n an w gd gn Erecheinungsweise sechemel wöchentlich Montag bis Semstag Bezugepr Obt.20 sonatlich einschl Boteniohn e. Beförd Postben. DN.15 rungl. O81.54 Zostell. Bonner Nachrichten Sieg-Nachrichten K. Benn und Antger. Westdeutsche Zeitung Neieren deum beicheten u. uer. tungebses Ros msusz, Radakt.: Born. Kronprinssnst. 14. Rui mndd.: Grosdungsjahr 4. Neusserechen Verlags 1723 Bad Godesberger Nachrichten Ahr-Eifel-Nachrichten 59. JAHRGANG= NUMMER 18 464 FREITAG, 28. Juli 1950 BINZELPREIS 1S PPENNIG Zehnstündige Debatte im Bundestag: CIrNIltsesthhlfang iirbetrieh Entwürfe von CDU und SPD den Ausschüssen für Wirtschaft und Arbeit überwiesen— Reglerungsentwurf angekündigt T. Bonn.(Eig. Ber.) Gegen den Willen der Regierung und der FDP hat am Donnerstag im Bundestag die öffentlich-parlamentarische Brörterung des Mitbestimmungsrechts der Arbeitnehmer in ihren Betrieben begonnen. Je ein Gesetzesentwurf der CDUICSU und SPD lagen dem Haus vor. Ein weiteres Warten auf den angekündigten Mitbestimmungsentwurf des Bundesarbeitsministers war von der CDU abgelehnt worden, nachdem auch die jüngsten Verhandlungen in Maria Laach zu keiner Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geführt hatten. Nichtsdestoweniger kündigte Bundesarbeitsminister Storch in der Donnerstag-Debatte einen Mitbestimmungsentwurf der Regierung an. Die Gewerkschaften hatten bereits ihre Sympathie mit dem Entwurf der SPD zum Ausdruck gebracht. Nach zehnstündiger Debatte wurden die beiden Gesetzesentwürfe den zuständigen Ausschüssen für, Wirtschaft und Arbeit übergeben. „Mitberatung" und„Mitbestimmung“ Der CDU-Entwurf will bei den kleinen Betrieben lediglich eine„Mitberatung“ und bei großen Betrieben mit Aufsichtsräten eine„Mitbestimmung“. Die Arbeitnehmer sollen zu diesem Zwecke mit einem Drittel in den Aufsichtsräten vertreten sein. Die SPD dagegen fordert in Uebereinstimmung mit den Gewerkschaftswünschen in den mittleren Betrieben bis zu 100 Arbeitnehmern die sogenannte„Mitberatung“, in Betrieben bis zu 300 Köpfen die„Mitwirkung“ und in den Betrieben von mehr als 300 Arbeitnehmern die„wirtschaftliche Mitbestimmung“, wobei die Arbeitnehmer zu gleichen Teilen in den Aufsichtsräten vertreten sein sollen. Nach dem Wunsch der SPD sollen in Betrieben mit mehr als 300 Angehörigen auch betriebsfremde Mitglieder zu den Aufsichtsräten zugelassen werden. Sozial- und Personalfragen Auf sozialem Gebiet spricht der CDUEntwurf von einer Mitwirkung der Arbeitnehmer sowohl in inner- wie auch außerbetrieblichen Fragen. Die Opposition hat dagegen„die volle Mitbestimmung in sämtlichen Vorgängen durch den Betriebsrat“ verlangt. Auf personalpolitischem Gebiet will die CDU die volle Mitwirkung und die SPD, unterstützt von den Gewerkschaften, die volle Mitbestimmung durch den Betriebsrat. Die Stellungnahme der CDU Der CDU-Entwurf wurde vom Bundestagsabgeordneten Dr. Gerhard Schröder mit dem Hinweis begründet, daß das Parlament sprechen müsse, nachdem die Sozialpartner uneinig geblieben seien. Schröder charakterisierte den Zweck des CDU-Entwurfes dahingehend, daß ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Produktivität mit der sozialen Gerechtigkeit vereinigt werden solle. Das Argument, die Kreditfreudigkeit des Auslandes werde bei einer Mitbestimmung der Arbeitnehmer zurückgehen, wurde von dieser CDU-Seite zurückgewiesen. SPD für echte Mitbestimmung Als SPD-Vertreter sprach der erste Vorsitzende der Industrie-Gewerkschaft Metall, Bundestagsabgeordneter Freitag. Er deutete e schwerwiegende innerpolitische Folgen für den Fall an, daß diese Demokratisierung nicht eintrete. Der Gefahr aus dem Osten könne man am besten durch den sozialen Ausgleich und durch die innere Befriedung in der Bundesrepublik Herr werden. Den CDU-Entwurf lehnte er ab, da er nur ein einheitliches Betriebsrätegesetz wolle, alle anderen Fragen der Mitbestimmung jedoch beiseite lasse. Die Mitbestimmung müsse jedoch auf allen Ebenen als ein einheitliches Ganzes betrachtet werden. Auch Abgeordneter Böhn(SPD), hauptamtliches Mitglied des DGB-Vorstandes bezeichnete den CDU-Entwurf als nicht weitgehend genug. FDP gegen Gewerkschaftseinfluß Für die FDP bezeichnete Dr. Hammer den SPD-Entwurf wegen der hierin vorgesehenen Einflußnahme der Gewerkschaften ale gefährlich, wenn die Einflußnahme der Gewerkschaften fortschreite, werde Düsseldorf als die Stadt der Gewerkschaften die Hauptstadt Deutschlands werden. Aber nicht die Gewerkschaften dürften in Deutschland entscheiden, sondern das Parlament. Die FDP sei im übrigen bereit, der Arbeiterschaft „in bestimmten sozialen Körperschaften“ die völlige Selbstverwaltung zuzuerkennen. Abgeordneter Becker, FDP. meinte sogar, die Mitbestimmung bedeute eine Teilenteignung des Besitzers. Die Ansicht von Zentrum und BP Die Vorsitzende der Zentrumspartei, Helene Wessel, nannte den CDU-Entwurf einen Fortschritt und eine Diskussiongrundlage. Für die Bayernpartei lehnte Dr. Seelos das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in der von den sozialistischen Kräften geforderten Form ab. setzte sich jedoch für die Erfüllung berechtigter sozialer Forderungen ein und sprach von einer Mitbestimmung auf der Grundlage freier Vereinbarungen. Der KPD-Sprecher Agatz vertret die Ansicht, daß die Arbeiterschaft in Westdeutschland nur durch Kampf zu einer echten Mitbestimmung kommen könne. Als Agatz auf einen Zwischenruf hin erklärte, daß in der Ostzone kein Kriegsmaterial produziert werde, und das Parlament daraufhin unruhig wurde, schlichtete Vizepräsident Prof. Schmid mit den Worten:„Dieses Haus hat schon manchen Spaß vertragen, es wird auch diesen vertragen“. Vierzehn Stunden Beratung Nach vierzehnstündiger Sitzung und Erjedigung von 14 Tagesordnungspunkten hat der Bundestag am Donnerstag um 23 Uhr seine Arbeiten beendet. Er wird am Freitag erneut zusammentreten, um ein ebenso ausführliches Programm zu bewältigen. Sowjets wieder im Sicherheitsrat Ueberraschendes Telefongespräch Maliks mit Trygye Lie— Was beabsichtigt der Kremi! Lake Success.(ap) Die Sowjetunion hat beschlossen, in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen- zurückzukehren. Der stellvertretende sowjetische Außenminister Jakob Malik hat dem UN-Generalsekretär Trygve Lie am Donnerstag mitgeteilt, daß er im August turnusmäßig den Vorsitz im Rat übernehmen werde. Gleichzeitig hat er eine Sitzung des Sicherheitsrates für den 1. August einberufen. Die Tagesordnung soll den Vereinten Nationen später zugehen. Die Mitteilung Maliks war in einem Schrelben enthalten, das Lie fernmündlich übermittelt wurde Die Sowjetunion war den Sitzungen des Rates aus Protest gegen die Anwesenheit eines Vertreters Nationalchinag seit Januar ferngeblieben. * he. Mitten in der gefährlichen Zuspitzung in den Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten meldet sich der Kreml in den Sicherheitsrat zurück. Churchill: England nicht gerüstet Die Verteidigungsdebatte Im Unterhaus— Nur eine Stimme Mehrheit für die Regierung London,(ap) Großbritannien stehe heute vor den gleichen Gefahren wie vor 10 Jahren, hat Churchill gestern in der Verteidigungsdebatte des britischen Unterhauses erklärt. Obgleich in einem Kriegsfall Flugzeuge von England aus alle Städte und Knotenpunkte in der Sowjetuion mit Atombomben belegen könnten, würden die Sowjets sofort an die Kanalküste vorstoßen und die britische Insel mit Raketengeschossen und Flugzeugen unter ein Feuer nehmen, das alles bisher in Großbritannien Erlebte weit in den Schatten stellen würde. Churchill gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Vereinigten Staaten durch Truman zuckte die Achseln Der USA-Prägident zur deuischen Wiederaufrüstung— Keine Atombomben auf Koren Washingion.(dpa). Präsident Truman nahm gestern auf seiner Pressekonferenz zu brennenden Fragen der Weltpolitik Stellung und betonte dabei, er erwäge gegenwärtig nicht den Einsatz von Alombomben in Korea. Als ein Journalist fragte, welche Pläne die USA für eine etwaige Wiederbewaffnung Westdeutschlands und Japans hätten, zögerte der Präsident eine Sekunde, bevor er bündig erklärte:„No comment:(keine Stellungnahme). Präsident Truman kündigte an, daß er den Kongreß noch vor den Sommerferien um die Bewilligung erhöhter Waffenhilfsbeträge für die Atlantikpaktstaaten ersuchen werde. Er äußerte die Hoffnung, daß sich der Weltfriede trotz der Breignisse in Korea erhalten lasse, nahm aber nicht zu den Erklärungen Churchills und de Gaulles über eine„tödliche Aggressionsdrohung“ in Europa Stellung. Der Präsident hofft, eine umfassende Mobilmachung in den USA werde sich nicht als notwendig erweisen. Bevor es zu einer Mobilmachung komme, würden weder Preiskontrollen noch Lohnstops oder Rationierungsmaßnahmen angeordnet werden. ihre Vorräte an Atombomben noch„eine unermeßliche Ueberlegenheit“ besäßen. Die sowjetischen Anstrengungen, auch die kleinsten Mengen Uran in ihren Besitz zu bekommen, rechtfertigten die Hoffnung, daß bisher nur sehr wenig Atombomben von Rußland hergestellt worden seien. 296:295 für die Regierung Zuvor hatte das Haus mit 296 zu 295 Stimmen den Antrag der konservativen Fraktion auf eine Geheimdebatte über die Verteidigung abgelehnt. Churchill hatte den Antrag damit begründet, daß er einige Informationen bekanntgeben könne, die für die Oeffentlichkeit nicht geeignet seien. „Schlechter denn je zuvor“ Churchill erklärte weiter, mit der britischen Verteidigung sei es schlechter bestellt als je zuvor. Die Westmächte hätten überdies der Sowjet-Union in Europa keine ausreichende Streitmacht gegenüberzustellen. Für den schlechten Stand der britischen Verteidigung machte Churchill vor allem die Lieferungen von Düsenmotoren an die Sowjet-Union, Argentinien und Aegypten verantwortlich. Der Schritt kommt völlig überraschend und wirkt zunächst wie eine echte Sensation. Seit Januar dieses Jahres boykottierte die Sowjetunion den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wegen der Anwesenheit der Tschlangkaischek-Chinesen. Stattdessen sollten nach dem Wunsche Stalins die Vertreter der kommunistischen Volksrepublik China in Lake Success Platz nehmen. Pandit Nehrus Vermitlung sollte den Stein des Anstoßes ausräumen, um die Sowjets zur Beilegung des Korea-Konfliktes an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Nun hat sich Stalin auch ohne diese Vorbedingung einer Zulassung Rot-Chinas wieder eingefunden. Was verspricht sich die Sowjetunion von diesem Schritt? Will sie durch ihre Teilnahme versuchen, den fast einmütigen Beschluß des Sicherheitsrates, Südkorea beizustehen, wieder umzustoßen? Sucht sie eine internationale Plattform, um such von dieser Stelle den Vorwurf der Aggression gegen die Vereinigten Staaten zu schleudern? Oder hat sie ganz einfach das Bedürfnis, aus ihrer Isolierung herauszukommen? Man kann die Fragen stellen, sie bis zur Stunde aber nicht beantworten. Jedenfalle besteht eine leise Hoffnung, daß der Kreml wieder verhandeln will. Man wird abwarten müssen, ob man sich davon eine Entspannung der Weltlage versprechen darf. Kriegsverbrecher-Amnestie von Lord Hankey gefordert London.(dpa) Lord Hankey, der während des zweiten Weltkrieges Mitglied des britischen Kriegskabinetts war, forderte gestern in London eine sofortige Amnestie für deutsche und japanische Kriegsverbrecher.„Wenn wir über die gegenwärtige Drohung des Kommunismus siegen wollen“, sagte Lord Hankey,„müssen wir alle Meinungsverschiedenheiten begraben und nach Freundschaft mit den früheren Kriegsgefangenen streben.“ Uebersee-Urlaub wurde gesperrt Dienstzeit im europäischen Beiehlsbereich der USA um ein halbes Jahr verlängert In Belgien droht Revolution Höhepunkt der Krise um König Leopold— 300000 Arbeiter streiken Brüssel.(ap) Die innenpolitische Krise in Belgien nähert sich ihrem Höhepunkt. Gestern abend marschierten rund 2000 Demonstranten zum Palast des Königs. Zuvor waren eie von berittener Polizei in den Straßen vor dem Parlamentsgebäude zerstreut worden. Unter Schreien und Pfeifen hatten sie auf die Pferde der Polizei eingeschlagen, die schnellstens zum Schutz des Gebäudes herangebracht worden war. In den Straßen wurden Barrikaden errichtet. Lüttich- Charleroi- Brüssel- Antwerpen Rund 300000 Arbeiter waren gestern im Streik. Vor allem im Gebiet von Lüttich und Charleroi standen alle Fabriken still. Für Freitag ist die Ausdehnung des Streiks auf Brüssel und später auf Flandern mit Antwerpen angekündigt worden. Paul Henri Spaak erklärte in der Abgeordnetenkammer, die Streiks könnten in eine Revolution ausarten, wenn sie weiter andauern würden. Für und wider den König Die Menge hatte sich in der Nähe des Hauptquartiers des Palastes gesammelt, wo berittene Polizisten mit dem flachen Säbel auf die Demonstranten einschlugen und sie zurücktrieben, Leopold-Anhänger riefen unter dem Pfeifen und Schreien der Menge: „Es lebe der König“. In diesem Augenblick fuhr eine Wagenkolonne vor den Palast vor, die mit Fahnen und Bildern des Königs geschmückt war und flämische Leopold-Anhänger aus Gent mit Blumen für den König brachte. Die Demonstranten überschütteten die Wagen sofort mit einem Steinhagel. Im Innern der Autobusse und Wagen, deren Fenster zerschmettert wurden, sch man Frauen mit blutüberströmten Gesichtern inmitten ihrer Blumen sitzen. Heidelberg.(ap) Das Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in Europa hat bekanntgegeben, daß Offiziere und Mannschaften vom 31. August an für die Dauer von sechs Monaten keinen Uebersee-Urlaub erhalten. Die Dienstzeit aller Offiziere und Mannschaften im Befehlsbereich des europäischen Hauptquartiers wird vom 31. August ab um ein halbes Jahr verlängert. Besondere Härtefälle, die durch die Dienstzeitverlängerung entstehen, sollen dem Hauptquartier gemeldet werden. Sprecher des Hauptquartiers lehnten es ab, nähere Einzelheiten zu dem Besehl mitzuteilen. Sie sagten, die Anordnung sei aus Washington gekommen, und es sei lediglich ihre Aufgabe, sie durchzuführen. Die Stärke der amerikanischen Armee in Europa wird auf etwa 110000 Mann geschätzt. Das Luftwaffenhauptquartier in Wiesbaden teilte mit, daß ähnliche Anordnungen für die amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa noch nicht erlassen worden seien. Ein Sprecher sagte jedoch, es sei den Einheitskommandeuren empfohlen, eine Versetzung von Offizieren und Mannschaften zu Luftwaffeneinheiten außerhalb des europäischen Befehlsbereichs zu genehmigen. Um 12 Monate verlängert Washington.(ap) Präsident Truman hat einen Erlaß unterzeichnet, durch den die Dienstzeit bei den amerikanischen Streitkräften um zwölf Monate verlängert wird. Der Erlaß gilt für die Armee, die Marine und die Luftwaffe sowie für die Marinereserve, das Marinekorps und alle der Luftwaffe angegliederten Formationen. Karl Arnold wieder Ministerpräsident in NRW Nächste Woche wird die Regierungserklärung erwartet— Die Frage der Kabinettsbildung ist noch ungeklärt Düsseldorf.(Eig. Ber.) Der Landtag von Nordrhein-Westfalen wählte am Donnerstag in geheimer Abstimmung auf Vorschlag der CDU den bisherigen Ministerpräsidenten Karl Arnold(CDU) erneut zum Chef der neuzubildenden Regierung. Von den anwesenden 202 Abgeordneten stimmten 120 für Arnold. 78 enthielten sich der Stimme und vier gaben ihre Stimme für den Landtagspräsidenten Gockeln ab. 13 Abgeordnete waren abwesend. Polizeiliche Notstandsvollmachten Alllierte Pläne für Verstärkung der Landespollzel-Einheiten T Bonn.(Eig. Ber.) Alllierte Polizeisachverständige haben am Donnerstag beschlossen, die Verstärkung der deutschen Landespolizeikontingente und die Zuerkennung gewisser polizeilicher Notstandsvollmachten an die Bundesregierung vorzuschlagen. Die Hohen Kommissare dürften diese Vorschläge befürwortend an ihre Heimatregierungen weitergeben. Die Verstärkung der Polizeieinheiten soll insgesamt höchstens 15000 Mann ausmachen, von denen etwa 500 Mann in und um Bonn stationiert sein würden. Während die übrigen 14 500 nach den bisherigen Plänen auf die elf Bundesländer aufgeteilt werden. Wenngleich man auf dem Petersberg euch grundsätzlich die Polizeivollmachten im Sinne des Grundgesetzes bei den Landesregierungen belassen will, so ist man— wie es heißt— dennoch bereit, der Bonner Regierung für gewisse Notstände die Verfügungsgewalt über die Länderkontingente zuzuerkennen. Die Polizeleinheiten sollen Waffen bis zu Maschinengewehren erhalten, Antwort der Kommissare T. Bonn.(Eig. Ber.) Die drei hohen Kommissere haben am Donnerstag die Anfragen der Londoner Sachverständigenkonferenz hinsichtlich des Funktionierens des Besatzungsstatuts beantwortet. Der Gedankenaustausch über die politische Aenderung des Statuts soll zwischen dem Petersberg und der Londoner Konferenz fortgesetzt werden. Obwohl die Fraktionen, die zum Teil bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstag berieten, ihre Koalitionsgespräche ergebnislos abgebrochen hatten, fand sich der Landtag gestern zu seiner zweiten Sitzung zusammen. Die Regierungsbänke waren leer. Der Ministerpräsident und der größte Teil der früheren Minister saßen auf den Abgeordnetenbänken. Während die übrigen Fraktionen annähernd vollzählig anwesend waren, waren von der KPD nur vier Abgeordnete erschienen. Die Publikumstribünen waren überfüllt. Nach der Eröffnung der Sitzung durch Landtagspräsident Gockeln beantragte der Abgeordnete Schrage(CDU), die Wahl des Ministerpräsidenten— die als einziger Punkt auf der Tagesordnung stand —„aus wichtigsten politischen Gründen“ um drei Stunden zu verschieben. Gegen den Antrag sprachen der Abg. Henßler(SPD) und der Abg. Wascher(KPD): Die fünf Wochen seit der Wahl hätten genügen müssen, um sich über die Person des Ministerpräsidenten klar zu werden. Mit den Stimmen der CDU und der FDP gegen SPD und KPD wurde der Vertagungsantrag dennoch angenommen, Arnold will Vertrauen rechtfertigen Nach Wiederbeginn der Sitzung schlug der Fraktionsvorsitzende der CDU den bisherigen Ministerpräsidenten Karl Arnold zur Wiederwahl vor. Gegenvorschläge wurden nicht gemacht. Ministerpräsident Arnold nahm nach Bekanntgabe des Ergebnisses die Wahl an und versicherte, daß er das ihm entgegengebrachte Vertrauen des Landtages durch Arbeit und Verantwortung rechtfertigen wolle. Regierungserklärung nächste Woche? Der Aeltestenrat hat vorgesehen, daß das Haus am Dienstag die Regierungserklärung entgegennimmt. Der Mittwoch und der Donnerstag der kommenden Woche bleiben den Fraktionen für ihre Beratungen vorbehalten. Am Freitag und Samstag soll im Plenum des Landtages die Debatte über die Regierungserklärung stattfinden. Präsident Gokkeln war hinsichtlich der Erfüllung dieses Terminkalenders des Aeltestenrates skeptisch, denn nach dem Ablauf des heutigen Tages, s0 sagte er, sei er zur Vorsicht geneigt Der Abgeordnete Henßler von der SPD bezweifelte, daß die Regierungsbildung schnell vonstatten gehen wird.„Sie haben eine so geniale Begabung, alles kompliziert und langweilig zu machen, daß es ihnen gelingen müßte, die Dinge bis zum September hinzuziehen“, rief Henßler der CDU-Fraktion zu. Diese Verärgerung wird als Anzeichen dafür gewertet, daß feste Aussichten für die kleine Koalition(CDU und FDP unter Einschluß des Zentrums) bestehen. Unzweifelhaft haben die 68 Abgeordneten der SPD und die vier der KPD sich bei der Wahl der Stimme enthalten. Die weiteren sechs Enthaltungen können auf einige Abgeordnete der CDU oder der FDP zu buchen sein. Das Zentrum soll für Arnold gestimmt haben. Die vier Stimmen, die für Josef Gockeln abgegeben wurden, stammen fraglos aus den Reihen der CDU.