K 5 Brcheinungsweise schemel wöchentlich Montag bis Samstag Serugeps DM1 320 sonatlich einschl Beteniohn u. Beförd Postben. Di4.75 rurgl. Oa4.34 Zostell. — e##∆**„ C Vensgen dam, Betnbetm. u see. Peienrentd Antgry... Summ. smmmen vaun Westdeutsche Zeitung Bonner Nachrichten Wiers achrichlen Verlasort Bann. Bahnbotstr. 12. Tat. ungehann aos msusn Rchatt; bena. Kronptinssmst. 14. Kot man.: Grasdungejehr d. Neusserechen Verlags 1725 Rad Sodesberger Nlachrichten Ahr-Eifel-Nachrichten 59. JAHRGANG= NUMMER 18457 DONNERSTAG, 20. Juli 1950 BINZELPREIS 1S PFENNIG Botschaft an den USA-Kongreß: Truman fordert 10 Milliarden Wichtige Wehrbeschränkungen sollen aufgehoben und weitere Machtbefugnisse dem Präsidenten übertragen werden Mit Ernst und Zustimmung Washington.(dpa) Präsident Truman forderte am Mittwoch in seiner Kongreßbotschaft für die Ueberwindung der Koreakrise zehn Milliarden Dollar, unbeschränkte Vollmachten zur Einberufung Wehrdienstpflichtiger und weitere Machtbefugnisse. Weiter verlangte er, daß alle gesetzlichen Bestimmungen über die Höchstzahlen der USA-Streikräfte fallen gelassen werden. Die Kongreßbotschaft des Präsidenten, die in beiden Häusern gleichzeitig verlesen worden ist, wurde mit Ernst und ZustimEin neuer Vorstoß Nehrus Washington.(ap) Der indische Ministerpräsident Pandit Nehru hat gestern in einer Note an den amerikanischen Außenminister Dean Acheson erneut den Vorschlag gemacht, als einen Schritt zur Beilegung des Korea-Konfliktes das kommunistische China in die Vereinten Nationen aufzunehmen. Die von der Sowjetunion geforderte Aufnahme würde„keine Ermutigung zu einer Aggression“ sein. In seiner Antwort hatte Acheson erklärt, daß die Entscheidung über die Aufnahme der Volksrepublik China nicht von einer ungesetzlichen Er erklärte in seiner Botschaft weiter, die personellen und materiellen Verstärkungen der amerikanischen Wehrkraft seien nicht nur notwendig, um mit der Situation in Korea fertig zu werden, sondern auch, um den freien Nationen, die mit den USA gleichen Sinnes sind, bei der Hebung ihrer mident jetzt durch gesetzgeberische Maßnahmen des USA-Kongresses aufheben lassen will, umfassen nach Jetzten Berichten zur Zeit 1 451 000 Mann, davon 593 000 im Heer, 451 000 in der Kriegsmarine und 407 000 in den Luftstreitkräften. Die bisher gültige Höchstgrenze für die Gesamtstreitkräfts ist litärischen Stärke zu helfen. Präsident Tru- 2005 882 Mann, davon 837000 im Heer, man sagte, er habe Verteidigungsminister FI. Johnson ermächtigt, so viele Einheiten der Nationalgarde und so viele Reserve-Einheiten und Einzelreservisten des Heeres, der Kriegsflotte und der Luftstreikräfte einzuberufen, wie sich als notwendig erweisen sollte. Er kündigte für die nächsten Tage einzeln aufgeschlüsselte Forderungen für Bewilligungen in der Höhe von annähernd zehn Milliarden Dollar an. Mobilisierung der Heimatfront Neben den militärischen Maßnahmen schlug Präsident Truman eine teilweise Mobilisierung der Heimatfront vor. Er verlangte keine Preiskontrollen oder Verbrauchsrationierungen. Sollten allerdings starke Preiserhöhungen solche Kontrollen notwendig machen, würde er nicht zögern, solche zu verlangen. Steuererhöhungen würden erst epäter notwendig werden. Aggression in anderen Räumen möglich In seiner langen Botschaft an Senat und Repräsentantenhaus berichtet Truman ins einzelne gehend über die Geschehnisse in Korea und über die Gründe, weshalb die USA wieder tausende von Meilen von den Heimatgrenzen entfernt kämpfen müßten. Truman stellt fest:„Der Angriff auf die Republik Korea läßt keinen Zweifel mehr daran, daß die kommunistische Weltbewegung darauf vorbereitet ist, zur Eroberung unabhängiger Nationen zu bewaffneter Invasion zu schreiten. Wir müssen daher mit der mung aufgenommen. Die demokratischen Aggression diktiert werden dürfte. Acheson Fraktionsführer kündigten an, daß eie die betonte, daß die Vereinigten Staaten die notwendigen Gesetze in zwei Wochen Aggression als eine Frage ansehen, die der durchbringen wollen. Die Republikaner, die gofortigen Lösung bedarf, und daß Amerika im allgemeinen Präsident Trumans Forde- Frieden in Kores wünsche. rungen bligen, behalten eich jedoch in„ngm vagem Vartenaallen Einzelfragen das Recht der Kontrolle DGB gegen Verteuerung vor. Düsseldort.(Eig. Ber.) In einer Erklärung In London wurde Trumans Kongreßbot- sprachen Bundesvorstand und Bundesausschaft auch in amtlichen britischen Kreisen schuß des DGß am Mittwoch die Erwartung wärmstens begrüßt. Ein Sprecher des Au aus, daß die Bundesregierung das Wort des Benministeriums erklärte. Großbritannien Bundeskanzlers, wonach keine Brotpreisbetrachte es als sehr bedeutungsvoll, daß erhöhung eintreten soll, einlöst und die die Vereinigten Staaten weitreichende Maß- Brotpreise auf den Stand vom 30. Juni 1950 der wirtschaftlichen Hilfsquellen der Ver- nahmen mit allen dazu gehörenden Opfern zurückführt. Wörtlich heißt es in der Erkläeinigten Staaten, damit die Erfordernisse treffen wollen, um ihre Verpflichtungen rung:„Bundesvorstand und Bundesausschuß Der bekannte Schweizer Professor Dr. Rö der Verteidigung gedeckt werden können, gegenüber den Vereinten Nationen zu er- richten an die gesamte Bevölkerung den traf in Bonn ein. Er wird im Auftrage der füllen. Appell, alle Angstkäufe zu unterlassen, weil Bundesregierung ein Gutachten über die diese nur zu einer unberechtigten Verteue- wirtschaftliche Lage Westdeutschlands ausrung der Lebenshaltung führen. Bundesvor- arbeiten. PBD. stand und Bundesausschuß wenden sich an die gesamte Geschäftswelt mit der ernsten vor der Nase liegenden linksrheinischen Mahnung, alle Preissteigerungen rückgängig elsaß-lathringischen Stromlandschaft zu ver666 882 in der Flotte und 502000 bei den Luftstreitkräften. Präsident- Truman forderte eine weitreichende Neuorganisation der wirtschaftlichen Hilfsquellen, der Vergten Sthaten, Gamft ohne eine Inflation hervorzurufen. USA bauen-Boot mit Atomantrieb Amerikas Zukunftswalle— In drei Jahren soll es soweit sein Washington.(dpa) Das in der Entwicklung begriffene.Boot mit Atomantrieb soll die amerikanische Antwort auf das sowjetische-Boot mit Schnorchel werden. Wie der amerikanische.Bootspezialist Vizeadmiral Lockwood in der„Saturday Evening Post“ schreibt, wird das-Boot mit Atomantrieb wegen seiner hohen Unzu besitzen“, schreibt Lockwood.„Damit soll die Grundlage für den Bau einer Flotte gelegt werden, die den neuesten Typen des mit Schnorchel ausgerüsteten sowjetischen.Bootes an Geschwindig. keit, Kampfkraft und Manövrierfähigkeit überlegen Ist.“ Lockwood meint, das Atom--Boot werde einen unbegrenzzahnen und zu verklammern, als über die Schwarzwaldbarrieren hinweg mit der württembergischen. Heuß bei Petitpierre Bonn.(Funkber.) Bundespräsident Prof. Heus, der sich einige Tage privat in der terwassergeschwindigkeit, seiner Geräusch- ten Aktionsradius besitzen und nur alle losigkeit und seiner tödlichen Waften der ideale-Bootjäger werden. drei oder vier Tage an die Oberfläche zu kommen brauchen, um Frischluft zu ergänzen. „Mit einem Kostenaufwand von vierzig Keine der bisher entwickelten-Boot-Abzu machen brw. zu unterlassen“. Badens Bindung an Frankreich Konstanz.(dpa) Der südbadische Wirtschaltsminister Dr. Eduard Lals stellte in einer Versammlung der Arbeitsgemeinschaft der Badener in Konstanz die Frage, ob es nicht natürlicher und selbstverständlicher Schweiz aufhält, besuchte den Schweiser wäre, die badische Wirtschaft mit der ihr Bundespräsidenten Max Petitpierre. Unternehmer zur Mitbestimmung Erwiderung auf die Ankündigung gewerkschaftlicher Kampfmittel Düsseldorf.(Eig. Ber.)„Die Unternehmer- und damit zum inneren sozialen Frieden schaft bedauert die überraschende Wen- in der deutschen Bundesrepublik beizu: dung vom Geist der sozialen Gemeinschaft tragen.“ zur offenen Drohung mit Kampfmaßnahmen. Eine solche Erklärung konnte nach Ansicht die im Falle ihrer Durchführung unvermeid- des Gemeinschaftsausschusses nur auf der Barndasfinansminissar Schhe:: cs: bar in Klassenkampf enden müssen“, er- Grundlage einer bereits weitgehend erfolgFrankfurtlMain.(vwd) Die Aufhebung werden. Bundestinanzminister Schäffer hofft, klären die im Gemeinschaftsausschuß der ten Annäherung zwischen den beiderseitigen zu schreiten. Wir müssen daher mit der der Zollbegünstigung für eine Reihe von daß das Zollbegünstigungggesetz beld„Hs: Wirtschaft zusammengeschlossenen Uater- Auffassungen abgegeben werden. Am 18. Möglichkeit rechnen, daß in anderen Räu Waren der Ernährungswirtschaft, die bereits nehmigt werde. Erst durch eine Zol..- nehmerverbände zu der Ankündigung des Juli sei vom DGß bekanntgegeben worden, Anfang Juli erlolgen sollte, ist auch in der günstigungsliste, die den Fortfall der Zoll. Pcg, geine Forderungen zum Mitbestim; das die Gewerkschaften gewillt seien, für Dienstageitzung der Liohen Kommission freihelt bei gewissen Postionen vorsebe, munggrecht mit gewerkschaftlichen Kampf, die Erreichung des Nitbestimmumgsrechtes nicht beraten worden. Somit können zu: sei der Schutz der Landwirtschaft nach Au- mitteln durchrusetzen.„Die Verantwortung der Arbeitnehmer im Sime der Forderungen Millionen Dollar hoffen die USA in drei Jahren als erste Nation ein Atom--Boot wehrwaffen könne ein soiches-Boot mit Erfolg bekämpfen. Wichtige Lebensmittel noch zollfrei Die Aufhebung der Zollbegünstigung für eine Reihe von Waren noch nicht genehmigt men eine bewaffnete Agression stattfinden könnte.“ Bisher zwei Millionen Mann Die gesamten amerikanischen Streitkräfte, deren zahlenmäßige Begrenzung der Präsinicht beraten worden. Somit können zunächst wichtige Nahrungsmittel wie Eier, Schmalz, Käse, Schlachtvieh und Fleisch zollfrei in das Bundesgebiet eingeführt Jägereskorte für Leopold bereit Nachtsitzung des belgischen Parlaments— Nimmt der König Freitag die Parade ab! Brüssel.(Funkber.) Während das belgische reichende Boykottmaßnahmen angedroht, Parlament in Dauersitzung tagt, um eine falls er zurückgerufen werden sollte. Entscheidung über die Rückkehr König Leo Die gemeinsame Sitzung beider Häuser polds zu erreichen, stehen auf einem Flug des Parlaments, die am Mittwochabend für platz bei Brüssel ein Sonderflugzeug und kurze Zeit unterbrochen wurde, dürfte nach eine Jägereskorte bereit, um den König im ihrer Wiederaufnahme die ganze Nacht über Falle seiner Rückführung sofort nach Bel- andauern. Zur Abschreckung für Leopold Brüssel.(dpalap) Nachts explodierte in unmittelbarer Nähe des belgischen Königsschlosses in Laeken bei Brüssel eine Bombe. Die Explosion ris neben der Ehrenpforte des Schlosses ein Loch in das Straßenpflader Land-, See- und Luftstreitkräfte seit ster, doch wurde kein anderer Schaden Kriegsende stattfindet. Man fragt sich in gemeldet, Das Schloß Laeken dient normaBrüssel, ob König Leopold bereits die Pa- lerweise als Sommersitz des belgischen rade abnehmen wird. Königs. Gegenwärtig wohnt dort Königin Die belgischen Sozialisten haben Leopold Elisabeth, die 74jährige Mutter des verbannerneut schärfsten Kampf angesagt und weit- ten Königs Leopold. Amerikaner landeten bei Pohang sich des Bundesernährungsministerums ge, sichert. gien zu holen. Die Königsfrage hat sogar die Ereignisse in Korea überschattet. Ueber das Schicksal Leopolds wurde am Mittwoch weit mehr diskutiert, als etwa über die Kongreß-Botschaft Trumans. Freitag ist der beigische Unabhängigkeitstag, an dem die größte Parade für die sich hieraus ergebenden sozialen, des DOß„gewerkschaftliche Kampfmittel“ wirtschaftlichen und politischen Folgen müs- anzuwenden. Gleichzeitig habe der Dos Kursgewinne in New York gen vor dem Volke und vor der Geschichte versucht, den Unternehmern die VerantworNew York.(Funkber.) Die New Norker allein diejenigen tragen, die sich in diesem tung für die hierdurch zu befürchtenden Wertpapierbörse reagierte auf die Botschaft für die ganze Welt besonders kritischen„ernsten Störungen im Wirtschaftsleben“ Trumans an den amerikanischen Kongreß Zeitpunkt ohne Anlaß von dem Geist der zuzuschieben. mit Kursgerinen von einigen Cents bi zu Cemeinschaft der bieherigen Verhandlungen Kein Grund für Des-Beschlus ewa ver Belar ie Akise. legeng haben“ Dlaus Fräihrung aul ertbigt, Gbuchl ault 12 Jahre Zuchthaus für Schulz Die Besprechungen in Maria Laach dem Bekenntnis zur Idee der Gemeinschaft, Ollenburg.(dpa) Das Offenburger Schwur. Die Verhandlungen in Maria-Laach, so wie sie im höheren Interesse des sozialen gericht verurteilte den der Enmordung des betont der Gemeinschaftsausschuß, schlossen Friedens in-Maria-Laach von beiden Verehemaligen Reichstinanzministers Matthias am 6. Juli mit der gemeinsamen Erklärung handlungspartnern abgegeben wurde, keinerErzberger angeklagten Feinrich Schulz zu der beiden Partner, daß ihre Verhandlun- lei Ereignisse eingetreten eind, die die nun: zwölf Jahren Zuchthaus wegen Verbrechens gen„von dem ernsten Willen getragen mehr vom DGß öflentlich angedrchte Angegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit seien, durch eine enge Gemeinschaftsarbeit wendung„gewerkschaftlicher Kampfmittel: Totschlag. Zwei Jahre davon gelten als ver zwischen den beiden Sozialpartnern zur zur Erzwingung seiner„Forderungen rechtbüßt. Verwirklichung einer Wirtschaftsdemokratie fertigen könnte. Trumans Rundfunkbotschaft an die freie Welt „Mehr denn je auf der Hut gegen kommunistische Angriffe sein“— Zuversicht des Präsi denten, Koren-Aufgaben meistern zu können Washington.(Funkber.) In einer Rundfunkbotschaft erklärte Präsident Truman seine große Chance gehabt, es gelang ihm #t“ 7. Die Fatsache, daß bammunistische Streitkräfte in Kores eingefallen aber nicht, sie auzunutzen.“ gestern abend:„Die Fatsache, daß kommunistische Streitkräfte in Kores eingefallen sind; stellt eine Warnung dar, daß ähnliche Angriffshandlungen in anderen Teilen der Welt erfolgen können. Die freien Völker müssen mehr denn je gegen solche Angriffe auf der Hut sein.“ Truman schilderte dann die Maßnahmen des Sicherheitsrates und sagte:„Die freien Völker haben es jetzt klargemacht, daß ungesetzlichen Angriffen mit Gewalt entgegenPohang.(dpalap) Amerikanische Truppen weil man mit etwaigen-Bootsangriffen getreten wird.“ Die freien Völker hätten die in Stärke von 5000 Mann sind im Hafen von rechnete. Ein amerikanischer Offizier Lehren aus der Zeit vor dem zweiten WeltEin Verstärkungs- und Entlastungsunternehmen an der Ostküsle Koreas „Unsere Stärke nimmt zu“ Truman verlas dann Stellen aus einem Bericht NicArthurs, den er erst„vor wenigen Stunden“ erhalten hatte. In diesem Bericht heißt es, daß die Amerikaner jetzt in Kores über eine sichere Basis verfügen.„Unsere aber nicht, sie auzunutzen.“ Zwanzigfache Uebermacht griff an Truman erinnerte daren, daß sich die amerikanischen Truppen in Korea zeitweilig einer zwanzigfachen Uebermacht gegenübergesehen hätten. Er sagte:„Die Aufgabe, der wir uns gegenüber sehen, ist nicht leicht, aber ich bin zuversichtlich, daß wir sie meistern werden“ Den größten Teil der Rundfunkbotschaft Pohang— etwa hundert Kilometer nördlich von Pusan— an der koreanischen Ostküste gelandet und rasch landeinwärts vorgestoßen Die Landungstruppen führten Artillerie und ein halbes Dutzend leichter Panzer mit TIatar dem Schutz van-ägarflungzeugen äußerte, daß die Sowietunion schätzungs- krieg begriffen, daß„Refriedung um jeden Stärke wird laufend zunehmen, während die bildete eine Zusammenfassung der Vor228 ff,Banta in%am Blair nuer ui auaitaren Angriffen uund latsten, das Erindes ralatis ahnehman wird. Seine schläge, die der amerikr##—. weise ein Viertel ihrer 278.Boote in den Preis nur zu weileren Angrillen und letzten ostasiatischen Gewässern zusammengezogen Endes zum Kriege führt“. bebe. Pt ug giche A Herausforderung durch Kommunisten Die Landung in Pohang gibt den Ameri. Trumen wries denn Serauf hin dkanern neben Pusan einen weiteren Hafen„Truman wies dann darauf hin, daß die des Feindes relativ abnehmen wird. Seine Versorgungelinien sind unsicher. Er hat schläge, die der amerikanische Präsident in seiner Kongreßbotschaft gemacht hat. mit Unter dem Schutz von Trägerlugzeugen kanern neben Pusan einen weiteren Fialen„ichumeg iss, dann. derauf Hin, ot#ie und Schilfsarillerie wurde das Landungs- für die Ausschlftlung von Truppen und Mate, wichtigste Unterstützung für die Südkoresunternehmen ohne jede feindliche Gegen- rial. Gleichzeitig wird die 24. amerikanische ner und sfür die wehr planmäßig durchgeführt. Mit Aus- Division, die dem nordkoreanischen Druck ten Nationen, den Frieden nahme von Partisanen war das ganze Ge- im Raum von Taeion verbissenen Wider- len, von den Vereinigten Staaten geleistet Chinesischer Einfall in Tibet? Kommunisten besetzten tibetanische Grenz stadt— Einmarsch auch in Nordtibet lände im Umkreis von 60 Kllometern frei stand leistet, durch das Landungsunternehvon nordkoreanischen Truppen. Nur kurze Vorbereitung der Landung Britische Kriegsschiffe, die der siebenten amerikanischen Flotte unterstellt sind, nahmen an den Landungsunternehmen teil. Der amerikanische Belehlshaber in Pohang erklärte einem Pressekorrespondenten, man wolle mit dieser Landung den strategisch wichtigen Hafen vor dem Zagriff der Nordkoreaner schützen. Die ganze Operation sei innerhalb von zehn Tagen vorbereitet und durchgeführt worden. Während der Ueberfahrt befand sich der amerikanische Geleitwerden gel. „Wir haben das getau, well wir wissen, daß hier unsere nationale Sicherheit und der Friede der Welt auf dem Spiele stehen. Die kommunistischen Führer haben gezeigt. men entlastet. Versteifter Widerstand im Raum Taejon Trotz heftigen Druckes der nordkoreanl. Pie vommunistischen Führer achen Truppen und vterheh., Trugpeneuer#ß eie die moralischen Grundaitse, auf halten sich die amerikanischen Truppen um V.„. gfstanen aufnohent Tacion, etwa 15 Kllometer züdlich des Kum, denen die Vereinten Nationen aufgebaut Flusses, die Stadt Taeion selbst, deren Räu- sind, mißachten. Ihr Vorgehen ist eine mung gestern gemeldet wurde, lag in den direkte Herausforderung für die BemühunVormittagsstunden unter heftigem Artillerie; gen der freien Völker, eine Welt aufzufeuer. Die nordkoreanischen Truppen sollen bauen, in der die Menschen in Freiheit und jedoch Iri, 40 Kilometer südwestlich von Frieden leben können. Diese HerausfordeTacjon, eingenemmen haben. An diesem rung erfolgte unzweideutig. Wir müssen ihr zug ständig in erhöhter Alarmbereitschaft, Abschnitt kämpfen südkoreanische Truppen, unzweidentig begegnen.“ Kalkutia.(Funkber.) Streitkräfte der chinesischen Volksrepublik sollen die tibetsnische Grenze überschritten und die Provinzstadt Kandschl im Gebiet von Thafido tausend Kilometer nordöstlich von Lhasse besetst haben. Die kommunistischen Streitkräfte ferner, wie aus einem Bericht der in Kalkutta erscheinenden englischen Zeitung „Amrite Bazar Patrika“ hervorgeht, in Massen in Nordtibet eingefallen sein. Amtliche Stellen in Kalkutta haben keine Kenntnis von diesen Truppenbewegungen. Einheitliche Luftverteidigung London.(Funkber.) Der britische Verteidigungeminister Shinwell gab bekannt, daß binettssitzung bekannt. für Nordwesteuropa ein einheitliches System der Luftverteidigung aufgebaut worden ist. Es umfaßt die Luftkontrolldienste und Jägerverbände Großbritanniens, Frankreichs, Belgiens und Hollands. Die norwegischen und dänischen Luftstreitkräftte sind ein zusätzlicher Teil der Luftverteidigung des Gesamtgebiets. Neue Maßnahmen der Türkei Ankara.