Hezugs-Preis in Köln, mit Sonntagsbeilage Zelonia, wöchentl. 10 Pig, monatl. 40 Pfg., auswärts 50 Pfg. Anzeigen-Preis: 15 Pfg. die einspaltige Zeile(dritte und letzte Seite 18 Pig.). Kölner Stellen- und Arbeits=Gesuche sowie Miet-Anzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pig. die Zeile. Auswärtige Anzeig. 20 Pfg.(dritte u. letzte Seite 25 Pfg.). Reklamen 50 Pfg., zweite Seite 00 Pfg. für hiesige, 75 Pig für auswärtige.— Otferten-Annahme 25 Pfa. Oostpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), m..—(2 Mon.), M..50(1 Mon.), ausschl. Bestellgeld. Kölner Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme: Marzellenstrasse 37. Fe 3 General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt. 2 Kölner Fremdenblatt. Nr. 9½, 24. Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln. Donnerstag, 14. April 1910. Redakt.: 5231, 5282,5233,5234. Heute 12 Seiten. Das Neueste vom Tage. Die Lage im Baugewerbe. Köln. 14.April1910. Der Kölner Baugewerkenverein hielt gestern abend im Alten Präsidium eine außerordentliche Versammlung av. die in Anbetracht der Lage im Baugewerbe zahlreich besucht war. Einstimmig wurde dem Beschluß des Deutschen Arbeitgeberverbandes im Baugewerbe bei##reten. Demzufolge werden am Freitag, den 15. d. M. die Baugeschäfte der Mitglieder geschlossen. Es kommen für den Kölner Bezirk etwa 3000 bis 3500 Arbeiter in Betracht und etwa 180 Baugeschäfte. Ueber den Konflikt im Baugewerbe liegen Meldungen vor, nach denen in Breslau der Arbeitgeberverband am Freitagabend die Baugeschäfte schließen wird. Ausgesperrt werden alle Arbeiter, etwa 8000.— Auch der südhannoversche Arbeitgeberverband beschloß, sämtliche Arbeiter auszusperren. Die Berliner Morgenblätter melden: In den oberheinischen Städten macht sich das Bestreben der Bauunternehmer geltend, die Bauarbeiter nicht auszusperren, die keiner Organisation angehören. Neue Verhandlungen über die Wahlrechtsreform im Herrenhause. Aus parlamentarischen Kreisen erfährt ein Berliner freisinniges Blatt von neuen Verhandlungen zwischen den Gruppen des Herrenhauses. Zugunsten der freikonservativen und der nationalliberalen Auffassung werden die Verhandlungen von dem Fürsten Hatzfeld, zugunsten der Konservativen von dem früheren Ministerpräsidenten Grafen Botho v. Eulenburg geführt. Diese beiden Herren werden von je zwei Mitgliedern der durch sie vertretenen Partei unterstützt. Es bestehe aber noch wenig Aussicht, daß die Vorlage im Sinne der Freikonservativen und Nationalliberalen abgeändert wird. Die Mehrheit des Herrenhauses solle vielmehr beabsichtigen, das von den Konservativen und dem Zentrum geschaffene Kompromiß unverändert anzunehmen. Morgen werde Ministerpräsident v. Bethmann Holweg im Herrenhause die Debatte persönlich eröffnen, in der er erkennen lassen werde, daß die Regierung bereit sei, das Kompromis anzunehmen. E Hamm(Westf.), 13.April1910. In der heute abend stattgefundenen Versammlung des Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe der Stadl Hamm wurde beschlossen, am 15. April alle Bauarbeiter auszusperren mit Ausnahme der Poliere und Leyrlinge. In Betracht kommen etwa 500 Arbeiter. a Goch, 13.April1910. In einer hier abgehaltenen Arbeitgeberversammlung für das Baugewerbe des linken Niederrheins wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der man sein Einverstandnis zu den in Dresden gefaßten Beschlüssen erklärte. Mit dem 15. April wird die Aussperrung der Arbeiter auch in den niederrheinischen Städten erfolgen. Auflösung der spanischen Kammer. Madrid. 14 April1910. Der Prenierminister erklärte, morgen werde der König den Erlaß zur Auflösung der spanischen Kammer unterzeichnen. Er wird wahrscheinlich am 15. April im Amtsblatt erscheinen. Massenverhaftungen russischer Revolutionäre. Aus Kiew wird gemeldet, daß Massenverhaftungen von Revolutionären stattgefunden haben, die mehrfach terroristische Akte vorbereitet hatten. Unter den Verhafteten befinden sich Hörer des Konservatoriums, Schüler und Arbeiter. Zahlreiche Schriftstücke wurden beschlagnahmt. Der Rassenhaß in Amerika. Meridian(Missouri), 14.April1910. Hier wurde ein Neger, der einen Konstabler erschossen hatte, von 2000 Menschen gefangen, erschossen, dann wurde ihm die Kehle durchschnitten. Hierauf wurde er aufgehängt und schließlich verbrannt. Zwei seiner Spießgesellen wurden verwundet und eingesperrt. Der Mob beabsichtigt, auch diese zu lynchen. Explosion einer Dynamitladung. Auf der Reede von Kobe(Japan) explodierte gestern eine Dynamitladuna von 130 Tonnen, wodurch viele Personen verwundet und in der Stadt und Umgebungzschwere Beschädigungen verursacht wurden. G Ruhe lag gestern über dem Abgeordnetenhause. Die wilden Parteileidenschaften, die am Dienstag zum Ausdruck kamen, waren ernsten sachlichen Beratungen gewichen. Das Haus setzte die Erörterung über den Eisenbahnetat fort. Die interessanteste und wohl auch bedeutungsvollste Rede des Tages hielt— das darf man ohne Uebertreibung sagen— der Zentrumsabgeordnete Gronowski, der sich in seiner warmherzigen Urt diesmal der Eisenbahnarbeiter und Handu erker annahm. Hr. Gronowski wußte durch seine Ausfuhrungen nicht nur das Interesse aller Parteien des Hauses zu fesseln, sondern er zählte infolge seiner maßvollen sachlichen Ausführungen auch den Eisenhahnminister zu seinen aufmerksamsten Zuhörern. Abg. Gronowski hatte ein ganzes Bündel von Wünschen, Forderungen und Beschwerden. Zunächst bat er um Aufklärung über das Rechtsverhältnis der Eisenbahnarbeiter und Handwerker, die augenblicklich weder der Gewerbeordnung noch dem Bürgerlichen Gesetzbuch unterstehen. Der Minister solle einmal klipp und klar erklären, wohin diese Leute eigentlich gehören. Sodann bat er Hrn. v. Breitenbach, darauf hinwirken zu wollen, daß seitens der ihm nachgeordneten Behörden seine Verfügungen und Erlasse auch beachtet würden. Weiterhin bat er um Schutz für den Elberfelder Eisenbahnarbeiterverband vor den Willkürlichkeiten mehrerer höherer Eisenbahnbeamten und verlangte für Elsenba narbeiter und=Handwerker gerechte Lohnverhältnisse und Abschaffung der Aktordarbeit. Der Eisenbahnminister, der sich während der Ausführungen des Zentrumsabgeordneten eifrig Notizen gemacht hatte, erhob sich später ihm zu antworten. Was Herr v. Breitenbach sagte, war, wie fast immer die Ausführungen des Eisenbahnministers, auf der Journalistentribüne nur schwer und bruchstückweise verständlich; aber so viel konnte man doch heraushören, daß er den Wünschen, Anregungen und Beschwerden des Abgeordneten Gronowski freundlich gegenüberstehe und ihnen entgegen kommen, resp. Abhülfe schaffen werde, soweit dies im Bereiche der Möglichkeit liege Vor und nach dem Abgeordneten Gronowski traten noch eine Reihe von Abgeordneten verschiedener Parteien des Hauses mit allerhand Sonderwünschen hervor, von denen wahrscheinlich mehr wie einer in den großen Papierkorb des Eisenbahnministers verschwinden wird. Hervorheben wollen wir noch, daß der bekannte sozialdemokratische Zeyngebote=Hoffmann, der dieser Tage wieder gewählt worden ist, zum ersten Male wieder im Hause erschienen war. Adolf Hoffmann halte zur Feier des Tages den Sonntagsrock angezogen. Das Haus wird also auch in diesem Jahre wieder das zweifelhafte Vergungen haben, bei der Beratung des Kultusetats eine jener wüsten mit Blasphemien gespickten Reden über sich ergehen lassen zu müssen, die zum Bestandteile der Reden Adolf Hoffmanns gehören. Am Donnerstag werden die Abgeordneten, zunächst einer Einladung des Kriegsministers folgend, auf dem Tegeler Felde das Luftschifferbataillon besichtigen und dessen Vorfuyrungen beiwohnen. Nachmittags 2 Uhr wird dann die Beratung des Eisenbahnetats fortgesetzt. G Das Eosinschwein. Auf dem Tisch des Hauses im Reichstage sind ein Dutzend Teller mit Proben von in allen Färbungen schillernder eosingefärbter Gerste aufgestellt, und der Volksparteiler Carstens— scherzhaft als der„Vater des Eosinschweins" bezeichnet— beschwört das Gespenst des Schweins herauf, das sich an eosingefärbter Gerste elendiglich zu Tode gefressen hat. Tenn, so meinen wenigstens die Freisinnigen und ihre Nachbarn zur Rechten: das Eosin, das jetzt dazu verwandt wird, um die zu einem niedrigeren Zollsatz zur Einfuhr zugelassenene Futtergerste von der hochwertigen und höher verzollten Braugerste zu unterscheiden, ist ein niederträchtiges, heimtückisches Gift, das nicht nur Magen und Därine der armen Schweine mit einer roten Farbenschicht überzieht, sondern sie auch krank macht und einem langen, aber tödlichen Siechtum entgegenführt. Deshalb haben sie in einer Resolution den Reichskanzler aufgefordert, das Eosinfärbverfahren schleunigst abzuschaffen. Aber sie fallen mit dieser Forderung gründlich ab. Schon nach der Rede des Staatssekretärs Wermuth, der mit überlegenem Spott, aber auch mit überzeugendem sachlichen Material gegen das„rote Gespenst" zu Felde zieht, ist das Schicksal der Resolution so gut wie entschieden, und den Rednern, die in der nachfolgenden Debatte noch das Wort ergreifen, bleibt eigentlich nur eine kurze Nachlese übrig. Für das Zentrum spricht im Sinne des Staatssekretärs der Abgeordnete Mayer(Pfarrkirchen); er hebi mit Recht hervor, daß der ganze Eosinrummel offenbar von Leuten künstlich inszeniert worden ist, die befurchten müssen, infolge der Anwendung des vorzüglich wirtenden Eosins in ihren betrügerischen Manipulationen kunftig verhindert zu werden, d. h. genötigt zu sein, die hochwertige Braugerste auch wirklich als solche zu dem höheren Zollsatz verzollen zu müssen. Nach mehrstündiger Erörterung wird die Resolution schließlich gegen Sozialdemokraten und Volksparteiler abgeleynt. Nach dem Verlauf der gestrigen Devatte kann man wohl sagen, daß das Eosinschwein nun wirtlich endgültig tot und begraben ist. Zur Versicherung der Das Reichsamt des Innern hatte am Samstag eine Konferenz einberufen, zu der die Vertreter der Freien Vereinigung für die soziale Versicherung der Privatangestellten, des Hauptausschüsfes und des Verbandes Hirsch=Dunckerscher Gewertvereine Eintadungen erhalten hatten. Das Reichsamt selbst war dabei durch die Geheimen Oberregierungsräte Dr. Beckmann und Koch vertreten, die gleich zu Beginn ertlarten, daß die Regierung den Gesetzentwurf über die Pensionsversicherung der Privatangestellten auf der Grundlage der zweilen amtlichen Dentschrift ausarbeite; es konne deshalb nicht über den ausbau der Invalidenversicherung innerhalb der Reichsversicherungsordnung, sonern nur über die Pensionsversicherung in Gestalt einer Sonderversicherung beraten werden. Die Tebatte drehte sich infolgedessen zum überwiegenden Teile um verschiedene Einzelheiten der Sonderversicherung. Einen breiten Raum nahm dabei die Erörterung der Frage ein, ob Ersatzinstitute zugelassen werden sollten. Die Vertreter der Regierung erklärten, daß sich die Regierung darüber selbst noch nicht klar geworden sei. Auch bezüglich der Seibstverwaltung vermochten die Regierungsvertreter noch keine näheren Angaben zu machen. Die Vertreter der HirschDunckerschen Gewerkvereine wiesen u. a. darauf hin, daß die Schaffung einer Sonderversicherung in der Arbeiterschaft berechtigte Entrüstung heivorrufen werde und sie die Gelegenheit der Reichsversicherungsordnung benutzen würden, um für den notwendigen Ausbau der Invalidenversicherung in eine intensive Propaganda einzutreten. Der Vorsitzende der Siebenerkommission des Hauptausschusses glaubte für diesen Fall die Herausnahme aller Privatangestellten aus der Invalidenversicherung in Aussicht stellen zu müssen. Die Vertreter der Freien Vereinigung präzisierten am Schluß das Ergebnis der Verhandlungen für sich dahin, daß sie durch den Verlauf der Debatte in ihren Grundanschauungen nicht erschüttert seien. Sobald der Gesetzentwurf vorliegen werde, würden sie positive Verbesserungsvorschläge machen. Vorläufig aber hätten sie keine Veranlassung, den Gedanken des Ausbaues fallen zu lassen. O Ein Tuberkulose=Museum ist für einige Wochen(bis 12. Mai), wie wir schon in Nr. 96 mitteilen konnten, in der alten Hebammenlehranstalt an der Karthäusergasse eingerichtet. Die städtische Lungenfürsorgestelle, die der umsichtigen Letung unseres verdienten ärztli ven Beigeordneten Dr. Krautwig untersteht, legt damit wiederum einen vollgültigen Beweis dafür ab, wie ernst sie es mit der Bekämpfung dieser Volksseuche nimmt. Das Museum gehört der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz. Es vermittelt durch Tabellen, bildliche Darstellungen, Modelle und Präparate genauere Kenntnisse über den Bau des menschlichen Körpers, Wesen und Art der Tuberkulose, die Einwirkung der verschiedenen Staubarten auf die Lunge, Verbreitung der Tuberkulose, das Heilstättenwesen, Walderholungsstätten und Fürsorgewesen, Säuglingswesen, Zahnpflege und Nährwert, Alkoholismus, Wohnungsfürsorge usw. Aus dieser Aufzählung der verschiedenen Abteilungen schon ergibt sich, wie lehrreich und segensreich dieses Museum wirken kann für die weitesten Schichten des erwerbstätigen Volkes, das ja der Gefahr der Lungentuberkulose am meisten ausgesetzt ist. Fortbildungsschulen, Jünglingsvereine, Arbeiter= und Gesellenvereine, Gewerkschaften usw. sollten ihre Mitglieder zum Besuch der Ausstellung veranlassen und vielleicht unter sachverständiger Führung in Gruppen von etwa 50 Personen Besichtigungen vornehmen. Bei der Eröffnung, die gestern nachmittag stattfand, wies Hr. Dr. Krautwig die anwesenden Damen und Herren in interessanten Darlegungen auf den Stand der Lungentuberkulose und ihre Bekämpfung hin. Wir entnehmen seinen Ausführungen u. a. folgendes: Die Tuberkulose ist auch heute noch die gefährlichste Volksseuche, die Jahr für Jahr unserer Bevölkerung schwere Opfer an Gut und Blut auferlegt. Von 100 Todesfällen fallen immer noch 10 zu Lasten der Krankheit. Diese Verhäliniszahl würde erheblich höher sein, wenn nicht mit ihr im kindlichen Alter die große Säuglingssterblichkeit konkurrierte. Unter den Sterbefällen des Alters von 15 bis 60 Jahren kommt sogar jeder dritte Sterbefall auf das Schuldkonto der Tuberkulose. Sie sucht sich ihre Opfer besonders im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 40 Jahren, also in der Zeit, in der Familie und Staat von dem Menschen das Meiste erwarten. Dazu ist volkswirtschaftlich von der schlimmsten Bedeutung die lange Dauer der Krankheit und des Siechtums. Man kann wohl annehmen, daß sieben im Durchschnitt vergehen von der Zeit an, wo der Tuberkulose sich zum ersten Mal wirklich krank fühlt. Die Tuberkulose ist nicht erblich im eigentlichen Sinne, wie man früher vielfach annahm, sondern sie verbreitet sich in den meisten Fällen durch direkte Ansteckung. Nichr, betr#chen, sie stecken auch Vater oder die kranke Mutter selbst dahin siechen, sie steae, innerhalb der engen Wohnungen und be: Zinderwelt mit den e eosten Av, Ziezsg=Zeine versprühen beim Husten verderblichen Keimen—.„ Wonnräume oder werden auf dem Wege des Auswurses und der Staubentwickelung dem Körper der zum## Gefahren und die Schädigungen, die unsere Volksgesundheit von diesem schlimmsten aller Volksfeinde zu erwarten Aber nun tommt der Lichtblick. Heute legen wir nicht mehr die Hande in den Schoß und trösten nur den Kranken und mildern den Verlauf der Krankheit. Heute wissen wir vielmehr, daß die Tuberkulose in iyren Anfängen heilbar und in ihrem weiteren Verlauf in energischer und dauerhafter Weise zur Besserung zu bringen ist. Es ist nicht zum geringsten Teil die Folge der großen Ent eckung Rovert Kochs, der uns den Erreger der Krankheit in dem sogenannten Tuberkelbazillus im Jahre 1882 zeigen tonnte. Es ist des weiteren die erfreuliche Folge des großartigen Ausschwunges, den die medizinischen Wissenschaften im Erkennen und Heilen der Krankheiten im Laufe der letzten Jayrzehnte genomen haben. Heute können wir durch eine probatorische Impfung schon frühzeitig, unter Umständen schon beim Säugling, erkennen, daß das tuberkulöse Gift in den Körper eingedrungen ist. Diese Methode der Untersuchung hat uns den Beweis erbracht, daß tatsächlich schon in der jrühesten Jugend die Tuber. K Seite 2. Kölner Local-Anzeiger Nr. 99 a Donnerstag, 14. April 1910. 3: Was der Freitag bringt: Ss5 S T msen m Theater. Opernhaus: Tiefland, 7, Schauspielhaus: Faust, 6, Colosseum(Millowitschtheater), Kamrad Lehmann, 8¼ Uhr, Castans Panoptikum: Spezialitäten-Vorstellung. Konzerte: Zoologischer Garten: 3½. Flora: 3½, Volksgarten: 3½. Stadtgarten: 3½. Opernhaus-Restaurant: 3½. kulose auf dem Wege der Ansteckung in den Körper des Kindes sich einschleicht. 