Bezugs-Preis in Köln, mit Sonntagsbeilage Lelonia, wöchentl. 10 Pfg, monatl. 40 Plg., auswärts 50 Pfg. Anzeigen-Preis: 15 Pfg. die einspaltige Zeile(dritte und letzte Seite 18 Pig.). Kölner Stellen- und Arbeits=Gesuche sowie Miet-Anzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pig. die Zeile. Auswärtige Anzeig. 20 Pfg.(dritte u. letzte Seite 25 Pfg.). Reklamen 50 Pfg., zweite Seite 00 Pig. für hiesige, 75 Pig für auswärtige.— Offerten-Annahme 25 Pig. Se Postpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), N..—(2 Mon.), M..50(1 Mon.), ausschl. Bestellgeld. Kölner Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme: Marzellenstrasse 37. Lecal-Anzeiger General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. Nr. 6. 24. Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln, Freitag, 7. Januar 19/0. Beoarr.: 5231,5232,5233,5234. Heute 12 Seiten. Das Neueste vom Der Polarforscher Leutnant Shakleton ist, aus Rom kommend, in Berlin eingetroffen. Der deutsche Dampfer Fürst Bismarck ist in der Nähe von Havre gestrandet; es besteht Aussicht auf baldige Abbringung des Schiffes. Die Alleegasse in Wien, durch welche das deutsche Kaiserpaar am 14. Mai 1909 seinen feierlichen Einzug vom Südbahnhof in die Hofburg hielt, erhielt auf einstimmigen Beschluß der Bezirksvertretung des Wiedener Stadtbezirks den Namen Kaiser Wilhelmstraße. Die englische Regierung hat 20 000 Pfd. Sterling für eine Südpolarexpedition zur Verfügung gestellt. Auf dem Bahnhof in Foggia(Italien) stieß ein Schnellzug mit einem Güterzug zusammen. Drei Personen wurden getötet, 15 verletzt. Die Meeresküste von Spanien ist auf der Strecke von Ferrol bis Vigo am Ufer zugefroren und mit einer drei Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt. In den russischen Ostseeprovinzen herrschen seit einigen Tagen heftige Stürme und starke Regengüsse. In Riga ist der Straßenbahn= und Dampferverkehr eingestellt. Mehrere Dächer sind abgerissen worden, wodurch zwei Personen getötet wurden. Das Königliche Schloß in Athen ist gestern in Brand geraten: das Feuer war durch Kurzschluß entstanden. Der Mittelbau des Palastes wurde eingeäschert, die beiden Seitenflügel konnten gerettet werden. ∆ Katholiken im preußischen Königshause. Anläßlich der Verlobung des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen(aus dem Hause des Prinzen Albrecht) mit der Prinzessin Agatha von Ratibor bringt der Reichsbote sein Befremden darüber zum Ausdruck, daß die Wahl auf eine katholische Prinzessin gefallen sei. Er erinnert daran, daß die erste Liebe des Prinzen der Tochter des protestantischen Generaladjutanten Grafen Lehndorf gegolten, der Kaiser aber seine Genehmigung zur Verlobung wegen der mangelnden Ebenbürtigkeit der Braut versagt habe. In den Hausgesetzen, die das vorschreiben, lägen, so führt er aus, überschraubte Souveränitätsbegriffe, wodurch die natürlichen Forderungen des Menscheutums und des Herzens zurückgesetzt würden. Der Reichsbote bezweifelt sodann die Ebenbürtigkeit der Prinzessin von Ratibor, da die Mutter nicht hochadelig, sondern eine Gräfin Marie BreunnerEnkevoirth sei. Das Berliner Tageblatt behauptet dagegen, die Braut sei ihrem Verlobten durchaus standesgleich. Die Verzögerung in der Bekanntgabe der Verlobung sei lediglich durch die Glaubensverschiedenheit veranlaßt worden. Auf die Prinzessin Agathe werde in konfessioneller Beziehung kein Zwang ausgeübt; gerade dieser Zweig der katholischen Hohenlohe gelte als strenggläubig. Der Kardinal Gustav Adolf sei ein Onkel des Vaters der Braut und ein Vetter Möuch im Benediktiner= kloster Seckau in Steiermark. Die Berufung auf den Kardinal Hohenlohe ist von sehr geringer Durchschlagskraft; dafür hat er bei und nach dem vatikanischen Konzil und zu Beginn des Kulturkampfes eine zu wenig einwandfreie Rolle gespielt. Der Großvater der Braut, Herzog Viktor von Ratibor, stand an der Spitze der sog. Staatskatholikenadresse, vielleicht weniger aus innerer Neigung, als unter dem Druck des höfischen Einflusses, dem er damals weniger Widerstand entgegensetzte, als die einzelnen Glieder des fürstlich Radziwillschen Hauses, die freimütig ihre katholische Ueberzeugung vertraten. Wie Aug. Reichensperger unterm 18. Mai 1874 nach einem Besuche bei der Gräfin Nesselrode(Pastor August Reichensperger II S. 127) erzählt, soll Kaiser Wilhelm zuerst den Fürsten Karl Anton von Hohenzollern ersucht haben, sich an erster Stelle zu unterzeichnen, er habe aber abgelehnt. Herzog Viktor v. Ratibor zog sich 1875 beim Ordensgesetz zurück. Diesen Eingriff in das innere Leben der katholischen Kirche glaubte er nicht mehr mitmachen zu können. So wurde es wenigstens derzeit in der Presse mitgeteilt. Bei dieser neuesten Verlobung im Königshause # wird man übrigens an den Herzensroman erinnert, der zwischen ## dem alten Kaiser Wilhelm, als er noch Prinz war, und der Prinzessin Elisa Radziwill bestand. Diese Verbindung scheiterte # an der Ebenbürtigkeitsfrage. Zwar war die Mutter der Prinzessin v. Radziwill eine Prinzessin von Preußen, aber schon # deren Vermählung mit dem kunstsinnigen und sehr reichen Fürsten Auton Radziwill hatte als eine unebenbürtige Heirat gegolten, so baß Friedrich Wilhelm III. die Staatsrechtslehrer zu einem Gutachten aufforderte, ob die Kinder aus einer Ehe seines zweitgeborenen * Sohnes Wilhelm mit Elisa Radziwill nachfolgefähig sein würden. Es ließ sich eine Uebereinstimmung unter ihnen nicht erzielen und der König mußte, da das großherzoglich weimarische Fürstenhaus seine Ausprüche für die Nachkommenschaft des mit einer weimarischen Prinzessin vermählten dritten Sohnes des Königs, des Prinzen Karl geltend machte, seine schon gegebene Einwilligung zu der Verbindung wieder zurückziehen. Es ist zum zweiten Male, daß ein preußischer Prinz eine katholische Lebensgefährtin wählt. Zum ersten Mal geschah dies, als der nachmalige König Friedrich Wilhelm IV. sich als Kronprinz mit der Prinzessin Elisabeth von Bayern vermählte. Sie trat später zum Protestantismus über, ob aus innerer Neigung oder in Rücksicht auf die stark quicklichen Verhältnisse für eine katholische Prinzessin am Friedrich Wilhelms III. mag hier unentschieden bleiben. die der katholischen Kirche günstigen Entschließungen königlichen Gemahls hat sie kaum bestimmenden Einfluß geübt, eher ist das Gegenteil anzunehmen. unerHofe Auf ihres aus* Ueber die Wirkung der Reichsfinanzreform bemerkt die Nordd. Allg. Ztg. mit Rücksicht auf die veröffentlichte Uebersicht der Reichseinnahmen vom 1. April bis 1. November 1909, die mit einem Mehr von rund 165 Millionen Mark gegen den entsprechenden Zeitraum des Jahres 1908 abschließt: es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß das in den Nachtragsetats von 1909 eingesetzte Mehr von 85 Millionen Mark tatsächlich erreicht werden wird; weiter gehende Hoffnungen aber ließen sich an die vorliegende Uebersicht für jetzt nicht knüpfen; von dem Mehrertrag gegen das Vorjahr werde voraussichtlich eine nicht unbeträchtliche Summe an den Fonds für Witwen= und Waisenversorgung abgeführt werden müssen. Das offiziöse Blatt bemerkt weiter: Gibt die Uebersicht noch keine bestimmten Anhaltspunkte über das Ergebnis der neuen Zölle und Steuern, so ist das im gegenwärtigen Uebergangszustande nur natürlich. Immerhin zeigt ein großer Teil derjenigen Abgaben, die bereits bestanden und durch die neue Gesetzgebung erhöhr worden sind, schon jetzt eine erhebliche Zunahme, und von den weiteren Steuern, die ganz neu eingeführt worden sind, haben beispielsweise die Leuchtmittelsteuer, die Zündwarensteuer und der Stempel für Grundstücksübertragungen ansehnliche Ergebnisse gezeitigt. Dies tritt noch schärfer hervor, wenn man die Rohsolleinnahmen berücksichtigt, die auch alle zunächst noch gestundeten Steuerbeträge enthält. „Den größten Schmutz mit dem wir", d. h. die sGenossen=,„uns bisher besudelten," nannte in einer Wahlversammlung des Teltow=Beeskower Wahlkreises der radikale„Genosse“ Zubeil den Vorwärtsskandal vom Jahre 1905 mit dem Hinauswurf von sechs Redakteuren und dem Ersatz dieser durch Streickbrecher. Die Rheinische Zeitung sucht jetzt die ganze Angelegenheit möglichst harmlos hinzustellen, indem sie(Nr. 2) darauf verweist, daß die betreffenden Redakteure selbst gekündigt hätten. Wie es mit der Freiwilligkeit dieser Kündigung aussah, dafür können wir eine bezeichnende knappe Darstellung der Vorgeschichte des Vorwärtsskandals aus der dank sozialdemokratischen Terrorismus jetzt selig entschlafenen sozialistischen Wochenschrift Die Neue Gesellschaft des Sozialistenpaares Heinrich und Lily Braun anführen, die in ihrer Urwüchsigkeit mehr wie genug sagt: „Kaum,“ so heißt es in dieser sozialdemokratischen Quelle,„war der Jenaer Parteitag vorüber, kaum schienen die Differenzen beigelegt und die redaktionellen Verhältnisse unseres Zentralorgans konsolidiert, als der Parteivorstand mit der Berliner Preßkommission in Verhandlungen eintrat, deren Resultat die Entlassung und der Ersatz eines oder mehrerer Redakteure und die Neugestaltung der Mitarbeiterschaft sein sollte. In der Art mittelalterlicher Femgerichte ging das alles vor sich— hinter sorgfältig verschlossenen Türen mit strengstem Schweigegebot für die Teilnehmer und unter Ausschluß der Redaktion. Als deren Mehrheit, die trotz aller Geheimniskrämerei von den Vorgängen nicht ununterrichtet blieb, jenen Vorgängen, die den Grundforderungen aller ehrlichen Demokratie Hohn sprechen— wo bleibt hier Gleichheit, wo Brüderlichkeit?! von der Freiheit ganz zu schweigen!— und gegen ihren Ausschluß protestierte, wies der Parteivorstand ihren Protest in schroffster Form zurück, erklärte ihre Voraussetzungen für irrig und sich selbst für berechtigt, auch weiterhin unter Ausschluß der„Angeklagten" über Schuldig oder Nichtschuldig zu entscheiden. Darauf handelte die Mehrheit der Redaktion, wie jeder organisierte Arbeiter handelt, wenn der Unternehmer seine Genossen mit Aussperrung bedroht: sie erklärte sich solidarisch und reichte ihre Entlassung ein. Hätte sie, was ihr gutes Recht gewesen wäre, gewerkschaftliche Grundsätze in vollem Umfang zur Geltung gebracht, so hätte sie, angesichts der Vorgänge, die einem Stumm Ehre gemacht haben würden, ohne Einhaltung der Kündigungsfrist ihre Tätigkeit einstellen können.“ Vielleicht erinnert sich die Rheinische Zeitung auch noch der „gesammelten Aktenstücke“, welche die sechs gemaßregelten Redakteure später veröffentlicht haben und in denen sie die ihnen widerfahrene, allen sozialdemokratischen Grundsätzen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit klatschende Schläge ins Gesicht versetzende„Behandlung“ in folgenden sechs Anklagepunkten zusammenfaßten. 1. Man hat Parteigenossen durch Zusicherungen vertrauensselig gemacht, dann aver wehrlos beseitigt. 2. Man hat ohne jede vorherige Verhandlung langjährige Redakteure des Zentralorgans heimlich abgewürgt, grundlos gemaßregelt. 3. Man hat den sozialdemokratischen Grundsatz der Mitwirkung der Angestellten an der Regelung des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich geleugnet und praktisch verletzt. 4. Man hat gegen Parteigenossen in Vertrauensstellungen das verwerfliche Mittel der kapitalistischen Aussperrung versucht. 5. Man hat Redakteure, die sich keine Verfehlung haben zuschulden kommen lassen, wie die Polizeispitzel plötzlich aus der Redaktion geworfen. 6. Man hat die Parteiehre der also Mißhandelten noch durch dunkle, unfaßbare Andeutungen sowie durch offenbare Verleumdungen zu untergraben gesucht. Für eine derartige skandalöse Behandlung ihrer eigenen Berufsgenossen durch die Instanzen der Partei haben die Redakteure der Rheinischen Zeitung jetzt kein Wort der Kritik, ja, sie stellen sie gar noch als diejenigen hin, von denen die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ausgegangen sei, da sie ja„selbst gekündigt“ hätten. Nach dieser saftigen Probe wahrheitsmäßiger Berichterstattung seitens der Rheinischen Zeitung dürfen wir uns ein weiteres Eingehen auf die Unwahrheiten und Lügendes„Genossen"= blattes sparen! * Die erste Anwendung der Zwangsenteignung steht nach der Täglichen Rundschau demnächst bevor. Die am 19. Januar in Posen zusammentretende Ansiedelungskommission wird nach Mitteilungen dieses Blattes die Zwangsenteignung einer Reihe von polnischen Gütern, insbesondere solcher, deren Eigentümer sich dauernd im Ausland aufhalten, beschließen. ∆ Die katholische Presse der deutschen Schweiz hat auch im abgelaufenen Jahre einen erfreulichen Fortschritt zu verzeichnen. Mehrere Blätter kündigen an, daß sie fortan dreistatt zweimal und vier- statt dreimal erscheinen werden. Auch die Verbreitung ist erfreulich gewachsen, obwohl die Katholiken in dieser Richtung noch manches Versäumnis gut zu machen hätten. Ostschweiz und Neue Zürcher Nachr. haben ihre Auflagen erfreulich verstärkt, und vom Luzerner Vaterland, dem konservativen Zentralorgan für die deutsche Schweiz, vernehmen wir, daß seine Tagesauflage im abgelaufenen Jahre um ein weiteres Tausend gewachsen ist und mit Neujahr das vierzehnte Tausend angetreten hat. Unter den politischen Tagesblättern der deutschen Schweiz hat es damit an Verbreitung den dritten Rang errungen; nur ein liberales Zürcher und ein radikales Baseler Tageblatt stehen ihm hier noch voran. Wir freuen uns dieser allseitigen kräftigen Entwickelung der katholischen Presse von ganzem Herzen. () Am Jahrestage der Erdbebenkatastrohe(28. Dezember) fanden in ganz Italien Trauerkundgebungen statt. In der Nacht vorher war wohl der größte Teil der Bewohner Messinas auf den Straßen anzutreffen, wo die Leute gruppenbildend an den Ecken der Ruinenstadt und vor den Baracken sich die einzelnen Episoden der Schreckensnacht wieder ins Gedächtnis zurückriefen. Zahlreiche Telegramme aus allen Teilen Italiens gingen an die Behörden von Messina ab; zahlreiche Städte, darunter Catania, Siracusa, Trapani, Acireale sandten besondere Kommissionen von Notabeln, die Kränze auf die gemeinschaftlichen Gräber der verschiedenen Kirchhöfe niederlegten. Alle Geschäfte blieben den Tag über geschlossen; auf den Haustüren war die Inschrift Lutto cittadino(Stadttrauer) angeheftet. Hier und dort sah man zwischen den Trümmern frische Blumen hingestrent. Um 10 Uhr zelebrierte der Bischof von Messina, Msgr.'Arrigo, an einem auf dem Hauptfriedhof zwischen Gräbern errichteten Feldaltar ein feierliches Seelenamt. Nach demselben hielt der greise Oberhirt eine Predigt an die nach Tausenden zählende Menge. Gegen Mittag bildete sich auf der Piazza del Municipio, unter Vorantragung umflorter Fahnen, ein Zug von Abgesandten aus den verschiedensten Städten Siziliens und des übrigen Italiens, wobei Musikkorps Trauerweisen spielten. In Reggio(Kalabrien) hat die Bürgerschaft einen Bronzekranz auf das Riesengrab, das Tausende von Leichen birgt, niedergelegt. Auch eine Gedenktafel, die das schreckliche Ereignis den späteren Geschlechtern immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen soll, ist enthüllt worden. In Rom haben die Universitätsstudenten gestern einen Umzug gehalten und für die Hinterbliebenen aus dem Erdbebengebiet eine Sammlung veranstaltet. Der König ließ ihnen 5000 Lire übergeben.— Am 30. d. M. hat die Direktion der italienischen Schiffsliga in feierlicher Weise den in Neapel residierenden Konsuln von Deutschland, Rußland, Frankreich, England, von den Vereinigten Staaten und von Spanien ein prächtig gearbeitetes Bronzeschild überreichen lassen, worauf die edelmütige Hülfeleistung der Offiziere und der Mannschaft der betreffenden Schiffe gelegentlich der Erdbebenkatastrophe im vergangenen Jahre sinnbildlich dargestellt ist. Diese Erinnerungstafel, ein Werk des neapolitanischen Juweliers Miranda, zeigt im Basrelief die erwähnten Nationen, wie sie zu dem vom Unglück heimgesuchten Strand hineilen, der in schwachen Umrissen die Ruinen der einst großartigen Palazzata Messinas zeigt. Auf den vom Sturm gepeitschten Wellen kommen die ersten Kriegsschiffe in Sicht. Der untere Teil des Schildes trägt das Wappen der Lega Navale Italiana: Anker, Rettungsring, den Stern Italiens und das Motto: Mare nostrum, von Lorbeer= und Eichenzweigen umkränzt. Daneben ist eine Inschrift augebracht:„Den Schiffen der auswärtigen Nationen— die brüderlich Hülfe brachten— nach den sizilischen und kalabrischen Landen— im Dezember 1908— die neapolitanische Abteilung der italienischen Schiffsliga— im Einverständnis mit den anderen Sektionen Italiens und der Kolonien." K A## KH HEE HENE EmM an Es En—————————— Was der Samstag bringt: Theater. Opernhaus: Die Rohéme, 7½, Schauspielhaus: Die Hermannschlacht, 8. Metropol-Theater: Die Geisha, 8. Colosseum (Millowitschtheater): Ueber'n grossen Teich, 8¼ Uhr. Castans Panoptikum: Spezialitäten-Vorstellung. Konnerte. Zoologischer Garten: 3½. Flora: 3½. Volksgarien: 3½. Opernhaus-Restaurant: 3½ Uhr. Vorträge. Städt. Handelshochschule: Lector Le Bourgeois: 'Allemagne moderne jugée par les Français, o. Direktor Martersteig: Goethes Faust, 6 Uhr. Verschiedenes. Turnhalle, Lindenburger-Allee: Eröffnung des Jugendturnens, 4 Uhr. Zur Reichstagsersatzwahl Mülheim—Wipperfürth—Gummersbach. ∆ Rösrath,.Jan.1910. Die gut besuchte und einmütig verlaufene Zentrumsversammlung, die gestern abend hier stattfand, zeigte, daß auch in unserer schwarzen Ecke frohe Begeisterung für die bevorstehende Reichstagswahl herrscht. Nicht viele mögen von den rund 300 Zentrumswählern gefehlt haben, die hier in Treuen zur Partei stehen. Hr. Feinhals, als Parteichef des Wahlkreises wies auf die Wichtigkeit dieser Wahl hin, bei der die Probe aufs Exempel gemacht werden solle, ob die unerhörte Steuerhetze der sozialdemokratischen und liberalen Gegner die Zentrumswähler beirren könne. Besondere Bedeutung komme bei dieser Wahl der Klein arveit zu. Es muß gesorgt werden, daß der letzte Mann seine Pflicht und Schuldigkeit gegenüber der Partei erfüllt. Hiecauf stellte sich Hr. Oberlandesgerichtsrat Marx mit einer großen, oft von Beifall unterbrochenen Rede den Rösrather Wählern vor. Er ging von der Reichstagsauflösung aus, erinnerte mit gebührender Ironie an die von den späteren Vorgängen grell beleuchteten Vorwände, unter denen man das Zentrum betämpfen zu müssen glaubte und schilderte dann die Zeit der Blockyerrschaft, die ein Anwachsen der Reichsschulden auf vier Milliarden herbeiführte. Die Schulden des Reiches sind dann am meisten gewachsen, wenn das Zentrum ausgeschaltet war. Beispiele sind der sog. Kartellreichstag und der Blockreichstag. Wenn das Zentrum bei Ablehnung irgend einer Regierungsforderung es auf eine Reichstagsauflösung ankommen ließ, fand sich jedesmal im neuen Reichstag eine bewilligungslustige Mehrheit, die schlankweg das Verlangte genehmigte. Ausführlich beantwortet Redner die Frage: Warum mußte das Zeutrum zuletzt bei der Reichsfinanzreform mitarbeiten? Sollte das Zeutrum den völligen Staatsbankervtt eintreten lassen? War es nicht vielmehr verpflichtet, dem Finanzelend endlich einmal ein Ende zu machen, nachdem der Block sich als unfähig erwiesen hatte. Man würde es diesmal mit Recht als Vaterlandsfeind und Reichsverräter hingestellt haben. Ein anderer Gesichtspunkt für das Zeutrum war, daß das Volk die neuen Steuern bezahlen mußte. Tadurch wurde das Zentrum gleichfalls bewogen, sich nicht jeder Einwirkung auf die neuen Steuern zu enthalten, sondern daraufhin zu arbeiten, daß die neue Belastung des Volkes so gerecht wie möglich verteilt werde. Wenn das Zentrum nicht mitgewirkt hätte, würden die neuen Steuern, die ein notwendiges Uebel sind, viel druckender geworden sein. Die Liberalen wollten doch nach dem Ausspruche Bassermanns 400 Millionen Mark an Verbrauchssteuern bewilligen und 100 Millionen an Besitzsteuern. Das Zentrum hat statt 100 Millionen Steuern auf den Massenkonsum nur 310 Millionen bewilligt, dafür aber die Besitzsteuern auf 130 Millionen hinaufgeschraubt. Wer über das Zeutrum schimpft, möge auch sagen, wieer es besser gemacht hätte. im Zusammenhang damit beyandelt Redner wieder die der Erbschaftssteuer, die von den sozialdemokratischen und liberalen Gegnern zu Unrecht so genannt wird, um die Wähler zu tauschen. Es handelte sich nicht um die Besteuerung des Nachlasses von Verwandten und Freunden, die seit 1906 teilweise in einer Höhe bis zu 25 Proz. von der Erbmasse eingeführt ist, sondern um die Besteuerung des Kinder= und Gattenerbes. Redner erläutert im einzelnen die Gründe, die bei Ableynung dieser Steuer für das Zentrum maßgebend waren. Schlusse verweist der Redner darauf, daß der eine Gewissenspflicht verletzt, der etwa aus kleinlicher Verärgerung über Fentücton des Kölner Local=Anzeiger. 