Nr. 112. 22. Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln, Samstag, 25. April 1908. Redakt.: 5231, 525, 523, 5234 D Kölnischer Geschichtskalender. hundek) — erhalten den Local-Anzeiger bis Ende April täglich kostenfrei. Bestellungen nehmen alle Vertreter und alle Trägerinnen entgegen. Politische Tagesschau. m. Rheinische Zentrumspartei. Am Mittwoch hielt der Provinzialausschuß der rheinischen Zentrumspartei in der Bürgergesellschaft zu Köln seine sehr zahlreich besuchte Frühjahrstagung ab. An Stelle des verhinderten Hrn. Abg. Justizrat Trimborn leitete die Versammlung der stellvertretende Vorsitzende, Hr. Abg. Oberlandesgerichtsrat Marx Ein interessantes Bild der Tätigkeit der Provinzialleitung gab der Geschäftsbericht des Generalsekretariats. Nach Erstattung des Kassenberichts trat man in die Besprechung der bevorstehenden Landtagswahlen ein, die den Hauptteil der Beratungen bildeten. Der rheinische Deleaiertentag wurde für Donnerstag den 1a. Mai, nachmittags 2 Uhr, in der Bürgergesellschaft zu Köln vorgesehen. Nach Verhandlungen über verschiedene Punkte interner Art wurde dann zum Schluß noch die Ausführung des Schulunterhaltungsgesetzes besprochen. N Die Landtagswahlen in der Rheinprovinz. Die Rheinprovinz hat, nachdem der Wahlkreis Duisburg=Mülheim=Essen mit drei Abgeordneten in vier Wahlkreise, und zwar Duisburg=Oberhausen, Mülheim, Essen=Stadt und EssenLand, mit je einem Abgeordneten zerlegt worden ist, 35 Wahlkreise mit 63 Abgeordneten. In der letzten Legislaturperiode gehörten von den 62 Abgeordneten der Provinz 43 dem Zentrum an. Bei der letzten Wahl(1903) wurden in Köln=Stadt abgegeben fürs Zentrum(Fuchs und Trimborn) 988 Wahlmänner= stimmen, gegen 4 liberale; bei den Urwahlen waren gewählt worden 1016 Wahlmänner des Zentrums, 318 liberale und 16 sozialdemokratische. In Köln=Land=Euskirchen=Berg= heim erhielt das Zentrum 566 von 633 Stimmen; gewählt wurden ohne Gegenkandidaten Breuer 7, Mooren F, Decker; in Bonn=Rheinbach 470 Zentrumsstimmen gegen 88 nationalliberale und 7 zersplitterte; gewählt Prof. Dr. Faßbender und Dr. Hauptmann; Siegkreis=Mülheim=Wipperfurth: Dr. Becker, de Witt, Geyr f je 730 Zentrumsstimmen gegen 106 liberale: Düsseldorf: Kirsch und Dr. Fervers(Zentrum) mit 784 gegen 323 nationalliberale Stimmen; Rees: Fritzen (Zentrum) mit 165 gegen 108 nationalliberale Stimmen; Geldern=Kempen: Höveler und Pleß F(Zentrum) mit 512 gegen 24 nationalliberale: Cleve: Dr. Heveling(Zentrum) mit 2 5 gegen 2 nationalliberale; Krefeld: Dr. Bachem(Zentrum, hat inzwischen sein Mandat niedergelegt) mit 271 Stimmen, 131 Nationalliberale enthielten sich der Abstimmung:.=Gladbach: Dr. Hitze und Mies(Zentrum) mit 509 gegen 166 nationalliberale; Neuß=Grevenbroich=Krefeld=Land: Marx, Graf v. Spee(Zentr.) mit 495 gegen 29; Schleiden=Malmedy: Prinz Areuberg F und Dr. Am Zehnhoff(Zentrum) mit 314 von 319 Stimmen; Eupen=Aachen: Klausener, Dr. Rinteln, Sittard(Zentrum) mit 993 gegen 121 nationalliberale; Düren=Jülich: Stupp und Busch(Zentrum), ersterer mit 421 gegen 36 nationalliberale, Busch 368, Sonderkandidatur Claessen 51: Geilenkirchen=Heinsberg=Erkelenz: Frhr. v. Eynatten und Opfergelt(Zentrum) mit 341 bzw. 337 gegen 3 bzw. 4 Stimmen; Daun=Prüm=Bitburg: Wallenvorn und Broeckmann(Zentrum) mit 377, kein Gegner: Wittlich=Bernkastel: Jaegen und Frhr. v. Metternich(Zentrum) mit sehr großer Majorität gewahlt; Trier: Dasbach j und Roeren (Zentrum) mit 384 bzw. 386 gegen 50 bzw. 48 nationalliberale; Saarburg=Merzig=Saarlouis: Dr. Glattfelter, Euler (Zentrum) mit 573 gegen 5 nationalliberale; Koblenz=St. Goar: Stötzel F und Wellstein(Zentrum) mit überwiegender Mehrheit gewählt; Cochem=Mayen: Linz, Dr. Rügenberg (Zentrum) fast einstimmig gewählt; Adenau=Ahrweiler: Dr. Marcour(Zentrum) mit 213 gegen wenige nationalliberale Stimmen gewählt; Altenkirchen=Neuwied: hier siegte das Zentrum mit den Konservativen: Pfarrer Heckenroth(kons.) 294 und Amtsgerichtsrat Knie f(Zentr.) 293 gegen 260 bzu. 261 liberal=freikonservative Stimmen. Das Zentrum hatte also von den bisherigen 32 Wahlkreisen der Rheinprovinz 23 ganz und einen durch Kompromiß mit einem Mandate von zweien inne. Von den übrigen Wahlkreisen war Gummersbach=Waldbroel durch einen Nationalliberalen, Lennep=RemscheidSolingen infolge Kompromisses durch zwei Nationalliberale und einen Freisinnigen, Elberfeld=Barmen durch einen Nationalliberalen und einen Freisinnigen, Meitmann durch einen Nationalliberalen, Essen=Mülheim=Duisburg durch zwei Nationalliberale und einen Konservativen, infolge eines Kompromisses, Mörs durch einen Freikonservativen, Wetzlar durch einen Konservativen, Kreuznach=Simmern=Zell durch zwei Nationalliberale(348 von 552 Stimmen), Saarbrücken=Ottweiler=St. Wendel durch zwei Nationalliberale und einen Hospitauten derselben vertreten. * Die Sozialdemokratie und die Hebung der Arbeiterklasse. Der Klassenkampf, die Schürung des Klassenhasses bildet das Lebenselement der Sozialdemokratie. Deshalb hat sie auch das Feuilleton des Kölner Local=Anzeiger. 25. April 1908. E Schattenblume. [21] Originalroman von Irene v. Hellmuth. Oder hat man Ihnen etwas von mir gesagt,— ich kann zwar nicht ahnen was,— aber etwas, das mich in Ihrer Achtung herabsetzt? Ich bitte, sprechen Sie es offen aus,— ich kann es nicht ertragen wenn Sie gering von mir denken. Es kam stockend heraus, dieses halbe Geständnis. Er hatte versucht, ihre Hand zu fassen, doch Gerda entzog ihm dieselbe rasch. Ein kleines ironisches Lächeln spielte um ihren Mund. Mein Herr, Sie täuschen sich“, sagte sie kalt,„ich wüßte nicht, daß ich mein Benehmen Ihnen gegenüber geändert „Doch, doch, Fräulein Gerda, leugnen Sie nicht! Sie weichen mir aus,— hat vielleicht Egon etwas gesagt. Sie fiel ihm ungestüm in die Rede. „Herr Helldorf wird doch nichts Nachteiliges über denjenigen verbreiten, der in kurzer Zeit in so naye verwandtschaftlich Beziehungen zu ihm treten soll? Dazu ist er wohl zu klug. Verständnislos schaute Viktor das junge Mädchen an.„Wie meinen Sie das, Fräulein?"... Se.cm— „Nun ich denke, das ist doch einfach genug: Sie stehen im Begriff, sich mit Ada Helldorff zu verloben. Und da Sie mich offen fragten, will ich Ihnen eine offene Antwort geben! Es ärgert und beleidigt mich, daß— nun. daß## Worten und Blicken immer wieder zu verstehen geben,— Sie hätten ein Irteresse an mir, während Sie doch um Ada Helldorff warben!— Also lassen Sie mich— bitte in Zukunft in Ruhe mit Ihren versteckten Anspielungen!"..... Jetzt endlich hatte Viktor begriffen. Also daher dies scheue Ausweichen, dies halb verächtliche Lächeln, wenn er eine leise Andeutung machte über das, was sein Mund noch immer nicht auszusprechen wagte. „Fräulein Gerda, und das haben Sie geglaubt?“ rief er. „Ich hatte keinen Grund, daran zu zweifeln", erklärte sie mit blitzenden Augen. Ja, wenn es so wäre, dann hätten Sie ein Recht, mich zu verachten", sagte er langsam;„jetzt ist mir alles klar. Denn jeder meiner Blicke sollte Ihnen Kunde geben von dem, was in meinem Innern vorging, es war ein Betteln um ein bischen Liebe,— wenn man Ihnen freilich sagte, daß ich mich in kurzer Zeit mit Ada zu verloben gedächte, so mußten Sie mein Benehmen Ihnen gegenüber allerdings für abscheulich halten. Aber ich schwöre Ihnen, daß ich niemals in Ada etwas anderes als eine Schwester sah, es kam mir nie von ferne in den Sinn, mich mit ihr zu verloben! Wer Ihnen etwas anderes sagte, der sprach die Unwahrheit! Wenn vielleicht unter meinen Arbeitern ein solches Gerücht auftauchte, so darf man dem doch nicht so unbedingt Glauben schenken. Die Leute vermuten manchmal verschiedenes. Woher wissen Sie denn überhaupt von der Sache?“ „Von Eg—— von Ihrem Vetter selbst“, verbesserte sie sich Aha, Egon also! Die Absicht, die ihn dabei leitete, ist nicht schwer zu erraten! Denn er vor allen andern wußte genau, daß ich für Ada nichts empfinde als reinfreundschaftliche Gefühle! Aber er ahnte auch, wie es um mich stand, deshalb erfand er das Märchen. Also auch das noch! Natürlich, was kommt es bei ihm auf eine Lüge mehr oder weniger an. Nicht genug, daß er auf meinen Namen Schulden macht, daß er mir das Geld förmlich aus der Tasche stiehlt,— denn ich war bisher gutmütig genug, ihm ein monatliches Gehalt auszuzahlen, von dem er nicht einmal den vierten Teil verdiente,— nun sucht er mich auch noch aus dem Herzen derjenigen zu verdrängen, die ich liebe— ja liebe“, wiederholte er laut, als Gerda einen Schritt zurückwich,—„das ist feig— erbärmlich,— das ist niederträchtig!— Es ist ein Schurkenstreich, den er mir büßen soll!“ Mein Herr, ich bitte,— Sie gebrauchen starke Ausdrücke", rief Gerda bebend, denn noch wollte sie von Egon nichts Schlechtes glauben. Sie war vielmehr geneigt, anzunehmen, daß Viktor Bolz die Verlobung mit Ada ableugne, um weiter sein Spiel mit ihr selbst treiben zu können. Das aber sollte ihm ferner nicht gelingen. Sie richtete sich zu ihrer ganzen Höhe auf, in ihren 25. April 1866 Eine Bürgerversammlung im Gürzenich, an welcher u. a. die Abgg. Dr. Fühling und Appellationsgerichtsrat Leue von Köln, Dr. Becker von Dortmund(später Oberbürgermeister von Köln), Geheimrat Welcker aus Heidelberg, Classen=Kappelmann, Bürgers und Rittinghausen teilnahmen, beschließt die Resolution:„1. Eine befriedigende Reform des Deutschen Bundes ist ohne die vollberechtigte Mitwirkung und Zustimmung des deutschen Volkes unerreichbar. 2. Die Berufung eines deutschen Parlaments auf Grund des Reichswahlgesetzes vom 27. März 1849, ausgestattet mit den in der Reichsverfassung dem Parlamente beigelegten Rechten und Befugnissen, ist eine unverjährbare Forderung des deutschen Volkes, welche dasselbe geltend zu machen hat: 3. Das preußische Volk hat die dringlichste Pflicht, mit allen gesetzlichen Mitteln für die Wiederherstellung und Wahrung seiner verfassungsmäßigen Rechte und Freiheiten zu wirken(Verfassungsstreit), denn nur eine Regierung, welche die eigene Landesverfassung achtet, kann mit Erfolg die deutsche Frage lösen helfen.“ 1870 Die Stadtv.=Vers. zu Deutz wählt eine Kommission zur Verhandlung mit der Berg.=Märkischen Eisenbahngesellschaft betr. Anlage eines Zentralversonenbahnhofes in Deutz. Die Gesellschaft hatte das Hotel.Ueque für 117000 Taler erworben. Den von Deutz gegen die am Rhein en lang projektierte Strecke erhobenen Protest nahm die Stadtv.=Vers. am 4. Juli zurück, da die Eisenbahn drohte, Deutz zu 1876, Kriegsminister v. Kameke trifft zur Besichtigung der Festungsmerke und der neuen Forts in Köln ein. 1889 Die Stadtv.=Vers. bewilligt 1½ Mill. Mark für einen neuen Straßenzug in der Verlängerung der Annostraße zum Sionsthal bis zur Follerstraße, zum Mühlenbach und Heumarkt; beschließt den Ankauf des der Imperial= Continental= Gasgesellschaft zu London gehörigen Gaswerks in Ghrenfeld für 600000 Mark, sowie den Anschluß des Ehrenfelder Rohrnetzes an die Kölner Gaswerke ür 61000 Mark. größte Interesse daran, die wirtschaftliche Lage der Arbeiter stets möglichst ungünstig darzustellen. Niemand kann diese tendenziöse Behandlung wirtschaftlicher Fragen durch die sozialdemokratische Presse treffender kennzeichnen, als es der bekannte sozialdemokratische Wirtschaftspolitiker Richard Calwer in der neuesten Nummer(8) der Sozialistischen Monatshefte tut. In einem Artikel über die wirtschaftliche Hebung der Arbeiterklasse schreibt Calwer u..: Es ist gewissermaßen zum Dogma in Parteikreisen geworden, daß Veränderungen in der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterbevölkerung gar nicht beachtet werden dürfen oder doch nur, sofern sie eine Verschlechterung der Lage zur Folge haben. Es wird als eine unzulässige Neuerung angesehen, wenn festgestellt wird, daß die Lage der Arbeiterbevölkerung eine Besserung erfahren hat oder erfährt. Man wehrt sich gegen die Anerkennung einer solchen Tatsache, weil man nicht zugeven zu können glaubt, daß im Rahmen der privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterbevölkerung möglich ist. Denn mit diesem Zugeständnis glaubt man eine der wichtigsten Waffen im Emanzipationskampfe der Arbeiterklasse aus der Hand zu geben. Bessert sich die Lage der Arbeiterbevölkerung schon innerhalb der heutigen Wirtschaftsordnung, so läßt das Feuer zur Niederreißung dieser Ordnung innerhalb der Arbeiterklasse nach: so dürfte wohl der Gedankendunklen Augen glühte es fast unheimlich, dann sprudelte sie die Worte hervor:„Wie ich darüber denke, daß Sie Ihren Verwandten so zu beschimpfen wagen, will ich nicht aussprechen,— aber.