Scheele Hin„ 32. Jahrgang. Königswinter, Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis vierteljährlich 1 Mk. 25 Pfg. Durch die Post bezogen vierteljährlich 1 Mk. 25 Pfg. Anzeigen: die 6spaltige Garmond=Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Petosten Drack aund fiortag Samstag den 3. September 1898. N 71 Agentur: Niederdollendorf, Wittwe Weber. Expedition: Königswinter, Hauptstraße Nr. 69. ie et ce. Deutschland. Berlin, 1. September. Der Kaiser und die Kaiserin werden um die Mitte des November mit einem Gefolge von 85 Personen auf der Dacht„Hohenzollern“ in Alexandrien eintreffen, wohin der Khedive mit seinem Bruder, dem Prinzen Mohammed Ali, dem Kaiserpaar entgegen reisen wird. Nach kurzem Aufenthalt in Alexandrien wird die Reise nach Kairo fortgesetzt. Für die Dauer dieses ersten Aufenthaltes in Kairo sind vier Tage vorgesehen. Am Abend des zweiten Tages wird der Khedive seinen Gästen ein Festmahl zu 120 Gedecken geben, an dem die Prinzen der viceköniglichen Familie, die Spitzen des kaiserlichen Gefolges, die Staatsminister und das diplomatische Corvs theilnehmen sollen. Ferner sind Ausflüge nach den Pyramiden von Gizeh, der Stufenpyramide von Saygarah und nach dem großen Nilstauwerk unweit Qualiub geplant. Alsdann soll eine etwa zwölftägige Yachtfahrt bis zum ersten Nilfalle folgen, wobei der Khedive seine Gäste begleiten wird. Nach der Rückkehr aus Oberägypten würden der Kaiser und die Kaiserin noch einige Tage in Kairo verweilen, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen zu lernen. — Der russische Abrüstungsvorschlag beschäftigt seit Montag die gesammte Presse. Namentlich conservative Blätter äußern sich überaus skeptisch, wenn auch selbstverständlich den Absichten voller Beifall bezeugt wird. Die„Hamb. Nachr." glauben auf Grund von Gesprächen, die der Vertreter des Blattes in den letzten Jahren mit dem Fürsten Bismarck über die Abrüstungsfrage geführt hat, daß Bismarck, wenn er den russischen Vorschlag noch erlebt hätte, etwa in folgender Weise zu ihm Stellung genommen hätte: Zweifellos hätte er der menschen= und völkerfreundlichen Absicht, die den Kaiser Nikolaus bei seinem Vorgehen geleitet hat, seine ehrfurchtsvolle Anerkennung nicht versagt. Ebenso sicher aber sind wir auch, daß er an die Möglichkeit, auf dem vorgeschlagenen Wege zu einem Ergebniß zu gelangen, das die Urheber der Idee befriedigt, gleichzeitig aber auch den Lebensinteressen einzelner Staaten genügende Sicherheit gewährt hätte, nicht geglaubt haben, und am allerwenigsten der Meinung gewesen sein würde, daß die Lage, in der sich Deutschland befinde, gestatte, auf das bisherige Maß von Rüstungen zu verzichten. — Die französischen Zeitungen erklären fast alle, Frankreich müsse im Grundsatz der Conferenz zustimmen, viele meinen jedoch, der Abrüstung müsse die Umgestaltung der Karte Europas vorangehen. Der„Matin" bemerkt, diese Umgestaltung sei eine Uropie, folglich sei es auch die Abrüstung. Der„Gaulois“ sagt, zwei„Fragen“ müßten vorher geregelt werden, die elsässische und die ägyptische. — Es kann als sicher gelten, daß das neue preußische Abgeordnetenhaus sich bereits in seiner ersten Session mit einer Revision des Gemeindewahlgesetzes zu beschäftigen haben wird. Die Regierung ihrerseits hat stets betont, daß Dämonen des Hasses. Eine Geschichte von der hannoversch=holländischen Grenze. Von Th. Schmidt. (Unbefugter Abdruck wird gerichtlich verfolgt.) (38. Fortsetzung.) „Aber deshalb brauchen Sie sich doch keine Vorwürfe zu machen, Frau Professor." „Doch, doch, er darf sich ja nicht aufregen; ach, wenn er sterden sollte, habe ich ihn auf dem Gewissen." „Ich glaube, Sie können darüber ganz ruhig sein. Ich habe noch niemals einen Menschen von einer freudigen Ueberraschung sterben sehen,“ tröstete sie die Alte.„In Romanen liest man ja immer, daß kranke junge Leute viel schneller gesund werden, wenn man ihnen den häufigen Anblick der oder des Geliebten gestattet“ Um die Frau Professor noch einige Zeit in der Küche festzuhalten, sie nahm an, daß die beiden Liebenden sich während der Zeit sehr gut unterhalten würden— so griff sie zu einer List. „Das Wasser, das Sie da gepumpt haben," begann sie, „wird nicht kalt genug zu Umschlägen sein, Frau Professor, denn es hat bereits längere Zeit in der Pumpe und den Röhren in der warmen Küche gestanden. Warten Sie, ich pumpe erst einige Eimer voll weg, nachher haben Sie schönes kaltes Erdwasser.“ Bei diesen Worten nahm sie der erregten Dame das Waschbecken ohne weiteres aus der Hand und goß dessen Inhalt in den Rinnstein. Dann begann sie gemächlich zu pumpen. Dabei sing sie an, ihr des Langen und Breiten Die Geschichte von einem vor Freude varück gewordenen zu erzächlen. „Schen Sie, dieser einfältige Mensch gewann das große Toob. Varüder wurde er so aufgeregt und gerieth vor Freude sie der Revision von 1892/93 nur einen vorläufigen Character zuerkenne, und bei der letzten Etatsberathung hat der Vicepräsident des preußischen Staatsministeriums, Finanz= minister Dr. v. Miquel, ausdrücklich anerkannt, daß eine Aenderung des Gemeindewahlgesetzes im Sinne einer Aufhebung der plutokratischen Wirkung der Steuerreformgesetzgebung dringend nothwendig erscheine. Berlin, 30. Aug. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt anläßlich des morgigen Regierungsantritts der Königin Wilhelmina der Niederlande: Auch Deutschland begleitet das Ereigniß mit lebhafter Theilnahme. Es ist ein wohlbestelltes, mühevoll gewonnenes und klug zusammengehaltenes Erbe, das die junge Königin antritt. Daß sie dies Erbe gut verwalten und das Land zu einem fortgesetzten Gedeihen regieren wird, dafür wollen wir ihr Oranierthum als Bürgschaft nehmen, welches von deutschem Boden Zähigkeit und Kraft gewann und zugleich mit großem staatsmännischen Talent begabt den Grund schuf für Hollands Wachsen und Blühen. Deutschland bringt der jugendfrischen anmuthigen Königin den aufrichtigen Wunsch dar, ihre Regierung sei immer gesegnet und in inniger Harmonie mit dem starken Volke zum Heil des Landes. — Letzter Tage wurde dem Koiser eine Wandtafel der deutschen Kriegsschiffe vorgelegt, die in Schulen und sonstigen Bildungsanstalten Verwendung finden soll. Die Tafel zeigt in klarem Farbendruck die wichtigsten deutschen Kriegsschiffarten, wie das neue Linienschiff„Kaiser Friedrich III.