Bezugs-Preis, mit Sonntagsbeilage Lolonia, durch die Crägerinnen wöchentlich 10 Pfg., monatlich 40 Pfg. Anzeigen-Preis: 15 Pfg. die einspaltige Zeile(letzte Seite 18 Pig.). Kölner Stellen= und Arbeits=Gesuche sowie MietAnzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Pfg. die Zeile. Auswärtige Anzeigen 20 Pfg.(letzte Seite 25 Pfg.). Reklamen 50 Pkg. für hiesige, 60 Pfg. für auswärtige. Offerten-Annahme 25 Pig. S Postpreis mit der Sonntags=Beilage Colonia M. 1,50(3 Mon.), M..—(2 Mon.), M. 0,50(1 Mon.). Kölner Geschäftsstelle und Anzeigen-Annayme: Marzellenstrasse 37. General-Anzeiger für die rheinische Hauptstadt. 2 Kölner Fremsenblati. Nr. 118, 22, Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln, Freitag, 1. Mai 1908. Redakt.: 5231, 5232,5233,5234 heute 16 Seiten. politische Tagesschau. J Im Reichstage verlas der Präsident gestern ein Telegramm des griechischen Kammerpräsidenten, der dem Reichstage die Begrüßung des Kaisers auf griechischem Boden durch ihn mitteilt und daraus Anlaß nimmt, dem deutschen Volke die wärmsten Sympathien des griechischen zu versichern. Der Reichstag ermächtigt seinen Präsidenten, seinen wärmsten Dank für die Kundgebung auszusprechen. Das Haus beriet dann in erster Lesung die Postdampfersubventionsvorlage, durch die dem Norddeutschen Lloyd für Nebenlinien, die er zur Verbindung Neuguineas nach Japan und Australien einrichten soll, jährlich ein besonderer Zuschuß von einer halben Million geleistet werden soll. Das Haus beschloß nach kurzer Debatte die Beratung der Postdampfersubventionsvorlage in der Budgetkommission, nahm danach die Vorlage über die Abgaben im ausländischen Grenzver kehr mit Automobilen, wodurch dem Bundesrat das Recht gegeben wird, einen billigeren Tarif einzuführen, an. Es folgt die erste Beratung der Teuerungsvorlage. Durch die Vorlage werden in Form eines Nachtragsetats pro 1908 23½ Millionen zu Teuerungsvorlagen für untere und mittlere Beamte bereitgestellt, die nicht seit dem 1. April 1907 entsprechende Gehaltsaufbesserungen erfahren haben und deren tatsächliches Gehalt den Betrag von 4200 M. nicht übersteigt. Die Beihülfen sollen 100 M. für die unteren Beamten und 150 M. für die mittleren Beamten betragen. Reichsschatzsekretär Sydow erklärt, die Vorlage entspreche genau den Zusagen, die er in der Sitzung vom 10. März bei Ankündigung der Verschiebung der Besoldungsvorlage gegeben habe; sie bezwecke, daß die Beamten durch die Verschiebung der Besoldungsvorlage auch nicht einmal vorübergehend schlechter gestellt werden sollten, als sie im Jahre 1907 gestellt waren. Mit dem Gesagten sei auch schon die Grenze angegeben, bis zu der die verbündeten Regierungen bei diesem Nachtragsetat zu geben bereit seien. Ueber den Zweck, die Beamten nicht schlechter gestellt zu sehen, als im vorigen Jahre, seien die verbündeten Regierungen hinauszugehen nicht bereit, er habe den Auftrag, dies hier gleich zu erklären. Er empfehle daher, die Vorlage unverändert anzunehmen. Abg. Dr. Spahn(Ztr.): Aus der Erklärung des Herrn Staatssekretärs haben wir mit Bedauern entnehmen müssen, daß die Regierung über die Vorlage nicht hinausgehen will. Die Verantwortung dafür müssen wir den verbündeten Regierungen zuschieben. In jedem Falle müssen wir versuchen, in der Kommission die Vorlage noch zu verbessern, und ich beantrage, sie an die Budgetkommission zu verweisen. Wir erachten die Prüfung wenigstens der Frage für geboten, ob die Vorlage nicht auf die verheirateten Unterzahlmeister ausgedehnt werden könnte. Sodann können wir auch nicht vorühergehen an den in Betrieben des Reichs oder für das Reich dauernd beschäftigten Arbeiter. Die Vorlage ist in ihrer Fassung nicht ohne Bedenken, soweit sie sich auf die mittleren Beamten bezieht. Die preußische Vorlage ist mit der Aenderung des Dispositivs verabschiedet worden, daß an Stelle der Worte„deren tatsächliches Gehalt den Betrag von jährlich 4200 M. nicht übersteigt“ die Worte gesetzt worden sind:„Sofern sie nicht den Wohnungsgeldzuschuß der höheren Beamten beziehen". Dadurch ist eine Erweiterung des Kreises der mittleren Beamten, welche an der Teuerungszulage Teil haben, eingetreten, indem für die mittleren Beamten die Beschränkung auf diejenigen mit einem Gehalt von 4200 M. weggefallen ist. Für das Reich kommt aber in Frage, ob die Beschränkung aufrecht zu erhalten oder ob nicht vielmehr auch diesen Beamten die Teuerungszulage zu gewähren ist; allerdings dann nicht allen, weil sie ein höheres Gehalt erreichen, wie die Provinzialbeamten, sondern nur denjenigen, deren Gehalt tatsächlich 4200 M. nicht übersteigt. Redner weist zum Schluß den Vorwurf zurück, daß das Zentrum an der Verzögerung der Beamtenbesoldungsvorlage schuld sei. Er weist zu dem Zwecke auf eine Aeußerung des Abg. Schrader in Frankfurt hin, wonach Fürst Bülow den Abgeordneten in Norderney bei den dort gepflogenen Verhandlungen nahe gelegt habe, die Frage der Beschaffung der notwendigen Mittel einstweilen zurückzustellen. Nach dieser Aeußerung werde man dem Zentrum den Vorwurf nicht mehr machen können, daß es an der Verzögerung der Beamtenaufbesserung schuld sei. (Beifall im Zentrum.) Reichsschatzsekretär Sydow: Die Vorlage über die Beamtenbesoldungsreform sollte erst zum Herbst an den Bundesrat gebracht werden und werde dem Reichstage dann rechtzeitig bei seinem Zusammentritt vorliegen. Abg. Hamecher bittet um Auskunft, wie es mit der Teuerungszulage für diejenigen Beamten bestellt sei, die bis zum 1. Oktober ihrer Wehrpflicht genügten; weiter bedauert er die Verquickung der Beamtenbesoldungsfrage mit der Reichsfinanzreform. Nachdem auch die übrigen Vertreter der einzelnen Parteien sich für die Beratung in der Kommission ausgesprochen hatten, wurde die Vorlage an die Budgetkommission überwiesen. Die„beamtenfreundlichen" Nationalliberalen. In einem Leitartikel in Nr. 459, der sich mit Beamtenkandidaturen befaßt, schreibt die nationalliberale Köln. In Deutschland ist den Beamten, im Gegensatz zu allen übrigen Kulturstaaten, der Zutritt in das Parlament nicht verwehrt, ja sie haben sogar vor den anderen Abgeordneten den Vorzug, daß der Staat ihnen die Vertreter stellt, die zur Fortführung des Dienstes während der Tagung nötig sind. Man kann zugunsten dieser deutschen Eigentümlichkeit geltend machen, daß die Beamten in der Lage sind, über die Erfordernisse ihres Dienstes sowie über ihre eigenen Verhältnisse sachgemäß Auskunft zu geven. Aber die Zeit wird kommen, wo diese Zulassung der Beamten, über deren Nachteile wir uns hier nicht näher auszusprechen brauchen, aufhören wird. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß Versuche, den Beamten E Kölnischer 1. Mai. 1827 Die Preuß.=Rhein.(Kölnische) DampfschiffahrtGesellschaft beginnt ihren Dienst auf der Strecke Köln—Mainz mit einem Boot, dem schon am 8. Juni das zweite zugesellt wurde. Ein drittes fuhr 1830, bis acht Boote 1835. Ende 1835 hatte die Gesellschaft 552620 Personen, und Güter im Gewicht von 1 140 361 Zentner befördert. Die Düsseldorfer Dampfschiffahrts=Gesellschaft, welche.35 ihre Fahrten begonnen hatte, schloß 1853 mit der Kölner einen 1858 erneuerten Sozietätsvertrag, wonach jede Gesellschaft die gleiche Zahl Dampfschiffe stellte. 1872 Der Tag, an welchem Erzbischof Philipp von Heinsberg vor 700 Jahren nach dem großen Stadtbrande von 1149 die Kirche Groß St. Martin einweihte, wird durch die Weihe des Hochaltars und zweier Nebenaltäre, die bei der 1868 begonnenen Wiederherstellung des Innern der Kirche neu errichtet worden sind, festlich begangen. 1873 Der Betrieb der Kölner Gaswerke geht von der Imperial=Continental=Gas=Association auf die städtische Verwaltung über.— Wiedereröffnung des Pantaleonsbahnhofes zu Köln(täglich fahren bzw. kommen an ein Marktzug und vier Personenzüge).— Die Stadtv.= Vers. bewilligt für den Ausbau der beiden Türme von St. Kunibert 2500 Taler. 1879 Gastspiel des Herzoglich Meiningenschen Hoftheaters(Die Räuber), das bis 3. Juni dauerte. Die Einnahme belief sich auf 103000 M.(1877 gastierten die Meininger vom 1. Mai bis 10. Juni.) 1880 Eröffnung der mit der Oberrealschule unter derselben Direktion stehenden städtischen Fortbildungsschule zu Köln mit dem Zweck, junge Handwerker und andere junge Leute im Zeichnen, im Deutschen, Rechnen und in der Geschichte weiter zu bilden. 1888 Eröffnung des neu errichteten Hülfskrankenhauses an der Zülpicherstraße.— Eine neue Armenordnung tritt in Kraft. 1889 Konsekration des Gymnasial=Religionslehrers Dr. Anton Fischer zu Essen zum Hülfsweihbischof durch Erzbischof Dr. Philippus Krementz unter Anwesenheit der Weihbischöfe Roermann von Luxemburg und Feiten von Trier. 1890 Die Stadtv.=Vers. beschließt ein Ortsstatut, wonach die Erlaubnis für den Betrieb von Gast= und Schenkwirtschaften von dem Bedürfnis dafür abhängig gemacht wird. Die Zahl der Wirtschaften betrug am 1. Juli 1888 in Altköln 1032, in den Vororten 465, am 1. April 1890 in Altköln 1193, in den Vororten 491(es kommen sonach eine Schankstelle auf 160 bzw. 188 Seelen). 1891 Beginn des von Musikfreunden veranstalteten, dreitägigen Beethovenfestes im Gürzenich, bei weichem sämtliche Symphonien Beethovens von Kölner Künstlern aufgeführt wurden. Der Ertrag diente zur Gründung eines Witwen= und Waisenfonds für das städtische Orchester. 1891 Direktor Hegener der Gas= und Wasserwerke legt seine Stellung nieder und wird Direktor des Humboldt in Kalk. Sein Nachfolger im städtischen Dienst ist Direktor Joly. 1892 Sozialdemokratische Versammlung im Restaurant Karl dem Großen aus Anlaß der Maifeier; nachmittags 3 Uhr Zug(3000 Personen beiderlei Geschlechts) vom Volksgarten über die Ringstraßen zur Goldenen Ecke. ihre verfassungsmäßigen Rechte zu nehmen, wie sie hier von nationalliberaler Seite in Aussicht gestellt werden, auf Erfolg nur in einem Parlamente rechnen können, in welchem der Einfluß des Zentrums, das unbedingt für die verfassungsmäßigen Rechte aller Staatsbürger eintritt,„ausgeschaltet“ ist. Eben darum aber wird man auch in Beamtenkreisen auf die Taten der Blockmehrheit des Reichstags ein aufmerksames Auge haben müssen. Feutlleton des Kölner Local=Anzeiger. 1. Mai 1900. E Schattenblume. [27] Originalroman von Irene v. Hellmuth. „Es war doch so furchtbar einfach; jetzt freilich denke ich auch, es war ein Unrecht, daß ich einem anderen Manne zum Altare folgte, denn ich fühle es deutlich: Ich werde ihm niemals das Glück geben können, das er verdient, es ist schrecklich, in die Ehe zu treten mit dem Bilde eines andern im Herzen!“ Alfred wollte die geliebte Gestalt an sich reißen, vergessen war all der Schmerz, den sie ihm bereitet,— aber sie wehrte ihm hastig:„Nicht so,— Alfred, es kann, es darf ja nicht sein!“ Seine erhobenen Arme sanken schlaff herab.„Verzeih,— ich vergaß einen Augenblick, daß du eines andern Weib bist,“ sagte er schmerzlich. „Hattest du mir beim Abschied nicht mein Wort zurückgegeben, hättest du mich behalten als deine Braut, keine Macht der Welt wäre imstande gewesen, mich von dir zu trennen!“ „Konnte ich denn anders?“ rief Alfred verzweifelnd.„Mein Vater im Gefängnis, unser Name befleckt, entehrt, für immer gebrandmarkt, wie ich wähnte, und gar keine Aussicht, daß sich das Dunkel jemals lichten werde. Da durfte ich meine Hand nicht nach dir ausstrecken, ich mußte dich vergessen, ich mußte Brot schaffen für die Geschwister,— da durfte ich an kein eigenes Glück mehr denken. Es ist auch wie ein Wunder, daß die Sache an den Tag kam. Das konnte freilich niemand voraussehen!“ „Wie ging es denn zu?“ „Ach, hier ist nicht der Ort, die lange Geschichte zu erzählen. Wie habe ich mir das alles ausgemalt, wenn wir beisammen säßen, Hand in Hand und uns glücklich in die Augen sähen, dann wollte ich dir erzählen, wie alles gekommen. Nun ist der schöne Traum in nichts zerronnen, ich bin der unglücklichste Mensch auf der Welt!“ Wieder stöhnte er schmerzlich auf, „Weshalb ließest du nie ein Wort hören?“ fragte Gerda mit halberstickter Stimme. „Was sollte ich denn schreiben?“ versetzte er traurig.„Unsere Lage war die denkbar schlechteste. Und kein einziger Hoffnungsstrahl fiel in das Dunkel. Mein Vater konnte seine Unschuld nicht beweisen, der Schein war gegen ihn. Ach. laß mich schweigen über das, was ich in diesen Monaten durchgekämpft! Schildern könnte ich es doch nicht! Und nun, da die Sonne des Glückes wieder über mir aufzugehen schien, nun bin ich elender denn zuvor, denn was ist die Qual der letzten Zeit gegen den Jammer, der jetzt mein Herz erfüllt! Du, die mein alles war, die ich an meine Brust drücken wollte in namenlosem Jubel— bist mir verloren füe immer! Jetzt weiß ich erst, daß in meinem Innern trotz alledem noch die Hoffnung lebte, daß der Gedanke an dich mich hinweg trug über alles Leid, denn jetzt erst bin ich ganz unglücklich!“ Gerda begann jetzt sehr unruhig zu werden. Vom Turm der Fabrik hatte es längst Mittag geläutet, ihr Gatte konnte jeden Augenblick zurückkommen, und sie wollte nicht, daß er sie hier traf mit einem unbekannten Manne. Er müßte ihnen beiden ja die Erregung ansehen. Was sollte sie ihm überhaupt wegen ihres langen Ausbleibens sagen? Wie sollte sie das erklären? Auch konnten jetzt Arbeiter, die um die Mittagszeit die Fabrik verließen, hier vorbeikommen. Es wohnten zwar keine Bediensteten in der Nähe, denn die Wohnungen lagen weit unten im Tal, aber der Zufall konnte doch den einen oder andern hier heraufführen. Das wollte Gerda nicht, daß man sie hier sah, es konnte leicht Anlaß zu müßigem Gerede geben. Sie spähte angstvoll nach allen Seiten hin, doch der Weg lag ganz einsam, niemand war zu sehen. Nur der Sturm umtobte sie mit ungeheurer Gewalt. „Wir müssen uns trennen, Alfred," „Mein Gatte kann jeden Augenblick suchen.“ Er fuhr auf, wie aus einem Traum. „Ja,— du hast recht,“ murmelte er,„ich gehe.“ Während sie sich die Hände zum Abschied reichten, brach noch einmal das ganze bittere Weh, der ganze Schmerz dieser qualbegann Gerda endlich. zurückkommen, mich zu vollen Trennungsstunde durch, sie fühlten es beide, daß sie diese Szene beenden mußten, sollten sie nicht unterliegen. „Was gedenkst du jetzt zu tun?" fragte Gerda, ohne die Augen zu erheben, denn sie fühlte, daß der Blick Alfreds heiß und glühend auf ihr haftete, und sie fürchtete sich diesem leidenschaftlichen, wenn auch stummen Flehen gegenüber. „Mein Entschluß ist gefaßt,“ sagte er dumpf.„Ich kehre gar nicht zu den Meinigen zurück. Ich teile meinem Vater schriftlich mit, was geschehen ist, und daß ich nach England gehe. Ich fürchte, er könnte mich wankend machen wollen in meinem Vorhaben. Er will mich natürlich jetzt, wo er mich so lang entbehren mußte, nicht fort lassen, das weiß ich,— aber bleiben kann ich nicht,— ich kann nicht! Ich muß hinaus,— fort,— am liebsten ginge ich in den Krieg,— wenn das möglich wäre, vielleicht fände dann irgend eine mitleidige Kugel den Weg zu mir, um diesem elenden, verfehlten Dasein ein Ende zu bereiten. Na— wer weiß, was geschieht—“ „Alfred!“ schrie Gerda auf,„was willst du tun? Willst du mich noch elender machen, als ich bin?“ Er wandte sich ab. „Verzeih,“ sagte er leise,„ich will ja versuchen, dies Leben weiter zu tragen, wenngleich der Tod für mich eine Erlösung wäre. Die Versuchung, dies Dasein zu enden, wird wahrscheinlich noch öfters an mich herantreten! Aber jetzt— lebe wohl!“ Er riß sich gewaltsam los und stürmte, ohne auf den Weg zu achten, mitten durch das dichte Gestrüpp hindurch davon. Wie ein Trunkener eilte er weiter, er sah sich nicht ein einziges Mal um. Gerda aber stand und starrte ihm nach, bis seine Gestalt zwischen den Büschen verschwand. Dann seufzte sie tief auf und schlug den Weg nach der Ruine ein, im stillen verwundert, daß Viktor noch nicht zu sehen war. Elftes Kapitel. Am Nachmittag und Abend sowie an den folgenden Tagen befanden sich alle Bewohner des kleinen Ortes in einer unbeschreiblichen Aufregung. Gruppenweise standen die Leute beisammen und besprachen erregt den ungeheuren, schrecklichen Vorfall. So etwas war seit Menschengedenken nicht dagewesen! Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 113 8p; Freitag, 1. mai 1903. Han beachte die Eleinen Anzeigen auf Seite 13. Infolge seiner zahlreichen Verbreitung in der christlichen Arbeiterschaft ist der Kölner Local-Anzeiger zur erfolgreichen Veröffentlichung von Arbeits-Angehoten besonders geeignet. Der Besuch der deutschen Bundesfürsten in Wien Bei dem Besuche des Kaisers Franz Joseph, der in diesem Jahre bekanntlich sein 60jähriges Regierungsjubiläum feiert, wird Kaiser Wilhelm und die Kaiserin Auguste Viktoria von dem Prinzen August Wilhelm und der Prinzessin Viktoria Luise begleitet sein. Die Ankunft Kaiser Wilhelms erfolgt Donnerstag den 7. Mai 10 Uhr vormittags. Der Bahnhof in Penzing wird am Tage der Ankunft streng abgesperrt werden, wie denn überhaupt die Sicherheitsvorkehrungen für die Tage der Anwesenheit der deutschen Fürsten mit besonderer Sorgfalt und Umsicht getroffen werden. Aus Berlin werden einige Kriminalkommissare und Zivilschutzleute hier eintreffen und außerdem kommt mit dem deutschen Kaiser der größte Teil jener Polizeibeamten mit nach Wien, die ihn ständig auf seinen Auslandsreisen begleiten. Im Wiener Polizeipräsidium wurden in mehreren Bezirksleiter=Konferenzen die zu ergreifenden Maßnahmen besprochen und es wird die gesamte dienstfreie Polizeimannschaft für den Vormittag der Ankunft auf dem Bahnhof nach Penzing und die nach Schönbrunn führenden Straßen verteilt werden. Außerdem bilden die Truppen auf dem ganzen Wege Spalier, wodurch der polizeiliche Dienst wesentlich erleichtert wird. Für die Serenade, die am Abend des 7. Mai in Schönbrunn stattfindet, sind bis jetzt 180 Gesangvereine mit 5800 Sängern angemeldet. Kaiser Franz Joseph wird jedoch der Huldigung der Sänger nicht auf der Schloßterrasse beiwohnen, um sich nicht— der Monarch ist erst kürzlich von einer schweren Influenza genesen— der Gefahr einer neuerlichen Erkältung auszusetzen. Der Monarch wird die Serenade mit seinen Gästen vom Saale aus durch das geschlossene Fenster verfolgen. Die feierliche Huldigung der deutschen Bundesfürsten in Schönbrunn soll auch im Bilde festgehalten werden. Im Auftrag des Staates soll der Moment der Huldigung in einem Kolossalgemälde dargestellt werden, das der staatlichen Modernen Galerie übergeben werden wird. Sämtliche Persönlichkeiten, die der Huldigung beiwohnen werden, sollen porträtgetreu auf dem Gemälde einen Platz finden. Die Ausführung des Bildes wird einem der namhaftesten Künstler Oesterreichs übertragen werden, der bereits mehrere Kolossalgemälde geschaffen hat. Zum Fall Eulenburg. Die auffallende Langsamkeit des Verfahrens gegen den Fürsten Eulenburg macht in sehr weiten Kreisen den allerübelsten Eindruck. Gerade weil der Oberstaatsanwalt Isenbiel im zweiten Berliner Hardenprozeß wahre Lobeshymnen auf die Unschuld und Reinheit des Fürsten Eulenburg gesungen hatte, mußte er jetzt nach der schweren Belastung seines Schützlings durch eidliche Aussagen sofort einschreiten. Uns liegt gar nichts an dem Fürsten Eulenburg, so schreibt ein Münchener Blatt, aber alles an dem Ansehen der deutschen Gerichte, an dem Ruf ihrer Unparteilichkeit und Promptheit. Beides aber steht uuf dem Spiel, wenn die Staatsanwaltschaft in Tatenlosigkeit verharrt oder ihre Ermittelungen gegen Belastungszeugen richtet, nicht aber gegen den Beschuldigten selbst. Auch in München herrscht in richterlichen Kreisen großes Unbehagen. Auch anderwärts in Deutschland ist diese Stimmung vorherrschend, nicht nur in richterlichen Kreisen, sondern, was viel wichtiger ist, in der großen Masse des Volkes, von dessen Vertrauen die Achtung vor den Gerichten abhängig ist. Iu Starnberg hat der Bürgermeister nicht nur die am Münchener Prozeß vernommenen Zeugen, sondern auch die vom Justizrat Bernstein benannten, auf die in der Verhandlung Verzicht geleistet wurde, im Auftrage der Berliner Staatsanwaltschaft vernommen. Der Bürgermeister ist indessen nicht rechtskundig, sondern nahm diese Handlung in seiner Eigenschaft als Ortspolizeibehörde vor. Es ist auffällig, daß die Berliner Staatsanwaltschaft nicht einen Ermittelungsrichter um die Erledigung einer so schweren Aufgabe ersuchte. Sozialdemokratie und Verhältniswahlsrstem. In ihrem offiziellen Erfurter Programm fordert die Sozialdemokratie das Verhältniswahlsystem für alle Wahlen. Nun hat der Rat der Stadt Leipzig den Stadtverordneten eine Vorlage zugehen lassen, die nun die Einführung dieses Wahlsystems für die dortigen Gewerbegerichte vorsieht. Flugs meldet sich nun in der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung(Nr. 91) ein„Genosse" mit einer langen Zuschrift, in welcher er die grundsatzliche Ablehnung dieser Ratsvorlage mit dem Verhältnissystem verlangt, weil— nun weil dadurch einige nichtsozialdemokratische Arbeiter in Beisitzerstellen zu den Gewerbegerichten g elangen könnten. Das veranlaßt das Leipziger sozialdemokratische Organ in der folgenden Nummer(92) zu einer ausführlichen Auseinandersetzung, in der es zu dem Resultate kommt, daß es einen Riesenerfolg der nichtsozialdemokratisch gewerkschaftlich org anisierten Arbeiter bedeuten würde, wenn die Leipziger Sozialdemokratie aus Furcht vor ihnen sich zu einer Programmverletzung verleiten ließe. Mag nun die Sache auslaufen, wie sie will, jedenfalls werden die nichtsozialdemokratischen Arbeiter gut tun, sich diese interessante Auseinandersetzung der Leipziger„Genossen" zu merten. Kongreß der niederländischen Die Sozialdemokraten der Niederlande haben ihren Kongreß gehalten, bezeichnenderweise ausschließlich zur Beilegung innerparteilicher Streitigkeiten. Der die Tagung eröffnende Vorsitzende teilte mit, daß die sozialdemokratische Partei in den Niederlanden jetzt 176 Ortsgruppen mit 8400 Mitgliedern zähle, deren Zuwachs im vergangenen Jahre nicht groß war. Von den wenigen interessanten Episoden des Kongresses seien einige skizziert. Einmal wurden heftige Stimmen gegen die sieben Abgeordneten laut, die bei der Trauerrede des Ministerpräsidenten anläßlich der Ermordung des Königs von Portugal sich von ihren Sitzen erhoben hatten. Der sozialdemokratische Abgeordnete Schaper sucht dies damit zu„entschuldigen“, daß die Abgeordneten sich nur, um besser zu hören, von ihren Sitzen erhoben hätten, keineswegs aber um dadurch ihre„Sympathie für einen König“ zu zeigen. Seinerseits warf er dafür einem Parteigenossen vor, derselbe habe sich an die Königin gewendet, um eine Unterstützung zu einer Erholungsreise zu bekommen. Als er aufgefordert wurde, den Namen dieses Mitgliedes zu nennen, antwortete er:„Namen nenne ich nie, jedoch weiß ich, daß solch ein Mitglied in früheren Jahren aus der Partei würde ausgeschlossen worden sein.“ Darauf erhob sich ein gewisser De Visser, der bereits einigemale im Haag für den Gemeinderat kandidiert hat und erklärte, daß er der Bittsteller gewesen sei. Er habe auf Anordnung des Arztes eine Kur durchmachen müssen, und da ihm das nötige Geld fehlte, veranlaßten ihn einige„Genossen“ zu einem Gesuch an die Königin. In gesundem Zustande würde er das nie getan haben. Der Abg. Schaper schlug vor, der Königin das Geld zurückzusenden. Obwohl nun der größte Teil das Vorgehen des kranken Genossen verurteilte, wollte doch keiner einen Heller dazu hergeben.„Genosse" van der Goes stellte bei einer anderen Gelegenheit fest, daß man als getreuer„unentwegter“ Sozialdemokrat kein Bekenner der einen oder anderen Religion sein könne. Dem wurde widersprochen von einem anderen Genossen, der behauptete:„Ein Sozialdemokrat könne sehr gut in der rechten Hand einen Priester und in der linken einen Pastor führen.“„Und einen Rabbiner hinter sich," rief eine Stimme unter allgemeinem Gelächter.