Anzeigen-Preis: I5 Pie, die einspaltige Zeise Anzeipen“Pveie:(exzte u. letzte Seite 18 Plg.) Kölner Stellen= und Arbeits=Gesuche sowie MietAnzeigen für kleine Wohnungen bis zu 10 Zeilen bei Vorausbezahlung 10 Ptg. die Zeile. Auswärtige Anzeigen 20 Pig.(erste und letzte Seite 25 Pig.). Reklamen 50 Pig. für hiesige, 60 Pfg. für auswärtige. OffertenAnnahme 25 Pig. K in Röln und in sämtlichen Dororten in alle UnterX häuser ohne Ausnahme unentgeltlich getragen. Für Stockwerke und Hinterhäuser werden mit Sonntags-Beilage monatlich 50 Ofg. erhoben. Postpreis: 42 Ofg.(1 Mon.), 83 Ofg.(2 Mon.), M..25(3 Men.) Kölner Geschäftsstelle und Anzeigen-Annahme: Marzellenstrasse 37. Local-Anzeiger General-Anzeiger für die rheinische Hauptstackt und Fremdenblatt. Nr. 245. 21. Jahrgang. Geschäftsstelle: Fernspr. 420. Köln. Donnerstag, 5. September 190.. Redakt.: 5231,5232,5233,5234. Heute 6 Seiten. An den Verein deutscher Kaffee=Großhändler und Röster mit dem Sitz in Köln. Bei Empfehlung unseres Malzkaffees haben wir uns auf einwandfreie wissenschaftliche Urteile über den Bohnenkaffee gestützt, die dem Oublikum zum Ceil unbekannt sind, und kein Unparteiischer wird uns einen Dorwurf aus diesen Veröffentlichungen machen. Reinesfalls glauben wir, dadurch die guten Sitten verletzt zu haben, wohl aber wird es von der Wissenschaft als ein Verdienst angesehen, daß wir den Malzkaffee als Ersatz für den nicht immer bekömmlichen Bohnenkaffee überhaupt eingeführt haben. Wenn man uns den Dorwurf macht, aus eigennützigen Dorteilen gehandelt zu haben, so geht es uns ebenso, wie den Kaffeehändlern, welche der Ortsgruppe Köln des Vereins angehören, die am Bohnenkaffee mehr Geld verdienen, als am Mlalzkaffee, und deshalb lieber Bohnenkaffee verkaufen, als Malzkaffee; sie fürchten eben, daß das Oublikum den Mlalzkaffee wegen seiner Bekömmlichkeit dem Bohnenkaffee vorzieht. Der Verein„Deutscher Kaffee=Großhändler und Röster“ behauptet, daß von dem Reichs=Gesundheits=Amt in seiner Schrift: „Der Kaffee“ die glänzenden Dorzüge des Kaffees hervorgehoben sind. Wir haben dieses Buch nachgeschlagen und finden u. a. Seite 120 ff. Nachstehendes über Kaffee gesagt: „Es hat gar nichts Ueberraschendes, daß ein Getränk, welches das arzneilich wirksame Roffein in solchen Mengen enthält, in allen Fällen nicht als harmlos bezeichnet werden kann. Fehlt auch bis jetzt jeder tiefere Einblick in das Zustandekommen und das eigentliche Wesen der Roffeinwirkung, so kann die tagtägliche Anreizung des Uervensystems keineswegs ohne alle Folgen für dasselbe verlaufend gedacht werden... „Die Wirkungen übermäßigen Kaffeegenusses sind hinreichend bekannt. Auch die in den Fachschriften niedergelegten Selbstbeobachtungen nach Aufnahme größerer Mengen Raffee und absichtlichen Dergiftungen zeigen die hohe Wirksamkeit und Giftigkeit.“ „Ein Getränk, welches bei Derwendung kleiner Alengen doch schon die Anfänge der geschilderten Giftwirkungen des Roffeins in sich trägt, eignet sich nicht zum Genuß für Rinder, nervöse und herzkranke Oersonen. Es ist deshalb ziemlich allgemein üblich, Kindern, die überdies eines nervenanregenden Genußmittels nicht bedürfen, Kaffee vorzuenthalten....“ „Crotzdem könnte aber eine Aufklärung in dem Sinne nur zum Uutzen des Dublikums ausschlagen, daß auch der Kaffee=Aufguß nur als ein Anregungsmittel beurteilt werden darf und daher auch nur als ein Anregungsmittel genommen werden sollte, und daß ihm jeder Nährwert abgeht....“ „Da ein hygienisches und volkswirtschaftliches Interesse, den Derbrauch koffeinhaltiger Genußmittel zu steigern, nicht vorliegt, sollte den Bemühungen, die Ersatzstoffe aus einheimischen Orodukten auf Rosten des Bohnenkaffees auszubreiten, kein Widerstand entgegengesetzt werden.“ Die weitere Beurteilung überlassen wir getrost dem Dublikum. Kathreiners Malzkaffee-Fabriken Gesellschaft mit beschränkter Haftung München. Regenschirme 3½de Arbeit, billigste Preise, größte Auswahl Veher, Friesenstraße 31, Reparaturen u. Neuüberziehen prompt u. billig. erei u. mech. 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Da christliche Frömmigkeit selbst in ihrer asketischen Ausgestaltung und tätiges Leben einander in keiner Weise ausschließen, so gilt es, die in der katholischen Bevölkerung in reichem Maße vorhandenen Kräfte zum Heile der großen Gesamtheit des deutschen Volkes mehr als je heranzuziehen zur gemeinnützigen, erfolgreichen Mitwirkung bei der Lösung der großen Aufgaben, welche das öffentliche Leben in Staat und Gesellschaft und die großen Unternehmungen in Kunst, Wissenschaft undWirtschaftsbetrieb der Gegenwart stellen. Auch für die privatwirtschaftlichen Betriebe jeglicher Art empfiehlt die Generalversammlung einerseits unentwegtes Festhalten an den altbewährten Grundsätzen der christlichen Moral, anderseits die Betätigung eines höheren akademischen Strebens unter Anwendung der besten und rationellsten Methoden. Alle Vorteile, welche moderne Technik und Wissenschaft sowie korporative Organisationen hier bieten können, sollen auch von den Katholiken sorgsamst ausgenutzt werden. Demgemäß empfiehlt die Generalversammlung den Katholiken auf das angelegentlichste, die Bildungsmittel eifrig sich anzueignen, welche die niederen, mittleren und hohen Schulen dem Volke in reicher Fülle darbieten. Neben den humanistischen Gymnasien dürfen dabei die auf realistischer Grundlage aufgebauten Lehranstalten nicht vernachlässigt werden, neben den Universitäten sind die technischen Hochschulen und Handelshochschulen aufzusuchen. An allen einwandfreien Bestrebungen, die höheren Bildungsmittel zu popularisieren, sollen sich die Katholiken eifrig beteiligen. Die Generalversammlung erachtet es u. a. als einen Gegenstand ernster Sorge für die deutschen Katholiken, eine erheblich stärkere Frequenz der realistischen Lehranstalten, sowie der technischen und Handelshochschulen katholischerseits zu erzielen. Auch die Pflege der höheren Frauenbildung auf akademischer Grundlage darf nicht vernachlässigt werden. Die Generalversammlung begrüßt daher freudig die hier einschlägige, erfolgreiche, aufwärts führende Tätigkeit des Volksvereins für das katholische Deutschland, des katholischen Preßvereins in Bayecn und des Katholischen Frauenbundes. Im Hinblick aber auf die unabweisbare Notwendigkeit, in katholischen Kreisen das akademische Studium auszubreiten und Wissenschaft wie Kunst zu fördern, empfiehlt die 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands von neuem den Beitritt: 1. zu den katholischen Studienvereinen. Albertus Magnus=Vereinen, Hildegardisverein und akademischen VinzentiusVereinen zur Unterstützung von Hochschulstudierenden; 2. zu der seit dem Jahre 1876 segensreich wirkenden Görres=Gesellschaft: 3. zu der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst in München; 4. die 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands nimmt mit Freude Kenntnis von dem jetzt 25jährigen erfolgreichen Bestehen des Albrecht Dürer=Vereins in München zur Förderung talentvoller junger Künstler, über welchen die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst in München gern weiteren Aufschluß gibt, empfiehlt den Albrecht Dürer=Verein der Unterstützung und befürwortet die Bildung ähnlicher Vereine an anderen Akademien. Den Albertus=Magnus=Vereinen gibt die Generalversammlung anheim wohlwollend zu erwägen, ob in Zukunft nicht auch studierende Damnen aus ihren Mitteln unterstützt werden könnten. Von neuem empfiehlt die Generalversammlung den verschiedenen Albertus=Magnus=Vereinen und Katholischen Studienvereinen, unter voller Wahrung ihrer Selbständigkeit sich zu einem Verbande auf föderativer Grundlage zusammen zu schließen. Mit Befriedigung hat endlich die 54. Generalversammlung Kenntnis genommen von der im Herbst 1906 auf interkonfessioneller Grundlage in München erfolgten Gründung der deutschen Calderon=Gesellschaft zur Pflege höherer Bühnenkunst und von ihrem Ende Juni 1907 zu München stattgehabten erstmaligen Hervortreten mit der Aufführung des Wundertätigen Magus des großen spanischen Dichters. Dringend empsiehlt die 54. Generalversammlung danach 5. auch den Beitritt zur deutschen Calderon=Gesellschaft. Alle hier genannten Organisationen, welche sich die Förderung der Bildungsinteressen der Katholiken zur Aufgabe stellen, verdienen hochherzige Berücksichtigung bei Zuwendung von Schenkungen und letztwilligen Verfügungen. Christliche Annst. a. Die 54. Generalversammlung begrüßt mit Genugtuung die Vereinigung zur Gründung eines Ausstellungshauses, zugleich einer Schule christlicher Kunst für Künstler und Kunstfreunde. Sie empfiehlt die Mitwirkung an der baldigen Verwirklichung der Absichten dieser Vereinigung, von der ein segensreicher Aufschwung des christlichen Kunstlebens und ein bildender, heilsamer Einfluß einer edlen Kunst auf alle Volkskreise zu erwarten ist. b. Die 54. Generalversammlung empfieht den Beitritt zur Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, welche sich bestrebt, die christlichen Künstler tatkräftig zu fördern, unkünstlerische und unkirchliche Einflüsse von der christlichen Kunst fernzuhalten, für Verbreitung der christlichen Kunst zu wirken. c. Die Generalversammlung nimmt zugleich mit Freude Kenntnis von der erfolgten Bildung eines Ausschusses zur Veranstaltung einer Ausstellung für christliche Kunst zu Düsseldorf im Jahre 1908 aus Anlaß der 55. Katholikenversammlung daselbst und empfiehlt dringend tätige Mitwirkung der Katholiken Deutschlands zur erfolgreichen Durchführung der Ausstellung. Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit. Die 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ruft mit Nachdruck die Katholiken Deutschlands zur energischen Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit auf. Sie lenkt die Aufmerksamkeit der Katholiken auf die Bestrebungen und erfolgreiche Tätigkeit der zu einem interkonfessionellen Verbande vereinigten Männervereine zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit. Sie empfiehlt dringend die Gründung solcher Vereine in allen, namentlich in allen größeren Städten und den Anschluß derselben an den Verband. Katholischer Preßverein in Bapern. Die 54. Katholikenversammlung in Würzburg nimmt mit Freuden Kenntnis von den Fortschritten und Leistungen des Katholischen Preßvereins in Bayern, der die Förderung und Verbreitung der katholischen Zeitungspresse und die Kolportage guter Schriften sich ##gelegen sein ließ, in den Städten sowohl als auf dem Lande Volksbibliotheken und Lesezirkel organisierte, mehrere Lesehallen errichtete und durch Abhaltung von Volksbildungsabenden Aufklärung und allgemeine Bildung in die weitesten Kreise des Volkes zu tragen suchte. Da diese Bestrebungen höchst wichtig und zeitgemäß sind, wird der Verein aufs wärmste empfohlen und zugleich der Wunsch ausgesprochen, daß er auch außerhalb Bayerns, wo ein Bedürfnis vorhanden ist und solches ohne Schädigung bereits wirksamer Vereinsrichtungen, besonders des Volksvereins für das katholische Deutschland, geschehen kann, Eingang finden möge. Studien-Verein katholischer Frauen. Hildegardis-Verein. Die 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Würzburg nimmt mit hoher Befriedigung Kenntnis von der jüngst erfolgten Gründung eines Studien=Vereins zur Unterstützung studierender deutscher Katholikinnen: Hildegardis=Verein. Sie erblickt in der Gründung und Verbreitung dieses Vereins eine Tat von großer Bedeutung und erhofft eine möglichst rasche Ausdehnung desselben durch alle Teile Deutschlands. Sie empfiehlt den Katholiken Deutschlands, insbesondere den katholischen Frauen, dringend die eifrigste Förderung und Unterstützung des Vereins durch Beitritt, sowie durch Schenkungen und Stiftungen, auf daß, entsprechend dem heutigen Bedürfnis, katholischen Frauen von Talent und Neigung das Studium ermöglicht werde. Tocales. 8 Kölner Dombild. Hr. Dompropst Dr. Berlage schreibt uns:„Am Dombild ist seit Menschengedenken keine Restauration vorgenommen worden, und eine Verfügung der Regierung eine solche Restauration betreffend ist nicht ergangen.“ Mit dieser autoritativen Erklärung dürfte die Streitfrage erledigt sein. X Kölner Vereinigung für rechts- und staatswissenschaftliche Fortbildung. In der Zeit vom 4. November bis Anfang Dezember d. J. hält die Kölner Vereinigung für rechtsund staatswissenschaftliche Fortbildung ihren Herbstkursus ab. Auch diesmal ist die Landwirtschaft wieder in mehreren Themen vertreten, die aber noch später bestimmt werden. Es werden sprechen: Professor Dr. Aereboe und Professor Dr. Hansen. Unter der großen Zahl sonstiger Vorträge heben wir hervor: Geheimer Justizrat Professor Dr. Zorn: Kolonialrecht. Professor Dr. Eckert: Die Reichsfinanzen und ihre Reform. Regierungsrat Quensel: Die Hauptfinanzquellen der deutschen politischen Gemeinschaft. Geschäftsführer an der Landwirtschaftskammer Dr. Wygodzinski: Die deutsche Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert. Liz. Weber: Ein Ueberblick über die sozialpolitische Gesetzgebung des Deutschen Reichs in den letzten zehn Jahren. Professor Dr. Schulte: Adel und Bürgertum in geschichtlicher Entwickelung. Professor Hötzsch: Die Entwickelung des Polentums und der polnischen Frage in Preußen, Rußland und Oesterreich vom Wiener Kongreß bis zur Gegenwart. * Provinzialbraugerstenmarkt. Wie in den früheren Jahren, findet auch in diesem Jahre, und zwar am 18. und 19. September, zu Köln wiederum ein Provinzial=Braugerstenmarkt verbunden mit Preisbewerb statt. Zum Geschäftsführer des Marktausschusses ist Winterschuldirektor Scholz in Bergheim a. d. Erft bestimmt worden, an welchen auch die Anmeldungen zu richten sind. Dom Eisenbahnzuge getötet. Heute früh gegen 5 Uhr fand ein Streckenwärter zwischen Deutz und Poll, etwa 200 Meter vom Siegburgertore entfernt, die Leiche eines gutgekleideten Mannes auf dem Geleise liegen, welchem der Kopf vom Rumpfe getrennt war. □ Abgefaßter Einbrecher. Auf Veranlassung eines Wächters der Wach= und Schließgesellschaft wurde ein feingekleideter Einbrecher in der Richmodstraße zusammen mit zwei Komplizen verhaftet. ∆ Die Schutzmänner sind angewiesen, ihr besonderes Augenmerk dem überhandnehmenden Fangen von einheimischen Singvögeln zuzuwenden. Die Bevölkerung wird gebeten, die Behörden nachdrücklich in ihrem Bestreben zu unterstützen. Feuer. Auf der Brühlerstraße in Mannsfeld geriet gestern abend gegen ¼9 Uhr ein Automobilschuppen in Brand. Die Bayenthaler und die Kölner Feuerwehr rückten zur Hülfe aus. Der Schuppen ist niedergebrannt, uno zwei Automobile sind zerstört. Selbstmordversuch. Gestern abend brachte sich ein älterer Mann aus der Siegburgerstraße in Deutz zwei Schüsse in den Kopf bei. Der Mann ist schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Man schaffte ihn nach dem Deutzer Hospital. Den Grund zur Tat konnte man nicht ermitteln. K Köln,.Sept.1907. Fruchtmarkt. Heu 6,40-7,00, Maschinenstroh (Roggen).00. Richtstroh(Flegeldrusch).50. Krummstrob.50 die 100 Kil. * Koln,.Sept.1907. Schlachtvienmarkt. Bericht der Nouerungskommission. Auftrieb: 665 Kälber, a. Feinste Mast-(Vollmichmast) und beste Saugkälber M. 85, Doppellender M. bis 98, b. mittlere Mast- und Saugkälber M 78-80, c. geringe Saugkälber und älter gering genährte Kälber(Fresser) M. 64-72. 390 Schafe. a. Mastlämmer und jüngere Masthammel M. 89, b. ältere Masthammel 84-85, c. mässig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 70 75, die 50 Kil. Schlachtgewicht. Das Geschäft war in beiden Gattungen mit Ausnahme von geringen Kälbern ziemlich lebhaft. Am 5. Sept. wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt: 244 Viertel Grossvieh, 113 Kälber, 6 Schweine. 1870 Schweine. a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1¼ Jahren M. 66, vorgezeichnete teilweise 1 Mark mehr, b. fleischige M. 64-65, c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber M. 56-60. Bezahlt für 50 Kil. Lebendgewicht, abzüglich 20-22 Proz. Tara Das Geschäft war in guter fleischiger Ware ziemlich lebhaft, geringe wurde nur langsam geräumt. Fleischpreise im Grosshandel, das Kilo: A. Hiesige Schlachtungen: Rindfleisch: I. Beschaffenheit M. 1,60, 2. M. 1,32-1,34,-3. M. .18—1,20. Langsam. Schweinefleisch: 1. Beschaffenheit M..40-1,44, 2. M. 1,32-1,34, 3. M..00-0,00. Mittelmässig. B. Eingebrachtes Fleisch: Rindfleisch: I. Beschaffenheit M..20-1,24, 2. M..,16-.18, 3. M. 1,10—1,14. Mittelmässig. Kalbfleisch: 1. Beschalfenheit M. 1,40, 2. M..30-— .34, 3. M. 1,18-1,20. Mittelmässig. Schweinefleisch: 1. Beschaffenheit: M. 00-00, 2. M. 1,20, 3. M. 00-00. Mittelmässig. Gerichts=Oerhandlungen. * Strafkammer. Hr. Adolf Dramsch, Inhaber einer Schänzchenfabrik zu Köln=Ehrenfeld, erklärt in einer Zuschrift an uns, daß er mit dem in Nr. 242 erwähnten Kaufmann und Inhaber einer Schänzchenfabrik zu Köln=Ehrenfeld nicht identisch ist. Schöffengericht. Eine Wirtin erhielt wegen Zigarettensteuerhinterziehung 50 M. Geldstrafe.