“ in einer Seiten= und Vorderansicht unter Dampf. im Längsdurchschnitt und in einer Deckansicht, den Panzerkreuzer „Fürst Bismarck", den großen Kreuzer„Freya“, den kleinen Kreuzer„Geier“ und ein Torpedoboot, mithin Kriegsfahrzeuge, von denen die Mehrzahl in den nächsten Monaten ihrer Vollendung entgegensieht. Auch dem Reichstage beabsichtigt, nach dem„Hamb. Corr.“, der Kaiser eine derartige Tafel zu überweisen. — In der 1. Sitzung der Generalversammlung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen wurde die Vereinbarung über die Verausgabung von Rundreiseheften auf die Jahre 1899/1900 verlängert, dagegen jede Erhöhung der Gültigkeitsdauer für Rundreisehefte über die jetzige Norm abgelehnt. — Der 7. allgemeine deutsche Bergmannstag wählte in seiner Schlußsitzung Dortmund als nächsten Versammlungsort. Holland. Königin Wilhelmina hat, da sie großjährig geworden, nunmehr die Regierung übernommen. In einer von allen Ministern gegengezeichneten Kundgebung der jungen Königin heißt es:„Mein Wunsch ist zu herrschen, wie man es von einer Königin aus dem Hause Oranien erwartet, treu der Verfassung, aufrecht zu erhalten die Achtung für den Namen und das Banner Niederlands; mein Wunsch ist, mit Gerechtigkeit über die Besitzungen und Colonien in Ost und West zu herrschen, und soweit es in meinen Kräften steht, so außer sich, daß er'n paar Tage nachher in's Irrenhaus gesteckt werden mußte; er war verrückt geworden und das hatte der Dummkopf garnicht nöthig. Denn kaum befand er sich im Irrenhause, da wurde die ganze Lotterieziehung für ungültig erklärt, weil sich bei der Ziehung ein Fehler eingeschlichen hatte. Sehen Sie, Frau Professor, närrisch kann man danach vor Freude wohl werden, ober„vor Freude sterben“, nein, das ist blos so’ne Redensart. Ihr Herr Sohn ist ein durchaus gesunder, kräftiger.....“ „Aber, ich bitte, Frau Burghard— ich muß jetzt wirklich zu dem Kranken; er liegt ohne jeden Verband," fiel die Dame der Redenden ungeduldig in's Wort. „Ich bin jetzt fertig. So, hier ist anderes, kälteres Wasser, das wird Ihrem Sohne wohlthun,“ antwortete die kluge Frau Burghard. Der Alten das Gefäß hastig aus der Hand nehmend, zur Vermehrung ihres materiellen und geistigen Wohlbefindens beizutragen. Ich hoffe und erwarte, daß mir niemals Euer Aller Unterstützung fehlen wird, um welchen officiellen oder socialen Stand es sich auch handeln möge, innerhalb oder außerhalb des Königreiches. Indem Ich Mich Gott befehle, und ihn bitte, Mir Kraft zu verleihen, trete Ich die Regierung an.“ 30. Aug. Eine Sonderausgabe des Staatsblatt veröffentlicht folgende Proclamation der Königin= Regentin: „Die Aufgabe, die mir im Jahre 1890 anvertraut worden ist, ist bald beendet. Ich habe das unschätzbare Glück, meine geliebte Tochter das Alter erreichen zu sehen, wo sie nach der Verfassung berufen ist, zu regieren. In den Tagen des Schmerzes und der Trauer übernahm ich das Amt der Regentin. Heute vereinigt sich das ganze Volk froh um den Thron der jungen Königin. Gott hat mir geholfen und meine innigsten Wünsche erhört. Ich danke allen, die mich durch Rathschläge unterstützten und mir halfen in hingebender Liebe. Möge das Land und die Colonien gedeihen unter der Regierung der Königin Wilhelmine, möge es groß sein in allem, worin ein kleines Volk groß sein kann. Ich ziehe mich zurück von der hohen Stelle, die ich im Staate innegehabt habe mit dem heißen Wunsche, Gott möge die Königin und das Volk, die durch die engsten Bande verknüpft sind, segnen. Emma." Frankreich. Wie man sich erinnert, hatte der Kriegsminister Cavaignac in der Deputirtenkammer das Schriftstück vorgelesen, das er als Dreyfus am meisten belastend bezeichnet hatte. In diesem war Dreyfus mit vollem Namen genannt. Es hatte folgenden Wortlaut:„Ich habe gelesen, daß ein Deputirter über Dreyfus interpelliren wird. Wenn der Kaiser mich fragt, dann werde ich niemals sagen, daß ich Beziehungen zu diesem Juden gehabt habe; das ist abgemacht. Wenn man Sie fragt, sagen Sie auch so, denn Niemand darf jemals wissen, was mit ihm vorgegangen ist.“ Dieses Schreiben sollte, wie aus dem Zusammenhange der Dinge geschlossen werden mußte, vom deutschen Obersten von Schwarz= koppen herrühren.— Die Echtheit dieses Schriftstückes bezweifelte der Kriegsminister seit einiger Zeit, nachdem Oberst Picquart es längst als eine Fälschung bezeichnet hatte. Dienstag ließ der Minister den Oberst Henry rufen und verhörte ihn in Gegenwart seines Kabinets=Directors, des Generals Rosé, über die Art, wie die Schriftstücke in seine Hände gekommen seien. Nach einigem Zögern hat Henry eingestanden, die Schriftstücke gefälscht zu haben und versuchte darzulegen, er habe es Angesichts der Nothwendigkeit gethan, neue Beweise für die Schuld des Dreysus herbeizuschaffen. Cavaignac war durch diese Enthüllung auf das Tiefste ergriffen, ordnete aber die sofortige Festnahme Henry's an.— Natürlich erregen Geständniß und Verhaftung das denkbar größte Aufsehen.„Eclair“, welcher zu den dem Generalstabe nahe stehenden Blättern gehört, erzählt, Henry habe vorgegeben, empfing die Frau Burghard das zu ihr in die Küche tretende junge Mädchen, auf dessen Antlitz Freude und Mißbehagen um die Oberhand kämpften. Marie verbarg ihr Gesicht schluchzend am Busen der guten Alten. „Er liebt mich noch, ach, er ist so gut, so gut! Als seine Mutter forteilte, um Wasser zu holen, ging ich langsam hinter ihr her; sie wollte ja, daß ich das Zimmer verlassen solle. Da rief er meinen Namen, und ich konnte nicht widerstehen. Ich ging zu ihm, dankte ihm dafür, daß er mich doch noch lieb behalten hätte und bat ihn, er möge mir und sich den Abschied nicht noch schwerer machen, wir müßten uns für immer trennen, seine Mutter wünsche das; er würde es wohl schon an dem Benehmen derselben gemerkt haben, daß ich ihr nicht gefiele. Da richtete er sich auf, griff nach meiner Hand und zog mich zu sich nieder. Sprich eilte die Frau Professorin quer über die Hausdiele in da# zetzt nicht von Trennung, mein Alles,“ sagte er, ich liebe gewöhnliche Wohnzimmer und durch dieses in die K.] Dich mohr wie je und werde Dich zu erringen suchon end gewohntahe Wohnzimmer, und durch bieses in die S###0# Stube. Hier trat ihr Marie mit dem Wunsche entgen#n, sich zu verabschieden. Die Frau Professor warf auf das Antlitz der Zurückgebliebenen einen forschenden Blick, und da sie keinerlei Zeichen dafür zu entdecken glaubte, daß während ihrer Abwesenheit eine Unterredung zwischen den Liebenden stattgefunden habe, streckte sie Marie mit dem ihr immer zur Verfügung stehenden glatten, verbindlichen Lächeln die eine freie Hand hin. „Leben Sie wohl, mein liebes Fräulein Schmedes, ich wünsche Ihnen alles Liebe und Gute. Vergessen Sie nicht, was Sie vorhin der um ihren Sohn besorgten Mutter gelobten.