Aachen 1885.— Nr. 109. 37. Jahrgang. Mittwoch, 13. Mai.— Erstes Blatt. Chefredakteur: Hubert Immelen. Veranwortl. Redakteur: Hilmar Heinrich Beissel. Telegrammadresse: Echo, Nachen. Verlag von P. Kaapzer in Nachen. Druck von Hermann Kaaper in Nachen. am Seltsame Widersprüche! Auch die Feinde haben dem Fürsten Bismarck den „Muth seiner Aceinung“ und die— in seinem pommerschen Naturell theilweise begründete— Hartnäckigkeit in der Durchführung dessen, was er für richtig hält, niemals abgesprochen. Der Reichskanzler hat eher zu viel als zu wenig Willenskcaft. Is Folge dessen pflegt man die Bedenken und Zweifel, welche er dann und wann über irgend einen Punkt äußert, nicht auf seinen Verstand, sondern auf seinen Willen zurückzuführen.„Er will nicht“,— das ist auch jetzt das kurze Resumé seiner langen Reden über die Sonntagsfrage. Dieser Eindruck ist um so stärker, als die Begründung, welche der Reichskanzler seinem Widerspruche gibt, von ganz verblüffender Einseitigkeit ist.„Der Arbeiter kann in sieben Tagen um ein Sechstel mehr verdienen als in sechs Tagen,“— auf dieses simple Rechenexempel läuft die ganze Darlegung hinaus.0 Wenn Moses das Sabbathgesetz nicht vom Sinai auf Gottes Geheiß heruntergebracht, sondern erst in einem israelitischen Parlament zur Debatte gestellt hätte, so würde uns ein solcher Einwand nicht überrascht haben. Aber seitdem sind doch etliche Tausend Jahre mit ihren reichen Erfahrungen über die Welt dahin gegangen: seitdem haben wir sogar das Fiasko der französischen Decade erlebt; seitdem ist es die wissenschaftliche und praktische Ueberzeugung aller kompetenten Beurtheiler, daß der siebente von Gott gesetzte Ruhetag keine bloß„formelle Einrichtung“, sondern materiell nothgezets##, üx, die Erhaltung der menschlichen Krafte. Kein Mediziner wird es zu bestreiten wagen, daß gerade in der jetzigen Zeit, in der Maschinenaera mit ihrer intensiven, nerven= und lungengefährlichen Arbeit der Ruhetag noch viel nothwendiger ist als bei der ruhigeren, gesunderen Arbeitsweise der Vorzeit. Und nachdem diese Aller geworden zu sein schien, entspinnt sich im deutschen Parlament eine Debatte darüber, als ob der Entwurf des Sabbathgebotes zur„allerersten Lesung" seit Erschaffung der Welt stände!... Auch vor Bismarck wußte man„ungefähr“ schon, daß der wiensch in sieben Tagen mehr schaffen kann als in sechs; es bedarf nur, um den Ruhetag abzuschaffen, des„kleinen“ Beweises, daß der Mensch im Stande sei, Tag für Tag die gleiche Arbeit zu leisten. Das ist nun aber nicht der Fall; er wird schwach, krank, muß unfreiwillige Pausen machen und wird früher invalide als der Arbeiter, der die Sonntagsruhe genoß. Der Arbeiter, welcher 40 Jahre lang 300 Tage jährlich arbeitet, hat 12.000 Tagesleistungen aufzuweisen. Wenn Jemand ohne Ruhetag 30 Jahre lang die Arbeit aushielte,— er wird schon eher zusammenklappen,— so ergäbe das 10 950 Tagesleistungen— und ein zerrüttetes Menschenleben obendrein. Rechnen wir noch die unvermeidlichen Krankheitstage und den Ausfall an Güte und Menge der Arbeit wegen Ermattung ab, und bringen obendrein die Unkosten der Krankheit und Invalidität in Anschlag, so zeigt sich deutlich, welch' ein schlechtes Geschäft der Einzelne wie das Gemeinwesen mit der Ruhelosigkeit machen. Sei man doch konsequent! Wenn in sieben Tagen mehr gearbeitet werden kann als in sechs, so kann doch erst recht in 24 Stunden mehr gearbeitet werden, als in 11 oder 12. Warum also nicht auch da die„arbeits= und verdienstlose" Nach truhe aufgeben? Es wäre thatsächlich diese Schlußfolgerung gerade so richtig wie diejenige, welche Fürst Bismarck bezüglich der Sonntagsruhe macht. Nur zeigen sich die verderblichen Folgen der verweigerten Nachtruhe schneller, als die der verweigerten Sonntagsruhe; der Schlußeffelt ist derselbe. Haben wir zudem ctwa Mangel an Arbeitskräften, daß wir die vorhandenen Kräfte zu Tode hetzen müssen? Im Gegentheil: so viel Ueberfluß an Kräften haben wir, daß wir nach den Kolonien suchen, wo wir sie unterbringen könnten. Aber der Kostenpunkt! Der arme Arbeiter, der bisher auch Sonntags ins Joch gespannt wurde, soll ½: Sonntagsfeier einbüßen. tigen Deklamationen der I eege, Vesternsghesce baldet die weirti ud ioshrahse Vechnitung, De Sasten bertige Das erinnert an die unwahrhaf Initiative ergriffen hätten? Das Blatt meint mit Recht, seit der kaiserlichen Botschaft vom 17. November der Zollwirlunger: Nauchesterleute in Betrif um die Kaslenuugen:„die Lebensmittel steigen um dir Zouhohe im Preise, und der arme Mann trägt die ganzen Kosten!“ Mit welcher Beredtsamkeit wissen die Offiziösen diesen schön klingenden Trugschluß zu be Fostsesaepen ie der Peisbidung larzulgen, un die ##ng vom armen Mann hinwegzudisputiren! Und Preisen alex lautet: besser Arbeit bei theuren wernieteng eie n u. Varum verwenden sie nicht wer die gaenen Theil ihres Hrnschmalzes auf die Fage, dustie weriosseng de erigtd Un der Io. einen Theil zuzuweisen, braucht man nicht einnal an das„eherne Gesetz“ zu appelliren. Die Wochenlestug der tosten Kanten schur Verminderung der Krankenrosten stopfen schon das größte Loch. Und wenn für den # der Schutzoll oder die Staatshüfe herangezogen zten,— wohlan, zu besserem Zwecke könnten diese Mittel nicht dienen. Schließlich gilt aber auch hier der Sag. besser 3/1 der Arbeit als Krankheit oder Invalidität. Nehr noch, als über diese mechanisch einseitige Auffassung einer so großen und tiefreichenden Frage muß man sich darüber wundern, daß Fürst Bismarck, der sonst so systematisch auf diskretionäre Vollmachten ausgeht, sie in diesem Falle zurückweist und verurtheilt.„Das läßt tief wird Sabor sagen. Die Frage des Arbeiterin Bezug auf die Sonntagsruhe, wird nicht in dieser Session gelöst, aber sie wird die nächsten Sessionen beherrschen, und sie wird auch den Reichskanzler zu neuen und ernsten Studien zwingen. Er scheint die Macht dieser Parole noch nicht zu ahnen, obschon sie sich auf nichts Geringeres, als auf die von ihm entworfene kaiserliche Botschaft stützen kann. Berliner Brief. ( Berlin, den 11. Mai. Die Offiziösen haben das richtige Gefühl, daß die Reden des Reichskanzlers gegen den Antrag, betreffend die Sonntagsruhe, in allenchristlichen Schichten des deutschen Volkes wie in allen Arbeiterkreisen Entrüstung hervorgerufen haben. Ban, fürchtet offenbar den Rückschlag davon bei den # und um diesen zu paralysiren, macht hetue die „Ncorvo. Allgemeine Zeitung“ den aussichtslosen Versuch, den Arbeitern aufzureden, daß gerade Fürst Bismarck, indem er für die Gestattung der Sonntagsarbeit eine Lanze einlegte, sich als„wahren Freund der Arbeiter“ gezeigt und sich vortheilhaft von denen ausgezeichnet hätte, welche das „unreife Projekt", betreffend die Sonutagsruhe, lancirt hatten. Zuvörderst werden wohl die überbürdeten Arbeiter selbst besser wissen, was ihnen frommt als der Kanzler, der mit Arbeiterkreisen, die zur Sonntagsarbeit angehalten werden, keine Fühlung hat. Nun haben aber die Redner des Centrums und die der Sozialdemokraten, also zweier Parteien, denen wohl Niemand eine enge Fühlung mit den Arbeiterkreisen bestreiten wird, ohne daß ein Gegenbeweis erbracht worden wäre, dargelegt, daß die überwiegende Zahl, um nicht zu sagen alle Arbeiter, in ihrem Rechte auf Sonntagsruhe gegen den „moralischen“ Zwang der Arbeitgeber geschützt sein wollen. Diese Behauptung hat selbst Fürst Bismarck nicht anzufochten gesucht. Ec erkannte im Gegentheil das Ausschlaggebende des Arbeiterwillens in dieser Beziehung an, indem er äußerte:„wenn das die Arbeiter wirklich wollen, so füge ich mich.“ Aber was hinderte denn den Kanzler, darüber schon früher Enqueten zu veranstalten? Im Parlamente war ihm die Forderung doch schon 1877 in dem Antrag alen und sodann 1882 in dem ersten Antrag Hertling entgegengetreten. Ja selbst die lammfromme„Kreuzzeitung“ wirft heute die Frage auf, warum die verbündeten Re####ichen Botschaft vom:: November 1881 have es an Zeit und Gelegenheit dazu doch nicht gefehlt. Sonderbar! Gleichzeitig beruft sich die„Norddeutsche“ in ihrer Apologie der reichskanzlerschen Reden auf eben diese kaiserliche Botschaft! Indessen wenn das offiziöse Blatt ernstlich dort den Passus von dem„Gemeinwesen" nachgelesen hätte,„das auf den sittlichen Fundamenten des christlichen Volkslebens steht,“ so würde es sicher bei seiner Vertheidigung der Sonntagsarbeit die kaiserliche Botschaft aus dem Spiele gelassen haben. Beide stehen eben in dem schneidigsten Kontraste. Um aber den Reichskanzler als den wahren Arbeiterfreund hinstellen zu können, sucht die„Norddeutsche“ den Antrag wegen der Sonntagsruhe als eine schwere Schädigung eines„großen Theils der Arbeiterbevölkerung“ zu denunciren! Sie geräth dabei aber in einen offenkundigen Widerspruch mit sich selbst, denn hier wird von der Schädigung eines„großen Theils“ gesprochen, später aber hat der Ofiziöse das bereits vergessen, oder er verkehrt es vielmehr tendenziös ins Gegentheil und behauptet flottweg, daß nur„eine sehr geringe Zahl von Betrieben am Sonntage fortarbeitet.“ Wenn dieses Letztere wahr wäre, so könnte man ji doch wohl ohne große Schädigung, ohne Enquete einen Versuch mit dem Verbot risquiren, und das ginge um so mehr, als dringende Ausnahmen ja eine weitherzige Berücksichtigung erfuhren. Indessen irrt das Blatt in der Meinung, daß nur in wenigen Betrieben gearbeitet wird. Ganz abgesehen von den Fabriken, kann man füglich behaupten, daß in allen größeren protestantischen Städten — und auch in jenen„katholischen“ Städten, die auf diesen Namen nur noch scheinbar unspruch haben,— die Lehrlinge und Gehülfen in fast allen Handwerkerwerkstätten und selbst in anderen Branchen zur Arbeit wenigstens am Sonntagvormittag, also zur Kirchzeit, angehalten werden. Der Kommissionsantrag des Reichstags wollte aber gerade auch die Werkstattgehülfen in ihrem Rechte gegen unchristliche Meister schützen. Der ganze Einwurf des offiziösen Blattes gegen die Sonntagsruhe läuft auf die Repetition der bismärckischen sonderbaren Frage hinaus:„wer wird dem Arbeiter den Ausfall des Sonntagsarbeitslohnes ersetzen?" Nur rektifizirt das Blatt die vom Kanzler berechnete Höhe dieses Lohnes und berechnet den Ausfall bei 2 Mark täglich nicht wie der Kanzler nur auf 72 Mark, sondern bei 52 Sonntagen auf 104 Mark! Das ist dieselbe Rechnerei gegenüber dem göttlichen Gebote und gegenüber der Naturforderung, die in der Rede des Kanzlers überall hervortritt, und die gerade so viel Tadel und Verurtheilung findet. Auch der„konservative“„Reichsbote meint, diese Worte schnitten dem christlichen Volke schmerzlich in die Seele"; ja selbst ein jüdisches Blatt verübelt es den„Deutschfreisinnigen“, daß sie nicht für das Recht des Arbeiters auf Sonntagsruhe ihre Stimmen erhoben hätten. Wenn aber einmal ein materieller Verlust von der Beobachtung eines der zehn Gebote dispensiren soll, warum soll denn materieller Nachtheil nicht auch vom vom fünften oder siebten, so beim Betrug und Wucher, dispensiren können? Die Antwort auf des Kanzlers Frage: „wer ersetzt dem Arbeiter den Ausfall?“ ist kinderleicht. Das ersetzt ihm: 1. der Segen Gottes, denn an dem Sonntagserwerb klebt der Fluch; 2. seine dadurch erhaltene moralische und physische Gesundheit und Kraft; 3. die dann ermöglichte Familienfreude und die daraus hervorgehende Zufriedenheit. Das sind höhere und auch in den Augen des armen Mannes chätzbarere Güter, als die vom Reichskanzler ins Treffen geführten paar Geldstücke. Deutscher Reichstag. CPC Berlin, 11. Mai. Der Reichstag trat heute vor gut bejetzten Bänken und gut besuchten Tribünen in die dritte Berathung der Zollnovelle ein. Eine Generaldebatte wurde nicht beliebt, sondern sofort in die Spezialdebatte eingetreten. Auseinandersetzung knüpfte sich zunächst an den Nähfadenzoll, der in zweiter Lesung. gemäß dem Vorschlage der Regierung, im Interesse der einheimischen Nähsädenvon 70 auf 120 M. erböht worden war. Derselbe wurde heute mit Zustimmung der Regierung wieder auf 70 M. ermäßigt, gleichzeitig aber eine Resolution angenommen durch weiche der Reichskanzler ersucht wird, in Bezug auf die Lohnverhältnisse der Arbeiterinnen in der Wäschefabrikations= und in der Konfektionsbranche Ermittelungen anstellen zu lassen, namentlich auch darüber, zu welchen Preisen die Arbeitgever oen Nähfaden an die Arbeiterinnen abgeben. Der in zweiter Berathung beschlossene Zoll von 50 Pfg. von Superphosphate wurde wieder gestrichen ebenso der Cementzoll, dagegen ein Zoll von 30 Pfz. für SchlemmSan sesszi. Eine zum Theil sehr lebhafte Diskussion .. vi nun folgenden Getreidezölle. Es wurde zunächst über den Weizen= und Roggenzoll verhandelt, der in zweiter Lesung verdreifacht worden war(von 1 auf 3 M) Die Sozialdemokcaten beantragten, sämmtliche Getreidezölle zu sgeichen, während die„Deutschfreisinnigen“ beantragten, die Erhohung des Roggenzolles abzlehnen. Fürst Bismarck, der inzwischen ins Haus getreten war, theilte dem Hause mit, daß nach längeren, genern Abend zum Abschluß gelangten Verhandlungen mit der spanischen Regierung die letziere auf die im Handelsvertrage von 1883 stipulirte Bindung des Roggenzolles, die bis zum 30. Juni 1887 nicht blos Spanien, sondern allen meistbegünstigten Ländern gegenüber zu dauern hätte, Verzitt Konzessionen, die ihr in Bezug auf die Einberssende: Basenen seiten Die Neichetage wortage; seit bereits im Bundsrath und werde dem Seite wirde“ degie noch zuzehen. Von„deutschfreisianiger“ und Rickert schaf bekampt. ucg Staule und zrumpft, ebenso von dem sozialdemokratischen nog Stvur und dem deutschhannöverschen Abg. von der die Abgg v Schalscha, Gamp und v. Gerlach die Zollerhöhung befürworteten. Da der sozialkratische Sprecher u A erzählt hatte, daß in mehreren särsischen Städten die Bäcker die bevorstevende Zollerhöhung zur Steigerung der Brodpreise ausgenützt hätten, und von der Decken in seine Rede die Bemerkung eingeflochten hatte, die Meyrheit des hannöverschen Volkes erstrebe auch heute noch die Wiederherstellung des Königreichs Hannover, nahm der Reichskanzler Veranlassung, nochmals in die Debatte einzugreifen, und die Aeußerung des Abg. von der Decken über die Wiederberstellung Hannovers als„Reichs= und Landesverrath" zu charaktezisiren, während er das Vorgehen der sächsischen Bäcker ein „flivvies und„unverschämtes“ nannte, welches auf eine Publikums hinauslaufe. Präsident ertheilte nachträglich dem Abgeordneten Siaeschen Ber di eseuration Hannovers beStalle Zerkerung emen Ordnungsruf, ebenso dem Abg. ee####, dieser ir einer perlönlichen Bemerkung die Aeußerung des Kanzlers über die Bäcker als eine Aufforderung zur Erstürmung der Bäckerläden charakterisiren zu sollen glaubte. Die deutschhannoveischen Abgeordneten v. v. Decken und Langwerth v. Simmern protestirten eneigsy gegen den ihnen vom Richskanzler unterstellten Reichs= und Landesverrath und erklärten, daß die Deutschhannoveraner ihr Ziel nur auf gesetzlichem Wege erreichen wollten. Die Eihönung des Weizendie des Kongegzol di blich in gewögnlicher Abtimmung, die des Roggenzous von 1 auf 3 M in namentlicher Ab1 Uhr: Forisegzung, gegen 139 Stimmung beschlosen. Morgen 26 Feuilleton. Dreibirkenhof. Roman von August Butscher. (Fortsetzung). 