— Zwei Musiker, welche ohne einen Gewerbeschein zu besitzen, öffentlich Musik veranstalteten, mußten je 48 M. Strafe entrichten.— Ein Maschinenfabrikant und dessen Sohn, ein Installateur aus Nippes, standen mit ihrem Automobil zu Mehlem am Bahnhof. Der Sohn wurde von einem Bahnarbeiter zu Rede gestellt, weil er den Inhalt einer Flasche ausgegossen hatte, worauf der Installateur den Bahnarbeiter mit der Flasche an den Kopf schlug. Der Maschinenfabrikant kam hinzu und beteiligte sich an der Mißhandlung, als sich der Bahnarbeiter zur Wehr setzte. Der Vater erhielt 75., der Sohn 150 M. Geldstrafe. In der Urteilsbegründung hieß es, die Tat des jüngeren Angeklagten sei geeignet, den schlechten Ruf mancher Automobilisten zu erweitern.— Ein Formstecher hatte einen jugendlichen Depeschenboten, angeblich, weil dieser mit seinem Fahrrade ein Kind gestreift hatte, das der Formstecher an der Hand führte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen, daß ihm Nase und Mund bluteten. Die Strafe wurd auf 40 M. bemessen.— Ein Bauunternehmer hatte, um die Zwangs. vollstreckung seiner Gläubiger zu vereiteln, Fenster aus einem Ren. bau fortgeschafft, was ihm eine Woche Gefängnis einbrachte. Aus Dororten und Umgebung. 00 Mülheim(Rhein),.Sept.1907. In der gestrigen Stadt, verordneten=Versammlung genehmigte man u. a. Kreditüberschreitungen aus dem Rechnungsjahr 1906, bewilligte für die Erteilung des jüdischen Religionsunterrichts an die schulpflich tigen Kinder eine jährliche Beihülfe von 250 M. und erklärte mit der Ueberlassung der Schulturnhalle an der Pestalozzistraßean die Jünglingskongregation der Herz=Jesu=Pfarre an einem Abend in der Woche gegen Bezahlung einer Miete von 100 M. einverstanden Der hier zu Zeiten des Eisganges usw. eingerichtete Fährbetrief ist vom Minister als in das staatliche Fährreal fallend bezeichne und bedarf daher der staatlichen Genehmigung. Die dem Ober präsidenten vorgelegten Fährpreise sind nicht genehmigt worder weil für Militärpersonen eine Gebühr von 3 Pfg. vorgesehen war Die Streichung wurde daher beschlossen. Auch die Ordnung über die Erhebung einer Schankkonzessionssteuer ist vom Oberpräsidenten beanstandet worden. Beschlossen war, wenn der Gewerbebetrieb zu Steuerklasse 1 gehört 5000., II 4000., III 3000., IV 2000 M und, wenn er gewerbesteuerfrei ist 1000 M. Diese Sätze wurden mit Ausnahme desjenigen für die Steuerklasse I, der bestehen blei, ben konnte, abgeändert in 3600, 2400, 1200 und 600 M. politische Nachrichten. 6 Als Kandidat für den Posener Erzbischofsstuh ist jüngst der frühere Pfarrer von Altkloster und jetzige Divisionspfarrer in Magdeburg v. Kresinski genannt worden. Wie jetzt bie Kreuzzeitung erfährt, ist die Mitteilung nicht richtig. Auffallend ist nur, daß die Kreuzzeitung ihrer Meldung unmittelbar die Bemerkung aufügt:„Es muß doch nach den Erfahrungen mit Stablewski jetzt und für absehbare Zeit undenkbar sein, einen polnischen Geistlichen zum Posener Erzbischofsstuhl zuzulassen.“ Dabei ist Hr. v. Krzesinski doch gerade wegen seiner „deutschnationalen“ Gesinnung empfohlen worden! Stimmt vielleicht sonst etwas nicht? a Spaltung der sächsischen Konservativen?(Drahtb.) Leipzig,.Sept.1907. Der Vorsitzende des Konservativen Landesvereins für das Königreich Sachsen, Prof. Gravelius (Dresden), hat in der gestrigen Sitzung des engeren Vereinsvorstandes dieses Amt infolge der Differenzen der letzten Zeit innerhalb der konservativen Partei niedergelegt. Damit ist den Neuesten Nachr. zufolge die endgültige Spaltung der sächsischkonservativen Partei sehr wahrscheinlich. * Die Gewerbeordnungsnovelle, welche dem Bundesrat vorliegt, bestimmt nach dem Berliner Lokalanzeiger u. a. auch, daß von den Gewerbeunternehmern zur Sicherung gegen Vertragsbruch auch den Betriebsbeamten, Werkmeistern und Technikern gegenüber Löhne nicht in größeren Beträgen einbehalten werden dürfen, als dies den Handlungsgehülfen gegenüber statthaft ist. Bei diesen dürfen nach§ 119a der Gewerbeordnung die Lohneinbehaltungen bei den einzelnen Lohnzahlungen ein Viertel des fälligen Lohnes und im Gesamtbetrage den Betrag eines durch schnittlichen Wochenlohnes nicht übersteigen. Dermischte Nachrichten. ** Vom Bruder erschlagen. Die in Eisingen bei Würzburg in de letzten Tagen des August ermordet aufgefundene 20jährige Winkle ist nicht, wieman zuerst vermutete, das Opfer eines Lustmordes ge worden, sondern von ihrem eigenen Bruder auf einen Feldweg gelockt, mit einem Hammer erschlagen und ins Gebüsch verschlepp worden. Als Motiv der Tat gab der geständige Mörder an, daf er das Erbe der Schwester an sich bringen wollte, die von eine Tante mit einem Haus und einem Ackerland bedacht worden war Wetterbericht der Kölnischen Volkszeitung. Köln,.Sept.1907. Den Westen des Kontinents bedeckt ein Hochdruckgebiet; westlich vor Schottland ist eine Depression aufgetreten; diese bewegt sich in nordöst licher Richtung vorwärts und entsendet einen Ausläufer bis nach dem Ost eingange des Kanals. Das Wetter ist daher an der Nordseeküste und bis in unsere Gegend bedeckt, und viellach fällt Regen; Mittel- und Ostdeutschland, sowie der Süden haben heiteres Wetter. Im Osten wehen lebhafte nordwestliche Winde, im Westen ist die Luftbewegung schwach. Die Temperaturen sind im allgemeinen noch mehr getallen, und es'war hier während der Nacht ziemlich kalt Mutmassliche Witterung für den 6. September: Etwas weniger kühl: dabei veränderlich wie bisher mit schwachen südlichen bis westlichen Winden. Nicola Tonger Hofphotograph 20 Komödienstrasse 20 — Kunstanstalt— Photographie u. Malerei Atelier geöffnet von—6 Uhr. anerkannt beste Spezialmarke. Blatt,#es Blatt! Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 243* Donnerstag, 5. September 1907. strafe wurddie Zwangs, einem Neu, rachte. ng. sen Stadt. u. a. die ewilligte für e schulpflich. erklärte sich ozzistraße an em Abend in inverstanden Fährbetrieh id bezeichnen dem Oberligt worden gesehen war. rdnung über erprasidenten debetrieb zur IV 2000 M. Sätze wurden bestehen bleiM. jetzige Divivorden. Wie richtig. ng unmittelErfahrungen enkbar sein, zuzu wegen seiner Stimmt viel?(Drahtb) konservativen ravelius en Vereinsletzten Zeit amit ist den der sächsischn Bundesrat u. a. auch, en VertragsTechnikern alten werden statthaft ist. die LohnViertel des eines durch rzburg in da rige Winklen istmordes ge nen Feldweg ch verschlep## rder an, dai die von eine worden war .Sept.1907. westlich vor ch in nordöst nach dem Ostere Gegend beJwie der Süd che Winde, in sind im allt z i e m l i c h k a l t Etwas weniger bis westlichen Seite 3. 14 atts ke. 1 Kontor: Propsteigasse 20 F: Jubbelratberstrasse Fernspr. 6477. 9 e T Geduldigs Dogelfütter in glemberten Packungen Allen Vogelfreunden zur gefl. Kenntnisnahme, dass Geduldigs 1000fach er probtes Vogelfutter zu tolgend. Preisen zu haben ist: Probepackungen Singfutter KK.10. Mischungen für körnerfressende Vögel ½ Pfund Packungen+.20, 1 Pfd. Packungen M..35, Mischung für insektenfresIsende Vögel zu K..30 u...50, Probepackung zu K.15. 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Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Cöln Josephstraße 43 belegenen, im Grundbuche von Cöln, Band 33, Blatt 1301, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kaufmannes Johann Maria Kürten zu Cöln eingetragenen Grundstücke: a. Kartenblatt 12, Nr. 341/96, Wohnhaus mit Hinterbau, 3,69 Ar Größe, 2130 M. Nutzungswert; b. Kartenblatt 12, Nr. 669/106, Hofraum, 49 Quadratmeter Größe, am 28. Oktober 1907, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichts stelle— Justizgebäude, Erdgeschoß, Saal I, Portal I. links, versteigert werden. Cöln. den 27. August 1907. Königliches Amtsgericht, Abteilung II3 Zwangsversteigerung Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in CölnMüngersdorf belegene, im Grundbuche von Müngersdorf, Band 44, Blatt 1729, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Schreiners Karl Nachtsheim zu Cöln=Bickendorf eingetragene Grundstück: Flur 74, Nr. 977/13, Venloerstraße 547, Haus 5,18 Ar groß, 1650 Mark Nutzungswert, am 28. Oktober 1907, vormittags 10¾ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Justizgebäude, Erdgeschoß, Saal I. Portal I, links, versteigert werden. Cöln, den 30. August 1907. Königliches Amtsgericht, Abteilung II3, Cöln. und Pferde-Versleigerung. Am Freitag den 6. September, morgens 10 Uhr beginnend, werde ich für Rechnung dessen, den es angeht, wegen Geschäftsaufgabe in Kalk im Restauraut Böhmer, Hauptstr. 