Bezugs-Preis, mit Sonntagsbeilage Colonia, durch die Crägerinnen wöchentlich 10 Pfg., monatlich 40 Pig. Anzeigen-Preis: 15 Pfg. die einspaltige Zeile(letzte Seite 18 Pfg.). Kölner Stellen= und Arbeits=Gesuche sowie MietAnzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pig. die Zeile. Auswärtige Anzeigen 20 Pig.(letzte Seite 25 Pig.). Reklamen 50 Pfg. für hiesige, 60 Pfg. für auswärtige. Offerten-Annahme 25 Pig. Postpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), M..—(2 Mon.). M. 0,50(1 Mon.). Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme Marzellenstrasse 37. General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt.* Kölner Fremdenblatt. Nr. 3. 23. Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln, Sonntag, 3. Januar 1909. Redakt.: 5231, 5232, 5233, 5234. Heute 12 Seiten. Erdbeben in Süditalien. * Palermo,.Jan.1909.(Drahtb.) Ein Spezialkorrespondent der Ora schreibt seinem Blatte: Der Brand in Messina ist nun bewältigt. Der seit drei Tagen niedergehende Regen hat die Straßen überschwemmt und unwegsam gemacht. Die großen elektrischen Scheinwerfer der Kriegsschiffe beleuchten nachts die düsteren Stätten. Von Zeit zu Zeit hört man Schüsse, welche die Polizei und Soldaten auf hungrig umherlaufende Hunde abgeben. In Taormina saus dem endlich eine Nachricht kommt, welche die von verschiedenen Zeitungskorrespondenten behauptete Zerstörung des Ortes widerlegt,] bildet sich ein Komitee der fremden Kolonien, das sich zum großen Teil aus deutschen und englischen Frauen zusammensetzt, die sich für das Hilfswerk zur Verfügung stellten. X Palermo,.Jau.1909.(Drahtb.) Aus Messina wird gemeldet, daß das Königspaar noch in den Gewässern von Messina verbleibt. Gestern beabsichtigte es, bei Reggio an Land zu gehen, doch machte die bewegte See die Landung unmöglich. Ein Major wurde am Donnerstag bis zur Hälfte und am Freitag früh ganz ausgegraben. Er hatte selbst gebeten, die Arbeiten während der Nacht einzustellen. Gestern wurde ein Kind gerettet, das in bloßem Hemd vier Tage auf einem Quadratmeter nicht eingestürzten Fußboden zugebracht hatte. * Oalermo,.Jan.1909.(Drahtbr.) Die hiesige deutsche Kolonie hielt eine Versammlung ab, um über die Unterstützung der Opfer der Katastrophe zu beschließen und setzte ein Komitee unter dem Vorsitze des deutschen Konsuls Hr. Freiherrn v. Schauenburg ein. Man beschloß ferner, Liebebgaben aller Art im deutschen Konsulat abzugeben. * Neapel,.Jan.1909.(Drahtbr.) Der Reichspostdampfer Bremen des Norddeutschen Lloyds, der aus Australien heimkehrt und gestern abend in Neapel eingetroffen ist, landete dort sechshundert Flüchtlinge von Messina. * Konstantinopel,.Jan.1909.(Drahtb.) Die Jeni Gazetta fordert zu Sammlungen für Sizilien auf, die das Blatt selbst mit 500 Franks eröffnete. Der Sultan spendete für diesen Zweck 1000 Pfund.— Nach einer Meldung der Jeni Gazetta geht zunächst ein türkischer Kreuzer zur Hülfsaktion nach Sizilien ab. Gestern hat der Großwesir persönlich dem italienischen Botschafter seine Teilnahme ausgedrückt.— Das hiesige Voykottsyndikat kondolierte telegraphisch an den italienischen Minister des Innern. Feuilleton des Kölner Local=Anzeiger. 3. Jal. 1909. e Wenn die Glocken läuten. [161 Erzählung von A. von Hahn. „Geh fort, Christl, geh,— laß mich allein mit ihm,— er wird mir nichts tun,“ sagte er hastig.„Geh, such den Förster auf— ich komm dir gleich nach— ich will nur ein Wort mit dem Müller allein sprechen. So geh doch, Dirn,“ setzte er fast heftig hinzu—„es ist keine geringe Sach.“ Zögernd folgte sie dem Befehl und ging ein paar Schritte unentschlossen weiter. Da kams ihr ein, das sie am besten tat, den Pflegevater und Hans herbeizurufen, dann geschah dem Franz sicher nichts. Weit konnten die beiden ja nicht sein. Schnell eilte sie vorwärts und sah die Gesuchten auch wirklich bald in kurzer Entfernung vor sich auftauchen, während sie den Müller noch laut und mit dem Ausdruck unendlicher Seelenqual rufen hörte: „Verzeihen mußt mir, eher laß ich dich nicht! Du bist der Friedebert und Gott hat dich herbestellt, daß du mir zum Weihnachtsläuten den Frieden wiederbringst, den du mir gestohlen hast! Warum hast's denn getan, warum hast mir die Dirn nehmen wollen? Schau an, jetzt bin ich so elend geworden, nichts ist mir geblieben, nichts,— das Unglück ist mir nachgeschlichen, auf Schritt und Tritt, und zuletzt hat mich gar mein Weib in den Abgrund gestoßen. Und jetzt, wo ich tot bin, willst mir auch noch nicht die Ruhe geben, daß ich umhergehen muß, wie ein Lebendiger und die Erde mich nicht haben will—“ Schau,— der Franz ist bei dem Müller, er wird ihm was ##tun—“ mit diesem Ausruf langte Christl atemlos bei den beiden an und wies in den Wald zurück, aus dem die Stimme noch immer herüberschallte. Sie erklärte das Erlebte in kurzen Worten, ###worauf der Förster ihr befahl, in die Mühle zu gehen, er wollte ### sie später dort abholen, dem Franz würde nichts geschehen. Dann ging er eilig in der angedeuteten Richtung hin. Beruhigt trat Christl den Weg an. Wenn der Pflegevater es ist vielfach in der italienischen Presse voreilig der Vulkanismus angegeben worden. Es liegt ja allerdings nahe, die drei Vulkane verantwortlich zu machen, die in mehr oder weniger großer Nähe des Erdbebengebietes liegen, und es ist auch bequem. Ein englischer Bericht aus Messina behauptete kurzweg, das Entsetzen der Einwohner Messinas an dem dunklen Morgen des Unglücksmontags sei während des Erdbebens noch vermehrt worden durch einen Ausbruch des Aetuas. Abgesehen davon, daß der Aetna um jene Zeit gar keine außergewöhnliche Tätigkeit zeigte, steyen der Behauptung des Berichtes psychologische und meterologische Gründe entgegen. In den furchtbaren Sekunden des Zusammensturzes aller Gebäude war die Aufmerksamkeit der noch mit dem Tode verschonten Opfer so ausreichend von der allernächsten Umgebung in Anspruch genommen, daß sie sich um den Aetna wenig gekümmert haben werden. Kann man ferner den Aetna wegen der vorspringenden Küstenhöhen von der Stadt Messina aus schon nicht sehen, so ist das auch auf die Entfernung von dort zum Berge bei einem solchen Regenwetter, wie es zu der betreffenden Zeit herrschte, ganz unmöglich. Nun meldet auch das Observatorium in Catania unter dem 31. Dezember:„Ein bulkanischer Ursprung der Naturereignisse ist ausgeschlossen.“ Prof. Martinelli in Rom bezeichnet gleichfalls das Erdbeben als nicht vulkanisch, da die Vulkane der Gegend nicht viel Tätigkeit zeigen, es sei tektonisch. Diesem Gutachten wohnt mehr Gewicht inne als der Meinung des phantasiereichen Camillo Flammarion, der sich dahin vernehmen läßt, je ruhiger die Vulkane schienen, desto kräftiger ergössen sich deren feuerflussige Massen in die Tiefen der Erde und veranlaßten dann die Erschütterungen. Darin dürfte Flammarion allerdings Recht behalten, daß es mit den Erschütterungen noch nicht zu Ende ist. Andere haben das sofort gesagt und auch Recht behalten. Denn den ersten furchtbaren Erschütterungen sind neue, zum Teil weiter hinaus, wie bis Syrakus, wirkende, aber wohl aus demselben Zentrum stammende, gefolgt. Wie die genannten beiden italienischen Gelehrten sagt auch Professor Sueß in Wien, eine anerkannte Autorität, die Erdbeben in Kalabrien seien Senkungen zuzuschreiben, die vulkanischen Ausbrüche seien nicht die Ursache dieser Senkungen, son ern die Folge derselben. Die Liparischen Inseln bestehen aus Vullanen, unter denen sich der heute noch tätige Stromboli befindet, und diese sind umgeben von einer bogenförmigen Bruchlinie, welche aus der Gegend von Cautanzaro, südlich von Messina, zum Aetna und weiter nach Westen läuft. Dieses ganze Stück Landes, dessen Zentrum die Liparen bilden, ist seit einer längeren Zeit fortwährend den größten Erschütterungen ausgesetzt, und es sind immer mehr oder weniger dieselben Orte, die in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Bogentinie hat einen Radius von beiläufig 90 bis 100 Kilometer. Das valikanische Kap, Scilla und das peloritanische Gebirge bei Messina liegen innerhalb dieser Bogenlinie. Man hat sich vorzustellen, daß in dem durch diese Linie abgegrenzten Raum die Erde sich schüsselförmig einsenkt. Diese Einsenkung schreitet fort, weshalb die dortige Gegend noch weiteren ähnlichen Katastrophen wie diejenige vom 28. Dezember, ausgesetzt bleibt. Für einen späteren, ungewissen Zeitpunkt stellt Prof. Sueß in Aussicht, daß die niedrigen Gneisgebirge des vatitanischen Vorgebirges, die Granitberge bei Scilla und ein großer gesagt, geschah Franz gewiß nichts, das wußte sie, und das so jäh unterbrochene Glücksbewußtsein trat wieder sein Recht an. #### beflügelten Schritten eilte sie den Weg entlang. Jetzt hielt sie's nicht länger, jetzt mußte es die Marie erfahren, zu einem mußte sie sich aussprechen, wenn ihr das Uebermaß der Seligkeit nicht die Brust sprengen sollte. Gerade kam Marie durch die Tür, als Christl vor dem Hause anlangte. In stürmischem Jubel fiel sie der Freundin um den Hals. „Denk an, Marie, er liebt mich!“ jauchzte sie auf.„Sag an, ist's denn möglich, daß ich glücklich sein kann? Denk an, er liebt mich!“ „Wer liebt dich?“ fragte Marie mit einer Leidenschaftlichkeit, die zu ihrer sonstigen Ruhe in gar rein Verhältnis zu bringen war. Es war ihr plötzlich der Gedanke gekommen, Christl könnte von Hans sprechen, von dem sie wußte, daß er nach dem Forsthaus gegangen war, und ein fast wilder Zorn und Wiverstand bäumte sich dagegen in ihrem Herzen auf. Schnell aber hatte sie sich auch gefaßt. Was wollte sie denn? War es denn nicht ihr heißer Wunsch, daß Hans ginalich wurde, und war sie denn nicht entschlossen, mit allen Kräften dafür einzutreten? „Franz liebt mich!“ kam es in heller Glückseligkeit von Christls Lippen und sie umhalste Marie aufs neue. In ihrem Ein erbarmungsloser Keind heißt der neue Roman, mit dessen Abdruck in Nr. 5 des Kölner Local=Anzeigers begonnen wird; es ist eine freie Bearbeitung nach dem Englischen von Klara Rheinau. Abenteuer reiht sich an Abenteuer, überall lauert der geheimnisvolle, erbarmungslose Feind auf seine Opfer— die Mitglieder einer englischen Kapitäusfamilie. Für die langen Winterabende glauben wir damit unsern Lesern eine spannende Unterhaltung zu bieten. Teil des peloritanischen Gebirges unter dem Meere begraben werden. Die Straße von Messina wird erweitert sein— sie soll belanntlich schon seit Montag ihre Gestalt verändert haben— und von der heute noch aus den Trümmern erkennbaren Umgebung jüngerer Gesteine des Apennin wird höchstens ein vereinzeltes Bruchstück aufragen als das östliche Vorgebirge der wesentlich verkleinerten Trinacria. Durch denselben Vorgang hat sich Sizilien von Nordafrika losgelöst. Professor Uhlig in Wien weist darauf hin, daß in der nächsten Zeit noch Stöße nachfolgen werden, die sogenannten Nachbeben, die glücklicherweise fast niemals die Intensität des Hauptstoßes erreichen. Einige Nachbeben sind, wie gésagt, bereits erfolgt. * Rom,.Jan.1909.(Drahtber.) Ministes Orlando übersandte dem Ministerpräsidenten Giolitti folgende Depesche aus Messina: Gestern sind die Arbeiten zur Organisation des Hülfswerks trotz des schlechten Wetters gur fortg#eschritten. Die Ausdehnung des Unglücks macht ein planmäßiges Nachforschen unter den Trümmern unmöglich. Trotzdem werden beständig Verwundete aus den Schuttmassen hervorgezogen, welche nach den Verbandsplätzen geschafft und dann zu Schiff weitertransportiert werden. Man bemerkt immer noch einzelne Erdstöße. An mehreren Punkten ist das Feuer noch nicht gelöscht. Mehrere russische und englische Schiffe, sowie ein deutsches Schiff beteiligen sich mit unermüdlichem Eifer an dem Rettungswerk. Der uverlebende Teil der Bevölkerung begibt sich zum Teil auf dem Landweg oder mit der Eisenbahn nach Catania, wo sie in bereitstehenden Schiffen weiter fahren. An Wasser herrscht großer Mangel. Auch in anderen Gemelnden an beiden Küsten der Meerenge herrscht Mangel an Wasser. Auf Grund mehrfacher Nachforschungen wird versichert, daz erheblich mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter den Trümmern begraben liegt, darunter die Deputierten von Messina, Arigo, Vulce, Nicolas und Oroles. Hunderte von Verbrechern wurden verhaftet. Die Soldaten haben die strengsten Befehle zur Aufrechterhaltung der Ordnung erhalten. Außer Lebensmitteln sind Schiffe zur Fortschaffung der Ueberlebenden notwendig. Heute morgen ist der König wieder in Messina an Land gegangen, um die Kusten und die zerstörten Verteidigungswerte zu besichtigen. Am Nachmittag besuchte er die Dörfer in der Richtung nach Faro, die alle schrecklich verwüstet sind, und wandte sich dann den südlicher gelegenen Ortschaften an der Küste zu, die weniger gelitten haben, wo aber auch das größte Elend und größte Hülfsbedurftigkeit herrschen. 