10. Kapitel. Löwenzähne. Es war am Abend des nämlichen Tages. Eilende Wolken umsegelten den fahlen Mond, der mit halber Scheibe die Nachtwache bezog. Ein leiser Wind machte die drei Birken erzittern, wie in heimlichem Weh', und drehte die knarrende Windfahne auf dem Dache des Dreibirkenhofes. Mordax, der an eine lange Stange unter der Dachrinne an der Scheuer angekettet war, fuhr rastlos hin und her, daß die Kette rasselte. Von Zeit zu Zeit schickte er ein heiseres Gebell zur Mondsichel empor. Drinnen war es todtenstille. Das Gefinde schlief wohl schon, denn es war neun Uhr. Friedel war den Abend über auffallend ruhig gewesen. An der Bank unter den Birken lehnend, hatte er lange hinausgestarrt in die Dämmerung, aber seine Hand hatte sich oft krampfhaft geballt. Johannes wunderte sich über diese auffallende Ruhe; gleichwohl ließ er den Bruder nicht aus den Augen und bewachte jeden seiner Schritte. So war es Nacht geworden. . Der Hofbauer hatte sich in die Oberstube eingeschlossen; das hatte er niemals gelhan: es mußte schrecklich toben in seiner Brust. Die beiden Brüder schliefen in zwei nehen einander tegenden Kammern. Nur eine Bretterwand schied sie. wollte Johannes die Augen zum Schlummer Itähenz als er Friedel aufstehen hörte. Er legte das Ohr ** dir wand und hörte, wie der Bruder den großen in der sammer stehenden Kasten öffnete und darin herumwühlte. dann schlich Friedel auf den Socken die Stiege hinunter und verließ das Haus. In dem Kasten, den Friedel geöffnet hatte, wurde Werg aufbewahrt, und ein schrecklicher Gedanke durchzuckte Johannes. Schnell erhob er sich und solgte dem Bruder, den er aber im Hofe nirgends erspähen konnte. Kühl blies der Wind, und der von Wolken bedrängte Mond warf nur zeitweilig ein zweifelhaftes Licht auf die stillen Gründe, die, im Dunkel verschwimmend, wie ein graues Meer sich dehnten. Alles war still, nur das Käuzchen sang wieder sein eintöniges Todtenlied und der Hund zerrte an seiner Kette und strebte immer nach der Seite, wo der große Wald wie ein dunkler Wall die graue Felderfläche umrundete. In der Stille rauschten die drei Birken um so vernehmlicher. Johannes sann vergebens, wohin der Bruder sich gewendet haben möchte. Plötzlich, einer schnellen Eingebung folgend, koppelte er den Hund los, hielt ihn am Halsbande fest und ließ sich von ihmfortziehen. Mitriesiger Krast strebte Mordax vorwärts. Johannes vermuthete, daß sein nächtlicher Gang ihn nach der Richtung des Höhlenhofers oder nach Blumenrain führen werde, aber der Hund zog ihn immer südwärts, der dunklen Umwallung zu. So ging es eine Viertelstunde fort, und schon wurden die Umrisse des Waldes deutlicher und ließen sich einige gewaltige Eichen unterscheiden, die gleich vorgeschobenen Posten vor der dunklen Baumwand Schildwache standen. Jetzt ließ sich das Unterholz vor dem Hochwald erkennen, und jetzt sa Johannes plötzlich einen hellen Schein aufglimmen, kaum hundert Schritte vor ihm. Der Schein verbleichte wieder, aber kroch langsam in die Breite und ringelte sich, wie eine feurige Schlange aufbäumend. „Herrgott im Himmel! Er zündet den Wald an!“ schrie Johannes bis zum Tode erschrocken,— und schon flackerte das Feuer gierig und knisternd an den Büschen hinauf. Johannes ließ den Hund los und dieser stürzte mit Gebell auf die Brandstelle zu, die immer lichter, immer klarer aus der nachtdunkeln Umgebung herauswuchs. An eine Eiche gelehnt, stand Friedel und starrte in die Gluth, die immer weiter um sich fraß. Er hatte einen großen Pack Werg hinausgeschleppt und in weitem Bogen um einen Theil des Unterholzes gelegt, daher die feurige Schlangenerscheinug. Auf dem Boden lag viel dürres Holz, das rasch vom Feuer ergriffen wurde. Matt neigten sich die versengten Blätter, und in dem Buschwerk knisterte das zerstörende Element weiter, unaufhaltsam dem Hochwalde zu. Der Verstand des Unglücklichen Noth gelitten unter der Wucht der Ereignisse, die sich am Nachmittage abgespielt hatten; unter dem wilden Weh' und der selbstmörderischen Leidenschaft, die ihn schon so lange innerlich zerfressen hatte; unter dem Mangel an Gottesfurcht und innerem religiösem Halt. Das Züngeln der Giftotter hatte seinem Verstand den letzten Stoß gegeben, und es war in ihm die fixe Idee entstanden, er müsse züngelnde Feuerflammen entfachen, die brennen und verbrennen, die fressen und zerstören, wie es fressend und zerstörend sein Herz durchwühlte. Gleichsam der Zündfaden seines wahnwitzigen Entschlusses war das Rachegefühl, das der alte Höhlenhofer noch schneidiger und grimmiger in ihm entfacht hatte. Der Wald mußte vernichtet werden, das war der Schlußsatz seiner Zornesgedanken; das stolze Prahlen des Feindes mußte gestraft werden, niedergeschmettert werden mit feuriger Ruthe. Auf dem Scheiterhaufen einer Flammennacht glaubte er das verbrennen zu können, was ihn durchtobte. Weiter rechnete er für den Augenblick nicht. So stand er denn mit fieberisch glühenden Augen und stierte in die Flammen, die sich zischend bäumten und freßgierig aufstrebten zum Hochwald. Vor ihm war lohender Tag, hinter ihm schwarze Nacht. Blutroth färbte sich der Himmel. Schon wimmerten von Blumenrain herüber die Sturmglocken, dazu heulte das Horn des Nachtwächters. Von ferne tauchten dunkle Gestalten auf, aber Johannes war der Erste auf dem Brand=— und Schandplatz. Er sah in dem lohenden Scheine, der ihm entgegenstrahlte, wie der Hund bellend an dem Brandstifter emporstrebte, und wie dieser den Hund streichelte, während er wildzärtliche Worte an ihn richtete, wild ihrem Sinne, zärtlich ihrem Klange nach. Friedel wies hinauf nach den hochstämmigen Eichen, an denen nun die Flammen gkeich Riesenschlangen emporkrochen, immer höher, bis zur Krone, die dann auf einmal wie eine Feuergarbe aufloderte und knisternde Feuerstrahlen den nächsten Waldnachbarn zuDeutsches Reich X Berlin, 11. Mai. Heute hatte der Reichskanzler wieder eine Audienz beim Kaiser. Wie es heißt, wäre bei dieser Gelegenheit die Ernennung des Grafen Herbert Bismarck zum Unterstaatssekretär des auswär: tigen Amtes vollzogen worden. Ob Dr. Busch, der bisherige Inhaber dieses Postens, als Gesandter nach dem Haag oder nach Bukarest gehen wird, steht dahin. Bis jetzt verlautete, daß Herr v. Plessen, erster Sekretär bei der Botschaft in London, den Grafen Bismarck am niederländischen Hofe ersetzen werde, und daß Dr. Busch mit Rücksicht auf seine Vertrautheit mit den orientalischen Verhältnissen für den Posten eines Generalkonsuls in Bukarest besiant set. 45 Berlin, 11. Mai. Den„Potsd. Nachr.“ zufolge cirkulirt bei potsdamer Regimentern gegenwärtig ein Schreiben des Kriegsministers, demzufolge für die deutschen Besitzungen im Kamerungebiete eine Anzahl von civilversorgungsberechtigten, jetzt noch aktiven Militärpersonen gesucht wird. Dieselben sollen dort die Kruneger im Dienst der Waffen ausbilden, damit diese als Sicherheitsmannschaften 2c. verwendet werden können. Nur durchaus gesunde und kräftige Militärs, welche unverheischleuderte, so daß auch diese wie in eifersüchtigem Zorne aufleuchteten und bald Fackel an Fackel sich reihte zum schauerlich=schönen Feste. „Friedel, Unglückseliger, was hast Du gethan?“ schrie Johannes den Regungslosen an, der ihn mit unheimlichen Augen anstarrte und zwischen Schrecken und hämischer Befriedigung zu wanken schien. Er begriff im Augenblick die Anwesenheit seines Bruders nicht und weidete sich an dessen schmerzverzerrten Zügen. Höhnend wies er hinauf zum Flammenstrome, der sich gierig seinen Weg durch das Dickicht fraß, gepeitscht von einem pfeisenden Winde. Dann rief er wildlachend: „Siehst Du die Zungen, wie sie fressen und brennen? und ich kann so zuschauen wie ein eingeladener Gast. Wie das wohl thut und so warm um Einen weht! Die Otter war so kalt, aber das ist warm wie der schönste Sonnenschein. Hellauf, immer lustig voran!“ ### Brandstifter, Mordbrenner“, schrie ihn jetzt Johannes wutheno an,„Du Schandpfahl vom Dreibirkenhof, verrückter, zorntoller, wahnwitziger Mensch, flieh', Unglücksvogel, so weit der Athem reicht, verkriech' Dich, daß man nichzt Leine Schand' sehen muß. Hörft Du die Stmmen Gaelgens, Kaalen und Läuten?. Sie holen Wie verwundert starrte Friedel Anfangs auf den Erregten, dann auf einmal, als blitze es in ihm auf, begriff er seine Lage und mit diesem Begreifen wuchs sein Zorn, und zu diesem gesellte sich die Furcht vor der offenen Schande und vor dem Zeugen, von dem er keine Schonung erwartete, auch keine wünschte. reckten sich seine gewaltigen Hände um den des Bruders, daß diesem die Augen fast aus den Immer fester umklammerte er ihn, denn verschiche Sruise. stöhnte unter dem fürchteren Drucke, der ihm das Blut gegen das Gehirn trieb, er war anfänglich wie gelähmt von Ueberraschung und Schmers:.„Bald aber wehrte er sich mit Händen und gußen gegen den Wüthenden. Dieser riß ihn immer näher uschsimmenden Brandstelle zu, indem er ihm heiser ins Ohr rathet sind, werden berücksichtigt. Dieselben sollen außer freier Ueberfahrt und freier Wohnung ein Anfangsgehalt von 2600—3000 M. erhalten. Es soll sich, wie das citirte Blatt wissen will, bis jetzt noch Niemand gemeldet haben. Die beständigen Todesnachrichten von Solchen, die sich nach den neuen Kolonieen begeben hatten, sind wahrlich auch wenig geeignet, Andere zur Auswanderung dorthin zu veranlassen. Die Nachricht, daß für das Etatsjahr 1886/87 im Gebiete der preußischen Staatseisenbahnverwaltung eine anderweitige Abgrenzung der Direktionsbezirke und eine einschneidende Aenderung der gesammten Organisation geplant sei, indem man auf die vor einem Dezennium bestandene Organisation zurückgreifen wolle, wird von berufener Seite als Erfindung bezeichnet. Ueber die Reisedispositionen des Kaisers verlautet heute, derselbe werde am 27. d. M. in Wiesbaden eintreffen und nach 10 bis 12tägigem Aufenthalt dortselbst die Kur in Ems sortsetzen. Obwohl sein Befinden Nichts zu wünschen übrig lasse, bleibe er auf Anrathen der Aerzte den diesjährigen Frühjahrsbesichtigungen der Gardetruppen auf dem Tempelhofer Felde doch fern, zumal bei den ersten Vorstellungen am Donnerstag und Freitag die Luft rauh und kalt war. — Dem Reichstage geben fortgesetzt noch neue Vorlagen zu, obgleich man glaubt, daß die Session am Mittwoch geschlossen werde. Abgesehen von dem Nachtragsetat, der schnell noch an die Buderkommission verwiesen worden ist, sind gestern noch der Handelsvertrag mit Transvaal und die Vorlage, betreffend die Abänderung der Justizgesetze, eingegangen; erwartet wird noch das gestern vom Bundesrath genehmigte Gesetz, betreffend die Unzulässikeit gerichtlicher Beschlagnahme von Eisenbahnbetriebsmaierial, und vor zwei Tagen ist auch deutsch=russische Auslieferungsvertrag vorgelegt worden; kurz, wenn man nicht wüßte, daß der Schluß in dieser Woche erfolgen soll, müßte man glauben, der Reichskanzler wolle die Session noch einige Wochen verlängern. Selbst wenn es nicht möglich sein sollte, die dritte Lesung des Zolltarifs bis Mittwoch zu beenden, würde der Schluß doch Sonnabend erfolgen, und diese Zeit würde auch nicht ausreichen, um eine der genannten Vorlagen, ausgenommen den Nachtragsetat und den Handelkvertrag mit Trausvaal. zu erledigen. — Der„Reichsanzeiger“ meldet:„Mittels Kabinetsordre vom 27. April ist der bisherige Landkreis Bochum in drei Kreise getheilt: Bochum, Gelsenkirchen und Hattingen. Die Landratbssitze sind in den gleichnamigen Orten" Limburg. 11. Mai. Das bischöfliche Ordinariat ordnet durch Amisblatt vom 9. d. M. an, daß am nächsten Sonntage, dem Konsekrationstage unseres neuen Oberhirten, das gläubige Volk zu eifrigem und anhaltendem Gebete auszumuntern sei, um eine gesegnete Amtsführung des hochwürdigsten Heirn zu erflehen; daß in der Messe die Oratio consecrationis episcopi einzulegen und am Schluß das Te Deum gesungen werden soll zur Danksagung für die erfolgte Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles. Oesterreich. X Wien, 10. Mai. Gegenüber der Behauptung des Marquis Castrone(siehe„Echo d..“ Nr. 107, II. Bl.), daß die päpstliche Dispens für Castrone=Popper eine desinitive und vollständige sei, schreibt das„Vaterland“: „Wir bleiben bei unserer Behauptung, daß der definitive Dispensakt nicht existirt. Das Dokument, welches dem pariser Erzbischof zugegangen war, ermächtigte ihn nur, jene Schritte zu thun, welche zur definitiven Ertheilung des Disvenses mit apostolischer Vollmacht führen könnten.„Am 10. März, sagt der Herr Marquis, hat der Papst die Dispens unterschrieben, am 13. war sie in meinen Händen, am 16. habe ich sie, dem Befehle aus Rom folgend, im erzbischöflichen Palais eigenhändig dem Offizial Kanonikus Allain übergeben Zugegeben nun, daß ein auf die Eheangelegenheit seiner Tochter bezügliches Dokument der römischen Kurie direkt aus Rom dem Herrn Marquis Castrone zugestellt worden sei; angenommen, daß die Zeitangaben (10., 13. und 16. März) richtig seien, so behaupten wir dennoch, tcotz der Versicherung des Briefschreibers, daß dieses Schriftstück; keine definitive päpstliche Dispens war. Am 10. März soll der Papst die Dispens unterschrieben haben. Nun unterschreibt der heilige Vater aber niemals Dispensen. Er unterschreibt Bullen, Briefe an Souveräne 2c., aber keine Breven, keine Dispensen. Daß er gerade in dem Fall Castrone=Popper sollte eine Ausnahme gemacht haben, können wir nicht glauben. Diese Behauptung Castrones beweist, daß er das Schriftstück nicht gelesen hat; wenn er es aber nicht gelesen hat, wie konnte er wissen, daß es eine päpstliche Dispens war? Er will diese Diepens am 13. März in Händen gehabt haben. Nun schrieb aber das„Neue Wiener Taablatt“, das zuerst dazu „Komm' immer her, krauser Schönthuer, sollst schmecken jetzt, wie die Zungen da lecken und fressen. So, an den Galgen willst mich bringen, Du Galgenvogel? Hast mir lang' genug saure und heiße Wochen gemacht, jetzt will ich Dir auch heiß machen, daß der Alte Freud' erlebt an seinen Buben, und die Ev' sieht, wie feurig die jungen Birkenhofer lieben können, bis zum Tod! Immer her, Flachshaariger, es wird bald aufflammen wie Werg, und Dein Schädel muß bleichen in der Gluth!"