Eche der Deutschland. Berlin, 8. September. Der Kaiser hat in Oeynhansen in einem Trinkspruche u. A. Folgendes gesagt: „Der Schutz der deutschen Arbeit, der Schutz desjenigen, der arbeiten will, ist von Mir im vorigen Jahre in der Stadt Bieleseld feierlich versprochen worden. Das Gesetz naht sich seiner Vollendung und wird den Volksvertretern in diesem Jahre zugehen, worin jeder, er möge sein, wer er will und heißen, wie er will, der einen deutschen Arbeiter, der willig wäre seine Arbeit zu vollführen, daran zu hindern versucht oder gar zu einem Strile anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll. Die Strafe habe Ich damals versprochen, und Ich hoffe, daß das Volk in seinen Vertretern zu Mir stehen wird, um unsere nationale Arbeit in dieser Weise, soweit es möglich ist, zu schützen. Recht und Gesetz müssen und sollen geschützt werden, und somit werde Ich dafür sorgen, daß sie aufrecht erhalten werden.“ — Eigenartig war die Vorstellung einer größeren Anzahl von Bauern und Bäuerinnen aus 17 Gemeinden der Kreise Minden und Lübbecke in ihrer malerischen Volkstracht. Die Kaiserin ging die ganze lange Reihe der Bäuerinnen, es waren deren 60 aus der Gemeinde Lübbecke und 20 aus der Gemeinde Minden, entlang, jeder einzelnen herzlich die Hand drückend und freundliche Worte wechselnd. Die Geschenke, bestehend aus einem Spinnrad mit Haspel, einer Rolle Hausmacher Leinen, einer Kiepe mit Löffeln, ferner Bernstemperlen, Puppen, westfälischen Schinken usw, nahm sie dankend eigenhändig in Empfang, und übergab sie lächelnd dem Gefolge. Selbst der Kaiser trug schließlich eines dieser originellen Gescheule in Händen. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den Männern, welche mit zur Vorstellung vorgelassen worden waren und erkundigte sich angelegentlichst nach ihrem früheren Militärverhältniß. Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe ist mit seiner Tochter zum Herbstaufenthalt in Alt=Aussen eingetroffen. Lieutenant von Brüsewitz, der vor 2 Jahren in einem Caffec zu Karlsruhe den Mechaniker Siepmann niedergestochen hal und zu 3 Jahren Gefängniß verurtheilt worden war, soll nunmehr nach 1½ Jahren Haft begnadigt worden sein. Officiös wird versichert, daß der Entwurf eines allgemeinen deutschen Fleischschaugesetzes im Reichsamt des Innern ausgearbeitet worden ist und den maßgebenden Verwaltungen zur Beurtheilung vorliegt.— Dagegen verlautet, daß die Mittellandkanalvorlage noch keineswegs gesichert sei. Der Vorstand des Kriegervereins in Gravesmühlen in Mecklenburg hat an mehrere Mitglieder folgendes Schreiben gerichtet: „Da Ihr ganzes Auftreten und Verhalten dem unterzeichneten Vorstande die Ueberzeugung hat verschaffen müssen, daß Sie trotz Ihrei neulich abgegebenen Erklärung der socialdemocratischen Partei wenn auch vielleicht nicht angehören, Dämionen des Hasses. Eine Geschichte von der hannoversch=holländischen Grenze. Von Th. Schmidt. (Unbefugter Abdruck wird gerichtlich verfolgt.) (40. Fortsetzung.) Bei der isolirten Lage der Grenzschenke kann man es dem alten Manne nicht verargen, wenn er auf die Forderungen derselben einging und ich finde es begreiflich, daß er, der in steter Furcht vor den Gewaltthaten dieser verworfenen Menschen lebte, zuletzt den Gedanken saßte, seine Besitzung zu veräußern. Neben diesen Feindseligkeiten einer, wenn auch nicht ganz unbekannten, so doch schwer faßbaren Menschenrotte, hat ihn auch der Gedanke, als Hehler der Schmuggler angesehen zu werden und deswegen vor Gericht gestellt zu sein, tief geschmerzt Ganz besonders fühlt er sich durch Ihr Verhalten Herr Günther, gekränkt. Er hat zwar kein böses Wort über Sie gesagt, aber ich merkte doch, daß er Ihnen die Denunziation, als stäte er mit den Schmugglern unter einer Decke, nachträgt, denn er will Sie immer als Freund seines Hauses ausgenommen haben. Uebrigens, allen Respect vor diesem Manne, das ist ja ein prächtiger, alter Herr. Ich hätte mich wohl den ganzen Tag mit ihm unterhalten mögen. Welch' eine Fülle von Lebenserfahrung spricht aus dessen schlichten Worten.“ Günther war sehr ernst geworden. Hätte Schmedes nur die frühere Denunziation als Grund des Gekränktseins angegeben, dann würde er das lediglich aus Schonung für ihn gethan haben. Fühlte er sich heute durch ihn gekränkt, so konnte der Grund nur in seinem. Günthers, Verhalten gegen Morie zu suchen sein. Daß Schmedes iym im Geheimen zürnte, das hatte er aus dessen Benehmen bei der letzten Begegnung auf der Haide deutlich herausgefühlt. Das, was er in jener Nacht für ihn that— er stellte ihm ja nicht so doch dieselbe unterstützen und Vorschub leisten, und mit Angehörigen derselben in naher Beziehung stehen, so stellen wir es Ihnen anheim, binnen drei Tagen aus dem KriegerVerein auszutreten, andernfalls sehen wir uns gezwungen, Sie aus demselben auszuschließen.“ Niederlande. Amsterdam, 6. Sept.(Krönungsfeier in Amsterdam.) Der Platz vor dem Palais bietet einen herrlichen Anblick. Der Himmel ist bedeckt, daher ist vom Palais bis zur Kirche ein prächtiger Baldachin aufgestellt. Der kurze Weg zur Kirche, den die Königin zu Fuß zurücklegt, ist mit Teppichen belegt. Seccadetten bilden Spalier. Der Platz wird durch Truppen freigehalten und ist umsäumt von einer ungeheuren Menschenmenge. Vorn stehen die Waisenkinder. Um halb 11 Uhr fuhren die fürstlichen Herrschaften von Wied und Weimar zur Kirche. Die Musikcorps stimmten das Wilhelmuslied an, die Trommeln wirbelten und die Truppen präsentirten. Nun erschien ein kostbarer Galawagen mit der Königin=Mutter, das Publicum brach in Hurrah und Hochrufe aus. Um 11 Uhr verließ der Zug der Königin das Palais, die Truppen präsentirten unter Trommelwirbel und Trompetenschall. Den Zug eröffneten Herolde, Fanfaren blasend. Da durchbrach die Sonne das Gewölk und bestrahlte ein unvergeßlich schönes Bild. Die junge Königin schritt in weißseidenem Gewande mit langer Schleppe einher, von den Schultern wallte ein rothsammetner goldgestickter Mantel. Auf dem Haupte trug sie ein Diabem und die Krone. Der Jubel des Publicums war unbeschreiblich. Die Königin war blaß vor Erregung und Rührung. Die neue Kirche war schon früh von Zuschauern gefüllt. Im Hintergrunde war ein herrlicher Thron von Sammet und Gold errichtet. Gegenüber dem Throne lagen auf rothen Sammetlissen die Abzeichen des Königthums: Krone, Reichsapfel, Scepter und Reichsschwert. Nach 10½ Uhr erschienen die Mitglieder des Staatsraths in der Kirche und wurden von dem Ceremonienmeister nach ihren Plätzen geleitet. Um 10¾ Uhr trafen die fürstlichen Familien von Wied und Sachsen=Weimar, gefolgt von den ostindischen Fürsten, ein. Der Präsident der Ersten Kammer verlas ein Decret, das beide Kammern zu einer Plenar=Versammlung zwecks Inthronisation der Königin einberuft. Die Mitglieder der Königsfamilie stellten sich rechts auf, die indischen Fürsten links vom Throne. Dann trat unter den Klängen der Wilhelmus=Hymne der königliche Zug ein. Voran schritt, geleitet von Palast=Ehrendamen, die Königin=Mutter, welche sich vor ihrem prächtig geschmückten Sessel aufstellte, dann verkündeten Herolde vor der Thüre mit lauter Stimme das Eintreffen der Königin. Diese betrat die Kirche, umgeben von den ältesten Generalen, welche die ruhmreichen Fahnen trugen. Ein Chor trug einige Strophen des Wilhelmusliedes vor. Die Königin verneigte sich tief ergriffen vor den Anwesenden und nahm den Platz auf dem Throne ein. allein seinen Wagen, sondern auch sein Haus zur Verfügung — das diktirte ihm die Christenpflicht, das Mitleid mit dem Hülflosen; an dem weiteren Verlauf seiner Verwundung schien er zweifellos weiter kein Intcresse gehabt zu haben, denn er war während der ganzen Zeit seines Krankenlagers nicht ein einziges Mal bei Burghards erschienen, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Dieses alles ging ihm plötzlich durch den Sinn. Ja, es gab doch noch einige Schwierigkeiten zu überwinden, bevor er sich des Glückes als Mariens Verlobter in Ruhe erfreuen konnte. Um dem Amtsrichter gegenüber sein Benehmen gegen Schmedes zu erklären, erwiderte er ruhig: „Es thut mir leid, einem Manne mit Mißtrauen begegnet zu sein, der es, wie sich später herausstellte, nicht verdiente. Wie die Verhältnisse damals aber lagen, trifft mich indeß keine Schuld. Hätte Schmedes mir alles das, was er Ihnen erzählt hat, mitgetheilt und mir Kenntniß von den Drohbriefen gegeben, dann würde ich mich gehütet haben, ihn zu denunciren.“ Der Amtsrichter nickte lebhaft mit dem Kopfe. „Ich weiß, ich weiß das. Es sollte Ihnen ja auch kein Vorwurf meinerseits gemacht werden. Sie thaten ja nur Ihre Pflicht und Schuldigkeit als Beamter.“ „Na, ein wenig Hitzköpfigkeit und Uebereifer im Dienst lief doch mit unter,“ meinte Burghard gutmüthig.„denn ich rieth Herrn Günther, die Sache mit dem einzelnen Tabaksballen, den Schmedes Knecht im Stalle seines Herrn verborgen hielt, wie sich ja später klar herausstellte, auf sich beruhen zu lassen.“ „Hatten Sie denn keine Kenntniß von den Drohbriefen?" fragte der Amtsrichter den Alten, der die Gläser der Herren eben wieder füllte. „Rein, leider damals noch nicht, sonst würde ich meinen mißtrauischen Collegen wohl besser von der Schuldlosigkeit des Schmedes haben überzeugen können. Schmedes stand Die Königin hielt eine Ansprache an die Generalstaaten worin sie die Uebernahme der Regierung verkündete und unter Anrufung Gottes sich verpflichtet, die Rechte und Freiheiten des niederländischen Volkes aufrechtzuerhalten. Sie gelobte, alle ihre Kräfte dem Gedeihen des Vaterlandes zu weihen, und schloß:„Oranien kann niemals geuug thun für Niederland. Ich erbitte Ihre Unterstützung zur gemeinsamen Arbeit für die Ehre und die Wohlfahrt des Volkes. Dies sei das Ziel Meines Lebens. Gott segne Ihre und Meine Arbeit zum Heile des Vaterlandes.“ Alle Anwesenden waren von den Worten der Königin tief ergriffen. Die Königin setzte sich einige Minuten und erhob sich sodann wieder, um den Eid zu leisten. Sie sagte mit lauter Stimme:„Ich schwöre dem niederländischen Volke, daß ich die Verfassung stets schützen und aufrecht erhalten werde, daß ich mit allen Kräften die Unabhängigkeit und das Gebiet des Reiches vertheidigen und aufrecht erhalten weide, daß ich die allgemeine und private Freiheit und die Rechte aller Unterthanen schützen werde und daß ich alle zu Gevote stehenden Mittel anwenden werde, um das allgemeine Wohl und das Wohl des Einzelnen aufrechtzuerhalten und zu heben, wie ein guter König thun muß, dazu helfe mir der allmächtige Gott.