2— Rom,.Jan.1909.(Eig. Drahtber.) Papst Pius X. stifteie nicht, wie die Agencia Stefani meldet, 100000 Lire, sondern eine Million und läßt ein Hospital mit 400 Betten errichten. * * Schreckliches Elend. Der Korresvondent des Corriere della Sera in Mailand, der die 35 Kilometer lange Strecke von Bagnara bis Reggio zu Fuß zurücklegte, berichtet, daß da, wo die Eisenbahn zerstört wurde, Verwundete und Verschüttete vergebens um Hülfe flehen. Längs des Weges ist die Luft verpestet durch verwesende Leichen, und Fäulnis ergreift die Verwundeten. In Bagnara werden Rebenmesser zu Operationen verwandt. Weiter Freudenrausch es gar nicht merkend, wie seltsam sich die Freundin ihrem Jubel gegenüber verhielt. Marie hatte die Augen zugedrückt,— einen einzigen Augenblick gönnte auch sie dem dürftigen Glücksgefühl, daß das Gefürchtete und doch Ersehnte noch nicht geschehen war, daß ihr Hans noch angehörte, noch nicht ganz und auf ewig verloren war. Aber auch diese Regung unterdrückte sie tapfer und richtete sich energisch auf. Jetzt mußte sie für ihn kämpfen, für ihn und auch für Christl. Je eher die arme Dirn aus ihrem Traum erweckt wurde, um so weniger schwer würde ihr das Vergessen sein. „Weiß der Förster und die Miezl schon darum?“ fragte sie mit versagender Stimme, jetzt doch vor ihrer Aufgabe erschreckend, als sie in Christls schimmernde Augen blickte, die einen Himmel von Glückseligkeit ausstrahlten. ##en— er hat's mir grad eben erst gesagt—“ jauchzte Christl atemlos,„denk an, im Wald— wir waren ganz allein— ach, Marie, wie bin ich glücklich!“ Wieder warf sie sich stürmisch an der Freundin Brust. Marie erfaßte es plötzlich wie Zorn und Verzweiflung. Zorn, daß es nicht sein durfte, was io jubeld aus Christls Herzen sprach, und Verzweiflung, daß sie die Zerstörerin dieses Glücks sein sollte. Fast heftig schob sie die Freundin von sich.„Freu dich doch nicht,“ stieß sie rauh hervor.„Es darf ja doch nicht sein— kann nicht sein— ach, Christl—“ „Was kann nicht sein?“ fragte Christl, jetzt doch vor Maries Wesen erschreckend und sah sie ungläubig an.„Rleosr von mir und dem Franz?“ Marie nickte, während ihre Hände sich krampfhaft ineinander schlangen.„s kann nicht sein, kannst's glauben,'s kann nicht „Warum? Bin ich denn so garstig— oder weil ich arm bin und er reich? So red doch!“ stieß Christl heftig hervor. „Was Schreckliches steht zwischen euch,“ sagte Marie tonlos mit versagender Stimme. „Meinst den Mord?— Der Vater selig ist doch freigesprochen worden—“ „Ja— aber—“ „Was aber?“ 8 Seite 2. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 3&a Sonntag, 3. Januar 1909. südlich läßt man Zerquetschte liegen. Der Hunger ist gräßlich. Diebesbanden streifen umher. Hunde zernagen die Leichen. Die Verzweiflung ist unbeschreiblich. In Reggio liegen 20000 Tote; die paar Ueberlebenden hausen in einem Eisenbahnzug. Es regnet in Strömen. Gesindel stiehlt alles und schießt auf Polizisten. Bloß das Bahngebäude steht noch. Während dies geschrieben wurde, heulte nebenan eine Menge um Fülfe. Eine unbeschreibliche Marter! „Nie soll Reggio wieder aufgebaut werden!" riefen alle. Aus Messina lautet der Schrei:„Denen, die noch Schädel und Gliedmaßen ganz haben, ist das Herz gebrochen. Nichts regt uns mehr auf; wir sind keine Menschen mehr!" Marodeure vom Lande berauben die Leichen und dringen in die Häuser ein. Es regnet auch hier in Strömen. * Deutsche Hülfe.(Drahtber.) Berlin,.Jan.1909. Von den beiden im Mittelmeer befindlichen Kreuzern liegen folgende Nachrichten vor. Die Hertha telegrahierte aus Messina, daß sie am 2. Januar früh mit einem Verwundetentransport in Neapel eintreffen werde. Die Viktoria Luise ist am 1. Januar von Alexandria in Korfu eingetrossen und nach Empfang einer Order noch in der Nacht zum 2. Januar nach Messina in See gegangen. * Die ersten Augenblicke des Schreckens schildert der Arzt Rossi, der aus Messina in Palermo eingetroffen ist, in der Ora: Ich war schon halb angekleidet, als plötzlich ein furchtbares Getöse durchs Haus ging. Es folgte ein Sausen wie von einem vom Sturmwinde gepeitschten Regenstrom und ein Zischen von ins Wasser getauchten glühenden Eisenstangen. Das Bett, auf dem ich sitze, steigt gegen die Wand. Ich stürze aus Fenster und sehe Dächer, Schornsteine, Balkone sich gegeneinander neigen. Kurz entschlossen, binde ich an das Balkongitter ein Seil und lasse mich mit meiner Mutter und meiner Schwester, die mir um die Schuttern hängen, herab. Ein Soldat konmt des Weges und hilft uns durch eine dichte Staubwolke auf einen freien Platz.„ Das Haus bricht hinter uns zusammen. Auf dem Platze stehen einige Offiziere und Solbalen. Sie sehen das Rathaus, den Tom, die Spitäler des Postamt, die Börse enstürzen. Es kommt eine Patrouille mit zwölf Verwundeten, sie bitten um einen Trunk. Mit Hülfe eines Offiziers brechen wir die Türe eines Pavillons auf, nehmen ein paar Flaschen Mineralwasser, laben die Durstenden und eilen weiter. Vor dem Dom lagern hunderte halbnackter Menschen, von der Kirche ist nichts übrig als zwei Wände des Glockenturms. Nach wenigen Minuten liegen auch diese neben den andern Resten der Kirche. Der Abgeordnete Fulci kommt mit stierem Blick auf mich zu und schreit: Doktor, retten Sie meinen Bruder! Er deutet auf einen Steinhaufen, aus welchen schwache Hülferufe hervordringen, es ist Nikolo Fulci, ein Balken hat sich quer über ihn gelegt und ihm das Leben gerettet. Wir graben ihn vorsichtig aus und laben ihn so gut wir können. Das Schauspiel um uns ist fürchterlich, überall Jammernde, Schwerverwundete, Leichen, blutige, zersetzte, zuckende Gliedmaßen. Die Wasserleitung ist geborsten und das Trinkwasser der Zieybrunnen, das Wasser, mit dem wir uns den Gaumen befeuchten und vom Staub befreien, schmeckt salzig, weil der Erdboden sich gesenkt hat. Ich geleite 50 Verwundete, die mir von einem Offizier übergeben werden, an Bord des Dampfers Ebro, während eine Horde von 5= bis 600 nackten Menschen die Magazine des Zollamtes stürmt. Die Finanzsoldaten schlagen und schießen in die Menge hinein, der Haufen wälzt sich kreischend fort, 30 Menschen liegen in Todeszuckungen auf der Erde. Der Dampfer fährt ab, und in demselben Augenblicke zischen da und dort aus den in schwarzen Staub gehüllten Trümmern grelle Feuerzungen auf. In wenigen Minuten ist der Himmel über der Stadt blutrot gefärbt, während im Osten über den Bergen von Reggio heiter und rosig der Tag anbricht. Gerichts=Verhandlungen. V Rein unlauterer Wettbewerb. Polsterei=Eheleute betrieben hier ein Möbelgeschäft; in den Anzeigen,„mit denen auf das Geschäft hingewiesen wurde, hieß es: „Der Verkauf unserer Möbel ist ein unbedingtes Muß; große Gelegenheit für Brautleute; nie wiederkehrend, spottbillig; aus bestimmten Motiven besonders preiswürdig; umzugshalber usw.“ Das Schöffengericht verhängte 50 bzw. 10 M. Geldstrafe. Man hielt in dieser Instanz für nachgewiesen, daß Möbel, die für 450 M. statt für 550 M. offeriert worden sind, auch anderwärts zu diesem Preise erhältlich seien. Dieses Erkenntnis fochten die Angeklagten in der Berufung an. Sie bestreiten jegliche unrichtige Angabe; sie hätten nnn D CD □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ Durch das Trägerpersonal wird heute und die nächsten Tage der Bezugspreis des Kölner LocalAnzeigers für den Monat Januar erhoben. Man wolle denselben O nur gegen Quittung O entrichten. □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ OMNNGGG billiger verkauft, weil sie hätten ausziehen müssen; am 17. des Monats sei noch nicht die zum ersten fällige Miete bezahlt gewesen; es sei also der Hinweis auf einen Umzug ganz berechtigt. Ein Schreinermeister gibt an: Ich bin durch das Gebaren der Angeklagten schwer geschädigt, denn auf die Anzeigen liefen die Leute hin und meinten, sie bekämen etwas geschenkt. Der Zeuge schickte dann einen jüngeren Mann in das Geschäft, den man für einen Heiratskandidaten halten konnte. Er fand drei Zimmereinrichtungen und einige einzelne Möbelstücke vor. Einem Schreiner erzählte die Frau des Polsterers, ihr Schwager habe ein Möbelgeschäft. dem sie 2000 M. für Wechsel schuldeten und sie müßten auch sonst 4000 M. beischaffen. Der Verteidiger plädierte auf Freisprechung; es liege nur Reklame vor, ohne die man im modernen Leben als Geschäftsmann nicht auskommen könne. Das Gericht erkannte auf Freisprechung, da Strafbares nicht vorliege; anstößig sei nur der Hinweis auf den Umzug, der aber nach Lage der Sache bis zu gewissem Grade berechtigt gewesen sei. Ein Milchwässerer. Der aus Köln=Niehl gebürtige Milchhändler Johann Beckulin zu Köln, einmal wegen Wässerung der Milch mit 100 M. vorbestraft, hatte am Schöffengericht einen Monat Gefängnis erhalten, weil er abgerahmte Milch verkauft hatte; er erübrigte pro Woche sechs Pfund Butter, machte also einen netten Nebenverdienst. Die zweite Instanz hielt vierzehn Tage Gefängnis für ausreichend. 0 Hoteldieb. Der 23jährige Gelegenheitsarbeiter Joseph Meyer hat schon sechs Jahre Freiheitsstrafe verbüßt; neunmal ist er wegen Diebstahls und Hehlerei bestraft, und spielte in der Verhandlung vor der Strafkammer zuerst den Taubstummen, als aber sein Verteidiger ihm sagte, er habe ihn doch instruiert, redete er wie ein Wasserfall; am 7. November durchsuchte Meyer in einem Hotel in der Friedrich Wilhelmstraße heimlich die Zimmer. Am Hof wurde er vor einem erbrochenen Koffer mit einem Eisenhaken und einem Glaserdiamant angetroffen; wenn er nicht stahl, bettelte er. Im Gefängnis demolierte er, in die Einzelhaft gebracht, die ganze Zelle. Das Urteil war ein Jahr Zuchthaus. Aus der Stadtverwaltung. * S t a d t v e r o r d n e t e n- V e r s a m m l u n g. A u f d e r T a g e s o r d n u n g der am Donnerstag, den 7. Januar stattfindenden Sitzung stehen u. a. folgende Punkte: Einführung des Hrn. Stadtverordneten Falk; Antrag Kausen betreffend die Umsatz= und Wertzuwachssteuer; Anträge Joesten und Gen. betr. die städtischen Straßenbahnen; Pflasterung eines Zuganges zur St. Annakirche; Antrag Bank und Genossen betr. Errichtung von Berufsfeuerwehren in den Vororten; Vorentwurf für eine 16klassige Volksschule an der Lohrbergstraße anstelle einer 6klassigen am Duffesbach=Scherfginstraße; Errichtung neuer Lehrstellen an den Völksschulen Ostern 1909; Straßenbenennungen, Parallelstraße südlich vom Grembergerweg: Westerwaldstraße; Straße von der Platen- zur Leyendeckerstraße: Thielenstraße; Platz an dieser Straße: Thielenplatz; Straße von diesem Platz zur Subbelratherstraße: Intzestraße; Antrag Wiethoff betr. frühzeitigere Oeffnung des Hohenstaufenbades. * Der Beginn der Badezeit. Herr Stadtverordneter Wiethoff hat an den Herrn Oberbürgermeister folgenden Antrag eingereicht: Unterzeichneter bittet auf die nächste Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung den Antrag zu setzen: 1. Die Verwaltung wird um Auskunft gebeten, ob es nicht möglich ist, dem Wunsche zahlreicher Petenten entsprechend, den Beginn der Badezeit von 7¼ Uhr auf 7 Uhr zu verlegen. 2. Die Verwaltung wird gebeten, dem Wunsche vieler Bürger entsprechend, die Anstalt 10 bis 15 Minuten früher zum Schutze der Wartenden zu öffnen. Gesellschafts= und Vereinsleben. 6 Der Pfarrverein St. Michael veranstaltet am Montag, den 4. d.., abends 8½ Uhr, im großen Saale des Edengartens eine Weihnachtsfeier, bestehend in Verlosung, Bescherung usw. 9 Die Marianische Rongregation für junge Kaufleute versammelte am Mittwochabend ihre Mitglieder im Vortragssaal der Bürgergesellschaft um den im Glanze elektrischer Lämpchen erstrahlenden Christbaum zu einer gemütlich=familiären Feier. Der derzeitige Präfekt, Herr Winter, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Bedeutung der Feier hin. Nach einer sehr beherzigenswerten Ansprache des Herrn Präses Domvikar Dr. Herkenrath folgten entsprechende unterhaltende Vorträge und eine Verlosung meist nützlicher und schöner Gegenstände. Aus Kölns Nachbarschaft. 9 Fischenich, 1 Jan.1909. Der Mäunergesangverein versammelte sich verflossenen Sonntag mit seinen Angehörigen im Saale des Gastwirtes Auweiler zu einem Familienabende. Zuerst schritt man bei hellleuchtendem Weihnachtsbaume zur Verlosung zweckdienlicher Sachen, wie Zigarrenröhrchen, Stöcke, Zigarrenetuis usw., wobei jedes Mitglied bedacht wurde. Sodann trat der Verein in der Stärke von ungefähr 70 Sängern auf und sang u. a. mit reichstem Erfolg Der Fahlmann von Sturm, Wörtlein von Keuerleben, An der Heimat halte fest von Neumann und Frühlingseinkehr von Neubner. Der Vortrag dieser Lieder war wirklich ein fesselnder, und kann der Verein sich seines Dirigenten Johannes Schmitz aus Köln rühmen. Zwischen den Chören wurden auch humoristische Vorträge geboten. So verlief der Abend in schönster Weise. Der Verein hält sein diesjähriges Weihnachtskonzert, bei dem u. a. ein größeres Theaterstück zur Aufführung gelangt, am Sonntag, den 10. Januar im Saale des Gastwirtes Martin Auweiler ab. X Weiß,.Jan.1909. Der Männergesangverein Gemutlichkeit gab am zweiten Weihnachtstage ein Konzert, bei dem auch das Schauspiel Im letzten Augenblick von Gebyard Treß aufgeführt wurde. Die Wiedergabe des Stückes war eine tadellose. Die mit vielem Geschick gestellten lebenden Bilder verliehen dem Ganzen ein überaus schönes Gepräge. Der Besuch war ein recht erfreulicher. Zur Kurzweil. * Fatal. Gauner:„So’ne Jemeinheit, arbeete ick schon eenen janzen Monat daran, von hinten een Loch durch die Mauer zur Kasse des Bankhauses zu brechen, und derweil macht der Vankier vorne— pleite!