32. Jahrgang. Königswinter, Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis vierteljährlich 1 Mk. 25 Pfg. Durch die Post bezogen vierteljährlich 1 Mk. 25 Pfg. Anzeigen: die 6spaltige Garmond=Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Petosten Prasft unt Vorios Samstag den 18. Juni 1898. Agentur: Niederdollendorf, Wittwe Weber. Expedition: Königswinter, Hauptstraße Nr. 69. NRR 49. Deutschland. Berlin, 15. Juni. Anläßlich der heutigen Vollendung der ersten 10 Jahre seiner Regierung hat der Kaiser dem Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe den Stern der Großcomthure des Hohenzollernschen Hausordens, dem Botschafter Fürst Radolin, dem Hausminister v. Wedel, dem Oberpräsident v. Goßler und dem commandirenden Admiral v. Knorr den Schwarzen Adlerorden, dem Admiral Hollmann das Großkreuz des Rotben Adlerordens mit Eichenlaub verliehen. —. Der technischen Hochschule Charlottenburg hat der Kaiser„in Anerkennung der Stellung, die sich die Technik am Ende dieses Jahrhunderts erworben hat und in tiefer Achtung vor den exacten Wissenschaften überhaupt" Sitz und Stimme im Herrenhaus verliehen und den Professor Staby zu ihrem Vertreter ernannt.— Auch Professor LaunhardtHannoper und Professor Intze=Nachen, die dem Bau= und —geneurwesen angehören, sind zu Mitgliedern des Herrenhauses ernannt worden. Der letztgenannte ist Mitglied des Ausschusses zur Untersuchung der Wasserverhältnisse in den der Ueberschwemmung besonders ausgesetzten Gebieten. Dem Piofessor Staby hat der Kaiser selbst telegraphisch die Ernennung mitgetheilt. Als Staby seinen Zuhörern den Inhalt des Telegramms bekannt gegeben hatte, erhob sich stürmischer Beifall. Dann brachte der Gelehrte seine Gefühle der Dankbarkeit und der Freude in einer Ansprache zum Ausdruck, die in einem Hoch auf den Kaiser ausklang. Aber mit der nöthigen Sammlung war es jetzt für Lehrer und Lernende vorbei. und auf Verlängen der Studenten wurde die Vorlesung geschlossen. Wir theilen serner noch folgende Verleihungen mit, welche der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht: des Wilhelmsordens an den Obechofmeister v Mirbach, des Großcomthur= kreuzes des Hohenzollernschen Hausordens an den General der Insanterie v. Hahnke, des Prädikats Excellenz an den ersten kaiserlichen Leibarzt Dr. v. Leuthold, des Characters als Wirkl. Geheimen Oberregierungsratbs an Professor Hinzpeter, des Großkreuzes des Rothen Adlerordens mit Eichenlaub an den Gouverneur von Cöln v. Wilczek. Endlich ist der Geheime Cabinetsrath Dr. v. Lucauus zum Domherrn bei dem Domstift in Merseburg ernannt worden. — Der Kaiser, die Kaiserin und Prinz Adalbert besuchten Mittwoch das herrlich decorirte Mausoieum Kaiser Friedrichs in Potsdam und nahmen vorher an dem Gedächtnißgottesdienst in der Friedenskirche theil. Der Kranz, welchen das Kaiserpaar an der Grabstätte niederlegte, hatte über einen Meter im Durchmesser und war ganz aus weißen Blumen gewunden, die lange weiße Atlasschleife mit goldenen Franzen trug die Buchstaben W. und A. V. mit den Kronen darüber in Gold. Einen nicht minder kostbaren Kranz hatte der Hofmarschall Frhr. von Reischach im Namen der Kaiserin Friedrich überbracht. Auch der Gtraßherzog und die Groß hezogin von Baden, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Meiningen, Kronprinz und Kronprinzessin von Griechenland, Prinz und Prinzessin Friedrich Carl von Hessen u. a. m. hatten prachtvolle Kränze, auf deren Schleifen die Namen oder Anfangsbuchstaben der Spender verzeichnet waren, niederlegen lassen. Diesen Kränzen reihten sich die der Generaladjutanten an. Auch auf den Sarg des Prinzen Friedrich Carl, dessen Todestag gleichfalls der 15. Juni ist, hat der Kaiser einen kostbaren Kranz niederlegen lassen. Für die militärische Feier des zehnjährigen Regierungsjubiläums, die Donnerstag in Potsdam stattfindet, sind sämmtliche Prinzen und die Generalität befohlen worden. Der Kaiser wird eine Ansprache an die Truppen halten. — Die kaiserlichen Prinzen August Wilhelm und Oskar sind in Kreuznach eingetroffen. Die deutsche Erwerbsthätigkeit hat in den ersten zehn Jahren der Regierung Kaiser Wilhelms II. einen eminenten Ausschwung genommen. Nicht zum wenigsten haben dabei die in dieser Zeit ergriffenen legislatorischen und administrativen Maßnahmen beigetragen. Von allgemeiner Bedeutung für die gesammte Erwerbsthätigkeit waren dabei die Neuerungen, welche sich auf die Unternehmungssormen bezogen. Durch das neue Gesetz über die Erwerbs= und Wirthschaftsgenossenschaften wurde neben der früheren Genossenschaft mit Solidarhaft die mit beschränkter Hastpflicht eingeführt und damit weiten Kreisen der Bevölkerung, welche bis dahin dem Genossenschaftsleben fernstanden, die Betheiligung daran ermöglicht. Eine ganz neue Unternehmungsform wurde durch das Gesetz über die Gesellschaften mit beschränkter Haftung geschaffen. Sie hat sich namentlich bei Familienunternehm= ungen, aber auch sonst auf den mannigfachsten Gebieten bewährt. Die Genossenschaftsgründung namentlich in landwirthschaftlichen und Handwerkerkreisen ist durch die Errichtung der preußischen Centralgenossenschafts kasse wesentlich gefördert worden. Ebenso wie die Unternehmungsformen haben die Vertretungen der verschiedenen Berufe Stärkungen und Erweiterungen erfahren. Den freien wirthschaftlichen Vereinigungen, die namentlich innerhalb der Industrie eine immer größere Rolle spielen, ist durch das Bürgerliche Gesetzbuch auch die Möglichkeit der Erlangung der Rechte einer juristischen Person erleichtert. Die Landwirthschaft hat in den Landwirthschaftskammern Preußens eine facultative Zwangsorganisation erhalten, die jetzt in fast allen Provinzer bereits zur Einführung gelangt ist, für den Handel ist durch die Novelle zum Handelskammergesetz in Preußen eine Stärkung der Vertretung geschaffen, und für das Handwerk des ganzen Reiches im Handwerksorganisationsgesetz die Möglichkeit der Errichtung einer umfassenden Vertretung gegeben. Nach einer kaiserlichen Verordnung sind die Fahnenträger der Fußtruppen— ausschließlich Fußartillerie— und die Standartenträger in Zukunft durch die Regimentscommandeure bezw. durch die Commandeure selbstständiger Bataillone zu ernennen. Sie erhalten ein Abzeichen zum Waffenrock usw, sowie einen Ringkragen, der zu jedem Dienst mit Helm anzulegen ist. Die Fahnenträger haben außerdem, soweit sie nicht das Officier=Seitengewehr tragen, ein besonderes Seitengewehr. Bei der Fuß=Artillerie werden die vorstehend aufgeführten Auszeichnungen nur bei solchen Gelegenheiten, bei denen der Truppentheil eine Fahne führt, von den die Fahne tragenden Unterofficieren angelegt. — Finanzminister v. Miquel erklärte in einer Audienz, daß ihm und der Staatsregierung die Erhaltung des Mittelstandes sehr am Herzen liege und daß zu diesem Zwecke alle erforderlichen Schritte in ernste Erwägung gezogen würden. Es fänden hinsichtlich der Frage der Einführung einer progressiven Umsatzsteuer für Großbazare, Waaren häuser, Consumvereine usw., welche den Kleinhandel betreiben, zwischen den Ministerien eingehende Verhandlungen statt, die jedoch noch nicht zum Abschluß gelangt seien. — Es kann jetzt bereits als zuverlässig