176. an d. Kapelle 2 Pferde, 3= bis 10jährige Karrenpferde, 3 Wagenpferde und folgende Wagen: 1 fast neues Visavis, präuiiert. 1 sehr gut erhaltenes Coupé, 4fitzig, 1 fast neues Landaulet, 2 elegante Gsitzige Breaks, 1 Oppenheimer, 1 gut erhaltener Faßbierwagen, ca. 50 bis 70 Zeutner Tragkraft, Bäckerwagen usw. noch verschiedene fast neue 1= und 2spännige silberplattierte Pferdegeschirre usw. öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern A. Kaufmann, Auktionator und beeidigter Taxator, Köln, Brüderstraße 8. Fernsprecher 9095. S 0 95 Stiftung D. Leiden. Die Einkünfte der Stiftung D. Leiden sind vom 1. April 1908 ab an Kölner bzw. Rheinländer zu vergeben, welche die Technische Hochschule in Aachen besuchen. Bewerbungen sind unter Beifügung des Lebenslaufs, beglaubigter Zeugnisabschriften sowie eines amtlichen Ausweises über die Vermögensverhältnisse binnen 4 Wochen hierher einzureichen. Cöln, den 2. September 1907. Der Oberbürgermeister. I..: Farwick.* Bekanntmachung. Der Plan betreffend Aenderung der Baufluchtlinie für die Nordseite der Minoritenstraße liegt vom 7. September cr. ab im städtischen Geometerbureau, Rathausplatz 5, zu jedermanns Einsicht offen. Etwaige Einwendungen gegen den Plan sind nach Maßgabe der Bestimmungen des Gesetzes vom 2. Juli 1875 innerhalb einer Ausschlußfrist von vier Wochen, also spätestens am l. Oktober dieses Jahres bei dem Unterzeichneten anzubringen. Cöln, den 3. September 1907. Der Oberbürgermeister. * J..: Schmitz. Zwangsversteigerung. Am Freitag den 6. Seplember 190., mittags 12 Uhr, sollen im Auktionslokale Ursulagartenstraße 16 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: I. 1 Sofa, 1 Konsolschränkchen, 1 Leinen= und 1 Kleiderschrank; II. 1 Büfett, 2 Tische, 1 Sofa Spiegel, 17 Bände Meyers Konversations= Lexikon, 1 Truhe, 1 Kronleuchter, 2 Bilder, 1 Schreibtisch, Regal, 1 Tischchen, 3 Oelgemälde, 6 Stühle, 1 Serviertisch, 1 Teppich, 1 Kredenz, 1 Kleiderschrank, 1 Waschkommode, 2 Nachtkommödchen, 1 Flurgarderobe; III. 17 Bände Meyers Konversations=Lexikon, 1 Waschkommode, 1 Nachtkommödchen, 1 Bett, 1 Kleiderschrank, 1 Spiegelschrank, 1 Spiegel. Strey, Gerichtsvollzieher in Cöln. Am Freitag, 6. September 190.. nachmittags 4 Uhr, sollen im Pfandlokale Weyerstraße 106 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: 12 Coupons diverse Paletotstoffe, 14 Coupons diverse Anzugstoffe, 8 Coupons diverse Hosenstoffe, 10 Conpons diverse Anzugstoffe. Lauck, Gerichtsvollzieher in Cöln. Zwangsversteigerung. Am Freitag den 6. September 1907, vormitt. 11 Uhr, sollen im Pfandlokale Neußerstraße 315 zu Cöln=Nippes gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Oelgemälde, 1 AusChaiselongue, 1 Schrank usw. N. Schweitzer, Gerichtsvollzieher in Cöln, Balthasarstraße 11. Ia. Zechenkoks für Gentralheizungen in allen Körnungen beste gewaschene AuthrauitNusskohlen für amerikanische Oefen rauchschwache Nusskohlen für Küche und Hausbrand empf. waggon- u. fuhrenweise 8 Juli Kontor: Kunibertskloster 3. Fernspr. 944. P Weber& Co.* #### versor aTTRS„ #gerberbach Am Freitag den 6. Sept. 1907, vormittags 10 Uhr, sollen im Versteigerungslokale Friesenstraße 53 gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: a. 14 Stück diverse Winterhüte mit Karton, h. 14 Stück diverse Winterhüte mit Karton, c. 1 großer Wandspiegel, 1 Regal mit 18 Kartons diverse Putzsachen wie Vog.=Phantasien, Flügel und diverse Blumen, d. 1 Plüschgarnitur, Sofa und 2 Sessel, e. 1 Ladentheke und 1 Ladenschrank mit Türen und Spiegel, schwarz gestrichen, f. 26 Stück teils fertig und teils halbfertig garnierte Damenhüte, 54 Stück unfertige Damenfilzhüte, 10 Kartons mit diversem Sammetbesatz, Agraffen, Hutnadeln etc. und 1 Karton mit Drill, 6 Kartons mit Winterborden, 1 Spiegel in Goldrahmen, 1 Tisch von Holz usw. Verkauf findet voraussichtlich statt. Otto. Gerichtsvollzieher in Cöln. Am Freitag, 6. September 1907, vormittags 11½ Uhr, sollen im Pfandlok. Gr. Griechenmarkt 23 in Cöln gegen gleich bare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden: Sosa, Vertiko, Schränke, verschiedene Nippsachen 2c. Krage, Gerichtsvollzieher in Cöln. Möbel-Transport u. Lagerung E SC Pshehe Theater in Ivernhaus. Kapellmeister Lohse hätte, wenn nicht wegen flichkeit von Frl. Gardini ein Gastspiel notwendig geworden den Abonnenten vorgestern Beethovens Fidelio mit dem be#en Ensemble vorführen können. Glücklicherweise erwies sich rsatz, Frl. Else Kaufmann vom Stadttheater in Tortmund, ie intelligente Sängerin und Darstellerin, die sich in der ihr seen Umgebung gut zurecht fand. Ich glaube, wenn man Felser, die, als sie noch Soubrette war, eine klassische Margewesen, ersucht hätte, die Partie zu übernehmen, sie hätte Freuden getan. Aus dem Ensemble, das unsere Oper für beethovensche Oper besitzt, ragt vor allem die Leonore von Guszalewicz hervor. Jetzt, wo sie wieder Fühlung mit der innigen Akustik des Hauses gewonnen hatte, machte es ihr Nühe, die Tongebung diesen Verhältnissen anzupassen und große Arie hochdramatisch zum Vortrag zu bringen. Die Hörner, ge in der Ouverture und auch sonst wohl nicht zuverlässig pen, ermannten sich bei der Arie und begleiteten langsamen Teil dagegen sicherer wie je zuvor. Auch Lialog sprach die Künstlerin mit viel Empfindung. ##Petters Florestan ist seit langem als eine gediegene künstme Leistung geschätzt. Petter gehört zu den immer seltener peiden Sängern, die noch den bel canto-Stil zu behandeln verinfolgedessen gelang ihm nicht nur sein Arie, sondern er auch noch schön in dem Duett mit Leonore und in dem hochennten zweiten Finale. Clarence Whitehill, der während dieses mers wieder in London im Covent Garden=Theater gesungen Wei den Münchener Festspielen mitgewirkt hatte, stellte wieder ## vollwertigen Pizarro in das Ensemble. Der Minister von Till##zewski empfahl sich durch vornehmen Gesang und gute HalLouis Bauer gibt den Rocco mit verblüffender Natürlichkeit und #nglich eine sichere Stütze des Ensembles. Das Lob gebührt kudwig Vanoni als Jacquino. Sie beide trugen das Ihrige bei, daß der Kanon im ersten Akt so klangschön zu Gehör den Gefangenenchor, verstärkt durch eine Anzahl schöner seh, hat man nicht oft so gut gehört. Die kleinen Soli # von Heinr. Winkelshoff und Jean Becker, beide begabte angemessen gesungen; die beiden Finales gingen trefflich An der Szenerie, die von Direktor Martersteig hervar nichts geändert. Der auf 7½ Uhr verlegte Anfang Folge, daß die Zahl der Zuspätkommenden ungewöhnlich Es wurden schon Stimmen laut, die es bei der früheren nheit belassen haben wollten. Prof. Herm. Kipper. Tocales. siftung D. Leiden. Die Einkünfte der Stiftung deu sind vom 1. April 1908 ab an Kölner bzw. RheinI 3 vergeben, welche die Technische Hochschule in Aachen “ Bewerbungen sind an das Oberbürgermeisteramt zu erkreingefallen. Auf die in Nr. 241 dieses Blattes unter Pehnarke„Hereingesallen" veröffentlichte Notiz, wonach vor Tagen in hiesigen Blättern eine Anzeige der Firma ane:2. Wien 7s1 erschienen sei, in welcher diese behufs “ ihre Uhren und Verbreitung ihres reichillustrierten es jedem Leser des Blattes eine hochseine Remontoir=AnkerUhr für Herren oder Damen gratis in Aussicht stellte, wird uns von der Geschäftsstelle der Kölnischen Volkszeitung und des Kölner Local=Anzeigers mitgeteilt, daß die in Frage stehende Anzeige in der Kölnischen Volkszeitung und im Kölner LocalAnzeiger nicht erschienen sei. Die Anzeigen der genannten Firma, sowie auch diejenigen des in der Notiz erwähnten Exporthauses Delta aus der Schweiz(Sitz in Lugano) habe sie schon seit Jahren abgelehnt, da sie stets die durch die obige Notiz als berechtigt bestätigte Auffassung gehabt habe, daß es sich bei den fraglicher Anzeigen um keine reellen Angebote handele und das Publikum durch eine Verbindung mit den Firmen jedenfalls mehr oder weniger großen Schaden erleiden dürfte. ∆. Beim Stelzenlaufen kam gestern nachmittag in der Bayenstraße ein elf Jahre alter Knabe zu Fall und erlitt einen Armbruch sowie eine nicht unerhebliche Verletzung am Auge. ∆ Sittlichkeitsverbrechen. Die