“ * Ungerechte Welt.„Was ist denn los, Peperl? Warum heulst du so?“—„Gestern hat mich der Vater durchgehaut, daß mir die Hose geplatzt ist— und heute haut mich die Mutker wegen der zerrissenen Hose.“ Bis zur wirklichen Reife und erfolgten Anstellung garant, das allbekannte staatlich konzess. Rohloff-Rackows Weltinstitut die gedigendste kaufmünn. Ausbildung in allen Handelswissenschaften und Kontorfertigkeiten, praktisch erprobt im eigenen Uebungskontor. # Miss. Honorar, Tobemittete berüdke, Aumeldungen diets auch Sonntags bei Dir. Rohloff, akad. Lehrer, b. d. Ger. Kölns beeid. Schriftsachv. und Bücherrevisor. „Er war ja doch schuldig!“ kam es schluchzend von Maries Lippen, und jetzt wollte sie Christl in heißem Erbarmen an sich ziehen, aber entsetzt trat diese von ihr fort. „Wer sagt das?“ drang es wie ein erstickter Aufschrei aus ihrer Brust. „Frag die Leut— sie wissen's alle, umgebracht hat er sich im Gefängnis, weil er schuldig war.“ Marie griff nach ihrem Kopf. Waren denn die schrecklichen Worte wirklich von ihren Lippen gefallen? Und doch— sie hatte ja nur recht getan, so mußte sie ja sprechen, wenn sie Christl von dem falschen Glückswahn erlösen wollte, aus dem ihr doch ein furchtbares Erwachen bestimmt war. „Nicht war ist'!“ schrie Christl verzweifelt auf und sie hob die Arme mit abwehrender Gebärde gegen die grausame Sprecherin. Dann aber brach sie unter der Wucht des Gehörten zusammen. Wimmernd sank sie auf der Bank nieder und blickte mit gerungenen Händen starr vor sich hin. Ihr Vater ein Mörder und sie durch eine unüberbrückbare Kluft von dem Geliebten getrennt! Verzweifelt übersah sie die erdrückende Masse ihres Unglücks. Und doch löste sich aus dem unendlichen Schmerz, der ihre Brust zerriß, ein bitteres Glücksgefühl. Wie sehr mußte er sie gern haben, wenn er sie trotzdem begehrte! „Christl, faß dich— dort kommt Franz—“ rief Marie gepreßt und legte die Hand auf ihre Schulter.„Komm mit ins Haus, kannst ihm nicht entgegentreten— komm—“ wiederholte sie tig. Es kam plötzlich wie ein böses Gewissen über sie, als sie anz neben ihrem Vater aus dem Walde treten sah. Hatte sie auch wirklich recht getan— und nicht einer falschen Eingebung gehorcht, als sie so verhängnisvoll in fremdes Glück eingriff? „Tuß mich“ schüttelte Christl ihre Hand ab.„Laß mich allein und geh fort—“ „Willst mit ihm reden?“ fragte Marie mit versagender Stimme. Eine wilde Angst schnürte ihr plötzlich den Hals zusammen. „Komm doch, Christl, schau, er kommt her.“ Dann eilte sie wie gescheucht ins Haus. Franz kam in freudiger Bewegung heran. Christl hörte seine Schritte, aber sie sah nicht auf. Erst als er dicht vor ihr stand, erhob sie sich und streckte ihm die Arme abwehrend entgegen. „Rühr mich nicht an,— ich ertrag's nicht!“ schluchzte sie auf.„Warum hast mir das getan? Warum?“ Bestürzt blickte er sie an. Hatte es sich denn gar so rauh angehört, daß er sie vorhin aus dem Walde fortschickte, daß sie darüber in solche Aufregung geraten war? „Christl,“ bat er,„sei mir nicht bös. Ich weiß nichts davon, daß ich dich gekränkt hab.“ Er wollte ihre Hand ergreifen, sie aber trat vor ihm zurück, und als er ihr dennoch folgte, floh sie in blinder Hast. Erst wollte sie den Weg ins Dorf hinunter eilen, dort aber stand der Müller, und sah in blöder Neugier herüber, da wandte sie sich rechts und betrat den Steg, der über den Bach führte. Franz aber, der ihr ebenso rasch gefolgt war, erreichte sie auf der Mitte des Brettes und hielt sie fest. „Christl, das kann doch dein Ernst nicht sein?“ rief er aufgeregt.„Um eine solche Kleinigkeit willst du unser Glück niederreißen?— Horch, noch läuten die Glocken, soll denn der Traum schon zu End sein, noch ehe sie verklungen sind?“ „Weißt's denn nicht, daß mein Vater ein Mörder ist?" drang es jetzt wie ein Aufschrei aus ihrer Brust, während sie sich gewaltsam losriß und zurückwich. Durch diese heftige Bewegung geriet das Brett in so unruhige Schwingungen, daß beide den Halt verloren und Franz rechts vom Wehr in den Bach fiel, Christl aber nach der andern Seite stürzte und in der angestauten Flut versank. Marie und ihre Mutter, die gerade aus dem Hause traten, übersahen das Unglück mit dem ersten Blick mit dem ersten Blick und stießen gleichzeitig einen gellenden Schrei aus. Händeringend eilten sie an die Unglügsstätte, an der Christl's Körper gerade auftauchte, um von dem Wasserschwall gleich weiter geführt zu werden. „Herrgott, erbarm dich, rette sie! Laß das Weihnachtsläuten nicht noch einmal zur Unglücksstunde werden!“ flehte Anna mit gerungenen Händen in die Knie sinkend, während Marie in ratloser Verzweiflung an dem rauschenden Wasserbett entlang lief, die Augen in wildem Grauen auf den drängenden Wogenschwall gerichtet, in dem Christl's Körper wehrlos hintrieb. Sie sah den Vater nicht, der wenige Schritte von der Stelle entfert, wo die Wassermenge sich brausend zu den Rädern niederstürzte, am Ufer stand und mit einem seltsamen Feuer in den sonst so blöden Augen in die wirbelnde Flut schaute, während gleichzeitig auch Leben in seine träge, stumpfsinnige Gestalt geriet. Immer noch stieg das feierliche Läuten empor. Damit ihr Schall den kranken Mann nicht aufrege, und er das Läuten über dem Rauschen der Räder überhörte, hatte Anna das Werk kurz vorher wieder in Betrieb gesetzt. Mit schauerlicher Wucht brausten die angesammelten Massen jetzt zu Tal, Christl's Körper mitführend, der fünfzig Schritt weiter unfehlbar über die kreisenden Räder geschleudert werden mußte, um weiter unten an den Felsen des Flußbettes zu zerschmettern. Der schlecklichen Vernichtung im Geiste folgend, der Josephs Tochter nun auch in unbegreiflichem Verhängnis durch ihre Mitschuld preisgegeben war, hatte sich Anna auf das Antlitz niedergeworfen. Rettung war unmöglich! Der Gedanke stand in furchtbarer Klarheit vor ihrer Seele. Aber wenn Gott helfen will, läßt er auch ein Wunder geschehen. Ein solches Wunder sollte jetzt Huberts Hand vollbringen. Wie eine Offenbarung war es über ihn gekommen, die ihm gleichzeitig die nötige Geistesklarheit für den Augenblick verlieh, daß die Stunde gekommen war, die ihm Gott vorbehalten und die er vordem, ehe es so finster und leer in seinem Kopfe geworden, täglich erfleht hatte, die Stunde, wo er sein Verbrechen sühnen konnte. Wie von einer höheren Macht unterstützt, hatte er die schwere Leiter, die an dem Mühlwerk lehnte und die ein Mensch allein kaum heben konnte, emporgenommen und eilte mit ihr in die brausende Flut hinein. (Fortsetzung folgt.) Kölner Local-Anzeiger Nr. 3&a Sonntag, 3. Januar 1909. Seite 3. Mäntel acketts, Frauen-Paletots Englische Paletots, Sammet-jacketts Kinder-Mäntel. Jackenkleider Röcke Morgenröcke Blusen Unterröcke Taillen-Kostüme Ballkleidchen für junge Damen Gesellschaftstoiletten Abendmänte Pelzkonfektion Im Januar RäumungsVerkauf. 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B. die Eisbahn im Volksgarten bereits gestern mittag, die Bahn am Deutschen Ring um 4 Uhr nachmittags geschlossen und um diese Zeit sah man denn auch allerwärts die Jugend recht betrübt und mißmutig heimschleichen;„hätten wir nicht noch den Samstagvormittag zu unsern Ferien bekommen können?" meinten einige vor den Kassen der Schlittschuhbahnen, als man sie unter Hinweis auf das Tauwetter nach Hause schickte. ∆ Verhaftungen. Die Kriminalpolizei nah iin zwei Arbeiter fest, die beschuldigt sind, auf dem Rothenberg einem anderen Arbeiter Kleidungsstücke unterschlagen zu haben.— Ferner nahm die Kriminalpolizei einen Hausburschen fest, der im Verdachte steht, an dem in der Kirche in Thenhoven gemachten Einbruchsversuch beteiligt zu sein. am Traktät hen. In Köln=Sülz werden anläßlich der zehntägigen Volksmission die im Verlage der Internationalen(protestantischen) Traktatgesellschaft im Hamburg erscheinenden adventistischen Schriften: Herold der Wahrheit, Gute Gesundheit, Gottes untrügliche prophetische Weltuhr usw. von Haus zu Haus zum Kaufe angeboten mit dem Bemerken, diese Traktate„gehörten zur Mission“. Außer einigen harmlosen Dienstmädchen gehen wenige Katholiken auf den Leim; aber es handelt sich hier keineswegs um , e i n e E i n z e l e r s c h e i n u n g, s o n d e r n u m e i n e s y s t e m a t i s c h b e t r i e b e n e u n d sorgfältig organisierte Propaganda der Adventisten. Beweis sind die Orte Goch, Polch, Düsseldorf u.., wo ebenfalls in letzter Zeit die Katholiken bei Gelegenheit der Mission von protestantischen Kolporteuren aufgesucht wurden. In den Traktätchen findet sich auch eine Verspottung der Marienverehrung und der Hieb gegen die angebliche„Papstvergötterung“(Nr. 24 des Herold d..) Wie lange noch wird die Geduld der Katholiken standhalten? Zeter und Mordio würde geschrien, wenn's einmal einem Kolporteur einfallen sollte, katholische Erbauungsschriften in Hinterpommern oder einer anderen protestantischen Gegend zu verbreiten?! "* Kölner Local-Anzeiger Nr. 3& Sonntag, 3. Januar 1909. ? Bei der Anschaffung einer guten Nähmaschine sollte jeder Deutsche bei einer soliden deutschen Firma am Platze sich persönlich überzeugen, dass die prima deutschen Maschinen mit den Singer’schen Maschinen jeden Wettbewerb aushalten, was Güte und Leistungsfähigkeit betrifft, dieselben aber in Ausstattung und sorgfältiger Justierung übertreffen, ohne teurer zu sein. Deutsche Hähmaschinen-Industrie Köln, Mauritiussteinweg 68. Werdiese Annonce b. Eink. vorzeigt, erhält Straßenbahngeld verg. Warm, angenehm, billig sind Bungard=Courts Daunenbett. Anfertigung von großen roten Daunen=Deckheiten oder Plumeaus, kräftigen roten oder gestreiften : Halbdaunen=Unterbetten, Pfühlen und Kissen. 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Albertusstraße 27. Der Königliche Notar, Justizrat: Schippers. Kölner Local-Anzeiger Nr. 3&a Sonntag, 3. Januar 1909. Jugend und Schönheit. Wer ein schönes, jugendlich., interessant. Gesicht haben will, der verwande Leichner’s Fettpuder Leichner'’s Hermelin- u. Aspasia-Puder deren sich die höchsten Damenkreise und die ersten Künstlerinnen mit Vorliebe bedienen. Man sieht nicht, dass man gepudert ist. Erhältlich nur in geschlossenen Dosen in allen Parfümerien und in der Fabrik Teichner Lieferant der BERLIN E. LeICUNGI, Kgl. Theater. Schützenstr. 31. „Weltausstellung Mailand 19oc. Grand Prix. J. HENS KöLN Obenmarspforten 22 * Spezialgeschäft in Korsetts. * Stets mehrere hundert Stück Spiralfeder-Korseits in 8verschiedenen Façonsvorrätig von 3,50 M. aufwärts. Hauptniederlage für Köln der Marko Prima-Donna= von.50 M. bis 25 M. Bevorzugt sind die Sorten von .50, 7 u. 10 M. Wegen Umzug nach Neumarkt 31 und Aufgabe des Artikels verkaufe ich jetzt la. St. Detersburger Gummi20 mit 0 AA 8. 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Der Beamtenausschuß Ortskrankenkasse für Handwerker Nr. 1. Einladung zu der am Montag, den 11. Januar 1909, abends 9 Uhr, in der Vierbrauerei Creischer, Barbarossaplatz, stattfindenden Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Generalversammlung. Zu wählen sind durch die Arbeitnehmer 9 Ver reter auf die Dauer von 3 Jahren, 0 Vertreter auf die Dauer von 2 Jahren ## V e r t r e t e r a u f d i e D a u e r v o n 1 J a h r. Die Arbeitgeber haben 4 Vertreter zu wählen. D####l in geheim und erfolgt mittels Stimmzettel in einem Wahlzange. Auf dem Stimmzettel müssen die auf ein drei Jahre zu wählenden der Wählbar und wahlberechtigt sind nur großjährige im Besitze bürgerlichen Ehrenrechte sich befindliche Mitglieder. Der Vorstand: Franz Wahl. 20 Jahre Garantie, in jedes Bett passend, Preis 15—19.4 Letzte Lieferung an die Stadt Köln 500 Stück. Chr. Ant. Kircher Sohn Fernspr. 6511. Stebenburgen 3 0 4 5 Seite 5 Kölner Lesal-Anzeiger Nr. 3&a Sonntag, 3. Januar 1909. Kölner Local-Anzeiger.* Köln, 3. Jan. 1909. 5 20 2 2 Frauenzeitung. 6 Die Geschichte einer alten Jungfer. „Tante, liebste Tante,“ flehte das junge Mädchen, das vor dem alten Fräulein auf der Fußbank saß und bittend die Augen emporrichtete,„du versprachst mir schon so lange deine Lebens geschichte, darf ich sie heute hören? Schau, es ist so still und friedlich um uns, so ganz geeignet zum Erzählen und Lauschen! Bitte, bitte, erhöre mich!