angesehen werden, daß die Revision des Gesetzes über die Invaliditäts= und Altersversicherung dem Reichstage nach seinem Zusammentritt wird vorgelegt werden können. Im Reichsjustizamt hat man mit der Vorarbeit für die Reform der Strafproceßordnung begonnen. Limburg, 15. Juni. Der Cistercienser=Abt Dominicus Willi zu Marienstatt bii Hachenburg(im Oberwesterwaldkreis) wurde heute Morgen vom Domcapitel zum Bischof von Limburg gewählt. Der Gewählte ist am 20. April 1844 geboren, wurde 1867 zum Priester geweiht und am 8. Dezember 1869 zum Abte der Cistercienser=Abrei zu Marienstatt ernannt. Frankreich. Paris, 16. Juni. Das gesammte Cabinet hat seine Entlassung gegeben. Der Präsident nahm dieselve an. England. London, 15. Juni. Als der deutsche Botschaftssccretär Graf Arco de Valley heute Nachmittag die Botschaft verließ, gab ein Individuum 2 Schüsse ab und verwundete den Grafen am Rücken und Oberschenkel. Die Verwundungen sind leicht. Der Attentäter ist ein Schuhmacher Nainens John Todd. Derselbe wurde verhaftet, verweigert aber jede Auskunft. Wie die„Köln. Ztg.“ hierzu weiter meldet, hat die Untersuchung ergeben, daß Todd wahnsinnig ist. Lord Salisbury ließ Erkundigungen nach dem Befinden des Grafen einziehen. Man mußte Röntgenstrahlen verwenden, um eine Kugel in der linken Hüfte zu finden, eine andere Kugel streifte die Schulter. Amerika. Die in der Bucht von Guantanamo auf Cuba gelandete 700 Mann starke Abtheilung amerikanischer Truppen scheint sich in großer Gefahr zu befinden. Sie werden von den Spaniern fortwährend angegriffen, die das amerikanische Lager von allen Seiten umgeben und bis auf 30 Meter an das Lager herankommen.— Wie verlautet, wird ein fliegendes Geschwader gebildet, das nach Spanien segeln und die Flotte von Cadiz vernichten oder wegnehmen soll. Er erhob sich jetzt mit einer gewissen Feierlichkeit zu einer Ansprache. „Ihr habt es soeben gehört, Kameraden, daß Hendrik van Hooge Mitglied unseres sogenannten„Sechserbundes“ werden und alle Bedingungen erfüllen will.— So bist Du denn von jetzt ab unser Kamerad, der Keinen in der Noth und Gefahr verlassen will, den aber auch Keiner von uns im Stiche läßt, sei es wie und wo es wolle.“ Er trat auf den Holländer zu, schlug ihm nach Art der alten Ritter derb auf die Schulter und reichte ihm danach die Hand; dasselbe thaten die übrigen vier Mitglieder. Damit war das neue Mitglied in den sonderbaren Bund ausgenommen. Horst setzte sich wieder und trank dem Holländer zu. Dann schickte er die Wirthin unter einem Vorwande hinaus und wandte sich abermals an den neuen Kameraden. „Ich habe in diesen vierzehn Tagen, die Du zur Probe unter uns zugebracht hast," begann er leise,„die Beobachtung gemacht, daß Dir meine Wirthin gefällt und Du mit jedem Tage vernarrter in das Weibsbild wirst; ich habe auch bemerkt, daß Du eifersüchtig auf mich bist, indem Du glaubst, ich sei Dir bei ihr im Wege. Du irrst Dich, Moordüwel, ich heirathe die Borsten nicht, sie ist mir gleichgültig: ich darf sie das beileibe aber nicht merken lassen— warum, das brauche ich Dir und Euch Allen wohl nicht lang und breit zu erklären. Wir können die Borsten nicht entbehren, wir müssen uns gut zu ihr stellen, da sie alle unsere Geheimnisse kennt. Versuche also Dein Glück, Moordüwel, ich werde, wenn sie Dich erhören sollte, gern der Erste sein, der Dir Glück wünscht.“ Der Holländer war sehr erfreut über diese Worte. „Du bist doch ein prächtiger Kerl!“ meinte er, sein häßliches Gesicht zu einem glücklichen Lächeln verziehend.„Kameraden, heute Abend zahle ich die Zeche.“ (Fortsetzung folgt.) Dämonen Eine Geschichte von der hannoversch=holländischen Grenze.“ Von Th. Schmidt. (Unbesugter Abdruck wird gerichtlich verfolgt.) (16. Fortsetzung.) „Hm,“ stieß er schmunzelnd hervor,„dann war die Vermummung nur eine List. ein Kniff, den Du mir abgesehen hast? Na, das schadet nichts, deshalb sollst Du doch zu uns gebörer. Du hast ja die Probe bestanden. Du kannst für den Polen diesen Quadrat=Esel, den seine Dummheit ins Loch gebracht hat, einspringen, und wäre damit der„Sechserbund", wie unser„guter Freund“, der geriebene Burghard, uns zu nennen beliebt wieder vollzählig. Horst nannte dem Holländer die Bedingungen, unter denen er von heute ab als antheilberechtigtes Mitglied zu ihnen gehören solle. Dieselben schienen„Moordüwel“ indeß zu hart. Die erste Bedingung:„Die Theilung alles Gewinnes aus den von ihm hin= und hergeschmuggelten Waaren“ wolle er sich allenfalls gefallen lassen, sagte er, aber die zweite Bedingung: unter keinen Umständen, selbst unter der Gefahr für Leid und Leben irgend etwas gegen die Mitglieden vor der Steuerbehörde oder vor Gericht auszusagen, wuts jene mit den Behörden in Konflikt bringen könne, achdernfalls er für die übrigen des„Sechserbundes" als vogelffrei erklärt und den Tod durch Erschießen oder den Dolch dert Verrathenen zu gewärtigen habe“, dünkte ihm denn doch zzu gefährlich. Auch die dritte Bedingung:„sollte er auf einend Schmuggelgange von Zollbeamten ertappt werden und konnte enr sich und die geschmuggelte Waare nicht sogleich in Sicherheit bringen, so wäre es seine Pflicht, alles aufzubieten, um sich) einer Arretirung während des Transports zu entziehen; zzusbesondere hatte er einer Feststellung seiner Persönlichkeit den energischsten Widerstand entgegenzusetzen. event. durch einen Gewaltakt an dem betreffenden Beamten, sofern sich kein Zeuge in der Nähe befand". Auch diese Bedinguing mochte er nicht eingehen. „Was ist denn dabei zu riskiren,“ meinte der Holländer. „Fassen die Grünröcke einen, so läßt man ihnen den Bettel und reißt aus, oder zahlt im schlimmsten Falle die Strafe. So machen's Andere ausch, die Schmuggelhandel treiben; man beladet doch sein Gewisssen nicht gern. Einige der Schmuggler lachtten roh auf über die Aengstlichkeit des Holländers. „Bah! Laßt ihn laufen,“ meintte einer der Gesellen, dem Horst den Spitznamen„Hiesel" beigerlegt hatte und der das verschmitzte Gesicht eines abgefeimten Spitzbuben hatte und an Tollkühnheit und Verwegenheit alle Ainderen übertraf. „Ja, solche Hasenherzen können wir nicht gebrauchen,“ pflichtete ein anderer in gebrochenem Deutsah bei. Es war ein stämmiger, untersetzter Italiener mit delm Spitznamen „Admiral“, weil er mit Vorliebe eine Seemannnsjacke mit gelben Knöpfen trug. Die übrigen Beiden zuckten nur stumm die Schultern. Der Holländer ließ sich indeß durch die höhntschen Bemerkungen nicht aus seiner Ruhe bringen. Er lehnte die beiden letzten Bedingungen kurz ab. Da sagte die Worsten nur die Worte:„'n rechter Angstmeier," und diese WWorte aus dem Munde des Weibes, das er wahnsinnig lifebte, wirkten mehr als alle Ueberredungskunst der Anderen) es vermocht hätte. Rein, in den Augen der drallen Schernkwirthin wollte er nicht feige und ängstlich erscheinen. „Ich nehme die Bedingungen an,“ rief er entschlosssen, und wie um sich Muth zuzutrinken, leerte er ein ganzes Glas Grog mit einem Zuge. Der schwarze Dierk blinzelte vierständnißvoll zu der Borsten hinüber. „Na, das war mal ein gescheidtes Wort, Moordüwiel," sagte er laut. * Königswinter. 