mit Sonntagsbeilage Bolonia, durch die Crägennnen wöchentlich 10 Pfg., monatlich 40 Pig. Anzeigen-Preis: IS Pig. die einspaltige Zeile(letzte Seite 18 Pig.). Kölner Stellen= und Arbeits=Gesuche sowie MietAnzeigen für kleine Gohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pfg. die Zeile. Auswärtige Anzeigen 20 Pig.(letzte Seite 25 Pig.). Reklamen 50 Pfg. für hiesige, 60 Pfg. für auswärtige. Offerten-Annahme 25 Pig. Postpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), M..—(2 Mon.), M. 0,50(1 Mon.). General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt. 2 Kölner Fremdenblatt. Nr. 165. 23. Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln, Freitag, 18. Juni 1900. Teoakt.: 5231, 5232,5233,5234. Heute 10 Seiten. Das Neueste vom Tage. Die Begegnung zwischen dem deutschen und dem russischen Kaiser hat gestern in den finnischen Schären stattgefunden. Der Besuch Kaiser Nikolaus' an Bord der Hohenzollern dauerte eine halbe Stunde. Unmittelbar, nachdem Kaiser Nikolaus an Bord der Standart zurückgekehrt war, erwiderte Kaiser Wilhelm den Besuch. Die Prozesse gegen Dr. Hammann und gegen Fürst Eulenbura werden beide in der zu Anfang Juli d. J. zusammentretenden außerordentlichen Schwurgerichtsperivde zur Hauptverhandlung kommen. Die Königin von Schweden ist gestern abend um 9 Uhr in Stettin zum Besuche ihres Regiments eingetroffen. In den letzten drei Tagen sind durch große Brände in Warenniederlagen der Vorstädte der russischen Hauptstadt, St. Petersburg, Waren im Werte von mehreren Millionen Rubel vernichtet worden. Der Kampf um die Finanzreform. Zweiter Tag. □□ Berlin, 17.Juni1909. Im Reichstage ist die große Stimmung nach dem ersten Tage äußerlich schon abgeflaut. Die Tribünen sind beim Beginn der Sitzung fast leer, und in der Diplomatenloge sitzen einsam ein paar junge Damen. Auch der Reichskanzler ist bei Beginn der Sitzung nicht im Saal, und doch war der heutige Tag sachlich von großerer Bedeutung. Er zeigte der Regierung deutlich die Nehrheitschancen. Zu vielfacher Ueberraschung spricht im Namen der konservativen Fraktion Graf Westarp— nicht Frhr. v. Richthofen. Graf Westarp gehört erst mehrere Monate dem hause an und hat sich mit erstaunlicher Schnelligkeit ud Sicherheit schon in der Finanzkommission zu einer hervorragenden parlamentarischen Position heraufgearbeitet. luch heute hat er sich mit einer ausgezeichneten Rede im Plenum des Reichstages als gewandter Redner und klarer Politiker bewährt. Und seine Position war dabei keine leichte. Die Freikonservativen und die Wirtschaftliche Vereinigung hatten seit gestern ihren Umfall vollzogen, was zwar keinem, der die Führer dieser Parteien kennt, unerwartet kommen konnte, aber auch nicht gerade geeignet war, die Stimmung der Rechten und des Redners zu heben. Die Linke suchte von Anfang an durch Zwischenrufe die Konservativen zu reizen oder durch allerhand Mätzchen und Gelächter die Wirkung der Rede abzuschwächen. Es ist überhaupt ein Zeichen der gereizten nervösen Stimmung im Reichstage, nicht des gemütlichen Humors, wenn gestern und heute der Bericht mehr Lachen und Heiterkeit verzeichnen mußte, als es der tiefernsten Sache angemessen war. Graf Westarp begann ruhig und sachlich mit der Versicherung, daß wie der Kanzler auch die Konservativen keinen Ausschluß der Liberalen wünschen. Die Linke lacht bitter und wehrt ab. Wieder meint Graf Westarp, die Linke müßte ablassen von ihrer absolut negativen Haltung, und die Linke schreit auf und wütet förmlich mit Oho= und anderen Rufen gegen den Redner; Hieber, der württembergische Vorsitzende des Evangelischen Bundes, allen voran. Ruhig, mit einem spöttischen Lächeln um die Lippen, wiederholt Graf Westarp seine Worte, und wieder tobt die Linke, indes die Rechte den Redner mit Zustimmungsrufen unterstützt. Der aber endet schließlich lächelnd:„gegenüber den konservativen Anträgen.“ Da löst sich der entrüstete Lärm auf in große Heiterkeit über den auzu großen Eifer der Linken. Jetzt tritt Unterstaatssekretär Löbell aus dem Bundesratssoyer hervor— also wird auch Fürst Bülow gleich kommen. Der konservative Außenseiter Pauli stürzt auf Löbell zu und will ihm einen Brief geben. Dieser winkt unwillig ab mit einem Hinweis auf den Redner. Nach wiederholtem Anbieten nimmt Löbell das Schreiben an. Sieh, da kommt aauch schon der Kanzler und schüttelt seinen Ministern die Hand. Paulis Brief wird ihm sofort ausgehändigt, und später verlas ihn ja wohl Rheinbaben als Stimme gegen die Kotierungssteuer. Der konservative Redner erinnert an die Erbschaftssteuer von 1906. Das Verhalten der verbündeten Regierungen, die damals noch scharf gegen die Besteuerung des Gatten- und Kindererbes waren, habe gezeigt, daß gerade bei dieser Steuer das Wort gilt: principiis obsta, deshalb lehnen die Konservativen jede Erbschaftssteuer für Aszendenten und Deszendenten ab. Der Kanzler blickt finster drein, als Westarp versichert, die konservative Partei habe niemals daran gedacht, dem Kanzler mit ihren Vorschlägen Schwierigkeiten zu bereiten, sie sei vielmehr davon überzeugt, ihm damit den Boden geebnet zu haben. Im Saale unten regt sich wieder Heiterkeit. Da ruft Singer mit ironischem Bedauern in der Stimme in den Saal.„Armer Bülow!“ Da lacht denn das ganze Haus in herzerfrischendem Lachen länger als eine Minute, und schließlich lachen auch der Kanzler und die Minister mit. Nur Rheinbaben bleibt ernst. Dann spricht Singer vom Platze und ohne viel Aufmerksamkeit zu finden. Klärung aber schaffte doch Singers Versicherung, daß die Sozialdemokraten die Finanzreform der Regierung als Gauzes avlehnen, also auch die Erbschaftssteuer— wenigstens in dritter Lesung. Damit ist auch für die Regierung die Möglichkeit einer schließlichen Mehrheit für die Erbschaftssteuer geschwunden. Da hat auch Singer schon überraschend bald geendet, und der Führer des Zentrums, Spahn, erhält das Wort. Rasch füllt sich wieder der Saal, und die Abgeordneten dräugen sich um die Rednertribüne. Die Rede war ungemein wirkungsvoll, insbesondere in der scharfen Zurückweisung der gestrigen Angriffe des Kanzlers. Der Kanzler Feuilleton des Kölner Local=Anzeiger. 18. Juni 1909. S die Brieftasche. [21) Roman von A. Groner. Es war ein ganz interessanter Spaziergang dahin, für Bräuner wenigstens war diese ihm fremde Natur und was die Menschen ihr hinzugefügt hatten, recht interessant. Die beiden fanden Pepino wirklich in dem von ihm angegebenen Hause. Romancis Vertrauen zu dem Burschen wurde dadurch so gefestigt, daß er dem interessiert Aufhorchenden tatsächlich die Bewachung der bewußten Stelle auftrug, welchen Auftrag Pepino gegen eine anständige Bezahlung auszuführen versprach. Vierzehn Tage lang sollte er sich ganz der Beobachtung der fraglichen Stelle widmen, wofür ihm Romanci vierzehn Lire versprach. Eine Belohnung von fünfzig Lire sollte er erhalten, wenn er die Festnahme des Mannes durchsetzte. „Wenn er kommt, soll ich ihn festhalten?“ fragte Pepino mit funkelnden Augen. „Natürlich," versetzte Romanci.„Und damit dir das gelingt, nimmst du dir Umberro als Helfer. Er erhält ebensoviel Geld wie du. Hier sind die achtundzwanzig Lire und hier ist meine Adresse. Kannst du lesen?“ 1 „Ich kann lesen und schreiben," versicherte der Hirt stolz. „Also, wenn der Mann kommt und ihr euch seiner bemächtigt habt, haltet ihr ihn auf meine Verantwortung hin einen Tag lang fest. Er ist nämlich ein Verbrecher. Verstehst du? Ein großer Verbrecher! Du telegraphierst mir selbstverständlich sofort. Hast du alles verstanden?“ Alles. Herr!“ „Gut, du brauchst mir nur die Worte:„Kommen Sies zu telegraphieren, so bin ich mit dem nächsten Zuge hier. Nachdem alles besprochen war, verließen die beiden Herren das armselige Heim des Hirten, der sich seit heute für eine sehr wichtige Persönlichkeit und für einen Krösus hielt mit dem Gelde, das er sich heute erobert hatte und das er in den nächsten vierzehn Tagen verdienen würde. selbst steht dabei, einen Schritt nur hinter Spahn an den Prä sidententisch gelehnt; seine Gesichtszüge sind noch bleicher als sonst schon. Auch Spahns Polemik gegen Rheinbaben und die Nationalliberalen ist geschickt und von guter Wirkung. Die Nationalliberalen suchen mit Zwischenrufen abzulenken. Jetzt spricht wider Erwarten nicht Fürst Bülow, sondern Finanzminister v. Rheinbaven erst gegen die Kotierung steuer, dann mit hochpathetischen Tönen zur Maskierung seines radikalen Meinungswechsels in der Erbschaftssteuer. Im Saale wird es dabei unruhig. Dann kommt noch Fürst Hatzfeldt und bestätigt mit einer Erklärung den Umfall der überwiegenden Mehrheit seiner Freunde. Man lacht darüber, ein oder zwei Freikonservative rufen ein schüchternes Bravo. Hr. v. Dziembowski präzisiert in einer kurzen Erklärung die Stellungnahme der Polen. Zentrumsführer Spahn über die neuen Steuern. Abg. Oberlandesgerichtspräsident Dr. Spahn führte gestern im Reichstage aus: Das Bedürfnis von 500 Millionen neuer Steuern jährlich ist von meinen Parteifreunden in der Kommission anerkannt worden und war auch bereits in der ersten Lesung des Elats von mir anerkannt. Die Kommission hat sich nun schlussig gemacht, 100 Mill. M. Biersteuer, 80 Mill. M. Branntweinsteuer, 45 Mill. M. Tabak= und Zigarrensteuer, 5 Mill. M. Schaumweinsteuer und 8 Mill. M. Parfümeriesteuer zu bewilligen. Wir haven weiter bewilligt die Steuer auf Zündhölzchen mit 26 Mill.., Steuer auf Glühkörper mit 20 Mill.., Kaffee= und Teesteuer mit 35 Mill. M. Wir haben beibehalten die Fahrkartensteuer, die ja geltendes Recht ist. Die verbündeten Regierungen haben von diesen Steuerprojekten einen Teil abgelehnt, einen Teil akzeptiert. Bei der Ablehnung der Steuer auf den Nachlaß hat die Kommission als Rückgrat ihrer anderen Projekte zunächst beabsichtigt, eine Wertzuwachssteuer auf Immobilien in Vorschlag zu bringen, dann aber auch die sogenannte Kotierungssteuer vorgeschlagen. Außerdem will die Regierung den Ausfall der Steuern, die die Kommission abgelehnt hat, durch den Stempel auf Feuerversicherungspolicen mit 35 Millionen Mark, durch Effekten=, Wechselstempel= und Schecksteuern mit zusammen 30 Millionen Mark decken und außerdem noch einen Betrag aus dem Umsatzstempel auch hei Grundstücksübertragungen mit 20 Millionen Mark erzielen. Von der Erbschafssteuer hat der Reichskanzler am 6. Dezember 1905 selbst erklärt, daß sie das bewegliche Kapital viel weniger scharf treffe, als das uubewegliche Kapital. Auch der damalige Reichsschatzsekretär, Frhr. v. Stengel, hat sich in ähnlichem Sinne ausgesprochen. Dann aber hat auch der preußische Finanzminister in einer eingehenden Rede sich gegen die Kinder= und Ehegattensteuer ausgesprochen.(Große Heiterkeit im Zentrum. Hört, hört! rechts). Auch er hat betont, wie die Erbschaftssteuer auf Kinder zu einer Mobilisierung unseres steuerlichen Besitzes führen würde. (Hört, hört! im Zentrum und rechts). Die Bedenken gegen die Eroschaftssteuer will ich noch mit ein paar Gründen etwas näher beleuchten. Die Steuer wirkt an sich so, daß sie 85 Prozent der Bevölkerung nicht trifft. Man überAls der Doktor und Romanci S. Biagio erreichten, brach die Dämmerung schon herein. „Sie wollen also auch hierbleiben, Herr Doktor," fragte Romanci. „Ja,“ sagte Bräuner,„wenigstens diese Nacht. Ich habe seit jenem achtzehnten April fast keine ruhige Stunde gehabt, da ich seit diesem Tage entweder reiste oder— noch dazu bei schlechtem Wetter— beschwerliche Touren zu Patienten machte.“ „Aber in Venedig— hatten Sie da nicht ein bißchen Ruhe?“ „Nein, bei Tage läßt einem die Stadt keine Ruhe und nachts hatte ich einen Zimmernachbarn, der schnarchte. Aber hier muß es ja ruhig sein. Und Sie schnarchen doch hoffentlich nicht? In der heutigen Nacht wenigstens, in der ich fast gar nicht schlief, verhielten Sie sich ganz ruhig.“ „Rein, Schnarchen gehört nicht zu meinen vielen Fehlern, erwiderte Romanci lächelno.„Vo ich hier schlafen werde, ist fraglich. Die Möglichkeit, daß in dem Bett, in dem ich liegen werde, vielleicht vor ein paar Tagen der lag, der meinen Chef ermordete, wird mich hier kaum schlafen lassen.“ „Dieselbe Möglichkeit bietet sich auch mir,“ meinte der Doktor gelassen;„aber ich gedenke trotzdem einen schönen Schlaf zu tun, denn meine Nerven sind Gott sei Dank gut. Aber da sind wir ja schon an der Station. Hoffentlich gibts im Stationsgebäude Fahrpläne, damit ich nachsehen kann, wann ich morgen von hier wegfahre.“ Einige Minuten später zeigte er auf eine Stelle eines der Fahrpläne, die an der Wand des armseligen Warteraumes hingen. „Da, sehen Sie,“ sagte er zu dem neben ihm stehenden Romanci,„am Abend des achtzehnten April, also wohl mit diesem Zuge, ist der Schurke wieder hierhergerommen. Daraus ist erstens zu schließen, daß es ihn reute, die Brieftasche weggeworfen zu haben; selbstverständlich kam er nur deshalb nochmals hierher, um sich wieder in deren Besitz zu setzen. Und zweitens ist aus dem Umstande, daß er erst abends wiederkam, zu schließen, daß er schon ein gutes Stück weit gefahren war, ehe ihm die Idee kam, zurückzukehren.“ „Jedenfalls blieb er über Nacht hier, um am nächsten Morgen weiterzusuchen," setzte Romanci hinzu.„Sicher hat er in S. Quirico im Goldenen Engel übernachtet. Gehen wir also dahin, falls Sie sich hier schon orientiert haben.“ „Ich bin fertig. Gehen wir also.“ Sie setzten ihren Weg fort, überschritten die Brücke, die sich über die reißende Polcevera spannt, und befanden sich darauf in dem Orte S. Quirico. Der Goldene Engel war schnell gefunden. Er war etwas weniger primitiv, als das noch bescheidene Wirtshaus in S. Biagio. Unwillkürlich blieben die beiden Herren, das Haus musternd, vor diesem stehen. „Ob er die beiden Ortschaften kennt,“ sagte Bräuner nachdenklich,„und nur deshalb hierher ging, weil er sich hier besser versorgt wußte?