“ Und die Tante sah ihr lächelnd in das frische, leuchtende Antlitz und sagte sanft:„So höre denn und erfahre, wie es kam, daß ich eine alte Jungfer geworden bin.“ „Ich war, wie du weißt, die einzige Tochter unter vier jüngeren Brüdern. Meine Eltern hingen mit unbeschreiblicher Liebe an mir und taten alles, mir das Leben angenehm zu gestalten. Als ich das Backfischalter hinter mir hatte und heraustrat in in die neue Welt, lag sie hell und strahlend vor mir und ich freute mich täglich meines jungen Lebens. Mir wurde so vieles geboten, und das Genießen war so schön! Da kam es, daß ein junger, hübscher Mann in bester Lebensstellung sich mir näherte und mein Herz zu gewinnen trachtete. Es wurde ihm nicht schwer gemacht. Bald war er meiner Gegenliebe sicher, und ich fand in ihm mein Ideal verkörpert. Als unser Herzensbund aber von meinen Eltern und seiner Mutter die Weihe empfangen sollte, zeigte sich von beiden Seiten heftigster Widerstand. Die Meinen hielten ihn nicht für mich geeignet, sein Wesen war ihnen zu rauh, er bot ihnen keine Garantie für mein Levensglück, und seiner Mutter war ich zu arm und unsympathisch vom ersten Augenblick an. So wurden wir auseinandergerissen, und ich empfand den ersteu tiefen Schmerz. Es hielt mich nicht länger daheim, wo alles mich an ihn erinnerte und an mein zerstörtes Glück. Wohl baten die Eltern, ich solle mich überwinden, es würde sich leichter verschmerzen lassen, als ich jetzt meine. Ich ronnte ihnen nicht solgen, es zog mich hinaus in die weite Welt. Ich nahm, da sich zufällig Gelegenheit bot, eine Stellung in M. an und wollte versuchen, auf eigenen Füßen zu stehen und in der Fremde mein Leid zu vergessen.— Wie schwer wurde mir der Abschied! Noch heute steht die letzte Nacht im Elternhause mit unauslöschlicher Klarheit vor mir. Die Mutter trat an mein Bett und legte mir segnend die Hände aufs Haupt, Gottes Segen herniederflehend.„Es ist dein Wille, mein Kinde, sagte sie unter heißen Tränen, Gott weiß, wie schwer wir dich ziehen lassen!. So ging ich hinaus aus dem Elternhause in ein fernes Land, das Gott mir zeigte. Es war mir im Anfang nicht leicht, unter fremden Leuten zu leben und meine Freiheit zu entbehren. Doch ich kam zu guten Menschen, die sich meiner mit Freund lichkeit annahmen und es versuchten, mich meinem Trübsinn zu entreißen. Es gelang ihnen; ich fand meine Jugend wieder, ich fing wieder an, die Menschen zu lieben und Freude am Schönen und Heiteren zu empfinden. Wie viel Herrliches, nie Geahntes lernte ich kennen! Ich wurde in Künstlerkreise ein geführt und nahm Teil an ihren berühmten Festen. Wie hell und strahlend erinnere ich mich ihrer noch heute! Die Briefe, die ich heimsandte, waren voller Entzücken und Freude und machten die Eltern glücklich. Wenn ich merkte, daß einer der Herren mir besondere Aufmerksamkeit erwies, dann mahnte mich leise die Erinnerung an das überwundene Leid, und ich blieb kalt ihren Huldigungen gegenüber. Ich wollte frei bleiben und mich nur amüsieren. Da lernte ich ihn kennen. Es war auf einem großen Maskenball. Er wurde mir vorgestellt, tanzte viel mit mir und begleitete mich nach Hause. Wohl gefiel er mir vom ersten Augenblick an, doch ich ließ es ihn lange, lange Zeit nicht merken. Er suchte jede Gelegenheit, mit mir zusammenzukommen oder mich zu sehen und zeichnete mich in einer Weise aus, daß jeder es merken konnte, wie viel ihm an mir gelegen; doch ich blieb zurückhaltend. Da, eines Abends bat er mich, sich meinen Freund nennen zu dürfen, bat nur um Freundschaft, sprach von Sympathie der Seelen, und ich, die ich von jeher eine Schwärmerin war, ich schloß Freundschaft mit ihm, und doch war es Liebe, tiefe unbezwingliche Liebe, was unsere Herzen empfanden, und Freundschaft nur ein Mantel, der darüber geworfen war. Und nicht lange, da sah ich es ein, was er schon lange wußte, da durchzuckte mich die Ertenntnis wie ein Blitz. Ich vergaß alles, was ich vorher erlebt, mein Herz erschloß sich ihm voll und ganz— das war die echte, wahre Liebe, der gegenüber alles andere nur slüchtige Schwärmerei gewesen. O Welt, wie bist du so wunder schön! Wir hatten uns gefunden im tiefsten Winter, in Sturmes sausen und Eis und Schnee, und in uns wurde es Frühling, herrliche Maienzeit. Wie lieb er war! Täglich schrieb er mir, wenn wir uns nicht sehen konnten; und waren es auch oft nur wenige flüchtige Zeilen— wie viel enthielten sie! Er nannte mich esein Leben, sein Glück, sein Lieb und sein Weibe. Und waren wir vereint, wie glückselig schmiegte ich mich an ihn, wie bauten wir vereint an unseren Zukunftsschlössern! Er sprach von seiner Heimat im fernen Norden, von seinen Lieben daheim und malte mir ein Glück aus, zauberhaft, wunderbar. Wir fahen unser Heim entstehen, er stattete es in Gedanken mit allem aus, woran ich Freude haben könnte. Noch ein Jahr, und wir sind vereint für immer. Herz, konntest du es fassen, das märchen hafte Glück, mit ihm vereint zu sein in Reichtum und Glanz? Und wenn ich zweifelnd Bedenken äußerte, wenn ich zaghaft wähnte, es könnte anders kommen, wie lieb schalt er mein Mißtrauen!-Vertraue mir doch, Schatz! Ich habe dich ja so un endlich lieb, ich kann dich nimmer lassen!= waren seine Worte. =Sobald es mir möglich ist, fahre ich heim zu unseren Eltern, dann wird alles klar, und kehre ich zurück, dann bist du meine Braut uud übers Jahr mein Weib.= Es wurde Frühling. Das erste Grün zeigte sich. Da kam der Tag, an dem er Abschied nahm. Sei nicht traurig, mein Lieb! Sieh, wie schön die Welt jetzt ist! Glaube und vertraue mir, nun wird alles gut werden.e Und ich lehnte mich an ihn, und mir ward so bange.„Und wenn es anders käme?“ fragten die zuckenden Lippen.„Die Enttäuschung könnte ich nicht überleben!“ Und wieder beruhigte er mich:=O denke nicht daran, ich habe dich so lieb!. So schied er— und ich sah ihn nie wieder.— Kind, möge der Himmel dich bewahren vor einem solchen Weh, wie es mir die nächsten Wochen brachten, da ich Tag und Nacht, Stunde um Stunde der Kunde harrte, die er mir versprochen, da ich zweifeln lernte an Gott und den Menschen. Es war kein Leben mehr, ein bloßes Vegetieren noch, und die Zeit verging. Woche auf Woche zog vorbei, und endlich erhielt ich die rätselhaften Zeilen:„Es sollte anders kommen, als ich hoffte, fragen Sie nach nichts, später erfahren Sie alles. Das war sein letzter Gruß, und dann war's aus, aus mit Glück und Freude für immerdar! Wo er hingegangen, was sich begeben, welch' Verhängnis ihn ereilt, ich habe es nie erfahren, doch seine Liebe, das steht noch heute felsenfest in mir, war rein und wahr, sie kam aus treuem Herzen. Und die Zeit, die beste Trösterin, da Menschentrost sich nutzlos zeigt, sie legte milden Balsam auf die Herzeikswunde; es wurde stiller und stiller in mir, mein Wesen ernst und ruhig. Als ich einkehrte ins Vaterhaus, da hatte ich entsagen gelernt und war doch einst hinausgezogen in die Ferne mit tausend Erwartungen; sie waren alle, alle vereitelt worden. Die Eltern ahnten nichts von dem, was ich draußen erlebt, ich wollte ihnen mein Glück nicht eher künden, als bis sie ihn gesehen und er bei ihnen um mich geworben. Wie gut hat dieser Vorsatz sich erwiesen, es ist ihnen dadurch viel Leid erspart geblieben. So habe ich es allein durchgekämpft und tief im Herzen geborgen. Wohl hatte ich in späteren Jahren Gelegenheit, ein eignes Heim zu gründen— ich wies sie zurück, vor mir stand immer sein liebes Bild, und ich hielt ihm die Treue, wo er auch weilen mochte. So verging die Jugend. Ich sah, wie die Brüder sich Gefährtinnen suchten, sah sie am selbstgeschaffenen Herd, sah euch, ihre Kinder, heranwachsen und wurde eine alte Jungfer. Und wenn ich andere glücklich sah, dann stieg wohl im Herzen die Erinnerung am an ein verlorenes Glück; traumhaft zog die Jugendzeit an meinem inneren Auge vorüber, und ich sah mich wieder neben ihm sitzen, von seinem Arm umschlungen, ich hörte seine süße Stimme innig, zärtlich zu mir reden, wie er mich nannte:„Mein Glück, mein Weib!=— Dahin ist der schöne Traum, ich bin alt und grau geworden, und wie lange wird's noch dauern, dann bin auch ich dahingegangen, und der Tod vereint uns, da das Leben uns schied.“ Die Greisin schwieg; in ihren Augen glänzte es hell, es war eine Träne innigen Gedenkens an den verlorenen Geliebten, und das junge Mädchen barg leise schluchzend den Kopf in der Tante Schoß. Da wurde sie sanft emporgehoben, und die liebe Stimme sprach:„Gott bewahre dich vor solchem Leid, und wenn du eine alte Jungfer siehst, verspottet und verhöhnt, wie es meistens der Fall ist, dann denke an meine Geschichte und denke, daß vielleicht auch sie, die andere Glücklichere übersehen, ebenso gelitten hat, daß auch sie einst reich gewesen und wie ich so bettelarm geworden ist an Freude und Glück." UIUSS K Mütterabende. Eine soziale Veranstaltung, die für die Frauenwelt große Bedeutung hat, sind die Mütterabende. Unter diesem Namen versteht man Zusammenkünfte der Mütter im Verein mit den übrigen am Erziehungswerke der Kinder beteiligten Faktoren, den Lehrern, Geistlichen und Aerzten, zu gemeinsamer Beratung und Verständigung in erziehlich wichtigen Dingen. Wiewohl man den Wert und die Bedeutung solcher Veranstaltungen zu würdigen weiß, scheut man es vielerorts, an die Ausführung heranzutreten. Man fürchtet Widersprüche und Mißverständnisse und möchte vor allen Dingen nicht den Aufang machen. Zum Beweise dafür, daß die Sache nicht so schwierig ist, wie es den Anschein hat, sei in folgendem kurz dargelegt, wie man verflossenen Winter in Aachen mit Nutzen und Erfolg die Mütterabende ins Leben gerufen hat. Der Veranstalter war ein Pfarrer und Lokalschulinspeklor. Als Versammlungsort bestimmte er dem gemütlichen Charakter der Zusammenkunft entsprechend den üblichen in der Pfarre gelegenen Festsaal. Weil dem Wirte der freie Ausschank gewährt wurde, fiel die Miete für Benutzung des Saales aus. Der Beginn der Versammlung war um 419 Uhr, Sonntagnachmittag, in der Voraussicht, daß die Hausfrauen zu diesem Zeitpunkt am besten im Hause vertreten werden können. Die Einladung erging vom Predigtstuhle aus und durch Anschlag an der Kirchtüre für die Dauer von acht Tagen. In der Lehrerkonferenz der Pfarre wurden auch die Lehrer und Lehrerinnen auf die Versammlung hingewiesen und zur Teilnahme eingeladen. Bei dem aufzustellenden Programm berücksichtigte man nicht bloß den belehrenden, sondern auch den unterhaltenden Teil. Für die beiden Mütterabende, welche im Laufe des Winters stattfanden, wurde je ein Vortrag über die Erziehung und die Körperpflege der Kinder und daneben das eine Mal Deklamationen und Lieder, und das andere Mal ein Lebensbild der h. Elisabeth mit Lichtbildern angesagt. Das Programm, die Ankündigung, die ganze Anordnung, alles hatte gezündet. Scharen junger Mütter waren beide Male zur Stelle, um mit gespanntester Aufmerksamkeit das Dargebotene in sich aufzunehmen. Wie viele gute Samenkörner mögen da ausgestreut worden sein! Es gibt nichts Gutes, das man nicht zustande bringt, wenn es in der rechten Weise angefaßt wird. So ist es auch mit den Mütterabenden! Dom heiligen Bureaukratius. Wir geben im Nachstehenden ein drastisches Beispiel zu der so oft gerühmten„behördlichen Sparsamkeit": 1. Die untergeordnete Amtsstelle ist angewiesen, jährlich einmal den Bedarf an Impressen, Bureaumaterial usw. bei der vorgesetzten Stelle zu verlangen. Sie tut dies auch diesmal, verlangt dabei aber ein weiteres Lineal. 2, Der Kalkulator der höheren Stelle findet, daß in dem betreffenden Buceau eine ausreichende Anzahl von Linealen vorhanden sei, daher 3. Anfrage, warum ein Lineal beansprucht werde. 4. Antwort, daß es an Stelle eines anderen, zu sehr abgenutzten Lineals kommen solle. 5. Bescheid der höheren Stelle, daß die Abnutzung des Lineals unbegreiflich erscheine, es solle eingesandt werden. 6. Das abgenutzte Lineal wird eingesandt. 7. Bescheid der höheren Stelle, das Lineal erscheine allerdings unbegreiflicherweise abgenutzt, es werde ein anderes geliefert, jedoch habe die andere Stelle resp. der Beamte das Lineal mit 60 Pfg; zu vergüten, wenn etwa die höhere Aufsichtsbehörde die Bewilligung beanstanden würde. 