7. Jan. 1910. diese oder jene Steuerart sich der Abstimmung enthält; er würde damit genau so seine Pflicht verletzen, wie wenn er gegen das Zentrum stimmte. Diese Reichstagswahl werde tatsächlich ein Prüfstein sein für die Treue der Zentrumswähler. Möge in diesem Wahlkreis nicht das Wort Windtyorsts über das Zentrum wahr werden: Von seinen Feinden nicht besiegt, von seinen Freunden verlassen!(Stürmischer Beifall.) Hr. Verhülsdonck erläuterte die Aufgaben der neu geschaffenen Parteiorganisation in der Bürgermeisterei und empfahl die Beiträge zum Wahlfonds der besonderen Beachtung der Wähler. Mit einem begeisterten Schlußwort endigte Hr. Feinhals die Versammlung. &a Overath,.Jan.1910. Mit stolzer Genugtuung darf die hiesige Zentrumspartei auf die heutige öffentliche Wählerversammlung zurückblicken. Der große Saat des Steinhofes war gedrängt voll und mancher Wähler mußte sich mit einem Stehplätzchen begnügen. Herr Kaufmann Ennenbach begrüßte in kurzen Worten die Versammlung und erteilte sodann dem Kandidaten, Herrn Oberlandesgerichtsrat Marx das Wort. In 2stündiger Rede entwickelte derselbe unter gespanntester Aufmerksamkeit das Programm der Zentrumspartei, das der so plötzlich abberufene Abgeordnete Hermann de Witt stets so unerschrocken vertreten habe und welches auch er trotz aller Angriffe von rechts und links unentwegt hoch halten werde. Im alten Kulturkampf hat das Zentrum die Wahrheit der christlichen Weltanschauung gegen die staatlichen Gesetze verteidigt. Auch im neuen Kulturkampf wird das Zentrum als Vertreterin der christlichen Weltanschauung sich nicht zurückdrängen lassen. Die letzten Schranken der Reichsgesetzgebung, welcher der Gleichberechtigung der beiden Konfessionen gezogen sind, müssen beseitigt werden. Das Zentrum verlangt gleiches Recht für die katholische und die evangelische Konfession, weil es als christliche Volkspartei auf dem Boden der Verfassung steht. In der Voltsschulfrage wird das Zentrun unerschütterlich auf dem Standpunkt der konfessionellen Schule beharren und zwar ohne Unterschied für alle Konfessionen. Stets wird das Zentrum für die Freiheit des Volkes kämpfen. Das gleiche allgemeine geheime Wahlrecht wird es nicht antasten lassen. Entgegengesetzte Strömungen seitens der Regierung oder anderen, Parteien wird es entschieden bekämpfen. Besonders scharf geißelte Redner den Terrorismus der Sozialdemokratie, die Andersdenkende boytottiert und durch ihre maßlose Hetze den Gegnern des geheimen Waylrechtes immer neuen Stoff liefert. Recht und Gerechtigkeit, als die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, sind von der Zentrumspartei bei allen wirtschaftlichen Kämpfen verteidigt worden. Aus Gründen sozialer Gerechtigkeit hat das Zentrum die soziale Gesetzgebung für die Arbeiter eingeleitet und stets gefördert, den Zolltarif durchgesetzt und auch bei der jüngsten Finanzreform seine Mitarbeit nicht versagt. Die Lügen und Verleumdungen, welche dem Zentrum besonders wegen der Erbschaftssteuer von der Sozialdemotratie angehängt werden, wies Redner mit großer Schlagfertigkeit zurück. Eine einseitige Interessenpartei wie die Sozialdemotratie, die dazu auf materialistischem Boden steht, muß naturnotwendig zu Ungerechtigkeiten gegen die Allgemeinheit kommen. Mit großer Begeisterung und stürmischer Zustimmung wurden die Worte des Reichstagstandidaten von der Versammlung aufgenommen. Hr. Pfarrer Schlenkert forderte in kurzen Worten auf, allen Angriffen zum Trotz am Tage der Wahl einstimmig den Vertreter der Zentrumspartei zu wählen. In gleicher Weise richtete Hr. Landwirt Rot einen kurzen Appell an die Wähler. Hr. Kaufmann Feinyals von Mülheim sprach den Overather Wählern seinen besonderen Tank aus für ihre feste treue Zentrumsgesinnung und konnte unter der großen Begeisterung der Versammlung feststellen, daß Overath eine Hochburg der Zentrumspartei bleiven werde. Hr. Kaufmann Ennenbach schloß die glänzende Kundgebung mit einem Hoch auf die bewährte Devise des Zentrums Für Wahrheit, Freiheit und Recht. Aus Kölns Nachbarschaft. 6 Rodenkirchen,.Jan.1910. In der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde Hr. Bauunternehmer Anton Löhrer zum Ortsvorsteher von Rodenkirchen gewählt. * Merheim b. Kalf,.Jan.1910. Der Schulamtsbewerber Karl Brinker zu Holweide ist zum Volksschullehrer, die Schulamtsbewerberin Anna Oberbörsch zu Bensberg=Moitzfeld zur Volksschullehrerin in dem Schulverbande Merheim, Landkreis Mülheim a. Ah., ernannt worden. Unter der Last der Krone. 38 Roman von R. M. White. Da er aus dem hellen Zimmer in ein dunkles kam, konnte er natürlich die beiden Männer nicht sehen, die sich im Schatten regungslos verhielten. Desto besser aber wurde er von ihnen gesehen; sie beide kannten den, der dort auf der Schwelle stand— es war Prinz Boris Mazaroff. Marwell sah, wie der Russe die Hand hob, um nach dem Druckknopf des elektrischen Lichtes neben der Tür zu greisen. Es siel ihm auf, daß sich der Prinz dabei der Linken bediente, obwohl er mit der rechten Hand seinen Zweck viel bequemer erreichen konnte. Das Rätsel wurde ihm in dem Augenblick gelöst, da auch hier im Schlafzimmer das elektrische Licht aufflammte; die rechte Hand war über und über mit einer schwarzen Masse bedeckt, offenbar mit Pech. Mazaroff erblickte die beiden auch jetzt noch nicht. Er hatte den Blick nach der Seite gewandt, wo der große marmorne Waschtisch stand, und machte Miene, aus denselben zuzuschreiten. Da sagte General Maxgregor ruhig, aber mit „Sollten Sie irgend etwas wünschen, Prinz Mazaroff, so stehe ich Ihnen mit Vergnügen zur Verfügung.“ Wie wenn ihn hinterrücks ein Peitschenschlag getroffen hätte, fuhr Mazaroff mit einem Schrei höchster Ueberraschung nach dem Sprechenden herum. Hilflos blickte er von Maxgregor zu Marwell. em #####— i c h b i t t e t a u s e n d m a l u m V e r z e i h u n g,“ s t a m m e l t e er endlich.„Es scheint— daß ich— daß ich in die salschen Räume gekommen bin. Wie gesagt— ich bitte tausendmal um Verzeihung. Ich— 8 Er war einsach läppisch in seiner ungeheuren Verlegenleit und wußte offenbar nicht mehr, was er sagen sollte. Dem General war die Szene im höchsten Maße widerwärtig. „Ich begreife nicht— von wem erhielten Sie denn die Schlüssel?“ Fruchtpreise. Küin, 6. Januar 1910. Fruchtmarkt. Heu, Luzerner, A. 11.60 bis 12,00, Wiesenheu, M.50—10,20, Richtstroh(Flegeldrusch) 5,50 bis 5,8„ Krumm- und Pressstrob.80 bis.20 die 100 Kilo. 2 Gause,.Jan. 1910. An der heutigen Fruchtborse wurden gende Preise festgesetst: Weisen, handware,., Besch., Gegtcon# 32.20 7. 20.20, ausländischer 1. Beschaffenheit m. 24,75, z. 24,00, Landware, I. Beschaffenheit M. 16,20, 2. 15.20, ausländischer 1. Beschaffenheit M. 20.25, 2. 19,25, Hafer, Landware, 1. Beschaffenheit M. 15,50. 2. 14.50, ausländischer 1. Besehaffenheit M. 18,25, 2. 17.25, Futtergerste A. 13.50, Mais, runder M. 16,50, Cinquantino. M. 18.00, Weizenmehl, 900 A. 30.50, Roggenmehl M. 24,25, Weizenkleie M. 10,30, Weisen-Grand M. 10, 30 Bollmehl M. 13,00 die 100 Kilo. Leinmehl M. 182.00, Baumwollsaatmen M. 174,00, Falmkuchen M. 134,00, Rübkueben, grosse M. 107,00, kleine M. 111.00, die 1000 Kilo, Büböl(ohne Fass M. 57,00, Rohes heinöl A. 64.00 die 100 Kil.(frachtfrei Neuss). Höhere Preismeldungen aus Amerika und Russland bewirkten an der heutigen Produktenbörse lebhaftes Geschäft. Die Käufer mussten höhere Preise anlegen. Auch Mehl schloss sich der Festigkeit in Weizen an. Neuss, 6. Januar 1910. Weizen, 1. Sorte M. 22.20 „ 2.„„ 24,20 Hafer, 1.„„ 15.50 „ 2.„„ 14.50 Roggen, 1.„„ 16,60 2."„ 15,00 Gerste 1.„„ 15,00 die 160 Kilo Kartoffeln, M. 2,70—.00 Hen M. 4,50—5,00 Luzernehen M. 5,50—6,00 die 50 Kile Krummstroh„ 22,00 Breitdrusebstroh 24,00 die 500 Kflo Kleie M. 6,20 die 50 Kilo Eier" 14,— die 100 Stück Niederschlag seit gestern morgen bis heute morgen 8 Uhr 0,0 mm. Höchste Temperatur gestern+ 6,4., niedrigste heute+ 4,5 C. Mutmaßliche Witterung für den 8. ds. Mts.: Kälter, dunstig mit Neigung zum vorübergehenden Aufklären. Wasserstand am 6. Januar 1910. Mannheim, 8 vorm., 3,81—0,26 m] Köln, 11 vorm., Caub, 9 vorm., 2,71—0,31 m Wesel, 9 vorm., 3,34—0,52 m 2,91—0,67 m Die Schlüssel?— Ah so— ganz recht— von Barlow. Er hat die Räume auf der anderen Seite des Flurs inne. Sehr merkwürdig, daß die Schlüssel für alle Türen passen.“ In der Tat, eine Ungeschicklichkeit des Schlossers. Ich vermute, daß Herr Barlow Ihr Freund ist. Wann gab er Ihnen denn die Schlüssel?" Die seltsame Unterhaltung wurde in durchaus höflichem, wenn auch eisig kaltem Tone geführt. Mazaroff hatte seine Fassung wiedergewonnen und dachte offenbar darüber nach, wie er sich am besten aus der Affäre ziehen könne. „Er reiste von London ab, und da ich sein Freund bin, bat er mich, während seiner Abwesenheit einmal in seiner Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Ich war nur einmal bei ihm, und da ist der Irrtum leicht erklärlich. Ich bitte noch einmal um Entschuldigung, daß ich die Herren stören.“ „Aber bitte sehr— Sie stören uns durchaus nicht. Wie ich sehe, haben Sie sich die Hand beschmutzt, und Sie kamen wohl jedenfalls herein, um nach einer Waschgelegenheit zu suchen. Bitte sehr— wenn Sie sich da bedienen wollten. Ich bin leider zu schwach, um aufzustehen.“ Er deutete auf den großen Waschtisch, und Mazaroff nahm sein Anerbieten mit großer Bereitwilligkeit an. „Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet,“ sagte er. „Ich hatte das Mißgeschick, auf unfertigen Aspualt zu stürzen, als ich aus dem Wagen stieg, und habe mich dabei leicht verbrannt. Es ist nichts von Bedeutung; aber ich kann nicht wohl erst nach Hause zurückkehren damit.“ Er sprach in leichtem Plaudertone weiter, ohne scheinbar auf die ernsten, streng abweisenden Gesichter der beiden Männer zu achten. In Wirklichkeit bemerkte er sowohl das, als auch, wie bleich und angegriffen Maxgregor aussah. Er tat auch eine diesbezügliche Frage. „Oh, das hat nichts zu sagen,“ erwiderte der General. Wahrscheinlich ein leichter Rückfall des Fiebers, unter dem ich während der letzten Wochen litt. Ich hosse, daß ich es bei meiner Konstitution——“ Er brach plötzlich ab: und wäre Mazaroff nicht mit Dankbarkeit aus vollster Neberzeugung. Dresden, 13. Mai 1909. Meine l7jährige Tochter(Musikstudierende) war durch das anstrengende Studium bleichsüchtig und nervos geworden, und zwar in einem so hohen Grade, daß Herr Dr. K. einen vollständigen Erschöpsungszustand konstatierte. Meine Tochter konnte nicht schlafen, nicht essen, und eine fortwährende Angst peinigte sie; ihre schöne Stimme, deren berufliche Ausbildung wir erstreben, schien sie ganz zu verlieren, da dieselbe immer schwächer wurde, und nach einigen Minuten mußte meine Tochter immer die Uebungen einstellen. Wie unglücklich sie darüber war, brauche ich wohl nicht zu schildern, besonders auch, da sie Sprachund Klavierstudien aus gleichem Grunde fast ganz einstellen mußte. Herr Dr.., an den wir uns in unserer Sorge wendeten, nachdem wir schon verschiedene Stärkungsmittel, jedoch ohne Erfolg, versucht hatten, verordnete ihr„Bioson". Schon nach wenigen Tagen konnten wir die gute Wirkung desselben beobachten. Meine Tochter wurde ruhiger, konnte wieder schlafen, bekam wieder Appetit und bald darnach auch ein frisches, gesundes Aussehen; ihr Körpergewicht nahm ebenfalls zu, wogegen sie vorher zum Erbarmen abgemagert war. Nach ungefähr—4 Wochen bekam auch ihre Stimme den alten Wohlklang wieder, und ich möchte fast behaupten, ihre Stimme wäre jetzt kräftiger und schöner denn erst. Mit großer Freude und Lust konnte meine Tochter dann ihre Studien wieder aufnehmen. Und dies alles verdanken wir Ihrem„Bioson". Auch mit der Bekömmlichkeit des„Bioson“ war meine Tochter sehr zufrieden, denn sie freute sich jedesmal auf das gute Getränk. Ich habe dasselbe schon verschiedenen Bekannten empfohlen, und bei allen war die Wirkung desselben eine großartige.„Bioson“ wird deshald auch fernerhin von uns in allen angezeigten Fällen verwendet. Was ich Ihnen hier schreibe, ist die reine Wahrheit, und bin ich gern bereit, etwaige Anfragen von irgendwelcher Seite sofort zu beantworten. Ich danke Ihnen nochmals von Herzen. Hochachtungsvoll! Frau Martha verw. Oberlehrer Wagner, Pfotenhauerstraße 13. Unterschrift beglanbigt: Karl Hempel, Königl. Sächs. Notar. Bioson ist das beste und billigste Kräftigungsmittel. Paket 3 K in Apotheken, Orogerien. Man frage seinen Arzt.e Ein täglicher Begleiter. Nicht nur bei Husten und Katarrh als Folge#er schlimmen Herbstund Winterwitterung schätzen Tausende in den berühmten WybertTabietten ein vorzügliches Linderungsmittel, das wie kein anderes geeignet ist, als wahres Hausmittel zu dienen. Beinahe noch grösser ist die Zahl derjenigen Personen, bei welchen Wybert-Taletten im täglichen Gebrauch stehen als ausserordentlich angenehmes Bonbon, das bei anhaltendem Sprechen den Mund feucht erhält, das beim Singen der Stimme Wohlklang und Kraft verleiht, kurz das Unzähligen von Menschen zum unentbehrlichen täglichen Begleiter un Beschüzer geworden ist. Sie finden Wybert-Tabletten in Schachteln a Mk..— in allen Apotheken. dem Reinigen seiner Hand beschäftigt gewesen, so hätte ihm die Veränderung auf dem Gesichte Maxgregors nicht entgehen können. Lebhaftes Erstaunen prägte sich in seinen Mienen aus, er hatte sich unwillkürlich halb aufgerichtet und war offenbar willens, irgend etwas in das Speisezimmer zu rufen. Dort stand mit nicht weniger erstauntem Gesicht, als es der General zeigte, Lechmere. Er legte die Hand auf den Mund zum Zeichen, daß man seine Anwesenheit nicht verraten solle, und deutete dabei auf den Russen, der, ohne etwas von seiner Anwesenheit zu ahnen, ruhig plauderte. Maxgregor machte Maxwell auf den späten Besucher aufmerksam, und dieser zögerte nicht, in das Nebenzimmer hinüberzugehen. Er zog vorsorglich die Tür hinter sich zu, drückte sie jedoch nicht ganz ins Schloß, so daß ihm kein Geräusch aus dem Schlafzimmer entgehen konnte. Lechmere zog sich hinter die schwere Portiere eines Fensters zurück und winkte dem anderen, ihm dahin zu folgen. „Was tut dieser Bursche hier?“ fragte er hastig.„Aber lassen Sie nur— Sie brauchen mir nichts zu sagen. Er ist durch einen Irrtum hier hereingekommen, hat sich in den Türen geirrt. Wenn er sein Kommen auch so erklärte, so sprach er die Wahrheit; er hatte nicht, wie Sie vielleicht vermuten, mörderische Absichten.— Gehen Sie wieder hinein und suchen Sie Mazaroff im Gespräch festzuhalten, bis ich anklopfe. Und sorgen Sie dafür, daß kein Argwohn in ihm aufsteigen kann. Große Ereignisse liegen in der Luft.“ Die Unterredung war so leise geführt worden, daß selbst jemand, der sich mit im Zimmer befunden hätte, nichts davon hätte vernehmen können. Maxwell kehrte nun wieder in das Schlafzimmer zurück, diesmal die Tür völlig hinter sich schließend. Mazaroff plauderte noch immer sehr ruhig mit dem General, der ihm nur einsilbige Antworten gab. Maxgregor blickte den anderen fragend an, als er aus dem Speisezimmer zurückkam. „Später!" flüsterte ihm Maxwell zu und antwortete sodann lebhaft und ganz unbefangen auf eine Frage des Russen. Maxgregor verstummte ganz, und das Gespräch wurde eine Zeitlang nur zwischen Mazaroff und Maxwell geführt. Kölner Lecal-Anzeiger * Freitag, 7. Januar 1910. Seite 3. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen gegen 11 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Jos. Sonntag Kgl. Eisenbahn=Zugführer infolge eines Unfalles, versehen mit den h. Sterbesakramenten der römisch=katholischen Kirche, im Alter von 57 Jahren zu sich in ein besseres Jenseits aozuberufen. Um stille Teinahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Köln=Ehrenfeld, Euskirchen, Billig, Lommersum, den 4. Januar 1910. Die Beerdigung findet statt am Samstag, den 8. Januar 1910, nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause Subbelratherstraße 111 aus. Die feierlichen Exequien werden am selben Tage, morg. 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Joseph adgehalten. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. Kath. Beamten=Verein Köln. Unser Mitglied, Herr Eisenbahn=Zugführer Joseph Sonntag ist im Herrn entschlafen. Die Beerdigung findet statt am Samstag, d. 8. Jan., nachmittags 3½ Uhr v. Sterbeh. Subbelratherstr. 