1. Wahlbezirk. Zahl der Wahlberechtigten 332 Zahl der abgegebenen Stimmen 123 Es haben erhalten: Dr. Jos Lingens, Nachen 94 Engen Richter, Charlottenburg 17 Fritz von Pelken, Hennef 5 August Bebel, Berlin 4 Heribert Bachem, Königswinter 2 von Vollmar, München 1 773 2. Wahlbezirk. Zahl der Wahlberechtigten 437 Zahl der abgegebenen Stimmen 162 Es haben erhalten: Dr Lingens 126 Richter 24 von Pelken 11 Bebel 1 162 Aegidienberg. Wahlberechtigt 313 Abgegebene Stimmen 144 Es haben erhalten: Dr. Jos. Lingens 130 Franz Schreiner in Kempen 13 Ungältig 1 144 Ittenbach. Wahlberechtigt 149 Abgegebene Stimmen 93 Es haben erhalten: Dr. Jos. Lingens 82 Eugen Richter 6 von Pelken 4 Bebel 1 98 Honnef. Dr. Lingens(Cenir) 372 v. Pelken 71 Eugen Richter 1 Bebel 6 Wahlberechtigte ca 1100. Bürgermeisterei Obercassel. Stimmberechtigte Wähler 1262 Gültige Stimmen abgegeben 626 Es erhielten Stimmen: Dr. Jos. Lingens 522 von Pelsen 91 Eugen Richter 6 Bebel=Berlin 5 zersplittert 2 Siegburg. Dr. Lingens(Centr) 1030. v. Pelken (National) 325. Bebel(Soc.) 78 Stimmen. Wahlkreis Waldbröl Siegburg. Dr. Jos. Lingens gewählt. Unkel. Centr. 680, Lib. 18. Linz. Centr. 503, Lib. 40, Soc. 3. Freis. 1. Bonn, Stadtbezirk. Reichsgerichtsrath Dr. Spahn, (Centr.) 2148. Fabrikant F. Sönnecken(National) 1158, So cialdem. Hofrichter 232 Stimmen. Köln. Rechtsanwalt Trimborn,(Centr) 12 821, Hofrichter(sot.) 9009, Dr. Schnitzler(lid.) 4836. Stichwahl zwischen Centrum und Sociald. Köln.(Landkreis.) Der bisherige Abg. Pingen(Centr.) gewählt. Mülheim=Wipperfürth=Gummersbach. de Witt (Centr) wiedergewählt. Düsseldorf. Kirsch(Centr.) 16 677, Gros(Mittelp.) 4528. Grimpe(Soc.) 10577, Schreiber(Vollsp.) 2861, Stichwahl zwischen Centr. und Sociald. Elberfeld=Barmen. Molkenbuhr,(Soc.=Dem.) 24111 Evertsbusch(Fr. Vlksp.) 13323, v. Egidy 4042, Heistermann 4852 ssen. Stötzel(Centr.) 30204 gegen Krupp 27496. Dortmund. Stichwahl zw. Centr. und Soc. Koblenz. Centr. 2431, Lib. 1802, Soc. 560. Trier. Rintelen(Centr.) 1341, Wenzel(Lib.) 636, Bebel Mainz. Stichwahl zw. Centr. u. Soc. Straßburg. Justizrath Riff(Ordnungspart.) siegte mit 12 333 Stimmen über Böhle(Soc.) mit 8816 St. Berlin. 2 Socialisten gewählt; in den übrigen 4 Wahlbezirken Stichwahlen zwischen Soc und Freis. Im Allgemeinen sind bis jetzt folgende Resultate bekannt: Gewählt: 12 Cons., 7 Reichsp., 56 Centr., 5 Nationall., 38 Soc, je 2 Antisem.— Freis. Bereinig.— Süddeutsch. Volksp.— Ein Bündler. 112 Stichwahlen stehen aus, woran 27 Sitze der Freis. Volksp. und einige 60 Socd. betheiligt sind. Der Vorwärts" behauptet, der Stimmenzuwachs der Socialdemokraten im Reiche übertreffe die kühnsten Erwartungen. Vermischte Nachrichten. (“) Königswinter, 17. Juni. Heute ist der erste TodesGedenktag von Sebastian Kueipp, jenes schlichten Pfarrers in einem schwäbischen Bauerndorfe, jenes weltbekannten Begründers einer originellen Wasser=Heilmethode, der so viele Leidende auf dem ganzen Erdenrund ihre Genesung verdanken. Daß auch für Gesunde eine systematisch unter ärztlicher Leitung betriebene Kneipp'sche Wasser=Kur als Abhärtung gegen schädliche Witterungseinflüsse sowie als Vorbeugungsmittel gegen manche Krankheiten von großem Nutzen ist, dürfte allgemein bekannt sein. Zur Durchführung einer solchen für Jedermann sehr empfehlenswerthen Abhärtungskur bieten die Kneipp=Anstalten hier(von Herrn Dr. Steinhausen) und im nahen Rhöndorf(von Herrn Dr. Ent neuer) die beste Gelegenheit. s Königswinter, 16 Juni. Nach einer Mittheilung des General=Commandos des VIII. Armeecorps ist die Brustseuche unter dem Pferdebestande der 3. Abtheilung des FeldArtillerieregiments Nr. 23 in Köln=Riehl erloschen, besteht dahingegen bei den Pferden der 3 Eskadron des 7. Husarenregiments in Bonn noch fort. *. Königswinter, 16. Juni. An einer Kribhe bei Honnef wurde die Leiche des Arbeiters, welcher am Sonntag bei Honnef ertrunken ist, aufgefunden. * Königswinter, 16. Juni. Gestern Nachmittag kam ein Floß, von dem Schraubendampfer„Acgir“ gezogen, den Rhein hinunter. In der Nähe unserer Stadt wollte ein Matrose von dem Schiffe sich mit dem Nachen zu dem Floß begeben, wobei der Nachen gegen die Baumstämme trieb. Der Matrose stürzte in's Wasser und ertrank. Die Goldene Medaille erhielt für ihre unübertroffenen Port=, Sheriy= 2c Weine gelegentlich der vom 5—8. März a. c. in München stattgefundenen Kochkunst=Ausstellung die Firma The Continental Bodega Company! (=) Unkel, 15. Juni. Der Unkeler Winzer=Verein, der neben seiner Probirstube auf dem hiesigen Markte auch das Gartenlokal des frühern Hotel Clasen am Rheinufer auf längere Jahre gepachtet und dort gleichfalls einen Ausschank seiner gutgepflegten Weine errichtet hat, läßt jetzt in der Nähe des letztgenannten Lokals eine Lande=Anlegebrücke aufschlagen, damit Dampfboote der Vereine bei Gelegenheit von Festfahrten hier anlegen können. Die Brücke soll bereits am 1. Juli c. in Betrieb genommen werden. Wie wir hören, wird am 17. und 18. Juli ds Js in Dortmund eines der Jägerfeste gefeiert werden, wie sie gewöhnlich alle drei Jahre für die ehemaligen gedienten Jäger und Schützen vorbereitet werden. Wir theilen den alten Grünröcken unter unseren Lesern mit. daß u. a. am Sonntag den 17. Juli, ein Festessen am Fredenhaum, Doppelkonzert und Preisschießen, am Montag Besuch einer Brauerei, Gartenkonzert und italienische Nacht an der Funkenburg vorgesehen sind. (Eine Agentur für Bettler.) Unter vielen anderen merkwürdigen Berufsarten, die man in der englischen Weltstadt antreffen kann, ist die eines unternehmenden Herrn, der einige gemüthlich eingerichtete Zimmer in der Nachbarschaft von Kensington bewohnt, jedenfalls eine der seltsamsten und fragwürdigsten. Der betreffende Gentlemann ist nämlich auf den schlauen Einfall gekommen, eine Art Agentur zu errichten. in der Bettler und professionirte Bettelbriefschreiber jederzeit Rath und Beistand erhalten können und zwar gegen ein bestimmtes Honorar. Auf raffinirte Weise hat sich der sonderbarc Agent zuerst in den Besitz einer großen Anzahl von Namen und Adressen reicher und als wohlthätig bekannter Leute zu setzen gewußt. Aus diesem sorgfältig zusammenge stellten Verzeichniß wurden dann verschiedene längere und kürzere Listen ausgezogen und vervielfältigt. Ein Katalog mit 500 Namen, der den stolzen Namen„Excelsior=Liste" träat und von dem Herausgeber als„vorzüglich inbezug auf Erfolg" bezeichnet wird, kostet die bescheidene Summe von einer halben Guinee(10.50 Mk.) Für ein ausführlicheres Verzeichniß mit 1500 Namen wird ein Honorar von 25 Mk. gefordert und auch gern gezahlt. Der Vorsteher dieser Bettel=Agentur ist auch stets bereit, seinen Kunden die rührendsten Bettelbriefe aufzusetzen, die dann an Leute adressirt werden, für deren Mildherzegkeit sich der Rathgeber verbürgt. Gewöhnlich läßt sich dieser nur eine Kleinigkeit für seine Mühe anzahlen und erhält später, wenn das Schreiben wirklich Erfolg gehabt hat, von der erbettelten Summe gewisse Prozente. — Ein eigenthümlicher Gastrollenspieler ist in Odessa eingetroffen. Es ist dies ein Herr Dimitrijew. ein ehemaliger reicher Gutsbesitzer, der fast sein ganzes Vermögen on Falschspieler verloren hat, darauf alle ihre Kunstgriffe auf's Genaueste studirte und nunmehr herumreist, um Vorstellungen zu geben, in