(dpa) Die Türkei wird„neue Maßnehmen“ zur Reorganisation und Stärkung ihrer Streitkräfte durchführen, gab Ministerpräsident Adnan Menderes nach einer Ka DONNERSTAG GENERAL-ANZEIGBR 20. Juli 1950 „„ J e i g e r für Sonn und Umgegend Niesdenteche Ballung Für jeden Notfall he. Die zehn Milliarden Dollar, die Truman gestern für Rüstungszwecke forderte, sind zunächst einmal ein Eingeständnis, daß sich die bisherige militärische Stärke der Vereinigten Staaten als mangelhaft erwiesen hat. Der koreanische Krieg brachte dies zutage, und zwar in einem Ausmaß, daß nicht nur für die Amerikaner überraschend und beunruhigend war. Nordkorea ist der kleinste Satellitenstaat der Sowjetunion, und die Amerikaner sind nun in der vierten Woche damit beschäftigt, geinen Angriff aufzuhalten. Das Beispiel Korea ist also für die Erdteile, die sich bisher im Schatten der amerikanischen Hilfe sicher fühlten, nicht sehr ermutigend. Truman will diesen Zustand der Unsicherheit nun beenden, und der Betrag, den er fordert, drückt die Ernsthaftigkeit seiner„Mobilmachung“ unmißverständlich eus. Zehn Milliarden Dollar bedeuten das achtfache der Summe, die jährlich für die gesamte Waffenhilfe an Westeuropa ausgeworfen wird und sie verdoppeln fast den Jahresetat der amerikanischen Landesverleidigung. Um sich von den zusätzlich geforderten zehn Milliarden Dollar ein Bild zu machen, sei daran erinnert, daß die deutsche Aufrüstung von 1933 bis 1938 rund hundert Milliarden Reichsmark verschlungen hat: Trumans Forderung erreicht unter Berücksichtigung der Preisveränderungen fast die Hälfte dieser Summe. Trumans umfassendes Programm, das er gestern dem Kongreß zur Billigung vorlegte. weist in zwei Richtungen. Die eine gilt der Sicherstellung von Waffen und Truppen für den koreanischen Krieg, die andere berücksichtigt mögliche Angriffe in anderen spannungsgeladenen Gegenden, also etwa in Westeuropa. Diese beiden Blickrichtungen sind um so mehr erforderlich, als sich die Vereinigten Staaten inzwischen verpflichtet haben, gegen jeden Ueberfall auf ein unabhängiges Land bewaffnet anzutreten. Eine solche Verpflichtung erfordert nicht nur Gleichheit, sie setzt eine Ueberlegenheit voraus, weil der eigentliche Gegner, die Sowjetunion, von den Spannungsfeldern dieser Erde nicht durch lange Nachschubwege getrennt ist wie Amerika. Truman will die amerikanische Rüstung also auf einen Stand bringen, der für jeden Notfall genügt. Er mutet dem amerikanischen Volk dabei Opfer zu. Reservisten wurden gestern erstmals einberufen, neue Steuern sind In Aussicht, zivile Angelegenheiten wie der Wohnungsbau müssen hinter militärischen Aufgaben zurücktreten, und es wird eine Rationierung ohne Karten stattfinden. Es handelt sich um eine große Mobilisierung von Menschen und Nlaterial, wie sie in dem Umfang zum letzten Afal kurz vor dem Kriegseintritt der Amerikaner im Herbst 1941 durchgeführt wurde. Die Stimmung in den Vereinigten Staaten läßt solche Maßnahmen zu. Korea war ein kleines Pearl Harbour, und gerade die amerikanischen Mißerfolge wirken nun als Ansporn, den Schwächezustand zu überwinden. Natürlich wird das Wettrüsten zwischen den Vereinigten Staaten und dem roten Machtblock nun noch schärfer. Man darf dabei die abschreckende Wirkung nicht vergessen, die Truman gleichzeitig beabsichtigt, indem er den ungeheuren Industriemotor der USA geräuschvoll ankurbelt, warnt er die Abenteurer in aller Welt. Die ausschlaggebende Rolle der amerikanischen Rüstungsindustrie im letzten Kriege ist noch allgemein in Erinnerung, wohl such in Moskau. Es ist deshalb zu hoffen, daß sich eines Tages auch die Kommunisten die Forderung der Vereinten Nationen aneignen, in deren Dienst Amerika in Südkorea kämpft, daß nämlich politische Meinungsverschiedenheiten niemals mit Gewalt, sondern nur in freier Uebereinkunft entschieden werden dürfen. Einem Beschluß des französischen Ministerrats zu folge hat der französische Aviso„La Grandiere“ Kurs auf die koreanischen Gewässer genommen. Keine Erhöhung der Zinssätze Bonn.(ap) Maßnahmen zur Stärkung und Beruhigung des Kapitalmarktes kündigte Bundesfinanzminister Schäffer am Mittwoch auf einer Pressekenferenz an. In Besprechungen zwischen Regierung und Zentralbankrat sei man zu der Auffassung gelangt, daß kein Grund vorläge, etwas an dem gegenwärtigen System der Zinssätze zu ändern. Er hoffe, daß diese Erklärung zur Beruhigung der Sparer beitrage. Um die Arbeitslosigkeit völlig zu beseitigen, mußten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür seien Investitionen von rund 30 Milliarden DMI notwendig. Durch eine Erhöhung der Zinssätze würde dieses Ziel nach Ansicht des Ministers schwerer erreicht werden als bisher. Prag bei der UNO verklagt dpa Wetzlar. Der sudetendeutsche Kaufmann Siegmund Böhm hat jetzt bei der UNO eine Schadenersatzklage gegen cie Tschechoslowakei wegen Verlustes seines Eigentums im Werte von 78000 Mark angestrengt, das er 1946 bei seiner Ausweisung aus dem Sudetenland zurücklassen mußte. CDU schlägt wieder Arnold vor Koalition noch unentschieden— Ministerpräsident wird in acht Tagen gewählt Bund greift in die Länderkassen Schüllers Plan zur Brotpreis-Stabilisierung- Zustimmung des Bundesrats erforderlich tretern der Bücker und Müller verhandelt, Diess Verhandlungen zielen auf eine Reduzierung der Backspannen u. sonstigen„überkommenen Vorrechte“(Schäffer) ab. Die Regierung wird unter allen Umständen auf eine „Abschaffung der bisherigen Kontingente, Verdienstspannen und ähnliche Rechte“ der Bäcker und Müller hinarbeiten, statt die Bretpreise auf eine ungerechtfertigte Höhe steigen zu lassen. Das Kabinett spricht(nach Schäffer) diesen Vorrechten die Daseinsberechtigung ab. Es ist überzeugt, daß die Beseitigung z. B. der Mühlenkontingente die Lieferung von gutem und billigem Brot sichert. Die Fortsetzung der bisherigen Subventionspolitik würde bis zum Juni 1952 648 Millionen DM kosten, eine Summe, die die Regierung nicht hat, und die sie, wenn sie sie hätte, sofort zur Erhöhung der Bundesvorräte an Lebensmitteln einsetzen würde. Die für Mittwoch erwartete Regierungserklärung über den Brotpreis wird in der Preitagsitzung des Bundestages abgegeben werden, teilte das Sekretariat des Bundestagspräsidenten mit. T. Bonn.(Big. Ber.) Die Tag- und Nachtgespräche in Bonn zur Lösung der Brotpreiskrise haben zu einem Schäfferschen Finanzierungsplan zugunsten eines preisbegünstigten Konsum- bzw. Einheitsbrotes geführt. Der Plan sieht unter Bezuqnahme auf Artikel 106, Absatz 3 des Grundgesetses die Einschaltung der Ländereinnahmen in die „hinreichende Subventionierung“ vor. Nach diesem Artikel kann die Regierung einen Teil der Einkommen- und Körperschaftssteuer(die den Ländern zufließen) in Anspruch nehmen, wenn ihre Einkünfte für gewisse Zuschüsse nicht ausreichen. Der Bundesrat muß seine Zustimmung hierzu geben. Der Weg zum preisstabllen Konsumbrot Mit den so abgeschöpften Länder-Teileinnahmen will die Regierung das angekündigte preisstabile Konsumbrot sichern, während die verfeinerten Brotsorten vermutlich im Preis vorübergehend leicht anziehen werden. Am Mittwoch wurde in Bonn mit VerDüsseldorf.(Eig. Ber.) Die Landtagsfraktion der CDU hat nach langer Beratung am Mittwoch beschlossen, dem Landtag von Nordrhein-Westfalen die Wiederwahl des Ministerpräsidenten Arnold vorzuschlagen. Der Landtag wird wahrscheinlich Mitte der kommenden Woche die Wahl vornehmen. In politischen Kreisen rechnet man mit einer sicheren Mehrheit für Arnold. Die Koalltionsgespräche, die inzwischen von dem Fraktionsvorstand der CDU mit der FDP, der SPD und dem Zentrum fortgeführt werden, sind durch die Nominierung Arnolds noch nicht auf eine bestimmte Richtung festgelegt. Seit der Wahl haben die außenpolitischen Breignisse und die derzeitige innerpolitische Spannung die Unterhändler der Parteien beeinflußt, den Versuch einer augenscheinlich großen Koalition zu unternehmen. Der stellvertretende Landtagsvorsitzende und Mitglied des SPD-Fraktionsvorstandes, Alfred Dobbert, erklärte, er sei autorisiert mitzuteilen, daß die SPD-Fraktion den Beschluß der CDU-Fraktion, dem Landtag die Wahl Karl Arno'ds zum Ministerpräsidenten vorzuschlagen, begrüßt. Weitere Stellungnahme zur Wahl Arnolds lehnte Dobbert ab. Die CDU verlangt in der künftigen Regierung nicht nur den Posten des Ministerpräsidenten, sie will unter anderem auch den Innenminister und den Kultusminister stellen. Der bisherige Innenminister Menzel (SPD) dürfte daher auch im Falle einer großen Koalltion dem Kabinett nicht wieder angehören. Die Zusammenlegung von Ministerien wird bei den Koalitionsverhandlungen auch eine gewisse Rolle spielen. Warnung der Hausbesitzer Düsseldorf.(dpa) Der Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer warnte vor„jeglichem Radikalismus und vor einem politischen Mißbrauch des Lastenausgleichs“. Unter allen Umständen müßten beim Lastenausgleich die Vermögensverluste angerechnet werden, die das Grundeigentum durch den Krieg erlitten hat. Soweit die Erträgnisse der Altersversorgung des Eigentümere dienen, seien sie von der Abgabe freizustellen. Kleine Vermögen müßten geschont werden. Der Hausbesitz sei die leistungsschwächste Vermögensgruppe. Die Finanzierung für die dringendsten Reparaturen hätte bereits aus der Substanz des Hausbesitzes eine erhebliche Vorleistung auf den Lastenausgleich erbracht Feststellungsklage erhoben Düsseldorf.(dpa) Ein Bäckermeister und ein Brotfabrikant wollen beim Verwaltungsgericht in Düsseldorf durch eine Feststellungsklage ermitteln, ob nach Ablauf der Brot-, Mehl- und Getreidepreisverordnung am 30. Juni dieses Jahres die festgesetzten Preise noch gültig sind. Ablehnung durch Koblenzer Regierung Koblenz.(Funkber.) Die rheinpfälzische Landesregierung in Koblenz hat sich entschieden gegen die vom Bäcker-Innungsverband des Landes veröffentlichten erhöhten Preise für Brot und andere Backwaren gewandt. Die Landesregierung habe diese Preiserhöhungen nicht genehmigt. Investitionsprogramm wird gekürzt .2 Milliarden und 300 Millionen DM aus Gegenwertsmitteln im Jahre 1930/51 T. Bonn.(Eig. Ber.) Das Investilionsprogramm der Bundesreglerung für das nach einem ursprünglichen Plan im Jahre 1950/51 .8 Milliarden DMI aus Gegenwertmitteln vorgesehen waren, muß auf Grund einer Aussprache mit der amerikanischen ECAMission auf..2 Milliarden DMf gekürzt werden. Daneben sollen jedoch 300 Millionen DM's Reserve zur Verfügung stehen, so daß eine Kürzung der Gegenwertmittel auf.5 Millionen DAf eintritt. In einer Besprechung, an der auf deutscher Seite u. a. Vizekanzler Blücher und Finanzminister Schäffer, auf amerikanischer Seite der Chef der ECA-Mission in Deutsch. lend. Mr. Hanes, mit seinen maßgeblichen Afitarbeitern sowie einem Vertreter des amerikanischen Außenministeriums teilnahmen, machten die Amerikaner für das.2Milliarden-Programm besondere Vorschläge, die eine Konzentration auf einige Schwerpunktprogramme bedeuten. 15 Todesurteile in Köpenick Urteil im Prozeß wegen der„Köpenicker Blutwoche“ vor dem Ostberllner Landgericht Berlin.(ap) Im Prozeß gegen 56 ehemalige SA-Führer vor dem Ostberliner Landgericht wurden am Mittwochvormittag 15 Todesurteile(10 davon in Abwesenheit) gefällt und 13 Angeklagte(davon sind sechs flüchtig) zu lebenslänglichen Zuchthausstrafen verurteilt. Die übrigen 56 Angeklagten erhielten Zuchthausstrafen zwischen fünf und 20 Jahren. Von ihnen sind 24 flüchtig. In dem Prozeß, der sich über 26 Verhandlungstage erstreckte und zu dem mehr als 300 Zeugen erschienen, waren sämtliche Angeklagten beschuldigt worden, im Juni 1933 in Köpenick eine Blutwoche gegen AntiNazis durchgeführt zu haben, in deren Verlauf nicht weniger als 91 politische Morde und eine Unzahl von Mißhandlungen von den Angeklagten begangen worden seien. Der größte Teil der Angeklagten nahm die Urteile teilnahmslos auf, nur einige zeigten stärke Erregung. Das Publikum verhielt sich während der Urteilsverkündung ruhig. Ostzonen-Staatsanwalt floh K. Berlin.(Eig. Ber.) Der sowjetzonale Staatsanwalt Perscheid, der in dem bevorstehenden Prozeß gegen den nach dem Westen geflohenen thüringischen Finanzminister Moog(LDP) die Anklage vertreten sollte, ist vor zwei Tagen mit dem gesamten Aktenmaterial nach Westberlin geflüchtet, Wie Perscheid erklärte, habe er alle Anweisungen für diesen Prozeß nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von der steatlichen Kontrollkommission und vom SEDZentralsekretariat bekommen, das gleichzeitig für Moog auch die Höchststrafe befahl. Sechs Mitangeklagte befinden sich gegenwärtig im Zuchthaus von Gräfentanna. Zur Erörterung deutscher Gegenargumente wurde ein gemeinsamer Sachverständigenausschuß gebildet, der sofort seine Arbeit aufnehmen soll. Die amerikanischen ECAVertreter haben im übrigen darauf hingewiesen, daß die Freigabe der Gegenwerte die Durchführung eines zusätzlichen Wirtschaftsförderungs-Programms voraussetzte. Personalkosten der Länder Mainz.(dpa) Die Personalkosten der Länin der Bundesrepublik beliefen sich nach einer Mitteilung des Bundes der Steuerzahler im vergangenen Haushaltsjahr auf rund 2,6 Milliarden DMI. Die PersonalKosten aller Länder des ehemaligen Deutschen Reiches im Fiskaljahr 1931/32 betrugen dagegen nur etwa.7 Milliarden RMI Dabei ist das reale Volkseinkommen 1932 je Kopf der Bevöikerung höher gewesen als jetzt. Parlament und Rechtsprechung T. Bonn.(Eig. Ber.) Grundsätze für die Stellungnahme zu richterlichen Entscheidungen des Bundestages hat der Ausschuß zum Schutze der Verfassung erstmalig ausgearbeitet und dabei festgestellt, daß das Parlament nicht darauf verzichten könne, unter Umständen zu einer richterlichen Entscheidung Stellung zu nehmen. Eine solche Entscheidung bedeute keinen Eingriff in die sachliche und persönliche Unabhängigkeit der Richter. Bei einem schwebenden Verfahren sei Notwendigkeit und Form der Stellungnahmen mit besonderer Sorgfalt zu prüsen. Dabei dürfe die Stellungnahme nicht eine Entscheidung bestimmten Inhaltes als die allein richtige bezeichnen, da sonst der Eindruck der Vorweqnahme einer Entscheidung gegeben werde. Falls eine Fraktion des Parlaments glaube, es bestehe Anlaß, zu einer richterlichen Entscheidung Stellung zu nehmen, solle zunächst die Ueberprüfung durch einen Ausschuß ohne mündliche Begründung und ohne Aussprache beantragt werden. Kurz- aber wichtig Bundespostminister Schuberth stattete Berlin seinen ersten offiziellen Besuch ab. McCloy ermahnte die deutsche Jugend, tolerant zu sein und sich in der Rücksicht auf ihre Umgebung zu üben. Dr. Schumacher und sein Stellvertreter Ollenhauer besprachen mit dem britischen Hohen Kommissar Fragen der ektuellen Politik Der DGß protestierte gegen Aeußerungen des Bundeswirtschaftsministers in dessen Münchener Rede. Die Bautätigkeit hat nach amtlichen Mitteilungen den Jahresdurchschnitt von 1936 überschritten. Dieselöl wird voraussichtlich am 1. September aus der Bewirtschaftung freigegeben. In Helmstedt trafen 21 Deutsche ein, die in Polen Strafen als Kriegsverbrecher abgebüßt haben. Im Juni sind unter 417 Heimkehrern im Lager Friedland 169 aus der Sowjetunion eingetroffen. Markgraf, der ehemalige Berliner Polizeipräsident, der seit fast einem Jahr verschwunden ist, scheint in Warschau zu sein. Berliner Bekannte von ihm erhielten eine Postkarte mit dem Poststempel Warschau vom 1. Mai 50. Rotchinesische Truppen haben die PishanInseln, etwa dreihundertzwanzig Kilometer nordwestlich von Formosa, eingenommen, meldet Radio Peking. Amerika wird von der Atombombe Gebrauch machen, wenn dadurch eine weltweite Aggression zum Stehen gebracht werden kann, sagte der demokratische USASenator Johnson in einer Rundfunkansprache. Das Repräsentantenhaus der USA billigte gestern die Ermächtigungsvorlage für das zweite Jahr des Wallenhilfe-Programms in Höhe von.222.500 000 Dollar. Eine Dakota-Maschine ist über dem westafrikanischen Busch beim Flug von Nova Lisbos nach Lobito abgestürzt. Sämtliche sechs Fluggäste und die beiden Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Wyschinski, der sowjetische Außenminister, der sich seit zwei Monaten zur Erholung in Karlsbad aufhielt, hat seinen Urlaub plötzlich abgebrochen und die Stadt mit unbekanntem Ziel verlassen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung des Bankiers Baron von Schröder haben gegen das gegen ihn vom Bielefelder Spruchgericht ergangehe Urteil(60000 DMI Geldstrafe) Revision eingelegt Zwischen dem Sowjetzonenrundfunk und dem polnischen Rundfunk ist ein Abkommen über den gegenseitigen Programm- und Personalaustausch getroffen worden. Gestern wurde gesagt... „Um an keiner Stelle irgendeinen Zweifel bezüglich unserer Haltung gegenüber Formosa aufkommen zu lassen, möchte ich leststellen, daß die Vereinigten Staaten keinerlei irgendwie geartete territoriale Absichten auf die Insel haben. Wir streben auch keinerlei besondere Position oder Vorrechte auf Formosa an. Die gegenwärtige militärische Neutralisierung Formosas bedeutet keinerlei Vorentscheidung zu den politischen Fragen, die sich auf diese Insel beziehen. Wir wünschen, daß Formosa nicht in Feindsellgkeiten verwickelt wird, die den Frieden des Stillen Ozeans stören, Wir wünschen, daß alle Formosa berührenden Fragen durch friedliche Mittel, wie sie in der UNO-Charta vorgesehen sind, beigelegt werden. Wenn der Friede wiederhergestellt ist, kann auch die komplizierteste politische Frage einer Lösung nähergebracht werden. Angesichte einer brutalen und unprovozierten Aggression müssen jedoch einige dieser Fragen im Interesse der Sicherheit aller in der Schwebe gehalten werden.“(Präsident Truman in seiner Botschaft an den Kongreß). nach dpa. leo u Druck Bonnei Zeitungsdruckeres e Verlage. stelt H Neusse: K0 Sonn Behnhofet 12. Bul 3831 52 Roan und Neuwied eltedestion Gdmund eis veientwortlich für Polilik: in Reich. Loke#ee Or Wilhelm Kümpel: Sport Umgegend Hans Allendort. Feuilleion und ellgeine: Tell Hurmenn Josel Kreemet; elle in Bonn. Anreiden Heinrich Siebbere Bonn dektion Bonn Krunprinsenstrebe 11 Rur JuS3. Pe 24) Kriminalroman von Samuel W. Taylor Copyright by Nest- Verlag. Frankfn: Er sah mit einem Schlage, daß sich daraus ne große Sache machen ließ. Eine ganz große Sache. Der einzige Fehler war, daß deine Identität unantasibar war, da du beim Militär warst. Rand begriff: es mußte zwei Burschen mit dem gleichen Gesicht und dem gleichen Namen in der Armee geben, wenn er das wettmachen wollte. Es machte ihn zum Patrioten. Er stellte sich freiwillig, unter deinem Namen. „Er hatte natürlich an einen schnellen Coup gedacht. Aber beim Kommiß wurde er herumgehetzt. Wie das so qeht beim Kommiß. Kennst du ja. Und dich trieb es auch herum. Du gingst nach Uebersee und der Plan war ins Wasser gefallen, Ich weiß nicht einmel mehr, was für einen Plan er damals hatte. Rand sagte wenig darüber, weil ein Mann nicht gerne von Sachen spricht, die schiefgegangen sind. „Nicht mit Gold zu bezahlen— so ein Charekter“, sagte ich. „Damals traf er die kleine Alexandef, die Tochter von dem Bankkassierer. Er wickelte sie ein. Wenn er nur irgendwie Zeit hatte, tauchte er in Los Angeles auf. Aber in Offiziersuniform, mit dem Uebersee-Abzeichen, unter seinem eigenen Namen— falls er wirklich Rand beißt. Süppvisiten— heimliche Flüge von Uebersee. Die Geheimniskrämerei nahm überhand im Kriege. Also: in geheimer Mission. Sie konnte ihm nicht schreiben und bekam auch keine Post von ihm. Er kriegte sie rum— sozusagen mit Pauken und Trompeten, und nach dem Kriege bekam er durch ihren Vater die Stellung bei der Bank. Und damals setzte er sich mit mir in Verbindung. Das Ganze war ein Kinderspiel. Alle guten Sachen sind einfach. Und nachher brauchte er bloß still zu sitzen und auf den richtigen Augenblick zu warten. „Cora behauptete, sie hälle einen Vetter in Los Angeles— Herb Cotter“, sagte ich. „War das Rand?“ „Natürlich. Es war der Vorwand, wenn Buster oder sie mai nac Los Angeles fahren mußten.“ „Und wie gerieten Curly und seine Schwester hinein?“ „Curly und Dolly? Na, ich dachte, du hättest mit ihnen gesprochen! Curly kannte Rand vom Militär und traf ihn zufällig in Los Angeles— unter einem anderen Namen und als Bankangestellten. Curly machte sich eine gute Rente daraus. Rand zahlte ihm monatlich eine kleine Summe— allerdings kriegte er das Geld durch Curlys Schwester wieder! Er ist sein Geld wert, der Junge!“ „Ich versteh immer noch nicht— warum hast du nicht die Polizei auf mich losgelassen, als du wußtest, daß ich in Marys Wohnung war?“ „Macht dir des immer noch Koptzerbrechen?