111, Ehrenfeld. Die h. Messe wird am Sonntag, den 16. Januar. vormittags 11 Uhr, in St. Andreas gehalten. Um zahlreiche Beteiligung bittet eshche Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vormittag 8 Uhr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante, Frau Wwe. J. B. Lutter nach längerem Leiden, wiederholt gestärkt durch die Heilsmittel der kath. Kirche, im Alter von 85 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten die traueenden Hinterbliebenen. Köln, den 6. Januar 1910. Die feierlichen Exequien finden statt am Samstag, den 8. d.., morgens 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Alban. Die Beerdigung ist am selben Tage, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Unter Seidmacher Nr.—10.=2emac) Trauerhüte größte Auswahl, billigste Preise #. B. Braun, Peterstraße 45B, gegenüber dem Bürgerhospital. p S Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Gatten, unseres Sohnes, Bruders und Schwagers Herrn Konrad Thissen Kaufmann sagen wir allen Verwandten. Geschäftsfreunden, Bekannten und Nachbarn unseren innigsten und herzlichsten Dank. Köln. 6. Januar 1910. Familie Thissen. St. Bonisatius=Kranken=, Sterbe= und Unterstützungs=Verein Köln=Nippes. Am 9. d.., morgens 11 Uhr, wird für die verstorbenen Ehrenmitglieder und Mitglieder eine hl. Messe in der Pfarrkirche, am 23. d. M. eine solche in derselben Meinung um 11 Uhr in der St. Josephskirche gelesen. Jedesmal Abmarsch ½11 Uhr in geschlossenem Zuge mit der Fahne vom Vereinslokal zur Kirche. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet ves: Der Vorstand. Zwangsversteigerung. Am 11. März 1910, vormitt. 10 Uhr, soll im Justizgebäude, Appellhofplatz, Zim ier Nr. 47, hier, das nachbezeichnete in Cöln=Ehrenfeld belegene Grundstück: Landmannstrasse Nr. 6 Wohnhaus mit An- und Hinterbau, Hofkeller und Hofraum, von 3 Ar 42 Quadratmeter Größe, mit jährlich 2500 Mark Nutzungswert, Eigentümerin: die Ehefrau des Schreiners Hubert Nachtsheim, Maria geb. Ackermann, zu Cöln=Ehrenfeld, zwangsweise versteigert werden. a“ Königliches Amtsgericht Cöln, Abteilung 40 In Köln am Rhein!: aler“Anzeigen am besten geeignet.:: Das Jahrgedächtnig für die Eheleute Anton Klein u. Lochter Elise Klein findet am Samstag, den 8. Januar, morgens 8½ Uhr, in St. Mauritius statt, wozu freundlichst eingeladen wird. p 19 Hervorragende Neuheiten in Tapeten anstatt 15—90 zu 10—45 3 per Rolle netto. Linkrusta echt und imitiert. Man verlange Muster unter Angabe des gewünschten Quantums unter A 4 an die Geschäftsstelle d. Bl. d Kriegsmarine=Ausstellung vom 9. bis 31. Januar d. J. in der Turnhalle der neuen Volksschule Antwerpenerstrasse. Täglich geöffnet von—1 u.—8 Uhr. Sonntags 11—8 Uhr. Unter den Ausstellungsgegenständen (120 Nummern) befinden sich in kriegsbrauchbarem Zustande: Torpedo, Seemine, Maschinen- und Schnelladekauonen, Revolverkanone, Boxerkanone und andere Trophäen aus dem Boxeraufstande, 750pfündige Riesengeschosse, Kartätschen, Schrapnells, viele der wertvollsten und schönsten Kriegsschiffsmodelle aus der Berliner Schiffbauausstellung usw. usw. Eröffnung Sonntag, 11½ Uhr mit eingehenden Erläuterungen und Vorträgen. Das Maschinengewehr wird im Schnellfeuer vorgeführt. Eintrittsgeld: 50 Pfg. Katalog 10 Pfg. Zum Besuche dieser hochinteressanten und sehr lehrreichen Ausstellung wird ergebenst eingeladen. Der Veranstalter. Auskunftstelle für Frauenberufe, außerdem Auskanft ub anstalten, Stell#vesmittlungeo, Wohlfahrtsaaßolttansw. Sprechstande: Montag—6 Uhr, Hlapderhof 96. Damenschürzen in Alpaka u. Panama, extra weit mit Taschen, sehr preiswürdig. Matb.& Rosa Bernardi, 4 Ehronstraße, Ecke Albertusstr. PIANOS= Fischer Kauf-Miete-Teilzahlung. Apostolnstr. 8. A. T. G. Berlin S. O. 36, Harzerstr. 33. „Sie haben längere Zeit an einem Fieber gelitten, Herr General?“ fragte der Russe da plötzlich.„Woher kommt denn dieser plötzliche Rückfall? Als ich Sie vor kurzer Zeit noch im Hause Lord Merehavens sah, waren Sie scheinbar wohlauf.“ „Gerade da befiel mich das Unwohlsein," lautete die zuhige Antwort.„Ich genoß einige Südfrüchte, die mir vom Arzte streng verboten worden sind. Daher schreibt es sich wohl. Ich bin überzeugt, ein Russe stellte mir die Schale mit dem Obste hin.“ „Vergessen Sie nicht, daß unser Freund ebenfalls ein Russe ist," lachte Marwell. Mazaroff erhob abwehrend und liebenswürdig lächelnd die Hand. =„ O h, i c h b i t t e s e h r— e s g i b t R u s s e n u n d R u s s e n, l i e b e r Freund. Ich selbst bedauere ganz außerordentlich, daß Sie gerade jetzt genötigt sind, das Bett zu hüten, mein General. Ich treibe keine Politik, aber ich weiß doch, daß die Königin von Astorien gerade jetzt Ihrer Hilfe sehr bedürftig ist. Ich schätze und verehre Ihre Majestät die Königin außerordentlich und stehe in der astorischen Angelegenheit mit meiner Sympathie völlig auf ihrer Seite. Deswegen—— aber was war das?“ Aus dem Speisezimmer drang der Laut einer menschlichen Stimme zu ihnen herüber; irgend jemand mußte sich dort aushalten. Marwell beeilte sich dem Russen zu erwidern: „Sh, das hat nichts auf sich— jedenfalls ist mein Bursche ekommen, den ich um diese Zeit herbestellte. Sie werden rstaunt sein, daß ein Mann, der des Landesverrats anellagt ist——“ .„Isch bitte sehr—“ unterbrach ihn Mazaroff.„Mir ist nichts von einer solchen Anklage bekannt. Ich habe diesem Geschwätz im„Merkur" von vornherein keine Behdeutung beigelegt, und nun, nachdem ich Sie gesprochen, erscheint mir der Artikel vollends maßlos töricht. Sie sind ja wie dort angegeben war, nach Paris geflohen, und Herr #laxgregor würde Sie sicherlich nicht wie seinen Freund behandeln, wenn auch nur die Möglichkeit einer Schuld gegeben ware. Der arme Lancing hat sich erschossen— vielleicht ist ei in der Tat nicht ganz unschuldig. Wäre er ein Russe, und handelte es sich um ein russisches Staatsgeheimnis, so hätte er deswegen sicherlich nicht Selbstmord verübt. Man pflegt im heiligen russischen Reiche nachsichtiger über derartige „ e zu denken, sie gelangen nicht einmal an die Leffentlichkeit— dank der vortrefflichen Zeitungszensur. Arme Diplomaten aus alten adligen Familien, von denen ich bestimmt weiß, daß sie keinen Pfennig besaßen am Anfang ihrer Karriere, leben in Moskau und Petersburg herrlich und in Freuden. Woher sie die Mittel nehmen— wer weiß es?“ Er wurde den beiden anderen immer unerträglicher. Seine urt, die Sache zu behandeln, war Maxwell unerträglich, der General mochte das wohl empfinden, denn er beeilte sich, das Thema zu ändern.——-— Inzwischen war Lechmere sleise auf den Flur hinausgegangen. Sich vorsichtig an der Wand entlang tastend, ging er zur Tür eines Zimmers, das offenbar erleuchtet war, denn durch die Spalten konnte man den Lichtschein wahrnehmen. Er neigte sich bis zum Schlüsselloch hinab und versuchte, durch dasselbe in den Raum= zu spähen. Er konnte deutlich den Tisch in der Mitte des Zimmers wahrnehmen und einen Mann, der lesend daran saß. Mit einem Lächeln richtete er sich wieder empor und ging, ohne sich aufzuhalten, in das Speisezimmer Maxgregors zurück. Tort klopfte er mehrmals mit der Hand auf den Tisch; es war das mit Maxwell verabredete Zeichen. Drinnen im Schlafzimmer wurde es gehört und verstanden. Maxwell blickte auf die Uhr und wandte sich sodann an Mazaroff. Sie verzeihen, mein Prinz, wenn ich Sie bitten muß uns allein zu lassen. In einer Stunde muß ich auf dem Charing=Croß=Bahnhof sein, und ich habe wichtiges mit dem General vorher zu besprechen. Nehmen Sie mir meine Bitte nicht übel; so gern ich mit Ihnen plaudere—“ Boris Mazaroff versicherte, daß er nicht gekränkt sei; im Gegenteil, er habe ja wegen der Störung um Verzeihung zu bitten. Mit vielen Entschuldigungen und Verbeugungen empfahl er sich. Er entzündete draußen ein Wachszündkerzchen und betrachtete mit finster zusammengezogenen Brauen die verschiedenen Türen. Dann schritt er auf die zu, die vorhin auch Lechmeres Interesse erregt hatte, und klopfte fünfmal an, offenbar ein verabredetes Zeichen. Drinnen rief eine krächzende Stimme:„Herein!“ und Prinz Boris Mazaroff trat über die Schwelle. Der kleine Mann erhob sich von seinem Sitz am Tische und trat dem Russen mit süßlichem Lächeln entgegen. „Guten Abend, Durchlaucht!“ sagte er.„Wenn ich—“ „Narr!“ unterbrach ihn der andere.„Können Sie nicht noch lauter sprechen, daß man uns da drüben notwendig hören muß? Sie wissen nicht, wie nahe wir daran gewesen sind, alles zu verraten. Ich habe mich in den Türen geirrt und bin versehentlich in die falschen Räume gekommen; das Abenteuer hätte übel ausgehen können.“ Er hatte in der Erregung vergessen, die Tür hinter sich zu schließen. Aus dem Speisezimmer des Generals, in dem das Licht erloschen war, war die schattenhafte Gestalt eines Mannes auf den Flur gehuscht, der jedes Wort der Unterhaltung mit angehört hatte. Als der Mann. den der Prinz aufgesucht, nun behutsam die Tür schloß, kehrte auch der andere in das Zimmer Maxgregors zurück, wo er das elektrische Licht von neuem entzündete. Gleich darauf trat Maxwell ein. „Nun?“ fragte er hastig.„Soll ich noch immer keine Erklärungen—.—“ „Sie sollen alles erfahren," unterbrach ihn Lechmere.„Jetzt aber haben wir mehr zu tun, als zu schwatzen. Fragen Sie den General, ob er nicht Angelgerätschaften hat, und wo er sie aufbewahrt.“ Maxgregor mußte dieses Wort gehört haben; denn er rief herüber: „In dem untersten Fache meines Schreibtisches!— Wie in aller Welt aber kommen Sie darauf?“ (Fortsetzung folgt.) * s Seite 4. aus k Der neue Eisenbahndirektionspräsident. Zum Nachfolger des nach Straßburg versetzten Eisenbahndirektionspräsidenten Schmidt wurde Eisenbahndirektionspräsident Martini aus Kassel ernannt. Hr. Martini wird hier in Köln die Geschäfte am 8. d. M. X Amtsjubiläum. Am 1. Januar d. J. bliare Hr. Rechnungsrat A. Köhler auf eine 25jährige Amtstätigkeit als Vorstand der Königl. Eisenbahn=Verkehrskontrolle II in Köln zurück. Aus diesem Anlaß veranstalteten die ihm unterstellten Beamten am 3. Januar im Festsaale der Lesegesellschaft zu Ehren ihres langjährigen Vorgesetzten eine Jubiläumsfeier, die von rund 400 Beamten und Gönnern des Jubilars, auch vom Hrn. Eisenbahndirektionspräsidenten und Mitgliedern der Eisenbahndirektion besucht war. Nachdem Obex= und Geheimer Regierungsrat Dr. Riesen den Kaifertoast ausgebracht hatte, schilderte Eisenbahn= Obersekretzr Flach den Jubilar als hervorragenden Eisenbahnfachmann; als solcher habe er sich durch seine Vereinfachungsbestrebungen auf dem Kontroll= und Abrechnungsgebiete große Verdienste erworben. Redner hob besonders seine soziale Betätigung zum Besten von Beamten und Arbeitern hervor. An hohen Anerkennungen habe es ihm nicht gefehlt. Noch am 1. Januar sei er aus Anlaß seines Jubiläums, einer äußerst seltenen Feier, durch die Hand des Eisenbahn=Direktionspräsidenten mit dem Königl. Kronenorden dritter Klasse geschmückt worden. Ein begeistertes Hoch wurde dem Jubilar dargebracht. Der Chef der Verkehrskontrolle der Belgischen Staatsbahnen, Verwaltungsdirektor Minet von Brüssel, dessen Ansprache die Verdienste des Hrn. Köhlex auf dem internationalen Verkehrsgebiet würdigte, überbrachte die Glückwünsche des ihm unterstellten Bureaus. Eisenbahn=Direktionspräsident Schmidt hatte schmeichelhafte Worte der Anerkennung für Herrn Köhler. Er habe beobachten können, wie sich der Jubilar meyr und mehr zu einem Sachverständigen, zu einem Ratgeber auf dem Kontroll= und Abrechnungsgebiet ausgebildet habe, wie er in der Verwaltungsorganisation unschätzbare Dienste geleistet und Aner kennung gefunden habe, sein Wirken sei getragen von dem Vertrauen der ihm zahlreich unterstellten Beamten und der vorgesetzten Behörde bis in die höchste Spitze. Sein Hoch galt nochmats dem Jubilar. Rechnungsrat Köhler dankte in bewegten Worten für die Eyrung. Er sei in einer Zeit in den Eisenbahndienst eingetreten, in der er sich bei der ungeahnten Ausdehnung des Eisenbahnverkehrs, namentlich als Vorstand berufen gehalten habe, an der Ausgestaltung des ihm zugefallenen Dienstzweiges mitzuwirken. Dieser Umstand sowie die treue Mitarbeit der Beamten und die reiche Unterstützung seiner Vorgesetzten hätten zusammengewirkt daß seine Bemüyungen Anerkennung gefunden hätten. Seine Worte klangen aus in ein Hoch auf den Herrn Eisenbahnminister, an den im Anschluß hieran ein Ergebenheitstelegramm gerichtet wurde. Durch musikalische, gesangliche und humpristische Darbietungen, fast ausschließlich von Beamten der Verkehrskontrolle ll ausgeführt, wurde die Feier verschönert. 8 Köln: Privatdozent Dr. Hans Wüstendorfer an der e z u m D o z e n t e n f ü r V e r k e h r s= u n d machte rr. Oberbürgermeister Wallraf folgende Mitteilung: Frau Laura Oelbermann hat wieder eine Reiye von Stiftungen gemacht: 1000 M. für den Verein für Volkswohl, 1000 M. für Frühstück an arme Kinder, 3000 M. für das Wöchnerinnenasyl, 25000 M. zur Verschönerung der Stadt durch öffentliche Brunnen oder sonstige plastische Bildwerke. Frau Oelbermann hat sich weiter bereit erklärt, 20000 M. zu schenken für die Frauenhütfe in der evangelischen Gemeinde und 100 000 M. für eine Laura=Oetbermann=Stiftung zum Local-Aüzeiger Dr. 6 aus Mülheim und Dünnwald. In Mülheim=Stadt erhielt Schob 393. Graf Nesselrode 302 und Simson 171 Stimmen; in Tünnwald gingen von 300 Wahlberechtigten 160 zum Wahltisch, davon wählten 102 den Sozialdemokraten Schob, 57 den ultramontan=konservativen Kandidaten und eine Stimme war ungültig.“ Da das sozialdemokratische Blatt sich so gerne zum Korrektor der Zentrumspresse aufwirft, sei festgestellt, daß die Sozialdemokratie 1867 noch stark in sich gespalten war und der Abgeordnete Bebel im konstituierenden Norddeutschen Reichstage sich entschieden dagegen verwayrt hat, den Lassalleanern(Allgemeiner deutscher Arbeiterverein) zu werden; es hält darum sehr schwer, die zialhiesigen Handelshochschule wurde zu internationales Privatrecht ernannt. * In der letzten Stadtverordnetenversammlung inde und 100 000 m. fürem an n der evangelischen Gemeinde. Die Versammlung nahm „„„„ EI-t haufand an 25 000 M. zur Verschönerung der Stadt dankend an. 30 Jahre Feuerwehrmann. Am 5. d. M. waren es 30 Jahre, daß der Oberfeuermann Hr. Peter Wessel sich im Dienste der städtischen Berufszeuerwehr befand. Aus Anlaß des Jubiläums wurden dem Manne, der sich bei seinen Vorgesetzten und Kameraden großer Beliebtheit erfreut zahlreiche Glückwünsche Oetroleumlampe explodierte in einem Hause in der Bonnerstraße; es entstand ein Brand. Die Feuerwehr beseitigte schnel jede Gefahr. Fur Reichstagsersatzwahl Mülheim—Wipperfürth—Gummersbach. 8 Jentrumswählerversammlungen finden statt am Sonntag, den 9. Januar in vormittags 10½ Uhr, bei Wirt B. Pla##: werden sprechen die Herren Dr. Jorg und Breddemann Urbach, nachmittags 5½ Uhr, bei Wirt Hohnrath; als Red ner sind gewonnen die Herren Dr. Jörg und Breddemann Terschlag, nachmittags 5 Uhr, im Katholischen Vereins haus; in Wiehlbrück(Station Osberghausen); in Eimborn, vormittags 11 Uhr, Gasthof Frielingsdorf; es werden die Herren Parteisekretär Paffendorf(Düsseldorf) und Redakteur Ritter(Köln) Reden halten; in Frielingsdorf bei Kaiserau, nachmittags 4 Uhr, bei Wirt Wilhelm Ommer; als Redner sind gewonnen die Herren Paf fendorf(Düsseldorf) und Ritter(Köln). Zahlreicher Besuch dieser Versammlungen ist Ehrensache aller Zentrumswähler! 7 Mülheim(Rhein),.Jan.1910. In seiner ersten Rede, die der sozialdemokratische Kandidat Dr. Erdmann in der Wahl bewegung hier gehalten hat, befaßte er sich auch mit der Entwickelung der Sozialdemokratie im Wahlkreise. Nach der Rhein. Ztg.(Nr. 3) hat er gesagt:„Am 12. Februar 1867 wurden bei der Wahl zur Konstituierung des Norddeutschen Reichstages auf die Kandidaten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins in ganz Teutschland 4000 Stimmen abgegeben. Als höchster kam Dr. Schweitzer, der in Elberfeld=Barmen kandidierte, mit 400 Stimmen in Betracht. Es kam aber kein Kandidat durch. In heim=Wipperfürth=Gummersbach kandidierte für die Konservativen und Ultramontanen der Landrat Graf Nesselrode, für die Liberalen der Appellationsgerichtspräsident Simson, für die Sozialdemokraten der Vorsitzende des Deutschen Schneiderverbandes, der Schneider Schob. Der konservativ=ultramontane Kandidat siegte. Ueber die sozialdemokratische Stimmenzahl finden sich Angaben nur demokratischen Stimmen herauszurechnen. Jedenfalls hat die samtstimmenzahl weit mehr als 4000 betragen, da wir allein in Elberfeld=Essen=Lennep, Duisburg=.=Gladbach annähernd 20000 Stimmen herausrechnen. In Elberfeld=Barmen erhielt Schweitzer nicht 400, sondern 4674 Stimmen. Bei der Stichwahl dem Bundeskanzler Graf v. Bismarck und v. Forckenbeck(liberal gaben die Sozialdemokraten den Ausschlag zugunsten des Gra#en (späteren Fürsten) Bismarck, der aber das Mandat infolge seiner Wahl im dritten Magdeburgischen Wahlkreise ablehnte.(Vgl. Phillips, Die Wahlen zum Reichstage, S. 102.) Der freikonservative Kandidat(ein Zentrum gab es damals noch nicht) Graf Max v. Nesselrode war nicht Landrat, sondern Oberhofmeister der Königin Augusta.(Vgl. Phillips, S. 232.) Gewählt wurde im ersten Wahlgang Graf Nesselrode mit 7519 von 12708 Stimmen. Handwerk und Gewerbe. 2 11 Handwerker und preußische Handelsminister hat in einem Erlaß die Regierungspräsidenten darauf hingewiesen, daß es wünschenswert sei, wenn in den Kuratorien der Fortbildungsschulen meyr noch als bieher Handwerksmeister Sitz und Stimme erhielten. Der Minister stellt es ferner als dringend wünschenswert hin, daß zu den technischen Unterrichtsfächern möglichst praktische Handwerksmeister herangezogen werden und die Tätigkeit der Volksschullehrer möglichst auf die rein theoretischen Fächer beschränkt wird. Der Erlaß wird in Handwerkerkreisen zweifellos große Befriedigung hervorrufen. Dier Handwerkertugenden. — Zülpich,.Jan.1910. Am Sonntag sprach hier vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, die der Einladung des HandwerkerKreisverbandes für den Kreis Euskirchen gefolgt war, Reichs= und Landtagsabgeordneter Generaldirektor Dr. Pieper(.