Bezugs-Preis, mit Sonntagsbeilage Lelonia, durch die Crägerinnen wöchentlich 10 Pfg., monatlich 40 Pfg. Anzeigen-Preis: I5 Pig. die einspaltige Zeile(dritte und letzte Seite 18 Pig.). Kölner Stellen- und Arbeits=Gesuche sowie Miet-Anzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pig. die Zeile. Auswärtige Anzeig. 20 Pfg.(dritte u. letzte Seite 25 Plg.). Reklamen 50 Pfg., zweite Seite 60 Pig. für hiesige, 75 Pfg. für auswärtige.— Offerten-Annahme 25 Pig. Bezugspreis in Köln und Vororten Nür 10 Pig. wschentlich. ölner Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme: Marzellenstrasse 32. Das Neueste vom Tage. Das in Frankreich hergestellte russische Luftschiff Rossija ist in St. Petersburg eingetroffen. Die Flugversuche beginnen nächstens. im Cinquantennairepark zu Brüssel der französische Ballon Cosmos aufstieg, wurde er von einem heftigen Windstoß gegen eine Steinsäule geworfen und platzte. Der Führer des Ballons, ein Franzose, sowie seine beiden Begleiter stürzten aus großer Höhe auf einen Ballon, der des Aufstieges harrte. Als die drei Verunglückten gerettet wurden, waren sie dem Erstickungstode nahe. Der fränzösische Luftschiffer Bleriot hat offiziell angekündigt, daß er heute den Kanal mit seinem Aeroplan überfliegen wolle. Der bei der Insel Wight auf Grund geratene Lloyddampfer Derfflinger befindet sich in schwieriger Lage. Das Schiff sinkt immer tiefer, der Wind nimmt zu. Auf der Höhe der Outer Rattle=Bank in der Nähe von Dünkirchen sind zwei Schiffsmasten gefunden worden. Man nimmt an, das sie zu einem Schiff gehörten, das während der letzten Stürme untergegangen ist, und befürchtet, daß sämtliche Passagiere und die ganze Besatzung des Schiffes ertrunken sind. Im Golf von Mexiko hat ein schwerer Orkan gewutet. Der westliche Teil der Stadt Galveston steht sieben Fuß unter Wasser. Der Sturm zerstörte viele Wohnhäuser und zwei Kuranstalten. Bilow, der Papst und das Zeutrum. In einem so überschriebenen Artikel macht der Corriere della Sera(Nr. 195 vom 16. Juli) mit dem Untertitel Ein mißlungener Versuch mit dem Vatikan recht interessante Enthüllungen über die bewußten Machenschaften der letzten Jahre, den Heiligen Stuhl gegen die Zeutrumspartei einzunehmen, welche unsere bezüglichen Mitteilungen vollauf bestätigen. Bestätigt wird nebenbei bemerkt auch die von uns schon öfter erhobene Klage, daß „einem großen Teile der italienischen Presse Urteile und Nachrichten ausschließlich von Berlin durch jene offiziösen Agenturen zukommen, welche die Unabhängigkeit jener Partei(des Zentrums) oft mit scheelen Augen gesehen haben". Bezüglich der eingangs erwähnten Versuche aber heißt es nach einer mehr oder minder richtigen Darstellung des Bruches des Kanzlers mit dem Zentrum und seiner Situation gegenüber dem Blockreichstage, die Reise Bülows nach Rom im vorigen Jahre und der damalige Besuch beim Papste hätten hauptsächlich den Zweck gehabt, auf das Zentrum einzuwirken.„Bei Gelegenheit jenes Besuches im Vatikan spielte Bülow, wie berichtet wird, ein doppeltes Spiel. Auf der einen Seite wollte er persönlich dem Papste und dem Kardinalstaatssekretär das Zentrum als eine desorganisierte und im Gegensatze zu dem größten Teile der deutschen Katholiken befindliche Partei darstellen; auf der anderen Seite wollte er dem Zentrum zeigen, daß er nicht erbittert gegen die Katholiken sei, sondern gern ihrem Oberhaupte seine Huldigung darbringe... Aber es scheint nicht, daß die— von Wilhelm II. mehr als einmal so gut ausgenutzte— diplomatische Besuchskunst großen Eindruck auf die Seele des Papstes gemacht, noch daß er den Informationen des Kanzlers zu leichtes Ohr gewährt hat... Pius X. empfing den Kanzler sehr liebenswürdig und hörte an, was dieser ihm zu sagen beliebte; aber dann übte er doch keinen Druck auf das Zentrum aus. Er beschränkte sich darauf, in dem Zwiste völlige Neutralität zu beachten und nicht nur durch den Nunzius und die Bischöfe, sondern auch durch Laien und sogar durch freie Protestanten(!) möglichst genaue Informationen über das Verhalten und die Stärke jener Partei einzuziehen, und sah ein, daß die Anklagen lediglich aus politischen Absichten erhoben worden waren. Das Zentrum begriff sehr wohl, daß der Vatikan sich mit der Regierung nicht überwerfen wolle, und hielt sich in einer neutralen Politik. Bülow, oder Kaiser Wilhelm, wollte sich aber nicht besiegt geben und ersann einen neuen Kriegsplan, dessen geheime Fäden bisher noch nicht aufgedeckt waren(?). Er veranlaßte einen katholischen Verwandten(was natürlich ein Irrtum ist) v. Schorlemer, Oberpräsident der Rheinprovinz, unter den Katholiken eine neue Gesellschaft zu gründen, die„Deutsche Vereinigung“, an der sich auch die konservativen Protestanten beteiligen konnten. Es war eine ausgesprochene Konkurrenz gegen das Zentrum, die aber nur wenige Anhänger zu gewinnen vermochte. Jedoch sprach man auf Wunsch der Regierung in der gouvernementalen Presse fortwährend von der„Deutschen Vereinigung“, berichtete mit allen Einzelheiten, genau über ihre Versammlungen und redete unaufhörlich von Spaltungen im Schoße des Zentrums. Inzwischen beschloß Wilhelm II. einen Sondergesandten zu Pins X. zu senden, um ihm seine Glückwünsche zum Priesterjubiläum darzubringen; und zu dieser Aufgabe bestimmte er gerade den Frhrn. v. Schorlemer, den Vorsitzenden(ein Irrtum, es müßte heißen: Mitveranlasser und Förderer) der„Deutschen Vereinigung", und Vertrauensmann des Kaisers selbst. Der Spezialgesandte kam im Dezember. Es heißt, daß er sich beim Kardinal=Staatssekretär und den anderen Kardinälen und Prälaten der Kurie ungeheuer bemüht hat, den ganzen vatikanischen Kreis zu überzeugen, daß die Katholiken mit dem Zentrum einer veralteten, desorganisierten und den Bedürfnissen der Zeit nicht mehr entsprechenden Partei, unzufrieden seien, und daß die Katholiken selbst sich nun in einer neuen Partei von großer Zukunft organisierten. Frhr. v. Schorlemer wurde von allen mit großer Höflichkeit ausgenommen, hatte beim Papst Audienz mit dem feierlichen von der Etikette für die Vertreter regierender Fürsten vorgeschriebenen Zeremoniell; aber seine Mission hatte nicht mehr Glück als die vorausgegangene Bülows und die geheim geyaltenen folgenden(!), wie z. B. die des Grafen Hoensbroech, der vor einigen Monaten gekommen ist. Der Vatikan blieb immer ruhig und verschlossen in seiner Neutralität, ohne dem Zeutrum ein besonderes Wohlwollen zu schenken, aber anderseits auch ohne seine Gegner irgendwie zu befriedigen. So endigten diese unglücklichen, seit mehr als zwei Jahren von Wilhelm II. und seinem Kanzler geheim geübten Praktiken..." Da hätten wir also aus dem Munde eines meist recht gut unterrichteten, liberalen und antiklerikalen Blattes die volle Bestätigung dessen, was wir immer gesagt haben. Ob der Nachfolger Bülows aus jenen Erfahrungen die erforderliche Lehre ziehen wird? Reichsbeamten und die Liberalen. Die nationalliberale Presse macht immer wieder den Versuch, die Schuld daran, daß die Besoldung der Reichsbeamten nicht noch eine weitere Aufbesserung erfahren hat, den Konservativen und dem Zentrum in die Schuhe zu schieben. In der Mecklenburgischen Warte weist der konservative Abgeordnete Dr. Dröscher diese Versuche mit folgenden Ausführungen zurück: Das ist eine dreiste Entstellung und eine Irreführung der Beamten und außerordentlich charakteristisch für die nationalliberale Politik der letzten Zeit. Ich habe seit Monaten sämtliche Verhandlungen mit den Parteien und den Vertretern der Regierung geführt und darf wohl für mich in Anspruch nehmen, daß ich den Zusammenhang genau kenne. Die Einmütigkeit des Reichstags, deren Aufrechterhaltung bis zum letzten Augenblick erforderlich gewesen wäre, um weitergehende Forderungen bei der Regierung durchzusetzen, ist zuerst von den Nationalliberalen und Freisinnigen durch brochen worden, welche sich weigerten, fur die zweite Lesung in der Kommission und im Plenum sich einer befriedigenden Vereinbarung, der sogar die Sozialdemokraten zuzustimmen bereit waren, anzuschließen, nur um sich durch ihre weitergehenden Forderungen ein bequemes Agitationsmittel zu erhalten. Wie wenig ernst es ihnen selbst mit ihren weitergehenden Anträgen war, wie sehr es ihnen nur auf die Agitation nach außen, nicht auf eine ernste Verwirklichung erfüllbarer Forderungen ankam, geht am deutlichsten daraus hervor, daß sie in der Budgetkommission mir anboten, eins ihrer Mitglieder hinauszuschicken, damit ihre Anträge keine Aussicht auf Annahme hätten! Sie wußten, daß ihre Forderungen für die Regierung unannehmbar seien, und hofften, daß sie auch von der Mehrheit des Reichstages avaelehnt werden würden; um so größer war ihre Verlegenheit, als bei der zweiten Lesung ihre Anträge wider ihr eigenes Erwarten Annahme fanden und dadurch die ganze Vorlage zu scheitern drohte. Das ganze Verhalten der Nationalliberalen und Freisinnigen war lediglich von agitatorischen Feuilleton des Kölner Local=Anzeiger. 22. Juli 1909. e Die Erben von Hohenlinden. [101 Roman von Fr. M. White. „Ich glaube nicht, diese Anschuldigungen zu ver dienen,“ sagte Slawik beherrscht.„Unter meinen Fehler ist gewiß nicht auch Mangel an persönlichem Mut. De Zornesausbruch Ihres Herrn Vaters war jedoch krankhaft und ich hätte mir später Vorwürfe machen müssen, hätt ich ihn daraufhin im Stich gelassen. Der Herr Graf ist i# einigen Spekulationen unglücklich gewesen und er glaub mich dafür verantwortlich machen zu müssen. Wir er fuhren die fatalen Neuigkeiten erst vor einer halber Stunde. Ein Mann, dem wir unser Vertrauen geschenk hatten, hat es schmählich mißbraucht, und der Herr Gra hat leider die unangenehmen Folgen zu tragen. Ich kann Ihnen die Lage mit wenig Worten klarmachen: Ih Herr Vater hat sogleich— das heißt in den allernächster Tagen— eine sehr beträchtliche Summe zu erstatten, weni er nicht— die peinlichsten Folgen heraufbeschwören will Und er fühlt sich außerstande, seinen Verpflichtunger nachzukommen. Es ist ja sehr begreiflich, daß Ihr Her Vater sich darüber stark erregte, und ich habe auf sein Beleidigungen deswegen auch nicht so geantwortet, wiich es unter anderen Umständen hätte tun müssen. Ir seiner sinnlosen Aufregung hat Ihr Herr Vater nun—“ „Verzeihung,“ fiel ihm Margarete ins Wort,„mein Vater sprach so laut, daß ich den größten Teil Ihrer Unterredung notgedrungen mit anhören mußte. Und ich hörte auch meinen Namen mehrfach erwähnt. Sie gaben mir die Ehre, zu sagen, daß ich eine— eine Katastrophe abwenden könnte.“ „Das ist in der Tat so,“ gab Slawik in der gleichen ruhig beherrschten Art zur Antwort.„Unter gewissen Bedingungen wäre ich geneigt, die Verpflichtungen Ihres Herrn Vaters als die meinen anzusehen. Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als um die Rettung der Ehre Ihres Namens, Komtesse!— Ganz abgesehen von dem peinlichen Aufsehen, das durch die Zahlungsunfähigkeit Ihres Herrn Vaters hervorgerufen werden müßte, ganz abgesehen von dem Verlust Hohenlindens, der Ihnen natürlich unfehlbar droht— sind noch schlimmere, weit schlimmere Dinge zu erwarten. Möglicherweise wird sich auch der Strafrichter mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben, Komtesse!— Ich aber bin bereit, alles zu tun, diese traurigen Dinge zu verhindern. Meine Lage gestattet mir nicht, aus Freundschaftsrücksichten mehr als eine halbe Million zu opfern; meinem künftigen— Schwiegervater gegenüber wäre mir das aber eine Pflicht, der ich unbedingt nachkommen würde.“ Margarete wurde leichenblaß, aber sie erwiderte kein Wort. Vielleicht wartete sie darauf, daß ihr Vater sprechen würde— Graf Tarnow aber brachte kein Wort hervor Er machte einen mühsamen Versuch, sich zu erheben; nach dem ersten Schritt aber brach er mit einem dumpfen Aufstöhnen zusammen, und schwer schlug sein Körper auf den Rasen hin. 44 Mit einem leisen Aufschrei warf sich Margarete neben ihn nieder und versuchte, den leblosen Körper aufzurichten. Nun gab es für Rudolf kein Verstecken mehr. Mit zwei raschen Schritten stand er zur Seite des Gefallenen und Walter folgte ihm ohne Zögern. Margarete fragte nicht, woher ihr die unerwartete Hilfe kam. Mit angsterstickter Stimme flüsterte sie: „Es ist eine Ohnmacht, wie sie ihn schon vor zwei Jahren einmal in Paris befiel. Der Arzt hatte ihm so dringend geraten, sich vor allen starken Aufregungen zu „Wir müssen ihn vor allem ins Haus tragen,“ sagte Rudolf fest.„Und es muß jemand zum Arzt Wenn Sie einen Diener beauftragen wollten, Komtesse—“ Sie werden mir gestatten, das zu übernehmen," unterbrach ihn Slawik rasch.„Ich bin mit meinem Automobil gekommen und kann jedenfalls schneller ins Dorf, als es einem andern möglich wäre. Und es ist, wie mir scheint, keine Zeit zu verlieren.“ Niemand erhob Einspruch gegen seinen Vorschlag, und so entfernte er sich, während Rudolf und Walter den Bewußtlosen aufhoben, ihn in sein Schlafzimmer zu tragen. Dort bettete man den fortwährend leise Stöhnenden, dessen Aussehen ganz das eines Sterbenden war, auf das Sorgfältigste, und Rudolf hielt mit Margarete an seinem Bett die Wache, bis der Arzt zur Stelle war. Seine Diagnose lautete zum Glück nicht so schlimm, wie man es gefürchtet hatte. Er verordnete vor allen Dingen unbedingte Ruhe und erklärte, daß der Ohnmachtsaufall— das Wort Schlaganfall vermied er ängstlich— sich bei sorgfältiger Pflege rasch beheben lassen würde. In beinahe einstündigem Bemühen gelang es ihm, die Bewußtlosigleit aufzuheben— freilich schlug der Graf nur für einen einzigen Augenblick die Augen auf, um sogleich in einen bleiernen Schlaf zu sinken. Slawik übernahm es, den Arzt wieder heimzubringen, damit man die Dienerschaft nicht zu wecken brauchte. Von der Komtesse verabschiedete er sich mit ehrerbietiger Höflichkeit; auch für Rudolf hatte er einen artigen Gruß, der aber vermochte es nicht über sich, ihn zu erwidern. In einem dem Schlafzimmer des Kranken benachbarten Salon wartete er, daß Margarete kommen würde. Seine Geduld wurde jedoch auf eine harte Probe gestellt. Erst eine halbe Stunde, nachdem der Arzt mit Slawik das Schloß verlassen hatte, trat Margarete zu ihm. „Wie kam es, Herr Gentner, daß Sie sich noch im Park befanden, als das Unglück geschah?“ fragte sie ruhig, und der klare Blick ihrer herrlichen Augen ruhte forschend auf seinem Gesicht. So wenig er ihr die Wahrheit sagen durfte, so wenig konnte er sie in diesem Augenblick belügen. „Ich bitte Sie, mir darauf die Antwort zu erlassen, Komtesse,“ erwiderte er deshalb.„Wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist, werde ich sie Ihnen gewiß nicht schuldig Seite 2. Rohler Rücksichten, nicht von Rücksichten auf das Wohl der Beamten diktiert; sie haben mit den Interessen der Beamten geradezu frivoles Spiel im eigenen Parteiinteresse getrieben, und wenn die Konservativen nicht energisch eingeschritten wären, wären die Beamten um ihre Aufbesserung gekommen. Erst nach der Weigerung der Nationalliberalen und Freisinnigen, sich weiter zu beteiligen, blieb den Konservativen und auch dem Zentrum nichts übrig, als ihrerseits dem Drängen der Regierung nachzugeben. Wann treten die neuen Steuern in Kraft? Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Nach teilungen in der Presse herrschen in den beteiligten Kreisen noch immer Unsicherheit und Zweifel darüber, wann die einzelnen neuen Steuergesetze in Kraft treten. Es werden deshalb die Termine aus den verschiedenen Gesetzen nachstehend zusammengestellt: Das neue Branntweinsteuergesetz tritt hinsichtlich der neuen Branntweinverbrauchsabgabe und der Betriebsauflage, der Essigsäure=Verbrauchsabgabe sowie der Nachsteuer am 1. Oktober 1909 in Kraft. Für den in der Zeit vom 15. bis einschließlich 30. September 1909 erzeugten Branntwein wird neben den bestehenden Branntweinsteuern eine besondere Betriebsauflage von 6 M. pro Hektoliter Alkohol erhoben. Die Erhöhung der Zollsätze für Branntwein, Aether, äther= oder weingeisthaltige Riechmittel, Schönheitsmittel, Essigsäure usw. ist bereits am 10. Juli 1909 in Kraft getreten. Die Brausteuer sowie die Schaumweinsteuer mit der Nachsteuer sowie die Erhöhung des Schaumweinzolles treten am 1. August 1909 in Kraft. Ebenso die Erhöhung des Kaffee= und Teezolles und die Nachverzollung von Kaffee und Tee. Das Gesetz wegen Aenderung des Tabaksteuergesetzes tritt bezüglich der Zollerhöhungen für Fabrikats= und des Rohtabakwertzollzuschlages am 15. August 1909 und bezüglich der Aenderung der Zigarettensteuer(Erhöhung der Banderolensteuersätze) am 1. September 1909 in Kraft. Die Erhöhung des Effektenstempels, die Zinsbogensteuer und die Steuer von Grundstücksübertragungen treten am 1. August 1909 in Kraft. Der Scheckstempel tritt am 1. Oktober 1909 in Kraft. Die Erhöhung des Wechselstempels für langfristige Wechsel tritt am 1. August 1909 in Kraft. Die Steuer für Beleuchtungsmittel mit der Nachsteuer tritt am 1. Oktober 1909 in Kraft. Die Zollerhöhung für Zündholzer und Zündstäbchen aus Pappe tritt am 1. August 1909, die Zündwarensteuer mit der Nachsteuer am 1. Oktober 1909 in Kraft.— Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Gesetze wegen der Aenderung des Tabaksteuergesetzes sowie der Abänderung des Schaumweinsteuergesetzes. und Vereinsleben. * Der Kölner Männerchor veranstaltet am Mittwoch, den 28. Juli abends sein diesjähriges Sommerfest in der Flora. Da der Verein unter seinem neuen Leiter eine Anzahl neuer Chöre einstudiert hat, auch eine Beleuchtung der Gartenanlagen stattfindet, so dürfte sich ein Besuch dieses Festes empfehlen. # Der deutsche Kriegerverein Kaiser Friedrich erhielt zu Händen seines Vorsitzenden Rechtsanwalt Cornelius Menzen folgendes Danktelegramm: Ihnen und dem Verein danke ich herzlich für so freundliche Glückwünsche, die mich sehr erfreuten. Adolf Prinz Schaumburg Lippe. Dem Prinzen waren anläßlich der Vollendung des 50. Lebensjahres die Glückwünsche des Vereins übersandt worden. + Der kath. Beamten-Verein Köln ladet seine Mitglieder zu einem Sommerfest in Lind ein.(Vergl. Anzeige.) 4. Im Arbeiterverein Köln-West sprach vor zahlreich besuchter Männerversammtung am Sonntag Hr. Parteisekretär Scola über Zentrum und Finanzreform. Hr. Scola begann mit der Finanzlage des neuen Deutschen Reiches und dessen Verhältnis zu den einzelnen Bundesstaaten, schilderte, wie in den 70 er Jahren durch die Kriegsentschädigung einerseits sowie durch die noch nicht zu hohen Anforderungen an das Reich anderseits die Finanzlage sich gut gestaltet hätte, wie aber im Laufe der Jahre insbesondere die Heeres= und Flottenvermehrung uns in eine immer größere Schuldenlast gebracht. Gerade die Blockära unter Bülow sei an der kolossalen Schuldenvermehrung beteiligt, und zwar in einer Weise, daß wir vor einer Finanzmisere standen, aus der wir unbedingt heraus mußten. Die jetzt getätigte Finanzreform kann im allgemeinen als gelungen bezeichnet werden. Der Vortragende ging nun auf die einzelnen Stadien in der Behandlung der Finanzreform näher ein, wobei er die Angriffe sowohl von liberaler als auch besonders von sozialdemokratischer Seite zurückwies und zeigte, daß gerade die Liberalen viel mehr an indirekten Steuern zu bewilligen bereit waren und die Sozialdemokratie keinen irgendwie durchführbaren Vorschlag machte. Bei solcher Sachlage mußte die Zentrumspartei als wirklich nationale Partei es sich angelegen sein lassen, an dem Zustandekommen der Finanzreform mitzuarbeiten. Redner behandelte nun in ausgiebiger Weise die Gründe, welche für das Zentrum bei der Ablehnung der Erbanfallsteuer maßgebend waren. Bei Behandlung der einzelnen indirekten Steuern wies Redner nach, wie durch eine maßlose Hetze die Wirkungen der neuen Steuern über Gebühr aufgebauscht würden. Es wurde dem Vortragenden durch seine objektive Behandlung der Steuerarten nicht schwer, vollen Beifall zu erzielen. Es bedarf eben bei den Wählern der Zentrumspartei nur guter Aufklärung, um sie von der Richtigkeit der vom Zentrum beobachteten Haltung zu überzeugen. Der Gesangverein Gutenberg hielt am vergangenen Sonntag in seinem Vereinslokale Friesenbräu seine ordentliche Generalversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende, Hr. Franz Schulte, der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder in ehrender Weise gedacht, gab er einen Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß der Verein, der neben 12 Ehrenmitgliedern und 359 inaktiven Mitgliedern über die stattliche Zahl von 86 Aktiven verfügt, nunmehr auf das 23. Jahr seines Bestehens zurückblicken kann. Der Verein fand nicht nur bei den Fachgenossen, sondern auch in weiten Kreisen der Bürgerschaft volle Anerkennung. Die im vergangenen Geschäftsjahr arrangierten Konzerte und Festlichkeiten verliefen in schönster Weise und hatten sich eines überaus guten Besuches zu erfreuen. Aus dem Ertrag eines Wohltätigkeitskonzertes konnte den Hinterbliebenen der beim Einsturz der Südbrücke Verunglückten eine hübsche Summe überwiesen werden. Ganz besondere Erwähnung findet die Mitwirkung des Gutenberg bei Gelegenheit der Hauptversammlung des Deutschen Buchdruckervereins bei dem von von der Stadt Köln gebotenen Ehrentrunk, wo dem Verein für seine unter Musikdirektor de la Motte vorgetragenen Gesänge reiche Ehrung zuteil wurde. Die Einnahmen betrugen 4264., die Ausgaben 4900 M. und das Vermögen 7941 M. Dem fast seit Gründung des Vereins als Kassierer tätigen Hrn. Konst. Joisten konnte nach dem Berichte der Kassenprufer Entlastung erteilt werden. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. 00 Der Männergesangverein Frohsinn unternimmt am Sonntag, den 25. d.., nachmittags.31 ab Deutz einen Ausflug mit Musikbegleitung nach dem Walorestaurant Jägerhaus bei Dellbrück. Ten getroffenen Vorbereitungen gemäß stehen den Teilnehmern vergnügte Stunden in Aussicht. # Der Kölner Männerchor Concordia(gegründet 1876) lodet zur Teilnahme an einer Herrentour an die Ahr auf Mittwoch, den 28. Juli er. ein. Die Tour geht bis Altenahr und wiro von Neuenahr bis Altenahr per Wagen zurückgelegt. Die Teilnehmer werden Gelegenheit zur Besichtigung der Felsenkellereien des Mayschosser Winzervereins haben. Die Abfahrt erfolgt morgens .25 Uhr ab Köln, Hauptbaynhof, die Rückfahrt aber um.29 Uhr von Neuenahr aus. Anmeldungen müssen bis Sonntag, den 25. Juli er. an den Vorstand gelangt sein. von Nah und CA) Rolandseck, 21.Juli1909. Von der Dampfschiffahrtsgesellschaft für den Nieder= und Mittelrhein, Düsseldorf, wird uns mitgeteilt: Die Ursache des Kesseldefe ktes auf dem Dampfer Gutenberg ist, wie die Untersuchung ergeben hat, auf Bruch eines oder mehrerer Stehbolzen, die im Inneren den hinteren Kesselboden mit der Feuerbüchsenrückwand verbinden, zurückzuführen. Was diesen Bruch veranlatzt hat, kann erst durch eingehende Materialuntersuchung festgestellt werden; ein Verschulden des Bedienungspersonals liegt nicht vor. Sämtliche Armaturen des Kessels sind intakt, auch zeigt sich sonst nirgendwo Schaden. (2) Der Deutsche Kaiser, der sich bekanntlich auf einer Nordlandreise befindet, wird sich nicht wenig wundern, wenn er erfährt, daß die Köln. Ztg. ihn mit der Kaiserin zu derselben Zeit auf der Hohensyburg in Westfalen gesehen hat. In einem Telegramm der Köln. Ztg. aus Dortmund in Nr. 772 vom 21. Juli heißt es:„Die Majestäten sind um 2 Uhr 10 Min. in Wetter angekommen, fuhren im Automobil über Herdecke und kamen auf Hohensyburg um 2 Uhr 30 Min. an. Die Huldigungsansprache der Märker hielt der Oberbürgermeister Schmieding aus Dortmund. Die Märkische Kleineisenindustrie hat durch den Kommerzienrat Funke aus Hagen einen großen Kandelaber über, reicht. An freiwilligen Beiträgen für die Kosten des Festes werden 70000 M. einkommen.“ Anderen Blättern gegenüber, welche diese Sensationsmeldung aus gewichtigen Gründen verschmähten wird nachträglich die Köln. Ztg. sich wohl Onkel Bräsigs Aeuße. rung zu Havermann anschließen müssen: In der Fixigkeit war ich dir über, aber in der Richtigkeit warst du mir üiber. 88 Deter Ganter's„blaue Briefe“. In München hat der Strafprozeß gegen den vielgenannten Peter Ganter begonnen, der kurz vor den letzten Weihnachten halb Deutschland mit seinem großangelegten Reklametrick für seinen Roman„Doppelte Moral“ in Verblüffung setzte. Peter Ganter wollte ein reicher Mann werden und glaubte, wenn er einen großen Bluff in Szene setzte, dieses Ziel erreichen zu können. In Wirt lichkeit aber hat er, wie noch in Erinnerung sein dürfte, kläglich Schiffbruch gelitten. Er ist wegen Beleidigung, Vergehen gegen das Postgesetz, Urkundenfälschung usw. angeklagt. Am 18. Dezember v. J. in der Morgenfrühe schleppten die Brief. träger in Berlin, München, Nüraberg, Madgeburg, Leipzig, Frankfurt, Mainz, Köln, Essen, Dortmund, Danzig Straßburg, Heidelberg, Hannover, Bremen, Augsburg, Dresden und vielen anderen großen Städten hunderttausende Briefe treppauf, treppab, Wohnung bei Wohnung. Die Briefe erregten in vielen Familien, in denen sie gerade, als man beim Kaffeetisch saß, ankamen, große Aufregung. Auf elegantem Karton mit zierlicher Handschrift geschrieben, enthielten sie einen Hinweis auf einen soeben erschienenen Romay „Doppelte Moral“, der angeblich große Enthüllungen bringt, und es war der Anschein erweckt, als ob Herr N. N. oder Frau.9, die Adressaten des Briefes, in diese Affäre mit verwickelt seien. Die Unterschrift war unleserlich, man mußte annehmen daß eir guter Bekannter oder ein schadenfroher Freund wohlwollend auf diesen Brief aufmerksam mache. Es war unschwer, den Urheber dieses Schwindels zu ermitteln Der ganze Plan scheiterte daran, daß die Hamburger Postbehörde die Briefe entgegen den ihr gegebenen Weisungen schon am Vorabend beförderte, sodaß man schon an diesem Tage von Hamburg aus vielfach auf den Reklameschwindel aufmerksam gemacht worder war. Durch diese Beförderung der geschlossenen Briefe in Kisten an die einzelnen Orte hat er sich eines Vergehens gegen das Postgesetz schuldig gemacht. Eine Reihe von Personen haben sich durch die Zusendung dieser Schreiben beleidigt gefühlt und Strafantrag gestellt. Ganter befindet sich seit dem 18. Dezember in Untersuchungshaft. Man hegte zunächst Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit und ließ ihn auf seinen Geisteszustand untersuchen. Die Aerzte haben ihn jedoch für im Sinne des Strafgesetzes geistig zurechnungsfähig befunden. Verschiedentlich waren auch herzleidende Personen beim Empfange der Briefe in solche Aufregung geraten, daß sie ernstlich erkrankten. Ganter sollte deshalb ursprünglich auch wegen Körperverletzung mitangeklagt werden. Der Prozeß hat neben der allgemeinen sensationellen Vorgeschichte ein großes juristisches Interesse. Ganter wird durch Justizrat Max Bernstein (München) verteidigt. Hohe Pforte 22— Gegründet 1837. Hervorragende Auswahl bei billigen Preisen. Gold- und Silberwaren Brillantschmuck sehr preiswert Taschenuhren unter Garantie Tafelbestocke. Silber und Alpakasilber. Altes Jold nehme in Zahlung. Beachten Sie meine Schaufenster-Auslagen. b bleiben. Die seltsamen Umstände unseres Wiedersehens zwingen mich, Ihr Vertrauen zu begehren, auch wenn ich und mein Tun Ihnen in diesem oder jenem seltsam und befremdlich erscheinen müssen.— So viel nur kann ich Ihnen guten Gewissens versichern: nichts lag mir so fern als die Absicht, Ihren Herrn Vater und Slawik zu belauschen. Sehr unfreiwillig wurde ich zum Zeugen ihrer Unterredung.“ „Sie haben also alles mit angehört!— Und nun — nun verachten Sie meinen Vater— nicht wahr?“ „Verachten?— Nein, Komtesse! Wie dürfte ich jemanden verachten, weil er das Unglück gehabt hat, einem Schurken vom Schlage Slawiks zum Opfer zu fallen?— Denn nun werden Sie es wohl begriffen haben, Komtesse, welcher Art dieser Mann ist.“ „Er ist ein Mensch, Herr Gentner, der in der Welt nichts Liebenswertes kennt als sich selbst, der auf nichts Rücksicht nimmt als auf sich selbst. Das ist es ja wohl, was wir einen Schurken nennen— nicht wahr?“ „Vielleicht ist er mehr ein Narr als ein Schurke— denn er zimmert sich mit all seinen Lumpereien kein Glück zusammen. Und er ist am Ende in der Niedrigkeit seiner Gesinnungen elender als wir, die er elend zu machen strebt. Diese Gesinnungen und Anschauungen stehen ja weit unter denen des gemeinsten Einbrechers— denn der weiß kaum, wie verworfen sein Beginnen ist, Slawik aber ist klug genug, es zu wissen.“ „Klug genug!— Ja, er ist sehr klug, sehr klug. Und er hat das Netz fein gesponnen, mit dem er mich zu fangen gedachte. Denn um diesen Fang scheint es ihm ja einzig zu tun gewesen zu sein. An den Rand des Abgrunds mußte er uns bringen, unsern Namen, unsern Besitz gefährden, es einzig von seiner Großmut abhängig machen, ob wir als Bettler von Hohenlinden verjagt würden oder nicht—.— Aber der Preis ist mir zu hoch—— Was wiegen Reichtum und Besitz, wenn es nur damit zu erkaufen ist, daß man sein Leben lang die schwerste Kette tragen soll— daß man sein Lebensglück opfert!“ „Und dieses Lebensglück, Margarete?— Worin soll es bestehen?" 0 Er war nah an sie herangetreten, und sein liebeheißer Blick senkte sich tief in ihre Augen. Für einen Augenblick war sie verwirrt— aber sie faßte sich sehr rasch. Und indem sie die königliche Gestalt hoch reckte, sagte sie so sa. licher, wie sie im Anfang ihrer wohl etwas ungeschickt ausgedrückt Nicht von einer Opferung meines Lebensglückes wollte ich sprechen, sondern davon, daß ich die Last eines unerträglichen Unglücks auf mich laden müßte. Mein Glück— mein eigentliches Lebensglück bleibt doch immer mit dem Besitz von Hohenlinden verknüpft.— Sie sprachen vorhin davon, daß Sie mein Vertrauen begehrten, Rudon— wohl ich vertraue Ihnen! Vertraue Ihnen, wie man auf einen guten Freu. baut. Und das einzige, was ich dafür von Ihnen erwarte, ist, daß Sie mir— auch nur ein guter Freund bleiben wollen.“ 84127 „Schließen wir dieses Abkommen auf eine gewisse Zeit!“ sagte Rudolf und lächelte ein wenig.