— Die Winterkampagne ist nach all dem für die Sozialdemokraten in den Niederlanden nicht glänzend gewesen, nicht bloß infolge der internen Kämpfe in der Partei, sondern weil die Organisation der protestantischen und katholischen Arbeiter in immer größeren Fortschritten den„Roten" das Wasser abgräbt. Kulturbilder aus Frankreich. Der Pfarrer von Diene (Meuse) ist mit Waffengewalt aus dem Pfarrhause vertrieben worden. Der Gemeinderat hatte viermal dem Pfarrer die Benutzung des Pfarrhauses unentgeltlich zugestanden, viermal hatte die Staatsbehörde diesen Beschluß aufgehoben. Schließlich einigte man sich auf einen Mietzins von 60 Franken. Die Regierung hielt diesen Mietzins für zu niedrig, und darauf entschied sich der Gemeinderat abermals für unentgeltliche Ueberlassung. Nun wurde der Pfarrer durch einen Staatsbeamten zum Verlassen der Wohnung aufgefordert, und als er dieser Aufforderung nicht Folge leistete, schritt man zur Austreibung mit bewaffneter Mannschaft.— weicher antireligöse Fanatismus in Frankreich da und dort sein Wesen treibt, zeigt folgende Meldung:„In Perpignan erschoß der Steuereinnehmer Genie den Bruder seiner Frau aus Zorn darüber, weil dieser als Pate des erstgeborenen Kindes eingewilligt hatte, daß dieses— getauft wurde. Auch den Schwiegervater, einen Professor, wollte der rabiate Kirchenfeind erschießen.“ Die englische Marine hat Unglück. Die vielen Unfälle, die in der letzten Zeit in der britischen Kriegsflotte vorgekommen sind, haben auf die Nation einen sehr beunruhigenden Eindruck gemacht. Drei wertvolle Schiffe sind während des Monats April in den Grund gevohrt worden, der Tiger, der Gladiator und das Torpedoboot Gala. Beinahe gleichzeitig ereigneten sich dann noch zwei kleinere Unfälle. Ein Torpedoboot, der Riddle, wurde noch von derselben Attentive angerannt, welche die Gala auf den Grund des Meeres sandte, und endlich fand an Bord des Linienschiffes Britannia von dem Kanalgeschwader eine Explosion statt, bei welcher fünf Matrosen schwer verletzt wurden. Der Unfall, dem das Torpedoboot Gala zum Opfer fiel, ereignete sich bei einem Nachtmanöver in der Nordsee; die Topedoboote fuhren in zwei parallelen Linien, als die Attentive plötzlich mit großer Geschwindigkeit in die Flanke der Gala fuhr, und zwar mit einer solchen Gewalt, daß das 570 Tonnen große Schiff nicht nur vollständig in zwei Teile geschnitten wurde, sondern die Attentive bis in die zweite Schiffslinie fuhr und dabei das Torpedoboot Riddle so beschädigte, daß es in das Trockendock gebracht werden mußte. Wie das möglich war, wird erst die Untersuchung ergeben müssen. Explosion auf einem japanischen Kriegsschiff. Die japanische Flotte hat einen schweren Verlust erlitten. Der Schulkreuzer Matsuschima ist bei den Pescadoresinseln, einer Inselgruppe zwischen China und der Insel Formosa, untergegangen und zwar infolge einer Explosion in einer Munitionskammer. Von den Booten der anderen Schulschiffe, mit denen die Matsuschima zusammenlag, sind nach dem jetzt vorliegenden Bericht des Schulgeschwaders 141 Mann gerettet worden, darunter nur wenige Offiziere. Unter der 300 Mann starken Besatzung befanden sich 58 Kadetten. Unter den vermißten Kadetten sind die Söhne des Feldmarschalls Oyama und des Ministers des Auswärtigen, Chindas. Nach einer späteren Meldung ist der Verlust noch schwerer; 23 Offiziere, 33 Fähnriche und gegen 200 Mann seien ertrunken. Die Spannung zwischen China und Japan. Nach einer Meldung aus der japanischen Hauptstadt Tokio ist ein japanisches Geschwader, bestehend aus fünf Panzerkreuzern, nach der chinesischen Küste abgegangen, offenbar um eine Kundgebung gegenüber der japanfeindlichen Bewegung in den chinesischen Hafenstädten zu veranstalten. Die letztere nimmt immer schärfere Formen an, da sämtliche chinesische Kaufleute unter hoher Konventionalstrafe gezwungen wurden, alle Handels beziehungen mit Jupan abzubrechen. Die großen Protestversammlungen gegen Japan setzten sich in zahlreichen Städten fort; nur in den Südprovinzen ist die japanfreundliche Partei stärker, sodaß wiederholt Zusammenstöße zwischen den beiden Parteien stattgefunden haben. Wie ein Lauffeuer ging die furchtbare Kunde von Mund zu Mund und war am anderen Tage gleich einer Lawine angewachsen: Die junge Frau des Fabrikbesitzers Bolz sollte den Gatten, den sie nur seines großen Vermögens wegen geheiratet datte, nach dem Turm der Ruine gelockt haben, um ihn von hort hinabzustürzen. Wer den fürchterlichen Verdacht zuerst ausgesprochen, wußte man nicht, Tatsache aber war, daß Egon Helldorff das Ehepaar gegen halb zwölf Uhr hatte zusammen fortgehen sehen und daß sie die Richtung nach der Ruine zu eingeschlagen hatten. Etwa um halb ein Uhr fanden Arbeiter den Fabrikbesitzer unterhalb des Felsens, auf dem der alte Turm stand. Der Tote hatte sich im Sturze die Hirnschale zerschmettert, da er auf dem Felsen aufgeschlagen war. Sie dachten natürlich an einen Unglücksfall, ließen den Toten liegen und eilten so rasch sie konnten, zur Villa, das ganze Haus mit der fürchterlichen Botschaft alarmierend. Egon Helldorff eilte sogleich mit mehreren Arbeitern und Leuten, die inzwischen ebenfalls von dem Unglück gehört hatten und sich teils aus Neugierde, teils aus Teilnahme dem Zuge anschlossen, zur Ruine. Unterwegs fragte Egon Helldorff mehrere Male nach der jungen Frau seines Vetters. Sie sei doch zusammen mit ihrem Manne weggegangen, er habe es mit eigenen Augen gesehen, behauptete er aufgeregt. Als der ganze Trupp an der Unglücksstelle anlangte, war aber von der jungen Frau nirgends etwas zu sehen. Man durchsuchte alles genau, keine Spur wollte sich finden. Da kam Egon Helldorff auf den Gedanken, die Gesuchte könnte zusammen mit ihrem Mann den Turm bestiegen haben. Als man hinauf kam— es durften wegen der Baufälligkeit nur zwei hinaufsteigen,— kauerte die unglückliche junge Frau auf der Plattform, die ehemals zum Schutze von einem eisernen Gitter umgeben war, das aber teilweise zermürbt und vom Roste zerfressen, teilweise ganz abgebrochen war, so daß nur noch einzelne Stangen in die Höhe ragten. Die junge Frau saß am Boden, mit entsetzten, unnatürlich großen Augen vor sich hinstarrend, das Haar zerzaust vom Sturm. Sie machte den Eindruck, als wäre sie nicht bei Sinnen und gab auf alle Fragen, die man an sie richtete, ganz verkehrte Antworten. Manchmal bewegte sie die Lippen, als wollte sie mehr sagen, brachte aber keinen Ton heraus. Nur als Egon Helldorff sie liebevoll und ganz sanft fragte, wie denn das schreckliche Unglück habe geschehen können, da schüttelte sie mit verzweifeltem Blick den Kopf und sagte:„Ich weiß nicht, — ich weiß nicht,— ach Gott, der arme Viktor, ich wollte es nicht, daß er hier heraufging— gewiß, ich wollte es nicht! Er hat es nicht anders getan!“ Nur mit Mühe konnte man sie überreden, herunterzusteigen. Sie war kaum imstande, sich auf den Füßen zu halten und saß dann später in ihrem Schlafzimmer, ohne sich zu rühren und ohne Speise und Trank anzunehmen. Egon Helldorff hatte nicht eine Minute lang den Kopf verloren. Er ordnete an, den Toten nicht zu berühren, bis das Gericht den Tatbestand festgestellt hatte. So geschah es auch. Aber bei der näheren Untersuchung des schrecklichen Falles wurden sonderbare Dinge zu Tage gefördert: In der festgeschlossenen Hand des Toten fand man ein feines, goldenes Kettchen, das, wie Egon Helldorff bestimmt aussagte, die junge Frau stets getragen hatte, auch an dem Unglückstage wollte er es an ihr bemerkt haben; viele Leute hatten dasselbe Kettchen sogar am Hochzeitstage am Halse der jungen Frau bemerkt. Das Gericht fand es höchst merkwürdig, daß nun der Tote das Kettchen in der Hand hielt, so, als hätte er sich im Sturze noch daran festgeklammert, um einen Halt zu finden. Man nahm an, daß dabei das schwache Schloß nachgegeben habe. Und die junge Frau wollte von alledem nichts wissen; sie leugnete sogar, dabei gewesen zu sein, als das Unglück geschah. Der Gerichtsbeamte wiegte bedenklich das Haupt und murmelte mehrere Male:„Sonderbar, sonderbar," als er alles genau notierte. Unter den Bauern des Dorfes befand sich auch einer, der eine seltsame Geschichte zu erzählen wußte: Er sei auf dem Wege von der Station ein Stück weit mit einem jungen Menschen gegangen. Derselbe habe sich sogleich nach der Enkelin des Müllers Brendel erkundigt, und als erfahren, daß dieselbe verheiratet sei, habe er laut gerufen:„Das ist nicht wahr,— Ihr lügt, alle lügt Ihr!— Es kann ja nicht sein!“ Und dabei habe er so verzweifelt ausgesehen, daß es dem Bauern ordentlich leid getan habe. Der Fremde konnte dann vor lauter Jammer nicht gleich weiter gehen. Und in der Wohnung der jungen Frau wurde ein sehr kompromittierender Brief gefunden. Aus diesem Schreiben, das sich ebenfalls bereits in den Händen des Gerichts befand, ging deutlich hervor, daß die junge Frau früher einen andern Mann geliebt habe. Aus alledem reimte man sich zusammen, daß sie, von Verzweiflung getrieben, den ungeliebten Mann, der ahnungslos auf den Turm gestiegen, mit einem einzigen kraftvollen Stoß hinabgeschleudert habe in die Tiefe, um ihn los zu sein und dem Geliebten ihres Herzens folgen zu können. Man glaubte all diese Gerüchte um so lieber, als man auch mit Bestimmtheit erfuhr, daß Viktor Bolz tatsächlich schon vor der Hochzeit sein großes Vermögen ausschließlich einiger Legate, die für seine Verwandten bestimmt waren, seiner jungen Frau verschrieben hatte. Man besprach den ungeheuerlichen Vorfall nach allen Seiten, und jeder wußte etwas hinzuzusetzen. Währenddem lag die junge Frau in einem schweren Nervenfieber. Sie hatte keine Ahnung von den düsteren, unheimlichen Wolken, die sich über ihrem Haupte zusammenzogen. Am Morgen nach dem unheilvollen Tage hatte sie sich nach der Mühle begeben. „Laß mich bei dir bleiben,“ bat sie die alte Rosel,„ich halte es zu Hause nicht aus, mir ist, als müßte das Haus über mir zusammenbrechen, es liegt irgend etwas Furchtbares in der Luft, die Dienstboten sehen mich so scheu an, man weicht mir aus,— ach Gott, ich bin am Ende mit meiner Kraft!“ Dann war sie zusammengebrochen. Nun lag sie in ihrem ehemaligen Stübchen, treulich gepflegt von der guten Alten, die fast vergehen wollte, vor Kummer und Schmerz, denn auch ihr konnten natürlich die schrecklichen Gerüchte nicht verborgen bleiben, von denen man in der ganzen Umgegend sprach. Schon verschiedene Male war zu ihrer Verzweiflung ein unheimlicher Mensch dagewesen, der sie nach allem möglichen ausfragte und sie ungeheuer ängstigte. Sie konnten es kaum erwarten, diese erbarmungslosen Menschen, bis die arme Gerda so weit wieder ihre fünf Sinne beisammen hatte, um auf die vielen Kreuz= und Querfragen antworten zu können und sie bis aufs Blut zu quäler.(Forts. folgt.) Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 113 x Freitag, 1. Mai 1908. Seite 3. 3 Herren-Stiefei zu billigen Preisen in eingestochener Rahmenarbeit Braun Boxcalf Schwarz Chevreau mit Lackspitze, mit Lackbesatz Schwarz Boxcalf Braun Chevreau Schwarz Chevreau Schwarz Boxcalf „Feine Ausführung“ Schuh-Haus A Schwarz Boxcalf„Marke Herz“ Braun Chevreau Braun Boxcalf Joseph Frankfart a..: Rossmarkt 1. Schildergasse 59, neben der evangel. Kirche. „„„* Frankfurt a..: Ronn: Romigusstrasse.„„ Alleinverkauf der berühmten Herzschuhe Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, meine innigstgeliebte Gattin, unsere teure, herzensgute Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte geb. pillig heute morgen 8 Uhr nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, vorher gestärkt mit den Heilsmitteln der römisch=katholischen Kirche, im jugendlichen Alter von beinahe 32 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jean Matzerath u. 2 Kinder. Köln, den 30. April 1908. Nachlaß=Versteigerung. Auf Anstehen des Herrn Amtsgerichtssekretärs Becker, als gerichtlich bestellten Pfleger, werde ich am Samstag den 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, in der Nachlaßsache der verstorbenen Witwe Luise Neumann im Hause 40 Trutzenberg 40 die zum Nachlasse gehörenden Gegenstände als: 5 Tische, Stühle, Sofas, Sessel, komplette Betten. Regulateur=Uhren, Waschkommoden, Kleiderstoffe, Nachtkommoden, Kameltaschen=Sofa mit 2 Sesseln, Oelgemälde, Vertiko, Bett= und Tischwäsche, Glas, Porzellan, silberne Löffel, Gabeln, Messer, Gardinen, Teppiche, feine Kleider, Spiegel, emaillierter Tafelherd, Küchenofen, Anrichte mit Aufsatz, Garderobenständer, Küchengeräte, Gasosen Füllofen usw. öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern. A. Kaufmann Auktionator und beeidigter Tarator Köln, Brüderstraße 8. Fernsprecher Nr. 9095 Zwangs-Versteigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, Nachmitlags 3 Uhr, sollen im Pfandlokale Marien= platz 24 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: I. 1 Piano in schw. Kasten, II. 1 Piano in dr. Kasten. Schaaf, Gerichtsvollzieher in Köln. Heumarkt 53. Die Beerdigung findet statt Samstag den 2. Mai 1908, nachmittags ½5 Uhr, vom Sterbehause Perlenpfuhl 29 aus. Die feierlichen Exequien werden am selben Tage, morgens 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Kolumba gehalten. Vollständige Trauer-Ausstattungen für Damen, Mädchen und Kinder Trauer-Kleider.-Mäntel, TrauerBlusen, Kostümröcke u. Unterröcke Trauer-Hüte und-Schleier Trauer-Schmuck, Traner-Krepp Trauer- u. Halbtrauer-Kleiderstoffe. Sämtliche Trauer-Konfektionen sind in allen Grössen und in jeder Preislage stets vorrätig. W. Krauss-Seidenfaden G. m. b. H. Köln, Marsplatz-9, Ecke Altermarkt. Fernspr. 1620. Damenschürzen in Alpaka u. Panama, ertra weit mit Taschen, sehr preiswürdig. Math.& Rosa Bernardi, 4 Ehrenstraße, Ecke Albertusstr. Geffentlicher Verkauf. Am Samstag den 2. Mai 1903, mittags 12 Uhr beginnend, werde ich zu CölnBayenthal in der Wirtschaft von Joseph Gieren, Goltsteinstraße 118. als Auktionslokal für Rechnung dessen, den es angeht, öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung verteigern: 10 beste Waschmaschinen Die Gegenstände sind neu und können vor der Versteigerung besichtigt werden. Der Verkauf findet bestimmt stalt. Horst Gerichtsvollzieher in Cöln, Kurfürstenstraße. Geffentliche Versteigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, vormittags 11 lhr. sollen im Versteigerungslokale Marienplatz 24 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Diverse Mobilien wie kompl. Bett, Waschkom mode mit Marmor und Spiegel, Nachtskommödch., Stühle, Tische, Küchenbüfelt u. a. m. Heidt, Gerichtsvollzieher in Cöln, Hansaring 76. Zwangs-Versteigerung. Am Samstag den 2. Mai 1903. vormittags 10 Uhr. sollen im Pfandlokale Perlengraben 80 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: I. 1 Pianino in schwarz. Kast., Sofa, 1 Schreibtisch, 1 Silberschrank, daran anschließ daselbst 2. 1 Aktenschrank. Krufe, Gerichtsvollzieher in Cöln, Gladbacherstraße 131. Am Samstag den 2. Mai 1908, Nachmittags 3 Uhr. sollen im Pfandlokale Alte Mastrichterstraße 20 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1. eine Partie bessere Möbel. 1 Klavier usw. Daran anschließend: 1 Vertiko, 1 Sckretär, 1 Sofa, 1 schwarzer Schrank 1 Bertiko und 1 Kleider schrank. Um 5½ Uhr: 1 Herd. Hecketsbruch, Gerichtsvollzieher in Cöln Zwangs-Versteigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Christoph= straße 23 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: I. 1 großer Sprechapparat. 2. 200 Patent=Tintenfässer und 1 Truhe. 3. Verschiedene Mobiliargegenstände. Schulze, Gerichtsvollzieher in Cöln, Krefelderwall 48. Am Montag den 4. Mai 1903, vormittags 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Neußerstraße 315 in Cöln=Nippes gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Ladenschrank, 1 Sofa, 1 Tisch, 1 Wanduhr, 1 Leinenschrank, 1 Vertiko, 3 Sack Weizenmehl. Lichtenberg, Gerichtsvollzieher in Cöln, Schillingstraße 39A. SS Für Wohnungs-Anzeigen SS ist der Kölner Local=Anzeiger das SSSe geeignetste Organ. SSSS — Zwangsversleigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Auktionslokale des Wirten Gieren in Cöln=Bayen= thal gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Regulateuruhr, 1 Spiegel, 1 Blumentisch. Meyer, Gerichtsvollzieher in Cöln. Zwangs-Versleigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, Nachmittags 510 Uhr, sollen im Pfandlokale Neumarkt 13 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Tisch, 2 Sessel, 1 Sofa mit Umbau, 6 Stühle, 1 großer Spiegelschrank, 1Bild u. dgl. mehr Wolf, Gerichtsvollzieher in Cöln Zwangs-Vetsteigerung. Am Samstag den 2. Mai 1903, vormittags 1013 Uhr, sollen im Pfandlokale Marienplat 24 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meist bietend versteigert werden: 1 Leinenkonsole, 2 Wasch kommoden, 1 Vertiko. Caspar, Gerichtsvollzieher in Cöln. Günsige Gelegenheit Nachen gegenüb. d. Hauptbahnh. ein=Fensterhaus mit Garten, sehr geeignet für Versand= Geschäft, Reisebnrean, Arzt, Auwalt oder Peusion, ist bei kleiner Anzahlung zu dem sehr binligen Preise von 46 000 Mark, wegen Wegzug von Nachen, zu verkaufen. Der Wert des Hauses steigt insolge der neuen Bahnhofsanlagen mit jedem Jahre. Off. u. Nr. 536 an die Hauptvertretung der Köln, Volk zeitung. Nachen. Am Samstag den 2. Mai 1008, nachmittags 4 Uhr. sollen im Versteigerungslokale Jülicherstraße 1 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Partie gebrauchte Möber aller Art und 1 Transport wagen. Buchholz. Gerichtsvollzieher in Cöln. Zwangs-Verbeigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, Nachmittags 3 Uhr soll im Pfandlokale Simar platz 12 in Cöln=Ehrenfeld gegen gleich bare Zaylung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Fahrrad. Thomas, Gerichtsvollzieher in Cöln Zwangs=Veesteigerung. Am Sam tag den 2. Mai 1908, nachmittags 3 Uhr, sollen im Pfandlokale Marien= platz 24 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Schreibtisch, 1 Kleiderschrank, 1 Vertiko, 1 Wasch kommode u. a. M. Schaaf. Gerichtsvollzieher in Cöln, Heumarkt 53. Zwangs-Versteigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, vormittags 10 Uhr, soll im Auktionslokale Rolandstraße 96 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Pianino. Meyer, Gerichtsvollzieher in Cöln. fast neu, spott#r. billig Lützow str. 19, pt. Vordh. a. d. Lindenstr Mo kauft man Bauernblätze 40 v. Klosterbäcker im Vorgebirge: Das beste schmackhafte Schwarz= u. Feinbrot? Lindenthal. Kringsweg 1. Eche Bache merstr. Tägl. 2mal fr. In. Milchbrötch sow. a. b. Back=u. Konditw. Am Samstag den 2. Mai 1906, vormittags 10½ Uhr, soll im Pfandlokal Marien= platz 24 zu Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Ein gebrauchtes Klavier. Caspar, Gerichtsvollzieher in Cöln. Iwangs-Versseigerung. Am Samstag den 2. Mai 1908, vormittags 101 flhr. sollen im Pfandlokale Martenplatz 21 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Eine Kopierpresse, eine Rolle Linoleum, zirka 25 Meter. Caspar, Gerichtsvollzieher in Cöln. zahlt ohne schreiende Reklame, nur weg. großen Warenbedarfs staunend hohe Preise für liche getr. 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Anzeigen für die Rummer desselben Tages werden bis morgens 9 Uhr, in den Vororten bis abends vorher 3 Uhr angenommen. Ebendaselbst neueste Nummer der Kölnischen Volkszeitung 10 Pfg., des Köiner Local=Anzeigers 5 Pfg. Seite 4. Kölner Local-Anzeiger Nr. 113* Freitag, 1. Mai Aus der Stadtverwaltung. A In der geheimen Stadtverordneten-Sitzung wurden gestern mehrere Niederlassungsgesuche erledigt. Mit der anderweitigen Festsetzung des Besoldungsdienstalters einer Zeichenlehrerin an der Königin=Louisenschule war die Versammlung einverstanden, desgleichen mit der Vergebung eines Stipendiums aus der städtischen Studienstiftung für Bonn an einen Studierenden der dortigen Universität.— Der Ankauf von Grundstücken für die Zwecke der Gürtelbahn und die Bahn Köln—Porz, sowie in Poll fand die Zustimmung der Versammlung.— Genehmigt wurde ferner ein Vertrag mit der Eisenbahnverwaltung über den Umbau des Hafenbahnhofes und den Bau des linksrheinischen Portalpfeilers der südlichen Rheinbrücke und der Vertrag mit dem Konsortium für den Bau der Mülheimer Kleinbahnen betr. den gemeinschaftlichen Bahnbetrieb auf der Gladbacher Bahn. Neues aus Köln. 8 Vom Bau der Rheinbrücken. An der südlichen Rheinbrücke wird zurzeit der letzte Strompfeiler gegründet. Der Senkkasten, auf den er zu ruhen kommt, wird bis zu sieben Meter unter der Rheinsohle eingegraben. Der Bau des Montageträgers für die Mittelöffnung, über dessen Zweckbestimmung und Aufstellung wir demnächst berichten werden, ist ziemlich vorgeschritten. An der Domvrucke wird zurzeit der Caisson für den Bau des linken Strompfeilers zusammengenietet; die dabei angewandte pneumatische Nietung verursacht weithinschallendes Getöse. Die Einrüstung der rechten Seitenöffnung der festen Brücke ist in einigen Tagen vollendet. □ Die Mariensäule auf dem Gereonsdriesch trägt jetzt Blumenschmuck— wie der Stadt=Anzeiger meint,„aus Anlaß der Eröffnung des Blumenmarktes." Drollige Leute. Jedes katholische Schulkind könnte der Redaktion des Stadt=Anzeigers sagen, daß in Wirklichkeit ein anderer Anlaß vorliegt, und die Kölner sind es ja auch gewohnt, daß ihre Mariensäule nicht etwa während des Blumenmarktes, sondern während des ganzen Monats Mai mit Pflanzen geziert ist. Den Blütenmonat weiht die katholische Kirche der besonderen Verehrung der Gottesmutter. Daher also der Schmuck der Mariensäule zu Ehren der Maienkönigin, auch schon, als sie noch auf ihrem alten Platze vor dem Erzbischöflichen Palais stand. Wenig bekannt dürfte aber sein, auf wessen Veranlassung eigentlich die Ausschmückung schon seit den 1870er Jahren erfolgt, in aller Stille hat dies die Marianische Kongregation für verheiratete Herren(Mercuria) in Köln stets besorgen lassen. X Ausschreibung. Die Ausführung und Lieferung des Linoleumbelags umfassend 3400 und 3550 Quadratmeter, für das neue Wohn= und Geschäftsgebäude der Eisenbahndirektion Köln, Trankgasse, wird jetzt im Wege der Verdingung von der Eisenbahndirektion Köln ausgeschrieben. Auszeichnung: Den Fabrikmeistern Adam Mühlens und Joh. Schmitz, und dem Vorarbeiter Angust Baldus, sämtlich in Köln, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. § Kgl. Baugewerkschule. Der Hülfslehrer an der Kgl. Baugewerkschule, Diplom=Ingenieur Hermann Schulze, ist zum Oberlehrer ernannt. ∆ Armer Danny Gürtler! Danny Gürtler hat bekanntlich sein Heine=Denkmal, nachdem es die Stadt Köln aus persönlichen Gründen abgelehnt hatte, der Stadt Frankfurt a. M. angeboten. Nun hat der Frankfurter Magistrat Gürtler benachrichtigt, daß er nicht in der Lage sei, das Geschenk anzunehmen. Danny Gürtler weiß sich zu helfen; er bietet jetzt das Denkmal, wie er Frankfurter Zeitungen mitteilt, der Stadt Breslau an. Glückliches Breslau! X 218. Preußische Klassenlotterie. Die Lose für die große Ziehung(5. Klasse) müssen bis spätestens morgen, Samstag abend, 8 Uhr bei den zuständigen Einnehmern erneuert werden, da sonst das Anrecht auf das Los erlischt. Die Ziehung der 5. Klasse beginnt am 6. Mai und schließt am 3. Juni. C. Ihren Verletzungen erlegen ist im Bürgerhospital die Frau, die gestern in der Thieboldsgasse beim Wäscheaufhängen aus dem Fenster stürzte. C. Unfall. In der Seyengasse kam ein Schreiner mit einer Hand in eine Hobelmaschine, so daß ihm vier Finger abgeschnitten wurden. Er wurde ins Bürgerhospital gebracht. 1 Brand. Gestern abend geriet auf dem Frankenwerft eine aus Holz bestehende Baubude der Dombrücke in Brand. Die Bude brannte nieder; ebenfalls wurden die in der Baubude befindlichen Kleider der mit dem Aufmontieren des Caissons für die Dombaubrücke beschäftigten Monteure der Bayenthaler Maschinenfabrik ein Raub der Flammen. u Diebstähle. Gestern abend wurde einem Herrn während der Fahrt mit der Straßenbahn von der Spichernstraße bis zum Friesenplatz auf dem Hinterperron ein Portemonnaie mit etwa 80 M. aus der Tasche gestohlen.