8. Das Lineal kommt. Der Vorstand der unteren Stelle, dem täglich größere Summen durch die Hände laufen, nimmt sich vor, das Lineal als Zeichen seiner Machtvollkommenheit besonders in Ehren zu halten. Diese niedliche Geschichte ist keineswegs erfunden, sondern passierte bei einer Behörde, welche bei jeder Gelegenheit ihre Beamten anweist, dafür zu sorgen, daß alles unnötige Schreibwerk vermieden werde. Man kommt beinahe in die Versuchung zu glauben, daß dieser Sparsamkeitserlaß nur bezwecken sollte, an Tinte, Federn und Linealen zu sparen. Napoleons letzte Tage. Der französische Historiker Frederic Masson gibt in seinem Werke Die letzten Lebenstage Napoleons auf St. Helena ein erschütterndes Bild von dem tragischen Sterben des Kaisers. Einsam verbringt er seine Tage, und als Schmerz und Krankheit ihn überfallen, steht zunächst kein Arzt ihm zur Seite. Erst einen Monat vor seinem Tode, am 6. April, zwingen ihn die furchtbaren Schmerzen dazu, den Dr. Arnott rufen zu lassen, den einzigen Arzt auf der Insel. der so etwas wie einen Ruf besaß; an iyn wendet sich Napoleon, wenngleich er weiß, daß der Arzt dem Gouverneur sofort Bericht erstatten wird.„Er scheint zu glauben,“ so schreibt Sir Thomas Read an Hudson Lowe,„daß der General(nämlich Napoleon) von keinerlei ernstlicher Krankheit ergriffen ist, und daß sein Leiden mehr moralischer als körperlicher Art sei. Graf Bertrand fragte ihn um seine Meinung, und er antwortete, daß es keinerlei Gefayr gäbe.“ Noch drei Tage vor dem Tode, am 2. Mai, schreibt der Kommissar des Königs von Frankreich und des Kaisers von Oesterreich, der Marquis de Montchenu, an den Fürsten Metternich: „Ich hatte die Ehre, Eurer Hoheit in meiner letzten Depesche mitzuteilen, daß Napoleon wieder angefangen hat, sich als krank auszugeben. Da wir seit fünf Jahren an diese angeblichen Krankheiten gewöhnt sind, sobald er irgendeinen neuen Plan faßt, so sagt das uns nicht mehr als; seien wir auf der Hut.“ So wird bis zum letzten Tage der Auftrag der heiligen Allianz streng durchgeführt. „Um zu beweisen, daß er krank war,“ so sagt Masson,„blieb Napoleon nur ein Mittel: zu sterben. Erst als er tot ist, kann man feststellen, ob seine Leiden eine Komödie waren. Man öffnet seinen Körper: der Magen ist mit der linken Wölbung der Leber verwachsen; einen Zoll neben der unteren Magenöffnung hat ein Geschwür das Gewebe zerfressen und durchlöchert; das Loch ist groß genug, um den kleinen Finger durchzulassen. Die Eingeweide sind innen von einem Gewirr von Krebsstoffen und von Drüsen verhärtung bedeckt. Zur chronischen Leberentzündung hatte sich der Krebs gesellt. In welcher Dauer hatte er sich entwickelt: Wanr war er aufgetreten? Vor zwei Jahren, vielleicht vor drei. Unk dabei keine Hilfe, kein Linderungsmittel, kein Schlafmittel, kein Betäubung der Schmerzen, nichts, nicht einmal ein Arzt...“ G) Eine Bauersfrau verkaufte seit einiger Zeit frische Landeier in einer Familie. Als sie wieder Eier brachte, sagte die Hausfrau:„Liebe Frau, beim letzten Mal haben Sie sich aber auch vertan.„Wiesn,“ sagte die Bauersfrau,„hänn ich üch villeech en Ei zo winnig gegävve, dat künnt jo vörkumme, dat mer sich ees jielings verzälle dhät.“„Nein,“ sagte die Hausfrau,„Sie haben mir ein Ei zu viel gegeben.“ Die Bauersfrau sperrte vor Erstaunen den Mund auf und sagte dann „Esu jett eß mer ävver en mingem Levve noch nit vürgekumme. Sitt zefridde, Madam, dat soll nit mie passeere, doför kaveeren ich üch.“ ( Et Schängche geir ens op ne goden Tag Beer holle. Der Weet säht vör et:„No, wat krißte, Männche?“ Ganz stolz gitt dä Köttel zor Antwoot:„Anderthalv Moß Beer un sibbe Grosche widder. Mih Vatter brängk morge die Mark!“ (A) Ein feiner Herrspaziert Sonntags morgens aufs Land hinaus' um nach der Woche Müh' und Last ein wenig Gottes freie Natur zu genießen. Ein Bauer sitzt vor der Türe seines Hauses und sieht dem Spiele seiner beiden Hunde zu, die sich munter umherbalgen. Der Städter tritt auf den Bauer zu und fragt ihn:„Sagen Sie mal, guter Mann, was ist das eigentlich für eine Rasse von Hunden, sind das Rattenfänger oder Affenpintscher?“— Der Bauer schüttelt den Kopf:„Rass'? Dat well ich lech sage: Ratte hann se ald ens gefange, se hann äffer noch kein Aape gepinsch!“ Fataler Doppelsinn..:„Du kennst doch den Kaufmann Schnipfer?"—.:„Ob ich ihn kenne! Ohne Zweifel ist er ein gewiegter Geschäftsmann!"—.:„Sein Geschäftsumsatz soll ein bedeutender sein!"—.:„Gewiß! Man sagt: er betrüge täglich Tausende!" Die besten Datrioten..:„Wissen Sie auch, welches die besten Patrioten sind?“—.:„Das sind offenbar solche, die am lautesten Hurra schreien können.“—.:„Gefehlt, die Damen sind die besten Patrioten. Sie machen den größten Staat.“ Mildernde Umstände. Herr:„Deine Braut ist aber schrecklich häßlich.“— Jurist:„Aber sie hat 300000.... mildernde Umstände!“ * Moderner Kunstgenuß.„Nun, wie haben Sie den gestrigen Tag verbracht?"—„Vormittags habe ich eine moderne Bilder galerie erduldet, nachmittags ein neutoniges Konzert erlitten und abends ein realistisches Drama ausgestanden!“ * Reinfall..:„Da habe ich nun ein Mädchen geheiratet, das nicht Klavier spielt, aber eine Mutter hat, die sehr gut kocht, und nun——“—.:„Nun— und—.—.:„Jetzt kocht meine Frau und die Schwiegermutter spielt den ganzen Tag Klavier!" Kölner Lecal-Auzeiger Nr. 8 a Sonntag, 3. Januar 1909. Seite 9. Jubiläum. Es sind nunmehr 25 Jahre, daß Herr Heinrich *Schiefenbusch, Lütticherstraße 43, ununterbrochen als erster Meisterdestillateur bei der Firma Aug. Kramer u. Co. Nachf. hier #tätig ist. Durch strenge Pflichterfüllung, treue Dienste, verbunden ##mit gediegenen Kenntnissen hat er es verstanden, sich die Hochachtung und Wertschätzung sowohl seiner Chess wie auch der Angestellten in vollem Maße zu erwerben, was denn auch durch Ueberreichung passender Geschenke und Veranstaltung einer Festfeier zum Ausdruck gebracht wurde. X Im Freisaal unserer Geschäftsstelle ist die Bekanntmachung betreffend die Anmeldung der Militärpflichtigen zur Stammrolle, welche vom 15. d. M. bis 1. Februar 1909 erfolgen muß, ausgehängt. 8 Der Verein Alt=Köln ersucht uns um Aufnahme folgender Zuschrift: In der Nr. 1 des Local=Anzeigers befindet sich ein Artikel: Schutz den historischen Denkmnälern! In diesem Artikel wird an einer Stelle behauptet:„Existierte doch bis vor kurzem hier kein historischer Verein, der auch gering gestellte wissenschaftliche Anforderungen befriedigt hätte.“ Diese Behauptung entspricht keineswegs den Tatsachen. Der Verein Alt=Köln(Verein zur Erhaltung kölnischer Eigenart und Pflege kölnischer Geschichte) besteht bereits seit dem Jahre 1901 und hat— rrotz der Interesselosigkeit eines großen Teiles der Kölner Bürgerschaft— eine Tätigkeit entfaltet, welche nicht nur in den der vaterstädtischen Geschichte befreundeten Kreisen, sondern auch durch die Presse in vollem Maße anerkannt worden ist. Sollte das alles dem Herrn Verfasser des Artikels unbekannt geblieben sein? Folgende Herren haven in den Jahren des Bestehens des Vereins in den monatlich(jedesmal am ersten Tonnerstag) stattfindenden Versammlungen im Quatermarktsaale des Gurzenich Vorträge gehalten: Oberlehrer H. Roth, Dr. theol. Weertz, Dr. Jos. Gotzen, Oberlehrer Dr. A. Wrede, Lehrer Schäfer, Dr. Krudewig, Redakteur G. Hölscher, Schriftsteller H. Becker. Dr. P. Schmitz, Kaplan Münch, Rektor Rüben, cand. phil. W. Küppers und andere mehr. Sollten die Vorträge dieser Herren auch„gering gestellte wissenschaftlichen Anforderungen" nicht befriedigt haben? In Wahrung des wissenschaftlichen Ansehens, dessen diese Herrn sich auf dem Gebiete der vaterstädtischen Geschichte zu erfreuen haben, und im Interesse des Vereins Alt=Köln ist daher gegen obige Behauptung entschieden Verwahrung einzulegen. Aus Köln-Rippes. · Der katholische Bürgerverein veranstaltet heute Sonntag den 3. Januar, abends 8½ Uhr, im Viktoriasaale, Sechzigstraße 6, einen Vortragsabend. Herr Pastor A. Rosch wird über das Thema Diesseits und Jenseits sprechen. Aus Kalk. Entwässerungsanlage auf Bahnhof Kalk-Süd. Die Ausführung der Entwässerungsanlagen auf dem Bahnhos Kalk=Süd (rund 1800 Meter Rohrleitung mit den zugehörigen zwei Schlinggruben, sowie den erforderlichen Reinigungs=, Einfall=usw. Schächten) einschließlich Lieferung der Baustoffe wird jetzt von der Eisenbähnbauabteilung 2 in Köln=Deutz ausgeschrieben. Aus Kölns Nachbarschaft. K Groß-Königsdorf,.Jan.1909. Am zweiten Weihnachtstage veranstaltete der Männer=Gesangverein Eintracht im Röhrl'schen Saale sein erstes Winterkonzert; es erfreute sich zahlreichen Besuches. Der Einakter: Du trägst die Pfanne fort wurde mit anhaltendem Beifall ausgenommen. Die Chöre gelangten exakt und klangvoll zu Gehör. Man konnte wahrnehmen, daß der Verein unter seinem Dirigenten Herrn Toni Tiels (Brauweiler) große Fortschritte gemacht hat. W Dorz,.Jan.1909. Mehrere junge Männer gerieten am Neujahrsfeste abends gegen 10 Uhr auf offener Straße in heftigen Wortwechsel, wobei einer das Messer zog und den unverheirateten Jakob Hamacher aus Urbach durch einen Stich in das Herz tötete. Als Täter wurde ein Witwer und Vater von zwei Kindern ermittelt und festgenommen. Der Erstochene, der erst seit einiger Zeit vom Militär in die Heimat zurückgekehrt war, gilt allgemein als ein braver, fleißiger Mann. X Friedrich=Wilhelms=lütte,.Jan.1909. Ein Arbeiter auf dem hiesigen Hüttenwerke erlitt schwere Quetschungen an drei Fingern der Hand.— Der neuerbaute Hochofen ist fertigestellt und soll am 1. April d. J. in Betrieb genommen werden. Deutsche Anlagepapiere. Wertstand am 2. Januar 1909. 4% D. Schatzanw. f. i. 10. 11 100, 80 bs 4%„ desgl. f. 1. 7. 12,100,9060 4% D. Reichsanleihie 1908 102,7550 3½% desgl. 3% desgl. % D. Schutzgeb. Anl. 08 % Preuss. Schatz. f..10. 11 4 4 4 4 4% desgl. Staffel-Anl. 3½% desgl. 3% desgl. 4% Anleihe d. Rheinprovinz 94.7050 35.7080 101,3000 100.80 100,90 % Preuss. Schatz. f. 1. 4. 13 % Preussische Consols 1908 /102,7566 101.4060 94.7050 85,6050 Reihe 20, 21, 31 u. 32000.00 3¾% desgl. Reihe 22 u. 23 94.3060 3 6% desgl., Reihe XXX 92,806 3 ½% desgl., R.-7, 10, 12-17, 24-27 und 29 92.80G 3½% desgl., Reihe XXVIII 92.80G 3½% desgl., Reihe XIX 92,500 3½% desgl., Reihe XVIII 88,100 3% desgl., Reihe 9, 11, 14 86.00G 4% Anleihed. Prov. Westfalen 101,0060 4% desgl., Reihe 4,5, uk. 1915 101, 2060 3¼% desgl. Reihe 4 ukb. 1909 96.00G 3½% desgl., Reihe II, III, IV 92,500 3 1/% desgl. IV u. 1915 92.500 3% desgl. II 85.500 4% Anleihe der Stadt Köln von 1900, 100,8002 4% desgl. 1906, unk 1911 101.00 B 4%o desgl. 1908 100,800 3½% Anl. d. Stadt Köln.1894 1896, 1898, 1901, 1903 3½% Anl. d. Stadt Düsseldorf 3½% Köln-Mind. EisenbahnPrämienscheine 4% Pfandbr..Preuss. Centr.Bodenkr.-.-G..1890 4% desgl. v. 1899, ukdb. b. 1909 4% desgl.v. 1901, ukdb..1910 4% desgl. v. 1903, uk. b. 1912 4% desgl. v. 1906, unk. 1910 4% desgl. v. 1907, unk. 1917 3½% desgl. v. 1886. 1889 3½% desgl. v. 1894 u. 1896 92.80 92.106 135.20 99.400 99.4 3½% desgl., 1904 unkündb.1913 4% Pfdbr. d. Rh.-Westf. Bo40 99.4040 99.700 100.00 6 99.300 92.500 92.500 denkr.-Bk., R. 1, 3, 5, 7 u. 7a 99. # desgl., R. 8, 8a, ukab..1910— .% desgl., R. 9, 9a, uhb. b. 1912 4% desgl., R X, unkdb. b. 1915 4% desgl., R XIunkd. b. 1918 3½% desgl., R. II, IV, VI 4% Pfandbr. d. Westdeutsch. Bodenkr.-Anst., 3. 1 u. II, k % desgl.,.V, unkdb. b. 1909 % desgl.,.VI, unkdd. b. 1910 % desgl.,.VII, undb. b. 1913 % desgl.,.VIII, ukb. b. 1915 99.400 99.700 desgl. R. X ukb. b. 1918/105, 50 C 91.700 2000 3½% desgl., Reibe 11I 3½% deagl., Reihe IV 92.008 31 desgl.,.IX,unküb. b. 1916 92.50 6 Vorstehende, sowie auch alle übrigen Anlagepapiere sind jederze## billigst bei mir erhältlich oder durch mich beziehbar. Siegfried simon, Bankgeschäft. Hauptgeschäft Gereonstraße—3. Filiale Hohenzollernring 31. Daselbst auch Das Jahrgedächtuis für die verstorbenen Eheleute Johann Rick und Frau findet Montag, den 4. Januar, morgens 8½ Uhr, in der Pfarrkirche zu Köln=Deutz statt, w freundlichst eingeladen wird. wozu hiermit — zur besten Verwahrung gegen Feuers= u. DiebesStatz.kummer Sagt#. nzr Schrankfächern unter eigenem Verschluß der Anmieter. Normalfach 10 Apro Jahr. IN Angesichts unserer teueren, unvergesslichen Entschlafenen Frau Mitue sind uns von nah und fern aus allen Kreisen überaus zahlreiche Kundgebungen zugegangen, welche um so wohltuender wirken, da sie einerseits eine grosse Liebe und Verehrung gegen die Abgeschiedene atmen und anderseits eine reiche Fülle des Trostes für uns, die schmerzlich Betroffenen, in sich bergen Tiefbewegten Herzens entbieten wir Allen für die entgegengebrachte Teilnahme unseren innigstgefühlten Dank. Die trauernden Minterbliebenen. Köln, Hermannstr. 