„Sagen wir: auf einen Monat“ Nun lächelte sie auch. „Das ist etwas kurz gemessen, Rudolf!“ erwiderte sie „Mag es aber immerhin gelten!“ Sie hielt ihm beide Hände entgegen. Da konnte er der übermächtigen Versuchung nicht mehr widerstehen. Mit sanfter Gewalt zog er sie an sich und küßte sie auf de Mund, ohne daß sie sich sehr gesträubt hätte. „Mag es unseren Bund besiegeln!“ sagte er tief auf1cse Phaergerte ir ie wieder freigab.„Sse zürnen mie „Nein,“ sagte sie leise mit gesenktem Kopf.„Es war rhiast erste uag; den 10. von vel, Lippen eines Mannes eryielt.— Und nun erbitte ich als ersten Freundschafts dienst den Rat, was ich zunächst beginnen soll?“ „„Lassen Sie's ruhig im alten Gleise weitergehen. Komtesse!“ antwortete er ern„Sie zur Ruhe legen. Bevor es noch einmal Abend wird, ist Ihr Herr Vater von Slawik befreit.“ Erstaunt sah sie auf. „Wie ist das gemeint?— Und wie sollte es geschehen?“ „Auch darüber muß ich Ihnen die Antwort schuldig bleiben. Margarete. Aber Sie können sich unbedingt au das verlassen, was ich gesagt habe. Es gäbe auch einen Weg, der alle Zweifel mit einem Schlage löste— ich aber will und kann ihn nicht gehen. Vertrauen Sie mir, Margarete— und seien Sie ohne Sorge!“ „Ich will Ihnen glauben,“ erwiderte sie,„obwohl ich nicht weiß, wo sich für uns der Ausweg finden soll.— Gute Nacht denn, Rudolf— und auf Wiedersehen!“ „Gute Nacht!“ sagte er und küßte die schmale Rechte, die sie ihm gereicht hatte. Dann verließ er, während sie sich in das Krankenzimmer zurückbegab, das Schloß und ging langsam in den Park hinein. Aber er schlug nicht den Weg nach dem Dorfe ein. Ganz in der Nähe des Schloßportals ließ er sich auf eine Bank nieder, die ganz im Dunklen stand und ihn allen spähenden Blicken verbarg. Und er wartete. Er sah, wie Slawik in seinem Automobil zurückkam und es in die Garage brachte, er sah den verhaßten Mann, der das Schicksal von Hohenlinden zu sein glaubte, in das Haus gehen, hörte ihn noch mit irgend jemandem sprechen. Dann wurde es ganz still und drinnen im Haus verlosch ein Lich nach dem andern. Nur noch die Fenster schimmerten hel durch die nächtliche Dunkelheit, hinter denen der Kranke sich auf seinem Leidenslager wälzte. (Fortsetzung folgt.) Zur Kurzweil. * Im Restaurant. Gast:„Hier ist aber eine furchtbare Kaltt. Das Thermometer zeigt kaum sechs Grad über Null.“— Piccolo „Da brauchen Sie nur den Finger auf die Kugel zu halten, nach ber steigt's sofort.“ 9&* Donnerstag. 22. Juli 1909. Streitzeuggasse 76 59 Am Polizeipräsidium. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute abend 10 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unseren unvergesslichen Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Onkel den wohlachtbaren Herrn Größte Auswahl. Billigste Preise. Braun, Peterstraße 136 Büsgerhospital. Kal. Lokomotivführer a. D. nach längerer, schwerer Krankheit, wohlvorbereitet durch den Empfang der h. Sakramente der röm.-kath. Kirche, im Alter von 67¾ Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Köln-Nippes, Krefeld-Linn, Aachen, Hamm, Köln, den 20. Juli 1909. Verpachtung von Kirchenstühlen in St. Kunibert. Die geschlossenen Kirchenstühle werden Mittwoch, den 28. Juli. nachmittags 6 Uhr, im St. Brunohause auf 3 Jahre vom 1. August ab an die Meistbietenden verpachtet. Köln, den 21. Juli 1909. 2 Der Kirchenvorstand. Kinder-, Kur- und Haus. kaitungsmilch sästfapprobiert, Nahrungs. liefert die Moikerei 10S. Bremer, *1 Hofgut Kriel—Köln-Lindenthal. Eigener Vichbestand: circa 300 Milchkühe Ia. Rasse unter ständiger Kontrolle des Tierarztes Dr. W. Flatten, Köln-Ehrenfeld. 49mal prämiiert. Fernspr. 3485. in altkölnischem Bartmannkrug Die Beerdigung findet statt am Samstag, den 24. Juli, nachmittags # om, vem Sterbehause Köln-Nippes, Hartwichstrasse 7 aus e feierlichen Exequien werden gehalten am gleichen Tage, morgens o% Uhr, in der St. Josephskirche zu Köln-Nippes(Scchzig). Sollte jemand aus Versehen eine besondere Anzeige nicht erhalten, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 11¼ Uhr plötzlich und unerwartet, infolge eines Unglücksfalls in Ausübung seines Berufes, jedoch wohlvorbereitet durch einen recht christlichen Lebenswandel, meinen innigstgeliebten Gatten, meinen unvergeßlichen guten Vater, unsern guten Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Cheodor Wollseifer Dachdeckermeister im Alter von 32 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Köln=Rippes, den 20. Juli 1909. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 23. Juli, nachmittags 5½ Uhr, vom Trauerhause Köln Nippes, Simon Meisterstraße 6 aus nach dem Nordfriedhose.— Die feierlichen Exequien finden am selben Tage, morgens ¼ vor 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Maria=Himmelfahrt zu Köln=Nippes statt Sollte jemand aus Versehen eine Einladung nicht erhalten haben, so bitten wir, dieses als solche zu betrachten. Das Jahrgedächtnis für die verstorbenen Eheleute Herrn p° Franz Löwenstein und Fran Maria geb. Odenthal findet Freitag, den 23. Juli, vormittags 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Andreas statt, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird APilel ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges jugendfrisches Aussehen. weiße, sammetweiche Haut und schöner Teint. 9 Alles dies erzeugt SteckenpferdLilien=Mischseife v. Bergmann& Co., Radebeul a Stück 50 Pfg. bei: Jos. Luckenbach, Hohepforte 9A Becker Nachf., Barbarossa=Orog., Weyerstr. 91 Otto Bleke, Weyerstr. 98. H. Gerstner Nachf, Breitestr. 175, M. Hamecher, Schildergasse 43, J. Martini, Apostelnstr. 14, G. Schmalfuß Nchf., Breitestr. 57, Jos. Hub. Schmitz, Schaasenstr. 67, Alb. Thiemann, Altermarkt 58, Otto Winkhaus, Severinstr. 88, Hof=Apotheke, Wallrasplatz 1, Jan v. Werth=Ap., Altermarkt4s, in Deutz: Drogerie zur Freiheit in Ehrenfeld: Th. Pegel, Ven loerstr. 262, Mich. Giersberg, Ottostr. 59 in Gleuet: C. Lewacher, in Kalt: Gebr. Kreuter, Haupt straße 87, J. Schwanenberg, Hauptstr. 287, Jak. Rieger, Hauptstr. 10, sow. in der Marien=Apotheke, in Lindenthal: Theod. Holz Nachf., Dürenerstr. 136, Paul Uthmann, Dürenerstr. 200, Ferd. Roth, Linden=Drogerie, in Nippes: W. Rueb, Neußer straße 218, Gerh. Riphahn, Sechzigstr. 4. mit feinen Tafellikören. Nuer Söhne, Mauritiussteinweg 54. Stollwerckhalle 2. Fernsprecher 463. Vertreter für den Verkauf unseres patentamtl. gesch. Stuhlsitzes (vollkommener Ersatz für Rohrgeflecht). Spezial-Artikel für Hotels, Restaurants, Bureaus und Private. Alleinige Fabrikanten Költgen& Küppers, a Krefeld. Telephon 1023. taschen, stets Neuheiten, 4 in gr. Auswahl, Portemonn., Brieftaschen, Zigarren-Etuis, ##m gass. Garn., in bekannt ged. S——- Arbeit zu billigsten Preisen. . Heinr. Müller, Unter Taschenm. 28, zw. Dom u. Altermarkt. Für den Neubau des Großviehstallgebäudes an der Liedigstraße im Schlacht= und Viehhof sind die Erd=, Asphalt= und Maurerarbeiten sowie die Eisenvetonarbeiten zu vergeben. Nähere Auskunft wird während der Geschäftsstunden auf dem Baubureau im Schlachtund Viehhof erteilt. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis 29. Juli 1909, vormittags 11 Uhr. an das Hochbauamt, Krebsgasse, Zimmer 13, einzureichen. Cöln, den 14 Juli 1909. *3 Klewitz. Am#reitag, den 23. Juli 1909, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Lupusstraße 13 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Sofa, 1 Tisch, 1 Regulateur. uhr. Schweitzer, Gerichtsvollzieher in Cöln, Balthasarstraße 11..h Für die anläßlich des Hinscheidens meines innigstgeliebten Gatten, unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels bewiesene herzliche Teilnahme gestatten wir uns, unseren aufrichtigen Dank auszusprechen. Im Namen der Familie Frau Wwe. Heine. Metzmacher. Buschbell, im Juli 1909. 3 i0s Sci Mrigeg. Jegliche Arbeitsgesuche haben im Kölner LocalAnzeiaer die beste Wirkung. Teichter gut erhaltener Landauer oder Coupé zu kaufen ges. Off. u. B 338 a. d. Gesch. d. Bl. gegenüber dem Königl. Amtsgericht. Morgen, Freitag, den 23. Juli, vormittags 10 Uhr versteigere ich im Wege der Selbsthülse in der obigen Auktionshalle öffentlich meistbietend gegen bar I1 Reise- und Handkoffer, Körbe euthaltend Damen= u. Herrengarderobe und Offizierssachen Daran anschließend bestehend aus 2 englischen Bettstellen mit Patent= u. Einegematr., 2tür. Kleiderschrank m. Kristallspiegel und großer Waschkomm. mit dito Spiegel u. Fliesen, 2 Nachtkomm. m Marmorpl., 2 Stühle, Handtuchständer, Küchenbüfett, dito Sitg Zöchenda.#.:“ 41s0h, Stühle, Küchenschrank, u. Fliegenschrank, 2 Bettstellen m. Einlage, Plüschdiwan, 8 Stühle, Kommode, Glasschrank. Haussegen m. Musik, Grammophon m. 10 Platten, Rehköpfe, Löwenkopf, Saukopf, 2 Füchse, Herren=Gehrockanzüge, große Bilder, antiss Belgemälde, 4 Kisten 3uan, Rüchenlachzer. div. pfandscheine über Vrillantsachzen usw. G. Weinberg, Auktionalor und Karator. Breitestraße 9. Fernspr. 7020. Am Freitag, den 25. Juli 1909, vormittags 101. Uhr, sollen im Pfandlokale Hahnen straße 36 in Cöln gegen gleich dare Zahlung öffentlich meist bietend versteigert werden: 1 Spiegelschrank, 1 Spiegel, 1 Anrichte. Caspar. Gerichtsvollzieher in Cöln.*h Zwangs-Versteigerungen. Um Freitag, den 23. Juli 1909. vormittags 11 Uhr. sollen im Pfandlokale, Thieboldsgasse 146 zu Cöln gegen gleich dare Zahlung öffentlich meiß bietend versteigert werden: a. 1 kompl. Bett, 1 Waschkommode, 1 Schreibtisch. b. 1 Pianino, schwarz. c. 1 Schreibsekretär, 1 Sofa. Walbroel, Gerichtsvollzieher in Cöln.“b Ehrenstraße 73. Bekanntmachung. Pflaster= und Straßenbauarbeiten in verschiedenen Straßen der Baubezirke Lindenthal und Ehrenfeld sollen im Wege der öffentlichen Ausschreibung in mehreren Losen vergeben werden. Angebote hierzu sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Freitag, den 30. Juli, vormittags 11 Uhr, an das Tiefbauamt abzugeben. Zu dieser Zeit findet die Eröffnung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter im Amtszimmer des Unterzeichneten statt. Die Verdingungshefte können in der Registratur des Tiefbauamtes während der Dienststunden eingesehen und gegen porto= und bestellgeldfreie Einsendung von je 1 M. bezogen werden. Cöln, den 13. Juli 1909. Tiefdauamt. Zernin, Stadtbauinspektor. Bekanntmachung. Gemäß§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Plan betreffend die anderweite Festsetzung einer Fluchtliniefür die Bahnhofstraße von mir förmlich festgestellt worden ist und zu jedermanns Einsicht im städtischen Vermessungsamt, Rathausplatz Nr. 5, offen liegt. Cöln, den 19. Juli 1909. Der Oderbürgermeister: J..: Rehorst. 23. Juli 1909, vormittags Uhr, soll im Versteigerungslokale Hahnenstraße r. 36 in Coln gegen gleich bare Zahlung öffent ich meistbietend versteigert werden: 1 Wallachpferd, Otto Gerichtsvollzieher in Cöln.“1 Am Freitag, den 23. Juli 1909, nachmittags 4 Uhr hohestraße 11-13 in Cöln gegen einen anderwärts wohnengleich bare Zahlung öffentlich meistbietend 1 Anzahl verschiedener Automaten als: 1 Blick in die Zukunft Dorfnapelle, 1 Affenkapelle, 1 Lehmann, 1 Elektrisier= u. Te lephon=, 1 Schuß=, 1 Trompeter=, 1 Zigeunermusik=Automat uim Hersteiagr raisches und Leichtrsches Klovier, verschedende Laforgue, Gerichtsvollzieher in Cöln. Freitag, 23. Juli 1909. vormittags 10 Uhr sollen zu Cöln, Severinstr. 101, Hinterhaus, gegen einen anderwärts wohnenden Schuldner gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistdietend ver steigert werden: 2 Bettstellen mit Einlagen, 1 Waschkommode mit Marmor. 1 zweitüriger Kleiderschrank usw fast neu. Verkauf bestimmt. Bardenheuer, Gerichtsvollgieher in Cöln.*c Mwangs-Verkeizer Am Freitag, den 23. Juli 1909, vormlttags 11 Udr sollen im Pfandlokale Weidengasse 34, in Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: I. 1 Pianino; II. 1 Vertiko mit Spiegelaufsatz usw. Fuchs, Gerichtsvollzieher in Cöln. ge „m Freitag, den 23. Juli 1909, nachmittags 5 Uhr soll im Pfandlokale Venloerstraße 265 in Cöln=Ehrenfeld gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Chaiselonque Tervooren.* Gerichtsvollzieher in Cöln. Lientl. Verdingung. Auf dem Festungs=Schirrhofe Cöln soll ein vorhandener Keller zurUnterdringung von FestungsTelegraphenkabeln eingerichtet werden. Der Umfang der Leistungen und Lieferungen geht aus dem Verdingungsanschlage hervor. Die„Verdingungsunterlagen liegen im Geschäftszimmer der Fortifikation(Bauabteilung) zur Einsicht aus und können von dort zum Preise von 2 M. für eine Ausfertigung bezogen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind versiegelt und postfrei zu dem auf Donnerstag, den 29. Juli d.., vormittags 11 Uhr angesetzten Eröffnungstermin an die Fortisikation, Weidenbach 11, einzureichen, wo in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber die Eröffnung der Angebote stattfindet. Zuschlagsfrist drei Wochen.“5 .. Fortisikation, Cöin. Verdingung. Die Ausführung der Erd=, Manter=, Zimmerer= und Asphaltarbeiten zur Erbauung zweier Stellwerks=Gebäude auf dem Bahnhof Frechen und desgl. eines Stellwerks=Gebändes an der Dürener= und Militärringstraße in Cöln soll öffentlich vergeben werden. Gut verschlossene, und mit entsprechender Ausschrift versehene Angebote sind bis zum 4. August d.., vormitt. „ 11 Uhr, an die unterzeichnete Dienststelle, bei der zu diesem Termine die Eröffnung der Angebote im Zimmer 10, im Beisein der etwa erschienenen Bieter erfolgt, postund bestellgeldfrei einzusenden. Die Verdingungsunterlagen können gegen postfreie Einsendung von 1,50 M. in bar bezogen und die Zeichnungen in den Dienststunden bei der nachbezeichneten Dienststelle auf Zimmer 19 eingesehen werden. Cöln, im Juli 1909. Direktion der städtischen Vorortbahnen Mauritiussteinweg 59. 3: Was der Freitag bringt: 65; Theater. Colosseum:(Thalia-Theater, Berlin): Im Kampfe zwischen Thron und Liebe, 8¼ Uhr.— Reichshallen-Theater: Spezialitäten-Vorstellung, 8 Uhr.— Castans Panoptikum: SpezialitätenVorstellungen. Konzerte. Zoologischer Garten: 3½ und 8 Uhr.— Flora: 4 und 8 Uhr.— Volksgarten: 3½ und 8 Uhr.— Stadtgarten: 3½ Uhr; abends Mitwirkung des Herrn Fellenberg(Pistonsoli).— Opernhausrestaurant: 3½ Uhr. Vorträue. Städt. Handelshochschule. Prof. Dr. Dyroff: Die grossen Philosophen, 7 Uhr. Beigeordneter Farwick: Städtische Finanzwirtschaft, 7 Uhr. Regierungsrat Henatsch: Anleitung zur Aufstellung der Steuererklärung nach dem preussischen Einkommensteuergesetz, 8 Uhr. Dr. Wunderlich: Naturgeschichte der Säugetiere, mit besonderer Berücksichtigung der Nutztiere, 8 Uhr. Dr. Polis: Metcorologie und Luftschiffahrt, Ziele und Aufgaben der modernen Witterungskunde, 8 Uhr. Kinetheater. Siche Anzeigenteil. 