“ Die Menge war tiefbewegt. Einige Minuten herrschte tieses Schweigen, dann erscholl ein dreimaliges begeistertes Hoch auf die Königin. Der Präsident der Ersten Kammer sprach darauf: Wir nehmen Sie an und setzen Sie ein als Königin Namens des niederländischen Volkes und in Genäßheit der Versassung, und legte sodann Namens der Gene#alstaaten den Treuschwur ab. Alle Mitglieder der Generalstaalen wiederholten einzeln die Schlußformel des Treuschwures. Wappenkönige verkündeten in der Kirche und draußen, daß die Königin eingesetzt sei. Die Menge in der Kirche und das Volk draußen stimmte in die Hochrufe auf die Königin ein. Der Kirchen=Chor sang den Cyoral:„Nun dankei alle Gotl“, während die Königin, von den Generalstaaten geführt, zum Schloß zurückkehrte. Auf dem Schloßbalkon erschienen Herolde und schmetterten Faufaren. Die Kanonen ließen 101 Salutschüsse erdröhnen. Da zeigte sich die junge Königin auf dem Balcon in vollem Ornate. Ein grenzenloser Jubel brach aus, National=Lieder ertönten. Die Königin verneigte sich nach allen Seiten. Als die Königin=Mutter hinzutcat, erreichte die Begeisterung ihren Höhepunct. Es war ein Jubel, wie man ihn bei dem ruhigen Character.Holländer nicht für möglich halten sollte. Frankreich. Der Ministerrath hat beschlossen, dem obersten Gerichtshof das Wiederaufnahmeverfahren auf Grund der Gerichtsordnungsbestimmung vorzuschlagen, die dieses Verfahren anordnet, wenn nach der Verurtheilung eine neue Thatsache sich ergibt, die an die Unschuld des Verurtheilten glauben läßt. Diese neue Thatsache ist natürlich Henry's Geständniß und Selbstmord. zu der Zeit noch ganz im Banne dieser ruchlosen Kerle, er scheute sich, auch nur das Geringste über die Schmuggler zu verrathen.“ „Nun, meine Herren, freuen Sie sich, daß es endlich geglückt ist, den schlimmsten der Bande dingfest zu machen; ich hofse, daß für Sie jetzt eine ruhigere Zeit anbrechen wird,“ sagte der Amtsrichter. Sein Glas erhebend, sprach der freundliche Herr: „Gestatten Sie, Herr Günther, dieses Glas auf Ihre Genesung und auf Ihre reizende Braut, deren Vater Sie zweifellos mit einigen freundlichen Worten wieder versöhnen werden, zu leeren.“ Die Herren stießen miteinander an; bevor Günther indeß trank, sagte er ernst:„Für den Glückwunsch danke ich Ihnen herzlichst, Herr Amtsrichter, die letztere Beziehung ist dagegen noch so unzutreffend, daß ich bitten muß, die Sache nicht als ein fait accompli anzusehen.“ „So wünsche ich denn, daß sie es bald wird und daß Sie recht glücklich sein mögen.“ Der Amtsrichter empfahl sich bald darauf. Als er das Haus verlassen hatte, erschien Frau Burghard mit dem Abendessen. Sie nickte Günther freundlich zu und äußerte schmunzelnd, daß er heute doch um vieles besser aussähe, als vor acht Tagen. Fräulein Schmedes würde sich freuen, ihn ganz wieder hergestellt zu sehen. Da er, wie sie von ihrem Manne gehört habe, noch vierzehn Tage Schonung vom Arzt erhalten habe, so werde er jetzt wohl jeden Tag zur Grenzschenke hinauswandern, um sich mit der Braut zu unterhalten.“ Günther sah der klugen Alten forschend ins Antlitz. „Ich glaube, Sie irren sich in der Auffassung meiner Beziehungen zu der Grenzschenle. Schmedes zürnt mir ernstlich, und was Marie anlangt. so hat sie meiner Mutter gegenüber auf meine Hand verzichtet. (Fortsetzung folgt.) Dem„Matin“ zufolge, theilte der Kriegsminister General Zurlinden im Ministerrath mit, die seit der Entdeckung der Fälschung des Oberstlieutenants Henry eingeleitere Untersuchung hätte Anhaltspunkte dafür ergeben, daß mehrere Offiziere des Generalstabs sich einer gewissen strafwürdigen Handlung schuldig gemacht haben. Der Kriegsminister legte ferner den Entwurf zur Reorganisation des Informationsbüreaus vor. Die„Aurore“ will wissen, daß die Verhaftung du Paty de Clams entschieden sei. Mehrere Blätter verzeichnen das Gerücht von der Flucht des Majors Esterhazy. Wenn auch ein erfreulicher Umschwung der Stimmung in Frankreich eingetreten ist, so bleiben doch auch noch einige Verrückte übrig. So wird ein Aufruf verbreitet zu Geldspenden zu einem Denkmal, das dem Helden Henry(dem geständigen Fälscher) errichtet werden soll.„Cassagnoc“ schreibt: Ich hätte an Cavaignac's Stelle nicht die schwere und unverzeihliche Eselei begangen, Henry in die Nothwendigkeit des Selbstmordes zu drängen, und dadurch das Wiederaufnahmeverfahren nöthig zu machen, wovon ich nichts wissen will. In die Bastille mit Picquart, Leblois, mit Henry Trarieux. Monod, Pressense, in die Bastille mit allen Protestanten, Jnden und Zeitungsschreibern, die die Dreysus=Sache zum Vorwand nehmen, um die Uniform und die Fahne zu beschimpfen. Aus Besorgniß. Kaiser Wilhelm könne seine Reise nach Palästino dazu benutzen, sich das Recht des Protektorats über die deutschen katholischen Missionare und Niederlassungen im Orient zu sichern, unterbreitete Kardinal Langenieuse dem Papst die Idee, ein nationales Komitee zu gründen zur Wahrung und Vertheidigung des französischen Protektorats, dessen Untergang ein Unglück für Frankreich sein würde. Der Papst erkannte hierauf zum ersten Mal in einem öffentlichen Akt das ausschließliche Recht Frankreichs an, die Missionare und Niederlassungen des lateinischen Katholicismus im Orient zu schützen. Türkei. In Kandia, der Hauptstadt der Insel Kreta, hat ein Angriff der Mohamedaner auf die christliche Bevölkerung stattgefunden; es ist zu Mord, Brandstiftung, Plünderung, zu einem Kampf mit den europäischen Besatzungstruppen und schließlich zu einem Bombardement der Stadt durch die im Hafen liegenden fremden Kriegsschiffe, mehrere englische und ein französisches gekommen. Im Verlaufe der Unruhen ist auch das deutsche Konsulat in Brand gerathen und zerstört worden. Eine große Anzahl von Häusern ist niedergebrannt und zahlreiche Personen sind getödtet worden. Die Gefahr ist anscheinend noch nicht vorüber. Rußland. In einer inspirirten Mittheilung der offiziösen„politischen Korrespondenz“, heißt es über den russischen Abrüstungsvorschlag: Selbst im Falle der Ablehnung würde die Grundidee der russischen Anregung fortleben und unter günstigen Verhältnissen von selbst zur Verwirklichung drängen. Die Zuschrift führt ferner aus, daß Kaiser Nikolaus II. sich bereits seit längerer Zeit mit dieser Idee befaßt und den gegenwärtigen Zeutpunkt für die Veröffentlichung deshalb gewählt hat, weil er ihn mit Rücksicht auf die neueste Anwendung des Prinzipes„Macht geht vor Recht", wie es die Vereinigten Staaten gegenüber Spanien bethätigt haben, für einen besonders geeigneten hielt. England. Die ergänzenden Nachrichten über die große Schlacht, die am 2. September bei Omdurman stattgefunden hat, lassen keinen Zweifel übrig, daß der Sieg ein vollständiger und das Reich des Mahdi vernichtet ist. Sir Horatio Herbert Kitchener, der Sieger von Omdurman, ist wie Lord Wolseley, Lord Roberts und Sir George White,(Oberbefehlshaber in Indien,) ein Irländer. Er ist 1850 geboren. 1871 trat er als Lieutenant in das Königliche Ingenieurkorps ein, wurde 1883 Kapitän und 1889 Major in demselben. Vermischte Nachrichten. Königswinter, 9. Sept. Am Sonntag den 11. Sept. er. feiert der Andernacher Gesellenverein sein 42jähriges Stiftungssest, verbunden mit Fahnenweihe. Zu dem Feste wird eine Anzahl Brudervereine erscheinen, so auch der hiesige Gesellenverein, welcher durch eine Deputation nebst Fahne vertreten sein wird. Bekanntlich nahm der Andernacher GesellenVerein auch am Fahnenweihfeste des hiesigen Vereins Theil. Königswinter, 10. Sept. Vom nächsten Montag den 12. d. M. fährt der Localdampfer Remagen=Bonn der Köln=Düsseldorfer Gesellschaft Abends bereits um 7¼ ab Remagen und trifft in Königswinter um 7¼ Abends statt bisheran um 9½ hier ein. □ Königswinter, 10. Sept. Der morgen beginnende Pützchens Markt wird ohne Zweifel von dem herrlichen Wetter recht viel profitiren. Als eine besondere Sehenswürdigkeit in diesem Jahre ist eine große Menagerie aufzuführen, die eine außerordentlich reiche Sammlung von Thieren, darunter Löwen, Tiger, Hyänen 2c. besitzt. Neu ist die Bestimmung, daß in Wirthschaften und Schießbuden weibliche Bedienung ausgeschlossen ist; nur die weiblichen Familien=Angehörigen der Inhaber dürfen darin thätig sein. Königswinter, 7. Sept. Die Königl. Eisenbahn=Direction Cöln gibt Folgendes bekannt:„In letzter Zeit sind mehrfach Unfälle, darunter einige mit tödtlichem Ausgange, zu beklagen gewesen, die dadurch entstanden sind, daß Reisende versucht haben, den bereits zur Abfahrt in Bewegung gesetzten Zug zu besteigen oder den einfahrenden vorzeitig zu verlassen, sowie dadurch, daß Reisende sich während der Fahrt auf der Plattform der Durchgangswagen aufgehalten haben. Dem Bahnpersonal ist es bei seiner vielseitigen Thätigkeit und bei starkem Reiseverkehr nicht immer möglich, diesen Zuwiderhandlungen gegen die bestehenden Bestimmungen mit Erfolg entgegenzutreten. Wir haben indeß aus Anlaß dieser bedauerlichen Vorfälle der letztern Zeit besondere Aufmerksamkeit gegen diese Gefährdungen der Reisenden anbesohlen.“ Godesberg, 6. Sept. Am nächsten Samstag wird die unter dem Protectorate Ihrer königl. Hoheit der Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg= Lippe stehende Godesberger Gartenbau=Ausstellung eröffnet werden. Soweit sich bis jetzt ein Blick von den Arbeiten geben läßt, kann man sagen, daß die Idee des Planes der Ausstellung, gärtnerisch=künstlerische Anlagen in kurzer Zeit herzustellen, vollständig gelungen ist. Gleich beim Haupteingang in den Kurpark wird sich dem Beschauer ein in Blumen ausgeführtes großes Kunstbeet präsentiren, welches das vereinigte preußisch=schaumburgische Wappen darstellt. Vom Kurpark aus geht man auf das eigentliche neben demselben liegende Ausstellungsfeld, auch hier sind zu beiden Seiten des Einganges künstlerische Beeianlagen in Arbeit genommen. Auf dem Ausstellungsplatz selbst sind die Rasenanlagen in bestem Wachsthum, über 1200 Quadratmeter Zelte sind aufgeschlagen, in welchen Palmen und blühende Pflanzen, Obst, Bemüse, Bindereien sowie Gartengeräthschaften aller Art ausgestellt werden sollen. Unter den letztecen werden sich sehr viele Neuheiten sowohl von hier und Umgegend als auch von Berlin, Wien 2c. befinden. Herr Hesseler, Köln, wird ein aus Eisen vollständig fertiggestelltes Gewächshaus, mit Heizung, Wasserleitung 2c. und Herr Jos. Rennenberg, Godesberg, wird ein solches aus Holz fertig ausstellen. Auch für Erfrischungen wird in jeder Weise gesorgt sein, in einem großen runden Zelt erwartet Herr Kossenhaschen recht viele Gäste.