denen er die Kunstgriffe prosessioneller Falsch= spieler bloßlegt und dieselben entlarrt. —(Ein Wettermacher in Indien.) Wie die Berliner Post einem englischen Blatte entnimmt, gibt es in den indischen Centralprovinzen einen Beamten, der die Pflicht hat, Hagelschläge, übermäßigen Regen, Dürre und andere Uebelstände eines schlecht gelaunten Klimas abzuwenden Er führt den offiziellen Titel„Charpagar!" und erhält von der Einwohnerschaft der Dörfer, die für seinen Unterhalt Sorge zu tragen haben, eine regelmößige Besoldung in Naturalien. Wenn es ihm gelingt, in einer kritischen Zeit atmosphärische Mißgeschicke abzuwenden oder nach einer langen Dürre erquickenden Regen heraufzubeschwören, so wird sein Amtsgehalt in liberaler Weise erhöht. Das in die Geschicklichkeit dieses Wettermachers gesetzte Vertrauen ist so groß, daß er anläßlich des Besuches irgend eines hervorragenden Europäers feierlichst in ein Dickicht geführt und instruirt wird, für das öffentliche Wohl, d. h. für Regen zu beten, richtiger, zu heulen. Nun kommt es ja vor, daß günstiges Wetter eintritt. In den meisten Fällen ist dem aber nicht so. Dann ist das Loos des Wettermachers ein tieftrauriges. Von dem höchsten Gipfel seiner Macht wird er in den tiefsten Abgrund der Erniedrigung gestürzt. Man gibt ihm ohne Weiteres einen Amtsnachfolger, zwingt ihn zur Rückzahlung des bereits einkassirten Amtsgehaltes und läßt ihm, falls er dazu nicht mehr im Stande ist, eine tüchtige Tracht Prügel zu Theil werden. Eine unserer liebsten und dabei anspruchlosesten Blumen, die während des ganzen Sommers ihre Farbenpracht entfaltet, ist das Stiefmütterchen, das in immer vollkommeneren Farbenzusammenstellungen gezüchtet wird. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn dieselben Farben in Massen verwendet werden; unsere farbenfrohe Zeit liebt nun einmal starke Gegensätze.— Da wird es vielfach als eine Erschwerung empfunden, daß es nicht möglich ist, eine bestimmte Farbenstellung aus Samen rein weiter zu züchten. Die folgende Generation zeigt stets abweichende Farben und mit der „Massenwirkung“ ist es vorbei. Demgegenüber erinnert der praktische Rathgeber im Obst= und Gartenbau daran, daß es leicht ist, die Farbenreinheit der Blüthen zu erhalten, wenn man die Stiefmütterchen nicht aus Samen weiterzieht, sondern durch Stecklinge vermehrt. Man schneidet die abgeblühten Pflanzen einfach in mehrere Theile, von denen jeder einige Blätter haben muß und steckt diese Theile in etwas erwärmte. gute Erde. Sie treiben ohne weiteres Wurzeln und man erhält zuverlässig die Farben der Mutterpflanze wieder! Muthmaßliche Witterung. Am 18. 6. Meist trocken, windig, ziemlich heiter. Temper. wenig verändert. 19/6. Trocken, vielfach heiter, ziemlich warm. 20./6. Keine wesentliche Aenderung. Veranntmachung. Durch Verfügung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Cöln vom 27. März 1895 bezw. 23. März 1897 A 7236 ist in der Zeit vom 1. Mai bis 1. November an allen Sonn= und Festtagen der Handel mit Erinnerungszeichen an das Siebengebirge und mit geringwecthigen Gebrauchsgegenständen unter Ausschluß der Zeiten des vorund nachmittägigen Hauptgottesdienstes bis 7 Uhr Abends gestattet. Diese Ausnahmebewilligung ist aber an die Bedingung geknüpft, daß auch an Conn= u. Festtagen in den Handelsgeschäften der bezeichneten Art Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter oder an dere gegen Entgelt angestellte Personen nur während der fünf für das Handelsgewerbe allgemein freigegebenen Stunden beschäftigt werden dürfen. Königswinter, 18 Juni 1898. Der Bürgermeister Kreitz. Besonders bewährt gegen Schuppenbildung, das dadurch verursachte Jucken der Kopfhaut und das Ausfallen der Haare.....: Hergestellt nach Angaben des.... Herrn Dr. med. J. Eichhoff, Specialarzt für Hautkrankheiten in Elberferd. Allelziger Fabrikast: Ferd. Mülhens No. 4711 Köln Hollieferant 8. B. des Kalsers von Russland. Bestandtelle: Captol.“ Resorcin 1,° Weinzreintäure 1,0 Salicylsäure.“ - Ricinusol 0,8 Alkoholische Bluthenlosung(700) 100 In Königswinter bei: A. Tillewein. In stets frischer Füllung am Lager bei Michael Schoop. Königswinter. Kodhöiten-POstkarten. Prie der Taftlrasser A. TILLEWEIN. Eine Partie vorigjähriger und diesjähriger Schuel ferig Hühner st jede Frau. di.###=he# 2 i sche Frau, dn Klrbs. Wichse verwendet, denn sie erzielt damit rasch den schönsten Glanz. Dosen à 10 u. 20 Pf. sowie Holzschachteln à 5 u. 10 Pfg. sind zu haben: Köntgewinter H. Gungenstodk, O. J. C. Labborf, Jak. Stung. ind zu verkaufen. Wo sagt die Expedition d. Bl. Kapitalten in beliebiger Höhe liegen zum Austhun bereit bei Justizrath Dr. Kirch zu Bönighnintr. 1 1 * 6 1 9 s k st Die Zunahme der Körnerkrankheit in verschiedenen Theilen der Monarchie läßt es erforderlich erscheinen, der Verhütung ihrer Uebertragung in den Schulen größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Denn erfahrungsgemäß sind es häufig die Schulen, in welchen das Auftreten der Körnerkrankheit in einem Orte zuerst zur Kenntniß der Behörden gelangt. Auch findet nicht selten durch Vermittelung der Schulen die Verbreitung der Krankheit aus einer Familie in andere statt. Wir haben daher die Anlage zu dem Runderlaß vom 14. Juli 1884, Min. d. In. II 7800, M. d. g. A. U. III a, 18424 II. U. II. 2440 M. 5092, soweit sich dieselbe auf ansteckende Augenkrankheiten bezieht, den neueren Erfahrungen entsprechend umarbeiten lassen und übersenden dieselbe beifolgend mit dem Ersuchen das zur Durchführung der darin getroffenen Anordnungen Erforderliche zu veranlassen Besonderen Werth legen wir auf die Mitwirkung der Lehrer und Lehrerinnen bei der Verhütung und Bekämpfung der Körnerkrankheit in den Schulen. Dieselben haben sich in dieser Beziehung in den östlichen Provinzen schon vielfach als werthvolle Hülfskräfte für die Aerzte erwiesen, unter deren Unterweisung und Aufsicht sie sich auch in Zukunft sehr nützlich und verdient machen können. Die Königlichen Provinzial=Schulkollegien haben Abschiift dieses Erlasses und der Anlage erhalten. Berlin, den 20. Mai 1898. Der Finanz=Minister. In Vertretung: Meinecke. Der Minister der geistlichen, Unterrichts= und Medizinal=Angelegenheiten. Im Auftrage: Bartsch. Der Minister des Innern. Im Auftrage: von Bitter. Anweisung zur Verhütung der Uebertragung ansteckender Augenkrankheiten durch die Schulen. 1. Augenkrankheiten, welche vermöge ihrer Ansteckungsfähigkeit besondere Vorschriften für die Schulen erforderlich machen, sind: a) Blennorhöe und Diphtherie der AugenlidBindehäute, b) Akuter und chronischer Augenlid=Bindehautkatarrh. Follikulärkatarrh u. Körnerkrankheit(granulöse oder egyptische Augenentzündung. Trachom.) 2. Es ist darauf hinzuwirken, daß von einem jeden Fall von ansteckender Augenkrankheit, welcher bei einem Schüler oder bei dem Angehörigen eines Schülers vorkommt, durch den Vorstand der Haushaltung, welcher der Schüler angehört, dem Vorsteher der Schule(Direktor, Rektor, Hauptlehrer, erstem Lehrer, Vorsteherin u. s..) bei einklassigen Schulen dem Lehrer(Lehrerin) unverzüglich Anzeige erstattet wird. 3. Schüler, welche an einer der unter 1 a genannten Augenkrankheiten leiden, sind unter allen Umständen, solche, welche an einer der unter 1 b genannten Augenkrankheiten leiden, dagegen nur, wenn bezw. solange sie deutliche Eiterabsanderung haben, vom Besuche der Schule auszuschließen. 