2 Die Herzogin von Albany traf gestern mittag um 12.16 Uhr mit dem Schnellzug von Duisburg hier auf dem Hauptbahnhofe ein, wurde vom englischen Konsul, Herrn Nießen, begrüßt und fuhr mit dem Schnellzuge nach München weiter. Das Konservatorium der Rusik beschloß sein 59. Schuljahr. Auch während dieses Zeitraums hat die Anstalt unter der Leitung des Generalmusikdirektors Fritz Steinbach wieder einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Schülerzahl ist von 651 auf 733 gestiegen, der Unterricht wurde von 46 ordentlich angestellten und 13 Hülfslehrern erteilt. Eine weitere Steigerung der Frequenz in gleichem Maße dürfte den Vorstand in absehbarer Zeit wieder vor die Frage einer baulichen Erweiterung des Schulgebäudes oder eines Neubaues stellen. Zur Abwickelung der verfassungsmäßigen Jahresprüfungen waren in diesem Jahre 49 Prüfungstage erforderlich. X Der linksrheinische Oferdezuchtverein hatte auf der Ausstellung in Köln, wie allerseits anerkannt wurde, gutes Material vertreten. Vom linksrheinischen Pferdezuchtverein haben Preise bzw. lobende Anerkennungen erhalten: Gutsbesitzer Heinrich Hülsen in Rumeln, Landwirt Johann Berus, Niephauserfeld, Landwirt Wilhelm Kleinhammann, Niep, Gutsbesitzer Heinrich Frangen, Haus Dreven bei Uerdingen, Gutsbesitzer Joseph Adams, Capellen. Ferner hat der Verein als solcher einen Sammelpreis erhalten. □ Die Referendarprüfung bestanden gestern die Rechtskandidaten Alfons Finger aus Niederau bei Düren und Hans v. Mosch aus Heidelberg. #x An Genickstarre gestorben ist ein vierjähriger Knabe aus der Hamburgerstraße. Te Eine größere Störung im elektrischen Straßenbahnverkehr entstand gestern mittag 12 Uhr im Norden der Stadt. Auf dem Hansa= und Deutschen Ring sowie der Neußerstraße setzte an einer Zuleitung plötzlich der Strom aus. Innerhalb kurzer Frist hatten sich in der Nähe des Deutschen Ringes jast 50 Straßenbahnwagen der verschiedenen Linien angesammelt. Man hielt auf der Nippeser Strecke den Verkehr dadurch aufrecht, daß man die von Nippes kommenden Wagen über die stromlose Strecke von 100 Meter durch die Straßbahnangestellten unter großem Halloh der Jugend, welche tüchtig mit eingriff, weiterschieben ließ bis zum Eigelstein. Auf der Ring= und Innenbahnlinie dauerte dagegen die Störung, die sich um so unangenehmer bemerkbar machte, da sie gerade in die Mittagsstunde fiel, fast eine Stunde. * Personalnachrichten. Zu Volksschullehrern bzw.=Lehrerinnen im Schulverband Köln sind ernannt worden: Die Lehrer Heinrich Reuter aus Dürscheid, Peter Streit zu Niederholtorf, Gottfried Lennards, Weismes und Johannes Müller, letzterer aus Gelsenkirchen; die Lehrerinnen Maria Bauschen zu Mülheim a. Rh., Edith Kellner aus Hemmerich, Klara Tuch aus Steinenbrück; die Schulamtsbewerberinnen Agnes Antoniolli und Elfriede Goebel zu Köln. X Die Vaterländischen Festspiele, welche am kommenden Sonntag ihren Abschluß erreichen, werden sich in diesem Jahre auch der Mitwirkung der Kölner Männer=Gesang=Vereine wieder erfreuen können. Durch Beschluß der dem Rh. Sängerbunde angeschlossenen Vereine werden diese Sonntagabend 7½ Uhr am Bismarckdenkmal einige Massenchöre zur Auffuhrung bringen. Die Sänger werden sich auf Einladung des Bundes=Vorstandes am Donnerstag, den 22. cr. abends 9 Uhr, in der Rathauskapelle(am Rathausplatz) zu einer Probe zusammenfinden.(Siehe auch Anzeige in der heutigen Nummer.) In Behinderung des Bundesdirigenten wird der Chorleiter des Männer=Gesang=Vereins„Polyhymnia“, Herr Musikdirektor Gustav Pielken, die Aufführung leiten. &a Straßenbahnverkehrsstörungen. Gestern abend brach im Klingelpütz an der Viktoriastraße an einem Postwagen die hintere Achse. Der Wagen fiel auf das Straßenbahngeleise und versperrte dieses einige Zeit.— Auf dem Frankenwerft brach an einem mit Frucht schwer beladenen Rollwagen das linke Hinterrad entzwei. Auch dieses Malheur hatte eine längere Störung des Straßenbahnverkehrs zur Folge. Aus Köln-Ehrenfeld. G- Die Fluchtlinienpläne betreffend die Wendelinstraße zwischen Militär=Ringstraße und Lövenicherweg und betreffend die Belvederestraße zwischen Wendelinstraße und Lövenicherweg und die Besitzung Lövenicherweg Nr. 2 sind festgestellt und können auf dem städtischen Vermessungsamt eingesehen werden. Dort liegen auch die Fluchtlinienpläne betreffend eine Verbindungsstraße zwischen Ossendorfer= und Geldernstraße offen. Aus Köln-Deutz. 0 Die St. Heribertus-Pfarrkirche hat wiederum ein neues Schmuckstück erhalten in dem wohlgelungenen Bildwerk über dem Portal des Turmes auf der Epistelseite. Das Tympanum gibt dem Beschauer einen neuen Beweis der künstlerischen Befähigung des Hrn. Bildhauers Mengelberg(Utrecht), welcher es modelliert hat. Er ist auch der Schöpfer der übrigen Bildwerke: über dem Hauptportal Jesus Christus mit dem Buche des Lebens, iym zur Seite der Pfarrpatron St. Heribertus und der h. Urbanus, auf der Evangelienseite am Kreuzschiff(Frauenseite) die Krönung Mariä, auf der Epistelseite am Kreuzschiff die Brotbrechung zu Emaus und jetzt zuletzt das Opfer Melchisedeks. Der Mittelpunkt des en protil ausgeführten Bildwerks ist gegeben durch die Gestalt Melchisedeks, welcher in kniender Haltung mit der rechten Hand das Brot und mit der linken den Weinkelch hält. Vor ihm kniet Abraham, mit Lanze und Schwert bewehrt, während hinter Melchisedek, mit den Opfergaben in den Händen, ein jugendlicher Diener kniet. Mit gläubigem, vergeistigtem Gesichtsausdruck blickt der Hohepriester über die Opfergaben gegen Himmel. In reichem Faltenwurf fällt der Mantel von den Schultern nach hinten, während unter den vorgehaltenen Armen das Gewand sichtbar wird. Die kniende Gestalt Abrahams mit dem demutsvoll vornübergebeugten Haupte verrät den gläubigen, frommen Mann, der mit zum Beten erhobenen Händen dem Herrn innig dankt. Die durch die Armhaltung gegebene Lücke wird ausgefüllt durch die aufstehende, an die Schulter angelehnte Lanze. Mit einer zarten Lieblichkeit im Gesichtsausdruck ist das jugendliche Antlitz des Dieners gebildet, der in seinen Händen Weinkrug und Brotlaib hält. Der Künstler hat es auch bei diesem Bildwerk wieder vermocht, die durch das Halbrund des Tympanums bedingten Zwickel gut auszufüllen ohne Heranziehung eines Symbols oder dergleichen. Eingerahmt wird die Gruppe von den Bogen des Portals, die in reicher Ornamentik gearbeitet sind. Der Sockel trägt eine lateinische Inschrift. Bis in die kleinsten Einzelheiten ist das Bildwerk gleich liebevoll behandelt. Die Feinheit der Bearbeitung zeigt sich nicht nur in dem Antlitz der drei Figuren; auch die Hände, die Krone und das Haar sind ebenso wie die Gewandung und die bezeichneten Gegenstände bis ins kleinste mit voller Schärfe herausgemeißelt. Ist dem Künstler wieder ein Werk gelungen, das seine Ehre mehrt, so hat die Pfarrgemeinde aber auch alle Ursache, dem Stifter des Bildwerkes, der dem herrlichen Gotteshause schon so viele unvergängliche Werke geschenkt hat und jetzt auch in das letzte Tympanum die h. Familie darstellen will, aufrichtig dankbar zu sein. 0 Windthorstbund. Einen anregenden Verlauf nahm die letzte, gut besuchte Sitzung des Bundes. Nach Beschlußfassung über einige geschäftliche Mitteilungen hielt der Vorsitzende ein Referat über die Frage: Wie stellen sich die Windthorstbunde zu den politischen Tagesfragen? und Windthorstbund und Zentrumspartei. In Beantwortung der ersteren Frage gilt als Grundsatz, daß, will man Stellung nehmen zu einer öffentlichen Angelegenheit, man vor allem die Notwendigkeit der politischen Bildung erkennt und sie erstrebt, und in Verfolg dessen sich politisch betätigt. Die Unterordnung unter die Parteileitung bei der politischen Betätigung widerspricht nicht dem Charakter des Windthorstbundes. Aber es darf in den Windthorstbunden unter keinen Umständen eine selbstständige, von den Richtlinien und Prinzipien der Zentrumspartei abweichende Politik getrieben werden. Die Fühlungnahme mit den Abgeordneten und der Ortspartei und der Parteipresse sind zu erstreben bzw. zu pflegen. Dadurch wird die Stellungnahme zu politischen Tagesfragen gegeben und eine nörgelnde Kritik hintangehalten. Eine starke Disziplin, angemessene würdige Einordnung in die Parteiorganisation ist unerläßliche, unverrückbare Bedingung für das Gedeihen des Windthorstbundes. Die Heranziehung der Jugend zur Organisation und die Schulung derselben, Agitation bei den Wahlen und für die Parteipresse dienen dem Wohle der Partei. Lebhafter Beifall dankte dem Vortragenden. Am Sonntag, den 22. August macht der Bund seinen Ausflug mit Damen nach Rösrath=Hoffnungsthal.— In der heute abend stattfindenden Versammlung wird Hr. Gewerkschaftssekretär Dedenbach einen Vortrag über Religion, Zentrum und Sozialdemokratie halten, ein Thema, das vollzähligen Besuch erwarten läßt. 2 Der Kölner Fußball-Klub 1899 E. D. beging am letzten Sonntag die Feier seines 10jährigen Bestehens. Der Salondampfer Albertus Magnus führte Mitglieder und Gäste rheinaufwärts nach Remagen. Auf dem Viktoriaberg war das Mahl gerüstet, daß ernste und lustige Reden und Lieder würzten. Die Konzertfängerin Fräulein Lilli Braun sang sich mit ihrer wohlgeschulten Stimme in aller Herzen und mußte den ihr und ihrem trefflichen Begleiter, Herrn Musikdirektor Engelbert Haas, gespendeten Beifall mit einer Zugabe zum Schweigen bringen. Letzterer führte noch die Gesangsriege des Vereins vor; während des Kaffees brachte eine kleine Verlosung heitere Gewinnesfreude und lachende Enttäuschung, und im Nu waren die Stunden verflogen, die dem Aufenthalt auf luftiger Höhe gewidmet waren. In den sonnigen Abend hinein steuerte das Festschiff noch stromaufwärts bis Brohl, um dann die Talfart anzutreten. Nach Rückkehr nach Köln blieb man noch einige Stunden vergnügt im Hotel Kaiser Wilhelm zusammen. * Rollschuhsport. Bei dem am Sonntag auf dem Kölner Sportplatz abgehaltenen Rollschuhsportfest stellte im Rollschuhrückwärtslaufen der Pariser Delabre(nicht de la Croix, wie es in Nr. 196 d. Bl. hieß) den Rekord von 21 Sekunden für 100 Meter auf. O Köln-Nippeser Ballspielklub. Am Sonntag spielte die erste Mannschaft des Höscheider Sportvereins gegen die erste Mannschaft des Köln=Nippeser Ballspielklubs. Das Spiel endete nach scharfem Kampfe mit:0 zu gunsten letzterer. Aus Kölns Nachbarschaft. m Weiden bei Lövenich, 20.Juli1909. Der Kaninchen= zuol=Verein hält an jedem Sonntag von 11 Uhr ab im Lokale des Hrn. Ferdinand Schuhmacher, Weiden, Aachenerstraße 34, Kaninchenmarkt ab. Die nächste Versammlung mit Vortrag über praktische Zucht ist Sonntag den 15. August im genannten Lokale. Aus dem sozialen Leben. S Deutscher handlungsgehülfenbund. In einer am Samstag, den 17. cr. bei Marette, Große Budengasse abgehaltenen Versammlung wurde die Ortsgruppe Köln des Deutschen Handlungsgehülfen=Bundes, Düsseldorf, gegründet. Der Bund vertritt die Interessen des Handlungsgehülfenstandes auf christlicher Grundlage, unter Ausschluß aller konfessionellen und parteipolitischen Bestrebung. Nach einem eingehenden Referate des Bundesvorstehers, Herrn Leo Krell, Düsseldorf, wurde die Ortsgruppe gegründet. Eine große Anzahl der Anwesenden erklärte ihren Beitritt. Die Sitzungen des Bundes werden regelmäßig alle 14 Tage abgehalten, und durch Anzeigen bekannt gegeben. Handwerk und Gewerbe. Korbmacherzwangsinnung für Köln und Mülheim (Rhein). Die Quartalsversammlung wurde am Montag in der Restauration Abels, Blaubach, abgehalten. Der Obermeister eröffnete sie mit der Einführung eines neuen Mitgliedes, des Herrn Joh. Brungs. Zunächst berichtete Herr Düren über die Kassenverhältnisse, welche durch zwei gewählte Revisoren geprüft und für richtig befunden wurden, wonach dem Kassierer Entlastung erteilt wurde. Der Haushaltungsplan wurde von der Versammlung genehmigt. Der bisherige Obermeister Pelzer wurde mit fast allen Stimmen auf 2 Jahre wieder gewählt, ebenso die Herren Düren und Kiel; an Stelle des Herrn Schmahl, welcher eine Wiederwahl ablehnte, wurde Herr Jos. Piel in den Vorstand dirigiert. Dem Antrag auf Beitritt zum Bunde Deutscher Korbmacher=Innungen wurde im Prinzip zugestimmt, die Beschlußfassung jedoch, da der Antragsteller nicht erschienen war, bis zur nächsten Sitzung vertagt. Der Vorsitzende verlas ein Schreiben seitens der Artillerie=Werkstatt in Lippstadt, das durch Preisfestsetzung erledigt wurde. Ein kurzer Bericht über die Tagung des Rheinischen Handwerksbundes in Mayen kam zum Vortrag, Herr Emanns wurde mit einem größeren Vortrag darüber für die nächste Sitzung betraut. Für das am 15. August d. J. stattfin. dende Stiftungsfest wurden verschiedene Anregungen gemacht und bekannt gegeben, daß der Männer Gesang=Verein Apollo seine Mitwirkung zugesagt habe. Das Festkomitee tritt in den ersten Tagen wieder zusammen und soll mit der Vorbereitung zur Gratisverlosung von Gegenständen aus dem Gewerbe betraut werden. Bei dieser Festlichkeit sollen die erste Meisterprüfung und zwei Gesellenprüfungen entsprechend gefeiert werden. Standesamt der Stadt Köln. 21. Juli 1909. Geburten. Gustav Wilh., S. v. Friedr. Wilh. Eduard Henke, Oberkellner, Lungeng. 22.- Anna. T. v. Georg Joseph Klunk, Lagerarb. Thurnmarkt 63.- Herm. Joseph, S. v. Heinr. Jak. Karl Schaurer, Schiff, Kl. Witschg. 9.- Joseph, S. v. Matth. Brühl, Tal., Follerstr. 16.- Margareta, T. v. Jak. Ditzter Marktaufs., Severinstr. 201.- Jak., S. v. Jak. Straßenbahn=Schaffn., Brühlerstraße 9.- Peter, S. v. Franz Fröhlke, Bauarb., Frankfurterstr. 18.- Martha, T. v. Joh. Bodhorn, Schutzm., Chlodwigpl. 16.— Gertrud. T. v. Matth. Linden, Zimmermann, A. d. Eiche 34.- Franz, S. v. Wilh. Noth, Tgl., Stavenhof 14.- Paul, S. v. Wilh. Becher, Postb., Blumenthalstr. 22.= Ernst, S. v. Rich. Kaufmann, Generalagent, Gilbachstr. 5.— Peter, S. v. Anton Plag, Postb., Johannisstr. 86.= Ernst, S. v. Gerh. Werner, Opernsäng., Brüsselerstr. 95. - Wilh., S. v. Joh. Hoffmann, Hauskn., Friedrichstr. 30.- Berta, T. v. Jak. Brann. Tal., Zülpicherw. 36. &a Sterdefälle. Anna Becker, 2., Walberberg.- Johann Leisten, Dombauwerkmstr., 58., Silvanstr. 9.- Ww. Gertrud Neu, geb. Heller, 69., Gr. Spitzeng. 61.- Severin Giersen, 10 Mon. 19., Buschg. 17. - Luise Wirtz, 1 J. 1 Mon., Achterstraße 34.-Jeinr. Pohl, 4 Mon, Weberstraße 32. 4 Heiraten. Peter Wirtz, Eisenbahnarb., v. Dormagen, u. Witwe Wilhelmine Schröder geb. Weyerstraß, v. Wilberhofen.- Peter Zepp, Backofenbauer, v. Bell, u. Anna Steiger, Brückhöfe.- Matthias Schöller, Güterbodenarb., Ursulastr. 20, u. Gertr. Knoll, Weißenburgstr. 57.. Anton Schieferdecker, Zimmerm., u. Wwe. Barbara Berner geb. Schiele, Maximinenstr. 52.- Peter Ippers, Schuhm., Antwerpenerstr. 48, u. Hubertina Breuer, Kamekestr. 2.- Adam Schmitz, Hausdiener, Aquinostraße 25, u. Sibylla Hämmerle, Maybachstr. 14. Heiratsantündigungen. Johann Evertz, Volksschullehrer, von Westerholt, u. Kath Winter, Dasselstr. 18.- Wilh. Raffenberg, Eisenb. Praktikant, Zülpicherstr. 29, u. Marg. Bollig, Moltkestr. 67.- Richard Albrecht, Ingenieur, v. Bruckhausen, u. Erna Nemnich, Richard Wagnerstraße 10.- Max Bromme, Gartendirektor, v. Erfurt, u. Maria Huschwadel, Niederichstr. 10.- Martin Decker, Tagel, Eintrachtstr. 34, und Wwe. Kath. Gasper geb. 