— Das Ergebnis von gestern ist: Ein Ministerpräsident, aber keine Regierung. Arnold verhandelt Die FDP will im kommenden Kabinett unbeschadet der noch festzulegenden Einzelheiten das Finanzministerium und das Wirtschaftsministerium besetzen und mit dem Amt des Finanzministers die Stellung des stellvertretenden Ministerpräsidenten verbunden wissen. Das Zentrum soll grundsätzlich einer Beteiligung an der Regierung zugestimmt haben. Zwischen Anoldl und dem Zentrum schweben noch Verhandlungen FREITAG GENBRAL-ANZBIGER 28. JULI 1950 MicArthur ist weiter siegesgewißs Nordkorennischer Großangrift auf die Straße nach Teiku hatte Erlolg General=Anzeiger für Vonn und Umgege Piesdanfecbe Tollung Der Graben he- Gestern wurde Karl Arnold wieder Mlinisterpräsident des Landes NordrheinWestfalen. Die SPO versagte ihm ihre Stimmen. Damit rückte sie von einem Mianne ab, der jahrelang als der Bannerträger der großen Koalition, also einer Regierung mit der SPD, gegolten hat. Im engen Raum der Koalitionsverhandlungen konnte Arnold seinen guten Willen, sich die Zuneigung der SPD zu erhalten, nicht frei entfalten. Der Ausgang der Wahl legte eine kleine Koalition nach dem Bonner Nuster nahe und Arnold wollte sich dieser Entwicklung augenscheinlich nicht länger in den Weg stellen. Arnold hatte vor den Wahlen in dem Lande zwischen Rhein und Ruhr eine möglichst breite Regierungsplattform für erforderlich gehalten, um soziale Explosionen zu vermeiden. Seine Auffassung drang nich durch; aber indem sich CDU und FDP auf seine Person einigten, gaben sie gleichzeitig zu verstehen, daß ihnen an einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Opposition gelegen ist. Arnold tritt sein Amt in einem Augenblick an, der ganz allgemein durch eine Vertiefung des Grabens zwischen der SPO und den Gewerkschaften auf der einen und den sogenannten bürgerlichen Parteien auf der anderen Seite gekennzeichnet ist. Die Tendenz der SPD zur(gewollten oder ungewollten) Opposition ist beispielsweise auch in Hessen festzustellen, wo sie vor den Wahlen die große Koalition in Wiesbaden zu sprengen droht. Bei der Debatte über die Nlitbestimmung, die gestern im Bundestag slattfand, wurde diese beiderseitige Entfremdung ebenfalls sichtbar. Der enge Bund zwischen Gewerkschaften und SPD ist besonders bedeutsam, weil Düsseldorf der zentrale Sitz der Gewerkschaft ist und die FDP in der gleichen Stadt das Finanz- und Wirtschaftsministerium übernehmen will. Reibungsflächen sind dann kaum vermeidbar. Bei dem Versuch, den Grad der Einwirkung der Arbeitnehmer auf die wirtschaftlichen Betriebsangelegenheiten zu bestimmien, traten gestern in Bonn fast unüberbrückbare Gegensätze zutage. Die größte Meinungsverschiedenheit besieht hinsichtlich der Besetzung der Aufsichtsorgane in den Großbetrieben. SPD und Gewerkschaflen wollen sie zur Hälfte mit ArbeitnehmerVertretern(und von diesen wieder zur Flälfte mit betriebsfremden Gewerkschaftsangehörigen) besetzen, während die Arbeitgeber nur ein Drittel dieser Sitze betriebsangehörigen Vertretern der Arbeitnehmerschaft einräumen wollen. Die Regierung ist ebenfalls grundsätzlich gegen die Ernennung betriebsfremder Arbeitervertreter in diesen Körperschaften, während die CDU 's die größte Regierungspartei immerhin eine überbetriebliche Schiedsstelle vorsicht, Die CDU muß sich deshalb von den übrigen Regierungsparteien(FDP. DP) den Vorwurf gefallen lassen, den sie ihrerseits gegenüber der SPO und den Gewerkschaften erhebt: daß nämlich die Einflußnahme der Gewerkschaften auf die wirtschaftliche Leilung der Betriebe überhand nehme. SPO und Gewerkschaften deuteten gestern in Bonn innenpolitische Gefahren an, wenn ihren Forderungen nicht entsprochen würde. Auch Karl Arnold hatte vor den Wahlen aavor gewarnt, Gewerkschaften und SPD in de Opposition zu drängen. Sein Versuch, zwischen einer kleinen Koalition und dieser ppostion eine Brücke zu schlagen, hat eshalb über das Land Nordrhein-Westfalen hinaus erhebliche Bedeutung. Röntgenstrahlen mit Diät London.(ap) Zwei britische Aerzte haben dem 6. internationalen Kongreß für Radiologie berichtet, daß eine bestimmte proteinhaltige Diät(wie Fleisch, Eier, Milch) möglicherweise zu besseren Heilerfolgen der Krehsbehandlung mit Röntgenstrahlen verhelfen kann. Die beiden Aerzte haben diese Theorie bei Versuchen mit Ratten bestätigt gesunden. Schäffer soll zurücktreten T. Bonn.(Eig. Ber.) Die Bundestagsfraktion der Bayernpartei hat in der Nacht sum Preitag dem Präsidium des Bundestages einen Antrag zugeleitet, in dem der Rücktritt des Bundesfinanzministers Schäffer gefordert wird. Der Antrag wird begründet mit der Finanzpolitik des Ministers sowohl im Hinblick auf die Hauptstadtentscheidung wie in Bezug auf die Regelung der Flüchtlingsprobieme. Die Bayernpartei erwertet, daß die Nicht-Koalitionsparteien sowie die Flüchtlingsabgeordneten dieser Koalitionsparteien diesem Antrag zustimmen werden. Der Zentralverband der Vertriebenen hatte bereits vor wenigen Tagen den Rücktritt des Ministers gefordert. Auch Deutschland Paris.(ap) Westeuropa müsse bis Ende 1952 über 75 Divisionen und entsprechende Luftstreitkräfte verfügen, um einer russischen Invasion begegnen zu können, sagte der französische General Bilotte. An dem Aufbau einer derartigen Streitmacht müßten notwendigerweise auch Deutschland, Spanien, die Türkei und Griechenland mitwirken. k. Berlin.(Eig. Ber.) Nach dem Sturz Kastners haben nunmehr linientreue führende Kreise der CDU Otto Nuschke aufgefordert. den Parteivorsitz niederzulegen und sich nicht mehr für die Oktoberwahlen nominieren zu lassen. Die Initiative dazu geht von Generalsekretär Götting und dem kürzlich neugewählten sächsischen Landesvorsitzenden Rambow aus, die, ebenso wie die treibenden Kräfte im Falle Kastner, zu den jüngeren führenden Funktionären der bürgerlichen Parteien gehören. Wie verlautet, handelt es sich im Falle Nuschke allerdings weniger um den„Aufstand innerer Kräfte“ sondern um die Erfüllung einer seit langem von Walter Ulbricht erhobenen Forderung,„die alten Blindgänger“ zu beseitigen. Voraussichtlich wird in der neuen Regierung nach den Oktoberwahlen der stellvertretende Ministerpräsident nicht mehr wie bisher dreifach besetzt werden. Um eine Erörterung des Ausschlusses von Prof. Kastner zu vermeiden, ordneten die Sowjets an, daß der LDP-Parteitag erst nach den Oktoberwahlen abgehalten wird. Wie aus SED-Kreisen verlautet, forderte das Politbüro die Ost-LDP ultimativ auf, jede moralische Unterstützung der beiden Kirchen in der Ostzone sofort einzustellen und nur Geistliche und Gemeinden zu unterstützen, die sich eindeutig zu den Zielen der Nationalen Front bekennen. Handel Ostdeutschland—China k. Berlin.(Eig. Ber.) Eine ostdeutsche Handelsdelegation unter Leitung des sächsischen Wirtschaftsministers Ziller ist von Ostberlin nach Peking abgeflogen, um den seit langem angekündigten Handelsvertrag mit Rotchina abzuschließen. Wie aus Kreisen des ostzonalen Wirtschaftsministeriums verlautet, soll Rotchina Wolfram, Antimon. Zinn, Textilrohstoffe, Sojabohnen, Oelsaaten, Früchte und andere Nahrungsmittel sowie Därme, Häute, Borsten und Felle liefern, und zwar im Austausch gegen Maschinen, Werkzeuge, chemische und geologische Großanlagen T. Bonn.(Eig. Ber.) Das erste Ermächtigungsgesetz der Bundesregierung ist in den Nachtstunden des Donnerstag vom Plenum gegen die Stimmen der Opposition angenommen worden. Es befugt die Bundesregierung, durch Rechtsverordnung Preise für Mehl, Brot und’eingebäck festzusetzen, wenn und so weit dies zur Sicherung der Brotversorgung oder eineg volkswirtschaftlich gerechtfertigten Brotpreises erforderlich ist. Eine solche Rechtsverordnung kann ohne die Zustimmung des Bundesrates erlassen werden. Das Gesetz wurde bis zum 31. Dezember 1950 befristet. Aus grundsätzToklo.(dpalap) General MicArthur ist gestern überraschend an die koreanische Front geflogen. Es ist der zweite Frontbesuch des UNO-Oberbefehlshabers. MacArthur besichtigte mehrere amerikanische Einheiten und erklärte:„Ich war in meinem Leben des Endsieges niemals so sicher wie heute,“ fügte aber hinzu, ein langer und harter Kampf sei zu erwarten, bevor der Friede in Korea wiederhergestellt werden kann. Neuer Vorstoß mit Panzerunterstützung Telle von drei nordkoreanischen Divisionen in Stärke von über 20000 Mann sind gestern mit starker Panzerunterstützung ostwärts von Jongdong zum Großangriff auf die Rollbahn nach Taiku und Pusan angetreten. Die erste amerikanische KavallerieDivision, die diesen gebirgigen Teil der Mittelfront verteidigt, wurde erneut gezwungen, ihre Stellungen an einigen Punkten zurückzunehmen. Obwohl die Amerikaner den stärksten Artillerieaufmarsch seit Besowie feinmechanische, optische und technische Apparate. Wie unserem Korrespondenten auf Anfrage bestätigt wurde, will die ostzonale Handelsdelegation nach wie vor auch Interessen der westdeutschen Wirtschaft vertreten. Riesenstreik im Kohlenpott Lüttich.(ap) Die belgische Regierung hat gestern mit der Dienstverpflichtung von Schlüsselpersonal in den von Streik betroffenen Kohlen- und Industriegebieten begonnen, wo über 200000 Arbeiter als Protest gegen die Rückkehr König Leopolds die Arbeit niedergelegt haben. Die Dienstverpflichtungen wurden etwa 1000 Personen zugestellt. Diese sollen die öffentlichen Versorgungsanlagen und die Pumpwerke in den stillgelegten Bergwerken in Betrieb halten. T. Bonn.(Eig. Ber.) Die Immunität des KPD-Vorsitzenden Max Reimann wurde am Donnerstagabend auf Ersuchen des niedersächsischen Justizministeriums, vom Bundestag mit allen gegen die Stimmen der KPD aufgehoben, Wie der Berichterstatter des Immunitätsausschusses, Dr. Brill, erklärte, will die Staatsanwaltschaft in Hannover ein Verfahren gegen Reimann wegen Nötigung und Entführung einleiten. Die Voruntersuchung hatte ergeben, daß Reimann mit dem ostzonalen Ministerpräsidenten Ulbricht die Verhaftung Müllers besprochen habe. Der Verlobten Müllers gegenüber habe Reimann seinen maßgebenden Einfluß auf die Verhaftung Müllers selbst zugestanden. Es sei der Verdacht entstanden, daß Müller geopfert werden mußte, um Reimanns gefährdete Stellung innerhalb der KPD zu retten. Der Ausschuß empfahl aus diesen Gründen, zu denen er noch von sich aus lichen Erwägungen wandte sich die Oppesition gegen„die zu weitgehende Ermächtigung der Bundesregierung“, wurde jedoch überstimmt. Keine Preissteigerungen mehr dpa Bonn. Vertreter der Wirtschaft erklärten in mehrstündigen Besprechungen mit Kabinettsmitgliedern in Bonn, daß im Bundesgebiet keine weiteren Preissteigerungen zu erwarten seien. Auf dem gewerblichen Sektor mache sich bereits eine allgemeine Tendenz der sinkenden Preise bemerkar. ginn des Feldzuges durchgeführt hatten und in 25 km Breite Sperrfeger schossen, kamen nordkoreanische„Todes-Bataillone“ voran. Für die amerikanische Artillerie im Abschnitt von Wanggan waren allein 3000 Schuß Munition bereitgestellt. Tiefgegliedert und das Gebirgsgelände geschickt ausnutzend, drangen die Angreifer trots schwerer Verluste mit Panzerunterstützung unaufhaltsam vor, Amerikaner und Südkoreaner verteidigten hartnäckig jeden Fußbreit Boden. Nordostwärts und südlich von Jongdong konnten die Alllierten ihre Stellungen halten oder sogar verbessern. In dem bewaldeten Gelände nordostwärts von Jongdong schlagen sich amerikanische Negereinheiten mit besonderer Tapferkeit. Nordwestlich von Jongdong wurde eine amerikanische Kompanie vom Gegner abgeschnitten. Sie wird aus der Luft versorgt und soll durch einen Gegenstoß entsetzt werden. Schiffsartillerie griff ein Der Vormarsch kleiner nordkoreanischer Panzereinheiten auf der Straße längs der koreanischen Südküste scheint bei Hadong zum Halten gebracht worden zu sein. Amerikanische und britische Schiffsartillerie und alliierte Trägerflugzeuge hatten die Nordkoreaner zur Räumung Hadongs gezwungen. Amerikanische Stoßtrupps, die von Chinju in Südkores nach Westen vorstießen, haben Einheiten der vierten nordkoreanischen Division im Raum von Hadong etwa vier Kilometer zurückgeworfen und Hamyang zurückerobert, meldet das Hauptquartier General MacArthurs. Erlolgsmeldungen der Nordkoreaner Die Einnahme des Hafens Yosu an der Südküste Koreas und der Stadt Sunchon durch die Nordkoreaner meldet der nordkoreanische Sender Pjongjang. Sunchon liegt etwa 140 Kilometer von Pusan und 34 Kilometer nordwestlich von Yosu. Nach amerikanischen Meldungen war der Vorstoß der Nordkoreaner etwa 29 Kilometer östlich und nördlich von Sunchon von Stehen gebracht worden. den Verdacht des Menschenraubes hinzufügte, die Aufhebung der Immunität Reimenns. Der KPD-Abgeordnete Fisch, der sich zur Verteidigung Reimanns zu Wort gemeldet hatte, beschuldigte den Bundestag mit Spionageorganen des Auslandes zusammenzuarbeiten. Vizepräsident Schäfer erteilte ihm daraufhin einen Ordnungsruf. Als er seine Beschuldigung gegen das Parlament fortsetzte, entzog ihm Schäfer das Wort. Fisch weigerte sich jedoch, die Rednertribüne zu verlassen, woraufhin er für den Rest der Sitzung ausgeschlossen wurde. Als er den Saal nicht verlassen wollte, wurde er schließlich für 30 Sitzungstage ausgeschlossen. Verstärkte Kominform-Arbeit k. Berlin.(Eig. Ber.) Ueber die inoffiziellen Besprechungen, die die ausländischen kommunistischen Delegierten während des SEDParteitages in Berlin führten, wird bekannt. daß auf der offiziellen Kominformtagung in der Tschechoslowakei die Verschärfung des kommunistischen Kampfes in Europa, vor allem in Westdeutschland, Frankreich und den Nordstaaten beschlossen werden wird. Das Kominform hat den deutschen Kommunisten eine intensive Unterstützung ihrer verstärkten Agitations- und Sabotagearbeit in Aussicht gestellt. Eine Verlegung der Fominformzentrale nach Ostberlin ist schon im Hinblick auf das Kominforminteresse an Jugoslawien nicht geplant. Jedoch soll das in Berlin bereits bestehende Zweiabüro für die verstärkte Arbeit in Westdeutschland erweitert werden. Nach Düsseldorf will der KP-Vorstand nach Mittellung seiner Pressestelle voraussichtlich zum 1. September von Frankfurt umziehen. Nach Kastner soll Nuschke genen Ulbricht forderte,„die alten Blindgänger“ zu beseitigen Vollmachten für die Regierung Erstes Ermächtigungsgesetz angenommen— Zur Festsetzung der Brotpreise Reimanns immunität aulgenobell Des Menschenraubs verdächtigt— Neuer KPD-Zwischenfall im Bundestag Rurz- aber wichtig Der Vizekanzler und der Bundeswirtschaftsminister bereiten einen General-Wirtschaftsplan für das Bundesgebiet vor, in den alle wirtschaftspolitische Maßnahmen eingeordnet werden sollen. Das Präsidium des deutschen Aerztetagen hat sich in Stuttgart aus den gewählten Vertretern der Aerztekammern, der kassenärztlichen Vereinigungen, der medizinischen Fakultäten, des Verbandes der Aerzte Deutschlands und der Vereinigung der Medizinalbeamten konstituiert. Der Bund der deutschen Kriegsdienstverweigerer mit dem Sitz in Nürnberg wandte sich gegen die Erklärung des Kardinalerzbischofs Frings über die Kriegsdienstverweigerung. Die Gewerkschaft Deutscher Beamtenbund, der Zentralverband der vertricbenen Deutschen und der Vorstand des Verbandes ostvertriebener Beamter sind mit dem Regierungsentwurf zum Artikel 131 des Grundgesetzes betr. Versorgung der vertriebenen Beamten nicht zufrieden. Die Strafen für sechs Deutsche, die wegen Mißhandlung und Tötung amerikanischer Flieger verurteilt waren, hat der amerikanische Oberkommandierende in Europa herabgesetzt. Ueber 180 000 Arbeiter streikten am Donnerstag zwischen 14 und 15 Uhr in Köln zum Protest gegen die Preispolitik der Bundesregierung. Die Berufungskammer München verwart die Berufung der Erben des ehemaligen Reichsministers Dr. Friedrich Todt mit dem Zugeständnis, daß der Nachlaß nur zu zehn Prozent eingezogen wird. Der Wirtschaftsminister der Südafrikanischen Union ist in der Bundesrepublik eingetroffen, um, wie er sagte, die Handelsbeziehungen zwischen der Südafrikanischen Union und Westdeutschland zu intenstvieren. Die Salzburger Festspiele nahmen gestern mit einer Aufführung des„Don Giovanni“ von Mozart unter der Stabführung Furtwänglers ihren Anfang. Ueber 13000 katholische Priester sind in den letzten fünf Jahren im kommunistischen Osteuropa ermordet oder ins KZ geworfen worden, gab gestern der Vatikan-Sender bekannt. Bei einem schweren Verkehrsunglück in der Nähe von Sankt Quentin(Frankreich)— ein Lastauto wurde vom-Zug Paris—Amsterdam erfaßt— wurden fünf Insassen des Lestwagens getötet. Die Todesstrafe ist in der Türkei entgegen anderslautenden Meldungen nicht abgeschafft worden. Jedoch muß in Zukunft jedes Todesurteil durch das Parlament bestätigt werden. Gestemn wurde gesagt... „Die Westdeutschen, die selbst sehen, denken, sprechen und in voller Freiheit handeln können, werden wahrscheinlich nicht so leicht auf die Lorelei-Gesänge der Marionetten in der Sowjetzone hereinfallen, wie einige Kreise befürchten. Sie haben wenig Illusionen über das sowjetische Utopien, in dem ihre weniger glücklichen Brüder leben, und dürfen keine Zweifel an unserer wiederholt bekanntgegebenen Entschlossenheit haben, das Gebiet der Bundesrepublik gegen einen möglichen Angriff aus dem Osten zu verteidigen.“(MicDermott, Pressechef des US-State Departement, auf einer Konferenz) nach ap. Sergeant Woods verunglückt Bolse Idabl.(dpa) Sergeant John C. Woods, der die in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen Verurteilten gehängt hat, ist durch Unglücksfall ums Leben gekommen. Seiner Frau wurde mitgeteilt, daß ihr Gatte in der vergangenen Woche auf dem Eniwetik-Atoll(Marshallinseln) verunglückt sei. Verlag u. Druck: Bonner Zeitungsdruckerei u. Verlagsanstelt H Neusser KG. Bonn, Bahnholstr. 12, Ruf 3851-52 Bonn und Neuwied Cheiredaktion: Edmund Els Verantwortlich für Polltik: Erwin Reich Lokeles Dr Wilhelm Kümpel Sport und Umgegend. Hans Altendort Feuilleion und allgemeiner Tell Hermenn Josef Kreemer, alle In Bonn. Anzeigen: Heinrich Siebbers. Bonn Redaktien: Bonn, Kronprinzenstraße 15, Rut 3833. Bonner Bundeshaus-Redaktion: Norbert Tönnies, Bundespressehaus Bonn. Ruf 8598. Von Brich Kästner Copyright by Verlag Gustav Kiepenheuer Er hatte im Café Tomaselli auf mich gewartet. Es war ein Mißverständnis gewesen, weiter nichts. Ein Mißverständnis Ich zog geistesabwesend den Smoking an. Später, im Bräustübl, aß ich, was man mir in Deutschland mitgegeben hatte: Gekochte Eier, belegte Brote, Weintrauben und Pfirsiche. Die Kellnerin brachte mir unaufgefordert Teller und Besteck. Bauern, Chauffeure, Theaterbesucher, alle sitzen sie in diesen Bräustuben an ungedeckten, gescheuerten Tischen und verzehren Mitgebrachtes. Mein Bier hat Karl bezahlt. Gefragt hat er nichts. Es lag wohl an meiner Stimmung, daß mich die Faust-Aufführung nicht sonderlich berührte. Man hat die um 1700 angelegte Reitschule, deren in die Felsen gemeißelte Arkaden sich stockwerkweise übereinanderreihen, zur Freilichtbühne umgebaut. Die Schauplätze liegen manchmal über-, manchmal nebeneinander. Die Scheinwerfer beleuchten bald hier, bald da eine Szenerie. Die Entfernung zwischen den Szenerien ist häufig beträchtlich. Und so oft es dunkel wurde, hatte ich die ernüchternde Vorstellung, daß nun die Darsteller bei vollster Finsternis im Dauerlauf dahingaloprieren, um nur ja rechtzeitig in Auerbachs Keller oder im Kerker einzutreflen. Warum spielt man eigentlich Goethes „klassischen“ Faust, warum nicht seinen Urfaust oder das alte Faustspiel? Ein Gespräch, das ich in der Pause hörte, erklärt, was ich meine. In dem Gewühl von Nerz- und Zobo'pelzen, Maharadschas, Fracks, Brillanten und Uniformen trafen sich eine Amerikanerin und ein Amerikaner. Sie feuschten ihre Eindrücke aus. „Do you understand a word?