“ Bill schenkste sich wieder ein. Er vergaß, mir elich ein Glas anzubieten. Na, denn will ich dir's sagen, Chick. Wir hatten es auf Mittwochabend festgelegt. Du gingst in dein Haus und fandest Rand dort vor. Du wurdest wütend, und er heizte den Hund auf dich. Dann rief er die Polizei. Der Polizist schleifte dich auch talsächlich wieder ins Haus, und Rand brachte alle Beweise bei, daß er Graham war und du jemand anderer,— und das war für die Polizei die wichtigste Feststellung. Der Polyp hatte jetzt sogar deine Fingerabdrücke in seinem Notizbuch! „Als nächser Akt der Vorstellung, sollte der Polizist dich auf die Pollzeiwache bringen. In drei Minuten hätten sie dort festgestellt, daß du Albert Rand warst, der Bankräuber aus Los Angeles. Aber weißt du, Chick— um das festzustellen, brauchten sie dich nicht unbedingt lebendig. Sie konnten es auch an deinen Fingerspitzen sehen. Und wir wollten nicht, daß du dem Polizisten allzuviel erzähltest und ihm alle möglichen Raupen in den Kopf setztest. Wir wollten auch nicht, daß du ins Gefängnis kämst. Wir wollten nicht, daß du verhört wurdest. „Die schnellste und sauberste Möglichkeit war einfach die, nachzuweisen, daß du nicht Charles Graham warst. Das hatte der Polizist schon in deinem Hause getan. Nachdem es festgestellt war, mußten wir dich loswerden,— je schneller, desto besser. Also wartete ich die ganze Nacht vor der Polizeiwache, Chick, Ich mit Tiger. Ich sollte gerade zufällig vorbeikommen, wenn der Polizist dich in die Wache brachte. Und dann sollte etwas mit Tiger passieren. Ein trauriger Unfall. Einfach schrecklich, Chick! Ein Hund wie Tiger! Ein Hund für kleine Kinder! Der bestartige Hund der Welt! Und plötzlich war er toll geworden. Schrecklich, schrecklich! Ich hatte sogar den Revolver mit, um meinen Hund niederzuschießen, wenn er tol! wurde. Denn er hatte dich angesprungen, und ich war nicht imsfande, ihn zurückzureißen. Natürlich hätte ich ein paarmal daneben geschossen und den Hund nicht getroffen, aber dafür dich, um sicher zu gehen. So ein sanfter Hund. Ein Hund für Kinder! Daß der toll werden mußte „Verdammt noch mal— um Haaresbreite!“ sagte ich, und dachte daran, wie ich den Polizisten mit dem roten Gesicht überredet hatte, mich laufenzulassen... „Du hast vielleicht Dusel gehabt“, geb Bill zu. Er legte einen kaum merklichen Nachdruck auf das Wort„gehabt“.„Aber ich sozusagen auch. Hätte alles geklappt, so wäre ich meinen Tiger losgewesen. Und ich hasse es, einen guten Hund herzugeben!“ „Eine schlichte Frage der zweierlei Werte“, sagte ich. „Und diesmal wird's nicht viel anders gehen“, sagte er.„Rand wird schon was Feines ausbrüten. Er ist ein heller Junge. Etwas Schnelles, Sauberes.. Na, willst du mir jetzt erzählen wo Mary Davis und ihr Bruder abgeblieben eind?“ „Das wirst du nicht aus mir herausbekommen, Bill!“ „Doch, Chick, doch— wir kriegen's schon herausl ich hoffe, du ersparst mir die Mühe, es mit Gewalt zu tun! Du bist doch ger kein übler Kerl! Warum bist du nicht klug?“ „Und woher wißt ihr, daß sie weggefahren sind?“ „Sie haben bei ihrer Arbeitsstelle angerufen und gesagt, daß sie auf ein paar Tage wegmüssen. Das haben wir festgestellt.“ „Du Narr, du idlotischer!“ rief ich,„du erzählst mir in einem fort, wie schlau Rand ist, Denkst du wirklich, er ist so dumm und gibt dir auch nur einen Cent? Wenn die Zeit kommt, rechnet er mit dir genau so ab wie mit Curly und Dolly! Oder wie er Buster mit Alicia Alexander hat abrechnen lassen!“ „Das dürfte ihm nicht gut bekommen“, knurrte Bill. Dann kniff er ein Auge zu: „Woher weißt du denn, daß Buster dies Geschäft besorgt hat?“ „Wer denn sonst? Du hast in dieser Nacht Marye Wohnung bewacht, und Rand konnte es nicht riskieren. Er mußte zu Hause sein und Charles Graham spielen.“ „Du bist schlau, zum Kuckuck, Chick, Zu schlau, als Gaß du mich morgen früh dazu zwingen wirst, erst massiv zu werden!“ „Warum habt ihr den Tod des Mädchens nicht einfach wie einen Unfall erscheinen lassen? Was hattet ihr vor— mit meinem Rasierzeug und meiner Taschenlampe im Wagen? Wozu?“ „Na, Chick, ich erzähl dir doch immerzu, daß Rand ein durchtriebener Kunde ist. Bei Mord kommt man nicht so leicht mit einem blauen Auge davon. Wenn man den Trick mit dem Unfall versucht— sicher kommt dann so ein idlotischer Polizist und findet ne Kleinigkeit, die man übersehen hat. Da ist es sch'auer, man läßt es von Anfang an gleich wie Mord aussehen— wie einen Mord den jemand versucht hat, als Unfall zu frisieren! Man muß die Dinge vorbereiten, die die Polizei entdecken solll Das Rasierzeug und die Taschenlampe— das waren Beweise für die Polizei, Chick! Sie haben es sofort dir zugeschoben. Rand ist gerissen. Und was meinst du, wenn wir jetzt schlafen gehen?“ ZWANZIGSTES KAPITEL Es befanden sich zwei Schlafzimmer in Meadows Haus, durch den Korridor verbunden. Die Tür des Badezimmers ging auf den Korridor, und direkt gegenüber davon war die Küchentür, Ich bekam das Schlafzimmer hinton hinaus. Die Fenster standen offen, und es war dicht über der Erde. Nur ein Schritt. Mit dem Dobermann zu meinen Füßen zog ich es vor, diesen Schritt nicht zu machen. Im Schlafzimmer wartete ich auf der Bettkante sitzend ungefähr eine Stunde. Es war schwer, mich ganz still zu verhalten. Ich hatte auch keine Zigarette mehr. Der Hund Fortsetzung folgt DONNERSTAG GENERAL-ANZEIGER 20. Juli 1930 „Kampf um den gerechten Landlohn“ Landarbeiter arbeitet für„Kulllohn“— sagte Freiherr von Oer im Industrie-Club Düsseldorf.(Inw) Das Vorstandsmitglied das deutschen Bauernverbandes. Anton Freiherr von Oer, erklärte in einem Vortrag vor Industriellen im Düsseldorter Industrie-Club, das Landvolk sei heute„angetreten zum Kampf um den gerechten Landlohn“. Aus Westdeutschland Im Düsseldorfer Pernsprechbuch ist jetzt die Stadt Leverkusen zu finden. Um die Aufnahme Leyerkusens in das Kölner oder in des Düsseldorfer Telefonbuch war seinerzeit ein interessanter Konflikt entstanden. Im Düsseldorter Fälscherprozeß, in den 18 Personen wegen Fälschung von Lebensmittel-, Benzin- und Bezugscheinmarken verwiekelt sind, wurde der Hauptangeklagte zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem wurden Geldstrafen bis 10000 DM ausgesprochen. Neben zahlreichen höheren Regierungsvertretern des Bundes und Landes nahm auch der Präsident des Internationalen Jugendherbergswerks, Mr. John Catchpool, an den Feierlichkeiten teil. Im Namen der Bundesregierung gab Staatssekretär Ritter von Lex dem Wunsche Ausdruck, daß das deutsche Jugendherbergswerk bald wieder in alter Größe erstehen möge. Die Bundesregierung werde mit allen Kräften bemüht sein, die berechtigten Wünsche der Jugend zu erfüllen. Zurzeit sei man damit beschäftigt, ein Bundesjugendwerk auszuarbeiten, durch das der Einbau der jungen Generation in das politische Leben garantiert werde. Am Abend trafen sich Teilnehmer und Gäste zu einem großen Volkstanzlest auf Die holländischen Paßstellen können nämlich zum Besuch kultureller Veranstaltungen in Deutschland nur Grenzausweise ausstellen, wenn eine Einladung der betreflenden deutschen Stellen vorliegt. Die„Limburgse Operavereinigung“ wird während der Festspiele auf der Freilichtbühne des Monschauer Burghofes Webers„Freischütz“ aufführen und außerdem der holländische Knabenchor„Leender Choralen“ bei den Festspielen mitwirken. Das Programm der Monschauer Festspiele, die in diesem Jahre erstmalig einen internationalen Charakter haben, verspricht weiterhin die Mitwirkung englischer, belgischer und französischer Pianisten und Sänger. Bei dem Eröffnungsfestakt in der Monschauer Stadthalle werden voraussichtlich Vertreter Englands, Hollands und Frankreichs sprechen. Eine Bach-Gedenkfeier des Düseldorfer Kammerorchesters wird die Festspiele einleiten. Für die vorgesehene Aufführeung des„Käthchen von Heilbronn“ und des„Grabmal des unbekannten Soldaten“ von Raynal wurden nemhafte Schauspieler engagiert. Die Regie führt Willi Rohde, Wuppertal. Die städtischen Bühnen Aachen werden unler Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Fritz Raabe die„Entführung aus dem Serail“ von Mozart als Freilichtaufführung bringen. Das städtische Orchester Auchen wird ein Symphoniekonzert spielen und unter Mitwirkung des Monschauer Gesangvereins Händels„Messias“ aufführen. Wie die Festspielleitung mittellt, wurde neuerdings auch eine Aufführung von Laverys„Monsiqnores große Stunde" durch das Aachener Zimmertheater in das Programm aufgenommen. Die Bundesbahn wird an allen Festspiellagen, auch an Wochentagen, Sonntagsrückfahrkarten bis zu einer Entfernung von 200 Kilometer ausgeben und gegebenenfalls Sonderomnibusse von Aachen nach Monschau einsetzen. 2500 in Brühl Bonn.(Inw) Die vom Kölner Regierungspräsidenten am 9. Juli in Brühl eröffnete Kunstausstellung hat nach einer Mittellung der Stadtverwaltung einen überraschend Eine Millionenanleihe erhält die Stadt Dortmund für den Bau von städtischen und Flüchtlingswohnugen. Aus Heimweh hat eine 15jährige Hausangestellte das Haus und die Scheune des Bauern, bei dem sie in Frohlinde arbeitete, angesteckt. Gegen das„wilde Baden“ hat die Kölner Regierung jetzt Maßnahmen ergriffen. Zigarettenpapier in riesigen Mengen war in einer Zigarettenpapierfabrik in Bergneustadt gestohlen worden. Vier Arbeiter wurden zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Ein Grabdenkmal soll zum Gedenken der Toten des Leverkusener Autobusunglücks am achten August, dem Jahrestag des Unglücks, in Leverkusen aufgestellt werden. dem festlich beleuchteten Ausstellungsgelände. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des Sonntags stand ein großes Bezirksjugendfest, auf dem der Kölner Regierungspräsident Dr. Warsch zu der Jugend der Welt sprach. Tödlicher Schluck Nehelm-Huesten.(Inw) Der vierjährige Junge Walter Kipp aus Neheim-Huesten trank aus einer Flasche einen Schluck Antiparasit. Unmittelbar danach starb das Kind. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Flasche war kurz vorher von dem Vater ausgepackt worden, guten Besuch aufzuweisen. In der ersten Woche wurden über 2500 Personen gezählt. der 1000. Besucher erhielt ein Mokkaservice. Am kommenden Sonntag wird der 5000. Besucher erwartet. Er wird mit einem Tecservice erfreut werden. Die Kunstausstellung in Schloß Augustusburg, das dem Bundespräsidenten für Repräsentationszwecke zur Verfügung steht, ist noch bis 6. August geöffnet und zeigt vorwiegend Werke von Künstlern, die in Brühl geboren sind. Ein wahres Eldorado für Schmuggler stellt das Grenzgebiet zwischen dem Bodensee und Schaffhausen dar, wo auch die deutsche Exklave Büsingen völlig von der Schweiz umgeben ist. Hier verläuft die Grenze mitten durch ein Ausflugslokal, und da dessen Aussichtsterrasse zur Schweiz. gehört, die Nach dem Tarif, sagte er, verdiene ein verheirateter Landarbeiter mit vier Kindern im Monat im Durchschnitt vier DM weniger als ein Arbeitsloser in gleichen Familienverhältnissen. Im Vergleich zu dem durchschnittlichen Industrielöhn von.20 -Mark liege der Durschnittstariflohn beim Landarbeiter bei 62 Pfg. Wenn es bei der deutschen Landwirtschaft noch keine wesentlichen Zwangsvollstrekkungen gegeben habe, so liege das daran, daß„die Landwirtschaft auf dem Rücken der Frauen, Töchter und Söhne der Bauern laste, die von morgens bis abends und werk- wie sonntags für ein„Kuli-Entgelt“ arbeiten. Der Lohn, den der Bauer seinen Familienmitgliedern für die Arbeit auf dem Feld und im Stall hätte zahlen können, liege Im Durchschnitt bei 15 bis 25 Pig. pro Stunde. Hier gebe es ein Reservoir von Menschen, die mit Kulilohn in Wirklichkeit die Aufrechterhaltung des Lebensstandards des Industriearbeiters subventionieren, Von Oer erklärte weiter, daß die Produktion in der deutschen Landwirtschaft in dem Maße zunahm, wie das Landvolk zahEs handelt sich um den 22jährigen Tischlergesellen Franz Lakeberg aus Oldenburg, der abends mit einem Komplizen schwer bewaffnet bei dem Fischindustriellen erschien und von diesem die Herausgabe von 8000 Merk verlangte. Da dieser nachweisen konnte, daß er soviel Geld nicht im Hause habe, drohte der Erpresser, das Grundstück in Brand zu stecken, wenn er nicht bis zum nächsten Tage das Geld bekäme. Die sofort verständigte Polizei stellte den Verbrecher in einer belebten Straße von Wilhelmshaven, jedoch gelang es diesem durch rücksichtslosen Gebrauch der Schußwaffe, sich seinen Verfolgern zu entziehen. Darauf erhielt die gesamte Polizei des Landes Oldenburg Alarmstufe zwei mit dem Erfolg, daß der gefährliche Gängster tags darauf in einem Kornfeld in der Nähe aber dafür keine Ausschankkonzession bewilligt hat, so dürfen die Spaziergänger den Rhein von dort bewundern, aber ihren Durst müssen sie schon„drinnen“ löschen. Auch wird ein Gutshof so von der Grenze zerschnitten, daß die Wirtschaftsgebäude auf schweizerischem Territorium liegen; der arme Besitzer wird nun sogleich von zwei verschiedenen Finanzämtern aufs Korn genommen! Man kann in der Exklave zum halben Preis Benzin tanken oder zollfreie Rauchwaren in„blauen Dunst“ verwandeln, aber wenn man mit dem Wagen dieses Idyll verläßt, so wird der Fahrer schon an der Bundesgrenze sehnsüchtig von einem Zollbeamten mit Meßstab erwartet, der damit die Spritmenge im Tank genau prüft und auch sonst sehr besorgt ist, daß man sich etwas mit anderen flüssigen oder festen Gegenständen„übernommen“ haben könnte. Das sind so einige der direkten Annehmlichkeiten für die Grenzbewohner, aber über die indirekten spricht man dort nicht gern, und daher sollen sie hier auch nicht verraten werden. lenmäßig abgenommen habe. In Westdeutschland würden heute 18.4 Prozent der Bevölkerung„auf dem Land und vom Land“ leben. Vor dem ersten Weltkrieg seien es 39 Prozent gewesen. Inzwischen habe die Landflucht laufend zugenommen. Freiherr von Oer vertrat ferner den Standpunkt, daß die Brot- und Fettfrage sich besser lösen ließe, wenn sie außerhalb des Politischen zwischen den beteiligten Partnern verhandelt worden wäre. Als geeignetes Gremium nannte er den Bundeswirtschaftsrat, über dessen Bildung Unternehmer und Gewerkschaften einig geworden sind. Darin müßte allerdings die Landwirtschaft ihrer Bedeutung entsprechend stark vertreten sein. Nasenhaf gefangen dpa Cuxhaven. Der Cuxhavener Fischdampfer„Steckelhoern“ hat nördlich der Shetland-Inseln einen drei Meter langen Nasenhal— auch Schnabelhai genannt— gefangen. Das seltene Exemplar wurde am Montag zum Cuxhafener Seefischmarkt gebracht. von Rastede von der Polizei eingekreist werden konnte. Er gab auch hier“ wieder eine Anzahl Schüsse auf die Beamten ab, die aber zum Glück genau wie in Wilhelmshaven ihr Ziel verfehlten. Als er einsah, daß ein Entkommen nicht mehr möglich war, jagte er sich eine Kugel durch den Kopf. Er wurde schwer verletzt in das Landeskrankenhaus Hahn eingeliefert, wo er erblindet ist. Bei der benutzten Waffe handelt es sich um eine tschechische Armeepistole. Hilfe für Entbunkerung Köln.(Inw) Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat der Stadt Köln 900000 DMf in Aussicht gestellt, für die Wohnungen gebaut werden sollen, um die jetzt noch in Bunkern lebenden Menschen unterzubringen. Von diesem Betrag stehen 416 000 DMI sofort zur Verfügung. Der Rest soll bis Ende des Haushaltsjahres 1951 bereitgestellt werden. Der außerordentliche Landeszuschuß dient zum Bau von 324 Wohnungseinheiten. Regierungspräsident Dr. Warsch teilte Pressevertretern mit, daß damit die Hälfte der Entbunkerung in Köln geleistet werden könne. Um alle Menschen aus den Bunkern herauszuholen, sei rund eine weitere Million DM erforderlich. Er hoffe, diesen Betrag aus anderen Quellen außerhalb des Landes zu erhalten. In den Kölner Bunkern wohnen zur Zeit 1325 Personen, darunter 400 Kinder. Schnelle Strafe Duisburg.(Inw) Daß die gerechte Strafe oft auf dem Fuße folgt, mußte ein 25jähriger Dieb erfahren, der in Duisburg die Schaufensterscheiben eines Radiogeschäftes einschlug, um sich an den Auslagen zu bereichern. Durch herabfallende Glassplitter verletzte er sich so schwer, daß er auf dem Heimweg nach dem Diebstahl zusammenbrach. Mit der Beute im Arm fand ihn das alarmierte Ueberfallkommando in bewußtlosem Zustand auf der Straße liegend. Nachdem man ihm im Krenkenhaus einen Notverband angelegt hatte. wurde er in das Polizeigefängnis abgeführt. Großmutter 3000 DM gestohlen Weidenau.(Inw) Der 18jährige Horst Trogisch aus Weidenau bestahl seine Großmutter um 3000 DM. Der junge Mann ist mit dem Geld flüchtig. Frau Schmitz findet keine Hausgehilfin Eine ungelöste soziale Frage In der britischen Zone steigerte sich die Frauenarbeit zwischen 1938 und 1948 um 14 v.., die Zahl der Hausgehilfinnen dagegen verminderte sich um 24 v. H. Einer großen Anzahl von arbeitslosen Mädchen stehen viele freie Stellen in der Hauswirtschaft gegenüber. Das Landesarbeitsamt sah sich genötigt, in mehreren Orten Nordrhein-Westfalens kostenlose Umschulungskurse für Hausgehilfinnen einzurichten. „Es ist der Sinn dieser Lehrgänge,“ sagt Reg.-Rat Voß vom Arbeitsministerium in Düsseldorf,„die Neigung für diesen Beruf zu heben, zugleich aber auch die beruflichen Voraussetzungen zu schaffen. Die Kurse dauern 13 Wochen, in denen auch die Arbeitslosenunterstützung weitergezahlt wird. Die Mädchen werden in allem, was im Haushalt vorkommt, unterrichtet. Fast alle Teilnehmerinnen konnten nach Abschluß des Lehrgangs mit Stellen versehen werden. In Essen allein nehmen laufend 300 Mädel an derartigen Kursen teil, bald werden es 1000 sein.“ Soziale Anerkennung Die Hausgehilfinnenfrage ist eine zutiefst soziale und menschliche. Es liegt im Wesen des Haushalt, schon gar in dem eines kinderreichen, daß man den Tag nicht nach Arbeitsstunden im Sinne eines Gewerbebetriebes einteilen kann. Die Klagen bei den Arbeitsämtern sind immer die gleichen: Keine feste Arbeitszeit, nicht gerfügend Freizeit, kein Feierabend, kein Wochenende. Schlimmer noch ist die soziale Seite: Wie häufig wird die Hausgehilfin als Mensch zweiter Klasse bezeichnet, Jeder Mensch hat das Recht auf soziale Anerkennung. In der Hauswirtschaft fehlt sie häufig. Selbst die Lohnfrage konnte bis heute nicht befriedigend gelöst werden. Menschliche Nähe „Was ich im Haushalt vermisse,“ sagt das junge Mädchen auf dem Arbeitsamt, das schon wochenlang die Arbeitslosigkeit einer Beschäftigung im Haushalt vorzieht,„das ist die mangelnde menschliche Beziehung zwischen der Arbeitgeberin und mir. Wenn ich in einem gewerblichen Betrieb tätig bin, weiß ich, daß der Chef sich nicht um mich kümmern kann. Die Abteilungsleiterin aber oder die soziale Fürsorgerin tun es. Im Haushalt ist durch das enge Zusammensein ein menschliches Näherkommen geboten. Ich habe deshalb nicht den Wunsch, in den engeren Familienkreis aufgenommen zu werden. Aber ich möchte Anerkennung wissen, einmal ein freundliches Wort empfengen, kein Blitzableiter bei schlechter Laune sein, mich mit der Hausfrau besprechen können, denn schließlich haben ja auch wir unsere Sorgen. Es gibt viele Hausfrauen, die ihrem Dienstpersonal sehr entgegenkommen. Ich habe bisher leider kein Glück gehabt, eine solche Hausfrau zu finden.“ Wie die Hausfrau Die Vermittlung einer gründlichen hauswirtschaftlichen Lehre, alte Treuhänderrichtlinien und neue Lohnrichtsätze der Gewerkschaften genügen nicht, wenn nicht die Hausfrau selbst die Vorbedingungen für ein gutes Zusammenarbeiten schafft. Sie hat auch eine erzieherische Aufgabe an einem jungen Menschen. Es fehlt die Atmosphäre des Vertrauens und auch die Anerkennung in der Oeffentlichkeit, „Das Kernproblem liegt im Wesen des Berufes“, sagt Fräulein Brand, die Leiterin des weiblichen Arbeitseinsatzes am Arbeitsamt Münster,„die Arbeit der Hausgehilfin ist Dienen im Leben einer Familie. Die Hausgehilfin ordnet ihr Sein einer fremden Gemeinschaft ein. Sie nimmt an Freuden und Leiden dieser Familie teil, doch sind ihrem Miterleben Grenzen gesetzt. Diese Schwierigkeiten werden infolge der Eigenart der Hausgehilfinnentätigkeit nie ganz beseitigt werden können. Nicht zuletzt deshalb, weil die moderne Zeit den im Dienen aufgehenden Gretchentyp kaum noch kennt. Richtiges Erkennen und Wissen der Hausfrauen um dieses Problem würden den leicht auftretenden Spannungen begegnen können.