine Besichtigung dieser Krankenanstalt vorzunehmen. Unter der sachkundigen Führung des Hrn. Beigeordneten Krautwig, der Herren Professoren und Aerzte wurde eine Besichtigung der gesamten Anstalt und, deren speziellen Einrichtungen unternommen. Die mustergültigen Einrichtungen der zu Erholungszwecken eingerichteten Räume für die Aerzte, die Kapelle, die verschiedenen Laboratorien, Operationssäle, Küche, Kinderhospital, Schwesternhaus mit Garten, die Irrenabteilung und die Abteilung für Hautkranke fanden große Anerkennung. Besonderes Interesse erweckten die Vorführungen und Demonstrationen des Herrn Professor Grässer mit dem Röntgenapparat, ferner der Vortrag mir anschließender Demonstration des Herrn Professor Kramer über die Elektrizität des menschlichen Herzens, sowie die praktische Vorführung des zur Bekämpfung und Heilung des Lupus dienenden Finsenlichtes durch Herrn Professor Zinsser. Bei der Damenwelt fand neben der großartigen Kücheneinrichtung besonders das unter Leitung des Herrn Professor Sieger stehende Kinderhospital und hier wiederum die für die Frühgeborenen geschaffenen Einrichtungen(die sog. Kombüsen) die größte Aufmerksamkeit und allgemeines Interesse. Nach Beendigung der äußerst interessanten und lehrreichen Besichtigung vereinigten sich die Stadtverordneten mit ihren Damen im Verwaltungsgebäude zu einer zwanglosen Zusammenkunft und sprach im Namen und im Sinne aller Teilnehmer Herr Direktor Froitzheim dem liebenswürdigen Führer, Herrn Beigeordneten Krautwig, ferner den Herren Professoren und Aerzten den herzlichsten Tank aller Teilnehmer aus. Ueber Wetterkatastrophen sprach gestern abend in einer zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung der Gesellschaft für Erdkunde der Direktor des Meteorologischen Observatoriums in Nachen, Herr Dr. Polis. Er zog besonders die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal am 13. Juni und die Strandung des Luftschiffes Deutschland in den Kreis seiner Beobachtungen und tam zu der Ansicht, daß die Ursachen beider Katastrophen in letzter Linie in meteorologischen Erscheinungen zu suchen seien. Kurz machte der Vortragende das Publikum mit den allgemeinen Regenverhältnissen vertraut, darauf hinweisend, daß das Vergischeund das Sauerland, die Eifel und der Hunsrück mit 1000 und mehr Millimeter jährlicher Wassermenge(oder 1000 Liter auf ein Quadratmeter, zu den regenreichen, das oberhessische Gebiet, die Erftmulde und das Ahrtal mit 600 Millimeter jährlicher Wassermenge zu den Trockengebieten zählen. Regenreiche und regenarme Gebiete liegen unmittelbar nebeneinander und Regen= und Seehöhe fallen zusammen. Die Wettertatastrophen werden veranlaßt durch die Zugstraßen der barometrischen Tiefs, die im Westen einen anderen Lauf wie im Osten nehmen. Zu Beginn des Monats Juni stand die Witterung unter dem Einfluß eines kontinentalen Hochs, welches sich allmählich ostwärts zurückzog, während sich im Südwesten flache Tiefs bildeten. Da eine derartige Luftdruckverteilung eine typische Gewitterlage bildet und bis gegen den 10. anhielt, so traten in dieser Zeit fast allerorts täglich Gewitter auf. Am 11. zog sich das Hoch nach Nordosten zurück, während gleichzeitig im Südwesten der Luftdruck stieg, so daß sich eine Furche niedrigen Luftdrucks bildete, unter deren Einfluß Regenfälle eintraten, die strichweise mit Gewittererscheinungen verbunden waren. Wolkenbruchartige Gewitterregen fielen infolge Stagnierens von mit Wasserdampf übersättigten Luftmassen im Gebiet der Eifel zwischen Hohe Eifel und Schneeifel, im Flußgebiet der Ahr in der Nacht vom 12. zum 13.