“ „Ich werde nichts vergessen, Frau Professor. Leben Sie wohl! Ich wünsche Ihrem Herrn Sohn gute Besserung", antwortete Marie tiefernsten Antlitzes. „Ra, min lütt' Deern. Allens wedder in Ordnung?“ Dich meyr wie je und werde Dich zu erringen suchen und wenn die ganze Welt sich gegen mich erklären sollte.“ Ich konnte nichts sagen, denn er ließ mich garnicht zu Worte kommen.....“ „Vor lauter Küssen!“ schaltete die erfreute Alte ein.„Nu, seh mir einer an kann kaum wieder n' Finger rühren und thut schon so, als säße er mit der Liebsten mutterseelenallein in der Geisblattlaube dahinten in unserm Garten. Ja die Jugend, die Jugend! Hat wirklich Temperament, der junge Herr. Na, nu ist alles gut, min lütt Deern. Das Andere findet sich später. Habe mich königlich gefreut, die kluge Frau Professor hier in der Küche eine Weile an der Nase herumführen zu können, damit min lütt Küken mit'n Schatz sick freuen kunn.“ Marie schüttelte zwischen Lachen und Weinen den Kopf. „Die Mutter hat zu viel Dünkel, sie wird mich nicht als ihre Tochter anerkennen wollen, und er verehrt sie zu sehr, als daß er sich ihrem Willen auf die Dauer widersetzt. daß der Brief von einer sowohl militärische wie diplomatische Missionen ausübenden Person herrühre. Das Blatt verlangt die rücksichtsloseste Züchtigung Henry's, der das denkbar infamste Verbrechen begangen habe. Die radikalen Blätter sprechen die Hoffnung aus, Covaignac werde nunmehr offen seinen Irrthum eingestehen.— Der„Figaro“ schreibt, Schmerz und Trauer werde die Armee erfüllen, wenn sie erfahren wird, daß der Chef des Insormationsbureaus solche Missebeging und seine Vorgesetzten so schändlich täuschen konnte.— Allgemein glaubt man und verlangt man, daß die Revision des Prozesses Dreysus nunmehr vor sich gehe. Paris, 1. Sept. Oberstlieutenant Heury hat sich im Gefängniß entleibt, er durchschnitt sich die Kehle mit einem Rasirmesser. Henry stand im 51. Lebensjahre; er hinterläßt eine junge Wittwe und einen Sohn von 4 Jahren. Paris, 1. Sept. Der Generalstabschef de Boisdeffre erbat wegen der Henry=Angelegenheit seine Verabschiedung; Cavaignac nahm das Gesuch auf Drängen Boisdeffre unter Anerkennung von dessen Loyalität an. Italien. Rom, 30. Aug. Der russische Vertreter bei dem Vatican überreichte heute dem Cardinal=Staatssekretär Rampolla den Text der Note des Grafen Murawiew betr. den AbrüstungsVorschlag. Rampolla wird die Note offiziell beantworten. Der Papst beglückwünschte den Kaiser Nicolaus bereits gestern telegraphisch zu der von ihm in so hochherziger Weise ergriffenen Initiative —(Entwässerung der italienischen Sümpfe.) Endlich ist in Italien ein Gesetz zur Annahme gelangt, daß die Trockenlegung der zahlreichen Sumpfgebiete und dadurch ihre Umwandlung in fruchtbares Ackerland anordnet. Die Durchführung der umfassenden Arbeiten wird etwa 24 Jahre in Anspruch nehmen und einen Kostenaufwand von insgesammt 304 Millionen Lire verursachen. Nach der Vollendung dieser Arbeiten kann man annehmen, daß die heute im Königreich Italien an so sehr vielen Orten bestehenden ungesunden Verhältnisse beseitigt sein werden. Das Land, das durch die Korrektionsarbeiten gewonnen werden wird, hat eine Ausdehnung von fast 1 200 000 ha! Die Mehrzahl der Anlagen wird im östlichen Theil der oberitalienischen Tiefebene, den Provinzen Venedig, Udine und Padna ausgeführt werden; dann folgen Apulien, Calabrien, Campanien, Sizilien und Sardinien. Spanien. General Weyler erklärte, er werde in das politische Leben wieder eintreten, den Cortes ihre Verantwortlichkeit auseinandersetzen und nationale Politik treiben. Der General sprach sich für eine Militärdiktatur zur Neugestaltung der Armee und Flotte aus, sagte, er sei kein Anhänger eines Regierungswechsels und fügte hinzu, Spanien müsse aus seiner internationalen Neutralität heraustreten, um bereit zu sein, falls England seinen Besitz um Gibraltar herum weiter ausdehnen wolle. Man solle lieber die Philippinen aufgeben, deren Bedeutung er nicht einzusehen vermöge. Amerika. Der Schatzsekretär Gayn soll gesagt haben, die Armoe der Vereinigten Staaten müsse vermehrt, nicht verringert werden, und auch die Flotte werde stetig vergrößert werden, wenn der Congreß die gegenwärtige Verwaltung unterstütze.— — General Miles richtet schwere Anklagen gegen den Kriegsminister Alger. Man glaubt, er wolle den Staatsminister zwingen, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen, da er glaube, daß so die Wahrheit an den Tag komme. Vermischte Nachrichten. * Königswinter, 2. Sept. Die diesjährige GeneralVersammlung des Bezirks=Cäcilien=Vereins des Dekanates Königswinter, welche ursprünglich in Oberkassel stattfinden sollte, wird nunmehr in Unkel abgehalten werden und zwar am Sonntag den 25. September. Auch der hiesige Cäcilien= Verein wird laut Beschluß der heutigen Versammlung an derselben theilnehmen. * Königswinter, 2. Sept. Ein noch jugendlicher Schwindler Namens I. Berg, welcher sich in Bonn seit einiger Zeit eingemiethet, trieb sein Unwesen in den letzten Tagen auch in hiesiger Stadt. In Meckenheim hatte er sich unter Vorspiegelung falscher Thatsachen Cigarren zu verschaffen gewußt und dieselben zum Spottpreise hier verkauft. Die Polizei fahndet eifrig nach dem Betrüger, doch gelang es leider bis jetzt noch nicht, seiner habhaft zu werden §§ Königswinter, 3. Sept. Ein heiterer Vorfall ereignete sich heute Morgen auf dem hiesigen Standesamte. Ein junges Pärchen, Wiener Kinder, tritt ein.„Was wünschen Sie“ fragt der Standesbeamte. Da nimmt Sie das Wort und trägt dem Beamten mit ernster Miene auf. ihren Begleiter ins Geburtsregister einzutragen. Lächelnd stellt der Beamte ihr vor, daß die Erfüllung dieses Wunsches wohl nicht angehe. Er greift nan aber in die Unterhaltung ein und verlangt berichtigend Eintragung in's eiraths register.„Das fällt mir doch nicht ein", tönt es da von den Lippen der vermeintlichen Braut, sprach's, macht kehrt und verläßt eiligst das bedeutungsvolle Gemoch. Der verblüffte Bräutigam— was blieb ihm übrig als denselben Weg zu wandeln, und mit der Heirath war es aus. Für immer? * N e u e s t e N a c h r i c h t e n. Pest,.2Sept.