“ hn Jugend aus 18 Nationen schloß Freundschaft Pestlicher Beginn der Internationalen Jugendwoche in Köln Köln. Zum Auftekt der Internationalen Jugendwoche in Köln, die am Samstag in Verbindung mit der festlichen Einweihung der neuerrichteten Weltjugendherberge des Friedens eröffnet wurde, waren 450 Vertreter ausländischer Jugendverbände aus 18 Nationen als Gäste erschienen. Monschau- ganz international Festspiele vom 29. Juli bis 20. August— Holländer, Engländer, Belgler und Franzosen Aachen.(Inw) Mehrere kulturelle Verbände aus Holland haben sich an das Monschauer Verkehrsamt mit der Bitte um eine Einladung zu den Monschauer Festspielen vom 29. Juli bis 20. August gewandt. Gangster schoß in Wilhelmshaven Ein 22jähriger Erpresser hielt Oldenburgs Pollzei in Aufregung Von unserem s- Korrespondenten Oldenburg. Nach zweitägiger Verfolgung konnte durch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung ein dreister Erpresser an einem Vareler Fischindustriellen unschädlich gemacht werden. Eine Grenze geht durch's Gasthaus Seltsame Geographie— Ein Schmugglerparadtes: Büsingen Von unseremgpd- Mitarbeiter Büsingen. Wo sich auf engem Raum staatliche Trennungslinien häufen oder einen komischen Verleuf aufweisen, da müssen sich kuriose Dinge ereignen. Konzertwinter ohne Excperiment GMD Volkmanns Programm für die neue Musik-Saison Eln Stelldichein der„Anerkannten“ verheißt das Programm, das GRID Otto Volkmann seiner Bonner Hörergemeinde im Konzertwinter 1950/51 im Metropoltheater bieten will. Daß er dabei in jedem der sechs vorgesehenen Sinfoniekonzerte neben den klassischen Standardwerken gepflegter Programmzettel auch jeweils einen Zeitgenossen zu Wort kommen läßt, dafür sei ihm besonders gedankt. Auftakt am 12. Oktober Am 12. Oktober soll Première der Wintersaison sein Festlich der Auftakt mit Händels„Wassermusik“, Havdns-DurSinfonie und César Franks Sinfonischen Variationen für Klavier und Orchester, die den Rahmen bilden für das musikalische Ereignis des Herbstes: Branka Musulins Interpretation der perlenden Impressionen des Ravelschen Klavierkonzertes, das in Bonn erstmalig zu hören sein wird. Acht Erstaufführungen Die diesmal lange Reihe der Erstaufführungen— acht sind es insgesamt!— wird im Dezember mit Pfitzners drei PalestrinaWilly Burkhard die Fantasie mattutina vorgesehen. Solisten von Weltruf Daneben aber stehen die Großen, über deren bleibenden Wert die Musikwelt längst eindeutig entschieden hat. Aber auch hier hat Volkmann sich nicht mit schablonenhaften Aneinanderreihungen begnügt. Brahms Doppelkonzert für Violine und Viöloncello, geboten von Erich Röhn und Arthur Tröster, Dvoraks einzigartiges Violinkonzert mit Vasa Prihoda. Bruckners Sechste in-Dur. Schuberts Siebente mit der „himmlischen Länge“, wie Schumann sie pries, und endlich, im letzten Konzert am 8 April 1951, die Dritte Sinfonie von Brahms dürften auch für den anspruchsvollen Bonner Geschmack außergewöhnliche Geschenke sein, außergewöhnlich hinsichtlich der Werkzusammenstellung wie auch der Solistenauswahl. Messias und Matthäus-Passion Zwei Chororchesterkonzerte in Bonner Kirchen, Händels Messias am Bußtag und im März die Matthäus-Passion sowie drei große Bach-Sonderkonzerte Ende Oktober und Anfang November werden den hohen Stand bodenständiger Bonner Musikpflege erneut unter Beweis stellen. Den Freunden des Kunstliedes aber wird mit Franz Schuberts„Winterreise“ mit dem Bariion KaiserBreme und GNID Volkmann am Flügel eine besondere Freude bereitet werden. Woche der deutschen Wissenschaft Sie findet vom 1. bis 5. August in Bonn statt Eine Kundgebung der deutschen Wissenschaft findet, wie wir bereits berichteten, am 4. August um 16 Uhr im Plenarsaal des Bundestages statt. Das Festprogramm, in dessen Mittelpunkt eine Anspreche des Bundespräsidenten Prof. Heuß steht, sicht Vorspielen und Honeggers Concertino für„Referate von Prof. Dr., Grammel, Stuttgart, Klaier und Orchester(Solist Paul Baumgartner) fortgesetzt. Dazu hört man Baumgertner mit Mozarts-Dur-Konzert. Richard Strauß„Don Juan“, läßt den Abend aus klingen. Fassen wir die übrigen Erstaufführungen kurz zusammen: Frank Martin, der jetzt in Köln wirkende Franzose, wird sich mit einer Sinfonia concertante vorstellen. Von Hermann Reutter dem jetzt Fünfzigjährigen. hören wir ein Lurisches Konzert für MezzoSopran, Flöte, Klavier und Streicher, wobei der Komponist selbst den Klavierpart übernehmen will, Schließlich sind noch die Jaborah-Suite von Günther Raphael und von über„Mechanik als Grundwissenschaft der Technik“, von Prof. Dr. Schadewaldt. Tübingen. über„Die Wandlung des Homerbildes in der Gegenwart“ und von Prof. Dr. Hartmann, Hechingen, über„Fünfzig Jahre Vererbungswissenschaft“ vor. Ferner werden Prof. Dr. Geller und Prof. Dr. Heisenberg das Wort ergreifen. Musik von Schubert und Beethoven, dargeboten vom ZernickQuartett, wird die Feler würdig umrehmen. Diese Kundgebung ist der Höhepunkt der in Bonn vom 1. bis 5. August stattfindenden „Woche der deutschen Wissenschaft“ auf der die 1949 wieder neu errichtete„Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“ Tagungen ihrer Organe abhält. Die Mitgliederversammlung wird mit etwa 120 Tellnehmern aus dem Kreis der wissenschaftlichen Hochschulen, der Akademien der Wissenschaften in Göttingen, Heidelbera und München, der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften(früher Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) und des Verbandes Technisch-Wissenschaftlicher Vereine am 4. August zusammentreten. Ihr wird auch der Jahresbericht dieser Selbsthilfeorganisation der deutschen Wissenschaft vorliegen, der ein umfassendes Bild davon gibt, welche fördernde Unterstützung die Notgemeinschaft trotz ihrer knappen Mittel der deutschen Forschung und der Arbeit auf allen geisteswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und techntsch-wissenschaftlichen Gehleten sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs durch Ihre Beihilfen im verflossenen Rechnungsjahr geleistet hat. Verständigung aus dem Verstehen heraus Ost-West-Problem älter als men glaubt Als im Jahre 1813 die Kirgisen und Kalmücken in Weimar kampierten, sagte Goethe: Da freuen sich die Deutschen, daß sie den großen Mann aus dem Westen losgeworden sind, und'sehen nicht, daß sie sich in vielleicht nicht allzuferner Zeit unter die östlichen Völker zu beugen haben. Das Ost-West-Problem ist also viel älter. als man allgemein anzunehmen geneigt ist. wie Dr. Hans Berendt(Bad Godesberg) in einer Veranstaltung der Anthroposophischen Gesellschaft in der Brücke gestern abend erklärte. Dr. Berendt rückte seinem Thema mit einer beneidenswerten Phantasie zu Leibe. Der Ost-West-Gegensatz, so sagte er. dürfe nicht ausschließlich unter einem politischen Aspekt betrachtet werden. Vielmehr handele es sich um ein Knäuel der verschiedenartigsten Mentalitäten, von dessen Entwirrung die geistige und physische Existenz des Menschen in Zukunft abhängen werde. Die These der„terribles eimplificateurs“ es handele sich lediglich um zwei unterschiedliche Wirtschaftssysteme, den Kapitalismus und den Kommunismus, sei äußerst fadenscheinig. Rußland habe ebensogut seine Hochfinanz, wie Amerika seine Habenichtse. Derartige Schlagwörter bezeichneten lediglich die Symptome einer verschiedenartigen Geistigkeit. Nur eins könne zum Ziel führen: zu verstehen, was den Gegensatz zwischen Ost und West ausmache und aus diesem Verstehen heraus eine Verständigung zu suchen. Hier liegt nach Ansicht von Dr. Berendt die Aufgabe Europas: Zu keiner der beiden Großmächte gehörend als neutraler Dritter. entsprechend seiner geographischen, historischen, politischen und weltanschaulichen Struktur, die notwendige Brücke zwischen Ost und West zu schlagen.—ahl— Neues Premieren-Theater in der„Brücke“ Rudolf G. Bindings„Spiegelgespräche“ am 24. Jul! Die Theaterfreunde der Bundeshauptstadt brauchen sich über mangelnde Abwechslung nicht zu beklagen. Neben die„Bühnen der Bundeshauptstadt“ und den„Contra-Kreis“ tritt mit der Premiere am Montag, 24. Juli, um 20 Uhr In der„Brücke“ ein neues Theater, das die Linie des Zimmertheaters fortzusetzen beabsichtigt. Die Aufführungen des Zimmertheaters(Ibsene„Gespenster“, Anouilhs„Medea“, Rostands„Der Mann, den sein Gewissen trieb“ und nicht zuletzt die spritzige Neufassung der„Lvslstrata“) sind noch in guter Erinnerung. Das neue Theater soll ein ausgesprochenes Premlerentheater werden und lediglich Stücke aufführen, die bisher noch nirgendwo über die Bühne gegangen sind. Als erste Werke hat man eine von Andreas Naumann eingerichtete Dramatisierung von Rudolf G. Bindings„Spiegelgesprächen“ und eine vom gleichen Bearbeiter stammende Fassung von Diderote Lustspiel„Ein Ueberfall“ gewählt. Als Schauspieler wurden neben Bardo Wilden Christiane Behrndt und Helmuth Dohle gewonnen, als Regisseut tungiert Alois Vierlinger. Die Arbeit des Theaters wird mit dem 26, Juli auch nach Bad Godesberg hin erweitert, wo die Aufführungen im Akademischen Lesesaal stattfinden DONNERSTAG GENBRAL-ANZRIGER W 20. Juli 1950 Bonner Nactichten Billigeres Bier in Sicht Preissenkung vom 1. August an Mit der Annahme des Biersteuergesetzes hat der Bundestag am gestrigen Mittwoch das Inkrafttreten ermäßigter Bierpreise ab 1. August ermöglicht. Der norddeutsche Biertrinker wird in Zukunft für den Liter.18 bis.28 DM statt wie bisher 1,66 DMI bezahlen und der südwestdeutsche etwa.— DMf im Vergleich zu früher 1,17 bis 1,27 DMf. In Bayern wird der Preis auf 0,78 bis.80 DM gegenüber.— DM sinken. Von 12 Millionen hl wird der Jahresausschank im Bundesgebiet in Zukunft auf 16 Millionen hi steigen, rechnet man, was einem Konsum von 33 Litern pro Kopf der Bevölkerung im Vergleich zu 50 Litern pro Kopf und Jahr vor 1939 entspricht. Ob Diebstahl oder Hehlerei Vom„Großen Unbekannten“ gekauft Der mehrfach vorbestrafte Michael W. aus Bad Godesberg wurde kürzlich dem Schöffengericht aus der Haft vorgeführt, weil er zwei Fahrräder gestohlen und sie— das eine. sogar mit Hilfe einer auf falschen Namen ausgestellten Besitzurkunde— verkauft haben sollte, wobei die Käufer 35 bezw. 50 DM verloren. Das Gericht konnte dem Angeklagten nicht nachweisen, daß er die Räder selbst gestohlen hatte, da er sie von dem„Großen Unbekannten“ gekauft haben will. Michael machte es selbst der sehr eifrigen Verteidigung nicht leicht, auf seine Gedankengänge einzugehen. Ob Diebstahl oder Hehlerei, das Strafmaß blieb antragsgemäß eieben Monate Gefängnis wegen Hehlerei in zwei Fällen, Betrug und Urkundenfälschung. Gefährliche Ruinen Eltern sollen ihre Kinder warnen Das Bauaufsichtsamt gibt bekannt, daß Gebäuderuinen und Gebäudereste durch die langjährigen Witterungseinflüsse aller Art. besonders durch Regengüsse, in ihrer Standsicherheit erneut stark gelitten haben und daß sie oft eine äußerlich kaum erkennbare Gefahr darstellen. Das Betreten von solchen Trümmergrundstücken ist mit Lebensgefahr verbunden. Darüber mögen vor allem die Eltern ihre Kinder und Erzieher ihre Schutzbefohlenen aufklären. Die Bevölkerung wird gebeten, ihr bekannte gefährliche Ruinen dem Bauaufsichtsamt zu melden. Zehn Zentner Butter gestohlen Nachts aus dem Keller der Markthalle In der Nacht zum 19. Juli. vermutlich zwischen 4 und 5 Uhr, wurden aus dem Markthallenkeller In Bonn zehn Zentner Butter entwendet. Die Butter war in 20 Kisten zu 50 Pfund verpackt, welche die Aufschrift trugen:„Deutsche Markenbutter — Wirschaftsverband Holstein“. Sie wurden vermutlich mit einem-to-Lieferwagen mit greu-grünem Anstrich und dunk'er Plane abgefahren. Der mißbräuchlich benutzte Wagen trägt das Kennzeichen BR 510—700 und wurde später in der Nähe des Tatortes wiedergefunden. Klasse für Buchbinder-Lehrlinge In der Städtischen Berufsschule eingerichet Eine eigene Fachklasse für Buchbinderlehrlinge ist mit städtischer Unterstützung: in der Berufsschule eingerichtet worden. Die Klasse, die ein Bonner Buchbindermeister leitet, wird zur Zeit von 22 Lehrlingen besucht. Im Herbst sollen zusätzlich freiwillige Abendkurse für die Erlernung des künstlerischen Bucheinbindens eingeführt werden. Handelskammer für Sonntagszustellung Wiedereinführung der Sonntagszustellung und der dreimaligen Postzustellung in Bonn, Aufnahme der Postbeförderung mit den Straßen- und Fernbahnen und Ausweitung des Fernsprechnetzes hat die Industrie- und Handelskammer gefordert. Tanz auf dem Kaiserplatz und Fackelzug Universität feiert am Freitag ihr Sommerfest— Mit Lampions und Guirlanden Am morgigen Freitagabend ab 20.30 Uhr wird sich der Kaiserplatz in ein riesiges „Tanzpodium“ verwandeln: Se. Magnifizenz hat alle Angehörigen der Bonner Universität zu dem alljährlichen großen Sommerfest eingeladen. Ein Promenaden-Konzert des Studenten-Orchesters unter Dr. Dahmens Stabführung wird die Festlichkeit einleiten. Der Rektor und ein Vertreter der Studentenschaft werden Begrüßungsworte sprechen, der Studentenchor wird singen. Im übrigen aber sollen die fröhlichen Gäste— 6000 Studenten hat bekanntlich die Bonner Universität, dazu ein großes Dozentenkollegium und eine umfangreiche Beamten- und Angestelltenschaft— die Regenten des Abends sein Wein- und Würstchenbuden, Lampions und Girlanden werden den Festplatz umrahmen, der auf Grund der Vorjahrserfahrungen diesmal nur mit Festabzeichen betreten werden darf. Für die Aufrechterhaltung der Ordnung stellt die Studentenschaft eine eigene„Platzpolizei“. Mit einem großen Fackelzug zum Rhein soll das Fest seinen Ausklang finden. Sommerschönheit— aus der Bankperspektive genossen 98— .— Die Welt wird atomare Wüste, Nimmst du das Mikroskop zu Hilfe, So gleicht der Rhein, wenn von der Küste — sei's zwischen Gras, auf Stein, im Schilfe— Du seinem Wogenschwall dich nahst, Durchaus nicht mehr dem blaugetönten Gemälde, das von fern du sahst, Als Sommerfrischler dich umstöhnten Und von der Brüstung mit Lorgnetten, Nach Wellen, die ans Ufer spielten, Nach moos'ger Burgen Silhouetten Und Paddelbooten Ausschau hielten. Drum rat ich dir, die Badehose Nicht unbedingt im Rhein zu netzen, Vielmehr mit voller Tabakdose Am Strom von fern dich zu ergetzen. So recht kannst du des Flusses Reich nur auf Distanz genießen. Und: Was man liebt, man braucht's nicht gleich Mit beiden Armen zu umschließen. R. G. 140 Kinder fahren morgen ins Allgäu Ferienverschickungen der Caritas seizen ein— Landaufenthalte sind kostenlos Am Freitagmorgen,.10 Uhr, geht ein Zug mit neunzig ferienfrohen Bonner Kindern ins Württembergische Allgäu, wo sich die Jungen und Mädchen auf dem Lande bei Bauern ein paar Wochen lang kostenlos erholen können. Mit dieser Verschickung beginnt der hiesige Caritasverband seine diesjährige Ferienaktion für erholungsbedürftige Kinder. Seebohm bei den Studenten Nach seinem Vortrag beim ISSF Noch am Abend des gleichen Tages verlassen weitere fünfzig Jungen und Mädchen unsere Stadt, ebenfalls in Richtung Allgáu. Der Andrang zu diesem beliebten Feriengebiet war so groß, daß ein Sonderzug ihn nicht bewältigen kann. Eigentlich sollte schon am Dienstag dieser Woche der erste Caritas-Transport aus Bonn mit 45 Kindern in das Emsland abfahren. Da aber kurz vor der Abfahrt einige leichte Scharlachfälle aus jener Gegend gemeldet wurden, hielt man es für ratsam, erst in etwa vierzehn Tagen aufzubrechen. In den bayrischen Wald Am Abend des 30. Juli fahren 37 Kinder nach Passau im Bayrischen Wald. 25 davon werden in einem Mädchenheim untergebracht. Der Besuch dieser Heime, von denen der Bonner Caritas außer den genannten zwei für Knaben und Mädchen sowie eins für Jungen zur Verfügung stehen, kostet im Gegensatz zum Landaufenthalt zwei DM pro Tag. Das eben erwähnte Jungenheim liegt auf der Rauhen Alb. Dahin soll am 3. oder 4. August ein Transport von 25 Jungen abgehen, für den zur Zeit noch einige Plätze frei sind. Zehn Bonner Kinder fahren am kommenden Sonntag zum Schloß Friedenweiler bei Neustadt im Schwarzwald. Der Schwarzwald ist auch das Ziel von weiteren zehn Kindern, die voraussichtlich am 28. Juli nach Rippoldsau bei Freudenstadt abreisen. Bonner Schüler drei Wochen in England Arndt-Gymnasium führt praktischen Austausch durch— Besuch und Gegenbesuch Am nächsten Samstag fahren 28 Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums unter Leitung eines Studienrats für drei Wochen über Ostende—Dover nach England. Durch Vermittlung englischer Lehrer, die Ostern der Stadt Bonn einen Besuch abstatteten und einen Abend mit den Anglisten des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums verbrachten, werden fünf dieser Schüler bei englischen Familien in der Nähe von London untergebracht. Die Hauptgruppe von 23 deutschen Schülern bleibt jedoch, einer Einladung der Harvey Grammar School in Folkestone folgend, an der englischen Südküste und wird von den Schülereltern dieser Schule aufgenommen. Drei Wochen lang werden die Bonner— es handelt sich um Schüler der Oberklassen— Gelegenheit haben, mit ihren englischen Partnern zusammen zu sein, englische Gewohnheiten und Sitten kennen zu lernen, einen Einblick in das Schul- und Familienleben zu tun und vor allem Englisch zu lernen. Sicherlich wird der Aufenthalt in dem bekannten„Seaside-Place“ an der schönen Südküste für unsere Bonner Jungen ein Erlebnis besonderer Art werden, zumal für den 27. Juli eine Autobusfahrt durch Kent nach London geplant ist. Zusammen mit den englischen Partnern werden die Schüler Mitte August nach Bonn zurckfahren. Für die erste Woche ist wieder ein gemeinsamer Aufenthalt im Schullandheim Aremberg vorgesehen. Danach werden die englischen Schüler 14 Tage lang bei den Eltern der deutschen Kameraden wohnen, so daß das Beisammensein sich über sechs Wochen erstreckt. Die Stadt Bonn hat den Schüleraustausch durch Gewährung einer Beihilfe unterstützt. Eine ständige Einrichtung Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium beabsichtigt, den Schüleraustausch zu, einer ständigen Einrichtung zu machen und unter Heranziehung einer französischen Schule noch weiter auszubauen. Es tat im vorigen Jahre den ersten Schritt zur Verwirklichung des Schüleraustauschs mit England, indem es eine Schülergruppe der„Harvey Grammar School Folkestone“ in ihr Landschulheim auf dem Aremberg einlud. Etwa 14 Tage lang weilten dort 20 Schüler und ein englischer Lehrer zusammen mit einer Oberklasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, deren Klassenleiter und mehreren Fachlehrern in gemeinsamem Unterricht und spotlicher Betätigung in dem herrlich gelegenen Schulheim. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm sprach, wie wir ausführlich berichteten, am Dienstag in einer Veranstaltung des Internationalen Studentenbundes über die Aufgaben des deutschen Unternehmers. Unser Bild zeigt den Minister in der Unterhaltung mit den Studenten. Aus dem Bonner Universitätsleben Die Mathematisch- naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn hat Herrn Professor Dr. Clemens Schaefer, Köln, die Würde eines Ehrendoktors der Naturwissenschaften verliehen. Waldwirtschaft vielseitig gefährdet Importe drücken die Preise— Gestiegene Waldarbeiterlöhne, hohe Steuerlasten Zu einer Gefahr für die einheimische Waldwirtschaft kann die Einfuhr ausländischer Holzarten werden, deren Umlang in Nordrhein-Wesifalen beinahe 90 v. P. des Bedarfs ausmacht. Als kürzlich ein bestimmtes Zedernholz auf dem Markt erschien, sank der Preis für einheimisches Pappelwertholz um die Hälfte. Dazu kommen, wie Forstamtmann Peter Mertes vom Forstamt Ruhr!Erft-Ost in Endenich mitteilt, immer wieder Waldkatastrophen. Bei einem Waldbrand am Vorgebirge wurden 1947 über tausend Morgen Wald vernichtet. Orkanartige Stürme richteten 1940 und 1941 in den Eifelwäldern Verheerungen an. 1936 gab es im linksrheinischen Gebiet„Schneebrüche“ in großem Umfang. Durch Diebstahl gingen der Bundesbahn aus ihrem Waldbesitz bei Viktorshöhe gewaltige Mengen Kiefernholz verloren. Eine Belastung für den Waldbesitz bedeuten ferner die gestiegenen Waldarbeiterlöhne und die hohen Steuerlasten bei im wesentlichen gleichgebliebenen Holzpreisen. Bäckerhandwerk stellt richtig Erklärung zur Brotpreisfrage— Maßnahmen der Preisbehörden eine„Vergewaltigung“ Von Seiten des Bäckerhandwerks wird uns u. a. mitgeteilt: Der Wirrwarr um den Brotpreis vergrößert sich täglich. Leider sind nicht zuletzt daran die unwahren offiziellen und inoffiziellen Mitteilungen schuld. Wir müssen heute erneut einiges richtig stellen: 1. Herr Bundeswirtschaftsminister Prof. Erhard erklärte nach Pressemeldungen, die Bundesregierung habe kein Intersse daran, die Mühlen und die Bäcker zu subventionieren. Wir stellen hiermit richtig, daß die Bäckereien aus den Subventionen bis heute nicht einen Pfennig erhalten und auch niemals Subventionen verlangt haben. 