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Er wendet sich gegen die Betriebskrankenkassen und meint, daß es durch diese Kassen vielen über vierzig Jahre alten Arbeitern unmöglich sei, in der Großindustrie noch Beschäftigung zu erhalten. Es müsse daher auf möglichste Zentralisation der Krankenkassen hingearbeitet werden. Redakteur Rurup(Essen) erklärt, daß auf dem Gebiete des Knappschaftswesens noch viele Reformen erforderlich seien, bis die Wünsche der Bergarbeiter befriedigt seien. Frl. Behm(Berlin) wendet sich gegen verschiedene Mängel der Landkrankenkassen und bezeichnet die Einbeziehung der Hausarbeiter in die Invalidenversicherung als eine absolute Notwendigkeit. Königbauer(München) vertritt die Ansicht, daß die Versicherungsämter erst dann ihre Aufgabe erfüllen können, wenn ihnen größere Rechte eingeräumt werden. Den Versicherungsämtern müsse die Rentenfestsetzung übertragen werden. Redner wendet sich mit Entschiedenheit gegen die vorgesehenen Landkrankenkassen, weil dieselben bedeutende Verschlechterungen gegenüber dem jetzigen Zustand bringen. Ferner spricht er gegen die Gleichmacherei der Beiträge zu den Krankenkassen, weil dadurch die Arbeiter ihrer bisherigen Rechte beraubt würden. Weiterhin wünscht Redner Ausdehnung der Versicherungspflicht auf die Hausgewerbetreibenden. Streiter(Berlin) rügt verschiedene Härten, denen das Krankenpflegepersonal ausgesetzt sei, und bedauert, daß das Krankenpflegepersonal, das so vielen Ansteckungsgefahren ausgesetzt ist, noch immer nicht der Unfallversicherung unterstellt ist. Rödlach(Rees) wendet sich gleichfalls gegen die beabsichtigte Form der Landkrankenkassen. Besonders den in der Tabakindustrie beschäftigten Arbeitern würden die Landkrankenkassen in dieser Form wenig Segen bringen, und sie sind deshalb unannehmbar. Weiter wünscht Redner, einem Antrage zuzustimmen, wonach die von Hrn. Becker aufgestellten Leitsätze dahin ergänzt werden, daß Heimarbeiter gleichfalls in die Invalidenversicherung einzubeziehen sind. Textilarbeiter Weber(Aachen) rügt das Verhalten der Vertrauensärzte und der Vorsitzenden der Schiedsgerichte, wodurch den Arbeitern das Vertrauen in die Schiedsgerichte geraubt würde. Andre(Stuttgart) gibt der Meinung Ausdrrck, daß, wenn man die neue Reichsversicherung unter die Lupe nehme, sich einem jeden die Ansicht aufdrängen müsse, daß sie in vieler Hinsicht einen Rückschritt bedeute. Er ist der Ansicht, daß es besser wäre, wenn den Versicherungsanstalten und Berufsgenossenschaften der instanzielle Charakter genommen würde. Weiterhin wünscht Redner, daß schon bei der Unfalluntersuchung ein Arzt zugezogen werde. Es wäre zu wünfchen, daß für die Oberversicherungsämter ein unabhängiges Aerztekollegium geschaffen werde, das Obergutachten auf Wunsch der Versicherten abzugeben hat und abgeben muß. Das Rekursrecht soll aufrecht erhalten werden für alle diejenigen Fälle, wo es sich um die erste Rentenfestsetzung handelt. Jedenfalls müsse eine andere ärztliche Begutachtung bei der Rechtsprechung gefordert werden. Frau Joos(.=Gladbach) fordert mit einer ihrer Vorrednerinnen Einbeziehung der Heimarbeiterinnen in die Invalidenversicherung. Es wäre zu wünschen, daß der Witwe eines Mannes, der der Invalidenversicherung angehörte, eine Art Witwengeld gewährt würde, um ihr über die erste Not hinwegzuhelfen. Volksbureauvorsteher Diek(.=Gladbach) bezeichnet die Schaffung eines örtlichen Organs, welches sich ausschließlich mit der Reichsversicherungsordnung befaßt, als unumgänglich. Redner ist der Ansicht, daß der Gedanke, Assessoren an die Spitze der Versicherungsämter zu setzen, ein wenig glücklicher ist. Man soll hier, wie bei den Gewerbegerichten, die Arbeit in die Hände der Beteiligten legen, und an die Spitze einen unabhängigen Ehrenvorsitzenden stellen. Weiterhin wendet sich der Redner der Krankenversicherung zu und vertritt den Standpunkt, daß die Selbstverwaltung in der Krankenversicherung den Beteiligten unter allen Umständen erhalten bleiben muß. Ferner plädiert er für eine Witwenbeihülfe an alle gestorbenen Versicherten und spricht für vollständige Auszahlung des Krankengeldes an die Familie bei Ueberführung des Ernährers ins Hospital. Geh. Rat Düttmann(Oldenburg) führt aus, daß die Auszahlung von Rentenversicherungen sich von 1893 bis 1907 vervierfacht habe. 1893, sagt er, wurden ausgezahlt 154 Mill.., 1907 aber 633 Mill.., ein Beweis, daß die soziale Fürsorge des Staates für die Arbeiterschaft bis jetzt nicht geruht habe. Er bittet die christlichen Gewerkschaften, die ihnen nahestehenden Abgeordneten bei Beratung des großen Werkes im Parlament nicht auf bestimmte Grundsätze festzulegen, sondern ihnen im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes freie Hand zu lassen. Sodann geht er auf die einzelnen Bestimmungen ein und stellte sich im großen und ganzen auf den Boden der Vorlage, wie sie von der Regierung ausgearbeitet worden ist. Redakteur Imbusch: Die Begründung der Reichsversicherungsoronung ist mehr wie angreifbar. Hier soll die sozialdemokratische Gefahr wieder einmal herhalten, um etwas durchzudrücken, was man mit guten Gründen nicht belegen kann. Es muß einmal aufhören, daß man Gesetze, die dem Wohle des Arbeiters dienen sollen demselben durch Verschlechterungen verekelt. Der Kongreß muß unter allen Umständen erklären, daß er sich nie und nimmer mit einer Halbierung der Kassenbeiträge einverstanden erklären kann Nachdem noch verschiedene Redner bzw. Rednerinnen zu Wort gekommen waren, erhält der Referent, Reichstagsabgeordneter Becker das Schlußwort. Hiermit fand die Vormittagssitzung ihren Abschluß. * In der heutigen Nachmittagssitzung sprach Abg. Franz Behrens Essen) über: Das Verhältnis der christlichen Gewerkschaften zur christlich=nationalen Arbeiterbewegung Die christlich-nationale Arbeiterbewegung ist keine in sich geschlossene Organisation, und ebensowenig ist ihr Wesen programmatisch aeordnet. Sie bildet lediglich ein vertrauensvolles Zusammenwirken einer Anzahl in sich selbständiger Bewegungen bzw. Organisationen zu bestimmten Zwecken, in der Regel von Fall zu Fall. Freilich besitzen die in der christlich=nationalen Arbeiterbewegung zusammenwirkenden Organisationen in wesentlichen Punkten mehr oder weniger anerkannte gemeinsame Grundsätze und stehen in ihrem besonderen Wirken in gewissem sich ergänzenden Verhältnis zueinander. Eigenart und Jugend der Bewegung erklärt Meinungsverschiedenheiten in der Bewegung und den Wunsch nach Klärung Redner will sich auf den allgemeinen und den evangelischen Teil der Bewegung beschränken, da der Korreferent, Aba Giesberts, dem katholischen Teil der Bewegung seine Aufmerksamkeit widmen will. Redner gibt einen historischen Ueberblick über die Entstehung der Bewegung, deren ersten Anfänge bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zuruckreichen. Die ehemalige christlich=soziale Arbeitervereinsbewegung sei ein Vorläufer gewesen. Das Wirken Kettelers und Joh. Hinrich Wichernes, D# Stöckers und Prof. Dr. Hitzes sei mit dem Werden der christlich nationalen Bewegung verbunden. Unter Einwirkung des Kulturkampfes seien aus der christlich=sozialen Arbeitervereinsbewegung die konfessionellen Arbeitervereine beider Konfessionen geboren worden. Der Aufgabekreis der konfessionellen Arbeitervereine liege auf dem Gebiet, die Mitglieder in religiöser (konfessioneller) Beziehung zu stärken, sie zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten anhalten, sie zu lehren, ihre religiösen Grundsätze im praktischen Leben zu betätigen. Sie sollen ihre Mitglieder sozial, politisch und wirtschaftlich schulen durch Vorträge, Kurse und Lektüre. Ferner sollen sie auf dem sozialen und dem Gebiet der Wohlfahrtspflege wirken. Die Pflege der nationalen Gesinnung, die Abwehr der Sozialdemokratie und die Forderung der gesetz lichen Sozialreform gehören in das Aufgabengebiet der konfessio nellen Arbeitervereine. Die Vertretung des Arbeiters auf dem Gebiete des Arbeitsvertrages bzw. die rein gewerkschaftlichen Auf gaben stehen den konfessionellen Arbeitervereinen nicht zu. Dieser Mangel der konfessionellen Arbeitervereine auf dem gewerkschaftlichen Gebiet und die Erkenntnis der Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Betätigung auch der christlichen Arbeiter haben zur Gründung der christlichen Gewerkschaften geführt. Die christlichen Gewerkschaften seien wirkliche Gewerkschaften. Sie wollen den auf dem Boden christlicher Weltanschauung stehenden Arbeitern die Möglichkeit geben, wahre und ernste Gewerkschaftsarbeit zu leisten, ohne in Konflikt zu kommen mit ihren religiös=sittlichen und nationalen Anschauungen. Zu den Berufsvereinigungen, die der christlich=nationalen Arbeiter. bewegung zuzuzählen sind, seien noch die Staatsarbeiter und=Bediensteten=Verbände und der Deutsch-nationale HandlungsgehülfenVerband zu nennen. Diese vier Hauptgruppen der christlich- nationalen Arbeiterbewegung haben erst durch den Deutschen Arbeiterkongreß 1903 zu Frankfurt am Main rechte Fühlung mit einander erhalten. Die Ursachen seien das Anwachsen der sozialdemokratischen Flut und das drohende Stocken der Sozialreform gewesen. Auch sei es nötig gewesen, die Freiheit der Persönlichkeit des Arbeiters zu schützen. Der Zweck des Kongresses sei„die Ermöglichung einer gemeinsamen Aktion in solchen Fragen der gesetzlichen Sozialreform, welche den betreffenden Arbeiterorganisationen gemeinsam sind, und der breiten Oeffentlichkeit zu zeigen, daß hunderttausende christlich und national denkender Arbeiter in den Grundfragen der sozialen Reform einig und geschlossen dastehen und unerschrocken ihre höchsten Güter, Glauben und Vaterland, Treue zu Kaiser und Reich zu verleidigen gewillt sind, und um den Einfluß der Sozialdemokratie auf die deutsche Arbeiterschaft zurückzudrängen.“ Der vom Kongreß eingesetzte Ausschuß habe durch mehrere Aufrufe zum Ausbau der Organisationen, Schulung und Erziehung der Mitglieder und zum gemeinsamen Wirken der Kongreßorganisationen aufgefordert. In dem ersten Aufruf wurden die konfessionellen Vereine und Gewerkschaften zur gegenseitigen Anerkennung und Ergänzung sowie zur Zuführung der Mitglieder der konfessionellen Vereine in die christlichen Berufsorganisationen aufgefordert. Trotzdem diese Aufforderung von allen Kongreßorganisationen unterzeichnet sei, habe später ihre praktische Durchführung auf allerlei Schwierigkeiten bei den konfessionellen Vereinen gestoßen. In den evangelischen Arbeitervereinen befinden sich unter den zum Teil politisch= und theologisch=liberalen Nichtarbeitern einflußreiche Personen, die den christlichen Gewerkschaften unfreundlich gesinnt sind und versuchen, die Hirsch=Dunckerschen Gechaften zu protegieren. Selbst„gelbe“ Liebhabereien machten sich hier und da geltend. In den evangelischen Arbeitervereinen sei dadurch ein Dualismus zwischen christlichen und Hirsch=Dunckerschen Gewerkschaften entstanden und der Wunsch nach Eingliederung der Hirsch=Dunckerschen in die christlich=nationale Arbeiterbewegung. Der Aufnahme der Hirsch=Dunckerschen Gewerkvereine im Kongreß stände nichts im Wege, wenn sie die Grundsätze der Bewegung. „den Boden christlicher Weltanschauung, nationale Gesinnung, gewerkschaftliche Grundsätze und Fortführung der sozialen Reform“ anerkennen. Die grundsätzliche Stellung der christlichen Gewerkschaften zu den konfessionellen Arbeitervereinen sei durch das sich gegenseitig ergänzende Aufgabengebiet gegeben. Die Mitgliedschaft eines Arbeiters nur in der Gewerkschaft genüge ebensowenig wie nur im konfessionellen Arbeiterverein. Eine Personalunion, also Mitgliedschaft in beiden Organisationen, sei anzustreben. Denn erst beide, die Gewerkschaft und der konfessionelle Arbeiterverein, bilden das Ganze in der Bewegung und für die Einzelpersönlichkeit. Eine mechanische Durchführung dieses Gegenseitigkeitsprinzips sei nicht möglich, weil es Arbeiter gebe, die an der Peripherie des religiösen Interesses und solche, die an der Peripherie des gewerkschaftlichen Interesses ständen. Die Entwickelung der christlichnationalen Arbeiterbewegung sei recht zufriedenstellend. Von den Kongreßforderungen 1903 und 1907 sei nur ein Punkt (Vereinsgesetz) erledigt. Alle anderen seien leider noch unerledigt Die Bewegung habe Ursache genug, die erhobenen Forderungen von neuem geltend zu machen. Die christlichen Gewerkschaften als die ersten unter gleichen hätten die Kämpfe um den Tarifvertrag zu führen. Deshalb müssen die Gewerkschaften gestärkt werden Je stärker die christlichen Gewerkschaften, desto größer der Anteil der christlich=nationalen Arbeiterschaft an den Tarifverträgen. Auch der Jugendbewegung müsse man erhöhte Aufmerksamkeit widmen Die Jünglingsvereine und christlichen Gewerkschaften sollten noch engere Fühlung miteinander gewinnen. Zum Schluß wendet sich Redner den Aussichten der christlichnationalen Arbeiterbewegung zu. Auf sozialdemokratische Vorwürfe antwortet Redner, daß in der christlich nationalen Bewegung dieselben Berufe und auch die Gruppen von Nichtarbeitern vertreten seien wie in der sozialdemokratischen Bewegung. Ueber die Spezies „Antipfaffen" verfüge man freilich nicht. Dort Materialismus Marxismus und Klassenkampf das Einigende, hier christliche Weltanschauung, nationale Gesinnung und der ernste Wille, die geistigen sittlich=religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter zu fördern. Dort Isolierung der Arbeiter, hier Drängen nach gleichberechtigter Anteilnahme am nationalen und kulturellen Leben des Volkes. Die Vielheit der christlich=nationalen Arbeiterbewegung sei zwar eine Schwäche, aber auch ihre Stärke. Eine Schwäche, weil sie nicht nach Schema F geleitet werden kann. Eine„Diktatur der Demagogie“ wie in der Sozialdemokratie sei in der christlich=nationalen Bewegung unmöglich, sondern vertrauensvolles Miteinanderarbeiten sei notwendig. Eine Stärke der Bewegung sei die Vielseitigkeit weil sie ihren Gliedern die volle Anteilnahme an dem geistigen kulturellen und politischen Leben des Gesamtvolkes sichere und der Einfluß der Arbeiter sich allenthalben leichter durchsetze. Freilich seien in den sechs Jahren seit dem ersten Kongreß nicht alle Blutenträume gereift, aber dasselbe habe die Sozialdemokratie auch in sechs mal sechs Jahren zu verzeichnen. Weil die christlichnationale Bewegung noch so große Aufgaben und so solide #dg# sind ihre Aussichten gute, wenn treu gearbeitet Als Korreferent sprach Reichstagsabgeordneter Giesberts per die Frage erorterl, welches Interesse die christlichen Gewerki.