(Telegramm.) Die Zeitung„Budapesti Naplo“ meldet die Entdeckung eines Complots zur Ermordung des Ministerpräsidenten Banffy. Hannover, 2. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin hielten heute ihren Einzug in Hannover. Sie kennen ja auch meinen Vater, sollte derselbe, auch nur als leise Andeutung, erfahren, daß die Eltern Gustavs dessen Wahl nicht billigen, oder daß sie glauben, der Liebe des Sohnes ein Opser bringen zu müssen, dann wird er niemals seine Einwilligung zu unserer Verbindung geben. Er hat mir jetzt schon, infolge des Verhaltens Gustavs in der letzten Zeit, die Wiederanknüpfung eines Verkehrs mit ihm verboten.“ Frau Burghard tröstete ihre„lütt' Deern.“ „Derartige Schwierigkeiten stellen sich oft der Verbindung zweier liebenden Herzen entgegen. Das sind aber Nebensachen, die Hauptsache bleibt, daß Ihr Beide treu zusammen wate. Sie begleitete Marie in eifrigem Gesprach noch eine Strecke Weges aus dem Dorse und kehrte zufrieden mit dem Verlaufe des Besuches ihres Schützlings nach Hause zurück. Zwischen der Frau Professor und ihrem Sohn, dessen Besserung rasche Schritte machte, fanden in den nächsten Tagen mehrere, ziemlich erregte Unterredungen statt, und zum ersten Male erfuhr die Frau Professor, daß„ihr Junge" ein selbstständiger Mann geworden war, der sich ihrem Willen widersetzte. Einsehend, daß der Sohn nicht von dem Mädchen lassen werde, nahm sie zuletzt ihre Zuflucht zu ihrem Manne. Sie schrieb demselben in einem langen Briefe, was sie entdeckt habe, und bat ihn, er möge seinen ganzen Einy. fluß als Vater aufbieten, um dem„von der Schönheit des Mädchens geblendeten Kurzsichtigen" diese Liebschaft aus dem Kopfe zu reden. Aber die Frau Professor mußte auch hier erleben, daß sie mit ihrer Ansicht allein blieb. Der Herr Professor, der selbst aus bäuerlichen Kreisen stammte, schrieb seiner Frau, daß er gar nicht einsehen könne, wie sein wohlerzogener und für alles Schöne und Wahre begeisterter Sohn, indem er sich seine demnächstige Frau aus bäuerlichen Kreisen wählte, einen argen Fehlgriff gethan haben sollte. Wie sie, seine Frau, ja selbst schriebe, sei das junge Mädchen hübsch und gebildet, das wäre doch schon etwas. Daß sie in schlichten, ländlichen Verhältnissen aufgewachsen sei, bedeute für ihn schon mehr; noch mehr aber schätze er an dem Mädchen, daß sie die Tochter eines Mannes sei, der sich aus kleinbäuerlichem Verhältniß zu einem weit und breit geachteten größeren Grundbesitzer aufgeschwungen habe, dessen Intelligenz und reiche Lebenserfahrung, namentGartenbau=Ausstellung Godesberg. Der freundliche, vielbesuchte Badeort, dessen prächtige Gartenanlagen nicht allein in Fach=, sondern auch in Privatkreisen weit und breit bekannt sind, wird in den Tagen vom 10. bis 18. September eine ganz besondere Anziehung bieten durch eine von den vereinigten Handels= und Privatgärtnern des Bürgermeistereibezirks Godesberg arrangirte Gartenbau=Ausstellung, über die in gütiger Weise Ihre Kgl. Hoheit die Frau Prinzeß Adolph zu Schaumburg=Lippe das Protectorat übernommen hat. Bedeutende Anstrengungen seitens der betheiligten Fachleute von Godesberg. Rüngsdorf, Plittersdorf und Mehlem werden gemacht, um in den Anlagen des Kurparks und eigens für den Zweck angelegten, anschließenden Terrain von annähernd 4 Morgen eine Blumen=, Pflanzen=, Obst= und Gemüseschau zu Stande zu bringen, die weit über die Grenzen Godesbergs Beachtung und Besuch zu erhalten verdient. Während die sachlichen Aussteller, deren Zahl fast 50 beträgt, nur aus dem Bürgermeistereibezirk zugelassen sind, werden gewerbliche Aussteller in Gewächshäusern. Heizungsanlagen, Kesseln, Maschinen, Gartenausstellungsstücken und =Geräthen 2c. auch von auswärts zugelassen und sind deren selbst von Berlin, Leipzig, Elberfeld, Köln, Bonn und anderen Orten zur Betheiligung angemeldet. Ueber 1200 Quadratmeter Zelte werden neben dem Kurparkssaal die feinern Pflanzenbestände, Tafeldicorationen, Blumenarrangements, Obst= u. Gemüsesammlungen beherbergen. Militärconcerte und Gartenfeste werden zur weitern Unterhaltung der Besucher beitragen. Mit der Ausstellung ist eine große Verloosung von Pflan zen und sachlich nützenden Gegenständen verbunden, deren Ziehung am letzten Samstag, den 17. September stattfindet. Daß den Besuchern etwas ganz besonders Schönes und Reichhaltiges geboten wird, dafür bürgt Godesberg's bekannter Ruf als Gartenstadt. Sonntag den 4. ds. Mts. 5 von Nachmittags 4 Uhr ab: am 0 Es ladet freundlichst ein Institut für 9 künstliche Zähne à 2 M. an, sowie sämmtliche Zahnoperationen, Nervtöten, schmerzl. Ausziehen, Plom biren mit Gold, Silber und Emaille, Zahnreinigen usw. Schonende Behandlung. Billigste Preise. Jos. Butzbach. Bonn—Poppelsdorf. Schwarzer Sonnenschirm gefüttert) mit braunem Stock, verloren oder stehen gelassen. Gegen Belohnung abzugeben J. Richarz. Ein zuverlässiges Mädchen für alle häusliche Arbeit, welches nach Hause schlafen gehen kann, für sofort gesucht. Näheres in d. Exped. d. Bl. Schöne, bequem eingerichtete Erste Etage zu vermiethen. Wo sogt die Expedition. 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Kleine Liebschaften, vorübergehende Backfischliebeleien mache wohl jedes junge Mädchen durch; und für das Uebrige dürfe man die Tochter des Schmedes nicht verantwortlich machen. Er habe zu seinem„Jungen“" das Vertrauen, daß er ihm, dem Vater, keine Unwürdige als seine Braut zuführen werde. Gewiß hätte er es gern gesehen, wenn Gustav auf den Wunsch seiner Mutter, ihn mit der Tochter seines hohen Vorgesetzten in Hannover verlobt und verheirathet zu sehen, um dadurch später besser Carriere zu machen, eingegangen wäre, aber in Herzensangelegenheiten dürfe man sich ohne zwingende Gründe nicht einmischen. Die Frau Professor war nach Empfang dieses Briefes nurg verstimmt, sie ließ das aber weder dem Sohne, noch u beiden Alten merken. War sie erst wieder in Hannover, dann wollte sie ihrem Manne schon klar machen, daß aus der Geschichte nichts werden könne. Da sie fühlte, daß die Frau Burghard seit dem Besuche Mariens weniger mittheilsam war, als früher und ihr im Geheimen wegen der ihrem Schützling abgepreßten Verzichtleistung auf eine Verbindung mit ihrem Sohne grollte, da ferner letzterer seit einigen Tagen schon ohne ihre Pflege fertig werden konnte, so beschloß sie. ihren Reisekoffer zu packen und nach Hannover zurückzukehren. Von Marie wurde in diesen