— für andere ist es noch ein Geheimnis, doch Ihnen will ich es sagen;—— derjenige, von dem Sie eben sprachen, ist mein Verlobter,— und ich dulde es nicht, daß Sie in solcher Weise seine Ehre angreifen! Das werden Sie zurücknehmen oder ich sehe mich gezwungen, ihm alles zu sagen!“ Wenn Gerda eine besondere Wirkung ihrer Worte erwartet hatte, so sah sie sich getäuscht. Viktor Bolz blieb vollkommen unbeweglich. Mit gänzlich gemilderter Stimme erwiderte er: Wie leid Sie mir tun, Fräulein Gerda! Zu all den traurigen Erfahrungen, die Sie in Ihrem jungen Leben schon machen mußten, kommt nun eine neue hinzu. Denn Egon Helldorf hat Sie getäuscht, wenn er Ihnen von Liebe sprach, er ist einer solchen Empfindung gar nicht fähig. Ich nehme nichts zuruck von dem, was ich sagte,—— und ich verbiete Ihnen auch nicht, es ihm mitzuteilen, wenn Sie Lust haben, denn ich habe ihm etwas ähnliches erst heute ins Gesicht gesagt!— Arme Schattenblume!“„ Ich brauche Ihr Mitleid nicht", fuhr Gerda zornig auf. Er beachtete den Zwischenruf nicht, sondern fuhr ruhig fort: Und wissen Sie, weshalb ich ihm heute in blinder Wut beinahe ans Leben gegangen wäre?— Weil er sich mir gegenüber rühmte, daß Sie ihn heute am frühen Morgen geküßt hätten— der Elende!“ Gerda fuhr herum, wie von einem Schlag getroffen. Das— das sagte er nicht! Es ist nicht wahr!"— „Mein Gott, wie soll ich Sie denn überzeugen, daß Sie sich einem Unwürdigen zu eigen gaben?“ Gerda erwiderte nichts. Sie starrte mit großen, weitgeöffneten Augen ins Leere. Sie tat ihm unendlich leid, er hätte sie gerne an seine Brust gezogen und sie getröstet:„Gräme dich nicht, er ist es nicht wert,“— aber das durfte nicht sein. Er fühlte, daß er vom Ziele seiner heißen Wünsche weiter denn je entfernt war. 6254 Gerda sah sehr blaß aus. Ohne sich weiter um Viktor zu kümmern, schritt sie an ihm vorüber, als wäre er gar nicht da Seite 2. Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 112& Samstag, 25. April 1908. gang derer sein, die von einer wirtschaftlichen Hebung der Arbeiterbevölkerung nichts wissen wollen. Welche Hebung jedoch die wirtschaftliche Lage der Arbeiterklasse im letzten Jahrzehnt erfahren hat, wird dann in einer sorgfältigen Berechnung von Calwer nachgewiesen. Er kommt dabei zu folgendem Resultat: Der Nominallohn des in berufsgenossenschaftlichen Betrieben beschäftigten Vollarbeiters ist seit 1895 um rund 37 bis 38 Proz., das Warenpreisniveau in der nämlichen Zeit um rund 25 Proz. gestiegen. Die Differenz zwischen beiden Steigerungsziffern gibt die Bewegung des Reallohnes an, der seit 1895 bis einschließlich 1906 um etwa 12 bis 13 Proz. oder im Durchschnitt jährlich um 1 Proz. zugenommen hat. Nehmen wir das Jahr 1901 als Ausgangspunkt, so ist der Nominallohn bis 1906 um etwa 22,3, das Warenpreisniveau um 7,2, bzw. mit einem Zuschlag für ein stärkeres Ansteigen der Detailpreise um rund 9,5 Proz. gewachsen so daß die Steigerung des Reallohnes 13.8 oder im Durchschnitt eines Jahres.76 Proz. beträgt. Daraus schließt dann Calwer: Die großgewerbliche Arbeiterschaft hat also ihre Ansprüche ans Leben steigern können; ein Resultat, das jeder Sozialist mit großer Genugtuung begrüßen sollte. Denn glaubt man denn im Ernst, daß die intensive gewerkschaftliche Tätigkeit der Gewerkschaften seit 1895 auf die wirtschaftliche Lage der Arbeiterbevölkerung nicht die geringste Einwirkung ausgeübt haben sollte, glaubt man denn, daß die Aktivität der deutschen Arbeiterklasse auf wirtschaftlichem Gebiete weiter zu nichts geführt haben sollte, als daß ihre Lage gleich geblieben wäre oder sich gar verschlechtert hatte? Sie hat sich gebessert, und sie hat sich sogar innerhalb der heutigen Wirtschaftsordnung gevessert und bessern können. Wenn unn aber so die wirtschaftliche Lage der Arbeiterbevölkerung sich schon heute bessere und mit der zunehmenden Stärke der gewerkschaftlichen Organisation weiterhin verbessern werde, sei es denn nicht die einzig richtige Taktik— so fragt Calwer— sich auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen, den Arbeitern zu zeigen, daß ihre Lage sich dank der wirtschaftlichen Entwickelung Deutschlands und dank ihrer starken Organisation gehoben hat, und ihnen die Mittel und Wege zu weisen, auf denen ein weiterer Aufstieg zu erreichen sei? Man brauche doch nicht zu befürchten, daß das Streben nach einer besseren sozialen Lage bei wirtschaftlichem Fortschreiten aufhöre! Ganz im Gegenteil, die Ansprüche aus Leben wachsen mit der Höhe des sozialen Niveaus. Zu dieser praktischen Wirklichkeitsarbeit passen natürlich recht schlecht die ungünstigen Schilderungen, welche die sozialdemokratische Presse von der Lage des Arbeitsmarktes für gewöhnlich zu geben pflegt, die sie aber nötig hat, um ihre Behauptung von der Verelendung der Arbeitermassen begründen zu können. Die Schwarzmalerei schädigt, wie Calwer hervorhebt, zunächst den Arbeiter direlt als Verkäufer seiner Ware Arbeit. Wenn ein gewerblicher Niedergang im Anzuge sei, und die Arbeiterpresse male den Horizont noch dunkler, als er ist, so sei diese Taktik vom Standpunkte des Arbeitsmarktes so ziemlich die verkehrteste, die sich denken lasse. Man solle keine Verschlechterung vertuschen, aber man solle sich erst recht vor Uebertreibungen ungünstiger Symptome hüten. Denn die Verkäufer der Ware Arbeitskraft hätten von solchen Uebertreibungen nur Schaden in ihrer wirtschaftlichen Position. Auch für die gewerkschaftliche bzw. Streiktätigkeit könne die Schwarzmalerei von den schlimmsten Folgen sein. Darüber heißt es bei Calwer: Gegenüber dem Festhalten an einem tatsächlich überwundenen Standpinkt muß immer und immer wieder gesagt werden, wie die Dinge liegen. Es steht für mich fest, daß die allmähliche wirtschaftliche Hebung der Arbeiterbevölkerung erkannt werden wird und muß. Eine genaue Kenntnis der wirtschaftlichen Lage und im besondern der Lage des Arbeitsmarktes ist eben die Voraussetzung für eine wirksame gewerkschaftliche Tätigkeit. Hier kann eine Verkennung oder gar Verduntelung der tatsächlichen Verhältnisse die fatalsten Konsequenzen haben. „Das sind Gründe geuug," so schließt Calwer seine Darlegungen, „die es notwendig machen,„den wissenschaftlich unhaltbaren Standpunrt zu verlassen, nach dem die Lage der Arbeiterbevölkerung sich innerhalb der heutigen Wirtschaftsordnung nicht bessern könne und nicht gebessert habe.“ Die Sozialdemokratie tut sich bekanntlich gar viel auf ihre„Wissenschaftlichkeit" zugute. Ob aber in diesem Falle die sozialdemokratische Parteipresse der Wissenschaft das Opfer bringen und der Aufforderung des„Genossen“ Calwer folgend ihren„unhaltbaren Standpunkt“ preisgeben wird, erscheint doch mehr als fraglich. Selbst Calwers Hinweis auf den Schaden, den die Schwarz= malerei den Arbeitern zufügt, dürfte auf den Parteifanatismus dieser Presse schwerlich viel Eindruck machen. „Am neuesten Malbenprozeß. Nach einer Korrespondenz wurde sofort nach der Urteilsfällung im Münchener Hardenprozeß dem Kaiser telegraphisch von dem Ergebnis der Verhandlungen Bericht erstattet. Darauf wurde eine ausführ liche Darstellung eingefordert, worauf das Sitzungsprotokoll wörtlich nach Korfu telegraphiert wurde. Auch der Kronprinz ließ sich sofort nach der Urteilsfällung ausführlichen Vortrag halten. Vom Kulturkampf in Frankreich. Von den öffentlichen Gewalten in Frankreich wird jede Ueberzeugung mehr geachtet, als die christliche, obwohl auf ihr die große Vergangenheit des Landes fußt. In Arthonay(Departe ment der Yonne) schreckte der Bürgermeister nicht davor zurück, mit Erlaubnis des Präfekten die Kirchengerate zu versteigern. Zuerst hatte das Gemeindeoberhaupt dem Geistlichen den Aufenthalt im Ort verleidet, um dann aus seinem Weggange den Schluß ziehen zu können, die der Gemeinde gehörigen Kirchenmobilien könnten nicht mehr als zum Kultus dienlich betrachtet werden: deshalb stehe ihrer Entäußerung kein gesetzliches Hindernis im Wege. Bürgermeister, Lehrer und Polizeidiener (Feldhüter) unterzogen sich der Aufgabe, die heiligen Gefäße: Kelche, Monstranzen und Ziborien, sowie die priesterlichen Gewänder, die Altarkreuze und Leuchter, die Altardecken und Totentücher nach dem Auktionslokal zu bringen, wo sich die Entweihungen und Gottesschändungen vollzogen, die eine französische katholische Zeitung nicht wiedergeben will. Die Fälle von Kircheneinbrüchen mehren sich in beängstigender Weise. In der Nacht vom 24. zum 25. März wurde das Gotteshaus in Champlitte ausgeplündert, das Tabernakel wurde erbrochen, der Speisekelch geraubt und die Hostien zu Boden geworfen, Vom 26. zum 27. März wurde in derselben Gegend in die Kirchen von Gy und Choye eingebrochen, wenige Tage darauf in die von Mont=les-Etrelles. Wenn man das liest, fühlt man sich versetzt in die Zeit der Bilderstürmer. Die schwere Be strafung des„Böttchers“ Thomas und seiner Helfershelfer, die mit gestohlenen Kirchengeräten einen lebhaften Handel getrieben hatten(Thomas wurde zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt), bleibt bis jetzt auf die Kirchendiebe ohne Wirkung. Die im großen und ganzen rechtlich denkenden Richter können der immer weitere Kreise ziehenden moralischen Verwirrung ebenso wenig Schrauken ziehen und der Religion und Sitte ebenso wenig einen sicheren Halt bieten wie die Geistlichen, die so oft, leider nur zu oft, Hirten sind ohne Herde. Die französische Nation auf dem Aussterbeetat? Das statistische Amt im französischen Handelsministerium hat die Uebersicht über die im Jahre 1907 angemeldeten Geburten und Sterbefälle noch nicht veröffentlcht. Ein Blatt will aber jetzt schon ermittelt haben, daß sie Frankreich und ganz Europa überraschen und auf die guten Patrioten im Lande wie die taurigste aller Hiobsposten wirken würden. Im Vorjahre gab es noch 806,000 Geburten, denen im Jahre 1907 nur 773,000 gegenüberstehen, also eine Abnahme von rund 33,000 im Zeitraum eines einzigen Jahres. Die Zahl der Sterbefälle beträgt rund 793,000, also überwiegt die Zahl der Sterbefälle die der Geburten um 20.000. Wenn es so weiter geht, ist die französische Nation endgiltig auf den Aussterbeetat gesetzt. In wenigen Jahrzehnten wird der Mangel an militärischem Nachwuchs sich noch weit fühlbarer machen, als gegenwärtig, und die Herresverwaltung wird darauf verzichten müssen, die entstandenen Lücken auch nur scheinbar auszufüllen. Aus dem sozialen Leben. ∆O Wissen an der Sieg, 24.April1908. Die Arbeiten zum Neubau der Straße durch das Nistertal waren von der hiesigen Gemeinde ausgeschrieben. Es handelte sich lediglich um Arbeiten ohne Materiallieferung, die zu 60000 Mark veranschlagt waren. Die Höchstforderung mit 83 757 Mark stellte die Firma O. Grosse in Mülheim=Rhein, die niedrigste Forderung die Firma Baumhold u. Cie. in Köln mit 48756 Mark. Es war also ein Unterschied von 35000 Mark zu verzeichnen. Bei Abmagerung müssen dem Körper vor allem reichlich Nährstoffe zugeführt werden. Tcccfkrr cotts## Emulsion tut dies in hervorragender Weise, weil sie aus reinstem, besten Norwegischen Medizinaltran bereitet wird, dem besten Lebertran der Welt. Scotts Emulsion — dem Garantiezeichen des Scott= ist leicht verdaulich und regt schen Verkahrens! Appetit und Verdauung an. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, söndern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke(Fischer mit dem Torsch). Scott& Bowne, G. m. b.., Frankfurt a. M. 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Ich will Sorge tragen, daß eins oder das andere geschieht, denn die Fremden, die hierher kommen, ahnen nicht, wie gefährlich es ist, dahinauf zu steigen.“ Gerda schien nicht gewillt zu sein, ihren Vorsatz aufzugeben. Sie setzte trotz der dringenden Warnung den Fuß wieder auf die aus rohen Steinen gefügte Treppe. „Gerade die Gefahr reizt mich“, sagte sie eigensinnig,„ich bin nicht furchtsam, ich war schon einmal oben, es hat mir sehr gut gefallen,— nun, und wenn der alte Turm mich unter seinen Trümmern begräbt,— was liegt auch daran,— mir gilt es gleich!“ „Gerda,— liebe Gerda!“ Das klang so weich, so bittend, man hörte die Angst aus den Worten. Der kleine Raum war ziemlich dunkel, nur durch eine Lücke im Turm fiel ein schmaler Streifen des Tageslichts. Nach einer kleinen Pause hub Viktor wieder an:„Sie sind verbittert und ich bin der letzte, der Ihnen einen Vorwurf daraus machen möchte,— aber mit Ihrem Leben dürfen Sie nicht spielen, das ist Sünde, Sie müssen es zu erhalten trachten.