4. Schüler, welche an einer der unter 1 b genannten Augenkrankheiten leiden, jedoch keine deutliche Eiterabsonderung haben, sowie solche Schüler, welche gesund sind, aber einer Haushaltung angehören, in der ein Fall von ansteckender Augenkrankheit(1 a oder 1 b) aufgetreten ist, dürfen am Unterricht theilnehmen, wenn sie besondere, von den gesunden Schülern genügend weit entfernte Plätze angewiesen erhalten. 5. Schüler, welche gemäß Ziffer 3 vom Schulbesuche ausgeschlossen oder gemäß Ziffer 4 gesondert gesetzt worden sind, dürfen zum Schulbesuch bezw. auf ihren gewöhnlichen Platz nicht wieder zugelassen werden, bevor nach ärztlicher Bescheinigung die Gefahr der Ansteckung beseitigt ist und sowohl die Schüler selbst als ihre Wäsche und Kleidung gründlich gereinigt worden sind. 6. Für die Beobachtung der unter Ziffer 3 bis 5 gegebenen Vorschriften ist der Vorsteher der Schule(Ziffer), bei einklassigen Schulen der Lehrer(Lehrerin) verantwortlich. Derselbe hat von jeder Ausschließung eines Kindes vom Schulbesuch wegen ansteckender Augenkrankheit(Ziffer 3) der Ortspolizeibehörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. 7. Aus Pensionaten, Convikten, Alumnaten u. sonstigen Internaten dürfen Zöglinge während der Dauer oder unmittelbar nach dem Erlöschen einer in der Anstalt epidemisch aufgetretenen ansteckenden Augenkrankheit nur dann in die Heimath entlassen werden, wenn dies nach ärztlichem Gutachten ohne Gefahr der Uebertragung der Krankheit geschehen kann, und alle vom Arzt für nöthig erachteten Vorsichtsmaßregeln beobachtet worden sind. 8. Lehrer und anderweitig im Schuldienste beschäftigte Personen, welche an einer ansteckenden Augenkrankheit(1 a und 1 b) erkranken, haben hiervon dem Vorsteher der Schule (Ziffer 2) und der Ortspolizeibehörde unverzüglich Anzeige zu erstatten. Wohnt der Erkrankte im Schulhause selbst, so hat der Vorsteher der Schule darauf hinzuwirken, daß der Kranke ärztlich behandelt und, falls dies nach ärztlichem Gutachten erforderlich, abgesondert wird. Wohnt der Erkrankte außerhalb des Schulhauses, so darf er während der Dauer der Krankheit das Schulhaus nicht bevor nach ärztlicher Bescheinigung die Gefahr der Ansteckung befeitigt und seine Wäsche und Kleidung gründlich gereinigt worden ist. Leidet der Erkrankte an einer der unter 1 b aufgeführten Augenkrankheiten, so darf er seinen Dienst in der Schule fortsetzen, wenn bezw. so lange er keine deutliche Eiterabsonderung hat. 9. Lehrer und anderweitig im Schuldienst beschäftigte Personen, in deren Hausstand ein Fall von ansteckender Augenkrankheit(1 a und 1 b) auftritt, haben hiervon dem Vorsteher der Schule(Ziffer 2) unverzüglich Anzeige zu erstatten. Handelt es sich um eine der unter 1 a aufgeführten Augenkrankheiten, so dürfen sie während der Dauer der Erkrankung ihren Dienst nur versehen, wenn nach ärztlicher Bescheinigung eine Gefahr der Verbreitung der Krankheit in der Schule damit nicht verbunden ist. 10. Sobald in einer Schule oder in einem Orte, in welchem sich eine Schule befindet, oder in einem Nachbarorte, aus welchem Kinder die Schule besuchen, mehrere Fälle von ansteckenden Augenkrankheiten vorkommen, hat der Vorsteher der Schule(Ziff. 2) bei dem Landrath(Oberamtmann) bezw. in Städten, welche einen eigenen Kreis bilden, bei dem Polizeiverwalter des Ortes eine ärztliche Untersuchung der Lehrer und Schüler sowie sämmtlicher im Schulhause wohnenden Personen durch den beamteten Arzt zu beantragen. Ob bezw. wie oft dieselbe zu wiederholen ist, bestimmt die zuständige Behörde nach Anhörung des beamteten Arztes. 11. Für die Behandlung der an ansteckenden Augenkrankheiten leidenden Schüler hat, soweit dieselbe nicht nach ärztlicher Bescheinigung durch die Eltern veranlaßt wird, die Ortspolizeibehörde Sorge zu tragen. 12. Während der Dauer einer ansteckenden Augenkrankheit in einer Schule sind das Schulgrundstück, die Schulzimmer und die Bedürfnißanstalten täglich besonders sorgfältig zu reinigen, die Schulzimmer während der unterrichtsfreien Zeit fleißig zu lüften, die Bedürfnißanstalten nach Anordnung der Ortspolizeibehörde zu desinfiziren; die Thürklinken, Schultafeln. Schultische und Schulbänke täglich nach Beendigung des Unterrichts mit einer lauwarmen Lösung von je einem Theile Schmierseife und reiner Cardolsäure in hundert Theilen Wasser abzuwaschen. Diese Vorschrift gilt auch für die in Ziffer 7 bezeichneten Anstalten und erstreckt sich in diesen auch auf die Wohn=, Arbeits= und Schlafräume. 13. Die Schließung einer Klasse oder einer ganzen Schule wegen einer ansteckenden Augenkrankheit wird nur in den seltensten Fällen erforderlich und rathsam sein und kann nur durch den Landrath(Oberamtmann) bezw. in Städten, welche einen eigenen Kreis bilden, den Polizeiverwalter des Orts nach Anhörung des beamteten Arztes geschehen. Namentlich ist sie bei Follikulärkatarrh fast nie und bei der Körnerkrankheit in der Regel nur dann erforderlich, wenn eine größere Anzahl von Schülern an deutlicher Eiterabsonderung leidet. Ist Gefahr im Verzug, so können der Vorsteher der Schule und die Ortspolizeibehörde auf Grund ärztlichen Gutachtens die vorläufige Schließung der Schule selbstständig anordnen, haben jedoch hiervon dem Kreisschulinspektor und dem Landrath(Oberamtmann) unverzüglich Anzeige zu erstatten. 14 Die Wiedereröffnung einer wegen einer ansteckenden Augenkrankheit geschlossen gewesenen Schule oder Schulklasse darf nur auf Grund einer vom Landrath(Oberamtmann) bezw. in Städten, welche einen eigenen Kreis bilden, vom Polizeiverwalter des Ortes zu treffenden Anordnung erfolgen. Derselben muß eine gründliche Reinigung und Desinfektion des Schullokals vorangehen. 15. Die vorstehenden Vorschriften Ziffer 1 bis 14 finden auch auf private Unterrichts= und Erziehungsanstalten, einschließlich der Fortbildungsschulen, Handarbeitsschulen, Kinderbewahranstalten, Spiel= und Warteschulen, Kindergärten usw. Anwendung. Vorstehender Erlaß nebst Anweisung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Köln, den 2. Juni 1898. Der Regierungs=Präsident Freiherr von Richthofen. Deidesheimer Weinbergsspritze gegen den falschen Mehlthau(peronospora) Diese Spritze, ganz aus Kupfer und Messing hergestellt, einfache und so— lide Construction hat # überall den ersten Rang behauptet. Nahczu 10.000 Stück im Gebrauch; der beste Beweis für die Vorzüglichkeit des Fabrikates. Preis 30 Mark; bei 2 Stück 3 pCt., bei—5 Stück 5 pCt. Rabatt. 2jährige Garantie. Alleiniger Verkauf für Königswinter und Umgegend: Lemmerz Hauptstraße gegenüber der Kirche. Sonnen= u. Regenschirme für Herren und Damen, eigenes Fabrikat. Repariren und Ueberziehen prompt und billig. Theodor Schwerber Hauptstraße 67, Fabrik in Pfeifen, Stöcken und Regenschirmen. Sfach preisgekrönt! Bester, ächter Bohnenkaffee Alleiniger Hersteller: P. H. Inhoffen, Hoflieserant Ihrer Majestät der Kaiserin u. Königin Friedrich. iten Nur ächt mit Marke„Bär“. Vonn u. Berlin. 