Tagen in Gegenwart der beiden Alten kein Wort weiter gesprochen. Es lag dazu für keinen ein Bedürfaiß vor. Kurz vorr der Abreise kam sie noch einmat auf vie Liebesaffaire ihres Sohnes zu sprechen, von der sie in zwei Tagen auch in des letztern Gegenwart kein Wort erwöhnt hatte. Sie rechneße dabei auf die ernste, leichter zum Nachgeben bereit machende Stimmung einer Abschiedsstunde. Allein, Papier=Tervietten. Zu haben bei A. Tillewein. ihr Sohn blieb ganz gegen ihre Erwartung bei seinem Vor„Liebste Mama. Du weißt, daß ich Dir immer ein folgsamer Sohn war und daß ich Dich so verehre, wie eine Mutter verehrt und geliebt werden soll; wenigstens habe ich mich bestrebt, Dir all' Deine unendliche Mühe und Langmuth, die Du an meine Pflege und Erziehung wandtest, mit tausend Zeichen der Liebe und Dankbarkeit in Etwas gut zu machen, ganz vermag das wohl kaum ein Mensch— aber in diesem einen Falle kann ich Dir nicht folgen; es schmerzt mich das tief, allein ich kann nicht anders handeln. Würde ich Dir folgen, so handelte ich an Marie Schmedes nicht wie ein ehrenhafter Mann. Sieh, liebste Mama, noch vor Kurzem dachte ich, daß es mir leicht fallen würde, sie zu vergessen; aber ich habe inzwischen eingesehen, daß ich im Affect und ohne Ueberlegung handele. Sag mir, bitte, was gefällt Dir an meiner Marie nicht?“ „Ich kenne die junge Dame noch viel zu wenig, um ein Urtheil über sie abgeben zu können, persönlich mißfällt sie mir durchaus nicht— aber die Sphäre, in der sie lebt, die „Schenkwirthstochter“! Junge, wie kamst Du nur auf die Idee, dieses Mädchen heirathen zu wollen, wo Dir die Thür zu der Familie Deines einflußreichen Vorgesetzten so weit offen steht? Was würden dessen Damen und er selbst, der alte freundliche Herr, von mir denken, wenn ich ihnen Deinen Entschluß mittheilte? Ich hatte wit der Frau Obersteuerräthin schon alles geordnet, die Tochter war schon auf alles vorbereitet, sie soll sich wirklich glücklich geschätzt haben, auf Dich weiberscheuen Menschen Eindruck gemacht zu haben.“ „Mama. Du weißt doch, daß ich Dich von Aafang an über meine Meinung oder richtiger Adneigung betreffs der jungen Dame nicht im Unklaren gelassen habe. Du weißt auch, daß mir nichts verhaßter ist, als diese Gevatterschaft in den höheren Beamtenstellen, zu denen sich leider so oft die Unfähigsten hinaufzukriechen verstehen. Papa weiß ja ein Lied von dieser Protektionswirthschaft zu singen. Kann ich nicht selbst durch meine Kenntnisse und Aufführung vorwärts kommen in meinem Berufe, so will ich wenigstens ein ehrlicher Mann bleiben und an der Seite eines herzensreinen und gemüthstiefen Wesens das echte und wahre Glück genießen, das ich im Zusammenleben mit einer ungeliebten Frau in einer durch Preisgabe meiner Selbstständigkeit erlangten höheren Stellung doch nie finden wärde.“ Woter Karsohel, Königswinter, Bahnhofstr. 4, Mittelpunkt zwischen Rhein und Bahnhof. Vollständig neu renovirt. 11 Naturreine Weine von den vereinigten Weinbau## genossenschaften der Rheinprovinz. 5# Bowle mit Zubehör, per Flasche 1 Mk. 68 : F e l n s t e M ü n c h e n e r. P i l s e n e r u n d Dortmunder Biere. Vorzügliche Küche. 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Die alljährliche Prozession fährt in diesem Jahre mit gut eingerichtetem Extra=Dampfboot der Köln=Düsseldorfer Dampfschiff=Gesellschaft. Abfahrt von Bonn: Montag den 5. Sept. 1898. Prozessions=Auszug aus der Münsterkirche: Morgens ½7 Uhr nach dem Rhein, Rheingasse. Abfahrt 7 Uhr, in Begleitung von 3 Herren Geistlichen. Rückfahrt von Bornhofen: Dienstag den 6. September, Morgens gegen 9 Uhr bis Coblenz, damit diejenigen, welche es wünschen, den Arenberg(rothen Hahn) bequem besuchen können. Abfahrt von Coblenz 2½ Uhr, Ankuuft in Bonn gegen 6 Uhr. Das Schiff legt bei der Hin= und Rückfahrt in Königswinter an. Preis für Hin= und Rückfahrt 3 Mark 20 Pfg. Der hauptsächlichste Zweck dieser Prozession ist: In christlicher Vereinigung durch frommes Gebet und durch die Verehrung und Anrufung der schmerzhaften Gottes=Mutter Maria ihre mächtige Fürbitte bei ihrem Sohne Jesus Christus zu erlangen, damit Er unsere Stadt, unser Vaterland und die ganze Christenheit vor den Drangsalen des Krieges, schäd lichen Ungewittern, ansteckenden Krankheiten und allen Uebeln des Leibes und der Seele bewahren wolle. Karten sind nur zu haben bis Sonntag den 4. September, Nachmittogs 2 Uhr, bei den Herren: G. Schmidt, Acherstraße 11; C. Tondorf, Sternstraße 66 Die für die Prozession eingerichteten Bücher sind zu haben bei Herrn P. J. Schou jr., Stockenstraße 7, II. Etage. Am Schiff selbst werden keine Karten ausge geben. Diejenigen, welche auf dem Schiffe zu Mittag essen wollen müssen sich bis Samstag den 3. September amnelden. Der Vorstand. leistet der Hausfrau die gröss ten Dienste zur Herstellung einer kräftigen, schmackhaften Suppe. VerVermischungen wird gewarnt! Große Steppdecken zu 5 Mark wieder vorräthig Bonner Manufactur=Waaren. Consum, Kölnstraße 21. Für Vogelfreunde! Singfutter für Canarienvögel. Spezialfutter für Deutsche Finken Prachtfinkenfutter für Exoten. Papageienfutter etc. etc. Universalfutter Nr. 1. Drosselnfutter Nr. 2. Carottengries. Eipräparat(Aufzuchtfutter). Eierbrod, Leckerb. für alle Vögel. Schiffer’s Schiffer's Schiffer's Schiffer's Schiffer'e Schiffer's Schiffer’s Schiffer's Schiffer's Schiffer's präp Schiffer’s Flosca(Futter f. Goldfische Schiffer’s Parasitentinctur. Schiffer's Gratis-Broschüren über Vogolpflege und Preisverzeichnisse verlange man in den Niederlagen. Niederlage bei: H. Bungenstock vorm. präparirter Vogelsand. losca(Futt Die grösste Beruhigung für den Vogelpfleger ist die Gewissheit, ein von Fachleuten aus nur den besten Rohmaterialien hergestelltes Futter in langjährig erprobten Mischungen zu besitzen. Deshalb kauft nur „Schiffer’s Vogelfutter“. 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September bis Morgens 9 Uhr Aufstellung von Pferden, Rindvieh, Schweinen und Ziegen. 9 Uhr: Wettbewerb von Schmieden im Hufbeschlag. Anmeldung bei Herrn Direktor Tille, Oberpleis. Preise 100 M. 1 Uhr: Gemeinschaftliche Festtasel mit Damen im Gasthof Walterscheid zu Hennef=Sieg.(Trockenes Gedeck 2 Mark, vorher zu bestellen.) 7. September, Nachmittags 3 Uhr, Verloosung. 3½ Uhr: Versteigerung von rhein. belg. Fohlen u. Stuten. 4 Uhr: Versteigerung von Rindvieh(Zuchtstieren). 