Kriminalpolizei nahm einen verheirateten Fuhrmann vom Perlengraben fest, der dreier Verbrechen nach§ 176,3 beschuldigt wird. Gerichts=Oerhandlungen. Strafkammer. Ein Gärtnergehülfe, der dieser Tage vor der Strafkammer stand, ist zwar ein ganz tüchtiger Arbeiter und brauchbarer Gärtner, hat aber den leidigen Fehler, nichts liegen lassen zu können. Schon dreizehn Diebstahlsstrafen hat er hinter sich. Im vorigen Jahre stahl er im Karmeliterinnenkloster in Lindenthal zwei kleine Kirchenleuchter und begab sich auf die Flucht, schließlich warf er, weil er sich verfolgt sah, die Leuchter fort. Das Kloster erhielt dieselben zurück, und der Dieb zahlte eine Buße, so daß die Sache damals nicht zur Anzeige gebracht wurde. Vor einiger Zeit geriet er in den Verdacht, im Alexianerkloster in Lindenthal einige wertlose, schmutzige Gebetbücher gestohlen und später achtlos fortgeworfen zu haben. Bei dieser Gelegenheit erinnerte man sich des Diebstahls in der Karmeliterkirche und erstattete auch nach dieser Richtung hin Anklage. Wegen des Diebstahls der Gebetbücher wurde er freigesprochen, wegen des Leuchterdiebstahls erhielt er jedoch die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahre Gefängnis, da es sich um Diebstahl im Rückfalle handelte. Aus Dororten und Umgebung. Antweiler(Kr. Euskirchen),.Sept.1907. Hier wurde durch den Kreisarzt ein Genickstarrefall mit tötlichem Ausgang festgestellt. Es wurden sofort die nötigen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Dem Vernehmen nach soll die für den 9. d. Mts. in Aussicht genommene Einquartierung von Soldaten nicht stattfinden. S. v. Jakob Gerber, Telegraphenarbeiter, Rinkenpfuhl 49.- Peter, S. v. Peter Schnitzler, Straßenbahnschaffner, Kalk.- Sibylla, T. v. Eugen Delbrouck, Musiklehrer, Maria Hilfstr. 4. Karl, S. v. Anton Schneider, Maschinist, Zugasse 9.- Andreas, S. v. Richard Nachtsheim, Schlosser, Karthäuserwall 7.— Alfred, S. v. Stanislaus Rasinski, Schuhmacher, Gr. Brinkg. 21.- Michael, S. v. Michael Wolf, Fensterputzer, Alte Wallgasse 12. Elisabeth, T. v. Johann Lenz, Tagel., Mörserg. 27—29.. Anna. T. v. Heinrich Pütz, Sattler, Rinkenpfuhl 45—41. # Sterbefälle. Gustav Otto, 5., Piusstr. 40.- Eduard Leven, o. ., verh., 59., Meister Gerhardstr. 30.- Sophia Lölgen, 1., Agrippastraße 105—105.- Susanna Conrady geb. Sauer, 64., Sterneng. 3. - Arnold Kleinertz, Dachdeckermstr., 74., Quentelstr.—6.- Heinrich Custodis, 7., Thürmchensw. 24. Gertr. Klara Görgen, 6., Kasparstr. 1d.- Sophie Wolf, 6., v. Gleuel.= Elisabeth Cremanns, 6 ., Frankfurterstr. 10. a Heiraten. Johann Kastner, Anstreicherges., v. Oberkramsach, u. Alwine Hoppe, v. Berlin.= Wilhelm Büscher, Schreinerges., u. Sibylla Schweizer, beide v. hier. Ferdinand Schactzer, Kaufm., v. hier, u. Johanna Breuer, v. Strundorf.- Anton Hausen, Anstreicherges., v. Geddenberg, u. Eva Schopp, v. Lechenich,= Emil Andres, Maschinist, v. Bargen, u. Anna Schürmann, geb. Gronen, Wwe., v..=Gladbach. - Louis Waag, Wwr., Kaufm., v. Iserlohn, u. Josefine Meyer, v. Eschweiler.- Joh. Bauer, Kutscher, u. Agnes Reppingen. beide v. Dorweiler. - Dr. Emil Dinthöfer, Gymn.=Oberlehrer, u. Christina Breuer, beide v. hier.- Johann Draths, Postbote, v. Sindorf, u. Agnes Schmitz, v. hier. Karl Ostendorf, Reg.=Baumeister, v. Essen a. d. Ruhr, u. Elisab. Mertzenich, v. hier. a Heirats=Ankündigungen. Joseph Stamm, Malergeh., zu Duisburg, u. Kathar. Decker, Drachensfelsstr. 35.- Michael Bergmann, Straßenbahnschaffner, Veledastr. 5, u. Amalia Hiertwimmer, Hohenstaufen=Ring 25.- Anton Völker, Sattlergeh., Beledastr. 4, u. Elisabeth Wirges, Teutoburgerstr. 25.- Otto Weis, Kaufm., Kyffhäuserstr. 19, u. Emma Runge. Gereonsw. 71.= Ernst Brammertz, Vizefeldw. i. Inf.= Reg. 65, Streitzeugg. 90, u. Maria Mähling, Hämerg. 11.- Joseph Bomberger, Schuhmachermstr., Waidmarkt 5, u. Maria Nelles, Gr. Neugasse 21.- Johann Iansen, Kellner, Dagobertstr. 30, u. Emma Deusch, Rubensstr. 31.- Theodor Hutzmann, Küster u. Organist, zu Kray, u. Gertrud Simon, Eigelstein 134. der Stadt Köln. 4. Sept. 190.. e Geburten. Gertr., T. v. Christ. Töller, Metzgermstr., Kasparstr. 12. Franz, S. v. Franz Papter, Fabrikant, Neußerstr. 29.— Emil, S. v. Emil Trispel, Lagerarb., Dagobertstr. 6.- Aloysius, S. v. Paul Schlick, Kaufm. Brüsselerstr. 56.- Anna, T. v. Hilarius Dünnwald, Tagejöhn., Weideng, 69.- Walburga, T. v. Johann Bosbach, Tagelöhner, Steinstraße 46.- Anna. T. v. Karl Pütz, Tagel., Kl. Spitzeng. 10—12. Elise, T. v. Edmund Protzmann, Maurer, Luxemburgerwall 20.. Elisabeth, T. v. Theodor Lauters, Speditionsexpedient, Mainzerstr..= Otto, S. v. Otto Busch, Konditor, Kurfürstenstr. 16. Katharina, T. v. Engelbert Schunk, Maurerges., Gr. Griechenmarkt 124.— Willy, S. v. Wilhelm Lülsdorf, Maurerges., Urbach(Landkr. Mülheim a. Rhein). Maria, T. v. Michael Dohmen, Stuckaturer, Pantaleonswall 61.= Johannes, S. v. Anton Schneider, Eisenbahnbremser, Gereonswall 124.Josephine, T. v. Ludwig Schlepütz, Fuhrmann. Elsaßstr. 50A.- Johann, Die Bürgermeisterei von hatsen beglaubigt die Unterschrift dieses Dokuments, das über die mit Bioson erzielten grossen Erfolge berichtet! Battenhausen, Kr. Frankenberg, den.Mai1907. Bezirk Kassel. Sowohl meine Frau wie meine Kinder gebrauchen das Bioson und sind wir mit dem Erfolge recht zufrieden. Meine Frau hatte einen sehr starken Blutverlust und wir hielten sie für verloren. Durch Anwendung von Stärkungsmitteln, insbesondere aber durch den regelmäßigen Gebrauch von Bioson, erholte sich meine Frau, und sie fühlt sich jetzt bedeutend besser, als nach der Anwendung von allen anderen sogen. blutbildenden und kräftigenden Mitteln; auch hat sie das Bioson viel lieber als irgend etwas anderes genommen, und sieht sie jetzt nach der fortgesetzten Anwendung des Präparates viel wohler und frischer aus. Auch bei den Kindern, denen wir das Bioson zur Kräftigung gaben, hat es ausgezeichnete Dienste geleistet. Mit dem Geschmack waren alle sehr zufrieden. Ich kann das Bioson allen, welche zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit eines zuverlässigen Stärkungsmittels bedürfen, auf das wärmste empfehlen. Hochachtungsvoll C. Eberhardt, Heizer in der Landesirrenanstalt Haina. Unterschrift beglaubigt: Battenhausen, Schneider, der Bürgermeister. Bioson ist in Apotheken Drogerien usw. das Paket zu drei Mark erhältlich, welches für ca. 14 Tage ausreicht. 1 Seite 4. Rolner Local-Anzeiger Nr. 243* Donnersrag, 5. September 1907. Erstes Blat Die Pensions=Versicherung Privatbeamten lautet das Thema, über welches in öffentlicher Versammlung em Freitag den 6. September, abends 9 Uhr, im großen Saale des Fränkischen Bofes, Romödienstraße herr Hans Bechly, Berlin prechen wird. lung für alle kaufmännischen Angestellten von größtem Interesse sein. Deutschnationaler Handlungsgehülfen-Verband, Hamburg. Ortsgruppe Köln. WirtschaftsEröffnung. Dem geehrten Publikum sowie meinen werten Freunden und Bekannten hiermit die ergebene Mitteilung, dass ich Samstag den 7. September in meinem Hause Nippes, Rembrandtstrasse 4 (Ecke Kleine Hartwichstrasse) eine Restauration eröffne. Es wird mein Bestreben sein, die Wünsche meiner Gäste nach Möglichkeit zu befriedigen und lade zu recht zahlreichem Besuche hiermit ergebenst ein. Hochachtungsvoll Heinrich Weber. 1 Gewerbeförderungsanstalt für die Rheinprovinz. Meisterkurse zu Cöln a. Rh. Vollkurse, 8 Wochen dauernd, beginnen am 21. Okt. 1907 u. am 7. Januar 1903 für I. Schneider, II. III. Möbel- und Bautischler(einschl. Ereppenbauer), IV. Bau- und Teilkurse, je eine Woche dauernd, beginnen am 26. August,., 9. und 16. September für I. Schneider, II. Schuhmacher, III. Sischler. Zu den Vollkursen werden Meister und Gesellen, zu den Teilkursen nur Meister ausgenommen. Programme dieser Kurse können durch die zuständigen Handwerkskammern und den Unterzeichneten, der auch jede weitere Auskunft erteilt und baldigst einzureichende Anmeldungen entgegennimmt, bezogen werden. Der Direktor: Romberg. eiiase nges aus dem uralten, neugefassten Metternichbrunnen um Teutoburger Walde. Reichsgräfl. Wolff- Metternich'sche Brunnen-Verwaltung. Vinsebeck bei Steinheim 1. Westf. Vertreter für Köln: Conrad Hörling, Köln, Vorgebirgstr. 