“ fragte sie. Und er antwortete:„No.“ Nach der Pause begann es zu regnen. Ueber den Zuschauerraum rollte eine Plane, und als nun der Regen auf dieses Zeltdach prasselte, war es auch akustisch unmöglich geworden, Goethe zu verstehen. Faust machte den Mund wie ein Nußknacker auf und zu. Gretchen und Mephisto wurden naß und durften keinen Schirm aufspannen. Nach der Vorstellung zog ich mich in Karls Zimmer um und erreichte eben noch den letzten Autobus nach Reichenhall. Jetzt will ich zu schlafen versuchen, ohgleich mir das Herz im Halse klopft. Sie heißt Konstanze, und morgen werde ich sie wiedersehen. Sie schaut aus wie eine Kronprinzessin und ist— ein Stubenmädchen! Tatsächlich! Auf einem Schloß halbwegs Hellbrunn. Das Schloß gehört einer gräflichen Familie, die auf Reisen ist und das Haus samt Personal für die Dauer der Festspielzeit an reiche Amerikaner vermietet. Ein Stubenmädchen?, Eher eine Zoie aus einer Mozartschen Operl Ich gestand ihr, daß ich das Geld für die Tasse Kaffee und den Lebkuchen nicht zurückgeben könne. Sie lachte. Sie hat ein Sparkassenbuch. Reichenhall, 21. August, später. Ich kann nicht schlafen. Reichenhall, 21. August, noch später. Draußen wird es hell. Ich stehe auf. Salzburg, 22. August, mittags. Ich habe den ersten Autobus nach Salzburg benutzt, Während der Fahrt kam die Sonne hinter den schleppenden Wolken hervor und beschien Reichenhall und Salzburg gleichermaßen. Zu beiden Seiten der Grenze erstreckt sich das gleiche Alpental; zu beiden Seiten spricht man dieselbe deutsche Mundart; hier wie dort trägt man die gleiche Stammestracht, die Lederhosen, die Lodenmäntel, die Dirndlkleider und lustigen grünen Hüte mit den Rasierpinseln. Der einzige Unterschied ist der, daß in. Deutschland die Autos rechts, in Oesterreich hingegen links fahren müssen. Dicht hinter dem österreichischen Zollamt — auf dem Walserfeld, wo die Römer einst, ehe es ein Deutschland und ein Oesterreich gab. Villenkolonien bauten— liegt ein Ort, der Himmelreich heißt. Und als ein Bauer, der an der deutschen Grenze den Autobus bestiegen hatte, beim Schaffner„Himmelreich, hin und zurück“ verlangte, klang mir das bedeutend poetischer, als es gemeint war, Karl entdeckte ich auf einer der Salzachbrücken. Dort skizzierte er mit Buntstiften einen Angler, der im Fluß auf einem herausragenden Stein stand. Ich wartete, bis auch der Hintergrund, die auf einem Hügel gelegene Müllner Kirche mit dem hübschen roten Dach, im Bilde war. Währenddem vergnügte ich mich damit, die Ausländer zu betrachten. Viele von ihnen wollen, was die Tracht anlangt, die Einheimischen übertrumpfen und kommen voll kindlichen Stolzes als Pinzgauer Bauern daher, oder als Lungauer Bäuerinnen: tragen Kropfketten, ohne einen Kropf zu besitzen; haben englisch gerollte Regenschirme über dem Arm oder lahren gar. vom Trachtengeschäft Lanz herrlich ausstaffiert, in Automobilen mit mindesten: zwei Chauffeuren! Es stört nicht, es belustigt höchstens. In Salzburg dürfen ja auch die Zuschauer Theater spielen. Später bummelten wir durch die Gassen, blickten in Tore und Höfe hinein, freuten uns über hölzerne Stiegen, Altane und Bogengänge, kunstvolle Zunft- und Gasthauszeichen, bemalte Heilige in Hausnischen, heitere und fromme Sprüche in den Hohlkehlen der Dachfirste: wir freuten uns über alles, was alt ist! Denn das ist ja immer wieder augenfällig, und nicht nur in Salzburg: Jedes Fenstersims und jedes Türschloß, jeder Schornstein, jede Ofenkachel und jedes Stuhlbein aus früheren Jahrhunderten verraten Geschmack, Können und Liebe zum Gegenstand. Die Beziehungen beider, des Handwerkers und des Besitzers, zum Haus, zur Tracht, selbst zum winzigen Hausrat hatten bis zum Biedermeier Geltung. Dann kam die Sintflut, und wo wurde Makart geboren? In Salzburg Wir stiegen zu der Hohensalzburg hinauf. Wir wollten jene vielen, in den verschiedensten Epochen gebauten Türme, Tore, Wälle und Bastionen, die vom Tal her als riesige mittelalterliche Bergiestung wirken, aus der Nähe betrachten. Der Anstieg bot mannigfach wechselnde Ausblicke auf die schöne Stadt und das anmutige Hinterland. Als wir droben waren, schauten wir uns gründlich in dem mächtigen Mauerwerk um. Karl zeigte mir zudem wichtige Punkte des Panoramas: Hellbrünn, den Gaisbero; dessen kleinen Bruder, den Nockstein; die weiße Wallfahrtskirche Maria-Plain. Schließlich setzten wir uns in der Burgwirtschaft unter einen der großen bunten Sonnenschirme. Karl, der dem Hunger seit je dadurch vorbeugt, daß er zu essen anfängt, bevor ihn hungern könnte, bestellte sich ein Beinfleisch mit Beilagen. Ich futterte trotz seiner ernstgemeinten Einwände aus der Reichenhaller Tüte.„Ich werde dir heute sowleso noch unumgängliche Ausgaben verursachen,“ sagte ich. „Willst du Gir eine ertsensössige Lederhose anschaffen?“ fragte er.„Oder hast du in einer der Buchhandlungen eine spannende Broschüre über den deutschen Konjunktiv entdeckt!“ „Ich brauche heute nachmittag zwei Tassen Kaftes und zwei Stück Kuchen.“ „Seit wann ißt du denn zwei Stück Kuchen?“ Er schüttelte den Kopf, legte aber gutmütig ein Fünf-Schilling-Stück auf den Tisch. Ich konnte eine Weile nicht antworten, da man mir für die gesottenen Eier Zucker statt Salz mitgegeben hatte. Es schmeck'e schauderhaft. Als ich wieder bei Stimme war, sagte ich:„Erstens werde ich nicht gen Kuchen essen; und zweitens will ich kein Bargeld haben. Das widerspricht möglicherweise den einschlägigen Bestimmungen. ich muß dich bitten, mit mir ins „Glockenspiel“ zu kommen und dem Kassierkellner den für zwei Tassen Kattee, zwei Kuchen und ein angemessenes Trinkgeld entsprechenden Geldbetrag pränumerando in die Hand zu drücken, Ich bin ein Habenichts und gedenke es zu bleiben.“ „Und sobald ich den Kellner bezahlt haben werde, wirst du mich nicht länger zurückhalten wollen.“ „Ich weiß, daß du im Mirabellgarten die steinernen Zwerge skizzieren willst, und Künstlern soll man nicht im Wege sein.“ „Deshalb hast au also den Strauß Alpenreilchen aus Reichenhall herübergeschleppt!“ meinte der Herr Künstler. Und ich sagte:„Ich wollte dir nicht such noch wegen Blumen Unkosten bereiten.“ Das war unser erstes Gespräch über Konstanze. Reichenhall, am selben Tage, aber nachts. Als sie ins Cefé trat und mir zulächelte, war die Unruhe der letzten vierundzwanzig Stunden vergessen. Das erste Wiedersehen ist der Richter über die erste Begegnung. Und alle Unruhe, die später folgt, ist anderer Art. Als Konstanze euf mich zuschritt, spürte ich, daß das Glück diesmal keinen Ausweg finden wird. Es muß uns in die Arme laufen. Fortsetzung folgt.) FREITAG GENERAL-ANZBIGER 3. JULI 1950 Gebiß und Gesamtorganismus Die 78. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkund Von unserem Dr.-.-Korrespondenten Stuttgart. In Stuttgart findet vom 28. bis 30. Juli 1950 die 78. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, der wichtigsten wissenschaftlichen zahnärztlichen Organisation, statt. Das Hauptthema des Kongresses lautet:„Moglichkeiten und Grenzen der Behandlung des devitalen Zahnes“. Aus Westdeutschland Eine Kalfeeschmugglerbande, die unverzollten Kaffee aus Bergen-Beisen und Celle nach Dortmund schmugglete, wurde von der Dortmunder Zollfahndungsstelle ermittelt. Die Speiseöl-Hamsterkäufe, als Folge des Korea-Konfliktes, haben nach Mittellung der Dulsburger Margarineindustrie in der letzten Zeit merklich nachgelassen. Tödlich verbrüht hat sich ein einjähriger Junge, als er in der elterlichen Wohnung in Wuppertal einen Augenblick unbewacht war. Er zog einen Tepf mit heißer Milch vom Die Gruppe, bei der man Zusammenhänge mit einer gefährlichen internationalen Geldfälscherbande vermutet, besteht aus zwei Deutschen im Alter von 21 Jahren und einem 27 Jahre alten griechischen Studenten. Die großzügig ausgerüstete Bande fuhr einen Chevrolet in Luxusausführung sowie ein elegantes Mercedes-Sportcabriolet. Die Wagen konnten mittlerweile in einer Kölner Gerage beschlagnahmt werden. Einer der Verhafteten war noch im Besitz von rund 50 falschen Us-Zehn-Dollarnoten. Außerdem führte er eine geladene Pistole mit zwei gefüllten Magazinen mit sich. Als die Polireibeamten dem zweiten Komplizen die Aktentasche abnahmen, fanden sie darin weitere Schußwaffen. Die Untersuchung der Kraftwagen förderte ein Großteil eingehandelten deutschen Geldes zutage, das teils auf dem Boden der Wagen verstreut lag. Die Täter kamen aus München und haben nach den bisherigen Informationen kreuz und quer das ganze Bundesgebiet bereist. Ob diese Vertreibergruppe mit dem in Hamburg aufgedeckten internationalen Verteilerring zusammenarbeitet, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben. Er prüft„symbolisch“ Auchen.(Inw) Am zweiten Verhandlungstag im Korruptionsprozeß gegen den Leiter der Preisüberwachungsstelle der Aachener Regierung. Regierungsrat Franzen, mußte der Angeklagte zugeben, daß er den InDie Anklage wegen Mordes wurde nicht aufrechterhalten, weil nicht festgestellt werden konnte, daß die Tat, wie der Mordparagraph voraussetzt, heimtückisch, grausam oder aus niederen Beweggründen begangen worden war. Der Staatsanwalt nannte die Tat der Angeklagten bestialisch. Er hielt auch Kwiecinski trotz andauernden Leugnens für überführt, bewußt mit Frau Rogge zusammengearbeitet zu haben. Es sei klar, daß er bei den engen Raumverhältnissen von der Tat etwas gemerkt, ja sie vorher mit Frau Rogge besprochen habe. Darauf lasse schon die Beschädigung von Kwiecinskis Aktentasche schließen, die Rattenbisse vortäuschen sollte. Aus dem gleichen Grunde habe Kwiecinski auch das Gesicht des Kindes verstümmelt. Frau Rogges Verteidiger plädierte darauf, die Angeklagte nur wegen versuchten Totschlags zu verurtellen, da sich nach dem medizinischen Gutachten nicht feststellen ließe, durch welche Gewalteinwirkung das Kind ums Leben gekommen sei. Bei dem großen Allersunterschied— Kwiecinski ist 16 Jahre älter als die Frau— sei kein Zweifel, daß er der führende Teil bei der Tat gewesen sei. Kwiecinskis deutscher Verteidiger wies eine Mittäterschaft des AngeKüchenschrank. Die Verbrennungen hatten den Tod zur Folge. Die„Westdeutsche Studentenzeitung“, die vom Landesverband Nordrhein-Westfalen der deutschen Studentenschaften herausgegeben wird, erscheint ab 1. November monatlich in Köln. Die San José-Schildlaus ist an drei Stellen Im Weser-Ems-Gebiet festgestellt worden. Die von diesem Insekt befallenen Obstbäume verkrüppeln und sterben ab. Rlesige Bienenschwärme überfielen in Röhrach bei Bamberg eine Ziege, die vor einem Haus angebunden war. Die Völker aus zehn Bienenkörben begruben das hilflose Tier unter sich. Die vorbeiführende Straße war blockiert. nungsobermeister der Aachener Bäcker und Konditoren am 23. Mai 1949 so rechtzeitig unterrichtet hatte, daß dieser in einem Rundschreiben sämtliche Innungsmitglieder auf die bevorstehende Prüfung aufmerksam machen konnte. Er habe diese Prüfung als damals schon überholt angesehen, so verteidigte sich Franzen, weil die Bevölkerung und gerade der ärmere Teil absolut Gebäck hätte haben wollen. Das Mehl dazu hätte aber von den Bäckern nur zu Ueberpreisen beschafft werden können.„Da eine Anordnung des Ministeriums vorlag“, erklärte Franzen,„habe ich diese Aktion nicht abblasen können und die Prüfung daher„symholisch“ vorgenommen.“ In der mündlichen Urteilsverkündung war am 29. Juni versehentlich mitgeteilt worden, daß Schröder 15 Monate auf die Strafe angerechnet werden sollten. Das Bielefelder Spruchgericht hatte Kurt Freiherrn von Schröder als Revisionsinstanz zu 60 000 DMI Geldstrafe verurteilt. Nach Anrechnung der neunmonatigen Internierungshaft müsse er jetzt noch 30 000 DM zahlen oder, falls er diesen Betrag nicht klagten zurück. Er könne höchstens wegen Begünstigung verurteilt werden. Da er aber nur von seiner Mitangeklagten belastet werde, von zahlreichen anderen Zeugen aber als fleißiger und zurückhaltender Mensch geschildert werde, sei er nicht einmal der Begünstigung überführt. Kwiecinskis polnischer Verteidiger wies darauf hin, daß der Angeklagte als Pole von den Zuschauern und der Presse mißtrauisch angesehen worden sel, was sich durch eine Anzahl schwerer Verbrechen in jüngster Zeit erklären lasse, die durch deklessierte polnische Elemente begangen worden seien. Ungewöhnlicher Möhlenbesuch Warburg.(Inw) Ein Müller in Willebadessen traute seinen Augen nicht, als er im ersten Stockwerk seiner Mühle plötzlich eine zwischen den Mehlsäcken herumschnüffeinde Kuh erspähte. Das Tier hatte sich von der nehen der Mühle gelegenen Weide entfernt, eine einen halben Meter hohe Staumauer überwunden und war dann gemächlich in die Mühle gestapft. Ein halbdutzend Männer aus dem Ort mußte aufgeboten werden, um den zentnerschweren Vierfüßler wieder zu ebener Erde zurückzubringen. Nemhafte Porscher des In- und Auslandes werden den aus allen Tellen West- und Ostdeutschlands, aber auch aus anderen europäischen Ländern angemeldeten Zahnärzten ihre Erfahrungen und die Ergebnisse neuester Forschung, besonders auf dem Gebiete der Wurzelkanalbehandlung, vermitteln. Im Verlauf einer längeren Entwicklung ist die Zahnerhaltungskunde auf einen, außerordentlich hohen technischen Stand gebracht worden. Je mehr jedoch die Wissenschaft die engen Beziehungen und Zusammenhänge erkannte, die zwischen Gebiß und Gesamtorganismus bestehen, um so mehr traten Zweifel darüber auf, ob es wirklich zweckmäßig ist, Zähne, deren Zahnmark bereits erkrankt ist, durch eine sogenannte Wurzelbehandlung zu erhalten. Man erkannte, daß schwere Erkrankungen des Gesamtorganismus, so vor allem der Gelenke, der inneren Organe, des Kreislaufs und des Nervensystems, ihren Ursprung in devitalen Zähnen, d. h. solchen ohne Zahnmark, haben können Zu dieser Erkenntnis nahm die moderne Zahnheilkunde bisher durchaus verschieden Stellung. Eine Richtung, die vor allem in Amerika und in den angelsächsischen Staaten verbreitet ist, geht den radikalen Weg. keinen Zahn mit totem Zahnmark(im Volksmund spricht man oft von dem„Nerv“ des aufbringen kann, eine sechsmonatige Gefängnishaft verbüßen. Die schriftliche Urteilsverkündung befaßt sich eingehend mit den Gründen, warum das Spruchgericht nicht auf die vom öffentlichen Ankläger beantragte Vermögenseinziehung von zwei Fünfteln des Miteigentums des Angeklagten am Gut Hohenstein bei Eckernförde an Stelle einer Geldstrafe erkannt hat. Eine Vermögenseinziehung. so erklärte das Spruchgericht, wirke schon— rein rechtlich betrachtet— härter als eine Geldstrafe, weil erstere auf Eigentumsentziehung abziele, während letztere lediglich eine Schuld des Angeklagten in Geld bilde. Bei der Strafzumessung sei das Spruchgericht von dem Gutachten der beiden Sachverständigen über die Vermögenslage des Angeklagten ausgegangen. Danach sei Schröders Vermögen unter Berücksichtigung der ungeklärten Verhältnisse der Kölner Steinbank, der Bodenreform und des Lastenausgleichs mit 96- bis 97000 DM angenommen. Gegen das Urteil des Bielefelder Spruchgerichts hat sowohl der öffentliche Ankläger als auch der Angeklagte Revision angemeldet. Zahnes) im Munde zu belassen. Eine andere Gruppe lehnt diesen radikalen Standpunkt als Gebißverstümmelung ab, vertritt aber auch die Auffassung, daß Zähne, deren Zahnmark bereits zerfallen ist, nicht mehr erhalten werden können. Eine dritte Gruppe hält sogar die Erhaltung dieser Zähne auf dem Wege der Wurzelkanalbehandlung und mit Hilfe von Methoden, die zwar schon länger bekannt, aber in jüngster Zeit außerordentlich vervollkommnet worden sind, für möglich. Daher wird von der Tagung in Stuttgart die Beantwortung der für die Volksgesundheit schwerwiegenden Fragen erwartet: 1. Gibt es eine Methode zur Erhaltung von Zähnen mit totem Zahnmark, die einen ausreichenden Erfolg verspricht? 2. Ist diese Methode auch im Rahmen der Sozialpraxis anwendbar? Waren für 530000 Mark Wiesbaden.(dpa) Schmuggelwaren im Werte von rund 530000 Mark und Propagandamaterial aus der Sowjetzone wurden vom 1. bis 24. Juli an der hessisch-thüringischen Zonengrenze beschlagnahmt. Allein der Wert der sichergestellten Textilmaschinen, Stoffe, Fertigwaren und Wolle beläuft sich auf rund 36000 Mark. 814 Strafanzeigen wurden erstattet. Als besonderen Erfolg der Schmuggelbekämpfung bezeichnet der Zollgrenzdienst die Beschlagnahme von 229 Kisten Propagandamaterial aus der Sowjetzone. Es sind Bücher, Broschüren, Zeitschriften und ähnliche Gegenstände im Werte von rund 95000 Mark, die in zwei falsch deklarierten Waggons in das Bundesgebiet eingeschmuggelt werden sollten. Wohnungssuchende betrogen Bochum.(Inw) Wegen Betrugs in 24 ,Fällen verurteilte die Bochumer Strafkammer den 50jährigen Wachmann Johann Nowocsyn zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Nowocsyn hatte seine Stellung als Mitglied des Bochumer Wohnungsausschusses in übelster Weise mißbraucht, indem er Wohnungssuchende für eine fingierte Baugenossenschaft warb und ihnen gleichzeitig versprach, gegen Zahlung eines Betrages von 400 DAf eine Wohnung zu besorgen. 23 Interessenten fielen auf seinen Schwindel herein. Außerdem sicherte er einer Flüchtlingsfrau gegen die Zahlung einer Kaution von 1000 DM unberechtigter Weise eine Stellung als Wirtschafterin im Bochumer Bahnhof zu. Nowocsyn ist bereits 18 Mal wegen Eigentumsdelikte vorbestraft. Uni Kiel— gefilmt Kiel.(lo) An der Kieler Universität wird zur Zeit von einer Hamburger Gesellschaft ein Film gedreht, der das Leben an einer deutschen Universität zeigen soll. So wird er Einblicke in die Forschungs- und Lehrtätigkeit vermitteln und zeigen, mit welchen Schwierigkeiten der Student heute zu kämpfen hat. Invasion des Welfenrosses in Westfalen Ein Berliner Bildhauer kränkte die Westfalen in ihrer Ehre Münster.(Inw) Die Westfalen sind in ihrer Ehre gekränkt, denn ihr springendes Roß ist an dem großen Neubau der Universitätsbibliothek in Münster in einer völlig falschen Form wiedergegeben worden. Kaum fiel der undurchsichtige Schleier, hinter dem wochenlang der Steinmetz seine Arbeit verrichtete, da geb es einen Menschenauflauf. Heraldiker hatten nämlich die Feststellung getroffen, daß der Schweif des Westfalenrosses gesenkt war, so daß das Tier dem Welfenroß ähnelte. Hiergegen und dagegen, daß das Roß noch außerdem in falscher Richtung schaut, erhob man Protest. Auf einer Tagung in Rüthen beanstandeten die Heimatfreunde die falsche heraldische Form des westfälischen Rosses und verlangten, daß nur ein westfälisches Wanpentier mit gehobenem Schweif den Bau zieren darf, da dieser gerade für die westfälische Geschichte eine große Bedeutung habe. Der Entwurf des Wappens stammt von einem Berliner Bildhauer. Auf dem Papier gestorben tt München. Weil sie unter Verwendung eines Formblattes ihren Vater bei der Ortskrankenkasse wahrheitswidrig als gestorben gemeldet und ein Sterbegeld von 148 DM erhalten hat, wurde in München eine Näherin fesigenommen. Gegen sie liegen ferner neun Anzeigen wegen Betrugs vor. Internationaler Fälscherbande auf der Spur Die Kölner Polizei nahm reisende Falschgeldvertreiber fest Von unserem.-.