50—60 Proz., ja 80—90 Proz. ganzer Gruppen von Säuglingen und älterer Kinder wurden in vielen Städten als bereits mit tuberkulösen Keimen infiziert festgestellt. Wohl gemerkt, bedeutet diese Feststellung nur, daß die Keime in den Körper eingedrungen sind, nicht aber, daß diese dort auch krankhaft wirken müssen. Aber mit ihrem Eindringen ist doch ein wesentlicher Faktor für die mögliche Weiterentwickelung der Krankheit in späteren Jahren gegeben. Wir mussen in unseren Fürsorgestellen für Tuberkulöse die Gefahr der Ansteckung durch Herausnahme der Schwerkranken aus den Wohnungen, durch Heilung der Leichtkranken, durch Belehrung und Warnung bezüglich des gegenseitigen Verkehrs möglichst herabzusetzen suchen. Die systematische Arbeit der Fürsorgestellen, die sich auf die Mitwirkung der Aerzte und besonderer im Hauptamt tätiger Fürsorgeschwestern stützt, hat es nun im Verein mit dem gesamten Aufschwung der sozialen und kulturellen Verhältnisse zuwege gebracht, daß trotz stärksten Zusammentreffens der Volksmasse in den gronen Städten die Verluste an Tubertulose gewaltig herabgesunken sind. In Preußzen starben in den Jahren 1871—1880 noch von 10 000 Einwohnern 31,8 an Tuberkulose. Die Zahl sank in den Jahren 1881—1890 auf 30,1. Seit dieser Zeit ist aber ein konstantes und erhebliches Herabsinken der Tuberkuloseziffern erfreulicherweise zu konstatieren gewesen. Die Verlustziffer betrug 1891 26,5, im Jahre 1908 bereits nur 16 auf 10000 oder in absoluten Zahlen gesprochen: in Preutzen starben im Jahre 1908 63320 Menschen an Tuberkulose, im Jahre 1876 dagegen 81 830 Personen, trotzoem die Einwohnerzahl um viele Millionen in dieser Zeit zugenommen hat. Die Sterblichkeit ist demnach beinahe um die Hälfte gesunten und wir wurden in Preußen, wenn wir die ursprüngliche Sterblichkeitsziffer des Jahres 1876 noch hätten, heute nicht 63000, sondern 123000 Menschen dieser Seuche opfern müssen. Der Rückgang ist besonders in den höheren Altersklassen erfolgt, ebenso ist das weibliche Geschlecht, das früher erheblich stärker von Tuberkulose betroffen war, von der Besserung meyr begünstigt, wie das männliche Geschlecht. Es bleibt aber auch heute noch bestehen, daß das weivliche Geschlecht im schulpflichtigen und gebärfähigen Alter mehr gefährdet ist als das männliche. Während im allgemeinen die tuberkulose Sterblichkeit die städtische Bevölkerung mehr betrifft, als die ländliche— diese Differenz hat sich allerdings im Laufe der Jahre ständig vermindert—, gilt gerade für die weibliche Bevölkerung der Altersklassen von 15—35 noch die Erfahrung, daß sie in diesem Jahre auf dem Lande mehr gefährdet ist, wie in der Stadt. Der Regierungsbezirk Köln stand im Jahre 1907, nach der Zahl der Opfer rangiert, an achter Stelle, während er in den beiden Jahren vorher noch die vierte bzw. sechste höchste Ziffer der Sterblichkeit erreichte. Eine Vergleichsturve über die Tuberkulosesterblichkeit in Preußen und in der Stadt Köln demonstriert in klarer Weise, daß wir in Köln im Jahre 1891 noch erheblich über der Durchschnitts=Tuberkulofesterblichkeit in Preußen standen. Diese Differenz ist aber zu unseren Gunsten immer mehr eingeholt worden, so daß wir im Jahre 1907 bereits mit 15.5 günstiger standen als der Staat auf 16,5 Todesfälle auf Einwohner. Im Jahre 1908 haben wir mit dem Staate annähernd dieselbe Sterblichkeitsziffer(16,5) zu beklagen. Man muß aus all diesen Zahlen die tröstliche Hoffnung nehmen, daß gerade die Tuberkulose kein angreifbarer, unbesiegbarer Feind ist. Wenn ich nicht irre, ist es Altmeister Robert Koch selbst gewesen, der den kühnen Ausspruch getan, man tönne und müsse die Tuberkulose genau wie den Aussatz durch eine systematische Bekämpfung im Laufe der Jahre aus der Kulturwelt ausrotten. Das Diktum ist heute noch recht kühn, vor 20 Jahren aber hätte man es direkt als wahnwitzig erklärt. Möge dieses Tubertulose=Wandermuseum recht weite Kreise auf die Verbreitung und Gefahren der Tuberkulose aufmerksam machen. Möge es mit all seinen Bildern und Schauobjekten, die zum Teil erst nach gründlicherem Studium gut verständlich sind, der Aufklärung und Beleyrung mahnend und vorbeugend wirken. Möge es besonders in den berufenen Kreisen reges Interesse und Unterstützung wachrufen für die großen Aufgaben, die auch die Stadt Koln noch in den nächsten Jahren auf dem Gebiete der Tuberkulose zu lösen hat. Das Museum ist täglich von 10—1 und—7½ Uhr geöffnet, Sonntags von—1 Uhr. Der Eintritt ist frei. Gesellschafts= und Vereinsleben. S Briefmarkensammler-Tag. Eines der ältesten Sammelgebiete, welches alt und jung, reich und arm in seinen Banntreis gezogen hat und in welcher Millionen Mark angelegt sind, ist unstreitig das Briefmarken=Sammeln. Welchen Umfang dasselbe heute angenommen hat, geht daraus hervor, das es allein im Deutschen Reiche Hunderte von Vereinen mit tausenden und abertausenden Mitgliedern gibt. Einer der bedeutendsten deutschen Briefmarken=Sammlervereine besteht seit langen Jahren unter dem Namen Mosel in Köln. Derselbe hat seine Mitglieder im ganzen Deutschen Reiche, in Oesterreich, der Schweiz, in Belgien, England, ja selbst in überseeischen Orten. Am Sonntag, den 17. April, veranstaltet der genannte Verein in Köln einen Sammler=Tag, in welchem neben philatelistischen Vorträgen auch Marken=Seltenheiten und einzelne hervorragende Sammlungen zur Schau gestellt sein werden, die der Durchschnitts=Sammler nicht alle Tage zu Gesicht dekommt. Näheres ist ersichtlich aus der Anzeige in dieser Nummer. Männerchor Celegraph Der unter der bewährten Leitung des Musikdirektors Wingerath stehende Chor veranstaltet am Samstag, den 16. April, im Viktoriasaal, Waidmarkt, sein diesjähriges Frühlingsfest unter Mitwirkung bewährter Solisten. Der Festball sonl Punkt 12 Uhr beginnen. * Die Allgemeine Stenographen-Gesellschaft Stolze-Schrer (Stenographisch=wissenschaftliche Abteilung) veranstaltet am Freitag, den 15. April, abends 8½ Uhr, in der Aula des städtischen Gymnasiums und Realgymnasiums an der Kreuzgasse eine Wiedergabe des Lichtbilder=Vortrags, den Hr. Gymnasialdirektor Dr. Dewischeit auf dem Stuttgarter Stenographentage der Schule Stolze=Schrey über„Die Entwickelung der Kurzschrift während 2500 Jahren, eine Wanderung durch ihre Geschichte", an Lichtbildern erläutert gehalten hat. Die Uebungen im Kaiser Wilhelm=Hotel fallen aus. * Der Rathol. Beamtenverein Köln ladet seine Mitglieder zur Beerdigung eines verstorbenen Mitgliedes ein.(Vergl. Anzeige in heutiger Nummer.) Volksverein für das katholische Deutschland(Pfarre St. Michael). Dienstagabend fand im Pfarrsaale von St. Michael eine zahlreich besuchte Vertrauensmännerversammlung statt. Der Geschäftsführer machte vorab Mitteilung über die am 25. d. M. im Edengarten stattfindende Versammlung, zu der als Redner gewonnen sind P. Guardian Facundus und Hr. Breddemann. P. Facundus spricht über die christliche Familie, Hr. Breddemann über die religiösen und sozialen Aufgaben des Volksvereins. Es folgte nun eine eingehende Besprechung über den gegenwärtigen Stand sowie über die Agitation; es konnte ein stetiges Wachsen des Vereins konstatiert werden. Hr. Kaplan Malmede sprach sodann über den Begriff der sozialen Frage in sehr interessanten Ausführungen. Nachdem der Geschäftsführer unter dem Beifall der Anwesenden für den belehrenden Vortrag gedankt und zu weiterer Mitarbeit an den Zielen des Vereins aufgefordert hatte, wurde die Sitzung geschlossen. 0 Der Volksverein für das katholische Deutschland, Pfarre St. Oeter, veranstaltet heute abend in der Isere Dhöör, Kammergasse eine gemeinsame Sitzung mit dem Pfarrverein. Hr. Gewerkschaftssekretär Breddemann wird einen Vortrag halten. Volksverein für das katholische Deutschland(Herz Jesu Pfarre). Am Donnerstag, den 14. d. M. abends 9 Uhr findet im Pfarrsaale, Hochstadenstraße 33, die monatliche Versammlung der Vertrauensmänner statt; auch Mitglieder sind willkommen. Nach Erledigung des Geschäftlichen wird ein Vortrag gehalten: Die Bahnen in und um Koln. Der Hunsrückerverein zu Köln feierte am Samstag, den 9. d.., im Viktoriasaal, Severinstraße, sein erstes Stiftungsfest. Den Gästen wurde eine abwechslungsreiche Vortragfolge geboten. Violinstücke von Frl. Weirich und Klaviervorträge der Damen Herta Lorenz und Emilie Schulin wechselten mit gesanglichen Darbietungen des Hrn. Konzertsängers W. Schumacher, dessen Begleitung Hrn. F. Kleinschmidt anvertraut war und des Theisen'schen Doppelquartetts. Alle taten ihr Bestes, den Gehalt der Kompositionen voll auszuschöpfen. Nicht minder gefielen die Humoristen Hr. Imig und Hr. Ludwig, sowie das Stabturnen und die Marmorgruppen des Kölner Turnklubs(gegr. 1888, Deutsche Turnerschaft) sowie das Kunstreigenfahren des Radfahrklubs Schnecke. Die Festrede hatte Hr. Antracht aus Düsseldorf ubernommen, die Damenrede hielt Hr. Köster. Gegen Schluß der Festlichkeit konnte der Vorsitzende allen Mitwirkenden unter dem Beifall der Gäste den Dank des Vereins aussprechen. Eine unter den Teilnehmern veranstaltete Sammlung zugunsten des Bismarckdenkmals auf der Elisenhöhe bei Bingerbruck ergab über 22 M. Eine Theaterauffuhrung Nette Nichten, bei der sich die Damen Amalie Lorenz, Paula Fatz, Paula Bonn, Lieschen Greif und Gerta Zierfaß als schauspielerische Talente zeigten, leitete über zum Tanze. Rheinischer Philologenverein. Am Samstag, den 16. April, abends 8½ Uhr, findet im Vortragssaale der Kölner Bürgergesellschaft eine Versammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen: Bericht über den deutschen Oberlehrertag in Magdeburg und Rechte der Mittelschulen, der städtischen Kuratorien usw. - Luftschiffahrt. k Die Kölner Luftschiffmanöver. Die an der Luftschiffhalle postierte Dienststelle des Aachener Observatoriums stellte heute morgen eine Windstärke von 14 Sekundenmeter und böige Winde fest. Am Vormittag fanden deshalb Aufstiege nicht statt. Sollte das Wetter sich bessern, so werden voraussichtlich am Nachmittag Aufstiege stattfinden. Die Luftschiffe P. Il und M. II sind flugbereit. * Der Kaiser Wilhelm Schießplatz bii Brück. Der Kölner Schießplatzverein e. V. hat an den Oberbürgermeister Wallraf eine Eingabe gerichtet, in der die Stadtverwaltung gebeten wird, dem Verein ein hypothekarisch einzutragendes Darlehen von 50000 M. zu bewilligen oder mit fünf Prozent zu verzinsende Anteilscheine in dieser Höhe zu übernehmen. In der Begründung der Eingabe heißt es u.., daß mit der Eröffnung des Schießplatzes auf der Vorortbahn Köln=Brück sich ein lebhafterer Verkehr entwickeln werde, daß die im Zusammenhang mit den Vaterländischen Festspielen veranstaltete Kölner Schießwoche eine bedeutende Erweiterung erfahren wird, daß 1911 der Schießplatz das Rheinische Bundesschießen aufnehmen werde und daß vielleicht 1915 das XII. deutsche Bundesschießen dort abgehalten werden könnte,— Verananstaltungen, die auf die Frequenz der Vorortbahn von günstigem Einfluß sein würden. Es kämen dann auch Erträgnisse aus den Platzmieten in Frage usw. Nach einer Erörterung der finanziellen Lage des Vereins kommt die Eingabe zu dem Vorschlag, zur Wahrung der Interessen der Stadt Köln einen Beigeordneten oder Stadtverordneten in den Vorstand des Schießplatzvereins zu delegieren; in der Tatsache, daß satzungsgemäß bei der Vereinsauflösung die gesamten 22 Morgen große Anlagen in den Besitz der Stadt Köln übergingen, dürfte eine wertvolle Garantie für eine finanzielle Unterstutzung zu erblicken sein usw. 1. Der Verband deutscher Brieftaubenliebhaver=Vereine (Kölner Reise=Vereinigung gegr. 1894) hat am Mittwoch seine diesjährigen Touren eröffnet. Die ersten Tauben wurden in Wahn (12 Kilometer) aufgelassen. Die Touren werden sich bis Juli bis auf 720 Kilometer erstrecken. Gerichts=Verhandlungen. Mordprozeß Felix. Der Müller und Ackerer Felix aus Winterborn ist bekanntlich am 22. Januar wegen Ermordung seines Vetters gleichen Namens zum Tode verurteilt worden. Der Verteidiger des Felix, Rechtsanwalt Dr. Broil, hat am 12. April den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens vor der dritten Strafkammer gestellt. Aus Kölns Nachbarschaft. (a. Desch bei Longerich, 13.April1910. In der Nacht vom 12. auf den 13. April wurden auf etwa 500 Meter zwischen Longerich und Pesch sämtliche Bronzedrähte aus der Fernsprechleitung gestohlen. Eine Leiter hatte man bei einem Tischlermeister entwendet, um an die Leitung zu gelangen. In den letzten drei Wochen sind wieder allerlei Diebstähle vorgekommen. J Eitorf, 13.April1910. Ein 28jähriges Mädchen aus dem benachbarten Forst verließ in vergangener Nacht heimlich die elterliche Wohnung. Heute fand man seine Leiche in der Sieg. Wie das Mädchen in die Sieg gekommen ist, ist bis zur Stunde noch unbekannt. Siegburg, 14.April1910. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde zunächst eine Mitteilung des Regierungspräsidenten in Angelegenheit der Auslegung seiner Verfügung vom 21. Februar 1908 wegen der Stadtentwässerung verlesen; in dieser Mitteilung bestätigt der Regierungspräsident die Auslegung, wie sie in dem von 15 Stadtverordneten unterzeichneten Schriftsatz vom 18. Januar 1910, dem sich die Stadtverordnetenversammlung vom 9. Februar 1910 angeschlossen hat, gegeben ist und fragt an, ob nun trotzdem der Beschwerde über die gedachte Verfügung weiterer Fortgang gegeben werden soll. Hierzu erklärt Hr. Mielke namens seiner Freunde, daß, wenn der Herr Regierungspräsident die Angelegenheit der zwangsweisen Kanalisierung für erledigt betrachtet, gegen diese Auffassung nichts einzuwenden sei. Für den Ausbau der Mahrstraße und von Teilen der Wilhelmund Alleestraße sowie Erbreiterung der Brücke in der Alleestraße werden 17420 M. bewilligt. Es wurde ferner beschlossen, daß an Vorausleistungen zum Wegebau pro Kilometertonne 1½ Pfg. zu zahlen sei; in Abänderung der Ordnung über die Erhebung einer Biersteuer wurde bestimmt, in Zukunft statt 50 Pfg. einen Zuschlag von 65 Pfg. pro Hektoliter zu erheben. Die Gegner der Kanalisation wählten hierauf eine Kommission, welche dem Regierungspräsidenten Vortrag in der Angelegenheit der Kanalisierung halten soll. Gewählt wurden die Herren Mielke, Vogelbacher und Schmandt. Aus dem Vergischen Land. # Berg.-Gladbach, 12.Aprill910. Unsere umgebaute Pfarrkirche erhält nun auch eine dem prächtigen Bau angepaßte würoige innere Ausstattung, die schon große Fortschritte gemacht hat. Vor allem fällt dem Besucher sofort die neue Kanzel ins Auge, ein im romanisch=modernisierten Stile entworfenes und in der Hauptsache in rotem Sandstein ausgeführtes Werk, das vom Herrn Diözesanbaumeister Renard entworfen wurde. Die Kanzel zeichnet sich durch ihre schöne Architektur unddie figürlichen Arbeiten durch eigenartige Behandlung und gedankenreiche Komposition aus. Die Ausführung der Kanzel und besonders der figürliche Schmuck war den bewährten Händen des akademischen Bildhauers R. Grüters(KölnNippes) anvertraut. Das Werk gereicht sowohl dem ausführenden Künstler wie dem Stifter, Pfarrer Msgr. Umpfenbach zu hoher Ehre. * Bensberg, 13.April1910. Heute beginnt hierselbst ein Turnfortbildungskursus für die Lehrer der Bürgermeistereien Bensberg und Rösrath und für die Lehrerinnen der Bürgermeistereien Bensberg und Verg.-Gladbach. Die Kurse werden geleitet von einem geprüften Turnlehrer bzw. einer Turnlehrerin und haben den Zweck, die Leyrpersonen in den neuerdings für die Volksschulen vorgeschriebenen Turnübungen, namentlich aber auch in der Leitung von Jugendspielen, auszubilden. Der Kommandeur des Kadettenhauses, Oberstleutnant Mathies, hat für diese Fortbildungskurse die Turnhalle des Kadettenhauses zur Verfügung gestellt. von Nah und Fern. ** Kampf zwischen einem Gendarmen und einem Gefangenen.(Drahtber.) Berlin, 13.April1910. Als der Arbeiter Syrnitz von seiner Arbeitsstelle bei Neudorf=Spremberg zum Amtsgericht übergeführt wurde, entriß er an einer einsamen Stelle des Waldes dem ihn begleitenden Gendarmen den Revolver, um ihn zu erschießen. Der Gendarm nahm dem Gefangenen die Waffe wieder av. Dafür bemächtigte sich dieser des Seitengewehrs, der Kampf zwischen beiden dauerte an. bis der Gendarm seinen Revolver entsichern konnte und den Gefangenen niederschoß. Görlitz, 13.April1910.(Eig. Drahtber.) Der 21jährige Hülfsgerichtsdiener Scholz(Görlitz wurde zum Tode verurteilt wegen des Mordes an seiner Geliebten, der 28jährigen Maschinenschreiberin Alma Sprenger. m Lünen, 13 Aprill910.(Eig. Drahtber.) Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich in Lünen=Süd. Zwei Geschwister, vier und sechs Jahre alt, gerieten beim Ballspielen unter einen schweren mit Holz beladenen Wagen. Beide Kinder wurden überfahren und sofort getötet. ** Mord und Selbstmord.(Trahtber.) Paris, 14.April 1910. Der Hauptmann im 27. Artillerieregiment, Boblique, erschoß gestern abend nach einem heftigen Wortwechsel seinen gelähmten und blinden Schwiegervater, den reichen Hauswirt David, und entleibte sich sodann durch zwei Revolverschüsse. Als Grund der Tat wird angegeben, daß zwischen Boblique und seinem Schwiegervater, der seiner jungen Konkubine schenkungsweise bereits einen beträchtlichen Teil seines Vermögens zugewandt hatte, seit längerer Zeit arge Mißhelligkeiten bestanden. ** Hamburg, 13.April 1910.