(Fortsetzung folgt.) Die Stadtbaumeister J. I. Conven, Vater und Sohn. Die Restaurationsarbeiten, welche jüngst in einem der bedeutenderen Gebäude der Stadt, dem ebemaligen Redoutensaal, ausgeführt worden sind, veranlassen mich, über zwei Männer zu sprechen, deren Bauwerke sich noch vielfach in Aachen vorfinden und der Stadt zur Zierde gereichen. Ich meine die beiden Staktbaumeister von Aachen, Johann Joseph Couven, Vater und Sohn. Es trifft nicht häufig ein, daß die Werke tüchtiger Architekten zum ersten Male ein Jahrhundert nach dem Tode derselben würdigend beserochen werden; in der Regel wird den Leuten schon bei ihren Lebzeiten soviel Weibrauch gestreut, daß nach deren Tode keiner mehr übrig ist. Den beiden Couven, besonders dem älteren, gebürt das Verdienst, den Rococonil, in dessen Zeitperiode Beide gelebt und gearbeitet, zu seiner höchsten Ausbildung gebracht zu haben. Obwohl die Werke des Rococostils, oder Stil Louis XV, von den sogenannten Kunstgelehrten als kunstzünftig nicht betrachtet werden, verdienen sie doch die vollste Anerkennung derjenigen, denen Sinn für Schönheit nicht abgebt, eben des vielen Schönen wegen, welches dieselben darbieten. Dieser Stil gewährt dem Architekten einen großen Spielraum de. Phantasie, und fast volle Freiheit auf dem Gebieie der Ornomentik, und ist daher in der Hand von Meistern wie der oben erwähnten, geeignet, Schönes und Anmuthiges zu gestalten. Seine Schönheit liegt in der gefälligen und anmuthigen Form untergeordneter The#le, besonders der Verzierungen, die, allen Formen sich anschmiegend, bäusig de reizendsten Particen darbieten. Kein anderer Stil vermag ein: solche Fülle von Anmuth in der Dekorction über seine Bauwerke auszubreiten, und ebendeßbalb kann man die kleinen scheinbaren Verstöße gegen die Konstruktion, die er wohl zuläßt, nur als eine Folge der fast ungebundenen Freiheit, die er gewährt, betrachten. Man muß in demselben nicht nur das wenige Mangelhafte, sondern auch das viele Gute ins Auge fassen, und sich nicht so hoch stellen, daß man das Letztere übersieht. Stellt man sich auf den richtigen Standpunkt, und betrachtet diesen Stil ohne Voreingenommenheit, so wird man bald das Schöne in demselben zu erkennen und zu würdigen wissen. Die Zeitperiode, in welcher dieser Stil zur Ausubung kam, war 1720 bis 1800. Das Geburtsjahr des älteren Couven ist mir unbekannt;— in den Taufregistern der Stadt ist Nichts darauf Hinweisendes aufgefunden worden— jedenfalls dürfte dasselbe noch in das letzte Dezennium des 17. Jahrbunderts gefallen sein. Ebensowenig weiß ich über seine Herkunft, seine Studien noch die genaue Angabe seines Eintrittes in die Dienste der Stadt zu berichten Der Letziere scheint indessen gegen das Jahr 1726 erfolgt zu sein; auf einem von ihm im Jahre 1725 gezeichneten Plane der Stadt Aachen, der sich jetzt auf dem Rathhause befindet, bezeichnet er sich als J. J Couven aquensis, wohingegen diese Bezeichnung auf weitere Pläne nicht mehr vorkommt, vielmehr er sich als architecte de la ville’Aix-la-chapelle unterschreibt. Auf einem Situat onsplan des Quirinusbades vom Jahre 1745 unterschreibt er sich als Architekt und Sekretär der Stadt Aachen. Seine erste Thätigkeit als Stadtbaumeister gewahren wir im Jahre 1727 bei dem Ausbau des Rathhauses. Er muß sich zu dieser Zeit schon eines anerkannten Rufes erfreut haben, da die Stadtverwaltung ihn mit der Ausführung eines solchen bedeutenden Werkes beauftragte. Wenn auch das Schönere der couvenschen Arbeiten am Rathhause, die Außentreppe und berufen war, den angeblichen„Triumph des Judenthums über das Papstthum“ auszuposaunen, schon am 10. März, also am nämlichen Tage, an dem nach den Angaben Castrones der Papst in Rom die Diepens unterschrieben haben soll unter dem Schlagworte„Eine katbolisch=jüdische Trauung in Wien":„Aus Vuris wird uns mitgetheilt, daß daselbst das Breve des Papites Leo XIII die Vornahme dieser Trauung gestattet, eingetroffen ist.“ Nun, da läßt sich doch mit Recht sagen, eine solche schwindigkeit ist eine wahre Hexerei. Am 10. März in der Früh wußte das„Tagblatt“ schon, daß die Dispens, welche der Papst an dem nämlichen Tage unterschrieb, in Paris angekommen war; ja, da man annehmen muß, daß diese Nachricht dem Blatte schon am Tage vorher oder in der Nacht zum 10 März, jedenfalls früber als der heil. Vater am 10. März Schriftstücke signirte, zugekommen ist, so mußte die angeblich vom Papste unterschrieben: Dispens ja schon in Paris eingetroffen gewesen sein, ege der heil. Vater auch nur eine Feder ansetzen konnte. Erklätet mir, Graf Oerindur, dies Wunder der Natur! Vielleicht hat eine gütige Fee, der dies:„katholisch=jüdische Ehe" besonders am Herzen lag, die päpstliche Dispens in die Taschen des Marquis Casirone praktizirt, wo derselbe sie erst drei Tage nachher entdeckte, rachdem dieselbe Fee die päpstliche Unterschrift darauf bingezaubett hattel...„,iu, Cstimstine Gianeng Rein, Here Marquis, Sie hatten keine besintribe Liopene in Händen; Ihr übereifriger Agent in Rom hat Sie höchst wahrscheinlich itregeführt Hat er Ihnen wirklich ein Dokument zugeschickt so war dies gewiß nur ein versiegeltes Schreiben des Santo Officio an den Erzbischof von Paris gerichtet, dem Sie es zu übergeben halten, und womit Letzterer delezirt wurde, die zur definitiven Dispenserthelung nöthigen Schritte zu thun. „Wir behaupten also nochmals fest, daß die angebliche vom Papsie unterschriebene Dispens. um welche die modern=.beralen Juden einen Freudentanz aufführten, wie ihre Vorfahren um das goldene Kalb, nicht existirt.“ Damit wäre denn wieder ein ächt jüdisch=„liberales" Lug= und Trugbild, wie so viele frühere, zerstört. Es wäre doch gar zu schön gewesen, wenn man zur Verherrlichung des Reformjudenthums dem Papste hätte„Eins anhangen“ können. Die Freude dauerte nicht lange, desto länger aber werden jetzt die orientalischen Gesichter, welche so großes Gaudium über die Sache empfanden. Noch möchten wir bemerken, daß auch die„Frankf. Ztg.“ und andere Zeitungen die Zuschrift des Marquis Castrone brachten, daß man es in diesem Falle also wirklich mit einem Cirkulare zu thun hatte, durch welches der Herr Stimmung für seine Sache zu machen suchte. * Breslau, 11. Mai. Ueber die religiöse Lage unserer katholischen Soldaten in einem Theile der Garnisonen muß man sich in neuester Zeit doch eigenthümliche Gedanken machen. Früher glaubte man,— und parlamentarische Aussprüche des gegenwärtigen Kriegsministers schienen dies zu bestätigen, daß für die Erfüllung der religiösen Pflichten unserer Soldaten vom Kommando aus für alle Garnisnnen gesorgt würde. Und nun schreibt man der„Schles. Volksztg.“ aus Sprott au: Die katholischen Soldaten wurden hier in Sprottau regelmäßig, ebenso wie die evangelischen, Sonntags zur Kirche geführt. Das scheint seit dem Weggange des früheren Pfarradminist ators, Herrn Horschin, sich geändert zu haben; man sieht das katholische Militär, hier ungesähr 300 Köpfe stark. Sonntags nur noch sehr unregelmäßig und sehr spärlich(oft nur gegen 20) in der Kirche. Woran liegt dies? Und warum kein Kommando mehr, während es bezüglich der evangelischen Soldaten noch besteht? Am neuen Seelsorger, Herrn Kosiolek, liegt dies gewiß nicht, am Kommandirenden unserer Aktillerie, Herrn Oberst König, auch nicht, denn dieser hat von dem Wechsel in der Seelsorge dem Generalkommando Anzeige gemacht. Aber welche Anordnungen letzteres getroffen, will nicht bekannt werden. Thatsache ist, daß Herr Kosiolek in jeder ihm möglichen Weise die Seelsorge der Militärgemeinde betreibt; er hält ihre Trauungen, unterrichtet ihre Kinder, hört die Beichten der Soldaten, nimmt gern Rücksicht auf das Militär; er würde auch gern in dem Militärlozareth den kranken Soldaten seinen geistlichen Zuspruch spenden, aberer darf ohne ausdrücklichen Ruf des einzelnen Erkrankten das Lazareth nicht betreten. Dazu kommt, daß seine Vorgänger, die Herren Erzpriester Dorn und Koplan Horschin, für ihre Hülfsleistungen in der Militärseelsorge honorirt wurden, während unserem neuen Seelsorger nicht nur Nichts vergüngt wird, sondern das Generalkommando, trotz der vielsachen Verdienste des Herrn Kosiolek um das biesige Militär, von ihm nicht einmal Notiz zu nehmen scheint. Und Aushülfe seitens des biesigen Geistlichen ist doch einmal unumgänglich nothwendig. Ich wiederhole, es macht— um von weiteren üblen Folgen für die soldatische Disziplin und Pflichterfüllung nicht zu reden,— auf den Bcobochter einen eigenthümlichen Eindruck, zu sehen, wie die protestantischen Soldaten, die keine religiöse Pflicht des sonntäglichen Kirchenbesuches haben. regelmäßig und vollzählig von ihren Offizieren zur Kirche geführt werden, während die katholischen Soldaten, die zum sonntäglichen Gottesdienst durch ihre Religion ausdrücklich verpflichtet sind, sich selbst überlassen bleiben. Trotzdem schickt unser Seelsorger jeden Sonnabend und Festvorabend die schriftlichen Anzeigen der Gottesdienstordnung an das hiesige Regimentsbureau, wo sie der Adjutant stets in Empfang ni nt. Die Sache ist wichtig genug, um nicht länger einen Zustand bestehen zu lassen, der das katholische Gewissen bedrücken muß. * Dresden, 10. Mai. Generalstaatsanwalt von Schwarze spricht sich in einer Broschüre:„Die Beeidigung der Zeugen im Strafverfahren“ entschieden für die Einführung der Beeidigung der Zeugen nach ihrer Vernehmung, entgegengesetzt der seit 1879 bestehenden Vorvereidigung, aus. Er wendet sich gegen die übliche ungenügende Belehrung und Ermahnung über die Heiligkeit des Eides von Seiten der Richter, ferner gegen die in der Regierungsvorlage projektirte Massenvereidigung und gegen einen zu großen Umfang der Eidesformel. Die Beeidigung wünscht er durch Vorlesung der Eidesformel seitens des Richters und Nachsprechen der Betheuerungsformel durch den Zeugen. Am Schluß seiner Broschüre schlägt Schwarze zum§ 244 der Strasprozeßordnung folgenden Zusatz vor:„Von der Beeidigung eines Zeugen kann unter Einverständniß des Staatsanwalts und des Angeklagten abgesehen werden, wenn die Aussage als völlig unglaubwürdig oder der Zeuge als ein Nichtwissender sich darstellt.“ Holland. * Roermond, 10. Mai. Seine päpstliche Heiligkeit hat den Hochwürdigen Herrn Boermans, bis jetzt Propst und Dekan an der Metropolitankirche zu Roermond, zum Coadjutor des jetzt 90jährigen, allerdings noch verhältnißmäßig rüstigen hochwürdigsten Herrn Bischofes Paredis mit dem Rechte der Nachsolge ernannt. Diese Nachricht hat allerseits freudige Stimmung hervorgerufen. Herr Dechant Boermans ist 1815 geboren, aber außerordentlich rüstig und kräftig; er war früher Dechant in Weerte. Frankreich. * Paris, 11. Mai. Die Deputirtenkammer begann am Samstag die Berathung des Gesetzentwurfs über die Behandlung der rückfälligen Sträflinge. Der Minister des Innern empfahl die Annahme des Entwurfs in der Fassung, wie sie vom Senat an die Deputirtenkammer zurückgeschickt worden; der Entwurf sei in der jetzigen Fassung zwar nicht erschöpfend, aber das Land verlange Maßregeln gegen die verhärteten Verbrecher.— Perin(von der äußersten Linker) sprach gegen den Entwurf, weil derselbe in dieser Fassung doch zu Nichts führen würde.— Graf Mun(von der Rechten) verlangte, daß die Regierung erst die Anordnungen der Verwaltung für die Deportirten mittheilen möge.— Bischof Freppel führte aus, dem jetzigen Entwurf sehle das gerechte Maß zwischen Schuld und Strafe; Deportation auf Lebenszeit könne nur in außerordentlichen Fällen statthaben; ein Gesetz aber wie dieses sei weder christlich noch französisch. Während ein Unglücklicher für zwei oder drei Uebertretungen deportirt werde, gebe es Missethäter der Feder, welche ohne Ende rückfällig würden, ohne daß das Gesetz erreiche; die wahren Urheber des Bösen gingen straflos aus, während die armen Teufel übermäßige Strenge erlitten.— Heute, bei Fortsetzunng der Berathung, las der Deputirte Pierre Alype eine Schrift vor, um den Beweis zu führen, daß Guyana, eine der französischen Deportationskolonieen, nicht so ungesund sei, wie mehrere Redner behauptet hätten. Hierauf gab Regierungskommissar Herbette eine eingehende Erklärung über das Verwaltungssynem, das die Regierung in dieser Angelegenheit einzuführen brabsichtige. Bischof Freppel und Graf de Mun fanden diese Darlegung jedoch nicht genügend. Nach Beantwortung dieser Ausstellungen durch den Unterstaatssekretär Rousseau legte Lanessan einen Gegenentwurf vor, worauf die Kammer sich bis morgen vertagte. — Ein Telegramm des Generals Brière aus Hanoi vom 10. d. M. meldet, die chinesischen Kommissäre seien in Hanoi eingetroffen. Der Vicekönig von habe versprochen, daß die Räumung am 4. Juni beendigt sein werde, obwohl dieselbe in Folge der großen Menge an Kriegsmaterial und bei dem Mangel an Dschunken(Booten) schwierig sei. Der Vicekönig habe auch eine Proklamation erlassen, in welcher er die Rebellen auffordere, die Waffen niederzulegen und sich zu unterwersen. — Morgen treten die französischen und chinesischen Bevollmächtigten in amtlichen Verkehr zum Abschlusse des endgültigen Friedens zwischen beiden Mächten. Italien. 