-Korrespondenten Köln. Die Kölner Polizei führte überraschend einen erfolgreichen Schlag gegen reisende Vertreiber von falschen Us-Zehn-Dollarnoten durch. Acht Jahre Zuchthaus für entmenschte Eltern Wegen gemeinschaftlichen Totschlags an ihrem dreleinhalb Mionate alten Kind Düsseldorf. Je acht Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust erhielten am Mittwoch die 33 Jahre alte Ehefrau Gertrud Rogge und ihr Geliebter, der 51jährige Franz Kwiecinski wegen gemeinschaftlichen Totschlags an ihrem dreieinhalb Monate alten Säugling. Nur neun Monate Internierung angerechnet Von Schröder soll noch 30 000 DM Zahlen— Revision gefordert Bielefeld.(Inw) Dem ehemaligen SS-Brigadeführer und Kölner Bankier Kurt Freiherr von Schröder werden von seiner über dreijährigen Internierungshaft nur neun Monate angerechnet, wie aus der Verkündung des Bielefelder Spruchgerichts hervorgeht. Wirtschaltsleben Kurz gefaßt Die Ausfuhr von verschiedenen Schrottsorten aus dem Bundesgebiet ist mit Wirkung vom 1. August dieses Jahres vom Bundeswirtschaftsministerium neu geregelt worden. Der Export von Schrott darf nur dann erfolgen, wenn neben den bisher erforderlichen Liefergenehmigungen und Ausfuhrerklärungen auch Versandgenehmigungen vom Exporteur bei den für die Ausfuhr zuständigen amtlichen deutschen Stellen eingerichtet werden. Die Stahlindustrie des Bundesgebietes verbuchte im Mai 1950 Auftragseingänge über 752000 Tonnen, im Juni dagegen schon über rund eine Million Tonnen. In der Zeit vom 1. bis 20. Juli gingen bereits Aufträge über etwa 660 000 Tonnen ein. Dabei beläuft sich der Anteil des Auslandsgeschäftes etwa auf ein Deittel. Das Ausland verlangt vor allem Feinbleche, doch kann diese Nachfrage nur teilweise gedeckt werden. Bonner Erzeuger-Großmarkt Preise vom 27. Juli für je 50 kg in DMf: Johannisbeeren rot 15.—16.6. schwarz 21.3 bis 22, Stachelbeeren 11.—19.7. Brombeeren 13.—14,2, Schattenmorellen 36,9—42,5, Pfirsiche 1 55—61.7, Aprikosen 55, Pflaumen blau 25.—38.5, Ontario-Pflaumen 10.5 bis 13,1, Klaräpfel 26.—36. Viktorieäpfel 13.—17,1, Jakob-Lebel-Aepfel 12,6—14, Birnen 20.—27,2, Kopfsalat.—6,4. Endivienselat—2,9, Weißkohl.—.7, Rotkohl .5, Wirsing 2,5—4, Kohlrabi Stück 5,1, Möhren.—7,4, Erbsen 17.2, Strauchbohnen grün—5,3, Wachsbohnen 22—25. Speckbohnen 11,1—13,2. Wollbohnen—3,8, Zwiebeln 7,5—11,9, Tomaten 20—26 4, Essiggurken 5,1—11, Salzgurken—2,1, Salatgurken 1, Pfifferlinge 80. Rhein.-Westfällsche Börse Kassa-Kurse vom 27. Juli 1950 übermittelt von der Rheinisch-Westfälischen Bank. Filiele Bonn—(ohne Gewähr) Red Rock-Raucher wissen, warum sie diese würzig-milde VirginiaCigarette bevorzugen. Kunst als Konsequens unserer Zeit Die Ausstellung-Berliner Künstler“ Der bei Bonn ansässige Maler Joseph Faßbender hat auf dem Umschlau des Ausstellungskataloges sehr witzig gesagt, worum es bei dieser Ausstellung Berliner Künstler in Bonn geht: Er zeichnete einen Schlagbaum, unter dem die Berliner Wappentiere hinausschlüpfen nach dem Westen, bis sie dann von einem großen Auge erfaßt werden: dem Auge der Bonner, der Deutschen in der Bundesrepublik. Was man dann aber in den Räumen der Münsterschule ausgestellt sieht an Zeichnungen, Pestiken und„Gemälden, könnte für viele Grund zu heller Aufregung sein. Es steht allerlei Für und Wider zu erwarten, und sehr kurz alg gut apostrophierte Urteile wie„fürchterlich“,„grauenhaft“ und andere werden sich einstellen. Kein Experiment Damit ist aber nichts getan. Damit wird man nicht einem so ernsthaften Bemühen gerecht, wie es dieses hier darstellt. Namen wie Heiliger, Trökes, Hofer, Kaus, Kuhn, Pechstein, Schmidt-Rottluff. Thiemann, Sintenis, Scheibe und andere die im internationalen Kunstgespräch Deutschland durchaus gleichberechtigt und stimmbegabt Vertreten, zeigen, daß hier kein Experiment beabsichtigt ist. Es gibt nun einmal Menschen, die in unserem Alomzeitalter liebliche, auf Wiesen Blumen pflückende Mädchen nichtt mehr ohne weiteres für in unsere Welt passend halten. In Hiroshima und bei Bikini baben sich bisher bekannte Gesetze in ungeahnte Perspektiven erweitert. Unsere Begriffe von„schön“ und „wahr“ haben nun eben einmal manche gewohnte Verhüllung obgestreift. Wir leben in einer Welt, die man in mathemalische und chemische Formeln auflösen kann. Nicht, daß wir das Extrem an sich loben wollten! Wir haben anläßlich der vorjährigen„Bonner Sommerausstellung 1949“ Bedenken gehabt, daß sich vielleicht doch manche der damalg ausstellenden Bonner Künstler im„Abstrakten“ nur deshalb verhaspelten oder im„Surrealismus“ austobten, weil das so schön modern war. Hier aber ist keine Mode, hier ist blutiger Ernst. „Kein Genuß“ Kunst ist heute kein Genußmittel mehr. 35 Maler und Bildhauer sind mit 115 Stücken vertreten. Jedes einzeine dieser Stücke will erforscht, erfahren sein wie fremdes Land. Den Besucher erwartet eine Heidenarbeit. Wenn er aber wenigstens ein bißchen davon spürt, wie nobel solch ein aufs Einfachste reduziertes Bild ist wie Hans Jaenisches„Luftbrücke“ auf dem majeslätische Riesenrögel vor einem kalten, östlichen Mond in rötlichem Schimmern dahinschweben, wenn er die Farbenpracht von Max Pechsteins„Palmen In Collioure“ im Auge brennen fühlt, wenn er mit innigem Entzücken Richard Scheibes Bronceplastiken mit dem Augenblick umgreift, oder das Prickelnde und Zierlich-Lebendige der Kleinplastiken von René Sintenis mit dem Finger erfährt— dann hat er schon allerlel Schönheit und Köstlichkeit eingesäckelt. Kann sein, daß einer erschrickt, wenn er Thiemanns„Tote Landschaf!“ oder Tröhes etwas sehr„gedachte“„Sphärlsche Kontraste“ sieht. Aber wohl diesem Erschrekken: denn es ist wie Erstaunen unschätzbar wichtig. Dennoch Trost Und solches Erstaunen ist beim Betrachfen des„kleinen Pferdes“ von Paul Dierkes zum Beispiel am Platz, wo sparsamste Kontur aus weißem Stein einen tröstlichen Genuß schuf. Ja, auch Genuß. Manchmal ist es eben nur eine Sache des Sehens. Aehnliches erfährt man bei Godas„Halbakt“. Denn alles ist noch umgreifbar, ergreifbar. Bernhard Heiliger freilich, dessen fast gewaltige Skulpturen man nicht mehr erfahren, sondern mitdenken, weiterdenken muß, rüttelt am Beschauer. Und auch Karl Hofers Bilder tun so: rütteln. Karl Hartung vollends gibt Abstraktes. Nun ist der, der Blumen sehen wollte und Menschen„wie ich und du“ ins Leere gestellt. Er kann nicht mehr mit. Er findet keine Formel. Oder er kann die ForGestern abend sprach auf Einladung des Internationalen Studentenbundes in Zusammenarbeit mit der niederländischen Abteilung des Germanistischen Seminars der Universität Frau Jantin van Egck niederländische Gedichte im Hörsaal XV der Universität. Uebersetzung und Original Einführend bekundete sie, daß sie die Klangschönheit der niederländischen Dichtung den deutschen Hörern nahebringen wolle. Auf die Verlesung der Uebersetzung ließ sie die Originaltexte folgen. Mit ihrer vollfönenden, nuancenreichen Altstimme trug Frau van Egck moderne Lyrik vor, d. h. Gedichte, deren Autoren nach der berühmten 80er Bewegung geboren wurden. Diese Dichter haben zweifellos einige Begabungen und Leistungen aufzuweisen, denen internationales Format zukommt, denen allerdings die gleiche Anerkennung deshalb noch nicht beschieden ist, weil sie in einer Sprache dichten, die nur ven einem verhältnismäßig kleinen Volk gesprochen wird. Wunderbare Sprachmeledie „Heimweh“ und„Invokatio“ von Marsmann ließen bereits Eigentümlichkeiten dieser Lyrik erkennen, die für die deutschen Hörer manchmal dem Plattdeutschen zu mel nicht lösen. Ehe man diese Formel beschimpft, sollte man sie sich vorrechnen lassen. Wenn sie einen Sinn bekommt, entdeckt man ihre sachliche Schönhelt und Wahrheit. Denn das ist unsere Welt, die Welt des 20. Jahrhunderts, die keiner mehr versteht, der sie mit alten Maßstäben mißt. Es ist eine arme Welt, und wir sind arme Menschen. Die Flucht vor den Konsequenzen kann uns nicht mehr retten. Hermann Josef Kraemer. nahe zu stehen scheint, um im hohen lyrischen Ton voll zu überzeugen. Dem Holländer wird diese Klangwelt jedoch ohne weiteres eingehen. Auch die deutschen Hörer wurden eingefangen von der mitunter wunderbaren Sprechmelodie des lyrischen Gesanges, der völlig andersgeartete Klangdimensionen erschließt als die deutsche Sprache. Von kühner Modernität waren die Gedichte von A. Roland Holtz, des größten lebenden Dichters holländischer Sprache. Er ist der Dichter von Wind und Meer, vom Heimweh nach dem anderen Leben. Seine Sehnsucht gehört einem Reich,„das wir verloren hinter der Zeit“. Das Gedicht „Kristall" dürfte in die erste Reihe gegenwärtiger Lyrik einzuordnen sein. Neben B. C. Boutens, dem Klassiker und Homer-Uebersetzer, dessen Einzigartigkeit die Holländer in seiner meisterhaften Beherrschung des Atmosphärischen sehen, kam auch A. Holtz, eine Verwandte des erwähnten A. Roland Holtz, zu Wort, die Frau van Egck„als unsere größte Dichterin“ bezeichnete. Eine Fülle anderer zeitgenössischer Antoren rundete das Bild ab. Frau van Egck, anmutig und von großer rezitatorischer Fähigkeit, war eine Vermittlerin über die Grenzen, wie man sie sich nicht idealer vorstellen kann. Sowohl die gewinnende Anmut ihrer Darbietungen wie ihre vollkommene Sprachtechnik im Deutschen und im Holländischen trugen dazu bei. Lebensbild des Thomaskantors Zu Bachs 200. Todestag Am gestrigen Vorabend von Joh. Sebastian Bachs 200. Todestag gedachte Musikdirektor Gustav Classens mit dem Kammerorchester und Chor der von ihm ins Leben gerufenen„Bach-Gemeinschaft“ im überfüllten Festsaal des Bürgervereine des großen Thomaskantors. Offenkundig dem Gedanken dienstbar, in kurzen charakteristischen Darbietungen die Persönlichkeit des als Mensch wie als Künstler gleich großen Meisters den Zuhörern vor die Seele zu stellen, hatte men als Einleitung das dritte der Brandenburgischen Konzerte(-Dur) gewählt und schuf damit, stilvo'l der Aufführungspraxis der Barockzelt folgend, einer solchen Gedenkloier gemäße Atmosphäre ernster Feierlichkeit. Nicht minder klangvoll und durch sinnvoll betonte Echowirkungen in seiner Eindringlichkeit durch das Solo-Instrument gesteigert, gestaltete Classens in Verbindung mit Lotte Hellwig-Josten, der oft erprobten Geigerin, das Violinkonzert-Dur zu einer mit starkem Beifall entgegengenommenen Darbietung als überzeugendes Beispiel für Bache Vielseitigkeit, auf die anschließend auch Prof. Dr. Kurt Stephenson in seiner gewinnenden, unpathetischen Art hinwies. Sein treifend gestalletes Lebensbild sah den Meister auf der Höhe seines Ruhmes. Dem Zug seines Herzens folgend, bewarb er sich um das Leipziger Kontorat, schuf darin seine großen Meisterwerke und lebene. Se snh man am#chl..a d. 4b.-d. den Meister auf dem Sterbehatt, wie er selnem Schwiegersohn Altnikol den Chora! Vor Deinen Thron tret ich hiermit“ in die Feder diktierte, den Chor und Orchester in ergreifender Weise zu Gehör brachten. T. L, Niederländische Gedichte anmutig rezitiert Durch Frau Jantin van Egek im Hörsaal XV FREITAG GENBRAL-ANZBIGER 28. J0II 1950 Bomel Nachrichten Finanzielle Gründe Zur Verlegung des Studententages Ueber die Gründe der Verlegung des Ersten Deutschen Studententages von Bonn nach Köln, von der wir bereits berichteten, erfahren wir vom Verband Deutscher Studentenschaften folgende Einzelheiten: Als repräsentativer Saal für die Tagung war zunächst der Plenarsaal des Bundeshauses außerersehen, der aber nicht zur Verfügung gestellt werden kann, da zum Zeitpunkt der Veranstaltungen die Parlamentsferien bereits beendet sein werden. Die Bonner Universität ist vorerst noch nicht für Großveranstaltungen dieser Art geeignet. Man hätte also geeignete Räumlichkeiten aus privater Hand mieten müssen, was aber die Veranstaltung ganz erheblich verteuern würde. In Köln wird man die Tagungen wie auch sämtliche künstlerischen Veranstaltungen in universitätseigenen Räumen durchführen können. Bonn-Vorbild des Gemeinsinns Dankschreiben deg Katholiken-Ausschusses „Bonn bot ein Vorbild des Gemeinsinns, der Ordnung und des Friedens. Daß dies so bleiben möge und daß reicher Segen für uns al'e, für unsere Heimat und unser Volk von dem Katholikentag in Bonn ausströme und fortwirke, ist unser Wunsch und unser Gebet und zugleich unser herzlichster Dank.“ Diese Worte beschließen ein vom Lokalkomitee des Katholiken-Ausschusses Bonn herausgegebenes Schreiben, das von Dechant Stumpe, Dr. Roesen und Dr. Schümmer unterzeichnet ist. In der Mitteilung wird der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft für die verstündnisvolle Mithilfe bei den Vorbereitungen zum Katholikentag gedankt. Ein Wort des Dankes gilt auch der Polizei, die alle Verkehrs- und Sicherheitsprobleme reibungslos gemeistert hat. Nicht vergessen sind ferner die vielen unermüdlichen Helfer der Pfarren und Organisationen, die durch ihre stille Mitarbeit den Katholikentag erst ermöglicht haben. Die neuen Dekane Für das bevorstehende Studienjahr Die Wahlen der Dekane für das am 18. Oktober 1950 beginnende neue Studienjahr der Universität Bonn sind beendet. Folgende Professoren wurden gewählt: Evange. lisch-Theologische Fakultät: Prof. Dr. E. Bizer(Wiederwahl), Katholisch-Theologische Fakultät: Prof. Dr. H. Jedin. Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät: Prof. Dr. K. T. Kipp(Wiederwahl), Medizinische Fakultät: Prof. Dr. H. Eyer, Philosophische Fakultät: Prof. Dr. Walther Schirmer. Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät: Prof. Dr. B. Helferich, Landwirtschaftliche Fakultät: Prof. Dr. Martin Schirmer. Gebäudezähler sind keine„Steuerschnüffler'’ Statistisches Amt kämpft um Vertrauen— Vorbereitung für die Volkszählung „Sie sind der Fünfte heute morgen, der mir etwas verkaufen will“, sagt eine ältere Dame durch den Türspalt, bevor sich die Tür mit leichtem Knall vor der Nase des älteren Herrn mit der braunen Aktentasche schloß. Der Abgewiesene war einer der 20 mit der Gebäudeerhebung beauftragten Mitarbeiter des Statistischen Amtes. Zwei Drittel bereits befragt Bisher sind etwa zwei Drittel aller Bonner Grundstücksbesitzer aufgesucht worden, aber Beschwerden sind kaum laut geworden. Eine Hauptschwierigkeit, mit der die Zähler zu kämpfen haben, ist das Mißtrauen. „Zählung? Sagen Sie doch lieber gleich, was es wirklich ist: Steuerschnüffeleil“ Dann gibt es andere Einwände:„Dafür ist Geld da, dabei wandern die Zahlen ja doch nur in den nächsten Aklenschrank und verstauben.“ Oder man fürchtet sich vor Wohnraumbeschränkung, weil man vielleicht ein paar Quadratmeter mehr hat als der Nachbar. Nur„kollektives“ Interesse Demgegenüber versichert der Leiter des Statistischen Amtes, daß jeder Grund zum Mißtrauen völlig unbegründet sei. Unser ganzes Streben läuft darauf hinaus, das im Dritten Reich verlorengegangene Vertrauen zu dem„Statistischen Amtsgeheimnis“, das es nämlich genau so gibt wie ein„Steuer“ oder wie ein„Arztgeheimnis“, wiederherzustellen. Wir geben nicht eine einzige Angabe über individuelle Angelegenheiten weiter. Wir haben nur ein„kollektives Interesse.“ Damit meinte er die Gesamtheit der zur zentralen Auswertung nach Düsseldorf weiterzuleitenden Zählungsergebnisse. Zwischendurch gibt es bei der Erhebungsarbeit auch recht erfreuliche Episoden. So rief kürzlich eine alte Oma draußen im Nordviertel quer über die Straße den Zählern zu: „Vergeßt mich aber nicht, ich will auch mal Besuch haben.“ Drei Minuten später hatte sie ihn. Die unterschiedliche Aufgeschlossenheit der Bevölkerung je nach Stadtbezirk ist auffallend. Die Gebäudeerhebung, mit der men Mitte Juni begann wird voraussichtlich Mitte August abgeschlossen werden. Wie die Fliegen an der Wand Eine Sensation des Volksfestes auf dem Frankenplatz ist der „Rotor“. In einem sich drehenden Zylinder kleben die Teilnehmer der lustigen Rundreise wie die Fliegen an der Wand. Die Schwerkraft scheint aufgehoben, alle„hängen in der Luft“, und das Vergnügen ist bei sämtlichen Beteiligten groß — auch bei den Zuschauern. T Zu wenig billige Wohnungen in Bonn Wo das Wohnungsamt kein Verfügungsrecht hat— Die leidigen Räumungsklagen Herr X hat eine Anstellung irgendwo im Westfälischen erhalten und verläßt mit seiner Familie Bonn. Seine Wohnung wird also frei. Die räumlich beengte Familie 2 hört davon, wendet sich sofort an Hauswirt Y und will die Wohnung mieten. Der Hauswirt ist einverstanden,„vorausgesetzt, daß das Wohnungsamt die Einwilligung gibt“. „Wiieso Wohnungsamt!“ fragt Herr 2. „Mein Nachbar zog vorige Woche auch ohne Wohnungsamt ein.“ Herr Z. hat dabei aber nicht berücksichtigt, daß dieser Nachbar in einen aus privaten Mitteln errichteten Neubau einzog, über den laut Landes-Wohnungs-Gesetzes vom 23. 1. 1950 die Wohnungsämter kein Verfügungsrecht mehr, haben. Kinder als störend empfunden Die Vermieter dürfen in erfassungspflichtigen Wohnraum nur Mieter mit Dringlichkeitsbescheinigung aufnehmen, haben aber das Recht, sich unter den in Frage kommenden die ihnen geeigneten Mieter selbst auszusuchen. In den seltensten Fällen melden sie freien Wohnraum an, ohne gleichzeitig auch den neuen Mieter schon namentlich mit anzugeben.