=Gladbach) über das Thema: Standesbewußtsein, Gemeinsinn, Ordnung und Pünktlichkeit, vier notwendige Handwerkertugenden. Es war wohl das erstemal, daß dieses Thema in einer Handwerker: versammlung so eingehend erörtert wurde. Im allgemeinen hört der Handwerker lieber, daß über stärkeren gesetzlichen Schutz des Handwerks, vermehrte Staats= und Kommunalhülfe, Ausbau der Organisationen usw. gesprochen wird, als daß in solch praktischer und gründlicher Weise die Mängel untersucht werden, die im Handwerk selbst liegen. Aber Hr. Dr. Piepex wußte das heikle Thema so volkstümlich, so sehr mit liebenswürdigem Humor zu behandeln, daß die Zuhörer ihm in heller Begeisterung folgten und die abwechselnd in der Form scherzender Ironie und ernster Mahnung ausgesprochenen Wahrheiten einen tiefen Eindruck hinterließen Hr. Dr. Pieper erwähnte in dem Abschnitte seiner Rede, der den Handwerkern ein stärkeres Sichgeltendmachen im öffentlichen Leben empfahl, auch die Forderung der Handwerker nach einer stärkeren Standesvertretung in Parlament und Gemeindeverwaltung. Dr. Pieper stellte fest, daß es bis heute niemats und pirgendn de Fall gewesen sei, daß ein Abgeordneter für den Reichs= oder Landtag von den Angehörigen eines einzelnen Berufes gewählt bzw. durchgebracht werden könnte. Der Abgeordnete müsse, wie er der Vertreter aller Stände und Berufe seines Wahlkreises sei, auch von der Gesamtwählerschaft gekannt und gewählt werden. Daher verspreche es wenig oder gar keinen Erfolg, wenn hier ode. da ein Handwerkerkandidat präsentiert werde, der im allgemeinen politischen Leben so gut wie unbekannt sei. Männer, die in der Innung oder in der Handwerkskammer an hervorragender Stelle stehen und mit bestem Erfolge wirken, seien deshalb noch lange nicht geeignet, Vertreter eines Reichstags= oder Landtagswahl kreises zu sein. Dazu sei mehr erforderlich, vor allem eine rege Teilnahme und energische Betätigung im gesamten politischen Leben, die der Wählerschaft den Beweis liefern daß der betreffende Handwerker nicht nur die Interessen seines eigenen Standes zu vertreten in der Lage sei, sondern daß er auch für das Wohl der Allgemeinheit tätig sein könne. Das gelte nicht bloß für die politischen Wahlen— auch im Gemeindekollegium werden Leute mit einseitigen wirtschaftlichen Interessen auf die Dauer keinen Platz finden. Mancher Handwerker, der sich im Stadt= oder Gemeinderate lediglich als Vertreter seines Standes fühlen und betätigen zu müssen glaubte, habe es erleben müssen, daß gerade seine Berufsgenossen in der Wählerschaft die ersten waren, die ihn vom kurulischen Sessel wieder herunterzogen. Mehr allgemein=politische Betätigung forderte Herr Dr. Pieper auch vom Handwverker. Um das Ziel einer stärkeren Standesvertretung im Reichs= oder Stadtparlament zu erreichen, müsse von un ange sangen werden durch rege Mitarbeit in den Wahlkomitees der politischen Parteien. Hineindrängen müsse sich das Handwerk in diese Körperschaften, um sich selbst seinen Platz innerhalb zu erringen. Und nicht bloß auf die Interessen des eigenen Standes sein Augenmerk richten, sondern den letztern nur als ein Glied des großen Ganzen auffassen und demgemaß sein Wirken im öffentlichen Leben einrichten! Die Versammlung, unter der zahlreiche Teilnehmer sein mochten, die schon mehr oder weniger oft bei anderen Anlässen einer klangvollen Resolution zugestimmt hatten, die eine stärkere Standesvertretung für das Handwerk energisch forderte, konnte sich der zwingenden Logik dieser Darlegungen nicht verschließen. Sie spendete dem Redner in rückhaltloser Zustimmung lebhaften Beifall. Es wäre dringend zu wünschen, daß überall da, wo der Ruf nach mehr Standesvertretern in den Parlamenten erhoben wird, mag es sich um Handwerker oder Landwirte, Kaufleute oder Beamte, Angestellte oder Arbeiter handeln, diese Frage so nüchtern, praktisch und gründlich geprüft würde, wie es am Sonntag durch den verdienten Generaldirektor des Volksvereins in Zülpich geschehen ist. vom Kölner Karneval. ∆ Kölner Uarrenzunft. Zum zweitenmal schon in diesem Jahre sah die Zunft am Dienstagabend ihre Freunde vereinigt. Und der zweite Abend fiel gegen den ersten nicht ab. Die Narrenzunft besitzt das geheime Wunderkräutlein, das den Karneval auzeit frisch und munter zu erhalten imstande ist. Ein besonderer Vorzug der Narrenzunst ist, daß sich aus ihren eigenen Reitzen immer zünftige Kämpen finden, die das Liederbuch mit gediegenen Spenden bereichern oder von der Bült aus des Humors prickelnde Gaben über die Narrenschar ausstreuen. Dazwischen klingen die originellen Weisen des offiziellen Büttenmarsches und zarte Damenhände klatschen mit einem Eiser mit, der auf helle Begeisterung für die Zunft schließen läßt. Rot zu werden brauchen sie nicht, hier achtet man die Grenzen, die niemals überschritten werden sollen. Chorus leitete mit seiner poetischen Jahresrundschau die Sitzung ein. Ein Neuling in der Bütt, der sich sehr vorteishaft einzuführen verstand, war Hr. Sülzen; er hielt eine prächtige zoologische Vorlesung, deren Pointen stürmische Heiterkeit erregten. Als VooreSchutzmann präsentierte sich Hr. Ebeler mit gutem Geschick. Auch hinter ihm konnte man wahrlich nicht vermuten, daß es sich um einen jungen Karnevalisten handelt, der erst im Begriff steht, sich die Sporen zu verdienen. Eine geistreiche Rede hielt Hr. Pannebecker als Frauenrechtlerin. Es war die gleiche Rede, die anderswo unpassende Einschaltungen aufgewiesen hatte. In der Narrenzunft war die Rede unter strenge Zensur genommen worden uno sie gewann dadurch ungemein. Hr. Pannebecker sollte daraus etwas lernen. Allerliebste Krätzchen bot Hr. Jean Schmitz; die Narrenschar war geradezu enthusiasmiert. Besonderen Reiz hatte in olge der Möglichkeit der Mitwirkung der Zuhörer das Telephonlied. Einen Monteur des Grafen Zeppelin stellte Hr. Fußwinkel mit einer fleißig ausgearbeiteten Rede dar. Den Vogel schoß Ehnle als Friseurstift ab; man lachte schließlich Tränen und bereitete diesem Vertreter des bayrischen Humors lebhafte Ovationen. Den Schluß machte Hr. Schönau in einer Frauenfigur; dem Vorredner gegenüber Stand zu halten, war für ihn besonders schwieria. Im Liederbuch nahm die erste Stelle das anmutige Lied Ein Sträußlein dem Prinzen Karneval von L. Haubrich ein. Außerdem fanden wir darin Beiträge von den Herren Grüsser, Ew. Schmitz, Chorus. Das Bützleed von Hrn. Hermann Theis gefiel so gut, daß es der Bannerherr Jean Weber, der mit sonnigem Humor die Sitzung leitete, zum andern offiziellen Büttenmarsch der Gesellschaft erhob. Aus Kölns Siegburg,.Jan.1910. Der katholische Arbeiterverein feiert am Sonntag, den 9. Januar, nachmittags„0 Uhr sein Stiftungsfest, womit gleichzeitig die Einweihung des neu erbauten Festsaales verbunden ist. Die Festrede hat der frühere Präses, Hr. Pastor Roemer, übernommen. * Holweide,.Jan.1910. Festgenommen wurde der falsche Kriminalbeamte, der sich nach der Verhaftung des Wirtes Danel Platz zu Dünnwald in der Wirtschaft von Platz einlogierte, um angeblich im Auftrage des Staatsanwalts Ermittelungen in der Mord= bzw. Wilddiebereisache anzustellen. Es handelt sich um einen stellenlosen Schreiber, auch Arbeiter aus Köln. Er wurde in das Gefängnis zu Mulheim(Rhein) eingeliefert. C + Der tödliche Stur: des Luftschiffers Delagrange in der Umgegend von Bordeaux erfolgte bekanntlich mit einem BlériotApparat. Blériot versucht eine Erklärung zu geben und findet sie darin, daß Delagrange, ohne ein Mechaniker von Beruf zu sein, an seinem Apparate herumdokterte und bei ungünstiger Witterung einen Hochflug unternahm, ohne die Maschine genügend geprüft zu haben. Delagrange war von Hause aus Bildhauer und Sohn eines reichen Tuchfabrikanten in Orleans, der ihm kürzlich mehrere Millionen hinterlassen hat, und beschäftigte sich seit zwei Jahren ausschließlich mit der Fliegekunst. Nachträglich erfährt man, daß Delagrange wenigstens den einen Fehler begangen hat, daß er einen Aeroplan, der für einen Motor von 25 Pferdekräften bestimmt war, mit einem solchen von 50—60 Pferdekräften versah, um den Preis des Raschfluges in Bordeaux zu erringen.„Ich opfere alles der Geschwindigkeit," sagte er noch am Tage zuvor zu einem Freunde, ohne zu ahnen, daß er ihr auch das Leben opfern werde. Delagrange war 36 Jahre alt. Das Beste ist stets das Billigste. Wie für jedes bekannte und eingeführte Präparat, so wird auch für Scotts Emulsion eine Reihe von mehr oder weniger minderwertigen Nachahmungen- angeboten. Hierüber laufen täglich Klagen bei uns ein, zumal nach Gebrauch dieser Nachahmungen der gewünschte Erfolg ausgeblieben ist. Deshalb sollten alle Eltern, die es gut mit ihren Kleinen meinen, wohl überlegen, ob es nicht vorteilhafter ist, das in allen Fällen bewährte Originalpräparat Scotts Emulsion zu nehmen, und ob sich nicht auch hier der Spruch bestätigt: das Beste ist stets das Billigste. Man verlange daher ausdrücklich: Scotts Emulsion mit unserer bekannten nebenstehenden Fischerschutzmarke. Nur echt mit dieser Marke—dem Fischer — dem Garantie, zeichen des Scottichen Verfahrens# Aus dem Geschäftsverkehr. Kaum hat das Jahr 1910 seinen Einzug gehalten, sieht man auch die Kölner Geschäftswelt mit anmutigen Karnevals=Dekorationen beginnen. Zumal die Firma Joseph Michels hat mit ihrer FunkenDekoration ein liebliches Bild geschaffen, welches eine allgemeine Anziehungskraft bietet. Die Funken=Artillerie, die älteste und einz der hübschesten Gruppen im ganzen Zuge, soll in diesem Jahre vollständige neue Uniformen bekommen, welche bei der Firma Joseph Michels angefertigt wurden. Kölner Eocal-Anzeiger Nr. 6 u Freitag, 7. Januar 1911. Seite 5. Gesellschafts= und Vereinsleben. X Der Verein Kölner Deteranen hielt am Sonntag, den 2. d. M. im Vereinslokal Brauerei Jos. Maassen, Hahnenstraße 43, seine erste diesjährige Versammlung ab. Zu Beginn der Sitzung widmete der Vorsitzende Heinr. Stein den im verflossenen Jahre verstorbenen Mitgliedern einen ehrenden Nachruf. Dem Schriftführer Hrn. Borgmann und dem Kassierer Hrn. Rinke wurden unter dem Ausdruck des Dankes Entlastung erteilt. Bei der Wahl des Vorstandes wurden sämtliche Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Nach dem Bericht über das achte Geschäftsjahr, den ebenfalls der Vorsitzende erstattete, betrug die Mitgliederzahl am 31. Dezember 1909 65. Die Mitteilung, daß das Vere nsvermögen sich von Jahr zu Jahr besser gestaltet, rief bei den Mitgliedern große Befriedigung hervor. Bei einem monatlichen Beitrag von 50 Pfennig ist das Sterbegeld an die Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder vom 1. Januar 1910 ab auf 40 M. erhöht worden. Alle Kriegsteilnehmer, die dem Verein noch fern stehen, werden gebeten, sich zum Eintritt recht bald zu melden, da Aumahmen nur noch bis Ende Dezember 1911 erfolgen können. Nähere Auskunft erteilt Hr. Heinrich Stein in seiner Wohnung Sternengasse 50, und an jedem ersten Sonntag im Monat von 11 bis 1 Uhr im Vereinslokal Bierbrauerei Jos. Maaßen, Hahnenstraße 43. —— Der Männergesangverein Kölner Sängerkreis bereitete seinen Gästen durch eine am Freitagabend im großen Saale der Bürgergesellschaft abgehaltene Silvesterfeier vergnügte Stunden. Nach einigen einleitenden Musikvorträgen, die von einem Teile der Kapelle des Infanterie=Regiments 53 in gewohnter, mustergültiger Weise vorgetragen wurden, wurde der Schwank Die Vorstandswahl flott gegeben. Nach einem gemeinschaftlich gesungenen Liede erfreute Hr. Opernsänger Röseling mit seiner schönen, wohltönenden Baßstimme die Anwesenden durch den Vortrag der drei Lieder Hintende Jamben. Am Teerisch und Sonderbares aus Aegypten, welche von dem Publikum mit rauschendem Beifall belohnt wurden; ebenso dankbar wurde die vom Chor vorgetragene Gesangsquadrille für vier Männerstimmen AlteBekannte gewürdigt. Der Fritz Hönigsche Schwank Böckteröck oder Herraten mit Hindernissen stellte an die Lachmuskeln der Zuschauer große Anforderungen und brachte den Darstellern den verdienten Tank. Den Höhepuntt bildete die allegorische Dichtung Das alte und das neue Jahr; sie wurde meisterhaft vorgetragen und weckte bei den zahlreich Erschienenen die fröhlichste Neujahrsstimmung. Der Festball hielt die Teilnehmer noch bis zum frühen Morgen beisammen; man war sich einig darüber, daß der Sängerkreis seinen Gästen ein schönes Fest geboten hatte. X Der Franziskanerkloster-Kirchenchor veranstaltete am Sonntag in seinem Vereinslokale in der Restauration Höhner am Blaubach eine Weihnachtsfeier. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden Hrn. Monschau entwickelte sich ein reichhaltiges Programm. Sinnreiche und hübsch wiedergegebene Deklamationen zweier Kinder, gemeinschaftlicher Gesang von Weihnachtsliedern wechselten ab mit schönen musitalischen, gesanglichen und humoristischen Daxbietungen der Vereinsmitglieder, sowie eines Mandolinenklubs. Bewunderung riefen die Talent und gute gesangliche Auffassungsgabe bekundenden Liedervorträge des Hartmannschen Quarteits— ebenfalls Mitglieder des Vereins— hervor. Dankbare Aufnahme fanden auch die vom Verein selbst zu dem Konzert beigesteuerten Chöre, die unter Leitung des Dirigenten Hrn. Immendorf, sowie des Hrn. Franz Jagdfeld recht gut zur Wirkung kamen. Im humoristischen Teile bewährten sich vorzüglich die Herren Eng. Gabriel(Düsseldorf) als Vortragskünstler und Franz Emunds als Ringkämpfer. Eine Verlosung, die jedem Teilnehmer einen Gewinn einbrachte, trug ebenfalls viel zur Erheiterung bei. Herr Guardia P. Facundus, gab zunächst seiner Freude Ausdruck über das gute Gelingen der gesanglichen Aufführungen des neuen Chores an den Weihnachtstagen und ermahnte die Sänger zu treuem Festhalten am Verein. □ Der Kirchenchor von St. Severin beging am Sonntag im großen Saale des Annohauses eine wohlgelungene Weihnachtsfeier. Nach der Begrüßungsrede, die der rührige Dirigent des Chors Herr Lehrer Sax hielt, und nach einer kernigen Werberede des Herrn Kaplan Falkenstein trugen die Geschwister Sax den Festprolog wirkungsvoll vor. In angenehmer Reihenfolge gliederten sich hieran gemischte und Männerchöre, Klavier= und Violin=Vorträge sowie Baritonsoli. Alle Darbietungen zeugten von intensiver Schulung und großem Können. Die Knaben des Chors und die Meßdiener von St. Severin wurden hierauf beschert. Damit auch der Humor zu seinem Rechte kam, gelangten Schuster Sohle und sein Ideal, die Wache vor dem Pulverturm, die Witterung und zum Schluß das Theaterstück: Wer trägt die Pfanne fort? vortrefflich von Mitgliedern des Chores gespielt, zur Aufführung. Der Zweigverein Köln des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins hielt Donnerstag, den 23. Dezember 1909, im Gasthof Ewige Lampe seine Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ergab sich, daß der Verein im verflossenen Jahre zwei seiner tätigsten Vorstandsmitglieder verloren hat, Herrn Rentner Karl von Thenen durch den Tod und Herrn Landgerichtsdirektor Ernst Dronke durch Versetzung nach Berlin. Die Mitgliederzahl hielt sich mit 431 ungefähr auf der Höhe der früheren Jahre, auch die Einnahmen mit 1742,85., die Ausgaben mit 1742,85 M. sowie das Vereinsvermögen mit 628,51 M. sind ungefähr die gleichen geblieben. Nach außen hin bewies der Verein wiederum seine große Regsamkeit durch Veranstaltung bedeutsamer Vorträge aus dem Gebiet der deutschen Sprachwissenschaft, Volkskunde und Dichtung, wofür er auch diesmal hervorragende Kräfte gewonnen hatte. Eine vaterländische Gedenkfeier eigenster Art zur Erinnerung an die Schlacht im Teutoburger Walde, bei der eine begeisterte und begeisternde Jugend die Rollen übernommen hatte, gab der Reihe der Vorträge einen schönen und wirkungsvollen Abschluß. Angesichts der großen Schwierigkeiten, mit denen der Verein bisher zu kämpfen hatte, wurde allgemein der Wunsch ausgesprochen, daß seine hohen und wichtigen, auf die Pflege unserer Muttersprache und unseres deutschen Volkstums hinzielenden Bestrebungen durch zahlreicheren Besuch seiner Vorträge und immer umfassendere tätige Teilnahme Unterstützung finden möchten. 6 Die Marianische Jünglings-Rongregation von St. Rlichael(St. Raphael=Bündnis) veranstaltete am Montag im großen Saale des Fränkischen Hofes ihren diesjährigen Theaterabend. Zahlreich war der Besuch. Zur Aufführung gelangte zuerst das zweiaktige Schauspiel: Bruderliebe und Brudertreue von P. Sutter, das von Mitgliedern der Kongregation recht gut gespielt wurde.— Es folgten dann mehrere vortreffliche Violinvorträge eines Schülers der Pfarre, die den Uebergang zu dem religiösen Schauspiel Der Sohn des Tyrannen von H. Houben bildeten. Houbens Schauspiel versetzt uns in die Zeit der Christenverfolgung unter der Herrschaft des Kaisers Galerius und seines Präfekten Herokles. Es füyrt lebenswahre Bilder aus der damaligen Zeit vor, die auf die Anwesenden tiefen Eindruck machten. Auch dieses Stück wurde von Mitgliedern der Kongregation gesoielt und fand reichen Beifall. Der Präses, Hr. Kaplan Malmede und Herr Pfarrer Müller richteten beherzenswerte Worte an die Versammlung. Stimmen aus dem Leserkreis. „Die Redaktion übernimmt für den Inhalt der an dieser Stelle zum Abdruck kommenden Zuschriften aus dem Leserkreis keine Verantwortung. Sie ist bereit, etwaige Richtigstellungsn der Gegenseite zur Klärung des Sachverhalts auch zu veröffentlichen. [5116] Porz,.Jan.1910. Im Interesse der Zentrumssache muß zur Gemeinderatswahl in der Burgermeisterei Heumar noch einiges klar gestellt werden. Ein Artikel in einer der letzten Nummern des Local=Anzeigers spricht von einer Bürgermeisterpartei. Es könnte das zu der Annahine führen, als seien die Wähler, die den Erfolg zum größten Teil auf ihrer Seite hatten, Anhänger des Herrn Bürgermeisters. Das ist aber total irrig, wie hier allgemein bekannt ist. Nur durch das traurige Abhängigkeitsverhältnis vieler Einwohner— Geschäftsinhaber und vor allem Wirte— von dem Burgermeisteramt bzw. der Polizei konnten die Kandidaten des Bürgermeisters gewählt werden. Bei einer geheimen und auch bei einer weniger beeinflußten Wahl wäre das Ergebnis ein ganz anderes gewesen. Schuld an dem so kläglichen Ausgang trägt auch die Leitung der Zeutrumspartei, die zur rechten Zeit hätte Front machen müssen gegen die Machenschaften der„Bürgermeisterpartei“, die ihre Kandidaten, ohne daß ein Einspruch erfolgte,„Zentrumskandidaten“ nannte und dadurch die Wähler irreführte. Soll das Zentrum hier jemals Erfolg haben, dann ist vor allem eine klare, unzweideutige Stellungnahme der Zentrumsleitung nötig. Eine Niederlage in Ehren ist immer noch besser, als eine wankende Haltung, der vielleicht der Sieg als Frucht zufallen könnte. Mögen die wirklichen Anhänger des Zentrums sich fest zusammenschließen, möge die Parteileitung gelernt haben und in Zukunft fest und unentwegt ihren geraden, vorgezeichneten Weg gehen, ohne sich wieder hinter's Licht führen zu lassen: dann, aber auch nur dann kann der Erfolg nicht ausbleiben. X. 5117] Schauspielhaus. Für Samstag dieser Woche ist wieder Kleist's patriotisches Schauspiel Die Hermannschlacht angesetzt. Hoffentlich fällt diese Aufführung besser aus als die letzte am zweiten Weihnachtstag, die der Kölner Bühne wenig würdig war. Einsender dieses besucht seit Jahren mit Vorliebe die klassischen Vorstellungen, erinnert sich aber nicht, ein Stück gesehen zu haben, in dem seibst von den Trägern der Hauptrollen