“ „Für wen denn?“ fragte sie trotzig, bereute aber im nächsten Augenblick das unbedachte Wort, denn Viktor sah sie so leidenschaftlich erregt an, daß sie erbebte. „Für wen?“ wiederholte er und seine Stimme zitterte.„Sie fragen noch?— Wissen Sie denn immer noch nicht daß es mein höchstes Glück wäre, wenn ich für Sie sorgen und schaffen dürfte? Ich wünsche mir nichts besseres!" Wieder wollte er ihre Hand ergreifen, aber sie wehrte ihm hastig. Er wußle es, daß er seine Wünsche und Hoffnungen noch nicht laut werden lassen durfte. Er wollte warten, geduldig warten. Vielleicht kam sie einmal zu der Erkenntnis, daß sie keinen treueren Freund besaß als ihn. Aeußerlich ruhig trat er einen Schritt zurück und sagte: „Sie müssen auch ein wenig an Ihren Großvater denken. Ihm können Sie gewiß noch nützen.“ „Herrgott— der Großvater!" rief Gerda erschrocken,„ich muß heim, er erwartet mich! Er hat eine unruhige, sorgenvolle Nacht hinter sich und liegt nun zu Bett. Die Rosel hat mich heraufgeschickt, hier oben bei der Ruine soll der beste Spitzwegerich wachsen, sagt sie, ich sollte welchen suchen, der wäre für alles gut. Sie will dem Großvater Tee davon kochen, das helfe ihm wieder auf die Beine. Nun habe ich den Auftrag ganz vergessen, und ich sollte mich doch beeilen.“ Im Begriff, die Türe, die in den Turm führte, zu öffnen, zog sie rasch die Hand wieder zurück, denn von außen wurden Stimmen vernehmbar. In der tiefen Stille, die hier herrschte, konnte man jedes Wort deutlich verstehen und die Sprechenden mußten direkt bei der Tür Halt gemacht haben. „Aber du zerdrückst mir ja meine schönen Rosen,“ rief draußen eine lachende, übermütige Mädchenstimme,„sei doch nicht so ungestüm— du sollst ja hundert Küsse haben— meinetwegen, aber laß mich doch erst zu Atem kommen, ich ersticke ja! Der Weg hier herauf ist so steil!“ „Himmel, welch peinliche Situation,“ murmelte Gerda,„wenn die beiden da draußen nun hier hereinkämen, was sollen wir nur beginnen?“ Völlig ratlos schaute sie Viktor an. Er aber antwortete nicht. Mit tief verfinstertem Gesicht stand er da, er hob die Hand, als müsse er irgend ein drohendes Unheil abwehren. Draußen war es eine kleine Weile still, dann hub die Mädchenstimme wieder an:„Beinahe hätte ich mein Versprechen, das ich dir gestern gab, nicht halten können. Wir bekamen nämlich Besuch, so eine alte Tante, die mich gleich völlig in Beschlag nahm. Ich mußte meine ganze Schlauheit aufbieten, um fortzukommen. Aber die Liebe macht erfinderisch. Was deukst du, was ich zu Hause vorgab? Das kannst du nicht raten! Ich schickte unseren Diener zu meiner Freundin mit einem Brief. Darin flehte ich sie an, mich sogleich abzuholen unter dem Vorwand, sie wollten ein Theaterstück aufführen, bei dem ich unbedingt mittun müßte. Sie kam denn auch und machte ihre Sache ganz ausgezeichnet. Niemand schöpfte Verdacht. Bin ich nicht schlau?“ Da antwortete die andere Stimme:„Du bist mein süßes, kleines, herziges Mädchen— ohne das ich nicht leben kann! Ich hätte es nicht ausgehalten, wenn du nicht gekommen wärst, ich zählte die Stunden, die Minuten, bis ich dich wieder an mein Herz drücken durfte, meine Else, meine Braut,— wann darf ich kommen, um mir deine Hand von deinen Eltern zu erbitten?“ Diese Stimme trieb dem lauschenden Mädchen, das sich plötzlich zitternd an die Wand des alten Turmes lehnte, das Blut in die Wangen. Die Hand auf das pochende Herz gedrückt, lauschte Gerda mit angehaltenem Atem auf das, was draußen gesprochen wurde. Viktor betrachtete sie mit besorgten Blicken. „Mein Gott," flüsterte sie,„er ist es,— ach, welche Gemeinheit!“ Ein Ausdruck tiefer Verachtung lag auf dem schönen Gesicht. Draußen wurde indes das Gekose fortgesetzt und als die Stimme des Mädchens fragend erklang:„Nicht wahr, Egon, du liebst nur mich,— mich ganz allein— und die Antwort folgte: „Nur dich— dich meine Else,— noch nie habe ich eine andere geliebt, das will ich dir schwören, was sind alle anderen gegen dich, du Einzige.“—-— Da verstummte der Sprecher mitten in der Rede, denn die Türe, die in den Turm führte, wurde plötzlich aufgerissen und unter derselben erschien Gerda, zürnend und hochheitsvoll, mit dem lodernden Feuer tötlichen Hasses in den schönen Augen. Viktor hatte vergebens versucht, das Mädchen zurückzuhalten. „Um Gotteswillen— Gerda, machen Sie keine Torheit"— raunte er ihr zu— zu spät, es war geschehen. Und laut schrie sie es dem bestürzten Mädchen, das sich im höchsten Schrecken wie Schutz suchend an Egon klammerte, zu: „Glauben Sie seinen Schwüren nicht, er lügt und betrügt— er ist ein Meineidiger,— der Sie elend machen wird!“ (Fortsetzung folgt.) Verei hoth. in Küche und Hausarbeite fahren, auf sofort gesucht. Machabderstraße 51. Perfekte Namensickerin übern. Ausst. Muster zu Dienst. Off. u. Nr. 682 an d. Gesch d. Bl. Junge Leute, welche Östern aus der Schule entlassen wurden und noch ohne Lehrstelle sind, wollen sich morgen, Sonntag, von 11—1 Uhr Frankstraße 24 (Schule) melden; die 2 andern Bezirksbureaus sind aufgehoben. Auch werden mündliche Anfragen bei unsern Vertrauensmännern(die veröffentlicht werden) und schriftliche Anfragen an obiges Bureau bestens erledigt. 7 Die StellenvermittelungsAbteilung. 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A Im Erzbischöflichen Diözesan-Ruseum am Domhof Nr. 8 ist seit einigen Tagen eine schmiedeeiserne Tür für die der Vollendung entgegengehende St. Petruskapelle der hiesigen St. Agneskirche ausgestellt. Dieselbe wurde nach einem Entwurfe des Reg.=Baumeisters Krings durch die hiesige Kunstschmiedewerkstatt von Georg Jungbluth ausgeführt und zeigt, welch schöne künstlerische Wirkung sich mit den Mannstädteisen der Kalker Fabrik erzielen läßt. Die den Eisencharakter treu festhaltende und in Lasurtönen gehaltene Polychromierung rührt von Maler Jos. Geite her, während die Bronzefüllung, im oberen Teil zwei posaunenblasende Engel darstellend, vom Bildhauer Alex Iven vortrefflich modelliert und von der Bronzegießerei Vorwärts hierselbst sauber gegossen sind. Die Tür legt ein beredtes Zeugnis für die Leistungsfähigkeit des Kölner Kunstgewerbes ab. #.Verhaftung. Gestern abend verhaftete die Kriminalpolizei einen stellenlosen Kaufmann aus Stommeln, der mit einem gefälschten Wechsel auf den Namen einer gutsituierten Familie aus Stommeln bei einer hiesigen Bank 1200 M. erhoben hatte. Als er den Schwindel zum zweiten Male versuchte, traute man der Sache nicht und ließ ihn von der Kriminalpolizei verhaften. c Betrug. Ein Klempner aus Troisdorf ließ sich in zwei hiesigen Abschlagszahlungsgeschäften Möbel im Betrage bis 400 und 300 M. geben mit dem Wunsche, daß diese nach Troisdorf geschickt würden. Durch diese Angabe bezweckte er eine Täuschung der Geschäfte. Heimlich ließ er das Mobilar in ein Haus Unter Krahnenbäumen bringen und verkaufte dann einen Teil der Möbel, ohne diese bezahlt zu haben. Die Abzahlungsgeschäfte erfuhren es und ließen daraufhin gestern abend den Klempner verhaften. Aus Köln-Lindenthal. G Zwei ruppige Burschen, taum achtzehn Jahre alt, aber beide bekneipt, belästigten am Donnerstag Nachmittag auf dem Lindenthalgürtel ein Dienstmädchen und griffen es tätlich an, so daß die Aermste in Angst und Nöten war. Aber in dem tritischsten Augenblick erschien eine resolute Frau, packte den Hauptattentäter am Kragen, schüttelte ihn kräftig und warf ihn zum Gaudium der Jugend weit von sich, worauf die Burschen lärmend abzogen. Aus Köln-Bapenthal. 6% Die gemeinnützige Woynungsbau=Genossenschaft Röln-Bapenthal hat am 22. d. M. im Saale der Sachsenburg eine Hauptversammlung ihrer Mitglieder abgehalten. Nach dem Geschäftsbericht hat der Baubetrieb während des Jahres 1907 vollständig geruht. Die Ende 1907 vorhandenen Wohngebäude enthielten 26 Wohnungen, von denen 15 Prozent unbewohnt waren. Der erzielte Gewinn wurde zu Aoschreibungen und zur Verstärtung der Rücklage verwendet. Eine Zis= und Gewinnzahlung an die Mitglieder findet nicht statt. Um eine Verwertung des noch unbebauten Grundbesitzes der Genossenschaft zu ermöglichen, soll eine Erleichterung der bestehenden Baubeschränkungen angestrebt werden. Aus Köln-Deutz. 0 Ein Doppelfest kann morgen unsere Pfarrei begehen. Nach der Feier der ersten h. Kommunion der Kinder wird Herr P. Ad. Rövenich, aus der Missionsgesellschaft vom göttlichen Wort sein erstes feierliches Meßopfer halten. Die Feier der h. Erstkommunion beginnt um.30 Uhr. 104 Mädchen und 71 Knaben werden zum ersten Male zum Tische des Herrn geführt. Die Danksagungsandacht ist nachmittags 4 Uhr. Es sei noch mitgeteilt, daß für die Eltern der Erstkommunikanten die h. Kommunion im Anschluß an die Kinder, am Schlusse der h. Messe, ausgeteilt wird. Dagegen ist am Sonntagmorgen keine Gelegenheit zum Beichten.— Die Primizfeier beginnt um 9,30 Uhr. Um 9 Uhr wird P. Rövenich, ein Sohn unserer Pfarre, in feierlichem Zuge von der Pfarrgeistlichkeit von seiner Wohnung, Arminiusstraße 6, abgeholt und zur Kirche geleitet. P. Növenich empfing am 23. Februar im Missionshause der Steyler Missionsgenossenschaft zu Mödling bei Wien die h. Priesterwethe. Von Köln aus begibt sich der junge Missionar für kurze Zeit nach dem Mutterhause Steyl; später erfolgt dann die Abreise nach seinem Wirtungsgebiet in Argentinien(Südamerika). Aus 00 In der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung, die Bürgermeister Albermann leitete, wurde zunächst mitgeteilt, daß im letzten Jahre an Gemeindeeinkommensteuern 5041,77 M. uneinzieh var waren.(Rufe: Oho!) Der Vorsitzende bemertte dazu, daß die Summe nur scheinbar so hoch sei; es seien darin 2096,72 M. einbegriffen von Steuerpflichtigen, die verzogen und deren Wohnsitz nicht zu ermitteln war. Diese Beträge seien von seinem Amtsvorganger in die Abgangslisten geführt worden. Richriger sei es aber, wenn diese Suminen niedergeschlagen würden. Im letzten Jahre seien 2876,14 M. niedergeschlagen worden, also 70 M. mehr in diesem Jahre. Ferner wurden niedergeschlagen: Grundsteuer 89, Gewerbesteuer 82, Betriebssteuer 20, Hunbesteuer 50., Kanalgebuhren 95., Baupolizeigebühren 51., Grundsteuer aus Vorjahren 267., Kanalgebühren aus Vorjahren 41,40 Mark, Friedhofsgebühren 86 M. Sodann berichtete der Vorsitzende, laß es den Eltern zweier Schüler gelungen war, durch fortwährende Versprechungen ¾ Jahr das Schulgeld für das Gymnasium im Betrage von 260 Mark schuldig zu bleiben. Nachher waren die Eliern unpfändbar. Die Summe wurde niedergeschlagen. Ueber die Rechnung des Gaswerkes für 1906 berichtete Bürgermeister Albermann, daß der Reinüberschuß 74225,74 M. betrage. Hierzu komme ein Vortrag von 29013,89., so daß sich der Reingewinn insgesamt auf 103 239,64 M. belaufe. Die Bilanz schließt in Aktiva und Passiva mit 404698,27., das Gewinn= und Verlustkonto in Soll und Haben mit 129 132,95 M. ab. Der Fuhrmann eines Unternehmers hat mit seinem Fuyrwerk eine Straßenlaterne zertrummert; es ist abgeleynt worden, die Kosten für die Wiederherstellung im Betrage von 76,44 M. zurückzuerstatten. Nun trat die. Frage auf, ob der Unternehmer für den Fuhrmann haftbar gemacht werden kann. Das Kollegium beschloß, im Prozeßwege zu versuchen, die Kosten zurückzuerhatten.— Die Handwerkskammerbeiträge für 1908 betragen für die Stadt Kalk 394,10 M.(410,99 M. im Vorjahre). Es wurde ein genereller Beschluß herbeigeführt, wonach die Handwerkskammerbeiträge stets auf die Stadttasse übernommen werden sollen, da die Einziehung von den betreffenden Betrieben zu viel Schwierigkeiten bereitet. Ueber die Einführung des Haushaltungsunterrichts an den Volksschulen berichtete Bürgermeister albermann, der auf seine Denkschrift verwies, die der Kölner Local=Anzeiger schon früher auszüglich wiedergegeben hat.— Der Referent bemerkte, daß zunächst über die Frage zu entscheiden sei, ob für alle im letzten Schuljahre sich befinolichen Schulerinnen der Voltsschule oder nur für die es am notwendigsten scheint, der Haushaltungsunterricht erteilt werden soll. Stadtveroroneter Lamertz hält es nicht für oppertun, die Mädchen in diesem Alter in der Haushaltung zu unterrichten, man habe noch keine Erfahrung daruber, ob dieser Unterricht für die Mädchen später im praktischen Leben vorteilyaft sei. Wenn ein Versuch gemacht werde, sei er dafür, daß dieser zunächst in kleinem Rahmen geschehe. Stadtverordneter Pinner verwies darauf, daß manche Kinder direkt aus der Schule in die Fabrik kommen und so zu Hause keine Gelegenheit hätten, das Kochen zu erlernen. Er habe über die Haushaltungsschulen von den Eltern nur gutes gehört.