3b. Telephon 151 ½. Bestempfohlener, routinierter redegewandter Herr für Korrespondenz, namentlich aber für Akquisition(Tagestouren) bei Baugeschäften sofort von Baumaterialienfabrik in Westfalen gesucht. Gehalt nach Leistung, mindestens ca. 1800 M. jährlich außer Spesen. Nur absolut erstklassige Bewerber mit mächtiger Schaffensfreude wollen sich unter Beifügung von ZeugnisabLebenslauf, Referenzen und Gehaltsansprüchen melden Geschäftsstelle d. Bl.6 Zurückgekehrt Dr. Kühlwetter. Zurückgekehrt Dr. Karl Zilkens Arzt und Zahnarzt Mohrenstraße 6. Zurückgekehrt Jelonek, Zahntechniker, Hohenzollernring 24. Zurück Dr. med. Warburg Köln, Friedenstr. 19. Von der Reise zurück Dr. Leeser Bonn* homöonathisch. Arzt. Imer Zurückgekehrt! Dr. Wirtz, Frauenarst, Köln, Norbertstraße 14. Fernsprecher 7097. Zahn-Atelier Arnold Sörensen, Heumarkt 40 Fernsprecher 8684." Tellzahlung gestattet. Woche 1 M (ohne Preiserhöhung). Opernhaus. Beginn der Vorstellung abends 8 Uhr. Grosser Erfeig des Eröffnungs-Programme. und ny 6 andere Attraktionen. Billettbestellungen teleph. 1598, sowie beim Portier. Metropol-Theater. Apostelnstraße 13. Direktion Max Bruck, Telephon 4985. Heute, Donnerstag den 5. Sept., abends 3 Uhr: Zum 5. Male. Zum 5. Male. Ein Walzertraum. Operette in 3 Akten von Oskar Straus. Freisee: Ein Walzertraum. namm: ermäßigte Preise. Künstlerblut. Verein Cölner Installateure. Versammlung bei Weiden Cäcilienstraße. Gäste willkommen. Fränkischer Hof. Heute abend 8 Uhr: Vokal- u. InstrumentalKonzert der 65er Kapelle unter Mitwirkung des Solo-Duartetts„Liederkranz“. Besondere Einlage: Wolframs I. Gesang aus„Tannhäuser“ von Rich. Wagner, gesungen von Opernsänger Herrn Peter Lambertz. Eintritt frei. Freitag den 6. Sept. nachmittags von 3½ bis 11 Uhr: Militärkonzert 7. Fuss-Artillerie. Diners, Soupers, Abendplatten. falmstr. 39, 3. Et., fein möbl. Zimmer z. verm. Besch. part. C A. M. Weber, strässe 21 Bettwaren, Leinen etc. Ausverkauf der Restbestände zu jedem annehmbaren Gebot. Grosse Auswahl in besseren Steppdecken. 8 Direktion: Max Martersteig. Freitag den 6. September 1907. 6. Ab.=Vorst.(5. Ab.=Vors Opernhaus.) Serie B. Anfang 7 Uhr. Der fliegende Holländer. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner Dirigent: Albin Trenkler. Inszeniert von Alerander 0 AAn Mitwirkende: Die Damen: Widhalm, Welden; die Bauer, Petter, Vanoni, Whitehill. Einlaß 6½ Uhr. Anfang 7 Uhr. Ende ungefähr 10 Große Preise. Samstag den 7. September 1907. 7. Ab.=Vorst.(6. Ab.=Z, im Opernhaus). Serie C. Die Zauberslöte. Große Oper in 3 Aufzügen von Wolfgang Amadeus Moz Große Preise. Schauspielhaus Direktion: Max Martersteig Freitag den 6. September 1907. 6. Vorst. Anfang 8 Uhr. 1. Novitäten=Abend. Zum ersten Male: Die Rabensteinerin. Schauspiel in 4 Akten von Ernst von Wildenbruch. Inszeniert von Otto Kienscherf. Mitwirkende: Die Damen: Bajor, Teller=Habelmann, Sch Frey, Lipski; die Herren: Borcherdt, Odemar, Reitz, Bez Heber, Diehl, Wehwer, Thomas, Dysing, Doser, Nitzgen Einlaß 7½ Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende ungefähr 10 Mittelpreise. Samstag den 7. September 1907. 7. Vorst. Anfang 7½ Uhr. Die Macht der Finsternis. Drama in 5 Aufzügen von Leo Tolstoi. Mitelpreise. 900000000000 8 Zur Eröffnung * des vollständig renovierten 70 9 Cald '8 Heute Donnerstag, 5. September und folgende Tage täglich abends 8 Uhr: 8 Frau Warrens Gewerbe ## Drama in 4 Akten von Bernhard Shaw Während den Akten bleiben die Saaltüren geschlossen. Rauchen verboten. ## Vorverkauf von 11—2 Uhr auf dem Theaterbureau des Scala-Theaters, sowie den ganzen Tag über im Zigarrengeschäft Gummich, Schildergasse. Waschanstalt. Das St. Josefshaus in Köln=Bagenith hat die unter Aufsicht der Ordensschwestern Waschanstalt bedeutend vergrößert und empfiehlt der Benutzung für Familien= wie insbesondere Hotel=Wäsche. Verlag u. Druck von J. O. Bachem. Verantwortl. Redakteur: für den allgem. Ceil: B. für den Anzeigen= u. Reklamenteil i..: B. Gutberle alle in Köln. Zu haben in allen besseren Kolonialwaren-Geschäften. Vertreter: Ludwig Blatzheim, Köln, Genterstrasse 19. Telephon 1865. beites Blatt. — Seite 1. □ Das Rautenstrauch Joest Museum am 7. September in dem linken Seitensaale des Hoch#res seine erste Sonderausstellung. Sie umfaßt die alischen Sammlungen ethnologischen Charakters des UniversitätsDr. H. Klaatsch in Breslau, der sich fast drei Jahre, net von europäischer Kuttur noch mehr oder weniger unberührt so daß seine Sammlung ein vorzügliches Bild echt austra## Kulturverhältnisse entrollt. khrigen Welt im wesentlichen abgeschlossen geblieben ist, und urbewohner deshalb an der weiteren Entwickelung der übrigen schheit nicht teilgenommen haben. So ist es gekommen, daß den Australiern die am primitivsten lebenden Völker der echalten sind. Das ist jedoch nicht so zu verstehen, als ob Australier auf dem Anjangszustand der menschlichen Kultur geblieben wären. Denn auch sie verraten schon in vielen n eine höhere Entwickelung, wie überhaupt der Mensch im inde nirgends mehr erhalten ist. Aber alle anderen Völker den Australiern haben den Einfluß noch höherer Kulturmerfahren, von denen Australien unberührt geblieben ist. m primitiv ist die nomadische Lebensweise des Australiers. Jäger und Sammler; was der Mann auf der Jagd erlegt die Frau an Wurzeln mit dem Grabstock aus der Erde gräbt an kleinem Getier auf dem Wege aussammelt, Ameisen, Rau##fer usw., dient ihm ars Nahrung. Es gibr Stämme, deren ## Wohnstätte ein für die Nacht gegen den Wind errichteter #n aus Zweigen ist, oder die nicht einmal das Beil mit zugeener Steinklinge rennen, deren einziges Handwerksgerät vielein am Ende eines Stockes oder der Speerschleuder mit Harz bigter scharfkantiger Stein ist. Andere Dinge dagegen zeigen, auch die Primitivität der Australier nur eine relative ist. nur setzt z. B. der Bumerang, die bekannte getrummte brettige Holzwaffe, deren Spielform bei geschicktem Wurfe in merkugen Vögen und Schleifen zu ihrem Ausgangspunkt zurückeine gewisse Summe von Intelligenz voraus, sondern vor die sozialen und retigiösen Vorstettungen der Eingeborenen auf eine reiche Entwickelung zurück. sozialer Beziehung sind da die verwickerten Heiratsnungen zu nennen, die dem Manne nicht nur die Ehe innerder nächsten Verwandtschaft, sondern innerhalb ganzer pen des Stammes verbieten, in religiöser Beziehung aber die tischen Vorstellungen von einem Zusammenhange bestimmter schengruppen mit bestimmten Tierarten, Pflanzen oder Naturinungen, die als Wappen(Totem) fungieren, ferner die auseten Zauberriten, die das Gedeihen der Tiere und Pflanzen sollen, oder die Seelenlehre der Zentralaustralier, nach sie Seelen der Neugeborenen der einzelnen Totemgruppen aus nmten Bäumen oder Steinen, den Sitzen von bestimmten nseelen, abgeleitet werden, wohin sie nach dem Tode des Inuums zurückkehren, endlich besonders in Südost=Australien der an einen Gott, welcher der Schöpfer des Menschen und der igsten Naturerscheinungen ist, welcher die Menschen die Hern der Waffen und Geräte gelehrt hat und über der Inne#g der Stammesgebräuche, besonders über der richtigen Ausug der komplizierten Jünglingsweihen, wacht. Diese Riten, Kernpunkt die Beibringung von Narben(Skarifizierung), lisschlagen eines oder mehrerer Zähne, die Beschneidung und Operationen bilden, haben zweifellos eine zauberische Bewie denn in Austratien das Zauverwesen überhaupt stark et ist. Zu erwähnen ist besonders der Personenzauber, ien mit Hütfe eines spitzen Zaubergerätes aus Knochen oder us der Ferne oder mittels Verorennens und Vergrabens von Nahrungsabfällen usw. der gehaßten Personen. Für den lier ist fast jede Krankheit und jeder Todesfall Folge eines 5, der durch Gegenzauber unschädlich gemacht oder im Todesuurch Blutrache gejuhnt werden muß. Australien in der relativen Primitivität seiner Kultur eine rstellung einnimmt, so ist es auch in seiner Kulturschichtung eigenartiger Bedeutung. Trotz scheinbarer Gleichförmigkeit rot aller Primitivität ist nämlich seine Kultur doch keine eine. Diejenigen Kulturelemente, welche die Australier über den stand hinausheben, sind in mehreren Wellen nacheinander von stasien her über Melanesien nach Australien gekommen, und es bietet sich uns dabei das Bild der ebbenden Flut, so zwar, daß die einen(jüngeren) Kulturwellen nicht mehr soweit in Australien vorgedrungen sind, wie die anderen(älteren). Dadurch wird Australien zu einem unschätzbaren Prüfstein der zeitlichen Aufeinanderfolge der ältesten Kulturwellen und der verschiedenen Ausbildungsformen der einzelnen Kulturelemente, zunächst für die Südsee