4 Rom, 9. Mai. Nach einer dem„Moniteur de Rome“ gestern aus London zugegangenen Depesche ist Misgr. Moran, der Erzbischof von Sidney in Australien, telegraphisch nach Rom berusen worden. Ich kann Ihnen aus guter Quelle mittheilen, daß Leo XIII. ihn hat kommen lassen, weil Seine Heiligkeit ihn als Nachfolger des Kardinal Mac Cabe auf dem erzbischöflichen Stuhle von Dublin in Aussicht genommen hat. Die Wahl des Weihbischoss'Donnelly stieß auf Schwierigkeiten, wie früher die des Kanonikus Walsh. Der h. Vater, der sich die Erledigung der Angelegenheit persönlich vorbehalten hat, trifft diese Wahl, weil Migr Moran eine neutrale Persönlichkeit ist, der Regierung, dem Episkopat und dem irischen Volke gleich genehm. Der Papst zeigt dadurch wieder, wie der apostolische Stuhl erhaben über alle Parteien steht. Er zeigt, wie er für das Wohl Irlands zu sorgen weiß, ohne die Regierung unzufrieden zu machen. Es scheint, daß nunmehr über die Person des Nachfolgers des Kardinals Ledochowsky in Gnesen=Posen ein Einvernehmen zwischen der preußischen Regierung und dem Vatikan erzielt ist. Seine Eminenz, den man seit Jahren immer als den Gegner des Friedens angesehen und behandelt, hat nicht nachgelassen, bei Leo XIII. anzuhalten, den erledigten erzbischöflichen Stuhl doch wieder zu besetzen. So werden denn wohl in kürzester Frist die beiden Erzdiözesen Köln und Gnesen=Posen wieder Oberhirten erhalten. Die Rede des h. Vaters an die deutschen Pilger, insbesondere der Passus, der sich auf die Verhandlungen zwischen dem apostolischen Stuhle mit der Regierung bezieht, hat hier einen außergewöhnlich tiefen Eindruck gemacht. Die große Mehrheit der Diplomatie, der anständige Theil derselben spricht sich darüber äußerst günstig aus; man nennt die Ansprache in allen hohen Kreisen eine feierliche Demonstration der Friedensliebe des Papstes. Ich habe es offen in der höchsten Diplomatie sagen hören, „daß, wenn die preußische Regierung nach einer derartigen Kundgebung und nach dieser neuen Initiative des Papstes nicht mit Rom die Beilegung des Kulturkampfes und einen soliden Frieden zu Wege bringe, die Schuld in den Augen der ganzen öffentlichen Meinung nicht auf den Vatikan, sondern einzig auf die preußische Regierung fallen müsse". Dänemark. * Kopenhagen, 11. Mai. Gegenüber der von ausländischen Blättern verbreiteten Nachricht: England und Rußland hätten gleichzeitig den König von Dänemark offiziell ersucht, das Schiedsrichteramt zu übernehmen und erwarteten seine bejahende Antwort— wird aus zuverlässiger Quelle versichert, daß hier keine diesbezügliche offizielle Meldung eingegangen sei. Telegramme des Echo der Gegenwart. Berlin, 12. Mai. Eine Deputation der Aeltesten der hiesigen Kaufmannschaft die heute vom Staatssekretär Bötticher empfangen wurde, erhielt von demselben die Erklärung, daß die Regierung zu der für 1888 geplanten allgemeinen deutschen Gewerbeausstellung sreundliche Stellung nehmen werde, vorausgesetzt, daß hinreichende Interessentenkreise den Wunsch nach der Ausstellung theilten. Die Aeltesten beschlossen daraufhin, die Handels= und Gewerbekammern aufzufordern, die bezügliche Stimmung in ihren Bezirken zu ermitteln und sich selbst über die Stellung zum Unternehmen schlüssig zu machen. London, 12. Mai. 5 Uhr 38 Min. Im Unterhaus theilte der Kriegssekretär Hartington mit, daß der Vormarsch der englischen Truppen auf Khartum aufgegeben sei. Der Rückzug der Truppen beginne am Monatsende. Gladstone erklärte, er zweifle nicht, daß Rußland das in London getroffene Abkommen ratifiziren werden. Der Abschluß einer Konvention mit Rußland sei beabsichtigt; doch sei es erwünscht, den Abschluß bis nach der Grenzregulirung zu verschieben. * London, 12. Mai, 5 Uhr 35 Min. Im Oberhause erklärte Granville: da England und Rußland übereingekommen seien, die wegen des Ehrenpunktes entstandenen Differenzen dem die Holzbekleidung der Eingangsballe leider entfernt worden sind, so geben doch die in den Sälen noch vorhandenen immer noch genug Beweise seines Talentes. Das Ratthaus wurde von ihm dekorativ völlig umgebaut, wobei die etwa noch verbliebenen Verzierungen, welche von dem Neubau aus dem 11 Jahihundert herrührten, beseitigt wurden. Die Säle des Erdgeschosses wurden mit einer Vertäselung aus Eichenholz von etwa 4 Meter Höhe bekleidet, die sich in schöngeschweister Rundung um die bis zum Boden reichenden Rippen des Kreuzgewölbes anschmiegt und mit einem kläftigen Gesims abschließt. Diese Vertäselung, in Panmele eingetheilt, ist mit reicher Vildschnitzerarbeit verzieit. Oberhalb des Abschlußgesimses dieser Vertäselung sind die Wände der ehemaligen Rathskammer mit Stuckornamenten, architektonischen Aufbau darstellend, verziert, und die Rupen des Kreuzgewölbes, ebenfalls in Stuck, mit abwechselndem Muster von Ornamerten bedeckt, und bilden letztere in dieser Form die Einrahmung der an die Genölbe angebrachten Malcreien. Besonders zietlich und reich in der Ausfürrung war die, in ihrer Anoidnung den Sälen entsprechende Eingangshalle, oder der Vorsaal, wie ei genanrt wurde, und ist lebhaft zu bedauern, daß die Vertäselung aus demselben entftret und verbracht worden ist Schin und doch großartig war die zur Eingangshalle führende, im Jahre 1730 erbaute äußere Haupttreppe. Sie wur eine Doppeltreppe mit breiten, bequemen Stiegen und Geländer aus Hausteinen, welch' letzteres tbeils durch zierliche Baluster in Guß eisen, theils durch Postamerte in Hanstein getragen waire. Es ist leider von dieser Treppe vor ihter Wegnahme keine##ondete Zeichnung noch Photographie angefertigt worden, und.s von derselben in Sandstein ausgeführte Modell, welches vor dem Eingang zum Krönungssaal steht, ist nicht hiereichend sein ausgearbeitet, um die Scönheit des Otigmals zeigen zu können. Auch das Bassin des Marktbrunnens sowee die beiden nebenstehenden Brunnen mit den herrlichen, in Schmiedeeisen getciebenen Adlern, die eberfalls vor mehreren Jahren sort,er ommen worder, si d 1730 durch Couven errichtet. Was Couven bei dem Ausbau des Rathhauses und den weiter von ihm ausgeführten Ba#ten gut zu Statten kum, war der Umstand, daß er über tüchtige und gelernte Hendwerksmeister versüzte, die roch der Zunft angebörten und in de selben ihre Ausbildung erhalten hatten. Diese Meister, welche sich mit den Formen des Rocccostiles vertraut zu machen gewußt, verstanden es de von Couven gefertigten Zeichnungen ohne besondere weitere Anleitung auszuführen, was bei Weitem nicht so leicht war, als man wobl glauben möchte, und was für einzelne Handwerker ganz besondere Schwierigkeiten darbot. So waren es namentlich die Schreiner an die hohe Anforderungen gestellt wurden, da jeder Schreiner auch zugleich Bildschnitzer sein mußte, indem die Arbeiten dieser beiden Handwerker völlig in eir ander ausgingen. Doch auch die weiteren Arbeiten des Bausaches, wie die der Schlosser, Steinhauer und Stukaturer, verlangten eine bei weitem größere Kunstfertigkeit, als sie in den jetzigen Tagen von den meisten Arbeitein geleistet werden kann. Die Namen einiger dieser Handwerksmeister sind uns noch aufbewahrt geblieben, unter ihnen finden wir einen Schreinermeister Namens Konrad Srorck, einen Steinhauermeister Joseph Minderjahn, einen Zimmermeister Lambert Werth, Leute, die es verdient haben, daß ihre Namen der Nachwelt ausbewahrt bleiben. Daß überhaupt zur damaligen Zeit die Ausbildung der Handwerker eine bei weitem gediegenere war, bedarf keiner weiteren Erörterung, sorgte doch die Innung für die tüchtige, technische Ausbildung der Lehrlinge und Gesellen und bildete aus letzteren tüchtige Meister. Kurze Zeit nach der Fertigstellung des Rathhausausbaues fertigte Couven die Pläne zur Abteikirche in Burtscheid. Zu diesem Baue wurden von ihm verschiedene Projekte gezeichnet, die theils ganz. theils theilweise verworfen und umgezeichnet wurden, bis zuletzt das zum jetzigen Kuppelbau durch die Rebtissin Margaretha von Renesse genehmigt wurde. Der Haupttheil dieser Kirche besteht aus einem quadratischen Mittelbau mit abgerundeten Ecken an welchem sich Chor und Langsciff anschließen. Ueber diesen Mittelbau erbebt sich eine aus Holz gezimmerte Kuppel, welche oben eine Laterne trägt, die durch eine Kugel ihren Abschluß erhält. Zum Thurme dieser Kirche waren ebenfalls mehrere Projekte gezeichnet worden, von denen jedoch von jedem nur einzelne Theile zur Ausführung kamen. So sind von zwei auf einem Blatte gezeichneten Projekten, von dem einen der untere, von dem anderen der obere Theil des Mauerwerks und von einem, auf einem anderen Blatte befindlichen Projekte das Dach zur Ausführung gelangt. Der Thurm an dieser Kirche ist zuerst ausgeführt worden, da das Mauerwerk vom Mittelbau anscheinend ohne Verband daran gestoßen ist. Der Bau des Ganzen hat mehrere Jahre gedauert, denn oberhalb der in der Thurmanlage befindlichen Eingangsthür zum Innern der Kirche befindet sich die Gründungstafel mit dem Namen der Aebtissin von Renesse und der Jahrzahl 1737,— bis zu welchem Jahre wohl die Aufführung des Tuurmes bis zu diesem Punkte gediehen war— während im Tympanon unterhalb des oberen Tambourfensters das Wappen der Aebtissin A. toinette von Woestenroth,—(wilches mit einigen kleinen Abänderungen jetzt das Wappen der Stadt Burisched geworden ist)— jedoch ohne den Namen dieser Arbtissin, sich befindet. Die innere Aueschmückung dieser Kirche zeigte ebemals die hohe künstlerische Färigkeit, die Couven eigen war. Der Altar war ein Prachtwerk des Rococostiles; dasselbe erhob sich hoch und geschmackvoll fast bis zum Gewölbe des Chors; leider wurde derselbe zu Anfang der 30er Johre dieses Jahrhundetts an die Kirche zu Neuenbagen im Holländischen verkauft, um dem klotzigen, ungeschlachten Du, Platz zu machen, welches jetzt seine Seelle einnimmt. Man hatte Letzteres längere Zeit, bevor es seinen finwen Platz einnahm, im Chor der Kirche aufgestellt, damit das Auge des volkes siv am Anblick desselben gewöhnen möge. Ebenfalls von hoher Schö heit war die Bekleidung der Offnung zwischen der Kirche und dem Nonnenchor, welcher letztere jetzt die Kapelle des Marienhosp tals bildet. Diese Bekleidung wuroc zu Anfang dieses Jahrbunderts kurz nach Aushebung des Klosters ertsernt; wo sie bingekommen, ist mir nicht bekannt. Zu gleicher Zeit als Couven die Ausführung der Abteikicche in Burtscheid leitete, zeichnete er die Pläne zu dem Hause des Bürgeimeisters von Wespien, des jetzigen van gülpenschen Hauses in der Keinmarschierstraße, welches in den Jahren 1737 bis 1739 ausgeführt wurde. In diesem Hause stellte Couven ein Weik dar, welches an brillanter Zeichnung und Ausführung seines Eleichen sucht. Wenn auch etwas bewegt in ihren Formen, ist die Facade doch von besonderer Schönheit, die Vertheilung der Fensteröffnungen im Mauerwerk, die Profilirugen, Ornamente und sonstige Anordnungen sind außerordentlich geschmackvoll gehalten; auch verdient das Tympanon volle Anerkennung. Der Balkon ist von besonders prachtvoller Zeichnung und Ausführurg; derselbe ist als ein Meisterstück der Schmiedekunst zu betrachten. Das Innere ist dem Aeußern entsprechend. Die reichlichen Mittel, die ihm bei der Ausführung dieses Hauses zu Gebote standen, — denn Bürgermeister von Wespien war reich— erlaubten ihm, seinem Hange für das Schöne die Zügel schießen zu lassen. Wir finden in diesem Hause prachtvolle Marmorkamine und herrliche Gobelins, Thüren, Wandbekleidung und Konsoltische von so schöner Zeichnung, wie sie sich vielleicht nur hier allein vorfinden. Man staunt über die Menge von Schönheit, die sich daselbst vorfindet. Im Winter 1733—37 zeichnete Couven die Pläne zu dem Annuntiatenbach Nr. 20 gelegenen Hause des Herrn Mantels, jetzt dem Rentner Herrn Kersten zugehörig. Der straßenwärts zu errichtende Bau war in bedeutender Ausdehnung projektirt, und sollte neun Fenster Frontbreite und außer dm Erdgeschosse noch zwei Stock erhalten. Die Fogade sollie zwei Vor prünge erhalten, von denen der eine vier Fenster, der andere die in der Mitte befindliche Thür enthalten sollte. Die vier weiteren Fenster waren in der Mauer an beiden Seiten der in der Mitte befindlichen Vorsprünge vertheilt. Der mittlere Vorsprung war besonders reich an Ornamenten. Ueber der in demselben befindlichen Eingangsthür sollte ein herrlich gezeichneter Balkon seinen Platz finden. Das Tympanon sollte über dem einen Fenster des mittlern Vorsprunges, sowie über je eins an beiden Seiten desselben sich erstrecken, und dessen Fläche mit den schönsten Ornamenten verziert werden. Die Zeichnung der Facade bildet ein wunderschönes Ensemöle. Neben diesem Wohnhausbau links sollte das Thor, welches zum Innern des Hoses führt, und neben diesem ein langes, niedriges Bauwerk, wahrscheinlich zu Remise und Stallungen dienend, errichtet werden. Obgleich der Vertrag zur Ausführgun dieses Hauses bereits unter dem 2 April 1737 von dem Eigentbümer Mantels und den ausführenden Werkmeistern abgesch ossen worden, kam derselve nicht zur Ausführung; aus welchem Grunde ist mir unbekannt. Dagegen wurde durch Couven der noch jetzt an diesem Hause befindliche Gartensaal errichtet, von dem sich jedoch keine Zeichnung mehr erhalten hat. In Aeußern sehr einfach, weist derselbe im Innern einen großen Reichthum an Schmuck auf; schön gearbeitete und reich mit Schnitzarbeiten verzierte Doppelthüren, hohes, fast bis zur Decke reichendes, mit Bildhauerarbeiten bedecktes Getäfel, in welchem Rahmen zur Aufnahme von Gemälden angebracht sind, ebenfalls mit Schnitzarbeiten geschmückte Fensterläden, schöne Deckenstuckaturen und ein prachtvoller Marmorkamin. Mehrere Details der Ornamentation zeigen Uebereinstimmung mit denen in dem von wespienschen Hause. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts beschäftigte Couven sich hauptsächlich mit der Leitung der Ausführung der Abteikirche in Burtscheid. Zu Ende dieser Jahre baute er für die Stadt das Komödienhaus auf dem Katschhofe, sowie das daneben gelegene Gerichtshaus,„Die Acht“ genannt. Dieser letztere Bau besteht noch in seinen hauptsächlichsten äußern Theilen, wenn auch die Insignen des Gesichtes und das städtische Wappen mit seiner Inschrift: Senatus populusque aquensis, die sich im Tympanon b fanden, in der Zeit der Herrschaft der Franzosen abgetragen wurden. Das Komödienhaus wurde Arfangs der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts abgetragen und an dessen Stelle im Jahre 1824 eine Schule erbaut. Im Auftrage des kaiserlichen Feldmarschalls Graf Batthyany fertigte Couven die Pläne und übernahm die Leitung der ungarischen Kapelle am Münster, deren Crundstein durch den österreichischen General Morocz am 5. Oktober 1748 gelegt wurde. Da jedoch der Bau nicht tief genug fundamentirt worden, neigte er sich vom Münsterbau so stark ab, daß er abgetragen werden mußte. Bei dem Wiederaufvau desselben, welcher durch den Baumeister Moretti aus Mailand geleitet wurde, legte am 5. Juli 1756 der Bürgermeister Johann von Wespien im Namen des Grafen von Cobenzl den ersten Stein. Zur nämlichen Zeit feitigte Couven die Zeichnungen zur St. Michaelskirche in Burtscheid, wozu er ebenfalls mehrere Projekte entwarf. Diese Kirche wurde im Jahre 1751 durch den Baumeister Klausener fertig gestellt. Das schöne und gefällige Aeußere dieser Kirche ist bemerkenswerth; wenn auch dieselbe nicht in der ganzen Ausdehnung des couvenschen Projektes zur Ausführung gekommen ist. Der von der alten— gothischen— Kirche noch berrührende Thurm sollte erhalten bleiben, jedoch zur möglichsten Uebereinstimmung mit der neuen Kirche an der Vorderseite mit einer sehr schön erfundenen Verkleidung, die durch ein Giebeldreieck abschloß, verdeckt werden. An der Seite dieser Verkleidung sollten als Uebergang aus dem Kirchenschiffe zum Thurm sich zwei Konsolen erheben. Man muß die hierzu von Couven gefertigte Zeichnung gesehen haben, um die Schönheit und Eleganz dieser Anordnung beurtheilen zu können. Daß dieselbe nicht zur Ausführung gekommen, ist um so mehr zu beklagen, als durch das Anbringen des jetzigen Portals an dieser Kirche die Möglichkeit genommen ist, die Anordnung jemals so wieder herzustellen, wie Couven sie entworfen hatte. Dieses neue Portal mit seinen unverstandenen Formen und seinen, Musikinstrumenten tragenden gothischen Engeln, ist eine Verunzierung des couvenschen Projektes, zu welchem es durchaus nicht paßt. Das Innere dieser Kirche ist dreischiffig mit einem Querschiff, an welches sich ostwärts das Chor anschließt. Statt durch Säulen, werden die Schiffe durch Pfeiler von einander abgetrennt. Vom Mobilar ist nur der Altar als couvensche Arbeit zu bezeichnen, doch sind die zu beiden Seiten desselben ehemals knieenden Engel, die im Stile des Altars gehalten waren, vor einigen Jahren entfernt und durch andere mehr gotbisirende ersetzt worden. Kurz nach Fertigstellung der St. Michaelskirche in Burtscheid erbaute Couven die Kirche zu Eys, einem Dorfe im Holländischen, unweit Simpelveld. Dieselbe ist, wenn auch eine kleine Dorfkirche, doch sehr geschmackvoll und zierlich, sowohl im Innern als im Aeußern gehalten. In ihrem Plane ähnelt sie der Michaelskirche.(Schluß folgt. Schiedsspruche des Souverains eines befreundeten Staates zu unterbreiten, würden hinsichtlich der Details keine Schwierigkeiten erwartet Die Regierung habe es für angezeigt gehalten, daß Kimberley und Granville mit dem russischen Bevollmächtigten Lessar behufs Erwägung der Grenzfrage zusammenkämen.„Wir sind substantiell zu einer Abmachung gelangt, welche die Regierung, den Bicekönig von Indien, Lord Dufferin, und den indischen Rath völlig befriedigt. Die Abmachung ist der russischen Regierung von dem russischen Vertreter übermittelt worden. * London, 12. Mai, 9 Uhr 10 Min. Das Unterhaus nahm, nachdem der durch Northkote angekündigte und von Hamilton eingebrachte Antrag der Opposition, den Elfmillionenkredit zu verweigern, mit 290 gegen 260 Stimmen abgelehnt war, die Kreditbill in zweiter Lesung an. Gladstone erklärte, die Opposition behaupte, England habe Rußland in allen Punkten nachgegeben. Der am Ende der Woche vorzulegende Schriftwechsel werde das Gegentheil beweisen. Schulzeitung. * Kempen, 9. Mai. Die unter dem Vorsitze des zugleich den Provinzialschulrath vertretenden Rezierungs= und Schulraths Herrn Dickhoff abgehaltene Wiederholungsprüfung der Elementarlehrer wurde heute beendigt und bestanden 30 Lehrer dieselbe, 2 dagegen nicht. Nachrichten. Nachen,12 Mai. B. Des Feiertags halber findet die Fruchtbörse am Mittwoch den 13. dis. im Restaurant Jüsgen statt. * Nachweis der Bevölkerungsvorgänge für Nachen von Sonntag den 3. Mai bis Sonnabend den 9. Mai 1885. Berechnete Bevölkerungszahl: 90,304(1061 Militär= personen einbegriffen). Lebendgeborene der vorhergehenden Woche: männlich 30, weiblich 35, insgesammt 65. Todtgeborene der vorhergehenden Woche: männlich 3, weiblich 1, insgesammt 4. Gestorbene(exkl. Todtgeborene): männlich 22, weiblich 17, insgesammt 39(davon sind in Krankenhäusern gestorben 6; unter diesen befinden sich— Ortsfremde). Verhältnißzahl der Gestorbenen auf ein Jahr und 1000 Einwohner berechnet: 22,5. Familienstand der Gestorbenen: ledig, und zwar männlich 13, weiblich 8, verheirathet: männlich 3, weiblich 5, verwittwet: männlich 6, weiblich 4. Alter der Gestorbenen:(ehelich) im 1. Jahre 10, im .—5. Jahre 3, im.—15. Jahre 3, im 16.—20. Jahre 2, im 21.—30. Jahre 1, im 31.—40. Jahre 5, im 41.—60. Jahre 4, im 61.—80. Jahre 8, im 81. Jahre und darüber 2. Alter unbekannt—. Außerehelich im 1. Jahre 1, im.—5. Jahre—. Todesursachen: Kindbettfieber 1, Lungenschwindsucht 4, Lungenentzündung 2, Gehirnschlagfluß 1, Darmkatarrh 2, alle übrigen Krankheiten 29. Eheschließungen: 15. 88 Burtscheid, 12. Mai. Unserm gestrigen Berichte über die am Sonntag hier stattgehabte Feier der Erstkommunion der Kinder tragen wir ergänzend nach, daß der hier weilende hochw. Herr Bischof Jünger, aus dessen Verwandtschaft auch ein Kind zur hl. Kommunion ging, diesen Anlaß benutzte, den Erstkommunikanten in der St. Michaelskirche die hl. Kommunion zu ertheilen, ein Umstand, der den Kindern den schönen Tag gewiß noch um so erinnerungsreicher und unvergeßlicher machen wird. Aus Versehen wurde gestern die Zahl sämmtlicher hiesigen Erstkommunikanten auf 326 angegeben; sie betrug jedoch nur 226. * Köln, 9. Mai. Von Seiten der kgl. Eisenbahnverwaltungen sind die von den ehemaligen Privatbahnen mit den FeuerVersicherungsgesellschaften gethätigten Verträge gekündigt worden. Neben einer eingehenden Revision und Vermehrung der Löschgeräthschaften ist angeordnet worden, daß auf den größeren Stationen besondere Feuerwehren aus dem Beamtenpersonal errichtet werden sollen. * Bonn, 9 Moi(estern haben sich, wie der„Deutschen Reichsztg.“ mitgetheilt wird, fünf hiesige junge Leute, kontraktlich durch einen eigens hierzu angestellten Agenten bestimmen lassen, ihre Heimath zu verlossen, um nach dem preußischen Kongogebiet in Aftika überzusiedeln. Das Gleiche ist auch in anderen Städten geschehen. Von hier gehen ein Architekt und vier Bauhandwerker dorthin. Es ist zu fürchten, daß es diesen Kolonisten nicht besser gehen wird, als denen, die vor ihnen wiederholt den gleichen Versuch vergeblich gemacht haben. * Lobberich, 8. Mai. Ein frecher Ueberfall wurde gestern Morgen früh um 5 Uhr von zwei Handwerksburschen verübt. Ein Webermädchen aus einer benachbarten Ortschaft, welches in einem etwas abseitsliegenden Hause seinen Webstuhl stehen hatte, ging zur Arbeit. Da es den Tag über auszubleiben pflegte, hatte es sich in einem Körbchen Eßvorrath mitgenommen. Unterwegs wurde es von den Strolchen überfallen und an einen Baum festgebunden. Das Körbchen mit den Eßwaaren, sowie einiges Geld, welches das Mädchen in der Tasche batte, nahmen sie ihm ab und suchten dann das Weite. Erst nach fünf Stunden wurde die Bedauernswerthe aus ihrer Lage befreit. D. Iserlohn, 10 Mai. Ermittelter Attentäter. Nach unermüdlichen Recherchen der hiesigen Polizeibehörde ist es gelungen, den Attentäter, der am 18. Februar d. J. durch die am „Gesellschaftshause“ verursachte Dynamitexplosion die Einwohner= schaft in nicht geringe Aufregung versetzt hatte, zu erm tteln und dingfest zu machen. Es ist dies der 17jährige Fabrikarbeiter Guntav Friesendorf, der die That in Gemeinschaft mit zwei anderen Arbeitern ausgeführt hat. Er hat eine angeblich gefundene Dynamitpatrone in zwei Theile getheilt und zunächst im Wolde an einem Baume die Wirkung erprobt. Darauf hat er kaltblütig einen Fidibus in ein Zündhütchen und dies in die halbe Patrone gesteckt, worauf er durch Anzünden des Fidibus die Explosion bewirkte. Daß diese keine größeren Verwüntungen errichtete, war keineswegs von dem Willen des rohen Burschen abhängig D. Sundwig. 10. Mai. Unglücksfall. Auf eine schreckliche Art ist der über 70 Jahre alte Fabrikarbeiter Sauerland ums Leben gekommen. Der Greis, der immer noch rüstig seinen Obliegenheiten in der Gebr. von der Beckeschen Fabrik nachkam, wurde von den Kammrädern eines Rollfasses erfaßt und mit fortgerissen, so daß der Körper bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt war. erfolgte plötzlich ein unterirdisches Rollen, bes Dortes ein langer Rolen und Erobeben. sich bübete Das erste donnerarige in tiesem Sahi.##en wurde des Nachts, als alle Dorsbewohner einer Bönerin zwar zuerst von sprang die ae weiche ihr unrubiges Kind einwiegte. Erschreckt das Rolen sch au dem Bette, wickte ihren Mann, der, da Lürm, den er schlag. Dor elte und durch dern weckte. Ales elle se die übrigen Bewohner aus dem Schlase von Hab und Gut. aus den Häusern, unter Zurücklossung hange des Verzes bes. Zier nach dem am nordötlichen Ab„rige der Belges Rsendlichen Friedhofe. Plötzlich vernahm man ein neues donnerartiges Rollen, der Bera eizitterte surchtbar, und das Dorf Situch war verschwunden! Der Berg Chantil belum in allen Richtungen sehr starke Risse, einen besonders ame Shesi.e Richtung von Nordwest nach Südost, der ihn in zwel Theue kheilte, von welchen der nördliche unbeschädigt blieb, während der zweite von Rissen förmlich durchschnitten zu sein schien. Die hierdurch aufgethürmten Erdmassen stürzten zusammen und begruben im Sturze die Häuser des Dorfes. Bald war das ganze Dorf in einen Schutthaufen verwandelt, unter welchem Goear sen lag. und Gut der Dorfbewohner Hen„„Fewyork, 11. Mai. Der„Herald' melbet eine starke on, zereg„Mittelpunkt am O tariose liegt, und welcher ein Syllgn in der dichtung auf Halsox folgt, der wahrscheinlich un ven Küsten Großbritannie s und Frankreichs 2c zwischen dem 12. und 14. ds. atmosphärische Störungen hervorrufen wird. Hamburg, 9 Mai. Das Landgericht verurtheilte gestern den Oekonomen und Waisenvater v. Schultz wegen vielfacher Verbrechen gegen die Sittlichkeit, begangen an den ihm anvertrauten Waisenkndern, zu zehn Jahren Zuchthaus und Ehr### guf gleche, Dauer. Die Verhandlungen enthüllten ein Wahrhaft scheußlicher Treiben dieses Wüstlings, der zu den protestantischen„Buckern“ gehörte, ein Treiben, das er viele anbeimcenu sorsetzen konnte, ehe er der Gerechtigleit Die Reichsbank hat den offiziellen Zinsfuß auf 4 Proz. und dem Vernehmen nach die Diskontirung zum Privatzinssuße wieder ausgenommen. * Unfallstatistik. Im Monat April 1885 wurden bei der Allgemeinen U fallversicherungsbank in Leipzig 6 Todesfälle, 4 lebensgefährliche Verletzungen, 3 Unfölle, die ihrer Natur nach eine gänzliche oder theilweise Invalidität erwarten lassen und 918 Unfälle von voraussichtlich nur vorübergehender Erwerbsunfähigkeit der Verletzten, zusammen: 931 Unsälle angemeldet. Von den 6 Todesfällen ereigneten sich je einer in 1 Baugeschäft, 1 Gas= und Wasserwerk, 1 Fuhrgeschäft, 1 Kalksteinbruch, 1 Steinkohlenwerk und 1 beim Eisenbahnbau. Die 4 lebensgefährlichen Verletzungen entfallen auf 1 Cementfabrik, 1 Erzbergwerk, 1 Maschinenfabrik und 1 Seifensiederei; während die 3 Invaliditätsfälle in 1 Bierbrauerei, 1 chemischen und 1 Cementfabrik vorgekommen sind. Fruchtpreise zu Neuß am 12. Mai. 50 Haser neuer 1. Qual. 16— „„ 2. 15 Kaitoffeln 5 Heu per 50 Kilo 3 skoggenstroh per Schock à 600 Kilo 22 Waizen neuer 1. Qual. 19 „ 2.„ 18— Landroggen 1. Qu. neuer 15 30 „ 2.„ 14 30 Winter=Gerste—— Buchweizen 1 Qual. 14 50 2."—— Gereinigtes Oel per 100 Kilo.— M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo 112— Kleien per 50 Kilo 5 20 Rüböl per 100 Kilo in Pathieen von 100 Ctr.. k4 50 Rüböl per 100 Kilo faßweise 56 * Köln, 11. Mai. Zusuhr am Landmarkt unbedeutend. Stimmung ruhig. Weizen M. 17,25—18.25, Roggen M. 14 bis 15, Gerste M. 15—16, Hafer M. 15,50—16,50 per 100 Klgr. * Antwerpen, 11. Mai. Petroleum ruhig, disr. 17%, per Mai 17¼, Juni 17¾. Juli 18, Aug. 18 1/, Sept.=Dez. Fr. Kaffee ruhig, Santos gute Durchschnittswaare zu 22¾ C. unverzollt. Schweineschmalz Marke Wilcox fest, loco 89—89¼, per Mai 89, Juni 89¾. Juli 90¼, Aug. 90½, Sept. 90¾ Fr. Schweinefleisch ruhig, long 72—74, svort 81 bis 82, per Mai 76½, Juni 77 Fr. Umsatz von Häuten!96 Stück von Wolle 47 Ballen. Terpentinöl rohig, amerikanisches 14%, per Juni=Juli 15, Sept=Dez. 15 3/6. frarzösisches 15 Fl. Hopsen fest, Aloster 55, per Mai=Juni 50— 52, Poperinghe 48—51, Poveringhe ville 55—56 Fr Weizen höher, amerikanischer 20½—22, kalifornisher 21—22¼, Polnisch=Odessa 18½—20 Fr. Roggen und Hafer ruhig,##eise unverä: dert. — Wechselturs im deutsche Bankolätze turz 123,85, aus London kurz 25,34¼—38“ Todes=Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Morgen 11½ Uhr unsern lieben unvergeßlichen Catten, Vater, Schwieger= und Großvater Friedrich Wilhelm Bosten nach mehrmonatlichem schweren Herzleiden, mehrmals versehen mit den Gnadenmitteln der h. römischkath Kirche, im Alter von 56 Jahren zu sich in ein besseres Jenseits abzuberufen Um stille Theilnahme und ein Gebet für die Seelenruhe des lieben Verstorbenen bitten M. Gladbach und Rheydt, den 11. Mai 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 15 dss., Morgens“2 Uhr vom Sterbehause Rheydterstr. 129 aus statt und darnach die feierlichen Exequien in der Pfarrkirche. A Birresborner soförkhener BlOenglonssser Jafelgekränk Sr. Durchk. d. Füroten Biomarch, iof, wie käufig öffenklich nachgewienen, Zuo booke Sesek1569 Bekanntmachung. Die Ausloosung der am 31. Dezbr. er. zur Rückzahlung gelangenden Obligationen der Stadt Burtscheid findet am Montag, den 1. Juni er., Mittags 12 Uhr, im Gemeinderathssaale hierselbst statt, was in Gemäßheit des§ 8 des Allerböchsten Privilegiums vom 25. October 1878 mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß das Publikum zu dem Ausloosungs= Termine freien Zutritt hat. Burtscheid, den 11. Mai 1885. Der Bürgermeister: Middeldorf. # 9 Tage. 8 Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen kann man die Reise von Bremen nach Amerika 1 Nachrichten. * Königsberg. 11. Mai. Der kommandirende General des ersten Armeekorps, v. Gottberg, ist nach achttägiger Krankheit an der Kopfrose gestorben. .* Frankfurt a... 9. Mai. In einem heute vor dem Gericht verhandelten Prozeß antwortete eine Angehörige des Theaters auf die Frage nach ihrem Alter so leise, daß allein der Präsident und auch nur mit Anstrengung die Angabe vernihmen konnte. Als die Sängerin nach ihrer Religion gefragt wurde, gab sie an, sie sei Soubrette!... Bei dieser Gelegenveit erfuhr man, was die Anfertigung eines modernen Damenkleides kostet. Für den Stoff zu dem Kleide bezahlte die Sängerin. 