— Vorgestern abend stahl in der Antoniterstraße eine Frauensperson einem jungen Manne über 80 M. aus der Tasche. Zur Warnung für Rassenboten usw. diene folgendes: Als gestern vormittag auf einer Bank an Unter Sachsenhausen ein schon bejahrter Kassenbote einer hiesigen Firma 1500 M. in Paviergeld erhoben hatte, wurde er in der Marzellenstraße plötzlich von zwei gut gekleideten Männern angerempelt. Bei dieser Gelegenheit tamnen dem Kassenboten die auf der Bank erhobenen 1500 M. abhanden. Da gestern in dem betreffenden Bankhause ein älterer Kassenbote aus Kalk ebenfalls von zwei Männern angerempelt worden sein will, wobei ihm die auf der Bank erhobenen 500 M. in Papier abhanden kamen, so nimmt man an, daß es sich in beiden Fällen um einen und dieselben Diebe handelt, die an scheinend einer internationalen Gaunerbande angehören und sich entweder in oder vor dem Bankgebände aufhalten, um ihre Opfer aufzusuchen. Aus Köln-Ehrenfeld. Langjährige Dienstzeit. Heute den 1. Mai sind es 35 Jahre, daß der Bureaudiener Mathias Probst in Diensten der städtischen Gaswerke steht. Herr Probst erfreut sich noch einer guten Gesundheit und Rüstigkeit. Aus Köln- Relaten. Ueberfallen wurde gestern abend 10½2 Uhr am Alten Friedhor ein ruhig des Weges gehender Straßenbahnschaffner von zwei Strolchen. Er wurde mit einem Gummischlauch so übel zugerichtet, daß er am Boden liegen blieb. Beim Herannahen eines Postbeamten und einiger sonstiger Personen nahmen die Unholde Reißaus und entkamen in der Dunkelheit. Der Ueberfallene wurde bewußtlos in eine nahe gelegene Wirtschaft gebracht und von dort, da er schwere Verletzungen am Kopfe, den Augen und Armen erlitten, per Krankenwagen dem Hospitale zugeführt. Aus der Arbeiterwelt. * Zur Lohnbewegung der Dachdecker und Bauklempner wird uns geschrieben: Am verflossenen Montag fanden wiederum Verhandlungen zwischen der Lohnkommission der Meister und derjenigen der Gehülfen im Kristallpalast statt. Der Vorsitzende der Freien Meistervereinigung, Herr I. Buchheim, teilte mit, daß in der Generalversammlung der Meister die drei Vorschläge der Gehülfen: 1. Einen zweijährigen Tarif abzuschließen, mit einer Lohnerhöhung von zwei Pfennig im zweiten Vertragsjahre—, 2. einen dreijährigen Vertrag zu tätigen mit einer Lohnerhöhung von je zwei Pfennig im zweiten und dritten Vertragsjahre—, 3. den jetzt bestehenden Tarif um ein Jahr zu verlängern, abgelehnt worden seien. Die Meister wären aber bereit, einen zweijährigen Tarif ohne jede Lohnerhöhung avzuschließen, oder aber einen dreijährigen Vertrag mit einer Lohnerhöhung von zwei Pfennig im dritten Vertragsjayre. Da die Meister während den Verhandlungen sich geneigt zeigten, den Mindestlohn eventuell vom 1. Mai 1909 ab auf 60 Pfennig zu erhöhen, so wurde von der Kommission der Gehülfen noch ein vierter Vorschlag gemacht, wonach im zweiten Vertragsjahre der Mindestlohn auf 60 Pfennig erhöht werden sollte und alle Löhne unter 65 Pfennig um zwei Pfennig erhöht würden, dagegen im dritten Vertragsjahre eine allgemeine Aufbesserung aller Löhne um zwei Pfennig eintreten sollte. Die Meister erklärten, diesen Vorschlag ihrer Versammlung unterbreiten zu wollen. Gestern abend fand im Kristallpalast die Versammlung der Meister und im Volkshaus eine kombinierte Versammlung der Gehülfen statt. Die Meister übermittelten der Versammlung der Gehülfen eine schriftliche Mitteilung, wonach sie beschlossen hätten, den Mindestlohn am 1. Mai 1909 auf 60 Pfg. zu erhöhen, sodann am 1. Mai 1910 eine Aufbesserung von 2 Pfg. für die Löhne unter 65 Pfg. eintreten zu lassen. Der Vertrag soll bis 1. Mai 1911 getätigt werden. Nach lebhafter Debatte wurde der Beschluß gefaßt, die Vorschläge der Meister anzunehmen. Des weiteren wurde beschlossen, den Meistern schriftlich Mitteilung von dem Ergebnis zu machen und die gemeinschaftliche Lohnkommission beauftragt über die weitere Regelung des Tarifs mit den Meistern in erneute Verhandlung zu treten.— Es dürfte nunmehr nicht schwer fallen, da man sich über die Lohnfrage in soweit geeinigt hat, auch in den anderen Punkten eine Einigung zu erzielen. Gesellschafts= und Vereinsleben. Die Stenographen-Vereinigung Stolze(Einigungs= system) eröffnet am Montag den 4. Mai d.., abends 8½ Uhr, einen Unterrichtskursus für Damen und Herren in der Stenographie Stolze=Schrey. Die städtische Verwaltung hat dem Verein für seine Unterrichtszwecke an zwei Abenden die Volksschule in der Frankstraße 24 zur Verfügung gestellt. Die Unterrichtsstunden sind stets Montags und Donnerstags. Die Anmeldungen werden am nächsten Montag abend in der genannten Schule entgegengenommen. S Ein reichhaltiges Drogramm hat der Kölner Sportplatz für seinen dritten internationalen Renntag am Sonntag aufgestellt. Nicht weniger als 11 Dauerfahrer werden ihr Können hinter Motorschrittmachern zeigen. Die vier Matadoren des Großen Rheinischen Steherpreises, Guignard, Stellbrink, Rosenlöcher und Ryser waren gestern bereits eifrig beim Training, bei welchem neben Guignard besonders der Berliner Stellbrink einen vorzüglichen Eindruck machte. Im Preis von Riehl starten der Krefelder Pongs, die Kölner Bodewig und Schiefer und Kellermann(Oedt). Neben dem Flieger=Rennen, in welchem die Kölner Rennmannschaft mit über 30 Mann anteitt, ist außerdem noch ein Erstlingsfahren für angehende Steher über 10 Kilometer eingelegt, das Moeger, Bonrath und Schmitz bestreiten. Aus Kölns Nachbarschaft. Mülheim(Rhein),.Mai1908. Nachsten Sonntag den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokale Rebyolz(Regentenstraße) eine Konferenz der Vertrauensmänner des Volksvereins für das katholische Deutschland statt. Die Konferenz erstreckt sich auf die Volksvereine der Dekanate Mülheim, Bensberg, sowie zum Teil von Köln II und Solingen. Auf der Tagesordnung stehen drei wichtige Punkte: 1. Die Lage des deutschen Katholizismus im öffentlichen Leben, 2. Schule und Gemeinde und 3. Unsere neue Organisation. Es sei hiermit nochmals auf die Wichtigleit der Konferenz hingewiesen. m. Ackendorf b. Wahn,.Mai1908. Sonntag den 3. Mai findet nachmittags 4 Uhr der erste Spatenstich zur neuen: Kirche der Schmerzhaften Mutter statt. Der im gotischen Stil edel gehaltene Bau wird ausgeführt von der Firma Josef Schwerm in Mülheim am Rhein nach den Plänen des Herrn Königlichen Regierungs= und Baurats Hertel, Dombaumeister zu Köln. Gott segne den Beginn und helfe zur glücklichen Vollendung des Werkes! H Glessen,.Mai1 908. Am Sonntag Nachmittag 5 Uhr findet im Saale des Herrn Math. Bendheuer, eine Generalversammlung des hiesigen Spar= und Darlehnskassenvereins statt. Außer der festgesetzten Tagesordnung wird ein auswärtiger Redner einen Vortrag über Check= und Inkassoverkehr halten, weshalb dieselbe von besonderem Interesse sein wird. Stimmen aus dem Leserkreis. 4112] Die Straßenbahn— ein Verkehrshindernis. Vor einigen Wochen ist an dieser Stelle u. a. auf einen Uebelstand aufmertsam gemacht worden, der sich an der Straßenbahnhaltestelle auf der Subbelratherstraße in stets steigendem Maße bemerkbar macht. Es ist ein Gittermast, welcher in der Mitte des Bürgersteiges steht und durch seine Breite den ohnehin schon genügsam schmalen Platinenstreifen derart unterbricht, daß dessen Benutzung den Passanten— zum allergrößten Teil der arbeitenden Klasse angehörend und dortselbst täglich oftmals verkehrend— vollständig unmöglich gemacht. Zum Ueberfluß steht der Mast in höchstens dreiviertel Meter Entfernung von einer vor dem Hause Nr. 131 befindlichen alten Steintreppe, die ungefähr in die halbe Breite des Bürgersteiges hineinspringt. Bildet diese Treppe an sich schon ein erhebliches Verkehrshindernis— ähnliche Anlagen vor den Nachbarhäusern wurden im Vorjahre durch die Stadt beseitigt— so ist es um so unverständlicher, wie die Verwaltung der Straßenbahn die Benutzung des Bürgersteiges in unmittelbarer Nähe dieser Treppe durch den Mast noch mehr einschränken konnte, wenn man berücksichtigt, daß in einer Entfernung von zwei bis drei Meter von der Treppe sich ein offener Lagerplatz in städtischem Besitz befindet, auf welchem die Aufstellung des Mastes ohne jede Verkehrsstörung hätte erfolgen können. Eine Einwirkung auf das Spannen der Leitungsdrähte kann die kurze Differenz doch wohl kaum hervorrufen. An diesen, den Fußgängerverkehr so hinderlichen Mast ist nun auch noch des dortselbst in der Straße liegenden Gleiswechsels wegen die Haltestelle der Bahn verlegt worden. Da hier auch meistens die Ablösung der Fahrer und Schaffner stattfindet, deren sich infolge des durch den Bahnübergang vielfach unregelmäßigen Verkehrs auf der Strecke des öfteren ein halbes Dutzend ansammelt, welche dann alle auf dem schmalen Platinenstreifen Posto fassen,— auf der Straße können sie doch nicht Aufstellung nehmen— so bleibt für das gewöhnliche fußwandernde Publikum kein anderer Verkehrsweg übrig, wie das Pflaster, welches sich durch die stetigen Unterhaltungsarbeiten an den Gleiswechseln in nicht hervorragendem Zustande befindet. Abgesehen hiervon ist die Benutzung des Fayrdammes durch die Fußgänger eine stete Lebensgesahr für dieselben, da die Subbelratherstraße außer der Straßenbahn auch einen außerordentlichen Verkehr von Fuhrwerken aller Art, sowie Radfahrer aufzuweisen hat, welche wohl auch einen Anspruch auf möglichst ungehinderte Benutzung des Fahrdammes haben dürften. Endlich gebietet auch die Pflicht der Rücksichtnahme auf die dortselbst verkehrende arbeitende Bevölkerung, welche selten über außergewöhnlich viel Zeit verfügt, die Ermöglichung eines ungehinderten Verkehrs sowie einer ordnungsmäßigen Unterhaltung der Fußwege auf der Subbelratherstraße, welche entgegen den Anlagen der Stadt auf anderen Tor= und Vorortsstraßen, die meyr zum Vergnügen wie von der arbeitenden Bevölkerung frequentiert werden, sehr viel zu wünschen übrig läßt. Hoffentlich genügt dieser Hinweis, um eine radikale Entfernung beider Hindernisse, sowohl des Mastes wie auch der Treppe, herbeizuführen, bevor sich auch an dieser Stelle das Sprüchwort von dem Brunnen und dem Kinde bewahrheitet. Ein täglicher Passant. [4115] Durch Bubenstreiche wurden die Pfarreingesessenen von St. Maria im Kapitol an einem der letzten Abende überrascht, Abends gegen zehn Uhr ertönten plötzlich Glockenschläge vom Kirchturm in der Martinstraße. Es entstand sogleich ein Menschenauflauf, der erst wieder auseinanderging, als festgestellt war, daß einige Burschen in den Turm gestiegen und ihren Uebermut durch Ziehen an den Glockenseilen ausgelassen hatten. Die Burschen hatten selbstverständlich vorzeitig das Weite gesucht. Die Tür des Turmes war durch Unachtsamkeit des Läutmannes offen geblieben. 5 5 ** Börsendeutsch. Manche unserer Banken, so heißt es in der Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, geben jetzt Wochenberichte heraus. Das sind zwar Eintagsfliegen, aber trotzdem wäre zu wünschen, daß manches Fremdwort, das darin sein Wesen treibt, verbannt würde; es sind wirklich gar manche darunter, die sich ganz zwanglos ersetzen lassen. Weshalb muß es z. B. stets „Berichtsperiode“ heißen? Sagt nicht Berichtszeit genau dasselbe? Und ist nicht noch deutlicher„die vergangene Woche"?— Und muß denn immer eine„Reaktion“ eintreten? Gibt es keine Gegenwirkung, Rückwirkung, keinen Rückschlag, Umschwung usw.? Und muß der „Diskont“ auf dem„Niveau“ der Vorwoche bleiben? Kann er nicht auf den Stand, der Höhe der vorigen Woche bleiben? Und ist das „Kursniveau“ nicht gleichfalls Kursstand oder Kurs allein? Vom „Diskont" wollen wir gar nichts sagen, auch nicht vom„offiziellen“ Zinsfuß und von der„Konjunktur", obgleich jener eben doch nur der Zinsfuß ist, der„offizielle“ aber der amtliche, und„Konjunktur wirklich nichts anderes ausdrückt als die nur weniger verschwommenen deutschen Ausdrücke Geschäftslage, Marktlage, Preisverhältnisse, Preisbewegung, Lage usw. Auch die„Stabilität“ der Geldsätze ist doch gar nichts anderes als Festigkeit, Beständigkeit, Stetigkeit, Unveränderlichkeit, Steifigkeit; nur die„Spekulation" dürfte sich durch Börsenspiel nun und nimmer verdrängen lassen, und ebensowenig die„Aktien", die„Dividenden", das„Kapital"; aber die„Engagements“, auf die sich die Spekulation einläßt, sind doch wirklich und wahrhaftig nichts anderes als Abschlüsse oder Verbindlichkeiten! Und die herrlichen„Realisationen"? Verkäufe sind's, oder Rege lungen, wenn man mehr börsisch sprechen will. Und die„Fonde sind nichts weiter als Anleihen,„Subskription" ist Zeichnung,„Basis“ Grundlage,„Interesse" oft Meinung(vgl. Meinungskäufe); das ungemein oft vorkommende„stimulieren“ ist wirklich auf Deutsch auszudrücken durch anfeuern, aufmuntern, anregen, anreizen, reizen, beleben u..;„Konvention“ ist Abkommen, Vertrag, Vereinbarung, Uebereinkunft;„Konzern" ist Gruppe;„Revier" ist Bezirk, Gebiet, Umkreis;„konzentrieren“ ist sammeln, vereinigen. So läßt sich manches tun für die deutsche Sprache auch auf diesem Gebiete. Und sehr viele Kunden werden den Banken dankbar sein, wenn sie ihnen in einwandfreiem und klarem Deutsch berichten, statt in dem fremdwortreichen und oft für Laien ganz unverständlichen„Börsen=Jargon". ** Zur Probe gehängt. Aus St. Petersburg wird berichtet: In einem Lande, wo das„Bombenspiel“ die Lieblingsbeschäftigung der kleinen Kinder ist, vermag eine Nachricht, wie sie kürzlich die St. Peterbuxger Börsenztg. veröffentlichte, kaum noch besondere Ueberraschung hervorzurufen. Die Jugend von Orel feierte eine fröhliche Zusammenkunft, und dabei wurde auch über einige politische Verbrecher gesprochen, die jüngst hingerichtet worden waren.„Gehängt zu werden, muß ein schreckliches Gefühl sein, bemerkte einer der jungen Leute.„Ach wo,“ entgegnete ein anderer, „im Gegenteil, es ist die angenehmste Art, zu sterben.“„Hast du vielleicht Lust, einen Versuch zu machen?" erwiderte der erstere. Der Gedanke fand Anklang, und der Freund des Hängens wettete zwei Dutzend Flaschen Champagner, daß er das Experiment mit Vergnügen durchmachen wolle. Die ganze Gesellschaft zog in gehobener Stimmung auf ein abgelegenes, kleines Gut, um dort den Versuch in Szene zu setzen. Man amüsierte sich damit, eine Art Kriegsgericht einzurichten, und der Gefangene wurde dann feierlich zum Tod durch den Strick verdammt. Ein Galgen war schnell improvisiert und ein Strick schnell gefunden. Aber als der junge Wagemutige den Strick am nackten Halse fühlte, ging doch eine Veränderung an ihm vor. Er erblaßte, zitterte und weigerte sich, den„Scherz“ zu Ende zu führen. Aber die anderen waren zu aufgeregt, sie wollten sich den Spaß nicht entgehen lassen undvor Lachen brüllend, rissen sie dem Opfer den Stuhl unter den Für c, weg. In furchtbaren Konvulsionen schwebte der Körper in den Luft. Das Schreckliche des Anblicks überwältigte die jugendlichen „Scharfrichter", und von Entsetzen getrieben stürzten sie davon. ohne daran zu denken, den unglücklichen Kameraden wieder los. zuschneiden. Ein Dienstmädchen, das durch das Geschrei herbeigelockt war, sah den Körver und schnitt entschlossen den Strick abEs war im letzten Augenblick. Der„Hingerichtete bewußtlos, und erst nach langwierigen Bemühungen wieder ins Leben zurückzurufen. war gelang bereits es, ihn Köhner Local-Anzeiger Nr. 118 8 Freitag, 1. Mai 1908. Seite 5. Kalbsbollen Kalbsbrust Kalbsschulter Pfd. Kalbskotelettes Kalbsrücken Kalbsnierenbraten Pfd. I Ehrenstr. 70 e Eigelstein 110 Follerstrasse 28 Empfehle für diese Woche: Kalbf 70. ganze und halbe Kälber 60—658 Kalbfleisch ohne Knochen 903-.4, ganze und halbe Külber 60—65Schweinefleisch Wurstwaren von nur jungen Schweinen bei 5 Pfd. mit der Schwarte 703 ohne Knochen 80: Koteletts 75 Lünte 65 Pfg. ISchmalz65 Pfg. Bratw. 65 Pfg. sortierte Wurstwaren, nur bessere Sorten bei 5 Pfd. 65 PF8. Gesalzenes von 25 Pfg. Hämchen von 40-50 Pfg. bei 5 Pfd. detail 5 Pf. mehr. Roastbeef gerollt I., Stückefleisch 50 Pf., Filet i. Schnitt Sämtliche Suppen- u. Bratenstücke 65—70 Pf.;“ mehr Grüne Rabattmarken! Hoffnung-Marken! Eintracht-Marken! Rabatt in bar! Verkauf zu gleichen Preisen auch in meinen Filialen: Mülheim. 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Telephon 6072 an Händler event. frei Haus abzugeben. Kölner Meierei verein. Landwirte. — Seite 6 Kölner Lesal-Anzeiger Nr. 113* Freitag, 1. Mai 1908. 0 Feier der Fertigstellung des Missionshauses Knechtsteden. Aus Anlaß der Vollendung der Baulichkeiten am Missionshaus in Knechtsteden lud der Verein für das Missionshaus in Knechtsteden seine Mitglieder und einige Ehrengäste am Donnerstag zu einer Fahrt nach der Ausbildungsstätte der Missionare. Unter anderm nahm der Herr Kardinal, der Oberpräsident der Rheinprovinz, der Regierungsprädent Steinmeister, Landrat v. Brandt(Neuß) und Bürgermeister Gielen(Neuß) teil. Um 9½ Uhr fand ein Pontifikalamt in der festlich geschmückten Abteikirche statt. Nach dem Evangelium hielt der Hr. Kardinal von der Kanzel aus eine Ansprache an die Versammlung, in der er die Geschichte der Abtei in kurzen Zügen darlegte und dabei besonders seiner Freude Ausdruck gab, daß es jetzt endlich gelungen sei, deutsche Missionare in einer deutschen Missionsanstalt für unsere Kolonien auszubilden. Mit Tedeum und dem sakramentalen Segen schloß die kirchliche Feier, an die sich ein Frühstück im Refektorium des Klosters anschloß. Hier brachte Hr. Pfarrer Hertkens(Kendenich) ein Hoch auf den Präsidenten des Vereins, Hrn. Baurat Heimann, aus. Er gedachte dabei, daß in dieser Woche 693 Jahre verflossen seien, seit der 31. Weihbischof von Köln Dietrich das St. Katharinenkloster der Prämonstratenserinnen in Dortmund(1215), das von dem Prämonstratenserkloster in Knechtsteden gegründet wurde und durch die Ordenspriester von Knechtsteden pastoriert worden sei, feierlich eingeweiht habe. Schon im 13. Jahrhundert habe sich der Rat der alten Reichsstadt Dortmund in seiner warmen Fürsorge für erwähntes Katharinenkloster, dessen Gebäude heute noch in Dortmund stehen, mit Bitten an den Prior von Knechtsteden gewandt. So habe sich von dieser, heute aus den Ruinen in stolzem Bau sich erhebenden Stätte nun ein zündendes Feuer ausgebreitet, bessen Wärme, den segenbringenden Sonnenstrahlen gleich, dem Lande der roten Erde sich mitgeteilt habe. Der Redner dankte dem Kgl. Baurat Heimann für alle Wanderungen, die er von Köln aus bis zur Vollendung des Werkes gemacht, und für die Arbeit der stillen Stunden, in denen er sich den Studien der Pläne der vergangenen Jahrhunderte so sorgsam gewidmet habe. Sodann machten die Teilnehmer einen Rundgang durch die in den letzten Jahren geschaffenen und nun zum Abschluß gebrachten Neubauten des Missionshauses. Es handelt sich dabei um den Ausbau der Wirtschaftsgebäude und der Bauten für die verschiedenen, von den Brüdern betriebenen Handwerke, ferner für junge Missionare, Laienbrüder und Novizen, so daß nun für 200 Personen Platz geschaffen ist. Von Hrn. Staatssekretär Dernburg lief folgendes Schreiben aus Rom an Hru. P. Acker ein:„Sehr geehrter Herr Pater Provinzial! Ich höre hier zufällig, daß Sie heute das Fest der Wiederherstellung Ihres Ordenshauses feiern. Ich sende Ihnen meinen warmen Glückwunsch in der Hoffnung, daß vieles und gutes aus dem fertiggestellten Heim für unsere Kolonien und deren Deutschtum erwachsen werde und Sie sich selbst noch lange der Leitung dieser Ihrer neuen Schöpfung erfreuen mögen. Mit bekannter Hochschätzung Dernburg.“ Um 2½ Uhr fuhren die Teilnehmer nach Köln, wo nachmittags 5½ Uhr im Weißen Saale der Bürgergesellschaft ein Festmahl stattfand. Im Hintergrund der Ehrentafel zeigten sich im Grün die Büsten des Kaisers und des Papstes. An dem Festessen nahmen etwat 75 Personen teil, darunter der Oberlandesgerichtspräsident Ratjen als Vorsitzender der Ortsgruppe Köln der Deutschen Kolonialgesellschaft. Nach dem dritten Gang erhob sich Se. Eminenz. Es wird wohl keiner eingehenden Begründung bedürfen, wenn ich Sie heute auffordere zu einem Trinkspruch auf die höchste Gewalt in Kirche und Staat, unsern Heiligen Vater und Se. Majestät, unsern Kaiser und Herrn in freudigem Gedenken daran, daß das Missionshaus Knechtsteden vollendet dasteht, wo die Missionare ausgebildet werden, um den heidnischen Völkern den Glauben zu bringen. Der erhabenste Missionar ist unser Heiliger Vater, er ist es allein, der die Missionare aussendet in die fremden Weltteile, damit sie den Glauben lehren und das h. Evangelium verbreiten. So weist der heutige Tag von selbst auf den Heiligen Vater. Unter den Missionaren, die für unsern Glauben tätig sind, nehmen Gott Dank unsere Deutschen eine hervorragende Stelle ein und sie widmen sich ihrer Tätigkeit vorzugsweise zum Wohl der Bewohner der deutschen Kolonien. Es ist ja eine Freude und ein Stolz für jeden deutschen Patrioten, daß unser deutsches Volk wirksam eingetreten ist in den Wettbewerb der Nationen, um den Besitz von Kolonien. Es ist eine Freude, daß auch in den Kolonien der christliche Glaube verbreitet wird, unter dem Schutz des deutschen Aares, des deutschen Reiches und unseres kaiserlichen Herrn, der nicht bloß darauf ausgeht, deutschen Einfluß zu verbreiten, sondern auch christliche Gesittung. Wollen wir bei dieser schönen Gelegenheit unseres Missionshauses der erhabenen Beschützer der christlichen Kultur auf Erden gedenken, des Kaisers und des Papstes. Ein dreifaches Hoch endete den Trinkspruch. Hr. Baurat Heimann wollte die Blicke der Anwesenden auf diejenigen lenken, die als Stellvertreter in den einzelnen Gebieten walten, durch ihr Erscheinen das Fest verschönt haben und damit ihr Interesse bezeugt haben für dasjenige, was der Verein erstrebt. Es ist viel in Knechtsteden geschehen; dafür hat es herzlicher Eintracht und Ausdauer bedurft. Redner hat kürztich ein altes Lied zum Besten des Domes gefunden von Levin Schücking, in welchem folgender Vers vorkommt: Grau ist sein Kleid, in dem die Winde wühlen, Zersetzt vom Sturm und Wetter sein Gewand. Trin nisten Schau'r, und Schlossen niederspülen, O blickt auf ihn, o öffnet eure Hand. Diese Verse, meint der Redner, passen auch auf Knechtsteden. In den 13 Jahren von 1895, seit dem Einzug der Paters, ist ein Vollendungswerk geschaffen worden, wie es selten zu verzeichnen steht. Bei den Besuchen in den einzelnen Jähren sind stets neue Fortschritte zu verzeichnen gewesen. Maschinen und die Elektrizität haben ihren Einzug gehalten. Im letzten Jahre war nur noch der schöne Kreuzgang nicht vollendet. Heute können wir dem Kloster Glück wünschen. Aber es bedarf wohl noch der Förderer des großen Werkes. Bis jetzt dürfen wir mit Freude auf die Förderung des Werkes blicken. Jetzt müssen wir an den inneren Ausbau gehen. Das Hoch des Redners galt den bisherigen Förderern des Missionshauses. Im Namen des Zentralvorstandes des Vereins für das Missionshaus erinnerte das Mitglied des Vorstandes, Hr. Pilartz, an den Zustand des Klosters im Jahre 1895, als sich der Vorstand konstitnierte. Es war damals nicht viel anderes, als ein Trümmerhaufen. Die Wiedererrichtung verdanken wir in erster Linie dem unausgesetzten Arbeiten und Schaffen des Provinzials P. Acker. Was den Pfarrern der Kirchenvorstand ist, daß ist dem P. Acker der Zentralvorstand. Einem Weltapostel gleich zog er von Stadt zu Stadt, überall Begeisterung wachrufend für seine Mission. Redner gedachte dann noch besonders zweier Förderer des Missionshauses, die sich um dasselbe große Verdienst erworben haben, des lanjährigen Schriftführers Hrn. Fritz Schlagwein, der seit Gründung des Vereins sich die Förderung Knechtstedens zur Lieblingsaufgabe gemacht, und des Architekten Marchand, der die Leitung der Bauten übernommen und sich auch Verdienste um die innere Ausstattung der Kirche erworben hat. Beiden sprach der Redner seinen innigsten Dank aus. 18 Jahre lang hat unser Pater Acker segensreich gewirkt in Afrika, 12 Jahre lang ist er ein treu sorgender, umsichtiger Hausvater in Knechtsteden gewesen, ihm galt ein begeistert ausgenommenes Hoch. Nachdem Oberpfarrer Lenzen(Köln) dem Vorsitzenden des Vereins, Hru. Baurat Heimann, ein Glas gewidmet, ergriff Hr. Pater Acker das Wort zu längeren, zum Teil humoristischen Ausführungen, in denenzer das Entstehen des Hauses zeichnete. Zunächst gab er seiner Freude Ausdruck, daß der Vorstand des Vereins das Fest