— Wir machen auch an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam, daß am Samstag den 10. und Sonntag den 11. Sept. Saison= und Wochenkarten keine Gültigkeit haben und an den anderen Tagen während der Ausstellung die Inhaber solcher Karten 25 Pfg. Zuschlag zahlen müssen. Münster, 8. Sept. In vergangener Nacht, gegen 3 Uhr, wurde aus dem ordnungsmäßig verschlossenen Postwagen auf dem Wege zwischen dem Bahnhof und der Hauptpost ein Werthbriefbeutel mit 19 Einschreibebriefen gestohlen. Unter den gestohlenen Sachen befindet sich ein Brief mit 100000 Mk. aus Arnsberg, der Gesammtwerth der gestohlenen Briefe beträgt 150000 Mt. Der Wagen war am Bahnhof in Gegenwart der Beamten verschlossen worden, traf aber mit offener Thüre am Hauptpostamt ein. Remscheid, 7. Sept. Verhandlungen zur Beilegung des Remscheider Aerztestrikes, die heute früh zwischen dem Kassenvorstand und den Aerzten unter Vermittlung der Düsseldorser Regierung stattfanden, sind gescheitert. Der Kassenvorstand hat sechs auswärtige Aerzie, meist telegraphisch angestellt, die theils heute eingetroffen sind, theils morgen eintreffen, und weigert sich, diese Anstellungen rückgängig zu machen. Neueste Nachrichten. 9. Sept.(Telegramm.) Die durch einige Zeitungen verbreiteten Gerüchte, daß Esterhazy geflohen und der neue Kriegsminister Zurlinden zurück getreten sei, sind unbegründet. Es ist ja bekannt, einen wie großen Segen für den Obstzüchter die sogenannte Formgläser bilden, Gläser, die dazu dienen, in den Obstgärten schädliche Insekten, besonders den Apfelwickler, wegzufangen. Bisher wurden diese Gläser immer mit vergorenen, süßen Gelees gesüllt und, da die Beschaffung solchen Gelees nicht immer leicht, war die Sache etwas umständlich. Wie Freiherr v. Schilling in der neuesten Nummer des praktischen Rathgebers in Obst= und Gartenbau mittheilt, kann eine noch bessere Fangwirkung erzielt werden, wenn man die Gläser statt mit Gelce mit gedünntem verzuckerten Bier oder mit einer Brühe aus abgekochten Apfelblättern füllt. Wir verweisen auf den für jeden Obstzüchter hochinteressanten Aufsatz des unermüdlichen Gelehrten— die betreffende Nummer des practischen Raihgebers wird auf Wunsch umsonst von dem Geschäftsamt in Franksuct a. Oder A6eschlct. Muthmaßliche Witterung. Am 10./9. Vorwiegend heiter, trocken, warm, stellenweise Morgennebel. 11.19. Zunehmend bewölktes, warmes Wetter mit Gewitterregen. 12./9. Wechselnd bewölktes, zeitweise heiteres, bei Tage etwas kühleres Wetter, keine erheblichen Niederschläge. Civilstand der BürgermeistereiKönigswinter und Land, pro Monat August 1898. 1. Stadt Königswinter. a) Geburten. Theodor, Sohn von Heinrich Gilgen, Steinmetz.— Anna, Tochter von Clemens Weißkirchen, Hufschmied.— Theodor, Sohn von Gottfried Menden, Schreiner und Svezereihändler.— Carl, Sohn von August Thomas, Fabrikarbeiter. — Wilhelm, Sohn von Mathias Brungs, Heizer.— Anna, Tochter von Peter Joseph Dierichsweiler, Bahnsteigschaffner. — Gottfried Joseph Maria Hubert. Sohn von Alexander Hubert Reifferscheid, Kaufmann. b) Heirathen. Hubert Joseph Schuster, Fuhrmann, und Agnes Ried. gewerblos, beide wohnhaft zu Königswinter. c) Sterbefälle: Carl Eschweiler, Oberlandesgerichtsrath außer Diensten und geheimer Justizrath. 69 Jahre alt, wohnhaft zu Cöln. — Maria Anna geb. Müller, Ehefrau Peter Joseph Kalt, 58 Jahre alt.— Lambert Menden, Bäckermeister, Ehemann der Barbara geb. Krämer, 33 Jahre alt.— Maria Josepha geb. Bachem. Wittwe von Franz Bernhard Stang, 72 Jahre alt. 2. Gemeinde Aegidienberg. a) Geburten: Peter, Sohn von Philipp Stockhausen, Steinkipper, wohnhaft zu Orscheid.— Michael, Sohn von Jacob Schmidt, Schneidermeister— Withelm, Sohn von Christian Pinnen, Ackerer, wohnhaft zu Efferoth.— Anton, Sohn von WilGewinne. 1. 1 2. 1 3 4. helm Joseph Leven, Ackerer, wohnhaft zu Himberg.— Franz Peter, Sohn von Philipp Brassel, Steinbruchsarbeiter, wohnhaft zu Rottbitze. b) Heirathen: Vacat. c) Sterbefälle: Vacat. 3. Gemeinde Ittenbach. a) Geburten: Peter Joseph, Sohn von Christian Klöver, Tagelöhner, wohnhaft zu Hüscheid. b) Heirathen: Joseph Strunck, Wittwer von Elisabeth geb. Kraemer, Wegearbeiter, wohnhaft zu Hüscheid, und Catharina Darscheid, Dienstmagd, wohnhaft zu Rutscheid bei Oberpleis. c) Sterbefälle: Mathias Asbach, Wittwer I. Ehe von Anna Maria geb. Schmitz, Wittwer II. Ehe von Catharina geb. Giershausen, Tagelöhner, 59 Jahre alt. Verzeichniß der Gewinne zur großen Geflügel=Gratis=Verloosung für sämmtliche Mitglieder des„Geflügelzucht-Vereins vom Siebengebirge"(Gegründet 1880) am 11. September 1898 in Honuef, (Dell's Kurgarten.) a) Großgeflügel. Stamm 1, 2 Toulous. Riesen=Gänse 98er. „ 1, 2 rebhuhnfard. Italiener=Hühner. 1„ 1, 1 Minorka Hühner 98er. 1„ 1, 1 Bergische Kräher 98er. 5. 1„ 1, 2 Minorka Hühner 98er. 6. 1„ 1, 1 Langshan Hühner 98er. 7. 1„ 1, 1„„ 98er. 8. 1„ 1, 1„„ 97er. 9. 1„ 1, 1 rebhuhnfard. Italiener 97er. 10. 1„ 1, 1„„ 97er. 11. 1„ 1, 2„„ 98er. 12. 1„ 1, 2„„ 98er. 13. 1„ 1, 2„„ 98er. 14. 1„ 1, 2„„ 98er. 15. 1" 1, 2„„ 98er. 16. 1„ 1, 2„„ 98er. 17. 1„ 1, 1 Wyandotte Hühner 98er. 18. 1„ 1, 1„„ 98er. 19. 1„ 1, 1„„ 98er. 20. 1„ 1, 1„„ 98er. 21. 1„ 1, 1„„ 98er. 1„ 1, 1 gelbe Italiener 98er. 1 Pracht=Exemplar Wyandotte Zucht Hahn. 24. 1„„ Wyandotte u. Italien. desgl. 1„„ Italiener Leghorn desgl. 1 Stamm 1, 2 silbersatb. Italiener 97er. 1„ 1, 2 Sprenkel vom Siebengeb. 98er. b) Tauben. 28. 1 Paar rothe Tümmler. 29. 1„ gelbe Tümmler. 30. 1„ schwarze Tümmler. 31. 1„ schwarzweiße Tümmler. 32. 1„ gelbe Tümmler. 33. 1„ gelbe Tümmler. 34. 1„ blaue ägyptische Mövchen. oriental. Blondinetten. weiße Pfautauben. „„„ 38. 1„ polnische Luxrauben. „* Brieftauben. 22. 23 25. 26. 27. 35. 36. 37. 39. 40. 41. 1 0) Vögel. 42. 1 Vogelkorb mit 1 Paar Wellenfittiche und 2 anderen Vögeln. 43. 1 Kanarien=Männchen. 44. 1 45. 1 46. 1 47. 1 48. 1 49. 1 50. Ocnithol. Schriftchen im Gesammtwerthe von 410 Mr. Bekanntmachung. Das an der Landstroße nach Niederdollendorf gelegene Gemeindegrundstück„Alte Kiesgrube“ wird hiermit infolge Anordnung des Herrn Landraths für die bisher gestattete Niederlegung von Bauschutt und Haushaltungsabfällen geschlossen und die weitere Benutzung dieses Grundstückes zu dem obenbezeichneten Zwecke untersagt. Zuwiderhandelnde erwirken nach§ 26 des Feld= und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 eine Geldbuße bis zu 50 Mk. oder Haft bis zu 14 Tagen. Bauschutt und Abfälle können bis auf Weiteres in dem oberen nach Königswinter zu gelegenen Theile der Kiesgrube gegenüber dem städtischen Wasserwerk abgeladen werden Königswinter, 10. Sept. 1898. Der Bürgermeister 1. S. Volkmuth. Hinweis. Der Gesammtauflage unserer heutigen Nammer liegt ein Prospert über die patentirten pharmacentischen Präparate# der chemischen Fadrik von Valentiner& Cchwarz in Leipzig=Plagwitz bei. Fur Besitzer von Bruchen u. Gruben. Die Polizei=Verordnung der Kgl. Regierung vom * 2 7. A u g. d. I., w e l c h e a m E i n g a n g z u d e n * Brüchen angehestet und jedem Arbeiter eingehändigt werden muß. hält vorräthig die Buchdruckerei von A. Tillewein. Preis: In Partien 8 Pfg. pro Stück, Einzelpreis 10 Pfg. Schweizer-Blumenkonl, Sterngasse 14, KOLN. Sterngusse 14. — Rheinlands und Westfalens in Mannfactur., Woll., Kurz., Galanterie- und Lederwanren. Arbeiter-Confection. Hemden, Schuerzen. 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Sie starb nach langem, schweren Leiden zu Bonn im Alter von 60 Jahren. Um stille Theilnahme bittet Julius Rellensmann. Königswinter, den 9. September 1898. Die Ueberführung der Leiche von Bonn hierher findet Montag dien 12. d. M. Vormittags statt. Nach Eintreffen derselben erfolgt die Beerdigung. „000000000000000bob0b0G * Den geehrten Bewohnern von Königswinter zur# gefl. Anzeige, daß ich die Schuhmacherei von Herrn Wilh. Schüthuth weiter führe und bitte das Herrn Schüthuth geschenkte Zutrauen mir übertragen zu wollen u. sichere bei mäßigen Preisen eine gute und reelle Bedienung zu. Achtungsvoll Paul Kaßzner, Schuhmachermeister, Hauptstraße Nr. 142. Jähriger Geselle bei Herrn Wilh. Schüthuth. 8 Die größte Verbrcitung Wohnung —4 Zimmer, Küche und Zubehör von kleiner Familie zum 1. October gesucht. Offerten unter G. H. an die Expedition d. Bl. 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Bei der jetzt herrschenden geringen Fleckenbildung auf der Sonne ist die Erscheinung um so auffallender, und man darf auf die weitere Entwicklung derselben gespannt sein, wenn der Fleck mehr in die Mitte der Scheibe gerückt sein wird. Honnef, 7. Sept. Gestern verließ der Hochwürd. Herr Weihbischof Dr. Schmitz nach fast vierzehntägigem Ausenthalt unsern Ort. Bochum, 7. Sept. An die guten alten Zeiten der„Schildbürger“ erinnert uns folgendes Vorkommniß, das von hier gemeldet wird: In der vorigen Woche stürzte das Pferd eines Fuhrmannes in der Grabenstraße in eine Jauchegrube. Man konnte das Thier nur dadurch aus seiner gefährlichen Lage befreien, daß man ihm Ketten um den Körper schlang, an denen es aus der Grube gewunden wurde. Bei diesem Verfahren ging man so„vorsichtig“ zu Werke, daß man dem Pferde auch eine Kette um den Hals schlang. Als die schwere Arbeit gethan, war das Thier verendet, man hatte ihm die Keble zugezogen. Bochum, 3. Sept.(Traurige Folge des Sichanhängens an das Fuhrwerk.) Von einem Kehricht=Abfuhrwagen wurde gestern Nachmittag gegen 2 Uhr der etwa 6jährige Knabe Vehneke an der Castroperstraße überfahren und getödtet. Der Knabe hatte sich an den Wagen gehängt und mitfahren lassen. Dabei gerieth er in die Speichen eines Hinterrades, wurde mit herumgerissen, gequetscht und verstümmelt. Es war nicht leicht, die Leiche des Kindes von dem Wagen zu lösen. Der Kutscher soll sich angeblich vorschriftsmäßig neben den Pferden befunden haben. Niederbreisig, 7. Sept. Aus Anlaß des am 14. und 15. ds. Mis. hier stattfindenden Zwiebelmarktes halten die Nachtzüge 252 und 3013 zur Aufnahme von Fahrgästen hier an. Niederlahnstein, 6. Sept. Während des Mittagessens erstickte ein einjähriges Kind an einem kleinen Fleischstückchen, das ihm in die Luftröhre gerieth. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen. Berlin, 5. Sept. Der Obersaktor a. D. Grünenthal ist durch die Untersuchungshaft derart mitgenommen worden. daß er nach der Lazareth=Station hat überführt werden müssen, wo er sich gegenwärtig noch befindet. Man muß mit der Möglichkeit rechnen, daß der geistige Zustand des Gefangenen sich derart verschlimmert, daß vielleicht überhaupt nicht gegen ihn verhandelt werden können. Die Kriminalpolizei vermuthet übrigens, daß Grünenthal noch eine ganz bedeutende Geldsumme irgendwo in Sicherheit gebracht hat, mit der Absicht, sie, wenn er wieder in Freiheit gesetzt sein wird, aus dem sicheren Gewahisam hervor zu holen. —(Eine späte Entdeckung.) Ende der 60er Jahre wohnte in der Klosterstraße in Berlin ein Fleischermeister., der ein gut gehendes Geschäft besaß. Eines Tages vermißte derselbe einen 500 Thalerschein, den er kurz vorher von einem Nachbar eingewechselt und im Drange der Geschäfte auf den Tisch gelegt hatte. Trotz allen Suchens blieb der Schein verschwunden, und der Verdacht des Bestohlenen lenkte sich auf seine Ladenmamsell welcher er kurz vorher den Dienst aufgekündigt hatte. Das 20jährige Mädchen wurde verhaftet und verblieb in mehrwöchentlicher Untersuchungshaft, aus welcher es schließlich, da der Verdacht nicht aufrecht erhalten werden konnte, entlassen wurde. Später gab der Fleischermeister sein Geschäft auf, kaufte eine Villa im Thiergarten und zog mit den Seinigen dahin. Etwa 25 Jahre darauf befand sich die einzige Tochter des Rentiers, die zur Zeit des Diebstahls 5 Jahre alt gewesen war, zu Besuch bei ihren Eltern und half ihrer Mutter beim Aufräumen einer Bodenkammer. Zufällig fiel der jungen Frau ein kleiner Wollenknäuel in die Hände, an dem der Zahn der Zeit arg genagt hatte. Mechanisch wickelte sie denselben auf und entfaltete das Papier, auf das die Wolle gewickelt gewesen. Zu ihrem Erstaunen entdeckte sie in demselben einen preußischen 500 Thalerschein. Jetzt wurde es der Dame klar, daß sie seinerzeit den Schein selbst bei Seite geschafft haben mußte, denn auf demselben hatte sie damals Schreibversuche mit Bleistift gemacht. Als kleines Mädcben hatte sie, allein in der Wohnstube, den Schein vom Tisch genommen, beschrieben, die Wolle darauf gewickelt und nach Kinderart die Sache vergessen, vielleicht auch aus Furcht vor Strafe den wahren Sachverhalt verschwiegen. Die junge Frau machte natürlich den hochbetagten Eltern sofort Mittheilung von dem Funde und nun versuchte der reiche F. alles, um seine frühere Verkäuferin ausfindig zu machen. Nach vieler Mühe gelang ihm dies, die damalige Ladenmamsell lebte als Wittwe in einem Hause der Barnimstraße in recht schlechten Verhältnissen. Sofort besuchte sie ihr ehemaliger Brodherr, der ihr unter vielen Entschuldigungen die Summe von 1500 Mark als Schmerzensgeld auszahlte. Den 500 Thalerschein aber verleibte F. zum ewigen Gedächtniß seinem Geldschrank ein. Berlin, 5. Sept.(Verabschiedung von Officieren.) Ueber ein Vorkommniß, das seil kurzem Gegenstand von allerlei Gerüchten war, weiß der Berliner Börs.=Cour.“ heute Abend folgendes zu berichten: Die plötzliche Verabschiedung zweier Officiere des 1. Garderegiments in Potsdam, sowie die Beurlaubung eines Prinzen vom selbigen Regiment erregte großes Aufsehen. Es handelt sich in dieser Angelegenheit um den Erbprinzen Alfred von Sachsen=Coburg=Gotha. Premierlieutenant, den Secondelieutenant v. Götze. Sohn des commandirenden Generals vom VII. Armeecorps, und um den Adjutanten des Füsilier=Bataillons des 1. Garde=Regiments Edler von der Plagnitz. Als das Regiment mit dem 1. Garde=Dragoner=Regiment in Döberitz zur Schießübung weilte, huldigten die jungen Officiere dem Kartenspiel, das mit so großer Leidenschaft gespielt wurde, daß der Erbprinz etwa 60000 Mark, Lientenant von Götze sein ganzes Geld verspielte. Hierbei kam es zu erregten Auftritten; v. Götze beschuldigte in der Erregung einen seiner Mitspieler des Falschspiels, und die Folge davon war eine Duellforderung. Die Sache kam zu Ohren des Commandeurs Oberstlieutenant v. Plettenberg, der unverzüglich dem Kaiser Meldung machte. Es fiel dann auch auf, daß der Commandeur am Tage der Brigadebesichtigung nicht sein Regiment commandirte, sondern statt dessen telegraphisch zum Kaiser berufen wurde und bald darauf auch zum Coburger Hof reiste. Zum Duell kam es demzufolge nicht. Statt dessen wurde ein Ehrengericht eingesetzt, und die Sache endigte mit der Verabschiedung der beiden Officiere, während am nächsten Tage bei der Parole des 1. Garderegiments folgender Besehl ausgegeben wurde: „Auf Befehl der Division wird der Erbprinz von SachsenCoburg=Gotha, königliche Hoheit, bis zum 30. September beurlaubt.“ Auffallen mußte auch, daß der Koiser sofort nach seiner Rückkehr aus dem Elsaß am Montag, 29. August, früh 6½ Uhr, dos 1. Garderegiment zwecks„Besichtigung“ nach dem Bornstedter Felde alarmirte, wobei der Monarch das Officiercorps um sich versammelte und eine längere Ansprache an dasselbe hielt.: Der Erbprinz ist mit seiner Mutter zu Besuch bei dem Großfürsten Sergius von Rußland nach Moskau gereist. Nach seiner Rückkehr wird er fernerhin Dienst im Leibregiment zu Darmstadt thun. —(Die Verunglückung des Professors Nasse.) Aus Pontresina, 5. Sept, wird der„Köln. Zig.“ geschrieben: Schon wieder hat die Umgegend von Pontresina einen schweren Unglücksfall in dem Absturz des Professors Dr. Nasse aus Berlin zu verzeichnen. Der Sachverhalt war nach zuverlässiger Erkundigung folgender: Dr. Nasse unternahm am 1. September in Gemeinschaft mit seinem Reisebegleiter Dr. Borchardt aus Berlin, eine Besteigung des 3912 Meter hohen es Piz Palll. Begleitet waren die Herren von zwei Führern, einem Tyroler Führer, den Dr. Nasse mit nach Pontresina gebracht halte und dem bewährten Führer Schnitzler aus Pontresina. Die Besteigung, eine Hochtour ersten Ranges, wurde im Hinblick auf das nicht ganz sichere Wetter vom Diavolezza=Paß aus erst um 8 Uhr Vormittags, also etwas spät, angetreten. Auch kam als ungünstiger Umstand hinzu, daß es in der Nacht vom 31. August auf den 1. Septe nber auf den Hochgipfeln des Bernina=Massivs geregnet hatte. Der Palü=Gipfel wurde glücklich erreicht. Beim Abstieg nach dem Pers=Gletscher sollte eine über eine Gletscherspalte führende Schneebrücke überschritten werden, die während dieses ganzen Sommers bei den Palü=Besteigungen als Uebergung gedient hatte. Führer Schnitzler, der an der Spitze der dirch ein Seil verbundenen Colonne marschirte, brach mitten uf der Schneebrücke plötzlich durch. Durch einen kräftigen Spru.g gelang es ihm jedoch, den jenseitigen Rand der Gletscherspalte zu erreichen. Er wurde aber durch den hinter ihm gehenden Professor Nasse, der in Folge der nachgebenden Schneebrücke nach unten gezogen wurde, von dem Rande der Spalte wieder zurückgerissen und in die Tiese geschleudert, sodaß beide Personen am Seil in der Spalte hingen: zu unterst der Führer Schnitzler und weiter nach oben Professor Nasse. Als der als Letzter im Zuge marschirende Tyroler Führer einen Ruck am Seile verspücte, schlug er seinen Eispickel sofort mit aller Wucht in das Gletschereis und wand das Seil darum, sodaß er auf diese Art im Stande war, den unmittelbar vor ihm befindlichen Dr. Borchardt und die in der Spalte befindlichen Schnitzler und Nasse zu halten. Führer Schnitzler versuchte nun, sich an der Eiswand aus der Tiefe heraufzuarbeiten, indem er mit seinem Eispickel Stufen in das Eis schlug. Er kam auch ein ganzes Stück auswärts, als ein Vorsprung, auf dem er Fuß gefaßt hatte, niederbrach, und der schwere Mann abermals, am Seil hängend, in die Tiese stürzte, wodurch Dr. Nasse einen fürchterlichen Ruck erhielt. Der dritte Mann in der Colonne, Dr. Borchardt, war gleich zu Anfang bis an den Rand der Gletscherspalte vorgezerrt worden, sodaß er mit den Beinen nach dem Abgrunde hin auf dem Rande saß. Die Lage war nun für die sämmtlichen Betheiligten äußerst kritisch geworden. Der Tiroler Führer zu hinterst im Zuge, von dessen Kraft und Ausdauer das Leben Aller abhing, rief dem Führer Schnitzler nach dem Abgrunde hinab, er möge sich von dem Seil losmachen, sonst wären sie Alle verloren, da er die Last von Dreien nicht mehr tragen könne. Dieser Aufforderung kam Schnitzler nach. Er schlug seinen Eispickel fest in die Eiswand und schnitt dann das Seil zwischen sich und Professor Nasse entzwei. (In andern Schilderungen war dieser Zwischenfall nicht richtig dargestellt.) Mit unsäglicher Mühe gelang es Schnitzler, von einem in der Spalte befindlichen Vorsprung aus seitlich aus der Spalte herauszuklettern und in die Höhe auf den Gletscher zu kommen. Das erste war nun, daß die beiden Führer den Dr. Borchardt aus seiner gefährlichen Lage befreiten, indem sie ihn vom Spaltenrande zurückzogen und vom Seile losbanden. Dann machten sie sich daran, den schon geraume Zeit in der Spalte schwebenden Professor Nasse herauszuziehen. Diese Arbeit war um so schwieriger, als die Eisspalte überhing, d. h. sich kegelförmig nach unten erweiterte, sodaß beim Heraufwinden der Kopf des am Seile Hängenden gegen die Wand anstoßen konnte. Professor Nasse hörte alle Zurufe der Führer und gab aus der Tiefe Antwort. Doch wurde seine Stimme allmählich schwächer, bis er ausrief:„Nun kann ich es nicht mehr aushalten, ich ersticke!