va. Bchesanx# Nr. 16291 Verlage=Sründungsjahr 1725 Anzeigengrundpreis: Großspalte(46 mm)," mm.18.4 Textanzeigen(76 mm)„ mm.—.4 Einspaltige Anzeigen bis zu 100 mm 955e.. inm.½ Anzeigen für die Schiffahrt, tür Bäder, Gasthöfe, Fremdenheime und Gaststätten..... mum.15.4 Vereins=Anzeigen(nicht für die Wirzschaftswerbung)" mm.10.4 Kamissen=An..: mum.15-4 Venlengesuche..:: mm.10.4 Sreugnggluuge...„, m,0.05. Wortanzeigen, einspalnig„„I7.„ der Grundschrift nur In einheitlicher Breite von 46 mm, von Privateuie äker be.. jedes Wort.05. 4 tern= und Auskunfts=Gebühr orto besonders).30.X. Nachlässe Malstaffel I und Mengenstaffel B. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 5. Erfüllungsort Bonn=Rhein. „„ für Bonn und Umgegend Bonner Nachrichten Godesberger Nachrichten Siegburger Nachrichten Euskirchener Nachrichten Druck und Verlag: Bonner Nachrichten Hermann Neusser, Kom.=Ges., Bonn. Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bähnhofstraße 12. Die Geschäftsstelle ist geöffnet von—19 Uhr. Sammelruf Nr. 3851—53. Ferngespräche 3853. Postscheckkonto Köln 18672. Bankverbindung: Reichsbank=Girokonto Bonn, Deutsche Bank, Bonn. Montag, 3. Ottober 1936 Beiugsbrels: general=Anzeiger monatlich.—# Illustrierte Beilage monatlich.30.4 stei Haus einschließlich Boienlohn u. Versandkosten. Einzelverkauf O. 10.4 Pondezugspreis: General= Anzeiger nur mit der usirierten Geilage monatlich.30.4 einschließl. Postüberweisungsgebühr ausschlieklich Postzustellgeld. unnabmestellen für Bezug und Anseigen: Kessenich... Markusstraße 67 Godesberg. Bahnhotstraße 30 Euskirchen.. Bahnhofstraße 13 Heuel... Adolf=Hitler=Str. 6 Oberkassel.„ Hauptstraße 144 Oberdollendorf, Heisterbacher Str. 51 Königswinter:. Hauptstraße 87 Honnes.... Hauptstraße 49 Linz'Rbein:.. Mittelstraße 13 Siegburg. Adolf=Hitler=Platz 16 Troisdorf. Kölner Straße 77 Hennes... Bahnhofstraße 11 Wissen... Adolf=Hitler=Str. 32 Konrad=Henlein zam Reichsrommissär Ernannt Erlaß des Führers und Reichskanzlers über die Verwaltung der sudetendeutschen Gebiete Der Führer und Reichskanzler hat über die Verwaltung der sudetendeutschen Gebiete am 1. Oktober einen Erlaß unterzeichner. Dieser Erlaß hat folgenden Wortlaut: § 1. Mit der Besetzung der sudetendeutschen Gebiete durch deutsche Truppen übernimmt das Deutsche Reich die Verwaltung dieser Gebiete. § 2. An die Spitze der Verwaltung dieser Gebiete tritt der„Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete“, sobald und soweit ich den dem Oberbefehlshaber des Heeres erteilten Auftrag zur vorläufigen Ausübung der Verwaltung zurückziehe. Dem Reichskommissar werden sämtliche Verwaktungszweige zugewiesen. Der Reichsminister des Innern bestimmt im Einvernehmen mit dem zuständigen Reichsminister den Uebergang einzelner Verwaltungszweige auf die bestehenden Reichssonderverwaltungen. § 3. Der Reichskommissar untersteht mir unmittelbar. Er hat nach meinen allgemeinen Weisungen für den politischen Aufbau sowie nach den besonderen Weisungen der Reichsminister für den staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau der sudetendeutschen Gebiete zu sorgen. § 4. Der Reichskommissar ist befugt, den Dienststellen des Staates, der Gemeinden und der sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie im Rahmen allgemeiner Weisungen des Stellvertreters des Führers den. Dienststellen der Sudetendeutschen Partei, ihren Gliederungen und den ihr angeschlossenen Verbänden in den sudetendeutschen Gebieten Weisungen zu erteilen. Er übt die unmittelbare Aufsicht über die öffentlich=rechtlichen Körperschaften in den sudetendeutschen Gebieten aus. § 5. Das derzeit in den sudetendeutschen Gebieten geltende Recht bleibt bis auf weiteres in Kraft, soweit es nicht dem Sinne der Uebernahme dieser Gebiete durch das Deutsche Reich widerspricht. Der Reichskommissar kann mit Zustimmung des zuständigen Reichsministers und des Reichsministers des Innern durch Verordnung das bestehende Recht ändern. Die Verordnungen werden im Verordnungsblatt für die sudetendeutschen Gebiete verkündet. Sie treten, soweit sie nichts anderes bestimmen, mit dem auf die Verkündung folgenden Tag in Kraft. § 6. Zum Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete bestelle ich den Führer der Sudetendeutschen Konrad Henlein. § 7. Die Einführung des Reichsrechts in den sudetendeutschen Gebieten erfolgt durch mich oder durch zuständigen Reichsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern. § 8. Zentralstelle für die Ueberleitung der sudetendeutschen Gebiete ist der Reichsminister des Innern. § 9. Der Reichsminister des Innern erläßt die zur Durchführung und Ergänzung dieses Erlasses erforderlichen Rechts= und Verwaltungsvorschriften. Berlin, den 1. Oktober 1938. Der Führer