#en.. der gesamten christlich=nationalen Arbeiterbewegung, wie sie in den Kongressen von Berlin und Frankfurt zum Ausdruck gebracht sei, haben. Die christlich=nationale Arbeiterbewegung sei der Hintergrund für die christlichen Gewerkschaften. Diese seien die fortgeschrittenste und dabei rüstig vorwärts strebende Truppe die das größte Interesse daran habe, die noch fernstehenden Organisationen mit fortschrittlichem Geiste zu erfüllen. Der christ lich=nationale Arbeiterkongreß habe in der öffentlichen Meinung die Illusion zerstört, als gäbe es nur eine sozialdemokratische Arbeiterbewegung; der Einfluß der christlichen Gewerkscha bewegung auf Parlamente und Regierungen sei unverkennbar. Recht habe man sich in Frankfurt dagegen gewehrt, aus der Bewegung eine rein antisozialdemokratisch protestlerische Bewegung zu machen. Allein schon die Existenz der christlichen Gewerkschaften sei der stärkste Protest gegen die Sozialdemokratie. Den Hirsch=Dunckerschen Gewerkschaften habe man die Tür Kongreß niemals zugemacht. Im weiteren erörterte Redner die Frage, welches Interesse die christlichen Gewerkschaften an den konfessionellen Vereinigungen hätten: Jugendvereine, Gesellenvereine, Arbeiterinnenvereine, Arbeitervereine usw. Diese Vereinigungen hätten in erster Linie die Pflege der religiösen Ideale in ihr Programm ausgenommen. Schon dieser Umstand müsse die christlichen Gewerkschaften veranlassen, in diesen Vereinigungen mitzuarbeiten. Ohne die Erhaltung der religiösen Lebensideale seien auch die christlichen Gewerkschaften nicht möglich Schwänden jene Organisationen, welche dazu bestimmt sind, diese Ideale zu erhalten, so stürze der Boden, auf dem die christliche Organisationsbewegung ruhe. Bezüglich der Fachabteilungen erklärte Redner, daß man nach wie vor von einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Berliner Richtung einen Erfolg nicht erwarten dürfe. Die Fachabteilungen hatten sich ein abstracktes Ziel gesteckt und Scheuklappen darum gelegt, und so arbeiteten sie weiter, ohne auf Vernunftgründe zu hören. Von einer Auseinandersetzung könne man sich erst dann einen Erfolg versprechen, wenn auch die Fachabteilungen bereit seien auf tatsächliche Gründe einzugehen. Auf dem Kongreß in Zurich seien zwar harte Worte gefallen, sie bedeuteten aber im letzten Grunde nichts weiter, als daß die katholischen Arbeiter für sich die gleiche Freiheit und die gleichen Rechte beanspruchen wie alle anderen Berufsgruppen. Die Fachabteilungen hemmen die Ausbreitung der christlichen Arbeiterbewegung überhaupt, stärken die Position der Sozialdemokratie und tragen dazu bei, daß im tariflichen Arbeitsverhältnis die christliche Richtung nicht genügend berücksichtigt werde. Es sei ja auch durch die letzten Vorkommnisse klargestellt, daß hinter der Fachabteilungsbewegung ein politischer Hintergrund stecke, dessen sich vielleicht die katholischen Arbeiter selbst nicht recht bewußt seien. Aller Voraussicht nach hätten die katholischen Arbeiter in den nächsten Jahren einen schweren Kampf nicht nur um ihre gewerkschaftlichen Grundsätze, sondern auch um ihre politischen und religiösen zu kämpfen. Man dürfe aber die Hoffnung nicht aufgeben, daß bei den katholischen Arbeitern in Fachabteilungslager früher oder später die Erkenntnis heranreist daß sie zu den christlichen Gewerkschaften gehören; die Verhältnisse wurden hier stärker und zwingender sein als alle schönen Theorien (Beifall.) In der Diskussion zeigte sich eine allgemeine Uebereinstimmung der Redner mit den Ausführungen beider Referenten. Die von dem Reichstagsabgeordneten Becker aufgestellten Leitsätze zu Reichsversicherungsordnung werden nach Vornahm einiger Aenderungen bzw. Ergänzungen en bloc angenommen. Der Kongreß beschloß ferner eine Sympathiekundgebung gunsten der ausgesperrten Arbeiter in Solnhofen, spricht sich gege eine Monopolisierung der Tarifbestrebungen aus und überläßt die Bestimmung des nächsten Kongreßortes dem Vorstande. Nachzutragen wäre noch, daß dem Vorstande eine Anzahl von Antragen zur Erwägung überwiesen worden sind. Dieselben betreffen in der Hauptsache eine dem Reichstage zu unterbreitende Resolution, worin aufgefordert wird, 1. die Straßen= und Kleinbahnen der Gewerbeordnung zu unterstellen; 2. Verträge und Vereinbarungen, welche gegen die guten Sitten verstoßen, oder das Koalitionsrecht aufheben oder beschränken, unter Strafe zu stellen: 3. die zu erwartenden Arbeitskammern auch auf die in Straßenund Kleinbahnbetrieben beschäftigten Personen auszudehnen; 4. Festsetzung eines Maximalarbeitstages von zehn Stunden für Straßenbahner; 5. Einführung obligatorischer Arbeiterausschüsse in genannten Betrieben; 6. Erklärung der paritätischen Arbeitsnachweise als einzige zulässige Institution auf dem Gebiete der Arbeitsvermittelung. Zum Schluß gab der Vorsitzende, Hr. Reichstagsabgeordneter Schiffer, ein Referat über die auf dem Kongreß geleistete Arbeit, dankte allen für ihr Erscheinen, dankte auch der Presse, die sich, mit Ausnahme der sozialdemokratischen, einer objektiven Berichterstattung befleißigt habe.„Wir können,“ sagte er,„mit dem Gefühle heimkehren, daß der diesjährige Gewerkschaftskongreß einen Merkstein in der Geschichte der christlichen Gewerkschaften bilden wird. * ...###. Sericht in Nr. 198 ist in der zweiten Zeile des viertletzten Absatzes statt„Schreckens.“„Schadensprinzip“ zu lesen. Solinger-Stahlwaren HOHESTR· 89-O1· ECE BRUCHENSTEF“ Carl Hein (vorm. E. Leybolds Nachf.) Kölner Lecal-Auzeiger Nr. 199&a Donnerstag, 22. Juli 1909. Zu den Namenstagen empfehle in grosser Auswahl zu billigen Preisen: Kristall-, Trink- und Dessert-Verviee Porzellan-, Tafel- und Kaffee-Verviee Toilette-Waschgarnituren usw. Pensionat für hathol. Schüler des blesigen Gymnasloms. Neubau in herrlichster Lage. Kleine Schülerzahl.—6 aus jeder Klasse. 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Soweit die Quartiere bis jetzt feststehen, teilen wir dieselben nachstehend mit. Kardinal=Legat Vincenzo Bannutelli.(Erzbischöfliches Palais, Gereonstraße). Kardinal Ferrari, Erzbischof von Mailand.(Peter Wahlen, Hohenstaufenring 59.) Kardinal Kopp, Fürstbischof von Breslau.(Priesterseminar, Marzellenstraße 32/34.) Kardinal Mercier, Erzbischof von Mecheln und Primas von Belgien.(Oberbürgermeister Wallraf, Rheinaustraße.) + Erzbischof A. F. Frühwirth, Apostolischer Nunzius, München. (Dominikanerkloster, Lindenstraße 45/47.) Erzbischof Dr. Th. Nörber=Freiburg i. B.(Amtsgerichtsrat de Witt, Unter Goldschmied 28.) * Bischof Willibrord Benzler O. S.., Metz.(Verleger Franz X. Bachem, Gereonsdriesch 19.) Bischof Dr. A. Bertram=Hildesheim.(Kgl. Baurat Heimann, Viktoriastraße.) Bischof Dr. A. Bludau=Ermland.(Gerichtsafsessor J. Schüller, Eintrachtstraße 120.) Bischof Dr. H. Dingelstad=Münster i. W.(Pfarrer W. Kremer, Hochstadenstraße 33.) Bischof Dr. A. Fritzen= Straßburg i. E.(Priesterseminar, Marzellenstraße 32/34.) Bischof Dr. A. v. Henle=Regensburg.(Regierungsbaumeister Krings, Riehlerstraße 13.) Bischof Dr. P. W. v. Keppler=Rottenburg.(Domkapitular Dr. Blank, Burgmauer.) Bischof Dr. G. H. Kirstein=Mainz.(Rechtsanwalt Dr. Edmund Wirtz III, Herwarthstraße.) Bischof Dr. M. F. Korum=Trier.(Kloster der Vorromäerinnen, Klapperhof 3/5.) Bischof Dr. Leo v. Mergel O. S.., Eichstätt.(Kaufmann Jakob Schiitz=Valckenberg, Unter Goldschmied 34.) Bischof Dr. S. Frhr. v. Ow=Passau.(Frau Ww. Dr. Otto, Heumarkt 49.) Bischof Dr. A. Rosentreter=Kulm.(Kaufmann Karl Auer, Wörthstr. 17.) Bischof Dr. Alois Schäfer, Apost. Vikar von Sachsen.(Geh. Rat Prof. Dr. Bardenheuer, Berlich 32.) Bischof Dr. I. D. Schmitt=Fulda.(Oberpfarrer Lentzen, Kasinostraße.) Bischof Dr. W. Schneider=Paderborn.(Domkapitular Prof. Dr. Schnütgen, Margarethenkloster.) Bischof Thom. Spreiter O. S.., Apost. Vikar von SüdSansibar.(Frau Wwe. Wildermann, Sachsenring 82.) Bischof Dr. H. Voß=Osnabrück.(Domkapitular Dr. Ludwigs, Rechtschule.) Bischof Dr. Dom. Willi, O. Cist., Limburg.(Pfarrer H. Ostlender, Quatermarkt.) Weihbischof Dr. Ev. Illigens=Münster i. W.(Oberin Maria Höfels, Antonsgasse.) Weihbischof Dr. Jak. Klunder=Kulm.(Verleger Robert Bachem, Gereonshof.) Weihbischof Dr. F. J. Knecht=Freiburg i. B.(Pfarrer E. Köhler, Langgasse.) Weihbischof Dr. F. Ed. Likowski=Gnesen=Posen.(Pfarrer J. Breuer, Komödienstraße.) Weihbischof Dr. K. E. Schrod=Trier.(Weihbischof Dr. J. Müller, Burgmauer 11.) * Weihbischof Dr. W. Blazek=Olmütz.(Architekt Marchand, Hansaring 75.) Bischof Dr. A. Jeglic=Laibach, Oesterreich.(Pfarrer A. Ditges, Kunibertskloster 10.) Bischof Graf v. Majlath=Karlsburg, Siebenbürgen.(Domkapitular J. Romunde, Burgmauer 31.) Bischof F. X. Nagl=Triest, Oesterreich.(Domkapitular Dr. Düsterwald, Burgmauer.) Bischof Dr. J. B. Rössler=St. Pölten.(Domkapitular Dr. Steffens, Rechtschule.) Erzbischof Jos. E. Bonnefoy=Aix, Frankreich.(Justizrat Karl Trimborn, Georgstr..) Bischof A. Foucault=St. Die, Frankreich.(Justizrat Notar J. Krings, Hohenstaufenring 38.) Bischof Thom. L. Heylen=Namur, Belgien.(Generalvikar Dr. Kreutzwald, Margaretentloster.) Bischof Dr. M. Rütten=Lüttich, Belgien.(Frau Jean Hospelt, Hohenzollernring 99.) Erzbischof Fr. Bourne=Westminster, London.(Konsul C. g Nießen, Machabäerstr. 42.) Bischof L. Casartelli=Salford, Großbritannien.(Kloster der Ursulinerinnen, Machabäerstr.) Bischof J. Clancy=Elphin, Irland.(Dr. med. M. Braubach Apostelnkloster 27.) Bischof J. Lyster=Achonry, Irland.(Pfarrer Joh. Müller Moltkestr. 117.) Bischof Aug. Jos. Callier=Haarlem, Holland.(Pfarrer m Lentzen, Siebenburgen 6.) Bischof J. H. Drehmanns=Roermond, Holland.(Kommerzien, rat Carl Wahlen, Wörthstr. 21.) Erzbischof Heinr. van de Wetering=Utrecht, Holland.(Kom, merzienrat Karl Wahlen, Wörthstr. 21.) Bischof J. J. Koppes=Luxemburg.(Oberlandesgerichtsrat Gussone, Viktoriastr. 20.) Bischof B. Döbbina, O. S. Fr., Sutri und Nepi.(Franziz, kanerkloster, Ulrichsgasse.) Bischof Joh. van Euch, Apost. Vikar, Kopenhagen.(Justizra Notar Custodis, Berlich 19.) Bischof Laguarda y Fenollera=Jaen, Spanien.(Justiz rat Notar A. Fröhlich, Norbertstr. 31.) Erzbischof Joh. Soldevilla y Romero=Saragossa, Spanien (Kommerzienrat Albert Heimann, Kaiser Friedrich=Ufer 33.) Bestbewährte gesunde und magenSsrmkranke Nahrung für: SONIE schwächliche. in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. Kölner Local-Anzeiger.* Köln, 22. Juli 1909. * Unterhaltendes. O Feuer. Skizze von Alfred Stern(Berlin). Schwüler Sommertag, heller, sengender Sonnenbrand liegt über den Straßen, und eine Höllenglut brennt nieder auf die Häuser der Stadt. Die Luft flirrt und flimmert, zittert unter dem Bleidruck dieser entnervenden Hitze, die alles dörrt und trocknet.— In dem weitschichtigen Fabrikgebäude klappern und rasseln die Maschinen, daß der Boden erdröhnt, schnurren die Räder, sausen die Riemen. Und hunderte betriebsamer Arbeiterhände regen sich, schaffen und scharwerkern. Schweigend, durch nichts beirrt, verrichtet ein jeglicher seine Tätigkeit. Kein unnötiges Wort ertönt, und nur der Lärm, das Stampfen der Maschinen dringt durch die geöffneten Fenster hinaus in den von Ruhe und Sonnenglut erfüllten Fabrikhof. So bleibt es stundenlang; hier drinnen das dumpfe, rastlose Geräusch der Arbeit, draußen die sommerliche, brütende Vormittagsstille. Einhalb zwölf ist's, die Mittagspause nicht mehr fern! Da, was ist das?— Vom Kesselhause her ertönt gellend die Dampfpfeife, grell, wie ein unheilkündendes Signal, und schrill, wie ein hülfeflehender, plötzlicher Notschrei Und nun arbeiten die Maschinen langsamer und langsamer, leiser und leiser wird ihr Schüttern und Stoßen. Die Räder verlieren ihre Triebkraft, immer lässiger und lässiger werden ihre Schwingungen, ruhiger und ruhiger wird ihr Lauf, bis sie sich nicht mehr drehen. Erstaunt blicken die Männer von ihrer Arbeit auf. Und still wird's im Raume, ganz still. Doch vom Hofe her, wo bislang der Friede, die Schwüle des Sommertages sich ausbreitete und alles Leben in Schlaf sang, dringen Rufe, laute Schreie, verworrene Worte zu ihnen her. Worte, die sie nicht verstehen, deren Sinn sie nicht erfassen können. Und ein eigener, sonderbarer Ton mischte sich hinein in diesen Lärm, ein zischender, heulender, unheimlicher Ton, der schnell das Stimmengewirr auf dem Hofe überklingt. Zum Ausgang wollen einige, der seltsamen, unwillkommenen Störung nachzuforschen: Schon sind sie in der Nähe der Tür, da wird sie von außen gewaltsam aufgerissen. Und„Feuer, Feuer“, so tönt es in den Saal,„rette sich, wer kann!“ Weiter stürmt der Rufer.— Einen Augenblick stehen sie schreckerstarrt. Da sehen sie bereits die ersten Flammen, lange, gewaltige Feuerzungen, die vom oberen Stockwerk an den Fenstern herablaufen und gierig in den Raum hineinschlagen. Und nun löst sich auch der Bann, der ihre Tatkraft lähmte. In atemloser Hast, laut schreiend, wild stürzen sie nach den Ausgängen, über die verqualmten Treppen zum Hof, in den jetzt die Feuerwehr brausend hineinfährt. Auf dem weiten Hofe, befreit von dem lastenden Druck der drohenden Gefahr, kehrt ihnen die Besonnenheit zurück. Sie helfen, zu retten, was noch zu retten ist,— die armen, angehalfterten Pferde, die kostbaren Geschäftsbücher. Und dann fragen sie und forschen, ob sie alle das Freie glücklich erreichten ob keiner zurückblieb in dem großen Gebäude, dessen sämtliche Teile in Rauch und Flammen getaucht sind, in ein einziges, riesenhaft großes, sausendes, vernichtendes Feuermeer. Ob sie alle entronnen sind? Der Meister ruft sie auf. Nein, nicht alle, alle nicht! Einer fehlt, ein Einziger,— ein junger Mensch, den die Flammen dort oben zurückbehielten, den sie sich zum Opfer erkiesten.— Von Mund zu Mund läuft die schaurige Nachricht, und ihre Herzen erbeben um den, der dort in der Schrecknis zurückgeblieben ist, in dieser rauchenden, feuerspeienden Hölle. „Man muß ihn retten,“— so schreien sie. Und die Wehrleute, sie alle kämpfen mit doppelter Kraft, mit zwiefachem Heldenmute, dem Moloch, der vor ihnen heult und braust, das Opfer zu entreißen. Doch stärker, als der Menschen Kraft und Wille, ist das Element, die Glut, die immer mehr sich reckt, sich breitet. Und keine Rettung blüht dem Armen. Dem Armen, der da oben steht, vom Feuermeer umengt, ohne Hoffnung; er, von den Vielen der Einzige, dem der Weg zur Freiheit und zum Leben versagt blieb. Schon auf der Treppe und fast in Sicherheit, war er noch einmal zurückgekehrt, irgendeinen vergessenen unwichtigen Gegenstand zu holen, den er nicht missen wollte. In rasender Eile war er zurückgelaufen und wieder davongestürzt. Aber schneller noch als er, waren die Flammen gewesen. Und wie er die Tür zum Ausgang wieder öffnet, da schlägt ihm die feurige Lohe entgegen, den Weg sperrend. Zurück rast er, die Eisentür hinter sich zuwerfend, daß die Gluten nicht in den Raum nachdringen können. Zum andern Ausgang treibt ihn die Flucht. Die Hälfte der Treppe kann er noch hinunter, dann stellen ihn auch hier die Flammen. Wieder rennt er in den Arbeitssaal. Sein ganzer Körper fliegt vor Aufregung, die Knie wanken unter ihm, und ohne Kraft, sich aufrecht zu erhalten, bricht er auf einem Stuhle zusammen, rastlos, sinnlos verwirrt. Abgeschnitten, abgeschnitten von der Freiheit und vom Leben, — denkt er. Mit grausamer Deutlichkeit überkommt ihn diese Gewißheit. Schaudernd preßt er das Gesicht in die zitternden Hände. Dann wieder faßt er sich. Sein Hirn beginnt zu arbeiten, und mit rasender Schnelle kreisen die Gedanken hinter der Stirn, nach Rettung suchend. Wo findet er sie? Er sinnt und sinnt, und weiß doch keinen Ausweg. Und in sein Sinnen hinein hört er die Flammen von den Treppen her an die Türen heranheulen. Mutlos starrt er ins Leere. Dann packt ihn von neuem das Lebensfieber, der Wille zum Leben. Auf springt er, blickt spähend durch den Raum und sieht die kleine Tür zum Notausgang, die zu den Eisenleitern an der Außenmauer führt.