“ Darauf hielten die Führer mit dem Heraufziehen inne. Schnitzler unternahm es, von der Seite her in die Tiefe der Spalte hinunterzusteigen und den am Seile Schwebenden in seine Arme zu nehmen. Der Kopf des Professors Nasse hing auf der Seite, er schien völlig bewußtlos. Nun kletterten auch der Tyroler Führer und nach ihm Dr. Borchardt in die Spalte hinab. Wiederbelebungsversuche bei dem unglücklichen Professor blieben erfolglos. Der Freund und Reisebegleiter konnte nur den Tod feststellen. Wahrscheinlich ist der Tod bei dem langen heftigen Druck des Seiles durch Ersticken eingetreten. Die beiden Führer begaben sich mit Dr. Borchardt nach Pontresina zurück, worauf eine Colonne von 11 Führern nach der Unglücksstätte aufbrach, um die Leiche zu bergen. Ob und welche Versehen bei der Unternehmung begangen worden sind, wird wohl kaum aufzukläten sein. Ein ungünstiger Umstand war jedenfalls der, daß die Besteigung nicht früher am Tage angetreten worden war. Die Ueberschreitung einer Schneebrücke in den Nachmittagsstunden, nachdem die Sonne den Schnee erweicht hat, ist stets bedenklich. Der vorangegangene Regen war der Unternehmung ebenfalls nachtheilig. Hier besteht die Ansicht, daß, nachdem der Unglücksfall einmal eingetreten war, die beiden Führer, sowohl der leitende Führer aus Pontresina als auch der wackere Tyroler Führer, alles gethan haben, was in ihren Kräften stand, um den Verlust von Menschenleben zu verhüten. Paris, 6. Sept. Von Bordeaux kommt die Nachricht von einem großen Brande des Landes in der Giroude, einer lieferbewachsenen, weitausgedehnten Haide. Das Feuer griff mit Blitzesschnelle um sich. Eine große Menge Vieh ist verbrannt, eine große Zahl Häuser zerstört. Sämmtlichen Zügen, die das Gebiet heute Nacht passirten, schlugen so dichte Rauchmassen entgegen, daß das Athmen sast zur Unmöglichkeit wurde. Der Blitzzug von Paris nach Vordeaux fuhr durch einen in hellen Flammen stehenden Wald. Hilfe ist so gut wie ausgeschlossen, zumal die Truppen der Umgegend in den Manövern sind. Gestern Nachmittag erstreckte sich der Brand über eine Fläche von 120 km Länge. Alle Brunnen und Cisternen sind ohne Erfolg ausgeschöpft. Ein heftiger Wind verbreitet das Feuer immer weiter, die Panik der Frauen und Kinder ist unbeschreiblich. Ein ganzes Viertel des Städtchens Larch liegt in Asche und Trümmern, der Rest ist in Gefahr, ebenfalls ein Opfer der Flammen zu werden. —(Massenschlächterei.) Aus Paris, 29. August, wird gemeldet: Während des Stiergefechts, das gestern in Dax veranstaltet worden ist, wurden nicht weniger als neun Stiere getödtet. Die Zahl der Pferde, die diesem blutigen Schauspiele zum Opfer fielen, beträgt 23. Selbstverständlich wurde gegen den Veranstalter des Stiergefechts, das unter dem Vorsitze des Maires stattfand, ein Strafprotokoll aufgenommen, allerdings nach Beendigung der Schlächterei. Die Gesetze haben eben im Süden wenig Giltigkeit. —[Ein Leuchtthurm als Grabmouument.] Wie aus London geschrieben wird, ist vor Kurzem auf dem UlverstonKirchhof ein Denkmal errichtet worden, das sobald nicht seines gleichen haben dürfte. Dieses höchst merkwürdige Grabmonument hat nicht nur die Form eines Leuchttburmes, sondern ist in der That ein regelrechter Leuchtthurm, der sein Licht weithin über die stille Umgebung des Friedhofes entsendet. Eine excentrische Miß, deren Mittel es erlauben. ede noch so bizarre Laune zu verwirklichen, hat den Einf all gehabt, ihrem kürzlich in London verstorbenen Vater, einem Doctor Thomas Wilson, diesen absonderlichen Gedenkstein zu setzen. Das Monument ist 25 Fuß hoch und ruht auf einem nach unten zu immer breiter werdenden Fundament, dessen Grundfläche einen Umfang von 25 Fuß aufweist. Der untere Theil ist von einer starken Kette umschlossen, an der die drei Symbole von Glaube, Hoffnung, Liebe befestigt sind. Der künstlerisch ausgeführte, mit einer goldglänzenden Kuppel geschmückte Lampenraum enthält eine Gasflamme mit einer Leuchtfähigkeit von 100 Kerzen, deren Licht unter den Pris= men des Leuchtthurmes noch bedeutend verstärkt wird. Der Thurm soll beständig erleuchtet sein als„Symbol des Lichtes der Liebe, das durch die Nacht des Kummers scheint", wie sich Miß Wilson schwärmerisch ausdrückte. Die Summe von 20000 Mk. ist deponirt worden, um die Beleuchtungskosten für immer zu decken. —(Amerikas größte Weizen=Ernte.] Auf Grund eingehender Berichte der Eisenbahnen und Geschäftsleute des Westens kann in diesem Jahre auf eine Weizenernte gerechnet werden, welche die Erträgnisse früherer Jahre weit hinter sich läßt. Aller Voraussicht nach wird in diesen Tagen, sagt die„Newyorker Handelszig," die größte Weizenernte, die in der Geschichte der Vereinigten Staaten bekannt ist, eingebracht. — Selbstständige erwerbende Frauen in New=York.] Nach statistischen Nachrichten gibt es in New=York über 100000 Frauen, die sich ihr Brod verdienen, und mehr als drei Fünftel derselben erhalten zu gleicher Zeit ihre Familie. In einem großen Manufakturgeschäft beabsichtigte die Leitung vor kurzem das Gehalt der weiblichen Angestellten herabzusetzen, um das der verheiratheten männlichen zu erhöhen; aber bei der Nachfrage ergab die Thatsache, daß die unvermählten Frauen mehr Personen zu unterstützen hatten, als die Ehemänner, so daß von der beabsichtigten Maßregel Abstand genommen wurde. t r t 3 e Arbeiter erlassenen Gesetze nicht beachten; wenn sie widerrechtliche oder unbegründete Lohnverkürzungen vornehmen, wird man den Arbeitern das Recht nicht verschränken dürfen, die Fortsetzung der Arbeit abzulehnen, ebenso wie die Arbeitgeber befugt sind, trägen, unzuverlässigen oder sonst ungeeigneten Arbeitern das bestehende Arbeitsverhältniß zu kündigen. Hierbei wird es sich nicht verhindern lassen, daß zum Zweck solcher Arbeitseinstellungen vorherige Verabredung zwischen den betheiligten Arbeitern stat findet. Hat man den Arbeitern das Koalitionsrecht gewährt, so muß man ihnen auch die Möglichkeit lassen, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Die Koalitionsfreiheit der Gesammtheit der Arbeiter darf aber unter keinen Umständen dazu führen, daß die persönliche Freiheit des=inzelnen Arbeiters oder seiner Familie oder die persönliche Freiheit des Arbeitgebers gefährdet, beschränkt oder aufgehoben wird. Zwangsrechte darf im öffentlichen Leben nur der Staat zum Besten der Gesammtheit üben; der Staat würde die Grundlage seines Daseins aufgeben, wenn er duldete, daß von irgend ein: privaten Stelle ein offener oder versteater, mitt varer oder unmittelvarer widerrechtlicher Zwang geübt wird. Es ist aber auch feiner zu erwägen, ob nicht die Arbeite rbevölk ung nachdrücklichst gegen solche Personen geschützt siin muß, welche gew ebsmäßig unter Vorspiegelung sa'sch: Thassach n, die Arbeitec zur Niederlegung der Arbeit verleiten und damit vielfach unsägliches Elend über jene Arbt; und deren Familie h ebeiführen. Wenn der Kais: den festen Willen beindet hat, zu veranlassen, daß diesen gemeinschädlichen Mißbräuchen der Koalitionsfreiheit wirlsamer###gegen gei#eten wird, so hat er sich damit den Dank aller derer verdient, welche in der versönlichen Selbstbesuimmung des Individuums den Grundstein jeder bürgerlichen Frecheit arblicken. Dir Kaiser hat nur die allgemeine Marschrichtung angedeutet; den geordneten Organen des Reichs liegt es ob, die All. höchsten Willensmeinung gesetzlichen Ausdruck zu geben.“ — Der„Vorwärts" schreibt in seinem Arlkel über die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich: Bei der That, der die Koiserin von Oester#ich zum Opfer gefallen ist, versagt jeder Versuch, die Monve zu ergründen........ Nur ein krankes Gehirn kann unseres Erachtens den Gedanken ausbrüten, eine hatalose, alte, kranke Frau, die Niemanden elwas zu Leide gethan bei, auf offener Straße umn hell Tage anzufallen und ihr das Leben zu rauben. — Der Reichspostdompfer, welcher zu Anfang Novembe: mit Wehnachtsspenden für die Batzungen der deutschen Kriegsschiffe in China und die Garnison Kiantschon von Bremen direct nach Klautschou ezped rt wird, wird die Prinzessin Heinrich ihrem Gemahl zuführen. — Der Reichskanzler ho an die süddlutschen Bundesregierungen das Ersuchen gerichtet, die Ein= und Durchfuhr von Schlacht= und Zuchtvieh aus der Schwelz vom 13 de. Mts. ab zu untersagen.— Die Seuche hat in.: Schweiz in 1173 Ställen und auf 293 Wioen gehlrischt und 17041 Stück Großvieh sowie 10398 Stück Kleinvieh erge ffen, und zwar sind seit Ende Juli neu befallen 10606 Stück Großvieh und 10438 Stück Kleiwieh, davon mußten 42 Stück Großvieh abgethan oder geschlachtet werden. Berlin, 12. Sept. Das Kaiserpaar hat am Samstag sofort nach Empfang der Trauernachlicht ein überaus herzlich abgesaßtes Beill.dstelenramm an Kaiser Franz Joseph gesandt. In Wien wiro versichert, daß de: Deuische Kaise: persönlich der Beisetzung be wohnen wird. — Die Einführung der durchgehenden Arbeitszeit bei den Staatsbeamten, die bereits bei einigen Behörden besteht, soll in nächster Zeit bei sämmtlichen Staatsämtern des Königreichs Sachsen erfolgen. Die Eisenbahnbehörde in Dresden war diejenige amtliche Stelle, an der zuerst und seit nunmehr einigen Jahren die Beamten des Hauptverwaltungs=Bureaus von Vormittags 8 Uhr bis Nachmittags halb 4 Uhr durchgehend arbeiten und diese Maßregel hat sich sehr gut bewährt. An dieses System schloß sich vor Kurzem der StadtAuch Burghard und dessen Frau, zu denen er noch in derselben Stunde mit dem Briefe eilte, waren sehr überrascht; aber während die letztere ihm schlau rieth, sogleich ein Gesuch um Hinausschiebung der Versetzung an die Behörde abzusenden und darin anzugeben, daß er noch leidend sei, gab ihm der College den Rath, nichts derartiges zu unternehmen. „Wer weiß, was dahinter steckt „Unzweifelhaft meine Mutter!“ fiel Günther erregt ein. „Das glaube ich auch, aber es gibt auch noch eine andere Erklärung. Wie ich erfahren habe, sind„oben" mehrere Hülfsarbeiterstellen mit Beginn des neuen Jahres zu besetzen, von diesen soll Ihnen zweifellos eine übertragen werden. Sitzen Sie erst einmal oben fest, dann werden Sie schon höher steigen. Günther war unschlüssig, was er thun sollte. Seit gestern wieder in Dienst, hing er sich gleich nach Mittag seine Büchse über die Schulter, um den vorgeschriebenen Patrouillengang längs der Grenze anzutreten und haneben über das, was nun geschehen mußte, nachzudenken. 