“ Romanci schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht. Ich glaube, daß er in S. Biagio nur nicht mehr, als unvermeidlich war, gesehen sein wollte, und daß er deshalb hier übernachtete. Pepino erzählte mir, der Mann habe ihn gefragt, ob auch noch andere Leute als er— der Ziegenhirt— zu jenem Abhang kämen. Pevino verneinte dies der Wahrheit gemäß. Da er aber leugnete, die Brieftasche gefunden zu haben, mußte der Mann annehmen, diese liege noch irgendwo dort.“ „Natürlich nahm er das an,“ stimmte der Doktor bei,„sonst wäre er am nächsten Morgen nicht auf die Suche gegangen.“ „Auch diesmal mit seinem Köfferchen.“ „So, das hatte er auch damals bei sich? Dieser Umstand beweist, daß er nicht mehr hierher zurückkehren, sondern gleich nach seinem Suchen abreisen wollte.“ „Woran ihn sein Sturz hindern konnte?" zweifelte Romanci. Bräuner zuckte die Schultern. „Jedenfalls ist er, wie Pepino behauptet, damals nicht gleich abgereist, sondern wieder in diese Ortschaft gegangen. Nun, darüber werden wir ja hier wohl näheres erfahren.“ Sie gingen in das Haus, in dieses Hau=, in dem ihrer Ueberzeugung nach vor etlichen Tagen der Mörder Fasseras gewohnt hatte. Zehntes Kapitel. Der Goldene Engel in S. Quirico war ein ziemlich düsteres Seite 2. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 165* Freitag, 18. Juni 1909. schätzt die Bedeutung, die man dieser Steuer als Kontrolle für die richtige Einschätzung des Einkommens beigelegt hat. Der Grundbesitz ist in allen deutschen Staaten höher belastet als das bewegliche Kapital. Ich habe mir eine Berechnung aufmachen lassen von einem Großgrundbesitzer meines Dienstbezirkes. Der Mann zahlt an Steuern und Abgaben an die verschiedenen Instanzen— das Reich kommt dabei nicht in Betracht— über 34 Prozent seines Einkommens.(Hört, hört! rechts. Zuruf links: Wer hat ihn eingeschätzt? Heiterkeit). Er gehört nicht zu den Delbrückschen Einschätzern. Bei dem beweglichen Kapital gilt 20 Prozent schon für hoch. Es wird auch gesagt, daß bis zu 30 Prozent gezahlt werde. Das ist aber doch immer unter der Zahl der Prozente, die bei der Landwirtschaft gezahlt werden. Sodann wirkt die Steuer ungerecht. Treten in einer Familie häufiger Todesfälle ein, so wird sie schwerer belastet als eine andere, in der sie nicht so häufig eintreten. Am schwersten belastet wird dagegen die Familie, in der wegen angeborener Krankheit und harten Lebensverhältnissen das Leben verhältnismäßig kurz ist.(Sehr richtig! im Zentrum und rechts.) Wie sieht es oft in ein und derselben Familie aus? Der Sohn, der über sein Erbteil hinaus Unterstützung bekommen hat, hat sein Erbteil weg und zahlt keine Steuern. Die Tochter aber, die bei den Eltern geblieben ist, soll für ihr Erbteil belastet werden. Ich meine, eine Steuer, die in dieser Weise ungleichmäßig wirkt, kann nicht als Ideal einer Besitzsteuer hingestellt werden.(Sehr richtig! im Zentrum und rechts.) Abg. Graf Westarp hat mit Recht hervorgehoben, daß die Steuer für den Grundbesitz ungünstige Momente bringen wird. Man muß die ganze Art der Lebenshaltung der verschiedenen Stände bei dieser Frage mit ins Auge fassen. Das Beamtenkind, das Bürgerkind geht seinen eigenen Weg, das Kind in der Landwirtschaft und im Handwerk tritt mit ein als mitarbeitendes Glied und verwendet seine Kraft in den Betrieben. Dafür soll es nun im Falle des Todes des Vaters noch einmal besteuert werden. In der Landwirtschaft würde die Erbschaftssteuer deshalb zu einem unrichtigen Zeitpunkte eintreten, weil hier bei der Erbteilung Schulden auf den Grundbesitz ausgenommen werden müssen, damit ein Mitglied der Familie den Grundbesitz übernehmen und die anderen abfinden kann. Der Abg. Bassermann hat Mitteilung gemacht über die Ausführungen eines Ehrenobermeisters einer Innung über die agrarische Betonung des Familiensinnes. Dieser Ehrenobermeister hat die Sache gar nicht verstanden. Es macht sich diese Wirkung auf den Familien sinn nach zwei Richtungen geltend, einmal beim Antritt des Erbes und dann beim Todesfalle. Im ersten Falle würde es nötig, daß die dem Mittelstande angehörigen Eltern, soweit sie Grundbesitz haben oder Gewerbe treiben, mit ihren Kindern einen Dienstvertrag schließen, wonach diesen jährlich eine bestimmte Summe als Entgelt für ihre Arbeitsleistung gewährt wird. Daß das kein natürliches Verhältnis ist, werden Sie mir zugeben. (Sehr rechtig! rechts und im Zentrum.) Und wie ist es beim Todesfalle? Wenn wir gewußt hätten, daß die Erbanfallsteuer eingeführt würde, so bin ich überzeugt, würden wir beim Bürgerlichen Gesetzbuche das Erbrecht anders geregelt haben. Wir würden die Gütertrennung als normalen Zustand eingeführt haben. Wir haben uns damals für die Gütergemeinschaft entschieden, deshalb wird eine Folge der Erbanfallsteuer die sein, daß wir das ändern müssen, was wir damals als das richtige für die allgemeinen Verhältnisse gefunden hatten.(Sehr richtig! im Zentrum.) Der Reichskanzler hat gemeint, die Erbschaftssteuer würde, wenn sie abgelehnt werde, wiederkommen und zwar in unangenehmerer Gestalt. Ich bin der Ansicht, wenn die Erbschaftssteuer abgelehnt wird, dann kommt sie sobald nicht wieder. Mir ist es auch ganz unverständlich, wie man dem Reichstage zumuten kann, überhaupt auf dieses Projekt wieder einzugehen, nachdem der Reichstag 1906 infolge der Bekämpfung seitens der Regierungsvertreter ein solches Projekt hat fallen lassen.(Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Von den von der Kommission neu beschlossenen Steuern ist von besonderer Wichtigkeit die Kotierungsteuer. Es sollen gewisse Wertpapiere dafür, daß sie an der Börse zugelassen sind, einen gewissen Steuersatz tragen. Dadurch, daß diese Papiere an der Börse notiert sind, gewinnen sie an ihrer Kursfähigkeit und an selbständigem Wert, den sie an sich nicht haben würden. Die Steuer hat, das steht fest, in Frankreich völlig schadlos für die Börse gewirkt. Nach dem heutigen Kurswerte haben wir inländische Staats= und Reichsanleihen 17 Milliarden, wir haben inländische festverzinsliche Obligationen 14 Milliarden, inländische Aktien 15 Milliarden, ausländische Staatsanleihen 44 Milliarden, ausländische festverzinsliche Obligationen 12 Milliarden und ausländische Aktien 6 Milliarden. Das sind doch ganz erhebliche Beträge, und sie lassen erkennen, wie die Steuer wirkt und was sie bringt. Man sagt, die Steuer sei eine Vermögenssteuer. Sie ist aber in der Tat nichts als ein Stempel, der erhoben wird für die Zulassung dieser Papiere.(Sehr richtig! im Zentrum und rechts.) Dann möchte ich darauf aufmerksam machen, daß 1883 der Abg. Büsing auf die Kotierungssteuer hingewiesen hat.(Lebhaftes Hört, hört! rechts und im Zentrum.) Auch der frühere Finanzminister v. Miquel hat sich für eine Kotierungssteuer ausgesprochen.(Hört, hört! im Zentrum und rechts.) Und nun zu den neuen Vorschlägen der verbündeten Regierungen. Die Lösung, die in diesen neuen Vorschlägen versucht wird, ist nicht besser, sondern schlechter als die Lösung, die von der Kommission versucht ist.(Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Durch die Steuer auf die Feuerversicherungspolicen wird nicht der Wohlhabende getroffen, sondern es wird auch der Mittelstand und der Aermere getroffen.(Sehr richtig! im Zentrum.) Und der Landwirt hat seine Kreszens auf Monate in der Scheune. Er muß besonders auf das ganze Jahr hoch versichert sein, und wenn der Landwirt nicht in Gebäuden mit feuersicherer Bedachung seinen Betrieb vornimmt, nimmt ihn die Feuerversicherungsgesellschaft nicht auf. Wir haben den Wunsch, daß die Versicherungen sich möglichst ausdehnen. Diesem Wunsche tritt aber die Steuer entgegen. Ich mache gar keinen Hehl daraus, wenn die Prämiensteuer durchgeführt wird, will ich es mir sehr überlegen, ob ich mich noch weiter versichere. Ich habe ja kein Interesse daran, einen gleich hohen Satz wie als Versicherungsprämie nun auch noch als Steuer zu bezahlen. Wenn eine Kommissionsberatung nicht beantragt ist, so möchte ich den Wunsch aussprechen, daß diese Steuervorlage an die Finanzkommission verwiesen wird. Dem vorgeschlagenen Wertpapierstempel wird man zustimmen können. Man soll aber die kleinen Schecks freilassen. (Sehr richtig! links.) Gegen die Wechselstempelsteuer habe ich an sich nichts, wohl habe ich gegen die Zeitgrenze Bedenken. Die Frage ist erwägenswert, ob die Frist von drei Monaten nicht zu kurz ist. Der Abg. Bassermann hat gesagt, es handele sich bei dieser Finanzreform um Fragen der Weltanschauung. Ich schätze die Fragen der Weltanschauung höher als er. Es handelt sich bei dieser Finanzreform nur darum, ob sie mit 500 Millionen auf diese oder mit 500 Millionen auf eine andere Weise zustandekommen wird. Das ist doch keine Weltanschauungsfrage. (Sehr gut! im Zentrum.) Ich bin bei der ganzen Finanzreform von vornherein der Ansicht gewesen, daß man nichts weiter zu tun hat, als zu suchen, wie die Steuern am gerechtesten und am wenigsten drückend aufgebracht werden. Ich meine, das wäre auch die fernere Aufgabe des Reichstages und des Bundesrates. Deshalb habe ich es auch von vornherein für falsch gehalten, daß man sich auf die Nachlaßsteuer versteifte. Ich befürchte fast, Nachlaßsteuern gibt es nicht, und dann wird sich doch die Frage für den Bundesrat ergeben, ob es nicht auch ohne Nachlaßsteuer gehe.(Heiterkeit im Zentrum.) Nun hat der Abg. Bassermann gemeint, man solle den Reichstag auflosen und gesagt,„ich bin überzeugt, daß der Reichskanzler diesen Ruhm nicht dadurch zerstören wird, daß er einer Finanzreform zustimmt, die den Liberalismus ins Gesicht schlägt.“ Ist es denn wirklich eine liberale Forderung, daß die notwendigen Mittel durch Erbschaftsbesteuerung und nicht durch Börsensteuer aufgebracht werden, nachdem Hr. Paasche noch vor vier Monaten die Erbschaftssteuer als unerträglich bezeichnet hat?(Heiterkeit im Zentrum.) Der Abg. Bassermann hat weiter gemeint, wenn das Zentrum wieder Gesetze machen kann, heute mit der Rechten, morgen mit der Linken, werden die Konservativen bald einsehen, daß das Zentrum auch unter Umständen eine höchst fatale radikale Politik machen kann, z. B. auf dem Gebiete der Sozialreform. Diesen Ausdruck hat Ihnen schon(zu den Nationalliberalen) Hr. Singer, meines Erachtens mit vollem Recht, vorgehalten. Ich hätte nicht geglaubt, daß er aus Ihrer Mitte kommen würde, und dann in dem Moment, wo die nationalliberale Partei mit dabei ist— ich will nicht sagen Erweiterung der Rechte des Parlaments, aber doch wenigstens eine Stärkung des Parlaments durch Erlaß eines Ministerverantwortlichkeitsgesetzes zu schaffen— in dem Moment erklärt der Führer der nationalliberalen Partei, wenn die Steuer nicht nach unserem Wunsche gemacht wird, muß der Reichstag aufgelöst werden.(Sehr gut! im Zentrum und große Heiterkeit.) Und der König absolut, wenn er unser'n Willen tut!(Sehr gut! und Heiterkeit rechts und im Zentrum.) Nun hat sich der Herr Reichskanzber mit meiner Fraktion beschäftigt. Bei der Art, wie er es get### hat, wäre es mir lieber gewesen, er hätte es nicht getan.(Sehr richtig! im Zentrum.) Aber nun Ernst. Der Hr. Reichskanzler sagt, er sei die Veranlassung gewesen, daß auch mit den Zentrumsmitgliedern der Kommission wegen der Steuern verhandelt worden sei. Er sagt. durch ihn sei nicht die Annahme eines Antrages des Zentrums gehindert worden. Das gebe ich zu, ich teile auch— ich habe es in der Kommission schon gesagt— den Wunsch, daß die Finanzreform mit einer sehr großen Mehrheit hier im Reichstage zustande käme. Die Herren, die Mitglieder der Kommission sind, werden mir bestätigen, in welcher Weise ich das damals ausgeführt habe. Aber der Hr. Reichskanzler hat doch durch sein Verhalten jedenfalls die Wirkung erzielt— gewollt nicht, ungewollt aver— daß die Entscheidungen der Kommission nicht immer aus sachlichen Gründen gefallen sind. (Sehr richtig! im Zentrum.) Das trifft gerade zu bei dem Antrage des Abg. Herold, den er offenbar nicht genau kennt.(Sehr wahr! in der Mitte und Heiterkeit.) Gerade, was das Eingreifen in die Finanzgebarung der Einzelstaaten betrifft, unterscheidet diesen Antrag von dem, der nachher in der Kommission angenommen worden ist. Das war sehr sorgfältig überlegt, und deshalb trifft der Vorwurf, den der Hr. Reichskanzler gestern gegen den Antrag erhoben hat, diesen, nicht das Zentrum. Dann hat der Herr Reichskanzler sich darüber beklagt, daß er von Mitgliedern der Zentrumspartei in Reden und in der Presse mit ungerechten Angriffen bedacht worden sei. Wenn das geschehen sein sollte, ich weiß es nicht, so würde ich dankbar für jede derartige Mitteilung sein. Was nun den Angriff in eines Rede betrifft, so nehme ich an, daß es sich da um die Rede einer meiner politischen Freunde handelt, die sich auf den 11. November bezog. Der Herr Reichskanzler wird mir zugeben, über sein Verhalten in jenen Sitzungstagen, ohne irgendwie seiner zu nahe zu treten, kann man verschieden urteilen.(Sehr richtig! im Zentrum.) Nun möchte ich den Reichskanzler, weil er sich so durch uns verletzt fühlte, doch daran erinnern, daß der Abg. Dr. Weber vor einigen Tagen dem Reichskanzler den Vorwurf machte, daß er seine Sache bei der Reichsfinanzreform schlecht gemacht habe. Das ist doch auch nicht schmeichelhaft. Dann muß man sich doch die nationalliberale Presse ansehen, was die darüber schreibt. Warum hat der Reichskanzler dagegen nichts gesagt, warum nur uns gegenüber? Dann hat er gemeint, seine loyale Gesinnung und seine Königstreue seien angegriffen worden. Ich glaube nicht, daß nach dieser Richtung hin sich etwas findet. Dann hat der Reichskanzler gesagt:„Ich verstehe jetzt, was Fürst Bismarck meinte, als er einst einem ausgezeichneten Manne, der nicht Lust zeigte, ein Ministerportefeuille anzunehmen, sagte: ich begreife, daß Sie nicht Lust haben, in die Drecklinie einzurücken.