2. Die Regierung Münster teilt z. B. in einer Presseverlautbarung mit, daß die Bäckereien ihr Mehl nach wie vor zum alten Preise einkaufen. Wir stellen richtig, daß keine Bäckerei noch Mehl zum alten Preis einkaufen kann, sondern daß die erhöhten Nehlpreise seit rund 10 bis 14 Tagen überall gezahlt werden müssen. 25030 Einkommensteuer-Erklärungen erwartet Bis zum 15. August- Auch Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer sind zu deklarieren- Zuschläge bei Nichtabgabe und Verspätung Die Abgabe von Steuerklärungen bis zum 15. August 1950 schließt die Periode der Interims-Veranlagungen aus Reichsmarkzeit und-Mark-Uebergangszeit ab. Die Finanzämter verfügen in Veranlagungs- und Buchprüfungsstellen wieder über ein gut geschultes Personal, so daß mit einer sorgfältigen Nachprüfung der Angaben zu rechnen ist. Hierbei wird insbesondere den eingereichten-Mark-Eröffnungsbilanzen erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden unter Berücksichtigung der neuesten Bundes-Verwaltungsanordnung vom 6. Juli 1950. Der Abgabetermin vom 15. August gilt nicht für solche Steuerpflichtige, deren Gewinne aus Wirtschaftsjahren kamen, die nach dem 31. Mai 1950 geendet haben. Ihre Erklärungen sind spätestens am 10. des dritten Monats nach Ablauf ihres Wirtschaftsjahres einzureichen. Vier Steuererklärungen sind fällig Zum 15. August ist neben der Erklärung für die Einkommensteuer zugleich die Körperschaftssteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuer-Erklärung abzugeben. Es empfiehlt sich ein genaues Studium der für jede Steuerart ausgearbeiteten Anleitung. Gewerbesteuererklärungen haben alle pflichtigen Unternehmen abzugeben, deren Gewinn durch Buchabschluß ermittelt wird oder deren Gewerbe-Ertrag im Wirtschaftsjahr 4000 DM oder deren Gewerbe-Kapital 20000 DMI überstiegen hat, ferner Kapitalgesellschaften, Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Versicherungsvereine und Personenvereinigungen, die einen wirtschaftichen Geschäftsbetrieb unterhalten. Umsatzsteuererklärungen müssen bei einem Gesamtumsatz von mehr als 400 DMf für das zweite Halbjahr 1948 oder 800 DMI im Kalenderjahr 1949 abgegeben werden. Das Finanzamt kann ferner Land- und Forstwirte mit Biebtaatzermittlung und Straßenhändler mit Straßensteuerheften zu Erklärungen besonders auffordern. Ein sechsseitiger Vordruck Im Finanzamtsbezirk Bonn gibt es rund 25000 Einkommensteuerpflichtige neben 80000 Lohnsteuer- und 350 Körperschaftssteuerzahlern. Der Einkommensteuerpflichtige hat einen sechs Seiten großen Vordruck auszufüllen und es empfiehlt sich dringend, die mitgegebene Anleitung zur Ausfüllung sorgfältig durchzulesen— 29 zum Teil recht umfengreiche Punkte. Die Veranlagung aller Steuerarten betrifft zwei Zeiträume: das zweite Halbjahr 1948, beginnend mit dem 21. Juni 1948, und das Kalenderjahr 1949. Wer muß eine Erklärung abgeben? Eine Einkommensteuererklärung hat abzugeben: 1. Wessen Einkommen in jedem der Zeiträume mehr als 600 DM betrug, wenn darin weder lohnsteuerpflichtiges Einkommen noch solches aus nichtbuchführenden land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben stammt. 2 Wer lohnsteuerpflichtige(auch teilweise) Einkünfte von 12000 DMf und mehr im Halbjahr 1948, oder 24000 DMf und mehr in 1949 hatte, 3. Wer lohnsteuerpflichtige Einkünfte von mehr als 600 DMf in jedem der Veranlagungszeiträume hatte und bisher keine Lohnsteuer gezahlt hat. 4. Wer in jedem der Zeiträume ganz oder teilweise Einkommen aus einem nichtbuchführenden land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb hatte und zusätzlich mehr als 600 DM aus anderen Einkünften. 5. Wer aus mehreren Dienstverhältnissen, die der Lohnsteuer unterliegen, im Halbjahr 1948 mehr als 1800 DM, oder im Kalenderjahr 1949 mehr als 3600 DM Einkünfte hatte. Rechtzeitige Abgabe wichtig Wer später erkennt, daß eine abgegebene Erklärung unrichtig oder unvollständig ist, hat dies dem Finauzamt unverzüglich anzuzeigen. Unrichtige und unvollständige Angaben in der Steuererklärung sind strafbar. Wird die Erklärung nicht oder nicht rechtzeitig abgegeben, kann ein Zuschlag bis 10 Prozent der endgültig festgesetzten Steuer erhoben werden. Die Abgabe der Steuererklärung kann durch Geldstrafen erzwungen werden. Ausführliche Erläuterungen erwünscht Die Beamten nehmen die Veranlagung aufgrund mehrerer umfangreicher und zum Teil unübersichtlicher Gesetzeswerke vor. Allein die Veranlagungsrichtlinien für das Einkommensteuergesetz umfassen 237 Paragraphen(1941 nur 153), ohne die Richtlinien zur-Mark-Eröffnungsbilanz. Die Pflichtigen können den Beamten die Arbeit erleichtern und Rückfragen vermeiden, wenn sie dem Zahlenwerk ausführliche Erläuterungen beifügen. So sollen die Erklärungen zu den gewerblichen Gewinnen die zugehörigen Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Hauptabschlußübersichten enthalten. 3. Die Bundesregierung hat durch eine Anweisung an ihre eigene Vorrats- und Einfuhrstelle— heute praktisch der einzige Getreidelieferant im Bundesgebiet— den Weizen um ca. 60 DM die Tonne und den Roggen um ca. 40 DM die Tonne erhöht und hat dann eine Restrafung der Mühlen, der Mehlverteiler und Brothersteller veranlaßt, die bei Getreide- und Mehleinkäufen zum erhöhten Preis entsprechende Aufschläge nahmen. Die Bäkkereien erhöhen nicht ihre Verdienstspanne, sondern schlagen lediglich den erhöhten Mehlpreis auf den Brotpreis auf. Die von der Bundesregieurng angeordneten Maßnahmen der Preisbehörden gegen erhöhte Brotpreise stellen eine Vergewaltigung dar, die weder moralisch noch rechtlich begründet werden kann. Meisterschüler zu Besuch Ihr Ziel war eine Bonner Möbelfabrik Eine Braunschweiger Meisterschule der Holzindustrie unter Führung von Studienrat Karl Augustinus Bieber stattete kürzlich der Stadt Bonn und einer bekannten Möbelfabrik einen Besuch ab. Die Gäste, die schen Bielefeld, Gütersloh und Düsseldorf besuchten, waren überrascht von der Schönheit Bonns. Neben der Fabrik, deren Arbeit sie viel Interesse entgegenbrechten, besichtigten sie die Doppelkirche in Schwarz-Rheindorf, das Münster, Landesmuseum, Palais Schaumburg und Bundeshaus. Im Stadt- und Landkreis Bonn gibt es 4171 ha kleinere Privatwaldflächen. Dazu kommen 3220 ha Waldflächen, die jeweils über 50 ha groß sind. Der Gemeindewald im gleichen Bezirk umfaßt nur 1120 Hektar. „Der Kreis Bonn weist 60 v. H. Laubholz und 40 v. H. Nadelholz auf“, erklärt Forstamtmann Mertes.„Aus Buchen und Eichen stellt man Möbel her, Nadelholz wird in großen Mengen als Grubenholz im Ruhrgebiet verwandt.“ Neben diesem Nutzholz, dessen Einschlag im Forstjahr 1948/49 8417 Festmeter betrug, wurden 4216 Festmeter Brennholz geschlagen. Die letzte Zahl ist vergleichsweise hoch infolge der sogenannten Brennholzumlage, die am 1. Oktober 1949 weggefallen ist. Aufforstungszwang und Rodeverbot Um den Waldbestand zu erhalten, wurde zu Beginn dieses Jahres für NordrheinWestfalen das Forstschutzgesetz verabschiedet, dessen Durchführungsbestimmungen freilich noch ausstehen. Dieses Gesetz sieht vor allem einen Aufforstungszwang vor. d. h. alle abgeholzten Waldbestände müssen wieder aufgesorstet werden. Daneben ergeht ein Rodeverbot, nach dem nur mit Genehmigung der zuständigen Forstbehörde gerodet werden darf* Bezeichnend für die Lage' der Waldwirtschaft im gesamtdeutschen Raum sind folgende Zahlen: Die Waldfläche in Deutschland betrug 1937 etwa 12664000 ha, das waren 0,2 ha pro Kopf der Bevölkerung. Gegenwärtig finden wir in der Bundesrepublik rund 7 Millionen Hektar, was einer Menge von 0,135 ha pro Kopf der Bevölkerung entspricht. R. G. ia ar Bähcher geiag. Zustof verblöffend.„#nd für eine 20 crtrt Kleine Bonner Stadtchronik Sprechstunden der Flüchtlingsbeiräte Wegen anderweitiger Inanspruchnahme der Münsterschule am Bottlerplatz müssen die Sprechstunden der Flüchtlingsbeiräte der Stadt Bonn in der Zeit vom 28. Juli bis 31. August ausfallen. Der erste Sprechtag ist ewieder am Freitag, 1. September. Wieder Knochenfunde unter Trümmern Bei Ausschachtungsarbeiten auf dem Grundstück eines im Kriege durch Bomben zerstörten Hauses am Münsterplatz wurden zwei Menschenschädel und Knochenteile gefunden. Wahrscheinlich handelt es sich auch in diesem Falle um die Ueberreste zweier bei einem Fliegerangriff ums Leben gekommenen Menschen. Gefährlicher Herumtreiber gefaßt Am 18. Juli abends wurde am Rheinufer, in der Nähe„Grüner Weg“, ein 42 Jahre alter Sittlichkeitsverbrecher festgenommen, der sich schon seit einigen Tagen an mehrere Kinder, die im Rhein badeten herangemacht und sie verführt hatte. Der Täter stammt aus der Ostzone und hat wegen des gleichen Verbrechens bereits ein Jahr Zuchthaus verbüßt. Er treibt sich seit zwei Jahren mit einem Fahrrad herum und erund karitabettelte in Krankenhäusern tiven Anstalten sein Essen. : H e r z l i c h e n G l ü c k w u n s c h Seinen 75. Geburtstag feiert am 20. Juli der langjährige Bonner Wirt Heinrich Näffgen, Niebuhrstraße 33. Veranstaltungskalender Das kathollsche Kinderheim, Bonn, Weststraße 2, veranstaltet am Donnerstag, 20. Juli, 20 Uhr, ein Märchenfest. In der„Brücke“ bringt am Preitag, 21. Juli, 18.30 Uhr, die Greenleeves Academy of Singing, Landon,„Lieder und Tänze des englischen Volkes“. Das Programm enthält Volkslieder, Kunstlieder, Flöten- und Klaviersolos und Volkstänze. BONNER WETTERWARTE Nördlich eines Hochs, das sich über Westund Mitteleuropa gebildet hat, fließen feuchtwarme atlantische Luftmassen nach Westdeutschland. Am heutigen Donnerstag wechselnd bewölkt, trocken und sehr warm, schwachwindig und schwül, Weiterhin trodien und warm, PÖNNERSTAG GENBRAL-ANZEIGER 20. Juli 1930 Aus Aer dngegennt Von den Kirchturmreitern Wer offenen Auges unsere Heimat durchwandert, dessen Aufmerksamkeit wird sicher auf den Kirchturm der Dörfer gelenkt, der über alle Dächer hinaus zum Himmel ragt. Er wird bei der eingehenden Betrachtung des Kichturms bemerken, daß dieser nicht kahl und nüchtern aufragt, sondern harmonisch in eine Figur ausläuft. Diese sogenannten Turmreiter sind keineswegs einheitlich, in ihrer Häufung jedoch so charakteristisch, daß die Kirchturmspitze geradezu einer Signatur der Landschaft gleichkommt. Da sieht man als Turmreiter eine gewöhnliche glatte Kugel, dort eine Wetterfahne, hier ein Kreuz und anderswo einen Hahn. Vor allem trifft man in unserem Gebiet vielfach auf die dreifache Kombination in der Reihenfolge Kugel, Wetterfahne oder -pfeil, dann Kreuz oder Hahn. Seit erdenklichen Zeiten war das„Tannenwäldchen“ ein besonderes Kleinod des Rheinbacher Stadtwaldes und daher der naturfreudigen Bevölkerung wie kaum ein anderer Teit der herrlichen Waldgebiete zwischen Tomberg und Speckelstein ans Herz gewachsen. Reizvolle Pfade zogen in pfeilgerader Richtung durch das dämmrige Dunkel des Nadelholzbestandes, dessen schlanke Stämme sich erst in beträchtlicher Höhe zu einem undurchdringbaren Gewölbe vereinigten. Dieser traute, vielfach gepriesene Hain war nicht nur das abendliche Ziel wanderlustiger Sommerfrischler, auch die jüngsten Jahrgänge der Rheinbacher Jugend fühlten sich hier in einem Paradiese der Kindheit, in dem sie mit lustigem Jagen fröhliche Stunden verlebten. Ein unscheinbarer, aber gefährlicher Feind des Waldes hat das idyllische„Tannenwäldchen“ der Vernichtung preisgegeben. Kurz nach dem Kriege wurde der Borkenkäfer oder„Buchdrucker“ auch im Rheinbacher Stadtwald zu einem„Schädling bedrohlichsten Ausmaßes“ Fünf Generationen in einem Sommer Die vielen durch Kriegseinwirkung umgelegten Bäume und die günstigen Bedingungen des heißen Sommers 1947 bewirkten eine sommerliche Vermehrung des etwa weizenkorngroßen Käfers über fünf Generationen. Unter normalen Bedingungen befällt der Schädling nur lebensschwache Bäume, in deren Rinde er oftmals mit einer Uebermacht von 60000— 80000 Exemplaren nistet und die-Saftzufuhr unterbricht. Da der etwa 550 Hektar große Rheinbacher Stadtwald zu 75 v. H. aus Laubholzarten besteht, beschränkte sich das Heer der Borkenkäfer auf die wenigen Nadelholzkomplexe und trat daher besonders im Tannenwäldchen mit großer Intensität auf, so daß der völlige Einschlag dieses Waldstreifens Bad Hönningen: Am 29. und 30. Juli feiert die Freiwillige Feuerwehr Hönningen unter Anteilnahme zahlreicher Wehren des Kreisgebietes das goldene Wiegenfest. Die 50-Jahrfeier wird am Samstag, dem 29. Juli, mit einem Fackelzug eingeleitet, anschlieBend werden bei einem Festkommers die Jubilare geehrt. Am Sonntag, dem 30. Juli, ist morgens Kirchgang und Kranzniederlegung. Um 10 Uhr beginnt eine Kreisdienstbesprechung der Feuerwehren des Kreises Neuwied. Vom Bahnhof aus setzt sich um 14 Uhr unter Teilnahme der Wehren des Kreises ein Festzug in Bewegung. An der katholischen Pfarrkirche beginnt anschlieBend eine große Schau- und Lehrübung, um 16 Uhr erfolgt der Abmarech zum Vereinslokal, wo das Jubelfest mit einer rheinischen Veranstaltung seinen AusMang finDie Wetterfahne und der Wetterpfeil sollen dem Landmann Gelegenheit geben, mit einem Blick die Windrichtung festzustellen und danach die Arbeit einteilen zu können. Die Kugel ist in Verbindung mit dem Unterbau als eine Puppe zu werten, die Wodan verkörpern soll. Dort, wo sich eine Kugel auf dem Turm befindet, ist diese immer zuerst als Turmreiter angebracht, und das ist ein Beweis dafür, daß man von der frühchriftlichen Zeit her bemüht blieb, das immer noch gewahrte Wodansymbol zu überschatten. Auch der Hahn ist in der germanischen Mythologie ein geheiligtes Tier. Das Kreuz dagegen ist das Symbol und Heilszeichen der christlichen Kirche. Wo man eine Kombination des Turmreiters dergestalt vorfindet, daß das Kreuz über Kugel und Wetterfahne angebracht ist, soll zum Ausdruck kommen, daß die Erde im Schatten des Kreuzes, also des Gekreuzigten, liegt. zur Verhütung einer weiteren Ausbreitung des Schädlings leider unumgänglich war. Durch umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen und Vernichtung des befallenen Holzes, dessen Rinde verbrannt wird, war es möglich, der holzwirtschaftlich und damit auch klimatisch weittragenden Gefahr einigermaßen Herr zu werden. Seit 1949 registrieren die forstamtlichen Stellen wieder einen beträchtlichen Rückgang der Borkenkäferplage, die jedoch einen schönen Flecken des Waldreichtums der Stadt Rheinbach in eine öde Steppe verwandelte, Der schöne Erfolg brachte neue Freunde und neue Mitglieder, und so wuchs aus den kleinen Anfängen ganz langsam der „Orchesterverein“ aus den Reihen der eigenen Bürgerschaft. Bis heute ist diese organische Verbundenheit mit der Bürgerschaft so geblieben und erklärt die Beliebtheit und Volkstümlichkeit des Vereins, der vor etwa zwei Jahrzehnten von der Stadtverwaltung- zum„Städtischen Orchesterverein“ erhoben wurde. Der erste Dirigent des Vereins war Johannes Jahn, ihm folgten Musikdirektor Giers. Musikdirektor Lommerzheim und Herr Nolden aus Köln. Nach dem ersten Weltkrieg nahm der Verein bald seine Arbeit wieder auf. In einstimmiger Wahl wurde als Dirigent Josef Keip bestellt, der schon zu den fünf ersten Spielern und Mitbegründern des Vereins geden wird. Beim Festkommers am Samstag abend wirken das Bad Hönninger Zupforchester, der gemischte Chor und das Hönninger Tambourkorps mit. Auch die Bevölkerung wird an diesem Jubelfest ihrer Wehr regen Anteil nehmen. Sommerfest in Ariendorf Bad Hönningen: Im Ortsteil Ariendorf wird am kommenden Sonntag ein Sommerund Volksfest gefeiert, das nachmittags die verschiedensten Kinderbelustigungen und am Abend einen stimmungsvollen Ausklang für die Gäste und Einwohner bringen wird. Haushaltplan wird beraten Bad Hönnigen: Am kommenden Freitag tritt der Gemeinderat-um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, Vom Vorgebirge Schützenfest in Roisdort Roisdorf: Der Brunnenort begeht am Sonntag sein 102. Schützenfest. Die Sebastianusbruderschaft veranstaltet ein„Wecken“ am ersten Festtag. Anschließend ist Kirchgang. Nachmittags findet ein großer Festzug unter Anteilnahme vieler Gastvereine statt. Ein Preisschießen auf dem Festplatz und ein Ball im Saale Frings bilden den HöhepunktTomatenanlieferung begonnen Roisdorf: Die ersten Freilandtomaten sind in diesen Tagen auf der Versteigerung angeliefert worden. Ausflug des„Amtes“ Bornheim: Am Samstag unternehmen die Angestellten und Arbeiter des Amtes Bornheim einen Schiffsausflug nach Leutesdorf. Ueber 400 Teilnehmer haben sich bereits gemeldet. Jeder Angestellter und Arbeiter kann einen Familienangehörigen mitnehmen. 30 Jahre„Olympia“ Waldorf: Zu seinem dreißigjährigen Bestehen, das wegen des Ausfalls des 25jährigen Jubiläums besonders festlich gestaltet wird, hat der Theaterverein„Olympia“ am Sonntag eine große Festfolge vorgesehen. Am Vorabend findet ein Festakt im Saale Nettesheim unter Mitwirkung namhafter Künstler statt. Ein Ereignis bildet der Festzug, bei dem historische Reitergruppen mitwirken. Ein Tanzvergnügen, ebenfalls im Saale Nettesheim, beschließt den Tag der Theaterfreunde. Aus Duisdorf Gasrohrgräben sind ausgeworfen Duisdorf: Die Arbeiten für die Gasversorgung wurden in Angriff genommen. Eine Werkstatt- und Mannschaftsbaracke hat man am Friedhof eingerichtet und eine Feldschmiede aufgestellt. Die Rohrgräben sind schon ausgeworfen, die Rohre warten auf den Einbau. Nach der Bonner, Rochus- und Buschhovener Straße wird in der Lengsdorfer Straße angesangen. Verwaltung fährt an die Mosel Duisdorf: Die Verwaltungsangestellten von Duisdorf sowie der anderen Aemter des Landkreises Bonn machen heute einen Ausflug nach Winningen an der Mosel. hörte und auch heute noch der unermüdliche Leiter des Städt. Orchestervereins ist. Alle Vereinsmitglieder wissen, daß er allein eigentlich die nie ermüdende Seele des Vereins darstellt. Seit 1923 bestand der Verein aus 40 aktiven Mitgliedern. Außer den vielen Unterhaltungskonzerten und Mitwirkungen, zu denen der Verein herangezogen wurde, gab er bis heute rund 30 Sinfonie-Konzerte. Nur fünfzehn überlebten den Krieg Leider zerschlug der zweite Weltkrieg wieder alle geleistete musikalische Kulturarbeit. Und wie im ersten Weltkrieg war es nur das Musizieren mit und für unsere Verwundeten, das mit einer Handvoll alter Vereinsmitglieder die Hoffnung auf Weiterbestehen des Orchestervereins leben ließ. Bäckermeister Willi Schragen, heute fünfzehn Jahre Vorsitzender ges Städt. Orchesteivereins, sammelte nach den Trümmern seines eigenen Hauses mit wahrem Idealismus auch die Trümmer des Orchestervereins. Wenn auch nur 15 Mitglieder den grausamen Totentanz überlebten, das musikalische Leben erneuerte sich wieder. Neue Mitglieder, vor allem jüngere Spieler, fanden sich zum Verein, und als der Ehrenvorsitzende Dr. Hans Kölsch im vergangenen Jahr das erste Nachkriegs-SinfonieKonzert eröffnete, hatte der Verein seine alte Stürke fast wieder erreicht. Nun rüstet sich der Verein für sein 40jähriges Stiftungsfest am 4. und 5. November. Ein Festkonzert, zu dem befreundete Orchestervereine(Bonn. Köln und Solingen) und ein namhafter Solist ihre Mitwirkung zugesagt haben, wird den glanzvollen Abschluß bilden. Sitzung des Gemeinderats Bad Neuenahr: Für kommenden Freitag ist im Hlotel„Stern“ eine Sitzung des Gemeinderates anberaumt. Amts-Haushalt 1950 genehmigt Bad Neuenahr: Der in unserer Ausgabe vom 30. Juni bereits umrissene Haushaltsplan des Amtes Bad Neuenahr. dessen Beratung die Amtsvertreter in ihrer Sitzung vom 28. Juni zurückgestellt hatten, wurde nunmehr genehmigt. Der Etat schließt ausgleichend mit 222 150 DM ab. Aus Rheinbrohl Kurzmeldungen aus Rheinbrohl Rheinbrohl: Weihbischof Metzroth trifft am kommenden Sonntag in der Pfarrgemeinde zur Spendung der hl. Finmung ein. Dem hohen Seelenhirten wird in der Pfarrei ein festlicher Empfang bereitet.