7, den 2. Jan. 1909. für den früheren Schüler des Realgymnasiums in Nippes Ludwig Curt findet statt Montag, den 4. Januar, morgens 9¼ Uhr, in der Pfarrkirche zu Köln=Nippes, wozu freundlichst eingeladen wird. Das Jahrgedächtnis für den verstorbenen Herrn Heinrich Doll findet Dienstag, den 5. Januar, morgens 8½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Johann=Baptist statt, wozu hiermit freundlichtt einoolndan Das für die Eheleute Friedr. Stock Gierling findet Dienstag, den 5. Januar cr., morgens 8½ Das Zahrgedächtuis für die Eheleute geb. Heyden findet Montag, den 4. Januar, morgens 8½ Uhr, in St. Peter statt, wozu freundlichst Verwandte und Bekannte eingeladen sind. mit Bogen und Kasten .13,—,22,—,27,— usw Danksagung. Für die uns anläßlich des Hinscheidens meines geliebten Gatten, unseres guten Vaters und Großvaters gespendete innige Teilnahme, sowie für die schönen Kranzspenden sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Familie Dicke. Köln=Rippes, im Januar 1905. Flöten 15,— bis K. 250,— Klarinetten K 45.— bis K 350.— Reparat. Bestandteile Wünnenberg, prakt. InstrumentenmachKöln, Luxemb. Str. 11, I. Kein Laden. Fernruf7141 Illustrierter Katalog frei. Künstlische Blumen aller Art. Uebernahme stets wechseinder Dekorationen für schaufenster aller Branchen, für Restaurants 2c. Geschenkartikel für jede Gelegengen. Blumenfabrik Altenbergerstrasse 20. für die Eheleute Werner Comp und Agnes geb. Laux findet Montag, den 4. Januar, morgens 8½ Uhr, in'. Aposteln statt. SE der.tiher a. für Sonntag, 3. Januar 1905. (Siehe auch die gestrige Nummer.) Köln=Mitte. Versamml. m. Verlos. Abholen der neuen Leokassenbücher. Kölu=Ehrenfeld.(St. Peter). Abds 7½ Uhr Verslg. m. Frauen im Vereinshaus, Vortr. u. Verlos.—(St. Joseph). Abends 7 Uhr Versamml. m. Vortrag, Verschiedenes Köln=Bickendorf. Abends 6 Uhr Verslg. m. apologet. Vortr Köln=Bayenthal. 6½ Uhr gem. hl. Missionskommunion, Beteiligung Ehrensache. Abzeichen anlegen Köln=Salz. Abds—8 Kasse, 8¼ Uhr Verslg. 4. Januar abds. 8½ Uhr Vorstands= u. Vetrmsitzg. 6. Jan. Theater f. Kinder. Erwachsene haben Zutritt. Köln=Merheim. Generalvers..=O. Abrechn. d. Weihnachtsfeier, Verschiedenes. Nath=Heumar. Abds. 7½ Uhr Verslg. m. Vortrag b. Krein. Siegburg. Abds. 5½ Uhr Familienabend. Solingen=Weg. 7½ Uhr hl. Resse, gem. hl. Kommunion, 16. Jan., Avenos 7 Uhr Generalvers. o. 363K. Nichterscheinen 30 Pfg. Für die durch die Erdbebenhatastrophe heimgesuchten Provinzen Italiens! Die Ostseite Siziliens mit der Stadt Messina sowie besonders die gegenüberliegende Küste Unteritaliens sind durch ein entsetzliches Erd- und Seebeben betroffen worden, das den schlimmsten Katastrophen der Geschichte gieichkommt. Messina nebst zahlreichen anderen Orten ist fast völlig zerstört. Nach den neuesten Meldungen sind mehr als 200000 Menschenleben mit einem Schlage vernichtet. Zahllose Familien sind obdachlos geworden. Heimstätten, Vermögen, Lebensglück, alles liegt unter Ruinen begraben. An eine Erwerbsmöglichkeit ist für lange Zeit nicht zu denken. Das allgemeine Mitleid mit den unglücklichen Provinzen und ihren Bewohnern ist wachgerufen worden und in allen zivilisierten Ländern haben Fürsten, Bischöfe, Regierungen, Gemeinden bereits einen Anfang gemacht, um durch schleunige Hülfe der in Sizulen und Kalabrien zu steuern. Wenn je, so heisst es hier mit Recht: Wer schneu gbt, gibt doppelt! 8s nier mit " Darum mu# wirau die Leser und Leserinnen der Kölnischen Volkszeitung und des Kölner Local-Anzeigers den Aufruf, zur Linderung der allgemeinen Notlage, zur Beschaffung von Hülfsmaterial ihre in früheren Jahren #. plötzlichen Karzstrop, schon so häung bewährte Bereitschaft, durch die eilier zu betitige, be uuse schrecklichen Heimsuchung Unteritaliens und Zur Annahme ve Gaen ist die Geschäftsstelle der Kölnischen Volkszeitung und des Kölner Local-Anzeigers gern bereit. Köln, den 30. Dezember 1908. Verlag der Kölnischen Volkszeitung u. des Kölner Local-Anzeigers J. P. Bachem. An Spenden gingen bisher ein: der kathol. farbentragenden Stod P##em N 1000, Kölmer alter Herrenüirkel 4 3. Be Säsel schunen d 34. Pie Kacer secarteter. 3i rb ae bisen, Reteanst K. 10. Dr. Al. Schmitt= Buchen 4 1c Pe. v., Langenberg(Rüld) K 20, A. Hesse, Barmen Jak. Commes, Clotten 4p 10 Bann9t r###s Lenkewitz, Schmidtheim K 10, J. R. L. Sch. K 10 Neuwied uk. 10. Aus Hangolar u. Baugi. K 10 bose 19. Jckob Rick, Euskirchen K 10, Belkenins, Kölm, Luxemburgerstr. 2 10. Ch. Sal.“ Hhättrau aoara“, KiIp N 10.3.., Köln. K 10, J. A. 5, Friedr. Ullrich. Godachass##..——.50, Gehr. Moes, Remich(Luxemburn) Jos König inn., Engelehzirchens.5. Kucholtl, ütieken, Witlich K 5, Hüger, Prof. Prüm Rektor Holzborn, Kunferdrch. Ap" Hlatamass. Pockheim, Engelskirchen K 9, loch, Vohwinkel& 2. J. 18 Ss 3: Mazemeizter, Hamburg, KK 3, Th.., Kölu. 4. 3, H. MeisW II Ksin&4mp; 90#* Schumscher, Köln, Ja 100, Franz Zilkens, Ehrenfeld. K 100 I. I. Erteslens##Von den Beamten der Citowerke um 27. Professor C.., Köln. 4 9A I. Jeh., Koln. 24 2, H. Sch. Kom. 4 J. Loh. su d. 4. 3a scharl. Bodnen. Niopet, ap a. Köln, u I. Ingemeier, Nippes, Kmp; 7. C. I. K. amp; 9. 6 20. Uinseler, Merbeim. K 3. P. P. endn Gehensogne der di. ete. Gosteagshes besies ae. 35o4 os. Köln, den 2. Januar 1900·. bestcm Dauk Geschäftsstelle der Kölnischen Volkszeitung und des Kölner Local-Anzeigers. Lischer=Kaffer ist und bleibt der beste und billigste. Holland. Kaffee=Rösterei 1. Fischer, Rachenerstrasse 17. Fernruf 9753. Paletots u. Anzüg neu und getragen, spottbillig. Schildergasse 104, 3. Etage. Amsonst kann jeder erwas abgeben. aber seine Waren schnell mit Gewinn verkaufen kann der, welcher regelmäßig im O inseriert. • ∆ 95 Seite 10. Kölner Lecal-Anzeiger Nr 3* Sonntag, 3. Januar 1900. Alarmierung der Feuerwehr. Die nach jeder Frostperiode erfahrungsgemäß zahlreich eintretenden Haus=Wasserrohrbrüche geben der Feuerwehr Veranlassung, erneut darauf hinzuweisen, daß es durch Polizei=Verordnung vom 4. Januar 1891 verboten ist, die Feuerwehr bei solchen Wasserrohrbrüchen durch die Feuermelder zur Hilfeleistung herbeizurufen, weil hierdurch die Bereitschaft der Feuerwehr zu Bränden zeitweise ganz aufgehoben werden kann. Terjenige, welcher die Feuerwehr auf diese Weise und aus solcher Veranlassung alarmiert, hal außer der auf Grund der erwähnten Polizei=Verordnung verwirkten Geldstrafe bis zu 30 M. auch die noch durch die Alarmierung entstandenen Kosten zu tragen, welche sich unter Umständen auf 30—40 Mark belaufen können. Die Feuerwehr ist zwar gern bereit, einen Mann zur Hilfeleistung abzusenden, sobald auf einer der Feuerwachen— Apostelnkloster 30/32, Altermarkt 15/19, Melchiorstraße 3, Vondelstraße 4/8, Hafenfeuerwache, Ehrenfeld Gutenbergstraße, Nppes Auguststraße mündlich oder durch Fernsprecher darum gebeten wird; es kann sich jedoch jeder selbst viel schneller helfen, als es der Feuerwehr möglich ist, wenn er bei einem Rohrbruch den stets in Ordnung zu haltenden im Keller liegenden Absperrhahn schließt, oder den zunächst wohnenden Installateur oder Klempner heranzicht. Bei dieser Gelegenheit sei auch auf einen weiteren Mißbrauch der Feuermelder hingewiesen, durch welchen ebenfalls die Bereitschaft der Feuerwehr zu Bränden und die Möglichkeit rechtzeitiger Hilfe beeinträchtigt werden kann. Es kommt immer wieder vor, daß die Feuermelder in Betrieb gesetzt werden und dadurch die Feuerwehr mit ihren Löschgeräten unnötig alarmiert wird, wenn einer der Krantenwagen herbeigerufen werden soll, oder irgendeine andere Hilfeleistung der Feuerweyr wie beispielsweise zum Aufheben gestürzter Pferde oder bei dergleichen Unfällen verlangt oder nötig wird. In allen solchen Fällen, wo nicht gerade Menschenleben in Gefahr sind, liegt es dauer im Interesse des Publikums selbst, wenn die Hilfe der Feuerwehr nicht durch einen Feuermelder sondern mündlich oder durch Fernsprecher bei einer der oben genannten Feuerwachen erbeten wird, weil sie dann gleich mit den nötigen Fahrzeugen und Geräten an die Unfallstelle abrücken kann, wodurch unötige Zeitverluste und die Beeinträchtigung der Wachbereitschaft vermieden wercen. N Auszeichnung. Dem Oberpostschaffner Luckenbach beim Kaiserlichen Postamt Köln 2 wurde für 45jährige Dienstzeit eine goldene Uhr mit dem Bildnisse des Kaisers verllehen. Jubiläum. Mit dem heutigen Tage vollendet der Schuldiener der katholischen Volksschule Pipinstraße Nr. 12/14, Hr. WilKölner Local=Anzeiger.* Köln, 1908. helm Reifferscheidt, eine 30jährige Dienstzeit bei der Stadt Köln. Aus diesem Anlasse wird er von seinen Kollegen am nächsten Mittwochabend in der Restauration von Esser(Unter Goldschmied) gebührend gefeiert werden. □ In den Cesefinstern unserer Geschäftsstelle(Marzellenstraße 37) ist eine interessante Serie photographischer Aufnahmen: aus Tsingtau, welche das Leben und Treiben der Chinesen bei der mehrtägigen Neuja##rsfeier veranschaulichen, ausgestellt. ∆. Wasserrohrbrüche. Infolge des Tauwetters entstanden gestern eine ganze Reihe Wasserroyrbruche in verschiedenen Stadtteilen. In den meisten Fällen griff die Feuerwehr helfend ein. 9 Anfall an der Nordbrücke. Aus einer Höhe von zwölf Metern stürzten gestern nachmittag zwei Arbeiter aus der BogenKonstruktion in die Fahrbahn. Einer der Arbeiter erlitt einen Oberschenkelbruch, der andere einen komplizierten Unterschenkelbruch. Beide wurden ins Bürgerhospital gebracht. Die Auskunftstelle für Frauenberufe, Klapperhof 26, ist unentgeltlich vom 1. Januar ab Montags und Donnerstags von—6 Uhr geöffnet, ausgenommen an Feiertagen. Handwerk und Gewerbe. Reichspostamt und Handwerk. Eine dankenswerte Verfügung zugunsten der Handwerkervereinigungen hat der Staatssekretär des Reichspostamtes erlassen: Aus den Berichten der Oberpostdirektionen habe ich gern ersehen, daß auch in diesem Jahre Lieferungen und Bauarbeiten an Handwerkervereinigungen übertragen worden sind. Ich vertraue, daß es den fortgesetzten Bemühungen der Oberpostdirektionen gelingen wird, die Handwerkervereinigungen künstig in erweitertem Umfange zu berücksichtigen, und daß namentlich diejenigen Oberpostdirektionen, die in dieser Hinsicht noch zurückstehen, es sich angelegen sein lassen werden, Handwerkervereinigungen zu Lieferungen und Arbeiten heranzuziehen. Soweil### es irgend angeht, sind die Handwerkervereinigungen auch an Instandsetzungsarbetten zu beteiligen. In größeren Orten können diese regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten(z. B. Austreicher=, Tapezier=, Tischler=, Schlosser=, Stellmacherarbeiten usw.) den Handwerkervereinigungen vertragsmäßig übertragen werden. S Eine Silvesterüberraschung. Humoreske von Emil Peschkau. Gustav Klingebiel sen. rieb sich die Hände. Die listigen Aeuglein über den jetzt schon kupferig glühenden Wangen funkelten bald nach rechts, bald nach links, und aus dem buschigen Graubart hervor leuchtete immer wieder das Gold seines jüngsten Zahnes. Es schien, als ob er am liebsten laut aufgelacht hätte, sodaß sich die gnädige Frau teranlaßt sah, rasch die ganze Gesellschaft zu mustern. Aber nirgends entdeckte sie einen Anlaß zur Heiterkeit. Obwohl man bereits beim Punsch saß, war es heute genau so langweilig wie immer, wenn„Hucky" fehlte. Tante Zschorlich, die trotz des Schneegestöbers von ihrem Gute in die Stadt gekommen war und den Ehrenplatz einnahm, erzählte schon seit einer Stunde mit nimmermüder Begeisterung von ihrer neuen elektrischen Buttermaschine, und am unteren Ende des Tisches, in der„Gegend der jungen Leute", führte Gustav Klingebiel jun. das große Wort— wie immer, seitdem er mit Hilfe zweier„Einpauker“ den„Doktor phil.“ erworben hatte, nur vom Gegenstand seiner Doktorarbeit sprechend, dem mittelalterlichen Grammatiker Damianus Planudes, Herr Salzmann, der Prokorist der Firma Klingebiel, brachte auch wieder den Mund kaum auf und sah überdies aus, als ob er schon unwohl wäre; der alte Leutnant Schmidt, ein„stiller Teilhaber“ des Geschäfts, aß zwar für drei und trank für vier, mehr aber als zuweilen ein„Tatsächlich?" oder„Potz Blitz!“ leistete er nie für die Unterhaltung, und die Uebrigen... „Jettchen,“ sagte die Gnädige endlich aufseufzend zu ihrer Tochter, die eben einen Gähnaufall unter der Hand verborgen hatte,„Hucky versprach doch zu kommen?“ Jettchen aber zuckte nur die Achseln, als ob ihr gar nichts an Hucky läge, während ihre Brust sich doch ganz auffällig hob und ein jähes Rot über das hübsche Gesicht flog. lieber Gott!“ erwiderte sie fast schnippisch,„wenn man so gesucht ist wie Hucky, vergißt man auch leicht ein Versprechen. Er hat heut' mindestens ein Dutzend Einladungen und hat wohl überall versprochen,=auf ein Stundchen= zu kommen.“ „Ein Versprechen muß man halten,“ ließ sich jetzt plötzlich Herr Salzmann vernehmen, was so überraschend wirkte, daß alle erstaunt nach ihm blickten, während Jettchen ihm schon heftig zunickte. „Das sagen Sie, Herr Salzmann!“ sprudelte es fast leidenschaftlich über ihre Lippen.„Sie sind aber auch ein anderer Mensch! Alles, was ich mir von Ihnen besorgen lasse, kommt auf die Minute, und alles ist genau so, wie ich's will. Brief papier, Noten, Ansichtskarten, alles, alles! Die violette Tinte, Herr Salzmann, war wieder entzückend— wirklich süß!