(Draylber.) Die Bürgerschaft hat den Antrag des Senats auf Bewilligung von 1339 300 M. für Erbauung eines Instituts für Schiffs= und Tropenkrankheiten einstimmig angenommen. Wasserstand am 14. April 1910. Mannheim, 8 vorm., 3,08—0,03 m 1 Köln, 8 vorm., 1,79—0,05 m Cand, 9 vorm., 1,86—0,02 m] Wesel, 9 vorm., 0,84--0,01 m deren Kinder nicht so gedeihen, „ wie sie es wünschen, sollten einen Versuch mit Scotts Emulsion machen. Sie werden keine Mühe haben, den Kleinen das Präparat zu geben, denn gerade Kindern sagt der suße Geschmack außerordentlich zu. Viele zarte Kinder haben sich durch Emulsion Nur echt mit dieser Marke—dem Fischer — dem Garantiezeichen des Scottschen zur unaussprechlichen Freude der Eltern zu prächtigen blühenden Geschöpfchen entwickelt. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lose nach wicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke(Fischer mit dem Dorsch). Scott& Bowne, G. m. b.., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal=Lebertrau 150,0, prima Glyzerin 50,0, unterphosphorigsaurer Kalk.3, unterphosphorigsaures Natron 2,0, pulv. Tragant 3,0, feinster grad. Gummi pulv. 2,0, destill. Wasser 129,0. Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt=, Mandel- und Gauttheriaol je 2 Tropsen, Kölner Local-Anzeiger Nr. 99 x Donnerstag, 14. April 1910. Seite 3. Der Herr Kritiker. In den M. N. N. lesen wir: Hunderte von Menschen sind im Hofe der Residenz erschienen, wo der Kölner Gesangverein den Prinz=Regenten mit seiner Kunst erfreuen will Alles harrt in gespannter Erwartung. Trotz der Menge herrscht tiefe Ruhe. Nur leise wispert hie und da eine Dame und macht ihren Begleiter auf die hohen Herrschaften aufmerksam, die oben an den geöffneten Fenstern erschienen sind, nennt die Namen in aller Ehrfurcht und bedauert, daß die Toiletten der Damen nur in halber Höhe sichtbar sind. Und nur setzt der Chor ein. Der seine Vortrag fesselt sofort das Publikum. Edelste Ausgeglichenheit in den Stimmen. die nur in dem großen freien Raume merkwürdig gedämpft klingen. Was aber gar nicht schadet. Links neben mir, steht ein Herr in den dreißiger Jahren und horcht anfangs mit sichtlichem Interesse. Er scheint ein Slawe zu sein. Ein mächtiger schwarzer Hut deckt seinen von wallenden dunklen Haaren umrahmten Kopf, seine Augen blicken wie verträumt in die Ferne und die Falten, die sich auf seiner Stirne zusammenziehen, geben seinem Gesicht einen stark vergrämten Aus druck. Allmählich weicht die Ruhe, die bisher in seinen Zügen lag, er drängt die Falten noch grimmiger zusammen und seine Augen beginnen zu blitzen. Es paßt ihm offenbar der Gesang nicht. Und nun plötzlich erhebt er den Stock, den er in der Hand trug und markiert den Takt mit einer Wucht, die von heißester Leidenschaft erfüllt ist.„Rascher... rascher.. pschiakref!“ Er schreit nicht, nur leise murmelt er es vor sich hin. Die Sänger sehen ihn leider nicht, sonst würden sie ihm ja wahrscheinlich sofort gehorcht haben. Aber ein Herr, dem Anschein nach ein pensionierter Offizier, der hinter ihm sich aufgestellt hat, greift, ohne ein Wort zu sagen, nach dem Stock, nimmt ihn zu sich und behält ihn. Alles vollzieht sich lauttos. Niemals in meinem Leben habe ich ein so völlig ratloses und verwirrtes Gesicht beobachtet, wie der Slawe es schnitt. Sein Mund öffnete sich immer mehr, seine Augenbrauen zogen sich dreieckig in die Höhe und er starrie den Herrn wie versteinert an. Dieser schien sich um seinen Nachbar gar nicht zu kümmern, sondern horchte gespannt auf den Gesang, der nun endete, „Herrrr!“ knurrte ihn nun der Slawe an,„wollen Sie mir augenblicks geben meinen Stock!“ „Bitte,“ sagte der Angeredete und reichte ihn ihm. „Haben Sie Ohren, zu hören, wie sehrr falsch dieses langeweilige Volk hat gekräht, haben Sie?“ Der äußerst ruhige Herr lächelte nur. Kein Wort erwiderte er auf diese Kritik, er sagte nur, es hätte ihn der Stock geniert. „Wenn schon Deutsche russisches Lied singen, so sollen sie nicht, verstehen Sie, schlafen dabei.“ „Wieso? Russisches Lied? Seit wann ist denn Richard Wagners Pilgerchor aus dem Tannhäuser ein russisches Lied?“ Nin spendete der Slawe ein Gesicht, das nicht viel dümmer schien als sein voriges.„Pilgerchor? Hm, hm.. Er sann eine Weile nach und dann sagte er:„Is russisches Lied.“ Er zitierte slawische Worte.„Da sieht man wieder, was deutsches Wagner für ein verstohlenes Kripfer ist!" Sprach's voll Stolz und schritt erhobenen Hauptes von dannen. I. M. Handwerk und Gewerbe. 0 Die Schweinemetzger-Innung, Köln hielt Mittwochabend im weißen Saale der Bürgergesellschaft eine Generalversammlung ab. die Obermeister Stadtverordneter Peter Mertens leitete. Er widmete dem verstorbenen Kollegen Wolf einen Nachruf und die Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen. Seit der letzten Generalversammlung sind vier neue Mitglieder ausgenommen worden. Ueber die letzte Gesellenprufung berichteten Prüfungsmeister Jean Michels, Franz Wahl und Franz Schäfer. Es wurden 18 Lehrlinge geprüft; neun bestanden mit genügend, sieben mit gut und zwei mit sehr gut. Den beiden letzteren wurde ein Diptom überreicht, während alle den Lehrbrief und das Verbandswanderbuch erhielten. Es wurde der Geselle Hermann Lochmann, der ununterbrochen fünf Jahre beim Schweinemetzgermeister Geryard Steinbüchel tätig war, durch den Obermeister gebührend geehrt, wobei er ihm ein künstlerisch ausgeführtes Diplom und ein Spartassenbuch über einen namhatten Betrag überreichte.— Stellvertretender Obermeister Franz Schäfer hielt alsdann einen lehrreichen Vortrag über die Frage: Wer ist berechtigt, Lehrlinge zu halten? Im Anschluß hieran gab Messter Wahl Aufklärung über die Frage, wer berechtigt ist, den Meistertitel zu führen. Obermeister Mertens ermaynte die Mitglieder, die sich der Meisterprüfung unterwerfen wollen, sich in theoretischer Beziehung Kenntnisse zu verschaffen. Rechtsanwalt Dr. Klefisch wies auf die große Bedeutung hin, daß die Lehrverträge schriftlich abgefaßt werden, da aus einem Lehrvertrag, der nicht schriftlich vorliegt, keine rechtlichen Ansprüche geltend gemacht werden tönnen. Meister Peter Breuer referierte über die neue Preisnotierung auf dem Schlachthof, die zu großen Uebelständen gefuhrt hatte. Die Regierung musse über diese Unzuträglichkeiten ausgeklärt werden, dann werde sie schon für Abhülfe sorgen. Nach einer sehr ausgedehnten Aussprache beauftragte man den Vorstand, eine Dentschrift auszuarbeiten, die der Regierung unterbreitet werden soll. Man beschloß zehn Delegierte zum Rheinisch=Westfälischen Bezirkstag nach Solingen zu entsenden, von denen fünf vom Vorstand ernannt werden sollen, während die Generalversammlung folgende fünf Metzgermeister wählte: Theodor Müller, Paul Pfennig, Wilhelm Heefen, Heinrich Rixen und Martin Jung. Ueber Auswüchse im Metzaergewerbe sprach Meister Joseph Maus. Der Redner kritisierte namentlich die Veröffentlichung der Schleuderpreise durch hiesige Wurstfabriken, wodurch das Publikum nur getäuscht werde. Hierauf hielt der Rechtsbeistand der Innung, Dr. Klefisch, einen Vortrag über Unwesen in Handel und Gewerbe. Im zweiten Teil seines Vortrages behandelte der Vortragende die Frage des Mehlzusatzes zur Wurst und betonte, daß das Oberlandesgericht Köln in letzter Instanz endgültig entschieden habe, daß im hiesigen Oberlandesgerichtsbezirk der gewöhnlichen Wurst acht Prozent, der besseren Wurst drei Prozent zugesetzt werden darf, weil diese Zusätze für Köln svrisuvlich seien, wie Sachverständige bestätigten. Gerichts=Verhandlungen. Die Feuerwehr und der geprügelte Ehemann. Ein Musiker war von seiner Frau geprügelt worden und dann, nur notdürftig bekleidet, auf die Straße gelaufen; er hatte die Feuerwehr alarmiert. Dafür traf ihn ein Strafbefehl über vier Wochen Haft, wogegen er vor dem Schöffengericht Einspruch erhob. Der Amtsanwalt beantragte, den Mann, der offenbar nicht geistig normal und auch schon in einer Irrenanstalt gewesen sei, untersuchen zu lassen. Darauf wurde die Sache vertagt. Eine feige Cat. In der Nacht nach Dreikönigenfest geriet ein Händler am Metropottheater auf der Apostelnstrage mit einem betrunkenen Unteroffizier in Streit. Er retirierte gegen den Wagen eines Kutschers, der sich dies verbat. Der Händler kochte Rache und gegen Mitternacht engagierte er den Kutscher zu einer Fahrt nach der Raschdorffstraße. Unterwegs bezahlte er Liköre und Zigarren und ersuchte dann den Kutscher, ihn durch die Jägerstraße zu fahren. Plötzlich ließ er halten; der Kutscher will gedacht haben, sein Passagier wolle ohne Bezahlung auskneifen, während dieser gerufen haben soll:„Su, sizz hann ich dich wägen evvens wick genog.“ Der Kutscher soll nach Darstellung des Händlers auf diesen mit einem Schraubenschüssel eingeschlagen haben, während der Händler nach der Behauptung des Kutschers ihn mit einem Messer zwischen die siebente und achte Rippe in den Unterleib stach. Beide kämpften dann langere Zeit miteinander. Da der Händler oft wegen Exzessen bestraft ist und die Sache sehr verschmitzt eingefädelt war, wurde von der Strafkammer auf acht Monate Gefängnis bei sofortiger Festnahme erkannt. von Nah und Fern. * Ein Unfall in unserer Stettin, 14.April1910. Die Stettiner Neuesten Nachrichten melden aus Saßnitz: Gestern abend 8 Uhr wurde bei einer Nachtübung der vor Saßnitz liegenden Flotte das Torpedoboot S 122 von dem kleinen Kreuzer München gerammt. Das Torpedoboot wurde mittschiffs gebrochen und vollständig aufgerissen, die Maschine wurde umgeworfen. Die Maschinisten Küster und Genee sind tot, mehrere Mann der Besatzung wurden verwundet. Die anderen Boote eilten sofort zur Hülfe, sodaß es gelang, das Terpedoboot S 122 vor dem Versinken zu retten. Heute vormittag 8 Uhr wurde das schwer beschädigte Torpedoboot durch die Boote S 128 und V 160 in langsamer Fahrt in Swinemünde eingeschleppt. Die ganze Torpedobootflotte hat halbmast geflaggt. jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unseren lieben, guten Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Herrn Hugo Köhler, Kgl. Schutzmann, gestern nachmittag 4¾ Uhr nach kurzem, schwerem Leiden, wohlvorbereitet durch den andächtigen Emppfang der hl. Sterbesakramente der katholischen Kirche, im Alter von 39 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Köhler und fünf Kinder. Köln=Nippes, 15. Avril 1910. Die Beerdigung findet statt Freitag, den 15. April, nachmittags 2½ Uhr, vom Trauerhause Schillstraße 13. Die Exequien werden gehalten Samstag, den 16. April, um 7 Uhr in der Pfarrkirche St. MariaHimmelfahrt. 0* Katholischer Beamten=Verein Köln. Unser Mitglied Herr Hugo Köhler, Schutzmann, Aist im Herrn entschlafen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. d.., nach###mittags 2½ Uhr, vom Sterbehause Schillstraße 13, Nippes, #aus statt. Die h. Messe wird am Sonntag, den 17. d.., # 11 Uhr vormittags, in St. Andreas gehalten. Um zahl##reiche Beteiligung bittet der Vorstand. d Nach Gottes hl. Willen entschlief sanft gestern gegen 7 Uhr abends, versehen mit den Heilsmitteln der röm.-kath. Kirche nach langem, schwerem Leiden im Alter von 36 Jahren, meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Frau Anna Maria geb. Leichenich Die teure Seele der Dahingeschiedenen empfehlen wir angelegentlichst der christl. Fürbitte. Sie ruhe in Frieden! Die trauernden Hinterbliebenen. Köln, Ehrenfeld, Bickendorf, Berlin, den 13. April 1910. Die Beerdigung findet'statt am Samstag, den 16. April, nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhause Agrippastr. 80—82, nach den Friedhof Melaten. Die feierlichen Exequien werden gehallen am gleichen Tage morgens 9 Uhr. in der Hauptpfarrkirche zum hl. Petrus. 1 Jakohs-usse Balsam v. Apoth. C. Trauimann, Basel, Hausmittel I. 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April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Richmodstraße 25 aus. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Danksagung. 5 Der Vorstand. Hugo Schmitz. Obermeister. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten statten wir für die während der langen Krankheit und dem Tode unserer innigst geliebten Gattin und Mutter uns überaus zahlreich erwiesene Teilnahme, sowie für die grossartigen Kranzspenden hiermit unseren herzlichsten und innigsten Dank ab. Köln-Ehrenfeld, 12. April 1910 Herm. Kiegel u. Töchter. WTNATS K 2as für die Eheleute Andreas Fleischhaner Ein hocheleganter schmiedeeiserner und kupferner mit dazu passender Bank mit Lederbezug, 1 schmiedeei Laierne, Tischchen 2 elegante schöne 1 aed 1 Geldschrank, 1 Diano r. Standuhr, Trüihe. Hrovleuchos m Zuchite billig abzugeben.5 95 Sternengasse 95. Suche einige regelwäßige solvente Abnehmer für Als Schatzkästlein praktischer Lebensweisheit, sowohl für Herren wie Damen bestimmt, sei empfohlen: Der Christ im Weltleben undseine Unvollkommenheiten. 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" on St. Richael wird morgen, Freitagabend um ¼9 Uhr, Oblatenpater Kaltenbach einen Konferenzvortrag halten über das Glück der christlichen Familie. Katholische Männer und Jünglinge werden zu demselben sreundlichst eingeladen. Handwerk und Gewerbe. (m Die Barbier-, Friseur- und Perückenmacher-Innung, Köln, versammelte am Montagabend in der Restauration Comp ihre Mitglieder zu einem Kommers zu Ehren der 24 Mitglieder, welche 25 Jahre der Innung angehören, darunter der Ehrenobermeister Pet. Rösel, der frühere Rendant Mich. Nettesheim, welchem aus Anlaß seiner 25jährigen Tätigkeit als Rendant das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden ist, Herr Theodor Marszalek, welcher schon 25 Jahre Fahnenträger der Innung ist, Herr Johann Küpper und andere. Der Abend verlief in der schönsten Weise; es wurden Vorträge seitens der Mitglieder unter der Klavierbegleitung des Mitgliedes Herrn Wilh. Rösberg geboten. Die Feier endete erst zu später Stunde. Aus dem sozialen Leben. * Die Sprechstunden der Gewerbeinspektoren in Köln. Um den mündlichen Verkehr der Gewerbetreibenden und der gewerblichen Arbeiter mit den Gewerbeinspektoren zu erleichtern, sind neben den regelmäßigen werktägigen Bureaudienststunden besondere Sprechstunden angesetzt, in denen alle den Gewerbebetrieb und die Beschäftigungsverhältnisse der gewerblichen Arbeiter berührenden Angelegenheiten zur Sprache gebracht werden können. Die Gewerbeinspektoren sind angewiesen, in diesen Angelegenheiten, insbesondere in Fragen des Arbeiterschutzes Rat und Auskunft zu ertellen und gegebenenfalls das Erforderliche zu veranlassen. Die Sprechstunden für die Gewerbeinspektionen Köln=Land, Molikestraße 85, Gewerbeinspektor Dr. Rosebrock, Köln=Nord, Lübeckerstraße 13, Gewerbeinspektor Drescher, Köln=Süd, Weyerstraße 23, Gewerbeinspektor Ulrichs, sind festgesetzt an jedem Mittwoch von —6 Uhr nachmittags, an jedem ersten Sonntag im Monat von 10—12 Uhr vormittags. Aus der Arbeiterwelt. a Wo sitzen die Streikbrecher? Denjenigen„Genossen“, die stets auf der Suche nach„christlichen Streikbrechern“ sind und diese Verleumdung in der Agitation fortwährend auf der Zunge tragen, insbesondere auch den Kleines Feuilleton. () Karl Mar als Kläger. Ein interessanter Beleidigungsprozeß wurde am 12. April vor dem Schöffengericht Charlottenburg verhandelt. Angerlagt war der Redakteur des Bund(Organ der gelben Gewerkschaften), Rudolf Lebius(Berlin), der im Beistand des Rechtsanwalts Paul Bredereck(Berlin) erschien. Als Kläger war der bekannte Schriftsteller Karl May(Dresden) persönlich anwesend. Den Gegenstand der Privatklage bildet ein Brief, den der Angeklagte Lebius an die Kammersängerin Frl. vom Scheidt in Weimar gerichtet hat, und in dem von dem Privatkläger Karl May behauptet wurde, er sei ein geborener Verbrecher. Der Brief bezieht sich auf eine Aussprache, die Lebius rorher mit der geschiedenen Frau Mays, Frau Emma May, gehabt hatte. May hatte seiner geschiedenen Frau eine monatliche Apanage von 250 Mark ausgesetzt. Als dann Frau May mit Lebius in Verbindung trat, wurde ihr dieser Zuschuß entzogen. Lebius erbot sich darauf, Frau May monatlich 100 M. Zuschuß zu zahlen. Die Freundin der Frau May, die Opernsängerin Frl. vom Scheidt, versuchte nun, Frau May mit ihrem Gatten wieder zu versöhnen. Daraufhin schrieb der Angeklagte Lebius den unter Anklage stehenden Brief. Rechtsanwalt Bredereck führt aus, Karl May sei mit sechs Wochen Gefängnis, mit vier Jahren Zuchthaus und mit vier Jahren schweren Kerkers vorbestraft. Er habe im Erzgebirge eine Räuberbande gebildet, die jahrelang die Einwohnerschaft in Aufregung versetzt habe. Außerdem habe er literarischen Diebstahl begangen. werde auf das bestimmteste behauptet, daß May eine Laufbahn hinter sich habe, nach der ihm jeder gebildete Mann als Verbrecher bezeichnen müsse. Schon auf dem Seminar habe er eine Uhr und Jahren Kerker bestraft wurde; im Jahre 1896 wurde May aus dem Gefängnis entlassen und habe dann eine Anzahl weiterer Diebstähle begangen: Er verband sich mit einem Deserteur namens Kruegel und bildete im Erzgebirge eine Räuberbande, die die Einwohner in größte Aufregung versetzte. Die Räuberbande konnte nur mit Hülfe des Militärs aufgehoben werden. Damals gelang es May, zu entkommen. Er hatte nämlich unter seinen zahlreichen geraubten Sachen die Uniform eines Gefängnisbeamten; diese zog er an, band seinen Genossen Kruegel und führte ihn gefesselt als seinen Gefangenen durch die Soldaten hindurch. Kruegel wurde gefangen genommen und zunächst zu vier Jahren Festung und später zu zweiundzwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt. Karl May flüchtete nach Mailand. Hier verriet er im Fieber seine Verbrechen und wurde nach Deutschland ausgeliefert, wo er zu vier Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Polizeiaufsicht verurteilt wurde. Das sind die wesentlichen Strafen, die aus der Jugend des Privatklägers festgestellt werden sollen. Was er als literarischer Verbrecher geton hat, soll hier gar nicht erwähnt werden. Verteidiger Rechtsanwalt Bredereck beantragt, die Akten der Amtshauptmannschaft Dresden herbeizuschaffen, aus denen sich die Richtigkeit der mitgeteilten Vorstrafen ergeben werde. Weiter nahm er für den Angeklagten§ 193 in Anspruch und erhob Widerklage wegen eines Ausdrucks, den Karl May in einem Briefe gebraucht habe, dahingehend, Lebius sei ein Schuft. Vorsitzender: Wenn jemand zehn Jahre im Zuchthaus gesessen hat, so darf das doch nicht gesagt werden.