8 Uhr: Ball. Eintritt 3 Mark für Nichtmitglieder, für Mitglieder 1 Mk., Damen frei. 8. bis 11. September, von 3 bis 8 Uhr Nachmittags Ausgabe der Gewinne. Eintritt ist für Vereinsmitglieder nur gegen Vorzeigung der Mitgliedkarte frei; für Nichtmitglieder kosten Dauerkarten 1 Mark, Tageskarten.50. Jedes Loos berechtigt zum einmaligen Besuch der Ausstellung und kostet 1 Mark.(Zu beziehen durch die Landgemeindeunterbeamten.) Jede Auskunft durch Herrn Winterschuldirektor Tille, Oberpleis, an welchen auch die Anmeldungen zu richten sind. Der Direktor der Lokal=Abtheilung Siegburg. Halte demHaus rein mittelst Wittke's Radikal-Vertilgungsmittel aller Insekten. Preis einschliesslich Gratisspritze 40 Pf. Garantie für vollständige Ausrottung. Verkauf in der Adler-Apotheke Fr. Wittke. Schrankspitzen## A. Tillewein. EIOP EIS! täglich versch. Gefrorenes. Conditorei und Café Mertens. Ivachc die Bewohner von #o“ Königswinter aufmerksam, daß ich für altes ink pr. 100 Pf. zu M. 12,00 lei„„„„„ 10.00 überhaupt für alle Metallsachen die höchsten Preise bezahle. An= und Verkauf von Möbeln. P. Stockhausen, Heisterbacherstr. Feinste Naturbutter, Postfaß ca. 10 Pfd. M..40 vers. fr. Nachnahme Frau V. Woelky, Piaßutten Kr. Ortelsburg. Das BaustellenTerrain an der Niederdollendorferstraße, im Mittelpunkte der nördlichen Neustadt von Königswinter, gegenüber Edelhoff. 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September 1898 Nachmittags von 4 Uhr ab: Tanz-Vergnügen. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Paul Mücke. Sonntag, Sedanfeier. Von Nachmittags 4 Uhr an Tanz=Musik in Winzer-Verein. Junutauuuuutue 3 2 3 3 3 3 Den Erapfang der neuesten Herbst- u. Winterstoffe für Anzüge, Hosen, Ueberzieher, Militärhosen zeigt ergebenst an Rönz, Tuch= und Maaßgeschäft. NB. Habe einen Posten Reste sehr billig abzugeben. Anzüge für Reservisten sehr billig. 2 2 2 3 2 2 Jaulauuulduuus Schweizer-Blumenkohl, Sterngasse 14, KOLN, Sterngasse 14. Grösstes Bortiments-Geschäft am Bheinlands und Westfalens in Manufactur., Woll-, Kurz., Galanterie- und Lederwaaren. Arbeiter-Confection. Hemden, Schuerzen. Seifen, Parfümerien, Bürsterswaaren etc. etc, empfehlen als besonders preiz:würdig Posten von Biber-, Satin- und Kattunreste, Maco-, Normal-, Sport- u. 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Entree 50 Pfg. Dutsend-Karten— 4 Mark und ½ Dutzend-Karten= 2 Mark sind an der Kasse zu haben. Jeden Dienstag von Nachm. 4 Uhr ab: Frei-Concert, Die Musik wird abwechselnd ausgeführt von der Kapelle des Rhein. Infanterie-Regimente Nr. 28 unter Leitung des Musik-Dirigenten Schierer und der Kapelle des Pionier-Bataillons Nr. 8 unter Leitung des Nuchdingenten R. Honder. #D veg Pitan& Kaussen Febris ud Crofels — v Eiien& Roussrnl, Handiung, Ervferd. 1 L sescchn Mineralquelle Schtngr Fan velläiche Füllung. sg .Rhein Natürlich-kohlensaure Bäder, Mineralstaubbäder, Douchen, Inhalatorium. Massage. Wasser zu Original-Brunnenpreisen bei Michael Schoop, Königswinter. Sonnen- u. Regenschirme für Herren und Damen, eigenes Fabrikat. Repariren und Ueberziehen prompt und billig. Theodor Schwerber Hauptstraße 67, Fabrik in Pfeifen, Stöcken und Regenschirmen. 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Aus Berlin wird darüber berichtet: Das Falsifikat, ein Thaler aus dem Jahre 1855, zeigt das Münzzeichen A und das sächsische Wappen. Die Prägung ist scharf und genau und durch eine geschickte Härtung des Metalls ist Klang und Gewicht den echten Münzen täuschend ähnlich gemacht. Da sich auch beim Anfassen des Geldstückes dieses nur wenig von einem echten Thaler unterscheidet, so ist eine Controlle nur mit dem Münzprüfer möglich. Beim Bestreichen mit Höllenstein wird bei dem Falsifikat die berührte Stelle schwarz, was bei Silber nicht der Fall ist. Ebenso übt Höllenstein, längere Zeit auf der Münze liegend an derselben eine zersetzende Wirkung aus. Bonn, 30. Aug. Aus der Strafanstalt zu Siegburg entsprang im Jahre 1882 ein Insasse, der eine längere Strafe abzusitzen hatte. Dem Flüchtigen, aus Duisdorf zu Hause, gelang es, ins Ausland zu entkommen. In letzter Zeit war er nun wieder hier aufgetaucht und gestern amüsirte er sich auf der Kessenicher Kirmes. Er mag wohl angenommen haben, daß nach 16 Jahren sein Sündenregister so ziemlich in Vergessenheit gerathen sei. Aber zu seiner unangenehmen Ueberraschung wurde er erkannt und bald hinter eiserne Gardinen gebracht. Bonn, 29. Aug. Auf der Rheinbrücke ist am Samstag in den beiden Bogen über dem Bonner Strompfeiler der Schlußstein eingefügt worden. Die Steine besitzen ein Gewicht von 40—50 Centner. Nach Ablauf von drei Wochen werden voraussichtlich die Thürme aufgesetzt. Barmen, 30. Aug. Eine originelle Geschichte wird aus Oberbarmen berichtet. In ganz Heckinghausen hatte sich gestern Abend wie ein Lauffeuer die Nachricht verbreitet, daß der schon lange steckbrieflich verfolgte Mörder Büchling im Rauenthal ergriffen worden sei. Man zweifelte auch nicht an der Wahrheit dieser Meldung, als unter großem Menschenauflauf ein arg zugerichteter Mensch von einigen handfesten Männern gefaßt, daher transportirt wurde, um der Polizei zugeführt zu werden. Der vermuthliche Büchling aber entpuppte sich als ein Nachtschutzmann aus Unterbarmen. Infolge der Gerüchte, wonach Büchling wiederholt in Heckinghausen gesehen sein sollte, hatte der Nachtschutzmann versucht, auf eigene Faust dem Büchling nachzuspüren und ihn zu ergreisen, weshalb er in Civilkleidern mit einem Revolver bewaffnet sich im Rauenthal ein passendes Versteck in einer Gartenlaube ausgewählt hatte. Trotz der Heimlichkeit, mit der er seine Verfolgung aufnahm, und trotz großer Vorsicht war er doch von Jemand bemerkt worden, als er in den Garten schlich. Das wurde ihm nun zum Verhängniß. Der Mann, der ihn gesehen hatte, vermuthete, daß der Eindringling kein anderer sein könnte, als der langgesuchte Mörder. Er theilte dem Gartenbesitzer seine Vermuthung mit, und begab sich in einer Expedition von vier handsesten und unerschrockenen Männern in den Garten in die Laube. Die Gewißheit, daß es Büchling sei, drängte sich den Männern noch mehr auf, als der überraschte Schutzmann sich als Polizeibeamter ausgob und man einen Revolver bei ihm vorfand. Ohne auf seine weiteren Betheuerungen, daß er nicht der Mörder Büchling sei, wurde er ergriffen und fortgeschleppt, wobei es an Rippenstößen und Püffen nicht fehlte. Auf dem Transport gelang es ihm, sich loszureißen und in ein Haus zu flüchten, wo er aber wieder herausgeholt wurde. Erst als der Reviersergeant hinzukam und ihn als Schutzmann erkannte, wurde die Sache aufgeklärt und der so schmählich Enttäuschte von weiteren Insulten geschützt. Die Lust, dem Büchling noch weiter nachzuspüren, wird dem eifrigen Schutzmann nun wohl vergangen sein. Köln, 30. Aug.