50., für Macherlohn und Garntrung aber 152 M. „zu begleift es sich, daß manche Dame vom Theater salbst bei nicht auszukommen weiß. Mainz, 10. Mai. Am Freitag starb in Holland in der Verdannung der in weiteren Kreisen bekannte P. Wilhelm Sander aus der Gesellschaft Jesu. Derselbe war in dem benachbarten Oppenheim geboren Mänchen, 9. Mai. Ein von Dr. Sigl eingereichtes besuch um Strafminderung ist„als zur Berücksichtigung nicht Feeignet“ abschlägig beschieden worden. Dr. Sigl ist bekanntlich gegen Beleidigung des bayerischen Kriegsministers zu 9 Monaten Stsäggniß verurtheilt, die er seit November vor. Is. absitzt. von Marzeig““? Mai. Die Passagiere dritter Klasse des Bine 3.“ nach Buenos=Ayres bestimmten Dampfers„La lich wegen scahlechter en sich gegen den Kopitäa, angebVerr flegung. Es entspann sich ein verschwer.“p: Der Kopitän und sieben Italiener wurden Platz, gz.““ ein Spanier und ein Franzose blieben todt am bändiate:“ zufällig dazu kommendes französisches Kriegsschiff unigie die Meuterer. rerische ga2“ 9 Mai. Heute früh zertrümmerten aufrühgondein dar.. unter Jubelrufen sämmtliche HotelMark deg mer: au die Galagondel im Werthe von fast 5000 neulich„s, in welcher der Großfürst Konstantin hause stagt“: Nachher sand ein Auflauf vor dem Rathweilt, bus. Das Hotel, welchem die Königin von Sachsen Für Jedermann von Interesse. Während des Jahres scheidet das Blut fortwährend unbrauchbare Stoffe aus, die, wenn sie nicht rechtzeitig nach außen abgeführt werden, die mannigfachsten und schwersten Krankheiten hervorrufen können. Im Früdjahr und Herbst ist aber die rechte Zeit, um die sich im Körper während des Jahres abgesetzten, überflüssigen und und die Thätigkeit der einzelnen Organe hemmenden Stoffe und Säfte(Galle urd Sch.eim) durch eine rezelrichte, den Körper nicht schädigende Abführkur zu entfernen und hierdurch schweren anderen Leiden, welche durch diese Stoffablagerungen leicht hervorgerufen werden, vorzubeugen. Nicht nur für Diejenigen, welche an gestörter Verdauung, Verstopfung. Blähungen, Hautausschlag, Blutandrang, Schwindel, Trägheit und Müdigkeit der Glieder, Hypochondrie, Hysterie, Hämotthoiden, Schmerzen im Magen. in der Leber und den Därmen leiden, sondern auch den Gesunden oder en sich für gesund Haltenden kann nicht dringend genug angerathen werden, dem kostbaren rothen Lebenesaft, der unsere Adern und ziederchen durchströmt, die volle Reinbeit und stärkende Wirksamkeit durch eine zw ckmäßige und regelmäßig durchgeführte Kur vorsichtig zu wahren. Als das vorzüglichste Mittel hierzu können Jeder= mann die Apotheker Richard Brandt'schen Schweiperpillen, welche unsere hervorragendsten medicinischen Autoritäten als ebenso wirksam wie absolut unschädlich wärmstens empfehlen, aufs Beste angerathen werden und findet man dieselben in den Apotheken à Schachtel M. 1. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenszug R. Brandt's trägt. Die Bestandtheile sind außen auf jeder Schachtel angegeben. Birresborner Mineralwasser. Dr. med. Preyss in Düsseldorf schreibt an den Eigenthümer der Quelle unterm 10 Nooember 1882: „Ihrem Wunsche entsprechend, bezeuge ich hierdurch geine, „daß ich das Buresborner Mineralwasser seit Jahren so„wohl als Tafelwasser wie zu Heilzwecken schätzen gelernt „habe. „Als Tafelwasser ziehe ich dasselbe wegen seines stets „frischen angenehmen Geschmackes mit seiner Eigenschaft die „Kohlensäure nicht rasch abzugeben, den übrigen Wässern „entschieden vor „Dem entsprechend habe ich auch bei fieberhaften Krank„heiten dasselbe mit Vorliebe als Erfrischungsgetränk em„pfohlen, als welches es rein oder mit Wein, Obstsäften 2c. „vermischt immer gern genommen wurde. Zu Heilzwecken „pflege ich dasselbe bei verschiedenen Krankheiten zu verord„nen. Einnal sind es die katarrhalischen Affektionen der „Respirationsorgane, wo ich das Wasser mit gleichem Er„folge, wie das übliche Emser Krähnchen, den Neuer ahrer „Sprudel u. s. w. mit oder ohne Milch habe nehmen lassen. „Dann ist der Brunnen wegen seines relativ höchsten Ge„haltes an doppeltkohlensaurem Natron von mir bei den „Krankheiten mit bestem Erfolge verordnet worden, wo „übermäßige Säuremengen zu neutralisiren sind. So be„seitigt es die so lästige Magensäure in kürzester Zeit und „macht die überschüssige Harnsäure im Urin sehr bald ver„schwinden. Bei Fällen von Nierensand und Nierensteinen „habe ich bei reichlichst und läng rer Zeit sortgesetztem Ge„nusse des Wassers wesentliche Besserung eintreten sehen.“ Das Wasser ist in fast allen Mineralwasserhandlungen und Apotheken 2c. erhältlich. Alleiniger Vertrieb durch B. Meising, Düsseldorf. in 9 Tagen machen. Nores bei der irection des Norddeutschen Lloyd in Bremen. 2739 Auszug aus den Verhundlungen der Handelskammer zu Stolberg. Sitzung vom 30. April 1885. Anwesend die Herren: P. Stang, Vorsitzender, Generaldirektor Fetis, Julius von Asten, Eugen Meyer, Direktor Dittmir, Commerzienrath Bücklers, Hugo Schleicher, Commerzienrath H. Schöller und Direktor Kirdocf. Der Entwurf zum Jahresbericht pro 1884, wie er von der RedaktionsCommission in den vorberathenen Sitzungen festgestellt, wurde der Kammer vorgelegt und von dieser in pleno genehmigt. Ein Seitens der Firma Cail Spleicher und Söhne zu Schönthal an die Kammer gerchieses Gesuch um Verwendung für de Rücknahme event. Abinderung eines Russischen Zoll Decreis, welches die Verpackurg von nach Rußzland einzuführenden Nähnadeln beirifft, gelangte zur Berahung und beschloß die Kammer das Schreiben der Petentin befürwortend an das Ministerium gelangen zu lassen und den Schwester=Kammern Nachen und Iserlohn Muheilung vom Geschehenen zu machen um dieselben zu gleichem Vorgehen zu veranlassen. Die ei gegangenen Schriftstücke wurden zur Kenntniß gebracht und ein Theil derselben zur Circulation bestimmt, so namentlich eine Denkschrift des Markenund Musterschutz=Vereins Deutscher Tabakindustrieller, welche eine Resorm des Markenschutzgesetzes anstrebt.— Herr Direktot Kudo## teferit zu einem Schreiben des Königl. Ministeriums für Handel und Geweib=, betriffend Maßregeln gegen den Verrath von Fabrik und Geschäftsgeheimnissen. Die Kammer beschließt die hierzu eingesammelten thatsächlichen Mittheilungen dem Königlichen Ministerium mit dem Hinzufügen zu unterbreiten, daß die Kammer sich für den Erlaß einer ähr lichen Strafbestimmung ausspreche, wie sie das französische Sir fgesetzbuch im Art 418 enthalte.— Dem P äsidium des deutschen Handelstages beschließt die Kammer auf eine diesbezügliche Zuschrift zu erwidern, daß sie einen Anschluß des deutschen Reiches on den internationalen Verein zum Schutze des gewerblichen Eigenihums für zweckmäßg erachte. Nachdem roch Herr Direktor Dittmar über die Verhandlungen des BezirksEisenbahn=Rathes teferirt, wurde die Sitzung geschlossen. Gerlach, Secretair. Zu kaufen gesucht: ein Assortiment Wollmaschinen nebst WiAf und Zubehör und eine Lokomobise von—8 Pferdekraft. Offerten unter F 397 b sorat die Exped. 2018 Lizitation zu Hauset. Hauset, Kühger, vertreten duch Recis=Anwalt Theisen a, Hanbelimam zu gegen 1. die Wwe. Math. Bastin, geb. Krischer, Ackerin; 2. die Therese Bastin, Wwe Cloot, Ackerin; 3. die, Sheleute Cornelius Blomen, Färber, und Maria geb. Bastin, ohne 4. den Wilh. Bastin, Bergarbeiter: 5. den Egid. Bastin, Tagelöhner, diese Alle in Hauset wohnend; die, Eheleute, Jos Leelou, Handelsmann, und Josefige geb. Bastin, ohne eschaft, beide zu Vaals in Holland wohnend; Beklagte, vertreten durch ven Rechts=Anwalt Koch und Justizrath Statz der unterzeichnete in der Stadt Eupen wohnende Königl. Preuß Notar Dr juris Richard Klinker auf Grund Urtheils des Kgl. Landgerichts zu Aachen vom 16 April 1885 am Montag, den 3. August 1885, Nachmittags 4 Uhr, in der Gastwirthschaft des Herrn Pet. Jos. Kockartz zu Hauset, die nachbeschriebenen in der Gemeinde Hauset Bürgermeisterei Hergenrath Kreis Eupen gelegenen Immobilien öffentlich meistbietend zum Verkaufe ausstellen und bei ErCchlgarn nämichu Destdetenden sofort desinitibo zu3: Fiur 3 Kar: Fr. 1683„Vollebahn“ Wiese, groß 1 Hektar 44 Nr 38 Jul= Purg. Kr. nov 2„Freient“ Hofraum und Hausgarten nebst dem darauf stehenden mit der Nr. 190 bez. Wohnhause, groß 6 Ar 45 Meter, beide Parzellen begrenzt von Erben Bastian und der Gemeinde Hauset. 3. Flur 3 Parz Nr. 111„Sandbabn“ Wiese, groß 44 Ar 92 Meter; begrenzt von Erben Bastin, vom Gemeindeweg und von Frz v. Meuwen. 4. Flur 3 Parz Nr. 2 daselbst. Wiese, groß 31 Ar 33 Meter; begrenzt von Gergenrate Radermacher, vom Gemeindeweg und von der Gemeinde 5. Flur 3 Parz Nr. 35(4 daselbst Wiese, groß 14 Ar; begrenzt von Erben Bastin, Joh. Per. Timmermann und vom Gemeindeweg. 6. Flur 3 Parz. Nr. 4 daselbst Wiese, groß 77 Ar 9 Meter; begrenzt von Erben Bastin und Joh. Per. Timmermann. Das Ganze ist zusammengehörig und bildet zum größten Theil einen zusammenhängenden Complex. Die Taxe beträgt M 60 0,— Die Verkaufsbedingungen liegen beim Unterzeichneten zur Einsicht ossen. Eupen, den 13. Mai 1885. 2002g Der Königl. Notar Dr. Klinker. " P r e u ß t i s c h e R e n t e n= V e r s i c h e r u n g s= A n s t a l t zu Berlin. Altersversorgung, Versicherung von Renten jeder Art wie von Aussteuer=Kapitalien mit und ohne Rückgewähr. Die Anstalt ist die bedeutendste Renten=Anstalt Deutschlands. Es betragen die 1885 baar zu zahlenden Renten 1,931,468.96 und die Gesammt=Aktiva zur Zeit über 58,.000.000 Mark. 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Bock Söhne. weilt bließ ure Hotel, in welchem die Königin von Sachsen Zeit eg denhettigt. Der Präfekt hatte schon vor einiger nutzen zu Hottliers unersagt, ihre Gondeln von Fremden be" zu tassen, weil dadurch die Gondoliere geschädigt würden. Bericht gger. Die rutsische„Nowoje Wremja' bringt einen der Umges... Erdbeben in der Nähe von Derbent. In größten#### von Deibent befand sich das Dorf Siluch, zum * Theu auf dem Abhange des Berges Chantil gelegen. Muthmaßliches Wetter für Aachen und Umgegend am 13. Mai. Fortdauernd veränderlich und kalt ohne wesentliche NiederDerbent. In schläge. Wind mäßig P (Ein älteres, gut gefahrenes u. E gerittenes Pferd(Damenpferd) billig zu verkaufen. Ausk. in der Exp. 1991 K. Lemp. Min. 2° C. " Max. 12°„ P. Eurstogen. Ein grünlich= gelber Kanarienvogel Samstag Nachmittag entfloren. Wiederbringer gute Belohnung. Schützenstr. 12. 2004 Krobe=Nr. der„Mitteilungen a. d. Gebiete des Volksschulwesens“ gratis und franko durch alle Buchhandl u. vom Verleger. 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Es kommt deshalb öfters vor, daß Käufer den Preis für reinwollene Kleidungsstücke bezahlen und halbwollene erhalten, und wiederum Leute, welche das Handeln besser verstehen, reinwollene Sachen für den sonst üblichen Preis von Halb= oder Kunstwolle beziehen. Daß dieses Verfahren manchmal nabe an Betrug grenzt und dem Pu blikum begründete Ursache zum Mißtrauen bietet, weiß jeder Inhaber eines Konfektions=Geschäftes, doch nur Wenige besitzen den Muth. den Konsequenzen, welche durch die Einführung von streng festen Preisen entstehen, die Stirne zu bieten, Mit dieser Einführung der streng festen Preise in unserem Geschäfte sind die Unterzeichneten der Schwierigkeiten, die sich ihnen Anfangs entgegengestellt, durch die uns von Seiten eines geehrten Publikums geschenkte Unterstützung nunmehr vollständig enthoben, auch wird daß kaufende Publikum die Wahrnehmung gemacht haben, daß da, wo streng feste Preise eingeführt sind, es auch reell bedient werden muß und bei streng festen Preisen die Interessen der Käufer in der weitgehendsten Weise gewahrt sind. Was die Leistungsfähigkeit der Herren=Kleiderfabrik der Unterzeichneten anbelangt, so ist diese von unseren Kunden allgemein anerkannt. Der Bezug sämmtlicher Rohstoffe aus erster Quelle bieten jedem Käufer die Garantie der billigsten und reellsten Bedienung, so daß selbst der beste Waarenkenner bei einem Besuche unseres Etablissements die obige Behauptung betreffs der Reellität und Preiswürdigkeit der Waaren bestätigt finden wird. Auf sämmtlichen Garderobegegenständen, die sich auf Lager befinden, steht in deutlicher Schrift der billigste Verkaufspreis verzeichnet, und kann daher ein Abzug, in welcher Form derselbe auch verlangt werden sollte, nicht stattfinden. Hochachtungsvoll Kinting& Heymann, 81/83 Ecke Seilgraben und Großkölnstraße 81/83. 1053m Mit dem heutigen Tage eröffne ich wieder in meinem Hause 15 Damengraben 15 ein Engros- und Detaillager meiner Fabrikate Soffen und-Vurtahorten verbunden mit Lager der renomirtesten in= u. ausländischen Spezialitäten und reichem Assortement Coilekte- u. Wabeartikel aller Art. Durch aufmerksame, reelle Bedienung und billige, den heutigen Zeitverhältnissen entsprechenden Preisen hoffe ich mir das Wohlwollen des geehrten Publikums wieder zu erwerben und bitte um geneigten Zuspruch. Aachen, den 12. Mai 1885. 20141 A. L. Kendall, Seifen- u. Parfümerie-Fabrikant. I F Wm e RERE WA K Ke eite e Ich behre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich den Herren H. B. Jansen& Hirsch Aachen den alleinigen Verkauf meiner, mehrfach mit ersten Preisen rämürten, garantirt reinen Natur=Weine übertragen habe und erlaube mir ab Lager Ottostraße 17, Weissweine: Obermoseler Honneser weißer Graacher Niersteiner Brauneberger Pastortropfen Scharlachberger Scharzberger Rüdesbeimer Josefshöfer Rüdesheimer Berg M.—60. „—.70 —.90 „ 1—. „.25. „.50 „.75. „.90 9— „ 2 .25. .50. Rothweine: Honnefer rother M.—.85. Medoc".30 Walporzbeimer„ 1 50. Menzenberger„.75. Tokayer„.— (aus dem k. k. Keller in Wien.) per Flasche inclusive zu offeriren. 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Mai.