(Zum Privatkläger May): Wollen Sie die Strafen zugeben? Privatkläger May: Ich habe das, was mir hier vorgeworfen wird, nicht getan. Wenn das der Fall ware, wäre ich nicht mehr am Leben; denn wenn ich mit solchen Vorwürfen durchs Leben gehen sollte, hätte ich schon längst den Revolver gebraucht. Vorsitzender: Wollen Sie sich nicht eingehender zu den Strafen äußern? Privatkläger May: Nein. Ich bin vorbestraft, aber das, was mir hier vorgeworfen wird, habe ich nicht getan. Vors.: Also Sie bestreiten, daß die hier vorgetragenen Strafen von Ihnen verbüßt worden sind? Privatkläger May: Ich will hier nicht sagen was mir in meinem späteren Prozeß schaden könnte. Verteidiger großherzoglich=badischen Sozialistenführern Willi und Kolb, die kürzlich im badischen Landtag diesen schweren Vorwurf gegen die christlichen Gewerkschaften zu erheben wagten, empfehlen wir die Lektüre des Geschäftsberichts der Zahlstelle Bremerhaven des deutschen(soziald.) Holzarbeiterverbandes für 1909. Auf S. 44 dieses Berichts wird über eine Bewegung berichtet, die schließlich zur Verhängung der Sperre über den betreffenden Betrieb führte. Dann kommt folgende Anklage: Leider mußten wir dann die traurige Erfahrung machen, daß es nicht einmal möglich war, organisierte Arbeiter an der Durchbrechung der Sperre zu verhindern. Nach Verlauf von 14 Tagen waren die Plätze durch eine Anzahl der berufsverwandten Schiffsbauer und Hauszimmerer, sämtlich Angehörige des Metall= bzw. Zimmererverbandes, wieder besetzt. Ein Versuch, die Betreffenden wieder zum Verlassen der Arbeitsstätte zu bewegen, hatte zunächst Erfolg, doch nahmen sie, nachdem der Betriebsinhaber() mit ihnen eine Versammlung(?) abgehalten hatte, am andern Tage die Arbeit wieder auf. Die Bewegung war damit für die Arbeiter verloren.— Ein nettes Bild. Sozialdemokratisch organisierte Metallarbeiter und Zimmerer verüben Sperrebruch und fallen ihren eigenen Gesinnungsgenossen in den Rücken: sie halten sogar bei diesem Verräterstückchen eine Versammlung mit dem Unternehmer ab. Mehr kann man von den Gelben auch nicht verlangen. 1 Der christliche Tabakarbeiterverband macht schöne Fortschritte. Er hat seit 1. Januar bereits 1200 neue Mitglieder gelwonnnen. Aus Kölns Nachbarschaft. 6#angel(Rhein), 12.April1910. Am Sonntag, abends 8 Uhr, fand hier unter dem Vorsitze des Hrn. Pfarrer Marquet im Saale des Hrn. Adam Keil eine gut besuchte Versammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland statt. Hr. Strauß(Köln) entrollte in fünfviertelstündiger Reoe ein fesselndes Bild der Beteiligung der deutschen Katholiken auf sozialem, caritativem und politischem Gebiete. Er griff zurück bis in die Zeit der ersten deutschen Katholikentage und die Zeit, da Bischof v. Ketteler seine sozialen Ideen entwickelte. Dem Redner war es leicht, die Behauptung der sozialdemokratischen Presse zu zerstreuen, v. Ketteler sei ein Anhänger Lasalles gewesen. Die sozialpolitische Gesetzgebung des deutschen Reiches habe vielfach ihre Anregung erfahren durch die Verhandlungen auf den deutschen Katholikentagen. Die christliche Caritas bleibe aber neben der großen deutschen Versicherungsgesetzgebung ein großes Feld der Betätigung; in wie weitgehendem Maße man auf katholischer Seite praktische Nächstenliebe übe, gehe Rechtsanw. Bredereck: Gibt der Privatkläger zu, daß er Räuberhauptmann gewesen ist? Karl May: Das ist nicht wahr. Verteidiger Rechtsanwalt Bredereck: Es handelt sich hier um keine persönliche Beleidigung. Der Privatkläger ist ein bekannter Jugendschriftsteller und es liegt deshalb ein öffentliches Interesse vor. Der Privatkläger ist nicht ein Hr. Hinz oder Kunz, sondern ein auf dem Gebiete der Jugendliteratur bekannter Mann. Deshalb beantrage ich, daß die von mir angebotenen Beweise erhoben werden. Privatkläger Karl May: Ich habe für die Jugend nichts geschrieben außer den sechs Büchern, die bei Spemann erschienen sind. Ich schreibe für sehr erwachsene Leute und bin ein Christ und gottesgläubiger Mensch. Ich führe meine Leser zum Glauben— eben weil ich früher bestraft worden bin. Ich bin nicht bestraft wegen innerer Schlechtigkeit. Ich will mich aber darüber nicht auslassen.— Rechtsanwalt Bredereck: Der Pivatkläger hat zunächst unsittliche Bücher geschrieben. Erst als er sah, daß mit Unsittlichkeiten tein so großes Geschäft zu machen ist, hat er sich auf die Tugend geworfen, und zwar bevorzugt er die katholische Literatur. Von manchen katholischen Zeitungen ist May deshalb gelobt und gepriesen worden. Es ist deshalb interessant, daß May evangelischen Glaubens ist. Aus allen diesen Gründen muß gestattet werden, das ganze Beweismaterial aufzurollen.— Vorsitzender Amtsrichter Wessel: Weshalb wurde denn der Brief überhaupt geschrieben? Angeklagter Levius: Es wäre wünschenswert, wenn endlich einmal Klarheit geschaffen würde. In ganz Deutschland sind jetzt Prozesse von Karl May anhängig gemacht worden. May bestreitet das gegen ihn Vorgebrachte und dann schreiben wieder 100 Zeitungen in Deutschland, May ist verleumdet worden. Der Gerichtshof zieht sich darauf zurück, wie man annimmt, um über die Beweisanträge zu beraten. Nach kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende jedoch sofort das Urteil, das auf 15 M. Geldstrafe lautete. Rechtsanwalt Bredereck: Ich habe bisher nur zu den Beweisanträgen gesprochen und ich habe mir ausdrücklich vorbehalten, zu der Anklage selbst noch eingehend zu plaidieren. Zu meinem Schlußplaidoyer habe ich noch nicht das Wort erhalten. Vorsitzender: Dann will ich das Urteil noch einmal aussetzen. Privatkläger Karl May: Ich denke, es ist eben ein Urteil verkündet worden. Vorsitzender: Es ist kein Urteil verkündet worden. Was haben Sie noch zu sagen? Sie können sich doch nur auf den Brief beziehen, der die Beleidigungen enthält. Rechtsanwalt Bredereck führt nunmehr zur Verteidigung aus, daß er für seinen Klienten den Schutz des§ 193 in Anspruch nehme. Karl May wandte sich nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause der Schriftstellerei zu. Aber auch hier konnte er das Stehlen nicht lassen und die angesehene Zeitschrift Ueber den Wassern neune Karl May einen literarischen Dieb. Er habe über Asien, Amerika und Afrika geschrieben, ohne daß er jemals Deutschland verlassen habe. In seinem Hause habe er ein Museum eingerichtet, daß von Fürstlichkeiten besucht werde. Unter diesen Umständen müsse man doch in Betracht ziehen, ob der Ausdruck, daß dieser Mensch ein geborener Verbrecher sei, eine Beleidigung enthalte. Auch ohne Eingehen auf die Beweisanträge beantrage er die Freisprechung. Angeklagter Lebius: Ich bitte, die Akten über Karl May bei der Amtshauptmannschaft in Dresden einzufordern. In diesen wird sich ein Brief des Polizeipräsidenten von Dresden befinden. In diesem Briefe wird Karl May ein literarischer Hochstapler genannt. Dieses sei geschehen, weil Karl May an die Redaktion des Dresdener Adreßbuches das Ansuchen richtete, ihn als Doktor Karl May aufzunehmen, er habe seinen Doktor in Frankreich, nach späteren Angaben in Amerika, gemacht. Kläger Karl May: Ich bitte, mir ein bis zwei Stunden Zeit zu geben, um meine Ausführungen zu machen. Nachdem, was hier vorgebracht ist und was man mir zur Last legt, kann ich mich nicht kürzer fassen. Der Vorsitzende ergreift seine Akten und zieht sich mit den Schöffen zur Beratung zurück. Privatkläger Karl May: Soll ich mir das alles gefallen lassen? Nach kurzer Beratung verkündete der Vorsitzende, Amtsrichtsrat Wessel, das Urteil: Der Angeklagte wird freigesprochen, da er nicht erheblich über die Grenzen der Wayrung berechtigter Interessen hinausgegangen ist. Der Brief ist jedenfalls, wie aus anderen Stellen hervorgeht, in Wayrnehmung berechtigter Interessen geschrieben worden, deshalb mußte Freisprechung ertolgen. 138 aus der Zahl von 35000 barmherzigen Schwestern hervor. Den Schluß der Rede bildete eine Schilderung der Ziele und der deutung des Volksvereins. Das Schlußwort sprach Hr. Pfarrer Marquet. Standesamt der Stadt Köln.(13. April 1910.) &a Geburten. Klara, T. v. Herm. Hollands, o... Riehlerstr. 17 Hedwig, T. v. Ludwig Auerbach, Kaufm., Goebenstr. 3.= Wilh., S. Franz Cremer, kommiss. Eisenbahnsekr., Nußbaumerstr. 27. Auguste I. v. Heinr. Berschet Stukkateur, Kasparstr. 31.- Wilhelm, S. v. Peter Mois, Schriftsetzer, Eigelstein 141.- Heinrich, S. v. Martin Voßen Straßenbahnwagenf., Kolpingstr. 5.- Wilhelm, S. v. Joseph Clemens. Schlosserges., Landsbergstr. 1. J Karl, S. v. Karl Ziven, Vizefeldwebel. Schnurgasse 39.= Elisabeth, T. v. Johann Rosen, Kunstgärtner, Pantaleonstraße 1. a Sterbefälle. Wwr. Eduard Undehau, Rentner, 74., Richmodstraße 25.- Pros. Dr. Ferdinand Stein, Gymnasial=Oberlehrer, 58 J Rubensstr. 1.= Samuel Feder, 11 M. 22., Alte Mauer am Bach 77. * Gertrud Weiß, 1 J. 3., Thieboldsgasse 82." Artur Schneider. 47., Neußerstr. 27.. Wwr. Eduard Rothe, o.., 73., Aachenerstraße 66.= Eduard Schmidt, 3 J. 11., Pfälzerstr. 25. Gertrud Kraemer, Fabrikarbeiterin, 15., Stavenhof 20.- Therese Frenzer Lehrmädchen, 16., Palanterstr. 8A.- Maria Heller geb. Burger, 21J., Dreikönigenstr. 22.— Wwe. Jenny Feldheim geb. Perutz, Rentnerin. 66., Beethovenstr. 12. &a Zeiraten. Joseph Häntemann, Kaufmann, v. Aachen, u. Anna Körschgen, v. hier. Wilhelm Spohr, Milchhändl., v. Groß=Felda, u Karoline Bauer. v. Neuenhaus.- Johann Engetsrirchen, Maschinen= meister, u. Anna Trödes, Köln=Deutz, Tempelstr. 37.. Ferd. Braun Hausknecht, u. Anna Jung, Weidengasse 37.- Otto Dörper, Hausdiene u. Johanna Ferenschild, Gr. Neugasse 33.- Stephan Pöttgen, Friseur u. Gertr. Schick, Limburgerstr. 37. &a Heiratsankündigungen. Heinr. Brendt, Vermessungstechniker, Ursulastr. 26, u. Wilhelmine Hillmanns, Düren.- Hubert Erner. Telegraphen=Mechanik., Plankgasse 22, u. Henriette Bender, Erftstr. 25. Wilhelm Dückers, Geflügelhändl., Leuth, u. Klara Beinkschulte, Gr. Budengasse 4.- Johann Vatervodt, Referendar, Brabanterstr. 28, u Dorothea Müller, Morsbach. Karl Umlan, Eisenb.=Arb., Mülheim (Rhein), u. Gertr. Hickert, Follerstr. 60.- Karl Keuter, Zahlmstr.=Aspir u. Serg. im Inf.=Reg. 65, Weidenbach 10, u. Elisab. Höver,.=Gladbach.- Wilh. Leiting, Schuhmacherges., Zugasse 45/47, u. Agnes Voverscheidt, Hämergasse 15 20.- Berthold Langenhahn, Messerschmiedegeh Blindgasse 30, u. Franziska Becker, Blaubach 81/83.- Peter Dietz, Tagel., u. Gertr. Weder, beide Agrippastr. 49. Ernst Köster, Buchdruckergeh., Albertusstr. 13, u. Kath. Stöcker, Magnusstr. 4.- Sebastian Düren, Treppensetzer, Klapperhof 41, u. Anna Boty, Kämmergasse 35.Ferdinand Bühler, Schreiner, Mauritiuswall 106A, u. Rosina Schumm, Archit, Hohenstaufenring 24, u. Maria „ r h.- U n d l e u s R o n i g, S c h u h m a c h e r, u. A n n a H u n d lach, beide v. hier.- Wilh. Ortmann, Anstreichergeh., u. Anna beide v. hier.- Joseph Struad, Schneiderges., u. Petronella Juln, beide v. hier.- Johann Schöneborn, Packer, u. Friederika Kürten, beide v. hier.- Kalpar Bruggen, Elektromonteur, u. Elisab. Fuyrmann, beide v. hier. Johann Althammer, Fabrikarb., u. Wwe. Emilie geb. Bauer, beide v. hier. K 90 p* Neueste Formen STOLLWERCK-HAUS. Bei Hämorrhoiden, Darmt rägheit, Stuhlverstopfung leisten med. W. Gotthilf’s Laxativ-Pillen unschätzbare Dienste. Wohltätig für den ganzen Organismus; milde aber intensiv wirkend. Glänzende Anerkennungen!! In Apotheken a Schachtel M. 1,50(ca. 2 Monate reichend). 25 Best.: Acid. cathart. 0,10, Extr. Rhei comp..50, Sapo medic., Rhiz. Zedoar, Kuz. Calam, Rad. Gent., Fruct. Capsici, Agar. alb., Ol. 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Was ihn dazu getrieben hatte, den Pflug gegen die Peitsche zu vertauschen, den Pflug, der seine Familie durch Generationen ernährt hatte? Gewinn war es. Er hielt es für so gewiß, in seinem neuen Berufe sein Glück zu machen, daß er den Vorstellungen seiner Verwandten, den Bitten meiner Mutter hartnäckig widerstand. Er hatte also seine Felder, seine Wiesen und Ländereien verkauft, um Wagen und Gespanne anzuschaffen, und war nach Dünkirchen gegangen, um sich dort mit seinen Leuten und Gespannen einzumieten. Ich war zu dieser Zeit noch nicht auf der Welt; doch erfuhr ich von verschiedenen Seiten, daß nach dem, wie sich die Sache anließ, er sich in seinen Hoffnungen nicht getäuscht sehen sollte. Dünkirchen ist gewissermaßen der Vorhafen von Lille. Zwischen Flanderns industrieller Hauptstadt und dem Meere machte sich schon ein bedeutender Verkehr bemerkbar; es fehlte immer noch an Transportmitteln. Es wäre vielleicht zum besten gegangen, wenn er allem hätte genügen können; aber er konnte nicht zur selben Zeit in Lille und Dünkirchen sein, nicht zugleich im Geschäft und unterwegs. Da der lebhafte Zuspruch Gutes verhieß, vermehrte er sein Material und engagierte Fuhrleute. Das war sein Untergang. Gewissenhafte Leute findet man selten. Die Seinigen verschwendeten die für unterwegs mitgenommene Verproviantierung, verwechselten regelmäßig die Kolli, verspäteten sich unterwegs oder fuhren nicht zu rechter Zeit ab, überanstrengten dann die Pferde, ohne doch die verlorene Zeit wieder einzuholen. Einer von ihnen ging mit seiner vollen Ladung über die Grenze und kam niemals wieder. So bedurfte es keiner langen Zeit, um das, was man gewonnen, wieder zu verlieren, und noch mehr, bald ging das Gespenst der Armut um, und mit der Sorge kam der Kummer ins Haus— und dazu schlechte Gewohnheiten. Um seine Unruhe über den stetigen Rückgang seines Geschäfts zu betäuben, ergab sich mein Vater dem Trunke. O, verflucht sei der Tag, wo wir ihn zum ersten Mal mit rotem Gesicht und taumelnden Ganges die Schwelle überschreiten sahen! Das Unglück war es, das er an jenem Tage unter der Plane seines Wagens mit heimbrachte. Mit einer vollen Ladung Baumwolle kam er von Lille, aber einen Tag später, als es hätte sein müssen. Die Fragen meiner Mutter verstimmten ihn; er schien beschämt; unsere erstaunten Blicke machten ihn scheu. So schnell es ihm möglich war, brachte er die Tiere in den Stall, schloß die Haustüre und legte sich schlafen. „Mama“, fragte einer von uns,„warum ist Papa denn böse?“ „Er ist nicht böse, mein Kind, nur müde ist er!" versetzte meine Mutter. Aber auch ihre Stimme schien uns sonderbar und war nicht dazu angetan, uns zu beruhigen. Doch würden wir diesen Vorfall wohl bald vergessen haben, wenn von dieser Zeit an nicht die Vorwürfe seitens meiner Mutter, die barschen Entgegnungen meines Vaters häufiger und immer häufiger wiedergekehrt wären, und je öfter sich diese Szenen wiederholten, je heftiger wurden sie. Mit meinem Vater ging es immer mehr abwärts. Als er eines Abends, nachdem er den Tag mit seinen Leuten in den Hafenschänken zugebracht, betrunken in die Stube trat, wurde er von den Vorwürfen meiner Mutter so aufgeregt, daß er die Hand erhob und sie schlug. Ich saß ihr gerade auf de Knie und der Schlag traf mich mit. Die arme Frau stieß.. Schreckensschrei aus. Der ältere von meinen Brüdern, ei kräftiger Junge, trat zwischen uns, und mein Vater, geheime Gefühl seines Unrechtes wohl nicht weitce zharmherz: nossene Bier in sinnlose Wut versetzte, schlug ihn, ug## Noch sehe ich diese ganze Szene vor nur und, kanz n Augenblick nicht vergessen. Noch heure hore sc) meiner Mutter: „O, Franz!“— O, Franz!