(Köln als Rennplatz.) Die neue 400 Morgen große Rennbahn, welche die im vorigen Jahre gegründete Rennbahngesellschaft mit Fürst von Fürstenberg an der Spitze im Norden der Stadt zwischen den Orten Merheim, Riehl und Nippes durch den in Sportskreisen bestens bekannten Ingenieur Jürgens aus Hamburg hat ausführen lassen, wird am Samstag ihrer Bestimmung übergeben. Sie enthält eine Flachbahn von 2000 Meter Länge und 25 Meter Breite, eine Rasen= und eine Sandtrainirbahn von je 10 Meter Breite und zwei Bahnen für Zweijährigen=Rennen von 1200 bezw. 1000 Meter Länge, sowie eine vorzüglich eingerichtete über das ganze Gelände sich schleifenartig hinziehende Steeple=Chase=Bahn von 5200 Meter Länge mit 13 Hindernissen. Letztere bestehen nicht aus festen Bauten, sondern aus Hecken, Wällen und Gräben, allerdings von ansehnlicher Breite. Der Vorstand ist bei dieser Anlage von der Erwägung ausgegangen, doß es nicht um halsbrecherische Kunststücke, sondern um Prüfung der Sattelfestigkeit der Reiter und die Geschicklichkeit der Pferde im Springen zu thun ist. Die Hochbauten sind wahre Prachtgebäude und mit allen Bequemlichkeiten ausgestattet. Das hervorragendste Gebäude ist das Thee= oder Klubhaus, welches überaus reich und elegant erscheint. Daran reiht sich die Haupttribüne mit Logen und 2000 Sitzplätzen, ferner zeine Tribüne für 2000 Stehplätze mit hohen Stufen nach englischer Weise, endlich ein zweiter Platz für 10000 Personen. Hinter diesen Gebäuden liegt das Betriebsgebäude mit den Räumen für die Verwaltung, Aerzte, Presse, Post, Polizei 2c. und der Totalisator mit 20 Schaltern. Am alten Weidenpecher Park erhebt sich das Wirthschaftsgebäude. In jedem Gebäude sind ausgedehnte Restaurations=, Garderobe= und Toilettenräume. Das ganze Gelände ist mit Gas= und Wasserleitung versehen und wird von den Sportsleuten der Einrichtung das höchste Lob gezollt. Für Stallungen ist ebenso ausreichend gesorgt. Im Gutshofe sind 55 Boxen, in Nippes 36 und in Fühlingen 30 Boxen eingerichtet. Als Abladestelle dient die nahegelegene Militärrampe zu Nippes, wo ein ganzes Kavallerie=Regiment verladen werden kann. Für die drei ersten Renntage, am., 4. und 6. September, stattfindenden 18 Rennen sind bisher 351 Pferde gemeldet. Es handelt sich um 192000 Mk. Geldpreise und 4 prachtvolle Ehrengaben. Dortmund, 29. Aug. Seinen Wunden erlegen ist der Kassenbote Kiene, welcher vor einigen Tagen von den Hunden des Kaufmanns Rose in der Andreasstraße zerfleischt wurde, am Sonntag Nachmittag im katholischen Krankenhause. Es hatte sich Wundfieber eingestellt, welches seinen Tod herbeiführte. Rheydt, 30. Aug. Eine bemerkenswerthe Rede hat der Oberbürgermeister Strauß bei Gelegenheit des ersten Stiftungsfestes des Männer=Gesangvereins der Firma Otto Froriep gehalten. In seiner Rede äußerte er: Nicht ohne Bedenken habe ich dem dringenden Wunsche des Vorstandes, am heutigen Tage die Weihe der neuen Fahne vorzunehmen, stattgegeben. Diese Bedenken gründeten sich einerseits auf die zunehmende Zahl der Vereinsbildungen, anderseits auf die zunehmende Vergnügungssucht, die sich in einem Uebermaß von Festlichkeiten kundgibt. Man hört so häufig klagen über schlechte Zeiten und die Nothlage des Arbeiterstandes. Die vielen Feste aber stehen hiermit in Widerspruch, und man muß im Hinblick darauf den Schluß ziehen, daß entweder die Lage der Arbeiter eine ganz außerordentlich bessere geworden sei, oder aber, daß die Theilnehmer und Veranstalter dieser Feste leichtfertig handelten. Wenn ich auch annehme, daß bei dem festgebenden Vereine die Verhältnisse wesentlich anders liegen und eure Lage eine recht günstige ist, so kann ich nicht umhin, bei der heutigen Feier, damit nicht aus meiner Anwesenheit ein falscher Schluß gezogen werde, öffentlich an alle Vereinsvorstände die ernste Mahnung zu richten, das Maß der geräuschvollen öffentlichen Feste einzuschränken und auf ein verständiges Minimum zurückzuführen. Ich habe Ihren Vorstand darauf aufmerksam gemacht, daß ich heute in diesem Sinne sprechen werde, und es freut mich, feststellen zu können, daß derselbe voll und ganz in diesem Punkte mit mir übereinstimmt. Der Geund, weshalb ich trotz dieser Bedenken dem Vereine meine Anerkennung nicht versage, liegt darin, daß derselbe eine besondere Eigenart besitzt: er beschränkt seine Thätigkeit nur auf die Mitglieder und Angehörigen einer einzigen Fabrik. Das ist erfreulich; es wird durch eine solche Vereinigung derer, die im gewerblichen Leben aufeinander tagtäglich angewiesen sind, der Boden zu einer freundschaftlichen Annäberung und zu einem engern kameradschaftlichen Anschluß gegeben. Berlin, 31. Aug.(Billige Rebhühner.) Bei den am 23. d. in der Centralmarkthalle durch die städtischen Verkaufsvermittler abgehaltenen Auktionen sollen 14000 Stück Rebhühner versteigert worden sein. Junge Rebhühner erzielten höchstens 50, alte dagegen nur 40 Pfennig pro Stück. Seit dem dreizehnjährigen Bestehen der Auktionen in der Centralmarkt= halle ist, wie die„Allg. Fleischerzeitung“ hervorhebt, eine derartige große Zufuhr an Rebhühnern niemals wahrgenommen worden. Aus Böhmen sollen übrigens für die nächsten Tage weitere große Sendungen angemeldet worden sein. Ein eiserner Kranz auf Bismarcks Grab.] In Pittsburg wohnende Verehrer des Altkanzlers lassen einen kostbaren Kranz aus Schmiedeeisen anfertigen, um denselben nach Friedrichsruh zu senden, damit er aus dem Sarge des Kanzlers niedergelegt werde. Der 3/8 Meter im Durchmesser haltende Kranz besteht aus zwei mächtigen Eichenzweigen, die durch zwei silberne Bänder zusammengehalten werden. Die letzteren tragen die Aufschrift:„Deutsch=Amerikaner aus der Stadt des Eisens dem eisernen Kanzler. Pittsburg, Pennsylvanien, Juli 1898.