und Reichskanzler gez. Adolf Hitler Der Reichsminister des Innern gez. Dr. Frick Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei gez. Dr. Lammers. * Der Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 1. Oktober bildet den Abschluß der 20jährigen Not=, Kampf= und Leidenszeit des sudetendeutschen Volkes. Mit diesem Tage treten diejenigen sudetendeutschen Gebiete, die bis zum 10. Oktober von den deutschen Truppen besetzt werden, endgültig in den Verband des Reiches über. Ueber sie hält von nun an das Reich seine schützende Hand. Mit dem gleichen Tage zieht die deutsche Verwaltung in diesem Lande ein. Die deutsch=englische„Nie=wieder=Kriegserklärung“. Man vergegenwärtige sich noch einmal, daß zwischen der vernichtenden Abrechnung des Führers mit Herrn Benesch, in der ein sehr bemerkenswerter Passus zum Flottenabkommen an die englische Adresse gerichtet war, und der deutsch=englischen„Nie=wieder= Kriegserklärung“, lediglich ein Zeitraum von drei Tagen lag, und man wird erkennen, daß das Zeitalter der internationalen Konferenzen mit seinem schleppenden und verschleppenden Tempo überwunden ist, daß die Weltgeschichte sich endlich wieder aus der Erstarrung gelöst hat und einen schnelleren Verlauf nimmt. Am 26. September sagte der Führer im Sportpalast, daß er dem britischen Reich durch Verzicht auf eine Flottenkone renz das Gefühl der Sicherheit geben wollte,„ausschließlich aus dem Grund, um zwischen den beiden Völkern einen dauerhaften Frieden zu sichern. Freilich, eines ist hier Voraussetzung“, fuhr er fort,„es geht nicht an, daß der eine Teil sagt:„Ich will nie wieder Krieg führen, und zu diesem Zweck biete ich Dir eine freiwillige Begrenzung meiner Waffen auf 35 vom Hundert an“,— der andere Teil aber erklärt:„Wenn es mir paßt, werde ich von Zeit zu Zeit schon wieder Krieg führen.“ Das geht nicht! Ein solches Abkommen ist nur dann moralisch berechtigt, wenn beide Völker sich in die Handversprechen, niemals wieder miteinander Krieg führen zu wollen. Deutschland hat diesen Willen!“ Diese Worte wurden anscheinend jenseits des Kanals mit ihrer ganzen Hintergründigkeit verstanden, und nur drei Tage verstrichen darüber, bis Herr Chamber= lain im Zusammenhang mit dem großen Fragenkomplex des deutsch=tschechischen Problems auch das noch immer ungeklärte deutsch=englische Problem anzufassen für an der Zeit hielt, um das Eisen zu schmieden, solange es noch warm war. Die deutsch=englische„Niewieder=Kriegserklärung“ vom 30. September lehnt sich in ihrem Wortlaut so auffallend eng an den oben zitierten Text der Führerrede an, daß ihr Ursprung nicht zu übersehen ist:„Wir sehen das gestern abend unterzeichnete Abkommen und das deutsch=engDer Einmatsch in Jone 1 und 2 Uhne Zwischensaur veriaufen Die deutschen Truppen im befreiten Sudetenland jubelnd empfangen—„Die Soldaten unseres Führers kommen“ Der Einmarsch in Zone Das Oberkommando der Wehrmacht gab am Sams. tag bekannt: „Deutsche Truppen unter der Führung des General= oberst Ritter von Leeb haben heute(1. Oktober) 14 Uhr die ehemalige deutsch=tschecho= slowakische Grenze im Böhmerwald zwischen Helfenberg und Finsterau überschritten und mit der Besetzung des im Abkommen vom 29. September festgelegten Gebietsabschnittes I begonnen.“ Das Oberkommando der Wehrmacht gab später folgendes bekannt: Die für den Einmarsch in Zone I bestimmten deutschen Truppen sind heute nachmittag planmäßig in dieses Gebiet eingerückt. Sie wurden von der befreiten Bevölkerung jubelnd empfangen. Die Anfänge der deutschen Marschgruppen nähern sich dem heutigen Tagesziel: der Moldau. * Am Samstagabend gab das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: Die Truppen des Generaloberst Ritter von Leeb haben ihr Tagesziel, das Moldau=Tal von Friedberg bis Taselberge, erreicht. Die in Berlin zusammengetretene Internationale Kommission hatte die Besetzung derart geregelt, daß zwischen den Truppen der deutschen und der tschechoslowakischen Armee sich jeweils eine etwa 2 Kilometer breite Zone befindet. Durch diese Maßnahme erfolgte der Einmarsch der deutschen Truppen ohne Zwischenfälle. Alle Meldungen der Truppen bestätigen erneut den begeisterten Empfang durch die Bevölkerung. Der Einmarsch in Zoue 2 Weiterer Vormarsch in Zone 1 Das Oberkommando der Wehrmacht gab am gestrigen Sonntag bekannt: Deutsche Truppen unter Führung des Generalober= sten von Bock haben am 2. Oktober um 13 Uhr die ehemalige deutsch=tschechisch=slowakische Grenze in der Oberlausitz beim Rumburg und bei Friedland überschritten und mit der Besetzung des im Abkommen vom 29. September festgelegten Gebietsabschnittes II begonnen. Die Truppen des Generalobersten Ritter von Leeb sind Sonntag um 13 Uhr zum Vormarsch über die Moldau angetreten. Ihre rechte Flügelgruppe geht von Oberhaid auf Rosenberg, ihre linke, die erst gegen 16 Uhr antritt, von Zwiesel auf Stubenbach vor. Im Zuge der Besetzung der fudetendeutschen Gebiete durch das Heer werden die Anlagen der Militär= und Zivilluftfahrt durch Teile der Luftwasse belegt und in Betrieb genommen. Die Tagesziele erreicht Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern abend bekannt: Die Truppen des Generaloberst Ritter von Leeb haben am 2. Oktober abends ihr Tagesziel erreicht. Die Stadt Wallern wurde unter dem Jubel der Bevölkerung besetzt.