(Adenau 125 Millimeter), welche die schrecklichen Verwüstungen im Ahrtal herbeiführten. Regenreiche Gebiete werden von solchen Katastrophen weniger häufig betroffen als Trockengebiete. Während die Regenfälle im Geviete der Lieser und der Kyll teine Verwüstungen anrichteten, wurde das Ahrtal schwer heimgesucht. Der Grund ist in der geographischen Beschaffenheit zu suchen, in dem Vorhandensein tiefer Täler mit Kessel. Hinzu kommen die Sperrungen des Flußlaufes durch Balken usw. Der ungünstige Wasserablauf hat vor allem die großen Schäden herbeigeführt. Eingehend beschäftigte sich Hr. Dr. Polis mit den meteorologischen Verhältnissen, deren Berücksichtigung bei der Luftschiffahrt unerläßlich sei. Der mangelhaften Beovachtung der Wetterlage sei zum großen Teile das Unglück der Deutschland zuzuschreiben. Am 27. Juni war das Wetter für eine Luftschiffahrt ungünstig. Für den 28. habe die Deutschland das Eintreffen der Wettermeldung nicht abgewartet; sie sei aufgestiegen, ohne sich vorher telegraphisch oder telephonisch bei dem Aachener Observatorium erkundigt zu haben. Eine innige Verbindung der Luftschiffahrt mit der Meteorologie, die von der Militärbehörde und einigen Privaten schon jetzt gepflogen werde, sei nötig, um Luftschiffkatastrophen zu vermeiden. Der durch Lichtbilder unterstützte Vortrag fand lebhaften Beifall. A Im Erzbischöflichen Diözesan-Museum, Domhof 8, hat Hofgoldschmied Alois Kreiten eine für die Pfarrkirche zu KölnLindenthal bestimmte silbervergoldete, 70 Zentimeter hohe Monstranz gotischen Stiles ausgestellt. Dieselbe hat die Form eines mächtig emporragenden Kreuzes, dessen Vierung eine große, zu einer Sonnenform ausgebildete Mittelpartie enthält, welche aus fein ziseliertem Ornament, feuerigem Schmelz und echten Steinen gebildet wird und die mit Diamanten und anderem Edelgestein geschmückte Lunula umschließt. Durch eine von Engeln flankierte architektonische Formation ist der Uebergang vom Fuß zum Aufbau glücklich vermittelt. Ebendaselbst hat die Firma Peter Beyer und Söhne in Köln=Bayenthal zwei hübsche Mosaikbilder, die als Schmuck der Vorderseite eines Altartisches dienen sollen und den Mannaregen sowie den Heiland mit den beiden Jüngern zu Emmaus darstellen, zur Ausstellung gebracht. Im Kupferstichkabinett des Wallraf-Richartz-Museums ist eine neue Ausstellung eröffnet worden. Diesmal werden Blätter aus den eigenen Beständen, und zwar im ersten Raum Miniaturen und in zweiten Kupferstiche und Holzschnitte des XV. Jahrhunderts, . J u s t i z p e r s o n a l i e n. D i e R e f e r e n d a r e P r e u ß u n d Scheiber sind zu Gerichtsassessoren im Bezirk des Oberlandesgerichts Köln ernannt. Maßnahmen gegen die Einschleppung der Cholera, welche in Rußland in wachsender Ausbreitung begriffen ist, hat die Polizeibehörde getroffen. Eine Polizeiverordnung vom 6. Oktober 1908, die sich auf den Umfang des Regierungsbezirks Köln erstreckt, bestimmt folgendes: Alle aus choleraverseuchten Gegenden Rußlands kommenden Personen haben sich, sofern zwischen ihrer Abreise von dort und ihrer Ankunft im Regierungsbezirk Köln nicht mehr als sechs Tage verflossen sind, unverzüglich nach ihrer Ankunft bei der Ortspolizeibehörde zu melden. Zu dieser Meldung sind auch alle Personen verpflichtet, die die Zugezogenen aufnehmen. Die Meldung kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung werden mit Geldstrafen von 10 bis 150 Mark bestraft. C. Dom Dferde gestürzt ist in einem Vergnügungsetablissement an der Goldenen Ecke eine Frauensperson aus der Elstergasse. C. Eine Nadel verschluckt hat ein 18jähriges Mädchen aus der Bonnerstraße. Es mußte im Bürgerhospital Hülfe suchen. w Ueberfallen. In der vorvergangenen Nacht um 2 Uhr wurde am Luxemburgertor ein Arbeiter auf dem Heimwege von Unbekannten meuchlings überfallen und so schwer am Kopf verletzt, daß er in der Lindenburg Aufnahme suchen mußte. □ In den Lesefenstern unserer Geschäftsstelle, Marzellenstraße 37, sind