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Im täglichen Roman=Feuilleton des nächsten Quartals erscheint der neueste Noman von Paul Lindau. „Der Agent“, der das Interesse der Lesewelt in hervorragender Weise in Anspruch nehmen wird, wie nicht minder der sich diesem später anschließende fesselnde Rdman:„Getrenut" von A. von Lillencron. Bei der großen Beliebtheit, deren sich das„Berliner Tageblatt" bei seinem ausgedehnten Leserkreise erfreut, wird dasselbe auf Reisen und während des Aufertthalts in Bädern und Sommerfrischen überall begehit und doher kann allen Hoteliers, Pensionen, Restaurauts, Conditoreien, Cafés, die ihren Gästen eine willkommene Lektüre bieten möchten, diese reichhaltigste große deutsche Zeitung in erster Reihe zum Abonnement empfohlen werden. Vierteljährtiches Abonnement kostet 5 Mark 25 Pfg. bei allen Postämtern. Krieger=Verein Königswinter. Sonntag den 19. Juni cr. Mittags 1 Uhr. Antreten der Kameraden im Vereinslokale. Von dort Abmarsch zur Fahnenweihe nach Niederbachem. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Neue Kariorket und beeren empfiehlt Eduard Sasse. Verloren 1 grauwollenes gestricktes Halstuch. Wiederbringer erhält Belohnung im Cölner Hof. Gerdingung von Pflasterarbeiten und Lieferungen. Die Rheinische Provinzial=Verwaltung beabsichtigt zum Zwecke einer Umpflasterung in Oberpleis nachstehende Arbeiten und Lieferungen zu vergeben: Loos Nr. 1: 944 chm altes Pflaster nebst Unterbettung auszuheben und auszusetzen bezw. abzufahren. Loos Nr. 2: 500 chm Basalt= bezw. Grauwackeschrotteln oder Kies für die Unterbettung sind anzuliefern. Loos Nr. 3: 1755 gm Pflaster auf der vorbereiteten Bettung aus zuführen Loos Nr. 4: 1755 gm Basaltpflastersteine, Normalformat 2. Sorte zu liefern. Loos Nr. 5: 531 chm Pflastersand zu liefern. Die Bedingungen liegen auf dem Landes=Bauamt zur Einsicht aus und können gegen Einsendung von 1 Mark von dort bezogen werden. Die Angebote, in welchen die Fundstelle der Materialien anzugeben ist, sind dem Landes=Bauamt bis Samftag den 25. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, einzureichen, zu welcher Stunde die Eröffnung derselben stattfindet. Unter den Anbietern, welche 6 Wochen lang an ihr Gebot gebunden bleiben, wird frei gewählt, auch können sämmtliche Angebote abgelehnt werden. Siegburg, den 13. Juni 1898. Landes=Bauamt. Dienstag den 21. Juni, Abends 8 Uhr, findet in unserm Vereinslokal zu Oberdollendorf eine außerordentliche General=Versammlung statt, wozu die Mitglieder mit der Bitte um recht zahlreiche Betheiligung ergebenst eingeladen werden. Tages=Ordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes. Der Vorstand des Winzer=Vereins e. G. m. u. H. Victoria. —6. Jeden Conntag(9— Wreles Garten Söndert. Neie berg. Jeden Mittwoch Nachmittag Grosses Militär-Prei-Concert ausgeführt von dem gesammten Trompeter-Corps des Kürassier-Regiments„Graf Gessler“(Rhein.) Nr. 8. unter persönlicher Leitung des Königl Musikdirigenten Herrn Reinh. Fellenberg. Letzter Zug ab Petersberg 10 Uhr Abends. Park Geftsturg Etablissement I. Ranges. Jeden Bonntag Nachm. 4 Uhr Gresses Miilltar-Söheert ausgeführt von der gesammten Capelle der Bonner Königshusaren. Leitung: Stabstrompeter Th. Bielefeld. Hochachtungsvoll Georg Kossenhaschen. Prachtvolle schattige Gartenlaube. Erdbeer=Bowle. fl. Dortmunder Union=Bier. K. Cdersei Schönster Punkt von Honnef. Morgen, Sonntag den 19. Juni ds. Is. Erst. Grosses Gartenfest. Illumination, Feuerwerk.— Fackel-Polonaise. (Orchester: Musik-Verein„Ossian“ aus Köln unter persönlicher Leitung des Dirigenten Herrn Dohmen. Programm. I. Thell. 1.„Unter dem Siegeshanner“. Marsch v. F. von Blon. 2. Lustspiel-Ouverture" Keler-Béla. „Ueber den Wellen“, Walzer" Rosas. 4.„Erste Liebe“, Garotte" Herm. Necke. 5. Rosanzeit, Polka-Mazurka" Rosas. II. Theil. 6. Festmarsch" G. Klug. 7.„Frühlings-Grüsse“, gross. Potpourri„ B. Wilhelm. 8.„Ich sende diese Blumen dir“, Lied, F. Wagner. (Solo für Cornet 4 Piston, vorgetragen v. Herrn F. Vierkötter.) 9. Chor der Priester und Sarastro-Are aus d. Op.:„Die Zauberfiöte“ 10. Intermezzo russe, Walzer III. Tbeil. 1I.„Dornröschen“, Ourerture 12.„Der lustige Trompeter“, Polka 13.„Vielliebchen-Qusdrille“ 14.„Donau-Wellen“, Rumänischer Walzer 15. Marsch Anfang 4 Uhr. Honnef a. Rh., 18. Juni 1898. Pet. Schwellenbach. far gef. Beschtung!— Das„Feuerschlösschen“ liegt nicht in der Stadt Honnel selbst, sondern genau zwischen Rhönderf und Honnef nur 3 Minuten von der Chaussee. Omnibus-Haltestelle Vübeimstrune v. W. A. Mozart. Th. Franke. Ed. Kiesler. Herm. Necke. J. Meissel. Ivanorici. „ R. Felbert. Ende gegen 10 Uhr. Kur=Verein Honnef. Sonntag den 19. er. in den Park=Anlagen des Hôtel Dell(Kurgarten) S. Kur Scheeft, ausgeführt v. der Capelle des 68. Iufanterie=Regiments aus Cobleuz unter Leitung ihres Königl. Musildicigenten Herrn C. Leutzsch. Anfang 4 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Saale, welcher mit angrenzenden Hallen für 400 Personen Sitzplätze bietet. Der Vorstand. Helel Preesen, Rüngsdorf a. Jeden Sonntag, Dienstag und Freitag „rosses Eilitär-Loncert. Die Musik wird abwechseind ausgeführt von der Kapelie Rbein. Infanterie-Regimenta Nr 28 unter Leitung des Nucik-Dirigenten Schierer und der Kapelle des Pionier-Rataillons Nr 8 unter Leitung des Musikdirigenten E. Herder. — Aufang Nachmittage 4 Uhr.— Entree zu den Sonntags-Concerten 50 Pf. Dutzend-Karten— 4 Mark und“, Dutzend-Karten— 2 Mark sind an der Kasse zu haben. Entree zu den Freitags-Concerten a Person 25 Pig. Dienstags ist Frei-Concert. 8 MEHLEM(Ort). o Hôtel-Restaurant und Pension# „Villa Friede. 8 Endpunkt der Dampfstraßenbahn. 8 „„ Bestens empfohlen: 0 8— vtontag, Mittwoch und Freitag g 5— Frische Rahm=Waffeln.—„ L Großer Garten mit gedeckter Veranda 0 und Kinderspielplatz. 8 Wundervolle Lage gegenüber dem Drachenfels. □ Spindler. Km. Sernik um ams Harts ste! 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Wir warteten von einem Tag zum aiern, ob denn keine Schicht Sand aufgetragen und das Hanze eingewalzt würde, aber von alledem keine Spur. Man scheint es wohl einfach den Passanten der Straße und dem Fuhrwerk überlassen zu wollen, die schweren Basatsteine mit der Zeit einzustampfen. Wenn der Fremdenverkehr während der Saison stark wird, kann die Einstampfung#telleicht vor dem Winter erledigt sein. Ein Labsal für Hühncraugen=Leidende! Mon muß wirklich staunen, daß den Tausenden Touristen bei ihrem Eintritt in die Stadt eine solche Passage geboten wird und noch dazu in der schönsten Jchreezeit während der Soison. Unwillkürlich drängt sich Einem die berechtigte Frage auf: Sind wir hier wirklich während der Saison in dem weltbekannten Königswinter, der Perie des Rheines, oder sind wir in einem abgelegenen Dorfe der Hoch=Eifel? Sind die Anwohner der Bahnhoffraße keine steuerzahlenden Bürger oder Bürger II. Klasse, daß dieselben sich jahraus jahrein ein solche Behandlung gefallen lassen müssen? Ist es der weltbekannten Stadt Königswinter denn wirklich unmöglich, zur Befriedigung der duingendsten Bedürfnisse ein paar Tausend Thaler herzugeben? Man sollte doch wirklich lieber keine neuen Straßen anlegez, wenn man dieselben in keinen menschenwürdigen Zustand dersetzen