“ Er, mein Vater, tobte und stieß die lästerlichsten Flüche aus. Ein Fehltritt ließ ihn stolpern; er stürzte gegen den Tisch, auf dem gerade unser Abendbrot dampfte, daß es unter lautem Krachen und Geklirr umschlug. Mit der den Kindern eigentümlichen Lebhaftigkeit folgte ich trotz meiner Tränen den Strömen von dicker Milch und Bier, die aus den zerbrochenen Krügen rannen, um sich unter den großen, nägelbeschlagenen Schuhen und den überall verstreuten Scherben miteinander zu vereinigen. Die Szene schien meinen Vater ernüchtert zu haben. er verließ das Zimmer, um sich im Schuppen neben dem Staltt auf dem Heu auszustrecken. Am folgenden Tage war Peter, mein ältester Pruder, be lange diese Hölenguat nog mit unrserer Mutter durch die 5den aber in der 26nuy.—. zurten, durch den dichten Nebel, den Siae Mindstöke zerteilten, in dieser Nacht war, wie es mir s chien eina lurge Zeit verflossen, seit Peter uns verlassen hatte. An diesen Abend war mem Vater trunkener und streitiächiger e je zuvor nach Hause gekommen, und hatte von meiner Mutter gefordert, daß sie ihm das wenige Geld gäbe, das ihr noch zur Bestreitung des Haushaltes geblieben war. Wir waren aus zu Bett und eingeschlafen; aber seine Zornesausbrüche, welche die Weigerung meiner Mutter hervorgerufen, machten uns wieder munter. Nachdem er die arme Frau geschlagen und den Schrank vergeblich durchwühlt hatte, zwang er uns, aufzustehen, um unsere Strohsäcke zu durchsuchen. Meine Mutter bekleidete uns so gut es ging, um uns vor Kälte zu schützen, und so weit er es zuließ, denn der Mißerfolg seines Suchens empörte meinen Vater aufs äußerste. In großter Wut stieß er uns aus der Haustür und schloß sie hinter sich zu. Wohl eine Stunde lang standen wir da, fast ohne uns zu rühren, zitternd gegen meine betende Mutter gepreßt. Die Tür Leite 6. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 99&a Donnerstag, 14. Feril 1910. G Zur Krisis im Baugewerbe wird uns vom Vorstande des christlichen Bauarbeiterverbandes geschrieben: Der Vorstand des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe veröffentlicht in den Tagesblättern(siehe die Nummer 295 der Köln. Volksztg.) eine Darlegung über seinen Standpunkt zur diesjährigen Tarifbewegung. Um der weiten Oeffentlichkeit ein Urteil über den bevorstehenden Kampf im Baugewerbe, der zweifellos unserem gesamten Wirtschaftsleben schwere Schädigungen bringen wird, zu ermöglichen, sei hier dargelegt, welchen Standpunkt die Arbeiterorganisationen zu den hauptsächlichsten Streitpunkten einnehmen. Vorweg sei bemerkt, daß den Arbeiterorganisationen die Aussperrung nicht unerwartet kommt. Verschiedene Arbeiterführer haben schon vor Jahren darauf hingewiesen, daß bei der Entwickelung, den der Tarifvertragsgedanke in Kreisen des Arbeitgeberbundes genommen hat, noch einmal ein großer Kampf um die Grundlage der Tarifverträge auszufechten sein werde. Während außerhalb der Gewerkschaftsbewegung stehende sozial gesinnte Männer glaubten, die vielen Tarifverträge im Baugewerbe seien ein von beiden Parteien aus Ueberzeugung vereinbartes Friedensinstrument, sahen direkt beteiligte Arbeiterführer, daß das auf Arbeitgeberseite nur zum geringen Teile zutrifft. Die Gewerkschaftsbewegung, auch die des Baugewerbes, hat ihren bedeutendsten Aufschwung in den letzten zwölf Jahren genommen. Sie drang entschieden auf Abschluß von Tarifverträgen und ging dazu über, solche durch Streik zu erzwingen, wo sie auf dem Verhandlungswege nicht zu erreichen waren. So ist vielen Arbeitgebern des Baugewerbes die Tarifvertragsidee nicht anerzogen, sondern sozusagen aufgezwungen worden. Sie fügten sich dem Zwang der Verhältnisse, faßten aber den Entschluß, dahin zu wirken, daß das Mitbestimmungsrecht der Arbeiterorganisationen nach und nach wieder beseitigt werde. In diesem Gedankengange kam ihnen der Arbeitgeberbund entgegen. Er sagte: sorgt dafür, daß der Arbeitgeberbund eine starke Macht wird, dann wird der dafür sorgen, daß das Mitbestimmungsrecht der Arbeiterorganisationen bei Festsetzung der Arbeitsbedingungen wieder beseitigt wird. Den Willen dazu beweisen die Dresdener Beschlüsse, die den Gewerkschaften als endgültig vorgelegt wurden. Bereits im Jahre 1899 sagte der Vorsitzende des Bundes auf einer Generalversammlung: Bevor wir nicht siegreich eine große Kraftprobe angestellt haben, werden wir nicht zur Ruhe uno zum Frieden gelangen; eine solche Kraftprobe muß angestellt werden. Es muß dahin kommen, daß wir die Arbeiter in großen Bezirken, wennnicht in ganz Deutschland aussperren können, damit es mit den ungerechten Anforderungen ein Ende nimmt. Im Jahre 1904 kam die große Bezirksaussperrung in Mitteldeutschland. Ihr folgte 1905 die große Aussperrung im rheinisch=westfälischen Industriegebiet, die zum Teil unter Tarifvertragsbruch zustande kam. Im Jahre 1908 erreichte der Bund, daß der Ablauftermin für die nach dem 26. März 1908 abgeschlossenen Tarife einheitlich auf den 31. März 1910 festgesetzt wurde. Die rechtliche Möglichkeit für eine Aussperrung in ganz Deutschland war also gegeben; einzelne Tarifverträge in großen Orten standen nicht mehr im Wege. Nun mußte auch dafür gesorgt werden, daß ein Grund für die Aussperrung geschaffen werde. Da kam man auf den Gedanken, Anträge auf Abänderung des im Jahre 1908 unter unparteiischem Vorsitz vereinbarten Vertragsmusters zu stellen, Anträge, von denen man wissen mußte, daß die Arbeiterorganisationen sie nicht annehmen können, ohne sich selbst aufzugeben.„Der Arbeitgeberbund ist eine starke Macht, er zählt 22000 Mitglieder, die 350000 Arbeiter beschäftigen, diese Macht müssen wir die Arbeiter fühlen lassen", das scheint der leitende Gedanke zu sein, der viele Arbeitgeber beseelt und sich bei den Verhandlungen immer wieder offenbarte. Noch bei der Aussprache im Reichstag am 8. April mußten die Arbeitervertreter aus dem Munde des Bundesvorsitzenden blieb erbarmungslos geschlossen. Dann, um unsere steifen Glieder etwas zu erwärmen, führte uns meine Mutter fort. III. Das Tagebuch: Eine alltägliche Tragödie. Ohne sich ihrer Lage ganz bewußt zu sein und ohne Zweck und Ziel, schreiten die armen Ausgestoßenen langsam vorwärts. Die Straßen sind wie ausgestorben. Die dumpfen, von der Höhe des Turmes zu St. Eligius ertönenden Glockenschläge sind im Nebel verhallt. Die Kirche war damals gerade in einem Umbau begriffen; infolgedessen hatten sich die Arbeiter hier herum verschiedene Bretterhütten aufgeschlagen, um sich für die Mahlzeiten bei ungünstigem Wetter dorthin zurückziehen zu können. Dort hoffte meine Mutter für den Rest der Nacht einen Unterschlupf für uns zu finden. Ihre Erwartung wurde jedoch getäuscht. Auf diesem weiten Bauplatz herrschte ein Durcheinander, in dem es schier unmöglich war, sich, noch dazu mit nachschleppenden, halb schlafenden Kindern, zurechtzufinden, hier, wo der Boden durch Holz und Materialien aller Art überall Fallstricke bot. In Verzweiflung kauerten wir uns endlich in einen durch zwei hohe Bretterhaufen gebildeten Winkel; meine Mutter setzte sich auf einen Steinblock mit unserer kleinen Madelene auf ihrem Schoß, und wir drückten uns um sie und legten den Kopf auf ihre Kniee. So setzten wir unseren Schlaf fort, aus dem wir so grausam herausgerissen waren. Mit dem den Kindern eigenen, unbewußten Egoismus mochten wir so mehrere Stunden geschlafen haben, als wir plötzlich durch eine Bewegung unserer Mutter und das Schreien Madelenes geweckt wurden. „Kommt, meine armen Kleinen; Madelene friert zu sehr; wir müssen weiter und, obgleich es noch früh ist, bei Cousin Pieters anklopfen. Gehe schnell voraus, Joseph, damit wir nicht so lange vor der Türe zu warten brauchen.“ Joseph, der ältere von unserer kleinen Gesellschaft, der zwölf Jahre zählte, rieb sich die Augen, erhob sich, umarmte das die Worte hören:„Meine Herren, wir waren lange genug Amboß, jetzt wollen wir Hammer sein.“ Dieser Ausspruch zeigt zur Genüge den Geist, der heute im Arbeitgeberbunde der herrschende ist. Ruhig abwägende Männer werden nicht gehört, sie gelten als Schwächlinge. Kampf gegen die Gewerkschaften ist die Parole, die elf Jahre lang den Bundesmitgliedern suggeriert wurde; nun ist man stark, da gelten keine Vernunftsgründe, da dürfen keine Unparteiische entscheiden, sondern nur die Macht. Diese Bemerkungen über die Stimmung im Arbeitgeverbund mußten vorausgeschickt werden, um den der Bewegung fernstehenden Lesern die Beweggründe für das beiderseitige Verhalten verständlicher zu machen. Die Führer der Arbeiterorganisationen, die die Entwickelung im Arbeitgeberlager beobachtet haben, wissen, daß die Gegenseite die Tarifverträge nicht als ein Mittel zum Ausgleich der entgegenstehenden Interessen betrachtet, sondern sie als Handhabe zur Bekämpfung der Gewerkschaften ausgestalten will. Der Nachweis hierfür soll im Nachstehenden erbracht werden. Der Arbeitgeberbund fordert zunachst zentrale Vertragsschließung.„Mit dem zentralen Abschluß soll die strenge Durchführung der Vertragsbestimmungen gesichert werden, die bisher oft zu wunschen übrig ließ.“ So lautet der erste Satz zu dieser Forderung in der Darlegung des Arbeitgeberbundes. In der Verhandlung am 9. März führte der Bundesvorsitzende u. a. aus: Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß wir vom Vorstand des Deutschen Arbeiterbundes sicher so ehrlich, wie Sie das nur wünschen können, versucht haben, ohne Ansehung der Person, ohne Ansehung ob es Arbeitgeber oder Arbeitneymer war, für das Recht einzutreten, und ich will Ihnen gleich die ehrende Erklärung abgeben, auch Sie(die Arbeitervertreter, d..) haben das geran, wo Differenzen entstanden sind, Sie sind auch ehrlich eingetreten um solchen Mißständen Abhülfe zu verschaffen. Der Arbeitgeberbund hat also durch seinen ersten Vorsitzenden anerkannt, daß die Zeutralvorstände der Arbeiterorganisationen ehrlich bestrebt waren, die Tarifverträge zur Durchführung zu bringen. Nun heißt es auf einmal:„In Zukunft will der Arbeitgeberbund... auch bei den Zentralvorständen durchsetzen können, daß sie ihre Zweigvereine von Vertragsbrüchen abhalten...“ Wo sind denn eigentlich die Vertragsbrüche vorgekommen, die eine derartige Maßnahme erfordern? Im Laufe der letzten Vertragsperiode von Mai 1908 bis heute ist dem Zentralvorstand des christlichen Bauarbeiterverbandes nicht ein einziger Verstoß seiner Mitglieder gegen die Verträge seitens der Arbeitgeber gemeldet worden. Es konnte auch keiner gemeldet werden, weil keiner stattgefunden hat. Das sei ausdrücklich festgestellt. Das Verlangen des Arbeitgeberbundes hat einen tieferen Grund. Wenn er die stenographischen Protokolle seiner geschlossenen Haupt= und Generalversammlungen veröffentlichen würde, dann käme der wahre Grund zur Kenntnis der weiten Oeffentlichkeit. Er will durch den zentralen Abschluß die Macht über die Arbeiterorganisationen erreichen. Ein Bundesredner führte auf der Dresdener Hauptversammlung u. a. aus: Wenn wir beseelt sind von dem Willen zur Macht, so müssen wir speziell von dem ersten Punkte sprechen. Der erste Punkt besagt: Wir wollen unseren Vertrag zentral abschließen, also über ganz Deutschland auf einen Tag und auf eine gleiche Dauer von Jahren. Werden wir das durchführen, dann bin ich überzeugt, dann haben wir die Macht. Die Macht wird mit diesem Punkte stehen und fallen... Wenn man noch weiß, daß ein Münchener Arbeitgeberführer den zentralen Abschluß von dem Gesichtspunkte der Einführung des Obligatoriums der imparitätischen Arbeitsnachweise begründet hat, dann wird man es verstehen, wenn die Arbeiter sich dagegen sträuben, abgesehen davon, daß auch noch praktische Gesichtspunkte für die Ablehnung in Betracht kommen. In der verflossenen Vertragsperiode stand der Arbeitsnachweis außerhalb vertraglicher Bestimmungen. Nun gründeten mehrere Orts= und Bezirksverbände mit Zustimmung des Arbeitgeberbundes im Laufe dieser Zeit imparitätische Arbeitsnachweise; in München machte man den bestehenden zum Obligatorium. Dagegen wehrten sich die Münchener Arbeitnehmerorganisationen weil sie auf dem Boden des paritätischen Nachweises stehen und weil das Obligatorium rigoros gehandhabt wurde. Sie sperrten den Arbeitsnachweis, nicht die Arbeit. Das betrachteten die Arbeitgeber als Vertragsbruch. Es kam zu einer einigungsamtlichen Entscheidung, welche die Aufhebung des Obligatoriums des imparitätischen Arbeitsnachweises brachte. Der Münchener Redner beklagte nun in Dresden diese Tatsache und führte aus, daß es zur Aufhebung des Obligatoriums nicht hätte kommen können wenn die Verträge zentral abgeschlossen gewesen wären; die örtlich abgeschlossenen Verträge hinderten den Arbeitgeberbund eine Aussperrung über ganz Deutschland vorzunehmen. Diese Möglichkeit soll nun geschaffen werden. Das hat der Arbeitgeberbund den Arbeitervertretern bei den Verhandlungen nicht gesagt, sie haben es trotzdem erfahren und können es nachweisen Also nicht so sehr zur Durchführung der Verträge fordert der Arbeitgeberbund den zentralen Abschluß wie zur gewaltsamen Durchsetzung von Dingen, die bisher neben den Verträgen lagen und gegen deren Regelung auf paritätischer, vertraglicher Grundlage er sich entschieden gesträubt hat. Dazu können die Arbeiterorganisationen nicht die Hand bieten, sie lehnen den zentralen Vertragsschluß ab. Für die Ablehnung sind aber auch noch praktische Gründe maßgebend. Für die Durchführung der Verträge müssen in erster Linie die beiderseitigen örtlichen Organisationen sorgen. Um sie dazu zu bewegen, muß ihnen die Hauptverantwortung auferlegt werden. Das ist aber, da sie doch aus denkenden Menschen bestehen, nur möglich, wenn sie die Verträge selbst abschließen, wenn sie als die Träger derselben dastehen. Der Arbeitgeberbund fordert, die Einleitung des Vertragsmusters wie folgt zu fassen: Zwischen dem Deutschen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe und dem Zentralvorstand...(Hier soll die vertragschließende Gewerkschaft genannt werden.)... ist dieser Tarifvertrag für das Gebiet des Arbeitgeberverbandes(Bezirks= oder Orrsverband) abgeschlossen worden. Die Zustimmung zu dieser Fassung würde unter anderem bedeuten, daß die Gewerkschaften über den Umfang der Vertragsgebiete nicht mehr mitzureden hätten. Die Verträge müssen ja dann für die Gebiete eines Arbeitgeberverbandes abgeschlossen werden, ganz gleich, ob die vertragsschließende Gewerkschaft auch in allen Orten eines solchen Gebietes Mitglieder hat oder nicht. Die Größe eines Arbeitgeberbezirksverbandes bestimmt dieser ausschließlich selbst, die Gewerkschaften können und wollen nicht in seine innere Organisationsform hineinreden. Insofern verträgt sich diese Fassung auch nicht mit der paritätischen Grundlage der Verträge, an der die Gewerkschaften festhalten. Letztere sind aber auch der Ansicht, daß der Arbeitgeberbund gar nicht in der Lage ist, seine Mitglieder zur Durchführung der von ihm abgeschlossenen Verträge zu zwingen. Der Bundesvorstand hat im Jahre 1908 den Schiedsspruch der drei Unparteiischen anerkannt. Dem haben sich aber nicht alle Ortsverbände gefügt. Der Ortsverband in Pirna(Sachsen) hat sogar die ordentlichen Gerichte gegen den Schiedsspruch angerufen. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe in den rheinisch=westfälischen Industriegebieten(ein Bezirksverband des Deutschen Bundes) hat sogar 1908 auch für das Siegerland einen Vertrag abgeschlossen. Noch in einer Sitzung des Essener Einigungsamtes am 30. Juni 1909 erklärten aber die Siegerländer Arbeitgeber, daß sie den Vertrag nicht anerkennen. Die Leitung des Bezirksverbandes aber mußte anerkennen, daß sie nicht in der Lage sei, den Siegener Verband zur Annahme und Durchführung des Vertrages zu zwingen. Wer will es da den Arbeiterorganisationen verübeln, wenn sie nach solchen Erfahrungen auch aus praktischen Gründen die zentrale Vertragsschließung ablehnen? Kind, welches ihm meine Mutter hinhielt, und machte sich laufend davon. Cousin Pieters Wohnung war glücklicherweise nicht sehr entfernt. In einer ziemlich nahen Straße hatte er einen kleinen Kramladen mit Kleidungsstücken und Gebrauchsgegenständen für Seeleute. In dem Augenblicke, in welchem wir an der Straßenecke ankamen, hörten wir Joseph mit einem Steine gegen die Türe klopfen, denn niemals würde er mit den Schlägen seiner kleinen Faust das Schnarchen von Cousin Pieters übertönt haben. Anstatt der Türe öffnete sich jetzt das einzige Fenster der Etage. Eine Art Schlafmütze erschien. „Laß deine dummen Streiche und mache, daß du fortkommst, du tölperhafter Schiffsjunge du!“ polterte eine wütende Stimme. Wir waren nur noch zwei Schritte entfernt. „Um Gottes Barmherzigkeit willen öffnen Sie, lieber Cousin,“ jammerte meine Mutter;„meine armen Kinder müssen vor Müdigkeit und Kälte umkommen.