11. Kapitel. Frei! Obschon der Untersuchungsrichter in. A. und die Polizeiorgane unausgesetzt thätig waren, den Complicen Horst's zu ermitteln, so wollte ihnen das doch nicht gelingen. Horst selbst weigerte sich hartnäckig, den Namen desselben zu nennen. Von den übrigen vier Mitgliedern des„Sechserbundes" fehlte jede Spur. Dieselben mußten, wie auch der Amtsrichter früher schon ganz richtig vermuthet hatte. ins Holländische geftüchtet sein. Sie dort durch die holländische Polizei festnehmen zu lassen, hielt schwer, denn die Burschen hatten drüben überall ihre Freunde und Helfershelfer. Die Bewohner an der Grenze athmeten jetzt endlich wieder auf. war doch in dem letzten halben Jahre kaum ein Tag vergangen. an dem nicht irgend eine Schandthat von der Horst'schen Bande verübt worden war. Jetzt, wo dieser das Oberhaupt fehlte, hörte man nichts mehr über sie. Ganz auffälliger Weise ließ die Polizei den Theilnehmer an dem blutigen Rencontre auf der Heide, den Zimmermann rath in Dresden insofern an, als er des Sonnabends versuchsweise die durchgehende Arbeitszeit bei seinen Dienststellen einführte. Dieser Modus soll nunmehr von ihm auf den ganzen Geschäftsbeerteb ausgedehnt werden und auch auf alle Diensttage in der Woche. Das gleiche Verfahren soll auch bei dem Finanzwinisterium platzgreifen. Frankreich, Esterhazy ist unsichtbar. Ob er geflohen ist, ob er sich aufgehängt hat, od er verhaftet ist— alle drei Versionen sind vorhanden—, weiß man nicht. Inzwischen verlautet bereits, daß der neue Kriegsminister, der die Dreyfuß=Akten durchstudirt, entschieden gegen eine Revision des Prozesses sei. Der Kriegsminister soll entschlossen sein zu demissioniren. Montag sollte die Entscheidung fallen. Dänemark. Murawjew soll der dänischen Regierung mitgetheilt haben, der Zar wünsche, daß die Friedens=Konferenz in Kopenhagen zu Anfang des Jahres 1899 stattfinde. Rußland. Wie Kaiser Wilhelm neulich trotz des russische. Abrüstungsvorschlages in der Armee die sicherste Bürgschaft für den Frieden erklärt hatte, so erblickt der Zar trotz seiner eigenen Friedenskundgebung, wie er in einem Restript an den General= Admical Großfürsten Alexis sich ausdrückt, in der starken Flotte bei Sewastropol ein sol'des Unterpfand für die fernere ruhige und friedliche Enwicklung des gesamnten Südens Rußlands. — Die Umbewaffnung der russischen Feldalullcrie soll in lürzester Zeit durchgeführt werden. Die„Nowoje Wremja“ weist bei diesem Anlaß darauf hin, daß ausländische Fabriken. hauptsächlich preußische, mit den Lieferungen beauftragt wurden. weil die einhimischen zu wenig leisten, um die Arbeiten recht zeitig fertigzustellen. Infolgedessen wandere das russische Geld in ausländische Taschen. Mar müsse sich wohl oder übel biermit abfinden, weil es undenkbar sei, so schnell neue Fabiiken zu schaffen. Man sei aber verpflichtet, nachzudenken, wie in Zukunft diese höchst unliebsame Erscheinung vermieden we den könne. Amerika. Mac Kinley beschloß, eine Kommission zu ernennen, um die Beschuldigungen wegen schlechter Verwaltung während des Kleges, die dem Kriegsdepartement zur Last gelegt werden, zu untersuchen.— Einem Telegramm aus San Juan zufolge benachrichtigte General Macas die amecikanische Räumungskommission, daß die spanischen Kommissionäre bereit seien, mit ihnen zu verhandeln. Gartenbau=Ausstellung in Godesberg. □ Godesberg, 13. Sept. In Godesberg, der Gartenstadt, ist seit Samstag unter dem Protektorate der Prinzessin zu Schaumburg=Lippe, eine Gartenbau=Ausstellung eröffnet, auf welche die Gartenstadt stolz sein kann. Die Anregung dazu ging von den Privat= und Handelsgärtnern der Ortschaften Godesberg, Plittersdorf, Rüngsdorf und Mehlem aus, auf wesche sich auch das Recht der Ausstellung, insoweit Erzeugnisse der Gärtnerei in Frage kommen, beschränkt. Die Villenbesitzer von Godesberg und Umgebung haben von vorneherein der Sache ihre Syn pathie zugewendet wodurch sie sehr gefördert wurde. Das Ausstellungsfeld grenzt südlich an den Kurpark: es ist Eigenthum des Herrn Baron von Rigal, der es in entgegenkommender Weise zur Verfügung stellte. Das Terrain war vor drei Wochen noch mit Weizen bestellt, innerhalb 14 Tagen wurde es in eine liebliche Garten=Anlage mit Rasen, Blumenbeeten und hübschen Wegen verwandelt. Das allein zeigt schon, mit welchem Eiser die ausstellenden Gärtner die Sache in die Hand genommen haben. Das Teicain ist von 3 Seiten mit großen, hohen und solid eingerichteten Zelten umrahmt, in denen eine Fülle von SehensBrand, ungeschoren. Zwar erschien bei demselben der Gendarmerie= Wachtmeister Grimme schon am Tage nach dem Zusammentreffen auf der Heide in seiner Wohnung, und unterzog ihn einem längeren Verhör darüber, wo er die letzte Nacht sich aufgehalten habe. Aber Brand stellte sich dumm. Er leugnete zwar nicht, mit dem Sechserbunde" in Verbindung gestanden zu haben. Er zeigte eine so natürliche tiese Reue über die frühere Zugehörigkeit zu der Bande und gelobte in seierlichster Weise, nie wieder mit jenen Menschen in Verkehr treten zu wollen, daß der Wachtmeister, der den Mann früher als einen fleißigen, bravea Handwerker kannte, ihm zuletzt Vertrauen schenkte und unbehelligt ließ, zumal sich bei ihm auch das Mitleid mik der Frau und ihren fünf kleinen Kindern regte, die weinend und jammernd den in der That reumüthigen Gatten und Vater umstanden. In seiner Brust schlug ein warmes Herz für alle Bedrückten und Elenden.„Laß den Menschen bei seiner Familie,“ sogte er sich.„Empfindet er ernstlich Reue, dann ist es jetzt noch Zeit für ihn zur Besserung. Hat er wirklich was auf dem Kerbholze und wird dafür eingesperrt, dann ist's danach für ihn zu spät zur Umkehr. Wer erst einmal im Gefängnisse gefessen hat, der ist meist so gut wie verloren für die Menschheit, das Gesäggniß sühnt wohl die That, aber es bessert leider nur in den seltensten Fällen. Vor dem Gesetz werde ich es wohl kaum verantworten können. wenn ich den Menschen nicht verhafte; aber ich hoffe es einst vor meinem höchsten Richter zu verantworten, daß ich einem Reuigen die Möglichkeit nicht raubte, sich wieder aufzuraffen zu regelmäßiger Thätigkeit und einem geordneten Leben. Und ehe er den Reuigen verließ, sah er ihm einen Augenblick fest in die Augen.„Ich will einmal glauben, daß Sie unschuldig sind, Brand, und Ihre Familie nicht des Ernährers berauben, verstehen Sie?! Ich erwarte aber, daß Sie von heute ab das wieder werden, was Sie früher waren: ein fleißiger, nüchterner Mensch, ein guter Familienvater. Geben Sie mir dagegen zum zweiten Malt Veranlassung. Sie wegen einer schlechten That in's Verhör: nehmen zu müssen, dann werden Sie mich nicht wieder so michsichtig finden.“ (Fortsetzung folgt.) würdigkeiten sich befindet. Da präsentiren sich prächtige Trauben in ungeahnter Größe, Obstsortimente aller Art. Fruchtkörbe, Rosen und Rosenkörbe, Blumengruppen und Beete in prachtvolkem Farbenspiel, wunderschöne Werke der Bindekunst, ein großes„Sortiment künstlicher Obstarten und vieles, vieles andere in reicher Mannigfaltigkeit. Drei gedeckte Mustertafeln mit seizenden Blumendecorationen finden vielseitig freundliche Beachtung. Auch ein künstlicher Weinberg ist vorhanden und neben ihm steigen in Form schlanker Pyramiden FlaschenBatterien empor, deren Etiquetten von den verschiedenen Sorten des heimischen Rebenblutes reden. Das Ruge der Hausfrau wird mit besonderem Wohlgefallen auf den zahlreichen, so frisch und oppetitlich aussehenden Gemüsearten ruhen und ebenso werden die vielen Garten= und Küchengeräthschaften ihrer Aufmerksamkeit nicht entgehen. Das Terrain außerhalb der Zelte ist mit den mannigfachsten Ziersträuchern, mit herrlichen Blattpflanzen, Blumenpyramiden und Teppichbeeten geschmückt. Die vornehme Musa, Latapia und Canna ist in tadellos schönen Exemploren vertreten, ebenso die Myrthe. Ein größerer Raum ist mit Coniferen der verschiedensten und seltensten Arten bedeckt. Gartenfiguren aus Terracotta und Majolika sind in reicher Auswahl vorhanden. Es ist hier nicht möglich, auch nur annähernd die vielen Schätze der reich beschickten Ausstellung aufzuführen. Man gehe hin und schaue, die Ausstellung bleibt noch bis zum 18. cr. geöffnet. Vermischte Nachrichten. Königswinter, 14 Sept. Der Knabenchor des Cäcilien=Vereins machte gestern in Begleitung des Herrn Hauptlehrers Becker und Herrn Th. Drolshagen einen Ausflug nach Heisterbach bezw. Heisterbacherrott. (“) Königswinter, 12. Sept. Das gestern im Dell'schen Kurgarten in Honnef abgehaltene Gartenfest des„Geflügelzuchtverein vom Siebengebirge", verbunden mit einer großen Gratis=Geflügel=Verloosung für die sämmtlichen Vereinsmitglieder, verlief bei günstiger Witterung unter lebhafter Betheiligung der Mitglieder und deren Angehörige sowie sonstiger Geflügelfreunde in schönster Weise. Es waren dazu im Ganzen 51 Gewinne(und zwar 28 Stämme Großgeflügel, 14 Paar Tauben und 9 Nummern Vögel 2c.) für 410 J aus der Vereinskasse beschafft worden, welche im Garten öffentlich ausgestellt waren und Zeugniß von der guten Qualität der Thiere ablegten. Sämmtliche 128 Vereinsmitglieder nahmen gratis Antheil an der Ausloosung. Es entfielen 10 Gewinne in die Bürgermeisterei Honnef. 8 Gewinne in die Bürgermeisterei Unkel und Linz, 15 in Mehlem=Godesberg und 15 in Königswinter, u. A. hier an die Herren E. Fischer, C. Lemmerz. F. Mülhens, G. Schäfer(Hühner), F. Bachem, Direkt. Brussatis, Koch, M. Lemmerz, B. Rieffel, C. Welten(Tauben) und A. Bachem, Mattern, Wolfslast und Rings(Vögel 2c.)— Die Hauptgewinne: 1 Stamm 1, 2 Toulouser 98er Riesen Gänse(Werth Jf. 25), gewann Herr F. Faßbender in Linz; ferner 1, 2 rebhuhnfarb. 97er Italiener (Werth.4. 