— Im Prinzip beschloß man die Einführung von Haushaltungsschulen, verwies im übrigen jedoch die Angelegenheit an die Schuldeputation. I. Die goldene Hochzeit der Eheleute Martin Bura und Margarete geborene Grober, Marienstraße 1C wohnend, wurde heute gefeiert. Der Jubilar zählt 75, die Jubilarin 73 Jahre, und erfreuen sich beide noch einer beneidenswerten geistigen und körperlichen Frische. Der Jubilar, von Profession Schuhmachermeister, hat sich seit längerer Zeit schon vom Geschäfte zurückgezogen. Es hatte sich ein Komitee gebildet, um den allgemein beliebten und geachteten Leutchen ihren Ehrentag zu einem recht würdigen zu gestalten. Am gestrigen Vorabende fand vor dem reich gezierten Hause eine Serenade des Männergesangvereins und des Cäcilienvereins statt. Die Wiedereinsegnung des Jubelpaares erfolgte um 8 Uhr morgens durch Herrn Dechanten Köllen, der eine ergreifende Ansprache hielt. Fünf Söhne und fünfzehn Enkel konnten an der erhebenden Feier teilnehmen. Vom Kaiser war das übliche Jubiläumsgeschenk eingetroffen. Die offizielle Feier findet abends im Schutzenhof, Restauration Böhmer, Hauptstraße, statt. — Fahrraddiebstahl. Einem Metzgermeister aus Merheim wurde vor einer Wirtschaft ein fast neues Fahrrad gestohlen. Als Täter wurden ermittelt zwei vorbestrafte Männer aus Kalk und Mülheim(Rhein), die das Fahrrad bei einem Althändler in Köln verkaufen wollten. Sie wurden beide festgenommen. In Haft kam ein 18 Jahre alter Fürsorgezögling, der nach Verübung mehrerer Diebstähle zum Nachteil seines Meisters diesem entlaufen war. Er wurde einer Erziehungs=Anstalt zugeführt. * Ueberfahren. Auf der Hauptstraße an der Haltestelle der Straßenbahn„Kalk Post“ wurde ein Laufjunge aus Cöln von einem einspännigen Mehlfuhrwerk überfahren und an beiden Beinen verletzt. Der Junge hatte auf einen nach Cöln fahrenden Straßenbahnwagen gewartet, und sich am Bürgersteigrande auf seinen Korb gesetzt, wobei die Beine herabhingen. In dieser Lage wurde er vom Fuyrwerk erfaßt. 9 Kölner Athleten-Klub Germania. Bei dem an den Österfeiertagen in.=Gladbach stattgefundenen Athleten=Wettstreit, veranstaltet von dem Deutschen Athleten=Verband für Rheinland und Westfalen, errang der Kölner Athleten=Klub Germania mit nur 5 Konkurrenten 20 Preise und zwar: Hr. Jean Wassong 1. den I. Preis im Schwergewichts=Klassenringen, 2. die Meisterschaft im Schwergewichtsringen, 3. den IV. Preis im Stemmen; Hr. Josepy Thoma 1. die II. Meisterschaft im Stemmen II. Klasse, 2. den I. Ehrenpreis im Stemmen II. Klasse, 3. den II. Preis im Dauerstemmen II. Klasse, 4. den III. Preis im Kürstemmen II. Klasse; Hr. Jean Bruno Ogroske 1. die I. Meisterschaft im Ringen, Mittelgewicht, 2. den I. Ehrenpreis im Ringen, Mittelgewicht, 3. den I. Preis im Steinstoßen II. Klasse, 4. den IV. Preis im Tauerstemmen II. Klasse, 5. den V. Preis im Kürstemmen II. Klasse, 6. den VII. Preis im Ringen, Mittelgewicht; Hr. Franz Lindenberg 1. den II. Preis im Dauerstemmen III. Klasse, 2. den II. Preis im Kürstemmen III. Klasse, 3. den V. Preis im Schwergewichtsringen, 4. den IX. Preis im Steinstoßen III. Klasse; Hr. Ludwig Greven 1. den III. Preis im Dauerstemmen III. Klasse, II. den IV. Preis im Kürstemmen, 3. den VII. Preis im Ringen, Leichtgewicht. Das Erringen der Preise war diesmal sehr schwierig, da Stemmen und Ringen nach den Gewichtsklassen ging und die auserlesensten Kräfte Rheinlands und Westfalens vertreten waren. Theater und Konzerte. Spielplan der Verein. Stadttheater(26. April bis 4. Mai). Opernhaus. So. 26. 217. A.(192.) 7 U. Salome. Mo. 27. 218. B.(193.) 7½ U Mignon. Di. 28 219. C.(194.) 7½ U. Die beiden Schützen Mi. 29. 220. D. 7 U. Gastspiel von Charlotte Kuyn. Der Prophet. Do. 30. 221. A.(196.) 7½ U. Hoffmanns Erzählungen. Fr. 1. Vorst. außer Abonnement. Voltstaml Preise. 8 U. Fidelio. Sa 2. Vorst. anger Abonnement. 7 U. Festveranstaltung zum Besten des Pinsionssonds. So. 3. 223. C.(197.) 7 U. Carmen. Mo. 4. 224. D.(198.) 6½ U. Lohengrin. Schauspielhaus. So. 26. 2½ U. Arbeiter.Vorst. Wilyelm Tell. 8 U. Alt=Heidelberg. Mo. 27. 7½ U. Gastspiel von Alerander Moissi. Romeo und Julia. Di. 28. 29. volkstüml. Vorst. 4% U. Tanris der Narr Mi. 29. 7½ U. Gastspiel von Alerander Morssi. Die Räuber. Do. 30. 8 U. Pnne. Fr. 1. B.(26. im Schauspielhaus). 7½ U. Ulrich, Fürst von Waldeck. Sa. 2. Keine Vorstellung. So. 3. 2½ U. Sonder=V. f. d. Männergesangverein Concordia. Mülheim. Wilhelm Tell. 7½ U. Rosenmontag. Mo. 4. 7½ U. Hamlet. (0) Theater Millowitsch. um morgigen Sonntag wird im Colosseum morgens 11,30 Uhr die militarische Humoreske: Alles für 22 Pfg. gegeben; nachmittags 4 Uhr bei kleinen Preisen Genoveva und abends.15 Uhr Novlesse op Plüsch. Der Besuch des Theater Millowitsch kann jedem empfohlen werden, der an Kölner Mundart und Kölner Humor Freude hat. Aus dem sozialen Leben. * Verbandsversammlung. Unter dem Vorsitz des Herrn H. Freudenberg(Essen) fand gestern hier die Hauptversammlung des Bezirksvereins VII vom Vervande deutscher Detailgeschäfte der Textilbranche(Sitz Hamburg) statt. Der Bezirksverein VII umsaßt Rheinland und Westfalen und ist zurzeit der stärkste unter den zaylreichen Bezirksvereinen. Der Kassenbericht, den an Stelle des verhinderten Kassterers, Hrn. Peters (Köln), der Vorsitzende erstattete, ergab ein sehr günstiges Bild. Das Vermögen des Bezirksvereins beläuft sich auf rund 2800 M. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Der bisyerige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt; er besteht aus den Herren: H. Freudenberg(Essen), Killy(Bonn), Peters Köln), Leuneberg (Rheydt), Grünebaum(Elberfeld), Biergans(Köln), Brandt(Koblenz). Neu hinzugewählt wurden die Herren Schubert(Bochum, Max Rose (Dortmund), Falk(Bochum), Leyens(Wesel). Der von Jrn. Freudenberg erstattete Geschäftsbericht stellt ein weiteres Emporblühen des Vervandes fest. Insbesondere wurde auf die in Berlin abgehaltene Hauptversammlung verwiesen, welche eine Reihe wichtiger Beschlüsse zum Wettbewerbgesetze, zur Gewerbeordnungsnovelle usw. gefatt hat. Ueber die Lagerei=Berufsgenossenschaft sowie über die Bestrebungen der Detaillisten, eine eigene Berufsgenossenschaft zu bilden, berichtete Hr. Schubert(Bochum). Er schlug nachstehenden Beschlußantrag vor:„Die Hauptversammlung des Bezirksvereins VII des Verbandes deutscher Detailgeschäfte der Textilbranche vom 24. April 1908 stellt beim Hauptvorstand den Antrag, die Bestrebungen auf Schaffung einer Berufsgenossenschaft für offene Handelsgeschäfte mit Vollversicherung der gewerblichen Angestellten auf das Arbeitsprogramm des Verbandes zu setzen sowie die Bezirksvereine unverzüglich anzuregen: 1. für Vertretung der Detaillisten auf den Sektionsversammlungen der Lagerei=Berufsgenossenschaft, 2. für Herbeischaffung zahlreicher Vollmachten von Mitgliedern der Lagerei=Berufsgenossenschaft für die Generalversammlung in Berlin Sorge zu tragen.“ Diese Antrag wurde einstimmig angenommen. Ebenso wurde einstimmig ein Antrag angenommen, den Hr. Prof. Dr. jur. Moldenhauer am Schlusse seines mit Beifall aufgenommenen Vortrages über die Pensionsversicherung der Privatbeamten vorschlug; er lautet:„Die Hauptversammlung des Bezirksvereins VII pp. steht der Einführung einer staatlichen Pensionsversicherung der Privatbeamten sympathisch gegenüber. Der Verein erblickt den geeignetsten Weg für eine Durchführung dieser Versicherung in einem zweckentsprechenden Ausbau der Invalidenversicherung unter Beibehaltung des Reichs zuschusses. Er erwartet, daß bei der Bemessung der Beiträge auf die Leistungsfähigkeit namentlich der mittleren und kleineren Geschäfte sowie der geringer besoldeten Angestellten gebührend Rück sicht genommen wird.“ Schließlich genehmigte die Versammlung einstimmig eine von Hrn. Biergans(Köln) vörgeschlagene Resolution zu dem bekannten§ 63 HGB., die sich gegen den Antrag Bassermann und für den Vorschlag der Regierung ausspricht. Sollte sich der Reichstag den Wünschen der Arbeitgeber gegenüber ablehnend verhalten, so möge es bei dem bisherigen Zustande bleiben. der Arbeiterwelt. R Nachen, 24.April1908.(Eig. Drahtber.) Nach dreizehnwöchiger Dauer ist der Streik in den Neuen Walheimer Kalkwerken aufgehoben worden, da eine große Anzahl Arbeitswilliger sich eingefunden hatte. Ein Teil dieser Arbeitswilligen ist sozialdemokratisch organisiert. W Bochum, 24.April1908.(Eig. Drahtber.) Der Vorstand des Allgemeinen Knappschaftsvereins hielt heute eine außerordentliche Sitzung ab, in welcher er sich hauptsächlich mit der Statutangelegenheit beschäftigte. Es lagen den Beratungen die von der Siebenerkommission der Knappschaftsältesten nach Rücksprache mit ihren Kollegen verfaßten, von uns neulich mitgeteilten Resolutionen zugrunde. Beide Parteien, Arbeitervertreter und Werkvertreter, erklärten sich mit den Vorschlägen der Resolution einverstanden, und es wurde beschlossen, dieselben mit auf die Tagesordnung der am 20. Juni stattfindenden ordentlichen Generalversammlung zu stellen. Damit ist die Hoffnung gegeben, zu einer Verständigung zu kommen. Ferner wurde der Ankauf der Verbandsanstalt der evangelischen Arbeitervereine in Grundschöttel bei Volmarstein genehmigt. Der Kaufpreis beträgt 300000 M. Da das Kohlensyndikat für den Erwerb ein Geschenk von 100000 M. zur Verfügung gestellt hat, verbleiben noch 200000 M. zu Lasten des Allgemeinen Knappschaftsvereins. Gerichts=Oerhandlungen. a Strafkammer. Der Reisende Georg Eberlin von hier, der schon wegen Sittlichkeitsverbrechens vorbestraft ist, wurde, weil er sich nach§ 176 Abs. 3 und§ 175 vergangen hat, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Fruchtpreise. * Kölner Getreidebörse vom 24.April1908. Weizen, hiesiger M. 21,25—21.50, fremder 22,75--##5: Roggen, hiesiger M. 19.10-19.50 remder 21,75--#nl: Hafer, hiesiger M. 16,50-17.90, fremder 15.00 19,00:Gerste, uttergerste M. 15,00-15.50: Mais, grober M. 15,95 16.25, mittel 15,00-16 30, Cinquantino 16,50—16,75. Weizenmehl, 000 28,00, Roggenmehl, o mit Sack 27.00-27.50, Kleie mit Sack 11.75-—12.25 Grand mit Sack 11.60-11,90, Bollmehl mit Sack 12.50-13.50, Palmkucher mit Sack 13.20, L inmehl mit Sack 16,20. Baumwollsaatmehl mit Sack 16.10, alles die 100 Kil. Die heutige Fruchtbörse war sehr gut besucht, die Stimmung für alle Getreidearten fest. In Weizen und in Roggen wurder bei erhöhten Preisen befriedigende Umsätze erzielt. Hafer wurde jedoch nicht besonders beachtet. Futtermittel waren ruhix. Mehl fester. K Köln, 25.April1 208. Fruchtmarkt. Heu 8,0.—10,00. Maschinenstroh (Roggen).70. Richtstroh(Flegeldrusch.80. Krummstrob.40 die 100 Ki „ Neuss, 25.April1908. Fruchtmarkt. Weizen, 1. Sorte M. 21.0 2. 20.0 Roggen, 1. Sorte M. 19,00, 2. 18,00, Hater, 1 Sorte M. 16,50. „. 15.50 die 100 Kil. Kartoffeln M. 3,00-3,50, Heu N. 3,70-4,20, Lu zernerheu M..60 die 50 Kil. Krummstroh M. 17,0), Breitdruschstroh M. 19,00 die 500 Kil. Kleie M..60 die 50 Kil. Hafer höher, sonst unver ändert. □ Neuss, 24.April1908. Zucn.- und Milchviehmarkt. Auftru 340 Stück Rindvieh. Darunter waren 9 Stiere und 331 tragende und frise milehende Kühe und Rinder oldenburgischer, ostfriesischer, holsteinischer und rheinischer Abstammung. Kühe, I. Beschaffenheit. M. 500—60. 400 bis 500, 3. 290-390, tragende Rinder 250—380, Stiere 200-330. Bei ruhigem Geschäft wurde der Markt geräumt. Nächster Markt am Donnerstag den 7. Mai. Wetterbericht der(ölnischen Voltszeitung. Köln, 25.Aprill9##. Nachdem gestern vielfach Regen gefallen, ist es heute in Mitteleuropa teilweise aufgeheitert und erheblich kälter geworden. Das Barometer steht unter seinem normalen Stande, ist jedoch in Mitteleuropa meist wieder etwas gestiegen. Eine ausgebreitete Zone tiefen Luftdruckes erstreckt sich von Norwegen nach der Biskayasee und innerhalb derselben liegen mehrere kleine Luftwirbel. Das kalte Wetter auf den Britischen Inseln dauert fort und im Westen derselben findet vielfach Schnecfälle statt, die sich nordwärts bis zur Inse Island fortziehen. Ziemlich hoher Luftdruck mit heiterem und wärmerem Wetter liegt über Schweden und der nördlichen Nordsee. Mutmassllene witterung für den 26. April: Für die Jahreszeit kühl und dabei veränderlich: Zeitweise Regen ist noch zu erwarten. Wasserstand am 25. April 1908.