# Die Truppen des Generaloberst von Bock haben am 2. Oktober ihe Tagesziel, die Reichogrenze ostwärte hintee Herensdorf= St. Georgenthal und Herrnodorf (südwestlich Friedland=Weisbach) erreicht. Die befreite Bevölkerung im Rumburger und Friedlander Zipfel bereitete der einrückenden Truppe einen begeisterten Empfang. Grenzübergang im alten Dreiländerwinkel Ein Stück nördlich des einstigen Dreiländerecks, wo die ehemaligen Staatsgrenzen des Deutschen Reiches, Oesterreichs und der Tschecho=Slowakei zusammenstießen, rückten am Samstag punkt 14 Uhr deutsche Truppen— Infanterie, Pioniere und motorisierte Einheiten der Luftwaffe— auf der alten Heerstraße das in einer Talmulde liegt, stehen die deutschen Truppen vor der geschlossenen Schranke. Drüben, am ehemals tschechischen Zollhaus, hängen Hakenkreuzfahnen. Nicht ein oder zwei, ne. eine ganze Menge. Sudetendeutsche drängen sich an den Straßenrändern. Frauen und Kinder halten Blumen bereit. Der Zeiger der Uhr rückte auf zwei. Da kommt der Marschbefehl. Die Zollschranke hebt sich. Erster Jubel bricht aus. Die deutschen Truppen, an der Spitze der Divisionskommandeur, überschreiten die 200 Meter Niemandsland zwischen den beiden Zollämtern, und der Marsch in das sudetendeutsche Land beginnt. Im nahen Grenzort Kuschwarda erleben wir einen wundervollen, herzlichen Empfang. Kinderjubel und Heilruse der Erwachsenen. Alle Sorgen der langen Jahre, alle Aengste der letzten Wochen sind vergessen. Die Retter sind da. Die Befreier. Im friedlichen Einmarsch, mit c P 8 Seiscen und 2 11: Besebung am 2. und 3. Lil. I71: Beießzung am K. 4. u. ö. Olt. „ IV: Besebung am d und 7. Hir. Das restliche vorwiegend deuische Gebiet wird nach endgditiger Aborenzung, eine Kommisten, von den deutsch DEUTSCHES Sestungsnetien RPICH Klein=Philippsreuth—Kuschwarda bei der Zollstation Klein=Philippsreut über die alte Reichsgrenze. Als wir von Passau losfahren, hängen Regenwolken über der Stadt. Die Feste Niederhaus ragt in den Himmel. Motorisierte Kolonnen rattern über die Ilmbrücke der Grenze entgegen, der deutschen Grenze, die heute fallen wird. Noch geht es über reichsdeutsches Gebiet. Freyung mit seinem spitzen Kirchturm ist das letzte größere Städtchen auf Reichsboden. Im Dunst verschwimmen blaue Hügelkämme. Woläuft die Grenze? Die Landschaft ist hüben und drüben nicht zu unterscheiden.“ Der Hochwald Adalbert Stifters ist vor uns. Das Dickicht der böhmischen Wälder aus Schillers Räubern schließt uns ein. Ein Waldgebirge, das als urdeutsches Land aus der Vorstellungswelt deutscher Dichtung ja nicht wegzudenken ist. Aber nicht die Landschaft allein, auch die Menschen und ihr Brauchtum sind die gleichen hüben und drüben: die gleichen Gesichter, die gleichen Trachten. Am Zollamt von Clein=Philippsreut, klingendem Spiel kommen sie eingerückt. Der Führer hat sein Wort eingelöst.„Grad'drucka kannt i Euch vor lauter Freud!“ klingt es uns aus den Scharen der Umstehenden entgegen,„weil Ihr nun endlich da seid!“ Und sie bringen die Taschentücher nicht mehr von den Augen. In Kuschwarda ist Vorbeimarsch vor dem Divisionskommandeur. Langsam und diszipliniert vollzieht sich die friedliche Besetzung. Die Moldau ist das Ziel des heutigen Tages. Und drüben in den Dörfern und Städtchen harren sie schon fiebernden Herzens auf die Stunde, in der auch sie die starke deutsche Wehr unter den Schutz des Reiches nimmt, zu dem sie in surchtbarster Bedrängnis mit unvergleichlicher Treue gestanden haben. Der Einmarsch von Sachsen aus Am Sonntag begann der Einmarsch in die Zone II. Die Truppen rückten auf fünf Marschstraßen nor und zwar über Reichenau in das Gebiet von Friedland, ferner über Woigsdorf und im östlichen Teil übor Schland lische Flottenabkommen als Symbole für den Wunsch unserer beiden Völker an, niemals wieder gegeneinander Krieg zu führen“. Der Führer des großen und stolzen deutschen Volkes und der Führer des stolzen, weltweiten britischen Imperiums haben sich damit einen dauerhaften Frieden„in die Hand versprochen“! Nun hat dieses Friedensversprechen eine lange und in ihren Zügen nicht immer ebenso eindeutige Vorgeschichte. Noch der„Anschluß" Oesterreichs im Frühjahr führte