— Zweites Blatt. Ebehrebatten: b Gris dr eien Gesidaurn. auf die Sonntugsnumme s Das Lehrerpensionsgesetz ist also am 8. dieses vom Abgeordnetenhause in der verschlechterten Form des Herrenhauses angenommen worden, und nun überbieten sich„liberale" Tages= und Schulblätter in bitteren Ergüssen und in Anklagen: bie böse Centrumsfraktion habe Alles aufgeboten, um das Gesetz zum Falle zu bringen! Bei der Wichtigkeit der Sache war es sehr erklärlich und ganz natürlich, daß die größeren Preßorgane des„Liberalismus“ in ungewohnter Ausführlichkeit über die Verhandlungen Bericht erstatten, einzelne sogar die stenographischen Berichte brachten. Daher kann auch für das Gebahren der bezeichneten„liberalen" Blätter nicht Unkenntniß angeführt, sondern nur— Böswilligkeit angenommen werden. Daß der Abg. Dr. Windthorst Verfassungsbedenken scharf hervorgehoben und betont hat, daß die Pension in erster Reihe von den verfassungsmäßig dazu Verpflichteten zu zahlen und der Staat erst in den Fällen, wo das Unvermögen derselben nachgewiesen sei, einzutreten habe, war aus mehr als einem Grunde vollauf berechtigt. Er wies nach, daß der Entwurf nach dieser Richtung leicht abzuändern sei und das Gesetz troßdem in dieser Session zu Stande kömmen könne; eventuell beantragte er, zu beschließen: die Lehrer erhalten die in§ 2 festgesetzte Pension:— von den bisher Verpflichteten und eventuell vom Staate. Die im Abgeordnetenhause und an anderen Stellen ausgestreute Behauptung, daß er und seine Freunde durch das Hervorheben verfassungsmäßiger Bedenken das Gesetz nicht zu Stande kommen lassen wollten, bezeichnete Dr. Windthorst geradezu als eine Verleumdung. Sie wollten eben das Gesetz, und zwar noch in dieser Session. Ist es doch eine Thatsache, daß in der Kommission die Mitglieder des Centrums trotz der Bedenken der Vertreter der Staatsregierung gegen die Aufnahme der Festsetzung des Minimalsatzes der Pension auf 450 M. ganz entschieden daran festgehalten, aber über stimmt worden sind. Und bei den Verhandlungen im Abgeordnetenhause hat Dr. Windthorst erst dann erklärt, diese Bestimmung fallen zu lassen, als nicht bloß die„Konservativen“, sondern auch die „Liberalen“ dieselbe preisgegeben hatten. Auch das Amendement von Rauchhaupt, wonach ein Theil der Pension aus dem Gehalt der Stelle genommen werden soll und wird, wurde von der Centrumsfraktion von Vornherein abgewiesen.— Daß das Herrenhaus diese Bestimmung wieder in das Gesetz hineingebracht hat, wird wahrlich Niemand dem Tentrum zur Last legen wollen. Hätte das„böse" Centrum wirklich die Absicht gehabt, das Gesetz zum Falle zu bringen, so war ihm gerade durch die„Liberalen“ dazu die beste Handhabe geboten. Am 8. dss. stand der vom Herrenhause„amendirte" Gesetzentwurf wieder zur Berathung im Hause der Abgeordneten. Die„Liberalen“ wollten durchaus, daß des Amendements v. Rauchhaupt wegen der Entwurf an das Herrenhaus zurückgehen sollte. Die Centrumsfraktion brauchte dem betreffenden Antrage nur zuzustimmen, so wurde, weil die Session am folgenden Tage geschlossen werden sollte, das Gesetz begraben, und zwar durch die Schuld der„Liberalen“, die jetzt das Zustandekommen des Gesetzes als Hauptverdienst für sich in Anspruch nehmen wollen! Der Abgeordnete Zaruba, früher selbst Elementarlehrer, erklärte Namens des Centrums, daß er das weniger Gute annehmen wolle, weil das Beste doch einmal nicht zu erreichen sei, und daß er demgemäß für das Gesetz stimmen werde. Die„Liberalen“ hatten es dem Centrum vollständig in die Hand gegeben, das Zustandekommen des Gesetzes zu verhindern; das Centrum hat davon keinerlei Gebrauch gemacht: es hat sich vielmehr notorisch in allen Phasen der Berathung, und besonders in der letzten Phase, alle Mühe gegeben, um das Zustandekommen des Gesetzes zu sichern. Und so kann man in Wahrheit sagen: das Gesetz verdanken die Lehrer dem Centrum. Das aber sollen und dürfen sie, ginge es nach dem Willen der „liberalen" Presse, nicht glauben; darum kömmt es jener Presse auf ein„Bischen“ Verleumdung nicht an. Die Lehrer aber lesen die Verhandlungen so gut wie andere Leute, und lassen sich von Niemanden täuschen und an der Nase herumführen. Telegrämmadresse: Scho, Nachen. „P WrrTeoTT sobles-BtI 9ag 911 ben.101 Verlag von P. Kaaper in Nachen. Druck von Hermann Kaatzer in Nachen. liste fiel durch. Unter den Gewählten befinden sich die „liberalen" respektive republikanischen Führer Sagasta, Moret, Castelar, Martos, Figuerola, Becerra, Pi y Margall, Vego de Armijo und neun Bankiers und Industrielle. Nach Meldungen aus den Provinzen sind die Wahlen in Saragossa, Huesca, Valladolid, Avila, Salamanca, Segovia, Santander, Badajoz, Ciudad Real, Ferrol, Ocense, Valencia und Castellon zu Gunsten der Opposition ausgefallen, während dieselbe in zwölf anderen Amtsstädten in der Minorität blieb. In den kleineren Städten und auf dem Lande hat ohne Zweifel die Regierungspartei gesiegt. In „liberalen“ Kreisen herrscht in Folge der Wahlnachrichten große Aufregung. Castelar und Moret hielten Reden und verkündeten, daß die Koalition auch ferner gemeinsame Anstrengungen machen werde. Man spricht in„liberalen" Korrespondeuzen aus Madrid bereits davon, daß demnächst das jetzige Kabinet zurücktreten und ein Uebergangsministerium unter dem Präsidium des Grafen v. Torreno, oder des ehemaligen Gesandten in Paris, Silvela, gebildet werde, welches dann nach einigen Monaten einem ausgeprägten„liberalen“ Kabinete Platz machen würde. Dessen Chef würde dann der alte Verschwörer Sagasta werden. Vorläufig operirt derselbe gemeinsam mit Castelar, Salmora und Piy Margall, um eben an das Ruder zu kommen. Das aber ist gerade auch der Punkt, der ihn von dem Könige Alfonso trennt: sein enger Zusammenhang mit den umsturzlüsternen Republikanern. Wenn die Lehren der Weltgeschichte für den spanischen König einen Sinn haben, dann wird er sich der Konsequenz zu exinnern wissen, welche das Bündniß desselben Sagasta 1868 mit den Republikanern hatte: dasselbe führte 1873 zur Einführung der Republik in Spanien. Es ist deßhalb wohl anzunehmen, daß König Alfonso das halb„konservative“, halb katholische Ministerium Canovas=Pidal ob des Ausfalls der Gemeinderathswahlen nicht fallen lassen wird. An einem Anhaltspunkte, im Amte zu bleiben, fehlt es dem Ministerium ja auch nicht: die Gemeinderathswahlen sind eigentlich keine politischen. Allerdings hat die„liberal“republikanische Koalition sie zu politischen gestaltet, und diese Koalition wird es in den Kortes nicht an einer Ausbeutung ihres Sieges, an aufreizenden Reden fehlen lassen, um das ins Wanken gekommene Ministerium vollends umzuwerfen. Telegramme des„Echo der Gegenwart“. Berlin, 12. Mai. Der Reichstag genehmigte in erster und zweiter Berathung die Handelsverträge des deutschen Reiches mit Madagaskar, Transvaal und Birma; nahm den Vertrag mit Belgien über die Bestrafung wegen Jagdfrevels, sowie den Nachtragsetat in zweiter Lesung an. In der Fortsetzung der Zolltarifberathung wurde der Haferzoll auf 1½ Mark pro 100 Kilo festgesetzt. In namentlicher Abstimmung wurde der Zoll für Gerste auf 1½, für Malz auf 3 Mark festgesetzt. Leinsaat, Baumwollsamen, Ricinussamen, Palmkerne und Koprah wurden auf den Antrag Freges zollfrei gelassen, der Zoll für Mais, syrischen Dari auf 1 Mark, für Fenchel, Anis, Koriander und Kümmel auf 3, für frische Weinbeeren auf 15 M. festgesetzt. Nächste Sitzung morgen 10 Uhr. Kleinere Vorlagen, Zolltarif. Berlin, 12. Mai. Der heutigen geselligen Vereinigung beim Reichskanzler wohnten weit über 300 Personen bei; darunter zahlreiche Mitglieder des Bundesraths, Staatsminister und Reichstagsabgeordnete. Von den Mitgliedern des Bundesraths waren unter Anderm erschienen Graf Lerchenfeld, Herwarth, von Puttkamer, von Scholz, Maybach, Friedberg, Bronsart von Schellendorf; von den Reichstagsabgeordneten waren die„Konservativen“ fast vollständig erschienen; auch von den Nationalliberalen fehlten wenige. Vom Centrum waren unter Anderm erschienen Frhr. von Frankenstein und Windthorst, mit welchem sich der Reichskanzler längere Zeit unterhielt. Von den„Deutschfreisinnigen“ waren unter Anderm der Vicepräsident Hoffmann anwesend. Der Fürst und die Fürstin Bismarck, die Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck, der Graf und die Gräfin Rantzau machten in liebenswürdigster Weise die Honneurs. Die Unterhaltung gestaltete sich sehr lebhaft und trug einen durchaus zwanglosen Charakter. Im Nebenraume konzertirte die Kapelle des zweiten Garderegiments. Dus Sedüren detragen 15 Big. poo Zella. Alle Amonenerpedtionen bes Ins und Auslandes nachmen Amzeigen für das„aur an. crcc 18 vit. ber 8 2c.; von Gesangstücken für Solo, Chor und Orchester der „Gesang der Geister über dem Wasser" und„O weint um sie“ (nach Byron), die Chriftnacht, Heloise, Lorelei, die Nacht, Palmsonntagmorgen, der 93. Psalm, Pfingsten; von großen Vokalwerken die Oratorien Ver sacram und Saul, ferner Val und Damayanti und der gefesselte Prometheus, endlich die Oper Katakomben“. Unter Hillers Instrumentalkompositionen ist die Symphonie in-moll hervorzuheben. Hiller war dem „Formlosen“ und dem„Neuen“ abbold; anderseits erheben sich seine Kompositionen selten zum Originellen und Großartigen. Als Pianist gebörte H. der klassischen Schule Schmitts und an. Zu seinen Schütlern in der Komposition gebört u. A. Max Bruch. Als musikalischer Schriftsteller hat sich H. einen geachteten Namen erworben durch:„Uebungen zum Studium der Harmonie und des Kontrapunktes",„Aus dem Tonleben, unserer Beit:,„Ludwig van Beethoven. Gelegentliche Aufsape“,„Fe'ix Mendelssohn=Bartholdy. Briefe und Erinnerungen",„Musikalisches und Persönliches",„Briefe an eine Ungenannte“. Noch wären einige Preischöre zu nennen, die jedoch mehr Schwierigkeiten boten als wirklich künstlerische oder gar geniale Gänge. Dieselben dürften von allen hillerschen Kompositionen am Ehesten vergessen werden. Lokal ag Sdurch der Ougans im.ur Rachen, 13. Mai. On. Durch den Zugang im Sommersemester ist die Frequenzziffer unserer technischen Hochschule in diesem Jahre wieder auf 200 gestiegen, der Zugang im Sommersemester beträgt 40 Studirende und Hospitanten. Im vorigen Jahre konnte unsere Hochschule zum ersten Male, nachdem ihr zu dem Zwecke Mittel zur Verfügung gestellt waren, Preisaufgaben ausschreiben. Die Ausschreibung latte einen recht erfreulichen Erfolg. indem vier eingelaufene Arbeiten mit Preisen gekrönt werden konnten. Die Preisträger waren die Herren W. Lynen aus Stolberg und I. Obergethmann aus Hattingen, welche eine Aufgabe aus der darstellenden Geometrie gelöst hatten, sowie H. Venator von Aachen für eine bergmännische und A. Brakelsberg aus Hagen für eine bütenmämische Arbeit. 900 * Zur Reise nach Antwerpen. Die Eisenbahndirektionen haben nicht unterlassen, Vorkehrungen zu treffen, um die Verbindung nach Antwerpen möglichst zu verbessern, und wird u. a. mit Einführung des Sommerfahrplans am 1. Juni d. J. durch Einlegung von Schnellzügen auf der Strecke.=GladbachAntwerpen über Rvermond ein Anschluß an die Berlin=Aachener Nacht Kourierzüge geschaffen, aus welchem folgende Schnellzugverbindung nach und von Antwerpen resultiert: ab Köln 6 Uhr Vormitt..=Gladbach 8 Uhr 45 Min., Antwerpen an 12 Uhr 34 Min. Nachm. Antwerpen ab 3 Uhr 10 Min. Nachm., MGladbach 7 Uhr 15 Min., in Köln 10 Uhr 23 Min. Ab Köln wird diese Route also immerhin eine Zeit von 6½ bis 7 Stunden in Anspruch nehmen. Die schnellste Verbindung ist für hier die Route Köln=Aachen=Maestricht, auf welcher man beispielsweise mit dem Zuge 1 Uhr 13 Min., ab Köln=Antwerpen in 5 Stunden 20 Min. erreicht. Im Sommer ist namentlich der Nachtzug über Herbesthal zu empfehlen, welcher 10 Uhr 55 Min. Abends von Köln fährt und um 5 Uhr früh in Antwerpen eintrifft. Die Fahrpreise betragen für Retourbilletts mit achttägiger Gültigkeit: über Herbesthal 1. Kl. M. 30.90, 2. Kl. M. 23 20, 3. Kl. M. 1530; über Maestricht M. 24 60, 18.60 und 12,50; über.=Gladbach M. 24, 18.50 und 12 20. * Aus dem Polizeibericht. Das Individuum, welches vor einiger Zeit das Kruzifix an der Eich zertrümmert hatte, dann flüchtig geworden war und von der hiesigen Staatsanwaltschaft wegen Religionsschändung steckbrieflich verfolgt wurde, ist gestern hier aufgegriffen und verhaftet worden. Die s. Z. zuerst angenommene Unzurechnungsfähigkeit scheint demnach nicht stichhaltig gewesen zu sein. Abend nach 11 Uhr kamen mehrere anscheinend den bessern Ständen angehörige Herren aus der Bavaria heraus und den Holzgraben entlang, wo sie mit Toben und Schlagen an die Läden einen solchen Unfug verübten, daß eine durch den Lärm herbeigelockte Polizeipatrouille die Ruhe wiederherstellen mußte. Die Thäter entflohen, ihre Ermittelung wird jedoch voraussichtlich gelingen. Seit einigen Tagen hielt sich der Brigadier der vaalser Gensdarmerie hier auf, um, wie es den Anschein hatte, in der Affäre Wilhelmi weiteres Material zu sammeln. So kam er auch zu den Droschkenkutschern und Dienstleuten am Elisenbrunnen, doch untersagte ihm der dienstthuende Schutzmann weitere Nachsorschungen, bedeutete ihm vielmehr, es sei besser, nach Vaals zurückzukehren, was er denn auch that. Wir hören weiter daß ein Kutscher und ein Dienstmann von hier zu ihrer Vernehmung Vorladungen nach Herzogenbusch erhalten haben, denen sie jedoch anscheinend im eigenen Interesse keine Folge geben werden. Die hier verbreiteten Gerüchte über die bereits erfolgte harte gerichtliche Verurtheilung der Herren Wilhelmi und Sohn entbehren bisher noch der Begründung. schädigung, sie verlangt Richts, wenn man ihr nur die Kinder läßt, morgen schon will sie den Ort verlassen Man besiehlt ihr, zu schweigen, denn sie habe nicht das Recht, Angebote zu machen!... Der Handel geht weiter mit den übrigen Kindern. Die Mutter weint, fleht, protestirt in einem fort. Aber bald sind die armen Kleinen alle„untergebracht.“ Ein Mädchen von 8 Jahren für 31 Fr, ein anderes von 6 Jahren für 40 Fr. ein drittes, kaum 2 Jahre alt, für 70 Fr. Ob London, 10. Mai. Seit gestern weht in fast ganz Schottland ein gewaltiger Schneesturm. Ganze Heerden von Schafen fielen demselben zum Opfer. Die ältesten Bewohner erinnern sich- nicht, jemals einer derartigen Temperatur im Mai erlebt zu haben. Land= und Volkswirthschaftliches. . s Aus dem Rheingan, 11. Mai. Schon einen vollen wconat sind die öffentlichen größeren Weinversteigerungen im Gange. Eine löst die andere ab. Die 84er Weine haben sich sehr gut im Keller gemacht, und es werden sehr viele Weine versteigert, von denen der Liter schon en gros im Faß und erst in einigen Jahren flaschenreif 6 bis 7 Mark kostet. Das sind in der Regel seine Auslesen aus größeren Weingütern. Der gewöhnliche Mann bringt seine Krescenz nicht so gut an, und selbst der gemachte Erstlingsversuch des Winzervereins in Lorch ließ zu wünschen übrig. Die Weinkommissionäre müssen erst noch für die Idee der Winzervereinsauktionen gewonnen werden hier am Rhein, wie auch die Weinzeitungen, damit sie das interessirte Publikum aufklären durch wohlwollende sachliche Artikel. Privatkäufer allein reichen nicht aus, um das Angebot der Winzervereine abzunehmen. Gerichtszeitung. .