veranstaltet und damit Gelegenheit gegeben hat, das Interesse für das Unternehmen zu bekunden. Besonders freute sich der Redner, daß die Spitzen der geistlichen und weltlichen Behörden an dem Feste teilgenommen haben. Sie haben dadurch bekundet, daß sie Verständnis haben für das Werk der Mission und der Kolonien. Redner erzählt, wie die Vorsehung Gottes an dem Werke der Errichtung des Missionshauses mitgewirkt habe, die sich handgreiflich in der Gründung von Knechtsteden und der Rückkehr der Väter vom h. Geist bekundete; wie er, ein fremder Missionar, nach Deutschland zurückgekommen sei, nachdem ein seit 1864 bestehendes blühendes Missionshaus in Marienstatt in Nassau 1873 aufgehoben worden war, und welche Erlebnisse er hatte bis zur Erwerbung von 180 Morgen des Gutes Knechtsteden für 180000., wo ihm doch jede Geldmittel fehlten. Sein Wunsch sei, daß ihm das bisherige Wohlwollen erhalten bleibe. Man dürfe jetzt nicht denken, nach Vollendung der Gebäude brauche der Pater kein Geld mehr; das wäre ein großer Irrtum. Jetzt erst recht sei Geld notwendig; denn das Haus müsse jetzt mit jungen Leuten angefüllt werden, die unterhalten werden müssen. Deshalb sei auch jetzt noch der Verein bitter notwendig und darauf, daß er auch in Zukunft blühen, wachsen und gedeihen und reiche Früchte bringen möge, leere er sein Glas. Hr. Oberlandesgerichtspräsident Ratjen griff auf einen Ausspruch des Hru. Pater Acker zurück, daß Mission und Kolonien zusammengehörten. Ich würde glauben meiner Pflicht als Vertreker der Kolonialgesellschaft schlecht zu genügen, wenn ich dieses Wort nicht voll und ganz annähme. Pater Acker habe auch ein warmes Herz und ein tiefes Verständnis für unsere Kolonien und die Aufgaben des Staates an den Tag gelegt. Als Beweis, wie hoch von der Regierung die Wichtigkeit der Missionen veranschlagt wird, verliest der Redner das oben mitgeteilte Schreiben Dernburgs. Offizier und Priester gehörten in den Kolonien zu einander. Wenn das anerkannt wird, dann wird sich die Einsicht verbreiten, daß alle, die hinausgehen, nur eine Aufgabe haben, unsere christliche Kultur hinauszutragen in Gebiete, in denen es bisher an allem gefehlt hat. Diese Aufgabe läßt sich nur erfüllen durch Einigkeit aller, die dieser Aufgabe dienen sollen. Dem Wohl der Kolonien und dieser Einigkeit galt sein Hoch. Währenv des Mahles wurden mehrere gemeinsame Lieder gesungen, von denen besonders eine humoristische Verherrlichung des P. Acker, gedichtet von Hrn. Schlagwein, sehr gefiel. Neues aus Köln. * Durch Militäranwärter sind im Bezirk des 8. Armeekorps folgende Stellen zu besetzen: Bonn, Universitätskuratorium, Hülfsdiener der Universitätsbibliothek, 1000 M. Gehalt; Köln, Bürgermeisteramt, Archivdiener beim historischen Archiv, 1480 M. Anfangsgehalt, steigend bis 2180.; Eschweiler, Stadtverwaltung, Stadtsekretariatsassistent, 1200 M. Gehalt, steigend bis 1800.; Kalk, Polizeiverwaltung, zwei Polizeisergeanten, 1600 Mark Gehalt, steigt bis 2000.; Ottweiler, Kreisausschuß, Hausmeister, 1200 M. Gehalt neben freier Wohnung; Senheim, Kreis Zell, Bürgermeisteramt, Bürgermeistereisekretär, 1200 M. Gehalt ohne Steigerung; Simmern(Hunsrück), städtische Polizeiverwaltung, städtischer Polizeisergeant, 900 M. Gehalt, 200 M. Mietsentschädigung, sechs Alterszulagen zu je 50 M. von drei zu drei Jahren. Aus Köln-Ehrenfeld. G. Schwerer Unglücksfall. Am Schlacht= und Viehhof fuhr ein Kutscher mit seinem Wagen gegen eine Elektrische. Durch die Wucht wurde er vom Bock geschleudert und von einem gerade vorüberfahrenden schweren Bierwagen überfahren. Er erlitt schwere innere Verletzungen und wurde ins Bürgerhospital gebracht. Selbstmordversuch. Verflossene Nacht brachte sich in der Schönsteinstraße ein Glasschleifer mittels eines Revolvers zwei Schüsse in den Kopf bei. Der Mann wurde dem St. Franziskushospital zugeführt. Köln,.Mai1908. Wit dem heutigen Tage ist der Sommerfahrplan auf der Eisenbahn in Kraft getreten. Auf dem hiesigen Hauptbahnhof verkehren jetzt täglich an Werktagen 389 zur Beförderung von Personen dienende Züge, und zwar 194 in Abfahrt und 195 in Ankunft, 190 links= und 199 rechtsrheinisch. An Sonn und Festtagen kommen noch 45 Sonderzüge hinzu, so daß an diesen Tagen 434 Personen= und Schnellzüge, 214 linksrheinisch und 220 rechtsrheinisch, abgefertigt werden. Insgesamt wird der hiesige Hauptbahnhof während des Sommerfahrplanes einschließlich der vorstehend angegebenen Züge von 1050 Fahrten täglich befahren. welche zwischen den Nachbarbahnhöfen Köln=Betriebsbahnhof, KölnGercon, Ehrenfeld, Nippes und Deutzerfeld verkehren. Gesellschafts= und vereinsleben. + Der Rheinische Verband gegen Mißbrauch geistiger Getränke hielt Donnerstag 30. April unter dem Vorsitz des Geh. Oberlandesgerichtsrats Reiff eine Ausschußsitzung. Der Kassenbestand beträgt 582 M. bei einer Auslage von 2056 M. Aus der Tätigkeit ist zu erwähnen, daß die von dem Kamillushause herausgegebenen anatomischen Tafeln in 138 Exemplaren an Gemeinden geliefert wurden. An einer Reihe höherer Lehranstalten wurden Vorträge über Alkoholismus veranlaßt. Es wurde für Herbst die Abhaltung eines wissenschaftlichen Kursus über den Alkoholismus in Köln beschlossen. Ueber Fürsorgestellen für Trinker hielten Vorträge Pfarrer Neumann und Landesrat Dr. Schellmann. Stimmen aus dem Leserkreis. 4109 Sonntagskarten. Die Zeit ist da, wo der Städter dran denken kann, an den Sonn= und Feiertagen der Sommermonate sich der Ruhe und Erholung in Gottes freiec Natur hingeben zu können. Um dies leichter und schneller zu erreichen, hat die Eisenbahnverwaltung in dankenswerter Weise dem Bedürfnis nach billiger Fahrgelegenheit durch Einführung von Sonntagskarten Rechnung getragen. Fast alle Ausflugsorte, die Sonntags das Ziel der Eisenbahnfahrt bilden, sind mit Sonntagskarten zu erreichen. Nun habe ich als eifriges Mitglied des Eifelvereins es immer schmerzlich vermißt, daß der am Fuße der Eifel gelegene Ort Kreuzau bei Düren von dieser Einrichtung ausgeschlossen ist, Hunderte von Ausflüglern fahren Sonntags nach Kreuzau, um von hier aus ihre Fußwanderung zu beginnen. Die Königl. EisenbahnVerwaltung würde sich gewiß ein großes Verdienst um die weitere Aufschließung der Eifel erwerben, wenn sie für Kreuzau Sonntagsfahrkarten einführen wollte. A. S. [4110] Jum Ausbau der Handelsschule. Der schöne Bau der Handelsschule steht da, und viele Hoffnungen sind noch immer nicht erfüllt, daß diese Schule zu einer neunklassigen Realschule ausgebaut wird. Und doch ist es arg nötig. Köln, die Metropole des Handels im Westen von Deutschland, hat viele Gymnasien, aber nur eine Oberrealschule, die für den Kaufmannstand das sein soll, was die Gymnasien für die höheren Studien. Sehr ungern verlassen die Schüler die Handelsschule, nachdem solche absolviert ist; nicht gerade mit offenen Armen werden sie auf der Oberreal= schule angenommen, die doch lieber die Schüler bei sich sieht, welche von Anfang an auf derselben gewesen. Versuchen aber Schüler auf die Oberrealschule zu kommen, so werden sie bis auf die Nieren geprüft und wenn sie nicht ganz sattelfest sind, zurückgewiesen. Ist es doch schon vorgekommen, daß der Direktor der Oberralschule einen Schüler für Obersekunda nicht angenommen, ihm aber erklärt hat, er möchte in eine kleinere Stadt gehen, wo er sicher angenommen würde. So müssen viele Kölner Familien ihre Söhne nach auswärts schicken und das Geld geht der Stadt verloren. Also ist es ein dringendes Bedürsnis die Handelsschule auszubauen, um eine zweite Schule für unseren Kaufmannsstand zu haben, der Köln groß gemacht hat. L. H. von Nah und Fern. ** Aein Mord?(Drahtber.) Berlin, 30 April1908. Der Schlosser Ondraczek, der angebliche Mörder seiner Gattin, ist hier verhaftet worden. Das Ergebnis der gerichtsärztlichen Obduk tion läßt die Tat in einem anderen Lichte erscheinen, da sich keine der vorgefundenen Wunden als tödlich erwies. Die Frau scheint inneren Krankheiten, an denen sie litt, erlegen zu sein. Der Tod wurde allerdings durch die Aufregung beschleunigt. ** Ueberschwemmung in England.(Drahtber.) London, 30.April1908. Starke Regenfälle haben im ganzen Lande, namentlich im oberen Themsegebiet, Ueberschwemmungen veranlaßt. In Henley und Maidenhead zeigt der Pegel zwei Zoll mehr als beim Hochwasser im Juni 1903. Auch die Criquettplätze in Oxford stehen unter Wasser. Die Einwohner der Dörfer am oberen Stromlauf verlassen ihre Häuser in Booten. Standesamt der Stadt Köln. 30. April 1908. Geburten. Christ., S. v. Johann Harstick, Wirt, Pfeilstr. 15.Christine, T. v. Joh. Weber, Mech., Mühlenb. 43.- Paula, T. v. Paul Lorenz. Schneider, Balduinstr. 17;- Anna. T. v. Albert Kentsch, Bäcker, Kl. Witschg..- Klara, T. v. Gabriel Davepon, Fabrikarb., Weberstr. —11.- Lieselotte, T. v. Joseph Roß, Kaufm., Bismarckstr. 22.— Asta, T. v. Franz Wieczorek, Portier, Gr. Budeng.—10.- Eva. T. v. Jos. Schmitz, Wirt, Machabäerstr. 11.-Erich, S. v. Klem. Schmitz, Schloss., Thürmchensw. 4.- Friedr., S. v. Friedr. Malitz, Kaufm., Ewaldistr. 16. - Anna, T. v. Christ. Eidnener, Kutscher, Merovingerstr. 61.— Anton, S. v. Joh. Witsch, Schlosserges., Merovingerstr. 57.- Maria Agnes, T. v. Jakob Dresbach. Handl.=Geh., An der Bottm. 4.- Marg., T. v. Christ. Küster, Tagel., Vondelstr. 36.- Agnes, T. v. Heinr. Berekoven, Kaufm., Stolzestr. 23.= Elis. T. v. Heinr. Held, o.., Aachenerstr. 63. Sterbefälle. Erich Lückerath, 4., Platenstr. 24.— Adolph Meuther, 3., Aachenerstr. 203A.- Ida Zeising, geb. Kleist, 34., Allerheiligenstr. 23.- Joseph Wingen, Hefehdlr., 50., Alexianerstr. 11. - Rudolph Winter, 4., Kaufhausg. 6.- Josephine Matzerath, geb. Pillig, 31., Perlenpfuhl 27—29.- Joseph Neufeind, Wirt, unverh., 82., Much, Kr. Sieg.- Kathar. Wurzel, 10., Kasparstr. 6.- Franziska Schaaf, 16., Kahlenh, 9.- Huberta von Pfingsten, geb. Longerich, 63., Hermann Beckerstr..- Franz Sommer, Bäckermstr., verh, 32., Antwerpenerstr. 53. &a Heiraten. Ludw. Faulstich, Stellenvermittler, v. Köln=Sülz, u. Josepha Heuser, v. Mehlem.- Pet. Jäger, Schuhm., v. hier, u. Anna Lipp. v. Kalk.- Jos. Dohm, Installateurgeh., v. hier, u. Sophia Kretzer, v. Fölsen.- Heinr. Horlacher, Bierbrauer, v. Adelmannsfelden, u. Kath. Klett, v. Kempen.. Kaspar Robertz, Wirt, v. Brauweiler, u. Anna Anders, v. hier.- Joh. Lorrig, Straßenbahnschaffner, v. hier, u. Kath. Iülich, v. Erp.- Ant. Lülsdorff, Wirt, u. Elisab. Daverkausen, beide v. hier.- Artur Becker, Eisenbahnpraktikant, u. Wilhelmine Bergmann, beide v. hier.- Dr. Jak. Paeffgen, Gerichtsass., v. Duisburg, u. Kath. v. hier.- Wilh. Wickel, Straßenbahnschaffner, u. Emma Weber, beide v. hier.- Bernhard Klasen, Fabrikarb., v. Düren, u. Kath. Rohr bacher, v. Schiffweiler.- Jos. Brühl, Tagel., v. Waldorf, u. Anna Schmitz, v. hier.- Hern. Hersel, Maurer. v. Porz, u. Johanna Reusch, v. hier.- Wwr. Emil Berberich, Werkmstr., v. Stuttgart, u Marg. Hoffmann, v. Gönnersdorf. X Heirats=Ankünoigungen. Friedr. Deutsch, Kaufm., Blaubach 62, u. Klara Hallescheck, Metzerstr. 17.- Heinr. Borgers, Zimmerm., Hirschgäßchen 1, u. Maria Winand, Severinstr. 50A.= Konrad Heyden, Packer, Weyerstr. 17, u. Anna Göbel, Wolfsstr. 7.— Franz Conrads. Schreiner, zu Immerath, u. Margar. Stoffel, Sternengasse 18.- Jos. Ommer, Hausdiener, Huhnsgasse 34, u. Kath. Zimmermann, Bayardsgasse 13.— Peter Zens, Kommis, Palmstr. 11, u. Agnes Sabezinski, Lupusstr. 19. Gust. Behrens, Dachdecker, Ursulastr. 22, u. Karoline Crgemer, Dagobertsta. 4.— Ernst Schrabe, Postbote, Krefelderstr. 16, u. Anna Baumann, Krefelderstr. 53. Gutenbergstrasse 12. Fernspr. 2639. 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Oberbürgermeisters Wallraf folgende Stadtverordnete anwesend: Auer, Bank, Bollig, Comp, Dech, Decker, Frank, Giesen, Joesten, Kausen, Kirschbaum, Kurtscheidt, Mertens, Moennig, Nöcker, Rings, Ferdinand Schmitz, Schulte, Thönnissen, Berghausen, Bock, Eliel, Kyll, Neven DuMont, Nockher, Stollwerck, Wirtgen, Wiethoff. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende im Anschluß an seine Erklärungen in der vorigen Stadtverordnetenversammlung betreffend eine Anfrage über einen Rohrmeister der städtischen Gas= und Wasserwerke die Mitteilung, daß die Untersuchung weiteres so erheblich belastendes Material zutage gefördert habe, daß für den Betreffenden kein Raum mehr in der städtischen Verwaltung sein konnte. Er habe dementsprechend unter dem 16. April das Dienstverhältnis gelöst, dem Manne gekündigt und vom Tage der Zustellung dieser Kündigung denselben vom Dienste entbunden. Hr. Berghausen hatte in der Sitzung vom 13. Februar d. J. die Art und Weise der Pfasterausbesserung bemängelt und die Meinung geäußert, daß diese Arbeiten besser ausgeführt werden könnten. Er gab Kenntnis von einer Zuschrift des Verbandes der Pflastermeister von Rheinland und Westfalen, in welcher der Verband sich beklagt, daß er durch diese Aeußerung, zu welcher sich zwei weiter Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung zustimmend geäußert hatten, geschädigt werde. Wenn die von ihm gerügten Arbeiten wirklich so ausgeführt worden seien, wie es in dem Schreiben dargestellt werde, so würden sie tadellos sein. Das habe er aber damals bezweifelt und werde auch in der Zuschrift anerkannt. Es würde ihm leid tun, wenn das heimische Pflastergewerbe geschädigt würde. Er hoffe vielmehr, daß seine Bemerkungen gute Folgen haben. Er habe lediglich auf die Pflasterausbesserungen, nicht auf Neupflasterungen hingewiesen. Letztere ständen durchaus auf der Höhe und seien so tadellos, daß sie den Vergleich mit dem Pflaster jeder anderen Stadt wohl aushalten könnten. Annahme einer Schenkung. Hr. Hermann Baltz, früher in Washington, hat der Handelshochschule 1000 Bände amtlicher Bekanntmachungen aus den Vereinigten Staaten und Kanada als Geschenk überreicht. Die Versammlung nahm das Geschenk dankend an. Festsetzung der Stadtkassenrechnung für 1906. Hr. Beigeordneter Farwick. Die Prüfung der Stadtkassenrechnung für 1906 habe eine Einnahme ergeben von 68043 523., Einnahmereste 21 712 182 M. Die Ausgabe sei festgesetzt auf 63 228 376., die Ausgabereste auf 25 892 276 M. Der Bestand betrage 4813 916 Mark. Die Versammlung erteilte die beantragte Entlastung. Ueberlassung eines Schulsaales in Niehl zu Strick= und Näharbeiten von nicht mehr schulpflichtigen Mädchen für bedürftige Familien. Die kostenlose Ueberlassung des Saales zu dem angegebenen Zwecke an die Hauptlehrerin zu Niehl wurde genehmigt. Ueberlassung des Gürzenich. Die Versammlung erklärte sich einverstanden mit der kostenlosen Ueberlassung des Gürzenich an den Verein für Volksbildung Köln=Nippes, an das Komitee für Volksbildungsabende und an den Ortsverband der deutschen Gewerkvereine zur Abhaltung von Volksbildungsabenden Nachtragsverträge betr. die Unterhaltung von OrivatAnschlüssen an den städtischen Eisenbahnanschluß in Ehrenfeld. Die Verträge, welche eine anderweitige Regelung der Gebühren vorsehen, wurden genehmigt. Anfrage Kausen und Gen. betr. Bau des neuen Marzellengymnasiums. Hr. Kausen. Der Verlauf dieser Angelegenheit, die Art und Weise, wie sie behandelt wurde, entspricht nicht den Wünschen meiner Freunde. Schon im Jahre 1885 hat man die Notwendigkeit betont, das Gymnasium an eine andere Stelle zu verlegen, hauptsächlich mit Rücksicht auf den schlechten baulichen Zustand desselben. Es haben von da ab bis 1893, also nicht weniger als 8 Jahre lang, Verhandlungen geschwebt, die dann aus unbekannten Gründen abgebrochen wurden. Im Jahre 1905 hat der jetzige Direktor die Verhandlungen wieder in Flußgebracht, und zwar mit dem Erfolg, daß am 26. Januar die Verwaltung den Entwurf eines Vertrages mit dem Fiskus dem Stadtverordnetenkollegium vorlegte, wonach auf Kosten der Stadt an der Dagobertstraße ein Neubau errichtet werden soll und das jetzige Gymnasium nebst den zugehörigen Dienstwohngebäuden An den Dominikanern in das Eigentum der Stadt übergehen soll. Einzelheiten interessieren uns hier nicht. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 26. Januar 1906 grundsätzlich mit der Verlegung des Gymnasiums sich einverstanden erklärt. Dann hat in der Sitzung vom 5. April 1906 die Verwaltung die Skizze vorgelegt, über die eingehend verhandelt worden ist. Die Frage, ob es richtig sei, die Hauptfront des Neubaues an der Dagobertstraße zu errichten, führte zur Vertagung. Am 19. April 1906 gelangte die Angelegenheit wieder zur Beratung, und in dieser Sitzung haben wir die Skizze genehmigt und erklärt, daß wir der Vorlage des Projektes und Kostenanschlages entgegensehen. Wir haben in dieser und zwar geheimen Sitzung davon abgesehen, den Vertrag mit dem Fiskus abzuschließen, bis Plan und Kostenanschlag vorliegen. Das Hochbauamt scheint sich 1½ Jahre lang mit der Sache befaßt zu haben, bis Plan und Kostenanschlag fertiggestellt wurden. Diese sind dann nicht, was man als selbstverständlich betrachtet hätte, der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt worden, sondern, wenn ich recht unterrichtet bin, im Oktober 1907 dem Provinzialschulkollegium bzw. dem Oberpräsidenten eingereicht worden. Die Angelegenheit ist im allgemeinen in Koblenz und Berlin mit ausreichender Schnelligkeit behandelt worden. Am 9. September 1907 ist der endgültige Plan eingereicht und am 29. Februar 1908 vom Ministerium genehmigt worden. Diese Behandlung der Angelegenheit kann, da es sich um die Zentralinstanz handelt, nicht als eine Verzögerung bezeichnet werden. Am 5. März 1908 hat dann das Oberpräsidium dem Oberbürgermeister die Genehinigung mitgeteilt. Seitdem ist also der Verwaltung bekannt, daß Plan und Kostenanschlag genehmigt sind. Eine Vorlage ist aber an die Stadtverordnetenversammlung nicht gelangt. Meine Freunde bemängeln, daß Plan und Kostenanschlag den staatlichen Behörden eingereicht wurden, ehe die Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung erfolgte. Wir kommen damit in eine üble Lage. Wenn wir jetzt die Vorlage bekommen und Kritik daran üben wollen, wird uns entgegengehalten, Plan und Kostenanschlag sind bereits genehmigt; damit sind unserer Kritik unangenehme Schranken gesetzt. Meine Freunde bedauern, daß die Angelegenheit seitens der Verwaltung nicht schneller gefördert wurde. Die Sache ist aber sehr dringlich. Schon 1885 wurde der Neubau mit Rücksicht auf den schlechten baulichen Zustand des Marzellengymnasiums in Erwägung gezogen. Der bauliche Zustand wird in den 23 Jahren nicht besser geworden sein. Dazu kommen noch andere Gesichtspunkte. Das Marzellengymnasium ist überfüllt, viele Meldungen müssen zuruckgewiesen werden, der Vertrag mit dem Fiskus liegt vor, daß für die 6 unteren Klassen Doppelzöten eingerichtet werden. Dadurch würde eine weit größere Zahl von Schülern ausgenommen werden können und zwar mit mäßigen Kosten Es liegt im Interesse der Bürgerschaft, daß einer möglichst großen Zahl von Schülern Aufnahme gewährt werden kann. Dieses Interesse besteht nicht nur bei den Bewohnern des nördlichen linksrheinischen Stadtteiles, sondern auch des rechtsrheinischen; denn die künftige höhere Schule in Deutz ist als eine Realanstalt geplant. Wenn ferner die neue Anstalt errichtet ist, kann nicht nur das Gebäude an der Marzellenstraße in den Besitz der Stadt übergehen, sondern auch die 5 Häuser An den Dominikaner, die heute geradezu ein gefährliches Verkehrshindernis darstellen. Ich möchte deshalb dringend bitten, die Angelegenheit zu beschleunigen. Der Vorsitzende erklärt, dem Wunsche nach baldiger Regelung sich anzuschließen. Aber die Voraussetzung des Herrn Kausen treffe nicht zu. Plan und Kostenanschlag seien vom Ministerium noch nicht genehmigt. Es sei eine Reihe von Beanstandungen gemacht worden. Es bleibe wohl nichts weiter übrig, als diese Differenzen auf dem Wege einer kommissarischen Verhandlung auszugleichen. Hr. Beigeordneter Jesse gab zu, daß die Verhandlungen über den Neubau des Gymnasiums an Marzellen seit 1885 schwebten. Die Stadt habe aber ihrerseits alles getan, um die Angelegenheit zu fördern. Als im Jahre 1902 die Versammlung beschlossen, auf Kosten der Stadt den Neubau unter den bekannten Bedingungen auszuführen, habe ein Privatunternehmer sich bereit erklärt, den Neubau billiger zu übernehmen. Dadurch entstand eine Stockung in den Verhandlungen, die erst 1904 wieder ausgenommen wurden. Die Stadt habe damals die Mittelschulen vermehrt, das Gymnasium in Ehrenfeld errichtet und geplant, das Marzellengymnasium am Hansaring zu erbauen. Das Bedürfnis nach einer neuen humanistischen Anstalt sei nicht mehr so dringlich gewesen wie 1885. Nichts destoweniger habe die Stadt sich bereit erklärt, auf die Verhandlungen wieder einzugehen. Allerdings konnten die Taxen von 1885 nicht mehr maßgebend sein. Eine kommissarische Besprechung über die Lage des Grundstücks, das anfangs nicht die allgemeine Zustimmung gefunden, führte ein Einverständnis herbei. Hr. Stadtbaumeister Volte fertigte dann 1906 eine Skizze an, die nach Prüfung durch die Verwaltung sofort an das Provinzialschulkollegium in Koblenz abging und am 23. August mit neuen Aenderungsvorschlägen aus dem Ministerium zurückkam. Im November 1906 fand dann wieder eine Besprechung statt, in welcher von den Vertretern der Regierung namentlich die Lage der Aula usw. beanstandet wurde. Am 22. November 1906 wurde der daraufhin geänderte Plan abermals dem Provinzialschulkollegium übersandt, kam aber am 23. Februar 1907 ungenehmigt zurück. Darauf wurde am 26. März eine neu ausgearbeitete Skizze vorgelegt und Hr. Bauinspektor Bolte ersucht, in einer Besprechung mit dem Vertreter des Ministers Oberbaurat und Ministerialrat Delius dessen Wünsche zu erfahren. Am 19. April 1907 fand diese Besprechung unter Teilnahme des Vertreters des Provinzialschulkollegiums Baurat Weber und des Kreisbaumeisters Stock statt. Die Skizze wurde mit einigen unwesentlichen Aenderungen genehmigt. Die nunmehr ausgefertigten Pläne und Kostenanschlag wurden am 25. Oktober 1907 der Verwaltung übergeben und schon am 28. Oktober dem Regierungspräsidenten übersandt. Am 8. März 1908, also nach 4½ Monaten, kamen die Pläne mit so erheblichen Aenderungen zurück, daß die Verwaltung Bedenken trug, eine Neubearbeitung ohne Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse und aus die erheblich höheren Kosten eintreten zu lassen. Allein für die Direktorwohnung, die man geräumiger und höher wünschte, wurden 20000 M. mehr, für konstruktive Aenderungen ebenfalls 20000 M. mehr verlangt. Durch überhäufte Arbeiten sei Hr. Bolte nicht in der Lage gewesen, genaue Zahlen zu geben, hoffe aber, diese in wenigen Tagen vorlegen zu können. Weder beim Hochbauamt noch bei der Verwaltung sei irgendeine Verzögerung der Angelegenheit vorgekommen. Die Stadt habe sich verpflichtet, das Gebäude unter Aufsicht der Regierung zu errichten. Hr. Rausen erklärt, daß durch den Vortrag des Dezernenten ein Teil seiner Bedenken ausgeräumt sei, namentlich bezüglich der Verzögerung. Es sei ihm auch mitgeteilt worden, daß am 5. März d. J. die Mitteilung hierher gelangt sei, daß der Minister unter dem 29. Februar den Plan genehmigt habe, so daß mit dem Bau begonnen werden kann. Wer das höre, müsse sich doch wundern, daß nun seit dieser Zeit nicht das Mindeste geschehen sei. Er gebe zu, daß bis dahin alles Nötige geschehen sei, halte aber die ganze Behandlung der Angelegenheit doch nicht für die richtige, da die Versammlung durch dieselbe in eine eigentümliche Lage komme. Diese warte nun schon zwei Jahre und wohl auch noch länger auf die Vorlage der Pläne und Kostenanschläge, während das Ministerium Pläne und Kostenanschläge prüfe. Eine Kritik derselben in der Stadtverordnetenversammlung könne dann wohl noch eine abermalige Verzögerung herbeiführen, die Stadtverordneten müßten denn unbesehen die Pläne gutheißen. Diese Art der Behandlung halte er nicht für richtig. Hr. Beigeordneter Jesse weist nochmals darauf hin, daß nach der Verhandlung im Jahre 1906 neue Skizzen angefertigt wurden, die man der Versammlung deshalb nicht vorlegte, weil