“ Liverpool, 27. Aug. Eine Feuersbrunst außergewöhnlicher Art hat Mittwoch Nachts im dichtestbevölkerten Börsenviertel außerordentliche Aufregung hervorgerufen. In diesem Viertel befindet sich die Menagerie von William Croß, eine der bekanntesten englischen Unternehmungen dieser Art, die außer der Schaustellung von Thieren auch im großen Maßstabe den Thierhandel betreibt. Kurz nach Mitternacht waren am Mittwoch zwei Löwen und ein Zwergelephant aus dem Hafen nach der Menagerie gebracht worden. Eine Stunde später wurden die Bewohner der Umgebung durch ein entsetzliches Gebrüll von Löwen und Tigern aus dem Schlafe geweckt, zu dem sich noch das Angstgeschrei von kleineren Thieren gesellte. Anfänglich schenkte man der Sache noch keine allzu große Aufmerksamkeit; aber das Toben der Thiere wuchs, und bald entdeckte man, daß Feuer in der Menagerie ausgebrochen war. In wenigen Augenblicken waren alle umliegenden Straßen von vielen Hunderten von Menschen gefüllt, obn ohl man die Befürchtung hegen mußte, daß einige von den Thieren in ihrer Todesangst ausbrechen und auf die Straße kommen könnten. So oft das Gebrüll eines Löwen laut urde, wick, die angesammelte Menge angstvoll zurück, nach einem Augenblick des Entsetzens überwog aber sofort die Neugierde, und die Leute drängten von neuem heran. Ein unerträglicher Geruch von versengten Haaren und brennendem Fleisch verpestete die Luft ringsum. Das Feuer war in dem Löwenzwinger, einem Riesenkäfig, ausgebrochen, an dessen Wänden starke Käfige standen, in denen vier prächtige Löwen, fünf Leoparden, ein herrlicher bengalischer Tiger, ein Jaguar und ein Puma untergebracht waren. Außerdem befanden sich in dem Zwinger 28 Prairie=Murmelthiere, ein schwarzes Opossum und verschiedene Raubvögel. Es war unmöglich, auch nur eines der Thiere zu retten. Der Menageriebesitzer machte mit der Feuerwehrmannschaft einen Versuch, aber der Rauch und die Hitze trieben sie zurück. Erst um 3 Uhr morgens war man Herr des Feuers geworden. Der Löwenzwinger war nur noch ein Hause von Trümmern; das Dach war eingestürzt, der Fußboden durchgebrannt und das Holzwerk der Käsige zerstört Alle Thiere waren in ihren Gewahrsamen zu Grunde gegangen, ihre Körper waren vollständig verkohlt. Mit thränenden Augen sprach der Menageriebesitzer von seinen Thieren. Die Lage eines der Löwencadaver bewies, daß der Löwe einen rasenden Versuch zur Rettung unternommen hatte. Die verkohlten Reste seiner Vordertatzen befanden sich außerhalb des Gitters, an welches das Thier seinen mächtigen Schädel gepreßt hatte, um die Stäbe einzudrücken. Große Verwüstungen richtete der Brand auch in einem zweiten Zwinger an, in welchem eine große Zahl von Hyänen, Leoparden, Raubvögeln und sonstigen Thieren untergebracht war. Die verbrannten Bestien hatten einen Werth von rund 80000 Mk., doch war die Menagerie versichert. Litterarisches. Fürst Bismarck. Sein Leben und seine Zeit, Vaterländisches Ehren= und Heldenbuch des XIX. Jahrhunderts von Hermann Jahnke, mit zahlreichen Illustrationen erster deutscher Künstler, zweite verbesserte, vermehrte und vervollständigte Auflage. Lieferung 1 und 2. (Historischer Verlag Paul Kittel, Berlin.) Fürst Bismarck Sein Leben und seine Zeit von Hermann Jahnke ist die erste vollständige Bismarck=Biographie, welche von erprobter Hand ausgearbeitet, soeben lieferungsweise auf den Büchermarkt gelangt und bis Weihnachten d. I. fertig sein soll. Dieses monumentale biographische Werk erscheint dem Prospekt zufolge in genau 20 reich illustrirten, ca. 64 Druckseiten umfassenden Lieferungen à 50 Pfg., welche in Zwischenräumen von ca. 8 Tagen zur Ausgabe gelangen sollen. In Charakter und Ton populär gehalten, beschreibt das Buch in anschaulichster Weise auf das genaueste, auf historisch unumstößlich feststehender Basis das ganze Leben und Wirken Bismarcks von der frühesten Jugend bis zum Schluß seiner beispiellos ruhmreichen Laufbahn. Den breiten Rahmen der historisch beglaubigten Thatsachen füllt eine ganze Reihe interessanter Episoden und Einzelzüge. Den uns vorliegenden ersten Lieferungen zufolge bietet das Werk ohne Zweifel das lebenswahrste Bild des ersten großen Kanzlers, des treuen Berathers Kaiser Wilhelms I. Ausgezeichnet durch seine umfangreiche Anlage und die Sorgfalt seiner Durchführung, eigenartig durch die von Künstlerhand eigens für das Werk gezeichneten Bilder, anerkannt in Text als hervorragendes Werk, ist demselben die weiteste Verbreitung zu wünschen. Zu beziehen, auch zur Ansicht, ist„Fürst Bismarck Sein Leben und seine Zeit" durch jede Buchhandlung. Aufregende Gerüchte von einem vollständigen Umschwung der Mode schwirren in der Luft. Man horcht und fragt, kann aber nichts Bestimmtes erfahren, bis die 1. September= Nummer der Modenwelt, gegründet 1865,(nicht zu verwechseln mit„Kleine Modenwelt“, gegründet 1889 und Große Modenwelt“, gegründet 1892), die Aufklärung brachte. Taillen, Jacken, Paletots erscheinen mit langen Schößen, bald gleichmäßig rund, bald frackartig nach hinten verlängert! Außer dieser sensationellen Neuheit bietet die Nummer, nebst dem beiliegenden farbigen Moden=Panorama, eine solche Fülle von Herbst=Modellen, daß es für fleißige, geschickte Hände eine wahre Lust sein muß, mit Hülfe der mustergültigen Schnittmuster der Beilage, oder den noch bequemeren ExtraSchnittmustern nach persönlichem Maß, ans Werk zu gehen. Neben den Erwachsenen kommen die Kinder nicht zu kurz; neben der Garderobe sind die Handarbeiten in bekannter Mannigfaltigkeit vertreten, und im Unterhaltungsblatt ist für spannende Lectüre, wie für Anregung und Belehrung auf dem Gebiete der Gesundheitspflege, für Küche und Haus, sowie für die Erwerbsthätigkeit der Frau 2c. bestens gesorgt. Zwei verschiedene Preis=Ausschreiben bieten noch ganz besonderes Interesse. Gottesdienstliche Ordnung in der Pfarrkirche zu Königswinter. Sonntag den 4. September 1898. Erste hl. Messe 6 Uhr. Zweite hl. Messe 7 Uhr. Dritte hl. Messe 8 Uhr. Hochamt 10 Uhr. Nachmittags halb 3 Uhr Communion=Andacht. Sparkasse der Stadt Königswinter. Das Guthaben der Sparer betrug Ende Juli 1898.K. 1562809,90 Im Monat August wurden eingelegt MK 92938.33 und zurückgezogen„ 37939,96 mithin mehr eingelegt„ 54998,37 Gesammtguthaben der Sparer Ende Aug. 1 /898 Jl. 1617808.27 Witterung. ./9. Wechselnd bewölrtes, zie#mlich kühles, windiges Wetter mit Regenschauern. ./9. Theils heiteres, theils wolliges, bei Tage etwas wärmeres Wetter mit abnet zmenden Niederschlägen. 1 wiel mei aus Tri 477 g Vol hoff und bink hat Au Bol Hal Bliist.“ ab. nov 24. der eine russ eing Sib gräf dem Ma Euund setzu wer Enzüg dem wol wir wen Der der wär von nich über eine Zu erh Ein klär kehl aud dah kan Be lich sich hat der und sich Bo ser bese Da Es boi1 eie mit um lich gar