— Im Gasthaus Winzerverein sprach in einer gut besuchten Versammlung der Kriegsbeschädigten Ministerialdirektor Bieroth über den Lastenausgleich.— Die Rheinbrohler Volksschule feierte am Dienstag ihr Schulsportfest, das gute Leistungen der Jugend brachte. — Schuhmachermeister Julius Röttgen erhielt durch die Kreisinnung anläßlich einer Innungsversammlung für 50jährige Tätigkeit im Handwerk eine Ehrenurkunde verliehen.— Nachdem in dieser Woche die Arbeiten zur Ausbesserung der Pfarrer-Volkstraße beendet werden, wird anschließend die Instandsetzung der Vogtstraße erfolgen. — Im Pfarrheim hielt Franziskanerpater Robbach einen Vortrag über Brasilien, der starkes Interesse fand.— Am kommenden Samstag treffen in Rheinbrohl ein MGV aus Duisburg und ein Kirchenchor ein. Untall auf der Hauptstraße Rheinbrohl: Eine Einwohnerin aus Hönningen wurde beim Ueberqueren der Straße so unglücklich von einem Lastkraftwagen erfaßt, daß sie mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Remagens Jugend— begeisterte Sportler Echte Sportbegeisterung herrschte bei dem Schulsportfest des Amtes Remagen. Jeder jugendliche Teilnehmer nahm seinen Sport„todernst“, und jeder, auch der kleinste, war bemüht, durch„große“ Leistung zum Siege zu kommen und in den Mannschaftswettbewerben seiner Schule bzw. Klasse zum Erfolg zu verhelfen. Höhepunkt aber war für alle die Siegerehrung. Stellvertreiender Bürgermeister Fortein wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Schulsportfestes hin. Er lobte den Einsatz der jugendlichen Wettkämpfer und überreichte mit anerkennenden Worten den Siegern den schlichten Lorbeerkranz, der sie noch viele Jahre an das Sportfest erinnern wird. Borkenkäfer fraßen ein Wäldchen auf Mehrere 100 Festmeter fielen dem Schädling im Rheinbacher Stadtwald zum Opfer Wenn man noch vor zwei Jahren die 1 km lange Lindenallee des Stadtparks im Süden von Rheinhach an der Studienan stalt St. Joseph vorbei durchschritten hatte und die nächsten Ausläufer des Stadtwaldes betrat, so eröffnete sich dem ruhesuchenden Spaziergänger ein wahres Idyll der Beschaulichkeit und Naturromantik: das an die„Freien Fluren der Weilerkante grenzende Tannenwäldchen“. Vor vielen Monaten mußte es der Bekämpfung der gefährlichen Borkenkäferp’age geopfert werden. Immer siegte die Liebe zur Musik Vierzig Jahre Städtischer Orchesterverein Ahrweiler— Bis heute 30 Sinioniekonzerte Bald wird es 40 Jahre, daß sich fünf begeisterte Musikliebhaber aus der Bürgerschaft Ahrweilers zusammensetzten, um regelmäßig gemeinsam zu musizieren. Schnell erweiterte sich der Kreis zu einem kleinen Orchester, das am 9. Oktober 1910 unter dem Namen„Musik-Klub Unité“ sein erstes Konzert wagte. Fünf Jahrzehnte auf treuer Wacht Goldenes Jubiläum der Freiwilligen Feuer wehr Bad Hönningen am 29. und 30. Juli Schwer neigen sich die Ahren zur Erde Die Zeit der Ernte hat begonnen— Man rechnet mit 53 v. H. Deckung des Brotbedarts „Wenn Jakobustag naht heran, man den Roggen schneiden kann!“ eagt eine alte Bauernregel, die auf hundertjähriger Beobachtung basiert. Auch heuer hat sie noch ihre Gültigkeit, wenn auch die klimatischen Bedingungen der Höhen- und Niederungslage und die günstigen Witterungsverhältnisse dieses Jahres den Zeitpunkt der „Ernte“ um einige Tage verschieben. Voll Sorgen hat der Bauer im vergangenen Herbst das Saatkorn der Erde anvertraut, sich an der aufkeimenden Saat erfreut und in den kalten Frostnächten darum gebangt. Unruhig beobachtete er das Wetter in den letzten Wochen, ob es die heranreifende Frucht bedrohe. Stolz schreitet er jetzt durch die Felder. Schwer neigen sich die goldgelben Aehren zur Erde, die er durch die Finger gleiten läßt. Sie haben gut„geladen“, dicht sitzt Korn an Korn. Sorgsam prüft er den Reifezustand: das Korn ist noch weich, doch nicht mehr milchig. Der schlanke Halm ist in der Sonnenglut bis zum letzten Knoten über der Erde weiß-gelb geworden. Es ist Zeit zum Schnitt, zur Ernte, die in unserem Bereich überall begonnen hat. Die Maschine verdrängte die Sense Die Schar der Schnitter und der Binderinnen mit dem rauschenden Klang der Sensen gehören der Vergangenheit an. Vielleicht kann man sie noch in einem kleinbäuerlichen Betrieb in den Höhengebieten sehen. Die Maschine hat sie verdrängt. Nur noch zum„Vormähen“, um einen Weg für die Maschine zu bahnen, holt der Bauer das „Sech“ vom Scheunenbalken herunter. Das Dreigespann der schweren Gäule und der Traktor ersetzen die Menschenkraft. Knatternd fährt das Messer mit der Vielzahl der Klingen durch die Finger des Mähbalkens, der sich durch das wogende Neer der Halme wühlt. Gleichmäßig fallen die Halme auf das Tuch des Selbstbinders, dessen sinnreicher Mechanismus sie zu Garben bindet und auf die Erde legt. Auch den Mähdrescher eieht man hier und da, bei dem die Halme über das Tuch der Mähmaschine sofort zwischen die Zähne der Dreschmaschine geleitet werden. Dabei wird auf dem Felde bereits die Spreu vom Weizen gesondert. der spicherfertig in Säcken zwischen den Reihen der Strohbündel steht. Eine gute Durchschnittsernte Geblieben wie in früheren Zeiten ist das Aufstellen der Garben in Hocken oder Puppen: um eine Mittelgarbe werden kreuzweise acht weitere gestellt. Eine zehnte Garbe wird als Hut darüber gesetzt, damit der Regen nicht so sehr die goldene Last der Aehren treffen kann. In diesen Hocken soll das Getreide eine weitere Reise— die Gelbreife— vor dem Drusch erhaiten. Es ist das letzte Stadium des Kampfes um unser tägliches Brot, den der Bauer in diesen Tagen führt. Man rechnet mit einer guten Durchschnittsernte, die uns etwa 53 v. H. unseres Brotbedarfes zur Verfügung stellt. Aus dem Kreise Euskirchen Motorsportklub gegründet Gemünd: In Gemünd wurde ein dem ADAC angeschlossener Motorsportklub gegründet, zu dem wohl der jüngste Sieg des Gemünder Nachwuchs-Rennfahrers Robert Hilger im Rennen„Rund um Schotten“ den letzten Antrieb gegeben aht. Vorsitzender wurde Heinrich Kattwinkel, stellvertretender Vorsitzender Ferdinand Zettelmeyer jun. und Motorwart Josef Kühn. Kreisverkehrsausschuß tagte Kall: Auf einer Arbeitstagung des Verkehrsausschusses des Kreises Schleiden führte Bürgermeister a. D. Töchters aus, daß die bisherige Aufbauarbeit weitgehend der Initiative des Hotelgewerbes und der örtlichen Behörden zu danken sei. Nun aber müßten eine großzügige Hilfe des Landes und des Bundes einsetzen, die es bisher an umfassenden Maßnahmen hätten fehlen lassen. In der Aussprache wurde lebhaft bemängelt, daß die Bundesbahn keine Sonderzüge in das Schleidener Eifelgebiet verkehren lasse und der Ausbau verschiedener Bahnhöfe und Strecken zu wünschen übrig lasse. Weiter wurde erneut für eine Freigabe des Urftseegebietes durch die Besatzungsmacht plädiert. Oberkreisdirektor Dr. Gerhardus kündigte das Erscheinen eines Werbeprospektes an, der in 100000 Exemplaren gedruckt werden soll. Pfarrer Hünerbein ist versetzt Neukirchen: Der allseits beliebte Pfarrherr der Kirchengemeinde Neukirchen ist mit Wirkung vom 1. August zum Seelsorger der Pfarrgemeinde in Oberdollendorf berufen worden. Nach einer über 15jährigen segensreichen Tätigkeit in Neukirchen ist der Abschied für Pfarrer Hünerbein besonders schwer. Der neue Geistliche wird Mitte August eingeführt. Weihbischof Metzroths Abschied von Linz Nach der Firmung in den übrigen Dekanatsgemeinden kehrt er zurück Linz: Nachdem am Dienstag die Firmung in der Linzer Pfarrgemeinde beendet war und Weihbischof Metzroth die Klöster besichtigt, die Prüfungen der Kinder vorgenommen, mit dem Kirchenvorstand und den Lehrpersonen der Volks- und Berufsschule Konferenzen gehabt und auch den Kleinen im Kindergarten einen Besuch abgestattet hatte, fuhr der hochwürdige Herr nach Ohlenberg, wo er ebenfalls zur Spendung der hl. Firmung feierlich empfangen wurde. Anschließend weilt der Bischof in den übrigen Pfarrgemeinden des Dekanats Linz und wird am Schluß der Reise wieder in Linz zur Schlußkonferenz eintreffen. Ausbau des Schwimmbades geplant Linz: Nachdem das Linzer Schwimmbad erst ver Beginn der diesjährigen Saison eine Erweiterung fand, soll im kommenden Jahr eine weitere Verbesserung erfolgen. Zunächst denkt die Leitung des Schwimmklubs an den Bau eines Kinder-Planschbeckens, dann soll am östlichen Ende der neu geschaffenen Liegewiese noch ein kleines Klubhaus erstehen. Man hofft, daß in absehbarer Zeit auch die Finanzierung gesichert ist, so daß die Arbeiten im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden können. Nach Regelung der Linzer Wasserversorgung aus dem Rennenbergtal, die jetzt durchgeführt wird, soll auch das Schwimmbad ausreichend Wasser erhalten. Sommerfest der Schwimmer Linz: Der Linzer Schwimmklub 1922 e. V. veranstaltet am kommenden Sonntag in den Räumlichkeiten des Freischwimmbades ein Sommerfest. Aus dem Linzer Sportieben Linz: Dem Neuaufbau des Linzer Sportlebens diente die außerordentliche Generalversammlung des VIB. Linz im Burgrestaurant Leber. Ludwig Schneider wurde bei der Ergänzungswahl zum Geschäftsführer gewählt. Nachfolgende Obmänner wurden neu- bzw. wiedergewählt: Fußball: Gottfr. Rotbrust, Handball: Paul Reuschenbach, Tisch-Tennis: Ludwig Schneider. Turnen: Peter Mertesacker. Leichtathletik: Peter Adams jr., Jugendobmann: Fritz Stahl. Kraftfahrlehrer kommen Linz: Die Kraftfahrlehrer Westdeutschlands treffen am kommenden Samstag mit 800 Teilnehmern in der Bunten Stadt zu einem Besuch ein. Es ist dies die 9. Fahrt der Gesellschaft nach Linz. Schwarwild auf der Linzer Höhe Linzer Höhe: Ueber starke Schwarzwildschäden auf den Aeckern der Linzer Höhe wird berichtet. Die Wildschweme treten oft in Rudeln auf und verwüsten die Kartoffelfelder. Man hofft jetzt, daß nach Lockerung der Jagdbestimmungen baid für Abhilfe durch Abschießen der Tiere gesorgt wird. DONNERSTAG GENBRAL-ANZEIGER 20. Juli 1930 Rheinbrücken- Thema mit Variationen Ein Brückenbauer übt eine hohe Kunst aus— Neue und alte Pläne Der Schöpfer der Bonner Brücke, Diplom-Ingenleur Arthur Kramer vom Stahlbau Rheinhausen, hat ein neues Thema des Brückenbaues im Rheinland angeschlagen. Und da es nach den unseligen Jahren der Zerstörung manche Brücke wiederherzustellen oder ganz neu zu erbauen gibt, ist es ein Thema mit Variationen geworden. der Brücke. Sie führt ohne die bogenförmige Schweifung des Unterbaues, der die Bonner Brücke so beschwingt, von dem flachen Koblenzer Ufer zu dem leicht erhöhten Ufer von Pfaffendorf hinüber mit Duisburg—Rheinhausen Die Duisburg-Rheinhausen-Brücke, die die Aufgabe hat, die großen Fernstrecken des Ruhrgebietes mit dem linken Rheinufer zu verbinden, wurde als Stabbogen-Brücke über den Strom gebaut. Aus der flachen Uferlandschaft führt die Fahrbahn der Brücke über viele Pfeiler heran, bis sich über einem letzten Pfeiler der Rheinhauser Seite der straffe Bogen erhebt und hinEingepaßt in die Bergkonturen: Koblenz Der Entwurf der Koblenzer Brücke ist dagegen Bonn unmittelbar verwandt. Die Bonner Brücke, an der Grenze von Mittelrhein und Niederrhein erbaut, strahlt in ihrer Wirkung nach Süden und Norden aus. Die Brücken von Koblenz und Wesel wollen wie die Bonner Brücke nichts andeKlassische Brücke des Flachlandes: Wesel überschwingt zum anderen Ufer. Der gespannte und kraftvolle Bogen ist gut hineinkomponiert in die industrielle Kulisse der Ufer, die Hüttenwerke und Zechen tragen. Wohl Technik wis sie, überwindet der Brückenbogen doch die Schwere des Materials und die Kühle des Rechnerischen Jurch seine ästhetische Wirkung. res sein als Straße, als Verbindung der Ufer und Menschen. Die künstlerische Aufgabe ist freilich unterschiedlich. In Koblenz steht die Brücke vor dem nahen Hintergrund der Berge und hat mit ihrer Kontur zu rechnen. Das belebte und zugleich enge Landschaftsbild verlangt letzten Verzicht auf eine eigene Form und Wirkung der mühelosen und edlen Leichtigkeit einer schönen Straße, die weder dem Strom noch der Landschaft irgendeine Gewalt antut. Wesel Die Weseler Brücke könnte die klassische Brücke des Flachlandes werden. Sie steht, wie schon erwähnt, im Kampf gegen eine Fachwerkbrücke, der sie wirtschaftliche und vor allem ästhetische Vorzüge gegenüberzustellen hat, die nicht übersehen werden können. Technisch und in der Bildwirkung der Koblenzer Brücke sehr nahestehend, ist sie dennoch nach anderen Gesetzen in die weite, konturlose Landschaft komponiert. Während in Koblenz die Berge das erste Recht haben, spricht hier die Brücke selbst als Akzent in der Landschaft an. Unter dem weiten Himmel, in der Endlosigkeit fliehender Ufer wirkt sie als ruhende, beständige und sichere Kraft. Ihre Länge— die Breite des Stromes und die Flachheit der Ufer verlangen eine Ausdehnung von 515 Metern und das Auftreffen auf den Widerlagern, geben ihr eine harmonische Ausgewogenheit. Das alles sind ästhetische Gesichtspunkte, die dem Rheinländer, der Strom und Landschaft liebt, sehr am Herzen liegen. Daß sich diese ästhetischen Gesichtspunkte mit den technisch und wirtschaftlich höchsten Ansprüchen vereinen, ist das Geheimnis des Brückenbaues und des ausführenden Werkes. Die Technik pflegt sich selten eines Namens in der Oeffentlichkeit zu rühmen, und das ausführende Werk wird oft vor dem Konstrukteur genannt. Aber die innere Verwandtschaft der Brücken wird doch die Werkstatt des Künstlers verraten, der sie entstammen. dr. th. Der künstlerische Vergleich mit der Musik ist erlaubt, weil ja der Brückenbau als eine der Hochformen der Technik Kunst ist. Denn wer anders als der Künstler vermöchte der Aufgabe des Brückenbaues gerecht zu werden, eine Aufgabe, die gestellt wird von der Landschaft und den Menschen, die darin leben. „Das menschlichste aller technischen Werke“, nannte Diplom-Ingenieur Kramer im Gespräch den Brückenbau. Und als menschliche und künstlerische Aufgabe erfüllt er die Aufträge, die ihm aus der Rheinlandschaft zuwachsen: den Bau der Duisburger Brücke, die eben vollendet wurde, den Bau der Koblenzer Brücke, der bald beginnen wird. Räumlich etwas ferner, doch dem großen Rahmen der westdeutschen Landschaft angehörend, folgt dann der Entwurf der Heidelberger Brücke. Und zeitlich ferner liegt der Entwurf der Weseler Brücke, der noch im künstlerischen und wirtschaftlichen Kampf gegen einen anderen Entwurf steht. Gewaltige Stabbogenbrücke: Duisburg—Rheinhausen Witsenamiteben Zuckerknappheit vor dem Ende Die in der letzten Zeit aufgetretene Zuckerknappheit wird nach Ansicht des Lebensmitteleinzelhandels schon in den nächsten Tagen behoben sein. Auch die hier und dort beobachteten Angstkäufe scheinen bereits wieder im Abflauen zu sein. Selbst vor dem Kriege waren oft während der Einmachzeit Schwierigkeiten in der Versorgung mit Zucker aufgetreten. In den nächsten Tagen werden jedoch— abgesehen von der Belieferung des Marktes mit Zucker aus der letzten deutschen Kampagne— große Lieferungen von Zucker aus der Tschechoslowakei eintreffen. Abschlüsse über weitere Zuckerimporte werden in Kürze getätigt. Wie ferner mitgeteilt wird, besteht wegen der großen Käufe von Oel in Dosen oder Reis kein Anlaß zu besonderer Sorge. Wenn an einzelnen Orten das Oel auch ausverkauft worden sei, so sei der Einzelhandel doch stets in der Lage, loses Oel in genügendem Maße anzubieten. vwd Starkes Kartotfelangebot in Westialen Münster.(Inw) Die Entwicklung auf den westfälischen Kartoffelmärkten ist zur Zeit sehr unterschiedlich. Die in der vorigen Voche anlaufende Befestigung der Preise hat 'ch auf den meisten Märkten nicht fortsetzen können. Einer geringeren Nachfrage steht ein ständig zunehmendes Angebot gegenüber. Das Selbstmarkten der Erzeuger hat an maßgeblichen Hauptverbraucherplätzen des Industriegebietes zu erheblichen Preisunterbietungen geführt. Dadurch ist der Großhandel vorsichtiger in seinen Einkäufen geworden. Sowohl in den Versand-, wie in den Empfangsgebieten sind Ueberstände laufend festzustellen. An den westfälischen Märkten wurde ein Erzeugerpreis frei Verladestation von.10 bis.40 DM je 50 kg. bezahlt. Grenzhandwerk in Not Nach dem Wirtschaftsbericht der Handwerkskammer für Oberfranken ist das Handwerk im nordostbayrischen Grenzland in bittere Not geraten. Das Arbeits- und Auftragsvolumen ist für die stark übersetzten Handwerksberufe viel zu knapp. Die sich bewerbenden Betriebe fallen, besonders in den Roh- und Ausbauhandwerken, rücksichtslos übereinander her. Schwere Klagen kommen über die zunehmende Schwarzarbeit und illegale Gelegenheitsarbeit. Außerdem lassen sich bereits Ansätze zu einer privilegierten Lehrlingszüchterei erkennen. Von Junghandwerkern, die die Gesellenprüfung mit Note I bestanden haben, ist ein erheblicher Teil mit der Beendigung der Lehre arbeitslos geworden. Bonner Erzeuger-Großmarkt Preise vom 19. Juli für je 50 kg in DM: Johannisbeeren rot 14,1—19,7 schwarz 23 bis 24, Stachelbeeren 14.—20,8, Himbeeren 33.—36, Kirschen süß 391—45, Schattenmorellen 24.—27,5, Pfirsiche II 57—64 Pflaumen 46—48,6, Klaräpfel 31.—37,6, Viktoriaäpfel 18—21, Birnen 17.—23, Aprikosen 55,3, Salat Stück.5, Weilkohl 2,8 bis .4, Rotkohl—4,4, Wirsing.—6,8, Blumenkohl Stück 36.5, Möhren—10, Erbsen 20, Strauchbohnen grün 13,8—16,5, Wachsbohnen 23—26, Speckbohnen 28.—29.5, Zwiebeln 10—12,5, Tomaten 22.—4, Essiggurken 14—19, Salzgurken 2,7—4,6, Salatgurken—4,7. Rhein.-Westfälische Börse Kassa-Kurse vom 19. Juli 1950 übermittelt von der Rheinisch-Westlälischen Bank, Filiale Bonn—(ohne Gewähr) Geld hölter im kües##s des Speoet Hintergründe des Vertrags-Pußballsports— Pressebesprechung mit dem BFV Es ist für einen aufrechten Amateursportler sehr schwer, sich mit den Gepflogenheiten des Vertrags-Fußballs vertraut zu machen. Geradezu unmöglich wird dies, wenn man erfährt, daß im Vertrags-Fußball nicht der Sport, sondern der Mammon oberstes Gebot ist und die Leistung. also der Sport Nebensache bzw. nur Mittel zum Zweck darstellen. Beweis: Der Westdeutsche Fußballverband erteilte für die kommende Saison nur den„alten“ Divisionären die Lizenz, die nachweisen konnten, daß sie in den 15 Meisterschaftsspielen der vergangenen Spielzet 35 000 DMI vereinnahmt haben. Wer das nicht konnte, flog raus(siehe BFV, Troisdorf, Bottrop usw.), und wer von den„Neuen“ den Beweis erbrachte, daß er diese Summe„im Rücken“ hat, kam herein(siehe VII. Köln usw.). Kann man beim Vertrags-Fußball überhaupt noch von Sport reden, wenn das alles der Wahrheit entspricht— und an ihr ist nicht zu zweifeln—, was auf einer Pressebesprechung mit dem Bonner Fußball-Verein in aller Offenheit ausgeführt wurde?— Vor ungefähr vierzehn Tagen erfuhr der BFV erstmalig von dem Beschluß des WFV über den„Ausstieg“ einiger Divisionäre. Der Vorstand erhob gegen diesen Beschluß schärfsten Einspruch, insbesondere auch deshalb, weil man ihn dazu vorher nicht gehört hatte. Man lese und staune! Bezirksvorsitzender Kierdorf, der zugleich auch Mitglied des Verbandsvorstandes des WFV ist, teilte dem BFV mit, er solle Einspruch gegen den Beschluß des WFV tun. Durch Vermittlung eines Vereinsmitgliedes ließ Dr. Bauwens, der Vorsitzende des Deutschen und des Westdeutschen Fußball-Verbandes— man möge dies festhalten— dem BFV mitteilen, es werde ihm Gelegenheit zu einer Aussprache gegeben. Vorstandsmitglieder des BFV fuhren daraufhin nach Duisburg. Nachdem man sie und die Vertreter anderer„Abstiegler“ anderthalb Stunden hatte warten lassen, teilte man ihnen „zwischen Tür und Angel“ mit, eine Intervention gegen den Beschluß des WFV sei zwecklos. Auf Beschluß der Jahreshauptversammlung des BFV erhob man— der General-Anzeiger teilte es bereits am nächsten Tage mit— nochmals schärfsten Protest bei Dr. Bauwens und beim WFV. Dr. Bauwens begnügte sich mit der Feststellung, daß er zu einer Entscheidung nicht kompetent sei. Der WFV hat bis heute noch nicht geantwortet. BFU wieder Amateur „Der Bonner Fußball-Verein hat sich nun mit der Tatsache abgefunden, in der kommenden Saison in der höchsten AmateurLiga zu spielen“, sagte Vereinsvorsitzender Paul Ahl auf der Pressebesprechung und betonte, daß trotz dieses schweren Rückschlages, der am 27. Juli eine Neuwahl des Vereinsvorstandes erfordere, keine wesentlichen Abgänge, aber mehrere„interessante Zugänge“ zu verzeichnen seien. Ollene Worte Offen und ohne jedes Versteckspiel gestaltete sich auch die Aussprache. Die Haare stiegen einem zu Berge, als man von den Disziplinlosigkeiten einiger Spieler erfuhr, und auch wie eine„weise“ Verbandsführung es dem BFV unmöglich gemacht hat, sich rechtzeitig mit Vertragsspielern„einzudecken“ und alles tat, den Bonnern Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Erfreulich die Feststellung, daß der Mumm des alten Pioniers im westdeutschen Fußballsport keineswegs gebrochen ist, daß man alle Fehler und Schwächen rückhaltlos einsieht und daß der BFV mit frischem Mut an die neuen Aufgaben herangeht. Die neuen Alten In einer Spielerbesprechung haben, wie Jupp Gisbertz mitteilte, sich folgende Spieler bereit erklärt, auch in der kommenden Saison für den BFV als Amateure mitzutun: Büssgen, Proske, Juchem, Krahe, Miesen, Höver, Spruß, Ostermann, Bramscheid, Sammer, Harth, Freriks, Stendge, Münch, Walbroel, Pohlen, Adams, Hausmanns, Berchem und Schneller. Wolff hatte sich bis gestern eine Bedenkzeit ausgebeten, und der Spieler Otto von Horst-Emscher hat bereits in Bonn Wohnung bezogen. Ein Problem allerdings ist noch die Platzfrage. Die Stadt hat dem BFV das Gelände an der Friedrich-Ebert-Allee gekündigt und ihm das Gronau-Stadion angeboten. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Manches Kritische wäre zu der genzen Angelegenheit und auch zu der„Divisionsrolle" des BFV zu sagen. Warum aber Stellung nehmen zu der Vergangenheit! Hoffen wir, daß der BFV als Amateur sportlich wieder der Verein wird, von dem man spricht.—haf— „Jeteekationate LielLaltrt Zum„XIII. Großen Preis von Deutschland“ auf dem Nürburgring Aus Anlaß der Internationalen Rennen um den„XIII. Großen Preis von Deutschland für Rennwagen“, den„Großen Preis von Deutschland für Sportwagen“ und des „Nationalen Rennens für Kleinstwagen der internationalen Formel III“ am 20. August auf dem Nürburgring hat der AvD eine„Internationale Zielfahrt für alle zum Großen Preis von Deutschland“ ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind alle Kraftfahrer — ohne Rücksicht darauf, ob sie einem Automobilclub angehören oder nicht— auf Personenwagen, Krafträdern, Seitenwagenmaschinen und Omnibussen, die in der Zeit von Samstag, den 19. August, 12 Uhr, bis Sonntag, den 20. August, 16 Uhr, die Zielkontrolle auf dem Nürburgring passsieren. Sämtliche Teilnehmer erhalten die künstlerisch ausgeführte Plakette des Großen Preises von Deutschland. Den Automobilund Motorradclubs mit der größten Teilnehmerziffer winken wertvolle Ehrenpreise. Der Nennungsschluß ist am 10. August. Die Ausschreibung ist bei der Sportabteilung des A. v. D. in Frankfurt a. Main, Fürstenberger Straße 27, kostenlos erhältlich. Für die drei Rennen liegen dem A. v. D. bereits drei Tage vor Meldeschluß über 100 Meldungen aus Deutschland, Frankreich, England, Italien, Holland, Belgien, Spanien, Schweden, Amerika und Argentinien vor. Unter den Teilnehmern befindet sich die gesamte internationale Rennfahrerelite, so daß am 20. August auf dem Nürburgring ein harter Kampf um den Siegeslorbeer entbrennen wird. Dies ünd das- kürg gesaft Zum Auswahllehrgang eingeladen Die Poppelsdorfer Handballspielerin Fräulein Bongenberg wurde vom Westdeutschen Handballverband zusammen mit 34 anderen Spielerinnen zu einem viertägigen Lehrgang vom 10. bis 13. August nach Duisburg eingeladen. Der Lehrgang, der im WFV-Verbandsheim abgewickelt wird, dient der Zusammenstellung einer westdeutschen Frauenhandball-Auswahlmannschaft zum Repräsentativkampf gegen Norddeutschland am 13. August ins Dinslaken. Poppelreuther in Dellbrück 17„verträgliche“ Spieler in der Saison 50/51 Die Dellbrücker„Preußen“ haben ihre Vertragsspielermannschaft einschließlich Auswechselspieler nun komplett. In der Saison 1950/51 spielen im schwarzweißen Preußendreß: Herkenrath, Habets, Paffrath, H. Schlömer, W. Schlömer, Drost, Schmidt, Hardt, Severin, Fischer, Mülfarth, Jung, Hübbecker, Poppelreuther(bisher Godesberg), Höher (bisher Leverkusen), Hohl(Vingst 05) und Voigt(Rotweiß Oberhausen).— Im übrigen hat sich auch der Dellbrücker Vorstand geändert. Zum 1. Vorsitzenden wurde Direktor Wilhelm Ascheid gewählt. Sein Stellvertreter ist der bisherige 1. Vorsitzende Jakob Frings. Butscheld oder Rieker? Der 1. FE Köln, der jetzt auch den früheren Offenbacher Torhüter Rieker unter Vertrag genommen hat, beginnt die neue Spielzeit am 2. August mit einem Treffen gegen den SC West Köln im Müngersdorfer Stadion. Am 5. 8. ist der FK Pirmasens, am 13. 8. der deutsche Meister VIB Stuttgart und am 19. 8. der österreichische Meister Austria Wien in Köln zu Gast. Tura Bonn macht Ausflug Am 6. August startet die Bonner Tura mit einem Sonderdampfer einen Ausflug nach Braubach. Viele Ueberraschungen sind vorgesehen. Bonner Handballer wandern Der Endenicher Torhüter Duell und Peters vom VfI. Poppelsdorf haben sich der Polizei Köln angeschlossen. Dransdorf betreibt Leichtathletik Am Sonntag trägt Tus Dransdort auf selnem Sportplatz Leichtathletikkämpfe aus. Die Kämpfe werden als Vereinsmeisterschaft gewertet und kommen in vier Klassen zum Austrag. Ferner ist der Wandersport im Tus Dransdorf wieder aufgelebt. Peter Müller— Stribbling am 29. Juli in Köln Der schon seit Wochen geplante Kampf zwischen Peter Müller und dem amerikanischen Kirsch-Schützling Ken Stribbling, der Meister Hans Stretz und den starken Hamburger Hans Schellmann deklassierte, scheint sich zu verwirklichen, nachdem der Manager von Peter Müller den Kampf vertraglich bereits gesichert hat. Man ist allgemein der Ansicht, daß Ken Stribbling Peter Müllers schwerster Gegner wird. Weitere Paarungen der am 29. Juli in Köln stattfindenden Boxveranstaltung sind: Chambraud(Frankreich)— Sänger(Celle), Lapourelle(Frankreich)— Besselmann(Köln), Ferdi Raeschke— Münnighoff(Köln) und wahrscheinlich Burl Charity:— Kuddel Schmidt. TV Wormersdorf im Jubeljahr Der Wormersdorfer Turnverein, der gegenwärtig wieder eine aktive Handballmannschaft zur Verfügung hat, feiert in den ersten Augusttagen sein 30. Stiftungsfest. Bonn— Hamburg Bonn und Hamburg haben für den 8. Aug. nach Bonn(Viktoriabad) einen SchwimmStädtekampf vereinbart, Hamburg gewann die beiden ersten, Bonn die letzte der drei Begegnungen nach dem zweiten Weltkrieg. Schwedische Handballer in Kuchenheim Der Oberliganeuling TV Kuchenheim verhandelt mit einem bekannten schwedischen Verein zum Abschluß eines Spieles in Kuchenheim. Das Spiel soll in Kürze ausgetragen werden. Selbstmord wegen Niederlage In Rio de Janeiro verstärkten sich die Gerüchte, daß Brasiliens Mittelläufer Danilo wegen der Niederlage seiner Mannschaft und damit seines Landes bei den Fußballweltmeisterschaften in Rio Selbstmord begangen habe. Die Gerüchte wurden jedoch bisher nicht bestätigt. Aus bresilianischen Geschäftskreisen verlautet, daß man noch niemals einen so schwarzen Montag erleht habe. Es wurde praktisch nichts getan. Dagegen sind die Peierlichkeiten in Monteviden immer noch nicht beendet. Als Folge dieser Festlichkeiten sind bereits einige Tote zu beklagen. DONNERSTAG GENERAL-ANZEIGER 20. Juli 1950 NEUIGKEITEN- Luut gemischt Wanderscheck seit 1918 Große Augen machte kürzlich ein Engländer in Damaskus, els er bei der Bezahlung einer größeren Rechnung als Wechselgeld einen auf eine englische Bank ausgestellten Scheck im Werte von fünf Pfund Sterling erhielt. Dieser Scheck trug als Datum die Jahreszahl 1918— der Aussteller war ein englischer Offizier. Seitdem kursierte der Scheck durch die Bazare und Märkte des nahen Ostens, ohne jemals der Bank vorgelegt zu werden. Stalin schwer aufzuhängen Ein altes Moskauer Ehepaar hatte von dem kommunistischen Parteikomitee seiner Fabrik für langjährige treue Dienste ein gewaltiges Stalinbild geschenkt bekommen. Einen Tag nach der Verleihung wandte sich das Ehepaar schüchtern an das Komitee und fragte, was es mit dem Portrait anfangen sollte.„Hängt es, Genossen, an einem Ehrenplatz in eurem Heim auf.“„Das haben uns auch alle Preunde gesagt, aber es ist ein wenig schwierig für uns, sehen Sie, wir haben keine Wand, unser Teil des Zimmers liegt genau in der Mitte.“ Eine Flasche Im Jahr Der Bauarbeiter Bernard Needham aus Sheffield hatte in total betrunkenem Zustand einen Einbruch verübt und stand nun vor dem Richter, der ein hartes Urteil fällte: drei Jahre muß Bernard das Wirtshaus strengstens meiden. Nur einmal im Jahr darf ihm seine Frau eine, Flasche Bier mit nach Hause bringen. Barrikade der Hausfrauen Chicagoer Hausfrauen sperrten eine verkehrsreiche Straßenkreuzung im Südwesten der Stadt und weigerten sich, Fahrzeuge irgendwelcher Art durchzulassen, da der Staub ihre Wäsche verderbe. Einige StraBen in diesem Stadtbezirk sind mit losem Kies bedeckt. Die Stadtverwaltung hat eine Untersuchung versprochen. Man muss auch zuhören können Kleine Schule des guten Benehmens: Wir sind eingeladen Wenn es ganz vornehm zugeht, erhält man eines Tages einen kleinen Brief, in dem steht, daß Herr X und Frau Y sich die Ehre geben, zum Tee oder zu einer kleinen Abendgesellschaft zu hitten. Diese Einladung — heute benutzt man dafür häufig das Teleson— muß man in spätestens einer Woche schriftlich beantworten, indem man sich bedankt und zusagt oder eine Absage stichhaltig begründet. Zum Tee wählt man ein dreiviertellanges Flachmittagskleid, wenn möglich mit passendem Mantel, zur Abendgesellschaft ein kleines Abendkleid(mit einfachem Abendmantel), wogegen das große Abendkleid feierlichen Anlässen vorbehalten bleibt. Der Herr wird nachmittags einen dunklen Anzug und abends einen Gesellschaftsanzug tragen. Blumen Mit leeren Händen wird kein höflicher Gast zum Fest erscheinen, es sei denn, er hätte kurz vorher einen Blumenstrauß mit seiner Visitenkarte versehen, durch ein Blumengeschäft den Gastgebern ins Haus geschickt. Sonst aber wird der Herr der Dame des Hauses ein paar schöne und kostbare Blumen überreichen. Man wählt am besten Nelken oder die Lieblingsblumen der Hausfrau. Nur rote Rosen, die noch immer als Symbol der Liebe gelten, dürfen es nicht sein. Außerdem darf man nicht vergessen, die Blumen vorher aus dem Papier zu nehmen. Man begrüßt zuerst die Gastgeber, indem man nochmals für die Einladung dankt, und dann die anderen Gäste. Wenn die Hausfrau zu Tisch bittet, folgt man ihr mit seiner Tischdame, der man auch in der Unterhaltung die größte Aufmerksamkeit widmet, ohne den anderen Nachbarn und sein Gegenüber zu vernachlässigen. Die Kunst der Unterhaltung besteht übrigens auch darin, daß man den anderen ebenfalls zu Wort kommen läßt, zuhören kann und nicht nur immer selbst redet. Man nimmt nicht eher am. Tisch Platz, bis die Hausfrau sitzt, und wartet mit dem Essen, bis sich alle Gäste bedient haben und die Hausfrau anfängt. Spielt dann die Musik zum Tanz auf, muß der erste Tanz des Herrn seiner Tischdame gehören. Danach wird er sich der Frau und Tochter des Hauses widmen. Es ist selbstverständlich, daß er jede Dame, die tanzt, einmal dazu auffordert. Der Herr tut es durch eine stumme Verbeugung. Wer vorzeitig die Gesellschaft verlassen muß, wird sich dafür beim Gastgeber entschuldigen. Im übrigen gibt die älteste Dame das Zeichen zum Aufbruch, und die anderen Gäste schließen sich ihr an. In größeren Gesellschaften braucht man sich nur von den nächsten Gästen und von den Gastgebern zu verabschieden. Es ist Brauch, den Hausangestellten ein Trinkgeld zu geben. Am nächsten Tag Seine Tischdame geleitet man nach Hause oder zumindest zum nächsten Verkehrsmittel und wartet, bis sie abgefahren ist. Sollte der Herr ein Taxi bestellen, wird zuerst die Dame nach Hause gefahren. Und am nächsten Tag darf man nicht vergessen, sich noch einmal telefonisch für den netten Abend zu bedanken. Außerdem: Ehepaare, die eine Einladung annehmen, sollten daran denken, daß sie sich bei ihren Gastgebern einmal revanchieren müssen, indem sie die Gastfreundschaft durch eine eigene Einladung erwidern. Aktien: Für die Umstellung der Aktien nach der Währungsreform ist ein einheitlicher Satz nicht gegeben. Die Kurswerte sind verschieden und schwankend. Ostwerte dürften als verloren anzusehen sein. Bei den Westwerten kann man im Durchschnitt mit einem Kurs von 30 bis 40 Proz. rechnen. Ellbote: Ob Sie den Reparaturvertrag des Radios lösen können, hängt vom Inhalt des Vertrages ab. Wir empfehlen, den Vertrag einem Rechtskundigen vorzulegen. G. Sch..: Die Unterhaltspflicht der geschiedenen Eltern gegenüber den Kindern ist von der Wiederverheiratung des einen oder anderen früheren Ehegatten unab. hängig. Die Partner der neuen Ehe sind jedoch gegenüber den Kindern aus der früheren Ehe nicht unterhaltspflichtig. Ihr Mann kann seine Unterhaltsleistung nur im Rahmen des§ 323 2PO herabsetzen lassen. Hierzu wäre Abänderungsklage beim Amtsgericht erforderlich.— Für die Abdeckung der Reparaturkosten der Wohnung bei vorzeitigem Auszug ist in erster Linie der Vertrag maßgebend. Ueblich war die Regelung dahin, daß der Mieter, der die Reparaturkosten aufgebracht hat, berechtigt sein sollte, bis zur Abdeckung der Kosten selbst die Wohnung zu benutzen oder unterzuvermieten. Alter Abonnent.: Die Ihnen zustehenden Ansprüche ergeben sich aus§ 4 des MschG. Dort ist geregelt, unter welchen Gesichtspunkten der Vermieter die Räumung wegen Eigenbedarfs erzwingen kann, und welche Ansprüche Ihnen in diesem Falle zugebilligt werden können. Die private Kündigung ist im übrigen ohne Rechtswirkung. Wir empfehlen, sich beim Amtsgericht auf Räumung verklagen zu lassen, um innerhalb des Verfahrens eine Regelung der Ihnen zustehenden Ersatzansprüche zu finden. Unwissende 1901: Die Kosten der Auswechslung des Zwischenzählers dürften vom Eigentümer zu tragen sein. VON STEPHAN SARTER SPRACH DIE GANZE WELT— LEBEN WIE EIN ROMAN 6. Fortsetzung Ein Tatsschenbericht von Joh. ignes Schmitz In neugotischen Fenstern läßt er 51 der berühmtesten Männer und Frauen aus der Zeit- und Kunstgeschichte aller Länder verewigen. Dichter und Sänger, Erfinder und Staatsmänner, Könige und Heerführer sind hier vertreten. Unter ihnen auch der jüngste der großen Europder: Ferdinand von Lesseps. Der Nibelungensage wird eine besondere Halle gewidmet, die an den Empfangssaal grenzt gegenüber dem großen festlichen Speisesaal, den der Münchener Mia: ler Prof. Wagner mit Jagdszenen ausschmückt. Prof. Keller(Karlsruhel malt die Einholung des Grundsteins zum Kölner Dombau vom Drachenfels für die Stirnseite des Treppenhauses, in deren Gewölbezwickel die Herrschergestalten großer deutscher Kaiser thronen. Die andere Seite ziert das Monumentalgemälde des Münchener Malers Heim, die Hochzeit einer englischen Fürstentochter mit einem Kölner Patrizier darstellend. Dem Ritter, der hoch zu Roß den Helm zum Gruß erhebt, gibt der Maler die Züge des kunstsinnigen Schloßherrn. Würdig fügt sich der Musiksaal mit seiner kostbaren Holztäfelung in diese Flucht prunkvoller Schloßräume ein. Fünf Millionen soll Sarter dieses Märchenschloß gekostet haben. Auf dem Gipfel des Glückes Stephan Sarter hat sein Ziel erreicht. Wird er nun, wie er's sich erträumt. Einzug halten in dieses Märchenschloß seiner rheinischen Heimat? Wird er die Jugendgeliebte, mit der nun eifrig korrespondiert, als seine Gattin heimführen in dieses schönste aller Schlösser? In Paris hält es ihn nicht länger. Die Unruhe treibt ihn weg. Er braucht ein paar Tage der Entspannung. Wieder trifft er seine Cilli. Sie fahren gemeinsam zum Drachenfels, besichtigen den Bau, prüfen Pläne und Entwürfe. Die Geliebte vernag das Glück nicht zu fassen. Schweigena schreitet sie neben Stephan durch die weiten Hallen. Sie beobachtet ihn, wie er vom Turmfenster sinnend hinunterschaut auf den Strom. Weiß sind seine Schläfen. Tiefe Furchen ziehen sich über die hohe Stirn. Arbeit und Kampf prägten diese Züge. Plötzlich wendet Stephan den Blick. Er schaut sie an, wie wenn er aus ihren Augen eine Antwort auf geheime Sorgen lesen wollte.„Bist Du zufrieden. Cilli?“ fragte er. Sie schweigt.„Nun, Mit fünfzig Jahren kann man wohl kaum mehr noch vom Leben erwarten. Es scheint, daß ich auf dem, was man Gipfel nennen kann, angelangt bin“. „Wirst auch Du Deine Grenze erkennen, Stephan?“ unterbricht sie ihn. Märchenschloß Stephan schrickt zusammen. Er fühlt, daß die Frage sich auf das Vergängliche des Seins, dem er wie jeder Sterbliche unterworfen ist, bezieht. Er zwingt sich zu einem Lächeln und verscheucht die Gedanken an das Morgen und Uebermorgen.„Laß uns das Glück kosten, das wir uns errungen haben“, ruft er pathetisch aus und wieder glänzt in seinem Blick eine jungenhafte Tatenlust, als er die Geliebte in seine Arme schließt und er ihr nun wie einst im sprudelnden Uebermut sein Herz zu Füßen legt. Er führt sie durch die Turmzimmer und die weiten Hallen des Schlosses, durch die Wirtschaftsräume. Oekonomie- und Bedientenhäuser und hinunter in den herrlichen Park. Noch werken die Arbeiter und Künstler in diesem Märchenschloß, noch zieht die Eselkarawane bergauf, bergab. Wieder kehrt Stephan Sarter nach Paris zurück. Der Ruhelose stürzt sich aufs neue in seine Arbeit. Lesseps braucht Gelder für seinen Panama-Kanal. Sarter ist an diesem Geschäft wenig interessiert. seitdem er sich seinem Drachenburg-Plan verschrieben hat. Zudem ist er an den Börsen in Paris. Berlin und London so stark engagiert, daß er es sich versagen muß, größere Mittel für Panama-Antelle flüssig zu machen. Wohl unterstützt er des Projekt in seinem Blatt und läßt nicht nach, das Bürgertum Frankreichs am Kauf der Aktien zu interessieren. Noch einmal weilt er 1880 in Düsseldorf. Ein sanfter Tod hat Mutter Karoline erlöst. Neue Geschäfte Die Aufgaben im Direktorium der SuezKanal-Gesellschaft zwingen ihn zur Rückkehr. Neue Geschäfte bahnen sich an. Auf dem internationalen Finanzmarkt braucht man seinen Rat und seine Hilfe. Schon 1876 hat er sich für die Pariser Regierung für die Konvertierung der französischen Staatsrente eingesetzt. Der Panama-Kanal erfordert ständig neue Mittel. Die Aufgaben fesseln ihn. Er kann sich nicht mehr losreißen. Fast vergißt er sein Märchenschloß am Rhein, das seiner Vollendung entgegengeht. Er vertraut seinem Glück, unternimmt kluge Gegenpol in dem dämonischen Spiel det Kräfte, dem er sich hingibt. Sie weiß um Sarters Jugendliebe und seine Absicht, das kleine Mädchen vom Rhein demnächst als Schloßherrin heimzuführen. Aber es erscheint ihr wie eine romantische Anwandlung, der sich die Deutschen so gern hingeben. Sarter braucht eine geistvolle, lebenserfahrene Frau. So wähnt sie sich sicher ihres Glückes. Die Ereignisse in Sarters Leben überstürzen sich. Im Mei des Jahres 1881 überreicht ihm der deutsche Botschafter in Paris eine Urkunde des Herzogs Georg von Sechsen-Meiningen, mit der er in den erblichen Freiherrnstana erhoben wird. Europäische Fürstenhöfe, denen er als Finanzberater Dienste geleistet hat, ehren ihn durch hohe Auszeichnungen. Das Jahr 1882 sicht ihn wieder am Rhein. Königswinter feiert den reichen Baron und Schloßherrn. Beim Schützenfest der Sebestianus-JungDas Schloß unter dem Drachenfels Dieses Märchenschloß hoch über dem Rheinstrom— in damaligen Zeiten der kühnste Traum aller Glückshungrigen— baute Stephan Sarter. Heute weiß man nicht“ recht was man mit sovie Pseudoromantik an fangen soll. Schachzüge an den Börsen und kassiert phantastische Gewinne. Dieses fast schon verwegene Spiel mit hohen Einsätzen ist ihm zur Leidenschaft geworden. Weit hält er seine Freunde von sich ab. Nur eine Pariserin, eine Frau von ungewöhnlicher Schönheit und bezauberndem Esprit, ist seine Gefährtin in den stillen Stunden. Mit dem Charme ihrer Jugend und ihrer mütterlich-hingebenden Sorge beglückt sie den Rastlosen. Seit er sie kennenlernte, sind schon Jahre vergangen. Sie begleitet ihn zu den Banketts und Festbällen, zur Oper und ins Theater, wo immer sich die vornehme Gesellschaft der Weltstadt trifft. Sarter hat ihr eine entzückende Villa im Bois de Boulogne gekauft und mit dem reichstem Komfort eingerichtet. Sie ist der gesellen-Schützengesellchaft zieht er als König durch das geschmückte Städtchen. Zwei Jahre später ernennt ihn auch die Bonner St. Sebastianus-Schützengesellsche. zum Ehrenmitglied. Der Schloßbau ist vollendet. Baron von Sarter ladet erlauchte Gäste zur festlichen Einweihung. Mit einem Vierspänner läßt er seinen alten Lehrherrn aus Köln herüberholen. Salutschüsse und wehende Fahnen grüßen. Sarter empfängt seine Gäste. Er ist ernst und schweigsam. Die ihn kennen, wissen, daß sich hinter der äußeren Höflichkeit, mit der er als Schloßherr bei dieser Feier seines Amtes waltet, ein heimlicher Schmerz verbirgt. Fortsetzung folgt. Der Ratschlag der Toten Ein Schelmenstück vo n Leonid Solowjow Eines Tages kehrte Chodscha Nasr ed-din, der orientalische Eulenspiegel, aus einer türkischen Stadt in sein Heimatdorf zurück. Er war müde und legte sich am Ufer eines Flusses nieder, um ein wenig zu rasten. Das gleichmäßige Rauschen des Flusses schläferte ihn ein; der Wind trug den Duft der Blumen herbei, er schlummerte süß und träumte, er sei gestorben.