für diese Woche eine Anzahl schöner Photographien von den diesjährigen Passionsspielen in Oberammergau ausgestellt. Ie Militärisches. Dem Garnisonverwaltungs=Oberinspektor Wold hierselbst wurde anläßlich seines Ausscheidens aus dem Dienste mit Pension der Charakter als Garnison=Verwaltung= Direktor beigelegt. Aus Köln-Bingst. L. Bei einem Hausabbruch verunglückte hier ein Mann; e zog sich einen Beinbruch zu. e. Die Kölner Herz Jesupfarre wird am 17. d. J. das silberne Priester=Jubiläum ihres Pfarrers Hrn. Wilhelm Kremer festlich begehen. Um 9¼ Uhr ist feierliches Hocham nachmittags um 5 Uhr Festandacht, wobei der Herz Jefu=Kirchen chor das sechsstimmige Tedeum von Koenen mit Posaunenbegleitung zum Vortrag bringen wird. Hieran schließt sich abends 7 Uhr eine Festversammlung im Viktoria=Saal(Waidmarkt). Als Ehrengabe zur Erinnerung an den Festtag wird die Pfarrgemeinde den Betrag für einen neuen Hochaltar stiften. Aus Kölns Nachbarschaft. Brück,.Juli1910. Wie bestimmt verlautet, wird die Weiter. führung der elektrischen Vorortbahn Köln—Brück über Refrath,# Waldhaus=Villenkolonie=Frankenforst nach Bensberg wohl bald in die Wege geleitet werden, da der Grundstückankauf albeendet angesehen werden kann. Für Bensberg und besonders für die Villenkolonie, die sich in der letzten Zeit sehr entwickelt hat, bildet die Vorortbahn die längst gewünschte direkte Verbindung mit der Großstadt Köln. ( Porz,.Juli1910. Wie bestimmt verlautet wird beabsichtigt, die Bürgermeisterei Heumar von dem Schulaufsichtsbezirke Mulheim(Rhein) abzutrennen und dem Schulaufsichtsbezirke Koln=Land zu überweisen. 18 Brühl, 7.Juli1910. In der heutigen Stadtverordnerensitzung wurde zunächst Hr. Beigeordneter Frohn in sein Amt eingeführt. Hr. Beigeordneter Röllgen war nicht anwesend. Das Gesuch der Lehrpersonen um Bewilligung von Ortszulagen wurde genehmigt, und zwar rückwirkend vom 1. Oktober 1909 ab. Die Zulagen wurden wie folgt festgesetzt: Für Lehrer im 5. Jahre 100., im 11. Jahre 200., im 18. Jahre 250 M. und im 20. Jahre 300.; für Lehrerinnen im 5. Jahre 25., im 11. Jahre 50., im 18. Jahre 75 M. und im 26. Jahre 100 M. Die Amtszulagen für die Hauptlehrer wurden auf 300 M. festgesetzt.— Ein Gesuch des Tesinfektors um Bewilligung einer feststehenden jährlichen Vergütung wurde vertagt.— Betreffs Erlasses eines Nachtrages zu den Ortsbestimmungen betreffend die HandwerkerFortbildungsschule wurde beschlossen, den Gesamtunterricht auf zwei Tage in der Woche zu verlegen, und zwar Mittwochs von —8 Uhr und den Zeichenunterricht des Sonntags im Sommer von —9, und im Winter von 11—1 Uhr vormittags. Mit diesem Beschluß ist ein lange gehegter Wunsch der hiesigen Handwerksmeister in Erfüllung gegangen.— Der nächste Punkt betraf den Verkauf eines Grudstuckstreifens am Ippenbach. Es kommen 21,35 laufende Meter in Betracht, die an Hrn. Scheber zum Gesamtpreise von 162,26 M. abgetreten werden.— Die Neuwah. eines Stadtverordneten an Stelle des verstorbenen Hrn. Charles soll anfangs September vorgenommen werden.— Außerhalb der Tagesordnung wurden dann noch folgende Punkte erledigt: Fur die Ueberschwemmten an der Ahr wurden 200 M. bewilligt. Fur das in diesem Monat hierselbst stattfindende erste FeuerweyrVerbandsfest wird der hiesigen Wehr ein Zuschuß von 150 M. gewährt. Ene Reihe Gewerbetreibender hat eine Eingabe an das Kollegium gerichtet, mit der Bitte, die jetzt alle 14 Tage in den beiden großen Lokalen stattfindenden Tanzlustbarkeiten jeden Sonntag zu genehmigen, um dadurch für Brühl einen größeren Fremdenzufluß zu erreichen. Der Antrag fand im Kollegium eine allseitige Unterstützung, und es wurde beschlossen, diesbezüglich beim Hrn. Landrat vorstellig zu werden.