“ Mannheim, 11 vorm.,.44—0,04 m|Köln, 11 vorm., 2,55—0,04 m Caub. 9 vorm., 2,24-0,04 m Wesel, 9 vorm.,.78--.01 m Es ist eine wissenschaftlich festgestellte Tatsache, daß Deutschland im Lamscheider Stahlbrunnen einen Heilschatz ersten Ranges besitzt, der verdient, dauernd der leidenden Menschheit zugängig gemacht zu werden. nkesworte nach erfolgreichen Kuren:„Aus Dankbarkeit für meine wiedererlangte Gesundheit bestätige ich hierdurch, daß ich durch den Lamscheider Stahlbrunnen von meinen früheren unsäglichen Leiden: Bleichsucht, Magen= und Verdauungsschwäche, Appetiilosigkeit, nervösen Kopfschmerzen, Erbrechen usw. vollständig geheilt wurde. Jahrelang litt ich an genannten Beschwerden" usw. usw.—„Ich kann Ihnen zu meiner Freude mitteilen, daß mir der Lamscheider Stahlbrunnen sehr gute Dienste getan hat. Er hat mir den früheren Lebensmut wiedergegeben, die Nerven gestärkt, die Bleichsucht gehoben und den durch die Bleichsucht verursachten Weißfluß vollständig weggebracht.“—„Bin mit dem Lamscheider Stahlbrunnen ausgezeichnet zufrieden, vorgenommene Badereise kann unterbleiben, da Nervosität, Appetitlosigkeit und Schwäche verschwunden sind.“ Warm empfohlen bei Blutarmut, Bleichsucht, versch. Arten von Frauenkrankheiten, Magen= und Darmleiden, Nervenkrankheiten, blutarmen Zuständen, bei denen eine Vermehrung der Blutmenge und Verbesserung der Blutbeschaffenheit notwendig ist, z. B. nach großen Blutverlusten infolge schwerer Operationen. Wochenbetten usw., nach überstandenen erschöpfenden Infektionskrankheiten wie Influenza usw.— Broschüren kostenlos durch: Lamscheider Stahlbrunnen in Düsseldorf SW. 9. Kölner Local-Anzeiger Nr. 112&a Samstag, 25. April 1903. Seite 5. □ □ Silberne Medallle Höchste Auszeichnung in der Branche. Frühjahr 1908 E E 8 □ □ 2 Punddnan Deutschlands größtes Spezial-Geschäft für fertige besser: Herren-, Jänglings- und Knaben-Garderoben Köln am Rhein Schildergasse 38—42 Düsseldorf Duisburg. Herren-Moden-Bericht. Die modernen Stoffe für Ikerren-Alnzüge zelgen aubergewöhnliche(Olelseitigkelt in der Geschmacksrichtung. Graun und graue Auancen in glatten Chevlot- und Ilammgarn-Windungen und streifenbildenden Dessins weckseln mit blaugrauen(sogen. elefankengrau) und grünlichen(reseda) Garbentönen Die neuesten Schnitte. Der Joppen-Anzug 6ildet auch in dieser Salson das bellebteste Illeidungsstück für jeden Oterrn. Die immer noch lange Gorm und dle stark marklerte Jaille der Joppe mit langem Schlikz in der Hückenmittelnakt bilden das Huffallende der diesjährigen MMode. Der langumfallende, etwas weltere Husschnitt wie bisher isi auf Iollfasson gearbeitet, so daß die Joppe mit zwel Hinöpfen geschlossen wird. Die Ilermel mit Hlufscklägen erfahren an der tand grole Erweiterung. Die(este kat einen elwas tiefern Sckluß wie bisher; jedoch nur so, daß dieselbe aus der Doppe noch hervortritt. Wie Otose, halbwelt im Alnle, wird am Juße etwas enger gekalten. Sür Helse. Oeschäft und Straße werden mit(Oorllebe Hock-Alnzüge in mittelfarbigen und dunkeln Stofsen gelragen. Dieselben zeigen in Ukren Gormen wenig Abwelchung von der bisherigen Ltlode. HETTLAGE offene Handelsgesellschaft. 95 250 d. Rin uun Gebrauchtelilitär-Holskasten 480 X 360 X 165 X 22mm säurebeständige Tongefässe 630 X 195 X 225mm iben, Ui 5 bei Weinberg Telephon 4309 I " Holn Da. Bonnerstr 198•200. Raucher DuMonts Sorgenbrecher ein gesunder vorzüglicher Rauchtabak Grobschnift in Blau- Feinschnift in Braundruck des itestelohundpeitet Pffe K Parresizescheine! labet Acht! Leset mit Bedacht! In der Peterstrasse 11 kauft man nur allein licht silberne Damen-Uhre zu 10.f ein, Uhren, Gold- und Schmucksachen, wie sie mogen heissen, Reell und doch zu ganz billigen Preisen. 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Gottesdienstordnung der katholischen Kirchen in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dom. H. Messen: 5 m. Predigt, 6, 6¾, 7½, 8 Pfarrm. m. Predigt, 9, 9½ Hochamt, 11 D. Singm. m. Predigt.— 3 Vesper, 4 Christenl. u. And. m. Segen. 17 sakrament. And. m. Predigt. St. Andreas. H. Messen: 5½, 7, 7½, 9 Hochamt, 11 D. Singm. m. Predigt.— 2½ Christenl. u. And. m. sakrament. Segen(an Feiertagen 2½ Vesper, 6 Komplet), 6½ And. m. Predigt. St. Mariä-Himmelfahrt. H. Messen: 6 m. Predigt, 7, 8 m. Predigt (fällt in den Ferien aus), 9, 10 Hochamt, 11½ m. Predigt.— 2½ sakram. And. m. Katechese, 5 And. m. Predigt.„„ St. Ursula. H. Messen: 5½, 6¼, 7, 8 m. Predigt, 9 Schulm. m. Predigt, 10 Hochamt, 11½ D. Singm. m. Predigt.— 2½ Christenl. m. And. u. Segen, 5 And. m. Predigt. An Festen Komplet mit Predigt. Minoriten. H. Messen: 7, 8½ m. Predigt(Kathol. Gesellenverein), 10 m. Predigt für kathol. Militär, 11½ m. Predigt.— Jeden Sonntag 2½ And. d. Kongreg. f. j. Kaufl. m. Predigt u. Segen am Schluss. Am 3. Sonntag d. Monats 7 Bruderschaftsm. u. 4 And. m. Segen. d. Bruderschaft v. h. Franziskus u. Antonius v. Padua, 5 Vortrag für Dienstmädchen mit Segen am Schlusse. Am ersten Donnerstag im Monat 7 Uhr Messe für die Lebenden u. Verstorbenen d. Bruderschaft u. I. Frau vom h. Herzen mit Segen am Schlusse. St. Kolumba. H. Messen: 6, 7 Hochamt, 8 m. Predigt(fällt während der Schulferien aus), 9½ Hochamt, 11 D. Singm. m. Predigt.— 2½ Christenl. m. And. u. Segen, 5 Komplet(jeden 2. Sonntag im Monat Brudersch.-And. m. Umgang), 6 Predigt, Segen u. Rosenkranz. St. Gereon. H. Messen: 5½ mit Predigt, 6¼, 7, 8, 9 Hochamt, 10¼ Schulm., 11¼ D. Singm. m. Predigt.— 2½ Christenl. m. And. u. Segen, 5 abwechs. Komplet od. And. d. Aloisian. Bündnisses, 6 Rosenkranz od. Bruderschafts-And. m. Predigt. St. Martin. H. Messen: 6, 6½ m. Segen, 8 D. Singm. m. Predigt, 9½ Hochamt, 11 D. Singm. m. Predigt.— 3 And. m. Christenl. u. Segen, 6 And. m. Predigt. Allerheiligen-Kapelle. Am nördlichen Ausgang des Hauptbahnhofes Maximinenstr. 48. 8 Uhr vormittags D. Singmesse m. kurzer Predigt. 3 Uhr nachmittags Segensandacht oder Vesper.— English Confessions. Kölner Kirchen=Kalender. Ratholischer Gottesdienst. Die frühesten heiligen Messen werden morgens um 5 Uhr im Dom und in der St. Josefskapelle(Streitzeuggasse)— die spätesten um 11½ Uhr in den Pfarrkirchen Herz=Jesu=Kirche, St. Urfula, St. MariaHimmelfahrt(Marzellenstraße), St. Aposteln und in Minoriten(am Museum) gelesen. Sonntag den 26. April. Weitzer Sonntag.(Evangelium: Vom ungläubigen Thomas.) Kletus. Feier der h. Kommunion für die Erstkommunikanten in allen Pfarrkirchen. Nachmittags Danksagungsandacht für dieselben.— In der Heilig=Kreuz=Kirche(Lindenstraße) für die Mitglieder des 3. Ordens vom h. Dominikus morgens 6 Uhr Metten und Laudes, 7 Uhr gemeinschaftliche hl. Kommunion und h. Messe, nachmittags 3 Uhr Vesper, Vortrag und sakr. Segen.— In St. Maria in der Kupfergasse h. Messen,.30 Uhr, 7 Uhr Feier der ersten h. Kinderkommunion,.15 Uhr(Predigt),.30 Uhr Hochamt, 11 Uhr. Nachmittags 4 Uhr Danksagungsandacht mit Predigt.— In St. Andreas morgens.30 Uhr erste h. Messe, 7 Uhr Feier der Erstkommunikanten, 9 und 11 Uhr stille h. Messen, nachmittags 4 Uhr Danksagungsandacht,.30 Uhr Herz=Maria=Andacht mit Predigt.— In St. MariaHimmelfahrt morgens 7 Uhr Feier der ersten h. Kommunion der Kinder, nachmittags 5 Uhr Danksagungsandacht. Montag den 27. April. Petrus Canisius.— In St. Maria im Kapitol Spendung des h. Sakraments der Firmung. Um 7 Uhr h. Messe, nach welcher der ersten Abteilung der Firmlinze das h. Sakrament gespendet wird; die zweite Abteilung der Firmlinge kommt um 10 Uhr. Nachmittags 2 Uhr Danksagungsandacht.— In St MariaHimmelfahrt morgens.30 Uhr h. Messe für alle Verstorbenen der Bruderschaft Maria vom Troste.— In St. Martin jeden Montag, abends 9 Uhr, Sühneandacht zum göttlichen Herzen Jesu. Dienstag den 28. Muril. Paul vom Kreuze.— In St. Maria im Kapitol Fest des h. Martyrers Vitalis. 9 Uhr Hochamt, 6 Uhr Komplet.— In St. Andreas zweiter Dienstag zu Ehren des h. Dominikus, morgens 9 Uhr Hochamt, abends.30 Uhr Andacht mit Predigt.— In der Herz Jesukirche jeden Dienstag, abends 9 Uhr Sühneandacht zum göttlichen Herzen Jesu. Mittwoch den 29. Avril. Peter von Mailand. An den Mittwochen der österlichen Zeit ist in allen Pfarrkirchen nachmittags von 5 Uhr an Gelegenheit zur h. Beichte. In St. Andreas morgens.30 Uhr Hochamt für die Brauer=Korporatiou, 6 Uhr Komplet, danach Predigt.— In St. Maria=Himmelfahrt zweiter Mittwoch zu Ehren des h. Joseph, 9 Uhr Hochamt, nachmittags 5 Uhr Andacht mit Predigt.— In St. Johann Baptist jeden Mittwoch, abends 9 Uhr, Sühneandacht zum göttlichen Herzen Jesu. Donnerstag den 30. Avril. Katharina von Siena.— In St. Maria in Lyskirchen Fest des h. Peregrinus, Beschützer und Fürbitter in schweren Fußleiden.— In St. Andreas 9 Uhr Hochamt, abends.30 Uhr Andacht mit Predigt.— In der Lazaristen= Kapelle(Stolkgasse) jeden Donners=tag, abends 9 Uhr, Sühneandacht zum göttlichen Herzen Jesu. Freitag den 1. Mai. Philippus und Jakobus.— In St. Martin.15 Uhr Herz=Jesu=Messe mit Abbitte,.15 Uhr Segensmesse am Maialtare, abends 6 Uhr Maiandacht mit Predigt.— Im Dom fällt mit Rücksicht auf das 40stündige Gebet(Gottestracht) die Maiandacht an den drei ersten Tagen des Monats aus.— In St. Maria in der Kupfergasse 9 Uhr Hochamt, abends 7 Maiandacht mit Predigt.— In St. Cäcilia Beginn der Maiandacht, morgens 8 Uhr Levitenamt, nachmittbgs 7 Uhr Maiandacht mit Predigt. An den Wochentagen findet die Maiandacht nachmittags.15 Uhr statt. An Sonn= und Feiertagen nachmittags 7 Uhr Predigt(durch einen hochw. Herrn der Gesellschaft Jesu).— In St. Maria im Kapitol beginnt an Sonn= und Feiertagen die Maimesse um 8 Uhr, an den Werktagen um.15 Uhr. An allen Tagen des Maimonats abends 7 Uhr Maiandacht, an den Sonn= und Feiertagen sowie am ersten und letzten Tage mit Predigt.— In der Kirche der Ursulinen morgens.15 Uhr h. Messe, nachmittags 5 Uhr Andacht für die Ehrenwache.— In St. Andreas abends 7 Uhr Eröffnung der Maiandacht, an Wochentagen 7 Uhr, an Sonn= und Feiertagen.30 Uhr.— In der Herz=Jesu=Kirche erster Freitag des Monats,.30 Uhr Segenshochamt, abends.15 Uhr in Verbindung mit der Maiandacht Predigt.— In St. Kunibert im Mai täglich 6 Uhr Maiandacht, am 1. Mai mit Predigt.— In St. Maria=Himmelfahrt morgens 6 Uhr Herz=Jesu=Messe mit Segen.— In St. Aposteln abends.45 Uhr Versammlung des Männervereins vom h. Sakramente und Konferenzvortrag für Männer und Jünglinge. Während des Maimonates jeden Tag Maiandacht, morgens in der h. Messe um.30 Uhr und abends um.15 Uhr, mit Predigt an den Sonntagen, Dienstagen und Donnerstagen. Am ersten und letzten Mai sowie an den Sonntagen beginnt die Andacht mit Predigt um.45 Uhr.— Jeden Freitag, abends 9 Uhr, Sühneandacht zum göttlichen Herzen Jesu.— In St. Ursula den Mai hindurch morgens.30 Uhr h. Messe mit Gebet und Gesang, .15 Uhr ebenso mit Segen, abends 7 Uhr Maiandacht, am ersten und letzten Tage mit Predigt. An den Sonn= und Festtagen wird die Mai. andacht nachmittags 5 Uhr mit Predigt gehalten. Samstag den 2. Mai. Athanasius. Umgebung von Köln. Troisdort. Sonntag, 26. April. Weisser Sonntag.— Feier der ersten h. Kinderkommunion. Morgens 5 und 6 Uhr h. Messe. 7 Uhr Beginn der Feier der Kinderkommunion. 10 Uhr feierl. Hochamt. Nachm. 3 Uhr Danksagungsandacht mit Predigt. An den folgenden Wochentagen morg. 7 und 8 Uhr h. Messe.— Freitag, 1. Mai. Beginn der Maiandacht, die an den Werktagen jeden Morgen mit der ersten h. Messe, ¼ vor 7 Uhr, verbunden wird. Evangelischer Gottesdienst. Antoniterkirche.30 Uhr(Güttges), nachm. 5 Uhr(Welschky=Barmen) Missionsstunde. Christuskirche 8 Uhr(Viétor), 10 Uhr(Kliche). Lutherkirche 8 Uhr(Göring),.30 Uhr Rahlenbeck). Trinitatiskirche 8 Uhr (Hötzel), 10 Uhr(Rebensburg). Krankenhaus.30 Uhr(Viétor). Taufen und Trauungen nachmittags 3 Uhr: Antoniterkirche(Güttges), Christuskirche(Viétor), Lutherkirche(Göring), Trinitatiskirche(Rahlenbeck). Kindergottesdienste:„Antoniterkirche 11.30 Uhr(Güttges), Christuskirche 11.30 Uhr(Vietor), Lutherkirche 11 Uhr(Göring), Trinitatiskirche 11.30 Uhr(Kliche), Vereinshaus 11 Uhr(Hötzel), Johannisstr. 36 11.30 Uhr (Rahlenbeck), Herwarthstraße 7 11.30 Uhr(Wendland). Garnisonkirche 10 Uhr(Orthmann), 11.15 Uhr Kindergottesdienst(derselbe). Deutz, Johanniskirche 8 Uhr(Schmidt), 10 Uhr(Neudörffer), vereinigter Zivilund Militärgottesdienst, nachm. 