ja, wie erinnerlich, in weiten Kreisen der englischen„öffentlichen Meinung“ zu einem Protest gegen die„deutschen Methoden“, und auch offiziell suchten England und Frankreich durch ihre„Verwahrung“ gegen den vollzogenen Anschluß noch einmal gegen eine abgeschlossene Entwicklung zu protestieren. Allein, die damals noch sehr kleine Zahl der Engländer, die öffentlich den damaligen Irrtum der englischen Staatsmänner zugaben, hat sich zugleich mit dem Meinungswechsel der Staatsmänner selbst bis zum augenblicklich sich vollziehenden„Anschluß" Sudetendeutschlands so gewaltig vermehrt, daß der in diesem Falle der Vereinigung von vornherein zustimmende Chamberlain bei seiner Rückkehr nach London unerwartete Begeisterungsstürme der Volksmenge über sich ergehen lassen mußte. Vielleicht hat man eingesehen, daß man nicht nur in der Theorie das Selbstbestimmungsrecht gewähren dürfe, vielleicht auch hat man mittlerweile erkannt, daß die sogenannten„deutschen Methoden“ sich in nichts von den„Methoden" unterscheiden, die England noch jedesmal anwandte, wenn es um englische Lebensfragen ging, wobei die jeweiligen „Methoden“ sich ganz einfach als der einzige„zum Ziele führende Weg“ erklären lassen. Diesen Weg hat England in seiner ganzen Geschichte beschritten, und die Engländer sind uns Deutschen von heute, das sei ganz ruhig zugegeben, darin große Lehrmeister gewesen. Endlich, so möchte man sagen; scheint der deutsche Michel von jenem Wahn geheilt zu sein, sich immer für die Ideale Anderer und vorwiegend Schwächerer zu begeistern, anstatt zunächst einmal das Dasein seines eigenen Volkes so vollkommen zu gestalten, wie es eben möglich ist. Jene romantisch angehauchten, schwärmerischen deutschen Professoren, die eine tschechische und litauische Sprache und Kultur erst wieder entdecken mußten, nachdem sie Jahrhunderte hindurch unter der Schwäche und Lebensuntüchtigkeit dieser beiden Völker verschüttet und schließlich ganz in Vergessenheit zu geraten bestimmt waren, haben mit ihrem wissenschaftlichen Eifer fürwahr mehr Unheil über ihr eigenes Volk gebracht, als die besten Staatsmänner schnell genug wieder gutmachen können,— das lehrt die Geschichte dieser Tage! Es gab genug Probleme, die sie nützlicherweise hätten angreifen können und die nun weit instinktsichereren Staatsmännern überlassen blieben. „Recht ist, was meinem Volk nützt“, diese nationalsozialistische Verfahrensweise ist also eine dem Engländer durchaus bekannte und selbstverständliche „Methode", und vielleicht kommt es daher, daß die deutschen und englischen Staatsmänner auf dieser Basis in München zum ersten Mal ein so vollständiges Einverständnis erzielen konnten. Denn zum ersten Mal seit Versailles wurde auf der Linie Obersalzberg— Godesberg—München die„deutsche Methode der vollendeten, Tatsachen“ ersetzt durch die„Methode der Konsultationen“, also der gegenseitigen Verständigung,— in einem Augenblick allerdings, in dem zum ersten Mal auch der Friede Gesamteuropas in bisher nicht dagewesenem Ausmaß auf dem Spiele stand. Die tschechische Frage war gewiß die bedrohlichste, aber auch die letzte, die den europäischen Frieden— als Folge von Versailles und St. Germain— gefährdete. Es gibt noch sehr viele Fragen gerade zwischen Deutschland und England zu bereinigen und zu lösen, aber diese werden sich am zweckmäßigsten nach der von beiden Seiten nun gelobten„Methode der Konsultationen“ lösen lassen— auch die Kolonialfrage! Auch sie ist eine Lebensfrage für das deutsche Volk, und der Führer, der noch an keiner Lebensfrage vorbeigegangen ist, wird auf der nun beschrittenen Ebene einen Weg wissen, die Verwalter der„Mandale" zu einer zweckmäßigen und alle Seiten befriedigenden Nachgiebigkeit zu veranlassen. W. II. in Richtung Schluckenau, über Ebersbach auf Rumburg und Schönlinde und über Seifhennersdorf in den Warnsdorfer Bezirk. Vor dem Zollamt in Reichenau auf deutschem Boden hielten der Oberbefehlshaber Generaloberst von Bock der Kommandierende General, der Divisionskommandeur sowie eine größere Anzahl höherer Offiziere. Punkt 13 Uhr hob sich der Schlagbaum, und unter dem Jubel der Bevölkerung, die sich an der nun gefallenen Grenze eingefunden hatte, rückten die ersten deutschen Truppen in das befreite Sudetenland, an der Spitze eine motorisierte Abteilung mit wehender Standarte. Die Bevölkerung auf den Landstraßen und in den reich geschmückten Dörfern und Städten bereitete unter dem Jubelruf„Die Soldaten unseres Führers kommen!