“ „Kreuz, Bomben und Granaten, das ist ja die Cousine mit ihrer ganzen Bagage—“ Man ließ uns alle drei, Joseph, Maria und mich auf einem Haufen von Mänteln und Segeltuch ruhig weiter schlafen und bedeckte uns warm mit ganz neuen Wolldecken. Dann führte er die Mutter, welche noch die kleine Madelene im Arme hielt, in den Hinterraum des Ladens, dessen Türe er hinter sich abschloß. Als ich die Augen aufschlug, war es heller Tag. Die auderen hatten sich noch nicht gerührt; die Kuckucksuhr, welche im hinteren Laden zu schlagen anhub, belehrte mich, daß es nenn Uhr sei. Dann richtete ich mich auf. Meine beiden Schlafkameraden hatten die Bewegung wahrgenommen und wurden auch munter. Es kam jemand uns die Decken wegzunehmen; es war die alte Anna, des Cousins Schwester, die indessen nicht bei ihm wohnte und deren Gegenwart uns darum nicht weniger wunderte als die Abwesenheit der anderen. „Guten Tag, Cousine“, fing Joseph, der kühn steunter uns, an; „wo ist Mama, wo ist Cousin Pieters?“ „I, frag doch nicht; sie sind ausgegangen. Kommt, ich will euch eblank machene.“ ! Anna war eine von den Frauen, an denen man sich am liebsten still vorbeidrückt. Ohne eine Wort zu sagen, folgten wir ihr. Die Lust zum Sprechen war uns vergangen. War es die Vorahnung eines neuen Unglücks? War es die von der vergangenen Nacht noch herrührende Müdigkeit? Ein unerklärliches Unbehagen war über uns gekommen. Die#e#### uns in heftiger Weise zurecht, brachte unsere unvollständigen Kleider in Ordnung, zog jedem von uns noch eine warme Bluse an, setzte uns eine tüchtige Portion Weißbrot vor; dann drückten wir uns still aneinander neben den Feuerherd, wo ein am Kesselhaken aufgehängter Fleischtopf brodelte. Wir betrachteten die glimmenden Holzscheite und fragten uns, was dieses alles nur bedeuten möchte, und ob Mama und Pieters nicht bald zurückkehren würden. (Nachdruck verboten.) □ Ne junge Ihemann klag singem Fründ si Leid üvver sing Frau, die im noch nit ens dä Husschlössel göv— Dorob jit dä dem großnäsig zor Antwod:„Do han ich mer ävver ming Frau ganz andersch gewennt. Glich am eeschten Tag mot semer der Husschlössel gevve.“—„Woröm geihs do dann immer des Ovens su fröh no Hus?“—„Jo, weißte, se hät et Schloß ändere lohße.“ □ Doröm. Ne Schutzmann frög zwei Rhingroller:„Warum verhauen Sie denn Ihren Kollegen so?“—„Dä hät mer ming Fläsch en et Wasser geworfe.“—„Mit Absicht?“—„Enä, met Schabau!“ □ Em Zologische Gade.„Friß su ne Löw och wirklich Minsche?“ frög et Pitterche singe Vatter.—„Jo geweß deit dä dat.“—„Muß mer sich dann zoeets usdun?“ frög et Pitterche wiggeschter. Kölner Local-Anzeiger Nr. 99&a Donnerstag, 14. April 1910. Seite 7. Felbst in kleinster Fackung ist der einzige Tee der den Grössten Wohlgeschmack mil äuserster Billigkeit verbindet: Packef für zurllerstellung von## Taten zuhabenbei: Aachenerstr. 8. Albert Wiegand. Theater-Drogerie. 31. Jos. Effertz. Delikatessenhdl. 34. Colonia-Drogerie. 48. Frau Fritz Müller. Kolonialw. Aduchtstr. 1. Prau Spicker. Kolonialwarenhandlung. Agrippastr. 47. Frau Wilhelm Lacay. Spezereihandlung. Albertusstr. 32. Carl Range, Kaffeehandlung Alexlanerstr. 5. Wilh. Cremer. 55. Frau Agnes Schlimgen. Kolonialwarenhandlung. 50. Ernst Hildebrand. Alsenstr. 2. Rud. Schumacher. 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Taunusstr., Elly Paffrath Schwartner Nachfl. Esserstr., Wilhelm Wagner. 8. # F Kölner Local-Anzeiger Nr. 99 a Donnerstag, 14. April 1910. RACKETS H NUR RENOMMIERTE FABRIKATE GROSSE AUSWAHL IN JEDER PREISLAGE BUSSEYs COLLEGE 575 BUSSEVS ELITE.50 BUSSEVs CLUB.50 BUSSEVSSPECCLUB 1050 BUSSEYs OXONIAN 1200 SLAZENGERSCOURT 1200 SAUERS SPECIAL 1350 u. s. w. bis 35.00 TENNIS-BALLE SAUERSs SPECIAL 1 Dutzend 13.50 3„ 39.00 CONTINENTAL, HARBURG-WIEN SLAZENGERs BEST& SINNEY zu billigsten Preisen. DANPFGETEERTE TENNIS-NETZE von.50 M. an. EIGENE REPARATUR-WERKSTATTE IM HAUSE. FRANZ SAUER STOLLWERCKHAUS. d2 Aus dem sozialen Leben. 0 Die Konsum-Genossenschaft Eintracht hielt am Sonntag, den 10. April in den Coloniasälen in Köln ihre HalbjahresGeneralversammlung av. Hr. Triquart leitete sie. Hr. Geschaftsführer Schlack erstattete den Halbjahresbericht vom 1. September 1909 bis 28. Februar 1910. Er führte u. a. aus: Im Herbst soll ein allgemeiner Mittelstandskongreß stattfinden, der gegen die Konsumvereine Stellung nehmen soll. Demgegenüber wurden die Konsumvereine nicht müßig sein und ebenfalls der Oeffentlichkeit und den gesetzgebenden Faltoren näher treten. Der Ravattsparverein Mülheim und der Veren gegen Unwesen im Handel und Gewerbe in Köln hat gegen unsere Genossenschaft einen Klageantrag bei der Staatsanwaltschaft eingereicht, mit dem Antrag, uns das Lieferantengeschäft zu verbieten. Die Aufhebung des Lieferantengeschäfts wird für die Dauer zur Folge haben, daß wir unsere Aufmerksamlen auch der Vermittlung von Schuy-, Manufakturwaren usw. zuwenden. Die Mitgliederzahl der Konsumgenossenschaft Eintracht vermehrte sich in diesem Halbjahre um 3227 und beträgt 16 151. Verkaufsstellen wurden 10 eröffnet. Die Gesamtzahl beträgt 49. Die Konsumgenossenschaft Eintracht Bonn und der Beamten=Konsumverein Siegburg haben sich mir uns verschmolzen. Der Umsatz im eigenen Geschäft betrug in den 6 Monaten 1754 552,74., gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres 489 975,14 M. meyr. Im Lieserantengeschäft betrug der Umsatz 824 237., gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 58 963 M. Nach Gutschrift von 8 Prozent Rückvergütung im eigenen und 5 Prozent im Lieferantengeschäft bleibt ein Ueberschuß von 20 329,63 Mark zur Ueberweisung an die Reserven übrig. Erwähnenswert ist die Eröffnung unserer Bäckerei, die einen Brotumsatz von 75 000 Mark hat. Der Bau eines Zentrallagers ist in Angriff genommen. Ein Antrag, den Bauhandwerkern, welche jetzt ausgesperrt und dadurch in Not geraten könnten, durch Vorschuß von Rückvergutungen usw. zu unterstützen, wurde angenommen. □ Die Krankenkasse Maria vom Frieden hielt am Sonntag in ihrem Vereinslotale eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende Hr. Christian Breuer wies einleitend darauf hin, daß die Kasse eine Reihe Vorträge über die Arbeiterversicherungsgesetzgebung für ihre Mitglieder halten lasse. Hr. Arbeitersetletär Ifrael sprach sodann über die Invaliden= und Altersversicherung. Er legte in sehr verständlicher Weise die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes und deren praktische Anwendung den mit großer Aufmerksamkeit folgenden Zuhörern dar. Den mit Beifall ausgenommenen Ausführungen schloß sich eine rege Aussprache an. Die Kasse, eine der ältesten Kölner Hülfskassen, blickt auf eine 73jährige erfolgreiche Tätigkeit zurück. Sie zählt 410 Mitglieder, Aufnahme erfolgt bis zum 40. Lebensjahre. Die Aufnahmegebühr beträgt 2 M. Anmeldungen zur Aufnahme werden jeden Sonntag, morgens von 11 bis 1 Uhr im Kassenlokale, Bierbrauerei Maaten(Hahnenstraße) entgegengenommen. Aus Kölns Nachbarschaft. 0 Kierberg, 13.April1910. Als ein hiesiger Einwohner seinen Mühlenbach reinigte, warf er das sehr reichliche Quantum Schlamm über eine Grenzmauer auf die Chaussee. Das Schöffengericht in Köln sprach ihn frei, aber die Strafkammer V erachtete das Kier. berger Polizeireglement von 1886 für übertreten und verhängte drei Mark Geldstrafe □ Sieglar, 11.April1910. Im Lokale der Witwe Klein tagte gestern die Versammlung des katholischen Arbeiterver: eins. Hr. Arbeitersetretär Nüsse=Siegburg hielt einen Vortrag über das Verfassungsleben in Deutschland und Preußen. Redner führte den Anwesenden die verschiedenen Arten der Staatsformen vor Augen und zeigte sodann, wie im Deutschen Reiche die Gesezgebungsmaschine gehandhabt wird, welche Rechte dem Kaiser, dem Bundesrat und dem Reichstage zustehen, usw. Nachdem Redner die verschiedenen Arten der Wahlsysteme zu den gesetzgebenden Körperschaften gekennzeichnet hatte, gab er einen Ueberblick über den augenblicklichen Stand der preußischen Wahlrechtereform, die Stellung der Regierung und der einzelnen politischen Parteien zu 5 dieser Frage. Die Sicherung der geheimen Wahl bedeute unstreitig einen wesentlichen Fortschritt. Die Nationalliberalen suchen das Wahlrecht noch mehr zu verschlechtern, so u. a. durch den Antrag auf Einführung der Drittelung in der Gemeinde anstatt wie jetz in den Urwahlbezirken. Die Sozialdemokraten liefern durch ihre wüste Agitation den Gegnern des Wahlrechtes nur Wasser auf ihre„ Mühlen. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Es soll eine Vereins. fahne angeschafft werden. Die Fahnenkommission wird die Vor. arbeiten erledigen. Zu Delegierten zum Bezirksdelegiertentage der katholischen Arbeitervereine wurden die Herren Jakob Harlinz Johann Hörsch, Wilhelm Kelterbaum und Wilhelm Heider gewarn. Kinder. mehl enkost Hervorragend bewährte Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. und Sie werden jubeln:„Endlich meine Lieblingsmarke gefunden“ Epirus-Cigaretten Lieblingsmarken; Hadzi Loja" 2bis6 Pf Ring-Cigaretten 2bis5„ Polologlow 3bis 10„ Lord Mayor Abis 10„ Losal-Anzeiger.* Köln, 14. April 1910. Rn * is n Unterhaltendes. S # Auf dem Basar. Von Hanns Gisbert. Glänzende Säle mit Blumengirlanden geschmückt; pomphafte Blumendekorationen am Eingang, Musikkapellen, die abwechselnd festliche Weisen und heitere Tanzmelodien spielen, Hausierer, Blumenverkäuferinnen, vagabundierende Handwerksburschen, die sich durch eine eng zusammengekeilte Menge winden, um ein paar Mark zu ergattern, lärmende Karussells, liebenswürdige Damenbedienung und den Wänden entlang eine kleine Buden stadt: persische Teppiche, Schreibpapiere, Majoliken, Haudarbeiten, Kunstgegenstände, Lotterien, Glücksbuden... Die Gesellschaft Harmonie hat ihr Klubhaus zum Basar für die Enterbten des Glückes hergegeben, und in den hübsch ausgestatteten Buden walten die Engel der Wohltätigkeit, die holden Caritinnen, wie eine schwungvolle Feder die Damen aus der guten und besten Gesellschaft besungen hat, die zum Besten der Armen hier tanzen, singen, lebende Bilder stellen, Tee ausgießen und verkaufen. Die Caritas hat ein buntes Mäntelchen umwerfen und ein heiteres lockendes Lächeln auf ihre sorgenvollen Züge zaubern müssen, um ihren Zweck zu erreichen; man lacht und tanzt, man amüsiert sich und kokettiert, aber das Geld rollt, die Kassen füllen sich. Nach der anstrengenden Tätigkeit beginnt sich ein Ausdruck von Ermüdung auf den Gesichtern der meisten Budenvorsteherinnen breit zu machen, zugleich aber auch eine unleugbare Befriedigung. Man wird der neu errichteten Anstalt für Lungen=Tuberkulose ein gewichtiges Sümmchen zuwenden können. Aber nicht unter allen Caritinnen herrscht die Harmonie, die die Signatur des Hauses ist. Die Kunstbude steht heuer unter keinem günstigen Stern; sie hat nicht entfernt die Einnahmen zu verzeichnen, wie bei ähnlichen, früheren Veranstaltungen, und diese Tatsache ist nicht geeignet, die Laune der beiden Vorsteherinnen zu verbessern. Frau Kommerzienrat Eleonore Matthießen geborene von Langenfeld=Hünerbein(wie auf jeder Visitenkarte und unter jedem Brief zu lesen ist) läßt ihrem Groll ungeniert freien Lauf. Mit allen Kolleginnen hat sie schon Kämpfe ausgefochten, weil sie besonders schöne und wertvolle Gegenstände als„Kunst“ für ihren Budenstand reklamiert hatte; meist ohne Erfolg. Jetzt wendet sie sich an ihre Partnerinnen. „Sie scheinen zu vergessen, daß ich Vorsteherin der Kunstbude bin, liebe Harriet; sonst träfen Sie nicht immer wieder Dispositionen, ohne meine Erlaubnis einzuholen.“„Ein bißchen flinker, Fräulein Meyer, ich kann die Arbeitslast doch nicht allein bewältigen.“„Sie vergeben Ihrem Adel nichts, wenn Sie auch liebenswürdig gegen kleine Leute sind, Fräulein von Hammerstein," so regnen die scharfen Spitzen über Gerechte und Ungerechte. Harriet Steinfeld, die reiche Erbin und langjährige Künstlerin bei ersten Münchener Professoren wehrt sich ihrer Haut, zuerst mit hochmütiger Ueberlegenheit, nach und nach aber mit wachsender Leidenschaft, so daß die beiden zu später Abendstunde den Anblick zweier wütender Kampfhähne bieten. Die zur Hülfe angestellten jungen Mädchen suchen der Gewitterstimmung auszuweichen, indem sie mit kleineren Gegenständen hausieren gehen; nur Elie Matthießen, die Nichte des verstorbenen Kommerzienarts, muß bei der gestrengen Tante aushalten und bei den bitteren Reden ein freundliches Gesicht machen, um Käufer anzulocken, so sehr die zuckenden Lippen auch von ihren Gefühlen Zeugnis ablegen. Warum hat die Tante sie denn nur eingeladen, wenn sie sie so dumm und unsein findet? Schon ihren Namen„Liesele“ hat sie gegen das norddeutsche„Else" umtauschen müssen, und so gehr es weiter. Ihr Dialekt, ihre Kleidung, ihr Benehmen— alles will sie ummodeln, nichts findet Gnade vor den Augen der ungnädigen Gnädigen. Liesele ahnt nicht, daß die Tante ihr herziges Gesichtchen, das in der Venetianer Tracht doppelt fein und reizvoll wirkt, als Anziehungskraft für die kaufkräftige Männerwelt betrachtet, und ist vom Gefühl der Unzulänglichkeit schwer darniedergedrückt, gibt sich aber desto größere Mühe, die Waren an den Mann zu bringen, um die Uebellaunige zu befriedigen. Wirklich gelingt es ihren unermüdlichen Anpreisungen auch, ein Stück nach dem anderen loszuwerden. So beredt sind ihre Bemühungen, auch an den ältesten Ladenhütern, die vielleicht schon von Basar zu Basar, von Lotterie zu Lotterie gewandert sind und das Schicksal haben, immer weiterverschenkt zu werden, angenehme und lockende Seiten herauszufinden, daß ein älterer Herr, der ihr amüsiert eine Weile zugehört hat, überzeugt in die Worte ausbricht:„Fräulein, ich engagiere Sie. In meiner zwanzigjährigen Praxis ist mir noch keine Dame vorgekommen, die ein solches Talent zum Verkaufen hat, wie Sie.“ Die Mienen der Kampfhähne werden freundlicher. Liesele strahlt. Im geheimen denkt sie zwar, daß sie diese Art des zwangsweisen Aufschwätzens auch kein Jahr lang durchführen wolle; aber sie ist wie im Fieber. Jeder, der in die Nähe der Kunstbude kommt, ist ihren Sirenenkünsten verfallen. Im Eifer des Gefechts verfällt sie wieder in den heimischen Dialekt, was ihrem Liebreiz durchaus keinen Abbruch tut, aber ihr die Sache sehr erleichtert. „Schaun's nur, isch dees nit nett?“ Möchtens net so a herziges Täßle und gar so foi gemalt?“„Kaufens net des kleine Bildle, des han i selber macht,“ so geht's in einem Atem weiter, und die klingende Münze füllt ihre Tasche. Auf ihren Wangen brennt eine erhöhte Farbe und verleiht dem sonst etwas blassen Gesichtchen einen außerordentlichen Reiz. Das denkt auch der robuste, kahlköpfige Herr mit dem hochroten Gesicht und der goldenen Brille, der ihr schon so viel gemalte und gebrannte Kinkerlitzchen abgekauft hat, daß sie ganz begeistert zu Harriet Steinfeld äußerte: „Isch der emal nett?“ Die Kampfhähne sind zu sehr mit sich beschäftigt, um besonders auf das junge Mädchen zu achten, das jetzt von einer ganzen Reihe von Käufern umringt ist. Nur ein schlanker junger Mann, der auch ein guter Abnehmer für Sévres=Vasen und Kopenhagener Figürchen war, hält sich besorgt in ihrer Nähe. Jetzt hat Liesele dem robusten Herrn mit dem roten Kopf auch noch eine Bronzestatue des Kaisers verkauft. Protzig schlägt er sich auf die Stelle neben der schweren goldenen Uhrkette:„Wir habens ja, und patriotisch sind wir auch!“ Dann wirft er einen Hunderter auf den Tisch vor Liesele.„Pah, wegen so neu blauen Lappen macht unsereiner kein Aufheben. Das Wechselgeld können Sie behalten.“ Liesele ist starr. Was für ein guter, nobler Herr das sein muß, wenn er auch nicht gerade wohlgefällig anzusehen ist! Da wird die Tante Augen machen! Das tut diese auch; das Truthahngesicht bringt es sogar zu einem liebevollen Lächeln. Sie klopft dem Mädchen auf die Wangen.„Wie echauffiert du bist, Elschen! Nun mußt du dich aber ausruhen. Geh schon nebenan in den Erfrischungsraum und suche ein hübsches Tischchen für uns aus; ich folge dir gleich.“ Aber was dem Liesele noch eher folgt, das ist der robne Herr mit dem roten Kopf. Er setzt sich neben das Mädchen und winkt einer der hübschen mit Weinlaub bekränzten jungen Damen, die ihn sehr gut kennen, weil er schon viele, ohl so viele Flaschen Wein bei ihnen bestellt hat, eine Flasche französise Sekt mit zwei Gläsern zu bringen. Er gießt auch Liesele ein und nötigt sie, mit ihm anzustoßen. Zu ihrer Beruhigung entdeckt sie, daß der schlanke junge Mann, der auch so viel bei ihr kaufte, an einem Nebentischchen Platz genommen hat; ihre Blick begegnen sich, und sie fühlt sich ganz geborgen. Der robuste Herr gießt ein Glas Champagner schnell hinunter. Sein Gesicht wird röter. Seine Augen quellen noch mehr her vor. Er wird sehr gesprächig:„Wissens, Fräulein, ich habe geschafft in meinem Leben— für zehn; aber auch Geld verdiem für zehn. Da will man auch Genuß von seinem Leben haben Meine Erste, die war nichts für's Herz, nee, garnicht. Und Kinder habe ich nicht. Da habe ich mir immer gedacht, wenn ich so etwas fände, etwas Junges, Hübsches, etwas für's Herz. So eine wie Sie, Fräulein, die nett und zutunlich wäre: schlecht sollten Sie's nicht haben.