35) Herr J. Thomas=Mehlem und schließlich.1 großer Vogelbauer mit 1 Paar Wellenfittiche und andern Vögel(Werth„K. 25) Herr I. I. Weber=Caßback. — 9. Sept. Die Rekruten treten in diesem Jahre ein wie folgt: Die Infanterie, die Garde, Feld= und Fußartillerie und Pioniere am 13. Oktober, die Kavallerie des 8. Armeekorps am 7. Oktober. — 9. Sept. Vom 1. Januar 1900 an, dem Tage, an welchem das neue Handelsgesetzbuch zugleich mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch eingeführt wird, müssen sämmtliche Inhaber offener Läden, ob sie eingetragene Firmen besitzen oder nicht, ihren Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite oder am Eingang des Ladens in deutlicher lesbarer Schrift anbringen. Wer sich also Schilder machen läßt, sollte gleich auf diese neue Verordnung Rücksicht nehmen. Diejenigen Geschäfte aber, welche schon Firmenschilder an ihren Geschäftslokalen angebracht haben, werden sich dadurch zu helfen wissen, daß sie am Eingang des Ladens ein kleines Blech= oder Porzellanschild mit ihrem Namen anbringen lassen, dadurch ist dem Gesetze Genüge geleistet. Wo mehrere Inhaber vorhanden sind, müssen wenigltens zwei auf dem Schilde als Inhaber genannt werden. Das Merkwürdigste an der Verordnung ist, daß Jeder, der sein Geschäft in der ersten Etage, auf dem Hof oder im Keller hat, von derselben nicht betrossen wird, denn nur„Gewerbetreibende, die einen offenen Laden besitzen, sind verpflichtet, ihren Familiennamen mit einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite oder am Eingang des Ladens anzubringen“, so verlangt es das Gesetz vom 1. Januar 1900 ab. Mehlem, 14. Sept. Beim Baden im Rhein ertrank am verflossenen Samstag der 10jährige Sohn des Schneidermeisters Monschau von hier. *. Oberdollendorf, 14. Sept. Heute wurde hierselbst zum erstenmal Wochenmarkt abgehalten. Derselbe war von Verkäufern und Käufern überraschend gut besucht, nur das Angebot in Butter und Eiern war etwas knapp. Voraussichtlich wird sich das schon in allernächster Zeit regeln. : Aus dem Siegkreise, 13. Sept. Von den 2253 Stellen an den öffentlichen Volksschulen des Regierungsbezirkes Köln kommen auf den Siegkreis 247 und zwar 183 Lehrer= und 64 Lehrerinnenstellen. Von den 247 Stellen sind 222 katholisch und 25 evangelisch. In Bezug auf die Alterszulagen für die Lehrer kommen im Siegkreise vier verschiedene Stufen von 120, 130, 140 und 160 M zur An wendung. 120 Alterszulage erhalten 41 Lehrer, nämlich 10 in der Bürgermeisterei Much. 8 in der Bürgermeisterei Lauthausen, je 6 in der Bürgermeisterei Wahlscheid und in Neunkirchen, 5 in der Bürgermeisterei Uckerath, 4 in Aegidienberg und 2 in Ittenbach. 9 Lehrer, davon 5 in Seelscheid und 4 in Winterscheid beziehen 130 K. Alterszulage. 109 Lehrer, also fast 60 Prozent der Gesammizahl erhalten 140 M Alterszulage. Hiervon sind in den Bürgermeistereien Eitorf 14, Hennef 12, Herchen 9. Lohmar 6, Menden 13. Niedercassel 8, Obercassel 9, Oberpleis 12, Ruppichteroth 9, 8 Kl kri 1 nit ko 22 lag 95 un sa sch die de lich V zu Co Ol ste 15 K Er alt des u an lo der Le un R un La 18 kun He die Se der die vor 34 Ko Sc au gen auf gest Fri vor Ko un Sc o haf Me beei Die Die BrEs des Er dest Lai Ver Me Bei ol Be sich trät elet gest zu sol gel nich Fal thei erb unt hier Be dür wef fiel die auf Arb nisc völl Wr: ben rbe, chtein anseln iche und sennen der ihlten 196= sten 150= 188, ren mit eckt. cher nur ung ung des des nen hen Ge. iner Verster wie azu gel, S rien nten mitentinne desrren ner), ffel, und 2 Herr ener dern ein lerie gier: an BürInoder sgegang Wer neue aber, mngeß sie Uandem nden aber nung auf ossen aden inem EinBesetz trank Aderselbst war Sieglar 11 und Siegburg 6 Stellen. Die höchsten Alterszulagen im Siegkreise im Betrage von 160 M erhalten 24 Lehrer, von denen 11 in Siegburg, 8 in Honnef und 5 in Königswinter stehen. Von den 64 Lehrerinnen des Siegkreises müssen sich 42 mit der niedrigsten gesetzlichen Alterszulage von 80 U. begnügen, während bei den Lehrerstellen nirgends die niedrigste gesetzliche Zulage zur Anwendung gekommen ist. Mehr als das gesetzliche Minimum erhalten nur 22 Lehrerinnen, davon 9 in Siegburg mit 85 J. Alterszulage, 1 in Stieldorf mit 90 c, 1 in Oberdollendorf mit 95 M, 4 in Königswinter und 2 in Obercassel mit 100.00 und 5 in Honnef mit 120 Alterszulage. Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß die Lehrerinnen wesentlich schlechter gestellt sind in Bezug auf die Alterszulagen als die Lehrer. Dr. W. (=) Vom Rhein, 12. Sept. An der am 25. bis 28. ds. M. in Ctefeld stattfindenden großen Landwirthschaftlichen Ausstellung wird sich auch der dem Rheinischen BauernVerein angeschlossene Central=Verband Rheinischer Winzer=Vereine(bestehend aus den Vereinen zu Altenahr. Ahrweiler. Boppard, Bruchhausen, Capellen, Carweiler, Erpel, Heimerzheim, Lautershofen, Muffendorf, Oberbreisig, Oberspay und Rhens) mit einer Collektiv=Ausstellung selbsterzeugter naturreiner Weine(96er und 97er) betheiligen. Mülheim a. Rh., 8. Sept.(Ein Opfer nuverzeihlichen Leichtsinns.) Gestern spielten hier mehrere Kinder am unteren Ende des Hafens. Ein des Weges kommender 16 Jahre alter Bursche ergriff eines der Kinder, den 9jährigen Sohn des Kohlenhändlers Embgen, und hielt es am Arm über den Uferrand, als ob er es ins Wasser werfen wollte.. Das geängstigte Kind setzte sich zur Wehr, der junge Mann ließ es los, worauf der Knabe ins Wasser stürzte. Ergreisend war des ertrinkenden Kindes Ruf um Hülfe, als es emportauchte. Leider war keine Hülfe zur Stelle, und bald war das Opfer unverzeihlichen Leichtsinns in den Wogen verschwunden. Der rohe Bursche drohte,„die anderen Kinder ebenfalls in den Rhein zu wersen, wenn sie den Vorfall ausplaudern würden, und suchte dann unerkannt das Weite. Düsseldorf, 9. Sept. Die Einberufung des Provincial= Landtages wird vom Provincial=Ausschuß auf den 29. Januar 1899 beantragt werden. Solingen, 5. Sept. In einer vertraulichen Zusammenkunft wurden die Stadtverordneten gestern darüber einig, Herrn Geheimrath Professor Intze=Aachen die Bauleitung für die Thalsperre im Sengbachthale(Wasserwerk der Stadt Solingen) zu übertragen. Als Vergütung erhält Intze, nach der„Rhein= und Ruhr=Zeitung" vier pCt. der Bausumme, die auf 1 600000 M. festgesetzt ist, also den netten Betrag von 64000 M. Neuwied, 10. Sept. Aus Krefeld meldet man der„Köln. Zig.“:„Die Fürstin=Mutter zu Wied hat, einem Wunsche des Konservators der hiesigen königl. Gewebesammlung, Paul Schulze, folgend, die Erlaubniß ertheilt, daß die Volkstrachtenausstellung in Neuwied im nächsten Monat nach Krefeld gebracht und in den Räumen der königl. Gewebesammlung aufgestellt wird.“ Mainz, 9. Sept. Wegen sehr geringfügiger Ursache fand gestern in den ersten Morgenstunden in der Nähe des hiesigen Friedhofes zwischen einem Apotheker und einem Kaufmann von hier ein Säbel=Duell statt. Der Kaufmann erhielt eine Kopfwunde, die ziemlich unbedeutend ist. Die und die Secundanten, die sämmtlich noch nicht lange der Schulzeit entwachsen sind, versuchten, um den gerichtlichen Folgen zu entgehen, die Sache nachträglich als eine scherzhafte Wette zu deuten. Hamburg, 8. Sept.(Das Mausoleum Bismarcks.) Die Mansoleumsarbeiten in Friedrichsruh werden bis Spätherbst beendet sein, so daß dann sofort die Beisetzung erfolgen kann. Die Ausmalung des Innern wird erst später vorgenommen. Die Länge des Mansolcums beträgt 27 m bei entsprechender Breite, die Höhe des Oberbaues beträgt—9 m ohne Kuppel. Es wird eine Haupt= und eine Nebengruft angelegt. Die Lage des Grabmals am Waldessaume ist ergreifend schön. Hamburg, 8. Sept. Das Erkenntniß in der Klage der Erben des Fürsten Bismarck gegen die Photographen Podesten und Wilke wurde heute von der Feriencivilkammer des Landgerichts verkündet. Das Urtheil lautet: Die om 5. August von der Feriencivilkammer erlassene Versügung wird bestätigt, jedoch werden die Worte 20000 Mark Geldbuße, für jeden Uebertretungsfall dahin abgeändert: Bei einer Haststrafe von sechs Monaten für jeden einzelnen Fall des Zuwiderhandelns. (Das Schicksal eines Millionenerben.) Ein ehemaliger Berliner Millionenerbe, der Schlosser Albert Rudloff, hat sich, wie amerikanische Blätter berichten, im Michigansee ertränkt.., ein gebürtiger Pommer, war in einem Berliner elektrotechnischen Institut mit einem mäßigen Wochenlohn angestellt, der kaum genügte, ihn und seine zahlreiche Familie zu ernähren. Unverhofft trat eine Wendung in seinem Schicksol ein. Ein Bruder seiner Mutter, den er zeitlebens nicht gekannt, starb in Amerika mit Hinterlassung eines, wenn auch nicht allzu bedeutenden Vermögens, aus dem die geschwätzige Fama bald eine„Millionenerbschaft“ machte. Auf die Mitkheilungen von Bekannten hin reiste der glückliche Millionenerbe, ohne nähere amtliche Nachrichten abzuwarten, mit Kind und Kegel über's Meer. Die Enttäuschung, welche seiner hier harrte, überwand er leicht, zumal er im Vergleich zu seinen Berliner Erwerbsverhältnissen sich immerhin ein kleiner Krösus dünken mochte. Allein, so tüchtig auch R. als Arbeiter gewesen war, mit Geld verstand er schlecht umzugehen. Er fiel bald Schwindlern und Projektenmachern in die Hände, die dazu beitrugen, daß die Erbschaft in nicht allzu langer Zeit beträchtlich zusammenschmolz. Mit den Resten seines Vermögens gründete R. in Illiois eine Kabelfabrik, die anfangs ganz gut gedieh. Allein das Glück blieb dem vom Arbeiter zum Fabrikanten Gewordenen nicht treu. Der spanisch=amerikanische Krieg legte das Geschäft für längere Zeit völlig lahm. Der„Millionenerbe“, der, als ex, ums liebe Brod arbeiten mußte, zufrieden gelebt, nahm sich seine Verluste so zu Herzen, daß er, auf einer Reise nach Chicago begriffen, sich in den Michigansee stürzte und den Tod fand. Ein Pistolenduell zwischen zwei Kaufmannslehrlingen hat vor einigen Tagen im Grunewald stattgefunden. Die Veranlassung war Eifersucht.