so hastig und undeutlich gesprochen wurde, wie an jenem Abende. Wie besonders im ersten Akt die Darsteller des Arminius und des Legaten Ventidius die Sätze herunterjagten, das erinnerte lebhaft an einen die Speisekarte herunterraspelnden Kellner. Am Schluß des ersten Aktes machten denn auch die zahlreich im ersten Parkett anwesenden Fremden ihrem Unmut durch vernehmliches Zischen Luft. Darauf hin nahmen sich die Hauptdarsteller etwas mehr zusammen, obwohl auch jetzt noch die Mehrzahl der Germanenfürsten und vor allem der römische Oberfeldherr Varus selbst in den vordersten Parkettreihen unverständlich blieben. Wohltuend berührte dagegen die ebenso deutliche wie sinngemäße Aussprache der Herren Kruger Odemar, sowie der beiden alten Räte des Marbod und Arminius. F [5118] Ein neuer Volksgarten soll auf dem Gelände zwischen Vorgebirg= und Brühlerstraße in der Nähe von Raderthal errichtet werden. Der Park soll doppelt so groß werden wie der Stadtgarten ind beinahe die Größe des Volksgartens erreichen. Er soll angeblich als Ersatz für den Botanischen Garten geschaffen werden, der bekanntlich in Verbindung mit der Flora zwischen Amsterdamer= und Stammheimerstraße errichtet wird. Der Ankauf von Grund und Boden für die neue Anlage ist bereits getätigt und eine der nächsten geheimen Sitzungen unserer Stadtverordneten soll über Bewilligung der Mittel(1 Million für Grund und Boden und 190000 M. für Herstellung der Anlagen) Beschluß fassen. Diese Neuanlage darf aber nicht auf Kosten anderer Vororte geschaffen werden. Nach der Aufstellung des städtischen statistischen Amtes betrug die Einwohnerzahl der für den neuen Park in Betracht kommenden Vorortsbezirke Bayenthal und Zollstock am 1. Oktober 1909 9932 bzw. 3408, zusammen also 13340. Dabei liegt aber bereits ein öffentlicher Park, nämlich der Südpark, im Bayenthaler Bezirk und ist für die meisten Einwohner leicht zu erreichen. Für den Bezirk Zollstock ist der Volksgarten nur einige Minuten von dem Botanischen Garten entfernt. Im Bezirk Sülz mit etwa 20 000 Einwohnern wurde der romantische Klettenbergpark geschaffen und Lindenthal mit rund 21000 Einwohnern wird auf den schön sich entwickelnden Stadtwald, der demnächst bis Müngersdorf vergrößert wird, nicht wenig stolz sein. Wie steht es aber mit Nippes und dem mit diesem Vorort fast zusammenhängenden Ehrenfeld? Nippes hatte am 1. Oktober 53 834 Einwohner, bleibt also hinter Ehrenfeld mit 59794 Einwohnern nicht mehr weit zurück. Beide Bezirke zählen zusammen 113 628 Einwohner, weit mehr als alle anderen Kölner Vororte zusammengenommen und fast zehnmal soviel als die Vororte Bayenthal und Zollstock. Was aber besitzen diese beiden großen Bezirke an öffentlichen Anlagen? Soviel als nichts, denn der Stadtgarten kann für Ehrenfeld doch kaum in Betracht kommen. Auch den neuen Botanischen Garten kann man für die überaus zahlreiche Arbeiterbevölkerung von Nippes nicht in Anrechnung bringen, ist er doch von dem stark bevölkerten Bezirke Sechszig bedeutend weiter entfernt als Volksgarten und Südpark von den oben angeführten Vororten. Will der Nippeser oder Ehrenfelder Steuerzahler sich Sonntags einmal in öffentlichen Gärten Kölns ergehen, so muß er entweder stundenlang laufen oder mittels Umsteigkarten der elektrischen Bahnen irgendeinen Garten aufsuchen, wozu sich aber doch nicht jeder aufschwingen kann, besonders Arbeiter mit stärkerer Familie. Wann endlich wird auch einmal etwas für die Bewohner Ehrenfelds und Nippes geschaffen, die doch ebenso ihre Steuern entrichten müssen wie die übrigen Bürger Kölns? Ein Nippeser. (A) Wieviel Fahrkarten gebraucht man zu einer Reise um die Welt? Wer so glücklich ist, heutzutage eine Reise um die Welt machen zu können, braucht hierzu nicht mehr als fünf Fahrkarten. So einfach hat sich in der Zeit des Verkehrs das Reisen auf riesigen internationalen Strecken bereits gestaltet. Nehmen wir z. B. an, der Ausgangspunkt einer Weltreise wäre Hamburg, so nimmt man dort eine Karte für die Fahrt von Hamburg nach New York, eine eine zweite führt uns von New York nach Bancouvert, die dritte von Vancouvert nach Hongkong, die vierte lautet für die Strecke von Hongkong bis Genua und die fünfte Karte ist für den Rest der Reise von Genua nach Hamburg zu lösen. Natürlich hat der Reisende die Berechtigung. die Fahrt beliebig zu unterbrechen, um nach allen Orten, die er besuchen will, Abstecher zu machen. Die Fahrkarten, die dem glücklichen Reisenden den Schienen= und Schiffahrtsweg um die ganze Erde erschließen, haben in Anbetracht der großen Entfernungen, auf die sie lauten, ein zierliches Format; sie erreichen bis auf eine nur die Größe einer halben deutschen Reichspostkarte, können also bequem in einer Westentasche untergebracht werden. Man sieht, wie spielend leicht demjenigen, der das nötige Kleingeld besitzt, heutzutage das Reisen gemacht wird. Standesamt Köln-Lindenthal.(Vom 27. 12. 09.—1. I. 10.) &am Geburten. Marg, T. v. Pbilivv Decker, Fuhrunternehm., Redwitzstraße 78.- Agnes. T. v. Frz. Stoffel. Dekor., Berrenratherstr. 209. Wilh., S. v. Wilh. Hoppe, Schlosser, Scheffelstr. 28.- Jos., S. v. Jakob Mundorf, Schreiner, Palanterstr. 16B.-Servatius, S. v. Eduard Paling, Zuschläger, Herthastr. 60.- Frieda, T. v. Eduard Gutowfen, Friseur, Venloerstr. 407.- Margot, T. v. Hrch. Krudewig, Kfm., Lütticherstr. 25. - Maria, T. v. Jos. Levouille, Kohlenhdl., Dürenerstr. 162.— Barbara, T. v. Jos. Grünswald, Monteur, Luxemburgerstr. 222.- Elisab., T. v. Jak. Doppelgatz, Straßenb.=Wagenf., Hönningerweg 176.- Paula, T. v. Dionysius Hemmersbach, Fabrikarb., Palanterstr. 56.- Johann, S. v. Adolf Kitz, Korbwarenhdl., Altermarkt 8.- Jos., S. v. Bernhard Huth, Schuhmachermstr., Triererstr. 15.- Pet., S. v. Franz Körtgen, Kellner, Biberstr. 24.- Joy., S. v. Joh. Rausch, Steinhauer, Reinoldstr. 9, Luise, T. v. Otto Breuer, Elektrotechn., Gr. Griechenmarkt 13.- Karola, T. v. Einar Hammer, Bautechn., Klosterstr..- vel.. T. v. Wilh Zeptor Schneidermstr., Burgunderstr. 57.-Joh., S. v. Lamb. Bechem, Fabrikarb., Hönningerweg 174.- Aug, S. v. Nikol. Dietz, Steinmetzmstr., Reister Gerhardstr. 30.- Edith. T. v. Karl Sickel, Steuersekretär, Hardtstr. 4. Maria, T. v. Jakob Vonn, Zimmerstr., Marsiliusstr. 34.- Margareta, T. v. Nikolaus Hoß, Bäcker, Bachemerstraße 138.- Karl, S. v. Karl Moning, Klempner, Krielerstr. 88.— Cäcilie, T. v. Engelbert Weistenberg, Stukkateur, Sülzburgstr. 194.= Elfriede, T. v. Heinr. Buhlmann, Maler, Palanterstr. 5B.= Elise, T. v. Erust Hornuf, Ofensetzer, Weyerthal 18.- Friedrich, S. v. Eduard Rolff, Bergwerksdirektor, Fürst Pücklerstr. 20.„ Sibylla, T. v. Karl Corns, Fabrikarb., Verrenratherstraße 221.- Paul, S. v. Bernhard Roska, Bohrer, Kalk, Gartenstr. 94. - Frieda, T. v. Otto Decher, Bureauoberassistent, Schulze Delitzschstr. 54. - Auguste, T. v. Wilh. Kunze, Handschuhmacher, Elstergasse 13.- Kath., T. v. Heinrich Koenen, Monteur, Luxemburgerstr. 260:- Theobald, S. v. Mar Schuster, Kaufm., Berrenratherstr. 162A.- Anna, T. v. Wilh Maus, Bäcker, Sülzburgstr. 216.— Ottilie, T. v. Matth. Mertens, Fuhrm., Berrenratherstr. 357.- Joseph, S. v. Joseph Pielucha, Fabrikarbeiter, Aachenerstr. 358.- Matthias, T. v. Theodor Klinkhammer, Schachtmeister, Aegidiusstr..- Joseph, S. v. Jakob Großholz, Schloss., de Noélplatz 11.- Siegfried, S. v. Paul Steinacker, Versicherungsheamtel, Loreleystr. 18.- Johannes. S. v. Franz Neißer, Fabrikarb., Mülheim(Rhein).- Otto, S. v. Ernst Hofer, Ingenieur, Zollstr. 23. &a Sterbefälle. Ernst Mickerts, Masch., 48., Sömmeringstr. 40. Sibylla Parditzey geb. Schaaf, Wwe., 58 J. Morsdorferstr. 6.— Anna Rodenberg geb. Gaß, 39., Bonnerwall 96.- Johann Kayser, 18., Bonnerstr. 76.- Hrch. Motts, Bureaugeh., 38., Mörsergasse 27-29. Frz.. Backhaus, Kfm., 75., Palanterstr. 60.— Jak. Scheerer. 6., Sülzburgstr. 31.- Anna Warnecke, 32., Ottostr..— Frz. Wolff, Kfm. 63., Wittgensteinstr. 13.- Wilhelmine Langen geb. Weinhöhner, 53., Krefelderwall 16.- Ilse Roob, 3., Gleuelerstr. 116.- Hrch. Löffel, Tagel Wwr., 66., Zülpicherstr. 32.- Rud., Schelberg, 5., Sülzburgstr. 162. - Agnes Winterscheidt, 1., Rhöndorferstr. 98.- Wilh. Effer, Werkmstr 61., Zülpicherstr. 225.- Friedr. Düdel, Rentn., 74., Classen KappelThort. Kenrn., 14., Elassen Kappelmannstraße 34.- Georg Mart. Joseph, Kfm., 55.,- Wiesbaden, Stiftstraße 17,- Katharina Dietz geb. Pfleger, 67., Lindenstr. 52.- Maria geb. Helbach, 33 J. Fünst„ 00 gbichT Sl.n. Georg Beitz, 2., Rheingasse 9.- Elisab. Hirn, 4.; An Lyskirchen 17. - Amalie Thieb geb. Kraus, 45., Sömmeringstr. 71. Heiraten. Wilh. Köntges, Packer, u. Gertr. Kersten, Marsiliusstraße 39.- Wilh. Iven, Chauff., u. Magd. Ruland, Wittgensteinstr. 7. Jak. Heus, Schuhm., u. Christ. Winzen, Luxemburgerstr. 420.- Hub. Thar, Eisenbahnarb., u. Maria Giesa, Weyerthal 45. * Heiratsankündigungen. Joh. Schäfer. Küster, Remagen, u. Sib. Wirtz, Bachemerstr. 124.— Rad. Baumeister, Kaufm., u. Berta Gumm. beide Schallstr. 22. Wilh. Emsmann, Maler u. Anstr., Aachenerstr. 241, u. Juliane Spenner, Aachenerstr. 352.- Gg. Schwartz Metallarb., Herderstr. 95, u. Therese Oslender, Bachemerstr. 149.- Wilh. Bröhl, Kaufm., Nikolausstr. 152, u. Kath. Engmann, Nikolausstr. 132. Franz Meisters, Straßenb.=Wagenf., Roonstr. 88, u. Maria Schnelder Krementzstr. 24.- Wilh. Kügelchen, Reg.=Sekr., Rob. Blumstr. 20. u. Maria Baum, Solingen, Nordstr. 25. Standesamt Köln-Deutz.(Vom 24 bis 30. 12. 1909.) Geburten. Wilh., S. v. Wilh. Mohrenz, Zimmerer, Ostheimerstraße 39.- Martin, S. v. Wilh. Becker, Maurer, Tempelstr. 51.- Franz S. v. Joseph Jansen, Metzger, Freiheitstr. 66.- Hubert, S. v. Wilhelm Schwamvorn, Fabrikarb, Esserstr. 28.- Maria, T. v. Theod. Kremer Rangierer, Köln=Poll, Hauptstr. 25.- Johanna, T. v. Nikola Schnittger, Tagel., Heribertusstr. 13.- Nik., S. v. Leonh. Pütz, Tagel., Siegburgerstraße 75A.- Adele Marg., T. v. Friedr. Karl Rammin, Drechslermstr., Breuersstr. 11.- Heinr., S. v. Peter Jos. Decker, Telegr.=Leitungsaufs., Lorenzstr. 7.= Wilh., S. v. Rich. Flieger, Bahnarb., Köln=Poll, Salmstraße 74.- Jos., S. v. Rich. Böllmar, Schutzmann, Wattstr. 5.- Franz, S. v. Franz Decker, Schlosser, Wahnerstr. 14.- Ilse. T. v. Eug. Sternenderg. Kaufm. Freiheitstr. 103. Sibylla, T. v. Karl Weder, Tagel., Wahnerstr. 5.- Maria, T. v. Joh. Broichhagen, Eisenbahnschaffner, Grembergerweg 78.- Joh., S. v. Peter Stefen, Eisenhobler, Rolshoverstraße 74. Mechtilde, T. v. Heinr. Priester, Fabrikarb., Köln=Poll, Salmstr. 79.- Jos., S. v. Georg Lülsdorf, Kaufm., Esserstr. 16.- Marg., T. v. Otto Junker, Straßenb.=Wagenf., Esserstr. 7.- Charl., T. v. Otto Schröder, Ingen., Taunusstr. 32. &a Sterbefälle. Aug. Heinr. Einrauch, Musik., z. 3. Musk. der 10. Komp. Inf.=Regts. Nr. 16, 23., Beienrode, Kr. Göttingen.- Margareta von Harenne, 1., Helenenwallstr. 48.„ Gerteud Wieskirchen, geb. Stein, 55., Arnoldsstr. 27A.- Wilb. Kremer, o. B. Witwer, 73., Helenenwallstr. 28.- Maria Lonz, o.., 46., Freiheitstr 90.- Bernh. Breimann, Fuhrm., 56., Judenkirchhofsweg 37.- Willi Saal, 5., Heribertusstr. 13.- Georg Peter Monshausen, Bahnmeister I. Kl., 56., Pferdchensgasse 2.- Giovanni Alessander Sovegnago, 1., Taunusstr. 41. Heiratsankündigungen. Johann Georg Statt, Fabrikarbeiter, Ferdinandstr. 5, u. Gertrus Voiz, Köln, Isabellenstr. 29. Heiraten. Heinrich Ziskoven, Handlungsgeh., u. Eva Erbertz b. Mülheim a. Rh.,= Gerhard Wilhelm Jäger, Serg. im 1. Westf. Pion.= Bat. Nr. 7, u. Johanna Windheuser, beide Köln=Riehl, Hitdorferstr. 23. Standesamt der Stadt Kalk.(26.Dez.1909 bis 1. Jan. 10.) &a Geburten. Hans Peter, S. v. Joh. Dillendurger, Stadtsekretär, Kaiserstr. 12. Karl u. Fritz, Zwill. v. Otto Sallokat, Tagel., Buchheimerstr. 68.— Barbara, T. v. Peter Wilhelmy, Obst= u. Gemüsehdlr., Hauptstr. 194.- Hedwig, T. v. Andreas Schiffelgen, Vizefeldwebel, Kronprinzkaserne.- Franz, S. v. Franz Tiefenthal, Tagel,, Friedrich Wilhelmstr..- Katharina, T. v. Wilh. Dott, Klempner, Eintrachtstr. 43. - Marg. Kath., T. v. Wilh. Fröhling, Vollziehungsbeamter, Kronprinzstraße 27. Else Auguste, T. v. Gustav Pater, Modellschreiner, Roonstraße 111.-Paul, S. v. Herm. Wienströer, Anstr., Korneliusstr. 17. Wilh. Johannes, S. v. Wilh. Göbel, Berufsgenossenschaftssekr., Bahnhofstraße 15.- Johann, S. v. Ludwig Reider, Tagel., Eintrachtstr. 43. &am Sterbefälle. Joseph Schiffer, 5., Viktoriastr. 106.„ Agnes Thelen, 4., Hauptstr. 121.— Albert Bruch, Packmstr., 63., KölnDeutz.- Gustav Rücker, Unteroffizier, 23., Kronprinzkaserne.- Luise Becker, 7., Hauptstr. 224.- Katharina Dott, 15 Std., Eintrachtstr. 43. Joh. Neumann, 1., Hubertusstr. 19.- Joh. Küster, 1., Poststr. 12. & Heiraten. Gustav Klaas. Tagel., v. Rückershausen, u. Wilhelmine An de Brügge, v. Kalk.- Gustav Meyer, Maschinist, v. Rheinsberg. u. Anna Schumann, v. Steinebach.- Joh. Premm, Elektrotechn., v. Köln, u. Ottilia Kirvel. v. Kalk. &a Heiratsankündigungen. Wilh. Udert. Fabrikarb., Hermannstraße 4, u. Theresia Lahme, Köln.- Wilh. Pütz, Dreher, Mülheimer= straße 183, u. Gertrud Kopp. Hauptstr. 42. Kölner Lesal-Auzeiger Nr. 6 5 Freitag. 7. Januar Aus Kölns Nachbarschaft. P Gleuel,.Jan.1910. Der katholische Arbeiterverein hatte auch in diesen Weihnachtstagen seine Mitglieder mit ihren Angehörigen um den brennenden Weihnachtsbaum zu einer Familienfeier versammelt, die sehr gut besucht war. Der Saal der Wwe. Rosenbaum war bis auf das letzte Stehplätzchen angefüllt. Nach kurzen Begrüßungsworten des Präses gelangte zur Aufführung das Theaterstück Vater unser, das bei guter Auffuhrung mit seinem ernsten, ergreifenden Inhalte augenscheinlich einen tiefen Eindruck auf die gespannt lauschende Zuhörerschaft machte. Die darauf abgehaltene Weihnachtsverlosung meist für den Haushalt recht nützlicher Gegenstände verfehlte ihre erheiternde Wirkung nicht und leitete so angenehm zu dem zweiten Teil des Abends über, welcher der Heiterkeit eingeräumt war. Die nun folgenden humoristischen Darbietungen hielten die Festteilnehmer bis 10½ Uhr gemütlich zusammen.— Zu den weiteren Weihnachtsveranstaltungen des Arbeitervereins gehört die Bescherung der Kinder seiner Mitglieder, die am Neujahrstage stattfand. Unterm strahlenden Weihnachtsbaum wurden etwas über 400 Kinder mit meist recht praktischen Geschenken und Spielzeug beschert. Selbstverständlich fehlten die für den Kindermund so willkommenen Leckereien nicht. Die Mittel dazu waren von hochherzigen Spendern zur Verfügung gestellt. Zwei Weihnachtsreigen und ein Weihnachtsspiel, von Kindern anziehend aufgeführt, hatten wiederum auch viele Erwachsene herbeigelockt, die sich an der Fröhlichkeit der Kinder miterfreuten. Weihnachtsspiel und Reigen wurden am folgenden Tage(Sonntag) wiederholt. (0) Ensen,.Jan.1910. Am vergangenen Sonntag fand hierselbst in der Heil= und Pflegeanstalt des Alexianerklosters eine Weihnachts= und Neujahrsfeier statt. In einem war ein prächtiger Weihnachtsbaum aufgebaut. Eine Musikkapelle aus Köln spielte heitere und ernste Weisen. Zur Eröffnung einer der Kranken einen selbstverfaßten inhaltreichen Prolog.— Seelsorger der Anstalt hielt die Festrede, in der er einen Rückblick hielt über die Geschichte des Klosters im verflossenen Jahre. In gesanglicher Hinsicht leistete der aus Brüdern und Angestellten gebildete Chor recht Gutes. Aber auch an Einzelvorträgen von seiten der Pensionäre wie auch einiger Gäste fehlte es nicht. So verging der Abend in wirklich gemütlicher Stimmung. Man sah es den Kranken an, wie wohltuend eine solche fröhliche Festesstimmung auf dieselben wirkt und konnte mit Freuden wahrnehmen, ein wie freundschaftlicher und liebevoller Ton zwischen den Kranken und den Brüdern herrscht. Zündorf,.Jan.1910. Gestern nachmittag 5½ Uhr fand hierselbst im Kaisersaale des Hru. Paul Klein die Weihnachtsfeier der katholischen Bewahrschule St. Joseph statt. Hr. Pfarrer Correns hieß die Erschienenen herzlich willkommen. Alsdann wurden Gedichte vorgetragen. Den Glanzpunkt des Abends bildete die Aufführung des religiösen Schauspieles aus der Zeit der Christenverfolgung Die heilige Dorothea. Das Stück machte einen nachhaltigen Eindruck. Besondere Erwähnung verdienen die Darstellerinnen der Dorothea, Cornelia, Gemahlin des Prokonsuls, und Kalista, deren Tochter. Mit einem glänzenden lebenden Bilde fand kartsial, beren Tochter? Vil einen geeieg..„ die beifällig ausgenommene Wiedergabe des Schauspieles R Hermülheim, 3. Jan.1910. Zu dem W lienabend am 2. Januar im großen Kaiser=Wilhelmsaale hatte sich eine so große Menge von Besuchern eingefunden, daß kein Plätzchen meyr zu erlangen war. Mit herzlichen Neujahrs= und Weihnachtswünschen eröffnete Hr. Pfarrer Esser die Versammlung. Da am selben Tage der rote, sozialdemokratische Kalender in alle Häuser geworfen worden war, sah sich der Vorsitzende veranlaßt, vor dem Kalender und der Sozialdemokratie zu warnen, welche den Glauben an den menschgewordenen Gottessohn, der den Inhalt unseres Weihnachtsfestes bildet, aus den Herzen des arbeitenden Volkes reißen will und die Priester der katholischen Kirche auch in dem neuen Kalender verspottet und verfolgt. Nachdem der Kirchenchor in Verbindung mit dem Jungfrauen= und Knabenchor das prächtige Lied Es kam ein Engel hell und klar von Pfarrer Bieger schwungvoll vorgetragen hatte, wurden die Zuhörer freudig das erstmalig von Schulkindern entzuckend dargestellte Weihnachtsspiel Das Christkind kommt von Hecher. Der Beifall wollte gar nicht enden. Das große religiöse Schauspiel Martertum der hl. Cäcilia wurde von den Jungfrauen, die sich in den letzten Jahren eine bemerkenswerte schauspielerische Fertigkeit angeeignet haben, in außerordentlich wirkungsvoller Weise zur Aufführung gebracht. Ein lebendes Bild in bengalischer Beleuchtung zeigte den Tod der hl. Cäcilia nach der bekannten Darstellung. Tiefergriffen spendeten die Anwesenden reichen Beifall. Einen lieblichen musikalischen Rahmen wanden um die ganze Veranstaltung die trefflichen vierhändigen Klaviervorträge der beiden Schwestern Frl. Huberta und Elisabeth Lutkenhus. vorzügliche Ineinanderspiel der beiden wurde viel bemerkt. Die Leistungen lassen für die Znkunft noch viel Gutes und Schönes von den jungen Künstlerinnen erwarten. Hr. Hauptlehrer S erstattete wie alljährlich den Rechenschaftsbericht über die Schulsparkasse, gegründet Januar=1906 und den Glockenbauverein, gegründet 1905 im Spätherbste. In knapp vier Jahren wurden in die Schulsparkasse, welche nach eigenem System eingerichtet ist, 5937,50 M. eingelegt. Im Jahre 1909 wurden gespart von 136 Sparern 1069,15., wurden zurückgenommen 1361,85., der Bestand beträgt 2149,25 M. Der Glockenbauverein verfügt über ein Kapital von 3727,04., die Sammlungen des Jahres 1909 betrugen einschl. Zinsen 317,72 M. Der stimmungsvolle Chor Lied zur hl. Cäcilia für vier gemischte Stimmen von E. Nickel unter der vorzüglichen Direktion des Hru. Organisten Aussem schloß den zweiten Teil des schönen Abends. Der Herr Pastor dankte allen Mitwirkenden für ihre Bemühungen und Darbietungen unter dem lebhaften Beifall der Anwesenden und teilte im Anschluß daran mit, daß wegen der vorgerückten Stunde die Verlosung auf Donnerstag 6 Uhr(Fest der hl. Dreikönige) verlegt sei; das Weihnachtsspiel Das Christkindlein kommt würde an diesem Tage eine Wiederholung erleden. Es sei noch erwähnt, daß das Institut von Reisinger(Köln) die prachtvollen Kostüme gestellt hat □ Stotzheim bei Hermülheim, 4. Jan.1910. Der katholische Arbeiterverein, der im vergangenen Jahre erst gegründet wurde, hielt am Sonntag im Lokale von Effertz seine erste Generalversammlung ab, die gut besucht war. Aus dem Jahresberichte, den der Vorsitzende Hr. Hauptlehrer Dick erstattete, war zu entnehmen, daß das Vereinsleben sich rege und erfolgversprechend entfaltet hat. Die Kassenverhältnisse können als gut bezeichnet werden. Der Verein zählt 58 aktive Mitglieder. Nach dem detaillierten Kassenbericht des Kassierers beträgt der Ueberschuß aus 1909 rund 97 M. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Müller und Schorn, sowie zwei Revisoren wurden per Akklamation wieder= bzw. neugewählt. Arbeitersekretär Israel beantwortete hierauf einige Fragen bezüglich der Presse und gab eine Reihe von praktischen Anregungen, wie die Tätigkeit des Vorstandes, der Vertrauensmänner, die Werbearbeit der Mitglieder und die übrige Vereinstätigkeit am erfolgreichsten zu gestalten ist. Nachdem Hr. Busenbender noch kurz auf die idealen Bestrebungen der katholischen Arbeitervereine hingewiesen, wurde zum Schluß ein Programm für die nächste Zeit aufgestellt. zr Knapsack,.Jan.1910. Im Streite mißhandelte ein Fabrikarbeiter hierselbst zwei Leute mittels gefährlichen Werkzeugs und brachte einem eine schlimme Verletzung an einem Auge bei. Das Kölner Schöffengericht erkannte auf drei Monate Gefängnis. S Stommeln,.Jan.1910. Heute nachmittag 5 Uhr fand im Saale der Gastwirtschaft Zur Post eine Versammlung der Sparund Darlehenskasse Stommeln statt. Vom Vorstande wurde vorgeschlagen, den Ueberschuß zum Ankauf einer Dungerstreumaschine zu verwenden. Dieser Vorschlag wurde aber nach längerer Diskussion von den Mitgliedern abgelehnt. Der Ueberschuß wird für Ausschmückung der neuen Kirche bzw. zur Beschaffung einer neuen Orgel verwendet. zn Rierberg,.Jan.1910. Schier ein dutzendmal wegen Beleidigung vorbestraft ist ein Eisenhobler von hier, der sich wieder wegen Beleidigung und zwar diesmal von Verwandten vor dem Kölner Schöffengericht zu verantworten hatte. Er erhielt sechs Wochen Gefängnis. # Wefseling,.Jan.1910. Die Freiwillige Feuerwehr feierte am Neujahrstage im Gasthofe Zur Eule ihr diesjähriges Familienfest. Humoristische Vorträge, ein kleines Theaterstück mit nachfolgendem Tänzchen gestalteten den Abend zu einem sehr abwechslungsreichen und unterhaltenden. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. ihren Abschluß. Zum Schlusse dankte Hr. Pfarrer Correns den Schwestern, welche sich viele Mühe mit der Einübung der Stücke gemacht haben. Ferner dankte er allen denen, die zu dem schönen Gelingen des Abends beigetragen und besonders den Mitspielern. Dieselbe Vorstellung wird am Donnerstag, den 6. Januar noch einmal gegeben werden. Ak Siegburg,.Jan.1910. Durch das Volksbureau und Arbeitersekretariat hierselbst wurden im Monal Dezember 207 Auskünfte erteilt und 87 Schriftsätze angefertigt. Es betreffen die Unfallversicherung 85(52)— die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Schriftsätze—, die Invalidenversicherung 24(), Krankenversicherung 13(10), Haftpflicht 6(), Erbschaftssachen 7(), Dienst= und Arbeitsvertrag, Gesinde 12(), Polizei= und Strafsachen 3(), Armen= und Alimentationssachen 7(), Vormundschaftssachen 3(), Kommunalangelegenheiten 9(), Schulsachen 4(), Militärangelegenheiten 4(), Zivilrechtssachen 11(), Steuersachen 7(), Miet= und Pachtsachen 6(), sonstige Angelegenheiten 4(1) und eine Menge Auskünfte in Vereins= und Organisationsfragen. Der Posteingang bezifferte sich auf 97 Briefe, 23 Postkarten, 8 Pakete und 7 sonstige Sachen und die täglich einlaufenden Drucksachen. Es gingen aus 275 Briefe, 74 Postkarten, 5 Pakete und 8 sonstige Sachen. Der Sekretär nahm an 15 Versammlungen und Konferenzen teil und hielt 10 Vorträge. In 2 Unfallsachen wurde die persönliche Vertretung am Schiedsgericht für Arbeiterversicherung in Köln übernommen. (0) Eil,.Jan.1910. Gestern abend 9 Uhr brannte ein Fruchtbarmen nieder. Die freiwillige Feuerwehr war schleunigst zur Stelle; ihrem tatkräftigen Arbeiten ist es zu verdanken, daß drei weitere Barmen vom Feuer verschont blieben. 24. Dünnwald,.Jan.1910. Am Neujahrstage fand bei Hrn. Jos. Melzer eine Bescherung armer Kinder ohne Unterschied der Konfession statt, welche von der Gesellschaft Einigkeit veranstaltet war. 21 Kinder wurden beschert. Mehrere Kinder deklamierten sinnige Gedichte und Hauptlehrer Kohlgrüber hielt eine kurze Rede, in der er den Mitgliedern der Gesellschaft Einigkeit, sowie den Damen im Namen der Kinder herzlich dankte. Für die Bescherung hatte die Gesellschaft 300 M. bewilligt. Nachdem die Kinder reichlich bewirtet und beschenkt den Festsaal verlassen hatten, fand eine Verlosung statt, bei der auch der Humor zur Geltung kam. Den musikalischen Teil des Abends hatten zwei Musiker aus Bonn und ein aus Mitgliedern des hiesigen PfarrCäcilienchors und des Männergesangvereins Loreley gebildetes ü Schlebusch.Jan.1910. Der Katholische Arbeiter: verein trat am zweiten Weihnachtstage mit theatralischen Vorführungen zum ersten Male an die Oeffentlichkeit. Der Vizepräses begrüßte die Erschienenen und übertrug dann die Leitung Hrn. Arbeitersekretär Ritzerfeld(Mülheim). Als erstes Stück gelangte zur Aufführung: Priesterlicher Heldenmut. Diese Aufführung bewies, daß die Darsteller ihre Rollen vorzüglich erfaßt hatten. Die beiden folgenden Stücke heitern Inhalts wurden ebenso flott gespielt. Die Gesangsabteilung trug drei Lieder vor, die vielen Beifall fanden. Ebenso großen Anklang errangen die Deklamationen des Hrn. Jean Mechenich aus Kalk. Die ganze Veranstaltung verlief aufs schönste. Sitzungen und Besprechungen nahm er teil. Zu 14 Versammiungen der Volks= und Arbeitervereine wurden durch das Sekretariat Redner besorgt. Außer den 611 Personen, die das Sekretariat um Auskunft angingen, wurde dasselbe noch von 897 Personen in der Berichtszeit in anderen Angelegenheiten, z. B. Vereinsfragen, Arbeitsnachweis, Kolportage, Unterstützungs=, Kassengeschäften usw. in Anspruch genommen. Sk## Ga 90 Insgesamt wurde das Sekretariat im ganzen Jahre von 2644 Personen um Auskunft angegangen und an dieselben 2819 Auskünfte erteilt, dazu wurden 706 Schriftsätze angefertigt. In sonstigen Angelegenheiten verkehrten rund noch 2900 Personen auf dem Sekretariate. Der Postverkehr im Jahre 1909 betrug an Eingängen 2474 gegen 1780 im Vorjahre, an Ausgängen 4747 gegen 3561 im Die Inanspruchnahme des Sekretariates zeigt, abgesehen von der Auskunfterteilung, der Versammlungstätigkeit und dem Postverkehr, im verflossenen Jahre auch auf manchen anderen Gebieten eine erhebliche Steigerung. Dies ist aber auch erklärlich, weil das Jahr 1909 für uns in Köln besonders reich an bedeutenden Ereignissen war. Wir erwähnen hier nur den Eucharistischen Kongreß und die gewaltige Beteiligung der Knappen= und Arbeitervereine bei der Schlußprozession desselben. Ferner die Tagung der Delegiertenversammlung der Arbeitervereine der Erzdiözese Köln und mehrere Bezirksdelegiertentagungen, desgleichen die des Kongresses der christlichen Gewerkschaften. Nicht minder aber trugen die politischen Vorgänge zu einer ausgedehnteren Inanspruchnahme des Sekretariates durch Anfragende bei. : □ Tätigkeitsbericht des katholischen Arbeitersekretariats zu Mülheim(Rhein) pro 1909. Zum zweitenmale tritt das katholische Arbeitersekretariat zu Mülheim(Rhein) mit seinem Tätigkeitsbericht in die Oeffentlichkeit. Die Auskunsterteilung in Arbeiterangelegenheiten, sowie Rechtssachen nin mt die weitaus größte Zeit des Sekretärs in Anspruch. Die Auskünfte werden an alle Mitglieder der katholischen Arbeitervereine, des Volksvereines und der christlichen Gewerkschaften kostenIm verflossenen Jahre wurde das Sekretariat von 1461 Personen in Anspruch genommen(im Vorjahre 1012), an die 1547(i. V. 1020) Auskünfte erteilt wurden, zu welchen 422 Schriftsätze(i. V. 325) erforderlich waren. Von den Auskünften waren 1507 mündlicher, 25 schriftlicher und 15 telephonischer Art. Die gesamten Auskünfte und Schriftsätze verteilen sich auf die verschiedenen Gebiete, welche der Uebersicht halber nachstehend angeführt sind, wie folgt:(Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Schriftsätze.) Zivilund Armenrecht 120(44), Steuer 234(95), Mietrecht 93(), Unfallversicherung 346(115), Invaliden= und Altersversicherung 78 (), Krankenversicherung 116(23), Privatversicherung und Hastpflicht (12), Erbschaftssachen 89(23), Dienst= und Arbeitsvertrag 124 Aus dem Vergischen Land. s Overath,.Jan.1910. Am Sonntag, den 9. Januar, abends ½6 Uhr, findet im Saale der Wwe. Key seitens des Volksvereins für das katholische Deutschland ein Familienabend mit Lichtbildern über Tirol statt. Der Musikverein, wie der Cäcilienverein haben ihre Mitwirkung zugesagt. Aus der Arbeiterwen. □ Das Arbeitersekretariat der katholischen Arbeitervereine zu Köln(Annohaus) wurde in den Monaten Oktober, November und Dezember von 611 Personen um Auskunft angegangen. An dieselben wurden insgesamt 634 Auskünfte erteilt, und zwar 574 mündlich, 49 schriftlich und 11 durch telephonische Anfragen; dazu wurden in 131 Fällen die notwendigen Schriftsätze angefertigt. Die Auskünfte und Schriftsätze verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Gebiete. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Schriftsätze. Zivilrecht einschließlich Armenrechtsgesuche 57(14), Steuern 36(), Miete und Pacht 26(), Unfallversicherung 146(38), Invaliden= und Altersversicherung 67(11), Krankenversicherung 59 (), Privatversicherung und Haftpflicht 38(), Erbschafts= und Testamentssachen 30(), Dienst= und Arbeitsvertrag 37(), Polizei= und Strafsachen 19(), Armenunterstützung und Alimentation 20(), Vormundschaft 11(), Verwaltungsrecht 9(), Schulangelegenheit 10(), Militärangelegenheit 6(1) und sonstiges 63(28). In 9 Fällen wurde Ueberweisung der Angelegenheit an Rechtsanwälte oder Notare notwendig. Von den Auskunftsuchenden gehörten 312 den Arbeitervereinen, 146 dem Volksverein für das katholische Deutschland, 103 den christlichen Gewerkschaften, 14 dem Gesellenverein, 13 dem Beamtenverein und 23 keinem Vereine an. In 13 Fällen fand Vertretung vor richterlichen Instanzen durch den Sekretär statt. In vielen Angelegenheiten waren die Bemühungen des Sekretariates und dessen Ratserteilung von Erfolg. Auch die sonstige Inanspruchnahme war gerade auch im letzten Quartal außerordentlich groß. In 53 Versammlungen, Unterrichtskursen, Vorstands= und Vertrauensmänner=Versamtllungen usw. wurden durch den Sekretär Vorträge und Referate gehalten. An 57 weiteren 51(12), Eroschaftsfachene so„—— (10), Polizei= und Strafsachen 20(), Armenunterstützung und Alimentationssachen 50(10), Vormundschaftssachen 6(), Schulangelegenheit 5(), Militärangelegenheit 2, sonstige Angelegenheiten 213(62). In 6 Fällen wurde ein Rechtsanwalt in Anspruch Von den Auskunftsuchenden gehörten an: dem katholischen Arbeiterverein 986, dem Volksverein 254, den christlichen Gewerkwerkschaften 74, dem katholischen Gesellenverein 12, keinem Vereine 135, welch letztere größtenteils den einzelnen Vereinen zugeführt wurden. Unter den Auskunftsuchenden waren 139 weibliche Personen. Die durch Auskunfterteilung und Vertretung erzielten materiellen Erfolge belaufen sich, soweit sie dem Sekretariat zur Kenntnis kamen, auf insgesamt 6963,26 Mark(im Vorjahre Es entfallen auf Unfallversicherung M. 1801,62, Arbeitsvertrag M. 209,20, Steuern M. 784,90, Krankenversicherung M. 494,04, Erbschaftssachen M. 1200,00, Mietvertrag M. 52,00, Invalidenversicherung M. 510,50, Privatversicherung M. 1695,00, sonstige Sachen 216,00. Leider konnten nicht alle Fälle festgestellt werden, die von Erfolg gekrönt waren, da nur ein geringer Prozentsatz den Ausgang ihrer Sache mitteilte. Vorstehender Bericht beweist, daß wie im Vorjahre die Tätigkeit des Sekretariats erfolgreich war. Auch die sonstige Wirksamkeit des Sekretariats war sehr umfangreich. Der Sekretär beteiligte sich an 269 Versammlungen, hielt 111 Vorträge, größtenteils auf Vereinsversammlungen und Unterrichtskursen. Er erledigte 7 Vertretungen vor richterlichen Instanzen und besorgte in 18 Fällen einen Redner. In Manfort wurde der katholische Arbeiterverein eingeführt. Im September nahm der Sekretär an einem 14tägigen Kursus in.=GladDie Korrespondenz erledigte 221 Briefe, 111 Karten und 298 Drucksachen als Eingang und 399 Briefe, 174 Karten, 606 Drucksachen und 28 Pakete als Ausgang, außerdem 6 Telegramme. X Terrorismus * Cerrorismus. Der sozialdemokratisch organisierte Maurer Zimmermann aus Kriegshaber nahm sich am 28. Oktober 1909 den Maurer Hötzl aus Steppach aufs Korn, um demselben die„Grundsätze“ der Sozialdemokratie beizubringen. In der ersten Anrede bezeichnete Zimmermann den Hötzl als Streikbrecher, und als dieser nachweisen konnte, daß er organisiert sei,— aber natürlich christlich— dann hagelte es die bekannten Schimpfwörter auf Hötzl hernieder. Da diese Beschimpfung in öffentlicher Wirtschaft sich abspielte, machte Hötzl den Zimmermann darauf aufmerksam, daß er die Sache anderswo verfolgen werde; darauf entgegnete ihm Zimmermann:„Das wenn du tust, dann hast du am längsten gelebt.“(Das ist jener sozialdemokratische Grundsatz:„Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich dir den Schädel ein.“) Diese Sache sollte nun am 27. Tczember 1909 vor dem Schöffengericht in Augsburg zur Verhandlung kommen. Vom Vorsitzenden wurde ein Vergleich vorgeschlagen. Derselbe kam auch zustande in der Weise, daß die beleidigenden Ausdrücke mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen wurden und der Beklagte Zimmermann samtliche Kosten zu tragen hat. Zimmermann ist ein Opfer seiner sozialdemokratischen Erziehung geworden. Er wird dies jetzt selbst um so eher empfinden, weil ihm der Rechtsschutz von seiten seines Verbandes nicht gewahrt wurde, o daß er die gesamten Kosten aus seinen eigenen Mitteln bestreiten muß. Das sind zwar bittere, aber heilsame Lehren für fanatische Gegner. Gerichts=Verhandlungen. 2e Orinz Bell, der Sohn eines Kameruner Hauptlings, stand des öfteren schon vor den Kölner Schöffen. Diesmal war ihm zur Last gelegt, auf der Hohestraße die Nachtruhe gestört zu haben, indem er mit seinem Stocke über die Rolläden strich, sonstigen groben Unfug verübte und Streit mit zwei Unteroffizieren begann. Als die Polizei gegen ihn einschritt, geriet sein königliches Blut in Wallung, er griff einen Beamten an und schlug ihn gegen die Stirn. Durch weiteres Stoßen und Schlagen widersetzte er sich, warf sich zu Boden, sodaß mehrere Schutzleute und Zivilpersonen notwendig waren, die schwarze Hoheit wegzubringen. Die Strafe bemaß das Schöffengericht auf 3 Tage Haft und 14 Tage Gefängnis. Geffentliche Versteigerung eines Wohnhauses zu Cöln. In der Teilungssache betreffend den Nachlaß der zu Cöln wohnhaft gewesenen und verstorbenen Frau Witwe Josef Gröninger, Therese geborenen Kreitz, wird der unterzeichnete Notar am Montag. den 17. Januar 1910, nachmittags ½4 Uhr anf leiner Amtskube Nordertstraße 26 in Cöln das herrschaftliche Wohnhaus Langgasse 33 in Cöln gegenüber dem Justizgebäude, mit Anbau und schönem Garten, groß 271 Quadratmeter, teilungshalber unter günstigen Bedingungen zum Verkaufe ausstellen und bei annehmbarem Gebote dem Meistbietenden zuschlagen. Die Bedingungen liegen auf der Amtsstube des Notars zur Einsicht auf. Cöln, den 27. Dezember 1909.=5 Justizrat Dorst, Aotet, Norbertstraße 26. Kölner Local-Auzeiger Nr. 6 4 Freitag, 7. Januar 1910 Seite 7. Spar- und Darlehnskasse des Landkreises Cöln St. Apernstrasse 19. Mündelsicher. Stahlkammer. Geöffnet—12½ und—5 Uhr. Tägliche Verzinsung. Einlagen in jeder Höhe 3%. 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Redakteur: Jos. Bestler. Verantwortlich für Aus der Arbeiterwelt: Oet. Dedenbach; für Anzeigen= u. Reklamenteil: C. Okle. Alle in Köln. Kölner Local-Anzeiger Nr. 6 4 Freitag, 7. 1910. Kleines Feuilleton. Ein Vergleich zwischen Berlin und München wird in einer neueren Schrift des amerikanischen Pr.##z Robert Haven Schaufsler, betitelt Romapreg u. kauzschnet den VerCo., New York 1909) gezogen. Der Verfasser bezeichnet den er liner als„stachlig“ und den Münchener als„gemütlich“ und fahrt „Eine der verierenden Eigentümlichkeiten des Berliners ist seine Ueberhebung. Den neuesten Witz hat er seit mindestens, setzgu, Rohgen en Seisch, heuice ier erishence ie der in. Sshete. blastert. Sein eltes Gebot lauset;„laß dich nicht verbüsfsene, sein haben, und anderer Meinung zu sein, beißt Eyr, g che dge gue iue. Es ist etwas allzu Schneidiges in der Sprache der Berliner. Sie haben wenig Humor, aber viel Witz, von der Kasernenvarietät. Ind seine Zielscheibe ist die ganze Welt. Humor bedingt Mitgeführ, Witz das Gegenteil, und die ausschließliche Kultivierung von Witz ist ein Resultat der alten Zurückhaltung und Ungemütlichkeit des Man fieht eine Masse Uniformen in der Stadt. Der Bürger trägt die Biwakmanieren ins tägliche Leben hinein. Er ist nbewußt martialisch. Selbst der Straßenfeger mit seinem Besen ais Szepter ist von seiner amtlichen Würde höchst eingenommen Weil ihre unliebsamen Eigenschaften auf der Hand liegen und ihre bewundernswerten nicht sofort zu entdecken sind, schaden die Berud edien uch Frantuich der, Sgtier. ieserelen hacie n scharfe Zungen und Unteroffiziersmanieren haben. Nährend tatsächlich kein größerer Aurgzschigt, zwischen, Ig zeuten von Neapel und denen von Warschau, als zwischen den Berlinern Uebrigens lobt Schauffler auch vieles an der deutschen ReichsuKeine andere Stadt in der Melt hat eine so ehrliche, wirksame Verwaltung. Es gibt keine Gemeinde, in der die Leute gemeinuniger, praktisch wohltätiger und von fortschrittlichen Ideen durchdrungener wären... Alles in allem, in kräftiger Energie und Unternehmungsgeist sind die Hohenzollern nd die Berliner mehr Amerikanern ähnlich als Deutschen. Und insichtlich munizipaler Wohlfahrt haben sie jedermann sonst weit inter sich gelassen. Oeffentliche Utilitäten werden von der Stadt verwaltet und sind solche Muster von Wirksamkeit, Wohlfeilh, und Profitlichkeit, um Amerikaner vor Reid bersten zu lassen. „Gegenüber der deutschen Kaiserstadt an der Spree erscheinr München dem Verfasser wie ein offenes Buch, worin selbst der Fremde die Schönheitsliebe der Bevölkerung, ihren leichten Sinn von anderen Eigenschaften lesen kann, welche den echten Münchener Mhein erster Eindruck von München war der eines von Schönmit ihren alte: Turmtoren und Kirchen und massigen Häusern nir t9ren..