3 Uhr Krankenhaus: Andacht, 11.15 Uhr Kindergottesdienst, 11.30 Uhr Kindergottesdienst im Speisesaal der Fabrik v. d. Zypen& Charlier, Mülheimerstr. Kalk, Presvuterkirche 8 Uhr (Lambeck), 10 Uhr(van den Bruck). 9 Uhr Krankenhaus: Andacht(derselbe), 1 1. 15 Uhr Kindergottesdienst(derselbe),.15 Uhr Kindergottesdienst in der Schule zu Vingst(Meyer). Porz, Kapelle,.30 Uhr(Mühlendyck), 11 Uhr Kindergottesdienst(derselbe) Rippes, Lutherkirche 8 Uhr(Vos winckel), 10 Uhr(Hafner), 11.15 Uhr Kindergottesdienst(derselbe). Riehl (altes Schulhaus) 10.15 Uhr(Voswinckel). Ehrenfeld 8 Uhr(Kroenig), 10 Uhr(Sarres), 11,15 Uhr Kindergottesdienst. Trauungen.30 Uhr, Taufen 3 Uhr. Bayenthal 10 Uhr(Rathschlag), 11.15 Uhr Kindergottesdienst(derselbe). Lindenthal 8 Uhr(Schmick), 10 Uhr(Gelderblom), 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Evangelisch=lutherische Kirche am Pantaleonswall. Sonntag, 26. April, morg..30 Uhr Predigt(Hülfspr. Haack). Mittwoch, 29. April, abds. 8,30 Uhr Jünglingsverein(im Gemeindesaal, Waisenhausgasse 75). Anglikanische Kirche. The English and American Church(Hotel du Nord). Sunday Services: Holy Communion at.30. Matins at 11, a. m. Evensong at 6 p. m. Israelitischer Gottesdienst in beiden Senagogen. An Wochentagen: Sonntag den 26. d. M. bis Freitag den 1. Mai. morgens.45 Uhr, abends(in beiden Synagogen).30 Uhr; Sabbath den 2. Mai: Vorabend.15, morgens 8, Minchah(Glockengasse) 3 Uhr, Jugendgottesdienst(Roonstraße) 3 Uhr, abends.40 Uhr. mensch, ärgere dich nicht! das ist leicht gesagt, aber wenn die Wäsche schlecht ausfällt, ärgert man sich doch. Man sollte sich freilich auch da nicht ärgern, vielmehr nach der wahren Ursache forschen, die fast immer in dem Gebrauch eines unzureichenden Waschmittels zu suchen ist. Wenn man das richtige Waschmittel nimmt, muß die Wäsche rein und schön werden; und sie wird es bestimmt immer mit Luhns!2 Kölner Local=Anzeiger.* Köln, 25. April 1908. Unterhaltendes. E die Schulrekruten. Von Egon Noska. Die Zeit ist da, der die Kleinen mit erwartungsvoller Spannung, wenn auch nicht ganz ohne Bangen, entgegengeharrt haben, welche die Eltern mit Besorgnis kommen sehen, manchmal auch mit stiller Freude darüber, daß sie einen Teil der Lasten und Pflichten der Erziehung von nun an auf andere abwälzen können. Stolz mit dem Ranzen auf dem Rücken ziehen die kleinen Schulrekruten dahin aus dem Märchenlande jugendlicher Sorglosigkeit in das Land ernster Pflichterfüllung. Und wenn es auch nur geringe Pflichten sind, die sie zu erfüllen haben, es sind doch Pflichten immerhin, die ihrer in der Schule warten, und wenn der Herr Lehrer auch ein lieber, gütiger Mann ist, der manchen Scherz mit ihnen treibt, es steht doch der Ernst des Lebens hinter ihm, der in der Schule das große Regiment führt. Ja, und das fühlen auch alle Schulrekruten, daß es ein ernster wichtiger Schritt ist, den sie heute getan, aber gleichwohl sind sie doch voll Freude und Stolz und fühlen, daß sie doch nun etwas sind in der Welt. Und jetzt kann Hechters Franz nicht mehr prahlen, weil er schon zur Schule geht, wir Schulrekruten gehen eben auch schon zur Schule und blicken verächtlich auf alle die herab, die noch etwa in die Spielschule gehen. Freilich in der Schule ist's doch ganz eigen, anders als zu Hause und auch ganz anders, als es in der Spielschule gewesen war. Die Schulrekruten müssen sich an mancherlei Dinge gewöhnen. Allerdings so gefährlich, wie es die Auguste, die Köchin, dem kleinen Paul immer gemacht hatte, so schlimm ist's nun gerade nicht.„Na, dich wird der Lehrer schon tüchtig durchprügeln," hatte Auguste immer gesagt, wenn Paul einmal unartig war, „der wird dir's schon zeigen!“ Da hatte denn Paulchen wohl ein wenig Angst gehabt. Und als die Mama ihm des Morgens am ersten Schultage eine Semmel mit Pflaumenmus in den Schulranzen packte,— das Höchste, was es nach Paulchens Begriffen zum Frühstück geben rann, da hatte er wohl bei sich erwogen, ob er etwa diese Frühstückdelikatesse dem Herrn Lehrer schenken sollte und sich dafür ausbedingen, daß er ihn, den kleinen Paul, nicht schlage. In der Schule freilich hatte ihm dann der Mut gefehlt, dem Lehrer diesen Vorschlag zu machen, obwohl der recht freundlich zu ihm und den andern Kindern war. Er hatte an die große schwarze Tafel ein Ei gemalt und hatte dann gefragt, ob schon jemand einmal ein Ei gesehen habe. Komische Frage das! Alle Kinder lachten. Der Herr Lehrer hielt sie doch wohl auch für zu dumm! Als ob nicht jedes Kind schon viele Eier gegessen hätte, geschweige denn gesehen. Paulchen fing an, an der Bedeutung des Herrn Lehrers, den der Vater als so klugen Mann gepriesen hatte, zu zweifeln. Ein kluger Mann stellt doch nicht so dumme Fragen; das ist gerade so, wie der Onkel, der neulich zu Hause zu Besuch war und den Paulchen gefragt hatte, ob er schon wissc, wie viel Köpfe er habe. Und was für Eier sie schon gesehen hätten, fragte der Herr Lehrer dann weiter. Paulchen konnte eine ganze Menge Arten nennen: Setzeier, Rühreier, weiche Eier, harte Eier, Ostereier. Aber der Herr Lehrer konnte gar nicht genug Eier kriegen, er wollte immer noch mehr wissen. Da sagte ein anderer Junge: Hühnereier und Kiebitzeier. Nun schien er endlich genug zu wissen, denn nun fing er anknüpfend an die Hühnereier an, den Kindern zu erzählen, woher die Eier kämen, und daß wir diese den Vögeln zu verdanken haben. Das war sehr interessant. Dann mußten die Kinder auch noch sagen, wie sie heißen und wer ihr Vater wäre. Was das eigentlich den Herrn Lehrer alles anging, und wie alt jeder sei. Das war für Paulchen eigentlich recht langweilig; er stülpte seinen Kopf in die Hand und dachte an den schönen Elephanten, den er zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte und der sich wohl daheim sehr nach ihm bangen würde, während er selbst hier in der Schule untätig dasitzen mußte. Plötzlich rief der Lehrer:„Paul, wie sitzest du da?“ „Danke, Herr Lehrer, sehr bequem!“ sagte Paulchen artig, und wußte garnicht, weshalb eigentlich der Herr Lehrer so lachte. Der aber nahm schnell eine ernste Miene an und klärte ihm das Mißverständnis auf. So saß denn Paulchen weniger bequem, sondern kerzengerade da und hielt die Händchen ineinander und hörte zu, daß Arthur Wöhlers Vater Chemiker sei und der von Kurt Möser Kapellmeister, was ihm eigentlich alles ganz gleichgültig war, was aber dem Herrn Lehrer sehr wichtig zu sein schien, denn er schrieb es alles genau in ein Buch hinein. Plötzlich aber klingelte es, und der Herr Lehrer sagte:„Nun könnt Ihr in den Hof gehen und Euer Frühstück essen!“ Das war nun freilich sehr schön. Paul nahm seine Semmel mit Pflaumenmus und biß mit Behagen hinein und dachte bei sich, daß es doch ganz gut wäre, daß er dem Herrn Lehrer die Semmel nicht gegeben hätte, zumal es mit dem Haue kriegen gar nicht so schlimm zu sein schien, wie es die Auguste gemacht hatte. Die hatte ihm gewiß nur Angst machen wollen. Nein, wirklich, es war nicht so schlimm in der Schule, das merkte nicht nur Paul, sondern auch die anderen Schulrekruten fühlten das, und nicht nur am ersten Schultag, sondern auch in den nächsten Tagen. Freilich, es gab in der ersten Zeit noch mancherlei Mißverständnisse zwischen ihnen, den kleinen Schulrekruten, und dem Herrn Lehrer. Einmal hatten die kleinen Schulrekruten sich in der Frühstückspause auf dem Schulhof herumgebalgt, und der Lehrer hielt ihnen deshalb eine moralische Standrede, indem er sagte:„Ihr müßt euch immer nach den artigen Kindern richten und müßt den unartigen mit gutem Beispiel vorangehen! Da hatte ich zum Beispiel einmal einen lieben Schüler, der Willy hieß. Der Willy, der sah, wie seine Mitschüler einmal hinter einem Hund herliefen und den mit Steinen warfen. Da war der Willy ganz entsetzt und sagte zu den anderen: Pfut, Pfui, weshalb werft ihr denn den Hund mit Steinen, werdet ihr das gleich sein lassen! Und was taten nun die anderen Knaben? Weißt du das wohl, Paul?“ „Sie warfen den Willy mit Steinen!“ rief Paul siegesgewiß aus und war ganz entsetzt, als der Lehrer diese schöne Antwort nicht gelten lassen wollte. Oder ein andermal gab es beim Zusammenzählen ein Mißverständnis. Paulchen sollte 6 und 5 zusammenzählen, aber das war ihm zu schwer. Der Lehrer ließ ihn einige Male an den Fingern abzählen, da ging es wohl, aber wenn er's dann ohne Finger sagen sollte, wieviel 6 und 5 sei, so klappte die Sache nicht. Nun wollte ihm der Lehrer klar machen:„Denke, deine Mutter gibt dir sechs Kartoffeln zum Mittaa...“ „So viel darf ich nicht essen,“ unterbrach Paulchen. „Na, wenn du nun aber einmal besonderen Hunger hast, und die Mutter gibt dir doch sechs Kartoffeln, und du bist immer noch nicht satt, und du kriegst noch eine und noch eine und noch eine und noch eine! Was hast du dann?“ „Au!“ meinte Paulchen,„dann hab' ich furchtbare Leibschmerzen!“ Aber trotz solcher und anderer Mißverständnisse wachsen die kleinen Schulrekruten an Körper und Geist. Ebenso wenig, wie die Zunahme des Körpers von Tag zu Tag sich bemerkbar macht, so ist es bei der des Geistes der Fall. Eines Tages mißt man das Kind, oder es reckt sich zum Kusse an der Mutter oder am Vater empor, und dann merkt man, daß es wieder ein ganz Stück gewachsen ist, seitdem man das vorige Mal seine Größe beachtet. Aehnlich ist es mit dem Wachstum des Geistes bei den Schulrekruten. Das mögen sorgende Mütter wohl beachten. Wochen lang vermögen die Kleinen eine bestimmte Sache nicht in das Köpfchen zu kriegen. Der Arthur kann durchaus nicht behalten, daß man ä und u wie äu ausspricht. Immer wieder sagt er: das Hä=us=chen— dreisilbig. Bei der Lotte will das Addieren nicht ins Köpfchen hinein. So hat jedes Kind seine Sonderpein, jeder Schulrekrut seine Achillesferse. Die Mütter stöhnen, wenn sie sich mit den Kleinen abmühen; sie eilen wohl gar zu den Lehrern und Lehrerinnen, die sie wohl beruhigen, denn sie wissen aus Erfahrung, daß nahezu bei jedem Kinde solche Dinge zu überwinden sind, daß es aber dann plötzlich tagt, und die Mütter sind überrascht, daß gerade das besonders gut geht, was bisher so schwierig schien. Und die Schulrekruten selbst fühlen, daß sie mit jedem Tage geistig wachsen, wenn sie sich in dieser Weise auch nicht Rechenschaft davon geben können. Aber sie finden sich in dem Schulhause und in dem Labyrinth der Wissenschaft mit jedem Tage mehr heimisch. Sie prahlen andern gegenüber mit ihrem Wissen, und Auguste, die Köchin, muß ein über das andere Mal, wenn Paulchen ihr erzählt, was der Herr Lehrer gesagt hat, staunen über das, was „heutzutage die Kinder alles in der Schule lernen!“ „Auguste", so berichtet Paulchen,„heut hat uns der Lehrer gefragt, wohin jeder in den Ferien reist, und da hat der Oskar Marx gesagt, daß er nach der Schweiz fährt.“ „So, so!“ „Und dann hat uns der Lehrer von der Schweiz erzählt. Auguste, wissen Sie das? Die Schweiz ist ein Land! Und in der Schweiz gibt es viele Berge! Und aus der Schweiz kommt auch der Schweizerkäse her!“ „Na, was du nicht alles lernen mußt," erwidert Auguste bedauernd,„aus dir wollen sie auch uu gleich'n Professor machen!“ Aber, wenn auch der Schulrekrut nicht gleich ein Professor wird, so doch ein Lehrer. Jedes Schulkind in den ersten Jahren der Schulzeit kennt nichts Schöneres, als Schule zu spielen, und es ist ein echter und rechter Schulrekrut, wenn er seine Freude an diesem Spiele hat. Es ist immerhin besser, wenn die Kinder im Spiel das Leben der Schule nachahmen, als wenn, wie es jetzt häufig der Fall ist, von allzu zärtlichen Eltern die Schule den Schulrekruten zur Spielerei gemacht wird. Kölner Local-Anzeiger Nr. 112&a Samstag, 25. April 1903. Seite 7. Watte THERMOGENE Husten, Rheumatismus, Halsschmerzen, steifen Hals, Hüftweh, Seitenstechen. Engros-Verkaufsstelle: Handelsgesellschaft Noris Zahn& Cie., Köln. wunderbar □ Gardinen, Stores — Dekorationen— 2 in Hulk, Seinen, Sülldecken Betten-Aussteuern Schlafziz in grobber Ceebwohl ols Gegründet 1820. amniel en coße Tforte 16. 2 Clar& Mittelstrass Korsett-Manufaktur I. Ranges. Kölm, Breitestrasse 133&ae Lindenthal, Dürenerstrasse 212. Alleinverkauf der weltberühmten Marke R. F. C. à la Princesse. 