“ den Truppen einen geradezu überwältigenden Empfang. Jung und Alt, Frauen und Männer, Bauern und Arbeiter standen ergrifsen an der Straße, deckten die Fahrzeuge und die marschierenden Kolonnen stürmisch mit Blumen zu. Wie ein einziger Schrei der Befreiung klangen ihre Rufe. Ueberall hallten die ehernen Klänge der Kirchenglocken über Täler und Hügel. Donnernd zogen die ersten Maschinen der deutschen Luftwaffe über sudetendeutschem Boden ihre Bahn. Augenblicke, die unauslöschlich bleiben— das Sudetenland ist frei! (Weitere Berichte über den Einmarsch der deutschen Truppen ins befreite Sudetenland im Innern des Blattes.) Glückwunschtelegramm Francos Der Staatschef des nationalen Spaniens, Generalissimus Franco, hat an den Führer ein Glückwunschtelegramm zur Wiedervereinigung der sudetendeutschen Gebiete mit dem Reich gesandt, auf das der Führer mit denn Ausdruck seiner besten Wünsche für das nationale Spanien antwortete. * Seite 2. Nr. 16 261 General=Anzeiger für Vonn und Umgegens## Vonner Nachrichten 3. Ottober 1933 Volschaft Konig Gevigs wardigt die Bervienste Chamberiais Gleichzeitige Botschaft Chamberlains an Daladier— Chamberlains Stellung wesentlich gefestigt— Lord Runciman Nachfolger Duff=Coopers? König Georg von Großbritannien hat in der Nacht zum heutigen Montag vom Buckingham=Palast eine Botschaft erlassen, in der u. a. die Arbeit der Ministerpräsidenten Chamberlain für die Erhaltung des Friedens unterstrichen wird. In Londoner politischen Kreisen wird der Botschaft in Aubetracht der heute bevorstehenden Unterhausaussprache und einer etwaigen Neuwahl in England besondere Bedeutung zugemessen. Die Botschaft hat folgenden Wortlaut: „Die Zeit der Sorgen sind vorüber und wir sind heute in der Lage gewesen, dem Allmächtigen zu danken, daß er uns die Schrecken des Krieges erspart hat. Ich möchte nunmehr den Männern und Frauen des Landes für ihre Entschlossenheit danken, die sie während der kritischen Tage gezeigt haben und zugleich für die Bereitschaft, mit der sie die verschiedenen Anforderungen, die an sie gestellt waren, beantwortet haben. Nach den hervorragenden Friedensbemühungen des Ministerpräsidenten ist es mein heizer Wunsch, daß eine Zeit der Freundschaft und Blüte unter den Völkern der Welt heraufziehen möge.“ Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Botschaft des englischen Königs an das englische Volk wird bekannt, daß Ministerpräsident Chamberlain am 1. Oktober dem französischen Regierungschef Daladier folgende Botschaft gesandt hat: „Nach meiner Rückkehr nach London möchte ich Ihnen, Herr Ministerpräsident, meine dankbare Würdigung ihrer loyalen, hilfsbeteiten Zusammenarbeit während der letzten Tage der Spannungen und meine Bewunderung für die Würde und den Mut aussprechen, mit denen Sie Ihr großes Land vertreten haben. In der Erklärung, die der deutsche Reichskanzler und ich gestern unterschrieben haben, sind wir darin übereingekommen. daß unsere beiden Nationen einig sind in dem Wunsche nach Frieden und nach friedlicher Beratungen in allen jenen Differenzen, die auftauchen mögen. Ich sehe einer neuen und fortgesetzten Zusammenarbeit mit Ihnen entgegen, um den europäischen-Frieden durch eine Ausdehnung des guten Willens und des Vertrauens, die beide die guten Beziehungen unserer Länder beherrschen, zu konsolidieren.“ * Die Botschaft Königs Georgs an sein Volk und das Telegramm Chamberlains an Daladier wird von der Presse und den interessierten politischen Kreisen unmittelbar in Zusammenhang gebracht mit der für die nächsten Tage zu erwartenden Auseinandersetzung im Parlament über die Außenpolitik Chamber= lains. Die heutige Morgenpresse ist geneigt, in der Erklärung des Königs eine wesentliche Stärkung der Stellung Chamberlains zu sehen, zumal König Georg„die hervorragenden Bemühungen“ des Ministerpräsidenten zur Erhaltung des Friedens betont unterstreicht. Alles in allem sieht man heute die Stellung Chamberlains durchaus gefestigter denn je. Den Oppositionsblättern Daily Herald und News Chroniele bleibt daher nichts anderes übrig, als Kritik daran zu üben, daß Sowjetrußland in München völlig übergangen worden sei. Nach der starken Begeisterung zu rechnen, die Chamberlains Politik in den letzten Tagen heroorgerufen hat, scheint es Londoner Beobachtern kaum denkbar, daß derartige Kritiken die Regierung ernstlich belasten könnten. Im Gegenteil, man rechnet damit, daß bei etwaigen Neuwahlen Chamberlain sehr große Erfolge für sich verbuchen würde. Noch niemals, so wird immer mehr erkannt, habe in den letzten Jahren ein englischer Ministerpräsident so viel Beifall gefunden wie Chamberlain. In den letzten Tagen sei es wiederholt vorgekommen, daß bei Darbietungen in den Lichtspielhäusern, in denen Chamberlain vor seinen Flügen nach Deutschland gezeigt wurde, ein kaum endenwollender Jubel im Zuschauerraum ausbrach. Chamberlain gilt allgemein als„Friedensretter“. Aus diesem Grunde erwarten die Anhänger der Regierung auch die für Montag bevorstehende Erklärung des übers