„Was sollen wir aber mit den vielen Familien anfangen, die auf unserer Vormerkungsliste stehen, besonders gar mit solchen, die Kinder haben“. Auf der Mieterseite scheitert mancher Vorschlag des Wohnungsamtes an zu hohen Mietpreisen. Wenn man einen durchschnittlichen Mietpreis von 80 Pfg. pro Quadratmeter in Altbauten und 1 DM bis .20 DM in Neubauwohnungen zugrunde legt, verfügt Bonn zur Zeit über etwa 20 Prozent Wohnungen mit unterdurchschnittlichem, 50 Prozent mit durchschnittlichem Ausstellung Berliner Künstler eröffnet In Anwesenheit der Gattin des amerikanischen Hohen Kommissars NicCloy Das„Berliner Ausstellungskomitee für Malerei und Skulptur“, dem die Professoren Bernhard Heiliger, Karl Hofer, Max Kaus, Hans Kuhn und Karl SchmidtRottluff angehören, hat in langwieriger Arbeit Werke Westberliner Künstler zusammengestellt, die auf der„Insel“ Berlin leben und schaffen. Sie werden vom 27. Juli bis 27. August zuerst in Bonn ausvestellt, um dann in Frankreich und Amerika vom Willen der Berliner zu zeugen, die Freiheit des Denkens und Schaffens gegen alle Anstürme des Ostens zu bewahren. Nach der Eröffnung der Ausstellung: Die Gattin MicCloys im Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Stockhausen Diese Ausstellung in der Münsterschule wurde gestern in einem festlichen Akt der Bonner Oeffentlichkefit übergeben. Sie steht unter dem gemeinsamen Ehrenprotektorat des Berliner Oberbürgermeisters, Prof. Dr. Ernst Reuter, und des Bonner Oberbürgermeisters. Dr. Stockhausen. „Wir sind Berlin“ So waren die Eröffnungsworte Dr. Stockhausens an die geladenen Gäste— unter ihnen zahlreiche Bundestagsmitglieder und die die Gattin des amerikanischen Hochkommissars NicCloy— symbolhaft für die Verbundenheit ganz Westdeutschlandg mit Westberlin. Der Oberbürgermeister drückte das so aus:„Wir sind Berlin und Berlin ist das Rheinland“. Diese Ausstellung, sagte er weiter, belege den unzerstörbaren Glauben, daß alies Leid der Berliner einma ein Ende haben wird. Nichts wird Berin und Deutschland auseinanderbringen. Den Gruß des Berliner Magistrats und der Berliner Künstler überbrachten Dr. Klein und Dr. Janasch aus Berlin. Sie betonten, daß diese Ausstellung den hohen geistigen Rang in Erinnerung rufen solle, Aufn. Pinguin den Berlin gehabt habe. Der Austausch zwischen Berlin und Westdeutschland müsse über die materiellen Dinge hinaus der kulturellen und geistigen Verbindung gelten. Für unser Jahrhundert entscheidend Der Gestalter der Bonner Ausstellung. der Leiter der Städtischen Kunstsammlungen, Dr. Hoizhausen, gab anschließend einen Einblick in das innere Gefüge dieser Sammlung, die man als Bekundung einer geschlosenen, typisch Berliner Wesenheit ansprechen könne. Denn hier hätten sich Künstler zusammengefunden, die sich zwar im Gesamtbild vom westdeutschen Schaffen abheben würden, die aber jene geistige Strömungen in sich begreifen, die für unser Jahrhundert entscheidend seien. So habe Bonn mit der Uebernahme dieser Ausstellung zuerst geantwortet auf den Ruf nach Austausch zwischen Westen und Berlin. Dem tatkräftigen Wirken von Mirs. Eline Nicknight, die überhaupt erst die Ausstellung in Bonn ermöglicht habe, galten Dankesworte aller Redner des Festakts, dem sich der erste offizielle Rundgang anschloß. und 30 Prozent überdurchschnittlichem Mietpreis. Ausgewiesen— was nunk Am unangenehmsten ist wohl die Räumungsklage, eine zwischen Räumungskläger und Mieter vor Gericht auszutragende Angelegenheit, durch die das Wohnungsamt mittelbar behelligt wird, wenn es einen vom Gericht zur Wohnungsräumung verurteilten Mieter in eine neue Unterkunft einzuweisen hat. Vorhandensein einer anderen Wohnung— bei schuldhaftem Verhalten des Mieters genügt sogar ein vorübergehendes „Obdach“— ist allerdings die Voraussetzung für die Ausweisung. Andernfalls kann für den Auszuweisenden einstweiliger „Vollstreckungsschutz“ bei Gericht beantragt oder der bereits Ausgewiesene befristet wieder in die alte Wohnung eingewiesen werden. Glücklicherweise sind diese unerquicklichen Fälle selten. Zauberland mit tausend Lockungen Zeltstadt entsteht auf dem Frankenplatz— Rotor, Achterbahn, Selbstfahrer Märchenreich der Kinder, Zauberland der Erwachsenen! Nach langer Pause wächst anläßlich des Sebastianus-Schützenfestes die Zeltstadt draußen auf dem Frankenplatz wieder aus dem Erdboden. Verwirrend die Buden- und Karussellgerüste, die vorerst noch wie riesige Zahnstocher in den Himmel starren, die große Zahl der Wohn- und Gerätewagen und die emsige Geschäftigkeit der schwitzenden, keuchenden, schleppenden Arbeiter, die um schnelle Fertigstellung der tausend Verlockungen bis zum Samstag, dem Eröffnungstag, bemüht sind. Die flinken Wägelchen der Achterbahn werden wieder im Schwung bergauf und bergab flitzen, elektrische Selbstfahrer werden ihre wirren Kreise ziehen, Raupenbahnen, Fliegerkarussells, Spielbuden, EisPaläste, Schauzelte mit einmaligen„Weltwundern“ werden Mittelpunkte begeisterten Jauchzens, Staunens, Schleckens und Drängens sein. Geprahlt, gestanden und widerrufen Mitglied einer Verschleppten-Diebesbande erhlelt zehn Monate— Trübe Erinnerungen Auf der Anklagebank der Bonner Strafkammer sitzt der 35jährige Pole Joseph P. Man wirft ihm vor, in den Jahren 1945/46 zum mindestens drei schwere EinbruchsHoch oben über den Trägern und Balken eines künftigen Karussells formt sich aus Eisen und Schrauben eine wohlgerundete Weltkugel. Eben zieht einer der drei Arbeiter, die respektlos ungefähr am 38. Breitengrad hängen, ein langes Tau in die Höhe — wahrscheinlich die Erdachse. Links daneben von einem Budendach wirbt ein unnachahmliches Plakat für den„letzten Azteken“, zu dem ein kleiner Junge gebannt im Vorgenuß der kommenden Festtage aufstarrt. Ueberhaupt die Schaulustigen! Fast meint man, das Fest habe schon begonnen. In allen Altersstulen zwängen und quetschen sie sich zwischen den engen Budengassen hindurch. Und in den Fenstern der hohen diebstähle in Kalenborn und Adendorf begangen zu haben. Das war in jenen üblen Häuser rings um den Frankenplatz hängen Zeiten, als sich DP’s zu Banden zusammenschlossen, vor denen nichts mehr sicher war. zahlreiche Neugierige, die ihren„Kollegen“ unter auf dem Schlackenplatz begeistert helfen. Mfinuten ohne Erdenschwere Etwas Besonderes tut sich hinten in der Ecke vor der Marienkirche. Ein. 18 Meler hohes Stahlröhrengerüst wächst mit erstaunlicher Geschwindigkeit aus dem Boden. Unten im Innern liegt eine runde Plattform, die auf Gummirädern laufen wird; wir fragen helfende Männer und erfahren, daß hier der„Rotor“ stehen wird, jene Vergnügungseinrichtung, in der die Schwerkraft der Erde aufgehoben wird und die schon Universitätsprofessoren zu wissenschaftlichen Untersuchungen, Auslandsreporter zu langen Bildberichten, Auslandsingenieure zur Verletzung der Patentverpflichtungen und— die griesgrämigsten Münchener Oktoberwiesenbesucher zum Vergessen aller ihrer grauen Alltagshaare hingerissen haben soll. Staunen und starren werden wir alle, staunen und starren, genau wie das kleine Häns chen, das gestern ungeduldig seine Muttl am Rockärmel von einer Sehenswürdigkeit zur anderen zog und immer wieder rief:„Da möcht ich fahren und dort— und dort...“ Fingerabdruck genügte nicht „Nie mehr mit solchen Kadetten“ Vor dem Bonner Schöffengericht warf der Staatsanwalt dem 24jährigen Albert vor, er habe am 3. Januar das Glasfenster der Eingangstür einer Stehbierhalle an der Heerstraße zertrümmert, sei dann eingestiegen und habe am Büfett 40 bis 50 Packungen ZiZu einer solchen Bande zählte auch der Angeklagte. Im Mai und Juni 1945 fielen ihm in Kalenborn zwei Schweine, Fahrräder und sonstige Dinge in die Hände, im Oktober 1945 in Adendorf u. a. mehrere Zentner Aepfel und ein Fahrrad, im März 1946 nochmals in Adendorf ein Schwein, Gänse, Kaninchen und Hühner. Bei einem Freund hatte er großsprecherisch mit diesen„Heldentaten“ geprahlt. Als dann aber die Freundschaft in die Brüche ging, erstattete der einstige Freund Anzeige. Geständnisse zurückgezogen Joseph, gab bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung nicht nur alles zu, sondern schilderte die Vorgänge bis in die Einzelheiten. Eine mindestens ebenso genaue Schilderung gab er auch dem Untersuchungsrichter. Als es aber zur Verhandlung kam, behauptete er, er habe sein Geständnis bei der Polizei nur gemacht, weil man ihm gesagt habe, wenn er offen alles gestehe, falle er unter die Amnestie. Tatsächlich sei er aber unschuldig. Aus Freude am Stehlen Der Staatsanwalt beantragte unter Zubilligung milderder Umstände 30 Monate Ge. fängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schweren Diebstahls in drei Fällen zu zehn Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung hielt es dem Angeklagten zugute, daß er vor 1945 sehr schlecht behandelt, im KZ gewesen und von der Massenpsychose der DP's ergriffen gewesen sei, die sich damals gegen alles Deutsche gewandt habe. Andererseits habe er in damaliger Zeit besonders wertvolle Lebensmitte!, Schweine, Geflügel usw. gestohlen und zwar nicht aus Not, sondern lediglich aus Freude am Stehlen. Es geht um Silben und Sekunden Arbeitsamt bildet Stenotypistinnen fort— Gute Kräfte sind gesucht „Gute Stenotypistinnen sind so gesucht, daß wir die Nachfrage bei weitem nicht befriedigen können“, erklärt Herr Hankammer vom Arbeitsamt Bonn. Um dem größten Mangel abzuhelfen, hat das Arbeitsamt einen Fortbildungskursus in Stenographie und'Schreibmaschine eingerichtet. In dem hellen Sitzungszimmer des Arbeitsamtes kommen nun viermal wöchentlich 24 junge Frauen und Mädchen zusammen, die für den ersten Lehrgang aus der großen Zahl der Arbeitslosen ausgesucht wurden. Sie haben alle schon auf einem Büro gearbeitet, aber es ist entweder schon so lange her, daß sie ihre Kenntnisse wieder verlernt haben, oder sie haben Stellen bekleidet, in denen sie diese Kenntnisse gar nicht anwenden konnten. Jedenfalls haben sie nicht das Können einer qualifizierten Stenotypistin, wie sie in der Industrie und Verwaltung gebraucht wird. Nach der dreimonatigen Schulung können sie nun vermittelt werden und fallen damit als Unterstützungsempfänger fort. Viermal vier Stunden Auf 150 Silben haben die Verwaltungsstellen ihre Ansprüche an eine Stenotypistin schon reduziert. Ein paar Fortgeschrittene schreiben jetzt nach 14 Tagen bereits 120 bis 140 Silben. Im Maschineschreiben sind die Leistungen ebenfalls schon beachtlich. Es wird aber auch fleißig gearbeitet: zwei Stunden Steno und zwei Stunden Maschine an jedem der vier Arbeitstage. Dazu kommen noch Hausarbeiten. Frauenarbeitslosigkeit steigt Die Teilnehmerinnen des Lehrgangs sind teils junge Mädchen, teils verheiratete Frauen im Alter von etwa 20 bis 40 Jahren. Es macht ihnen Spaß, daß sie so schnell weiterkommen und noch keine hat eg bereut, an diesem Kursus teilgenommen zu haben. Frl. Chanteaux, die Leiterin der weiblichen Stellenvermittlung, informiert sich laufend über die Fortschritte der Schülerinnen und hofft. daß sich diese Art der Fortbildung bewährt. Sie ist umso wichtiger, als die Zahl der weiblichen Arbeitslosen noch ansteigt. Es sind im Moment im Arbeitsamtsbezirk Bonn 876, davon beziehen 620 Unterstützung. Die Arbeitslosigkeit in kaufmännischen Berufen, bei Verwaltungs- und Bürokräften steht mit zusammen 196 weiblichen Arbeitslosen an erster Stelle im Stadt- und Land-Kreis Bonn, garetten und 20 Schallplatten gestohlen. Albert, dessen Fingerabdrücke man an der Auto auf dem Gehweg Drei Fußgänger angefahren Ein die Wilhelmstraße befahrender Radfahrer bog. ohne die Fahrtrichtungsänderung anzuzeigen, nach links in die Alexanderstraße ein. Hierbei wurde er von einem entgegenkommenden Personenkraftwagen erfaßt. Der PKW geriet auf den Gehweg und fuhr drei Personen an. Zwei davon wurden ins Krankenhaus gebracht. Scheibe festgestellt hatte, erklärte, er habe das Stück Glas in seinem Ordnungssinn nur aufgehoben, als er es nachts„gefunden“ habe. Seinen wenig gut beleumundeten Freunden, von denen sich z. Zt. einige in Untersuchungshaft befinden, schwor er mit Augenaufschlag ab und versicherte treuherzig:„Ich werde mich nie mehr mit solchen Kadetten einlassen!“ Das Gericht kam nach langer Beratung zu einem Freispruch mangels Beweises. Kleine Bonner Stadtchronik Kirkpatrick war Botschaftsrat Zu unserer Meldung„Chefredakteure bei Kirkpatrick“ in der Mittwochausgabe erfahren wir, daß einige der Gäste den Hohen Kommissar noch von seiner Berliner Tätigkeit als Botschaftsrat her kannten. Sturz beim Fensterputzen In der Mittagszeit des 26. Juli stürzte in Kessenich eine 35jährige Hausfrau beim Fensterputzen aus dem Fenster der ersten Etage. Da sie auf spitzgestellte Ziegelsteine aufschlug, trug sie erhebliche Gesichts- und Kopfverletzungen davon, die aber zum Glück— nach Angabe des Arztes— nicht lebensgefährlich sind. Goldene Hochzeit in Kessenich Heute feiern die Eheleute Peter Müller und Katharina geb. Freiberg. Pützstraße 11. ihre goldene Hochzeit. In Kessenich geboren, haben sie ihrer Heimatgemeinde die Treue gehalten. Der Jubilar war bei der Reichsbahn tätig, die letzten zehn Jahre als Stellwerksmeister. Seine Vorgesetzten achteten ihn als gewissenhaften und pflichttreuen Beamten. 1936 trat er in den Ruhestand. In einer Festmesse am Morgen gedachten Pfarrer und Gemeinde ihrer in einer Ansprache und im Gebete. Am Vorabend brachte der Männer-Gesangverein„Eintracht“ im Namen des Ortsausschusses dem Jubelpaar ein Ständchen. Auch der GeneralAnzeiger wünscht dem Jubelpaar, das seit Jahrzehnten Abonnent ist, alles Gute. Herzlichen Glückwunsch Am heutigen Preitag begeht Max Hausmann, Kurfürstenstraße 41, seinen 70. Geburtstag. Er war lange Jahre Angestellter des Bonner Finanzamtes. Ihren 90. Geburtstag feiert am heutigen Freitag in voller Rüstigkeit Frau Wwe. Ferd Pliem, Kaiser-Karl-Ring 115. Seinen 87. Geburtstag feierte in diesen Tagen Böckermeister Karl Borcmg-e-lfstraße 29. BONNER WETTERWARTE Am heutigen Freitag meist heiter, trocken und warm. Weiterhin wieder Eintrübung von Westen her. FREITAG GENERAL-ANZEIGER 28. JUII 1950 Aus der Ungegend Kraftfahrer protestleren Nach einer Verfügung der Landesregierung von Rheinland-Pfalz dürfen, wie der General-Anzeiger bereits berichtete, seit dem 25 Juli, 0 Uhr, die Bundesstraßen 9 und 42 nicht mehr durch Lastkraftwagen und-züge mit mehr als fünf Tonnen Nutzlast, Langholzfahrzeuge und Lastkraftwagen mit mehr als einem Anhänger befahren werden. Außerdem wurden beide Straßen für Lastkraftwagen zur Einbahnstraße erklärt, und zwar Bundesstraße 9 für NordSüd-Richtung, Bundesstraße 42 für die SüdNord-Richtung. Wenige Stunden nach Inkrafttreten der Verfügung stauten sich an der Remagener Kontrollstelle bereits über 50 Fernlastzüge, deren Fahrer versuchten, der Polizei die Durchfahrt abzutrotzen. Zunächst veranstalteten sie ein halbstündiges Aus dem Kreise Euskirchen Sitzung des Stadtrates Münstereifel: Am heutigen Freitag tagt der Stadtrat im Rathaus in öffentlicher Sitzung. Zur Beratung stehen Schulneu- und gemeinsames Hupenkonzert, das die Bevöl- Umbauten, die Einführung der Steuerhöchstkerung weit und breit aus dem mitternächt- sätze, Neuplanung des Gefallenen-Ehrenlichen Schlaf riß. Als sie die Erfolglosigkeit friedhofes und ein Vorschlag, auf der Ehdieser Maßnahme einsahen, formierten sie rentafel des Kriegerdenkmals die Namen sich zu 25 Kolonnen von je drei Fernlast- der Gefallenen auch des zweiten Weltkriezügen nebeneinander und überfuhren die ges anzubringen. Die Arbeilen zum WiederSperre. Am folgenden Morgen wurde von aulbau der Brücke in Eicherscheid werden anderen Fernfahrern der gleiche Versuch vergeben und ein Entwurf für die neue unternommen. Er scheiterte jedoch an der Brücke am Friedhof beraten. Wachsamkeit der Polizei, die die Fahrer Vor dem Neubau der Swistbrücke schließlich zur Umkehr bewegen konnte. Ptesmm##„„ SameindMetternich: Der Gemeinderat unter BürBeim Spielertrunken germeister Brock erledigte auf seiner letzBeim Spielen an einer Anlegestelle in ten Sitzung im Gasthaus Schmitz eine Reihe Niederdollendonf flel ein achtjähriger Schg ektueller Punkte. Für die Vorwährungszeit i Oberdellandu#f in.*.„., ab 1945 wurde Entlastung erteilt. Vergeben ler aus Oberdollendorf in den Rhein und wurden die Bauarbeiten für den Neubau der ertrank, bevor ein Rettungsversuch unter- Swistbrücke, der demnächst beginnen soll, nommen werden konnte. Die Leiche wurde die Anstreicherarbeiten in den Lehrerdienstnoch nicht geborgen. Hersel— Bornheim— Sechtem Kirchenchor fährt nach Maria Wald Hersel: Der Kirchenchor„Cäcilia" unterKundgebung deutscher Sangesfreunde Hemmerich: Beim Sängerfest des Quartettnimmt am Sonntag unter Leitung des Pfar- vereins„Museion“, das, wie wir bereits berers Froitzheim eine Omnibusfahrt zum Waltfahrtsort Maria-Wald in der Eifel. Abfahrt um 8 Uhr von der Kirche. Auszahlung der Renten Hersel: Am heutigen Freitag werden beim Postamt die Altersrenten, am 29. Juli die Kriegsbeschädigten- und am 1. August die Invaliden- und Unfallrenten während der Dienststunden von 8,30 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr ausgezahlt. Das Postamt bittet alle Empfänger, die festgesetzten Auszahlungstermine einzuhalten. Von der Spar- und Darlehnskasse richteten, am kommenden Sonntag stattfindet, werden die auswärtigen Vereine um 15.30 Uhr im Vereinslokal empfangen. Um 16 Uhr beginnt das große Konzert, dem sich um 18.30 Uhr ein fröhlicher Sängerhall anschließt. Durch die Mitwirkung der bekannten Gesangsvereine am Vorgebirge ist ein Festprogramm gewährleistet, das bestimmt bei allen Gesangsfreunden Anklang findet. Zwei Verkehrsunfälle Sechtem: Ein 6jähriger Junge lief gegen einen aus der Königstraße kommenden Kraftwagen. Der Junge wurde mit einem wohnungen. Ferner wurde der Kaufpreis für die Parzellen der Wohnsiedlung„Auf der Sechs“ festgesetzt. Die Gemeinde übernahm die Veranlagung und Erhebung der katholischen Kirchensteuer. Ueber die Fortführung der Schulspeisung wird nach Feststellung der entstehenden Kosten erneut beraten. Zur Einsparung von Wasser ist es notwendig geworden, Wasseruhren bei den Verbrauchern anzubringen. Damit würde die bisher gezahlte Pauschale entfallen. Kreistagssitzung am 2. August Schleiden: Der Kreistag des Landkreises Schleiden hält am Mittwoch, dem 2. August, Im Sitzungssaal des Kreisverwaltungsgebäudes in Schleiden eine ordentliche öffentliche Sitzung ab. Gefängnis für Kohlendiebstahl Großbüllesheim: Ein Einwohner von Großbüllesheim, Ostflüchtling, stand vor dem Beinbruch in ein Bonner Krankenhaus ein- wirt hatte Ihn angezeigt, laufend Briketts Hersel: Auf dem Lager der landwirtschaft- gelefert.— Ein 3jähriges Kind wurde von und Kartoffeln aus dem Keller des Hauseinem aus der Königstraße kommenden wirts gestohlen zu haben. Obwohl der Mann lichen Genossenschaft, Spar- und Darlehnskasse Hersel, können Spinat-, Feldsalat- und Adventsgemüsesamen sowie Landsbergergemenge zu den billigsten Tagespreisen in Empfang genommen werden. Herzlichen Glückwunsch Urfeld: Silberne Hochzeit feiern am morgigen Samstag die Eheleute Adolf Schreuer und Maria geb. Bertram, Hauptstraße. Apotheken-Sonntagsdienst Bornheim: Den Sonderdienst für Apotheten versieht am kommenden Sonntag die Aesculap-Apotheke in Bornheim. Kanalanlagen bestanden Bewährungsproben Merten: Das Unwetter in der Nacht zum Donnerstag hat keine Ueberschwemmung und Verschlammung zur Folge gehabt. Dies ist hauptsächlich auf die gereinigten und ausgebesserten Kanal- und Schachtanlagen zurückzuführen. 25 Jahre Sportverein Waldorf: Am 19. und 20. August feiert der Waldorfer Sportverein sein 25jähriges Beslehen. Es wird eine Festschrift herausgegeben. Ein Festkommers am 19. August gibt den Auftakt. Die Pokalkämpfe werden sonntags ausgetragen. Drei Tage Schützenfest in Dersdorf Dersdorf: Am ersten Sonntag im August feiern die Schützen, die im vergangenen Jahr ihr 25jähriges Jubiläum begingen, drei Tage Schützenfest. Der Zavfenstreich am Samstagabend leitet das Fest ein. Der Sonntag beginnt mit gemeinsamen Kirchgang. Nachmittags zieht der Festzug mit dem Schüzenkönig und den Jubilar- und Ehrenmitgliederwagen durch den Ort. Die Schützen aus Brühl-Badorf, Merten, Waldorf, Brenig, Bornheim, Roisdorf, Alfter, Heimerzheim nehmen an dem fröhlichen Treiben teil. Montags findet auf dem Schießstand das Königsschießen statt. Motorrad erfaßt und zu Boden geschleudert. Auch der Fahrer stürzte. Das Kind wurde erheblich am Kopfe verletzt. Die Kirchenchöre wetteifern Sechtem: Am 5. August treffen sich zum aus dem Osten das beste Leumundszeugnis von dem Flüchtlingsvertreter des Ortes ausgestellt bekam, kam nach allen Anzeichen nur er als Täter in Frage, da sonst niemand im Hause wohnte und Fremden der Zutritt Dekanatsfest eine größere Anzahl Kirchen-, zum Hause unmöglich war. Deshalb kam das chöre um in einer gemeinchaftlichen An- Gericht zu dem Beschluß: Drei Monate Gedacht der Sangeskunst zu huldigen. AnschlieBend findet im Stammlokal Steffens eine Versammlung statt. Aus Rheinbach Frohe Fahrt! Rheinbach: Am morgigen Samstag fahren fängnis wegen Einbruchdiebstahls. Herzlichen Glückwunsch Euskirchen: Sein 75. Lebensjahr vollendet am heutigen Freitag Heinrich Mangels, Kuchenheimer Straße 41. Kommern: Ihr 83. Lebensjahr vollendete Frau Agnes Macherey in voller geistiger 21 Mitglieder der kath. Jugendbewegung zu und körperlicher Frische. einem vierzehntägigen Ferienlager auf einer Metternich: Matthias Becker feierte seinen Almhütte in die bayrischen Alpen. 