“ Wir bilden dem Reichskanzler keine Drecklinie, das liegt uns fern. Wenn der Herr Reichskanzler glaubt, wir hätten ihn boykottiert, weil er die Reichstagsauflösung herbeiführte und in politischen Gegensatz zu uns getreten ist, dann irrt er ganz gewaltig.(Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Ich begreife nicht, wie er jetzt noch in diesem Glauben sein kann, wenn er es auch ursprünglich gewesen ist. In der ersten Sitzung des neugewählten Reichstages habe ich in seiner Gegenwart gesagt, woran es liegt, weshalb unsere Beziehungen zu ihm nicht aufrecht erhalten werden können. Mußten wir uns den von ihm einer ausländischen Gesellschaft gegenüber gemachten Vorwurf der „antinationalen Arroganz“ gefallen lassen?(Stürmische Zurufe im Zentrum.) Der Reichskanzler hat getan, als ob nichts Beleidigendes gegen uns geschehen sei. Wir sind die persönlich Beleidigten, und er hätte, ohne sich etwas zu vergeben, sagen sollen, daß das nicht beabsichtigt war. Dann wäre der Fall ausgeschieden gewesen.(Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Takt haben wir auch, so daß wir politische Fragen nicht auf den persönlichen Verkehr übertragen; aber was wir als taktvoll betrachten, darüber müssen wir uns unsere Entscheidung dauernd selbst vorbehalten.(Lebhafter Beifall und Zustimmung im Zentrum.) Dann sagte der Reichskanzler,„weil ich mich nicht entschließen konnte, nur auf die Worte des Zentrums zu schwören, weil ich das nicht durfte gegenüber der Zentrumspartei, ist es zum Bruche mit ihr gekommen". Herr Reichskanzler, die Geschichte wird seinerzeit auch über diese Sache referieren und ich darf als meine Ueberzeugung aussprechen, daß sie Ihre Worte nicht bestätigen wird! (Sehr richtig! im Zentrum.) Wir stehen dieser Steuerfinanzreform gegenüber ganz unabkeinen sehr guten Einzwei, die soeben dieses Haus und machte auf den ersten Blick druck. So empfanden wenigstens die„ Wirtshaus betraten. Ein kalter und kahler Flur tat sich vor ihnen auf, der von einer Petroleumlampe gerade genug erhellt wurde, so daß man sehen konnte, wie finster es in ihm war. Auch die schwarze, gähnende Kelleröffnung an der einen Wand konnte man gewahren, und man konnte erkennen, daß die Reinlichkeit hier nicht zu Hause war. Das von Motten umschwärmte Lampenglas war trübe vor Schmutz, und in den Winkeln und an den Wänden lagen dunkle Säcke und allerlei Hausrat unordentlich übereinander. Die beiden Herren tauschten einen verständnisvollen Blick aus und gingen weiter. Hinter einer dunklen Türe herrschte ein wüster Lärm. Eine keifende Frauenstimme zeterte in einem Dialekt, den nicht einmal Romanci verstand, von Diebereien und abhanden gekommenem Wein. „Da sind wir zu ungünstiger Stunde gekommen,“ sagte Romanci spöttisch.„Die Wirtin scheint gerade schlecht gestimmt zu sein.“ Er pochte an die dunkle Türe und öffnete sie selbst, da man drinnen auf das Pochen nicht achtete. Aber als ihm ein derbes Schimpfwort sozusagen an den Kopf flog, schloß er sie schnell wieder. Offenbar hielt er es nicht für unmöglich, daß der Beleidigung, die offenbar nicht ihm, sondern einer Hausgenossin der keifenden Wirtin galt, noch mehr folgen könne. Sofort jedoch wurde die Türe wieder aufgerissen und ein hageres Weib trat heraus. „Lucia, bist du es endlich?“ schrie das Weib, knickte aber schnell zu einer devoten Verbeugung zusammen, als sie Doktor Bräuners ansichtig wurde. Dann fand eine lebhafte Konversation statt zwischen ihr und Romanci, deren Folge war, daß die Wirtin einen Leuchter ergriff, die schon stark abgetropfte Kerze entzündete und den Herren voranging. Sie stiegen eine ausgetretene Steintreppe empor und gingen dann durch einen langen Gang, in den einige Türen mündeten. Die Frau öffnete die vorletzte derselben und bat die Herren, einzutreten. Das Zimmer war groß und kahl und daher unfreundlich, enthielt aber alles, was ein bescheidene Ansprüche stellender Reisender bei kurzem Aufenthalt benötigte. Nur zweierlei fehlte, das selbst der bescheidenste Mensch beanspruchen darf: nämlich Sauberkeit und frische Luft. Bräuner öffnete sofort die beiden Fenster. Die Wirtin führte inzwischen Romanci in das danebenliegende Zimmer, das mit dem ersten durch eine schmale Türe verbunden und noch weniger gemütlich war als dieses. Nachdem die Frau versprochen hatte, sofort Wasser heraufzuschicken, ging sie. „Brrr!“ machte der Doktor,„ich fürchte, daß hier nicht einmal das Wasser rein ist, und werde mich hier, was unser Abendessen anbelangt, wahrscheinlich auf weiche Eier beschränken.“ „Es ist wirklich eine unappetitliche Wirtschaft," bestätigte Romanci.„Nun, eine Nacht müssen wir es schon aushalten. Mein Zimmer erinnert unwillkürlich an eine Totenkammer mit seinen leeren Wänden und dem schmalen, schwarzen Bett. Sehen Sie sich doch einmal diese Verneinung aller Behaglichkeit an!“ Lächelnd ging Bräuner mit ihm in das andere Zimmer. „Hier riecht es wenigstens nicht nach Menschen, wie bei mir drüben.“ „Sind Sie so empfindlich?“ lachte der Schreiber. Bräuner nickte. „Zur Gerüche— ja. Meine Nase ist fast wie die eines guten Jagdhundes; sie hat gewaltige Sympathien und Antipathien. Der da draußen vor mir gehaust hat, ist meiner Nase Todfeind, das hat sie mir schon kundgegeben.— Wer kommt denn da? Ab. das wird die gescholtene Lucia sein, das sagen mir des Mädels rotgeweinte Augen. Ich bitte Sie, Romanci, reden Sie freundlich mit dem armen Ding.“ Das geschah denn auch, und die hübsche Magd, die erst sehr schüchtern war, erzählte dem freundlichen Herrn schließlich, warum die Wirtin so zornig gewesen. Lucia war nämlich zu lange bei ihrem Schatz auf der Straße draußen geblieben. Das war ihr ganzes Verbrechen. „Sagen Sie ihr, sie soll das Bettzeug an die Fenster legen,“ bat der Doktor, als Lucia mit dem Herrichten der primitiven Waschtische fertig war. Auch das geschah. Allerdings war das junge Ding über dieses Verlangen sehr verwundert, das bewiesen die Blicke, die sie verstohlen über Bräuner gleiten ließ. Sie wollte schon gehen, da kam Romanci der Gedanke, sie zu fragen, wer zuletzt das Zimmer bewohnt habe, in dem der Doktor diese Nacht verbringen sollte. „Ein kranker Herr hat zuletzt hier gewohnt,“ antwortete das Mädchen. und nun entwickelte sich folgendes Gespräch zwischen den zweien. „Ein kranker Herr? So! Was für eine Krankheit hatte er denn?“ „Wie kann ich das wissen?“ „Woher weißt du, daß er krank war?“ „Man sah es ihm doch an. Er war so bleich und so gelb im Gesicht und hatte fast kein Fleisch auf den Knochen.“ „Hatte der Herr zufammengewachsene Brauen?“ Lucia war abermals erstaunt. „Sie kennen ihn?“ fragte sie neugierig. Leider mußte Romanci diese Frage verneinen; er tat es jedoch in etwas verschleierter Form. „Ich weiß nicht, ob es unser Bekannter war,“ sagte er.„Kennst du seinen Namen?“ Lucia lachte. „Er hat doch nicht mit mir gesprochen," versetzte sie.„O, es war ein stolzer Herr, nicht so wie Sie. Wie wird er mir da seinen Namen sagen?“ „Eingeschrieben werden bei euch die Fremden wohl nicht?“ „Der Gemeindevorstand verlangt es nicht. Es wäre auch kaum der Mühe wert, die Fremden einzuschreiben,“ plauderte Lucia weiter.„Es kommt nur selten einer her, der über Nacht hierbleibt.“ „Was hat denn ener letzter Gast hier zu tun gehabt?“ „Ich weiß es nicht— er hat es vielleicht selbst nicht gewußt.“ „Was redest du da?“ „Ich glaube, er war ein Narr.“ „Warum glaubst du das?“ „Na, wenn einer mit sich selber reoer— und wenn er immerfort etwas sucht—“ (Fortsetzung folgt.) Kölner Local-Auzeiger Nr. 165* Freitag, 18. Juni 1909. Seite 3. von der jeweiligen Person des Reichsanzlers. Der Reichskanzler hat seine Verdienste um die konetive Partei hervorgehoben. Möge er sich mit der konservativen rtei über diese Berdienste auseinandersetzen. Wir stehen auf Standpunkte, daß auch die Gesetze, die mehr zugunsten des #intums, wie er sich ausdrückte, zustande gebracht worden sind nur dadurch zustande gekommen sind, daß die Vorschläge eine Resonanz im Reichstage gefunden haben.(Sehr richtig! im Wäre das nicht der Fall, so würde die Leistung des Reichskanzlers icht in das Gesetzbuch hineingekommen sein.(Sehr richtig! im Hant- Ich will zum Schlusse nur eins sagen: wir werden d ser Finanzreform ruhig gegenuberstehen, ohne Rücksicht auf erson, von der wir mit Goethe sagen:„Keine Person ist nersetzlich.“ Für uns wird maßgebend sein auch nicht das Aarariertum— ich habe nicht Aar und Halm—. für uns wird maßgebend sein die Förderung der Interessen des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes.(Andauernder lebhafter Beifall im tptrir. Theater und Konzerte. Im Scalatheater wurde am Donnerstagabend von einem Ensemble, das sich„Theater der Sensation“ nennt, zum erstenmal Spitzbubenkomödie" Im Café Noblesse von Karl Schüler 2r Sersationell ist die Sache ja nun gerade nicht, weder hinsichtlich des aufgeführten Stückes noch des Spiels der Mitwirkenden, aber immerhin unterhaltend, wenigstens für Leute, die dieser Art von Theaterstücken Geschmack abgewinnen können. Der Verfasser der Spitzbubenkomödie bekundet unleugbar ein gewisses Geschick in der theatralischen Mache. Die eigentliche Handlung ist zwar etwas dürftig, aber mit allerlei Zutaten gelingt es es ihm doch, drei Akte hindurch das Interesse des Zuschauers wachzuhalten. Hauptsächlich ist das wohl auf die gutgelungene Milieuzeichnung zurückzuführen. Es ist allerdings eine höchst unerquickliche Umgebung, die uns das Stück vorführt, eine Kneipe mit widerwärtigen Begleiterscheinungen. Das Stück schildert, wie ein entsprungener Sträfling in der Kneipe, deren Kellnerin seine Geliebte ist, Unterschlupf findet und schließlich, der ihn suchenden Polizei ein Schnippchen schlagend, glücklich entkommt und zwar nach Amerika. Es wurde im allgemeinen gut gespielt. Die Hauptrolle des Geldschrankknackers Horn brachte Alwin Neuß, vom Neuen Theater in Berlin, trefflich zur Geltung; den herzensguten, nur allzu vertrauensseligen Gefängnispfarrer, die einzige sympathische Figur des Stückes, gab Willy Pioch in sehr ansprechender Weise mir würdiger Zurückhaltung. Außerdem sind noch besonders hervorzuheben Minna v. Seemen als Wirtin, Hans Lüpschütz als Hausbesitzer und Max Seekel als Zettelverteiler. * In der Klora hat am Donnerstagabend das erste Sinfoniekonzert des neuen Flora=Orchesters unter Leitung des Hrn. Musikdirektors Albin Trenkler stattgefunden. Vernünftigerweise hatte man den Saal zu dem Rahmen des Konzertes benutzt, denn im Garten können die Schönheiten und Feinheiten einer Sinfonie unmöglich zur Geltung kommen. Es scheint, daß mit Trenkler ein neuer Geist in die musikalischen Verhältnisse der Flora eingezogen Dirigent und Künstler an und befriedigt alle Musikliebgaper„#r. seichuet deren technschen Schwierigteiten P ge zegerische wäecher. Beziehung gewachsen zeigte. Sehr gut gefiel die sinfonische Furch dichtung Schneewittchen von Fr. Bendel mit ihren Bildern und der echt orientalisch anmutende ägyptisch Tanz aus Djamileh von Bizet. Das Publikum zollte Hrn. Trenkler und seinen Künstlern stürmischen Beifall, für den Hr. Schlusse mit der schwungvollen Wiedergabe des Einzuges der Götter in Walhall aus dem Rheingold dankte. Gatt dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 1 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unseren treusorgenden Vater, Bruder, Schwager bs, den wohlachtbaren Herrn Joseph Emmerich Raufmann * längerem schweren Leiden, vorher gestärkt mit den Heilsmitteln der römsch=Katholischen Kirche, in 50. Lebensahre zu sich in Im Namen aller Anverwandten: Frau Jos. Emmerich, maria geb. Frohn nebst 3 Kindern. Aöln, Köln=Lindentha., Texeghard zimerstese iz. Frz ggz, Alddorf b. Jllich Die Beerdigung findet statt am Montag, den 21. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Prau= Hie feierspbd(Fregiser werden gehalten an denselben Tage morgens 9 Uhr Die Seleanmesse von seiten des Andreas=Bauvereins findet Sonntag, den 27. Juni, morgens 11 Uhr statt. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Anzeige nicht erhalten haben, so wird gebeten, diese als solche zu betrachten. Am Samstag, den 19. Juni 1909. vormittags 9½ Ver, sollen im Pfandlokale Thieboldsgasse 146 gu Cöln gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistdietend versteigert werden: 2 Kronleuchter, 1 Dianino in Mahagoni, 1 Eisschrank. 2 Vasen, 1 Ofenschirm usw. pk Woldroel, Gerichtsvollzieher in Cöln, Ehrenstraße 73. Am Samstag, den 19. Juni 1909, nachmittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokale Berrenratherstraße 182 in Sülz gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1. 1 Regal mit 100 Stück Seife, Seifenpulver, Feuerzeug. 2. 1 Partie Möbel. 3. 1 Geldschrank, 1 Schreibtisch, 1 Sofa, 1 Büfett, 1 Ausziehtisch usw. 4. 1 Droschke. 5. 1 Badeeinrichtung mit Ba deofen. a Aretz, Gerichtsvollzieher, Cöln=Sülz, Sülzburgstraße 201 Am Samstag, den 19. Juni 1609, nachmittags 10½ Uhr, sollen im Pfandlokale Weidengasse 34 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistdietend versteigert werden: 87 Schirme 19 Stöcke 32 Schirmgestelle. Der Verkauf findet voraussichtlich bestimmt statt. Fuchs, Gerichtsvollzieher in Cöln.“d Hildeboldplatz 23. Intugs-Verseigerung. Am Saistag, den 19. Juni 1909, nachmittags 3 Uhr, oll im Pfandlokale Dürenertraße 115 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Kleiderschrank. Rövenich, Gerichtsvollzieher in Cöln=Lindenthal. d“ verein der Handlungs=Gehülfen zu Köln. ## unser Mitglied Wir zeigen unsern Mitgliedern hiermit an, daß itglied herr Anton Jos. Orth m Herselbe gehörte über, 30 Jahre dem Vereine an, und werden wir ihm ein treues Andenken bewahren chie Beerdigung findet am Freitag, den 18. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Weyerstraße 36 aus statt und bittet um zahlreiche Beteiligung aus Der Vorstand. — Das Johegedächluis für das verstorb. Fräul. Nath. Heukeshoven findet am Samstag, den 19. Juni, morg. ½9 Uhr, in der Pfarrkirche St. ## Gereon statt, wozu hiermit # freundl. eingeladen wird. a Zwangs-Versteigerung. Am Samstag, den 19. Juni 1909, vormittags 10 Uhr, sollen zu Cöln, Rolandstr. 