##e vom Auge eines Malers zusammenbeselt Poen. 1,d gasten dach wenige Bäihe in Litenge iun uie eie Wliche uod, reshe, eschteike Vrnuergehrecgz, Bache 9e, Märkten mittelalterlicher Städte wie Siena und Nürnberg eigen Der Münchener wirft sich nicht in die Brust, wie so viele ande Deutsche es tun in dem Versuche, Eindruck zu machen; er gibt sich so natürlich wie ein Holzfäller oder Ackersmann. Niemand macht Umstände, und ein Fremder muß sehr schwerfällig oder rants zusammengeratene Gesellschaft kommt bald so ungeniert ins Kastenich Aidn geihn, Lentelet vie Alhesie shelie Mar Prauete u anerlkanichen Scheisteler ihzshzlschte. zuzustimmen; immerhin ist es von Interesse, wie die beiden Mittelpunkte Nord= und Süddeutschlands auf die Seele eines Amerikaners wirken. * * Ein neuer Jahrgang des Guckkastens beginnt mit dem vorliegenden Heft 1 zu erscheinen. Es bereitet reine Freude und großen Genußz, sich iv. ie Htgc hogszg.=Bihsctzri#e## verseicen seicandwie oder irgendvoo Austoh, eregen senritz,g der, meidet. Herzlich lachen kann man jetzt und sich an guten Bildern besten farbigen Nachbildungen erfreuen, ohne die modernen religion== und vaterlandsfeindlichen Zotenblätter zur Hand nehmen zu müssen. Jeder anständige Mensch, jeder Familienvater, der Bechelshicg ond de Gochasagteteg, besial ste is eigehet Durch das Trägerpersonal wird heute und die nächsten Tage der Bezugspreis des Kölner LocalAnzeigers für den Monat Januar erhoben. Man wolle denselben ab nur gegen Quittung O entrichten. 60 Der unschuldige Ephen. Professor Zinsser in München hatte eine junge Dame wegen eines Ausschlags an den Händen zu behandeln. Besonders auf den Handrücken und Fingern hatte sich eine blaßbläulich, rote, stark juckende Entzündung gebildet, wie sie sonst wohl auch durch Primeln veranlaßt wird, auf die sich der Verdacht des Arztes zuerst lentte. Nach einiger Zeit kam Patientin mit demselben Uebel wieder. Sie hatte eine große Zahl von Epheuranken abgeschnitten und sie in den bloßzen Armen fortgetragen. Der Arzt glaubte damals selbst nicht an einen Zu sammenhang hiermit, bis nach einem weiteren Jahr die Erkrankung sich noch einmal wiederholte und durch die Art iyrer Entstehung nunmehr die Urfache außer Frage stellte. Die Dame, die sich vom Ephen seitdem sorgsam serngehalten hatte, verlor beim Rosenschneiden, die Blumenscheere, die auf ein mut Ephen überzogenes Beet fiel. Sie griff in den Epheu hinein, um den Gegenstand wieder aufzunehmen, und bald darauf trat an der rechten Hand jener Ausschlag von neuem auf. Nun liegt in der Nähe des betreffenden Garlens eine große chemische Fabrik, die jedenfalls ihre Dämpse dem Epheu mitgereilt hatte. 10 von Nah und Fern. &a Bonn,.Jan.1910. Erschossen hat sich Nacht in einem Anfalle von Geistesstörung der O d Hambor(Rhein),.Jan. 1910. Die Ehefrau des Bergmannes Strugalla setzte gestern abend einen Waschkessel mit kochendem Wasser zur Erde. Den Kessel bedeckte sie mit einem Deckel, welcher nicht genau paßte. Im selben Augenblick sprang ihr dreijahriger Sohn auf den Kessel, um durch das Fenster zu schauen. Der Deckel de Kessels schlug um, und der Junge fiel in das kochende Wasser. Er verbrühte sich so schwer, daß er heute morgen starb. &am Saarbrücken, 5. Jan. 1910. In Dudweiler wurde heute nachmittag die Frau eines Arbeiters ermordet aufgefunden. Die Leiche lag im Bette. Neben demselben wurde ein Hammer vorgefunden, mit dem der Frau der Schädel eingeschlagen worden war. Der Mann der Ermordeten wird vermißt, man vermutet in iym den Mörder. in vergangener Jekonom des neuen lis s Unterhaltendes. da Vinci und sein Abendmahl. Künstlerskizze von J. Haydn. Am prunkvollen Hofe des Herzogs Sforza, Lodovico il Moro Mailand, alänzte in den Jahren 1482 bis gegen Ende des Jahrhunderts ein gottbegnadeter Künstler, Leonardo da Vinci, Seine imposante Gestalt, ausdrucksvolle Züge, die ein wallender blonder Bart umrahmte, ein vornehmes und liebenswürdiges Wesen zogen die Blicke der Frauen auf sich. Keine von ihnen aber konnte sich rühmen, sein Künstlerherz Die Männer bewunderten die Elastizität seines wuchtigen Körpers, dessen Kraft so gewaltig war, daß er den Schwengel einer Glocke zu einer Schraube drehen konnte, und sich das ünd, als ob die Natur all ihre Gaben über diesen Auserwählten ausgeschüttet, wohnte in seinem herrlichen Körper eine geistige Vielseitigkeit, eine Genialität, durch die er in Wisser schaften und Künsten Vorbildliches schuf. Leonardo da Vinci war ein vortrefflicher Musiker, Mathematiker, Techniker, Architekt. Maler, Bildbauer und Kunstschriftsteller. Am meisten zog es ihn aber zu den bildenden Künsten. Wie in vielen Zweigen der Wissenschaft und Künste, war er auch in der Malerei Bahnbrecher. Wir sehen bei ihm anstatt steifer melancholischer Madonnen und Frauengestalten seiner Vorgänger graziose, liebliche und reizvolle Damenporträts, darunter sein berühmtestes, die schöne, rätselhaft lächelnde Neapolitanerin, die dritte Gemahlin des Francsco de Giacondo, Mona Lisa. Sie ware es auch gewesen, die ihm Interesse, sogar Liebe eingeflößt, denn vier Jahre malte er in Florenz an ihrem Bilde,— vielleicht deshalb so lange, um ihr nahe sein zu können.— nzählto daß Ludovico Sforza den Künst von anderen bestritten,— da wolr Tr. enige Instrumente spielte, eines sogar erfand,— aber dock schon mehr als Maler einen weithin berühmten Namen hatte Er selbst schreibt dem Herzog vor seiner Ankunft in Mailand, von Florenz aus, über sein Schaffen: Ich weiß Brücken zu bauen, Kanonen zu gießen, durch Anlagen von Wasserleitungen, durch Architcktur und Technik Geleisten. Ich verfertige Bildhauerarbeiten aus Marmor, Bronze und Ton,— vollende alles, was nur in der Malerei geleistet werden könnte,— so gut wie jeder andere, und sei es Auch kann ich an die Arbeit der bronzenen Reiterstgatze gehen, die dem Ruhm Ihres glorreichen Vaters und dem des durchDieses kolosile Model zu sener Siheraode, auch das Model wurde während des Kriges mit Frankreich zertrümmert. Nur einige Statuetten, jetzt in Berlin und Paris, sind auf die Nachwelt gekommen. und nicht zu viel hatte Leonardo dem Herzoge versprochen, er hielt sein Wort. Er wurde der Stolz, die Zierde des mailändischen Hofes! Und nicht nur als Künstler,— auch als Wer das edle Wesen, die feine Art seines Austretens beobachtete, wer ihn in seinen prachtvollen Gewändern bewunderte, — mit Vorliebe trug Leonardo zu einem schwarzen Samtbarett einen rosaseidenen Mantel,— wer ihn auf einem seiner edlen Pferde durch Mailand reiten sah,— der konnte glauben, daß seine Wiege in einem Fürstenschlosse gestanden habe. Aber Leonardo war der Sohn einer Dienstmagd, die in einer Osteria zu Vinci, einem kleinen Dorfe bei Florenz, auch als Schänkmädchen verwendet wurde. Ein junger Jurist und Patrizier, Piero aus Florenz, verliebte sich in die schöne 17jährige Der Vater brachte Leonardo zu seinem Freunde, dem berühmten Erzgießer und Maler Andrea del Verocchio,— der ihn nach einer Prüfung in seinem Atelier aufnahm. Perugino, Lorenzo di Credi und Boticelli waren seine Mitschüler. Rasch entfalteten sich die außerordentlichen Talente Leonardos,— denn wenige Jahre später hatte er schon solche Vollendung erreicht, daß er selbst seinen Lehrer überflügelte. Ein Engel, den er in die Taufe Christi“ seines Meisters zu malen hatte, war so vollendet, daß Verocchio von jever Zeit an die Lust am Malen IZun Mailand wurde Leonardos hoye Kunst vollauf gewürdigt. Lodovico Sforza, dieser gewaltige Renaissance=Fürst, schätzte und verehrte den herrlichen Künstler. Er übertrug ihm die Leitung aller künstlerischen Veranstaltungen seines glanzvollen Hofes, sowohl bei der Hochzeitsfeier seiner Schwester mit dem Kaiser Maximilian, wie bei seiner eigenen Hochzeit mit der Prinzessin v. Este. Der Künstler entwarf die Modelle zu den herrlichen Renaissance=Gewändern der Fürstlichkeiten und Hofleute, er stattete die Gemächer des Palastes neu aus, auf seine Veranlassung gründete Lodovico die Akademie, an deren Spitze Leonardo selbst stand, die Entwürfe zu seinen Vorlesungen über Malerei und Anatomie sind noch vorhanden.. Wetenses Es ist erstaunlich, welche Schaffenslust und Schafenskraft Leonardo in Mailand entfaltete. Er schrieb damals sein Buch über die Malerei, ein Traktat über den Flug der Vögel, kon struierte eine Flugmaschine, leitete die Befestigung des Kastelles, — den Bau eines Schlosses,— legte„Wasserleitungen zu einem Badehause an, arbeitete an dem Kolossal=Monument des Francesco Sforza. Er malte die berühmten Porträts der beiden Mätressen des Herzogs,— das der Gallerani und der Crivelli— später auch das Bildnis der jugendlichen Gemahlin Lodovicos, der 1493 begann der unermüdlich schaffende Künstler sein so wotr ihen don den Dontgiager, des Klosers Si. Maria Vos Feuereser zeschnete er zuerst die Ertwürfe des Kopfes des Erlösers, sowie die der Apostel auf Kartons. Sie befinden des er Lebenswahrhe Leonardo selbst aber war nie befriedigt; er sah nur immer in seinen Arbeiten Unvollkommenes, wo Kenner Wunderwerke anstaunten. Immerfort suchte er nach Modellen, nach schönen und häßlichen, zur Wiedergabe der verschiedensten Gesichtsausdrücke auf seinem Gemälde. Er rief Leute zu seiner Tafel, brachte sie zum Lachen oder Weinen und zeichnete treffend ihren Gesichtsausdruck; er verfolgte Missetäter zum Richtplatze, um Angst und Verzweiflung auf ihren Gesichtern zu beobachten.——— Drei Jahre hindurch ging Leonardo täglich in das Refektorium des Dominikanerklosters an die Arbeit seines kolossalen Wandgemäldes, das er vollendete, bis auf den Kopf des Judas Zu Anfang des 4. Jahres ließ sich Leonardo nicht mehr in St. Maria delle Grazie sehen. Der Prior schickte nach dem Künstler,— er suchte ihn selbst auf,— er bat ihn, sein GeKünstlers,— der Leonardo wurde zum Herzoge gerufen. Er sagte ihm, daß er täglich einige Stunden dem„Abendmahl" widme. Als der Prior diese Antwort erfuhr, eilte er sofort wieder zum Herzoge und teilte ihm entrüstet mit, daß Leonardo nicht wahrheitsliebend sei, da er seit einem vollen Jahr nicht mehr das Kloster betreten habe. Herzog Lodovico, erzürnt über den Künstler, ließ inn von neuem rufen. Er fragie barsch: Warum arbeitest du seit einem Jahr nicht mehr an dem Abendmahle, an dem nur der Judaskopf noch fehlt? Der Prior und die Mönche sind wütend über dich!“ Diese Mönche,“ gab Leonardo zurück,„die keinen Begriff von der Kunst haben, sollen sich nur gedulden. Ich werde ihnen beweisen, daß ich täglich einige Stunden auf diese Arbeit verwende!" 40 Was,— das behauptest du,— der du seit einem vollen Jahr nicht mehr einen Pinselstrich an jenem Gemälde machtest! Leonardo entgegnete in seiner temperamentvollen Art: Weil ich seit einem Jahre täglich nach einem Modell suche, — dessen Gesicht mir für den Judas, diesen niederträchtigen Verräter, geeignet erscheint. Ich su he einen Me chen, dessen Physiognomie dem Ausdruck so vieler Schlechtigkeit entspricht, — wie ich sie für den Judas brauche. Deshalb gehe ich seit einem Jahr täglich einige Stunden nach dem Borghetto, wo das Lumpengesindel Eurer Hauptstadt wohnt, bis jetzt habe ich aber noch kein so schlechtes Gesicht gefunden!" Der Herzog war erstaunt über die Geduld des Küstlers, so lange Zeit nach einem Modell zu suchen, er bewunderte aber auch das hohe Streben Leonardos, der mit so viel Studium und Vertiefung seine Werke schuf und begriff auf's neue die allgemeine Bewunderung, die ihnen gezollt wurde. Ich muß noch weiter suchen,“ meinte Leonardo lachend,„finde ich aber keinen Judaskopf,— so werde ich genötigt sein, den Kopf des Priors— der mir gar keine Ruhe läßt, hinzuDiese Scherzrede Leonardos gab Stoff zum Gerede in Mailand, daß Leonardo seinen Ausspruch ausführen werde.— Jedoch wer Leonardos geraden Charakter kannte, glaubte nicht darau. Zudem war Prior Bandelli eine majestätische Erscheinung mit hoheitsvollen Zügen,— also zum Inoas nicht das richtige Modell. Glücklicherweise fand Leonardo bald darauf ein solches, und das herrliche Wandgemälde wurde zur vollkommenen Zufriedenheit der Dominikaner vollendet. - · CCIUSS•• — Kölner Local-Anzeiger Nr. 6 5 Freitag, 7. Januar 1910. Seite 9. Die Offenen Stellen werder täglich schon um 1 Uhr Latttags im Torweg unserer Geschäftsgebände Marzellenstraße 30 ausgehängt, ebenso in den Katy. Gesellenhäufern, Brettestraße, Dagobertstraße und Josephstraße, ferner an unseren Bezirksvertretungen Hohepforte 6. Köln=Ehrenfeld, Rothehausstraße 2, AöinNixpes, Cranachstraße 5, Kalk, Mülheimerstraße 19, außerdem Markt 23. Offene Stellen Speziell für harte Seifen(Haushaltseifen) wird ein tüchtiger, bei den in Frage kommenden Abnehmerkreisen gut eingeführter Vertreter per sofort gesucht gegen Provision. Solche bevorzugt, die schon längere Zeit in dem Artikel gereist und event. Kaution stellen können. Gute Referenzen und gute Zeugnisse Bedingung. Offerten unter B 8 an die Geschäftsst. d. Bl. ed Kinderloses Ehepagr als in großer Nachener Fabrik Se sofort gesuchzt. Nur Reflektanten mit besten Empfehlungen werden berücksichtigt. Off. mit Angabe bisheriger Stellungen unter B 6 an die Geschäftsstelle d. 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(Fortsetz. siehe Seite 11. 9 * * 1• * Neues aus Köln 1 Eine Kriegsmarine-Ausstellung wird hier in der Turnhalle der neuen Volksschule an der Antwerpenerstraße in der Zeit vom 9. bis 31. d. M. von Hrn. Kapitänlentnant d. R. Mumm aus Aldenburg veranstaltet. Es handelt sich hier um eine Wander=Ausstellung, die schon seit 1904 tätig ist und alle größern Städte Mittel= und Süddeutschlands besucht. Sammlungen von Kulturerzeugnissen, völkerkundlichen Gegenständen und Mineralien aus unseren Kolonien sind mit der Ausstellung verbunden. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, den 9. d.., vormittags 11½ Uhr mit eingehenden Erläuterungen der Gegenstände und Vorträgen. Ein Maschinengewehr wird im Feuer vorgeführt I4 Bühnengenossenschaftsfest. Für den am Dienstag, den 11. Januar, abends 9 Uhr, in den Räumen der Lesegesellschaft stattfindenden Bühnenball gibt sich in allen Kreisen der Bürgerschaft ein reges Interesse kund. Die Karten sind an allen Kassen der vier Theater zu haben(Opernhaus, Schauspielhaus, Residenzund Metropoltheater) sowie in den Buch= und Musikalienhandlungen Neubner, Lengefeld, Könemann und in der Zigarrenhandlung Pappermann, Breitestraße. Glück beim Unglück hatte am Mittwochabend in der Martinstraße, ein Dienstmädchen. Es war durch eine Falltür in den Bierkeller gestürzt, dort aber durch einen Bierkutscher blitzschnell aufgefangen worden. Das Mädchen das einige unbedeutende Schrammen davon trug, hätte tödlich verunglücken können. 70 Der Wasserstand des Rheines ist jetzt anhaltend im Fallen begriffen. Die hiesige Pegeluyr zeigte heute vormittag .34 Meter gegen 4,96 Meter am vorigen Freitag. # h e i t. A m V o l k s g a r t e n v e r l a n g t e g e g e n 3 U h r i n d e r vergangenen Nacht ein Mann von einem Droschkenkutscher, er solle ihn nach Ehrenfeld fahren. Der Kutscher fuhr av, als plötzlich der Fahrgast sich erhob, über den Kutscher herfiel und ihm einen Stich in die Herzgegend beibrachte; der Kutscher trieb den Rohling mit dem Peitschenstiel in die Flucht. Der Kutscher, dessen Stichverletzung stark, aber nicht lebensgefährlich ist, wurde ins Alexianerhospital geschafft. ∆ Spielernester. Die Kriminalpolizei hat in der vergangenen Nacht vier Spielhöllen aufgehoben und zwar Spielernester in der Kleinen Sandkaul, der Großen Sandkaul. der Hämergasse und auf dem Hohepfortenbüchel. Ueberall fanden die Beamten 10 bis 25 Spieler vor, die zum Teil bis auf die Hausdächer flüchteten. Vier Spieler wurden verhaftet, eine größere Summe Geldes konnte beschlagnahmt werden. * S t a d t k ö l n i s c h e V e r s i c h e r u n g s k a s s e g e g e n A r b e i t s l o s i g k e i t. Samstag abend findet eine Auszahlung der Tagegelder nicht statt Aus Köln-Lindenthal. Der Katholische Bürgerverein hält am Montag, den 10. Januar, abends 9 Uhr. im Saale des Hrn. Bremer. Kölner Hof, seine ordentliche Generalversammlung ab.(Vgl. Anzeige.) Aus Kalk. J. Die Kalker Karnevalsgesellschaft eröffnete am 1. d. M. die Karnevalszeit mit einem schön verlaufenen Damen=Komitee im Stammlokale zur Klause. Die besten Karnevals=Kämpen von Kalk hatten sich eingefunden. Der neue Präsident der Gesellschaft,### Heinr. Thelen, wußte das Narrenschiff vortrefflich zu leiten. Samstag, den 8. Januar, abends 8½ Uhr, findet groze Prunksitzung im Gartensaale des Hotels zum Kronprinz statt.(Vergl. Awckhe? Gesellschafts= und Vereinsleben. * Kölner Männergesangverein, Wolkenburg Casinogesellschaft. Das diesjährige große Maskenfest findet am 22. Januar in sämtlichen Räumen des Gürzenichs statt.(Vergl. Anzeige.) 7 Der Jubiläums-Verein der Unterbeamten des amts 1 und Gesangverein Reichsadler Köln veranstalten am 8. Januar ein großes Maskenfest in den Räumen des Edengartens in der Antwerpenerstraße.(Vgl. Anzeige.) * Kölner Gärtnerverein.(Zweigverein des deutschen Gärtnerverbandes.) Am Samstag, den 8. Januar, abends 9 Uhr, findet im Samstag, den S. Junaut, Gertten„ Bieresel, Breitestraße 114, eine allgemeine Mitgliederversammlung mit Vortrag des Kollegen Bach über den Schnitt der Obstbäume 2 Der Ratholische Beamtenverein Köln macht die Beerdigung eines seiner Mitglieder bekannt.