Wochenende zurückgetretenen Marineministers Duff=Cooper mit Ruhe. Gleichzeitig ergeht man sich in Vermutungen über die Nachfolgeschaft des Marineministers. Es werden genannt der Staatssekretär im Schatzamt Euan Wallace, Transportminister Leslie Burgin und Lord Runciman, der angeblich schon in nächster Zeit vom König für seine Bemühungen zur Herbeiführung einer friedlichen Lösung in der tschecho=slowakischen Frage eine besondere Auszeichnung erhalten soll. „Versailles ist überholt, eine neue Aera hat begonnen“ Erklärungen des Reichsaußenministers an einen französischen Journalisten Der nach München entsandte Sonderberichterstatter der Epoque, Pichon, schreibt: In dem Augenblick, als Reichsaußenminister von Ribbentrop am Freitagnachmittag sein Hotel verließ, nahm er mich zur Seite und sagte mir: „Ein großer Sieg ist etrungen worden. Dieser Sieg heißt Frieden. Die Welt hat gesehen, was die Zusammenarbeit der vier Männer guten Willens leisten konnte, die einfach und mutig diskutiert haben. Diese vier Männer haben endgültig vom europäischen Horizont ein Problem entfernt, das tödlich hätte sein kön2. Sitz des Hauptorganisationsamtes der SDP. bleibt bis zur Festlegung des Sitzes des Reichskommissars Eger. 3. Das sudetendeutsche Freikorps beurlaubt die Politischen Leiter und Amtswalter sowie die Stadt= und Gemeinderäte und die Mitglieder der Bezirksausschüsse, die sich sofort an ihren Dienstort zu begeben haben. Die näheren Anweisungen erläßt das Hauptorganisationsamt der SDP. im Einvernehmen mit dem Kommando des Sudetendeutschen Freikorps. Besörderungen in der Wehrmacht Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 befördert: Im Heer: zu Generalleutnanten: die Generalmajore: von Boty, Kdr. d. Kriegsschule Hannover; Veiel, Kdr. der 2. Pz. Div.; von Cochenhausen, Kdr. der 10. Div.; Bremer, Kdu. der 34. Div.; zu Generalmasoren: die Obersten: Wintzer, Insp. d. Wehrwirtschaftsinsp. 1; Witthöfft, Kdr. des Ins.=Rat. 6; Gunzelmann, Kdu. d. Inf.=Rgt. 34; Maderholz, Kdt. d. Tr.=Ueb. Königsbrück; Bayer, Kdr. d. Ins.= Rat. 77; Heunert, Kdr. d. Ins.=Rat. 28. In der Kviegsmarine: zu Konteradmiralen: die Kapitäne z..: Fanger, Kommandant der Befestigungen von Ostfriesland: Fuchs, Abteilungschef im Oberkommando In der Luftwasse: zu Generalleumanten: den charakterisierten Generalleutnant von Roques, den Generalmasor Dransfeld. 1 Million für die Sudetendeutschen gestiftet nen. Heute beginnt eine neue Aera.“ Der Berichterstatter antwortete dem Reichsaußenminister, er könne nicht verheimlichen, daß gewisse Opfer für die Franzosen recht schwer gewesen seien. Der Reichsaußenminister habe darauf geantwortet: „Jawohl, denn Sie haben noch immer das, was ich die Erbkrankheit von Versailles nennen möchte. Aber Versailles ist nicht mehr möglich. Versailles ist überholt. Der europäische Friede mußte auf anderer Grundlage errichtet werden. Ich möchte Ihnen noch sagen, daß Herr Daladier auf die deutschen Unterhändler den bestmöglichen Eindruck gemacht hat. Daladier ist ein gerader und ehrlicher Mensch, ein guter Franzose und ein Frontkämpfer, wie wir ihn lieben. Er ist dazu geschaffen, uns zu verstehen. Ach, wie schade. daß er nicht früher nach Deutschland gekommen ist. 1933 zum Beispiel, als ich beauftragt war, ihn einzuladen. Manche Krise wäre unseren beiden Ländern erspart geblieben. 59P.=Stellen nehmen ihre volle Tätigkeit wieder auf Im Sinne des Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 1. Oktober 1938 ist die SDP bis auf weiteres die alleinige politische Organisation des sutetendeutschen Gebietes. Konrad Henlein hat angeordnet: 1. Die Dienststellen der SDP. nehmen in vollem Umfange ihre Tätigkeit auf. Im unmittelbaren Anschluß an die militärische Besetzung bisher tschechischen Staatsgebietes übernimmt die Deutsche Reichsbahn den Betrieb aller dort liegenden Staatsbahnstrecken. Zur Linderung der Not der Sudetendeutschen haben aus Anlaß der Heimkehr unserer sudetendeutschen Brüder zum Reich das Kohlensyndikat namens des Rheinisch=Westfälischen Steinkohlenbergbaues und der Stahlwerksverband namens der deutschen eisenschaffenden Industrie gestern den Betrag von einer Million Reichsmark zur Verfügung gestellt. Konrad Henleins Heimkehr in die Heimat Die nächste Aufgabe der Sudelendeutschen: Die Volksabstimmung Am Sonntag um 16 Uhr traf Reichskommissar Konrad Henlein, von Berlin kommend, an der Grenze bei Asch, die nun keine Grenze mehr ist, ein. Die Stadt Asch lag im Sonnenschein eines schönen Herbsttages, und Tausende von Hakenkreuzfähnchen flattern über der seit zehn Tagen befreiten Stadt. Nach kurzer Begrüßung an der Grenze durch den sudetendeutschen Jugendführer und durch höhere Sd.