kann. Anstatt, wie in unsern Nachdarorten, darduf bedacht zu sein, Fremde anzuziehen und denselben den Aufezthalt hier möglichst angenehm zu machen, verleidet man derselben hier den Aufenthalt und vertreibt dieselben; und doch ist die ganze hiesige Geschästswelt auf den Framdenverkehr angewiesen Es wäre zu wünschen, daß die Stadtverwallung alle die schmeichelhaften Ausdrücke zu hönn bekäme. Briche in den letzten Wochen in der Bahnhofstraße von den Anwohnern, den Passanten und Fuhrwerke besitzern laut geworden Schaffe man doch endlich, endlich endlich mal duxchgreisende Abhülfe durch Pflasterung und Trottoirisirung. Die Anwohner der Bahnhofstraße zahlen ihre Steuarn so gut wic alle andern Bürger der Stadt und haben ein Rech: diese Abhälfe mit allem Nachdruck zu verdes Siebengerikger! den 18. Juni 1898. unn Adenin in Stnietainter langen. Alle kleinen Nebenstraßen nach dem Rheine hin sind gepflastert und schön passirbar, nur die herrliche Bahnhofstraße verharrt von einem Jahr zum andern in ihrem elenden Zustande. Die Anwohner der Bahnhofstraße. Vermischte Nachrichten. Um den Fernsprecher in größerem Umfange als bisher für die Bestellung und für die Auflieferung von Telegrammen nutzbar zu machen, hat das Reichspostamt die hierfür zu zahlenden Gebühren vom 1. Juli ab ermäßigt und vereinfacht. Gegenwärtig wird für jedes mit Fernsprecher zugezogene Telegramm eine Grundgebühr von 10 Pfg. und außerdem eine Gebühr von 1 Pfg. für jedes Wort vom Empfänger bezw. Auflieferer erhoben. In Zukunft sollen Telegramme an Fernsprechtheilnehmer, wenn diese die Uebermittelung auf telephonischem Wege verlangen, gegen eine feste Gebühr von 10 Pfg. für das Telegramm zugesprochen werden: die Gebühr für die telephonische Auflieferung von Nachrichten soll 10 Pfg. für jede angefangene Reihe von zehn Worten, mindestens aber 20 Pfg für das Telegramm betragen. Die Uebermittelung ankommender Telegramme durch den Fernsprecher findet stets nur, wenn es der Empfänger beantragt hat. statt und ist im allgemeinen auf Telegramme in deutscher Sprache beschränkt. — Der Cultusminister hat folgende Verfügung erlassen: „Die Anpflanzung und sachgemäße Pflege guter Obstbäume in den zu den Dienstwohnungen gehörigen Hausgärten und auf den Dienstländereien der Volksschullehrer hietet einerseits den Stelleninhabern die Vortheile reichlicher Obsterträge und trägt andererseits dazu bei, in der schulpflichtigen Jugend und deren Angehörigen das Interesse für diesen wichtigen Zweig des Gartenbaues zu wecken und zu fördern. Indem ich der Kgl. Regierung daber empfehle, die ihr unterstellten Volksschullehrer, insbesondere des platten Landes, deren Stellen mit gecigneten Hausgärten oder Dienstländereien ausgestattet sind, zu einer derartigen Pflege und Förderung des Obsthaues anzuregen, erkläre ich mich gleichzeitig bereit, auf rechtzeitigen Antrag der Kgl Regierung einen angemessenen Betrag zur Beschafsung guter Obstbäume und deren unentgeltlicher Abgabe an Volfsschullehrei, sowie zur Gewährung von Beihülfen an solche für die Anlegung von Baumschulen zur Verfügung zu stellen.“ Hounef, 14 Juni Zum Abschiede der Königin von Schweden hatte sich am festlich geschmückten Bahnhofe eine sehr große Menschenmenge eingefunden. Bürgermeister Wächter, die Beigeordneten Mayer und Braun, Dr. Remmets, der evangelische und der katholische Pfarrer empfingen die scheidende hohe Frau am Bahnhof. Frau Bürgermeister Wächter überreichte einen herrlichen Blumenstrauß. Baroneß Ankarkrona und Fräulein Annie Mayer wurden sodann zur Königin besohlen, die sich mit den Damen auf's leutseligste unterhielt. Mehrere Kinder in schwedische Farben gekleidet, sagten sinnreiche Sprüche auf und wurden von der hohen Frau reich beschenkt. Auf dem Bahnsteig war der Schuljugend ein Platz vorbehalten, den als Hintergrund herrliche Palmen zierten. Als der Zug eintraf, mit dem die Königin von Rumänien sowie die Fürstin=Mutter zu Wied eintrafen, begrüßte die schwedische Majestät ihre Verwandten auf's herzlichste. Die Königin von Rumänien, die vortrefflich aussah, redete mehrere der kleinen Mädchen an und nahm die ihr dargereichten Blumengebinde dankend in Empfang. Unter Hochrufen der Menge und Rufen auf Wiedersehen verließ der Zug mit den hohen Herrschaften den Bahnhof. — Die Königin von Schweden hat sich vor ihrer Abreise von Honnef nach der dortigen Drachenquelle erkundigt. Herr Kreiswundarzt Dr. Remmets unterrichtete die hohe Frau über die Quelle und faßte sein Urtheil dahin zusammen, daß das Wasser der Drachenquelle solche Eigenschaften besitze, daß Wildungen und Fachingen darin übertroffen würden. Die Königin hörte den Ausführungen des Dr. Remmets mit Interesse zu und erklärte, daß sie vielleicht schon im nächsten Jahre wieder nach Honnef kommen und dann auch die Drachenquelle und das Bad kennen lernen wolle. Remagen, 14. Juni. Heute wurde hier eine Persönlichkeit verhaftet, welche sich für einen amerikanischen Bischof ausgab, indessen als Schwindler entlarvt wurde. Unter den Papieren des Mannes befand sich ein Schriftstück, angeblich unterzeichnet vom apost. Delegaten in Washington, worin der erstere als ein abgefallener Priester bezeichnet wurde, der seine Aussöhnung mit der Kirche nachoesucht hatte. Ein zweites Schreiben, angeblich unterschrieben vom Erzbischof von Wisconsin, nannte den Betreffenden, dessen Nemen als de Latie angegeben wurde, einen frommen und eifriger Priester. Der Gendarm Wirz hier führte ihn heute nach Sinzig. Vom Rhein, 14. Juni. Dem„Reichs=Anzeiger“ zufolge wurden auf den deutschen Eisenbahnen— ausschließlich Bayerns— im April 48 Personen getödtet und 88 verletzt. Köln, 14. Juni. Die alljährlich von der kgl. Eisenbahndircction in Köln eingerichteten Feriensonderzüge werden in diesem Jahre abgelassen am 16. Juli und 12. August nach Hamburg(Abfahrt von Köln Hptbyf..55 Uhr vorm, Ankunft in Hamburg.25 nachm.); am 12. August nach Berlin (Abfahrt von Köln Hptbbf. 10.20 Uhr vorm., Ankunft in Beilin Lehrier Bhf..45 abends; am 11. August nach München über Aschaffenburg(Abfahrt von Köln Hptbhf..30 abends, Ankunft in München am 12. August 10.50 Uhr vorm.) und nach Basel(Straßburg) über Weißenburg(Abfahrt von Köln Hptbhf..35 Uhr abends, Ankunft in Straßburg 4 20 vorm., in Basel.=B..38 Uhr vorm. am 12 August) und am 13. August nach Constanz, Schaffhausen und Basel über Karleruhe(Abfahrt von Köln Hptbhf..35 abends, Ankunft in Constanz 12 Uhr mittags, in Schaffhausen 11.45 Uhr vorm., in Basel.10 Uhr am 14. August. Zu diesen Feriensonderzügen werden besondere Rückfahrkarten (Sonderzugrückfahrkarten) zu bedeutend ermäßigten Fahrpreisen und mit 45tägiger Gültigkeitsdauer verausgabt. Die Fahrlarten=Ausgabestellen und die Auskunftsstelle auf dem Kölner Hauptbahnhofe der königlichen Eisenbahndirection in Köln werden auf Anfrage nähere Auskunft ertheilen Köln, 14. Juni(Tödtlicher Unfall.) Der um.25 Abends auf dem hiesigen Hauptbahnhofe fällige Personenzug von Herbesthal hat gestern bei der Einfahrt in den Bahnhof Köln=Ehrenfeld den dort beamteten Portier Becker durch Ueberfahren getödtet. Dem Verunglückten, welcher kurz vor dem einlaufenden Zuge das Geleise überschritt, wurde der Kopf vom Rumpfe getrennt. Düsseldorf, 12. Juni.