88. Geburtstag. Bürgermeister stellte Vertrauensfrage und erhielt völlige Zustimmung des Gemeinderates in Oberwinter Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Liemersdorf und in Gegenwart von Amtsbeigeordnetem Sundtheimer aus Remagen fand in Oberwinter eine außerordentliche Gemeinderatssitzung statt. Bürgermeister Liemersdorf gab eine Erklärung zu verschiedenen Vorkommnissen in der letzten Zeit, wodurch er genötigt sei, beim Gemeinderat die Vertrauensfrage zu stellen. Beigeordneter Adolf Schneid stellte durch öffentliche Abstimmung fest, daß Liemersdorf nach wie vor das einstimmige Vertrauen des Gemeinderates genieße. Das Verfahren, durch Verteilung von Flugzetteln Kritik an der Instandhaltung der Rheinanlagen zu üben, wurde verworfen. Heute habe jeder das Recht, in aller Oeffentlichkeit frei zu den Gemeindeangelegenheiten Stellung zu nehmen. Die Weltbürger erklärten, daß sie an der Vertei'ung der Flugzettel nicht teilgenommen haben. Amtsbeigeordneter Sundtheimer bat. künftig dem Am rechten Rheinufer entlang Gemeinderat vergab Bauarbeiten Leubsdorf: In seiner Sitzung vergab der Gemeinderat die Arbeiten zum Bau des ersten Flüchtlings-Doppelhauses an einheimische Handwerker. Für die geplanten Flüchtlingsbauten hat Frau Flesche-Neuerburg das notwendige Baugelände kostenlos Schlechte Straße war schuld Rheinbrohl: Auf der Bundesstraße 42 war in Höhe der„Schönen Aussicht“ im Winter in den Abendstunden ein Motorradfahrer aus Rheinbrohl mit seinem Rad gegen einen aus der Fahrbahn geratenen Pkw. gefahren. Die auf dem Sozius sitzende Gattin des Fahzur Verfügung gestellt, der Gemeinderat rers stürzte auf die Fahrstraße und wurde sprach ihr dafür Dank aus. Der mit Stadtund Amtsbürgermeister Dr. Hoffmann anwesende Stadt- und Amtsbaumeister Dötzel mit schweren Kopfverletzungen ins Linzer Krankenhaus eingeliefert, wo sie kurze Zeit später verstarb. Der Ehemann war vor einiteilte das Ergebnis der durchgeführten Un-, gen Monaten durch das Gericht wegen fahrtersuchungen an der Wasserleitung mit. Man hofft, daß durch die Beseitigung der festgestellten Undichtigkeiten der Wassermangel in Kürze in etwa behoben wird. Müllabfuhr und Ortsverschönerung Leubsdorf: Der Gemeinderat will eine geregelte Müllabfuhr einführen. Die Hauptdorfstraße soll in Kürze ausgebessert und lässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 75 DM anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten Staatsanwalt und Angeklagter Berufung eingelegt. Aufgrund einer Ortsbesichtigung kam das Gericht in der im Linzer Gerichtssaal durchgeführten Verhandlung zu der Ueberzeugung, daß nicht der Angeklagte, sondern die schlechte Beschafdas Bachbett des Dortbaches instandgesetzt, fenheit der Fahrbahn durch die angrenzenwerden. Die Kosten hierfür wie auch für den den Gleisanlagen der Industrie-Kleinbahn in diesem Jahr noch zu bauenden dritten die Schuld an dem Unfall trage. Der AnSchulsaal werden aus einem Sonderhieb im geklagte wurde daher auf Kosten der StaatsGemeindewald aufgebracht. kasse freigesprochen. Bürgermeister keinerlei Schwierigkeiten mehr zu machen. Der Gemeinderat stellte fest, daß den Ortsbürgermeister keine Verantwortung treffe, wenn die Rheinanlagen in letzter Zeit nicht in Ordnung gehalten werden konnten. Die Gemeindearbeiter sind dabei, die Anlagen zu säubern. Im Herbst übernimmt Gärtnermeister Königs aus Rolandseck diese Arbeiten für eine jährliche Vergütung. Der Gemeindehaushaltsplan für 1950 wurde von der Aufsichtsbehörde genehmigt und wird zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegt. Die Klärung der Frage für Beschaffung der Wasserpumpe überließ man der hierfür eingesetzten Kommission. Die Arbeits- und Interessengemeinschaft soll die Orts- und Wegebeschilderung durchführen und die Rechnungen der Gemeinde vorlegen, damit diese aus dem von der Gemeinde zur Förderung des Fremdenverkehrs vorgesehenen Betrag beglichen werden können. Die Kosten der Fremdenwerbung sollen die Interessenten selber tragen. Der Kommunalausschuß befaßt sich nur mit Aufgaben, die ihm vom Gemeinderat besonders zugewiesen werden. Hierzu gehöre zurzeit nur die Durchführung der Trennung vom jetzigen Amtsverband Remagen und die Wiederherstellung des früheren Amtes Remagen-Land. Dei Antrag des Vertreters der KPD, den Kommunalausschuß aufzulösen, fand keine Zustimmung. Aus Bad Kripp Lehrgang für Rettungsschwimmer Bad Kripp: Der Leiter der Ortsstelle der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, E. Traupe, hält im Sinziger Schwimmbad einen Lehrgang für Rettungsschwimmer ab. Er beginnt am Dienstag, dem 1. August und am Freitag, dem 4. August. Interessenten können sich beim Lehrgangsleiter melden. Aus der Schule ins Leben Bad Kripp: Fünf Knaben und zehn Mädchen wurden im Rahmen einer schlichten Feier aus der Volksschule entlassen. Herzlichen Glückwunsch Aus der Bunten Stadt Sommerfest des Schwimmklubs Linz: Am Sonntag veranstaltete der Linzer Schwimmklub sein diesjähriges Sommerfest. Spätnachmittags begannen am Freischwimmbad die sportlichen Darbietungen, wobei bei den zahlreichen Gästen besonders die humoristischen Einlagen viel Anklang fanden. In den Abendstunden feierten die aktiven und inaktiven Klubmitglieder nach alter Sitte den Ausklang des Sommerfestes in feuchtfröhlicher Art. Stadtmeisterschaften im Stromschwimmen Linz: Am kommenden Sonntag um 11 Uhr werden in Linz die diesjährigen Strommelsterschaften im Schwimmen ausgetragen. Es wird wieder in der Klasse der Stadtmeister für die Herren und Damen, in der AlteHerren- und der Jugendklasse gestartet. Ausrichter dieser Veranstaltung, die alljährlich starkes Interesse findet, ist der Linzer Schwimmklub 1922 e. V. 372 erledigte Anträge Linz: Beim Wohlfahrtsamt gingen bis zum 22. Juli 311 Anträge auf Gewährung von Hausratshilfe ein, von denen 189 bisher erledigt wurden. Im gleichen Zeitraum wurden 201 Anträge auf Unterhaltshilfe eingereicht und 183 von ihnen erledigt. Die Anträge erstrecken sich auf den Bereich der Stadt Linz und des Amtsbezirks Linz(LinzLand). Gäste kommen nach Linz Linz: Am heutigen Freitag erwartet die Bunte Stadt den Besuch von 750 Belegschaftsmitgliedern der Teppichwerke Schöller aus Düren. Auszeichnung eines Gartenmeisters Linz: Anläßlich einer Veranstaltung der Gartenmeister des Kreises wurde Herrn August Hofer aus Linz für die bestandene Gartenmeister-Prüfung eine Urkunde überreicht. Bad Kripp: Wwe. Wilhelm Roos, Hauptstraße, wird am Donnerstag, dem 3. August, 81 Jahre alt. Bad Kripp: Am 31. Juli feiert die älteste Bürgerin des Ortes. Wwe. Julius Schittko, ihren 88. Geburtstag. Aus Niederbreisig Konzert blinder Künstler Bad Niederbreisig: Am Mittwoch, dem 2. August, findet im„Haus der Kurgäste“ ein Solisten-Konzert blinder Künstler statt. Ausführende: Alfred Stockel, Tenor, Kirchenmusikdirektor Otto Heinemann, Klavier. Aus dem schönen Ahrtal Die Friedhofsglocke ertönt Ahrweller: Die Stadt hat am Leichenhaus auf dem städt. Friedhof eine kleine Friedhofsglocke anbringen lassen. Bevor abends der Friedhof geschlossen wird, gibt der Friedhofswärter mit ihr ein Zeichen, auf daz die Besucher des Friedhofs ihn zu verlassen haben. Perle gotischer Rathäuser im Rheinland Wiedergeburt des Rathauses von Münstereifel— 600jährige Geschichte Das gotische Rathaus von Münstereifel, eines der schönsten mittelalterlichen Rathäuser im Rheinland, feiert in Kürze seine Wiederauferstehung. Seit Jahresfrist sind die Handwerker wieder am Werk und in wenigen Wochen findet jenes Ereignis statt, auf das Stadtverwaltung und Bürger seit langem warten: die feierliche Einweihung des wiedererrichteten alten Rathauses. Die tragische Geschichte dieses Rathauses ist ein Spiegelbild der letzten 600 Jahre. Der früheste Teil des Gebäudes stammt aus dem 14. Jahrhundert, der spätere aus dem 16. Die Fassade ist geziert von den ausdrucksvollen Figuren zweier Landsknechte— Sinnbilder der städtischen Gewalt und Gerichtsbarkeit— von dem Jülicher und Berglschen Löwen und mehreren alten Wappen. Im Erdgeschoß spielte sich einst der Marktverkehrab, hier waren Stadtwaage, Zollager, Akzisen- und Marktpolizei. In den Obergeschossen tagten Magistrat, Gericht und die Wollweberzunft. In der äußersten Ecke der Halle stand ein drehbares Gitterhäuschen, der sogen. Käks. Hier wurden Gesetzesübertreter, vornehmlich Betrüger und Verleumder, eingesperrt und dem allgemeinen Gespött preisgegeben. Aufgebaut und wieder zerstört Solange die Blüte von Münstereifel währte, war das Rathaus Stolz und Zierde der Stadt. Als zu Anfang des 19. Jahrhunderts der Verfall begann, verkaufte die Obrigkeit das prächtige Haus für achthundert Taler auf Abbruch. Hundert Jahre lang noch diente es als Brauerei und Lager und 1912 kaufte es die Stadt für 12000 Mark wieder zurück; man hatte wieder gelernt, die Baudenkmäler der Vergangenheit zu schätzen. Durch den ersten Weltkrieg wurden die Wiederaufbaupläne aufgehalten, durch die Inflation der Baufonds entwertet. Erst in den dreißiger Jahren war genug Geld da, um mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Aber kaum hatte sich das Rathaus in alter Schönheit neu erhoben, da brach der Krieg aus, in dessen Verlauf es zerstört wurde. Und damit waren abermals Arbeit und Hoffnung der Bürger dahin. Kein Wunder also, daß sie nun das geplante Einweihungsfest als das große Ereignis dieses Jahres betrachten. Alte Schönheit— heutige Hygiene Die Aufgabe, die dem Architekten mit dem Wiederaufbau des Rathauses gestellt wurde, war schwierig. Es galt eine Synthese zwischen mittelalterlichem Raumgefühl und moderner Zweckmäßigkeit zu finden, alte Schönheit mit den Forderungen der heutigen Hygiene zu vereinen. Dicke Wände, die früher keine oder nur schmale Fenster hatten, wurden aufgebrochen, so daß nun das Licht in die Räume fluten kann. Durch eine glückliche Neuaufteilung des bisher verbauten Raumes am Eingang hat man nun das Gefühl, eine weite, luftige Halle zu betreten, die nichts mehr von mittelalterlicher Enge und Dumpfigkeit hat. Die Innenräume erhielten Parkettfußboden, die Innenwände einen hellen Anstrich in zarten, zum Teil sehr modern anmutenden Farbtönungen. Einladend ist auch der große Sitzungssaal, wo künftig neben den Stadtvertretersitzungen manche repräsentative Veranstaltung stattfinden wird. Der Kamin, seit seiner letzten Erneuerung nur noch eine Attrappe, wird künftig wieder heizbar sein; er ist groß genug, um riesige Buchenscheite zu verzehren. Ob es aber geschieht, ist eine andere Frage, da das ganze Haus zentralgeheizt wird. Ein Glück, daß das Rathaus groß ist, denn außer der Stadtverwaltung sollen untergebracht werden: Verkehrsamt, das wertvolle mittelalterliche Archiv und das weitbekannte Heimatmuseum. Mit dem Rathaus neuer Aufstieg Bei jedem Besuch spürt man mehr, daß dieses Gebäude ausersehen ist, eine große Rolle im Lande Nordrhein-Westfalen zu spielen. Viel Liebe, Mühe und Geld sind aufgewendet worden, um dieses Gebäude, eines der schönsten innerhalb der völlig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer, instandzusetzen. Der Denkmalschutz Bonn hat dem Rathaus seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht minder die Regierung in Düsseldorf, die durch Zuwendungen es ermöglichte, daß das berühmte Rathaus jene Vollkommenheit in der Verschmelzung von alter und moderner Architektur erreichen konnte, wie sie den Bauherren vorschwebte. Außerdem sind die Bürger überzeugt, daß zusammen mit dem neuen Rathaus der Stadt ein neuer Aufstieg geschenkt wird. Glaubenskundgebung an der Waldkapelle Die Frauen des Dekanates wallfahrten am Sonntag nach Rheinbach Einer uralten Tiadition getreu und im Bewußtsein religiösgläubiger Bitt- und Dankverpflichtung, trifft sich am kommenden Sonntag die Belerschar der Frauen und Mädchen des Dekanates Rheinbach von Heimerzheim bis nach Houverath an der idvllischen Wunderstätte des Rheinbacher Stadtwaldes zu ihrer diesjährigen SommerGlaubenskundgebung. Zu früher Morgenstunde bereits sind die pilgerfreudigen Frauen aus allen Dörfern der Umgegend unterwegs zur Waldkapelle. um dort durch Gebet und Opfer Lob und Dank zu sagen und an der wunderbaren Glaubensstätte Erhörung der großen Anliegen unserer Zeit zu erflehen. Gegen .30 Uhr findet die traditionelle Feier des hl. Meßopfer in der Kapelle statt. Die vielhundertköpfige Frauenschar wohnt dem Gottesdienst, wie in früheren Jahren, unter dem hohen Gewölbe des Walddoms bei. Nach einer Ansprache von Geistlichem Rat Dechant Bertram, kehren die Prozessionen mit Gesang und Orchesterbegleitung in die einzelnen Pfarreien der Dekanate Rheinbach, Meckenheim und Euskirchen zurück, wo sie während des Sonntags das Erlebnis der sommerlich geschmückten Gnadenstätte im Walde bei ihren Gottesdiensten in Erinnesung halten. Weil einem Kegelbruder etwas einfiel... . h a t t e p l ö t z l i c h j e d e s M i t g l i e d s e i n e s M e c h e r n i c h e r K l u b s z w e i H o s e n a u f d e r B a h n Mechernich: Eine ergötzliche Geschichte mußten dieser Tage die Mitglieder eines Kegelklubs über sich ergehen lassen. Der Schalk saß einem der Kegler tief im Nacken, und er erlaubte sich, den Frauen der Kegelbrüder mitzuteilen, daß der Gatte beim Kegeln Pech gehabt habe. Seine Hose sei derart entzwei gegangen, daß er, ohne Anstoß zu erregen, sich nicht mehr auf der Straße sehen lassen könne. Es klingelte bald hier, bald dort. Was blieb den Ehehälften anders übrig, als dem lieben Gatten aus der peinlichen Verlegenheit zu helfen. Bald trippelten sie auch auf der Kegelbahn en: Sprößlinge mit frischgebügelten Hosen, und wo die Sprößlinge nicht konnten, kam die Mami selbst. Soviel Schalkheit wäre eigentlich genug gewesen. Aber selbst vor dem Pfarrer machte sie nicht halt: denn auch bei ihm klingelte es am Abend, weil ein Kegler in seiner Nähe wohnte, dem auch die„Hose geplatzt“ sei. Der Pfarrer hatte Verständnis für die Nöte seines Nachbarn und schickte seine Haushälterin herüber, um der Nachbarin das„Pech“ ihres Gatten mitzuteilen. Aber die Nachbarin war abwesend und um dem lieben Nachbarn aus der Klemme zu helfen, opferte der Pfarrer eine Hose und schickte sie zur Kegelbahn. So traten sie denn an: Große und Kleine, Dicke und Dünne und riefen großes Gelächter und auch manches Wort der Entrüstung hervor. Peinlich für die überraschten Kegler, peinlich aber auch für die genarrten Frauen. Und auch dem Versprechen, die Sache geheim zu halten, blieb man nicht treu, denn bald wußte es der ganze Ort. Aus Bad Hönningen Bad Hönningen flaggt Bad Hönningen: Die Gemeindeverwaltung richtet an die Einwohnerschaft die Bitte, aus Anleß des goldenen Jubelfestes der Freiwilligen Feuerwehr Hönningen die Häuser festlich zu beflaggen. Das Jubelfest beginnt am Samstagabend und bringt am Sonntag nach der Kreisdienst-Tagung der Wehren den großen Festzug durch den Badeort. Besichtigung der Wasserläufe Bad Hönningen: Im Amtsbezirk Hönningen werden die Wasserläufe dritter Ordnung wie folgt besichtigt: Hönningen: 1. August, Rheinbrohl: 2. August, Hammerstein: 3. August und Leutesdorf: 4. August. Die Anlieger müssen bis zu diesem Zeitpunkt die Bachbette reinigen. FREITAG GENERAL-ANZEIGER 28. JULI 1950 Witterschlick setzt alte Tradition fort en uer kuudenn Mener unf dem nituttelh Glänzendes Meldeergebnis zum 3. Kreisturnfest des Sieg-Rheingaues— 45 Jahre Turnerbund Witterschlick Zum erstenmal nach Kriegsende findet im tannenumsäumten Geviert des Witterschlicker Sportplatzes ein kreisoffenes Turnfest statt. Mehr als 1000 Wettkämpfer haben bereits ihre Teilnahme angekündigt und stündlich gehen weitere Meldungen ein. Neben den Mehrkämpfern treffen sich die Spitzenkönner in den Einzelübungen im Kampf um das schlichte Eichenblatt, dem alten Siegeszeichen der Turner. Sonderspiele und Vorführungen runden das Bild ab. Als Abschluß steigt ein Werbe-Schlagballspiel zwischen den allen Kämpen Kessenich und Witterschlick. Das sonst so geruhsame Tondörschen rüstet eifrig, um den Gästen zu einem schönen Tag zu verhelfen, dem hoffentlich das Wetter sein freundlichstes Gesicht aufsetzt. Nicht zufällig wurde die Durchführung des Festes dem Turnerbund Witterschlick übertragen. Vielmehr dünkt es uns als eine schöne Geste des Sieg-Rheingaues gegenüber dem alten Turnpionier, der just am Tage der Austragung dieser Spiele sein 45jähriges Bestehen feiert. Bäckermeister gründet den Turnerbund Fest ein halbes Jahrhundert waren die Turnspiele in den Städten bereits Volksgut geworden, während die maßgeblichen Kreise der Landbevölkerung alle in Acht und Bann taten, die innerhalb der Dorfschaft für eine solche Einrichtung plädierten. Als aber im Jahre 1905 ein Bäckermeister, ein passionierter Turner, mit einer Hand voll Gleichgesinnter den Turnerbund Witterschlick gründete, war das Eis gebrochen. Stattliche Turnfeste machten den Ort in weitem Umkreise bekannt. Wanch alter Jahnjünger unseres Kreises denkt heute in froher Erinnerung an die festlich verlebten Stunden im Tondörfchen zurück, aber auch an die Männer, die den Namen des Vereins weit über die Grenzen des Heimatdorfes rühmlichst bekannt machten, u. a. Nolden, Schlinkmann, Tackenberg und Schneider, der 1911 die Regeln des Schlagballspiels vom Bonner Turnverein nach Witterschlick brachte. Wenn auch das erste Wettspiel gegen BTU haushoch verloren gina. es schürte die Begeisterung der schlagballfreudigen Jugend. Aufstieg bis zur deutschen Spitzenklasse Nach Beendigung des Weltkrieges, in dem der TBW 85 v. H. seiner Mitglieder verlor. kämpfte sich die erste Schlagballmannschaft in die-Klasse. Das Geräteturnen erhielt unter dem damaligen Turnwart Koch— ist heute noch aktiv— zu einer unerreichten Höhe. Zäh und verbissen kömpfend, stieß die erste Schlagballmannschaft in die deutsche Spitzenklasse vor. Zu den schönsten Siegsstrophäen gehört die im Kamnf gegen 22 Gegner errungene SchenkendorfPlakette und zu den wertvollsten Siegen der über den sechsfachen deutschen Meister Aarbergen. Weitere Rivalen von Rang und Namen blieben auf der Strece. So TV Schweinfurth, München 1860, Kiel Saarbrücken 08. Insterburg. Bad Wildungen, Danzig und später der Sudetenmeister Wels. Tradition wird fortveretzt All diese vielen schönen Erinnerungen werden am kommenden Sonntag auffauchen, wenn sich die Jugend auf dem Hardtberg ein Stelldichein gibt. Nicht weniger als 29 Mehrkämpfe werden bereits am Sonntagvormittag abgewickelt werden. Da heißt es für die Veranstalter pünktlichst anfangen. um die mehr als 1000 gemeldeten Turner und Turnerinnen ohne Unterbrechung bis gegen 13 Uhr durchzuschleusen. Für die Turner steht der Zwölfkampf der Oberstufe im Mittelpunkt des Interesses. Hier stehen sich die Spitzenturner des Kreises in erbittertem Kampf um den schlichten Eichenkranz gegenüber. Als Favoriten des Männer-Zwölfkampfes werden Halverscheidt (ATV Bonn), Rieck(IV Godesberg) und Finrinnen nachmiltags zu werden. Freiübungen, Kunstturnen, Bunter Rasen wechseln in bunter Folge ab, während das Fest dann mit der Siegerehrung, die Kreisvorsitzender Dr. Franz Pentrup(Beuel) vornehmen wird, ausklingt. Am Samstagabend veranstaltet der Ausrichter des Kreisturnfestes, Turnerbund Witterschlick, anläßlich seines 45jährigen Bestehens, einen Festkommers. Liedervorträge des Doppel-Quartetts„Rheingold“, Musikstücke des Bonner Instrumental-Vereins, Auftreten der Kreiswerberiege am Reck und Barren, Sondervorführungen der Turnerinnen des ATV Bonn und das erstmalige Auftreten der Jugendriege des Festausrichters dürften den Abend vor geladenen Gästen zu einem Erlebnis machen. Sonntagskarten nach Witterschlick Für den Besuch des Kreisturnfestes in Witterschlick gibt die Bundesbahn von allen Wo steht der Nachwuchs? Landau gibt die Antwort Es ist damit zu rechnen, daß die deutschen Jugendmeisterschaften am Wochenende in Landau durch die besten Talente unseres Leichtathletik- Nachwuchses eine ganze Reihe von hervorragenden Ergebnissen bringen werden. Wer will etwa über 3000 m den talentierten Peter Schlegel(TSV Eßlingen) schlagen? Der achtzehnjährige EitelSchüler führt schließlich mit:31.0 Minuten über 1000 m und:53.8 über 3000 m die Jugendbestenliste mit.2 Sekunden bzw. 26,2 Sekunden mit Abstand an. Man wird auch im Kugelstoßen bei den Mädels niemand eine ernsthafte Chance gegen die hochtdlentierte Duisburgerin Grünberg geben, die schon im Vorjahre den Jungmeistertitel errang, in dieser Saison regelmäßig über 11 m stieß, bis Ihr am letzten Samstag In Köln der so lange ersehnte 12--Wurt gelang. Besonders interessant dürften die Sprints werden. Wegener(Oberhausen), Kluck(Köln) und Kraus(München) liefen in diesem Jahre alle schon 11 Sekunden. Wegen ihrer Leistungen in den verschiedenen Wurfdisziplinen setzt man auf die beiben Siebzehnjährigen Schröder(Blumenthal) und Jansen(Düsseldorf) große Hoffnungen. 