=Führer fuhr die Wagenkolonne in die von jubelnden Menschenmassen brausende Stadt ein. Blumen gingen über Konrad Henleins Wagen nieder, und die Begeisterung der Menschenmenge in der Ascher Hauptstraße, die seit zwei Tagen Adolf=Hitler=Straße heißt, machte sich in Freudenstürmen Luft. Noch lange nach der Ankunft des Reichskommissars stand eine riesige Menschenmenge vor dem Hause Konrad Henleins und sang die deutschen Hymnen. Ein Aufruf Konrad Heuleins Konrad Henlein wendet sich nach seiner Bestellung zum Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete an seine Landsleute mit folgendem Aufruf: Sudetendeutsche! Der Führer und Reichskanzler hat mich am heutigen Tage zum Reichskommissar für die sudetendeutschen Gebiete bestellt Am 1. Oktober 1933 habe ich Euch in schicksalsschweren Tagen zur Einheit aufgerufen. Fünf Jahre hindurch haben wir um die Freiheit unserer Heimat gekämpft. Duach die Tat des Führers wurde unser Kampf siegreich beendet. Durch meine Bestellung zum Reichskommissar hat der Führer unsere Arbeit und unseren Kampf gewürdigt und uns gleichzeitig die Gestaltung unserer weiteren Zukunft im großen deutschen Vaterlande vertrauensvoll überautwortet. Aus übervollem Herzen danken wir dem Führer. Getragen und erfüllt von seinem Vertrauen gehen wir nun mit neuer Kraft an die Arbeit und versprechen, uns dieses Vertrauens würdig zu erweisen durch treuesten Dienst an der nationalsozialistischen Idee und der Größe des Vaterlandes. Wir gedenken in dieser Stunde in tiefster Dankbarkeit der Blutzeugen unserer Heimat. Sie starben, damit wir und unsere Kinder in Freiheit leben können. Vor uns Lebenden aber steht die nächste Aufgabe, der wir in gewohnter Pflichterfüllung und mit vollem Einsatz unserer Kräfte dienen wollen: durch das Ergebnis der Volksabstimmung die Freiheit der ganzen sudetendeutschen Heimat zu sichern. Wir wollen der Welt noch einmal den Nachweis bringen, daß das Sudetendeutschtum geschlossen und in treuester Gefolgschaft hinter Adolf Hitler, dem Führer aller Deutschen, steht. Heil Hitler! 1. Oktober 1938. Konrad Henlein. DIE „ Eine Chronik namenlosan * Eine Chronik nemenleser 414 namenlosen Leidens von lwan Solonewitsch Bopyright lla-Lichterfelde Der Bauer bekommt eine zweite und dritte Garunitur. Zu Hause ist er bestimmt nicht so angezogen gewesen. Am Tisch erscheint noch ein Urka. „Ah, meine Hochachtung", begrüßt ihn der Leiter ironisch. „Schönen guten Abend auch Ihnen,“ antwortet der Urka mit einer wenig überzeugenden Ungezwungenheit. „Hat man dich vom Spaziergang zurückgeholt?“ „Kennen Sie mich denn wieder?“ fragte der Urka mit einschmeichelnder Bewunderung.„Ein verdammt gutes Gedächtnis haben Sie!" „Ja, mein Gedächtnis ist so gut, daß du gar nichts kriegst. Pack dich fort.“ „Genosse Chef“, klagt der fast nackte Urka,„ohne Kleidung krepiere ich doch in Teufels Namen.“ „Meinwegen krepiere!" Der Urka wird von dem Ladentisch weggeschubst Eine Arbeitergruppe tritt heran. Sie haben alle stark abgetragene städtische Mäntel an, die sich an die hiesige Gegend niemals anpassen werden. Sie bekommen: der eine Filzstiefel, der andere eine wattierte Joppe, der dritte einen zerrissenen Buschlat(Einheitskleidung der Lagerinsassen). Endlich machen wir drei vor dem Leiter Front. Betrübt fast er uns und unsere Brillen ins Auge.. „Es wäre besser, wenn Sie etwas warten... es wird schwer fallen, für Ihre„Figürchen' etwas Passendes zu finden.“ In den Augen des Leiters sehe ich einen wohlwollenden Rat und pfeichte ihm bei. Georg— er kann sich vor Müdigkeit kaum auf den Beinen halten— macht dem Leiter einen anderen Vorschlag: „Können Sie uns vielleicht irgendwie beschäftigen? Es wäre für Sie nützlich, und wir brauchten hier nicht herumzudösen...“ „Das ist eine Idee.. Bereits nach einigen Minuten sitzen wir hinter dem Ladentisch und füllen irgendwelche Formulare aus: Buschlat— zweite Garnitur— 1, Hosc, dritte Garnitur — 1 und so weiter. Unsere Beteiligung hat die Ausgabe fast um das Dopnelte, beschleunigt.. Nach, etwa anderhalb Stunden war man fertig, und der Leiter wandte sich uns zu. Von seiner Spaßhaftigkeit blieb nicht mehr die Spur; vor mir stand ein todmüder Mensch. Auf meinen fragenden Blick erwiderte er: „Bin die dritte Nacht auf den Beinen... habe dauernd Kleiderausgabe... morgen werden wir fertig, es ist sowieso nichts mehr geblieben... Ach so“, besann er sich,„euch muß man noch einkleiden. Man wird euch gleich etwas raussuchen. Sind Sie gestern angekommen?“ „Ja, gestern.“ „Und auf wie lange?“ „Man sagt auf acht Jahre...“ „Und die Paragraphen, wahrscheinlich bestialisch?“ „Ja, es geht.. „Nu, nitschewo, verzagen Sie nicht. Oder, wie man auf deutsch sagt: Mut verloren, alles verloren. Werden sich schon einrichten. Wenn man intelligent und kein Tolpatsch ist, wird man hier nicht umkommen... Viel Vergnügen gibt es natürlich nicht...