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Osthues in Münster und Gabriel Hermeling in Köln. □ In den Lesefenstern unserer Geschäftsstelle, Marzellenstraße 37, ist für diese Woche eine Ansicht des Neubaues des Realgymnasiums in Nippes ausgestellt. Ferner sind folgende Bilder ausgestellt: Der neue britische Generalgouverneur von Australien Earl of Dudley; die Ankunft des deutschen Kaiserpaares in Korfu; Aufnahme des Berliner Vereins der Kaufleute und Industriellen in Athen bei dem Besuch der Akropolis; die Innenansicht vor dem Brande der alten Garnisonkirche in Berlin und der alte Karzer der Universität Jena. 9 Im Dom ist ein altes Fenster wieder eingesetzt worden, das auf dem Speicher wohl ein halbvergesienes Dasein fristete. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Fenster stellt u. a. dar die hl. Ursula, unter ihr das Kölner Wappen(drei Kronen) und Papst slemens, unter ihm das Wappen des Domkapitels(ein schwarzes Kreuz). Ueber beiden Figuren befindet sich ein prachtvolles Teppichmuster. Die Firma Schneider und Schmolz(Lindenthal) hat das Fenster sehr schön renoviert.— Der Eingang zu den Domturmen ist seit gestern neben dem Südportal nach Westen zu verlegt worden, woselbst ein Schild angebracht ist mit der Aufschrift: Aufgang zu den Türmen. ( Militärisches. Der kommandierende General des 7. Armeekorps, General der Kavallerie v. Bernhardi, hat heute der Besichtigung der Kompagnien des Westf. Infanterie=Regiments. Nr. 53 und des Westf. Pionier=Bataillons Nr. 7 auf dem Exerzierplatz bei Merheim beigewohnt. Gestern nahm der General an der Besichtigung der Kompagnien des Westf. Infanterie=Regiments Nr. 16 auf dem neuen Exerzierplatz bei Niehl teil. Der Gouverneur der Festung, General der Infanterie v. Sperling, und mehrere höhere Offiziere waren bei der Besichtigung zugegen. W Cöln-Bonner-Kreisbahnen. Anläßlich des Beginnes der Baumblüte wird am Sonntag, den 26. d. Mts. auf der Vorgebirgsbahn bereits.20 Uhr ab Cöln ein Sonderzug bis Alfter und von dort zurück.36 Uhr(Ankunft in Cöln.24 Uhr) verkehren. Gleichzeitig verkehren vom Vorgebirge bis zur Station BonnEllerstraße der Rheinuferbahn besondere Anschlußzüge an die Züge der Rheinuferbahn.(Genauen Fahrplan siehe Anzeigenteil in dieser Nummer.)— Kn.7 — Bahnumbau. Für den zweigleisigen Neu= bezw. Umbau der Eisenbahn Cöln=Benzelrath, Teilstrecke Stadtwald=Bahn= hof=Frechen wird jetzt die Ausführung der Ero-, Maurer= bezw. Betonarbeiten sowie die Verlegung des Overvaurs einschließlich Lieferung des Bettungsmaterials von Seiten der Direktion der städtischen Vorortbahnen öffentlich ausgeschriohen Die Arheiten umfassen ungefähr 88000 Kubikmeter Wegebau Oberbaues schrieben. Die Arbeiten umfassen ungefähr 88000 Kubikmeter Bodenbewegung, 2000 Kubikmeter Beton= und Maurerarbeiten und 19 Kilometer Gleisverlegung.„eiem 8 1. Jubiläumsfeier. Aus Anlaß des 25jährigen Berufssubilänms im Elternhause hatten sich am Donnerstagabend die zahlreichen Freunde des Obermeisters der Ochsenmetzger=Innung Köln, Hrn. Heinr. Graefen, im Saale der Restauration Vanderstein=Bellen eingefunden, um mit dem Jubilar bei einem auserlesenen Abendessen den Gedenktag festlich zu begehen. Der stellvertretende Obermeister Hr. Karl David Horn gedachte in seiner wohlgeformten Festrede der Vorzüge des Jubilars als Kollege und der Verdienste desselben als Obermeister der Innung. Wie er als Kollege für jeden ein mitfühlendes goldenes Herz habe, so sei er als Overmeister ein Muster von Pflichterfüllung und stets darauf bedacht, das Allgemeinwohl des Metzgergewerbes zu fördern. Als Senior der Gesellschaft hob Hr. Cosmann Bier die guten Eigenschaften des Jubilars als Mensch hervor, und Hr. Konrad Monheim toastete auf die Familienangehörigen des Jubilars, auf den im Laufe des Abends noch manches Hoch ausgebracht und manches Glas geleert wurde. Bewegt dankte der Jubilar für all die Liebe und Eyrung, die ihm zu teil geworden. S Der Kölner Sportplatz, Radrennbahn an der Riehlerstraße, hat seinen dritten internationalen Renntag am 3. Mai. Die Hauptkonkurrenz des Tages ist der Große Rheinische Steherpreis, ein Dauerrennen in zwei Läufen über 30 und 60 Kilometer. Bis jetzt sind yierzu fest verpflichtet: der Franzose Paul Guignard. Weltrekordmann und zweimaliger Meisterschaftsfahrer von Europa, der Dresdener Kurt Rosenlöcher und der vielen Kölnern noch unvekannte Berliner Arthur Stellbrink, der Matador der Treptower und Munsterschen Bahn. * Das Automobil. Gestern vormittag scheuten auf der Aachenerstraße in Melaten zwei Pferde vor einem Automobil, welches in rasender Geschwindigkeit vorbei fuhr. Die Pferde gingen durch und liefen gegen einen bespannten Karren und kamen beide unter diesen zu liegen. Eines der Pferde erlitt hierbei eine schwere Brustverletzung, die seine sofortige Tötung notwendig machte. 9. Im Bürgerhospitale fand ein kleines Mädchen aus der Aegidiusstraße Aufnahme, das in einen Kübel mit heißem Wasser gefallen war und sich beide Beinchen verbrannt hatte. Dann fand noch ein Italiener Aufnahme, der in der Kanalstraße sich mit einem Rasiermesser einen Schnitt in die Kehle beigebracht hatte. Der Grund zur Tat ist unbekannt. An Genickstarre ist erkrankt ein dreijähriges Kind aus der Ritterstraße. Es befindet sich im Augusta=Hospital. 19 Diebstähle. An dem Neubau des Eisenbahnverwaltungsgebäudes an der Trankgasse, sowie von einer katholischen Volksschule in Köln=Sülz wurden Blitzableiter gestohlen. Aus Köln-Ehrenfeld. ie Sittlichkeitsvergehen. Gestern nahm die Kriminalpolizei einen in Ehrenfeld wohnenden, 18 Jahre alten Schuhmacher fest, der beschuldigt wird, sich an einem sechs Jahre alten Mädchen vergangen zu haben. gt Bei allen Hautunreinigkeiten, Darmverstopfung, Blutandrang nach dem Kopf. Schwindel, schlechter Verdauung. 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Die Angebote sind verschlossen und portofrei mit folgender Aufschrift versehen: ding Die Ausführung der Erd=, Böschungs=, Wegeban, Maurer= bzw. Betonarbeiten, sowie die Verlegung des Oberbaues einschl. Lieferung des Bettungsmateriats für den zweigeleisigen Neu= bzw. Umbau der Eisenbahn Cöln=Benzel rath. Teilstrecke:„Stadtwald — Bahnhof#rechen", letzteren einschließlich und zwar etwa: „88 000 ehm Bodenbewegungen, 2000 ehm Beton= und Maurerarbeiten, sowie 19 km Geleisverlegung“, soll öffentlich vergeben werden. Versie elte und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind spätestens bis Dienstag den 12. Mai d.., vormittags 11 Uhr, an die Direktion der städtischen Vorortbahnen zu Cöln a. Rh., Mauritiussteinweg 59, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter in Zimmer 10 daselbst erfolgt, porto= und bestellgeldfrei einzusenden. 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Mai, vor mittags 10 Uhr. an den Kreis=Ausschuß des Landkreises Cöln, Jakordenstraße 10A, portofrei einzureichen, woselbst zur genannten Zeit in dem kleinen Sitzungszimmer die Eröffnung der eingegangenen Angebote in Gegenwart der erschienenen Anmeter stattfindet. Cöln. den 23. April 1908. der Vorsitzende des KreisAusschusses: Minten. Königlicher Landrat.* Versleigerung einer Seitenheder-Einrichtung. Am Montag den 27. April, morgens 10 Uhr, werde ich im Fabriklokale Köln-Bickendorf, 543 Venloerstraße 543 für Rechnung derjenigen, die es angeht, wegen Aufgabe: 1 3PS Gasmotor, 1 Piliner Einrichtung, Handpressen, 3 Kessel, Bottiche, Stanzen, Schneidemaschine, Negale, Tische, Parfüm. Seifen, gepreßt und ungepreßt, Seifenpulver, Kübel, Kupfer= u. Eisenteile usw. öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern. s Die Einrichtung kann auch ganz übernommen und das Fabriklokal weiter gemietet werden. 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Jahn geht uns folgende Erklärung mit dem Ersuchen um Veröffentlichung zu: Der Bericht in Nr. 185 des Stadt=Anzeiger über die Sitzung des Vereins selbständiger Handwerker, welcher sich auch mit meiner Person befaßt, veranlaßt mich zu folgender Erklärung: Zunächst stelle ich fest, 1. daß mir zu der Sitzung, obschon ich etwa 23 Jahre Mitglied des genannten Vereins bin, eine Einladung nicht zugegangen ist; 2. es ist falsch, daß ich mich zu der von mir beintragten außerordentlichen Versammlung als Referent anjevoten habe; 3. es ist falsch, daß der Vorsitzende, Hr. Oestreich, in der Sitzung vom 5. März das angeblich„Ungehörige“ meiner Worte in der behaupteten Weise gerugt hat; 4. es ist falsch, daß or. Redakteur Reuter mehrfach telephonisch angefragt habe, ob denn noch immer nichts in der Sache(Carstansen— von der Groeben) geschehen sei; 5. es ist falsch, daß ich immer erklärr haben soll, ich stände in keiner Beziehung zu Hrn. Reuter; es ist 6. falsch, daß Hr. Weiler die gemachten Bemerkungen über den Millionensegen vertraulich gegeben haben wollte; und es ist 7. schließlich falsch, daß Hr. Weiler die Mitteilungen auf einem Bureau(nicht auf dem Baubureau der Carstanjenschen Verwaltung) Man sieht also, so viele Behauptungen, so viele Unrichtigkeiten, um mich nicht schärfer auszudrücken. Ich erlaube mir nun, die einzelnen Punkte näher zu beleuchten. Es war ad 1. eine Ungehörigkeit, die Einladung an mich zu versäumen. Man mußte umsomehr seitens des Vereins selbständiger Handwerker auf eine korrekte, jeden Zweifel ausschließende Einladung Gewicht legen, als für die anberaumte Sitzung eine anscheinend von langer Hand vorbereitete Attion gegen meine Person geplant war. Jedenfalls widerstreitet es den elementarsten parlamentarischen Gepflogenheiten, einen Abwesenden in der beliebten Weise anzugreifen. Ich bin der Ansicht, daß ein wohlberechneter Zweck diesem Vorgehen zugrunde lag. ud 2 In der Vorstandssitzung vom 5. März wurde ich ersucht, in der von mir beantragten außerordentlichen Versammlung das Referat zu übernehmen, wozu ich mich selbstverständlich bereit ertlärte. Nichts lag näher als das; von einem Angebot meinerseits kann aber gar nicht die Rede sein, im Gegenteil bestand bei mir ursprünglich die Absicht, für dieses Referat einen mit der Materie vertrauten Rechtsanwalt zu gewinnen. ad 3. Die Begründung meines Antrages auf Anberaumung einer außerordentlichen Versammtung fußte naturgemäß auf einer scharfen Kritik des Urteils, ohne daß aber ein Wort gefallen ware, welches dem Vorsitzenden Anlaß zum Einschreiten hätte bieten lönnen. Abgesehen davon, daß ich die nach Lage der Sache darin liegende Anmaßung gebührend zurückgewiesen hätte, traue ich dem Herrn auch nicht eine solche Kenntnis der einschlägigen strafrechtlichen Bestimmungen zu, die iyn berechtigen tönnten, mich freundschaftlicher Weise auf den Staatsanwalt aufmerksam zu machen. Aus dieser, wenn auch verfehlten Argumentation des Vorsitzenden geht aber wieder die so viel beklagte Angst vor energischen Schritten, das Graulichmachen vor der Oeffentlichkeit hervor, das Leisetreten und Sichducken vor höheren Kreisen, ein System, welches gerade in dem in Betracht kommenden Falle den berufenen Vertretern des Handwerks schlecht ansteht. i 4. Mit Entrüstung weise ich den Vorwurf zurnck, daß es sich um eine Mache handeln sollte, die ich im Einvernehmen mit Hru. Reuter geplant hätte. Nach dem Urteil war es einsichtigen Handwerkertreisen ohne weiteres klar, daß eine Stellungnahme seitens der beteiligten Kreise notwendig erfolgen musse. Ergreife ich nun die Initiative und lette eine Bewegung ein, die eine Gesundung schwerer Schäden im Handwerk zum Grundsatz hat, so muß man es aus den eigenen Reihen erleben, daß diese Schritte Piau schent sich nicht, die geschmackvolle Vemerkung, ich läge mit dem Hru. Redakteur unter einer Decke, auszusprechen, eine sprichwörtliche Anwendung, die in der Regel nur bei illoyalen oder strafbaren Handlungen üblich ist. Noch verwerflicher in aber, daß man diese Untersteuung als fadenscheiniges Motiv benutzt, um den an sich guten Kern der Sache nicht herauszuschälen. Dabei ist kein währes Wort an der Jusinuation; auch der Anwurf, Hr. Reuter haue bei mir telephonisch angerufen, wie es komme, daß noch nichts in der Sache geschehen sei, ist glatt erfunden, ebenso wie der ad 5 strierte angebliche Ausspruch meinerseits, ich stände in keiner Beziehung zu Hru. Renter, direkt irreführend ist. Ich habe in der Sitzung am 5. März erklart, daß ich der Redaktion des Local=Anzeigers die Absicht von Handwerterkundgebungen mitgeteilt und um ergänzendes Material gebeten habe, bemerkte aber auf eine Anfrage oe Vorsitzenden, daß mich kein näheres Interesse mit Hru. Reuter verbinde, mir lediglich das Handwerkerinteresse am Herzen lage. Wie man angesichts dieser Tatsachen dazu kommt, von einer Unwahrheit meinerseits dem Vorstande gegenüber zu reden, ist geradezu unbegreiflich. Man ist im Zweifel, ob hier mehr Voswilligkeit voer Unfähigkeit den Vorrang hat. Jedenfalls tritt aber auch hier die eigenartige Logik klar zutage, die vorhin schon angedeutet ist und welche die windigen Grunde für ein andauerndes Leisetreten schaffen muß. d 6. Auf demselben Niveau stehen die Redewendungen über die Mitteilungen des Hrn. Weiler. Man wundert sich, daß man Wind sat und Sturm erntet. Hr. W. hat weder seine Bemertungen„vertraulich" abgegeben, noch konnte er hinsichtlich des Ursprungsoites über den Millionensegen mißverstanden werden. ad 7. Es schien zweifellos, daß Hr. 2. seine Kenntnis der Dinge der breitesten Oeffentlichteit zugängig machen wollte. Denn wie können die verschiedenen Korporationen den Mund zu den aufgedeckten Mißständen halten, wenn sie die Vorteile nicht kennen, die mit dem Schweigen verknupft sein sollten? Es gehört ferner eine große Phantasie dazu, wenn man, nachdem man eine gute halbe Stunde lang über nichts anderes als den angeblichen Millionensegen und die Carstanjensche Verwaltung gesprochen hat und die Frage aufwirft: Woher wissen Sie?