* Danzig, 11. Mai. Der„Frankf. Zig“ wird telegraphirt: von Frankfurt a. O. ist ein Brief an den hiesigen Staatsanwalt gelangt, dessen Verfasser sich und Josephsohn als die Mörder des Knaben Cybulla in Skurz denunzirt. Die Recherchen blieben erfolglos. Man vermuthet, daß die Sache von antsemtischer Sete ausgest. 8067 Handels= Nachrichten. Herlin, 12. Mai. Berg.=Märk. 4 1/2% 4. Serie 000.00. werg.=Märk. 4 1/2% 5. Serie 000.00. Berg.=Märk. 4 1/% 6. Serie 102.75. Berg.=Märk. 4 1/2% 7. Serie 102.00. Berg.= Märk. 4 1/%/ 8. Serie 102 00. Berg.=Märk. 5% 9. Serie 101.70. Berg.=Märk. Nordbabn 000.00. Rhein. 4 ½% 3. Em. 101.90. kh. 4 1/2% 1862/64/65 101.90. Rh. 4 1/2%.,., 3. Em. 101.90. Bankdiskouto. 3 5 3½ Deutsches Reich. * Berlin, 11. Mai. In einer Erörterung über die Ausweisung russischer Polen aus Westpreußen macht sogar der bismärckisch„konservative“„Hamb. Corresp.“ folgende Bemerkungen:„Es ist als ein unbedingter Grundsatz des heutigen Völkerrechts anzuerkennen, daß kein Staat berechtigt ist, seine eigenen Angehörigen auszuweisen; er kann sie in jeder Weise strafen, ihre Bewegungsfreiheit beschränken, den Aufenthalt in gewissen Bezirken verbieten, sie zwangsweise in ferne Kolonieen deportiren, aber er darf sie nicht aus seinem gesammten Gebiete ausstoßen; denn in einer solchen Maßregel liegt mit logischer Nothwendigkeit die Zuweisung der Ausgestoßenen an irgend ein anderes Staatsgebiet, und kein Staat ist verpflichtet, Fremde aufzunehmen. Die Verbannung ist eine völkerrechtswidrige Strafe; sie ist begreiflich im Alterthum, das lein gleiches Recht anderer Staaten anerkannte und darum mit der Hinausstoßung unter die Barbaren strafte, sie Ferspricht den heutigen internationelen Rechtsgrundugen.“ Die Herren jenes Blattes haben offenbar, als sie biese schönen Sätze brachten nicht an das„Skelett im Hause.“ an die deutschen Reichsgesetze über die Austreibung der Jesuiten und die Expatriirung„renitenter“ Geistlicher gedacht, sonst würden sie sich wohl nicht zu Sätzen veranlaßt gesehen haben, welche jene Gesetze so entschieden als „.#errechtswidrig charakterisiren. Gegen die Richtigeenr vieser Kennzeichnung haben wir Nichts einzuwenden. Spanien. * Madrid, 11. Mai. An der Niederlage des Ainisteriums ist nicht mehr zu zweifeln. Hierselbst wur8a nur sechs ministerielle Kandidaten durchgebracht mit 913 Stimmen, dagegen haben die„Liberalen“ 19 Kandoaten der Opposition mit 12,000 Stimmen gewählt. Ein engiger Kandidat der„liberal“=republikanischen Koalitionsf Ferdinand Hiller. So ist denn auch dieser fruchtbare Komponist und noch mehr fruchtbare Schriftsteller am 11. Mai in seiner alten Wirkungsstätte Köln gestorben. Am 24. Oktober 1811 zu Frankfurt am Main als der Sohn wohlhabender Eltern geboren, wurde Hiller wegen der schon in früher Kindheit sich zeigenden Anlage zur Musik für die Künstlerlaufbahn bestimmt und erhielt erst von Hofmann, A. Schmitt, Vollweiler, dann aber besonders durch Hummel in Weimar seine musikalische Bildung. In seinem zehnten Jahre trat Hiller zum ersten Male öffentlich auf; seine erste Komposition, ein Quarteit für Pianoforte, Bioline, Bratsche und Cello, gab er als 15jähriger Jüngling zu Wien heraus Während eines siebenjährigen Aufenthalts zu Paris, seit 1829. wirkte er mit Erfolg für Anerkennung gediegener Musik, namentlich Bachs und Beethovens. Im Winter 1836—87 leitete er in seiner Vaterstadt den Cäcilienverein, ging hierauf nach Italien, wo jedoch seine Oper„Romilde“ zu Mailand kein Glück machte. Er lebte dann im Winter 1839—40 zu Leipzig, wo er zum ersten Mal sein Oratorium:„Die Zerstörung Jerusalems“ unter großem Erfolge zur Aufführung brachte. Nachdem er sich im Sommer 1841 in Italien vermählt, nahm er seinen Aufenthalt abwechselnd in Frankfurt, Leipzig, wo er im Winter 1843—44 die Gewandhauskonzerte dirigirte, sodann in Dresden. In letzterer Stadt verweilte er vier Jahre und führte die deiden Opern „Der Traum in der Christnacht"(1844) und„Konradin, der letzte Hohenstaufe“(1847) auf. Hiller nahm 1847 die Stelle eines Musikdirektors in Düsseldorf an, von wo er nach einer dreijährigen Wirksamkeit einem Rufe als städtischer Kapellmeister nach Köln folgte. Hier brachte er das bestehende Konzertinstitut auf eine bedeutende Höhe und gründete außerdem die„rheinische Musikschule"(das kölner Konservatorium), die unter seiner Direktion zu anerkannter Blüthe gelangte. In diesen Wirkungskreis kehrte Hiller auch im November 1852 zurück, nachdem er im Winter 1851—52 die italienische Oper zu Paris dirigirt und die Kunstsaison von 1852 in London zugebracht hatte. Er zog sich erst im vorigen Jahre von der Leitung des kölner Konservatoriums in den Ruhestand zurück. Von seinen über 170 gedruckten Kompositionen sind außer den genannten besonders zu erwähnen: viele Liedersammlungen(namentlich die „Drei Bücher neue Gefänge“), Sonaten, zwei Klavierkonzerte, die Etuden für Pianofort= und Violine, die Impromptus, die rhythmischen Studien, die vierhändige„Operette ohne Worte“, Solostücke für Violine und Violoncell, Duette, Terzette und Quartette für Piano und Streichinstrumente, Konzertouver* Köln, 12. Mai. Heute Vormittag wurde, wie die„Köln. Volkszig“ meldet, ein in vergangener Nacht in der Nähe der Flora begangenes entsetzliches Verbrechen bekannt. Ein Mann mit einer und eine Frauensperson mit drei Schußwunden in der Brust wurden ins Bürgerhospital geschafft. Es soll ein Gärtner aus der Flora sein, welcher erst seire Schwägerin und dann sich selbst geschossen hat. Die Frau ist lebensgefährlich verwundet. Vermischte Nachrichten. * Königsberg, 12. Mai. Kanzler v. Goßler, Präsident des Oberlandesgerichts, Vater des Kultusministers, ist gestern Abend gestorben. * In Wiesbaden sind in letzter Zeit die Brodpreise um einige Pfennige aufgeschlagen; in dem eine halbe Meile entfernten Biebrich aber wurden dieselben zu gleicher Zeit um einige Pfennige herabgesetzt. Die„Wiesbadener Zig“ fragt mit Recht, wie es wohl zugehen möge, daß bei zwei so nahe aneinander liegenden Städten die Brodpreise eine ganz entgegengesetzte Tendenz annehmen, indem sie in der einen Stadt fallen, in der anderen dagegen steigen. Da die Erhöhung des Getreidezolles bisher keinerlei Erhöhung des Roggenpreises zur Folze gehabt hat, so muß man geradezu annehmen, daß hier die reinste Willkür im Spiele ist. * Nürnberg, 9. Mai. Während der bayerischen Landesausstellung 1882 wurde in der Ausstellungsrestauration der Herren Todt und Adlon cirka 70 silberne Gabeln gestohlen. Kur Kurzem erhielt Herr Todt in Kisstngen ein Packet von einem katholischen Geistlichen zugesandt, in welchem diese Gabeln enthalten waren. Der Geistliche bemerkte, daß die Person, welche den Diebstahl verübte, die That gebeichtet und um Zustellung der Gegenstände an den Eigenthümer gebeten habe. Woher die Sendung kam, wurde Herrn Todt nicht bekannt. Die Temperatur ging hier vergangene Nacht so stark zurück, daß am Morgen vor der Stadt überall Reif und vielfach Eis zu finden war; auch in der Siadt waren zahlreiche Dächer stark bereift. Von den Frühgemüsen soll viel erfroren sein; die Odstbäume weiden, weil sie meist schon abgeblüht hatten, weniger gelitten haben. * Stuttgart, 12. Mai. Wieder eine grausige That! In Oberhausen, Oberamts Rottenburg, ermordete der Weber Nill seine Schwiegermutter und seine drei Kinder. Der Mörder ist flüchtig. * Bern, 9. Mai.„Ein Kulturbild.“ Versteigerung von Kindern! Hiesige Zeitungen berichten aus jüngster Zeit ein wahrhaft anstößiges Beispiel von der in diesem Kanton noch üblichen Versteigerung von Kindern an den Mindestverlangenden. Die Steigerung fand statt Dinstag(Abends), den 18. April. Die arme Mutter, Wittwe eines Arbetters in der Gasfabrik Biel, wohnte dem Akte in unbeschreiblicher Aufregung bei und hörte nicht auf, den Ausrufer zu unterbrechen.„Ein Knabe von 10 Jahren, um welchen Preis nimmt Jemand diesen Knaben bis zum Ende dieses Jahres?“ 40 Francs! 30. 30 Francs. 28 Francs!... Zugeschlagen für 28 Francs. Die Mutter protestirt; sie will das Kind behalten um 20 Fr., ohne EntAmsterdam 3 Lissabon 5½(Paris Belg. Plätze 3 London 3(Vetersburg Deutsche Plätze 4 Ital. Bankpl. 6 Schweiz. Pl. Kopenhagen 3½-4 Madrid 5 Wien 44 * Berlin, 12. Mai.(Telegramm.) 3 Uhr 10 Min. Waizen Stimmung ruhig, per Juni=Juli 177.25.=M. bez., per Sept.=Okt. 185.—,.=M. bez. Roggen Stimmung höber, per Juni=Juli 151.—.=M. bez., per Sept.=Okt. 156.25.=M. bez. Rüböl, per Mai=Juni 51.40.=M bez. per Sepi.=Okt. 52.90 .=M. bez. Spiritus, Stimmuna ermattend, per Mai=Juni 44 30 S. V. eitz der, Aug=Sept. 40.50.=M. bez, pr. Sept.=Okt. ### Nachen, 12. Mai. Die Zufuhr zu dem heure nangeguvten Viehmarkte betrug 215 Stück. * Köln, 11. Mai. Notirungen der Handelsmakler für Waaren. Weizen ohne Sack per 100 Kg. eff. hiesiger 18—19 Br., fremder 18—19., Lieferungsqualität von 37,5 Kg. p. 50 Lt. per Mai—.—bz., 18,20., 18,15., per Juli—.— bz. 18,45 18.40., per November—.— bez., 18,80., 18,75 G. Roggen ohne Sack per 100 Kg. hies. eff. Me. 15 bis 16., fcemder 15—16., Lieferungsqualität vov 34,5 Kg. per 50 Liter per Mai—.— bz. 14,95 B. 14 95., per Juli bz. 15,20 B. 15,15., per November bez. 15,40 B. 15,35 C. Hafer ohne Sack per 100 Kg. hies. effekt. M. 15—16., fremder 15—16 B. Ruböl per 50 Kg. mit Faß in Eisenband effekt. in Partien von 100 Ctr. 26,80.,—.—., per Mai—.— bz. 26,80 G. 26,90., per Okt.—.— bz. 28,30 B. 28.20 G. Weizen und Roggen per November matter, Rüböl fester. Gekündigt 2000 Sack Weizen und 2000 Sack Roggen. Notirungen der kölner Produktenhändler. Weizen eff. hies. 18,50—19,50., fremder 18.—19, B. per Mai 18.20 bez. B. G. per Juli 18,45 40 bez. G. 18,45 B. per Rovenber 1880 B. 1675.14 Roggen bies. eff M. 15—16 Br., fremder 15—16., per Mai 14,95 B. 14,90., per Juli 15,20 B. 15,10 G. per November 15.40 B. 1535 G. Haser eff. M. 15—16 B. tüböl efsekt. 26 80., per Mai 26.60 bez. 26,80 B. 26,70 Gd., per Okt. 28,20 bez. 28,30 B. G. Weizen per November matter, Roggen matter, Rüböl fest. nutwerpen, 11. Mai. Perroteum ruhig, disp. 17%, #r, Mai 17½,„Juni, 17%. Juli 18, Aug. 18½, Sept.=Dez. 18% Fr. Kaffer kuhig, Santos gute Durchschnittswaare zu 22¾ C. unverzollt. Schweineschmalz Marke Wilcox fest, loco 89—89¼, per Mai 89, Juni 89¾. Juli 90¼, Aug. 90½, 90%„Fo: Schweinestesch ruhig, long 72—74, short 81 525. 32 per Ju,(61 Juni 77. Fr. Imsatz von Häuten 1596 Stuck von Woue 47 wauen. Terpentinöl ruhig, amerikanisches 14⅝, per Juni=Juli 15, Sept=Dez. 155/8, französisches 15 Fl. Hopfen fest, Aloster 55, per Mai=Juni 50— 52, Poperinghe 5551, Povertnghe bille 53—56 Fr. Weizen böher, amert20½—22, kalifornischer 21—22¼, Polnisch=Odessa 18½—20 Fr. Roggen und Hafer ruhig, Preise kunverändert. von un 25a4t-Sig.; Bubhlhs urnz 1384, unf BuCivilstand der Stadt Nachen. Geburten. „. 12. Mai. Maria Morgarethe, T. von Quirin Wirtz, Kleinvandier, Mörgensgasse 17.— Theodor Heinrich Joseph, S von Theodor Haas, Schreiner, Annuntiatenbach 15.— Hermann S. von Arnold Dosot, Gastwirth, Alexanderstr. 33.— Heinrich Joseph, S. von Martin Kasten, Tagelöhner, Judengasse 6— Kathartna, T von Joh. Wilb. Meven, Tagelöhner, morgensgasse 13.— Elise Hubertine, T. von Jos. Bündgens, — Johanna Maria Elisabeth, T. von Leonhard Breuer, Kaufmann, Hahnbrucherstr. 34.— Josephine, T. von Joh. Sachs, Schlosser, Bergstr. 31. Heirathsankündigungen. . 12. Mai. Franz Reiner Carduck, Pontstr. 50, mit Magdalena Huvernna Hannen, Großkölnstr. 14.— Toussaint Joh. Joseph Reiffers zu Linden, mit Maria Sibylla Goebel, Peterstr 57.— Zokasotraße P. mit Mara Sihla Hamre, Sterbefälle. 12. Mai. Karl Gerhard Derichs, 51., Promenadenstr. 8/. Joseph Servas, 4., Georgstr. 20.— Mathias Klouth, 3., Elsaßstr. 34.— Andreas Röthlings, 1., Kölnsteinweg 34.— Ielernder Henrarz aul Belgz, 64 3, Gertrud Hahnbück, geb. Goerres, 62., Mühlenberg 15.— --ter Sasissonachrichtea. u. 2. Mai. Abgeg..=D. „Onesland“, 6. Mai. Abgeg..=D.„Switzerland“. 8. Mai. Angek..=D.„Vennland“. Antwerpen, 9. Mai. Abgeg..=D.„Westernland.“ Neuyork, 2. Mai. Abgeg..=D.„Rdyland“. Neuyork, 8. Mai. Angek.=D.„Belgenland“. Renpork. 9 Mai. Abgeg.=9„Noordland“. Hunktliche und billigste Besorgung aller Anzeigen für auswärtige Zeitungen, Fachblätter zc durch die Annoncen=Expedition von Weyers-Kaatser, Aachen, Kleinmarschterstraße 8. 118666 Birresborner Mineralwasser. Dr. med. Preyes in Düsseldorf schreibt an den Eigenthümer der Quelle unterm 10 November 1882: „Ihrem Wunsche entsprechend, bezeuge ich hierdurch gerne, „daß ich das Birresdorner Mineralwasser seit Jahren so„wohl als Tafelwasser wie zu Heilzwecken schätzen gelernt habe. „Als Tafelwasser ziehe ich dasselbe wegen seines stets „frischen angenehmen Geschmackes mit seiner Eigenschaft die „Koblensäure nicht rasch abzugeben, den übrigen Wässem gutschleden ver. „Dem entsprechend habe ich auch bei sieberhaften Krank„heiten dasselbe mit Vorliebe als Erfrischungsgetränk em„pfohlen, als welches es rein oder mit Wein, Obstsäften 2c. „vermischt immer gern genommen wurde. Zu Heilzwecken „pflege ich dasselbe bei verschiedenen Krankheiten zu verord„nen. Einmal sind es die katarrhalischen Affektionen der „Respirationsorgane, wo ich das Wasser mit gleichem Er„folge, wie das übliche Emser Krädnchen, den Neuenahrer „Sprudel u. s. w. mit oder ohne Milch habe nehmen lassen. „Dann ist der Brunnen wegen seines relativ höchsten Ge„haltes an doppeltkohlensaurem Natron von mir bei den „Krankheiten mit bestem Erfolge verordnet worden, zwo „übermäßige Säuremengen zu neutralisiren sind. So be„seitigt es die so lästige Magensäure in kürzester Zeit und „macht die überschüssige Harnsäure im Urin sehr bald ver„schwinden. Bei Fällen von Nierensand und Nierensteinen „habe ich bei reichlichst und längerer Zeit fortgesetztem Ge„nusse des Wassers wesentliche Besserung eintreten sehen.“ Das Wasser ist in fast allen Mineralwasserhandlungen und Apotheken 2c. erhältlich. Alleiniger Vertrieb durch B. Heising, Düsseldorf. Zu verkaufen 11884 ein Geschäftshaus auf Adalbertssteinweg, in der Nähe d. neuen Justizgebäudes. A. i. d. E. 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