(Vergl. Anzeige.) Am Dienstag, den 11. ds. Mts. ist Vortrag im Fräntischen Hof, wozu noch nähere Einladung erfolgt. # Kölner Rännerchor. Der Verein hat seine diesjährige karnevalistische Festlichkeiten wie folgt festgesetzt: Der Herrenabend à la Klimm=Bamm findet Donnerstag, den 13., das DamenKomitee am Mittwoch, den 19., und das große Maskenfest am Samstag, den 29. Januar statt. Das Festlokal ist für alle Veranstaltungen der große Saal der Lese. Aus Kölns Nachbarschaft. Mülheim(Rhein,,.Jan.1910. An der Friedrich=Wilhelm= straße fiel einem drei Jahre alten Mädchen ein Bauzaun auf den Kopf; das Kind erlitt so schwere Verletzungen, daß es alsbald * Lövenich,.Jan.1910. Die Schulamtsbewerberin Klara Boehr zu Kerven ist zur Volksschullehrerin in dem hiesigen Schulverbande ernannt worden. (o Bergheim(Erft),.Jan.1910. Dem Kreisarzt Dr. Hillebrand ist der Charakter als Medizinalrat verliehen worden. * Hingsdorf, 6Jan.1910. Die Lehrerin Margareta Laufenberg ist zur Volksschullehrerin in dem Schulverbande Köln ernannt worden. * Eine wackre Schwimmerin. Eine hervorragende Leistung vollbrachte am 4. Januar Fräulein Aenni Feige im Hohenstaufenbad. Sie brachte es fertig, 3 Stunden ununterbrochen in Brustlage unter scharfer Kontrolle zu schwimmen. Die Dame stellte damit einen Rekord für das Damenbassin des Hohenstaufenbades auf. Marktpreise. s Köln,.Jan.1910. Amtlicher Bericht der stadtischen Markt verwaltung. Niedrigster und höchster Preis im Kleinhandel: Rindfleisch, von der Keule 4..79-0,38, vom Bauch 0,5:-.74, Kalg fleise) von der Keule 0,89—0,99, Hammelfleisch von der Keule.85—0,94, Enten.95-1,15 d. Pfund, Hähne, alte,.70-2,05, junge,.35-.15, Hühner, alte,.80-.00, Tauben, alte, 0,35-0,45, junge,.65-0,30. Trutbahr fleaht.10-.20, Lander.20-.30, Barsche.65-.70, Schlois .20-.40 Brasse(Bloie) 0,50-.55, Aale 1,20, Karpten 0,80-0,90. Rarben.75-0 25. Forellen 3,00-3,25 lebend das Pfund. Kabeljau, Nordsee.30-.40, Sehellfische, Nordsee, grosse.40-.50, mitte .35-—.40, klein.20, Seezungen 1,70-.80, Rotzungen, 0, 75-0,80, Seholle .50-60, Steinbutten.70-.80, Heilbutten j,00 4,10, Scchect.55.60. Flusshechte 1,00, Salm gefrorener.00-1,20, Zander 1,10-.20. sia 0 80-.90. Schleie 0,60-0,70, Karpfen.60 das Pfund. Brat-.06. Rohesser.10 das Stück, Sprotten, Kieler .00. Elb-.60 das Pfund. Heringe, Salz- 0,06, Rollmops.06 das Stück, Sardellen.60, Sardinen 0,00 das Pfund, Bratheringe 0,10 das Stück. Molkereidutter 1,30-.35, Kochhutter.15-.20, Lanäbutter.30-.40 4 P0- 4##, Holländer.70-.00 Tilsiter.80-.90, Edamer.80-090, Limburger.50-0,70 das Pfund, Mainzer.05. Camembert.40-.45 Acpfe’ ital. Ess-.20-0,35, Amerik. Ess-.20, hies. Ess-.18-.25. 12-.18, Birnen, Ess-.20-0,35, Koch-.12-.18. Ananas .00-1,10, Bananen 0,20-.25, Maronen, ital. 0,15, hüsse, Hasel-.40.45, Wal-.30-.40 das Pfund. Apfelsinen, Valencia 0,04-0,06, Zitronen Kärtofflp rote 05, Nieren.06-.07, weisse.04, Fodiviensalat, inl. .08-.15. franz..30, ital..20, Kopfsalat, franz. 0,12-0,14, das Stück, Feldsalat.10-.15 das Pfund, Blumenkohl, ausl. O, J 2-0, 40, Grügke l. das Stück, Rosenkohl, inl..12-0,15 das Pfund, Rotkohl, inl..08-.12, ausl. 0,15-0,25, Weisskohl, inl..08-0,10, ausl. 0,16 kohl, inl. 0,04-0,07, ausl..10-.15 das Stück, Spinat.10, das Pfund, Breitlauch.15-.30 das Gebund. Kohirabi-, Erd- O.-.05, Ober-.O3 .04 das Stäck, Rüben, weisse 0,04-0,05, rote(Karotten) abgeschn..04 das Pfund. Mohrrüben, junge 0,05 das Gebund, abgeschn. 0,04.-.05 das Pfund, Petersilie,.10 die Portion, Sellerieknollen.08-.15, Meerrettich .20-0,30, Rettich, schwarzer.05-.06 das Stück, Radiescheg, ausl..30 Schwarzwurzeln, hies..10 das Gebund, ausländische 0,15-0,20 das Fiana, Zwiebeln, gewöhnliche.05-.08, Tomaten, ausl..35-.45 das Pfund. 124 Di konntmachung. In Gemäßheit des§ 3 Abs. 2 des Gesetzes, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege vom 28. Mai 1894, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nachbenannten Mitglieder der Brieftauben=Liebhaber=Vereine„Gute Heimkehr" und„Gute Hoffnung" zu Kalk, welche dem Verbande Deutscher Brieftauben=Liebhaber= Vereine angehören, ihre Brieftauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt haben A. Verein„Gute Heimkehr.“ 1. Westphalen Theodor, Dillenburgerstraße 40, 2. Giesen Heinrich, Balduinstraße 3, 3. Blackert Friedrich, Corneliusstraße 14, 4. Stratmann August, Friedenstraße 46, 5. Morschel Wilhelm, Kronprinzkaserne, 6. Trein Emil, Buchheimerstr. 9, 7. Trein Fritz, Buchheimerstr. 9, 8. Lindenberg Adolf,Hochstr. 19, 9. Schiefer Franz, Viktoriastraße 79. 10. Petzel Franz, Vingst, Rolshoverstraße 59, 11. Schmitz Peter, Friedrich Wilhelmstraße 27, 12. Fritz Peter, Hauptstr. 229, 13. Müller Leonhard, Mülheimerstraße 70, 14. Zillikens Gottfried, Hauptstraße 168. 15. Kottge Peter, Balduinstr. 28. 16. Michalschek Andreas, Mülheimerstraße 53. B.„Verein Gute Hoffnung.“ 1. Both Joseph, Hermannstr. 4, 2. Kothe Herm., Balduinstr. 2, 3. Schippers Joseph, Dillenburgerstraße 18. 4. Schippers Quirin, Dillenburgerstraße 18, 5. Heckner Joseph, Hermannstraße 19, 6. Held Richard, Hermannstraße 19, 7. Roggendorf Peter, CölnDeutz, Usingerstraße 47, 8. Herkenrath Wilheln., Vingst, Reishoverstraße 127, 9. Fendel Johann, Cöln=Deutz, Nassanstraße 10, 10. Holidorf Johann. CölnDeutz, Wipperfürtherstr. 18, 11. Braschoß Joseph, Herlerstraße 39. Kalk, den 27. Dez. 1909. Der Bürzermeister. a- Albermann. Die Abnahme des in dem hiesigen Gefängnis am Klingelpütz entstehenden Küchenabfalles und Gespüles soll für die Zeit vom 1. April 1910 bis Ende März 1911 verdungen werden. Die Bedingungen können im Bureau des Oekonomie=Inspektors des Gefängnisses am Klingelpütz eingesehen oder auch in Abschrift bezogen werden. Angebote, welche mit der Aufschrift: Angebote auf Ab nahme der Küchenadsälle versehen sein müssen, sind versiegelt bis zum 17. Januar 1910, vormittags 10 Uhr, einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung der Angebote beginnt. Cöln. den 29. Dezember 1909. Königliche Direktion des Gesängnisses. Gemäß§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Fluchtlinienplan des Bezirks Nippes Nr. 101a, welcher eine Aenderung der Fluchtlinien der Tantener- und Kretzerstraße enthält, von mir förmlich festgestellt worden ist und zu jedermanns Einsicht im städtischen Vermessungsamt, Rathausplatz Nr. 5, offen liegt. Cöln, den 4. Januar 1910. Der Oberbürgermeister: *9 J..: Rehorst. kostet bis auf weiteres, zahlbar bei Empfang, bei Adnahme auf dem Gaswerk in Ehrenfeld soweit vorrätig: Grobkoks für Kesselheizung und Zentralheizung bei Mengen unter 1500 kg M..96, 1500 kg und mehr M. 1,88, Rußsoks für Zentralheizung, Füllösen, amerikanisch=irische Oefen, bei Mengen unter 1500 kg M. 2,16, 1500 kg und mehr M..08 für 100 kg ab Gaswerk Ehrenfeld. Auf den Verkaufsstellen: Wasserturm Cöln, Färbergasse 17, und Cöln=Deutz, Kohlenlager August Ballauff, Tempelstraße 33, ist der Preis um 12 Pfg. für 100 kg höher. Bei Anfuhr aus Haus beträgt der Fuhrlohn 24 Pfg. für 100 kg, mindestens aber 3,00 M. für die Fuhre. Das direkt von der Straße in den Keller wird mit 5 Pfg., im übrigen das Einbringen mit 10 Pfg. für 100 kg berechnet. Koks wird auch in einzelnen Säcken zu 50 kg in Mengen von 50 kg an ohne Unterschied der Entfernung frei Lagerstelle ins Haus geliefert; die Preise betragen alsdann: Grobkoks M..40, Nußkoks M. 2,60 für 100 kg bei sofortiger Rückgabe der Säcke. Cöln, den 5. Januar 1910. Direktion der Gas=, Elektrizitäts= u. Wasserwerk: Prenger. 9 Am Samstag, 3. Jannar 1910, vornzittag 10 Uhr beginnend, werde ich in meinem Pfandlokale Thieboldsgasse 146 in Cöln nachstehende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern: Tee, Malzkaffee, Kakao, Zigarren, Bordeauxweine und Champagner. Verkauf bestimmt. de Laforque. Gerichtsvollzieher in Cdin.*c Wwangs=Verkeigeruug. Am Samstag, den /8. Jan. 1910, vormittags 101. Uhr, sollen im Pfandlokale Hahnenstraße 36 in Cöln gegen gleich dare Zahlung öffentlich meißbiesend versteigert werdes: 2 Sofas, 3 Vertikos, 2 Mantelösen, 2 Kleiderschränke, 2 Waschkommoden, 1 Bett, 2 Bettstellen. Caspar, Gerichtsvollzieher in Cöln. Bekanntmachung. Nach der Bekanntmachung des Herrn Regierungs=Präsidenten vom 25. November 1909(Amtsblatt Stück 48 Nr. 749) ist die Zahl der Mitglieder der Handwerkskammer von 30 auf 36 erhöht worden. Es sind also 6 Mitglieder und 6 Ersatzmänner hinzuzuwählen. Das Verzeichnis der zu den Wahlen berechtigten Wahlkörper im Bezirke der hiesigen unteren Verwaltungsbehörde liegt vom 8. bis einschl. 15. d. M. im hiesigen Rathause, Zimmer Nr. 8. zur Einsicht der Beteiligsen offen. Etwaige Beschwerden sind binnen 14 Tagen bei mir anzubringen. Kalk, den 4. Januar 1910. Der Bürgermeister: Albermann Am Samstag, den B. 19•0, nachmittags 5 Uhr, soll im Pfandlokale Thieboldsgasse 146 i Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbieten? versteigert werden: Ein Schrittmachermotor. Düren, Gerichtsvollzieher in Cöln.“ Zwangs-Verkeigerung. Am Samstag, den 8. Jan. 1910, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Komödienstraße 62 in Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Eine dreiflammige Prismenkrone. Adaus, Gerichtsvollzieher in Cöln. Am Samstag, den 8. Jan 1910, vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokale Thieboldsgasse 146 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1. 1 Sofa mit grünem Bezuge, 1 Zimmerteppich, 1 Vertiko, Damenschreibtisch, 6 Stühl mit Rohrsitz usw. Ferner ebendaselbst um 1 1Uhr: 1. 1 nußbaum. Büfett; 2. 1 Büfett in Eichen; 3. 1 komplettes Belt: 4. 2 Oelgemälde in Gold rahmen,„Winter und Abend“. Walbroel Gerichtsvollzieher in Cöln.*r Zwangs-Verkeigerung. Am Samstag, den 8. Jan. 1910, nachmittags 3 Uhr, sollen im Pfandlokale Hahnenstraße 36 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Sofatisch, 1 Pfeilerspiegel. Nolte, Gerichtsvollzieher in Cöln. Am Samstag, 8. Jannar 1910, vormittags 10 Uhr, sollen im Auktionslokale Roland= straße 105 in Cöln gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: verschiedene Hausmobilien, 1 Klavier, 1 Geige. Daran anschließend um 11 Uhr in Rodenkirchen, Wirtschaft Schieffer, als Auktionslokal: 1 Kuh. Horst. Gerichtsvollzieher in Cöln.“ Imanss-Berkeigerung. Am Samstag, den 8. Januar 1910. vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokale Neußerstraße 315 in Cöln=Nippes gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistbiztend versteigert werden: a. 1 Musikapparat. b. 1 Sofa mit 2 Sessel, 1 Salonbüfett, 1 Vertiko, 1 großer Spiegel, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegel mit Paneelbrett, 6 Rohrstühle, c. 1 Sosatisch. Lichtenberg. Gerichtsvollzieher in Cöln.* Schillingstraße 39A. Swangs-Verseigerung. Am Samstag, den 8. Jan. 1910. nachmittags 4 Uhr, ollen im Pfandlokale Rolandtraße 105, zu Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 große Partie gebrauchter Möbel aller Art. Lauck. Gerichtsvollzieher in Cöln.*r wangsversteigerung. Am Samstag, den 3. Jan. 1910, nachmittags 3 Uhr, sollen im Versteigerungslokale Hahnenstraße 36 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. 1 Schreibtisch, h. 1 Waschkommode, c. 1 Pianino, d. 1 Sofa, 1 Büfett. S Gerichtsvollzieher in Cöln. Am Samstag, den 8. Jan. 1910. nachmittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokal Rolandstraße 105 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meist bietend versteigert werden: 1 Klubsessel, neu, 1 Nähtisch, neu, 2 Büfetts und verschiedene andere Möbel, 1 Kronleuchter, Geldschrank, 3 goldene Herrenahren, 2 goldene Damenuhren, 10 Uhrketten, Double, 2 Freischwinger, 1 Elektromotor, 2 Fleischschneidemaschinen, 1 Füll maschine, 1 Mengtrog, 1 Laden einrichtung für Metzgerei, 2 Warenregale und 1 Ladentheke für Zigarrengeschäft, 25 Ueber zieher, zirka 1700 Rilo Rernleder für Treibriemen. Wiegand, Gerichtsvollzieher in Cöin. Zwangs=Versleigerung. Am Samstag, den 3. Januar 1910, nachmittags 4 Uhr, sollen im Versteigerungslokale Hahnenstraße 36 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie gebrauchter Möbel usw. Buchholz. Gerichtsvollzieher in Cöln. Nachernerstraße 41. Am Saustag, d. 8. Jan. 1910, vormittags 9½ Uhr, soll im Pfandlokale Rolandstraße 105, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie gebrauchte Mödel. Tusch, Gerichtsvollzieher in Cöln. b Um Samstaa, den 8. Jan 1910, nachmittags 4 Uhr sollen im Pfandlokale Roland straße 195 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meist dietend versteigert werden: a. verschiedene Goldsachen, Ringe, Broschen, Damenuhr mit echten Brillanten und Steiten, Ohrringe m. Brill. b. Geige, Phonograph, Sofas, Bilder, Vertiko, Tische usw Alles gebrauchte, aber gut er haltene Sachen. Verkäufe bestimmt. Urdan, Gerichtsvollzieher in Cöln. 3 Wwangs-Beikeigeruag. Am Samstag, den 8. Januar 1910, nachmittags 3½ Uhr, sollen im Pfandlokale Rolandstraße 165 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie Möbel, 1 Fahrrad 2c. Meyer, Gerichtsvollzieher in Cöln.*d Stadthöln. Versichzerungskaßse gegen Arbeitsloßigkeit im Winter. Auszahlung der Tagegelder erfolgt: 32 Jamstag, den 3. Januar. vormittags von 9½—10½ Uhr. Die Versicherten, die in Arbeit stehen, können Tagegelder heute abend von—7 Uhr erheben. Am Samstagabend findet **** Am Samstag, den 8. Jan 1910. nachmittags 4 Uhr, soll im Pfandlokale Rolandtraße 105 zu Cöln gegen gleich dare Zahlung öffentlich meist biesend vorsteigert werden: 1 Partie gebrauchte Möbel aller Art. Gerichtsvollzieher in Cöln. o Ger empfehlen sich az * * * 2 2 * 1 2 9 * 6 0 2 3 10“ in allen: □ C’ StiluPreislagen: Mostr. Cotalog zu Dienstens bancsnrabEBg Abbruch. Wer übernimmt Abbruch der von mir gekauft. 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Ein Bühnenfestspiel in 3 Tagen und 1 Vorabend von Richard Wagner. 1. Tag. Die Walküre. Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Große Preise. Schauspielhaus. Samstag, den 8. Januar 1910. 141. Vorst. Die Hermannschlacht. Ein Drama in 4 Aufzügen von Heinrich von Kleist. In Einrichtung und Inszenierung von Max Martersteig. Mitwirkendo: Die Damen: Bajor(Thusnelda), Landen (Gertrud), Scholtz(ein Weib), Teller=Habelmann(Eine Alraune) Reimers(jg. Mädchen); die Herren: Becker(Hermann, Fürst der Cherusker), Heber(Eginhard), Kiesau(Luitgar), Felden (Winfried), Nitzgen(Egbert, ein cheruskischer Anführer), Dr. Krüger(Marbod, Fürst der Sueven), Turrian(Attarin), Mercklein(Wolf, Fürst der Katten), Ekert(Thuiskomar, Fürst der Sikambrier), Salomon(Dagobert, Fürst der Marsen), Doser(Selgar, Fürst der Brukterer), Dysing(Aristan, Fürst der Übier), Senden(Quintilius Varus, röm. Feldherr), Aßmann(Ventidius, Legat von Rom), Diehl(Septimus, römischer Anführer), Odemar(Teuthold, ein Waffenschmied), Spennrath(3. cheruskischer Bote). Anfang 8 Uhr. Ende ca. 1012 Uhr. Mittol=Preise. Sonntag, den 9. Januar 1910. 142. Vorst. Anfang 3 Uhr Der Froschkönig. Märchenspiel in 2 Aufzügen gedichtet u. komponiert von Adelheid Wette. Instrumentiert von A. von Othegraven. Hierauf: Ein deutsches Weihnachtsspiel. Nach alten Weihnachtsspielen und=Liedern eingerichtet und ergänzt von Otto Falckenberg. Musik von Bernhard Stavenhagen. Ermäßigte Preise. Abends 7½ Uhr. 143. Vorst. Der dunkle Punkt. Lustspiel in 3 Akten von Gustav Kadelburg und Rudolf Dresber. Dienstag, den 11. Januar 1910, abends 9 Uhr in sämtlichen Räumen der Lesegesellschaft Großer Bühnen=Ball. Veranstaltet von sämtlichen Kölner Bühnen. Ein Abend in der Künstlerkneipe. Eintrittskarten(im Vorverkauf u..—) sind an den Kassen des Opern= und Schauspielhauses, des Metropol= und Residenztheaters, sowie in den Buchhandlungen Leugfeld und Neubner, in der Musikalienhandlung Könemann(Mittelstraße) und im Zigarrengeschäft Otto Dappermann(Breitestraße) zu haben. Heute ab. u. morg. fr. HausmacherLeberwurft, Pfd. i0 pfg. Blutwurst, Ifd. 35 pfg. Hotel Storch, Hohepforte 13. Köln Weyerstroße 75 Nähe Barbarossaplatz. Beste und billigste Bezugsquelle für sämtliche Haararbeiten. Anfertigung auch von ausgekämmtem Haar prompt und billigst. Sämtliche Bestellungen werden in meinem einzig dastehenden Atelier angesertigt. Großes Lager in fertigen Haararbeiten. Zöpfe von 2 M. an bis zur feinsten Ausführung. 3° SpezialHaar-Haus. jeder Art werden zu den billigsten Preisen ausgeführt. Angebote an Paul Wenz, Köln, Pflastermeister, Gabelsbergerstraße 51. Aelterer Herr, kath., Eigent., alleinstehend, sucht Bekanntschaft eines ält. kath. 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Januar 1910: Maskenfest 8 S 6 60 6 6 8 8 dul Karten im Vorverkauf bei den Herren: Bassere, Rinkenpfuhl 11, Haas, Alexianerstr. 28, Hintzen, Höhle 32, Löff, Severinstrasse 182, Urbach, Saarstrasse 16. cv3 9 Bürgergesellschaft (Grosser Saal) Verband mittlerer Reichs-Post- u. Telegraphen-Beamten Ortsverein Köln. Samstag, 8. Jan., abends 8½ Uhr, Grosse Kölner Männer-Gesang-Verein Wolkenburg-Casino-Gesellschaft. Unser diesjähriges Irbach, Saarstrasse 16. cv3 □ Samstag, den 8. d.., abds. 8 Uhr: Großes 18 Maskenfest in den Räumen des Edengartens, Antwerpenerstraße. Karten sind niedergelegt bei Ad. Paas. geschäft, Antwerpenerstr. 24, sowie im Ball=Lokaleselbst. Das Festkomitee unter Mitwirkung der ersten Humoristen und Karnevalisten Kölns, wie: G. Ebeler, Pannenbecker, Paffenholz, J. Schmitz, Münchrath u. Schönau, F. Weber usw. Eintritt: Mitglieder 50 Pfg., Fremde 1 Mk. Vorverkauf für Fremdenkarten, Samstag von 10 Uhr vorm. bis 1½ Uhr nachm., im Eingang zum Bürgergesellschaftssaale(Appellhof). Der Reinertrag dient zur Unterstützung bedürftiger Witwen und Waisen. Der Vorstand. Kalker Karnev. Gesellsohaft s0 ** vorm. Prima Prümmen. Grosses Damen-Komitee Samstag, den 8. Januar 191 im Gartensaale des Hotels„Zum Kronprinz (Inh.: Aug. Sänger). 1. Reden, Lieder, humoristische Gesangsvorträge. 9 Theater-Aufführung„Die Perle“. Mitwirkende: Erste hiesige und Kölner Redner, sowie die Konzertsängerin Fräul. Berta Seifarth und der Männergesangverein„Loreley“, Kalk. Gleichzeitig findet eine Gratisverlosung statt an welcher sich alle Karteninhaber beteiligen können. #0. diese Steuer! macht mir keine Sorgen, denn ich rauche abak. Schwarzdruck ¼ pfd. 20 pfg. Rotdruck„„ 28 pfg. Blaudruck„„ 30 pfg (Besonders leicht) Wird auch in ½ u. ¼ pfd. geliefert. Dieser Tabak wird nur an einige bessere Zigarren=SpezialGeschäfte zum Verkauf abgegeben. 2 Vertretung und Lager: Georg Wingenfeld, Telephon 9277. 8 mit anschliessendem Grosses Mlaskenfest findet am Samstag, d. 22. Januar 1910 in sämtlichen Räumen des Gürzenichs statt. Fremde können nur durch Mitglieder eingeführt werden. Die Listen zum Einzeichnen liegen in der Wolkenburg auf; dieselben werden, schald die höchst zulässige Besuchsziffer erreicht ist.„ shätestens aber am 10. Januar peschlossen. Krri Ie Verein abstinenter Katholiken Bonn Insere bisherige, von Herrn Ferd. Kirsch geführte Verkaufsniederlage Isabellenstr. 4, haben wir mit dem heutigen Tage aufgegeben und bitten unsere werten Abnehmer, ihre Bestellungen gefl. an Herrn Herm. Zweiger in Köln, Karthäusergasse 18 und Herrn Balth. Scholl in Kalk. Eintrachtstrasse 24 zu richten. Pünktliche Lieferung zugesichert. Portoauslagen werden vergütet. 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