man erst die Wünsche der Regierung kennen lernen wollte. Bisher sei überhaupt nur im Stadium der Skizze verhandelt worden, deren Genehmigung aber zuletzt mit einer Menge von Revisionsbemerkungen zurückgekommen sei, die, wie schon bemerkt, die Kosten der Direktorwohnung von 50000 M. auf 70000 M. steigern würden. Das könne man aber doch nicht als eine Genehmigung betrachten. Der § 7 des Vertrags laute: Den Neubau führt die Stadtgemeinde Köln nach den von der Stadtverordnetenversammlung und dem Minister genehmigten Plane und Kostenanschlag unter Aufsicht der Königlichen Regierung aus. Man habe also erst die Meinung des Ministers erforschen wollen, ehe der Plan der Versammlung vorgelegt werden sollte. Hr. Kausen gibt zu, daß die Verwaltung ja im besten Glauben gehandelt habe, aber er halte das beobachtete Verfahren nicht für richtig im Interesse der Stadt, des Schulwesens überhaupt und im Interesse des Verkehrs. Hr. Xyll kann die Bedenken des Hru. Kausen nicht teilen. Eine andere Art und Weise der Behandlung dieser Angelegenheit sei nicht möglich und die Stadtverordnetenversammlung bezüglich ihrer Kritik an den vom Minister genehmigten Plänen frei. Hr. Mönnig. Die letzte Verhandlung sei im StadtverordnetenKollegium im April 1907 erfolgt. Im Oktober hätte man doch der Versammlung oder dem Kuratorium den Entwurf vorlegen können. Die im März zurückgekommenen Monita hätte man dann auch mitteilen können. Wenn jetzt die Genehmigung der Regierung erfolge, sei es sehr zweifelhaft, ob die Wünsche der Versammlung noch Berücksichtigung finden könnten. Hr. Jesse. Die Verwaltung treffe für die Verzögerung der Angelegenheit keine Schuld. Die Skizze sei in zwei Sitzungen der Stadtverordneten=Versammlung erläutert und der Kostenüberschlag auf 728000 M. festgesetzt worden. Der Kostenanschlag gehe über diese Summe auch nicht hinaus. Alle Wünsche seien in dem Plane berücksichtigt. Aber das Ministerium verlange jetzt noch Aenderungen. Der Vorsitzende. Der Bau kann nur begonnen werden, wenn er genehmigt ist. Er bezweifele aber, ob es zweckmäßig gewesen ware, in allen Stadien der Verhandlung die Versammlung zu hören. Jedenfalls werde man jetzt weiter kommen, wenn er den Minister bitte, baldigst eine kommissarische Besprechung der Angelegenheit herbeizuführen. Er stelle fest, daß das ungünstige Bild, welches die ersten Ausführungen erschienen ließen sich doch wesentlich zugunsten der Verwaltung gebefsert habe. Einem Wunsche, das Kuratorium der höheren Lehranstalten und die Hochbaukommission stets auf dem Laufenden zu halten, will der Vorsitzende gern entsprechen, aber auch die kommissarische Besprechung herbeiführen. Damit war die Anfrage erledigt. Anfrage Dech betreffend Arbeiterverhältnisse. Die Anfrage lautete: 1. Hat sich die Deputation für sozialpolitische Angelegenheiten bereits mit dem am 29. Januar 1908 angenommenen Antrage Rings und Genossen beschäftigt:„Die von dem Vorstande des Zentralverbandes christlicher Hülfs= und Transportarbeiter(im September 1907) an die Stadtverordneten gesandte Denkschrift und die vom Verbande der in Staatsund Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter(im Oktober 1907) eingereichte Eingabe einer Prüfung daraufhin zu unterziehen, ob und inwiefern den darin enthaltenen Anträgen, Wünschen usw. stattgegeben werden kann?" II. Bis wann wird den Stadtverordneten ein Bericht über das Ergebnis dieser Verhandlungen, den beiden genannten Verbänden eine Antwort auf ihre Eingabe zugehen? III. Wie stellt sich die städtische Verwaltung zu dem Antrag des Zentralverbandes christlicher Hülfs= und Transportarbeiter vom 17. April 1908, zu den Arbeiter=Ausschußsitzungen unparteiische Vorsitzende zuzuziehen? Hr. Dech. Im September vergangenen Jahres ist vom Vorstande des Zentralverbandes christlicher Hülfs= und Transportarbeiter eine Denkschrift an die städtische Verwaltung und die Stadtverordneten gerichtet worden, in welcher eine Reihe Wünsche der im genannten Verbande organisierten städtischen Arbeiter betreffs ihrer Lohn= und Arbeitsverhältnisse vorgetragen wurden. Einen breiten Raum nahmen in dieser Broschüre die Wünsche und Beschwerden der städtischen Straßenbahner ein. Im Oktober 1907 ging eine ähnliche Eingabe der Verwaltung und den Mitgliedern der sozialpolitischen Deputation seitens des Verbandes der im Staats= und Gemeindedienst beschäftigten Arbeiter zu. Meinen Freunden schienen beim Studium dieser Eingaben eine Reihe der dort vorgetragenen Wünsche beachtenswert und durch führbar, sowie im Interesse der Erhaltung eines guten Einvernehmens zwischen der Stadt als Arbeitgeberin einerseits und den städtischen Arbeitern und Straßenbahnern als Arbeitnehmer anderseits für wünschenswert. Wir reichten deshalb am 5. Januar an die Verwaltung einen Antrag ein, die beiden Eingaben der sozialpolitischen Deputation zur Prüfung zu überweisen und stellten diesem Antrage das Ersuchen voran, der Stadtverordnetenversammlung überhaupt über die Wirkungen des am 1. Dezember 1906 eingeführten neuen Lohntarifes für die städtischen Arbeiter nach verschiedenen Richtungen hin einen statistischen Nachweis zu erbringen. Unsere Anträge gelangten hier am 29. Januar zur Annahme. Hr. Kollege Rings wies damals in längeren Ausführungen darauf hin, daß besonders die Handhabung der Nummer 5 der Ausführungsbestimmungen zum neuen Lohntarif zu großer Unzufriedenheit bei den Arbeitern geführt habe, da diese Bestimmung bei den verschiedenen Betrieben nicht gleichmäßig gehandhabt werde und so große Verschiedenheit in der Lohnfestsetzung und der Lohnsteigerung bei den einzelnen Arbeiterkategorien mit sich gebracht habe. Der Herr Oberbürgermeister erklärte bei der damaligen Verhandlung, daß die Verwaltung die Eingaben der Arbeiterorganisationen geprüft habe und sich im wesentlichen klar sei, welche Vorschläge sie unterstützen zu können glaube. Seitdem sind drei Monate verflossen, und ich glaube wohl annehmen zu können, daß die Deputation für sozialpolitische Angelegenheiten Hand in Hand mit der Verwaltung in dieser Zeit die in den Eingaben au gesprochenen Wünsche eingehend geprüft und festgestellt hat, ob und welche Verbesserungen bei den Arbeitsbestimmungen der einzelnen städtischen Betriebe eingeführt werden können, daß sie auch speziell die verschiedenartig: Handhabung des§ 5 der Ausführungsbestimmungen zum Lohntarif einer genauen Prüfung unterzogen hat. Da es sich um das wirtschaftliche Wohl des mehr als 5000 Personen zählenden Heeres der städtischen Arbeiter und Straßenbahner und ihrer Familien handelt, so scheint mir die Angelegenheit an und für sich wichtig genug, eine Anfrage über den Stand der Verhandlungen in der sozialpolitischen Deputation an die Verwaltung zu richten, durch deren Beantwortung dann auch die in erster Linie interessierten Kreise, die Arbeiter und Straßenbahner, informiert werden. Dann halte ich aber auch den gegenwärtigen Augenblick zu der Anfrage für besonders am Platze, da, wie mir zu Ohren gekommen ist, in den betreffenden Kreisen, speziell bei den Straßenbahnern, eine größere Erregung darüber besteht, daß sie über das Schicksal ihrer vor mehr als einem halben Jahr eingereichten Eingabe noch keinen Bescheid erhalten haben. Diese erregte Stimmung ist nach Zeitungsmeldungen in einer Straßenbahner=Versammlung am 4. April im Kristallpalast zum Ausdruck gekommen; auch ist der Herr Oberbürgermeister unter dem 7. April über die Lage in Kenntnis gesetzt worden. Sodann dauern die Beschwerden einzelner Arbeiterkategorien über Loynfestsetzungen, die mit dem Geiste der ganzen Lohnreform vom Dezember 1906 nicht in Eintlang stehen, fort. Noch dieser Tage erhielt ich eine Eingabe der Sinkkasten=Reiniger beim Fuhrpark, in welcher ausgeführt ist, daß die Lohnreform denselben statt Nutzen einen teilweisen Lohnausfall gebracht hat. Ich werde diese Eingabe der sozialpolitischen Deputation zur Prüfung übergeben, damit diese Leute, welche eine sehr anstrengende, schmutzige und ungesunde Arbeit verrichten, zu ihrem Recht kommen. Im Interesse der Aufrechterhaltung eines guten Einvernehmens zwischen der Stadt als Arbeitgeberin einerseits und den städtischen Arbeitern und Straßenbahnern als Arbeitnehmer anderseits habe ich mir daher erlaubt, die vorliegende Anfrage an die Verwaltung zu richten. Der Herr Dezernent für sozialpolitische Angelegen heiten wird uns ja heute sagen können, ob oder bis wann die Verhandlungen über die Angelegenheit in der Deputation beendet sein werden und wann der Bericht an die Stadtverordnetenver sammlung zu erwarten ist. Eine solche feste Terminbestimmung und Klarstellung des gegenwärtigen Standes der Angelegenheit wird meines Erachtens auch sicher die jetzt in den Straßenbahnerkreisen herrschende Erregung mäßigen und verhüten, daß sie sich in einer Weise entwickele, die weder im Interesse der Arbeitneymer, noch im Interesse der Stadt, noch im Interesse der gesamten Bürgerschaft liegt. In der Eingabe des Verbandes christlicher Hülfs= und Transvortarbeiter vom 7. April ist dann noch der Wunsch ausgesprochen worden, die Stadtverordneten=Versammlung möge beschließen. zu den Arbeiterausschußsitzungen unparteiisch Koiner EScal-Anzeiger Nrs 113 n Freitag, 1. Mai 1908. 9. Vorsitzende heranzuziehen. Mir und einer Reihe meiner Freunde scheint dieser Wunsch diskutabel. Ich persönlich bin fest überzeugt, daß die Arbeiter der Unparteilichkeit ihrer Betriebsleiter volles Vertrauen entgegenbringen können. Ich glaube doch darauf hinweisen zu dürfen, daß es leicht verständlfch ist, daß Arbeiterausschußmitglieder mit ihrer freien Meinungsäußerung hintanhalten, wenn ihre direkten Vorgesetzten, der Direktor des betreffenden Dienstzweiges selbst den Vorsitz in den Arbeiterausschußsitzungen führt. Die sozialpolitische Deputation möge diese Frage eingehend und wohlwollend prüfen; ohne in diese Verhandlung mich einmischen zu wollen, möchte ich der Deputation die Anregung geben, ob es vielleicht angängig ist, den Vorsitz in den Arbeiterausschußsitzungen einem der Herren Beigeordneten zu übertragen, oder aber zu den Ausschußsitzungen jedesmal Mitglieder der sozialpolitischen Deputation hinzuzuziehen. Hr. Beig. Fuchs. Ich kann den ersten Teil der Anfrage mit Ja beantworten. Am 25. d. M. hat sich die sozialpolitische Kommission damit befaßt; der Antrag Rings und die Eingaben der beiden Organisationen wurde einer aus vier Stadtverordneten und zwei bürgerlichen Mitgliedern bestehenden Unterkommission überwiesen. Wenn die Sache eine Verzögerung erfahren hat, so lag dies daran, daß die Neubildung der sozialpolitischen Kommission erst Ende März erfolgen konnte. Es war nicht ratsam, diesen Antrag mit der alten sozialpolitischen Deputation zu beraten, in der Hauptsache wegen der eingehenden Statistik, die der Antrag fordert. Der Antrag Rings zerfällt in verschiedene Abteilungen. Es gilt da, jeden einzelnen Arbeiter mit der Statistik zu erfassen, und das ist bei 2000 Arbeitern keine Kleinigkeit. Auf den zweiten Teil der Anfrage Dech antworte ich: Das ist noch nicht abzusehen. Das eine kann ich sagen, daß bei allen Beteiligten die ernste Absicht vorherrscht, die Angelegenheit nach Möglichkeit zu fördern. Sie wird aber geraume Zeit in Anspruch nehmen. Zu dem§ 5 der Ausführungsbestimmungen für die von der Stadtverordnetenversammlung aufgestellte Lohnskala, den Hr. Dech erwähnt hat, liegt ein Antrag Rings vor, der in der letzten Deputationssitzung gestellt worden ist. Dieser Antrag verlangt eine Statistik, die eine genaue Bearbeitung des Materials erfordert. Bei Beantwortung des dritten Teiles der Anfrage weise ich auf die frühere Zusammensetzung der Arbeiterausschüsse hin, wo zum Teil der Vorstand der betreffenden Betriebskrankenkasse den Arbeiterausschuß bildete. Jetzt gehen die Ausschußzmitglieder nur aus der freien Wahl hervor, und zwar wird für jeden Betriebszweig ein besonderer Ausschuß gebildet, wobei auf die Eigenart und die Verschiedenartigkeit der Zusammensetzung des Gesamtbetriebes die nötige Rücksicht genommen wird. Der Betriebsleiter steht an der Spitze des Arbeiterausschusses. Aber die Arbeiter haben das Recht, sich vorher vertraulich unter einem Obmann zu versammeln, der in der Sitzung das Wort führt. Der jetzige Antrag hat uns schon früher beschäftigt, er scheiterte aber an der praktischen Ausführung. Der Betriebsleiter nur kennt die geheimsten Fächer des Betriebes. Ein unparteiischer Mann mit größerer Sachkenntnis würde schwer zu finden sein für jeden Betrieb. Wir stehen auf dem Standpunkte, daß die gegenwärtige Einrichtung, die am 1. Dezember 1906 ins Leben getreten ist, noch nicht genugend erprobt ist. Wir setzen von unseren Betriebsleitern voraus, daß sie das nötige Wohlwollen und die Sachlichkeit besitzen, welche für derartige Einrichtungen notwendig sind. Deshalb müssen die Arbeiter zu dieser Einrichtung Vertrauen gewinnen. Da sie sich vorher vertraulich besprechen können, ist ihnen das Rückgrat gestärkt. Der Obmann ist ihr Vermittler, er muß sich ohne jeden Rückhalt aussprechen. Der Betriebsleiter weiß, daß er keinen parlamentarisch geschulten Mann vor sich hat. Vielleicht dürfte zu erwägen sein, ob nicht der Dezernent bei wichtigen Fragen der Ausschußsitzung beizuwohnen hat. Hr. Decker. Die erste Sitzung in der Angelegenheit hat am 25. April stattgefunden, also erst nachdem die Anfrage eingelaufen ist. Daß mit diesem Antrag nicht die alte Deputation hätte befaßt werden können, sehe ich nicht ein. Ganz richtig war es, daß eine Unterkommission eingesetzt wurde. Die Sache scheint aber etwas auf die lange Bank geschoben worden zu sein und mußte erst durch die Anfrage des Hrn. Dech in Fluß gebracht werden. Was den § 5 der Ausführungsbestimmungen anlangt, so war damals bei der Beratung unsere Ansicht, daß die Arbeiter möglichst bald in den höchsten Lohnsatz einrücken sollten. Im übrigen hätte ich doch erwartet, daß die einzelnen Betriebe seit Ende Januar den geforderten Aufschluß hätten geben können. Kurtscheid. Zu der Beantwortung des ersten Teiles der Anfrage durch den Dezernenten habe ich nicht viel zu bemerken. Was den zweiten Teil angeht, so hat mich die Antwort des Dezernenten nicht befriediat. Wie liegt die Sache? Ein großer Teil der städtischen Arbeiter, die auch Bürger sind, die das ganze Jahr im Dienste der Stadt tätig sind, haben einem Beauftragten die Vollmacht gegeben, ihre Wünsche bei der Stadt einzureichen. Das ist nicht mehr wie recht und billig, daß auf diese Eingaben hin wenigstens eine Antwort erfolgt, daß mitgeteilt wird, so und so ist der Stand der Angelegenheit. Das ist ist doch das wenigste, was man von einer Stadtverwaltung den Arbeitern gegenüber verlangen kann. Ich glaube ganz sicher annehmen zu dürfen, wenn z. B. ein Kommerzienrat als Vertreter einer anderen Interessengruppe eine Eingabe gemacht hätte, daß dieser auf eine Antwort nicht hätte warten müssen. Was der einen Interessengruppe recht ist, ist der anderen billig. Auch die Beantwortung des dritten Teiles der Anfrage hat mich keineswegs befriedigt. Wie die Verhältnisse liegen, müssen die Befugnisse der Arbeiterausschüsse erweitert werden. Ebenso steht es fest, daß die Zusammensetzung eine andere sein muß. Wir haben oft gehört, daß schließlich alles vom Wohlwollen des Vorgesetzten abhängt. Das ist gut und schön. Doch wir haben immer wieder die Klagen gehört, daß auch die Vorgesetzten, die Direktoren der Betriebe, Menschen sind; und wenn die Arbeiter etwas vorbringen, was sich gegen die Betriebsleitung richtet, kann man sich leicht vorstellen, daß der Betriebsleiter als Vorsitzender nicht so unparteiisch handelt, wie ein anderer unbeteiligter. Wir wollen nicht, daß etwa Direktoren, die doch Sachverständige sind, nicht anwesend sein sollen. Sie sollen dabei sein, auch Auskunft geben, aber wogegen ich mich sträube ist das, daß der Betriebsleiter, gegen den sich die Vorwürfe richten, die Verhandlungen leitet. Die Sache ist so wichtig, daß ganz gut ein Beigeordneter beauftragt werden könnte, den Vorsitz zu führen. Ebenso wäre nicht unmöglich, daß zu allen Arbeiterausschußsitzungen entweder Mitglieder der sozialpolitischen Deputation oder Mitglieder der zuständigen Kommissionen Einladungen erhielten. Das würde sehr beruhigend wirken. So wären leicht Wege zu finden, den Klagen abzuhelfen. Diese Sache hangt eng mit dem Beschwerderecht der Arbeiter zusammen. Sie klagen fortwährend, daß unser ganzes System nicht mehr den Zeitverhältnissen entspricht. Wir haben ja den Fall im Gaswerk gehabt, der durch die heutige Mitteilung des Hrn. Oberbürgermeisters zum Teil erledigt ist. Ich sage„nur zum Teil!" Der zweite Teil, der noch zu erledigen bleibt, besteht darin, daß die Arbeiter, die die Mißstände zum Nutzen der Stadt aufgedeckt haben, keine Schwierigeiren erfahren! Jetzt schon ist von seiten des Inspektors einem der Leute, der 16 Jahre lang bei der Stadt beschäftigt ist, gedroht worden, daßer„###ege!" Von anderer Seite ist ihm nahe gelegt worden, selbst das Feld zu räumen! Außerdem ist dieser Mann, weil er gegen den Meister vorstellig werden wollte, mit einem vollen Tagelohn bestraft worden. Aus diesen Vorfällen ersehen Sie, daß die Arbeiter alle Veranlassung haben, darauf zu drängen, daß das Beschwerderecht sicher gestellt werde. Das liegt im Interesse der Stadt. Wir mühen uns hier ab, um die Verhältnisse zu bessern, um durch finanzielle Besserstellung der Arbeiter die Unzufriedenheit zu beseitigen! Wenn man aber auf der anderen Seite sieht, wie einzelne Beamte immer das Gegenteil von dem, was wir anstreben, herbeiführen, dann haben die Stadtverordneten alle Veranlassung, Mittel und Wege zu suchen, um Abhülfe zu schaffen. Gewiß, der Herr Oberbürgermeister steht der Sache wohlwollend gegenüber. Auch sein Vorgänger hat sein Wohlwollen fortwährend betont. Doch damit allein ist es nicht getan! Das ganze System ist nicht mehr zeitgemäß, wir brauchen ein System, das mehr mit sozialem Geist getränkt ist.„ Der Oberbürgermeister antwortet dem Vorredner, seinen Gedanken, den er akzeptiere, durch praktische Vorschläge zu ergänzen. Wenn draußen auf Grund der Ausführungen des Herrn Kurtscheid der Gedanke entstehen sollte, daß auf seiten der Stadtverordneten alles Wohlwollen vorhanden wäre, bei anderen aber nicht, so möchte er das in Abrede stellen. Die Verwaltung steht hinter keiner Partei zurück in Arbeiterfreundlichkeit. Aber sie hat sich nicht mit allgemeinen Ausführungen zu begnügen, sondern auch Rücksicht auf andere Kreise zu nehmen. Sie hat damit zu rechnen, wie die Wünsche der Arbeiter sich befriedigen lassen im Rahmen der vorhandenen Mittel und damit, daß unter Umständen ein Rückschlag ausgeübt werden kann auf unser gesamtes wim schaftliches Leben und den ganzen Kölner Arbeitsmarkt. Die Verwaltung muß sich betrachten nicht nur als Vertreter der Arbeiterinteressen, sondern der gesamten Erwerbsstände und der gesamten Bürgerschaft. Was die Arbeiterausschüsse angeht, so ist da in der Kommissionsberatung das goldene Wort gefallen: Jeder Arbeiterausschuß wird nur dann gut wirken, wenn beiderseits Vertrauen herrscht, und ich hoffe, daß trotz der hier gemachten Ausführungen das Vertrauen zu den Arbeiterausschüssen noch besteht. Als Leiter derselben kann ich aber nur jemand brauchen, der innerhalb der Verwaltung steht. Fremde Elemente hereinzunehmen, halte ich für ausgeschlossen im Interesse der Disziplin. Erforderlich ist, daß der Leiter genau informiert ist über alle Einzelheiten. Der Betriebsleiter ist wegen seiner Sachkenntnis der geborene Vorsitzende des Arbeiterausschusses, aber keine Instanz, die Leute, die berechtigte Wünsche zum Ausdruck bringen, breitschlägt oder schikaniert, sondern das Forum, vor dem jeder ohne Scheu und ohne Furcht vor den Folgen offen und rückhaltlos seine Meinung vorbringt. Das ist meine Absicht und von diesem Sinne werden hoffentlich alle Leiter der Betriebe erfüllt sein. Hr. Kausen: Nach der Auffassung des Hru. Vorsitzenden ist es richtig, daß Elemente, die außerhalb der Betriebe stehen, in die Ausschüsse nicht hereingebracht werden. Darin pflichte ich dem Hrn. Oberbürgermeister bei, obwohl mir bewußt ist, daß außenstehende Kreise nach der Richtung weitergehende Wünsche haben. Dagegen möchte ich bitten, die Gestaltung des Vorsitzes nach anderer Richtung in Erwägung zu ziehen. Nach der heutigen Einrichtung ist der notwendige und nicht ausschaltbare Vorsitzende des Ausschusses der Leiter des Betriebes. Ich trete gewiß keinem zu nahe, wenn ich sage, das sozialpolitische Verständnis der Betriebsleiter ist nicht gering, aber daß es bei allen gleich hoch ist, stelle ich in Abrede. Es kann immer vorkommen, daß mit oder ohne Schuld des Betriebsleiters in einzelnen Betrieben Mißstimmung zwischen Leitung und Arbeiterschaft sich herausbildet, so daß es dem Direktor Schwierigkeiten macht, den Ausschuß so zu leiten, daß zum Segen der Stadt etwas dabei herauskommt. Ich möchte zur Erwägung anheim geben, daß Se den Direktor jeweils zum stellvertretenden Vorsitzenden machen und den eigentlichen Vorsitz dem Beigeordneten übertragen. Die kleinen laufenden Angelegenheiten können durch den Betriebsleiter erledigt werden, aber in Fragen des allgemeinen Interesses der Verwaltung, oder wo sich die Interessen verschiedener Betriebe berühren, also in großengrundsätzlichen Fragen, da sollte ein Beigeordneter den Vorsitz führen; der Leiter des Betriebes, der alles übersieht, der auf alles Auskunft geben kann, soll dabei nicht fehlen. Ich glaube, man kann nach der Richtung den Arbeitern entgegenkommen, ohne daß die Interessen der Autorität, welche auch ich hochhalte, schaden leiden. Welcher Beigeordnete dazu bestimmt wird, ist mir gleichgültig. Zur sachlichen Behandlung der Anträge bemerkt der Redner, daß die Zentrumsfraktion sich einstweilen Zurückhaltung auferlegt habe, weil sie glaubte, als die Mehrheitspartei von einer bestimmten Stellungnahme sich aus Courtoisie gegen die andere Fraktion einstweilen fern halten zu müssen. Die Verhandlungen werden aber außerordentlich erschwert, wenn, wie hier, in drei Monaten nicht das geringste geschieht. Das liegt daran, daß bei der Angelegenheit die verschiedensten Betriebe in Betracht kommen und diese nicht voran gemacht haben. Wenn auch nur einer der Betriebe drei Monate gezögert hat, konnte die sozialpolitische Kommission sich nicht mit der Sache befassen. Ich bitte, also künftig ein etwas schnelleres Tempo einzuschlagen, so etwa, wie es z. B. die Stadt macht bei Berechnung der Wertzuwachssteuer, wo die kompliziertesten Arbeiten keine Schwierigkeit bilden. Hr. Beigeordneter Fuchs weist daraufhin, daß die Kommissionssitzung vom 25. April doch vor Eingang der Anfrage anberaumt worden sei. Sofort, als die Eingabe der Organisationen eintraf, habe man sie sämtlichen Betrieben zur Aeußerung übersandt. Bei den dann folgenden Beratungen kam der Antrag Rings, der weitere Erhebungen notwendig machte. Ich möchte bitten, doch nicht anzunehmen, daß eine absichtliche Verzögerung vorliegt. Der Einlauf der Eingabe sei den Organisationen bestätigt worden. Hr. Kurtscheid. Daß man der Organisation eine Empfangsbestätigung übermittelt habe, sei ihm auch bekannt. Die Arbeiter seien aber gespannt, über den Stand der Angelegenheit etwas zu hören. Hr. Decker. Seine Bemerkungen sollten absolut nicht den Sinn haben, als ob er der Verwaltung oder dem Dezernenten eine böswillige Absicht der Verzögerung unterschieben wolle. Hr. Mönnig. Es handele sich in der Hauptsache darum, festzustellen, ob die Lohnerhöhungen in den verschiedenen Betrieben verschiedentlich behandelt werden. Wenn es sich auch nur um wenige Pfennige handele, so hätten sie doch für den Arbeiter Bedeutung. Er bitte dringend, diese Frage baldigst zu behandeln. Hr. Beigeordneter Fuchs. Die eingeforderten Berichte aus den verschiedenen Betrieben lauten alle dahin, daß genau den Bestimmungen des§ 5 entsprechend verfahren werde. Nachdem Hr. Rings nun seinen neuen Antrag gestellt habe, werden neue Feststellungen nötig sein. Hr. Rings. Was die Arbeiterausschüsse