“... Der Redestrom rollte an Lieseles Ohren ungehört vorüber. Er konnte doch nicht meinen, unmöglich.... „Gleich haben's mir gefallen, gleich,“ versteht sie jetzt wieder, und im selben Augenblick fühlt sie einen Arm um ihre Taille, einen Arm, der sie enger an den robusten, rotköpfigen Herrn zu ziehen sucht. Entsetzt reißt Liesele sich los, mit einem so empörten, angeekelten Ausdruck, daß der Angetrunkene über ihre Gefühle nicht im unklaren sein kann. Seine Stimmung schlägt um; er gerät in Wut.„Schon haben Sie mit mir getan; das Geld haben Sie mir abgenom men und jetzt wollen Sie nichts von mir wissen, die Weibsleut. Mein Geld sollen Sie mir wiedergeben, das die Alte eingeste hat, bare achtzig Mark habe ich zu bekommen.“ Und er schlägt auf den Tisch, daß die Gläser umfallen. Verzweifelt steht Liesele da. Zu allem Unglück kommt auch noch die Tante, und die Leute beginnen aufmerksam zu werden Was soll sie tun? Da aber steht der junge Mann mit den guten, treuen Augen neben ihr:„Gnädiges Fräulein, das ist kein Ort für Sie. Darf ich Sie fortführen? Zuerst aber möchte ich noch konstatieren, daß ich Zeuge war, als dieser— Herr Ihnen einen Hundermarkschein gab mit der ausdrücklichen Erklärung, daß er nicht herausgegeben zu haben wünsche. Wemn ihm das nachträglich leid geworden sein sollte, so bitte ich, ein springen zu dürfen, damit die gute Sache nicht zu kurz kommt.“ Dabei fingert er einen Huuderter aus seiner Brieftasche und wirft ihn auf den Tisch mit den umgeworfenen Gläsern. Der robuste Herr steht offenen Mundes und fühlt sich dann von zwei Festordnern aufs liebenswürdigste aus dem Saal komplimentiert. Frau Eleonore geb. von Langenfeld=Hünerbein steht einen Moment unschlüssig; dann aber sieht sie ein, daß ihr nichts übrig bleibt, als ihrer Nichte zu folgen, die wie eine Königin ins Nebenzimmer geführt wird. Ihre erste Regung ist es gewesen, das junge Mädchen wegen seines ungebührlichen Benehmens zur Rede zu stellen; unter den veränderten Umständen beginnt sie einzusehen, daß sie selber die Hauptschuld an der peinlichen Szene trägt. Und als der junge Mann, der, wie ein Blinder sehen kann, vollständig vernarrt in das Mädchen ist, sich vorstellt als„von Schultz", als der von Schultz, der vor einem Jahr das Rittergut Gröningen gekauft hat, wird sie eitel Huld und Gnade. Das ändert natürlich die Sachlage vollkommen.... Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 99 a Dennerstag. 12. Auril 1910. Seite 9. Die Offenen Stellen werder täglich schon um 1 Uhr satttags im Torweg unserer Geschäftsgedände Marzellenstraße 39 ausgehängt, ebenso in den Kath. Oesellenhäusern, Breitestraße, Dagodertstraße und Josepystraße, ferner an unseren Bezirksvertretungen Hohepforte 6. Köln=Ehrenfeld, Rotbehausstraße 2. KölnNippes, Cranachstraße 5, Kalk, Mülheimerstraße 19, außerdem Markt 23. 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Einleitend wies er darauf hin, daß sich erfreulicherweise gegenwärtig das künstlerische Interesse der Gebildeten mehr und meyr der Volkskunst zuwendet in der richtigen Erkenntnis, daß in ihr die Keime und Vorbedingungen zu einer wahren künstlerischen Kultur liegen; denn in einer Zeit, wo uns alle möglichen Kulturen bis zum Rokoko und zur Renaissance gegenwärtig sind, gewinnt die Volkskunst an Bedeutung, weil sie allein wirklich erlebt ist und tief im Volke wurzelt und fortlebt. Redner zeigte sodann an der Hand zahlreicher Lichtbilder, wie sich die primitive, altgermanische Volkskunst, insbesondere altfräntische Kunst, unter dem Einflusse zweier gewaltiger Nachbarkulturen, der römischen und der christlich=orientalischen, zu jener spezifisch germonischen entwickelt hat, die an Stelle des Abstrakt=Ornamentalen aus der germanischen Natur heraus das lebendig Figurliche, oft auch das Komische setzt. In Bauten(Römerturm, Giebel der altkölnischen Häuser), Schmuck= und Gebrauchsgegenständen, Grabdenkmälern, Buchdeckeln, Möbeln usw. zeigt sich diese Eigenart. Besonders deutlich und interessant in dieser Beziehung war eine Zusammenstellung von Krügen, die veranschaulichte, wie sich aus den römischen und griechischen, nur durch einfache Linien wirkenden Krugformen, jene namentlich in Köln heimischen Bartmänner entwickelt haben, wie auch auf diesem Gebiete künstlerischer Betätigung die germanische, speziell rheinische Volkskunst, die im Vergleich zur süddeutschen Volkskunst, sich mehr plastisch, wuchtig, massig und farbenfroh darstellt, das Gedankliche gegenüber dem rein Künstlerischen in den Vordergrund stellt. Mit der Aufforderung, der Volkskunst das Interesse zu widmen, das ihr zukommt und Erzeugnisse früherer Zeiten so weit wie möglich zu erwerben und vor dem Verderben zu retten, beschloß Dr. Creutz seinen Vortrag, an den sich zur Veranschaulichung des Gehörten ein Rundgang durch die reichhaltigen Sammlungen des Kunstgewerbemuseums schloß, bei dem Dr. Creutz wertvolle oder besonders charakteristische Stücke erläuterte. Dr. Creutz hob dabei hervor, daß von Anfang an der Gedanke bei der Ausgestaltung des Kölner Kunstgewerbemuseums leitend gewesen sei, weniger durch die Masse des Ausgestellten zu wirten, als vielmehr eine gedrängte, vollständige und deshalb übersichtliche und klare Verauschaulichung der einzelnen Perioden und Zweige des Kunstgewerbes zu bieten. 1 Hans Willy Mertens trug Sonntagnachmittag den Zöglingen des städtischen Waisenhauses und vielen aus dem Hause hervorgegangenen Lehrlingen und Dienstmädchen eigene Dichtungen aus dem Jugendleben, besonders aus dem Schulleben, vor. Der Tichter und Schulmann hat ein feines Verständnis für das Seelenleben der Kinderjahre. All die großen und kleinen Freuden dieser Zeit und ihr wirkliches oder vermeintliches Leid tennt er und hat das in herzigen Gedichten wiedergegeben. Da erleben wir wieder den ersten Schultag, den Schulspaziergang ins Freie, die Szenen in der Spielviertelstunde, den Niklasabend, den Einmarsch der Soldaten, die Freude, die der bunte Flittec des wandernden Lumpenmannes hervorrief u. a. Gewiß kann erst der Erwachsene solche Gaben ganz verstehen, aber auch die Jugend freut sich der dichterischen Darstellung der Wirklichkeit, in der sie noch lebt. Das bewies die lautlose Aufmerksamkeit, mit der die Zöglinge den warm vorgetragenen Dichtungen folgten, und der Beifall, den dieselben hervorriefen. ### Auszeichnung. Dem Kommerzienrat Louis Hagen wurde der Kronenorden dritter Klasse, dem Gerichtsvollzieher a. D. Nikolaus Schweitzer der Kronenorden vierter Klasse verliehen. C Das 25jährige Reisterjubiläum des Metzgermeisters Weinr. Thelen, Thieboldsgasse, mit dem die silberne Hochzeit der Eheleute und die Vermählungsfeier der ältesten Tochter verbunden war, nahm einen schönen Verlauf und gav Zeugnis von der allgemeinen Beliebtheit, der sich die Familie Thelen erfreut. Eine Deputation der Ochsenmetzger=Innung überbrachte bei der Feier in der Restauration Gertz die Glückwünsche der Innung und der stellvertretende Obermeister C. D. Horn gedachte in herzlichen Worten der Verdienste, die sich der Jubilar um die Innung und das Metzgerhandwerk erworben habe. Hr. Horn überreichte ein künstlerisch ausgeführtes Diplom und eine Statuette. Der Direktor der Züricher Versicherungsgesellschaft übermittelte die Glückwünsche der Gesellschaft, wahrend der Vorsitzende der Kölner Kopfschlächtervereinigung dem Jubilar als Angebinde eine Standuhr mit Marmorsockel übergab. Der Gesangverein der Kölner OchsenmetzgerInnung trug mehrere hübsche Chöre vor und Metzgermeister Willy Nothen erfreute mit einigen Sololiedern. * Gesundheitsbericht für die Woche vom 3. bis 9. April. Erkrankungen an Scharlach kamen 23(in der Vorwoche 28) vor, an Tiphtherie 36(35). Von den ersteren wurden 7(17) aus der Altstadt, 6(4) aus der Neustadt, je 2(2) aus Köln=Ehrenfeld und Köln=Nippes, 2(1) aus Köln=Sülz, 2(0) aus Köln=Kalk usw. gemeldet, von den letztern 11(6) aus der Altstadt, 9(12) aus der Neustadt, 5(0) aus Koln=Kalk, 4(8) aus Köln=Ehrenfeld usw. Die allgemeinen Krankenanstalten nahmen in der Berichtszeit 945(708) Kranke auf, während sich der Abgang auf 793(777) belief. Der Bestand an Kranken vermehrte sich demnach um 152 oder 4,30 Prozent(verminderte sich um 69 oder 2,05 Prozent) und betrug Ende der Berichtszeit 3687(3294), d. s. bei 4818(4463) Betten 76,53(73,81) Prozent der Belegungsfähigkeit. Bemerkt sei, daß in der Berichtswoche die Kalker allgemeinen Krankenanstalten hinzugetreten sind. Die Sterblichkeit stellte sich etwas höher als in der Vorwoche; es starben im ganzen 153(140) Personen, darunter 36(36) im ersten Lebensjahre. Von den wichtigeren Todesursachen seien erwähnt: Krankheiten der Atmungsorgane 25(22), Sterbefälle, Tuberkulose 22(26), angeborene Lebensschwäche 15(), Masern 9(), Kinderkrämpfe 8(11), Keuchhusten §(), Herztrankheiten 6(), Gehirnschlag 5(5) usw. Die höchste Zahl der Gestorbenen an einem Tage betrug 27(26), die niedrigste 15(14). * die Jagd auf Rehböcke. Der Bezirksausschuß hat in seiner Sitzung vom 5. April 1910 beschlossen, daß im Jahre 1910 die gesetzliche Schonzeit für Rehböcke unverändert bleibt. Der erste Jagdtag ist daher der 16. Mai 1910. Durch den Schornstein. Zu dem so überschriebenen Artikel in Nr. 80 vom 24. März wird uns soeben mitgeteilt, daß ein Mitglied der Heizrechnischen Kommission für das Hafnergewerbe in München und Umgebung den Kohlenspar= und Rauchverbrennungs=Apparat Pyro in seinen eigenen Herd eingebaut und damit, wie er dem Erfinder schreibt, geraoezu ausgezeichnete Erfahrungen gemacht hat. Nußer wesentlichen Brennstoff=Ersparnissen sei auch die Verteilung der Hitze in allen Teilen der Konstruktion des Herdes eine bessere, gleichmäßigere. Im Zirkus Hatlé fand gestern nachmittag eine Militärvorstellung statt, der am Samstag, den 16. d.., eine zweite folgen wird. Am Freitag, zwischen 10 und 1 Uhr wird wieder eine öffentliche Probe stattfinden. Sämtliche Zirkusbilletts können gegen das Aufgeld von 10 Pfg. pro Karte durch die Boten der Blitz Gesellschaft jedermann in die Wohnung zugestellt werden. * Köln als Kongreßstadt. Der Kölner Verkehrsverein hat seinen letzten Jahresbericht an sämtliche Fach=, Standes= und Gemeinützigen Vereine Kölns mit einem Anschreiben versandt, in dem es u. a. heißt: Köln erfreut sich als Kongretzstadt eines guten Rufes, den wir durch Ihre gesch. Unterstützung noch zu stärken beabsichtigen. Wir erlauben uns dayer, an Sie die ergebene Vitte zu richten, bei Veranstaltungen oder Generalversammlungen Ihres Verbandes bzw. Vereins, auf die Vorzüge Kölns als Kongreßstadt hinzuweisen und möglichst dafür bemüht zu sein, daß bei der Auswahl von Kongreßstädten, Köln mit an erster Stelle genannt bzw. bestimmt wird. (0A) Der Verwaltungsausschuß des Verbandes Rheinland der Deutschen Reichsfechtschule, Wohltätigkeitsverein zum Zwecke der Waisenpflege hielt gestern, in Köln, wie uns berichtet wird, eine Sitzung. Nach dem Rechnungsabschluß sind im letzten Jahre 16 125,50 Mark gesammelt worden. 50 Kinder, Knaben und Mälchen haben in dem von Köln erbauten Waisenhause am Rhein, zu Niederbreisig, im letzten Jahre Ersatz für das verlorene Elternhaus gefunden. Nach dem Bericht des Hausvaters erfreuen die Kleinen sich alle einer recht guten Gesundheit und haben auch zu Ostern befriedigende Zeugnisse gebracht. Am weißen Sonntag, gingen drei Kinder mit zur ersten heiligen Kommunion. Es war dies ein Festtag für das ganze Haus. Wenn die arinen Waisen an diesem ihrem Festtage vielleicht den Verlust der lieben Eltern schmerzlich empfunden haben mögen, so wurde ihnen auch über diesen Schmerz in etwa hinweg geholfen, da an diesem Tage andere Anverwandte derselben als Gäste des Hauses eingeladen und erschienen waren. Der Verband hatte beschlossen sich an einem Preisausschreiben der Firma Mathens Müller zu Eltville zu beteiligen, die für Sammlung von Wein= und Settstopfen ihrer sellerei hoye Preise ausgesetzt hat. Es ergeht nun an alle Freum#e armer Waisen, besonders aber auch an Wirte, Kellner usw. die Bitte, diese urbeit zu unterstützen, besonders weil der etwaige Preis dem Baufonos eines demnachst zu errichtenden VI. Reichswaisenhauses zufließen soll. Sendungen werden erbeten an die Geschaftsstelle in Köln, Friesenwall 26. Militärtransporte. Zwei Sonderzuge mit dem 8. Fußartillerie=Regiment aus Metz und Diedenhofen sind heute vormittag auf dem hiesigen Hauptbahnhof angekommen und nach kurzem Aufsnthaltnach Wayn weiter befördert worden. X Fahrraddieb. Am Postamt Friesenplatz wurde heute nachmlttag einem Herrn das Rad gestohlen. Er bemerkte es sofort und nahm mit lautem Rufen, unterstützt durch die zahlreichen Passanten, die Verfolgung auf. Man stieß den Dieb vom Rad, welcher in schnellem Lauf versuchte, durch die Limburgerstraße zu entwischen. Doch wurde er bald gefaßt, tüchtig verprügelt, und dann der Polizei übergeben. Aus Köln-Ehrenfeld. ∆ Scherben. Gestern abend stieß auf der Venlverstraße ein Miichfuyrwerk mit einem Straßenbahnwagen zusammen; an dem letzteren ging die Schutzscheibe und eine Laterne in Trümmer. Verletzt wurde niemand. Aus Köln-Lindenthal. v In der Kapelle der krankenanstalt Eindenburg sind zur inneren Ausschmuckung die 14 Kreuzwegstationen angebracht worden. Sie sind von der Firma Schülter, Venloerstraße, hergestellt und gereichen der Kapelle zu schönster Zierde. w In die Krankenanstalt Tindenburg ist gestern ein Mann eingeliefert worden, der in Köln=Riehl aus dem Rhein gezogen worden war und bei dem die Wiederbelebungsversuche Ersolg geabt hatten. Das Befinden des Mannes, eines Schuhmachers aus Köln=Lindenthal, ist verhältnismäßig gut. Aus Köln-Sülz. S Der Quartettverein Köln-Sülz unter Leitung des Hrn. Musikdirektors Schlatmann veranstaltet am Sonntag, den 17. April, abends 8 Uhr, im städtischen Volksgarten=Restaurant einen Liederabend, bei dem der Verein eine Reihe von Volksliedern und Chöre zum Vortrag bringen wird, unterstützt durch volkstumliche Musikspenden der Kapelle des Westfälischen Fußartillerie=Regiments Nr. 7 unter persönlicher Leitung des Königl. Musitdirigenten Trenks. Freitarten sind bei den Vereinsmitgliedern und im VolksgartenRestaurant zu haben. Köln-Bapenthal. ½r Der Bürgerverein Köln-Bapenthal, gegr. 1907(Vorsitzender Hr. Dr. med. Hopstein), welcher sich die Förderung der wirtschaftlichen Interessen und die Pflege des Gemeingeistes der Mitglieder zur Aufgabe machte, hat in diesen Tagen einen Mitglieder=Almanach veröffentlicht, ein Buch, reich illustriert, in vornehmer Ausführung, welches jeder neu Hinzuziehende als willkommener Wegweiser begrüßen wird. Auch ein geschichtlicher Artikel ist dem Buch beigegeben. Eine Orientierungstafel über Behörden, Polizei, Kirchen, Schul= und Armenwesen usw., ferner Empfehlungen eines großen Teiles der am Orte bestehenden Firmen und Geschäftsleute sowie eine Telephontabelle über die wichtigsten Telephonanschlüsse am Platze bilden den Schluß. Am Platze wird das Buch kostenlos an Mitglieder sowie an Interessenten und Neuzuziehende versandt, auch ist dasselbe käuflich durch den Vorstand zu beziehen. Aus Köln-Deutz. 0 Jubiläum. Gestern, am 13. d. Mts., konnte Hr. Wilhelm Schorn auf eine 25jährige Dienstzeit als Güterbodenarbeiter bei der hiesigen Güterabfertigung(Bergisch=Märkischer Bahnhof) zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstalteten Vorgesetzte und Mitarbeiter eine schöne Feier. Am frühen Morgen versammelten sie sich, über 300 an der Zahl, um den Jubilar, und in ihrem Auftrage sprach Hr. Heinrich Weinen, in herzlicher Rede unter Ueberreichung von Geschenken Glückwünsche aus. Der Vorsteher der Güterabfertigung eröffnete dem Jubilar, daß ihm das übliche Geldgeschenk üverwiesen sei und das vom Kaiser gestiftete Erinnerungszeichen ihm in Kürze überreicht werde. Aus Köln-Kalk. Auszeichnung. Dem Rektor Karl Stein wurde der Königliche Kronenorden vierter Klasse verliehen. Té Stommeln, 14.April1910. Dem Feldhüter Peter Nicolin wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Aus dem sozialen Leben. 