43.55 m stehen für den Sieg des 1,92 m großen Schröder Im Diskuswerfen. 14.08 m lassen den ebenso großen Jansen zum Kugelstoßfavortten werden. Belält slein den#####e den Meistergüetel? Großkampftag in der Berliner Waldbühne— Kohlbrecher, oin rauher Fighter Nach mehrfachen Verlegungen kommt es am Sonntag in der Berliner Waldbühne endlich zu der mit Spannung erwarteten Begegnung zwischen Hein ten Hoff und Wilson Kohlbrecher. Der Kampf geht um ten Hoffs Titel und damit fraglos um einen überaus hohen Einsatz. Die Frage ist, wird der lange Hein mit dem rauhen Kampfstil des bärenstarken Osnabrücker Zwei-Zentner-Mannes fertig, ist seine Linke hart genug, den in halber Distanz besonders gefährlichen Gegner zu stoppen und kommt die Rechte— im Gegensatz zum Mannheimer Walcott-Kampf— so kurz, daß sie bei dem meist sehr offen boxenden, durchweg angreifenden Herausforderer entscheidenden Schaden anrichten kann? Die erste Schlagballmannschaft 1934 nach ihrem Siege über den sechsfachen Meister Arbergen-Bremen gerhuth(TV Troisdorf) angesehen. Fingerhuth wurde in dieser Disziplin übrigens 1948 Sieger und wird versuchen, auch in Witterschlick wieder Erster zu werden. Im Neunkampf der Oberstufe gelten Derichs (ATV Bonn), Plag(IV Eiche-Honnef) und Müller(TSV Euskirchen) als die ersten Anwärter, während der Zwölf- und der Neunkampf der Unterstufe— beide stark besetzt — durchaus offen sind. Faßbender(TV Roisdorf) müßte in Altersklasse I, Baltes Herbst(BTV 1860) in Altersklasse II den Sieger stellen. In Altersklasse IV(56—70 Jahre) geben wir W. Diefenthal(TSV Euskirchen) und in Altersklasse V(über 70 Jahre) Schüller(IV Hennel) und Danz(BTV 1360) die ersten Aussichten. Die Turnerinnen der Oberstufe messen sich in einem Achtkampf. In Abwesenheit von Angelika Daub(BTV 1860) werden sich Dreesbach (IV Oberkassel). Dix(IV Eiche-Honnef) und Cornelissen(TV Hennef) den ersten Platz streilig machen. Leichtatbletische Mehrund Einzelkämpfe vervollständigen das Vormittagsprogramm, das an Reichhaltigkeit keinen Wunsch offen läßt. Sondervorführungen und Sienerehrung Höhenurkt des Festes versprochen die Sondervorführungen der Turner und Turnelinksrheinischen Bahnhöfen des Turnkreises Sonntagskarten aus. Außerdem ist die Möglichkeit der bekannten Fahrpreisermäßtgungen bei Gesellschaftsfahrten gegeben. Mit der Bundesbahn wurde weiterhin vereinbart, daß die Werktagszüge ab Bonn.18 Uhr und.30 Uhr am Sonntag verkehren. Bei der Beurteilung der Kampfstärke des deutschen Meisters hat man bisher stets davon gesprochen, daß er für den schweren Beruf eines echten Profiboxers nicht hart genug sei und zu wenig nehmen könne. Seit Mannheim sind diese Argumente gewiß entkräftet. Mannheim brachte dem deutschen Meister die erste Punktniederlage in seiner Profi-Laufbahn, nachdem er vorher sämtliche deutschen Gegner(mit Ausnahme des Kieler Seelisch) einwandfrei schlagen konnte. So ist der Rekord des langen Oldenburgers, der boxerisch zweifellos sehr viel kann, ohne ein Mann vom Formate Schmelings zu sein, durchaus ein Anhaltspunkt für die Beantwortung der Frage, ob er auch gegen Kohlbrecher seinen Titel mit Erfolg verteidigen kann. Kohlbrechers schwere Körperschläge Zweifellos aber trifft ten Hoff am Sonntag in der Waldbühne auf einen der gefährlichsten Gegner, die man ihm national vorzusetzen vermag. Kohlbrecher war als Amateur bereits ein rauher Bursche. Heute verkörpert er unter den deutschen Schwergewichtlern fraglos am stärksten den Typ Retes witl Steitling„assend“ machen Box-Großkampf im Kölner Eisstadion mit internationalen Dellkatessen Im Kölner Eisstadion, in dem sich der gegen den französischen Kolonialneger Jersey Barthelemy recht respektlose Peter Müller erste internationale Lorbeeren verschaffte, hat der Kölner am morgigen Samstag eine zweite große Gelegenheit, durch eine weitere schwere Feuertaufe den Weg nach oben zu finden. Sein Gegner ist der Amerikaner Ken Stribling, ein bulliger Neger und ein hoffnungsvoller Stern des Stalles Fred Kirsch. 1946 geplantes Projekt nahm glänzende Gestalt an— Verbandstrainer wird Gawllzek Am morgigen Samstag findet in der Aula der inzwischen fertingestellten neuen Sportschule in Fennef der diesjährice Bezirkstag des Rbeinbezirks im Wesldeutschen Fußball-Verbend statt. Damit wird ein Bau Verhondlungsstätte, der seit vielen Monaten im Blicwinkel der westdeutschen Sportler liegt. Vor zwei Jahren berieten die Mitglieder des Verbandsvorstandes mit Vertretern der Gemeinde Hennef einen Henneser Vorschlag, für den Bau einer vom Westdeutschen Fußba’lverband geplanten Sportschule das erforder'iche Gelände zur Verfügung zu stellen. Damals wußte man aber noch nicht, daß aus dem ersten Projeist, das man vorsichtig mit einer Viertelmillion -Mark veranschlagte, ein Sportforum entstehen würde, das seinesgleichen in Westdeutschland sucht. Nachdem die hohen Mauern der großen Turnhalle auf dem südlichen Geländeteil hochgezogen werden und auch aieser Bauabschnitt in wenigen Wochen abgeschlossen wird, ergibt es sich, daß aus dem anfänglichem Plan ein Zwei-Millionen-Projekt geworden ist. Durch die etwas abseilige Lage waren die Kanalisation die Lichtanlage und der Bau der Wasserleitung mit mancherlei Mehrkosten verbunden. Aber die Gemeinde Hennef hatte vertrag ich A gesagt und sie wollte, wie aus den klaren Gemeindratsbeschlüssen hervorgaing, auch B sagen. Die neue Sportschule ist nach den modernsten architektonischen Gesichtspunkten entstanden. Alle Räume haben Parkett, die Wirtschaftsräume sind getäfelt, die Küche hat eine elektrische Ausstaltung erhalten, des Wasser das Schwimmbeckens mit seinen’vmpischen Maßen kann soger im Frühjahr und Herbst innerhalb eines Tages nicht nur dreimal durchtilttiert, sondern sogar um 2½8 Grad künstlich erwürmt werden. Einweihung im September Die offiziel'e Einweihung der neuen Sportschule ist für etwas Mitte September vorgesehen. Der Westdeutsche Fußballverband, Rheinbezirk, hat den bekannten Keiserslauterner Spie'er Gawlizek als Verbandstrainer und Sportlehrer verpflichtet. Er wird am 1. August seinen Dienst in Hennef antreten und sicherlich mithelfen, daß die im Rahmen der Einweihung vorgesehene sportliche Großveranstaltung erfolgreich sein wird. Bei der morgigen Tagung stehen die Jahresberichte des Vorstandes und der Ausschüsse, Entlastungen. Neuwahlen, Anträge und Verschiedenes auf dem Programm, das mit den Neuwahlen des Gesamtvorstandes und der Klasseneinteilung für die nächste Spielzeit seine Höhepunkte finden dürfte. Vor Beginn des Bezirkstages. der um 11 Uhr seinen Anfang nimmt, ist den rund 150 Delegierten des Rheinbezirks Gelegenheit gegeben, die neue Sportschule zu besichtigen. Ken Stribling hat sich der deutschen Oeffentlichkeit bereits dreimal vorgestellt. Anfang Juni schlug er im Berliner Waldstadion den Erlanger deutschen Meister Hans Stretz nach drei Niederschlägen nach Punkten. Auf dem Düsseldorfer Turuplatz erleilte er dem Hamburger Schirrmann mit Serien kurzer Aufreißer eine anschauliche Boxlektion und auch gegen den jungen Krefelder Heinz Sachs stellte er seine Bärenstärke und ein klassisches Können unter Beweis. Peter Müller hat zweifellos die Chance, gegen Ken Stribling erfolgreich abzuschneiden. Seine Unbekümmertheit und sein Vertrauen zu sich selbst haben ihm schon zu manchem Sieg verholfen. Allerdings muß er sein ganzes Können gegen Stribling einsetzen und dazu eine große Schnelligkeit. Peter Müller hat seinen Gegner in Düsseldort genau studiert, er muß also des Gegners Stärken, aber auch seine Schwächen kennen, um nicht aussichtslos unterzugehen. Er muß wissen, daß die amerikanischen Neger über eine enorme Härte im Nehmen verfügen, daß ihre vorzügliche Beweglichkeit in den Hüften vielen Treffern die volle Wirkung nimmt, daß sie aber am Körper empfindlich sind. Peter ist guten Mutes und der Ansicht, mit Stribling fertig werden zu können. Er will ihn „passend machen“, wenn er ihm nicht paßt. Die„Aap“ ist also recht zuversichtlich, wir allerdings nicht so ganz, denn was der Amerikaner kann, hat er bewiesen.— Auch das Rahmenprogramm ist international besetzt und verspricht guten Sport. Der Celler Heinz Sänger boxt den Franzosen Gastron Chambraud, Jupp Besselmann den 23jährigen Franzosen Michel Lapourelle, der junge Kölner Münnighoff den Hannoveraner Dieckmann, der Kölner Pinsdorf den Bonner Neuhalfen. des echten Professionalboxers. Körperlich überaus stark, keineswegs kleinlich in der Wahl seiner Mittel, ein Fighter mit zwei schwer schlagenden, wenn auch meist etwas ungenauen Fäusten und ein Mann mit groBer Härte im Nehmen— das ist Kohlbrecher! Wenn wis dennoch an eine erfolgreiche Titelverteidigung des deutschen Meisters glauben, dann vor allem deshalb, weil der„Mannheimer“ ten Hoff durch seine Schnelligkeit und seine linke Gerade auch für den so wild fightenden Kohlbrecher nur schwer zu treffen sein sollte. Gefahr für ten Hoff aber besteht in den ersten vier Runden. Vertauschte Rollen Fuß. und Handballer als Leichtathleten Aus technischen Gründen wurde der vom Westdeutschen Fußball- und Handball-Verband im Einvernehmen mit dem Westdeutschen Leichtathletikverband ausgeschriebene Vierkampf(100--Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung und Fußball-Einwurf für Fußballer, Handballweitwurf anstelle des Fußball-Einwurfs für Handballer) vom 23. Juli auf den kommenden Sonntag ab 9 Uhr in der Gronau-Kampfbahn verlegt. Der Vierkampf, der als Mannschafts- und Einzelwettbewerb ausgetragen wird, ist für jede Altersklasse, auch für Schiedsrichter der Fuß- und Handballvereine ausgeschrieben. Den gleichen Kampf bestreiten die Jugendlichen, wobei für die Klasse C und D anstatt 100 m ein 75--Lauf angesetzt wurde. Auch für die Handball-Frauen ist dieser Vierkampf ausgeschrieben, so daß alle Fußund Handballer erstmalig Gelegenheit finden, auch ihre Fähigkeiten auf leichtathletischem Gebiete zu beweisen. Erstmalig treffen sich also Hand- und Fußballer im friedlichen Wettbewerb. Wir sind einmal gespannt, wieviele Mannschaften des Kreises Bonn aus den Fuß- und Handballvereinen an diesem Vierkampf teilnehmen, der gleichzeitig eine Werbung für den allgemeinen Sportgedanken sein soll. Godesberger FV startet Werbeaktion Eine Werbeaktion für Schüler und Jugendliche startet der FV Godesberg für seine Handballabteilung. Besonders die Schulen sucht man in die Arbeit einzubeziehen. Füüse zelete stackende Reuisen in Köln Vonn, Bad Godesberg, Beuel und Siegburg am Start der Stadtkölnischen Ruder-Regatta Im Rahmen der 1900-Jahr-Feier der Stadt Köln findet am kommenden Sonntag auf dem Rhein bei Rodenkirchen innerhalb der Kölner Sportwoche die Stadtkölnische Ruder-Regatta mit Männer-, Frauen-, Alt-Herren- und Schüler-Rennen statt. Daß der Termin acht Tage vor dem Deutschen Meisterschaftsrudern in Hannover angesetzt wurde, macht sich bedauerlicherweise insofern bemerkbar, als die dem Kölner Regatta-Verband angehörenden vierzehn Rudervereine die 15 Rennen unter sich austragen werden. Trotzdem verspricht das Meldeergebnis interessante und spannende Kämpfe, deren Ausgang mit einigen Aus500 Stüderstensseeetten im Oeeneigstadien „Deutsche“ der Hochschulen in fünf Sportarten— Bonn zahlreich vertreten Das Olympiastadion zu Berlin ist am Wochenende erneut Schauplatz einer repräsentativen Veranstaltung, wenn rund 500 Studentensportler von 35 Hochschulen der Westzonen ihre Meister in fünf Sportarten ermitteln: Leichtathletik, Schwimmen, Fußball, Handball und Hockey. Im Mittelpunkt der Meisterschaften werden die gut besetzten leichtathletischen Konkurrenzen stehen, bei den Schwimmern finden erstmals nach dem Kriege FreiwasserTitelkämpfe statt, während in den Ballsportarten lediglich im Hockey die Endspielpartner bekannt sind. Im Fuß- und Handball laufen noch Proteste, die u. U. erst am Wochenende in Berlin selbst bereinigt werden. Qualitativ und quantitativ überragt die Leichtathletik, wie in Bonn im Vorjahre Generalprobe zur„Deutschen“ in Stuttgart. Hier aber ragen die Läufe— und besonders die Mittelstrecken— heraus. Die 400 m(mit Sallen, Wegener, Günther Steines), 800 m (die Domäne Steines) und 1500 m(sicher für Anderko) lassen gute Zeiten erwarten, ebenso wie die Sprints, die sich VorjahrsDoppelsieger Wittekindt nicht nehmen lassen sollte. Gräßle, Bert Steines, Münks (BFV), Berghaus, Boger und Wolters dürften für die nötige Belebung sorgen. Die Sprungkonkurrenzen weisen zwar eine beachtliche Spitze auf, lassen aber auch in diesem Jahre die Breite vermissen. Die technischen Wettbewerbe fallen relativ stark ab. Erstmalig wird auch ein akademischer Fünfkampf ausgetragen. Bei den Frauen sind die Universitäten Köln, Bonn, Kiel, Marburg und Hamburg am stärksten vertreten. Die erstmalig nach dem Kriege zum Austrag kommenden Preiwassermeisterschaften fallen in ihren Leistungen etwas ab. Tonangebend dürften die THI Braunschweig und die Universitäten München, Würzburg, Freiburg und Berlin sein. Bei den Ballsportarten stehen lediglich im Hockey und Handball die Endspielpartner fest: Titelverteidiger TH Darmstadt und Uni Köln im Hockey sowie im Handball Uni Köln gegen TH Karlsruhe. Im Fußball bedarf noch der„Fall Gebr. Seemann“ der Klärung. Trotzdem kann man erwarten, daß Uni München Endspielgegner der Kölner ist. Sensation bei der„Tour“ Italiener machen nicht mehr mit Die diesjährige Tour de France steht unter einem wenig glücklichen Stern. Einen Zwischenfall wie auf der Fahrt von Pau nach St. Gaudens mit seiner Auswirkung ist allerdings einmalig in der langen Geschichte der französischen Radrundfahrt: Die italienischen Fahrer traten geschlossen von der Teilnahme zurück. Nachdem sich an den Vortagen bereits vereinzelt Mißfallensäußerungen von Zuschauern gegen die Italiener ereignet hatten, kam es zu einem tätlichen Angriff auf den italienischen Favoriten Gino Bartali, aus dem dieser seine Konsequenzen zog und sich weigerte, die Fahrt fortzusetzen. Er erklärte sich sogar bereit, selnen mit ihm ausscheidenden Landsleuten aus eigenen Mitteln den finanziellen VerJust zu ersetzen. Stundenlange Besprechungen zwischen den verantwortlichen Männern der „Tour“ und dem italienischen Manager Alfredo Binda konnten an dem Entschluß der Italiener nichts ändern, so daß nach einer Wartezeit von 15 Minuten In St. Gaudens nur noch 73 Fahrer auf die zwölfte Elanne gingen, von denen der Schweizer Fordi Kübler das gelbe Trikot trug. nahmen völlig offen ist. Im 1. SeniorenVierer m. St. und im Stadt-Achter wird der Sieg dem Kölner Ruderverein v. 1877 nicht zu nehmen sein, während der Herausforderungspreis im Achter des Landkreises Köln (Junior-Achter) vom Kölner RV 1877 an den Kölner Club für Wassersport gehen dürfte, der auch im Junior-Einer mit seinem Skuller Frohn favorisiert ist, wobei ihm jedoch H. J. Möhle vom WSV Beuel nichts schenken wird. Auf starke Konkurrenz treffen die Jungmannen des WspV Godesberg, des WSV Beuel und des Siegburger RV im Jungmann-Achter, im Jungmann-Vierer, der mit sachs Booten die stärkste Meldung aufweist. und im Leichtgewichts-Jungmann-Vierer Einen schweren Stand dürften auch die Kämpen des Siegburger RV im Junior-Vierer haben. Neben den Frauen der Bonner Ruder-Gesellschaft, des Siegburger RV und des WSV Beuel, die im Senior-Gig-Doppelvierer an den Start gehen, darf man auf das Abschneiden des WSV Beuel im FrauenSenior-Doppelzweier gegen die gut eingefahrenen Kölnerinnen vom RV 1877 gespannt sein. Die Alten Herren des WspV Godesberg greifen im„Willy-Roth-Gedächtnis“-Doppelzweier zu den Skulls, um dem RV Bayer Leveikusen den Herausforderungspreis streitig zu machen, und der Bonner Ruderverein v. 1882 gibt seiner Schülerriege im Schüler-Gig-Vierer eine Startmöglichkeit. Wir hoffen und wünschen, daß die einheimischen Vereine aus den elf Rennen, in denen sie vertreten sind, ebensoviele Siege mitbringen. Bonner Tennisjugend slegte gegen Leverkusen mit 11:5 Gestern spielte an der Reuterstraße die Tennis-Jugendabteilung des BTIIV in Freundschaft gegen die Jugend des Leverkusener Tennisklubs. Ueberlegen gewannen die Jungen des BTHV mit:1, die Mädels mit:2; die Gemischten-Doppel endeten:2. Das Endergebnis von 11:5 für die Jugendmannschaften des BTHV über den starken Leverkusener TC ist die Bestätigung der bisher im BTIIV geleisteten Jugendarbeit. Dieses ist zugleich der 4 Sieg von fünf ausgetragenen Turnierspielen der Jugendabteilung im BTEIV in der Tenniscalson 1050. Bemerkenswert ist der Bieg von H. Lotz(Kl. Scheinert über Funke Kunz (Rheinbezirksmeister im Junioren-Einzel) mit :3,:6,:5. FREITAG GENRRAL-ANZEIGER 28. JULi 1950 Neuigkeiten- Aunt gemischt Der Tresor des Zirkusbesitzers Wie bewahre ich mein Geld am sichertsten die Nacht über auf? Diese Frage löste ein Zirkusbesitzer in München auf die einfachste Weise. Die Einnahme steckte er in eine feuersichere Kassette und gab sie einem starken Bären in den Käfig, der bis zum anderen Morgen mit dem Kopf darauf schlief. Zum Fliegen zu dick Herr E. Großmann aus London wollte nach München fliegen. Er bestieg ein zweimotorlges Viking-Flugzeug der Britisch European Alrways. Das heißt, er wollte es besteigen, aber es war nicht möglich, de Herr Großmann zu dick war. Er paßte nicht auf einen der Stühle und die anderen waren alle besetzt. Zudem war auch der Sicherheitsgürtel zu kurz für seinen Umieng. Herr Großmann mußte deshalb eine Reise in einer viermotorigen Maschine der Panamerican Airlines machen. Die haben größere Stühle und längere Sicherheitsgürtel. Der idgale Wechhund Die Londoner Polizei teilt mit, daß im Avenue-Hotel ein Einbruch verübt worden ist. Die Einbrecher nahmen mit: 4800 Zigaretten, 140 Flaschen Spirituosen, einen Radioapparat und— außerdem den Wachhund. Die Besteiger des Annapura Sie haben den Sieg über sich selbst errungen— Wichtige Aufzeichnungen Von unserem gst.