“ Das leichenblasse Intrigantengesicht des Prokuristen hatte inzwischen etwas Farbe bekommen und jetzt verneigte er sich so hastig nach dem Mädchen zu, daß er an den Doktor phil. stieß, der eben das Punschglas in der Hand hielt und nun sehr unphilosophisch„Au!“ schrie, wobei sich die Falten über der Nase und den Mundwinkeln der Gnädigen noch drohender vertieften. beitdem sie erfahren hatte, daß man diesen Angestellten für geeiter als seinen Chef hielt, war er ihr geradezu verhaßt. Um ehr verdroß sie auch Jettchens„Sie sind aber auch ein er Mensch“, obwohl ja Hucky bei all seiner LiebenswürdigStandesamt der Stadt Koln. 2. Januar 1905. & Geburten. Grete, T. v. Jak. Dusemund, Anstr.=Geh., Mainzerstr. 66.- Herb., S. v. Friedr. Bn###er, Kaufm., a. d. Bottmühle 8.- Christ., S. v. Jak. Lanius, Tapeziererges., Kl. Witschgasse 14.- Wilh., S. v. Heinr. Jochemich, Lagerarb., Achterstr. 59.- Friedr., S. v. Pet. Jansen, Fabrikarb., Biberstr. 1.- Pet., S. v. Pet. Strauch, Konditor, Severinsplatz 6.- Adelheid, T. v. Paul Engels, Sandformer, Bonnerstr. 288D. Jos., S. v. Franz Rodenkirchen, Tagel., Karthäuserhof 22.- Helene, T. v. Jos. Kaulhausen, Tagel., Dreikönigenstr. 24.- Maria, T. v. Hermann Müller, Mariahilfstr. 1I.- Clemens, T. v. Jakob Schafer, Tagelöhner, Karthäuserhof 34.- Karl, S. v. Franz Kretschmer, Kanzeleigehülfe, Alteburgerstr. 48.= Else, T. v. Otto Sauer, Unterzahlm., Alteburgerstr. 69.- Ida, T. v. Fritz Reiche, Schreinerges., Bonnerstr. 248.- Matthias, keit wirklich einen sehr großen Fehler hatte. Er, der selbst eine gute Partie war, wollte keine machen! Das nahm man ihm ja auch in allen Häusern mit Töchtern ein wenig übel. Er wollte nirgends, wie Tante Zschorlich in solchen Fällen zu sagen pflegte, „anbeißen". Und Jettchen hätte ihn gar gern genommen... geradeso wie ihre Mutter... vor dreißig Jahren natürlich, wenn's damals einen Hucky gegeben hätte.... Glücklicherweise war das„Au“ des Doktor phil. kaum verhallt, als sich die Tür öffnete und der an Gesellschaftstagen als Livreediener gekleidete Hausbursche mit aller vorgeschriebenen Feierlichkeit meldete:„Herr Huckenthal!“ Wie elektrisiert sprang jetzt alles auf und sogar Tante Zschorlich humpelte dem Eintretenden entgegen. Nur Jettchen blieb sitzen, was dann auch Herrn Salzmann veranlaßte, sich von seinem Stuhl nicht weiter zu entfernen. „Was ist denn heute mit Ihnen, Hucky?“ fragte die Gnädige schmollend.„Haben Sie gar nichts mehr für uns übrig?“ Worauf er sofort nickte: „Ausgepumpt, Frau Klingebiel! In sieben Familien siebenmal dieselben Witze gemacht! Muß mich erst ein bischen semmeln ... nein, danke sehr, sammeln wollt' ich natürlich sagen. Bei Senftenbergs ist übrigens was Gräßliches passiert. Das Jüngste — Nr. 11 ist's, glaub' ich— hat die Masern. Und wie nun die Gnädige nach ihm sieht, sitzt die kleine Nummer im Bett und das neueste Kindermädchen gibt ihm Punsch zu trinken. Natürlich großes Hallo, ganz Senftenberg stürzt herbei. Die Donna aber sagt ganz kühl:=Haben Gnädige doch befollen, daß ich sull bringen Kindel die Wärmflasche..“ Frau Klingebiel lachte erfreut auf, Jettchen aber rief schroff „Geschmacklos!“, der Doktor phil. schrie„Au!“ Leutnant Schmidt fragte:„Tatsächlich?" und Tante Zschorlich drohte nur mit dem Zeigefinger, während sie schon zu ihrem Nachbar sagte:„Jetzt aber das Merkwürdigste von meiner Buttermaschine...“ „Na, da haben Sie'!“ lächelte Hucky melancholisch.„Einfach ausgepumpt! Ich wirke nicht mehr. Laßt uns Bleigießen, Kinder, oder dreimal im Gäusemarsch um das Haus Klingebiel herumgehn.“ Jetzt aber fuhr plötzlich Herr Klingebiel sen. mit einem fast dämonischen Triumphlächeln auf:„Ach verstellen Sie sich doch nicht, Sie, Sie.... Glaubt ihm nicht, Kinder! Die Ueberraschung ist ja schon hier! Das Großartigste, was er noch geleistet hat! Da!“ Er hatte einen mit der Schreibmaschine beschriebenen Briefbogen aus der Tasche gezogen und schwang ihn über dem Tische wie ein Indianer auf dem Kriegspfade seinen Tomahawk. Alles sah jetzt erstannt auf Hucky, der nur lächelnd fragte: „Das scheint ein Brief zu sein?“ „Es scheint so,“ entgegnete Klingebiel sen. sarkastisch.„Er kam sogar eingeschrieben.“ „Tatsächlich?“ ließ sich der stille Teilhaber wieder hören, während er nach dem Punschglas griff. „Tatsächlich!“ Nun wurde aber auch Tante Zschorlich wieder warm.„Bravo Hucky!“ unterbrach sie, mit den Händen klatschend, die Buttermaschine.„Da bin ich also bei dem Hundewetter doch nicht umsonst gekommen! Ich kam natürlich nur wegen Hucky!“ „Na dann bitte,“ fiel ihr der Hausherr ins Wort, seinen Briefbogen immer ungeduldiger schwingend,„bitte endlich um Ruhe!“ Und dann begann er mit hochgezogenen Brauen, in feierlichem Toue zu lesen: „Hochverehrter Herr Klingebiel! Der Schreiber dieser Zeilen schmeichelt sich, wie kaum ein Zweiter sich verdient gemacht zu haben um Ihr wertes Haus.“ S. v. Christ. Esser, Tagel., Kahlenhausen 9. Kath., T. v. Wilh. Jungbluth, Schwimmlehrer., Deutsch. Ring 44.- Paul u. Joh., Zwillinge v. Pet. Ensch, Küfer, Blumenstr. 6.- Alice, T. v. Friedr. Höchel, Kassierer, Komödienstr. 54.- Juliana, T. v. Karl Ziegler, Bureaugeh., Kahlenhausen 14.- Gerh., S. v. Dr. Philipp Schneider, Chemik., Hansaring 98. " Anna, T. v. Jos. Nachtsheim. Wirt, Mülheim(Rhein).=Edith, T. v. Georg Wonthaler, Kaufmann, Neue Mastrichterstraße 10.. Walther, S. v. Julius Listmann, Postassistent, Auf dem Berlich 13.. Matthias, S. v. Heinrich Kiel, Bäckermeister, Judengasse 1.- Margareta, T. v. Vernhard Götzen, Stukkaturer, Agrippastraße 91.- Wilhelm, S. v. Heinrich Keiten, Bühnenarbeiter, Balduinstraße. 2.- Wilhelm, S. v. Joseph Retteler, Verkäufer, Friesenstr. 69.- Cäcilia, T. v. Kaspar Dreesen, Bauarb., Hohepfortenbüchel 12.- Franz, S. v. Peter Kannen, Gürtler, Thieboldsgasse 18.- Nettie, T. v. Friedrich Berkes, Ingenteur, Jülicherstr. 33.- Anton, S. v. Anton Dantz, Dachdecker, Luxemburgerstr. 49.- Grete. T. v. Hermann Wolff, Kaufm., Engelbertstr. 1.- Alwine, T. v. Rudolf Olitsch, Kellner, Görresstr. 13.- Joseph u. Gertrud, Zwillinge von Joseph Moritz Hausmstr., Triererstraße 2. ∆ Sterbefälle. Ferd. Schmitz, Architekt, 75., Mittelstr. 3.= Pet. Sürth, 10., Pseilstr. 37.- Anna Oberempt, geb. Gauls, Wwe., 65., Gr. Griechenmarkt l.- Paul Burmeister, Kaufm., 25., Breitestr. 133.= Maria Verger, geb. Mührs, 32., Fleischmengergasse 34.— Dorothea Gröninger, 2., Fleischmengergasse 25.- Paul Faitin, Artist, 49 J. Jos. Andernach, 1., Thieboldsgasse 41A.- Anna Gutzeit. geb. Brüggen, 35.. Zollstocksweg 179.- Christian Lanius, 2 St. Kl. Witschgasse 14.= Wwe. Barb. Hamacher, geb. Benekamp, 76., Quentelstr. 5. Wwe. Gertr. Jünger, geb. Lesweng, 70., Im Sionsthal 2.- Apol= lonia Schumacher, 8 M. Friedrichstr. 72.- Wilh. Walz, 2., Mainzerstraße 61.- Theresia Engler, 4., Bonnerstr. 263.- Joh. Scheib, 13 ., Luxemburgerwall 14. Oskar Schuler, Rechtsanw., 49., Lindenstraße 21.= Wilhelmine Bedbordick, 20., Dasselstr. 64.- Ursula Krapohl, 17., Mauritiuswal 65.- Heinr. Weber, Bureaudiener, 58 ., Braunstr. 23. Georg Zink, 9., Perlengraben 23.- Hildegard Rolshoven, 15., Perlengraben 55.- Jakob Laux, 6., SchultzeDelitzschstr. 50.= Engelb. Faßbender, 3., Thürmchensw. 13.- Josefa Nücken, geb. Bos, Wwe., 70., Unter Goldschmied 54.- Wilh. Schneider, 1., Melchiorstr. 13.- Pet. Hausen, Vorarbeiter, 40 J. Werderstr. 25. Heiraten. Mart. Greiß, Gürtler, Siegfriedstr. 19, u. Anna kersfeld, Maybachstr. 22.- Aug. Heinz, Schuhm., Florastr. 114, u. Sib. Vogt, Spichernstr. 6.- Alb. Vonderstück, Buchdr., Ritterstr. 27, u. Eva Flink, Gereonswall 14.- Peter Heinz=Kill, Postb., Balihasarstr. 67A, u. Kath. Verkoyen, Greesbergstr. 3.- Leonh. Storms, Fuhrm., v. .=Gladbach. u. Amalia Isvert, v. Eitelborn.- Peter Otten, Straßenb.= Wagenf, v. Glesch, u. Lisetta Abt, v. Herrntrop.- Konr. Weder, Schalltafelwärter, u. Rosa Krick, b. v. hier. &am Heirats=Ankündigungen. Joh. Schäche, Schreiber, u. Elisabeth Kenels, beide Siebenburgen 35.- Wwr. Georg Kroll, Schlosserges., Brunostr. 8. u. Wwe. Anna Neufeind. geb. Hesseler, Weberstr. 19. Wwr. Christ. Andr e, Anstreichermstr., Ehrenfeld, Platenstr. 5A, u. Christ. Thurn, Ehrenstr. 52.- Wwr. Jos. Ewald, Kaufm., Gr. Witschg. 50, u Beatrix Stoffel, Sterneng. 18.- Matth. Hönscheidt, Kesselschmied, u Kath. Schmitz, beide Buttermarkt 7.- Otto Strung, Kaufm., Hohestraße 69—71, u. Gertr. Kleinertz, Hochstadenstr. 17.- Jul. Wolf, Kaufm. Domstr. 47, u. Hel. Eimons, Poststr. 19.- Lamb. Schiffer, Tagel., u Anna Uhde, geb. Strophff, gesch., Spulmangsg. 49.- Paul Bust, Archit., Essen(Ruhr), u. Anna Leberecht, Mühleng. 6. „Stimmt!“ brauste es nun im Chor.„Das hat er! Wie meine Buttermaschine! Prosit Hucky! Tatsächlich!“ „Klingebiel sen. aber rief:„Ruhe!" und fuhr dann rasch mit erhobener Stimme fort: „Er lebt im übrigen in den geordnetsten Verhältnissen, verfügt über nur Prima=Referenzen, ist nicht vermögenslos und glaubt, sich das Wohlwollen des gnädigen Fräulein Tochter bereits einigermaßen—“ Da war aber auch schon alles aufgesprungen und noch wilder schwirrten die Stimmen durcheinander:„Gott, meine Ahnung!“ „Mama!“„Ist's denn möglich?“„Aber Herr Klingebiel!“„Potz Blitz, potz Blitz!“ „Ruhe!“ schrie Klingebiel sen. wieder, und sofort wurde es jetzt so still, daß man von den Fenstern her das Schneewehen hörte. „Bitte, mein hachverehrter Herr Klingebiel", las er weiter, ich wende mich als Ehrenmann zuerst an den Vater. Sagen Sie nein, dann vernichten Sie einfach mein Diesiges, ich komme nicht mehr darauf zurück. Andernfalls aber, wie ich erwarte, erteilen Sie dem dann als erwünschter Eidam gewiß Erkannten geneigte Erlaubnis, sich um das gnädige Fräulein weiter bemühen zu dürfen.“ Nach diesen Worten unterbrach er sich plötzlich, indem er mit allem Aufwand von Herzlichkeit, dessen er fähig war, sich zu Hucky wandte:„Ich erteile die geneigte Erlaubnis,“ rief er wie ein Verzückter,„nehmen Sie das Mädel!“ Hucky hatte erst lächelnd zugehört, als wollte er einen Spaß nicht verderben, dann wandte er sich etwas verblüfft zu Jettchen und das Glück, das aus ihren Augen leuchtete, ihre Brust wie zum Zerspringen schwellte und die ganze reizende Gestalt mit neuem Reiz umwob, machte ihn fassungslos.„Jett— chen!" stammelte er, und schon hing sie an seinem Hals und die Leidenschaft dieser Zärtlichkeit stieg ihm nun auch noch wie ein Rausch zu Kopf. Bebend glitten seine Hände an ihren Hüften hinauf nach ihrem Nacken, ihren Haaren, während sie sich noch inniger an ihn schmiegte, und plötzlich brannten seine Lippen auf den ihren. Erst als Frau Klingebiel ihn mit einem„Nun ist's aber vorläufig genug, Kinder!“ am Arm faßte, wachte er wie aus einem Traum auf. Schon stand aber Herr Klingebiel senior mit erhobenem Punschglas da, und auf allen Seiten klirrten die Gläser und„Es lebe das Brautpaar!" tönte es mitten hinein in das Prosit=Geschrei auf der Straße und das feierliche Klingen der Neujahrsglocken. Nur Herr Salzmann war unsichtbar geworden, ohne daß ihn jemand vermißte. Eine Weile später, als der Lärm schon verrauscht war, kam aber auch er wieder zum Vorschein, noch immer sehr blaß, und mit demütigem Lächeln bat er um die Erlaubnis, dem verehrten Paare noch„speziell“ gratulieren zu dürfen. Inzwischen hatte der Chef des Hauses seine Gattin in einen Nebenraum gezogen und wieder funkelte ihr das Gold seines jüngsten Zahnes entgegen. „Na!“ lachte er,„jetzt bin ich ja wohl Herrn Salzmann doch über und auch deinem Hucky! Den Brief hat natürlich nicht Hucky geschrieben, sondern Salzmann.“ „Sa—1— z— mann!“ stammelte sie, zurückweichend, als ob plötzlich ein Gespenst vor ihr emporgestiegen wäre. Gustav Klingebiel senior aber rieb sich die Hände vergnügter als je. „Ich kenne meine Pappenheimer,“ lachte er.„Dem eingebildeten Schleicher hab' ich eins ausgewischt, ohne daß er mir's nachtragen kann, und unserm Jettchen hab' ich eine Primapartie verschafft. Solch einen Witz soll mir euer Hucky nachmachen wenn er kann! Prosit Neujahr!"... •· CCIUSS• Höheremsädchenschule Kursus für Lehrerinnenbildung Pensionat unter Leitung der Schwestern vom armen Kinde Jesus Köln=Ehrenfeid, Geisselstraße 98. Die Höhere Mädchenschule nimmt die Kinder, sobald sie schulpflichtig werden, auf und gewährt ihnen in 10 aufsteigenden Klassen eine abgeschlossene Bildung. Es ist daher ratsam, die Kinder von Anfang an der höheren Schule zu übergeben. Der fremdsprachliche Unterricht beginnt bereits mit dem 4. Schuljahr, und so bereitet der Eintritt zu diesem oder einem noch späteren Zeitpunkte nach vielfach gemachten Erfahrungen große Schwierigkeiten. Im neuen Schuljahre wird die Schule nach den der Neuordnung der höheren Mädchenschule zugrunde liegenden Lehrplänen arbeiten, wodurch sich die Schwierigkeiten voraussichtlich noch erheblich steigern werden. StadtveroränetenVersammiung. Tagesordnung zur 1. Sitzung am Donnerstag, den 7. Januar 1909, abends 612 Uhr. 1. Einführung des Herrn Stadtverordneten Falk. 2. Ueberlassung des Gürzenich a. an den Verein zur Förderung des RautenstrauchJoest=Museums, b. an die Direktion der Konzertgesell schaft, c. an den Verband evangelischer Vereine, d. an das Offizierkorps des akti ven und Beurlaubtenstan des, e. an die Polyhymnia 3. Ueberlassung des Opernhauses zu einem Konzert für das städtische Orchester. 