— In der geheimen Stadtverordnetensitzung wurden die Herren Bürgermeister Dr. Hellenbroich, Beigeordneter Frohn, Hauptmann Heimann und Bergwerksdirektor Wegge als Kreistagsmitglieder gewählt.— Zum Vollziehungsbeamten wurde Herr C. Schüll aus Saarlouis gewählt. Aus dem Vergischen Land. (O Berg.-Gladbach,.Juli1910. Der Königliche Kreistierarz Dr. Unterhößel hat seinen Wohnsitz von Mülheim(Rhein) nag hier verlegt. §§ Hoffnungsthal(Bez. Köln),.Juni1910. Nach Mitteilun, der Königlichen Eisenbahndirektion zu Elberfeld wird die Eisen bahn Kalk— Hoffnungsthal— Overaty am 1. Augus d. Is. dem Betriebe übergeben. Am 30. d. M. soll eine Eröffnungsfeier stattfinden, wobei die Neubaustrecke befahren, in Overath ein von dieser Gemeinde dargereichtes kleines Frühstück und in Hoffnungsthal um 3 Uhr ein Festessen stattfinden soll. Der Preis des Festessens(trockenes Couvert) ist auf 5 Mark festgesetzt. Teilnehmerkarten sind auf dem Landratsamte in Mülheim a. Ry. und auf den zuständigen Bürgermeisterämtern zu haben. Die Teilnehmerliste wird am 22. d. M. geschlossen. Das Programm wird noch näher bekanntgegeben. Ein Extrazug, der die Festteilnehmer aus dem Oberbergischen zur Ausgangsstelle des FestExtrazuges befördert, und ein solcher, der diese Teilnehmer an die Abendzüge nach Overaty zurückbringt, ist beantragt. §§ Engelskirchen,.Juli1910. Die Schulsparkassen in der Bürgermeisterei Engelskirchen haben trotz der Ungunst der Verhältnisse im allgemeinen im Rechnungsjahre 1909 wieder einen Aufschwung genommen. Die Zahl der sparenden Kinder betrug 612— 54 Prozent aller Schulkinder. Es sind im Jahre 1909 zur Rückzahlung an Kinder gekommen insgesamt 1528,46 M. Der verbliebene Kassenbestand betrug am 1. April 1910 zusammen 6750,05 M. §8 Overath, 7.Juli1910. Dem Postschaffner Hrn. Steimel, hierselbst, wurde anläßlich seines Ausscheidens aus dem Reichsdienst das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ogenen riftlich ererden mit ablissement rgasse. ädchen aus suchen. im 2 Uhr nwege von Kopf verMarzellen. tographien ausgestellt. herinspektor s aus dem rwaltung. Mann; e d. J. das . Wilhelm 's Hochamt esu=Kirchen nbegleitung ends 7 Uhr Als Ehren. meinde den die Weiterder Refrath, ohl bald in kauf al: d besonders twickelt hat, Verbindung beabsichtigt, ezirke Mulsbezirke tverordohn in sein zt anwesend. Ortszulagen der 1969 ab. im 5. Jahre und in m 11. Jahre t. Die Amtsesetzt.— Ein henden jähreines NachHandwerkersterricht auf ittwochs von Sommer von Mit diesem Handwerkskt betraf den Es kommen scheber zum Die Neuwahl orn. Charles ußerhalb der jledigt: Für willigt. FuFeuerwehr150 M. ge Eingabe an 14 Tage in irkeiten jeden nen größeren ollegium eine ezüglich beim eimen StadtDr. Hellend Bergwerksählt.— Zum ouis gewählt. Kreistierar, (Rhein) nac h Mitteilun, die Eisen n 1. Augus soll eine Erbefahren, in ies Frühstuck den soll. Der ark festgesetzt. lheim a. Rh. haben. Die 8 Programm der die Festlle des Festehmer an die kassen in der mnst der Verwieder einen kinder betrug ahre 1909 zur 46 M. Der 10 zusammen Steimel dem ReichsKölner Lecal-Anzeiger Nr. 185&a Sonntag, 10. Juli 1910. Seite 15. Passende und praktische Namenstags-Geschenke U im Räumungsverkauf zu enerm billigen Preisen G. m. K b. H. W. KraussDamen-, Mädchen- und Kinder-Konfektion Schwarze und farbige Kleiderstoße. Köln, Marsplatz—9, Ecke Altermarkt. als Freiheitsstatue von Newyork göste u. Schöndte Dame. Orbassini Zauberer ohne Apparate. Bella Mara de Torée Rauch-, Sand- und Pastell-Mal-Akt. Kinematograph Erstklassige Bilder! Nur Schlager! Eintritt 50 Pfg. Gsc Abendfahrt: ab Porz ab Wesseling in Bonn In Wesseling 2 oder 3 Stunden Aufenthalt, in Bonn direkte Rückfahrt oder 2 Stunden Aufenthalt.*9 Sonn- und Feiertags, Montags, Mittwochs und Freitags n nachm. von 3½—11 Uhr Konzert. 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