-Korrespondenten Paris. Dieser Tage landete auf dem Flugplatz Orly bei Paris eine Maschine, die aus Saigon kam. Der Flugplatz war fast leer, nur einige wenige Personen hatten sich eingefunden, die verstört auf die Männer blickten, die dem Flugzeug entstiegen. Keine offizielle Persönlichkeit war zugegen: und doch kamen da fünf Männer zurück, die sich um ihr Land außerordentliche Verdienste erworben haben.. Es handelt sich um die Männer, die vor vier Monaten ausgezogen waren, um den Himalaya zu besteigen. Ihre Namen seien hier verzeichnet, da es ihnen gelungen ist, den über achttausend Meter hohen Annapura zu besteigen: Hlerzog, Lachenal, Rebuflat, Terray und Dudot. Sie haben einen Sieg über die Natur, aber euch über sich selbst errungen. Aber um welchen Preis: Lachenal und Herzog mußten die Beine und Hände amputiert werden. Die Operation an den angefrorenen Gliedern wurde im Preien, in sechstausend Meter Höhe, von dem Arzt Dudot vorgenommen, der selbst, wie durch ein Wunder, völlig heil aus dem großen Abenteuer hervorgegangen ist. Das Leiden steht diesen Männern auf dem Gesicht geschrieben. Sie haben die Natur besiegt, sie sind achttausend Meter hoch gestiegen, aber die Natur hat sich grausam an ihnen gerächt. Der Chef der Expedition, Herzog, und sein Freund Lachenal werden nie in ihrem Leben wieder auf Entdeckungsreisen gehen können. Der Himalaya, der für sie eine Sehnsucht und eine Versuchung darstellte, wird für lange Zeit einen großen Teil seines Geheimnisses für sich behalten. Aber sie sind trotzdem froh. Sie haben eine Fülle von Erlebnissen und Entdeckungen aufgezeichnet, die den Interessierten nützliche Auskünfte über diese fast unerforschte Welt vermitteln werden. Sie haben gesiegt. Und in einer Zeit da der Begriff des„Helden“ etwas verwässert wurde, ist es angebracht, ihn diesen Minnern, die diesen Ehrennamen vollauf verdienen, zu verleihen, Aeiferr. Nachlaß: Eine Stellungnahme zu dem Umlegungsverfahren wäre nur bei Kenntnis des Wertes des alten und des neuen Grundstückes möglich. Es kann durchaus sein, daß bei Wertgleichheit eine Minderung der Flächen eintritt. Der bei der Hypothek eingetretene Umstellungsgewinn ist zum Lastenausgleich herangezogen Wenn die Umstellungsgrundschuld Ihnen erlassen ist, fällt insoweit auch die Heranziehung zum Lastenausgleich. Ob das Darlehen Ihrer Schwester 10: 1 abzuwerten ist oder unter§ 18(Ziffer 3) des Umstellungsgesetzes fällt und somit:1 umzustellen wäre, läßt sich nur bei genauer Kenntnis der Unterlagen und der Umstände beantworten. Besi 33: Ohne das Köpfchen selbst zu kennen, kann man schlecht ein Urteil fällen. Am besten holen Sie den Rat eines Fachmannes(Friseurmeisters) ein, Es gibt ja genügend Mittel gegen Zwiewuchs und auch gegen fettiges Haar. Heimkehrer: Die Höhe des Krankengeldes richtet sich auch für Heimkehrer nach dem Grundlohn, der vor der Einberufung gezahlt wurde. Es ist also durchaus möglich, daß einer S DM, der andere hingegen nur.50 DMI erhält. SUEE KANAE VON STEPHAN SARTER SPRAUH DIE GANZB WELT= LEBEN WIE EIN ROMAN 12. Fortsetzung Die Familie verzichtete auf das Erbe, auf dem nun außer der belgischen MillionenHypothek die Steuerschulden lasteten. Die Hoypothekenbank veranlaßte die gerichtliche Zwangsverwaltung. Im Jahre 1923 wurde der Besitz öffentlich versteigert. Für das Höchstgebot von 650000 Papiermark und Uebernahme der 1. Hypothek wurde er von dem Kölner Kaufmann Hermann Fohr erworben. Dieser trat den Besitz 1931 an den kath. Männer-Orden der Brüder der christlichen Schule ab, der hier die„Schule St. Mlchael“ als eine Lehr- und Erziehungsanste!t für die heranwachsende männliche Jugend aller Nationen einrichtete. Zum Verkauf gezwungen Im zweiten Jahr des Hitler-Krieges begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Sarterschen Schlosses. Die Machthaber des Dritten Reiches zwangen die„Schola“ aie Dachenburg zu verkaufen. Die Deutsce Arbeitsfront übernahm den Besitz und richtete im Schloß eine„Adolf-Hitfer-Schule" ein. Granaten zerfetzten die hohe Fassade. schlugen in die Hallen und Türme. Die Adolf-Hitler-Schu’e fand ein; ruhmloses Ende. Am 18. März 1945 wurde die Drachenburg von Truppen der 78. US-Infanterie-Division besetzt. Ihnen solgie der Schwarm der„Rächer“, der beutewitternd, mit Aexten und Brecheisen bewaffnet, der NaziBurg zu Leibe ging. Nicht einmal die Türgriffe und die Drähte in den elektrischen Lichtleitungen blieben an ihrem Platz. „Eigentum der Militärregierung“ Als ehemaliges Elgentum der DAF und Adolf-Hitler-Schule gehörte Schloß Drachenburg nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches zu dem Eigentum der NSDAP,-s die Siegermächte beschlagnahmte. Ein Schild, das erst vor einigen Wochen entfernt wurde, wies am Eingang der Vorburg darauf hin:„Eigentum der Militärregierung“. Was aber sollten die Alllierten mit diesem Besitz, der im Artilleriebeschuß erheblich beschädigt und später seiner Einrichtungen, beraubt worden war, beginnen? Wohl wurde im Untergeschoß bald wieder eine Gaststätte eingerichtet und Flüchtlinge und Evakuierte, die nach notdürftiger Unterkunft Umschau hielten, entdeckten in der Vorburg und den Blockhäusern noch Räume, die sich leicht und schnell als Obdach herrichten ließen, das eigentliche Schloß aber ’ieb lange Zeit öc und verlassen, schutzlos Regen und Wind preisgegeben. Die Rettung der Drachenburg Es war Ende Oktober 1946, als der Zufal! den Vizepräsidenten der Reichsbahndiroktion Wuppertal, Fölsing, zu einem kurzen Abstecher ins Siebengebirge führte. Dabei entdeckte er die verlassene Drachenburg und als ein Mann, der für technische und ästhetische Dinge gleicherweise aufgeschlossen ist, int:ressierte er sich für dicses Bauwerk, das sich ihm in einem so beFagenswerten Zustand darbot. Und da nun wiederum der Zufall dem Vizepräsidenten Fölsing'e Sorge um den Ersatz für die im August 1946 beschlagnahmte frühere Reichsbahnschule in Niederseimar bei Gummersbach aufbürdete, lag nichts näher,'s die Besichtigung des Schlosses mit diesem Probiem zu verbinden. Die Reichsbahndirektion Wuppertal nahm die Verhandlungen mit der Militärregierung auf, ein Mietvertrac wurde abreschlossen und Im August 1947 erteilte das Control Team die Genehmigung zur baulichen Instandsetzung des Schlosses. Aufs neue zogen Maurer, Schreiner. Schlosser, ’aser, Installateure und Maler in die Burg. Die Kosten der Instandsetzung sollen sich auf über 200000 Mark belaufen haben. So wurde denn die Drachenburg vor dem Verfall bewahrt. Die Reichsbahndirektion Wuppertal konnte in ihr die erste„Pädagogische Reichsbahnzentralschule für das britische und amerikanische Besatzungsgebiet“ einrichten und an dieser idealen Stätte mit der Schulung der jungen Eisenbahner beginnen Inmitten eines 47 Morgen groBen Waldes und des sechs Morgen großen Parkes, der von einer mächtigen. 1400 m langen Mauer umgeben ist, finden Lohrer und Schüler die Ruhe und Entspannung, die ihnen die Ausbildung erleichtert. Für die kommenden zohn Jahre dürfte. so wie vertraglich festgelegt ist, die Verwendung der Drachenburg gesichert sein. An Sarters Grab Die Türme der Drachenburg leuchten noch einmal auf in den verlöschenden Strahlen der Abendsonne. Lachend und singend ziehen Ausflügler den Eselsweg hinunter in das weinfrohe Städlchen. Stiller führt der schmale Pfad durch die Schlucht des Nachtigallentales. Ein Abend wie viele in diesem Sommer des Jahres 1950 neigt sich zur Ruhe. Auf dem Friedhof in Königswinter stehen die Flügel des breiten Tores noch offen. Zwei Frauen schreiten schweigend zu den Gräbern ihrer Angehörigen. Sie wollen sie mit frischen Blumen schmükken. Die Prage nach dem Grab des Barona von Sarter trifft sie unvorbereitet.„Ja. irgendwo muß das hier sein. Aber wo? Das können wir beim besten Willen nicht mehr gagen!“ So suchen wir denn eine Weile an den Grabsteinen entlang, kreuz und quer über den Totenacker, bis wir jenes kleine Erdenf’edschen finden, das Sarters sterbliche Hülle birgt. Es liegt unweit des Hauptportals zu der großen Turnhalle hin, deren Mauern den Blick zur Drachenburg verdecken.— Ende— Beben unter dem Soujetsternso heißt unsere morgen beginnende, spannende Tatsachen-Berichtsserie, die nicht nur unsere Leser mit höchst interessantem Lesestoff versorgen, sondern Ihnen auch einen Einblick geben will, WIEHEUTE—1950— DERRUSSISCHE ALLTAGAUSSIEHT Darum ist dieser Bericht, der sich aus Augenzeugenberichten ausländischer Rußlandreisender zusammensetzt, von höchster Aktualität. Nach langem, mit großer - Geduld ertragenem Leiden entschlief heute früh meine liebe Frau, Schwester, Schwiegertochter. Schwägerin, Cousine und Tante Frau Friedel Arnecke geb. Fräsdort kurz nach Ihrem 41. Gebertstag. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Willy Arnecke Bonn(Paulstr. 34, II.), Rostock, Blankenburg, Neuwied, 26. 6. 50. Beerdigung findet Sonnabend, 29. 7. 50. vorm. 10 Uhr. von der Kapalle des Nordtriedhofes aus statt. 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Die veränderten Gebührensätze werden durch einen Aushang am schwarzen Brett des Schlecht- und Viehholes der Stedt Bonn den Interessenten bekanntgegeben Der volle Wertlaut der veränderten Gebührenordnung kann als Abdruck von der Schlacht- und Viehholverwaltung bezogen werden. Die veränderten Gebührensätze werden vom 1. 8. 1950 an erhoben. Bonn, den 24. Juli 1930. Der Obersiedtdtrektor. Amtagericht Konigswinter Beschlus! #nkusverfahren über das Vermögen der Pirma Beugesellscheft w. Loock. Gesellechalt mit beschrankter Haltung In Könlgswinter, Oberdellenderter Weg 2, wifd des Veriahren mengels Masse eingestellt. Kcalgeptater, dun 45. f. 1930. Amtogericht. 4 N 3/30. FRETTAG GRNERAL-ANZBIGER 28. JUIi 1950 Diese drei mit den charakteristischen Studentenkappen geschmückten jungen Italiener befinden sich auf einer Fußreise von Florenz nach Norwegen. Hier erkundigen sich die drei Wandervögel nach der Frankfurter Adresse eines Landsmannes, den sie besuchen wollen. Unser Bild berichtet vom Krieg in Korea: nur wenigen Südkoreanern gelang es, zur Flucht vor den Kommunisten einen Zug zu benutzen. Die Bregenzer See-Festspiele nahmen in diesen Tagen ihren Anfang. Unser Bild zeigt einen Teil der Drehbühne, die auf Pontons so im Wasser verankert wurde, daß sie mühelos gedreht werden kann. Aufgeführt wird in diesem Jahr der„Gasparone“. AUS ALLER WELT Ein Bilderdiebstahl wurde zum drittenmal innerhalb weniger Monate in der Schweiz verübt. Während des letzten Wochenendes entwendeten unbekannte Täter aus einer Kunsthandlung in Sion(Wallis) Gemälde im Gesamtwert von etwa 187 000 Schweizer Franken, darunter Werke von Rembrandt, Goya, Renoir und Picasso. Mit den Gemälden, die sorgfältig aus einer großen Sammlung gewählt wurden, verschwanden auch die jeweiligen Echtheitsbescheinigungen. Eine alte Frau wurde in Mailand verhaftet, die vier Monate mit der Leiche ihres sechzigjährigen Mannes in einer Hütte hauste. Die Frau, eine Bettlerin, sagte aus, daß ihr Mann im April plötzlich während des Schlafens gestorben sei.„Ich wartete darauf, daß er wieder aufwacht“, erklärte sie. Auf die Gamsgrube, einen 3300 Meter hoch gelegenen Kamm gegenüber dem Großglockner, soll eine Seilbahn gebaut werden. Die Gamsgrube ist ein für Europa einmaliges Naturschutzgebiet aus der Eiszeit. Auf ihrem Lößboden entwickelte sich eine Pflanzenwelt, die heute noch arktischen Verhältnissen entspricht. Eine 2000jährige Begräbniskammer wurde Im Hügelland westlich von Jerusalem entdeckt. Die Kammer, die ein menschliches Skelett enthält, soll aus der zweiten Tempelperiode stammen. In der Nähe der neuen Fundstätte hatte man vor einigen Tagen ein altes römisches Lager entdeckt, das von den Soldaten Titus vor dem Sturm auf das biblische Jerusalem benutzt worden sein soll. Da der sympathische Großvater, wie sich jetzt herausstellt, bereits seit zwölf Jahren tot ist, braucht man nicht einmal mehr um ihn zu trauern, und die Freude an dem Dollarsegen ist ungetrübt, es sei denn, man Den Turbanen, mit denen sich die Scheiche in der Wüste gegen die sengenden Strahlen der Sonne schützen, wird man demnächst auch bei europäischen Frauen begegnen, falls sich die Idee der französischen Hutschöpferin Rose Valois durchsetzt. Den Höhepunkt ihrer Herbstmodenschau, die sie der Presse und den ausländischen Käufern auf dem Dachgarten ihres eleganten Pariser Appartements vorführte, bildeten Turbane als Schals in leuchtenden Farben. nach, ein paar werden schon übrig bleiben, bangt ein wenig vor dem Fiskus, der ja in jedem Lande bei solchen Gelegenheiten die Zahl der lachenden Erben um einen zu vermehren pflegt. Wie dem auch sein wird, der Schuster zählt die Millionen nicht mehr und das ist in jedem Falle mehr, als er sich je auszudenken gewagt hat. Die Leute des Viertels kommen täglich und stündlich zu ihm, machen sich beliebt, der Schuster ist über Nacht aller Freund geworden, wie's halt so geht. Gennarino Papa wird nicht kleinlich sein. In seiner Freude hat er bereits der ganzen Straße, in der er wohnt, ein siebentägiges Fest versprochen, er wird es halten. Die Zeitungsleute sollen dabei sein, natürlich, denn Gennarino Papa ist ein moderner Mensch, auch die Wochenschau mag kommen. Wenn die große Stunde schlägt, muß man sich ihr gewachsen zeigen. Noch hat der Schuster keinen Dollar und keinen Cent gesehen, und doch zittert er um seine Kinder. Viele junge Burschen finden sich plötzlich um die heiratsfähigen Töchter ein, aber das macht ihm keine Sorge. Sondern Gennarino Papa hat die fixe Idee, die Anhänger Giulianos, des sizilianischen Räuberhauptmannes, könnten ihm eins der Kinder rauben, um ein horrendes Lösegeld zu erpressen; denn er ist ja plötzlich zu einem lohnenden Objekt für Räuber geworden. Also dürfen die Kinder— auch die heiratsfähigen Töchter— nie ohne Begleitung das Haus verlassen, ein Grund mehr für die Jünglinge des Viertels, ihren Schutz selbstlos anzubieten. Aga Müller in London London.(dmt) Die Tochter des durch seine Segelfahrt auf dem Atlantik bekannt gewordenen Berliner Chemikers Müller traf am Dienstagabend im Flugzeug in London ein, wohin sie von einem befreundeten Ingenieur eingeladen worden war. Die Familie des Ingenieurs hatte Aga Müller und ihren Vater bei ihrem Zwischenaufenthalt in einem englischen Hafen kennengelernt. Da Aga Müller auf britischem Boden geboren wurde, hat die 18jährige einen britischen Paß. Zehnjährige Ehen gefährdet London.(rs! Eine Kartei von zehn Millionen Blättern will das Britische Amt für Bevölkerungsfragen anlegen. In dieser Kartei sollen laufend Statistiken über Eheschließungen, Geburten, Scheidungen und Todesfälle geführt werden, so daß man einen Einblick in die Entwicklung der Familienverhältnisse des englischen Volkes gewinnt. Schon jetzt wurde festgestellt, daß die mei sten Scheidungen bei der Gruppe von Ehepaaren zu verzeichnen sind, die mehr als zehn Jahre und weniger als 19 Jahre lang verheiratet sind. 56 Millionen für den armen Schuster Noch kein Geld gesehen, aber Sorge um die Kinder kr Neapel. Das ganze Stadtviertel Olivella von Neapel ist in Aufregung. In den engen schmutzigen Gassen wohnen arme Leute, unter ihnen der Schuster Gennarino Papa mit Frau und acht Kindern. Und plötzlich schlägt die Nachricht wie eine Atomhombe ein, daß Nicola Bisogna, der 1889 sehr unauffällig nach den Vereinigten Staaten auswanderte, seine Enkelin und ihre zwei Brüder zu Erben eines Riesenvermögens von 56 Millionen Dollars eingesetzt hat. Die Enkelin aber ist Gennarino Papas Fraul #Piarkoreig LTHEATER SONN ERSTAUFFUERUNC Der neue tolle Lustsplelschlager Maharadscha wider Willen! In den Hauptrollen: Sonja Ziemann Kurt Seilert Rudolf Prack Olga Tschechowa Rudolf Platte H. v. Meyerinck Rudi Schuricke Rita Paul Ivan Petrovich Regie: Akos v. Ratony Verlelb Lloyd-Film Auffübrungen: 14.00, 16.00, 18.15, 20.30 RUR 5409 Von Preitag, 28., bis Montag, 31..: Ein Film der farbenprächtigsten Ausstattung.- Zwölf KünneckeSchlager in der glanzvollen Filmopereite Hochzeit mit Erika Dazu: Neue deutsche Wochenschau Spielzeiten: Preit., Samst., Mont.: 17.30, 20.15, Sonntag: 16.20, 18.30, 20.40 Uhr VORANZEIGP: Von Dienstag, 1.., bis 3. 8. 50: Ein Aufgebot erster Filmkräfte mit HANS ALBERS in d. Hauptrolle in Unter heißem Rimmel Ein grandioses Filmwerk, das Sie nicht versäumen dürfen. REGNA-THEATER BORNHEIM Fr.-Sa 20.15, So. 18.00, 20.15 Uhr. Alle sind begeistert von „Artistenblut“ Musik- sprühender Witz-Revuel Spätvorstellung. Sa.-So., 22.15 Uhr „Zwischen 11 u. Mitternacht“ Ein spannendes Erlebnis Dienst., Mittw. Donn. 20.15 Uhr: „Ein Herz schlägt für Dich“ Rudolf Prack, Anni Reinhold Elegante modische Pelzmäntel schwarz, braun, katzenfarbig. Sommerpreis 238.— Da4 PELZ-ETACE WEBER" BONN Markt, Ecke Bonngasse BONN Marr Ab Freitag, 28. Juli 1950, zeigen wir Joan Crawford in dem preisgekrönten Pilm in deutscher Sprache: Oofen„ ein Herz schlägt Das tragische Schicksal einer Mutter, die durch die grenzenlose Liebe zu ihrer mißratenen Tochter in einen geheimhisvollen Kriminaltall verwickelt wird und das Letzte tut, um ihr Kind zu retten. Joan Crawford erhielt für diese glänzende schauspielerische Leistung den Akademiepreis! — WELT IM FILM— Aufführungszeiten: 14.00 16.15 18.30 20.45 Uhr Vorverkauf täglich 10.30—12.00 Uhr APOLLO .— MODERNES LICHTSPIELE• BONN Korl-ddarz-Straße 11„ Rut 2928 Heute Erstaufführung Pred Astaire- Ginger Rogers der Welt berühmtestes Tanzpaar, seit 10 Jehren erstmalig wieder -ammen auf der Leis##nd. Venedig- Gondelzauber- zündende Rhythmen und eine schöne Frau im Mittelpunkt eines glanzvollen Revue-Films Jugendireil in deutscher Sprache 14.00 1410 0.0 Vorverkauf 10-12 u. 13-20 Uhr. Sonder-Vorstellungen: Freitag, Samstag, Sonntag, jeweils 22.30 Uhr, des großen Erfolges wegen nochmals (ettäct i Samstag 14.00, Sonntag 10.45 „Pat und Patachon schlagen sich durch! Bulgt in der Spetrache vom zul..— d. f. 150. POLA NEGRI— GUSTAV DIESSL in „Der Weg nach Schanghal“ Die Geschichte eines Frauenschicksals zwischen zwei Welten. Erstmals der weltberühmte DonKosaken-Chor im Rahmen einer Spielhandlung. Preitag. Samstag, Sonntag Montag. Dienstag. Mittwoch, 28. Juli 29. Juli 30. Juli 31. Juli 1. Aug. 2. Aug. Ponperstag 1. ku. Urfeld Adendort Fritzdorf Witterschlick Dransdort Mehlem Lledenbein 20.30 Uhr 20.30 Uhr 20.30 Uhr 20.30 Uhr 20.30 Uhr 20.30 Uhr 9 0 1656 Hiermit geben wir unseren verehrten Gästen und Preunden die Eröffnung unserer neuen Bundeskegelbahn(Syst.„Spellmann-Nörling“) bekannt. HUBERT PLATZBECKER U. FRAU Restauront„BONNER BERG“ Römerstr. 150 Fernspr. 2902 Bonn, den 26. Juli 1950. Wieder zu alten Preisen eingetroffen: Camembert, gr. Rundstück Echter Harzer gr. Rolle 200 gr. Echt Holländer Gouda vollfett, 45%.... Pid. Tafel-Margarine Feinlein Pid. Cocostelt Pid Apptelmus-Pfd.-Dose Mirabellen tafelfertig Senlgurken -Pfd.-Glas -Pid.-Gles .30 .25 .55 .95 .40 .30 .75 .90 Die bekanntesten Weine unserer Liste: ½ MI. Valpolicella tiefdunkl. Itel. Landwein 1949er Ingelheimer Rotwein Natur 1944er Dernauer Krausberg Bowlenwein 1949er Trittenheimer Riesl. 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Umrahmt von einer herrlichen Landschaft und bezaubernder Musik ist dieser Film eine Hymne euf die besten Eigenscheften der menschlichen Natur Fox tönende Wochenschau Spielzeiten: 14.00 16.00 18.15 20.30 Uhr Krieg-Kaffeg Eigene Röstung, fäglich trisch on Rallee-Alle Kaffessorten äußerst preiswert Hettlage-Straße Unsere große Leistung: Spezialmischung DMA A, Sehr zu empfehlen äußerst fein 125 gr W Te“ Sie werden von dieser vorzüglichen Qualität überrascht sein Für Kenner mit verw. Geschmack: Java-Bezoeki, Costarica-Hochgewächs Zum Bürgerstübchen die anerhannt gute. preisw. Küche Verlängerte Sternstraße Giaserarbeiten Reparaturen führen sofort und billigst aus Brüder Plorin Bornheimer Str. 144" Ruf 3676 Kurlichtspiele Bad Godesberg Ruf: 3430 Ab heute,, bis einschließllich Montag: KAUTSCHUK RENE DELTGEN · GUSTAV DIESSL: HANS NIELSEN I. d. groß. Abenteurerfilm a. d Urwaldhölle Brasiliens Preitag: 16.00 18.00(Jugendtrei) Samstag 16.00 18.00 20.15 Spätvorst. 22.15 Sonntag: 14.00 16.00 18.00 20.15 Spätvorst. 22.15 Montag: 16.00 18.00 20.15 Burglichtspiele Bad Godesberg Ruf: 2933 Freitag bis Montag. Achtung, bei diesem Fllm andere Anlangszelten! Ollvia de Havilland: ERROL FIYNN: Ann Sheridam HERR DES WILDEN WESTENS WELT IM4 FILM zeigt als besonderen Gruß an ihr Godesberger Publikum weilere Aufnahmen vom REir. UND FAHR-TURNIRR Täglich: 15, 17.30, 20, Fr., Sa., So. Spätvorstell. 22.1. Nur Montag! Sonderveranstaltung, 22.15 Uhr: KINDER DES OLYMP(Les Enfants du Paradis) GALOPPRENNEN ZU KÖLN Sonntag, 30. Juli: 14.30 Uhr GERLING-PREIS 3jähr. u. ält., 2200 m Dpf 15000.— Das erste Zusammentreffen der besten 3jähr, mit den ält. Pferden. Mittwoch, 2. August— 15.30 Uhr Kölner Melle 3jähr. u. ält., 1600 m, DMf 5000.—