105, als Auktionslokal gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistdietend versteigert werden: g“ 1 Pfeilerspiegel; daran anschließend 10½ Kor zu Cöln, Bonnerstr. 218, als Auk tionslokal(Wirtschaft Kremer) verschiedene Hausmobilien wie Tische, Stühle, Vertikos, Kleiderschränke, 1 Klavier usw. Horst, Gerichtsvollzieher in Cöln. Grabkränze sind in der blumenreichen Zeit stets vorrätig in den neuesten Ausführungen u. zu den billigsten Preisen. Franz Wilde, 33 Hohestraße 33. Das Jahrgedächtnis für die Eheleute Peter Honnerbach Ursula Honnerbach, geb. Sfindet am Samstag, den 19. Juni um 9 Uhr, in St. MauFiüus statt. Prima westfälischen Schinken CFEENT aIS 1ochn Neu eingetroffen! Reste Damast für Rouleaux, Tischtücher, Bettbezüge, Gardinen, Vorhänge, Crepe, 130cmbreit, 98 Pfg. 3 Erstes Spezial-Reste Haus Apostelnstr. 50. Rundschnitt, mild, trochen 115. la. westfäl. Rollschinken 125. Ia. westfäl.Plockwurst 110 u. 105. la. gekochten Rollschinken in Dosen von 7 Pfd. an 1309 Ia. Rauchfleisch ohne Knochen und Fett, mild, delikat 96) versendet auch Probepostkolli A. Hufnagel, Dorsten i..“b Große Auswahl in Herren=, Burschen= u. Kinder=Anzügen in allen Größen und Fassons zu den bekannt billigsten Preisen. Ludwig Gordes 2, 1. Haus.m Altermarkt.%a # Noch einige X elegagte Maß-Anzüge aus prima Maß=Stoffen, beste Verarbeitung, neueste Fassons f. jede Figur passend a 26 M, 32.f, 37.4, 42.4, reellar Wert von 40—65 Streng Reellität. Königstraße 5 am Malzbüchel im Engreslager. kost. ein. Tasch.= Uhr zu reinig., neue Feder./. Zylinder 24. n. Stein 0,90. Aufziehwelle .70 M alle anderen Reparaturen — billigst. Schürens Uhren= u. Goldwaren=Industrie Kölns größtes Spezialhaus. Köln, Blaubach Nr. V *9 d. am Waidmarkt. Am Samstag, den 19. Juni 1009, mittngs 12 Udr, sollen im Pfandlosale Glockengasse 39 in Köln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend ver Reigert werden: Schränke, Schreibtisch, Tisch Sessel in Eichen usw. Tervooren, Gerichtsvollzieger in Cöln.v Bekanntmachung. Zwangsinnung Die Fluchtlinienpläne der! für Fluchtlinienpläne der Vororte Bezirk Nippes Nr. 86e und 86g, betreffend das Gelände zwischen Amsterdamerstraße, Vorortsringstraße, Stammheimer straße und der Flora liegen vom 19. d. M. ab im städti schen Vermessungsamt, Rathausplatz Nr. 5, zu jedermanns Einsicht offen. Etwaige Einwendungen ge gen den Plan sind nach Maßgabe der Bestimmungen des Gesetzes vom 2. Juli 1875 innerhalb einer Ausschluß frist von vier Wochen, also spätestens am 17. Juli d. J bei dem Unterzeichneten anzu bringen. Cöln, den 16. Juni 1909. *2 Der Oberbürgermeister. J..: Rehorst. Verdingung. Am Samstag, den 19. Juni 1909, nachmittags 3 Uhr, sollen im Pfandlokale Thieboldsgasse 146 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistdietend versteigert werden: 1 kl. Schrank, 1 Kommode mit 4 Auszügen, 1 Schreibtisch in Nußbaum, 1 Sofa m. Plüschbezug, 1 Vertiko in Nußbaum mit Spiegelaussatz. de Laforgue. Gerichtsvollzieher in Cöln.*2 Tapezierer, Polsterer und Dekorateure. Die freie Innung der Tapezierer, Polsterer und Dekorateure in Cöln hat die Errichtung einer Zwangsinnung für diejenigen Tapezierer, Polsterer und Dekorateure des Stadtbezirks Cöln, die der Regel nach Gesellen und Lehrlinge halten, beantragt. Ich mache deshalb bekannt, daß Aeußerungen für oder gegen die Errichtung einer solchen wangsinnung mündlich in der Zeit vom 21. Juni bis 27. Juni d. J. bei mir abzugeben sind. Die Stimmabgabe kann an jedem Werktage von-12 Uhr vormittags und von 3½ bis 6½ Uhr nachmittags in dem Dienstgebäude Unter Goldschmied 38— Zimmer 12— erfolgen. v Ich fordere hierdurch alle sandwerker, die im Bezirke der Stadtgemeinde Cöln das Tapezierer-, Polsterer= und Dekorateur=Handwerk betreiben und Gesellen oder Lehrlinge halten, zur Abgabe einer Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen gültig sind, die der Errichtung der geplanten Innung zustimmen oder diese ablehnen. Nach Ablauf der festgesetzten Zeit werden Aeußerungen nicht mehr entgegengenommen. Cöln den 17. Juni 1909. Der Kommissar: Dr. Juchs, Beigeordneter. Zwangs-Versleigerung. Am Samstag, 19. Juni 1909, nachmittags 3 Uhr, sollen Pfälzerstraße 1 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. 1 Nähmaschine. b. 1 Ladenschrank. o. 1 Ofen mit Rickelbeschlag. d. 1 Bäfett. e. 1 Pianino. f. 1 Kronleuchter, Spiegelschrank, Diwan, Teppich usw. Urban, Gerichtsvollzieher in Cöln.*h Am Samstag, den 19. Juni 1909, vormittags 10½ Uhr, sollen im Pfandlokale Hahnenstraße 36 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Anrichte, 1 Büfett, 1 Sprechapparat ohne Trichter. Caspar, Gerichtsvollzieher in Cöln.„3 Zwangs=Versleigerung. Am Samstag, 19. Juni 1909, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Rolandstraße 105 zu Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meist dietend versteigert werden: 2 Sofas, 2 Bilder in Gold rahmen, 1 ovaler Tisch, 1 Kla vier, 1 Ausziehtisch in Eichen geschnitzt, 1 Kredenz. Wiegand. 9 Gerichtsvollzieher in Cöln, Rolandstraße 65. Zwangs=Versleigerung. Am Samstag, den 19. Juni 1909, nachmittags 3 Uhr, soll im Pfandlokale Hahnenstraße 36, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Spiegelschrank in Nußbaum u. um 4 Uhr daselbst I. 1 Pelzüberzieher, II. 1 Balustrade u. großer Bilderrahmen, III. um 5½ Uhr daselbst 1 Spiegelschrank und 1 Waschkommode. Nolte, Gerichtsvollzieher in Cöln. b Zwangs-Verseigerung. Am Samstag, den 19. Juni 1909, nachwittags 4 Uhr sollen im Versteigerungslokale Hahnenstraße 36 gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden. 1 Schreibmaschine. 130 gm Wandplatten sowie eine Partie Möbel aller Art. Buchholz. Gerichtsvollzieher in Cöln. 1. Aachenerstraße 41. Zwangs=Verseigerung. Samstag, den Juni 1909, nachmittags 4¼ Dm Samstag, den 19. Juni 1909, nachmittags 3 Uhr, sollen im Auktionslokale zu Cöln=Ehrenfeld, Simarplatz 12, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Eine Partie Herren=, Damen= und Kinderschuhe, bessere Ware. Der Verkauf findet bestimmt statt. Tusch. Gerichtsvollzieher in Cöln, Lütticherstraße 74. Am Samstag, den 19. Juni 1909, vormittags 10 Uhr, sollen im Pfandlokale Rolandstraße 105, zu Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 2 Geldschränke, 1 Schreibmaschine, Diwan, 1 großer Tisch, 1 Schreibtisch, 2 Schreibsessel, 6 Flaschenbierwagen, 7 Pferde, 1 Flaschenspülapparat mit Maschinenbetried, 1 Abfüllapparat, sechsläufig, 1 Einweichapparat, 1 Flaschenkorkmaschine, 1 Elektromotor. Wiegand, Gerichtsvollzieher in Cöln, Rolandstraße 65. c“ Zwangs=Verkeigerung. Am Samstag, den 19. Juni 1909, aachmittags 4 Uhr, sollen Rolandstraße 105 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. 1 Wagen(Transport wagen). b. 1 Nähmaschine. c. 1 Büfett, 1 Schreibtisch, Kosolschrank mit Spiegel, 1 Nußbaumtisch. d. 1 Geldschrank, 1 Pult (Lsitzig). e. 1 Bücherschrank, 1 Serviertisch, 1 Sofa mit Lederbezug. Urban, Gerichtsvollzieher in Cöln.“5 19. Ee, Nachmittags 4¼ Udr, sollen im Pfandlokale Glockengasse 37-39 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie besserer Kognak, 17 flaschen Blutwein, 1 Eimer kraut, 1 Kiste Nudeln, 40 Büchsen versch. Sorten Konserven, sowie eine größere Anzahl Büchs.=Konserven, Einmachsach., Kaffee, Kolonialwaren und einige ältere Möbelstücke. Verkauf voraussichtlich bestimmt. Adams, Gerichtsvollzieher in Cöln.= Zwangs-Verseigerung. Am Samstag. d. 19. Juni 1909. nachmittags 3½ Uhr, sollen im Auktionslokale Rolandstraße 105 in Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistietend versteigert werden: 1 R o l l e L i n o l e u m, 1 V e r t i k o, 1 S a f a t i f c h, 1 R e g u l a t e u r u h r. Meyer, Gerichtsvollzieher in Cöln. 1 Zwangs-Verkeigerung. Am Samstag, den 19.Juni 1909, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Glockengasse 37-39 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Sofa in Mohairplüsch, 1 Chaiselonque mit Moquette, 1 Ausziehtisch(Eichen m. 4 Zügen), ußb. Bücherschrank mit Glasscheiben, 2 nußb. Balustraden. 2 große Zimmerteppiche, 2 kl. Sofas, 1 Aktenschrank, 2 Sessel, 6 Stühle mit Nohrsitz, 1 nußb. Seviertisch, 1 Waschkommode mit Marmorplatte, 2 Kaiserbilder mit schwarzem Rahmen usw. usw. p* Adams, Gerichtsvollzieher in Cöln. Bekanntmachung. Die bei Niederlegung der Kasematte Nr. 2, sowie der angrenzenden Festungswerke vorkommenden Erd= und Abbruchsarbeiten sollen im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Arbeiten umfassen ca. 9000 chm Erdmassenbewegung und 10 500 chm Mauerwerksabdruch. Pläne und Bedingungen liegen auf dem Stadterweiterungsbureau, Obenmarspforten Nr. 27, II., während der Diensttunden zur Einsicht auf. Die Bedingungen können bei der Registratur des Tiefbauamtes, Portalsgasse 1, zum Preise von 1,50 Mark in Empfang genommen werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, postund bestellgeldfrei bis spätestens Donnerstag, den 1. Juli 1909, vormittags 11 Uhr, bei der Registratur des Tiefbauamtes einzureichen. Die Eröffnung der rechtzeitig eingegangenen Angebote erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter, am gleichen Tage, vormittags 11¼ Uhr, im Stadterweiterungsbureau, Obenmarspforten 27, II. Cöln. den 17. Juni 1909. Tiefdauamt. Steuernagel, Stadtbaurat. Der Fernsprech-Automat im Freisaal der Kölnischen Volkszeitang und des Hölber Local-Anzeigers (Marzellenstr. 37) kann von Jedermann gegen Einwurf von 10 Pfgazu Gesprächen im Stadtgebiet Köln benutzt werden. Verzeichnis der Fernsprechanschlüsse liegt auf. 5 Seite 4. Kölner Local-Anzeiger Nr. 165 a Freitag, 18. Juni 1909. ∆ Von unserer städtischen 226 wackere Männer sind jahraus jahrein in der Stadt Köln bereit, gegen das gefürchtete Element, das Feuer, Leib und Leben, Hab und Gut ihrer Mitbürger zu schützen. Außerdem besteht eine Reservewehr von 66 Köpfen. Es ist ein schwerer Dienst, den die Mannschaft zu leisten hat, und es ist eine große Verantwortung, die auf den Schultern der leitenden Männer ruht. Mit dem Gefühle der absoluten Sicherheit steht der Großstädter dem Schadenfeuer gegenüber, wie ganz anders als der Bewohner der kleineren Stadt oder des platten Landes. Er weiß, die Feuerwehr versagt nie, wenn sie gerufen wird, ist sie da, und wenn sie das Feuer angreift, dann ist es auch bald gelöscht. Einen interessanten Einblick in die Tätigkeit der Wehr gewährt der Jahresbericht, der alljährlich von der Verwaltung herausgegeben wird und jetzt wieder neu vorliegt. In dem letzten Verwaltungsjahr 1908/1909 wurde die Wehr 1288 mal alarmiert und zwar in 632 Fällen zu Bränden und in 656 Fällen aus anderen Veranlassungen. Wie oft wird doch die Feuerwehr gerufen, wo eigentlich ganz andere Organe am richtigen Platze wären! Sogar bei einer Schlägerei wurde sie einmal alarmiert; ein Schutzmann hätte mehr genützt. Bei Wasserrohrbruch wurde die Wehr in 80 Fällen in Anspruch genommen; Angestellte des Wasserwerks hätten ebenso gut helfen können, vielleicht besser. Bei Gasrohrbruch wurde die Wehr 10 mal gerufen: auch in diesem Falle wäre das Gaswerk die richtige Adresse gewesen. Die Alarmierung der Feuerwehr in Fällen, wo keine ernste unmittelbare Gefahr besteht, sollte von denkenden Leuten vermieden werden; denn wie leicht könnte es vorkommen, daß infolge solcher Alarmierungen aus verhältnismäßig geringfügigen Ursachen die Wehr sich in irgendeinem entfernten Stadtteile befindet, im entgegengesetzten aber Großfeuer ausbricht und es längere Zeit dauert, bis die Wehr dort eintreffen kann. Bei Unfällen von Personen nahm man die Feuerwehr 430 mal in Anspruch, beim Fallen von Tieren 71, zur Beseitigung von Verkehrshindernissen 8 mal. Sehr bedauerlich ist es, daß die Wehr in böswilliger Weise wieder 40 mal alarmiert wurde. Schade nur, daß man die Uebeltäter in den seltensten Fällen erwischt. 144 mal mußte bei zwei und mehr Brandfällen an einem Tage die Wehr eingreifen. So waren an einem Tage 7 Schadenfeuer entstanden, an drei Tagen 6, an acht Tagen 5, an 21 Tagen 4, an 37 Tagen 3. 