— Daß er daran noch nicht dachte! Fast muß er lachen, daß dieser rettende Gedanke ihm nicht eher kam. Mit einem Satze ist er an dem kleinen Pförtchen, drückt auf den Griff. Doch die Tür ist verschlossen. Und wie gewaltig er auch daran rüttelt, sich dagegen wirft und stemmt, welche: Anstrengungen er auch macht, sie zu öffnen,— stärker als die Riesenkräfte, die ihm die Todesangst leiht, ist das Schloß, dessen Widerstand er nicht zu brechen vermag, ist diese eiserne Wand, die ihn von der Freiheit trennt. Und der Schlüssel ist nicht am gewohnten Platze. Da stürzt er verzweifelt zusammen. Klar steht sein Schicksal vor ihm und er weiß, daß jetzt ihm nichts mehr retten kann.—— Unerträglich heiß wird es in dem Raume und entsetzlicher Durst packt ihn, peinigt ihn mit seiner Qual, trocknet ihm Schlund und Gaumen aus und preßt ihm die Kehle zusammen.— Todesgrauen überschleicht seine Seele. Und in Riesenhast ziehen die verflossenen Tage seines Lebens an ihm vorüber, durchlebt er in Gedankenschnelle die Jahre seines Seins.— Lumer dörrender, glühender wird die Hitze um ihn her, und von Sekunde zu Sekunde wachsend, machen sich ihm die Schrecken oes Flammentodes immer furchtbarer fühlbar.— Rotglühend erstrahlen die Türen, lösen sich sacht von den Angeln unter der Kraft der Glut. Kleine Feuerzungen lecker durch. Mit Entsetzen sieht er's. Nur wenige Minuten noc und mit voller Gewalt müssen die Flammen in den Saal hineinbrechen, alles vernichtend, zerfressend und mordend. Auch an den Außenmauern drängt das Feuer heran, hüllt die Fenster#i Rauch und Glut und erhitzt das engmaschige Gitterwerk, bise weißlich leuchtet. Kuallend platzen die Scheiben, daß die Splitter in Fetzen umherfausen. Feuerfunken fliegen durch die Luft, die stickig heiß ist, Rauchwolken quellen auf und versetzen ihm der Atem. Die Hitze umwallt und umflutet ihn, wie ein brandene Meer, und er fühlt, wie sie ihm langsam sein Denken nimm ihm das Mark aus dem Gebein zerrt, das Hirn aus dem Sch frißt und ihm das Blut aus den Adern wegsangt. Wie eine wilde, hungrige, ihrem Käfig entronnene Bestie##t und brüllt das entfesselte Element. Und durch das Knisen und Prasseln brennender Holzteile, das Krachen stürzende Mauern, das Heulen, Fauchen und Toben der Flammen, dai Zischen der Wasserstrahlen hindurch hört er die Signale de## Wehrleute, vernimmt er die Rufe seiner Kameraden.— Da springt er auf vom Boden. Antworten will er denn da draußen, ihnen zurufen, daß er noch lebt, die Rettunger flehen, die er von ihrer Hülfe erwartet. Aber keinen Lu bringt er hervor, stumm bleibt sein Mund. Von neuem versucht er es, doch nur ein heiserer, unartikulierter Schrei entringt sich seiner ausgedörrten, vertrockneten Kehle.—— Und weiter rast um sein Gefängnis das Feuer, legt sich mi voller Kraft gegen die Türen, preßt und drückt und biegt sie wie mit Riesenfäusten, reißt sie vollends aus dem Rahmen, daß die glühende Masse polternd, sprühend in den Saal bricht. Frei für die Flammen ist der Weg, und mit Windeseile fegen sie heran.— Wie ein Irrsinniger blickt er in das Chaos, das um ihn herwirbelt. Sein Körper ist entmarkt von der Hitze, die Augen geblendet vom Feuerscheine, zerbissen vom beizenden Qualm, die Sinne umnebeln sich ihm vom erstickenden Rauch und Dampf, der ihn das Leben wegfrißt. Und immer näher zu ihm bahnen sich die Flammen den Weg die Flammen, vor denen er durch den weiten Saal flüchtet, die zuckenden, zischenden, gierigen Feuerschlangen, die sich ihm engegenwinden und denen er jede Minute, jede Sekunde, die ihn zu leben noch übrig bleibt, abtrotzt und abringt in aussichtslosen Streite. Todesängste stärken seine Kraft, wecken die entschlafenden Lebensgeister. Schwere Tische schleppt er heran, türmt sie aufeinandet, wirft Stühle, Werkzeuge und andere Dinge dazwischen— Barrtkaden, die er den Flammen entgegensetzt, Hindernisse, die sie spielend überwinden. So kämpft er um sein Leben! Es ist ein schrecklicher, grauenvoller und hoffnungsloser Kampf, den er führt. Doch er kämpft ihn, gepeitscht und angetriebe vom Lebenswillen, der, schon vom Tode halb überwunden, nog nach Sekunden des Lebens geizt. Erstickende Rauchwolken dringen in starken Wirbeln auf ihn ein, das Blut steigt ihm zu Kopfe und treibt ihm fast der Schädel auseinander. Taumelnd lehnt er sich gegen die Wand. Siedehitze umbrande ihn, sengende Feuerarme recken sich nach ihm, und leuchtend Sterne tanzen vor seinen halbblinden Augen den tollsten Reigen. Seine Sinne verlieren sich in Nacht und Dunkel, rüsten sich s“ dem großen, alles überdauernden Schlaf. Noch einmal will ihn der Lebenshunger emporreißen, inn weiter jagen, zum Fenster, dorthin, wo er Luft wähnt, d00 kraftlos fällt er zurück. In die Kniee brechend, stammelt er leise: „Vater im Himmel, Du großer Gott, erbarme Dich gna#t meiner armen Seele!“ Dann sinkt er bewußtlos zusammen. Und über ihn weg rast die fressende Flamme.... Kölner Local-Anzeiger Nr. 193& Donnerstag. 22. Juli 1903. Seite 9. werden täglich schon um 1 Uhr mittags im Torweg unserer Geschäftsgebäude Marzellenstraße 39 ausgehängt, ebenso in den Kath. Gesellenhäusern #vei. rage, Tag bertstraße und Josephstraße, ferner an unseren Bezirksvertretungen Hohepforte 6, Köln=Ehrenfeld, Rothehausstraße 2, KölnNippes, Cranachstraße 5, Kalk, Mülheimerstraße 19, außerdem Markt 23.0 Offene Stellen Werkmeister. Für unseren in Mayschoß befindlichen Werkplatz, einschl. Schmiede= u. Schlosser=Werkstätte suchen wir sofort einen energ. tücht. Werkmeister welcher bereits bei Bahn= und Tunnelbauten tätig gewesen u. über gute Zeugnisse verfügt. Gelernter Schlosser bevorzugt. Schriftliche Offerten an Baubureau Withelm Bruch, Mayschoß, Ahrtal. 9 Zur Stütze der Baustrau bei strengem Familienanschluß wird besseres. kathol. Mädchen ohne gegenseitige Vergütung gesucht. Demselben ist Gelegenheit geboten, sich als Verkäuferin in einem großen, flottgehenden Schuhgeschäft auszubilden. Fr.=Offerten unt. K 806 a. d. Gesch. des Kölner Local=Anz.*c Auwaltsgehülfe. Für hiesiges Rechtsanwalts bureau per sofort ein Gehülse, durchaus selbständiger Ar beiter, gesucht. 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K 808 an die Geschäftsst. d. Köln. Local=Anz. Gedient. Kavallerist, welch. sämtliche Gartenarbeit, versteht, zur Zeit herrschaftlicher Kutscher sucht zum 1. Oktober ähnliche Stelle oder Vertrauensposten als Bote oder in einem Lager, event. als Lebensstellung. Die besten Zeugnine u. Empfehlung. stehen zu Diensten. Gefl. Off unter C 100 postlagernd Linnich (Rheinland). p“ Gewesener Ofisiersbursche, 23 J. alt, mit guten Zeugnissen, sucht sofort oder später Stellung als Milchkutscher. Vor der Militärzeit gewesener Milchkutscher. Off. u. 2089 a. d. Gesch. d. Bl. sucht Stelle per 3. August, am liebsten, wo derselde sich in der Feinbäckerei noch weiter ausbilden kann. Offerten an C. Hönig, Dünnwald b. Mülheim, Berlinerstraße 64. Junge Dame, Familie, welche stützt auf prima Zeugnisse auch bei älterem Herrn. Gefl. Fr.=Off. unt. K die Geschäftsstelle d. Bl. tüchtige und rüstig lung lieb Herrschaftlicher Diener 33 Jahre, kath., 1,70 groß, sucht zum 1. August oder später Stellung. 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Da auch ein Aufenthalt des Luftschiffes in Frankfurt geplant ist, werden wir wohl kaum in der Lage sein, Ihnen telegraphisch die ungefähre Ankunft desselben in Köln mirzuteilen. Im anderen Falle würden wir uns gerne dazu bereit erklären. Es ist wahrscheinlich, daß die Ueberführung in den ersten Tagen des August vor sich gehen wird, und daß Graf Zeppelin selbst dar an teilnimmt, zum mindestens wird er die Fahrt bis Frankfurt mitmachen. * Daterländische Festspiele. Am Sonntag, den 25. d.., vormittags 9 Uhr, bird eine Ballon=Fuchsjagd mit Automobilverfolgung veranstaltet. Der Startplatz ist auf dem Jugendspielplatz vor dem Lindentor. Die Mitglieder des Kölner Klubs für Luftschiffahrt können gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedkarten für 1909 den abgesperrten Korbplatz betreten. An der Fuchsjagd beteiligen sich folgende Ballons: Clouth IV, 2200 Kubikmeter, Fuchsballon, Führer Friedr Grüneberg, Hardefust, 1600 Kubikmeter, Führer Hans Hiedemann Köln, 1437 Kubikmeter, Führer Karl Bau, Clouth I, 1200 Kubikmeter, Führer Richard Clouth, Clouth II, 400 Kubikmeter, Führer Leo Hölterhoff jr. Der Fuchsballon, der durch ein rotes Band besonders gekennzeichnet ist, wird außerdem von einer größeren Anzahl Automobile verfolgt. Der Start der Automobile erfolgt ebenfalls vom Jugendspielplatz aus und zwar zehn Minuten vor Aufstieg des Fuchsballons in Abständen von je 25 Sekunden. Der Fuchsballon muß nach mindestens drei Stunden Fahrzeit landen, soll aber höchstens 120 Kilometer vom Start aus zurücklegen. Landung im Auslande ist nicht gestattet. Von den verfolgenden Ballons ist derjenige Sieger, der dem Fuchsballon am nächsten landet; von den Automobilen sind diejenigen Wagen Sieger, von denen ein Mitfahrer den Ballonkorb innerhalb 60 Minuten nach Landung des Ballons berührt. Am Nachmittag beginnen auf dem Rheinstrom und im Deutzer Hafen die Wettkämpfe der Wassersportvereine. Beteiligt sind die Rudervereine Kölner Ruderverein 1877, Kölner Rudergesellschaft 1891, Ruderklub Germania, Kölner Klub für Wassersport, Kölner Klub und die Schwimmvereine: Kölner Schwimmverein, Allgemeiner Schwimmverein, Düsseldorf, Schwimmverein Poseidon 1905, Düsseldorf, Neußer Schwimmverein, Bonner Schwimmverein, Koblenzer Schwimmverein, Schwimmriege des Leverkusener Turnvereins, Schwimmklub Rhenus, Köln, Schwimmsportklub, Köln, Schwimmklub Vater Rhein, Köln, Schwimmverein .=Gladbach, Schwimmverein Gut Naß,.=Gladbach, Schwimmverein Neptun, Krefeld, Schwimmverein Aegir, Uerdingen, Düsseldorfer Schwimmklub. .######rt zur Segelregatta ist gegen 3 Uhr nachmittags unter halb Urfeld, der Start zu den Ruderwettfahrten ist 2½ Uhr am rechten Rheinufer oberhalb Poll, das Ziel an der Bismarcksäule wo auch gegen 5 Uhr die Ankunft der Segelboote erfolgt. Die Schwimmwettkämpfe beginnen um 3½ Uhr im Industriehafen zu Köln=Deutz. Die Siegerverkündigung und Verteilung der Eichen Fränze, findet Punkt 7½ Uhr auf der Terrasse vor der Bismarch Jubiläum. Die Gardetruppenteile: 3. und 4. GardeRegiment z.., Regiment Elisabeth, das 2. Garde=Dragoner=Regiment und das 3. Garde=Ulanen=Regiment feiern im Frühjahr 1910 ihr 50jähriges und das Garde=Pionier=Bataillon sein 100jähriges Bestehen. Behufs Bildung einer Vereinigung zur Teilnahme an den Feiern findet am Freitag, den 23. o. Mts., abends 8¾ Uhr eine Versammlung der ehemaligen Angehörigen dieser Truppenteile im Restaurant Comp, Neumarkt 16, statt. ∆ Gesundheitsbericht für die Woche vom 11. bis 17. Juli. rkrankunge. an Scharlach waren mit 50(gegen 43) zahlreicher als in der Vorwoche, während die an Diphtherie, 19(25) nachgelassen haben. Von den Scharlachfällen entfielen 18(14) auf die Altstadt, 15(14) auf die Neustadt, 10(6) auf Köln=Ehrenfeld 4(6) auf Köln=Nippes usw., von den Diphtherierkrankungen 12/4) auf Köln=Nippes, 10(3) auf die Altstadt, 5(1) auf die Neustadt „(7).# Ehrenfeld usw. Außerdem wurden je 1 Fall von Unterleibstyphus aus Köln=Lindenthal und der Neustadt und je 1 Verdachtsfall von solchem aus Köln=Ehrenfeld und Köln=Nippes gemeldet. Der Zugang von Kranken in den allgemeinen Krankenanstalten stellte sich mit 684 um 94 niedriger als in der Vorwoche. Dagegen erfuhr die Zahl der Gestorbenen, 141(121) eine Steigerung; im ersten Lebensjahre standen dabei 48(46). s Todesursachen kamen häufiger vor: Darmkatarrh, Brechdurchfall und Kinderatrophie, 27(22) Sterbefälle, Tuberkulose 19 (), angeborene Lebensschwäche, 11(11) Herzkrankheiten, 7(6) 4(), Gehirnschlag, 4(), Scharlach, 3(), Diphtherie und Krupp, 3(). Die höchste Tageszahl der Gestorbenen betrug 25, die niedrigste 13.— Die Einwohnerzahl der Stadt Köln betrug am 1. Juni ds. Is. 472211, wovon die Vororte entselen— 121752 auf die Neustadt, die übrigen auf brücke wurde die Leiche des am 14. d. M. beim Spielen im Rhein ertrunkenen 10jährigen Mädchens gelandst. geute vormittag fiel in der Bayenstraße ein 21jähriger Rheinarbeiter beim Abladen von Holz rücklings von einem Schiffe im Rheinhafen. Ehe ihm Hülfe gebracht werden onnte, verschwand er in den Wellen. Nach einer halben Stunde konnte die Leiche geborgen werden. Der Ertrunkene litt an #### vermutlich ist er auch in einem solchen Anfalle vom Schiffe Unfälle beim Bau der Dombrücke. Gerstern vormittag fiel einem Schlosser ein schweres Stück Eisen in den Rücken. Der Mann erlitt eine schwere Wirbelsäuleverletzung.— Einem anderen ##ein schwerer Gegenstand auf das Knie, wodurch dieses erheblich verletzt wurde. Als ein Arbeiter mit einem Rettungsboot einen Zimmermann an seine Arbeitsstätte bringen wollte fuhr der Nachen so hart gegen ein Gerüst, daß er umschlug, wobei die beiden Insassen in den Rhein fiesen: se u uch, wog, Schwimmen.—.— Ahein selenz site retteten sich durch Eine Oetroleumlampe explodierte in der vergangener Nacht in einem Hause Vor den Siebenburgen. Ein 21jähriaes Mädchen erlitt dabei sehr schwere Brandwunden ins Bürgerhospital; an ihrem Aufkommen X Gewarnt. Zu der gestern unter der Spitzmarke Gewarnt gebrachten Mitteilung wird uns von einem glaubwürdigen, langjährigen Leser des Local=Anzeigers erklärt, daß der Mann kein Schwindler sei, tatsächlich Zillikens heiße, aus Köln=Merheim gebürtig sei und jetzt Eigelstein 65 wohne. Eine Warnung vor dem Mann sei unangebracht. 1 die Schuhe von den Füßen gestohlen wurden in der vergangenen Nacht einem Mann, der auf einer Bank im Hauptbahnhof eingeschlafen war. Mit dem Stocheisen. Gestern abend begab sich ein Verputzer in die Wohnung seines verheirateten Sohnes, bei dem sich die Frau des Verputzers, die ihm entlaufen war, aufhielt. Der Verputzer wurde dort aber übel empfangen; mitleinem glühenden Stocheisen bearbeitete ihn sein Sohn dermaßen, daß er eiligst das Haus wieder verließ. Durch Brandwunden und andere Veretzungen übel zugerichtet, suchte er die Wache in der Maximinenstre e auf und ließ sich dort verbinden. Man schaffte den Mißhandelten dann zum Spital. ".* Aus Köln-Lindenthal. T Die Gefahren der Hutnadel. Als gestern auf der Dürenerstraße eine Frau sich von ihren Kindern verabschiedete stach sie mit ihrer langen Hutnadel ein Mädchen so unglücklich ins Auge das dieses sofort auslief. Als die Dame sich erschreckt #endert, stach sie aber noch eine vorübergehende Frau in die Aus Köln-Nippes. . T. Persenatnachricht. Die Schulamtsbewerverin Martha Klein iu:. zur Volksschullehrerin in dem Schulverbande Waldbröl ernannt Aus Kalk. aum. Am Samstag waren es 25 Jahre, daß ter Herr Wilyelm Grützenbach in Diensten der kex##e###gschinenfabrik, Breuer, Schumacher& Co., Akt.