0 Die Ortskrankenkasse für Handwerker Nr. 1 hielt am Mittwochabend in der Restauration Öster, Barbarossaplatz, eine Vorstandssitzung ab, in der der Vorsitzende, Metzgermeister Franz Wahl, die Mitteilung machte, daß sich die Finanzlage der Kasse derart gebessert habe, daß die Aussichtsbehörde von ihrer Aufforderung, die Beiträge zu erhöhen, vorläufig Abstand genommen habe. Auch der Antrag, statt 365 Tagen nur 300 Arbeitstage im Jahre zu berechnen, wurde zurückgezogen. Kirchliches. () Köln, 14.April1910. Hr. Kardinal Fischer hat heute mittag in Begleitung seines Geheimsekretärs eine Romreise angetreten, die etwa vierzehn Tage dauert. Der Hr. Kardinal wird in Rom mit den aus dem Hl. Lande heimkehrenden deutschen Pilgern, die am 21. April dort ankommen. zusammentreffen, und sie voraussichtlich in besonderer Audienz dem Hl. Vater vorstellen. Die Abreise der Jerusalempilger aus Rom erfolgt am 25. April mit eintägigem Zwischenaufenthalt in Nervi. Aus Kölns Nachbarschaft. Weiden b. Köln, 12.April1910. Frau Konzertsängerin Stephanie Tiltmann(Sopran) veranstaltete mit Unterstützung von Frl. Flügge(Harfe) und Frl. Myrrhé(Geige) im Saale des Hrn. Bühlow in Weiden am verflossenen Sonntag ein Konzert. mit dessen künstlerischem Erfolg sie voll zufrieden sein darf. Es waren Sachen von eigenem Klangreiz, für Gesang mit Harfe und Geige, oder Trios für Geige, Harfe, Klavier, in denen Frau Tiltmann den Klavierpart übernommen hatte. Das geschickt aufgebaute Programm bereitete den Zuhörern durch seinen intimen künstlerischen Cyarakter einen seltenen Genuß. # Honnef, 13.April1910. Am Dienstagabend fand in Rhöndorf die Generalversammlung des Winothorstbundes Siebengebirge unter dem Vorsitze des Generalsekretärs Dr. Scharmitzel statt. Die Versammlung beschloß, die einzelnen Ortsgruppen Honnef, Königswinter, Oberkassel, da sich ihre Mitgliederzahl sehr gesteigert hat, in selbständige Bunde umzuwandeln, hielt es aber für zweckmäßig, auch in Zukunft, wenigstens dreimal im Jahre eine gemeinsame Versammlung der drei Bunde zu veranstalten. Aus dem Vergischen Land. 42° Immekeppel, 13.upril1910. Gestern abend hantierte der 22jährige Sohn einer Familie, ein Backer aus dem benachbarten Schmitzbüchel, mit einem geladenen Flovertgewehr. Die Waffe entlud sich plötzlich; die Ladung drang dem jungen Manne oberhalb des Knies ins Bein und traf die Schlagader. Man eilte rasch zu Hülfe, auch der Arzt war bald zur Stelle. Der Blutverlust war aber so stark gewesen, daß der Verletzte noch in der Nacht starb. Der Verungluckte war der einzige Soyn. Aus aller Welt. ** Eine kostbare Fensterscheibe. König Haakon hat dem Königlichen Museum in Kopenhagen eine Fensterscheibe geschenkt, die die Unterschriften der meisten europäischen Herrscher trägt. Sie stammt aus einem der Fenster des Salonwagens im königlichen Zuge, der dem König Christian von Dänemark gehörte. Der Zar Alexander III. hatte eines Tages während der Reise mit dem Diamanten seines Ringes seinen Namen in die Fensterscheibe geritzt, und sein Beispiel war dann später von Nikolaus II. befolgt worden, der einfach„Nicky" hinschrieb; weiterhin hatten die Kaiserin von Rußland, der König Cyristian, König Eduard, Königin Alexandra, König Haakon, König Georg von Griechenland, Königin Viktoria von Spanien und eine Reihe anderer gekrönter europäischer Häupter ihren Namen hinzugefügt. Als nun kürzlich bei einer Reparatur des Wagens mehrere Fensterscheiben zerbrochen wurden, beschloß König Haakon, damit die wertvolle Scheibe mit den königlichen Unterschriften nicht das gleiche Schicksal erleide, das einzigartige Dokument dem Schutze eines Museums anzuvertrauen. Handelsteil— des Kölner Local-Anzeigers. * Köln, 14.Aprilis10. Schlachtviehmarkt. Bericht der Notierungskommission. Die nicht eingeklammerten Ziffern verstehen sich für die 50 Kilo Lebend gewicht— bei Schweinen„abzüglich 21% Tara—, die eingeklammerten Ziffern aber für die 50 Kilo Schlachtgewicht.[Die Preise für Lebendgewicht beruhen auf Wiegungen in Köln.] Auftrieb: 1500 Schweine. a. vollfleischige bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht M. 51-54 (64—68), b. vollfleischige über 2 Ztr. Lebendgewicht 50-54(63-68), c. vollfleischige über 2½ Ztr. Lebendgewicht 51-53(65-67), d. Fettschweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 00-00 100-00), e. gering entwickelte 44-49 (56—62), f. Sauen und geschnittene Eber 43-51(54-64). Sehr schleppend, voraussichtlich Ueberstand. Am 14.April1 910 wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt: 156 Viertel Grossvieh, 379 Kälber, 00 Schafe, 00 Schweine. Fleischpreise im Grosshandel, das Kilo: A. Hiesige Schlachtungen: Rindtleisch: Ochsen 1. Beschaffenheit M. 1,40-1,44, 2. M. 1,34-.38, 3. M..14-1,18. Kühe: I. Beschaffenheit M..28-1,32, 2. M..22-1,28. 3. M..16-1,20. Schweinefleisch: 1. Beschaffenheit M. 1,40-.46, 2. M..32-1,36, Speck 0,00-0,00. B. Ringebrachtes Fleisch: Rindfleisch: I. Beschaffenheit M..26-1,32, 2. M..16-1,26, 3. M. 1,08-1,16. Kalbfleisch: 1. Beschaffenheit M. 1,36-1,40, 2. M..20—1,30, 3. M. 0,90-.10. Doppellender M..50—1,56. Schweinefleisch: I. Beschaffenheit M. 0,00-0,00. 2. M. 0,00—0,00, 3. M. 0,00-0,00. Handel in hiesigen Schlachtungen langsam, in eingebrachtem Fleisch ruhig. + Köln, 14.April1910. Rüböl in Partien von 5000 Kil. vorr. 63,00 B. Mai 62,50 B, 62,00 G. Köln, 14. April 1910. Fruchtmarkt. Heu, Luzerner, M. 11.00 bis 11,50, Wiesenheu, M. 9,30-9,80, Richtstroh(Flegeldrusch).00 bis.30, Krumm- und Pressstrob.60 bis 5,00 die 100 Kilo. QNeuss, 13.April1910. Preisiestsetzung der Neusser Oelmüller. Rüböl, 100 Kil.(ohne Fass), beim Kauf von 400 Ztr. M. 60.50, beim Kauf v 100 Ztr. aber M. 61,00, mit Fass M..50 die 100 Kil. mehr. Gereinigtes Oel M. 3,00 teurer. Rübkuchen, bei Abnahme von 10000 Kil. M. 101.00 die 1000 Kil. ze deues, 13.April 1910. An der heutigen Frachtbörse wurden folgende Preise festgesetzt: Weisen, Bandware, I. Beschaffenheit M. 22.60. 2. 21.60, ausländiseher 1. Beschaffenheit A. 24,75, 2. 23.75, Roggen, Landware, 1. Besehaffenheit M. 16.50, 2. 15.50, ausländischer 1. Beschaffenheit M. 19,75, 2. 19,00, Hafer, Landware, I. Beschaffenheit M. 15,70, aus: ländischer I. Beschaffenheit M. 18.50, 2. 17.50, Futtergerste M. 13,25, Mais. rander M. 16.00, Cinquantino M. 17,50, Weisenmehl, 000 M. 30,00, Roggenmehl M. 23,75, Weisenkleie 1. Sorte M. 11.00. 2. 10,25, Weizen-Grand 1. Sorte M. 11,00, 2. 10.25, Bollmehl M. 12.75 die 100 Kilo. Leinmehl M. 170.00. Baumvollsaatmehl M. 167,00, Palmkuchen M. 132,00. Rübkueben, grosse M. 98,00, kleine M. 102,00 die 1000 Kilo, Büböl(ohne Fass) M. 60.00. Rohes beinöl M. 74.50 die 100 Kil.(frachtfrei Neuss). Mangels äusserer Anregung verkehrte der heutige Produktenmarkt bei gutem Besuche in guter Haltung. Die Preise blieben unverändert. Neuss, 14.April1910. Fruchtmarkt. Weizen, Hafer, Roggen 1. Sorte 1.: 2. die 100 Kilo M. 22.50 21.50 15,70 14.70 16.50 15.50 Kartoffeln. M..50—.80 Hen M..50—.00 Luzernehen M..50—6,00 die 56 K10 Krummstroh„ 20,00 Breitdruschstroh 22,00 die 500 Kilo Kleie M..20 die 50 Kilo Eien".— die 100 Stück Niederschlag seit gestern morgen bis heute morgen 8 Uhr 2,0 mm. Höchste Temperatur gestern+ 18,1., niedrigste heute+ 1I,4 C. Mutmaßliche Witterung für den 15. ds. Mts.: Fortgesetzt frühlingsmäßig und veränderlich wie bisher. Kölner Local-Anzeiger nr. 99&a Donnerstad. 13. April 1910. Seite 11. Fortsetzung v. Seite 9. Unterricht Institut Lenoir Breitestr. 80. Französisch u. Englisch: Konversation. Grammatik. Handelskorrespondenz Hachhülfe für alle Klassen aller Schulen. B. Wilden behördlich konsessioniert 0 Breite Str. 47-49, 2. El. errevisor s. Z. Lohrer für Buchführ. an d. Handeisschale d. Stadt Köln. Telephon 3534. Gründl. Ausbildung in sämtl. Handels wissenschaften. Nloch-3 Schüler können z. Vorber. für höh. Lehranstalten u. Ex. angenommen werden. Dr. mäßig, auch Pens. Julitut Lecher, Dagobertstraße 11. Fernruf 9721. Cehrer am Gymnasium, welcher mehrere Jahre eine PrivatVorschule leitete, bereitet durch Privat=Unterricht Knaben f. die Herta Stets höh. Lehranstalt vor. gute Erfolge. Ang. u. 1059 a. d. Gesch. d. Bl. Sextaner, Quintaner, Quartaner erhalten gründl. Unterricht und Nachhülfe durch tücht. erfahr. Peivatlehrer. Beste Empfehl. Zu sprechen von 11—1 und von —4 Uhr. Kasparstr. 21, I. 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Im Jahre 1909 wurden allein 10 000 Kilogramm phosphorsaurer Kalk dafür verbraucht. 0“ Zwangs-Versteigernne Am Samstag, 16. Apeil 1910. nachmittegs 4 Uhr, sollen im Pfandlokale Stammheimerstraße 105 in Cöln=Riehl gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistdietend versteigert werden: 2 Mille Zigarren, 1 Partie Bürstenwaren, 2 Pianinos, 1 Eisschrank mit Bierleitung, 1 Eisschrank, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 großer Warentisch, 1 Gläserregal, 1 Salonbüfett und 1 große Partie Hausmobilien; um 4½ Uhr daselbst: 1 Pianino. Lichtenberg, Gerichtsvollzieher in Cöln,*d Schillingstraße 39A. Zwangs-Versteigerung Am Saustag, 16. April 1910, vormittags 10 ubr. sollen im Pfandlokale Neußerstraße 315 in Cöln-Nippes gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistdielend versteigert werden: a. 1 Apparat zum Abreißen von Einwickelpapier, 6 Gläser mit Bonbons, b. 1 Majolika=Gasofen, 1 Sofa. Lichtenberg, Gerichtsvollzieher in Cöln, Schillingstraße 39A. c. Zwangs-Versteigerung Am Samslag, 16. April 1910. vormitag 11 Uhr, oll im Pfandlokale Glockengasse 8 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbletend verkeigert werden: ! Dianino in schwarzem Kasten. Krufe, Gerichtsvollzieher in Cöln, Gladbacherstraße 13. et Zwangs-Versteigerung Am Freitag, den 15. April 1910, voralttlags 11 ude. sollen im Pfandlokale Lupusstraße 13 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend veesteigert werden: a) 2 N552 Nähmaschiuen, 4 6 Stück Makko Unterhosen und 5 Pack a Herren Pack Herren=Makko d) 6 Stück hemden 1 Pfeilerspiegel. 1 Ausziehtisch, 2 Le 1 Wandspiegel, 1 Regulatbruhr. 1 Anrichteschrank, 1 Ladeneinrichtung, 1 Regulator uhr Li Gerichtsvollzi Schillingstraße 394. Versteigerung. Am Samstag, 16. April 19•0. vormi#tags 11 Uhr, soll in der Lülsdorfschen Wirtschaft. Ecke Maybachstraße und Ritterstraße in Cöln, gegen gleich dare Zahlung östen lich meistbieteub per Zeigert warden: 1 W a g o n c a. 1 0 0 Z e n t n e r Kartoffeln, ür Rechnung dessen, den es angeht. Lichtenberg. Gerichtsvollzieher in Cöln.“ In der Nacht vom 12. auf den 13. April ist zwischen CölnLongerich und Pesch Bron edraht aus den Fernsprechleitungen gestohlen worden. Auf die Ermittelung der Täter wird eine Belohnung von 100.A ausgesetzt. p* Cöln, den 13 April 1910. Kaiserliche Oberpostdirektion. Der Abbruch von Gebäuden * und der Aufbruch von alten Pflasterungen auf dem alten Bahnhofe Mülheim am Rhein soll öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen können, soweit der Vorrat reicht, gegen portound bestellgeldfreie Einsendung von.A, nicht in Briefmarken, von der Bauabteilung l in CölnDeutz, Urbanstraße Nr. 7, bezogen oder daselbst eingesehen werden. Angebote sind versiegelt und mit der Ausschrift„Abbrucharbeiten Mülheim(Rhein)" bis zum 23. April, vormittags 11 Uhr, bei vorgenannter Bauabteilung einzureichen, woselbst deren Eröffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber erfolgen wird. p Zuschlagfrist 14 Tage. Königl. Eisenbahndirektion Cöln. Zwangs-Versteigerung Am Freitag, den 15. April 1910, vormittags 11 Uhr. sollen im Pfandlokale Thieboldsgasse 146 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: g“ a. 1 Fahrrad„Cito“, b. 1 Kleiderschrank, 1 Waschkommode mit Marmorplatte und Spiegel, o. 1 Diwan, eichen, 1 Vertiko, 1 Bächerschwank; ferner daselbst nachmittags 5 Uhr: Tisch, 3 Stühle, 1 elektrische Stehlampe. Dieser Verkauf ist bestimmt. Walbroel, Gerichtsvollzieher in Cöln Zwangs-Versteigerung Am Freitag, den 15. Arril 1910. nachmittags 4 Uhr. soll Rolandstraße 105 gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie Mobilien aller Art (Pianinos, Kronleuchter, Teppiche, Büfetts, Kleiderschränke usw.) Roban, Gerichtsvollzieher in Cöln.“? Zwangs-Versteigerung Am Freitag, den 15. April 1910, nachneittags 5 Udr. ollen im Pfandlokale Venloer, straße 265 in Cöln=Ehrenfeld gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistbietend versteiger werden: a) diverse gebrauchte Mobilien, b) 2 Drehdänke, Zangenbank. Teroooren, Gerichtsvollzieher in Coln. Verdingung. Für den Neubau der Volksschule an der Loreleystraße zu Cöln sind: die Fensterrahmen in 4 Losen zu vergeben. Nähere Auskunft wird während der Geschäftsstunden von —12 Uhr morgens auf dem Baubureau Wormserplatz 21, woselbst die Zeichnungen und Bedingungen aufliegen, erteilt. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen dis Donnerstag, 28. April d.., vormittags 11 Uhr. an das Hochbauamt, Krebsg. 9, Zimmer 23, einzureichen. Cöln, den 1I. April 1910. Hochbauamt. 3* Verdect. Zwangs-Versteigerung Freitag, den 15. Apeil 1910. vormittags 10 Uhr, sollen im Hause St. Agatha 26 in Cöln gegen einen anderwärts wohnenden Schuldnen gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 große Partie Wirtschaftsmobil., 2 Pianinos, 2 große Eisschränke usw. Der Verkauf findet voraussichtlich statt. Krage. Gerichtsvollzieher in Cöln.“2 Zwangs-Versteigerung Am Freitag, den 15. April ichtenberg sollzieher in Cöln Zwangs-Versteigerung Am Samstag, den 16. 1910, vormittags 10 Uhr, sollen im Hause Severinstraße 220 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistdietend versteigert werden: Eine vollständige Ladeneinrichtung und 5 Mille Zigarren. p“ Wiegand, Gerichtsvollzieher jia Cbin. Am Freitag. 1010. vormittags 101, Ner, soll im Pfandlokale Bremer zu Efferen gegen gleich dare Zahlung ösfentlich meistdietend versteigert werden: Nähmaschine. Nickel, Gerichtsvollzieher in Cöln=Lindenthal, Schallstraße 4. 6h Zwangs-Versteigerung Am Freitag, 15. 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M. wird reden über 25 Das Arbeiten in den Vinzenzvereinen im Geiste des h. Binzenz von Paul. Der II. Vorsitzende: Dr. Hopmann. Männerchor Telegraph, Köln. Motto: Dem Vaterland, dem deutschen Sang, Sei jeder tren sein Leben lang. Chorleiter: Heinrich Wingerath. Samstag, den 16. April, abends 8½ Uhr: Grosses Frühlingsfest(geschlosser im Viktoriasaale, Waidmarkt, bestehend in Konzert und Festball. Solisten: Herren Ad. Corsepius, Herm. Mertens, Musikdirektor Wingerath; Damen: Käthe Esser, Minnie Bleißem, Dora Okle, Sophia Wattler, Frau Musikdirektor Wingerath. Ballmusik: Hannemannsches Trompeterkorps. Bechstein=Flügel und Harmonium aus der Niederlage von A. Sauerwald, Kgl. Hoflieferant. Einführungskarten sind nur durch die Mitglieder und Musikdirektor Wingerath, Friesenstraße 97, erhältlich. 6 Einladung zu einem Lichtbilder=Vortrage über: „Die Entwickzelung der Kurschrift. während 2300 Jahren“. Eine Wanderung durch ihre Geschichte, an Lichtbildern erläutert, der Wiedergabe eines Vortrags, den Herr Gymnasialdirektor Dr. Dewischeit auf dem Stuttgarter Stenographentage der Schule Stolze=Schrey gehalten hat, am Freitag, den 15. April, abends 8½ Uhr, in der Aula des Städtischen Gymnastums und Realgymnasiums an der Kreuzgasse. Damen und Herren als Gäste willkommen. Zutritt frei. Allgemeine Stenographengesellschaft Stolze-Schrey. (Kaiser Wilhelm=Hotel.) 5 Opernhaus. Freitag, den 15. April 1910. 207. Ab.=Vorst. Serie C2. (175. Ab.=Vorst. im Opernhaus.) Tiefland. Musikdrama in 1 Vorspiel und 2 Aufzügen von Eugen'Albert. Musikalische Leitung: Walter Gaertner. Inszeniert von Alerander'Arnals. Mitwirkende: Die Damen: Felser, Gaebler, Böhmer, Rohr, Odenthal; die Herren: Liszewsky, Hemsing, Neldel, Strätz a.., Vanoni. Anfang 7 Uhr, Ende ca. 9½ Uhr. Große Preise. Samstag, den 16. April 1910. Vorstellung außer Abonnement. Sonder=Vorstellung für die Kölner BeamtenVereinigung. Anfang 7 Uhr. Undine. Romantische Oper in 4 Akten von Albert Lortzing. Zu dieser Vorstellung findet kein Billettverhauf statt. Unwiderrufl, letzte Vorstellung: 21. April. Bis dahin täglich abends 81 Uhr: Grosse Gala-Vorstellung. Mittwoch, Samstag und Sonntag je 2 grosse Vorstellungen 2 nachm. 4 u. abends 8¼ Uhr. mit stets wechselnden Attraktionen. VOIVEEKauI Vorstell. bei Hacifa, Ecke Hohestr. u. Wallrafplatz.— Für alle Vorstellungen an der Cireus-Kasse von 10 Uhr vormittags ab. Blitz“(Eilbotengesell„DIIIL schaft) Tel.-Nr. 3523, 10 035, 10 036 liefert geger Zahlung von 10 Pfg. Zuschlag pro Billett alle Karten ins Haus. Briefmarken-Sammler-Verein „MOSEL“, E.., Köln a. Rh. Sitzung jeden 1. und 3. Samstag im Monat:: im Vereinslokal: Brauerei Jos. Vogel, Eigelsteln 74, Ueber 300 Mitglieder. Eig. Vereinszeitung. Lebh. Kaufverkehr. Am Sonntag, den 17. April 1910, nachmittags 3½ Uhr, findet im Hotel Berliner Hof, Marzellenstrasse 19, ein rheinisch-westfälischer Briefmarken- Sammler statt. Tagesordnung: Philatelistische Vorträge, Ausstellung von .: hervorragenden Sammlungen und Seltenheiten. — Briefmarkenbörse.— Sammler-Tag Graziella-Korsett 0 Eintritt für jeden Briefmarkensammler frei. Der Vorstand. Schreibwaren-Handlung Adolph Rick Nachf. H. J. Eder, Köln, Brückenstrasse 2. Anfertigung aller Geschäftsbücher, sow. aller Drueksach.in Buchdruck u. Litbographie in kürz. Zeit Grosses Lager fertiger Geschäftsbücher. Papler. Briefumsehläge, Briofordner usw. ist unentbohrl. s. korpulente Damen. Vorn mit breit., verstelld., Gummigurt verseh., verleiht es solbst der stärkst. Dame eine wirhl. chlanke Figer. Graztella-Korsett ist in allen Weiten vorrätig bei Math. KRosa Vernardi, ScheEhreu- u. Albertushe. Schul taschen u. Mappen, Bücherträger, Musik-, Akten-, Post= u. Mustermappen in gr. Auswahl. Neuanfertig. u. Reparat. prompt. Alle Lederwaren und Reiseartikel wie bekannt solide u. billigst. Müller, U. Taschenmacher 28, zw. Domhof u. 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