48 mal fanden sogar gleichzeitig mehrere Brandfälle statt, zweimal z. B. vier Brandfälle zu gleicher Zeit. In solchen Fällen bedarf es erhöhten Pflichtbewußtseins und schwerster Arbeit bei den Offizieren wie der Mannschaft. Der Erfolg der Löscharbeit war denn auch in allen Fällen günstig; die Wehr hat die Genugtuung, daß kein Feuer über den vorgefundenen Herd hinausging. Die mechanischen Leitern kamen 4 mal, die Rettungsapparate 1 mal, die Rauch= und Atmungsapparate 7 mal, das Brauserohr 3 mal und die Sicherheitslaternen 5 mal zur Anwendung. Interessant ist die dem Jahresbericht beigegebene Beschreibung einzelner wichtiger Brandfälle. Man sieht daraus, mit welcher Umsicht, welchem Pflichteifer, der oft das eigene Leben mißachtete, die Wehr eingegriffen und geholfen hat. Die freiwilligen Feuerwehren der Vororte wurden 102 mal alarmiert. Die Feuerwehrleute stellen sich bekanntkich auch in den direkten Samariterdienst. Es wurden in 420 Fällen Notverbände angelegt, 87 Kranke wurden in die Hospitäler oder in ihre Wohnungen überführt, zweimal wurden Wiederbelebungsversuche angestellt. Die vom Feuer ergriffenen bzw. bedrohten Baulichkeiten hatten einen Versicherungswert von 29 735 900 M. An Entschädigungen für Brandschaden wurden 714 752 M. bezahlt; das sind 2,40% der versicherten Summe, während 97,60% erhalten blieben. Diese Zahlen veranschaulichen besonders klar das Verdienst der Feuerwehr, aber auch den Verdienst der Versicherungsgesellschaften, den sie unserer Wehr zu verdanken haben, ohne daß sie zu den Kosten der Unterhaltung der Wehr beisteuern. Die Führung der Krankenwagen ist gleichfalls der Feuerwehr übertragen; die Wagen rückten 7421 mal aus und zwar 236 mal mehr als im Vorjahre. Was kostet uns unsere Feuerwehr? Sie hat eigene Einnahmen in Höhe von 60462 M. gehabt; die Ausgaben aber betrugen 537641 M. Mithin war ein städtischer Zuschuß von 477179 M. erforderlich. k Eucharistischer kongreß. Der holländische Episto pat hat in seiner letzten Versammlung beschlossen, am 8. August beim Schluß des Eucharistischen Kongresses in Köln der Versamm lung des St. Josephskomitees(Verein zum Schutze holländischer Arbeiter in Deutschland) beizuwohnen; die Mitglieder dieses Vereins werden an der feierlichen Prozession des Kongresses teilnehmen. Es steht bereits fest, daß der Erzbischof von Utrecht, der Bischof von Roermond und wahrscheinlich der Bischof von Haarlem persönlich zugegen sein werden, während die Bischöfe von Herzogenbusch und Breda wegen ihres hohen Alters die Reise nach Köln wahrscheinlich nicht unternehmen können. □ Die Referendarprüfung bestanden gestern die Rechtskandidaten Walter Venn aus Köln, Hubert Kaesmacher aus Spiel, Kr. Jülich, und Otto Lion aus Bonn. § Der dritte rheinische Philologentag findet hier vom 2. bis 4. Juli statt. * Gesundheitsbericht für die Woche vom 6. bis 12. Juni. Die Erkrankungen an Scharlach, 45(in der Vorwoche 67), und Diphtherie 34(48), haben gegen die Vorwoche beträchtlich nachgelassen. Von den ersteren entfielen 14(12) auf die Neu stadt, 13(30) auf die Altstadt, 10(10) auf Köln=Ehrenfeld usw., von den Diphtherieerkrankungen 10(15) auf die Altstadt, 8(5) auf Köln=Zollstock, 6(8) auf die Neustadt, 4(12) auf Köln=Nippes, 4(3) auf Köln=Ehrenfeld usw. Weiterhin wurden 2 Fälle von epidemischer Genickstarre(je 1 aus der Altstadt und aus Köln=Ehrenfeld) sowie 3 Verdachtsfälle von Unterleibstyphus (2 aus der Altstadt und 1 aus der Neustadt) gemeldet. Der Zugang von Kranken in den allgemeinen Krankenanstalten war mit 699 um 24 niedriger als in der Vorwoche. Auch die Sterblichkeit gestaltete sich erheblich gunstiger; es starben im ganzen 118(154) Personen, darunter 34(17) im ersten LebensDer Schluß der Anzeigen-Annahme für die Sonntags=Ausaabe des Kölner Tocal=Anzeigers findet Samstagnachmittag 3 Uhr statt. Wir bitten unsere Inserenten um dementsprechend frühzeitige Aufgabe der Anzeigen für nächsten Sonntag. Geschäftsstelle des Kölner Tocal-Anzeigers. jahr. Von den einzelnen Todesursachen erforderte die Tuberkulose, 16(25) Sterbefälle, die meisten Opfer. An Krankheiten der Atmungsorgane starben 15(26) Personen, an Darmkatarrh, Brechdurchfall und Kinderatrophie 15(14), an angeborener Lebensschwäche 8(), an Herzkrankheiten 6(10), an Altersschwäche 4(), an Kinderkrämpfen 3(), an Scharlach 2(), an Keuchhusten 2(), an Diphtherie 1(4) usw. Fälle gewaltsamen Todes waren 14(13) zu verzeichnen. Die höchste Tageszahl der Gestorbenen betrug 21(26), die niedrigste 12(16). Kirchliches. * Erzdiozese Köln. Ernannt: Pfr.# A. Ortmanns in Merkstein zum ersten Def. des Dek. Cornelimünster, Pfr. Joh. Nik. Esser in Würm zum ersten Def. des Dek. Geilenkirchen, der Rektor = Bernh. Meller in Frauenthal zum Rend. der Theologen=Konvikte in Bonn, u Jos. Broichmann, Kpl. in Essen=Huttrop z. Vik. in Mettmann, Dek. Elberfeld,- Konr. Esser, Kpl. an St. Maria in Lyskirchen in Köln, z. 2. Kpl. an St. Maria im Kapitol daselbst = H. H. Fabry, Kpl. an St. Maria im Kapitol in Köln, z. 8. Domvik. a. d. Metropolitankirche das.,- Edm. Hennes, Vik. in Fischeln, z. 2. Kpl. an St. Ursula in Köln, a Matth. Jansen, Hauskpl. in Winden, z. 2. Hausgeistlichen der Krankenanstalt Lindenburg in Köln=Lindenthal, Dek. Köln II., a Joh. Hub. Hermanns, Dr. theol. u. phil., Pfarrverw. der neu errichteten Pfarre Wülfrath, Dek. Elberfeld, z. Pfr. das., Wilh. Leonh. Frank, Kpl. an Herz Jesu in Elberfeld, z. 1. Vik. in Rheindahlen, Dek. Gladbach, a Joh. Wilh. v. Meer, Kpl. an Liebfrauen in Krefeld, z. Rekt. in Frauenthal, Pfarre Lechenich, Jos. Wirtz, Hauskpl. in Tripsrath, z. in Haaren, Dek. Geilenkirchen. 4 Kölner Fecht- und Turnklub gegr. 1865. Am verflossenen Sonntag fand in.=Gladbach das Bökelbergfest statt, welches alljährlich daselbst unter starker Beteiligung der Turner gefeiert wird. Bei dieser Gelegenheit wurde das Mitglied des Vereins Jean Wendsch Sieger im Fünfkampf. Mülheim(Rhein), 17.Juni1909. Es ist wohl keinem aufmerksamen Beobachter entgangen, daß der Fußball=Sport in den zwei Jahren hier in Mülheim bedeutende Fortschritte gemacht hat. Jetzt ist wieder ein Schritt vorwärts getan: Bei dem hiesigen Infanterie Regiment Nr. 16 hat der Fußball auch Eingang gefunden. Einer Einladung des Herrn Hauptmann v. Siechart folgeleistend, spielte am vergangenen Sonntag eine kombinierte Mannschaft der Fußballklubs Mülheim(Rhein) auf dem Kasernenhof gegen die Fußballmannschaft der 8. Kompagnie. Obwohl es den ganzen Vormittag geregnet hatte, war der auf dem Kasernenhof angegrenzte große Platz in bester Verfassung. Die Militär= mannschaft spielte recht wacker; ihre Verteidigung, die sich der fortwährenden Angriffe erwehren mußte, verdient besonders hervorgehoben zu werden. Fußball=Klub Mülheim(Rhein) war durch den ungewohnten Boden benachteiligt, blieb aber gleichwohl mit 2: 1 Sieger. Eine Reihe von Offizieren verfolgte das Spiel mit sichtlich großem Interesse, gleichfalls viele Uneroffiziere und Mannschaften. Nach dem Spiel vereinigten sich die beiden Mannschaften nebst den anwesenden Mitgliedern des Fußball=Klubs Mülheim (Rhein) auf Einladung des Herrn Hauptmanns zu einer fröhlichen Tafelrunde. In den gehaltenen Ansprachen wurden der Wert und die Vorzüge des Fußball=Sports betont und letzterer als ein Bindeglied zwischen Zivil und Militär dargestellt. Gesellschafts= und Vereinsleben. Hildegardisverein in Köln. Bei Gelegenheit der Generalversammlung des Katholischen Frauenbundes(Zweigverein Köln) fand gestern im Weißen Saale der Bürgergesellschaft die Gründung einer Ortsgruppe des Hildegardisvereins in Köln statt. Nach der Begrüßung der Mitglieder durch die erste Vorsitzende Frau Jean Hospelt und der Erstattung des Tätigkeits= und Kassenberichts wurde ein größerer Vorstand zur Förderung der Interessen des Hildegardisvereins gewählt. Es erklärten sich dafür bereit: Frau M. Bachem=Sieger als erste Vorsitzende, Frau Oberbürgermeister Wallraf als zweite Vorsitzende, Frau Dr. Meisen und Frau Dr. Hoeber als Schriftführerinnen. Hr. Rechtsanwalt Aug. Schmidt ist Schatzmeister und juristischer Beirat. Frl. Lenders und Frl. Enshoff Kassiererinnen. Außerdem traten noch eine Reihe von Damen als Mitglieder bei. Zum Zwecke einer wirksamen Propaganda für Köln einigte man sich dahin, die Einteilung der Stadt nach Pfarreien sowohl für die Werbearbeit als auch für die Tätigkeit der Kassierer zu berücksichtigen. Die Damen des Jugendbundes des katholischen Frauenbundes wurden für die Werbearbeit in Aussicht genommen. Frau Bachem=Sieger wies die Versammlung nachdrücklich nochmals auf die Bedeutung und die Ziele des Vereins hin, der dieselben Bestrebungen für die weibliche studierende Jugend hat wie der AlbertusMagnus=Verein für die gebildete männliche. Frl. Carola Hopmann schilderte kurz die Organisation des Hildegardisvereins, der seine Zentrale in Aachen hat, unter Leitung von Frl. Oberlehrerin Schmitz. Es bestehen schon Ortsgruppen in 25 deutschen Städten, wozu nun auch Köln hinzutritt. Die Ortsvertreterinnen(zwei oder mehr) haben folgende Pflichten: 1. Mitglieder zu werben und die Beiträge einzusammeln; 2. Rat und Auskunft zu erteilen allen, die es wünschen, über die Fragen des Frauenstudiums, z..: Wo, wie, was, warum lasse ich meine Tochter studieren, oder wo studiere ich selber? Mit welchen Aussichten? Auf welchen Universitäten? Welche Wohnungsmöglichkeiten sind dort für weibliche Studierende? Welche Klubs und sonstige Anhaltspunkte? Der Herr Kardinal und Erzbischof Dr. Fischer hatte, da er selbst am Erscheinen verhindert war, als seinen Vertreter Hrn. Domkapitular Dr. Blank entsandt, der dem jungen Verein den Ausdruck der Sympathien und den Segen des Oberhirten der Erzdiözese überbrachte. Der Verein entspricht einem dringenden Bedürfnisse unserer Zeit und verdient auch weiterhin die wärmste Empfehlung. Gach Weikerhin die warmste Eingsenen. Der Wohltätigkeitsverein Köln-Nord(Eingetragener Verein) hat, wie im Vorjahre, die Abhaltung eines WohltätigkeitsGartenfestes beschlossen und bereits die Genehmigung des Herrn Oberbürgermeisters zur Abhaltung des Festes im Stadtgarten=Restaurant nebst zugehörigen Anlagen für den 7. August 1909 erhalten. Das im Vorjahre so glänzend verlaufene## Fest dürfte den Teilnehmern wohl noch in bester Erinnerung sein. Dem Verein stehen für die kommende Veranstaltung die besten Kräfte zur Verfügung. Außer künstlerischen Darbietungen soll das Fest dadurch eine hervorragende Gestaltung erhalten, daß mit demselben eine venetianische Beleuchtung verbunden und außerdem der Stadtgarten eine festliche Dekoration erhalten wird. Die Ausführung der letzteren hat Hr. Hofdekorateur Adler(Mitglied des Vereins) in zuvorkommendster Weise übernommen. Der Erlös des Festes ist für die ärmsten unserer armen Mitbürger bestimmt und wird mit Rücksicht hierauf eine reichliche Kartenabnahme erhofft. Der Preis der Karten ist im Vorverkauf auf 0,50 M. festgesetzt, während der Kassapreis 1,00 M. beträgt. Am 12. Justizgeb das Ha Alte von 1 eigentümer: wangsweise ver Stimmen aus dem Leserkreis. [Die Redaktion übernimmt für den Inhalt der an dieser Stelle zum Abdruck kommenden Zuschriften and dam aaarkreis keine Varantwarinn- Gi.:4 kommencen Zuschriften aus dem Leserkreis keine Verantwortung. Sie ist bereit, etwaige Richtigstellungen der Gegenseite zur Klärung des Sachverhaltauch zu veröffentlichen.] 4842] Eigenartige Reklame. Ich möchte durch Hinweis auf einen Uebelstand die Aufmerksamkeit der in Frage kommenden Behörde erregen. Seit einigen Tagen hat in der Friedrich Wilhelmstraße ein neues Lokal seine gastlichen Tore geöffnet. Der Herr Besitzer sucht seine Kunden dadurch anzulocken, daß er eine Sprech. maschine von morgens 9 bis abends 9 Uhr spielen läßt. Dieser ohrenbetäubende Lärm schädigt die öffentliche Ordnung. Denn als vor kurzem einige Kinder in Gottes freier Natur, fern von den Menschen und deren Wohnungen, ein Lied anstimmten, schritt der Aufrechterhalter der öffentlichen Ordnung ein und gebot im Namen des Gesetzes Ruhe. Warum hier nicht? Darf überhaupt ein Geschäft, das nicht speziell Sprechmaschinen vertreibt, eine solche zu Geschäftszwecken spielen lassen? Die benachbarten Geschäfte werden auf das schwerste geschädigt; denn man denke sich, auf der Hohestraße würde jedes Geschäft eine Sprechmaschine laufen lassen, würde dann noch ein vernünftiger Mensch diese Straße betreten? Nein, alles würde rennen, retten, flüchten. J. K. Standesamt der Stadt Köln. 17. Juni 1909. &a Geburten. Bernhard, S. v. Albert Horn, Handlungsreisender, Dasselstr. 14.- Frieda, T. v. Karl Spürck, Kfm., Friedrichstr. 27.- Si. bylla, T. v. Joh. Hütten, Maurer, Schultze=Delitzschstr. 61. Katharina, T. v. Anton Reuter, Stuckat., Severinstr. 126.- Heinr., S. v. Christian Keusch, Tgl., Metzerstr. 25.- Joseph, S. v. Friedr. Schmidt, Maurer, Vondelstr. 56.- Joseph, S. v. Wilh. Hamacher, Mont., Metzerstr. 14.= Herm., S. v. Franz Teichmann, Mont., Alteburgerstr. 242.- Katharina, T. v. Ludwig Weiß, Handlungsgeh., Weidengasse 87.- Stephanie, T. v. Isidor Kowacs, Ingen., Bismarckstr. 15.„„ & Sterbefälle. Adelh. Worringen, geb. Leiting, 42., Gr. Griechenmarkt 98.- Ww. 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August 1909, vormittags 9½ Uhr, soll Im Justizgebäude, Appellhofplatz, Zimmer Nr. 47, vier, das Hausgrundstück Piusstrasse 66 von 2 Ar 76 gm Größe mit 2400 Mark jährlichem Nutzungswert, Eigentümer: der Maler= und Anstreichermeister Franz Gollin u Cöln=Ehrenfeld, zwangsweise versteigert werden. p“ Königliches Amtsgericht, Cöln, Abt. 39. Kölner Local-Anzeiger Nr. 165 8 Freitag, 15. Juni 1903. Seite 5. hat nur dann Anspruch darauf, schön zu sein, wenn das Haar schön ist.„El-Beda“, Haarnährstoff aus Hühnerei, verschafft üppiges, glänzend weiches Haar, führt dem Haarboden durch seinen Gehalt an Eigelb die nötigen Ernährungsstoffe zu. El-Beda“, Haarnährstoff aus Iühnerei, ist a Flasche e 2,50 in sämtlichen Drogerien. Parfümerien und Apothoken erhältlich. Kopfwaschungen werden in allen besseren Friseurgeschäften ausgeführt.%8 General-Vertreter: Benediet Tillmann. Gertrudenstr. 14. Telephon 3812. 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Der Hoftheaterdichter Lorenze da Ponte erzählt in seinen Memoiren, daß, als er dem Kaiser das Manuskript von Figaros Hochzeit vorlegte, das er auf Wunsch Mozaris gedichtet, dieser äußerte:„Was? Sie wissen, daß Mozart, wie tüchtig er auch immer in der Instrumentalmusik ist, noch nichts für den Gesang geschrieben hat mit Ausnahme eines einzigen Stückes— der Kaiser meinte die Entführung—, das keine Bedeutung hat; und ferner: auch habe ich das Stück von Beaumarchais wegen seiner Immoralität der deutschen Gesellschaft untersagt.“„Ich weiß,“ entgegnete da Ponte,„allein bei Umformung der Komödie zu einem Operntext habe ich ganze Szenen weggelassen, andere gekürzt, und mich hauptsächlich beflissen, alles daraus verschwinden zu lassen, was den Anstand und den guten Geschmack verletzen könnte."„Gut dann,“ meinte der Kaiser,„ich verlasse mich auf Ihren Geschmack und Ihre Umsicht.