4. Grundstücksaustausch mit der Eisenbahn am Bahnho Bonntor. 5. Antrag Kausen betr. die Umsatz= und Wertzuwach 6. steuer. An Anträge Joesten und Ge nossen betr. die städtischen Straßenbahnen. 7. Pflasterung eines Zuganges zur St. Annakirche. 8. Antrag Bank und Genossen betr. Errichtung von Berufsfeuerwehren in den Vor orten. 9. Vorentwurf für eine 16 klassige Volksschule an der Lohrbergstraße an Stelle einer 6klassigen am Duffes bach=Scherfginstraße. 10. Errichtung neuer Lehrstellen an den Volksschulen Ostern 1909. II. Straßenbenennungen. Parallelstraße südlich vom Grembergerweg: Westerwaldstraße; Straße von der Platen= zur Leyendeckerstraße: Thielenstraße; Platz an dieser Straße: Thielenplatz; Straße von diesem Platz zur Subbelratherstraße: Intzestraße. 12. Antrag Wiethoff betr. frühzeitigere Oeffnung des Hohenstaufenbades. Am Montag, den 4. Jan. 1909, nachmittags 3 Uhr, sollen im Pfandlokale Stammheimerstraße 105 in Cöln=Riehl gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. 1 Pferd, Fuchs, Wallach, v. 1 Vertiko. Lichtenberg, Gerichtsvollzieher in Cöln.* Schillingstraße 39A. Zwangs-Versleigerung. Am Montag, 4. Jannar 1909, nachmittags 4 Uhr, soll im Versteigerungslokale ülicherstraße 1 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie gebrauchte Möbel. Buchholz. * Gerichtsvollzieher in Cöln, Aachenerstraße 41. Am Montag, 4. Januar 1909, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Weidengasse 34 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1. verschiedene Damenkleiderstoffe, 2. eine große Partie Konserven. Fuchs, * Gerichtsvollzieher in Cöln. Hildeboldplatz 23. Am Montag, den 4. Jan. 1909, vormittags 10½ Uhr. sollen im Pfandlokal Hahnenstraße Nr. 36 zu.öln gegen gleich bare Zahlung öffentlich Reistbietend versteigert werden: 1 Büsett, 1 fünfflammiger Kronleuchter, 1 Goldrahmen, 1 Hund. Caspar, Gerichtsvollzieher in Cöln Zwangs-Versteigerung. Am Montag, den 4. Jan 1909, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokal Neußerstraße 315 in Cöln=Nippes gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. 1 Pianino, b. 1 Rezulateuruhr, 4 Vasen, 2 Bowlen, 1 Partie Gläser, 3 Dutzend Messer, 3 Dutzend Ga beln, 3 Dutzend Löffel, 1 Spiegel, 1 k u p f e r n e r K e s s e l, 3 K a s s e r o l l e n, Partie Porzellan, 2 Waschkommoden, 2 Spiegel, 1 Kommode(eingelegt), 2 Kleiderschränke, 1 ovaler Tisch(Nußbaum), 3 Sessel, 6 Oelbilder, 2 Oelbilder (Porträts), 1 Vertiko, 1 Nachttisch, 1 Spiegel mit Konsol, 1 Sosa u. 1 Sessel, 1 Nähtisch, 1 Blumenständer, 1 Waschtisch, 3 Oelbilder, 1 Nähmaschine, 1 Ausziehtisch, 1 Bücherschrank, 87 Bände Klassiker pp., 100 Betttücher, 50 Kissenbezüge, 50 Tischläufer, 150 Servietten, 1 Schreibtisch, 1 eiserne Bettstelle. c. 1 Pianino. Lich enberg. Gerichtsvollzieher in Cöln. Schillingstr. 39A. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 3&a Sonntag, 3. Januar 1909. OpernhausRestaurant. Seite 11. Heute nachmittag 5 Uhr lilitär-Konnert. Zwangs-Versteigerung. Am Montag, 4. Jannar 1909, nachmittags 2½ Uhr, sollen Mauritiussteinweg in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbielend versteigert werden: 1 Büfettschrank, 1 Waschkommode mit Marmor und Spiegel, 1 Kleiderschrank usw. Versammlung der Kaufliebhaber Thieboldsgasse 146 in Cöln. Bardenheuer, Gerichtsvollzieher in Cöln. KonkursVersteigerung. Am Montag, den 4. Januar und nötigenfaus am Dienstag, den 5. Jannar 1909. vormittags 9 Uhr beginnend, soll im Auftrage des Konkursverwalters Justizrat Krupp in Bonn im Pfandlokal Simarplatz 12 zu Cöln=Ehrenfeld gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partieschuhwaten. Thomas, Gerichtsvollzieher in Cöln=Ehrenfeld.* : Verein für 2 Gartenkultur und 3 § 1859. Botanik. 190.. 3 * General=Versammlung * Sonntag, den 3. Jan., X " vormittags 11 Uhr. im 4 4 Konzert=Saale der Bür= „ gergesellschaft. * T a g e s o r d n u n g: J a h r e s 2 bericht, Kassenbericht, Vor 2 X standswahl, Wahl der Rech X nungsrevisoren. Hierauf:# 9 Monats=Versammlung* X mit bekannter Tagesord5 nung. 3 Hoologischer G Garton. Eintrittspreis an all. Sonn- u. Felertagen: 50 PfE Kinder 25 Pfg. nachmitt. 3½ Uhr: Konzert. Damenund Herrenirme ∆ gut und solide, nur 1,75, 1,95, 2,10,.40 usw. bis 11.K, im Stapelkaufhaus* Bürgerstr., Eche Budengasse. igerung. Am Montag. den 4. Januar 1909, sollen zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. Morgens 9¼ Uhr Dracheufelsstraße 29, Hof, 2. Et. links: 1 nußb. Kommode mit 4 Schubladen. d. Nachmittags 4 Uhr Triererstraße 13, 2. Et.: 1 Pianino, 2 Vertikos, 3 Betten, 2 Sofas, 2 Sessel usw. Walbroel, Gerichtsvollzieher in Cöln, Ehrenstraße 73. Am Montag, den 4 Januar 1909, nachmittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokale Weyerstraße 106 gegen gleich dare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Trumeauspiegel, 1 Sofa, 1 Büfettschrank. Lauck, Gerichtsvollzieher in Cöln. Zwangs-Verseigerung. Am Montag, den 4. Jannar 1909, nachmittags 4 Uhr, oll im Pfandlocale Landmann= traße 1 in Ehrenfeld gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Vertiko. Harig, Gerichtsvollzier in Cöln. 1000 Stück echte Harzer Kauarienvögel St. Seifert u. Trute, Tag= u. Lichtsänger, steh. z. Verk. v...an im Hotel Z. schwarzen Bären, Heumarkt 24. Vogelhändler aus d. Harz. Habe mich als prakt. Arzt, Wundarzt u. Geburtshelfer niedergelassen. Sprechstunden: —½10, 12—½2 und—8. Dr. Wölflinger, Ehrenfeld, Subbelratherstr. 291, am Simarplatz. Magenleidenden teile ich aus Dankbarkeit gern u. unentgeltlich mit, was mir n jahrelangen qualvollen Magen- und Verdauungsbeschwerden gehollen hat. A. Hoeck, Lehrerin, achsenbausen b. Frankfurt a. M. Täglich nachm. 3½ Uhr ab:6 Künstler Konzert. Wilh. Vickus Opernhaus. Montag, den 4. Januar 1909. Vorstellung außer Abonnem. Anfang 8 Uhr. Gastspiel Miss Ruth St. Denis in ihren indischen Tänzen. Anfang 8 Uhr, Ende ca. 10 Uhr. Große Preise. Dienstag, den 5. Januar 1909. Vorstellung außer Abonnem. Anfang 8 Uhr. Gastspiel Miss Ruth St. Denis in ihren indischen Tänzen. Große Preise. uspielhaus. Außer den Sonntags= und Mittwochs=Konzerten Täglich 31g 8714 Uhr: KünstlerKonzerin elne Mnriel Ren 7. Fuss-Artillerie-Regt. Eintritt 25 J. Dutzendkarten K.50. Abends 8 Uhr: 1. grosses Karneval. Konnert .gemeinschaftl. Liedern. Eintritt 50 Pfg. Ehrenkarten haben gegen Lösung ein. Liederhefte: Gültigkeit. Wilh. Vickus. Kapelle. uS Wilh. Vic Madt-urtan Sonn- und Feiertags, " Montags. Mittwochs und Freitags nachm. von 3½ Uhr ab Konze Montag, den 4. Januar 1909. 112. Ab.=Vorst. Serie D. „ Anfang 7½ Uhr. Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. ... Inszeniert von Dr. Fr. Krüger. Mitwirkende: Die Damen: Scholtz, Reimers, Reye, Frey Wetzle:, Kroeck, Hensgen, Kellermann; die Herren: Dr. Fr. Krüger, Becher, Ekert, Senden, Portz, Heber, Pittschau, Tuerian, Anfang 7½ Uhr. Ende ca. 10 Uhr. Mittel=Preise. Dienstag, den 5. Januar 1909. 134. Vorst. 16. volkstüml. Vorst Anfang 8 Ilenschen. Drama in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Volkstümliche Preise. Antwerpenerstr. 6. direkt am Friesenplatz u. Hohenzollern=R. Telephon 8151. Kölns beliebtestes Vergnügungs=Etablissement. Straßenbahnverbindung nach allen Richtungen. Maugs-9 Am Montag, 4. Jannar 1909, vormittags 11 Uhr, ollen im Pfandlokale Weyerstraße 106 zu Cöln, gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbielend versteigert werden: 1. 5 Stücke Matratzen=Drell a 60 Meter, 3 Stücke Flanell, II. 1 Sofa, 1 Büfett, 1 Pfeilerspiegel mit Konsole, 1 Sofa, zweitüriger Kleiderschrank, 1 komplettes Bett mit Einlagen, 1 Kommode mit Marmorplatte, 1 Ausziehtisch, 1 Nähmaschine, 1 Bild, III. um 11½ Uhr: 1 Geldschrank. Krufe. Gerichtsvollzieher in Cöln.* Zwangs=Versteigerung. Am Montag, 4. Jannar, 1909, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Lupusstraße 13 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 große Partie Möbel, ferner nachmittags 3 Uhr im Pfandlokale Marien= platz 24 zu Cöln: verschiedene Kleidungsstücke, Federkissen 2c. K. Schweitzer. Gerichtsvollzieher, Cöln, Balthasarstraße 11. Jeden Sonn= und Feiertag sowie Mittwochs alle 14 Tage IMllen Große Kavall=rie=Kapelle. Se Entree frei. Grosse Allgemeine Karnevals-Gesellschaft Sitzungslokal: Viktoriasaal Präsident: Peter Prior. Sonntag, den 3. Januar nachmittags 4 Uhr: HerrenSitzung. Fremde haben Zutritt. Einlasskarten zu ermässigten Preisen sind in den bekannten Oebitstellen und in unserer Geschäftsstelle Weinrestaurant Mosella, Stephanstrasse 2, erhältlich. Der Kleine Rat. Mittwoch, den 6. Januar, abends 8 Uhr im Viktoriasaal Gr. Damenkränzchen Reden, Lieder, Theateraufführung von Witt und Eheler: Der Moralpräsident. 8 Jahros-Abonnement pro 190918 ## Hauptkarte. M. ##Erste Zusatzkarte„.—6 ##edeweitere Zusatzkarte„.—# ## Einzelkarte für alleinstehende *# Personen unter 30 jahren M. 10.— 3½ Uhr: Konzert.# 5 Samstag, 9. Januar 1909, abends 7½ Uhr: Richarö Wagner Abend von Heinrich Knote k. b. Kammerlänger. Am Klavier: Wolfgang Ruoff. Flügel: Blüthner aus der Niederlage von C. A. Fischer, Apostelnstrasse 9. Karten: Numeriert 6 Mk., nichtnumeriert 3 Mk. Verkauf: Hofmusikalienhandlung Joh. Franz Weber G. m. b.., und an der Abendkasse. Grosse Karnevals-Gesellschaft Sonntagabend, den 3. Januar cr. grosse Sitzung mit Damen im festlich geschmückten Viktoriasaale, Waidmarkt. Fremde haben Zutritt. Anfang 9 Uhr. massigungskerten sind in den bekannten Zigarrengeschäften Der Kleine Rat. I..: Jos. Hilberoth. Hotel-Restaurant Luzerner Hof An den Dommnikanern 3. Heute, Sonntag, von 4 Uhr ab: Karnevalist. Konzert bei freiem Entree. gleichzeitiglasenbraten 1M., Gänsebraten 1., 2 Bahn.30 M. Es ladet freundlichst ein Heinrich Heck. Kath. Bürger=Verein Köln=Kippes. Am Sonntag, den 3. Jannar 1905, abends 8½ Uhr, findet im Viktoriasaale des Herrn Becker, Sechzigstraße 6, ein statt. Vortragsabend Pastor R. Rosch wird über das Thema sprechen Wir bitten unsere Vereinsangehörigen ihre Familienmit glieder, insbesondere auch die jüngeren, zum Besuch des Vortrages zu veranlassen. Der Vorstand. Nrs.— Hontag und folgende Tage Blusen Blusen aus mittelfarbigen Stoffen m. Säumchen verziert, regulärer Wert M. 4,75 jetzt M. aus hell gestreiften Wollstoffen in hübschen Dessins, Faltenform, ganz gefütt., regul. Wert M..75, jetzt M. aus guten Plaidstoffen in schönen Schotten, flottes Fasson, ganz geDrasen-füttert, regul. Wert M..50, jetzt M. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 3* Sonntag, 3. Januar 1909. Es ist längst bekannt, dass unser Räumungs-Verkauf eines ganz besonderen Interesses sich erfreut. Dieses ist gerechtfertigt durch die ganz auffallend billigen Preise für unsere sämtlichen Artikel, die wir unter allen Umständen, ungeachtet der uns entstehenden grossen Verluste, vor Eingang der neuen Ware räumen müssen. AMTIN Gmaf unserer gesamten Lagerbestände in allen Abteilungen— bekanntlich nur Waren allerbester Art.— 1 90 Blusen aus vorzügl. Wollstoffen verschied. Arten, gute Verarbeitung in vielen Formen, reg.Wert M. 12.—. jetzt M. 90 75 150 Abendblusen aus guten gestickten Tüllen mit Spitzen reich garn., Verarbeit. auf Tüll, regul. Wert M. 13,—, jetzt M. Serie aus Ia. Tüllen m. schönen Effekten u. feinen Entredeux geschmackvoll verziert, reg. Wert M. 16,50, Jetzt M. aus reiner Seide in schönen Streifen und Karos, gute Verarbeitung, regulärer Wert M. 15.—, jetzt M aus vorzügl. Seide einfarb., gestreift und bunt gemustert, verschiedene Fassons auf Futter, regulärer Wert Unterröcke. aus gut. gestreiften Stoffen, schwarz— weiss und farbig gestreift, weiter Unier- Schnitt, waschbar jetzt M. O. n" aus reinwoll. Velour und gutem Sm Alpakka mit reich garn. Volants.##. 5 Poche Regul. Wert M. 10.— jetzt M.)-8 aus vorzügl. engl. Moiré in verschied. m Fassons, mit Samtband und Plisée###.##5 garn. Regul. Wert.14.—, jetzt M. GK jetzt M Modelle in Hüten, Kostümen und Blusen nur Pariser Originale zur Hälfte der bisherigen Preise. Mänteln Kleiderstoffe Serie Bester Wollmousseline in entzückenden Dessins für Kleider und Morgenröcke. 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Regulärer Wert M. 12,00 jetzt M. fussfrei, aus verschiedenen prachtvollen Stoffen. Falten- und amerikanische Formen gediegenster Ausführung. Regnl. Wert M. 25,00 jetzt M. 95 75 12 50 Der Verkauf geschieht nur gegen Barzahlung.