anbelange, so habe er 1904 und 1906 seinen Standpunkt in dieser Beziehung dargelegt und ausgeführt, daß, wenn beide Parteien, die Arbeiter und die Vorgesetzten, die Ausschüsse nicht zu dem machen, was sie sein sollen, dieselben dann überhaupt überflüssig seien. Auf diesem Standpunkt stehe er auch heute noch. Die Gerechtigkeit verlange, daß festgestellt werde, daß auch viele Arbeiter mit den Ausschüssen zufrieden sind und gute Erfahrungen gemacht haben, die Arbeiterausschüsse also zum Teil ihren Zweck erfüllt haben. Er bezweifele aber auch nicht, daß die Ausführungen des Hrn. Oberbürgermeisterin der Sozialkommission, die derselbe heute in der Oeffentlichkeit und in Anwesenheit der Herren Betriebschefs unterstrichen habe, auch vollauf ihre Wirkung tun werden, und hoffe, daß bei gutem Willen auch das Gewünschte erreicht werde. Bezüglich der Handhabung des§ 5 sei er mit Hrn. Decker der Meinung, daß die Arbeiter möglichst bald in den Genuß der Vorteile gelangen. Die bisherige Fassung sei wohl nicht so ganz klar, Es soll aber kein Zweifel gelassen und für gutes klares Deutsch gesorgt werden. Jetzt gebe es noch zahlreiche ältere Arbeiter, die 15 und 20 Jahre im Dienste der Stadt stehen und nach der jetzigen Fassung noch 10 Jahre warten müssen, ehe sie in den Genuß des Höchstlohnes gelangen. Wenn der Vorsitzende und Hr. Fuchs der Meinung seien, daß vorerst nochmals eine Statistik angestellt werden müsse, so sei er auch anderer Meinung, und zwar, daß die Sache sofort geregelt werden könne. Hr. Neven DuMont. Es sei damals klar zum Ausdruck gekommen, daß, nachdem die Lohnskala für jeden Betrieb festgestellt worden sei, nun auch jeder Arbeiter in den höheren Lohn einrücken soll. Er halte es für fraglich, ob sich die Anregung des Hrn. Kausen verwirklichen lasse. Es sei schwer, eine Universalpersönlichkeit zu finden, die mit allen den Betrieben und Einrichtungen vertraut sei. Hr. Rings. Er sei der Ansicht, daß der Hr. Oberbürgermeister doch den Wunsch des Hrn. Kausen in ernste Erwägung ziehe. Bei den fortgesetzten Anregungen und Wünschen aus den Kreisen der Arbeiter halte er die Anregung des Hrn. Kausen für sehr empfehlenswert. Für einen jungen Juristen möge es ja schwer sein, sich in die verschiedenen Zweige einzuarbeiten. Er weise aber auf den Beigeordneten Wiedtfeld in Essen hin. Vielleicht braucht einer Persönlichkeit nur Gelegenheit geboten zu werden, sich zu betätigen. Er habe auch schon mit einem Kollegen der anderen Partei erörtert, ob es sich nicht im Interesse der Stadt empfehle, einen Beigeordneten mit dieser Angelegenheit bestimmt zu betrauen. Er bitte den Hrn. Oberbürgermeister, diese Frage für seine Person, wie auch in Schoße der Beigeordneten zu prüfen. Der Vorsitzende versprach, diesem Wunsche gerne nachkommen zu wollen. Damit wurde der Gegenstand verlassen. Wahl von Beisitzern und Stellvertretern zur Stadtverordnetenwahl. Das von Hru. Beigeordneter Adenauer vorgelegte Verzeichnis der gewählten Beisitzer und Stellvertreter zur Bildung des Wahlvorstandes für die Stadtverordnetenwahl der zweiten Abteilung am 18. und 19. Mai 1908 wurde genehmigt, desgleichen das Verzeichnis von acht weiteren Vertreten für die Beisitzer der Wahlen, welche bei etwaigen Ablehnungen und Verhinderungen der gewählten Beisitzer und Vertreter heranzuziehen sind. Vorläufiger Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Simons= und Alpenerstraße. Der Ausbau der Straße ist durch den dortigen Schulneubau bedingt und erfordert 14000., die bewilligt werden. Bewilligung der Rosten der kandtagswahl. Beigeordneter Adenauer. Für die diesjährige Landtagswahl wird ein Kredit von 22830 M. beansprucht. Diese Summe erscheint hoch; zu ihrer Erklärung diene folgendes: Die Anzahl der Wähler ist gewachsen, sie beträgt über 100000. Die Aufstellung der Listen mußte mit größter Schnelligkeit erfolgen, was erhebliche Mehrkosten erfordere. Dann hat die Staatsregierung ein Listenformular aufgestellt, das eine Reihe weiterer, für die Landtagswahl nicht unbedingt nötige Angaben verlangt und dessen Ausfüllung erhebliche Mehrkosten verursacht. Von der städtischen Verwaltung ist beschlossen worden, die Ur: wählerlisten zu vervielfältigen und sie den drei hier in Betracht kommenden Parteien gegen 25 Pfg. pro Stück zugänglich zu machen. Diese Urwählerlisten werden 10—12 Tage vor der Offenlegung erhältlich sein. Es ist ferner in Aussicht genommen, jedem der Wähler eine Einladungstarte zur Wahl zuzuschicken, die Wahllokal und Nummer des Betreffenden sowie die Klasse, in der er zu wählen hat, angibt. Die Ausführung dieser Anordnung erfordert an Kosten 5130 M. Die Stadt Köln kommt mit diesen Anordnungen den Parteien und Wählern mehr entgegen, als irgend eine andere Stadt. Hr. Neven Du Ront. Der Betrag muß ja bewilligt werden. Es handele sich hier wieder um eine Ausgabe, die die Gemeinde machen muß im allgemeinen Staatsinteresse. Das wird sich wohl so bald nicht ändern, deshalb wäre es angebracht, für verartige Ausgaben einen besonderen Etatstitel zu schaffen. Herr Rings fragt an, ob es nicht möglich sei, die Wähler von der Eintragung in die Listen zu benachrichtigen. Kommen die Wahleinladungskarten an, dann ist die Reklamationsfrist verstrichen. Beig. Adenauer. Zu machen wäre das, aber es würde mindestens weitere 5000 Mk. beanspruchen. Wenn die Parteien etwa 10 Tage vor der Offenlegung im Besitze der Listen sind, werden sie leicht eine Kontrolle derselben in der vorgesehenen Frist vornehmen können. Einzelme Wähler kommen selten zur Einsichtnahme der Listen. Herr Neven DuMont. Wenn dem Wunsche des Herrn Rings Rechnung getragen würde, müßte eine zweimalige Benachrichtigung der Wähler erfolgen. Die Vorlage der Verwaltung wurde angenommen und der geforderte Kredit bewilligt. Olan und Rostenanschlag für ein Aufstellungsgeleise der Straßenbahn der in Rennbahnstraße. Beig. Ischirnt. Aus Gründer der Betriebssicherheit ist die Anlage erforderlich; sie kostet 14 700 Ml Die Arbeiten sollen so gefördert werden, daß das Geleise schon an 25. Mai, dem Tage des Kronprinzenrennens, benutzt werden kann. Hr. Rings. Die Straßenbahndeputation hat nur schweren Herzens dieser Ausgabe zugestimmt. Sie tat es, nachdem sie sich überzeugt hatte, daß sie im Interesse der Sicherheit des Betriebes unbedingt nötig ist. Die Vorlage wurde genehmigt und damit die öffentliche Sitzung geschlossen. Zur Kurzweil. Boshafte Bestätigung.„Ist das wahr, daß Sie zur Hausmeisterin gesagt haben, ich wäre eine unangenehme, aufdringliche Person?!"—„Wahr ist es— aber gesagt habe ich es nicht.“ Seite 10. Kölner Lesal-Anzeiger Nr. 118 2 Freitag, 1. Mai 1903. der Anzeigen-Annahme für die Sonntags-Ausgabe des findet Samstagnachmittag 3 Uhr statt. Wir bitten unsere Inserenten um dementsprechend frühzeitige Aufgabe der Anzeigen für nächsten Sonntag. Geschäftsstelle des Kölner Local-Anzeigers Gerichts=Verhandlungen. Rilchfälschung. Das Schöffengericht verurteilte am 17. Februar den Milchhändler Johann Jakob Schmitz aus Longerich wegen wissentlicher Milchfälschung zu zwei Wochen Gefängnis und 150., sowie seine Schwester wegen Beihülfe zu einer Woche Gefängnis und 150 M. Strafe. Die Mutter der Angeklagten, die schon sehr oft wegen Milchfälschung bestraft ist, sowie eine andere Schwester wurden mangels Beweises freigesprochen. In den Proben, die am 8. und 9. August v. J. bei dem Angeklagten entnommen waren. siellte der Chemiker einen äußerst geringen Fettgehalt von 1,7 1,75 und .8 Proz. fest. Die Fälschung ist aber nicht in der Weise vor sich gegangen wie sonst, indem die Milch gewässert wurde, sondern man hat Magermilch und Vollmilch zusammengegossen, so daß das spezifische Gewicht der Vollmilch annähernd vorhanden war. Der Sachverständige war auch der Ansicht, daß die Magermilch auf dem Wagen der Angeklagten anscheinend auch als Vollmilch verkauft werden sollte, da sie ebenfalls, nach dem niedrigen spezifiischen Gewicht zu schließen, mit Vollmilch vermischt war. In der Berufungs=Verhandlung stellte es sich heraus, daß die Mitangeklagte an den betreffenden Tagen gar nicht mit beim Verkauf tätig gewesen ist. Das Gericht sprach sie deshalb frei, verwarf aber die Berufung des Jakob Schmitz, da die Strafe mit Rücksicht auf die ganzen Verhältnisse angemessen sei. Der Angeklagte sei durch die vielfachen Strafen seiner Mutter gewitzigt gewesen, und habe die Milch wenn nicht selbst, so doch in Gemeinschaft mit seiner Mutter gefälscht, er sei deshalb als Mittäter zu bestrafen.— Die Ehefrau Heinrich Lange aus Bornhe im bei Opladen war vom dortigen Schöffengericht von der Anklage der Milchfälschung freigesprochen worden, da zwar die von der Angeklagten verkaufte Milch zu 20—59 Proz. mit Wasser verdünnt gewesen ist, man diese Fälschung aber nicht der Angeschuldigten zur Last legen könne. Gegen das Urteil legte die Amtsanwaltschaft Berufung ein. In der neuen Verhandlung wurde die Frau auf Antrag des Staatsanwaltes zu 50 M. Strafe verurteilt, weil eine frühere Dienstmagd angab, sie habe gesehen, daß die Angeklagte mehrmals schlecht gefüllte Milchkannen mit Wasser aufgefüllt habe. Aus Kölns Nachbarschaft. 2 Knappsack bei Hermülheim, 29.April1908. Auf einem hiesigen Werke eigneten sich vor ein paar Tagen drei Angestellte(ein Buchhalter und zwei Arbeiter) Kupferabfälle widerrechtlich an und versuchten sie bei einem Händler in Zollstock zu verkaufen. Hierbei wurden die drei ungetreuen Angestellten abgefaßt und verhaftet. Auf dem betreffenden Werke sind in der letzten Zeit wiederholt Diebstähle vorgekommen. # Immendorf, 29.April1908. Nach einer Kriegervereinsfeier kam es hier in der Nacht zum 3. Februar d. J. zwischen Immendorfern und Randorfern zu einer blutigen Schlägerei, die einen Tagelöhner aus Rondorf und einen Fabrikarbeiter und sowie einen Tagelöhner aus Immendorf vor das Kölner Schöffengericht brachte. Die Angeklagten sollen bei der Schlägerei Messer, Schlagring und Ziegelsteine gebraucht haben. Dem Tagelöhner wurde nachgewiesen, daß er den ersten Angeklagten mit einem großen Brotmesser in eine Wange gestochen, die ganz aufgeschnitten und wobei auch die Zunge teils durchschritten wurde. Der Fabrikarbeiter warf mit einem Ziegelsteine und traf einen Rondorfer Einwohner. Dem Angeklagten aus Rondorf war eine einfache Mißhandlung zur Last gelegt. Das Gericht bestrafte den, der von dem Messer Gebrauch gemacht hatte, mit 6 Monaten Gefängnis und 105 M. Geldbuße an den schwerverletzten Mitangeklagten aus Rondorf, dieser erhielt 50., der Fabrikarbeiter aus Immendorf 20 M. Geldstrafe. Kölner Local-Anzeiger.* Köln, 1. Mai 1908. Unterhaltendes. E S Was meine Glocken wissen. Von Valentin Traudt. Wenn man so über die dreißig Jahre allsonntäglich oder wenn es sonst ein Fest zu feiern oder eine Begebenheit einzuläuten galt, im Glockenstuhl gestanden und sich vorher und nachher die Welt so ein bißchen von oben herab betrachtete, dann kann man mancherlei erzählen. Gewiß sieht man nur auf die Dächer, und die Menschenkinder erscheinen arg klein; aber man schaut sie doch auch immer nur von hier oben bei etwas ganz Wichtigem und das vergißt sich dann nicht so leicht. Und allemal denke ich bei dem Glockenklang zu einer Hochzeit oder einem Begräbnis zurück— wer war's doch das letzte Mal?— Da ist es nicht verwunderlich, wenn ich die Geschichte unseres Dorfes, alle der kleinen Gassen und Winkel, gut im Gedächtnis habe, manche freudige, manche gar trübe. Am traurigsten wob sich aber doch der blonden Liese, der flinken Bürgermeisters tochter, ihr Geschick... Der Bürgermeister war ein wohlhabender und weit und breit angesehener Mann und wünschte sich einen Schwiegersohn, der seiner einzigen Tochter noch einige Tausend mit ins Haus brächte, der dazu auch einmal Aussicht hätte, dem Gemeinwesen vorzustehen. Wer mag das dem selbstbewußten Krüger verdacht haben? Keiner im Ort, der selbst was auf sich hielt, der Kirchenrechner Vogt nicht, der Waldmüller nicht, alle die nicht, welche im Gemeinderat saßen oder im Kirchenvorstand Sitz und Stimme hatten. So ein großer fester Hausstand muß noch höher gebracht werden! Aber die Lies dachte anders. Da war des Gemeindehirten Justus, ein schlanker, frischer Bursch, der beste Tänzer und liederkundigste Sänger auf allen Kirmessen und Festlichkeiten. Und den hatte sie lieb, dem hatte sie sich heimlich versprochen. Als es die beiden erst noch allein wußten, war ihre Seligkeit groß, ihr Leben voller Sonne. So an den Sonntagabenden im Sommer, da das junge Volk unter der Linde vor dem Dorf scherzte und sang oder bei dem Sedantanz im Wald droben. Wie blitzte es da in ihren Augen, wie jubelte es da auf in ihren Liedern und Worten! Und der Justus würde auch ein tüchtiger Mann werden. Er war anstellig und fleißig und hatte seine Augen in allen Ecken und konnte schon ein großes Gut verwalten. Wenn das der Bürgermeister nicht ge wußt hätte, wäre er nicht so hinter ihm her gewesen, wenn er bei der Ernte Hülfe brauchte oder Holz für den Händler Markus oder Steine für die Staatsstraßen zu fahren hatte. Und da dachte auch die Lies nicht, daß der Vater einmal„nein“ sagen würde. Aber er sagte„nein“. Es war an einem Sonntag im Mai. „Heut' nachmittag fahren wir nach Hellendorf. Lies, tu' dein best' Kleid an und die Bernsteinkett häng um. Wir besuchen den Steinhofer.“ „Ganz wie du willst, Vater,“ sagte die Lies ohne Arg. „Und freundlich bist du dort.“ „Warum auch net?“ „Das ist recht, Lies.“ Und er rieb sich die starken Hände mit zuversichtlichem Behagen.„Weißt du, Mädchen, ich denk', des Steinhofers Wilhelm und du—“ „Vater, Vater!“ rief sie voller Angst. „Hör' nur erst, des Steinhofers Wilhelm und du, das gibt das reichste Paar im ganzen Amt. Der Steinhofer ist ein Mann, wie man keinen nochmal findet, Lies. Er hat einen Hof, nun, du wirst's ja sehen, und sein Wilhelm ist eine stolze Partie.“ „So geht das aber nicht.— Ich kenn' den Wilhelm kaum. — Ich hab' gehört, er wär' so ein barscher, händelsüchtiger Bursch.— Es ist ja auch noch nicht ausgemacht, ob er mich mag.“ „Das ist ausgemacht.“ „Und ich hab' nichts zu sagen, Vater?“ „Was sollst du da groß sagen. Ich bin doch dein Vater, ich hab hier zu befehlen und zu ordnen, ich weiß, was gut ist.— Kenn' mich schon aus.“ „Aber ich hab' einen anderen schon, einen gar lieben und fleißigen Bursch.“ „So?“ „Du kennst ihn auch gut, Vater.“ „Meinst gar des Färbers Karl, Mädchen?— Der mit seinen zweitausend Taler, geh'! Gefragt hat er schon; aber ich hab' ihn abgewiesen.“ „Der nicht.“ Und sie wich dem Vater mit den Augen aus. Ganz scheu und verschüchtert trat sie einige Schritte zurück. „Nicht?— Des Müllers August gar, der auf der letzt' Kirmeß mit dir getanzt?— Gar kein Gedanke, Lies. Ich brauch' einen Schwiegersohn wie den Wilhelm vom Steinhof. Meinst gar, die Leut' sollten sprechen, daß ich ein Querkopf war? Ich weiß, was ich will.“ „Ach, Vater, dann laß mich so. Ich kann nicht gegen mein Herz und nicht gegen mein Wort.“ Dabei streckte sie die Hände flehend aus. Er aber trat zornig auf sie zu und packte sie an den ausgestreckten Händen. „Gegen mein Wort geht es aber auch nicht, Lies. Da verlaß dich'rauf. Wer ist's, den du ausgesucht hast?— Aber mach' mich nicht wild.“ „Mein lieber Vater, es ist ein armer Bursch, ein ganz armer. Doch er wird wissen, was er unserem Hof schuldig ist, gewiß wird er das. Es ist so ein sparsamer und tüchtiger Bursch.“ Da wandte er sich ab und maß einige Mal das Zimmer mit erregten Schritten. Und nachher stieß er wild hervor:„Lies, wir fahren und was ich will, das will ich und das willst du.“ „Denk' an die Mutter!“ „Gott hab' sie selig; aber sie hatte nicht meinen Willen.— Und was willst du damit?“ Er sprang wieder vor die zitternde Tochter.„Hat nicht unser Werk zusammen gepaßt? War das nicht eine Bürgermeistersfrau?“ „Ach ja; aber——“ „Nun und?“ „Hat sie nicht auf ihrem Sterbebett gesagt, du sollst dein Kind, ihr Kind glücklich machen?“ „Das will ich doch auch.“ „O nein, das willst du nicht.— Ich, ich lieb' den Justus." Doch da lachte er rauh auf und warf ihr einen so verächtlichen Blick zu, daß ihr aller Mut verging. „Darüber verlier' ich kein Wort,“ sagte er dann rauh,„eher steck' ich mir das Werk über dem Kopf an.“ * Sie fuhren nicht an dem Tag; aber es begann eine böse Zeit für die Lies. Nun kam sie keinen Schritt mehr allein vor das Haus, der Gemeindehirte verlor sein Amt, sein Sohn fand in der ganzen Verwandtschaft keine Arbeit mehr, nichts mehr im Gemeindewald, nichts mehr an der Straße zu tun. Und als Michaeli ins Land gekommen war, mußte ich doch der Lies zur Hochzeit läuten. Es muß im Bürgermeisterhaus noch an dem Tag erregt hergegangen haben; denn es verstrich :: Troisdorf, 29.April1908. Es ist jetzt ein Jahr her, seitdem unser kath. Arbeiterverein gegründet wurde. Man braucht sich nicht darüber zu wundern, daß der junge Verein und diejenigen, welche seine Leitung übernommen hatten, mannigfache Schwierigkeiten überwinden mußten, ja selbst bei guten Katholiken falschen Auffassungen und Mißtrauen begegneten. Leider gibt es noch viele Arbeiter, welche die hohen Ziele des Vereins, der gerade zu ihrer eigenen Schulung und Veredelung gegründet wurde, nicht zu wurdigen scheinen, wenn auch mit Freude erwähnt werden muß, daß bis jetzt über 300 Männer und Jünglinge dem Vereine sich angeschlossen haben. Unbeirrt durch Gunst oder Mißgunst wird der Verein— das steht zu hoffen— seinen Weg gehen; dafür werden Vorstand und Vertrauensmänner Sorge tragen. Aus verschiedenen Gründen soll in diesem Jahre noch von einem größeren Stiftungsfeste, an welchem auch auswärtige Brudervereine sich beteiligen würden, abgesehen werden. Hoffentlich kann dann im nächsten Jahre gleichzeitig die Fahnenweihe stattfinden. Am 31. Mai soll im Lokale des Herrn Höck der Jahrestag der Gründung im engeren Kreise der Mitglieder gefeiert werden, und an demselben Tage werden gemäß Beschluß der Monatsversammlung die Mitglieder morgens gemeinschaftlich die heilige Kommunion empfangen. Mögen sich dann mal wieder alle Mitglieder zusammenfinden. * Cohmar, 30.April1908. Der Amtssitz des Bürgermeisters von Lohmar im Siegkreise ist am 15. April 1908 von Donrath nach Lohmar verlegt worden. * Siegburg, 30.April1908. Im Verkehre der am 1. Mai in Wirksamkeit tretenden Postagenturen in Siegburg=Mülldorf mit dem Postamt in Siegburg findet für Briefe die Ortstaxe(Nachbarortsverkehr) Anwendung. Hafer-Kakao wird bei magen= und Darmleiden als Kräftigungsmitteltausendfach ärztlich empfohlen, Nur echt in blauen Kartons für 1 Mk., niemals lose. Der Mai ist gekommen, und müssen die Wohnungen rein machen. Nichts ist dafür besser, praktischer und billiger, wie Luhns Wasch=Extrakt; damit gehts flott und alles wird recht schön frisch, wie neu. In jedem besseren Geschäft ist jetzt Luhns Wasch=Extrakt mit Rotband zu haben. Bitte, merken Sie sich:„Am roten Band wird Luhns erkannt!" fast eine halbe Stunde über die gesetzte Zeit. Ein rauher Sturm fegte zu den Schalllöchern herein und die Dohlen um kreisten in einer schwarzen, krächzenden Wolke den Turm. Da, als ich mich wieder einmal hinauslehne, zu schauen, ob der Hoch zeitszug noch nicht komme, sehe ich sich drüben auf der Mauer der Oberförsterei den Justus hinter dem Vogelbeerbusch nieder kauern. Ich höre es auch knacken, einmal, zweimal, und eine furchtbare Angst überfällt mich.„Justus!— Justus!“ schreie ich durch den Sturm hinab... Er scheint sich nicht zu regen... Du lieber Gott, denke ich, laß ihn doch keinen Selbstmörder werden! Ich werfe noch einen Blick die Straße hinunter und lasse die Glocken Glocken sein. „Justus! Justus!“ So stürze ich nach dem Versteck hin. Aber da geht ein Schuß los und man hört einen dumpfen Fall. In demselben Augenblick überfliegt mein Auge die aufsteigende Gasse und mein Ohr hört die Musik. Mir droht die Luft aus zugehen. Was sollte ich beginnen?— Dem Hochzeitszug entgegeneilen?— Ich konnte ja doch nichts ändern, und es war auch nichts mehr zu ändern.— Viel, viel zu spät begann das Geläute zu Lieses Hochzeitsgang, viel zu spät. „Das hat was zu bedeuten!“ sagten die Leute damals. Und das war ja auch so. Ich habe von der Hochzeitsfeier nichts gesehen und nur von meinem Nachbar gehört, daß er noch nie eine so bleiche Braut gesehen habe. * Zwei Tage darauf stand ich wieder oben bei meinen Glocken Heute schien die Sonne und ein großer Zug Schneegänse flog über das Kirchlein. Der Justus wurde beerdigt. In der Oberförsterei war er beim Putzen alter Jagdflinten verunglückt, so hieß es. Sicher lich hatte da in einem Lauf noch ein vergessener Schuß gesteckt. Es war ein langes Gefolge und der Bürgermeister und der Wilhelm Steinhofer waren auch dabei, und die Mädchen, die mit ihm aus der Schule gekommen waren, gingen links und rechts von dem Sarg und trugen lange Tannengewinde und weinten, als sei es ihr Bruder gewesen. * Dann war es wieder lange Wochen still im Städtchen. Der Winter kam mit starkem Frost und schweren Schneestürmen. Auf dem Bürgermeisterhof waren zwei Pferde gefallen und der Alte selbst war um Weihnachten herum bettlägerig gewesen. Aber es hatte sich wieder gemacht. Da klopfte, es war gerade Lichtmeßmarkt, wieder einmal der Kirchenjunge am Abend bei mir an. „Klaus, übermorgen um drei wird die Lies begrabe. Wir solle mit alle Glocke läute.“ Alles schlug vor Verwunderung und Schrecken die Hände zu sammen; nur ich nicht und der Bürgermeister am Ende auch nicht. Meinem Weib, die beim Schlachten der Lies geholfen hatte, hatte die alles erzählt. Schon als Kind war ja die Lies gern zu uns ins Haus gekommen und ich hatte ihr auch beim Abendläuten einmal die Glocken gezeigt. Das war nun auch wieder ein langer Zug. Schwarz kam er die Gasse herauf, die noch dichter Schnee deckte. Und zwischen dem Läuten warf ich meinen Blick hinab und verfolgte ihn bis zu der engen Mauerpforte und dachte zurück, wie ich dem Justus zur Ruh geläutet und ihr zwei Tage vorher zur Hochzeit. Nun werden sie dort nebeneinander liegen und kein Bürgermeister kann das ändern. Dreißig Jahre steige ich schon ins Gestühl unseres Kirchleins; aber nie ist mir der Gang so schwer gewesen als die beiden Male, da er der Lies galt, und immer, wenn ich den ersten Zug zu einem Hochzeitsgeläute tat, ging der Wunsch durch meine Seele:„Herr, laß sie glücklicher werden als die Lies.“ Und das will ich auch so halten, so lange ich läute. Kölner Local-Anzeiger Nr. 118* Freitag, 1. Mai 1903. Seite 11. Zwangsversteigerung Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Cöln Spulmannsgasse 10-12 belegene, im Grundbuche von Cöln=Altstadt, Band 24, Blatt 931, auf den Namen des Großschlächters Samuel Meier zu Cölnepveny, Kartenblatt 3, Parzelle 965/159 2c., Wohnhaus mit Anbau und Hofraum, groß 2,63 Ar, Nutzungswert 3300 Mark, am 11. Mai 1908, vormittags 9½ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Appellhosplatz, Zimmer Nr. 4, Königliches Amtsgericht, Abteil. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Cöln, Zülpicher straße belegenen, im Grundbuche von Kriel, Band 48, Blatt 1887, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Stuckaturermeisters Ludwig Oppel in Düsseldorf, Franklinstraße 50, eingetragenen Grundstücke: 1. Kartenblatt 63, Parzelle Nr. 6967/58, Zülpicherstraße, Acker, groß 3,50 Ar; 2. Kartenblatt 63, Parzelle Nr. 6968/58, Zülpicher straße, Acker, groß 3,47 Ar; beide je 49/100 Taler Reinertrag,„„ 96 am 11. Mai 1908, vormittags 9¼ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Appellhofplatz, Zimmer Nr. 4 * Königliches Amtsgericht Cöln, Abt. 40. 40, Cöln. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Cöln, Rurstraße belegenen, im Grundbuche von Kriel, Band 48 Blatt 1887, zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Stuckaturermeisters Ludwig Oppel in Düsseldorf, Franklinstraße 50, eingetragenen Grundstücke: 1. Kartenblatt 63 Parzelle Nr. 6953/58, Acker, Rurstraße, groß 3,45 Ar. 74/100 Taler Grundsteuerreinertrag; * Kartenblatt 63 Parzelle Nr. 6954/58, Acker, Rurstraße, groß 3,48 Ar. 15/100 Taler Grundsteuerreinertrag, am 11. Mai 1908, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Appellhofplatz, Zimmer Nr. 4, versteigert werden. Königl. Amtsgericht Cöln, Abteil. 40. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Cöln, An den Dominikanern 2, belegene, im Grundbuche von Cöln, Band 59 Blatt 2322, zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Eheleute Franz Meusel, Restaurateur, u. Josephine geborene König, zu Cöln, je zur Hälfte eingetragene Grundstück: Kartenblatt 25 Parzelle Nr. 561/368, Wohnhaus mit Anbauten und Hofraum, groß 2,51 Ar, Nutzungswert 10200 Mark, am 11. Mai 1908, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle, Appellhofplatz, Zimmer Nr. 4, versteigert werden. Könin.. Amtsgericht Cöln, Abt. 40. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Cöln be legene, im Grundbuche von Müngersdorf, Band 49, Artikel 1946, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Architekten Peter Krings in Cöln=Braunsfeld, Aachenerstraße 417 eingetragene Grundstück: Kartenblatt 68, Parzelle Nr. 2091/6, Acker, Aachenerstraße, groß 5,68 Ar, Grundsteuerreinertrag 1,22 Taler, am 11. Mai 1908, vormittags 9¾ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Abbeuhofplatz, Zimmer Nr. 4 versteigert werden. Königliches Amtsgericht Cöln, Abt. 40. Am 13. Juli 1908, vormittags 9 Uhr, wird in Cöln im Justizgebäude, Simerplatz Nr. II in Cöln senannt Julchen geb.Voverichen zu Cöln=chrenseld zwangwese versteigert werden. * K ö n i g l i c h e s A m t s g e r i c h t 4 0. C ö l n. Reinige dein Blut! Rheumatism., Gicht, Hautausschlag, Leber= u. Nierenleiden, Wassersucht, Hämorrhoiden, Blutandrang n. d. Kopf, Fettleibigk. sind Folgene. schlechten Blutmisch. Bewährt hat sich Apotheker Götzes antirheumatischer Blutreinig.=TeeNr. 150. Rp.: Sennes, Schafgarbe, Feldkümmel, Kaiserwur,, Hauhech., Löwenzahn, Süßholz, Huecke, Liebstöckel, Ringelblume, Sant.,Wachhold. je 1 T. Gr. Paket à K..50. Depot u. Verkaufsstellen: Aposteln=Apoth., Ap. z. g. Kopf. Dom-, Hansa=, Hof=, Hohenz.=, Maur.=Kaiser=, Stern=, v. Werth= u. 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Gesuche von kaufmännischem Personal im Kölner Cocal-Anzeiger bringen die Seite 12 Kölner Local-Anzeiger Nr. 118* Freitag, 1. Mai 1900. Aus der Stadtverwaltung. Ueber den Zugang von Beamten hat der Herr Oberbürgermeister den Stadtverordneten eine Nachweisung zugehen lassen. Danach betrug dieselbe bei der allgemeinen Verwaltung im Jahre 1905 16, 1906 19, 1907 59 und 1908 21, bei der Polizeiverwaltung waren die entsprechenden Zahlen 1, 3, 0 und 4, bei der Hafenverwaltung 2, 1, 2 und 7, bei Straßenreinigung und Fuhrpark 2, 2, 5 und 1, beim Realgymnasium in Nippes 0, 0, 0 und 1, bei der Handelshochschule 2, 0, 0 und 2, bei den Museen 0, 1, 3 und 3, bei Archiv und Bibliothek 0, 0, 1 und 1, beim Theater 0, 1, 0 und 2, bei den Krankenanstalten 1, 0, 0 und 7(einer ging ab), beim Hochbauamt 10, 10, 0(Abgang 6) und 3, beim Tiefbauamt 0(Abgang), 0, 2 und 6, bei der Vermögensverwaltung 0, 0, 0 und 1, bei der Stadterweiterung 0, 0, 2 und 2, bei den Gaswerken 34, 28, 41 und 0(Abgang 16), bei den Straßenbahnen 1(Abgang), 0, 2 und 19, bei den Bädern 0, 1, 0 und 2, bei den Vorortbahnen 37, 0, 6 und 1, bei der Rechts=Auskunftstelle 0, 2, 0 und 1, bei den Feuerlöschanstalten, den Fortbildungsschulen, der Akademie für praktische Medizin und der offenen Armenpflege fand nur 1905 eine Vermehrung statt, und zwar um 6 bzw. 1 bzw. 1 bezw. 2, bei den öffentlichen Anlagen 1, 0, 2 und 0, bei den Friedhöfen 0, 0, 1 und 0, bei der Sparkasse 4, 12, 0 und 7, beim Leihhaus 9, 0, 0 und 0, bei der Waisenpflege 0, 1, 0 und 0, bei den Schulen 0, 0, 2 und 0, bei dem Bureau für rechts= und wissenschaftliche Fortbildung 0, 0, 1, und 0, bei der Marktverwaltung 9, 1, 0 und 0. Neues aus Köln. An Genickstarre ist erkrankt ein 15 Monate altes Kind aus der Weißbüttengasse. Es befindet sich im Augusta=Hospital. Aus Köln-Riehl. # Volksverein. Nach mehreren vorbereitenden Besprechungen fand am Passionssonntag im großen Saale des Herrn Schnitzler eine große öffentliche Männer=Versammlung statt, in welcher der Volksverein neu ins Leben gerufen und nach streng abgegrenzten Bezirken organisiert wurde. Nach einem begeisternden Vortrage des neuen ersten Geschäftsführers, Herrn Pfarrer Zaunbrecher, über die Ziele und Erfolge des Volksvereins ließen sich sofort 140—150 Männer aufnehmen. Nun heißt es weiter agitieren, immer mehr Mitglieder gewinnen, auch den letzten katholischen Mann herbeiholen! Zu diesem Zwecke findet am nächsten Sonntag den 3. Mai, abends.30 Uhr, in den oberen Sälen des Herrn Panhorst(neben dem Zoologischen Garten) eine zweite große Versammlung statt, in der zwei tüchtige Redner, Herr Tenhof aus Köln und Herr Dr. Sonnenschein aus.=Gladbach über zeitgemäße Themata sprechen werden. Es muß Ehrenpflicht der Riehler Männer sein, diese in gegenwärtiger ernster Zeit so überaus wichtige Versammlung recht pünktlich und zahlreich zu besuchen. Aus Kalk. — Schwerer Diebstahl. In vorvergangener Nacht wurde auf der Hauptstraße ein an einem Geschäftshause angebrachter Schaukasten erbrochen und aus demselben eine Anzahl Normalhemden gestohlen. Die Täter sind unbekannt. Sport. * Internarionales Schwimmfest am 3. Mai 1908. Zu dem am Sonntag den 3. Mai d. J. stattfindenden 1. Großen internationalen Schwimmfest des Schwimmklubs Rhenus Köln, nachmittags 3 Uhr im Hohenstaufenbad ist dem festgebenden Klub heute ein Ehrenkranz der Stadt Köln gestiftet worden, der auf die Juniorenstafette gelegt wurde. Es wird sich hierbei ein spannender Kampf entspinnen. Stimmen aus dem Leserkreis. [4111] Bureaukratismus bei der Straßenbahnverwaltung. Ich besaß eine Streckenkarte Rudolfplatz—Barbarossaplatz—Waid: markt; durch Verlegung des Geschäftes war ich am 11. März gezwungen, nach Chlodwigplatz zu fahren und beantragte persönlich bei der Verwaltung unter Vorlage der Karte auf diesen zwei Einheitsstrecken: Barbarossaplatz—Waidmarkt in Barbarossaplatz—Chlodwigplatz umzustempeln, das war für die Verwaltung eine Arbeit, die in zwei Minuten erledigt gewesen wäre und welche nicht den geringsten Verlust brachte. Der Antrag wurde abgelehnt. Auf eine weitere persönliche Vorstellung bei der Direktion wurde ich ersucht, den Antrag schriftlich einzureichen. Nachdem dies am 12. März geschehen, erhielt ich am 14. desselben Monats folgenden Bescheid: Auf Ihren Antrag vom 12. d.., betreffend Umschreibung der Karte bedauern wir, Ihnen mitteilen zu müssen, daß es bei dem Ihnen bereits mündlich erteilten ablehnenden Bescheide sein Bewenden behalten muß. Nach Ziffer 4 der bezüglichen Bestimmungen findet eine Aenderung der Strecken im Laufe eines Monats nicht statt. Was nun?—§ 8 sagt: Bei mißbräuchlicher Benutzung auf nicht abonnierten Strecken tritt gegebenen Falles strafrechtliche Verfolgung ein. Obschon die benutzte Strecke bezahlt war, wollte ich mich nicht der Gefahr einer Anzeige aussetzen. Ich wandte mich nun wieder persönlich an die Verwaltung, was zu geschehen habe, um in den Besitz der gultigen Karte zu kommen. Da wurde denn folgendes umständliche Verfahren für zulässig und dem§ 4 nicht widersprechend eingeschlagen: Lösung einer ganz neuen Streckenkarte für den vollen Monat, 7,20., für die nicht weiter zu benutzende Karte wurden mir für zwei Drittel Monat von 7,20 M. 2,10 M. vergütet, über letztere mußte eine Quittung ausgefertigt werden. Inzwischen hatte ich durch die sich hingezogenen Verhandlungen auch 2,10 M. für Fahrscheine für die ohne Karte befahrene Strecke gezahlt, so daß die Monats=Streckenkarte auf nicht weniger als 14,40 M. zu stehen kam, dank dem§ 4 und dem Bureaukratismus der Verwaltung. Im Interesse der Allgemeinheit habe ich dann beim Herrn Oberbürgermeister unter ausführlicher Begründung beantragt, solche die Bürgerschaft schädigende Bestimmungen zu ändern, woraufhin ich unterm 24. d. M. den wörtlichen Bescheid erhielt: Auf das gefl. Schreiben vom 16. März, betreffend Umschreibung einer Streckenkarte, teile ich Ihnen nach Abschluß der Erhebungen ergebenst mit, daß nach§ 4 der Bedingungen zur Beförderung mit Netz= und Streckenkarten eine Aenderung der abonnierten Strecken im Laufe eines Monats nicht stattfindet. Ich bedauere hiervon zur Vermeidung von Berufungen auch in Ihrem Falle grundsätzlich nicht abgehen zu können. I. V. Zschirnt. Die Verwaltung wird sich hoffentlich nicht länger der Einsicht verschließen, daß ihre Bestimmungen reformbedurftig sind und werden auch wohl die Herren Stadtverordneten hierbei etwas nachhelfen. Civis. Aus Kölns Nachbarschaft. +0 Mülheim(Rhein), 29 April1908. Die Versammlung der Deutschen Vereinigung, die heute abend hier im Kasino stattfand, tagte sozusagen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit, denn es hatten sich nur ungejähr 30 Herren eingefunden, fast ausschließlich Nationalliberale(darunter auch einige Stadtverordnete und Beigeordnete). In den Einladungskarten zu der Versammlung hieß es u..:„Da es wünschenswert ist, daß die Gründung des Kreisverbandes sich unter reger Beteiligung vollzieht, so wird dringend gebeten, zu der obigen Versammlung zu erscheinen und Freunde unserer Bestrebungen, die beabsichtigen, der Vereinigung als Mitgieder beizutreten, zum Besuch der Versammlung, die eine geschlossene ist, bewegen zu wollen. Nähere Auskunft erteilen die Vertrauensmänner E. Böcking(Mülheim=Rhein), Meyer=Venau (Mülheim=Rhein) und Gutsbesitzer Pauli(Haus Herl b. MülheimRhein). Es hatten sich auf Grund dieser Einladung auch zwei Anhänger der Zentrumspartei eingefunden. Diesen wurde aber von dem Vertrauensmann, Hrn. Stadtverordneten Böcking, bedeutet, daß die Einladungen persönlich ergangen seien und nur solche anwesend sein dürften, die eine Einladungskarte erhalten hätten. Einer der beiden Herren erklärte, von einem Freunde eingeladen zu sein. Hr. Böcking erwiderte jedoch, daß die Versammlung eine streng geschlossene sei und nur Eingeladene zugelassen werden könnten. Als einer der Zentrumsanhänger dann die Möglichkeit andeutete, durch die Vorträge zum Freunde der Sache werden zu können, befragte Hr. Böcking nunmehr die Versammlung. Es wurde jedoch allgemein der Wunsch geäußert, daß die beiden Herren sich entfernen möchten, was denn auch geschah. Die Deutsche Vereinigung wird es niemand verargen können, wenn er hinter der von ihr beliebten Geheimnistuerei die Absicht vermutet, ihren wahren Zweck und ihre Tendenz zu verschleiern. Weshalb verweigert die Vereinigung bekannten Zentrumsanhängern den Zutritt zu ihren Versammlungen, wenn sie nur die in ihrem„Programm“ angegebenen Ziele verfolgen will? Der Grund des Ausschlusses ist offensichtlich: Der Charakter der Deutschen Vereinigung als einer nur gegen das Zentrum gerichteten Gründung soll naiven Gemütern möglichst lange verborgen gehalten bleiben. Man wird jetzt auch wissen, was man von„Berichtigungen“ der Geschäftsstelle der Vereinigung zu halten hat, wenn diese wieder einmal, wie bezüglich der Neußer Versammlung, die von glaubwürdigen Personen angegebene Zahl der Teilnehmer anzweifeln sollte. Jedenfalls wird es geboten sein, den Schlichen der Anti=Zentrumsvereinigung fortgesetzt sorgsam nachzugehen. a Hoffnungsthal, 30.April 1908. Eine Gendarmeriestation wird hier mit dem morgigen Tage errichtet. Der bisher zum hiesigen Bahnhau kommandierte Fußgendarm Erdmann ist vom 1. Mai ab aus diesem Anlaß nach hier versetzt worden. 6 Bensberg, 30 April1908. Kommissarischer Bürgermeister Klee von hier wurde ab 1. Mai d. J. an Stelle des Bürgermeisters a. D. Rausch zum Amtsanwalt des Amtsgerichts Bensberg ernannt. Theater und Konzerte. ∆ Mletropoltheater. Das Metropoltheater spielt noch den ganzen Monat Mai hindurch. Leo Falls Operette Der fidele Bauer erweist sich vor wie nach zugkräftig. Im Metropolrestaurant findet am Sonntag den 3. Mai das Abschiedskonzert für Kapellmeister Drescher statt. von Nah und • Dortmund, 29.April1908. Die Vertreter von Handwerkervereinigungen, die einen Zusammenschluß der Organisationen für ganz Deutschland bezwecken, hatten als Programm folgende Grundsätze aufgestellt: 1. Jeder selbständige Handwerker ist verpflichtet, der am Orte oder im Bezirke bestehenden Fachoder„Mischinnung“ beizutreten. Dieselbe ist mit Beitritts= und Beitragspflichten auszustatten; 2. die Berechtigung zum Betriebe eines Händwerks ist abhängig zu machen von dem Beitritt zu einer für das gleiche oder verwandte Handwerke, oder einer für sämtliche Handwerke(Mischinnung) bestehenden Innung und der vorher bestandenen, durch Gesetz eingeführten obligatorischen Meisterprüfung; 3. die Pflicht zur Führung eines Arbeitsbuches wird auf alle Gesellen, Gehülfen usw. ausgedehnt bis zur erlangten Selbständigkeit. Die Erteilung ist abhängig zu machen von der vorher bestandenen obligatorischen Gesellenprüfung und einer ordnungsgemäßen Lehrzeit; 4. indem wir die Handwerkskammern als einen Erfolg der freien deutschen Handwerkerverbände anerkennen, wünschen wir eine Abänderung des Wahlrechtes zu denselben(§ 103a) bzw. der Wahlordnung(gleiches, direktes Wahlrecht für jeden Handwerker usw.): 5. an Stelle des jetzt bestehenden, langweiligen, kostspieligen und umständlichen Verfahrens bei gesetzlichen Einziehungen von Handwerkerforderungen erstreben wir die gesetzliche Einführung von Handwerkergerichten, mehr Schutz für Handwerkerforderungen und Abänderung der Pfändungs=Ordnung: 6. Abänderung des Patentgesetzes; 7. Abänderung der so ungerechten Gewerbesteuer; 8. Anstelle des Ministers für Handel und Gewerbe einen Ressortminister für das Handwerk. Diesen Hauptforderungen seien anzugliedern: Bekämpfung der Warenhäuser, des Filial=Unwesens, die Auswüchse der Konsum=Vereine, der Zuchthaus= und Gefängnisarbeit und der die guten Sitten verderbenden und Konkurrenz bietenden Frauenarbeit, die Eingriffe des Staates und der Kommunen in Handwerkerbetriebe nach der Richtung, daß Staat und Kommunen eigene Werkstätten, Bekleidungsämter usw. errichten und so den selbständigen Handwerkern die größte Konkurrenz bieten. Bei allen Wahlen, sei es zum Reichs= oder Landtage, Kommunal=, Kirchenvorstandswahlen, Wahlen zur Handwerkskammer usw. sei dafür zu sorgen, daß nur Männer in die Vertretungen gewählt werden, die obige Forderungen energisch vertreten. Außerdem wird eine Verbesserung des Fortbildungsschulwesens und Anstellung von fachlich ausgebildeten Lehrern aus dem Handwerkerstande gewünscht und den Handwerkern Selbsthülfe empfohlen unter Berücksichtigung anderer Stände. ** Von einem Automobil getötet.(Drahtber.) München, 30. April1908. Der Historienmaler Julius Frank ist gestern abend von einem Automobil überfahren worden und heute nacht gestorben. * Opfer einer Schiffskesselexplosion.(Drahtber.) London, 30.April 1906. Von den bei der Kesselexplosion an Bord der Viktoria Verwundeten sind zwei ihren Verletzungen erlegen. ** Dom Desuv. Catania, 29. April 1908. Vom Observatorium auf dem Aetna wird gemeldet, daß seit heute morgen dichter Rauch aus dem Mittelkrater aufsteigt. Um.30 Uhr begannen die Instrumente ein lokales Erdbeben zu verzeichnen, welches sein Maximum um.22 Uhr erreichte. Ueber die Ortschaften Vallebove und Trifoglietto lagerten sich Massen schwarzen Rauches. In Linguaglossa und Santa Venerina wurden leichte Erdstöße verspürt, verbunden mit unterirdischem Getöse und starkem Aschenregen. ** Automobilunfälle. Von einem Droschkenautomobil über. fahren wurde in Berlin in der Bellealliancestraße der 38 Jahre alte Kaufmann Marten aus Tempelhof. Der Verunglückte wurde schwerverletzt nach seiner Wohnung gebracht.— Bei einem Osterausflug verunglückt ist der Berliner Fabrikant., der mit einem Privatautomobil nach Eberswalde gefahren war. Auf der Rückfahrt begriffen, geriet der Kaufmann beim Umfahren einer ihm entgegenkommenden Kutsche in der Nähe des Dorfes Eichhorst gegen einen Baum, wobei B. und ein mitfahrender Freund aus dem Wagen geschleudert wurden. Der Fabrikant erlitt bedeutende Verletzungen im Gesicht und an den Beinen, während sein Begleiter mit leichteren Kontusionen davonkam.— Der Brand eines Geschäftsautomobils der Firma A. Wertheim veranlaßte in der Nacht zum ersten Österfeiertag die Alarmierung der Steglitzer Feuerwehr. Der Wagen, der infolge eines Defekts auf der Chaussee längere Zeit liegen geblieben war, sollte nach beendeter Reparatur nach dem Depot in Berlin=gebracht werden, als plötzlich aus dem Benzinbehälter Flammen emporschossen. Der Chauffeur konnte sich nur mit Mühe und Not retten. Das Automobil verbrannte vollständig. ** Die Stürme in den Vereinigten Staaten. Der große Sturm in den Vereinigten Staaten ist leider verhängnisvoller gewesen, als anfänglich gemeldet wurde. Nach Berichten vom 25. April aus Atlanta kamen in Mississippi, Louisiana und Alabama, wie bereits kurz gemeldet, 250 Personen ums Leben, während 400 verletzt wurden. Einige Städte wurden fast vollständig zerstört und andere übel zugerichtet. Die Umgekommenen sind meistens Neger, deren Hütten wie Spreu weggefegt wurden. Die Telegraphenlinien wurden zerstört und der Verkehr in den betroffenen Distrikten ist sehr erschwert. In Purvis, Mississippi, kamen 30 Weiße und 50 Neger ums Leben. Der Staat Mississippi scheint überhaupt am schwersten gelitten zu haben. Nach dem letzten Berichte vom 26. April kamen in Mississippi allein 300 Personen ums Leben, während die Zahl der Verletzten auf tausend angegeben wird. Die Verlustliste steigt mit jeder neuen Nachricht. Dem Sturme folgte ein vollständiges Chaos, so daß in vielen Orten Kriegsrecht proklamiert werden mußte. Hundert Städte in Mississippi ersuchten den Gouverneur um Zelte für Obdachlose. Die Neger sind vor Furcht vollständig stumpssinnig geworden und leisten nicht die geringste Hülfe. Von dem Gefängnis in Purvis wurde das Dach abgerissen, aber die Sträflinge waren in einer solchen Angst, daß sie keinen Versuch machten, zu entweichen. Der Weg des Tornado war etwa drei Kilometer breit. Der Sturm schritt nicht in gerader Linie fort, so daß es für die Menschen schwer war. ihm zu entgehen. Die große Ausdehnung des betroffenen Gebietes macht die Aufrechterhaltung der Ordnung schwierig. ** Ueberschwemmung in Rußland. St. Petersburg, 28. April 1908. Die Hochflut hat in verschiedenen Städten neue Verheerungen angerichtet. In Orel ist der Malzeffsche Fabrikrayon überschwemmt, im Fabrikrayon Raditza verkehren Dampfer auf den Straßen, 900 Häuser stehen unter Wasser. In Smolensk sind durch den Austritt des Duiepr 350 Häuser überschwemmt und in der Umgebung große Mengen an Korn und Vieh vernichtet. Auch in Kiew stehen die am Dniepr gelegenen niederen Stadtteile unter Wasser; dagegen ist nach Nachrichten aus Moskau dort die Hochflut überall zurückgetreten. Ein Fünftel Moskaus, insgesamt 13 Quadratkilometer, war überschwemmt. 3000 Häuser, 25000 Wohnungen, 50000 Einwohner sind von der Katastrophe betroffen worden. Zur Linderung der Not der durch die Ueberschwemmung Geschädigten haben sich in allen Kreisen des Moskauer Gouvernements Hülfskomitees gebildet. ** Ein Heuschreckenschwarm von bis jetzt noch nicht dagewesenem Umfang, so wird aus Tunis gemeldet, kam vom Süden Kairouans her. Der Zug bedeckte 60000 Hektar Land bei Djeboui und verheerte weiter eine Reihe von Ortschaften, die bis zu 30 Kilometer von Tunis entfernt liegen. Der Schwarm wird wahrscheinlich in Richtung auf Tebourka weiterziehen. Die Heuschrecken haben eine große Menge Eier auf die Erde gelegt. Das Ausschlüpfen der jungen Tiere wird gegen den 5. Mai erwartet. Die Behörden treffen umfassende Maßnahmen zur Beseitigung der Heuschreckenplage. ac Lustige Ecke.ee (0) Dat ahle Kölle wor ene Durchenein vun wunderlige Gasse un Stroße, un grad de Gägend vum Medddelpunk der Stadt wor esu durchenander gebaut, dat ene Fremde sich gar nit zoräch finge kunnt. Ich hann off, wenn ich dat Drieve en de enge Stroße sooch, an en Maikevverndoos gedaach, wo alles durchenander krabbelt. Wat woren dat för Gäßcher, zom Beispill de Hohnergaß, unger Käster, de Jüddegaß, de Feschgaß un de Gaß, wo et Hännesche spillte; dat wore all Gasse, wo ze läbtes Dags de Sonn nit schung un wo mer am helle Dag Leech anmaache moht. Un en esu en Löcher looche off de beste Geschäfte. Wenn mer em Bechergäßche stunt un de Aerm uhsstreckte, kunnt mer met de Häng an beide Sigge an de Moor rekke. Jo de Nohbern gegenüvver kunnten sich üvver de Strohß de Häng gevve oder sich esu gar büzze. Och esu schön Gäßche wo dat Hembsmäuche. Enns hat sich do en Dreckkahr erenn faßgequetsch, un dä Fohrmann hat jett ahn de Pähd zo maache. Do kom vun hingen her e„feines Dämche" un woll an der Kahr förbei. Dä Fohrmann sooch, wie dat Dämche ehsch räächs un dann links eröm leef. Aevver et gingk nitt. Do reef hä ehr zo:„Mamsellche, Mamnsellche, maht mer de Kahr nitt drekkig!“ H. R. * Beim Heiratsvermittler. Kunde:„Sie haben mir doch gar nicht gesagt, daß die betreffende Dame einen Buckel hat.“— „Bitte sehr, ich habe Ihnen wiederholt gesagt, sie sei nicht ohne.“ * Gewaltiger Natureindruck.„Mann(zu seiner Frau im Seebad):„Du bist zum ersten Mal am Meer, Ottilie— welchen Eindruck hast du gewonnen?"—„Es ist durchgehends besseres Publikum da.“ * T a k o n i s c h. A.( z u s e i n e m F r e u n d e, d e r e i n g e s c h w o l l e n e s Gesicht hat):„Nun, bösen Zahn?".:„Nein, böse Frau!“ * Verblümt.„Frau Wirtin, ist Ihr Mann daheim? Kann ich ihn mal sprechen?"—„Jawohl— er zapft eben Wein ab.“ —„Na, da will ich nicht stören. Ich komme in einer Stunde wieder— da wird er ja fertig sein!"—„Das schon— aber sprechen können Sie ihn dann nicht mehr.“ * Berechtigter Wunsch.„Ihre Tochter hat Glück; immer ist sie von Herren umringt.“—„Ich wollte lieber, ein einziger ihrer Finger wäre umringt!" * Gut gegeben. Sie:„Ich kann Sie nicht heiraten, aber ich will Ihnen einen Platz in meinem Herzen geben.“— Er:„Nein, ich danke. Ich bin nicht für das Gedränge.“ Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 118* Freitag, 1. Mai 1908. Seite 19. Köln, nur Friedrich- Dilhelmstrasse.— Anerkannt beste Bezugsquelle für Herren- und Knaben-Bekleidung. Es wird eine Anzahl für jeden Montag nachmittag Cardinalstraße 6. fürnnsere Fabrikenge lucht gegen gut. Lohn. Verein. 