“ Nachdem da Ponte den Text fertiggestellt, gab Mozart sich mit Eifer an die Arbeit. Es währte nicht lange, so wurde Mozart zum Kaiser beschieden, dem er Bruchstücke aus der Partitur vorspielen mußte, die den Kaiser aufs höchste entzückten. Mozart hatte Le nozze de Figaro im November 1785 begonnen und Ende April 1786. also in sechs Monaten, beendet. Die erste Aufführung fand am 1. Mai 1786 statt. Obgleich die Oper sehr gefiel, wurde sie doch nach neun Vorstellungen vom Repertoire abgesetzt. In deutscher Sprache wurde Figaros Hochzeit in Wien in der Uebersetzung von Giesecke 1792 zuerst gegeben, in Berlin 1790 in der Uebersetzung des Frhrn. v. Knigge und Christ. Aug. Vulpius, dem Schwager Goethes. Diese Uebertragung wird auch hier benutzt. Der Musik liegt, wie bei den früheren Vorstellungen, die Bearbeitung von Hermann Levi zugrunde. Ueber die Mozartsche Musik sagt Hanslick in seinem Buch Die moderne Oper sehr treffend: In Mozarts Figaro=Partitur ist eine verschwenderische Fülle kostvarster Blumen einheitlich und kunstvoll zu einem stattlichen Kranz gewunden. Der größte Teil dieser Musikstücke gehört zu dem Schönsten, was die Opernmusik überhaupt aufzuweisen hat. Daß gerade unter den Arien Perlen erster Größe sich befinden, braucht wohl kaum betont zu werden. Jedoch sind auch die Ensemblestücke von größter Bedeutung. Das größte Verdienst Mozarts liegt in der Charakterzeichnung der einzelnen Personen. Bei der letzten Aufführung von Figaros Hochzeit stand Steinbach am Dirigentenpulte, diesmal schwang Felix Mottl die Battuta. Man lernte den Münchener Hofoperndirektor, der ein ausgezeichneter Wagnerdirigent ist, jetzt auch als berufenen Mozartinterpreten kennen. Schon aus der Wiedergabe der agilen Ouvertüre konnte man entnehmen, was für köstliche Dinge man noch zu erwarten hatte. Mottl naym das Tempo der Ouvertüre zwar lebhaft, aber nicht überschnell. Die Schleifen, die nicht selten wie Rippenstöße ausgeführt werden, ließ er leicht dahingleiten. Den Kontakt zwischen den Sängern und dem schön abgetönten Orchester wußte er stets aufrecht zu erhalten. Viel Zeit läßt man den Gastdirigenten ja nicht zum Ausfeilen und Glätten, aber das, was Mottl in den wenigen Proben zustande brachte, war bewunderungswürdig. Eine wertvolle Stütze hatte er an Kapellmeister Walter Gaertner, der die Secco=Rezitative mit unfehlbarer Sicherheit auf einem Flügel begleitete. Unter den Mitwirkenden begrüßte man mit aufrichtiger Befriedigung verschiedene Künstler, die bereits bei den vorhergehenden FigaroAufführungen mitgewirkt hatten. So Kammersänger Fritz Feinhals, der den stolzen, aufbrausenden Grafen wieder übernommen hatte. Es scheint, als hätte er in Amerika, wo er diesen Winter mit großem Erfolg gastiert, neue Anschauungen hinsichtlich der Darstellung gewonnen. Seine Gebärden, seine Gesten sind nohler, sein ganzes Auftreten aristokratischer. Vortrefflich sang er das reizende Duett mit Susanne, sowie die große Arie Der Prozeß schon gewonnen im dritten Akt. Daß Johanna Gadsti=Tauscher für die Gräfin wieder gewonnen war, entsprach vielseitigen Wünschen. Sie gab dem ganzen Ensemble einen Halt. Die erste Arie Heil'ge Quelle reiner Triebe, wurde mit stummem Entzücken angehört, nach der zweiten Arie machte sich die Begeisterung in spontanen Beifallsbezeugungen Luft. Auch daß Frida Hempel sich wieder bereit hat finden lassen, die Susanna zu singen, kann nur dankbar anerkannt werden. Ihr graziöses Spiel und ihr noveler Gesang befriedigten in hohem Grade. Dabei spricht sie musterhaft„deutlich aus. In der sogenannten Garten=Arie tonnte sich ihre vollendete Gesangstechnik zur Geltung bringen. In dem Kostüm, das man ihr aufoktoyiert hatte, wird sie sich kaum gefallen haben. Zum dritten Male durfte man sich erfreuen an dem prächtigen Figaro des Kgl. Kammersängers Paul Knüpfer. Die Zeit kann seinem blühenden Organ nichts anhaben, und seinen gefälligen Humor hat er nicht verloren. Die heiteren, wie die ernsten Arien gelangen ihm gleich gut. Wie prächtig klang das Dort vergiß leises Flehen, wie schelmisch Will einst das Gräflein ein Tänzlein wagen, und wie tragikomisch war der Ausdruck in O, arme betörte Männer! Berta Kiurina von der Hofoper in Wien ist eine neue Erscheinung. Sie bringt für den verliebten Pagen Cherubin eine angenehme Bühnenfigur und eine jugendfrische Stimme mit. Ihre erste Arie ließ Mottl sie im Galopp singen. Bei der Kanzone, die Cherubin der Gräfin in deren Schlafgemach(eigentlich soll es ein Vorzimmer sein) vorsingt, ließ man ihr Zeit, ihren hellen Sopran ausklingen zu lassen. Seyr hübsch sang sie das kleine Duetichen Geschwinde. Als guten Bekannten hieß man Artur Reiß vom Metropolitantheater in New York willtommen. Sein schönes Singen hat er drüben nicht verlernt. Die charakteristische Wiedergabe der EselsArie hätte eigentlich applaudiert werden müssen. In den Ensembles war er nie vordringlich, aber stets wirksam. In den weiteren Partien behaupteten sich unsere Kräfte neben den illustren Gästen in allen Eyren. Als Marzelline erwarb sich Anna Welden, die in einer luftballonähnlichen Robe erscheinen mußte, wieder allgemeine Anerkennung, namentlich mit der etwas zopfigen, aber schwierigen Arie Es kuupfen auf den Fluren. Max Pauli war wieder sehr wirksam in der von Prof. Fuchs trefflich angeordneten Gerichtsverhandlung. Julius vom Scheidt war als Gärtner Antonio vorzüglich. Karl Neldel, der bei der letzten Aufführung durch Familientrauer nicht dazu kam, den Don Bartolo zu singen, hatte jetzt Gelegenhett, das Versäumte nachzuholen. Klara Hermann war wieder ein anziehendes Bärbchen und Henny Schlegel und Emmy Böhmer sangen ihre Solostrophe allerliebst. Der Chor war wieder verstärkt durch die oberste Chorklasse des Konservatoriums Wer den Fandango bei dem Gratulationsfest ausgeführt hat, kann ich nicht sagen. Für die beiden letzten Akte sind nach den Entwürfen des Münchener Malers Ferdinand Götz neue Dekorationen in der Werkstätte des Theatermalers Hacker(Düsseldorf) hergestellt worden: Festsaal im gräflichen Schloß und Parklandschaft. Hr Götz spricht sich in dem Festbuche, um dessen Herausgabe sich wieder Karl Wolff verdient gemacht hat, über die Intentionen aus, die ihn bei den Entwürfen geleitet haben. Der Festsaal machte trotz der koloristischen Querstände gute Wirkung. Der Park war so ungünstig beleuchtet, daß nur wenig davon zu erkennen war. Wenngleich Herr Prof. Fuchs nicht immer freie Hand hatte, zeichnete sich seine Regie doch wieder durch große Sachlichkeit und erlesenen Geschmack aus. Unter den neuen Kostümen, die in den Werkstätten unserer Theater unter Leitung von Obergarderobeinspektor Derigs angefertigt wurden, sind auch einige Prachtstücke; das wirklich Gelungene in der Ausstattung soll gewiß anerkannt werden, aber gegen unberechtigt Marotten muß man Verwahrung einlegen. Das Publikum lauschte aufmerksam der Mozartschen Musik und enthielt sich anfänglich der lauten Beifallsbezeugungen während des Spiels. Nach der zweiten Arie der Gräfin störte man sich nicht mehr an den jetzt üblichen Zwang und gab seiner Befriedigung auch nach einzelnen Nummern Ausdruck. Prof. Herm. Kipper. 8 Im Reichshallentheater wird besonders bei Freunden der Atyletik Bansart: der Mann mit dem eisernen Griff, Aufsehen erregen. Er hebt mit drei Fingern schwere Gewichte, die ein anderer Mann nicht vom Fleck rühren kann. Diese und andere ansehnliche Leistungen erklären sich aus der ungeheuren Muskelentwickelung des Mannes, die er zum Schluß in dezenter Weise selbst zeigt. Der Drahtseilakt von Frl. Rainbow fordert ebenfalls die Bewunderung des Zuschauers heraus. Milly Capells fideles Töchterpensionat nennt sich eine Nummer, die zwar manches Anziehende hat, aber strengen ästhetischen Anforderungen zum Teile nicht entspricht; da mäßte doch manches verbessert werden, wenn der gute Geschmack sich damit abfinden soll. Bemerkenswerte akrobatische Darbietungen gibt die de Toma=Gruppe. Annette Savary trägt italienische, englische und französische Lieder vor, wobei sie durch Vortrag und Maske den Volkscharatter des betreffenden Landes markieren will. Viel Heiterkeit erregen Johny und Charly durch ihre polternden Sprünge und Stürze. Dem auftretenden Humorist Georg Busse scheint das Gefühl dafür abzugehen, was sich schickt und was nicht Er weiß aber auch nicht recht, was ein guter Witz ist; er meint wohl, der fehlende Geist könnte durch andere zweifelhafte Dinge ersetzt werden. Das ist ein Grundirrtum für einen Humoristen und kann sich bei einem kritisch veranlagten Publikum bitter rächen. Zur Kurzweil. * Individuelle Ueversetzung. Tourist:„Ist die Burg restauriert?“— Einheimischer:„Na, da gibt's nix zu trinke!" * Bildlich.„So, die berühmte Tänzerin ist in Konkurs geraten?"—„Ja, sie hat zu große Sprünge gemacht!“ Kölner Local-Anzeiger.„ Köln, 18. Juni 1909. c Der türkische Friedhof in Skutari. Von L. Witte. Der Reisende, der sich Konstantinopel auf dem Wasserweg nähert, bemerkt mit Staunen die unzähligen Zypressenhaine, die sich längst der Küste hinziehen und mit ihrem ernsten Schwarz einen stimmungsvollen Gegensatz zu der heiteren landschaftlichen Umgebung, dem blendenden Weiß der Moscheen und Minaretts, wie zu dem wunderbaren Blau des Himmels bilden. Es sind die türkischen Friedhöfe, die weit düsterer wirken als die christlichen. In dem Immergrün der Zypresse sieht der fromme Muselmann ein Symbol dafür, daß die Seele fortlebt, wenn auch der unten ruhende Körper längst in Staub und Asche zerfallen ist. Er beansprucht deshalb diesen majestätischen Gräberbaum ausschließlich für sich und gestattet nicht, daß ihn Ungläubige, seien es nun Juden oder Christen, auf ihren Begräbnisstätten anpflanzen. Die Zypresse diente in ihrer jetzigen Bedeutung schon den alten Griechen und Römern und wurde von den Türken, als sie nach Europa kamen, übernommen. Da es orientalische Sitte ist, Geburt und Tod eines Familienmitgliedes durch Anpflanzung einer Zypresse in der Erinnerung festzuhalten, so nehmen die Friedhöfe von Jahr zu Jahr größeren Umfang an, derart, daß die Strahlen der Sonne vielfach den dichten halbdunklen Wald, in dessen Gipfel Tauben nisten, kaum zu durchdringen vermögen. Von den verwesenden Ueberresten zahlreicher Tausender genährt, erreichen die Zypressen hier eine Stärke und eine Höhe, eine Schönheit und eine Majestät, die in der ganzen Welt nicht ihresgleichen finden. Unter allen Friedhöfen innerhalb der weiten Grenzen des ottomanischen Reiches ist der von Skutari, der asiatischen Vorstadt Konstantinopels, der großartigste und schönste. Er erstreckt sich, von zahlreichen Straßen und Wegen durchschnitten, über eine Ebene von mehr als vier englischen Meilen und ist so groß, daß man sagt, er würde, mit Getreide bepflanzt, Brot geben für ganz Konstantinopel, während man mit seinen Grabsteinen die verfallenen alten Stadtmauern wieder aufrichten könnte. Der Grund für die ungeheure Ausdehnung dieses Friedhofes, der mit seinen unzähligen Marmorblöcken aus der Ferne gesehen den Trümmern einer stolzen, durch den Willen des Allmächtigen gestürzten Stadt gleicht, ist in einem alten Aberglauben der Türken zu suchen. Sie betrachten sich nämlich als Fremdlinge in Europa, und der sterbende Moslim von Konstantinopel richtet seinen letzten brechenden Blick nach dem asiatischen Friedhof, wo die Ruhe seiner Gebeine nicht gestört werden wird, wenn die Giaur wieder Besitz ergreifen von der herrlichen Stadt am Goldenen Horn— ein Ereignis, das, wie der Türke fest glaubt, früher oder später bestimmt eintreten muß. Und wie einst Joseph in Aegypten, so läßt sich der sterbende Osmanli von seinen Angehörigen die Zusage geben, ihn im Lande seiner Väter zu bestatten. Auf dem Friedhof steht ein Gebäude, in das die Leiche gebracht wird, und wo die letzten Zeremonien vollzogen werden. * Unterhaltendes. Sind diese beendigt, so finden Räucheropfer statt, um die bösen Geister abzuhalten, worauf der Tote in seine letzte Ruhestätte, mit der rechten Seite nach Mekka gewandt, gelegt wird. Er ist in einen an beiden Enden offenen Sack genäht und auf seinem Haupte eine einzige Haarlocke stehen geblieben, an der ihn nach erfolgtem Begräbnis die beiden Engel Menker und Naker ergreifen und hervorziehen, um ihn einem Examen über seinen Lebenswandel auf Erden zu unterziehen, bevor sie ihm die Pforten des Paradieses öffnen. Der Friedhof von Skutari ist besonders reich an schönen Mausoleen(Turben) von denen die meisten hoch und durch verschiedene buntfarbige Fenster hell erleuchtet sind; die Wände sind mit Sprüchen aus dem Koran oder Stellen aus dem Burddha(Gedicht vom heiligen Mantel) in goldenen Buchstaben auf grünem oder blauem Grunde verziert: Kronleuchter, Lampen und Straußeneier hängen von der Decke herab, und der Marmorboden ist, wo er nicht von der Bahre eingenommen wird, mit kostbaren Teppichen bedeckt. Sämtliche Turben sind über dem Erdboden erhaben und einige mit einer bedeckten, auf Säulen ruhenden Galerie umgeben. Fast alle haben vor dem Eingang einen Vorhof, auf dessen Tür Inschriften stehen, die den Namen des Gründers und das Jahr der Gründung angeben. Zu den charakteristischen Merkmalen des türkischen Friedhofs gehören in erster Reihe die Grabsteine, deren es dreierlei Klassen gibt, und die ausnahmslos aus dem hier sehr billigen Marmor gefertigt sind. Die der Armen bestehen aus zwei senkrechten Steinen, von denen der obere vier, der andere drei Fuß hoch ist. Die mittlere Klasse hat außer dem Kopf= und Fußsteine noch eine flache Platte auf dem Grabe mit einem langen Spalt in der Mitte, durch den die beiden Engel Menker und Naker den Toten zum Verhöre hervorholen. Die dritte und höhere Klasse, hat Sarkophage ohne Deckel, welche anfänglich recht hübsch und gefällig aussehen, bald jedoch vernachlässigt und dem Verfall preisgegeben werden.