„Wenn ich tot bin“, dachte er,„dann darf ich mich nicht bewegen und darf die Augen nicht öffnen.“ So lag er lange mit geschlossenen Augen auf dem weichen Rasen und fand das Totsein recht erfreulich. So still und so friedlich lag man da und hatte keine Sorgen, wie sie einen im irdischen Leben verfolgen. Einige Wanderer gingen vorüber, erblickten Chodscha Nasr ed-din, und der eine sagte: „Schaut, da liegt ein Mohammedaner.“ „Er ist tot“, fügte der andere hinzu. „Man muß ihn ins nächste Dorf tragen, damit er gewaschen und würdig bestattet wird“, schlug der dritte vor und nannte das Dorf, das Chodscha Naar ed-din ohnedies erreichen wollte. Die Männer schlugen einige junge Bäume ab, fertigten eine Tragbahre an und legten Chodsche Nasr ed-din auf die Bahre. Lange trugen sie ihn. Regungslos lag er da, mit fest geschlossenen Augen, nicht anders als ein Toter, dessen Seele schon en die Pforten des Paradieses klopft. Plötzlich blieben die Männer mit der Tragbahre stehen und gerieten in Streit darüber, wo sich die Furt wohl befände. De: eine meinte, sie sei rechts, der andere, links. der dritte schlug vor, geradeaus zu gehen. Chodscha Nasr ed-din öffnete nun ein wenig die Augen und sah, daß die Männer Just an der gefährlichsten Stelle, des Flusses standen, wo dieser so tief und reißend war, daß schon manch Unvorsichtiger dort ertrunken war.„Um mich mache ich mir keine Sorgen“, dachte Chodscha Nasr ed-din. „denn ich bin ja tot, und mir ist es gleich, ob ich im Grab liege oder im Fluß; doch diese Wanderer, die muß ich warnen, sonst sie meinetwegen in Gefahr ger ten. Das wäre äußerst undankbar von mi Er setzte sich auf, wies mit der Hand die Richtung der Furt und sprach mit schw cher Stimme: -0, ihr Gläubigen, als ich noch lebt überquerte ich den Fluß stets unterha dieser Pappeln.“ Dann schloß er wieder die Augen. D Wanderer bedankten sich bei Chodsc Nasr ed-din und schleppten ihn, laut fi sein Seelenheil betend, weiter. Osterreich an— letster Stelle Unaufhaltsam geht die Kulturk rise weiter— Theater-Misere Die Wiener Privattheater stehen nach etlichen erfolglos verlaufenen Sanierungsaktionen wieder einmal vor dem völligen finanziellen Zusammenbruch. Bine Abordnung ihrer Betriebsräte unter der Führung des Präsidenten der Bühnengenossenschaft sprach dieser Tage beim Bürgermeister der Stadt Wien wegen einer Erhöhung der aus den Mitteln des sogenannten„Kulturgroschen“ stammenden Subventionen vor, um den Bühnen wenigstens einigermaßen über ihre augenblickliche Krise hinwegzuhelfen. Das Ergebnis der Besprechungen war negativ. Zahlen Inzwischen ist der Umfang dieser Theaterkrise auch ziffernmäßig etwas genauer errechnet worden. Der jüngste Monatsbericht des Oesterreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung stellt fest, daß der Theaterbesuch in Wien im 1. Quartal 1950 gegenüber 1949 um 23 Prozent und gegenüber 1948 um 38 Prozent zurückgegangen ist. Und weil in der gleichen Zeitspanne auch das Kino um 9 bzw. 14 Prozent weniger Interesse gefunden hat, sind natürlich die Erträgnisse des Kulturgroschens, der ja in der Hauptsache von den Kinobesuchern aufgebrac wird, gleichfalls von Monat zu Monat g ringer. Kleine Gagen Das Wiener Zentralorgan der Oeste reichischen Volkspartei, also der stärkste Regierungspartei, hat in einer Rückschau a die heutige Spielzeit erklärt, daß sich d. österreichische Theater, geführt von den be den Staatsbühnen, im gesamtdeutschen G biet zwar restlos durchgesetzt hat und de Oper und Burg die anerkannt ersten Enser bles sind. Im Widerspruch zu der Geltur der Schauspieler und Sänger stünden ab die Gagen. Die an den Privattheatern wi kenden Künstler— und es handle sich d. bei oft um Könner von hohem Rang— sir kaum mehr imstande, die Wohnungsmiet zu bezahlen und befinden sich so wie viel Maler und Bildhauer trotz des Kulturgre schens in einer äußersten Notlage. Abe auch die Staatsbühnen seien nicht in de Lage, ihre prominenten Künstler halbwec zu bezahlen. Es sei daher verständlich, de überall die Gefahr der Abwanderung gerac der besten Kräfte in die Konkurrenzlände bestehe. Diese Länder wären aber nicht mehr Amerika, England und Italien, sondern vor allem Deutschland, wo Schauspieler und Sänger zwei- bis dreimal so hohe Gagen erhalten wie in Oesterreich. Musik Nicht viel besser steht es übrigens mit der österreichischen Musik. Die führenden österreichischen Komponisten richteten dieser Tage den„dringenden Appell an alle für das Musikleben verantwortlichen Stellen, das lebende österreichische Schaffen in einem Ausmaß zu berücksichtigen, wie es das Ausland für seine Komponisten schon längst tut“. Die Lage der österreichischen Komponisten, so heißt es da, sei in künstlerischer und wirtschaftlicher Beziehung unverdientermaßen weitaus schlechter als die der Komponisten der anderen Länder. Um das Bild der österreichischen Kulturkrise zu vervollständigen, sei sch.ießlich noch die„Wiener Universitätszeilung" zitiert. Das Blatt kommt in einer Uebersicht über die staatlichen Dotationen der Kultur in den verschiedenen Ländern zu dem erschütternden Ergebnis, daß Oesterreich hier zusammen mit Griechenland— nicht nur in Europa, sondern in der Welt an letzter Stelle steht. Während, um wahllos etliche Beispiele herauszugreifen, Polen 10 Prozent seines Gesamtbudgets für kulturelle Zwecke aufwendet, Brasilien 12 Prozent und sogar die Türkei 14 Prozent, beträgt das Kulturbudget Oesterreichs sage und schreibe 0,6 Prozent seiner gesamten Staatsausgaben. Drei Anekdoten Der Stolz des Dorfes „Bis vor kurzem“, so erzählte der Reiseführer den Fremden,„hatte unser Dorf den stolzen Besitz einer ällesten Einwohnerin. In der vergangenen Woche ist sie aber gestorben.“ Halbe- halbe „Tante Anna hat 50 Mark geschickt“, berichtete die glückliche Nichte ihrem Mann. „Sie wollte so gern unsere Zwillinge sehen und fragt nun an, ob wir sie ihr nicht am Sonntag schicken könnten.“ „Da schicken wir doch am besten Johannes allein“, meinte der Vater..25 Mark behalten wir für uns. Für Tanté Anna macht es nichts aus, weil Rudolf doch auf's Haar genau so aussicht wie Johännes.“ Der Gegenbeweis „Angeklagter, das Gericht muß natürlich beim Urteil auch die Tatsache in Rechnung stellen, daß Siemehrfach vorbestraft sind. Ist Ihnen das klar?“ „Gewiß, Herr Rat, ich bitte dann aber auch nicht zu übersehen, daß ich auch schon mehrere Male freigesprochen wurde.“ Lolange ein Weib liebt... Von Jean Paul „Die Leidenschaften, sagt Plato, sind die Pierde am menschlichen Wagen— o!— und wie leicht schwingt sich ein Weib auf den Kutschbock, um spazieren zu fahren Edle Liebe reinigt, wie die Tragödie, die Leidenschaften des Menschen, indem sie solche erregt. Die Frau verliert sich und was sie hat an Herz und Glück in den Gegenstand hinein, den sis liebt. So wie der Liebe des Mannes die Blüte, wenn auch nicht das Laub, abfällt: so steht des Weibes ihre als eine ausgebreitete überständige Rose de, deren Schmuck ein Stoß auseinanderstreuet. Solange ein Weib liebt, liebt es in einem fort, ein Mann hat dazwischen zu tun. O wenn die weibliche Träne leicht flicht, so entflattert ja noch leichter das weibliche Lächeln und dieses ist ja noch öfter als jene, nur Schein DONNERSTAG GENBRAL-ANZEIGER 20. Juli 1950 Die Sonno brennt in Madrid. Selbst die Straßenhändler pflegen eine ausgedehnte Siesta, wie unser Bild berichtet. Nicht einmal die Aussicht auf ein Geschäft würde sie dazu bringen, in der berühmten Mittagsglut ihre bequeme Lage aufzugeben. Laura Diaz kommt vor Gericht Well sie den Papst beleidigt hat— Kommunistin und große Dame Von unseremrs-Korrespondenten Rom. In der italienischen Kammer wurde jetzt mit 254 gegen 132 Stimmen beschlossen, gegen die kommunistische Abgeordnete Laura Diaz für ihre im Juni 1948 in einer Versammlung in Ortona gegen den Papst vorgebrachten Aeußerungen ein Gerichtsverfahren einzuleiten. Bisher hatte sie die parlamentarische Immunität davor bewahrt. Volkswagen werden jetzt auch nach USA exportiert. Hier ein Volkswagen in New Yorke 5. Avenue beim Ueberholen eines großen Bus. AUU ALEER WEET Meterhols Stichflammen setzten die Transformatorenstation der Berliet-Werke in Venissieux bei Lyon in Brand. Schaden: dreißig Millionen Francs(360000 DM). Während der sich über mehrere Wochen erstreckenden Reparaturarbeiten verlieren fünfzig Arbeiter ihren Arbeitsplatz. Ursache der Explosion in der Transformatorenstation: ein durch eine Ratte in einem Generator ausgelöster Kurzschluß. Ein schwedischer Ingenieur, Sigurd Mattus, hat dem schwedischen Außenministerium einen Bericht über den Untergang des Wikingerschiffes„Kräftige Schlange“ zugeleitet. Darin gibt er die Erklärungen eines Angeklagt sind die beiden„Geschäftsleute“ Mouret und Cantarelli. Als Kläger treten auf: der Maler selbst, Maurice Utrillo, und der Kunsthändler Petrides, der einen „dreakonischen“ Exklusivvertrag auf die Werke Utrillos besitzt und damit schon seit Jahren sein Glück macht, wenngleich weniger das des Malers. Mouret und Cantarelli sind die Kumpane eines gewissen Zinson-Berthef, eines obskuren Winkeikunsthändlers, der die Gefängnisse von innen schon recht gut kennt, aber im Moment nicht greifbar ist, da er geflüchtet ist. Es war Pinson-Berthet 1945 gelungen, dank der Protektion durch die Gattin Utrillos in den Monopol-Vertrag Petridés einzusteigen. Von da ab tauchten in Abständen auf dem französischen Kunstmarkt Bilder auf, die angeblich von Utrillo waren. Man zählte bis heute 21 Stück. Sie sollen aus einer Fälscherwerkstatt stammen, die Mouret und Cantarelli in einem Dorfe gamens Troo betrieben. Um diese 21 Bilder geht es in dem Prozeß. 20 von ihnen werden von Utrillo selbst und von dem Kunsthändler Petridès als unecht bezeichnet. Das 21. Bild dagegen,„Le Lapin agile“ betitelt, scheint die Gemüter sehr erhitzen zu wollen, und es steht zu erwarten, daß es bei den kommenden Verhandlungen eine dramatische Rolle spielt. Der Kunsthändler hält es für eine Fälschung und argumentiert, daß es im andern Unter den Japanern, die jetzt die britische Hauptstadt besuchten, befanden sich die Bürmeister von Hiroshima und Nagasaki. Hörnumer Fischers wieder, der vor einiger Zeit gessagt hatte, er habe die„Kräftige Schlange“ vor Helgoland gesehen als britische Flugzeuge gerade einen Bombenangriff auf die Insel führten. Der schwedische Ingenieur hatte sich zur Aufklärung der Katastrophe nach Deutschland begeben. Zwei seiner Brüder sind beim Untergang der„Kräftigen Schlange“ ums Leben gekommen. Der erste Versuch Major Lloyd Hills, in einem Faß den Niagarafall zu passieren, mißlang. Hill geriet mit seinem Faß etwa dreihundert Meter vor den Wasserfällen in einen Strudel, in dem er festsaß. Seine Mitarbeiter brachten das Faß mit Stangen an Land. Hill protestierte, er wollte sofort die Reise in seinem Faß fortsetzen, doch wurde ein neuer Start auf Drängen seiner Begleitung zunächst einmal verschoben. Laura Diaz hatte damals gesagt, daß die Hände des Papstes„vor Blut trieften und kein Weihwasser sie reinigen“ könne, weil der Papst ebensowenig in Palästina als auch im zweiten Weltkrieg einen Finger gerührt hätte, um das eine oder andere Unheil zu verhindern. Laura Diaz gehört zu den 36 Frauen im italienischen Parlament und ist eine der achtzehn kommunistischen Parlamentarierinnen. Aber sie ist nicht irgendeine Parlamentarierin, sondern gilt neben der Sekretärin und Freundin Palmiro Togliattis. Leonilde Jotti, als die schönste Frau des ganzen Parlaments. Sie ist blond, dreißig Jahre alt, hat graue Augen und ist eine Mischung auf italienisch zwischen Joan Crawford und Joan Harlow. Sie ist nicht nur stets elegant gekleidet, sondern auch steinreich und entstammt einer alten Livorneser Familie. Ihr Bruder ist Bürgermeister von Livorno, ihr Vater Rechtsanwalt. Nidhlt weniger als 40000 Livorneser haben ihr im April 1947 ihre Stimme gegeben, unter denen nicht nur Kommunisten, sondern auch viele Bürgerliche waren. Sie spielt gern Bridge, hat eine Luxusvilla in ihrer Heimatstadt und hält gern Reden. Die übrigen Frauen des Parlaments gehören folgenden Parteien an: 14 dem Zentrum, zwei den Nenni-Sozialisten, eine der Sozialdemokratie und eine der„Rechten“. grenzte örtliche Fabrikation handelte, sondern daß die konservierten Fische ein Handelsobjekt im Verkehr mit anderen Völkern bildeten. Das Alter der Anlagen wird auf 2000 Jahre beziffert. Arche-Noah-Suche verschoben bn Amsterdam. Dr. A. J. Smith, der in diesem Jahre eine neue Entdeckungsfahrt nach der Arche Noah im Araratgebirge unternehmen wollte, hat von seinem Vorhaben abgesehen. Der Grund, weshalb alle Vorbereitungen rückgängig gemacht wurden, ist in den unsicheren politischen Zuständen zu suchen, die zur Zeit im Vorderen Orient herrschen. die Schwester des Qualunquistenführers Giannini, die aber kürzlich ihrem Bruder offiziell ihren Platz wieder überlassen hat. Die interessanteste Vergangenheit haben die Kommunistinnen. Sie werden von Teresa Noce„angeführt“, der Gattin des Vizesektretärs der KP. Luigi Longo. Eine andere, Elettra Pollastrini, war Dienstmädchen im Hause des früheren italienischen Ministerpräsidenten Nitti in Paris. Zu den Sozalistinnen gehört die Tochter Nennis, Giuliana. Dagegen sitzen im italienischen Senat„nur“ drei Frauen, und zwar die Gattin Togliattis, die alte Spanienkämpferin In diesen Jahren der Weltumwälzungen stieg Lissabon sprunghaft von noch nicht 700000 Einwohnern auf über eine Million an und wurde zu einer Weltstadt. Während des Krieges hatte Rohstoffmange! den durch diese Entwicklung bedingten Ausbau unmöglich gemacht, als die Waffen schwiegen, änderte sich das von einem Tag auf den anderen. Die Spekulation mit Baugelände wurde zum Geschäft des Tages. Und da die Preise stiegen und stiegen, wuchsen die Häuser höher und höher, um den teuren Baugrund auszunutzen. Die ersten neuen Straßen begnügten sich noch mit vier Stockwerken, dann wurden es fünf und sechs, und heute reichen die Neubauhäuser schon ins neunte und“ zehnte Stockwerk. Wo vor einigen Jahren noch Schafherden weideten und Zigeuner ihre Erdhöhlen gruben, recken sich heute die Hochhausviertel des neuen Lissabon himmelwärts. Diese plötzliche Baukonjunktur hat einen völlig neuen Typ von Emporkömmlingen und Neureichengeschaffen, den„Pedreiro“. wie man ihn in Portugal nennt.„Pedreirc“ heißt auf deutsch Steinklopfer. Und als Steinklopfer und Erdarbeiter sind die meiIn Belfast überreichte die Königin von England bei einer Parade dem irischen„Royal Inniskilling Fusiliers“-Regiment eine neue Fahne und Frauenrechtlerin Rita Montagnana, die Senatorin„von Rechts wegen“(wegen ihrer vielen Haftjahre zur Zeit des Faschismus) Adele Bai und Lina Merlin. Aga will nach England Monrovia(Liberia).(dpa) Die achtzehnjährige Aga Müller, die Tochter des kürzlich vor der westafrikanischen Küste verstorbenen Paul Müller— genannt Segel-Müller— erklärte in Monrovia(Liberia), sie wolle so bald wie möglich nach Großbritannien zurückkehren. Sie brauche Geld, um der britischen Regierung die Kosten für die Rückreise nach England zu erstatten und ihre Mutter aus Berlin nach England kommen zu lassen. Dort will Aga Müller bei dem Ehepaar Bell in Weymouth leben. Der Werft. ingenieur Bell und seine Frau schlossen mit Müllers Freundschaft, als diese sich vor der Weiterfahrt längere Zeit in England aufhielten. Nach dem Tode Paul Müllers hat sich Mr. Bell beim britischen Außenministerium für Aga eingesetzt. sten dieser„Pedreiros“ in den Jahren der Kriegs- und Nachkriegszeit nach Lissabon gekommen. Mit zusammengeborgtem Geld, in Gruppen und Grüppchen zusammengeschlossen, haben sie angefangen zu bauen. Für eine Wohnung, die in der Altstadt auf Grund der Mieterschutzgesetze vielleicht 250 Escudos, das sind etwa 35 Mark, kostet, muß man im neuen Lissabon mindestens 1600, das sind 230 Mark zahlen, und es ist schwer, wenn nicht unmöglich in diesen Wolkenkratzervierteln Wohnungen zu finden, die weniger als 200 oder 250 Mark kosten. Das Einkommen in Portugal aber ist niedrig, wenigstens soweit es sich um Beamte und Angestellte handelt, und wenige Bevorzugte nur sind imstande diese Wolkenkratzermieten, die oft höher sind als ein Durchschnittseinkommen, aufzubringen. So breitet sich immer weiter und weiter die Sitte aus, daß mehrere Familien zusammenziehen. Die einzigen aber, die mit wachsender Besorgnis die Entwicklung betrachten, sind die Hausmädchen, Gasmänner und Wassergeldeinzieher, die nicht den Fahrstuhl benutzen dürfen. Ein Maler fälschte seine eigenen Bilder Paris erlebt einen sensationellen Kunsthandelsprozeß Von unserem kr-Korrespondenten Paris. Einer der ungewöhnlichsten Bildfälscherprozesse beginnt in diesen Tagen vor der 16. Pariser Strafkammer. Falle gemäß Vertrag von Utrillo ihm hätte gegeben werden müssen. Ein logisch scheinender Schluß, der jedoch seine Schwächen hat, wenn man daran denkt, daß der Vertrag„drakonisch“ ist. Man kennt genug Fälle, wo Kunsthändler den Malern mit Ausbeutungsverträgen die Kehle zuschnüren. Da ist noch ein sehr angesehener Schoeller, der als der zuverlässigste französische Experte in moderner Malerei gilt. Er sagt ohne Zögern:„Dieses Bild ist ein echter Utrillo!“ Der Künstler aber entgegnet:„Ich habe es nicht gemalt“. Fischkonserven vor 2000 Jahren Vorrömische Tankanlagen in Portugal entdeckt— Uraltes Handelsobjekt Lissabon.(ws) Die portugiesische Oelsardine, die auch jetzt wieder auf dem deutschen Markt zu finden ist, kann auf eine zweitausendjährige Tradition zurückblicken, wie portugiesische Wissenschaftler jetzt einwandfrei festgestellt haben. Man hat eine großangelegte Fischindustrie des Altertums in Südportugal entdeckt. In Olhao, der bedeutendsten„Sardinenstadt“ Portugals, sind bei Ausgrabungen große, in Stein gebaute Tankanlagen aufgefunden worden, die aus der vorrömischen Zeit stammen und riesige Einsalzungsanlagen zur Herstellung von Fischkonserven darstellen. Das Ausmaß der Anlagen, die gut erhalten sind, läßt keinen Zweifel darüber, daß es sich nicht nur um eine beLissabon dehnt sich gewaltig aus Baukonjunktur wie sonst nur in den USA— Wolkenkratzer am Tejo Von unserem ws-Korrespondenten Lissabon. Vor dem Kriege hatte Portugal geographisch und politisch am Rande Europas gelebt. Der Krieg verschob Grenzen und Verkehrslinien. Was gestern noch Peripherie des Kontinents war, rückte in den Mittelpunkt neuer, weiter gespannter Konstellationen und wurde Brückenkopf und Schnittpunkt. K W W Kcmmn Gesucht ab 1. August vertrauenswürd., gesetzte Person (nur mit guten Empfehlungen) zu alter. rüstiger Dame, zu leichter Hausarbeit(Putzfrau vorhanden) bis nach dem Mit. tagessen. Gebot.: Freies Wohnen(eigenes möbl. kl. Zimmer) freie Verpflegung bis nach dem Mittagessen. Angeb. unt. Az 4576 Gen-Anz., Bonn, Bahnhofstraße 12. Stellengesuche Unterricht Buchhaltung. Bilanz, kfm Rechnen. Stenografie. Maschinenschreiben Pascher Handelsfachlehrer, Bonn, Heerstr. 20 Stellenangebote Gute Verdienstmöglichkeit. Zum Besuch der Privatkundschaft werden noch Herren u. Damen, auch nebenberuflich, eingestellt. Bonn. Postschließf. 22. Wo finde ich zum 1.., mögl. in Bonn, einen pass. Wirkungskreis? 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