und für Südostasien, das Heimatland ihrer ganzen Kultur, in gewissem Sinne aber auch für die übrige Erde. So z. B. erkennen wir, daß von den Bestattungsarten der ältesten, durch die Tasmanier repräsentierten Kulturschicht neben anderen die Leichenverbrennung eigen ist, während eine jüngere Strömung von Norden her über Neuguinea die Plattformbestattung brachte, d. h. die Sitte, den Leichnam auf einem über den Boden errichteten Gerüft verwesen zu lassen, und in noch späterer Zeit mit einem neuen Kulturstrome von Osten her die Erdbestattung, das eigentliche Begräbnis, seinen Einzug hielt. Ebenso wird, nach den australischen Verhältnissen zu urteilen, der Bestand an Waffen, der sich bei den Tasmaniern auf den primitiven Speer und die Wurfkeule beschränkt, durch jüngere Kulturwellen der Reihe nach erst um den Bumerang und den schmalen Parierschild, dann um die Speerschleuder, endlich— von Often her— un den Breitschild bereichert. Aehnliche Schichtungen und Aufeinanderfolgen von Kulturelementen lassen sich noch in zahlreichen anderen Fällen nachweisen. Es ist klar, daß schon durch diese kulturgeschichtlichen Vorgänge das zunächst scheinbar recht einheitliche Bild der australischen Kultur in einzelne voneinander verschieden gestaltete Teile zerlegt wird. Dazu kommen dann noch besondere Ausbildungen in Australien selbst, die wiederum durch Völkerverschiebungen oder Handelsbeziehungen ihre bestimmte Verbreitung erlangt haben, um auch das australische Kulturbild reich gegliedert erscheinen zu lassen. Der eine Kulturbezirk wird von Südaustralien gebildet, d. h. von Viktoria mit den angrenzenden Gebieten. Südaustraliens und dem östlichen Teile von Neu=SüdWales. Ein weiterer mehr oder weniger einheitlicher Kulturbezirk ist das nordöstliche Queensland. Ein dritter Bezirk wird von dem Northern Territory Südaustraliens eingmnommen, der jedoch seine Ausläufer durch Zentralaustralien hindurch bis nahe an die Südküste entsendet. An ihn schließt sich westlich der Kimberley=Bezirk und weiter der Bezirk der eigentlichen Nordwestküste von De GreyRiver bis zum Westkap an. Den Abschluß bildet SüdwestAustralien, dessen Kultur aber leider zerstört worden ist, ehe sie genügend erforscht war. Die ausgestellte Sammlung entstammt der Hauptsache nach den nördlichsten Gebieten, und zwar bergen die drei ersten Schrankseiten zunächst dem Haupteingang die Gegenstände aus Queensland. Hier fallen gleich beim Eintritt die Modelle rgebrachten Rauchrohre. Dagegen zeigen die ebenda aufgehängten Körbe die anscheinend älteste Flechttechnik. Echt australisch sind weiter die sogenannten Feuerbohrer, bei denen die zur Feuererzeugung gebrauchten Enden der beiden Holzstäbe zum Schutze gegen Nässe mit einer Hülle aus Baumharz versehen sind, ferner die Schnitzinstrumente mit Schneiden an' Kängeruhzähnen, die Botenstäbe, die zu den Jünglingsweihen benutzten Schwirrhölzer und die Musikstäbe, die zur Begleitung der Tänze im Tatt aneinandergeschlagen werden. Besonders hingewiesen sei noch aus die Fischnetze, die beim Fischfang wie Muschelschalen aufund, sowie Fische darin sind, wieder zugeklappt werden; ferner auf die Steinäxte in Originalfassung und die riesigen Steinbeilklingen, auf die Brunnenkreisel, die Zauberknochen zum Töten aus der Ferne, vor allem aber auf die Kiadermumie und den Rindensarg, in dem die Gebeine nach vollendeter Verwesung aufbewahrt werden. Die Rückseite des Schrankes enthält die verschiedensten Formen von Speeren und Speerschleudern, während eine Serie mehrzinkiger Speere noch an der Wand neben den Eingangstüren aufgehängt ist. Dem Speerschranke gegenüber hängt eine große Reihe prächtiger, flacher, meift asymmetrischer Schilde von der Nordostküste Queenslands, die gleichzeitig durch große Holzschwerter charakterisiert wird. Außerdem sehen wir hier noch eine bedeutende Zahl von Bumerangs, unter denen die beiden kreuzförmigen besonders hervorzuheben find. Die oben hangenden Keulen zeigen in ihrer schlechten Ausführung und Bemalung deutlich den degenerierenden Einfluß der europäischen Kultur auf die EingeborenenIndustrie. Einen ganz anderen Kulturstil zeigt die nächste Schrankseite, welche die Waffen aus dem Northern Territory von Südaustralien enthält. Hingewiesen sei auf die schweren Stöcke, mit denen die Weiber ihre Streitigkeiten ausfechten, ferner auf die milleton des Kölner Local=Anzeiger. 5. Sept. 1907. # Er soll dein herr sein. Roman von Klara Aulepp= Stübs. entgeistert starrt Hildegard ihre Coufine an, wie diese mitvoll spricht und dabei doch erbarmungslos den Pfeil in die de stößt. Sie preßt die Lippen fest, fest aufeinander, um den zu unterdrücken, der sich aus ihrer Kehle ringen will und st die furchtbare Aufregung nieder, die ihre Elieder zittern Sie antwortet mit bebender, versagender Stimme:„Ich sprich nicht davon!“ so weh tut es dir, daß nicht einmal ich, die dir so nahe und die dich so herzlich lieb hat, davon sprechen darf? Armes was mußt du leiden, wegen eines solchen Vaters——“ arlotta!“ Ein leiser, aber um so erschütternder Schmerzensunterbricht die Worte der gewissenlosen Dame. Ehe diech weiß, wie ihr geschieht, hat der Doktor sich umgewandt, asie zu, nimmt ihre Hand, legt sie auf seinen Arm und ihr lngendem Blick in die nachtdunklen Augen schauend, sagt er „Kommen Sie, gnädige Frau, es wird kühl hier draußen," shri sie in den Salon zurück. testen Augenblick möchte sie triumphieren, doch sie kann nicht „die Bewegung, mit welcher er drinnen ihre Hand von #um gleiten läßt, der Blick, mit welchem er sie streift, hat Verächtliches.— Es ist beinahe, als wollte er ein giftiges Litfernen, sagt sich die schöne Frau. Ihr Stolz bäumt sich dist wie Haß glüht es in ihren Augen. O, er soll ihre Macht Wlernen. Gesellschaft umringt und um ein Lied gebeten, schreitet ### ügel. Bald erklingt die volle Stimme, doch ein anderer denn der Doktor steht draußen bei Hildegard. sorglich legt er ihren Seidenschal, den er aus der „ geholt hat, um die Schultern, er fühlt bei der Berüh„leichte Erzittern ihrer schlanken Gestalt. ngliches Mitleid überkommt ihn plötzlich. Er möchte sie : eict,#ndet aber die rechten Worte nicht. Endlich sagt raus adchen hört aus dem warmen, innigen Ton gerade * was ihr in ihrer jetzigen Stimmung wohltut. Sie reich wie die Han Einige Minuten vergehen, dann meint er: „So, nun sind Sie wieder unser tapferes Fräulein Doktor und gehen mit mir hinein, nicht wahr?“ Zuerst erschauert sie von neuem. Hinein zu Charlotta soll sie? Diese schöne, bestrickende Stimme in nächster Nähe hören, die ihr vorhin so unendlich wehe getan hat?— Doch sie ermannt sich und sieht ein, daß ihr Fernbleiben auffallen muß. So streicht sie flüchtig mit dem Batisttuch über Stirn und Wangen, als wollte sie von dort die Spuren ihrer Erregung entfernen, lächelt dem Doktor mutig zu und geht auf leisen Sohlen, um die Sängerin nicht zu stören, durch das Speisezimmer in den Salon. Ihre Freundin winkt ihr und drückt sie in einen Sessel nieder, ihr dabei einige leise Worte, einen zärtlichen Vorwurf enthaltend, ins Ohr raunend. Frau Charlotta besitzt ein dankbares Publikum. Alle lauschen andächtig der klangvollen Stimme, die mit packender Gewalt die Herzen zwingt. Man hört es der Sängerin an, daß sie aus voller Seele singt. Ihr Lied ist leidenschaftlich durchbebt. Da ergriff mich ein glühend Seynen Nach Liebes= und Lenzesluft— Ich weinte heiße Tränen Mir selber unbewußt.—— Doktor Paulus lehnt, die Arme in einander verschränkt, am Pfosten der Verbindungstür zwischen Salon und Eßzimmer. Er betrachtet nachdenklich das üppige Weib, das so berückend aussieht, so wunderschön singt und doch so herzlos sein kann. Er muß unwillkürlich an die Nire des Rheins denken, die mit ihrem Singen den Schiffer ins Verderben lockt. Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh! Aber er— er schaut die Felsenriffe, er kennt sie— und läßt sich von der schönen Frau dort am Flügel und ihrem Sirenengesang nicht verlocken. Sein Auge sucht eine liebe, zierliche Gestalt, ein füßes, blasses Gesichtchen. Da drüben, das feine Köpfchen an die Lehne des lachsfarbenen Seidenpolsters geschmiegt, sitzt Hildegard. Wie jung sie aussteht, aber ach, wie schmal das liebliche Antlitz ist. Aber welch furchtbare Last ruht auch auf den zarten Schuttern! Der Vater— großer Gott—, was ist es mit ihm? Das arme, arme Kind! schönen Holzschwerter und auf die Speere mit Steinspitzen, die in einer auch im palaeolithischen Zeitalter Europas auftretenden Weise hergestellt sind und zum Teil durch gleichartige Spitzen aus europäischem Flaschenglase vertreten werden, endlich auf die verschiedenen eigenartigen Typen der Speerschleudern. Eine besonders schöne Serie von Speeren mit Holzspitzen hängt an der gegenüberliegenden Wand, an der auch ein Originalboot, ein ganz primitiver Einbaum, steht. Der folgende Schrank enthält aus dem gleichen Gebiete zunächst den Schmuck, unter dem die bemalten Rindengürtel, der Kopf= und Nackenschmuck aus Federn, die Stirnbinden aus Schnurgeflecht und aus Känguruhzähnen, die Gürtel aus Menschenhaarschnüren und die am Boden liegenden Brustbänder hervorgehoben sein mögen. Die Körbe und Taschen des Gebietes zeigen Uebereinstimmung mit Queensland; eigene Formen weisen dagegen die Steinbeile und die Rindenkörbe von Melville Island auf. Neu sind die Tanzstäbe aus Baumrinde und die bei Tänzen geblasenen Trompeten aus Bambusrohr, namentlich aber die merkwürdig ornamentierten Teile von Grabpfosten, die Professor Klaatsch mit anderen Grabbeigaben(Keulen und Rindenstücken), die daneben aufgestellt sind, auf Gräbern von Melville Island fand. Vom Kimberley=Bezirk ist zunächst eine große Anzahl von Keulen, Bumerangs, Speeren und Speerschleudern, außerdem eine schöne Serie von Schilden in zwei Typen vorhanden, die aber beide im Gegensatz zu den Queensland=Schilden die schmale Form des Parierschildes zeigen. Von Hausgerät sind die sehr prmitiven Schüsseln aus Baumrinde hervorzuheben, ferner die verschiedenen Arten von Holzgefäßen, die Trinkgefäße aus Muschelschalen und die Feuerzeuge, bei denen das Feuer nicht, wie in Queensland, mit quirlender Bewegung gebohrt, sondern mit einem zugeschärften Holzstück gesägt wird. Die Nebenabteilung birgt außer einer Reihe der für die australische Wirtschaft so wichtigen Grabstöcke und einer Anzahl von Reibsteinen zum Zerreiben von Nahrungsmitteln und von Farbe zur festlichen Körperbemalung vor allem den Schmuck des Gebietes. Hier fallen besonders die eigenartigen, oft schön ornamentierten Schamdeckel aus Muschelschalen, der ebenfalls aus Muschelschalen angesertigte blattförmige Brustschmuck und die Halsketten aus Röhrenschnecken auf. Die letzte Abteilung dieses Bezirks enthält Kinderspielzeug und Botenstäbe sowie Blashörner aus riesigen Schneckenschalen, aus Bambus und aus Holz, wie sie bei den nächtlichen Tänzen geblasen werden. Den größten Teil des Schrankes nehmen aber eigentümliche Tanzgeräte aus Stäben ein, die spinnwebartig mit Schnüren, meist aus Opossumhaar, bespannt sind und bei Tänzen auf dem Kopfe getragen oder so auf dem Rücken befestigt werden, daß die Fadenkreuze über den Kopf emporragen. Ebenso werden die aus Stroh hergestellten, mit Menschenhaarschnur umwickelten Puppen bei Tänzen auf dem Kopfe getragen. Endlich sei in dieser Abteilung noch auf die bei den Jünglingsweihen geschwungenen Schwirrhölzer hingewiesen und auf die ihnen ähnlichen Seelenhölzer, die sichtbaren Ropräsentanten der Seelen von Lebenden und Toten, alle schön ornamentiert und zum Teil in der Rindenhülle befindlich, in der sie im Baumversteck sorgfältig vor den Augen der Frauen und der Nichteingeweihten vervorgen gehalten werden. Dem gleichen Kulturbezirke gehören die beiden frei im Saale aufgestellten Originalhütten an, sowie die Speerserie, die über der einen Hütte an der Wand aufgehängt ist. Die letzte Schrankabreilung enthält die wenigen Stücke, die Professor Klaatsch aus dem südlichen Teile von Australien erwerben konnte. Die Eingeborenen sind in all diesen Gebieten im Aussterben begriffen, und ihre Kultur ist durch die europäische fast vollständig zerstört. Zu ihrem Studium ist man auf die älteren ethnologischen Sammlungen angewiesen, und auch das RautenstrauchJoest=Museum besitzt in seinen älteren Beständen eine ganze Anzahl guter Stücke von dort, die, wie bisher, in dem neben der Sonderausstellung gelegenen Zimmer aufgestellt sind. Es ist sehr erfreulich, daß Hr. Professor Klaatsch seine reichhaltige Sammlung dem Rautenstrauch=Joest=Museum für einige Monate zur Ausstellung überlassen hat, so daß sich jetzt hier in Köln, wie nirgend anderswo, eine Gelegenheit bietet, australische Kultur zu studieren. Hoffentlich findet sich aber ein Gönner des Museums, um bei der Auflösung der Ausstellung einen größeren Teil der Sammlung dauernd für Köln sichern zu können. Es würde dadurch in den Besitz einer australischen Sammlung kommen, die es mit der jedes anderen europäischen Museums aufnehmen könnte. * R h e i n h ö h e a m 5. S e p t., m o r g e n s 1 1 U h r: 1, 6 2 m— 0, 0 7 m. * Wasserwärme am 5. Sept., morgens 7 Uhr: 140 R. eicht ihm stumm die Hand. Er hält sie fest und streichelt sie sanft, vie die Hand eines Kindes, das man beruhigen will. Er denkt jetzt mit keinem Gedanken daran, daß sie eine hoch begabte, in leitender Stellung stehende Frau ist, denkt nicht daran daß es seine Vorgesetzte— sondern er sieht in ihr nur das Weib. das angegriffen ist. Er möchte ihr seinen starken Arm als Schutz leihen, seine ganze Manneskraft zur Verfügung stellen. Aber wozu? Gegen wen denn? Kann er denn gegen ein Weib kämpfen? Nein, das kann er nicht! Ein ohnmächtiger Grimm gegen Frau von Meerholtz, die sich jetzt von allen Seiten Komplimente sagen laßt und von der Gesellschaft umschwärmt wird, wie eine Königin erfaßt ihn. Er knirscht mit den Zähnen und beißt sich die Lippen wund. Er besitzt kaum so viel Gewalt mehr über sich, um der Frau Professor, die mit einer Frage an ihn herangetreten ist, zu antworten. 40 Er ist heute abend gar nicht so liebenswürdig wie sonst, denkt die kleine Frau. Die Stunden vergehen, und als man sich endlich zum Aufbruch rüstet, atmet er wie von einer drückenden Last befreit auf. Es ist ihm genau so, als wenn er selbst die Pein, die Hildegard während dieser Gesellschaft fühlen mußte, ausstand. Er bewunderte die Tapferkeit und Selbstbeherrschung, mit welcher sie bis zuletzt aushielt. Charlottas wegen ist der Wagen bestellt worden. Hildegard kurze Strecke zu Fuß gegangen. Als der Doktor die Damen an das Coupé begleitet und sich vor Frau von Meerholtz nur höflich verneigt, dem jungen Mädchen jedoch zum erstenmal die Hand küßt, da weiß die schöne Frau ganz genau, daß sie sich nur bloß gestellt hat— daß ihr Spiel hier verloren ist. In Hildegards Herzen aber kämpfen Liebe uud Pflicht einen harten Kampf. Ach, sie weiß es jetzt ganz genau, daß Doktor Herbert Paulus recht hat und es noch etwas anderes auf der Welt gibt außer Pflichten und Beruf; aber sie sträubt sich noch mit ihrem ganzen herben Frauenstolz gegen diese Erkenntnis, die ihr ja kein Glück bringen kann, sondern nur bitteres, schmerzliches Entsagen Die Knespe ihrer jungen Liebe— sie kann nie, niemals zur Entfaltung gelangen. Tief im Innern sitzt der Wurm, er wühlt und nagt und nagt, bis die arme Knospe getötet ist. Ein heißer Schmerz zuckt jäh in dem armen Herzen auf, sie versteht jetzt was es heißt: Da ergriff mich ein glühend Sehnen— nach Liebesund Lenzesluft— ich weinte heiße Tränen— mir selber unbewußt (Fortsetzung folat.) Seite Kölner Local-Anzeiger Nr. 243 a; Donnerstag, 5. September 1907. Zweites BIa Offene Stellen. Tüchtiger, selbsändiger für Blecharbeit, sowie tüchtige Nieter gesucht. inenbaul. talt 0 Abteilung V. 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September starb nach längeren Leiden der Leiter unseres Restaurants Hohestraße 105 Herr Wir betrauern in dem Dahingeschiedenen einen durchaus ehrenhaften, fleißigen, zuverlässigen Mitarbeiter, der sich um unser Unternehmen durch lang. jährige treue Dienste in jeder Beziehung verdient gemacht hat und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Automat.=G. Verdingung. Die Lieferung des Bedarfs an Fleischwaren für die Zeit vom 1. Oktober 1907 bis 31. März 1908 soll in 2 Losen und die Lieferung des Bedarfes an Kartoffeln und Zwiebeln für die Zeit vom 1. November 1907 bis 31. März 1998 soll in 1 Los für die unterzeichnete Anstalt vergeben werden. Versiegelte und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Dienstag den 10. d.., spätestens nachmittags 3½ Uhr, auf dem Bureau abzugeben, woselbst die Angebote geöffnet werden. Die daselbst ausliegenden Bedingungen müssen vor Abgabe der Angebote gelesen und unterschrieben sein. Cöln. 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