(!) Beide Duellanten sind schwer verletzt. Als Sekundanten fungirten zwei Primanet eines Berliner Gymnasiums. Einen Arzt hatte man aus Furcht vor einer Entdeckung nicht mitgenommen, dagegen führte der eine der Sekundanten, ein in„Ehrenhändeln" bewanderter Jüngling, das nöthige Verbandzeug mit sich. Schon beim ersten Schuß wurden beide Duellanten schwer verletzt. Einer erhielt einen Schuß in den Mund, dem andern wurde der Oberarm zerschmettert. So gut es ging, wurden die beiden Kampfhähne auf dem Platze verbunden und dann mit Drosch= ken nach der Wohnung ihrer Eltern gebracht. Graz, 5. Sept. Einen kuriosen Brief, den ein hiesiger Kurpfuscher an einen seiner„Patienten“, den Privatgelehrten ., gerichtet hat, veröffentlicht eine ärztliche Fachzeitung: Herrn F. war gerathen worden, sich von einem Grazer Heilkünstler Alpenmoos kommen zu lassen, dessen Heilkraft gepriesen wird. Der Leidende ließ sich acht Sendungen für 20 Gulden(32 Mark) schicken und nahm gewissenhaft die daraus bereiteten Bäder. Als nach längerer Zeit auch nicht die geringste Heilung eintrat, drohte er dem„Naturarzt“ mit einer Anzeige. Hierauf erhielt er die folgende liebenswürdige Zuschrift: „Ihnen hat das Moos nicht geholfen, mir ja! Seit langer Zeit bereitete es mir ungeheure Schmerzen, daß das für das Leben Nothwendigste mir mehr und mehr abging. Ich kam daher auf den Gedanken, mich nach Mitmenschen umzusehen, die Ueberfluß an Lebenskräften besitzen. Zu diesen gehören auch Sie. Auf Ihren Wunsch trat ich mit Ihnen in ein Tausch=Geschäft. Ich sandte Ihnen das Moos meiner Berge und Sie mir das Moos Ihres Geldbeutels. Wenn Sie mit dem gelieferten Moose, welches Sie in gleicher Güte auch auf dem Berliner Markte haben können, im Herbste die Fensterritze gebörig verstopfen, werden Sie sicherlich weniger Zug und Schmerzen empfinden. Ebenso hat auch Ihr„Moos“ mir Linderung gebracht, denn es hat däzu geholfen, daß ich dem weiteren Reißen meines Geldbeutels Einhalt gebieten konnte. liebrigens bin ich, wenn diese Zeilen Sie erreichen, längst selbst ausgerissen. Drum Servus!" (Großstadt=Elend.] Die erschreckend vielen Selbstmorde, von denen die New=Yorker Zeitungen jetzt täglich berichten, veranlaßten ein amerikanisches Blatt, wieder einmal die allgemeine Aufmerksamkeit auf eine ganz besondere Straße in New=York zu lenken. Diese Straße führt den harmlosen Namen„Third Street"(Dritte Straße), ist aber der Polizei nur noch unter der unheimlichen Bezeichnung„Selbstmördergasse“ bekannt. Uebermäßig hohe düstere Miethskasernen stehen hier eine neben der anderen und sind vom Souterrain bis zu den Mansardenstübchen mit Ausländern— Deutschen, Ungarn, Italienern und Russen— bewohnt. Diese Leute, Frauen sowohl wie Männer, arbeiten in den großen Schneiderwerkstätten oder Cigarrenfabriken New=Yorks, wo sie zwar einen ganz guten Verdienst haben, sich aber sehr anstrengen müssen. Unter diesen Fremden in der amerikanischen Metro=, pole herrscht nun eine wahre Selbstmord=Epidemie. Die Männer tödten sich, weil sie infolge des starken Alkoholgenusses sehr häufig an momentaner Geistesstörung leiden, und die Frauen machen ihrem freudlosen Dasein in der Fremde ein Ende, weil sie überarbeitet, krank oder verlassen sind. Die Erstern erschießen sich in den meisten Fällen, die Letztern nehmen irgend ein furchtbares Gift, wie Pariser Grün oder Karbolsäure. Durchschnittlich beschließen in der Third Street jährlich 300. Menschen freiwillig ihr Leben. Von diesen 300 Fällen ereignen sich etwa 200 allein während des Sommers, und zwar wird die Hochfluth im August erreicht. Im vergangenen Jahre wurden in diesem Monat an manchen Tagen nicht weniger als 20 dieser unglückseligen Opfer in das Bellevne=Hospital gebracht. —(Ballgespräch.) Herr(nach latigem Schweigen):„Ich hätte nicht geglaubt, mein Fräulein, daß der Saal so hoch sei!“ Dame:„Doch er ist so hoch!“ —(Zeichensprache.) Erster Barbiergehülfe:„Donnerwetter, hast Du aber dem Herrn, den Du soeben rasirt, eine Schmarre beigebracht!“— Zweiter Barbiergehülfe:„Ja weißt Du, ich liebe im Geheimen seine Schwester, und der Schnitt auf der rechten Wange ist ein Zeichen für sie, daß ich diesen Abend komme!“ Genf, 11. Sept. Die Untersuchung der Leiche der Kaiserin von Oesterreich hat ergeben, daß der Stich 8½ cm tief eingedrungen und das Herz ganz durchbohrt war. Die Mordwaffe wurde auf dem Flur eines Hauses der Rue des Alpes gefunden; sie ist eine dreikantige Feile mit plumpem Holzstiel. Die Klinge hat 9,30 cm Länge. Die Spitze ist abgebrochen, wahrscheinlich durch den Wurf auf die Steinfließen. Neueste Nachrichten. Genf, 13. Sept.(Telegramm.) Der Mörder Luccheni erklärte, er habe keinen Mitschuldigen. Paris, 13. Sept.(Telegramm.) Das französische Cabinet will demissioniren, weil der Präsident Faure die Revision des Dreyfus=Prozesses für unmöglich erklärte. Muthmaßliche Witterung. Am 14.,9. Abwechselnd heiteres und wolkiges meist trockenes, Nachts kühles, bei Tage mäßig warmes Wetter. 15./9. Ziemlich heiter, trocken, Nacht kühl, Tag etwas wärmer. 16.9, Viellach heiter, trocken, eiwas wärner Die Heilversuche der kath. Triakeranstalt Vonderflüh in der Schweiz kann man nach dem im Mai erschienenen Bericht in drei Klassen eintheilen. Zur ersten Klasse sind jene zu zählen, die zur Einsicht gelangten, daß die gänzliche lebenslängliche Abstinenz das einzige Mittel zu ihrer Heilung sei. Zur zweiten Klasse gehören jene, die nur zur Ansicht kamen, daß sie sich mäßig halten sollen, also noch Alkoholisches trinken wollen, aber„nie im Uebermaß". Die dritte Klasse umfaßt jene, die zu nichts Bestimmtem zu bringen waren. Die der ersten Klasse sind als ganz geheilt zu betrachten. Die der zweiten Klasse mögen als gebessert gelten; sie stehen aber in beständiger größter Gefahr vollständigen Rückfalles. Die Mühe, welche wir der dritten Klasse zugewendet hatten, muß als größtentheils verloren angesehen werden. Nach diesen Gesichtspunkten stellt sich der Erfolg also: Zur ersten Klasse können bis dahin 9 gezählt werden, zur zweiten Klasse 6 und zur dritten ebenfalls 6. In Procenten ausgedrückt ergibt sich ein Resultat von 43 pCt. bei der ersten, 28,5 pCt. bei der zweiten und 28,5 pCt. bei der dritten Klasse. Es ist merkwürdig, wie wenig das Nationalessen unserer Stammesvettern, der Holländer und Engländer, die Puffbohne, dieses ebenso gesunde, wie wohlschmeckende Gemüse in Deutschland bekannt ist, nur am Rhein und in Westfalen ist es seit lange Lieblingsgericht von alt und jung, arm und reich. Seine Erklärung findet die Thatsache einmal darin, daß die feinen Puffbohnensorten, die man in England und Holland gezüchtet hat, in Deutschland bisher wenig Eingang gefunden haben — auch in Westfalen und am Rhein findet man oft hartschalige Sorten— dann aber ist die Art der Zubereitung wenig bekannt. In seiner neuesten Nummer bricht der praktische Rathgeber im Obst= und Gartenbau eine kräftige Lanze für die Einführung der überall leicht anzubauenden Puffbohne, indem er in Wort und Bild die besten englischen und holländischen Puffbohnensorten beschreibt und zum Schluß die Art der Zubereitung mittheilt. Gartenfreunde, die einmal einen Versuch mit dem Anbau der dankbaren Puffbohne machen wollen, mögen sich die Nummer des praktischen Rathgebers kommen lassen. Sie wird auf Anfrage gern umsonst von dem Geschäftsamt der rührigen Wochenschrift in Frankfurt a. Oder verschickt. Foulard-Seide 95 Pfg. den neuesten Dessins Me japanesische, chinesische 2c. in murnen Dessins und Karben, sowie schwarze,„weiße und fardige Pfg. bis Mk. 18,65 per Mete.— in -Seide von 75 Pig. bis nk. 15,00 per Meter— in den modernsten Geweben, Farben und Desstus. An Private pertound steuerfrei ins Haus. Muster umgebend. G. Henneberg's Seiden-Fabriken(k..k. Hlefl.) Zürich. Danksagung. Allen Freunden, Nachbarn, Verwandten und Bekannten sage ich für die innige Antheilnahme beim Tode und Begräbniss meiner lieben Frau meinen herzlichen Dank. Königswinter, 14. September 1898. Julius Rellensmann. Cacilien=Verein Freitag den 16. September Abends 9 Uhr Weneral-Versammlung. Tages=Ordnung: Feier des 25jähr. Stiftungsfestes; Programm; Wahl des Festlokals. Vorstand. #4# un etwaige Forder# ungen an mich werde ich von Samstag den 17. September ab, dem Tage meines Wegzuges von hier, nicht mehr aufkommen. Andreas Schwippert. Erfolg überraschend Rarten, Wäuse, sowie alle Nagethiere sind in einer Nacht durch Ißleib's Rattentodt radical sicher getödtet. Alle anderen Mittel sind durch mein Neues Präparat weit übertroffen. Schachtel 50 Pf. u. 1 Mk. bei Kuntz, Victoria=Drogerie, Hauptstraße. LieP Eie! täglich versch. Gefrorenes. Conditorei und Café Mertens. Tmobiirke Jrumer zu vermiethen. Tombergerstraße 17. „ 4 —4 Zimmer, Ruche und Zubehör von kleiner Familie zum 1. October gesucht. 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Johannisberger Cabinet-Quadrille(Contre). " 7. Rhein-Schaumwein-Galopp. " 8. Oppenheimer Kreuz Polka. " 9. Rauenthaler Walzer „ 10. Scharzhofberger-Polka " 11. Marcobrunner Quadrille à la cour(Lancier). " 12. Hochheimer Tyrollienne. " 13. Forster Traminer Rheinländer. " 14. Brauneberger Walzer. " 15. Winkler Hasensprung-Polka. " 16. Steinberger Cabinet-Marsch No. 1 bis 16 in einem Band Nk..—. Die Geister all der edlen Weine scheinen sich in diesen Tänzen versteckt au haben und nun in lebensprühendem Uebermuthe hervorzubrechen.— Das künstlerische, farbige Titelblatt zeigt in origineller Auffassung die Charakteristik der einzelnen Weine. Gegen verherige Einsendung des Betrages erfolgt Franke. zusendung. Ausführl. Nusikalien- Katalege und illustr. Instrumenten-Verzeichniss kestenfrei. Verlag vou P. J. Tonger, Köln a. Rh. Porinung. Kizligt. Hiermit beehre ich mich, zur Kenntniß zu bringen, daß ich mein seit vielen Jahren in Köln bestehendes O„ gegen Ende October nach Königswinter verlegen und gleichzeitig einen Detail=Verkaus zu billigsten Mille=Preisen eröffnen werde. Hochachtungsvoll Ernit Larke. Diejenigen Geschäfte in Königswinter, welche später Lieferungen in Drucksachen, Packpapier, Kordel, Briefpapier, Geschäftsconverts sowie auch in allen zum Haushalt nöthigen Artikeln machen wollen, bitte ich, mir ihre Adressen bis Ende September nach Köln, Peterstraße 43 zugehen zu lassen. Ernst Jarke. Sefferaffotel Königswinter. Einem geehrten Publikum die ergebene Mittheilung, daß mir der Alleinverkauf des Bieres aus der Ersten Pilsener Actien=Brauerei für hier und nächstgelegene Orte, übertragen wurde; ich halte dasselbe in meinem Hause Glasweise und nach Auswärts im Faß bestens empfohlen. Th. Plaubel. Reuheiten in Postrarten A. Tillen ein. Drachenfels-Plateau. Jeden Mittwoch Nachmittag 4 Uhr Grosses Militär-Frei-Concert, ausgeführt von der Capelle des Pionier-Bataillons Nr. 8 aus Coblenz unter Leitung des Kgl. Musikdirigenten HEIDER. „" 5• Jeden Mittwoch Nachmittag Grosses Militär-Frei-Concert ausgeführt von dem Musikcorps des Schlesw. Holst. FussartillerieRegiments Nr. 9 aus Coblenz unter persönlicher Leitung des Musikdirigenten Herrn W. Prellberg. Letzter Zug ab Petorsberg 10 Uhr Abends. 04. " für Anzüge, Hosen, Ueberzieher, MilitärX hosen zeigi ergebenst an Den Empfang der neuesten Herbst- u. Winterstoffe Joh. Rönz, Tuch= und Maaßgeschäft. NB. Habe einen Posten Reste sehr billig abzugeben. Anzüge für Reservisten sehr billig. * 2 3 3 : OA Für Besitzer von Brüchen u. Gruben. Die Polizei Verordnung der Kgl. Regierung vom 27. Aug. d.., welche am Eingang zu den Brüchen angeheftet und jedem Arbeiter eingehändigt werden muß. hält vorräthig die Buchdruckerei von A. Tillewein. Preis: In Partien 8 Pfg. pro Stück, Einzelpreis 10 Pfg. 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