(Etwas vom Grüßen.) Eines Tages besand sich ein Premierlieutenant auf einem Wagen der Pserdebahn, ein Husar ging vorüber und grüßte nicht, worüber der Offizier den Mann zur Rede stellte. Nun soll ein Civilist sich nicht um Militärangelegenheiten kümmern, der anwesende Elektrotechniker W. that es aber doch; er meinte, der Husar habe den Offizier nicht gesehen, deshalb das Grüßen unterlassen. Der Lieutenant fragte den., wie er heiße, dieser nannte seinen Namen, dann unterhielt man sich über das Grüßen, worauf der ebenfalls im Wagen anwesende August H. die Bemerkung machte, das sei Blödsinn. Der Offizier fragte auch diesen, wie er heiße, und stellte dann gegen die beiden Herren Strafantrag wegen Beleidigung. H. stand deshalb vor dem Schöffengericht, der Amtsanwalt beantragte 14 Tage Gefängniß, das Gericht erkannte auf 30 Ml. Geldstrafe. Nur weil H. noch nicht vorbestraft war, wurde von einer direkten Freiheitsstrafe abgesehen. Mainz, 14. Juni. Zu blutigen Auftritten kam es in Oberroden(bei Dieburg), wo die Sozialdemokraten eine Centrumswähler=Versammlung sprengten. Als die Gendarmerie schließlich eingreisen mußte, zog sie blank. Es gab zahlreiche Verwundete. Dann drangen halbwüchsige Burschen nach dem Pfarrhaus und zerstörten dort die Einrichtung. * Berlin, 15. Juni. Georg Ebers, der berühmte Schriftsteller, ist lebensgefährlich erkrankt Leipzig, 12. Juni. Aus allen Theilen Deutschlands trafen viele Hunderte Droguisten hier ein, um das 25jährige Bestehen des deutschen Droguistenverbandes zu begehen, der in Leipzig im Jahre 1873 begründet wurde. Im Krystallpalast wurde gestern eine überaus reichhaltige Fachausstellung eröffnet. Heute Vormittag begann die Hauptversammlung. Eine sehr lebhafte Aussprache entspann sich über die Standesangelegenheiten, insbesondere bezüglich des Handels mit Heilmitteln und Giften. Der Verkehr mit Heilmitteln soll in einer Weise geregelt werden, die den Zeitverhältnissen mehr entspricht und Streitigkeiten mit den Apothekern mehr beseitigt. Morgen findet der Verbandstag mit einer Rundfahrt seinen Abschluß. Rudolstadt, 13. Juni. Heute brannten die Stein=Baukastenfabrik und die Buchbinderei der Richterschen Fabrik nieder. (Das Galgenfest.) Kulturgeschichtlich interessont ist die Art und Weise. in welcher noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts in den meisten Städten Deutschlands Reparaturen an der Stätte des Hochgerichts vorgenommen wurden. Wie der Henker und seine Gehilfen seit ältesten Zeiten als unehrlich betrachtet wurden, so lastete auch auf dem Hochgericht selbst und dessen Requisiten der Bann des Vorurtheils War eine Ausbesserung des in damaliger Zeit so häufig benutzten Galgens oder Rabensteins nothwendig, so mußten alle dazu erforderlichen Gewerbe, Maurer, Zimmerleute, Schlosser usw, Meister, Gesellen und Lehrjungen, gemeinsam die Arbeit verrichten. Der Tag, an weichem solche Reparaturen vorgenommen wurden, gestaltete sich zu einem Fest. Auf dem Hin= und Rückwege zur Richtstatt ritten geschmückte Spiellente vor dem oft aus Hunderten bestehenden Zuge her. und nach beendeter Arbeit, bei der jeder einzelne Hand an legen mußte, kehrte man wieder mit Musik nach der Stadt zurück und schloß den festlichen Tag mit Tanz und Gelagen Zur Hungersnoth in Rußland wird aus Moskau geschrieben: Im Jahre 1892 sind wegen der voraufaegangenen Mißernten 697,000 Menschen an Hunger oder dessen Folgen gestorben. Rechnet man noch die Opfer hinzu, welche auf die zweite Hälfte des Jahres 1891 und die erste Hälfte des Jahres 1893 fallen, so hat das Hungerjahr 1891 über eine Million Menschen gekostet. Die Hiobsposten, welche jetzt aus den vom Hunger betroffenen Gebieten eintreffen, lauten ebenso verzweifelt. Das Getreide im Laude ist aufgezehrt, die Nebenverdienste sind spärlich und stehen in gar keinem Verhältniß zu den Getreidepreisen, welche zwei= bis dreimal so hoch sind wie in den Jahren der guten Ernte. Die Strohdächer wurden in den meisten Häusern herabgerissen und als Futter für das Vieh verwendet. Samen für die Saaten konnten nirgends aufbewahrt werden. Seit dem September si d in einem besonders betroffenen Gouvernement am Kankasus durch die private Wohlthätigkeit Küchen für die hungernde Bauernbevölkerung eröffnet worden. 1300 Mittagessen kosten dem Comitee 35 Rubel, wobei das Brod allein auf 22 Rubel zu stehen kam; die Bedienungskosten machten drei Rubel aus, während die übrigen zehn Rubel für Kartoffeln, Hirse. Kohl 2c zur Herstellung von 120 Eimern Suppe verausgabt wurden. Eine Portion dieser Suppe kostete dem Comiter ¾/4 Kopeken. Die Bauern gehen—4 Werft(ca. eine deutsche Meile) zu Fuß, um diese Kost nebst“] Pfund Brod zu holen. Die Dorsschullehrer entwerfen haarsträubende Bilder aus der Schule und der Familie. Die Regierung ist dem Volkselend gegenüber ohnmächtig. London, 15. Juni. Oberbürgermeister Becker und die übrigen Mitglieder der Kölner Abordnung, die zum Studium der Müllverbrennung hier weilen, waren gestern beim Lord Mayor zum Frühstück eingeladen. —(Das englische Parlament als unkonzessionirte Schänke.) Eines der elegantesten und bestfrequentirten Restaurants in London ist das im Parlamentsgebäude, und der ganze riesige Kellerraum unter dem Unterhause enthält große Quantitäten von Wein, die Lord Stanley, der Vorsitzende des Küchenkomitees des Unterhauses, mit anerkanntem Verständniß ausgewählt hat und stets erneut. Namentlich bedarf der Champagner fortdauernder Ergänzung, aber auch die deutschen Rheinweine finden im Unterhause guten Zuspruch und sind in den allerbesten Jahrgängen und Marken dort vertreten. Einige Temperenzler im Unterhause, vor Allem der bekannte Sir Wilfrä Lawson, führen nun schon seit einem Jahre einen Krieg zegen diesen Spirtuosen=Ausschank im Parlamentspalast, den diese Herren als gesetzwidrig denunziren, weil weder das Parlangnt noch das Küchenkomitee eine behördliche Schank=Concessien besitzt, und sich außerdem auch daselbst eingeführte Frendde im Restaurant des hoben Hauses gegen Bezahlung ihrer Zeche erfrischen können. Sir Wilfrid Lawson hat die Sache otdnungsmäßig bei der Polizei zur Anzeige gebracht. nachdem er erst dem Sprecher des Unterhauses höflich von seinem Verhaben Kenntniß gegeben, dann an betreffender Stelle ordnungsmäßig festgestellt hatte, daß das Parlament nicht auf der Liste der concessionirten Schankhäuser steht, und nachdem er denn zwei Gehilfen eines Papiergeschäfts dazu gewonnen halte, sich im Restaurant des Unterhauses Sodawasser mit Coznac zu kaufen, um dann als Belastungszeugen auftreten zu können. Denunzirt war der Bediensicte am Buffet, der die Getränke verabfolgt hatte. Der Polizeirichter bestand keineswigs auf dem Buchstaben des Gesetzes, sondern führte aus, das Schankgesetz sei zur Wahrung der öffentlichen Ordnung ra, innerhalb des Palastes aber könne das Parlament wohl selbst die Ordnung wahren. Doch gab er zu, daß die eigentliche Rechtsfrage einer Entscheidung höherer Instanz bedürfe. Wöchentlich 20 s Umsichtige Personen für den bildern, Haussegen, Regulas gegen iestes Gehalt und 51.1 verlangt. Prospekt gegen 10 Pfge: A. Paeschke, Kunsthandlung 8 At. on Chromov. überall naches sofort ferten an ndtgeschäft n