— Wo haben Sie dies her?— Haben Sie das von Carstanjen selbst gehört? sodann die Antwort erhalt: Ich habe das auf dem Baubureau gehört, nicht einzig und allem an das Carstanjensche Baubureau denken soll. Wenn die Herren aber erst mit einer Kenntnis von Dingen prahlen, die vor der Oeffentlichkeit nicht Stand hält, dann mussen sie eben vorsichtiger So charakterisiert sich denn die ganze Veranstaltung zum großen Teil als ein Schlag ins Wasser, nichts kann darüber yinwegtäuschen, daß anstatt sachlicher unparteiischer Geschäftsfuhrung eine Politit der Verärgerung dominiert hat, und das ist im Handwerkerinteresse zu bedauern. Die erwäynten Interventionen bei der Carstanjenschen Verwaltung seitens des Vorstandes und des Hrn. Handwerkskammerpräsidenten Figge vertraten Einzel=Interessen und nicht das gesamte Handwerter=Interesse. Diese Dingeliegen überhaupt weit vor dem Prozeß, man soll sich damit doch nicht brüsten. Tatsache ist, daß aus irgendwelchen Gründen eine möglichst geräuschsose Erledigung des Falles als opportun erachtet wurde, um„Radau“Versammlungen, wie an anderer Stelle wiederum geschmackvoll erwähnt wird, vorzubeugen und meine anscheinend unbequeme Persönlichkeit auszuschalten. Nichts hatte doch beispielsweise näher gelegen, als mir das Referat nochmals anzubieten, aber man überging mich geflissentlich und mit Absicht, daher auch wohl meine NichteinJedenfalls ist es im allgemeinen Handwerker=Interesse zu beklagen, daß die berufenen Stellen jeweils so wenig in der Lage sind, den gegebenen Verhältnissen Rechnung zu tragen; drohte doch unlängst eine leitende Persönlichkeit in Handwerkerkreisen gelegentlich einer kurzlich abgehaltenen Schreinerversammlung in der Burgergesellschaft, den Saal zu verlassen, wenn das Thema„Carstanjensche Verwaltung“ angeschnitten wurde. In einer solchen Gesinnung gipfelt doch geradezu eine Gefahr für den gesamten Handwerker; stand. Wo soll es hinkommen, wenn die leitenden Stellen nicht nur kein Rückgrat haben, sondern desto mehr das Bedürfnis zeigen, nach oben nicht anzustoßen. Leken Eeanctst grofl Diese mannhafte Erklärung des Herrn Fayn beleuchtet grell das vom Vorstand des Vereins selbständiger Handwerker beliebte Verfahren. Die Zurechtweisungen, welche sich die Herren Oestreich und Figge gefallen lassen müssen, werden in denjenigen Handwerkerkreisen ein kräftiges Echo finden, daß es auch für Handwerkerführer eine Zeit zum Reden und energischen Handeln gibt, daß mit einer Liebedienerei potenten Herren gegenuver vielleicht das persönliche Interesse gefördert werden, daß dadurch aber auch ein Lebensinteresse des Handwerks schwer geschädigt werden kann. enansliat en der betreffenden Versammlung war auch der Generalsetretar des Arbeitgeber=Schutzverbandes für das Deutsche Holzgewerbe, Herr goove, ins Feld geführt worden. Wie Herr Fobbe über die Carstanjensche Angelegenheit denkt, geyr aus einem uns zur Verfügung gestellten, vom 20. Ap112#1 datierten Brief, desselben hervor. Herr Fobbe schreibt: Was den Prozeß betrifft, so war man hier(Berlin) und ich am allermeisten von dem Ausgang desselben erstannt; bei einer solchen Fülle von Beweismaterial zu einer Be urteilung des Herrn Reuter zu kommen, ist unfaßbar. Auch mir ist die Millionengeschichte zu Ohren gekommen; ich glaube auch nicht daran und doch meine ich, man sollte erst Klarheit schaffen, ob etwas wahres an dem Gerücht ist, bevor man in öffentlicher Versammlung Stellung zu diesem... Urteil nimmt. Ich habe nun an Figge geschrieben und ihn als Kammervorsitzenden gebeten, im Interesse des gesamten Hanowerks sich bei den Erben von Carstanzen Gewißheit üver das Gerücht zu verschaffen. Hat sich dieses als falsch erwiesen, so haben Sie recht, daß dieses Urteit mit aller Schärfe öffentlich kritisiert werden muß. Das sonderbare Vorgehen der Herren Oestreich und Figge dürfte nunmeyr von den Handwerkern nach Gebühr eingeschätzt werden können. Der Stadt=Anzeiger fühlt sich bewogen, seinen Lesern ein Taschenspielerstückchen vorzuführen; er läßt den Kern unserer gestrigen Darlegungen über die Versammlung des Vereins selbstständiger Handwerker unberücksichtigt und sucht es so darzustellen, als ob wir ihm Vorwürfe gemacht hätten, die Erklärung des Vorstandes wortwörtlich abgedruckt zu haben. Das ist eine Verdrehung der Tatsachen; wir sind ihm sogar im gewissen Sinne dankbar, diese Erklärung, die nach Angabe des Herrn Oestreich nur für Vereinsmitglieder bestimmt gewesen sein soll, der Oeffentlichkeit übergeben und uns dadurch in den Stan gesetzt zu haben, ihr weitere Verbreitung zu geben. Die Erklärung schafft die von uns gewünschte Klarheit; nicht wir, sondern die Herren Oestreich und Genossen sind es, welche oadurch in eine peinliche Situation gebracht worden sind. Darüber kann nach der vorstehenden Erklärung des Herrn Jahn wohl kein Zweifel obwalten. Dem Stadt=Anzeiger gegenüber beschränkte sich unsere Kritik zunächst auf die Feststellung, daß dieses Blatt keine Zeile zu drucken sich bereit fand, als es sich um die deckung schwerer Mißstände durch den Kölner Local=Anzeiger handelte, daß der Stadt=Anzeiger dagegen jetzt, wo es sich darum handelt, den Kölner Local=Anzeiger ins Unrecht zu setzen, mit Vergnügen eine ganze Spalte zur Verfügung stellt. Von herein haben beim Stadt=Anzeiger diejenigen recht, welche ihm eine solche Tätigkeit möglich machen. Pieet oee Uns ist es gleichgültig, in welcher Form der Stadt=Anzeiger über Versammlungen berichtet, wir verlangen aber, daß, wenn von uns vertretene wichtige Interessen in Frage kommen, dieses in objektiver Form geschehe. Und daran hat es der Stadt=Anzeiger auch, wie uns Herr Stadtverordneter stätigt, bezüglich der Versammlung des Vereins selbständiger Handwerker wiederum fehlen lassen. Objektiv zu berichten ha er um so mehr die Verpflichtung, als auch er, wie er sagt, nicht zu den Eingeladenen gehörte. Uns als Vormund des StadtAnzeigers zu betrachen, kann uns nicht in den Sim koum ein solches Mündel müßten wir energisch an eine andere Türe verweisen. Im übrigen erwarten wir, daß der Stadt=Anzeiger auch über weitere Handwerkerversammlungen ausführlich, aber objektiv berichten wird. Daß mit der vorgestrigen Versammlung des Vereins selbständiger Handwerker die dort einseitig besprochene Angelegenheit nicht abgetan sein wird, geht aus einer Reihe an uns gerichteter Zuschriften aus Handwerter kreisen hervor. In einer dieser Zuschriften heißt Jeder blamiert sich so gut er kann, so auch das Kölner Handwerk. Dies hat der Bericht über die Versammlung des Vereins selbständiger Handwerker in Nummer 111 des Kölner Local=Anzeigers zur Genüge gezeigt. Die Stellungnahme des Herrn Figge in der hier in Betracht kommenden Angelegenheit, die in direktem Widerspruch zu seiner Stellung als Vorsitzender der hiesigen Handwerkskammer steht, ist längst bekannt.— Der vorerwähnten Versammlung wird eine andere folgen und wird hoffentlich dort das eigenartige Verhalten einzelner Führer des Kölner Handwerks richtig gekennzeichnet werden.“ Also, auf Wiedersehen, verehrter Stadt=Anzeiger! — von Kay une„ 9 Düsseldorf, 23 April1908. Die furchtbare Schiffskatastrophe, die sich am 3. September v. J. in der Nähe unserer Stadt auf dem Rheine abspielte, und bei der acht Personen ihren Tod in den Wellen fanden, beschäftigte heute in längerer Verhandlung die hiesige dritte Strafkammer. Unter der Anklage der fahrlässigen Tötung durch Außerachtlassung seiner Berufspflichten hatte sich der Kapitän Eduard Weisbarth aus Köln zu verantworten. Der Sachverhalt ist folgender: An dem genannten Tage fuhren der Schraubendampfer Tiana(Kapitän Weisbarth) mit einem Anhängeschiffe und der Schleppdampfer Matthias Stinnes mit zwei Anhängeschiffen rheinaufwärts. An Bord der Tiana befanden sich neben dem Kapitän dessen Ehefrau, seine zwei Nichten von 6 und 7 Jahren, der Maschinist Joseph Frank aus Koblenz, dessen Ehefrau, der Heizer Gottfried Frank und dessen vier Geschwister im Alter von 18, 12, 8 und 7 Jahren. Diana fuhr chneller wie Stinnes; in der Nähe der Erftmündung bei Grimlinghausen kam sie in die Nähe des zweiten Anhängekahnes des Stinnes mit der Absicht, diesen zu überholen. Plötzlich konnte Diana nicht mehr gegen das Wasser ankommen und trieb nunmehr mit dem Hinter teil gegen den letzten Anhängekahn des Stinnes. Infolge des heftigen Stoßes wandte sich Diana, in deren Hinterteil sich auch noch der Anker des Kahnes verfing, gegen dessen Vorderteil und das straff ge zogene Trahtseil, welches die beiden Anhängekähne des Stinne: verband, legte sich an Deck der Diana fest. Im Handumdrehen hatte der letzte Kahn, der sich in voller Fahrt befand, den Schrauben dampfer umgeworfen, und füllte sich dieser mit Wasser. Während es den Mannspersonen gelang, sich an Bord des Schleppkahnes und den beiden erwachsenen Mädchen in den Wellen ihren Tod An eine Rettung war überhaupt nicht zu denken. Der Anhänge kahn des Stinnes war dadurch vor Schaden bewahrt geblieben daß der an Deck befindliche Matrose im Augenblick des Zusammen stoßes das Schlepptau lüste. Den Angeklagten Weisbarth traf der Vorwurf, daß er zu nahe an den letzten Schleppkayn herangefahren sei und auch die vorgeschriebenen Signale nicht ordnungsgemag gegeben habe. Auf Grund des Gutachtens der Sachverständigen wurde er im Sinne der Anklage für schuldig befunden und zu sechs Wochen Gesängnis verurteilt. u Bochum, 24=Aprilis0s. Auf dem hiesigen Postamte wurk am 26. Februar ein Vertbrief von 8000 M entwendet. Die Er mittelungen führten zur Verhaftung des Postassistenten Julius Lieber von hier. Dieser hatte sich heute vor der Straffammer zu verantworten. Nach seinem Geständnis entwendete er den Geldbrief in Abwesenheit des betreffenden Beamten aus einem Nebenschalter. An die Stelle des Wertbriefes legte er eine mit Papierschnitzeln gefüllte Briefumhüllung, die er zuvor mit der erforderlichen Aufschrift, Marke und Stempel versehen hatte. Die Post hat die gesamte Summe zurückerhalten. Das Gericht erkannte wegen Amtsvergehens und Diebstahls auf neun Monate Gefänguis, sofortige Verhaftung wegen Fluchtverdachts und auf Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf die Dauer von drei Jahren. Dom Rhein, 23.April1908. Wie das Korrespondenzblatt für die Präsides der katholischen Jugend=Vereinigungen berichtet, findet Dienstag, den 28. d. M. im neuen Generalsekretariate zu Düsseldorf eine Sitzung des Zentralkomitees des Verbandes der Prasioes der deutschen katholischen Jugend=Vereinigungen statt, auf der wichtige Beschlüsse, namentlich bezüglich des weiteren Ausbaues der Organisation, in Aussicht stehen. Apolda, 23.April1908. In Oberndorf, dem früheren Wohn. orte des Korbmachers Koch aus Ronstedt, der gestern eingestand, seine Frau ermordet und die Leiche zerstückelt zu haben, sind im Keller und im Garten des Hauses Kochs die Reste verbrannter menschlicher Knochen gefunden worden. Standesamt der Stadt Köln. 25. April 1908 a Gevurten. Anna Theresia Maria, T. v. Joh. Troche, Milchhändl Luxemburgerstr. 53.- Hubert, 5. v. Goswin Wever, Fadrikarb., Nippes, Christinastr. 51.- Jos.. S. v. Andreas Hermanns, Tagel., Kl. Spitzer gasse 1. Maria. T. v. Beter Haverkamp. 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