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Die Ausführung dieses Mordes ähnelt nämlich der in den beiden eben angeführten Fällen. Es hat bisher nicht ermittelt werden können, ob Hesse im Jahre 1896 hier in Köln gewohnt hat. Sollte jemand den Hesse kennen und über seinen Aufenthalt in Köln im Jahre 1896 etwas bekunden können, so wird er gebeten, sich mündlich oder schriftlich an die Kriminalpolizeiinspektion, Krebsgasse 3, Zimmer 202 zu wenden. Bekanntlich steht auf die Ermittelung des Mörders der Frau Laven eine Belohnung von 300 M. 25jähriges Dienstjubiläum. Am heutigen 1. Mai kann der Wagenmeister Johann Reuschenbach, Köln=Nippes, Siebachstraße 123 wohnend, bei dem Betriebsbahnhofe Köln=Gereon beschäftigt, auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Cäniglichen Eisenhahn zurückblicken. Seine Vorgesetzten, Kollegen seinen ersten billigen Tag und ist in den Vormittagsstunden von 7 bis 12 Uhr für den auf 20 Pfg. herabgesetzten Eintrittspreis zugänglich. Dieser billige Sonntag ist gewissermaßen die Eröffnung seiner zoologischen Saison, und bei hoffentlich gutem Wetter werden Königlichen Eisenbahn zurückblicken. Seine Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeiter haben es sich nicht nehmen lassen, dem allgemein beliebten und geachteten Beamten seinen Ehrentag zu einem recht freudigen zu gestalten. Sinnreiche Geschenke wurden ihm überreicht. Die offizielle Feier, die ihm zu Ehren veranstaltet wird, findet in turzer Zeit statt. # Der Joologische Garten hat nächsten Sonntag, dem ersten Sonntag des hoffentlich seinem Namen Ehre machenden Maimonats, seinen ersten billigen Tag und ist in den Vormittagsstunden von zuga. seiner zvologischen.... sich zweifellos zahlreiche Freunde des Instituts einfinden, um zu sehen, wie ihre Lieblinge den langen Winter überstanden haben und welche neue Schätze vorhanden sind. Der Hauptstrom wird sich dem Elefantenhaus zuwenden, das ja nicht nur die an Größe hervorragendsten Tiere enthält, sondern auch die wertvollsten. Das junge Nashorn, das Ende Februar eingetroffen ist, hat sich inzwischen prächtig weiter entwickelt. Nach der am 30. April vorgenommenen Wiegung hat es jetzt ein Gewicht von 90 Kilogramm, gegen 72 Kilogramm am 1. April, so daß es also in dem Monat 18 Kilogramm, also täglich mehr denn 1 Pfd. zugenommen hat. Auch in der Rückenhöhe hat es 6 Zentimeter zugenommen mißt jetzt 66 Zentimeter gegen 60 Zentimeter am Tage Ankunft. Neu ist ferner das junge Nilpferd, dessen körperliche Zunahme ebenfalls unverkennbar ist, wenn es leider auch nicht moglich ist, sie bei ihm in gleicher Weise festzustellen wie bei dem Nas„„ I.. H a l e f f f. n und einer auf und auf das Die neuen Kostüme für Tristan und Falstaff, ferner die neuen Dekorationen für Figaros Hochzeit und Falstaff sind von dem Maler Ferdinand Götz in München entworfen. Der Kartenverkauf für die einzelnen Festspielabende gestaltet sich ganz außerordentlich lebhaft, immerhin sind noch gute Plätze abzugeben. s Residenztheater. Hr. Erwin Bäron hat die Direktion zusammen mit der Schriftstellerin Frau Annie Neumann=Hofer über* Das Sommertheater an der Klora ist an den Direktor des Stadttheaters in Bern Julius Bergmann, verpachtet worden. Die Spielzeit wird am 23. Mai beginnen. Gesellschafts= und Vereinsleben. * Der Verein ehemaliger gedienter Train für Köln Umgegend hat sein Vereinslokal vom Hotel Fürst Bismarck, Augustinerplatz verlegt. Aus Kölns Nachbarschaft. Mülheim(Rhein), 30 April1 908. Gestern wurde hier die Leiche eines seit dem Monate März vermißten 19jährigen jungen Mannes von hier gelandet. Der junge Mann ist vermutlich in der Dunkelheit in den Rhein gefallen und ertrunken. H Glessen,.Mai1908. Ein bedauerlicher Unglücksfall passierte gestern in einer Tonröhrenfabrik in Großkönigsdorf. Ein Arbeiter von hier geriet dort in die sogenannte Schamottmühle, wodurch er sich derartige Verletzungen zuzog, daß seine sofortige Ueberführung zum Krankenhause nach Köln notwendig wurde. Der Verletzte hat Frau und mehrere Kinder. für Köln und Kristallpalast nach dem Große Sandkaul 2— horn. Am Tage hält es sich ausschließlich im Wasser läßt sich durch die zartesten Leckerbissen nicht verlocken, Land zu kommen, aber gegen Abend, wenn die Futterstunde schlägt, st llt es sich pünktlich zur Entgegennahme seiner Ration ein. Die jetzt fast ein Jahr alte Giraffe ist tüchtig herangewachsen und hat nach der letzten Aufzeichnung auf ihrer Maßtafel 2,65 Meter Höhe erreicht. Sie ist damit ebenso groß wie ihre Eltern, als sie vor nunmehr fünf Jahren hier eintrafen. Das Biberbassin hinter dem Elefantenhaus ist jetzt seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben und beherbergt neben dem Seehunde zwei schöne kanadische Biber, die fast den ganzen Tag über sich im Wasser bewegen und ihre Schwimmkünste zeigen. Aus Köln-Tindenthal. . Abgefaßter Dieb. In der vorletzten Nacht wurde in der Klosterstraße ein Mann, der einen schweren Sack auf dem Rücken trug, angehalten. Als der Schutzmann den Sack öffnete fand er etwa 40 Pfund Telegraphendrähte, sowie ein scharfes Instrument, einer Scheere ähnlich, womit der Draht abgeschnitten worden war. Der Mann verweigerte dem Beamten jede Angabe über seine Personalien und die Herkunft der Telegraphendrähte. Hierauf wurde der Mann verhaftet und der Telegraphendraht beschlagnahmt. Bekanntlich sind in der letzten Zeit wiederholt Telegraphen= drähte abgeschnitten und gestohlen worden. Aus Köln-Rippes. Ein Zimmerbrand entstand gestern nachmittag in einem Hause an der Cranachstraße in Nippes. a Einbruchsdiebstahl. In der vorvergangenen Nacht wurde in einer Wirtschaft an der Neußerstraße eingebrochen und Lebensmittel, Liköre und dergleichen entwendet. e. Eine schöne Feier wird am Sonntag den 3. Mai in der St. Josephkirche stattfinden. Der Benediktinerpater Thiel, ein Sohn des Eisenbahn=Betriebssekretärs a. D. Thiel von hier, Zonserstraße 60 wohnend, wird dort seine Primiz feiern. Um 9½ Uhr wird der Primiziant in feierlicher Prozession vom elterlichen Hause abgeholt und zur Kirche geleitet. Pater Thiel absolvierte seine Studien im Benediktinerkloster zu Merkelbeek in Holland, wo er auch die h. Priesterweihe empfing. Aus Köln-Niehl. 5 Jubiläum. Mit dem heutigen Tage sind es 40 Jahre, daß Herr nater Steinbuchel von hier im Dienste als Schaffner bei der Königlichen Eisenbahn steht. Aus Anlaß dieses seltenen Ehrentages brachte ihm der hiesige Kirchenchor, dessen Ehrenmitglied er ist, am gestrigen Abend ein Ständchen, sowie die Wattlersche Hauskapelle von Riehl brachte eine Serenade dar. Aus Köln=Ehrenfeld. Schlimme Verwechslung. Gestern abend trank in einem Hause an der Marienstraße ein Invalide infolge einer Verwechslung Essigessenz, wodurch er schwere innere Brandwunden erlitt. und Konzerte. ∆ Im Opernhause findet morgen abend ein Bühnenfest statt, das außergewöhnlich reiche Genüsse verspricht, aber gleichzeitig einen edlen Zweck verfolgt, den durch Besuch des Festes zu fördern wir allen Theater= und Musikfreunden nicht genug empfehlen können. Gilt es doch, die Pensionskasse für unser Theaterpersonal in die Lage zu versetzen, daß sie den immer mehr wachsenden Ansprüchen entsprechen kann. Aufgabe der Pensionskasse ist es, durch Alter oder Krankheit dienstunfähig gewordene Mitglieder unseres Theaterpersonals zu unterstützen. Hoffentlich zeigt ein volles Haus, daß alle Theaterfreunde bereit sind, zu einem solchen humanen zwecke beizutragen, um dadurch ihren Tank für so manchen genußreichen Abend abzustatten, den die Künstler ihnen bereiten. Der Festspielverein teilt uns mit, daß in der Aufführung von Pelle## et Melisande die männliche Titelrolle mit Hru. Jean Perier besetzt sein wird, ein ausgezeichneter Künstler, der, ebenso wie seine Partnerin, Mary Garden, sowohl an der Opéra comique in Paris wie am Theatre royal de la Monnaie in Brüssel wirkt. von Nah und Fern. ** Internationale Couponsfälscherbande.(Drahtbericht.) Paris, 30. April 1908. Eine Bank in Mannheim sandte am 1. April zinscoupons von französischer Rente, die sie von einem ihrer Kunden erhalten hatte, dem Finanzministerium ein, damit dieses die Echtheit prüfe. Die Coupons wurden als gefälscht festgestellt und demgemäß ein Ermittelungsverfahren eingeleitet. Nachdem der Kunde der Mannheimer Bank, der dieser die Falsifikate übergeben hatte, ein gewisser Müller, der in Dresden wohnt, verhaftet worden war, ergab die Untersuchung, daß die französischen Coupons von einem gewissen Hill, der in London wohnt, hergestellt worden sind und Hill sich des Müller für die Verbreitung der Falsifikate in der Falsifikate in England wie auch Hill sind ebenfalls verhaftet worden. ** Selbstmord.(Drahtber.) Paris,.Mai 1908. Der japanische Major Ideka Gir, der im Auftrage seiner Regierung bedeutende Bestellungen in Frankreich machen sollte, jedoch das hierfür bestimmte Geld in einem hiesigen Spielklub verloren hatte, ertränkte sich bei Asnières in der Seine. ** Deutsches Theater in London. Das deutsche Theater ist wiederum in Lonoon eingekehrt und Hans Andresen erfuhr mit seiner Truppe im New Royalty Theatre, welches dicht besetzt war, einen freundlichen Empfang. und Winl sich des Madler ful Vn. Deutschland bediente. Zur Verbreitung der Falsi bediente Hill sich eines gewissen Trebner. Dieser Unterhaltendes. Ein Reinfall. In diesen Tagen, wo als Frühlingsboten die Aufförderungen zur Steuererklärung den Bürgern ins Haus flattern, erzählen die Annales eine hübsche, kleine Anekdote von dem Dichter Goudeau, der um seines Hundes willen das ganze Städtchen Asuières in Aufregung versetzte. Die Steuerbehörde halte seinen Hund als Wachthund eingeschätzt, also eigentlich zu niedrig, denn als Luxushund hatte der Besitzer eine höhere Steuer zu entrichten. Allein der Dichter war trotzdem nicht zufrieden und legte sofort Protest ein. Er lief von Bureau zu Bureau und jeden Beamten, dessen er habhaft werden konnte, bedrängte er mit der Aufforderung, diesen Irrtum zu berichtigen.„Sie können sich überzeugen, mein Hund ist ein Schäferhund und also auch steuerfrei, Sie können sich überzeugen.“ Und überall bekam er die Antwort:„Freilich, Ihr Hund ist ein Schäferhund, aber Sie sind kein Schäfer. Sie haben auch keine Herde." Aber Goudeau wollte von all dem nichts wissen, immer von neuem beschwerte er sich, Vorladung folgte auf Vorladung, bis die Steuerbehörde schließlich nervös wurde und die Sache einfach vor den Friedensrichter brachte. Goudeau achtete zwar die Justiz über alles, aber so nebenbei sann er doch ein wenig angstvoll darüber nach, wie er der Sache für sich eine gute Wendung geben könnte. Schließlich ging er zu seinem Fleischer und bat ihn, ihm doch zum nächsten Donnerstag, zum Tage der Beweisaufnahme, einen Hammel zu besorgen.„Aber gewiß, nichts leichter als das, ich gehe gerade am Donnerstag nach La Villette; da bringe ich den Hammel mit und lade ihn gleich bei Ihnen ab.“ „Nein, nicht bei mir, ich brauche ihn beim Friedensrichter, bringen Sie ihn doch aufs Gericht. Aber ich muß mich darauf verlassen können,“ fügte er nicht ohne Sorge hinzu. Am Donnerstag begann Goudean vor Gericht seine Erklärung in der üblichen Weise: „Mein Hund ist ein Schäferhund.„Gewiß,“ sagte der Richter, aber Sie sind kein Schäfer und Sie haben keine Herde.“„Was verstehen Sie unter einer Herde?“„Haben Sie Tiere oder Schafe?“ Schafe habe ich nicht, aber ich habe einen Hammel.“„Sie haben einen Hammel?"„Jawohl, Herr Richter, ich habe einen Hammel, ich kann ihn Ihnen zeigen, ich habe ihn extra mitgebracht.“ Und dabei wandte er sich zur Saaltür und rief mit lauter Stimme nach seinem Fleischer:„Lombard, sind Sie da?"„Gewiß, Herr Goudeau.“„Also bringen Sie den Hammel.“ In der Tür erschien der biedere Fleischermeister und auf dem Rücken schleppte er einen geschlachteten Hammel herein, ein wahres Prachtexemplar, das Fell war bereits sorglich abgezogen. Der Dichter war nicht wenig enttäuscht, der Richter lächelte und es blieb dabei, daß Goudeau seinen Hund als Wachthund versteuerte. * Die Teufelsjäger. Der Daily News wird aus New York gemeldet: Ein entsetzlicher Fall von krassem Aberglauben wurde in Nazareth(Pennsylvania) bei einer behördlichen Untersuchung zutage gefördert. Ein Ausländer namens Robert Bachmann, der Führer einer Sekte, die sich die Teufelsjäger nannte, hat ein sechsjähriges Mädchen zu Tode gemartert. Auch der Vater des Kindes wurde verhaftet. Das Mädchen hatte sich widerspenstig gezeigt. Die Eltern nahmen es zu einer Versammlung der Anhänger Bachmanns mit. Dieser erklärte, das Kind sei von einem bösen Geist besessen, der ausgetrieben werden müsse, Nun wurde das arme Ding nach allen Regeln der Kunst gemartert. Bachmann ordnete genau alle Einzelheiten der Prozedur an. in der festen Ueberzeugung, das Mädchen von seiner„Besessenheit" zu heilen. Das Kind starb unter furchtbaren Schmerzen. Bachmann, den man in betrunkenem Zustande einlieferte, wurde von seinen Mitgefangenen gelyncht. ** Lästige Ansiedler. Kanada kann mit seinen Ansiedlern von der russischen Sekte der Duchoborzen nicht zur Ruhe kommen. Der religiöse Wahnsinn dieser Fanatiker äußert sich in ganz eigenartiger Weise. Achtzig Duchoborzen machten sich im vergangenen Jahre auf eine Pilgerfahrt und marschierten von Saskatschewan, wo sie angesiedelt waren, nach Ontario, wo man sie überwintern lassen mußte. Sie sind jetzt in Züge gepackt und wieder auf ihre Ländereien im Nordwesten zurückgebracht worden. Aus Winnipeg wird unter dem 28. gemeldet, daß man sie gewaltsam einfangen und in den Eisenbahnzug einschließen mußte, weil sie darauf bestanden, sich auszukleiden und nackt in den Straßen umherzulaufen. Diese „Pilgerfahrt" wiederholt sich in jedem Jahre. Die Duchoborzen bleiben nicht in ihren Ansiedelungen, sondern werden plötzlich von dem Drange befallen, den Heiland zu suchen, und ziehen dann, wenn sie nicht rechtzeitig von der Polizei aufgehalten werden können, sich selbst und anderen zur Plage durch das Land. Das Verhalten der Leute läßt es verständlich erscheinen, daß die russische Regierung mit dieser Sekte nicht fertigzuwerden vermochte, und die kanadische Regierung würde sich sicherlich die Sache sehr überlegen, wenn sie noch einmal Gelegenheit haben sollte, sich über die Zulassung von Duchoborzen zu entscheiden. Standesamt Köln=Nippes.(Vom 21. bis 25. April 1908.) Geburten. Peter, S. v. Heinr. Fasbender, Fuhrunternehmer, Feldgärtenstr. 147.- Johannes, S. v. Leonh. Scherberich, Postbote, Wartburgstr. 3.- Wilhelm, S. v. Aug. Becker, Fabrikarb., Niehlerstraße 133.- Otto, S. v. Kaspar Schnitzler, Kassierer, Stammheimerstraße 112.- Sibylla, T. v. Anton Pulm, Tagelöhner, Sebastianstr. 177. - Barbara, T. v. Johann Nott, Schlosser, Neußerstr. 282.- Gabriel, S, v. Joseph Thelen, Bierbrauer, Neußerstr. 358.- Peter, S. v. Matthias Meurer, Schneider, Hartwichstr 41.- Katharina, T. v. Theod. Wondvoer, Schuhmacher, Merheimerstr. 158.- Kätchen, T. v. Friedr. Balzar, Schreiner, Thüringerstr. 5.- Otto, S. v. Paul Scharrschmidt, Rangierer, Auguststr. 8.- Klara, T. v. Heinrich Moseke, Bürstenmacher, Wartburgstr. 10.- Hugo, S. v. Johann Milz. Eisenbahn=Hülfsschaffner, Merheimerstr. 122.— Barbara, T. v. Friedrich Ramers, Eisenbahnschaffner, Simon Meisterstr. 42.- Franziska, T. v. Hermann Eichner, Friseur, Niehlerstr. 151.= Elisabeth, T. v. Hub. Kemper, Magazinarb., Auf der Bude 3.- Marg., T. v. Paul Klein, Fabrikarb., Siebachstr. 31.- Maria, T. v. Wilh. Grathwohl, Anstr., Neußerstr. 280.— Adam, S. v. Wilh. Opladen, Tagel., Merke nicherstraße 96.- Franz, S. v. Joh. Auel, Isol., Simon Meisterstr. 14.Wilh., S. v. Wilh. Großkämper, Packer, Eichstr. 2.- Heinrich, S. v. Gottfried Bergs, Fabrikarb., Grethenstr. 19.- Wilh., S. v. Johann Hartung, Fabrikarb., Niehlerstr. 295.- Helene, T. v. Joseph Kremer, Fuhrunternehm., Xantenerstr. 22.- Peter, S. v. Peter Ritters, Eisenb.Lokomotivheizer, Rembrandtstr. 2.- Odilia, T. v. Matth. Faßzbender, Tagel., Katzengasse 43- Joh., S. v. Anton Peifer, Wallmstr., Gretenstr. 23. - Luise, T. v. Albert Kloesgen, Schuhm., Wilhelmstr. 36.- Joh., S. v. Jakob Breuer, Mechan., Niehlerstr. 99.- Werner, S. v. Heinr. Schiefer, Tagel., Katzengasse 1B. & Sterbefälle. Brigitta Müller geb. Bartmann, 68., Escherstraße 141.- Anna Garzem geb. Wirtz, 73., Florastr. 35.- Christina Düren geb. Hackenbroich, 71., Neußerstr. 651.- Heinr. Esser, 13., Florastr. 22.— Wilh. Schulte, 56., Schenckendorfstr. 1.- Matthias Kowalski, 62., Neußerstr. 331.= Elisabeth Broich, 17., Uerdingerstraße 1.- Wilh. Lang, 59., Dormagenerstr..- Joh. Wiechmann, 11., Nievenheimerstr. 1.- Agnes Schöll geb. Rhiem, 27., Merheimer* Heiraten. Alb. Fuhrmann, Schäftem., Ehrenfeld, Geisselstr. 10, u. Anna Völker, Neußerstr. 212.- Pet. Steffeus, Barb., Neußerstr. 623, u. Magd. Ruland, Köln, Heumarkt 19.- Bruno Becker, Kaufm., KölnBickendorf, Hauffstr. 11, u. Elfriede Mönninghoff, Christinastr. 64.Ludw. Strack, Eisendreh., Siebachstr. 37, u. Josephine Schneider, geb. Gérard, Schwerinstr..- Karl Stoll, Eisendreh., Siebachstr. 12, u. Marg. lachmann, Eisenachstr. 30.„ Alb. Wilden, Ingen., Kuenstr. 20, u Gertr. Schumacher, Schenkendorfstr. 1A. 8 Heiratsankündigungen. Friedr. Grohe, Unterzahlmstr. im 59. Berg. Feld=Art.=Reg., Amsterdamerstr. 132, u. Christina Siefen, Stammheim, Kr. Mülheim(Rhein).Karl Schikowski, Restaurat., Hartwich str. 35, u. Anna Schnabel. Hartwichstr. 12.— Stefan Inden. Eisenb.= Geh., Schwerinstr. 6, u. Joh. Menden, Niehlerstr. 129.- Heinr. Thomas, Schlosserges., Weiden, u. Kathar. Bleines, Auguststr. 48. Berichtigung. Alwin Schubert, Dr. d. Philos., Steinbruch=Direktor, Bramburg b. Adelebsen, Kr. Uslar, u. Marg. Eschen, Kuenstr. 27. Enten(diesjährige).50-.20, Hähne, ihner, alte,.65-.85, Tauben, alle, a K 1. Mai1908. Amtlicher Bericht der städtischen Marktrwaltung. Niedrigster und höchster Preis im Kleinhandel. Rindfleisch, von der Keule M. 0,81-0,88, vom Bauch 0,69-0,78, Kalbfleisch 0,84-0,96, Hammelfleisch.78-0,96, Schweinefleisch 0,88-.94 (alles einschliesslich Knochenbeilage), Speck, hies, geräuchert,.82-.84 dat Pfund. Hähne, alte, 1,75-.20, junge, 1,30-.75, Hühner, alte..60-.45 junge, 1,30-.55, Tauben, alte,.40-0,45, junge.55-0,65 lebend das Stück. Gänse(diesjährige).25-.75. alte, 1,70-2,30, junge.45-1,90, Hühner. .40-.50, junge 0,60—.75 geschlachtet das Stück. Hechte.30, Zander .50, Barsche.80, Schleie.30, Brasse(Bleie) 0,60-.70. Aale.50 Karpfen 0,90, Barben.90. Forellen 3,25-.50 lebend das Pfund. Kabeljau, Nordsee 0,25-—0,35, Schellfische, Nordsee, grosse.50-.60, mittel.35. klein.20, Seezungen,.10, Rotzungen.70, Schollen.50-.60, Steinbutten.50-.60, Heilbutten.80, Flusshechte 1,00. Salm.40-3,00, Zander .10, Aale.50, Schleie.50, Karpfen 1,00 das Pfd. Bückinge, Brat-,.04 Rohesser 0,07 das Stück, Lachsforellen.70, Sprotten, Kieler, 1,00, Elb-.60 das Pfund, Heringe, Salz-, 0,05-.07, Rollmops.05 das Stück, Sardellen .60, Sardinen.60 das Pfund, Bratheringe.10 das Stück, Stockfisch .60. Molkereibutter.30-.40, Kochbutter.15-1,20, Landbutter.25.35 das Pfund. Landeier, trische,.75-2,00 die 25 Stück. Schweizerkase 1,00-1,20, Holländer 0,70-.00, Tilsiter 0,85-0,90, Edamer 0,80-0,90. Limburger.50-.55 das Pfund, Mainzer.05. Camembert.40-.45 das Stück. Aepfel, ital., Ess-.20-.30, belg. Ess-.20-.25, austral.,#5. .70, hies. Ess-.30-.35, Koch-.2o-.30, Birnen, ital. Ess-.35-.69. Koch- 0,30 das Pfund. Apfelsinen, Valencia 0,05-0,06. Murcia.07-.08. Messina.07-.09, Zitronen 0,05-.06 das Stück. Kartoffeln, rote, 0,040,05, Nieren.05-.07. weisse 0,04-0,05, Malta.20 das Pfund, Kopf salat, holl. 0,07-.15, das Stück, Feldsalat 0,20.25 das Pfund, Blumer kohl, ausl.,.35-.45, Grünkohl 0,04-.05, Rotkohl, ausl..18-.45, Weisskohl, ausl. 0,25-.40, Wirsingkohl, ausl..30-0,45 das Stuck, Spinat 0,10-0,12 das Pfund. Stielcher.06-.07, Kohlrabi, Erd-.07.08, Ober-.04-.06 das Stück, Rüben, rote,(Karotten), abgeschn..10 .12, Mohrrüben, abgeschn..05-.07 das Pfund, Petersilic.25-.30 die Portion, Sellerieknollen.12 O. 35, Meerrettich O, 20-O, 25, Rettich, schwarzer, 0,04-.06 das Stück. Radieschen, inl..05-.06, Schwarzwurzel, hies. .10-.12, Schnittlauch 0,03 das Gebund, Zwiebeln, gewöhnl. 0,05-.0l. ägypt..10-.12 das Pfund. Rhabarber.08-.10 das Gebund, Sparg Gemüse- 0,75—.80, Suppen-.45-.60 das Pfund, Gurken, engl..30-0. 50 holl. 1.20.25(as Stück. Fruchtpreise. K Köln,.Mai1 908. Fruchtmarkt. Heu 8,00-10,00, Maschinenstrob (Roggen) 3,70, Richtstroh(Flegeldrusch) 3,90. Krummstroh.40 die 100 Kll. * Neuss,.Mai1908. Fruchtmarkt. Weizen, 1. Sorte M. 21.50, 20.50. Roggen, 1. Sorte M. 19,20, 2. 18.20, Hater, 1 Sorte M. 16.70 2. 15,70 die 100 Kil. Kartoffeln M. 3,00-.50, Heu M. 3,70-4,20, Lu zernerheu M. 4,60 die 50 Kil. Krummstroh M. 17,00, Breitdruschstroh M19,00 die 500 Kil. Kleie M. 6,60 die 50 Kil. Weizen und Hafer höher, sonst unverändert. Wetterbericht der Kölnischen Volkszeitung. Köln,.Mail908. Der Luftdruck ist über ganz West- und Mitteleuropa gleichmässig verteilt und liegt zwischen 765 und 770 Millimeter. Am höchsten steht das Baro meter über Süddeutschland und Böhmen und über der nördlichen Nordsec, am tiefsten über Irland und Südrussland. Das Wetter ist daher örtlich sehr verschieden: in Westdeutschland Iall vielfach Regen: sonst ist der Himmel bedeckt oder wolkig. Im Süden sowie in Frankreich und an der Ostsee herrscht heiteres Wetter.„Die Luftbewegung ist schwach. Die Temporaturen sind im allgemeinen etwas gestiegen. Mutmassliche Witterung für den 2. Mai: Temperatur ziemll normal: dabei zunächst noch meist feucht oder dunstig. Ma nheim, 11 vorm., 4,23--0,3, Caub, 9 vorm., 2,58--0,2 Wasserstand am 1. Mai 1908. .32 in 26 m Köln, 11 Wesel, 9 vorm., vorm., .914-.34 m 1,90+.15 m Kölner Local-Anzeiger Nr. 118* Freitag, 1. Mai 1908. Seite 15. Metropol=Cheater. Apostelnstraße 13. Direktion M. Bruck. Telephon 4985. um 31. Mai, Preitag, den 1. Mat, abend= Zuni Ji. Male, Der sidele Bauer. Morgen, Samstag, zum 32. Male:„Der fidele Bauer“. Sonntagnachmittag zum 228. Male:„Die lustige Witwe“. Der billigste Radreifen ist derjenige, welcher sich im Gebrauch durch seine lange Haltbarkeit am besten bewährt. Erfahrene Radfahrer wählen Beginn der Vorstellung abends 8 Uhr. Heute Freitag den 1. Mai er. Vollständig neues Programm. 11 Debüts 11 Henry Tol Dressur-Akt. Les Universelles Gesangs- u. Tanz-Trio. Narow Brothers, komische Radfahrer. 8 Lancashire Lads in ihren Gesängen und Tänzen. 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J. für ungültig erklärt worden. Es sind deshalb von der II. Abteilung der Wähler noch 3 Stadtverordnete zu wählen. Nach der statutarischen Anordnung über die Zusammensetzung und die Wahl der Stadtverordnetenversammlung von Cöln vom 7. März 1889 muß einer der zu wählenden Stadtverordneten seinen Wohnsitz in dem früheren Gemeindebezirk Ehrenfeld haben. der Wahl habe ich Termin bestimmt auf Montag den 18. und Dienstag den 19. Mai d.., jedesmal von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 3 Uhr bis 6 Uhr nachEs haben zu wählen— bei alphabetischer Ordnung der Namen— die Wähler der II. Abteilung mit den Anfangsbuchstaben—E (Nr.—1635 der Wahlliste und der Einladungskarten) mit den Anfangsbuchstaben-J) Nr. 1636—3217 der Wahlliste und der Einladungskarten) mit den Anfangsbuchstaben-MI (Nr. 3218—4937 der Wahlliste und der Einladungskarten) mit dem Anfangsbuchstaben N bis zu dem Namen Schönen (Nr. 4938—6454 der Wahlliste und der Einladungskarten) von dem Namen Schönenkorb bis van der Zypen(Nr. 6455 bis 7978 der Wahlliste und der Einladungskarten) Es gehören der II. Abteilung diejenigen stimmberechtigten Bürger an, deren Namen mit einem Gesamtsteuerbetrage von 237,18 M. bis 2713.34 M. einschließlich in der Wählerliste für 1907 verzeichnet ist.###r are Zur Teilnahme an der Wahl werden die Wähler der II. Abteilung hiermit gemäß§ 22 der Rheinischen Städteordnung vom 15. Mai 1856 berufen.„ Jeder Wähler muß sich, falls er nicht dem Wahlvorstande bekannt ist, über seine Person ausweisen. Es wird daher gebeten, die besonderen Einladungskarten, welche ich den Wählern noch zugehen lassen werde, bei der Wahl als Ausweis dem Vahlvorstande vorzuzeigen und sie zu diesem Zwecke für eine etwa notwendig werdende Stichwahl aufzubewahren. Alle nicht bestellbaren Einladungskarten werden beim Städtischen Einwohner=Kontrollamt, Sandbahn 3, bis zum Wahltage aufbewahrt und können dort zum Zwecke des Ausweises bei der Wahl von den Wählern abgeholt werden. Cöln, den 27. April 1908. Der Oberbürgermeister. J..: Adenauer. Rathaus, Hansasaal, Eingang Hauptportal Rathaus, Hansasaal, Eingang: Judengasse Rathaus, I. Stock, Zimmer 29, Eingang: Hauptportal Gürzenich, Quatermarktsaal Gürzenich, Stimmsaal ven Khemschen Jienerpteis Franz Hofmann führt Guignard. Seine Verwegenheit u. Kühnheit grenzt an das Alleräusserste, weshalb er auch im Lager der Schrittmacher die erste Rolle spielt. Willy Hesslich irt Rosenlöcher. Sein Draufgäugertum ist den lnern allbekannt u. er wird auch am Sonntag bei den Ersten sein. Seppl Käser ihrt Stellbrink. Mit dem Berliner ist er auf das agste verwachsen und hat seinen Schützling unzählige Male zum Siege geführt. Jos. Schwarzer führt Ryser. Unerschrocken und furchtlos, sucht er den geringsten Vorteil für seinen Schützling heraus. Er zählt zu den Besten der alten Garde, als früherer Tandemführer des Weltmeisters Dickentman. Preis von Riehl 10 und 20 Kilometer. Am Start: Pongs(Krefeld), Schiefer (Köln), Kellermann(Oedt), Bodewig(Köln). Erstlingsfahren über 10 Kilometer hinter Motorschrittmachern. Am Start: Moeger(Köln), Schmitz(Köln), Bonrath(Köln). Dazu: Interessante Flieger-Rennen mit über 30 Fahrern. Franz Lier. Größtes u. lustiges Bester Trefspunkt für Fremde! Vierlohal von Köln. City-Bier-Keller Hnour ue. Bahnhofstraße-3## direkt am Hauptbahnhof o Marzellenstr. 20/21. Son. 354 uz: Frühlingsfest Gr. 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