— Die Kopfsteine der Männer tragen stets einen aus demselben Stück gehauenen Fes oder Turban, während sie bei Frauen in eine Spitze, respektive in die Form eines ausgebreiteten Blattes oder einer Muschel auslaufen. Die Fußsteine sind mit ausgehauenen oder gemalten Blumen verziert. Auf den alten Gräbern deutet der größere oder geringere Umfang des Turbaus den Rang oder die Würde des Verstorbenen an. Sitzt der Turban nicht auf der Spitze der Säule, sondern etwas zur Seite, so ist dies ein Zeichen, daß der Verstorbene enthauptet worden ist. Der obere Teil des Friedhofs in Skutari weist sehr viele derartige Turben auf, welche die Gräber bezeichnen, in denen rumpflose Köpfe liegen. An vielen Stellen sind die Grabsteine und Turben gänzlich zerschlagen— hier ruhen die Janitscharen, die der Haß des Sultans, nachdem er sie vernichtet, noch über das Grab hinaus verfolgte. Unter dem Vorwande, daß sie Vampyre wären, wurden ihre Ruhestätten geöffnet und ihre Leichen mit Pfählen durchbohrt, um so zu verhindern, daß sie nächtlicher Weile die Gläubigen besuchten und ihr Blut aussögen. Im übrigen galt und gilt noch heute die Hinrichtung auf Befehl des Sultans durchaus nicht für entehrend und wurde sogar von den Familien der Getöteten in poetischer Umschreibung erwähnt, wahrscheinlich, um auf diese Weise gegen die Ungerechtigkeit zu protestieren, der ihre Väter und Brüder zum Opfer gefallen. So begegnet man häufig der Inschrift: „Am Abend seines Lebens entfloh ihm der Schatten der kaiserlichen Guade.“ Auf einem Grabstein, der einen menschlichen Rumpf mit dem abgehauenen Kopf in den Händen darstellt, findet sich folgender Nachruf: „Dies ist der Ruheplatz von Aguz Azuvvoryon, Aufseher der Münze. Eltern betrauern ihn als frommen Sohn, Kinder als zärtlichen Vater, Brüder beklagen ihn als einen treuen Freund, Freunde betrauern ihn als ehrlichen Mann. Die Engel des Herrn streckten ihre Arme aus, um ihn zu empfangen, als am 9. Mai 1901 der kaiserliche Wille befahl, daß er sein mit Ehren bekleidetes Amt niederlegen solle. Möge sein Nachfolger auf Erden ihm auch nachfolgen in den Himmel.“ Die Grabschriften selbst sind im allgemeinen nicht so abwechselnd und poetisch, wie sich von der blühenden Phantasie der Orientalen erwarten ließe. Sie enthalten den Namen, die Beschäftigung, den Todestag und einige Zeiten, die mehr von künftiger Seligkeit als von vergangenen Verdiensten sprechen. Die Grabschrift beginnt mit den Worten: „Er der Unsterbliche" oder„Gott allein ist ewig“, auf die ein passender Koranspruch folgt, wie:„Wir sind von Gott und kehren zu Gott zurück.“ Beispielsweise seien noch einige charakteristische Grabschriften für Personen beiderlei Geschlechts angeführt. Auf dem Grabstein einer jungen Dame: „Er, der Unsterbliche! Das verderbliche Schicksal hat diese Nachtigall gezwungen, sich zum Himmel empor zu schwingen. Doch hat sie die verdienten Freuden gefunden. Lababa, schrieb diese Inschrift und sprach ein demütiges Gebet für Zimah; aber weint nicht um sie, sie wohnt jetzt in den Gärten des Paradieses.“ Auf dem Grabe eines jungen Studenten: „Einheit und Ewigkeit sind sein. Ach! Ach! Der Mehltau des Herbstes hat den Frühling meines Daseins vernichtet. Das Schicksal sprach und rief vor der Zeit meine Seele ab. Tag und Nacht arbeitete ich fleißig im Weinberg der Wissenschaft, aber ich wurde von hinnen gerufen, ehe ich die lebensreife Frucht gekostet, und meine Seele schwang sich aufwärtsschwebend empor zu den Gärten der Ewigkeit. Der in Gott und seiner Gnade verschiedene Mohammed Sejid Effendi, Sohn Hadschi Ismail Zadehs, Khet Koda (Aeltesten) der Schneiderzunft. Ein Gebet für seine Seele. 1251.“ Auf dem Grabe befindet sich gewöhnlich eine Höhlung zur Aufnahme von zarten Blumenspenden, die dem geliebten Toten von den trauernden Angehörigen dargebracht werden und ihn, wie ein liebenswürdiger Aberglaube annimmt, ebenso wie der Gesang der Vögel noch im Jenseits erfreuen. An dem Begräbnisse selbst nehmen in der Regel nur Männer, selten Frauen, mit Ausnahme der gemieteten Klageweiber, teil. Da der Türke glaubt, daß der Körper auch noch nach dem Tode, bis zum vollzogenen Begräbnis, leidet, so wird dieses sehr beschleunigt und eine nach europäischen Begriffen verletzende Eile dabei entwickelt, die einen auffallenden Kontrast bildet zu dem bei allen sonstigen Gelegenheiten von den Osmanlis an den Tag gelegten Ernst und Würde. Auf dem Friedhof angelangt, setzt sich das Leichengefolge um das Grab herum und raucht Tschibuk, während ein Imam eine Stelle aus dem Koran vorliest. Die Leidtragenden begeben sich sodann nach Hause, und wieder herrscht ernstes Schweigen auf dem ungeheuren Leichenfelde, das in seiner düsteren Wildnis, erloschenen Pracht und malerischen Unordnung einen unendlich melancholischen, schwermütigen Eindruck macht. Kölner Local-Anzeiger Nr. 165* Freitag, 18. Juni 1909. Seite 7. Die Offenen Stellen werden täglich schon um 1 Uhr mittags im Torweg unserer Geschäftsgebände Marzelenstraße 39 ausgehängt, ebenlg g#o. he#.,### gsin: Breitestraße, Dagobertstraße und Josephstraße, ferner an unseren Bezirksvertretungen Hohepforte 6, Köln=Ehrenfeld, Rotheya Nippes, Cranachstraße 5, Kalk, Mülheimerstraße 19, außerdem Markt 23.0 Offene Stellen Bei der Ausführung von Justizbauten werden mehrere erfahrene und ein Bauschreiber auf längere Zeit gesucht. Meldungen m. Gehaltsangabe, kurzem Lebenslauf und Zeugnissen über die bisherige Tätigkeit von solchen, die bereits bei Staatsbauten beschäftigt waren, sind an den Unterzeichneten einzureichen. .=Gladbach, 15.Juni 1909. Kaiserstr. 84, Der Königliche Baurat e Schödrey. Für kleinen herrschaftlichen Haushalt auf dem Lande bei Konstanz(schweizerseits) eine ältere, erfahrene Baushälterin gesucht. Dieselbe müßte die feine und einfache Küche gründl. verstehen und mit allen Hausarbeiten vertraut und durchaus ordnungsliebend sein. 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Es ist schon des öfteren an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, daß die neue Novelle zum Einkommensteuergesetz besondere Vergünstigungen für diejenigen Steuerzahler vorsieht, die Kinder oder sonstige Angehörige zu unterhalten haben. Die Frist zur Erlangung dieser Vergünstigungen ist allerdings sehr knapp bemessen. Sie läuft am 25. Juni, also bereits in einer Woche ab. Anträge auf Ermäßigung, die bis zu diesem Tage nicht eingegangen sind, werden daher nicht mehr berücksichtigt. Der bezgl. Antrag muß beim Vorsitzenden der Veranlagungskommission (Göbenstraße) oder in den Landkreisen beim Landrat schriftlich eingereicht werden, es ist daher Eile geboten. Diejenigen Steuerzahler, welche schon wegen zu hoher Veranlagung Einspruch oder Berufung gegen diese erhoben haben, brauchen keinen besonderen Ermäßigungsantrag mehr zu stellen, da ihre Verhältnisse bei Prüsung des Einspruchs oder der Berufung ohne weiteres mit berücksichtigt werden. X Kölner Festspiele. Frau Kammersängerin Marta LefflerBurckard ist heute morgen hier eingetroffen, um an den letzten Proben für die Fidelio=Aufführung teilzunehmen, in der sie die Leonore singt. Die Künstlerin, deren geniale, großzügige Isolde den Festspielbesuchern unvergeßlich ist, hat noch nie zuvor in Köln die Leonore gesungen. Der Aufführung, die, wie im Jahre 1905, unter Generalmusikdirektor Steinbachs Leitung steht, wird nicht nur die eigentliche Fidelio=Ouverture in-dur vorausgehen, sondern auch die große Leonoren=Ouverture Nr. 3. Die zahlreichen Proben des Kölner Männergesang=Vereins versprechen eine vollendete Wiedergabe der wundervollen, bekanntlich sehr schwierigen Gefangenenchöre; außerdem wird der Frauenchor durch Damen der obersten Chorklasse unseres Konservatoriums verstärkt. Wie im Jahre 1905, so singt auch diesmal Knüpfer den Kerkermeister. In der Rolle des Pizarro begegnet man einem ehemaligen Mitglied der Kölner Oper, dem stimmgewaltigen, heutigen Hofopernsänger Johannes Bischoff aus Berlin. Den Florestan gibt Kammersänger Knote aus München; die übrigen Rollen sind mit Claire Dux(Marzelline), Albert Reiß(Jacquino), und Liszewsky(Minister zweifellos hervorragend besetzt. Die Ausstattung im Bühnenbilde wie in den Kostümen hat verschiedene Umgestaltungen erfahren. A Im Erzbischöflichen Museum und zwar in der Thomaskapelle haben die hiesigen Bildhauer Böll und Polls einen für die Pfarrkirche in Aldenhoven bestimmten, aus Holz geschnitzten und gut polychromierten Seitenaltar gotischen Stils ausgestellt, welcher nach dem Entwurf des Diözesanbaumeisters Heinrich Renard angefertigt wurde. Die Hauptgruppe, welche die heilige Familie darstellt, ist flankiert von den Standbildern der h. Barbara und des h. Heinrich und bekrönt von einer kleineren St. Anna=Gruppe. Ebendasbst, jedoch im oberen Saale, hat Goldschmied Konrad Passavanti(Köln) die nach eigenem Entwurf frei aus der Hand in Kupfer getriebene, fein ziselierte, vergoldete und mit einem hübschen Eichenrahmen versehene vierte Station des Kreuzweges ausgestellt. Der hiesige Goldschmied August Wüsten brachte einen gotischen Kelch, dessen Fuß mit prächtigen Schmelzarbeiten geziert ist, sowie eine für ein Marienbild bestimmte silbervergoldete Krone in getriebener Arbeit zur Ausstellung. Ebendaselbst ist die Firma Schneiders& Schmolz durch Ausstellung eines den h. Markus darstellenden Fensters, welches für die Pfarrkirche zum h. Jakob in Aachen bestimmt ist, und zweier für Knechtsteden bestimmter Fensterteile, die Apostel Andreas und Jakobus darstellend, vertreten. Die hiesige Glasmalereianstalt L. Preckel hat ein von zwei Engeln flankiertes Bild des Gekreuzigten ausgestellt. Der Joologische Garten bietet auch in diesem Jahre seinen Besuchern wieder große Extra=Konzerte, die in den früheren Jahren eine starke Anziehungskraft besaßen. An schönen Sommerabenden ist ja gerade unser herrlicher Tiergarten ein angenehmer Aufenthalt. Am Donnerstag war das erste dieser großen Konzerte. Die Kapelle des Infanterie=Regiments Nr. 16 trat vollzählig auf. Herr Königl. Musikdirektor Beez hatte ein ausgezeichnetes Programm zusammengestellt. Ernste und leichte Musik waren entsprechend vertreten. Erwähnt seien vor allem die Polonaise von Chopin, mit der das Konzert eröffnet wurde, die Fantasie aus Samson und Dalila und die Tonbilder aus der Walküre. Im zweiten Teil des Programms kamen Liszt, Offenbach, Mendelssohn und Schubert zu Wort. Ein Walzer nach den Joh. Strauß'schen Motiven von Fetras komponiert, schloß das Programm recht gefällig. Zu den musikalischen Genüssen gesellte sich die Beleuchtung des Springbrunnens. Es ist ein hübsches Bild, das man immer wieder gern sieht, wenn die hohe Wassersäule abwechselnd in den verschiedensten Farben aus dem Dunkel der Anlagen anfleuchtet. Die Besucher waren durch die Darbietungen der Kapelle wie der Verwaltung des Gartens sichtlich befriedigt und wir sind überzeugt, daß gerade Sonderveranstaltungen dieser Art unserm Zoologischen Garten immer neue Freunde zuführen werden. Für nächsten Donnerstag ist wieder ein großes Sonderkonzert vorgesehen. * Die Erlaubnis zur Anlegung des Komturkreuzes mit dem Stern des kaiserlich österreichischen Franz Josephordens wurde dem Regierungspräsidenten Steinmeister erteilt, ferner wurde die Erlaubnis zur Anlegung des Sterns zum Komturkreuz des genannten Ordens erteilt dem Oberregierungsrat Fink und dem Polizeipräsidenten v. Weegmann. Te Dom Wetter. Starke Temperaturumschläge scheinen auch in diesem Sommer wieder nichts Seltenes zu werden. Während z. B. vorgestern bei sommerlich warmem Wetter das Thermometer bis auf 25 Grad Celsius stieg, trat in der folgenden Nacht eine starke Abkühlung ein und gestern früh verzeichnete man nur 10 Grad Wärme. Auch heute morgen war es bei Nordwestwind und bedecktem Himmel wieder herbstlich kühl. In den frühen Morgenstunden war es dabei etwas nebelig. Kalte Sommermonate sind in den letzten Jahren für unsere Gegend übrigens nichts Seltenes gewesen. So war der Monat Juni im Jahre 1884 besonders rauh und regnerisch und in den Jahren 1881, 1887 und 1893 konnte man im Juni als niedrigste Temperaturen—5 Grad Wärme feststellen. Solche Schwankungen in der sommerlichen Wärme haben sich zwar schon seit Jahrhunderten gezeigt, sind also nicht auf eine neuerliche Veränderung unseres Klimas zurückzuführen. Ist doch selbst noch Frost im Monat Juni eingetreten. □ Eine neue Automobilgasspritze, welche für die hiesige Berufsfeuerwehr versuchsweise in den Dienst gestellt worden ist, macht seit einiger Zeit Probefahrten durch die Stadt. Auf dem Automobilwagen können zwölf Feuerwehrleute Platz nehmen. Der Wagen ist von der Firma Braun aus Nürnberg. Die neue Automobilgasspritze führt stets in einem am vorderen Teil des Wagens angebrachten Kessel so viel Wasser bei sich, daß die Mannschaft des Wagens den ersten Angriff gegen das Feuer unternehmen kann, bevor noch die Hydranten mit den Strahlrohren aneinandergekuppelt sind und die Löschmannschaften in Tätigleit treten können. Das Wasser wird mit Kohlensäuredruck aus dem Kessel der neuen Automobil=Gasspritze gepumpt. 9. Fahrraddiebstähle. Gestern nachmittag wurde auf dem Hohenzollernring, an der Herwarthstraße, sowie in der Venloerstraße je ein Fahrrad gestohlen. a. Von einem Automobil überfahren wurde auf dem Salier= ring ein achtjähriger Junge und am Arm und Kopf schwer verletzt. Nachdem ihm von einem Arzt ein Verband angelegt worden war, wurde er in seine elterliche Wohnung geschafft.— Gestern nachmittag wurde auf dem Hansaring ein 13 Jahre alter Junge von einem Automobil überfahren und so erheblich am Bein verletzt, daß er nach dem Vinzenzhospital in der Eintrachtstraße gebracht werden mußte. Einbruchsdiebstahl. In der vergangenen Nacht wurde in einem Weißwarengeschäft in der Brabanterstraße eingebrochen und eine Anzahl bessere Stoffe usw. gestohlen. Vor einigen Tagen wurde in demselben Geschäft mittels Einbruchs für über 600 Mark Seidenstoffe gestohlen. Anfug. Gestern abend warfen in der Seyengasse mehrere halbwüchsige Burschen sich gegenseitig mit einer alten Kaffeekanne. Hierbei wurde ein vorübergehendes Mädchen am Kopfe getroffen; es erlitt eine klaffende Stirnwunde in der Nähe des Auges. Die Burschen machten sich nach dem Vorfall aus dem Staube. X vom Automobil überfahren. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurden am Hansaring in der Nähe des Museums zwei zehnjährige Knaben, die dort spielten, von einem herrschaftlichen Automobil überfahren. Einer der Jungen wurde schwer verletzt und mußte mittels Krankenwagens zum Hospital gebracht werden, während der zweite, der mit leichteren Verletzungen davonkam, mit dem Automobil nach Hause geschafft werden konnte. X Der Welt-Ainematograph(Schildergasse 72/74), hat in seinem Programm vom 17. bis inkl. 23. Juni wieder eine Reihe unterhaltender und belehrender Sachen eingestellt. Erwähnt seien die Dramen Seelenkonflikte und Der anonyme Brief, die Naturaufnahmen Arabische Pilgerfahrt und Nordeska Speelen. Die Industrieaufnahmen Seilerei läßt erkennen, wie ein Seil und aus diesem ein Kabel entsteht. Brand. Gestern abend entstand in einem Hause Im Ferkulum ein Kellerbrand. Die Feuerwehr beseitigte schnell jede Gefahr. □ Diebstähle. In einem elektrischen Lichtbad im westlichen Stadtteile wurden mittels Einbruchs eine Menge Schmucksachen, Kleidungsstücke, eine silberne Uhr usw. im Gesamtwerte von 1500 M. gestohlen.— In der Spichernstraße wurde einem Heilgehülfen ein Fahrrad gestohlen, an dem sich eine Tasche mit wertvollen Instrumenten für Fuß- und Handpflege befand. . Taschendiebstahl. Gestern abend wurde auf der Severinstraße einem Dienstmädchen im Gedränge das Portemonnaie mit 11 Mark Inhalt gestohlen. Bandwagendiebstahl. Gestern nachmittag wurde auf der Alten Mauer am Bach einem Händler ein Handwagen mit Lumpen gestohlen. Aus Köln-Riehl. Jünglings-Rongregation. Für alle katholischen Jünglinge unserer Pfarrgemeinde, soweit dieselben der Kongregation noch nicht angehören, dürfte der kommende Sonntag von besonderem Interesse sein. Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre, nachmittags 2½ Uhr die feierliche Aufnahme der neuen Mitglieder statt. Diejenigen Jünglinge nun, welche gewillt sind, sich in die Kongregation aufnehmen zu lassen, werden gebeten, am Sonntag nachmittag um obenangegebene Zeit pünklich sich in der Kirche einzufinden. Morgens 7 Uhr ist gemeinschaftliche hl. Kommunion und abends 7 Uhr Versammlung im Vereinslokal. Aus Köln-Deutz. 19 Gefährlicher Sturz. Gesternnachmittag fiel ein 10jähriger Knabe beim Spielen in den Wallgraben und erlitt erhebliche Armverletzungen, die seine Unterbringung ins Deutzer Hospital erforderlich machten. Aus Kalk. 1 Der Katholische Jünglings-Verein begeht am Feste seines Schutzpatrons des heiligen Aloysius die feierliche Aufnahme der neuen Mitglieder. Die Eltern der schulentlassenen Jünglinge werden hierauf besonders aufmerksam gemacht mit der Bitte, ihre Söhne in den Verein aufnehmen zu lassen. Am Sonntag, den 20. ds. Mts., findet in der St. Marienkirche in der hl. Messe um ½8 Uhr gemeinschaftliche hl. Kommunion statt. Nachmittags 5 Uhr ist Andacht mit Predigt und feierliche Aufnahme der neuen Mitglieder. * Auszeichnung. Dem Fabrikmeister Anton Heinen wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Sport. c. Caubensport. Die Königliche Fortifikation Köln ließ am Mittwochmorgen um.15 Uhr auf dem Exerzierplatz am Vorgebirgstor etwa 2500 Militärbrieftauben auffliegen. Es galt einen Konkurrenzflug um die goldene Staatsmedaille usw. Die aufgelassenen Brieftauben stehen der Königlichen Militärverwaltung zur Verfügung. Die Tauben, welche sich in 78 Körben befanden, flogen sofort in drei Schwärmen davon. Sie waren aus Süddeutschland, sowie aus Magdeburg zum Auflassen hierher gesandt worden. Da das Auflassen der Tauben unter Taubenliebhabern bekannt geworden war, so hatten sich trotz der frühen Morgenstunde viele Menschen auf dem Exerzierplatz eingefunden. von Nah und Fern. ∆ Münster, 18.Juni1909.(Eig. Drahtber.) Heute früh 6 Uhr überfuhr in der Nähe des Bahnhofes Dülmen der=Zug Berlin— Vlissingen einen Kutschwagen. Die Insassen, ein Mann und zwei Frauen, wurden getotet, ebenso das Pferd. Der Weichensteller, der, wie die amtliche Untersuchung ergeben hat, die Schranken nicht vorschriftsmäßig geschlossen hatte, ist sofort seines Dienstes enthoben worden. Handwerk und Gewerbe. 0 Die Kölner Wirteinnung hielt gestern nachmittag im Saale des Restaurants Riehlerhaus eine Generalversammlung ab, die an Stelle des verhinderten Obermeisters Urban Hr. Häusling leitete. Er gedachte in warmen Worten der großen Verdienste des verstorbenen Vorsitzenden der Innungskrankenkasse, Hrn. Pohl, der seit 1892 der Innung angehörte; weiter widmete der Versammlungsleiter einen Nachruf dem verstorbenen langjährigen Vorstands. mitgliede Hrn. Wilhelm Weißmantel und dem heimgegangenen Mitgliede Hrn. Otto Schaaf. Unter geschäftlichen Mitteilungen wurde ein Brief aus Düsseldorf verlesen, worin die Gründung von Einkaufsgenossenschaften für Wirtschaftsbetriebe empfohlen wird. Der Vorstand sei sich schlüssig geworden, sich in dieser Angelegenheit ablehnend zu verhalten; die Versammlung hatte hiergegen nichts einzuwenden. Der Vorstand der Wirteinnung hat neuerdings abermals eine Petition an den Regierungspräsidenten gerichtet, worin um Aufhebung des Branntweinverkaufverbots vor 8 Uhr morgens gebeten wird und zwar unter Anführung neuer Gründe. Der Regierungspräsident habe sich auf seinen ablehnenden Bescheid vom September 1908 berufen und erklärt, daß er keine Veranlassung habe, dem Gesuche näher zu treten, da sich die Verhältnisse seit September v. J. nicht geändert hätten.— Hr. Lülsdorf verwies auf die viele Chikane, denen der Wirt ausgesetzt sei und meinte, man müsse bei der Wahl der Vertreter zum Reichstag und Stadtverordnetenkollegium vorsichtig sein. Viele Kollegen hätten jahrelang um Erteilung der Konzession zu kämpfen. Jetzt sei der Amerikanische Vergnügungspark enstanden, wo gleichzeitig 17 Ausschankbetriebe eröffnet wurden; so werde den hiefigen Wirten von auswärtigen Unternehmern die Butter vom Brot geholt. Ein heftiger Kampf sei gegen die Kirmes= und Schützenfeste entbrannt; alle Kirmesfeiern des Stadtkreises seien auf einen Tag verlegt, um das Volk vor großen Geldausgaben zu bewahren. Der Amerikanische Vergnügungspark sei aber nichts anderes als eine permanente Kirmesveranstaltung. Auf diese Angelegenheit soll später noch zurückgegriffen werden. Hierauf wurden 14 neue Innungsmitglieder eingeführt. Als stellvertretender Obermeister wurde Hr. Anton Lülsdorf und an Stelle des letzteren Hr. Aug. Möller gewählt. Schenkwirt Georg Klein hat sein Geschäft niedergelegt und ist daher aus dem Vorstand ausgetreten. An seine Stelle wählte man Hrn. Louis Haas. Nach dem Bericht über das 19. Geschäftsjahr, den Hr. Rasquin erstattete, betrug die Mitgliederzahl am Schlusse des Geschäftsjahres 535. Das Vermögen der Innung stieg um 506 M. und betrug am 31. Dezember 1908 4914 M. Die Krankenkasse habe durch den Streit der Kassen mit den Aerzten sehr gelitten und hofft man nach Einführung der beschränkten Arztwahl stabilere Verhältnisse zu erzielen. Der Kassenbericht der Innung wies eine Einnahme von 5553,98., eine Ausgabe von 5329,22 M. auf, so daß ein Bestand von 214,70 M. verbleibt. In diesem Jahre findet der Bundestag deutscher Gastwirte in Darmstadt statt. Als Delegierte hierzu wählte man den Hrn. Stadtverordneten Joseph Comp und Anton Lülsdorf. Man beschloß das diesjährige 20. Stiftungsfest in kleinerem Rahmen zu feiern und das 25jährige Stiftungsfest feierlicher zu gestalten. Von einer Prämiierung der Angestellten für langjährige Dienste soll in Zukunft abgesehen werden. Es wurde gerügt, daß in den Bars bis morgens früh musiziert und sogar getanzt werde, während man es bei den Restaurationen sehr genau mit der Polizeistunde nehme. Aus Kölns Nachbarschaft. Rodenkirchen, 17.Juni 1909. Heute nachmittag um 3½ Uhr fiel das vier Jahre alte Söhnchen des Tagelöhners Karl Schäfer von hier, Barbarastraße 14 wohnhaft, in den Rhein. Der Knabe hatte mit seinem noch jüngeren Brüderchen an dem Geländer gegenüber der alten Kirche gespielt, war auf das Geländer geklettert und in den Rhein gefallen. Das jüngere Brüderchen eilte zu seinem Vater und machte diesem die Mitteilung; als dieser nun am Wasser eintraf, war es bereits zu spät. Trotz langem Suchen konnte das Kind nicht mehr gefunden werden. Marktpreise. g Köln. 18.Juni1909. Amtlicher Berieht der städtischen Markt verwaltung. Niedrigster und höchster Preis im Kleinhandel: Rindfleisch, von der Keule M..81-0,89, vom Bauch.64-0,74, Kalbfleisch von der Keule 0,84-0,95, Hammelfleisch von der Keule 0,91—.98. Schweinefleiseh von der Keule 0,99-.05,(alles einschl. Knoehenbeil.) Filet zu Beefsteak 0,00-.00, Speck, hies. geräuchert,.88-.90, gesalzen 0,00-0,00, Schinken, roh 0,,00 gekocht 0,00-.00, Zervelatwurst 0,00-0,00, Rindernierentalg 0,00-0,OO das Pfund. Hähne, alte,.65-—2,15, junge, 1,30-1,85, Hühner, alte,.70-.55, Hühner, junge. 1,40-.55, Tauben, alte,.30-.35, junge.50-0,60, lebend das Stück. Gänse, diesjährige, 0,95-1,05 das Pfund, Enten, diesjährige, 3,75-—4,80, Hähne, alte, 1,70-.30, junge 1,45-.10, Hühner, alte, 1,75-.80, Tauben, alte, 0,30-0,35, junge,.50—0,70, geschlachtet das Stück. Hechte 1,00-1,10, Barsche 0,70-0,90, Schleie 0,90-1,30, Brasse(Bleie) .70, Aale 1,00-1,40, Karpfen.10—.20, Barben.00, Rheinsalm.50 .50 lebend das Pfund. Kabeljau, Nordsee 0,20-.25, Sehellfische, Nordsee, grosse.35-.45, mittel.30, klein.20, Seezungen 1,40-1,70, Rotsungen.50—0,65, Schollen 0,40-.50, Steinbutten 0,90-1,10, Heilbutten.60—0,80, Sechechte 0,50—0,70, Zander 0,90-1,10, Aale 1,00, Schleie 0,70. Karpfen.80 das Pfund. Bückinge, Rohesser 0,05-.06, Heringe, Salz 0,05-.06 das Stück. Molkereibutter 1,30-.40, Kochbutter.15—.20, Landbutter.25—1,35 das Pfund, Landeier, frische, 2,00-.25 die 25 Stück. Schweizerkase 1,00—1,20, Holländer 0,70-1,00, Tilsiter 0,85-0,90, Edamer.80-0,90, Limburger.50-.55 das Pfund, Mainzer 0,05. Camembert.40-.45 das Stück. Aeptel, austral. Ess-.50-0,60, Kirschen, süsse, hiesige 0,25-.35, franz. .25-0,30, ital. 0,30-0,40, Erdbeeren, inl. 0,45-.55, ausl..35-.50 Stachelbeeren 0,15, Aprikosen, ausl..55-0,65, Bananen.25 das Pfund. Wirsingkohl, inl..12-0,15 das Stück, Spinat 0,10 das Pfund. Stielcher .04 das Gebund. Kohlrabi, Ober-.05-0,06 das Stück, Rüben, rote (Karotten), junge.05.06, Mohrrüben, junge 0,04-0,05 das Gebund, Petersilie 0,10 eine Portion, Sellerieknollen, junge, 0,05-0,07 das Stück. Radieschen, inl. 0,04, Schnittlauch 0,03 das Gebund, Zwiebeln, äyypt., .12-0,15 das Pfund, Rhabarber.05 das Gebund. Spargel, Gemüse.50.55, Suppen-.25-0,30 das Pfund. Gurken, engl. O,18-.25, holl. I.15.20, II 0,15, III 0,10 das Stück. Fruchtpreise. K Köln, 18. Juni 1909. Fruchtmarkt. Heu, Luzerne, M..50—10,00 Wiesenheu M.50-.50, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,50—5,00. Krummstroh und Pressestrob.50-4,00 die 100 Kilo. Neuse, 18.Juni1 909. Weiren Roggen Hafer 1. Sorte M. 00,00 „ 26.50 „ 24.50 " 19.50 " 18.50 " 18.40 „ 16,90 15.40 Gerste Kartoffeln Heu Luzernehen Krummstroh Breitdruschstroh Kleie M. Eier 100 Stück M.—. 1. Sorte M. 00.00 die 100 Kilo M..80—4,00 M..20—.60 8 88 die de Küo 20,00 die 500 Kilo .20 die 50 Kilo M. Mutmaßliche Witterung für den 19. d..: Zunächst noch kühl bei nordwestlichen Winden. Wasserstand am 18. Juni 1909. Mannheim, 8 vorm.,.17—0,30 m1 Köln, 11 vorm., 2,75--0,12 m Cand. 9 vorm., 2,70—0,17 m Wesel, 9 vorm., 1,41-·0,53 m * Wasserwärme am 18. Juni, morgens 11 Uhr: 15° C. Kölner Lecal-Auzeiger Nr. 165 8 Freitag. 18. Juni 1905. Seité 9: Zu vermieten Sparkasse der Stadt Cöln. I. Hypotheken provisionsfreizu mäßigem Zinsfuss. Auskunft Portalsgasse!(Sparkasse) und Portalsgasse 2, II, Zimmer 11. kl. Anbauzimmer an 1 oder o Personen zu vermieten. Probsteigasse 31. Enfach möhl. Wohn= u. Schlafzim. u. 2 möbl. Mansarden u vermieten. Probsteigasse 31. schöne luft. Mansarden an Fruhige Leute zu vermieten. Bescheid Schillingstr. 11, part. als I. Hypotheken 9000 K. und 5000 vom Selbstdarleiher auf gute Objekte in einem IndustrieOrte in der Nähe Kölns. Offerten unter 1754 an die Expedition dieses Blattes. Zimmerw., abg. 4. Et., an 2 Hersonen in bess. Hause zu verm. Hochstadenstr. 30, II. 3000 Mark an 2ter Stelle auf ein Geschäftshaus in der Altstadt gesucht. 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Das Schicssen findet statt: I. Für Jünglinge, 15 bis 20 Jahre, einschliesslich: Stand IV Entfernung 200 Meter, liegend aufgelegt, 3 bis 5 Uhr nachmittags, Gewehre frei. Patrone 10 Pfg., Schusskarte 3 Schuss 25 Pfg. ohne Erneuerung. II. Für Männer: a) Entfernung 200 Meter. Stand III: 3 bis 7 Uhr nachmittags, Stand IV: 5 bis 7 Uhr nachmittags. b) Entfernung 300 Meter. Stand I, 3 bis 7 Uhr nachm. Schiessbedingungen auf a. und.: 1. stehend freihand, 2. kniend, 3. liegend freihand, auf Stand IV, Gewehre M 88 frei, Patrone 10 Pfg. Für jede Redingung nur eine Schusskarte zu 5 Schuss 50 Pfg., ohne Ernenerung. Mitglieder der Kriegerschützen-Vereinigung und deren Jugend-Abteilung lösen keine Festkarte. Nichtmitglieder, Jünglinge zahlen für Festkarte 75 Pfg., Männer.50. Eigene Armecgewehre und Patronen können benutzt werden. Mitglieder-Einzeichenliste für die Kriegerschützen-Vereinigung, Jahresbeitrag 3M, und für die Jugend-Abteilung, Jahresbeitrag 2M. liegt in der Geschäftsstelle Gürzenich Martinstr. 33, Bier-Restaurant, auf. Schiesstage sind ausser dem bereits festgesetzt: 18. Juli,., 15., 29. August, am 5. September Prämienschiessen. 3 Sonntag, den 20. Juni 1909 nachmittags von 5 Uhr ab: „Altkölnische Kirmesfeier“ in den Gartenanlagen und sämtlichen Räumen unseres Gesellschaftshauses mit anschliessendem Fest-Ball. Fremde können durch Mitglieder der Gesellschaft eingeführt werden. Hierfür werden von Donnerstag ab auf dem Bureau besondere Karten ausgegeben. Bei ungünstiger Witterung findet die Festlichkeit in den Sälen statt. 9 Neubearbeitung von„Die braven Lumpen“. Bauernkomödie mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Hans Werner-Holzmann. In Vorbereitung: Der Meineidsbauer. Karten-Bestellungen durch Fernruf 3712. Sand 2 2 Cily-Hotel Fernsprecher 5347. Köln, Bahnhofstr.-3. Vorzügliche Küche. 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