= ### nreut. In dieser langen Zeit hat es derselbe verstanden sich allseitige Achtung und Beliebtheit zu erwerben, die an seinem Zuheltage, in„n verschiedensten Ehrungen ihren beredten Ausdruck fanden. Am Vorabend brachte ihm bereits der Männerchor der Firma ein trefflich gelungenes Ständchen dar. Seine Kollegen und kuntserasher Meie aneneich micht ueg ss seine Arbeitstätte in Weise auszuschmücken. Daß die Werksleitung die Verpien, ih. Angestellten gebührend anerkannt, bewies sie dadurch daß sie zu Ehren des Jubilars im Königsforst=Hotel eine größere Abendfestlichkeit veranstaltete, wo er in Wort und Lied gefeiert Purs. Der Leiter, de. Werkes, Herr Direktor Becker, hob die Verdienste des Jubilars in längerer Rede hervor und überreichte ihm als außeres Zeichen der Anerkennung seitens der Firma eine #### g01 en. Uhr nebst Kette sowie ein über einen namhaften Geldbetrag lautendes Sparkassenbuch. Der Jubilar dankt tieffür die ihm erwiesenen Ehrungen. (1) Der Katholische Arbeiterverein feierte am vergangenen Sonntag im Vereinslokale bei Pinner den Namenstag seines Präses, des Hrn. Kaplans G. Fröls, unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder und ihrer Angehörigen. Der Feier ging eine kurze geschäftliche Sitzung voraus, in der das Andenken eines verstorbenen Mitgliedes in der üblichen Weise geehrt sowie die #ii en Jul Liozesandelegiertentag gewählt wurden. Warme Worte der Anerkennung widmete der Vizepräses, Hr. Kaplan Moll dem Vereinsmitgliede Hrn. A. Heinen, der vor kurzem sein 30 jähriges Arbeitsjubiläum gefeiert hatte. Zur Eröffnung der eigentlichen trug der Kirchenchor von St. Joseph unter Leitung des Feier Hrn. H. Ferrenberg mehrere Lieder vor, worauf zwei Kinder sinnige Gedichte sagten. Hr. Stadtverordneter Pinner hielt die Festrede. In beredten Worten wies er auf die kurze, aber Wirtsamreit des Gefeierten im Verein hin und überunter herzlichen Glückwünschen eine schöne Aktenmappe #tomu.“#r. Rektor Maus betonte die Notwendigkeit eines einträchtigen Zusammenwirkens zwischen Kirche und Schule und uvexmirtelte die Glückwünsche der Lehrerschaft, desgleichen gratulierten die Vorsitzenden der Krankenkasse und Leosterbekasse. Hr Kaplan Fröls dankte für die ihm bereiteten Ehrungen, die ihm ein Ansporn seien, auch in Zukunft seine ganze Kraft dem Dienste des zu widmen. Zwischen den Reden wurden gemeinschaft..„#rfungen, während sich der Kirchenchor von St. Joseph und ein Zitherquartett in die musikalische Unterhaltung teilten. Ein humoristisches Duett, von Mitgliedern des Kath. Jünglingsvereins gesungen, bildete einen würdigen Abschluß der schön vern Feier, die der Bizepräses, Hr. Kaplan Moll, geleitet Kirchliches. jährlich von der Pfarrkirche St. Jakob(St. Georg) am Maidmarkt Die Beteligung an derselben war zahlreich, Die Führung der Prozession, welche in diesem Jahre zum ersten Mal anstatt wie bisher von Wesseling aus direkt von Köln aus per Schiff stattfand hat der Präses der Apollinarisbruderschaft von St. Jakob, Herr Horausgegangener fl. Mese in et. Jalod hente morgen um 8 Uh. Beuteer gote piae Prien,i der leberfahrt der Schlagballmannschaft des Kölner Fußballksur99 und der Schlagballmannschaft des Kaiser Wilhelm=Gymnas: siegte letztere mit dem Ergebnis von 74: 58unz Kölns Nachbarschaft. Stommeln, 20.Juli1909. Der freiwillige Feuer. hält am Sonntag, den 25. d. M. sein diesjähriStiftungsfest ab. Am Samstagabend ist großer Fackelzug, an Sonntagmorgen um 11 Uhr Antreten auf dem Schulhof, ma dann unte Jurrung des Branddirektors am markierten Branderfolg erzier, Zi etenader, eeuschaft 18en%ger Rennmannschaften gelang, zwei erste Preise gegen große Konkurrenz heimzubringen, nämlich den Anfänger=Vierer gegen die Vereine von Dortmund, Ruhrort, Münster, Witten. Werden und den 9 Achter gegen den Kölner Klub für Wassersport. Speziell das ers Sense rss Pespsg,a„im auderst scharfes und spannendes und hiell das Feld lange zusammen, bis schließlich das Boot der Kölner Ruder=Gesellschaft sich immer mehr vorschob und nach hartem Endkampfe unter lebhaftestem Beifall der Zuschauer und Klubkame Osrn des Brandoltenors um martierten 9 die Löschgeräte in Betrieb gesetzt werden; nachmittags Punkt 4n ist große Festparade, ½5 Uhr Festzug durchs Dorf, wozu zahlreich, gesagt haben, daran anschließend großer auswärtige Vereine zugesagt haben, Festball im Vereinslokale. W Frechen, 21.Juli1909. Das diesjährige Schützen#### wird nicht wie herkömmlich am zweiten Sonntag im Auaus sondern wegen des eucharistischen Kongresses schon am kommende. Sonntag gefeiert. Auf dem Marktplatze werden schon die BudeSchaukeln, Karussels usw. aufgeschlagen. Etwa zwölf auswärtig Schützenvereine haben ihre Teilnahme zugesagt. Alle Schichten Einwohner freuen sich auf das schöne Fest und nehmen regen A. teil daran. Die Musik wird ausgeführt von der Kavelle## meisters Hen. Latermann 40 * Siegburg, 21.Juli1909. In Nr. 195 vom 18. d. berichtet wir, d. am 15. d. wr. in Siegburg ein Gymnasiast seinem Leher durch Erhangen ein Ende gemacht habe. Nach Aussage dei sofort herbeigerufenen Arztes und anderer Sachverständiger ist der genannte Schüler, der bei seinen Lehrern und allen die ihnzm. best.,„Auf. stan., dadurch verunglückt, daß er praktische Vnr uche machte mit Einatmen von Sauerstoff. Kurz varl waren derartige Uebungen im Schulunterricht theoretisch behandes worden, und der Schüler hat dann nachher auf seinem Stuadien zimmer solche Uebungen angestellt und hat dabei sein junges Leianr eingebüßt. Von Erhängen kann nicht die Rede sein von Nah und Fern. (0) Neuwied, 21.Juli1909. Bon hier wird der K. V. geschrieben Zu dem Bericht in Nr. 609 Ihres geschätzten Blattes ist leider noch hinzuzufügen, daß bei der Katastrophe in Rolandsea auch noch zwei junge Damen im Alter von etwa 24 Jahren und zwar Frl. Mizza Scheid aus Neuwied und Frl. Gerta Heuser aus Godesberg, den Tod gefunden haben. Frl. Scheid, welchsechs Wochen verreist war, befand sich auf der Heimreise und benutzte von Köln aus den Dampfer Gutenberg. Ihre Freund Frl. Heuser, war von dieser Reise unterrichtet und stieg in Godesberg aufs Schiff, um bis Rolandseck mirzufahren. Beim des Schiffes in Rolandseck ging nun Frl. Scheid mit Frl. 5 zum Ausgang, um ihre Freundin zu verabschieden. Es ware vielleicht noch—5 Passagiere, darunter Frl. Heuser, mit Aussteigen beschäftigt, der Inspektor hatte schon das Zeichen zum Einsteigen gegeben, da erfolgte ein dumpfes Geräusch und gleichzeitiga aus dem Maschinenraum ein mächtiger, heißer Dampf, ales Qualm hüllend. Hierbei müssen beide Damen, durch Brandwund schwer verletzt worden, in ihrer Angst aufs Hinterschiff gera sein, wo sie in dem Glauben, es gäbe keinen anderen Ausweg mehr über Bord sprangen. Leider haben sie hierbei die Steuerbord. m der Backbordseite verwechselt und sind statt dem Ufer zu. von der selben abgesprungen. Bei dem Wirrwar und in der Aufregun in welcher sich alle befanden, ist es von niemanden bemerkt wonn daß die beiden Damen über Bord sprangen. Der Führer## Motorbootes Rolandseck=Honnef, welcher sofort nach Wahrnehmung der Explosion mit seinem Motorboot an die Unglücksstelle eilte bemerkte in den Fluten zwei Damenhüte, und da er diese an sit nahm, konnte, nachdem die Familie nach dem Verbleib der beiden Damen recherchiert hatte, festgestellt werden, daß diese Hüte den Vermißten gehörten. Es besteht kein Zweifel, daß sie ertrunken sind.— Merkwürdig ist, daß in den Aeußerungen der Dampfschifahrtsge(lschaft von diesem bedauerlichen unglück nichts geneins Viehpreise. rungeskommissig: Jurtueh: gaz n tchmagkt. Bericht der Rott mast und beste Saugkälber M. Je.0 0.., Pel. ste Mast.(Volmich Mast- und Sauskälber N. 66-7072.-pelender bis A. 88, b. mitlen genährte Kälber(Fresser) Nl. 50-6s Geringe Saugkälber und dlten genzs ce Se ie cic esele e seche ei en mehr, b. Heischige M. 70-78%.“ 74, vorgezeichnete teilweise 1 Aut M. 66-68. Bezahlt für 2- Kil. gte sOvie Sauen und bbei Bg ve. Bezahlt für oo Ku. Lebendgewicht, abzüglich 20-22 Proz. Tar. S secheschesteseshelt l. se.3ie#. e. 1cie 14ich 1 Vr- schesch „Fruchtpreise. bis 113#2e-#s 10.80-11.00 Pa#Ft. Hen, Luserner, nenes, A. 10.00 5.89 chaer ien ei. Pesskarnsed.00-.3“ Krumm und Frauunod 410 I. Beschaffenheit A. 280), Gastiche, Keao). Das Augebot ia daider are v1 Läuf'e zurückhaltend. Pur Ware neuer krute blieben Känter und ver Neuse, 22.Juli1909. Weizen, Roggen und Hafer werden bis zur neuen Ernte nicht mehr nouert 2 Zim nur anst vermiete Besche Gerate Kartoffeln Heu de 1e5 Rlg“ K. 0000 M. 3,50—4,00 M. 4,20—4,60 Eier 100 Stück M.—. Luzernehen M. 5,00 die 20 Ku6 Krummstroh„ 20,00 Breitdrusebstroh 22,00 die 500 Kl0 Kleie M. 6,20 die 50 Ku0 Niederschlag seit gestern morgen bis heute morgen 8 Uhr 0,0 mih Höchste Temperatur gestern+ 24,0., niedrigste heute+ 150 C Mutmaßliche Witterung für den 22. d..: Temperatur weni Psxareir##ter wolkig, auch Regenfälle sind nicht ausgeschlossen. WinWasserstand am 22. Juli 1909 Mannheim, 8 vorm.,.45—0,22 m1 Köln, II vorm.,.07—0s12 9 vorm.,.70—0,17 m Wesel, 9 vorm., 3,40—|23 M Wasserwärme am 22. Juli, morgens 11 Uhr: 17½° C. Groß oder Sta auch für wert zu v Off. u. nebst Gä vermiete Schöne nebst vermiete Eigentün Drusust 2. Etage Mans. 5 Gl 2 schöne, ruh Leu LeuchtLeute zu Hinterha Zim. usw 2 Zin zu verm. Unterhs ver m. Thiebolde X Zimme O Heller Köln=S Nippe lichh. z. v Deutz verm. helle * an ein Beschei 3 gr. 3 Preis 48. M ·3.a u. M. Gerk 3 Zim zu perr M öbliert. Preis 1 öbl. Zin a12. luftige Kl möt zu ve chön mi b. Her: (—5 Rä Haus in Beamten u. direkte Ausf. 2 Gesch. des Möbl. bahn=Wer „Off. u. Nippes, 0 Kaum hat di Student erteilt an Gymn schüler der Stunde 0, Off. u. 20 Unterricht Off. unt risetzung v. Kotte 9. ige Feuer n diesjährige, Fackelzug, an ilhof, wo als Zu vermieten ierten Brande 8 Punkt 4 Uhr sozu zahlreich. ießend großer Mariengartengasse 13-—|9. ützenfes g im Augus in kommende in die Buder lf auswärtige : Schichten der len regen An Kapelle te g des Kapel2 Zimmer 2. Ei. Anbau, an nur anständ. kleine Familie zu vermieten. Bescheid Bayer, 2. Etage. Sprech- und Vortragsschule Elis. Lux Kölner Lecal-Anzeiger nr. 199 8; Donnerstag, 22. Juli 1909. s Richard Wagnerstrasse 33. d. berichteten seinem Lehen Aussage des indiger ist der e ihn kannten raktische VerKurz vorher isch behandelt nem Studierjunges Leber geschrieben es ist leider tolandsed 24 Jahren, Herta Heuser scheid, welche keise und bee Freundin, ig in Godeseim Anlegen Frl. Heuser waren t Aussteigen n Einsteigen hzeitig quol pf, alles in randwunden ziff gerann isweg mehr erbord= mi 1, von den Aufregung, erkt worden, Führer des ihrnehmung Sstelle eilte, diese an sih der beiden se Hüte den rtrunken Dampfschiff. ts gemeldet t d e r N o t i e "(Vollmilchb. mittlere ältere gering 83, b. ältere (Merzschafe deren Kreueise 1 Mark in und Eber 2 Proz. Tara. aus Holland sige Schlach1,30-.32 .24-.26. .52-.56, Rindfleisch: 1,02. Kalb000000 00. Handel Rindfleisch s, M. 10.00 altes.00 #strob.00 wurden folN. 28.00 2. 21.00 Juttergent enmehl, 90 eisen-Grand O0, BaumN. 10100 ohes Leind Ware war er und Verehr notiert. ie 50 Kilo r 0,0 mm. + 15,0 C. tur wenig mn. Wind —0,19 m —0,23 m Großes Lagerhaus oder Stall für Fuhrunternehmer, auch für große Werkstätte preiswert zu vermieten in Braunsfeld. Off. u. 2117 a. d. Gesch. d. Bl. Vingst Kiechstr. 9. Hans, enthz. 10 R. nebst Gärtchen per 1. Sept. zu vermieten. Näheres Kirchstr. 6. 5%öpe 1. Et., 4 Zim. u. 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Köln, den 22. Juli 1909. p Vereinigung der Bürger Kölns zur Förderung der deutschen Nationalfeste. Cold findet man nicht auf der Straße, wohl aber durch eine Anzeige im(). 14 werden gebeten, frei werdende Stellen für die Mitglieder der Rathol. Arbeitervereine Kölns b. Kath. Arbeitersekretariat. Annohaus. Annostr. 86. anzumelden.“ unter dem Protektorate Seiner Majestät des Deutsche Kaisers und Königs von Preussen WilhelmI Dirigent: Königl. Musikdirektor Professor Jos. Schwart; Sonntag, den 25. Juli, vormittags 11½ Uhr im Reichshallen-Theater: R 7 FKAMZNN zu velkstämlichen unter Mitwirkung von Herrn Karl Friedberg(Klavier). In dem Konzert werden unter anderem de Preischöre vom Frankfurter Wettstreit in Vortrag gelangen. Ende gegen 1 Uhr. Peise der Plätze: Logenplätze je 3, Rondeleit# .00 M. Parkett und Saal je 2 M, Logenaufgang und 1. Ran e.25 M. II. Rang je.80 M. Mit Ausnahme I. und I Rang sind alle Plätze numeriert. Die Karten sind in de Hofmusikalienhandlung von J. F. Weber, Schildergasse und, sofern noch vornanden, am Sonntagmorgen vor dem Konzert im Reichshallen-Theater u haben. c6t 5 en#### Vereine des Rh. Sängerbundes habt durch Beschluß der Tagung vom 29. Juni d. J. ihre Mitwi Runsg#472, Vortrag einiger Chöre, gelegentlich der Preisvert„Vaterländischen Lestspieler“ am Sonntag, den 25. Juli, abends 7½ Uhr, auf den Terrassen an der Bismarcksäule zugesagt.„ Wir laden daher die Herren Sänger zu einer einmalige Probe auf Donnerstaa. den 22. cr., abends 9 Uhr, s die„Rathauskapelle“ am Rathausplatz hierdurch ergebenst en raae Pesesgr) auf die patriotische Veranstaltung u. Rheinischer Sängerbund. Der Vorstand. „„„ der Vorstand. Namenstags-Geschenke. 7 Kathol. Beamtenverein Köll. heilt gründlich u. dauernd unter Garantie bei mässigem Honorar Bock’s Sprachinstitut, Köln- Sülz, Klettenberg-Gürtel 66. 5 finden druckfreie Korsetts u. gutsitzende Binden in grossartiger Auswahl.„b Reformhaus, Mittel-, — Ecke Benesisstrasse Verlag u. Druck v. J. D. Bachem. Verantwortl. Redakteur: Jos. Bestler. Verantwortlich für Aus der Arbeiterwelt: Oet. Dedenbach; für Anzeigen- u. Reklamenteil i..; Bonifaz Gutberlet. Alle in Köln. Hierdurch beehre ich mich Ihnen ergebenst mitzuteilen dass ich mein # Uhren- Juwelen-,Gold und Sülberwar.-Geschäft "#### von Breitestrasse 133 nich Breitestrasse 155 6 Häuser neben Einmahl& Co. vis--vis;Kath. Gesellenhaus, verlegt habe. ##chzeitig mein reichhaltiges Lager in Uhren-, Juwelen-, ie passende Geschenke in empfehlende Erinerung. Jos. Frings, Breitestrasse 153.. Freundliche Einladung zu dem am Sonntag, den 25. d.., nachmittags 3 Uhr, stattfindenden Sommerfest In den Räumen und Gartenanlagen des Hrn. D. Rosell, Lino, Dürenerstraße 386(5 Minuten von der Endhaltestelle Straßenbahn). Am Eingange werden für die Kinder chen und Freilose verabfolgt, jedoch nur gegen Vorzeigung Mitgliedkarte 190910. Die Verlosung für die Kinder ginnt Punkt 4 Uhr. Kaffee Portion 60 Pfg, Bier 10 PfoEs ist in Aussicht genommen, im August noch ein weitere Gartenfest zu veranstalten. Die Mitglieder werden um zahlreiche Beteiligung gedeiet Der Vorstand. Braut in neuester Bindeart. Brautschleier billigst. Jul. Gliesche Söhne, Schildergasse