“ „In der Freiheit ist es auch nicht viel besser!" „Das wohl. Aber dort habe ich meine Familie.... Wie es ihr geht weiß Gott allein.. und ich bin hier bereits das fünfte Jahr... Ja—." „Gemeinsamer Tod erträgt sich leichter“, versuche ich zu trösten... „Es gibt aber viel zuviel Tote... Ihr seid offensichtlich Verwandte.“ Ich erkläre ihm unsere Beziehungen. „Das nennt man Glück haben. Zu zweit ist es viel leichter, und erst zu dritt!... Haben Sie auch Familie draußen?“ „Nein niemand.“ „Na, dann ist es eine Kleinigkeit. Das bitterste ist die Sorge um das Schicksal der Familie.. Man bringt jedem von uns einen Buschlat, eine Hose und alles übrige— kurzum: die volle Ausrüstung der ersten Garnitur. Nur passende Filzstiefel für mich hat man nicht gefunden. „Kommen Sie morgen durch diese Hintertür, wir sehen noch nach.“ Beim Abschied bedanken wir uns. „Bitte, nichts zu danken“, antwortet er.„Nach einem Monat werden. Sie dasselbe tun. Das nennt man „Klassensolidarität“ der Intelligenz. Wenn überhaupt etwas, dann haben uns die Bolschewiki bestimmt das beigebracht.“ „Gestatten Sie, darf ich Ihren Namen erfahren?" Der Leiter nennt ihn. Es war ein ganz bekannter Name in der literarischen Welt Moskaus. „Auch Ihr Name ich mir bekannt“, sagt er. Wir betrachteten uns gegenseitig mit resignierender Teilnahme... „Noch etwas: Morgen wird man versuchen. Sie zum Holzfällen in den Wald zu treiben. Gehen Sie nicht hin. „Wie nicht gehen? Man wird doch gezwungen“ „Pfeifen Sie drauf und bleiben Sie.“ „Hier und pfeifen?“ „Na. Sie werden's ja an Ort und Stelle besser sehen. Irgendwie muß man sich doch mit Eleganz herauswinden. Einmal beim Holzfällen, kann man lange unten bleiben. Drücken Sie sich aber mit Erfolg, dann werden Sie in zwei, drei Tagen zu einer anständigeren Arbeit herangezogen. Was man so in einer Kaschemme anständige Arbeit nennt.“ „Kommt man da nicht ins Loch?“ „Wer wird das tun? Auch so ein Brillenonkel wie Sie? Sehr unwahrscheinlich. Meiden Sie nur solche halbehrenwerte und halbe Parteimenschen. Wenn Ihre sowjetistische. Sehkraft gut entwickelt ist, dann werden Sie schon gleich unterscheiden können... Ich habe diese Sehkraft bereits ausgezeichnet entwickelt. Es ist die Fähigkeit, durch die Sie in der Lage sind, das parteilose Publikum von dem Partei= und Halbparteipublkium zu unterscheiden.“ Zum Abschied gibt uns der Leiter noch mehrere Adressen: in der und der Baracke wohnt eine Gruppe ukrainischer Professoren, die sich hier bereits verschanzt und einige Verbindungen angeknüpft haben. Außerdem gibt es bei dem Abteilungsstab nette Menschen, und zwar T, 9 und 3. mit denen er morgen über uns gern sprechen wird. Wir verabschieden uns herzlich von ihm und stampfen durch den hohen Schnee heimwärts, uns in der trostlosen Eintönigkeit der Baracken verirrend. Nach der herzlichen Unterhaltung erscheint uns unsere Spelunke besonders widerlich... Wir akklimatisieren uns Wir kehrten um halb fünf Uhr morgen„nach Hause" zurück. Kaum hatten wir uns hingelegt und waren einigermaßen warm geworden, als schon die Schreie ertönten: „Aufstehen!“ Besetzung des Gevietsabschnittes 3 hat begonnen Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Truppen unter Führung des Generals der Artillerie von Reichenau haben heute(3. Oktober 8 Uhr die ehemalige deutschetschecho=slowakische Grenze beiderseits des Ascher Zipsels zwischen Selb und Marknenkirchen überschritten und mit der Besetzung des im Abkommen vom 29. Geptember festgelegten Gebietsabschnittes 3 begonnen. England, Frankreich und Italien Wie die französische Nachrichtenagentur aus Rom meldet, wird der englische Botschafter in Rom, Lord Perth, am Montag und Dienstag eine neue sehr wichtige Besprechung mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano über die Verwirklichung des englisch=italienischen Abkommens vom 16. April dieses Jahres haben. In der Unterredung soll u. a. das Problem der formellen Anerkennung des italienischen Imperiums durch England besprochen werden. Auch die Frage der französisch=italienischen Beziehungen wird bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich angeschnitten werden, da, wie es in der Meldung heißt, das Abkommen vom 16. April eine allgemeine, also auch eine Entspannung der französisch=italienischen Beziehungen, vorsehe. Vor Ernennung eines französischen Botschafters in Rom Die Beziehungen Frankreichs zu Italien werden am Sonntag von verschiedenen französischen Blättern behandelt. Der Jour schreibt, die Ernennung eines französischen Botschafters in Rom könne schon in einigen Tagen erfolgen. Chamberlain im„Sternecker=Bräu“. Wie nachträglich bekannt wird, nahm Primierminister Chämberlain während seines Münchener Aufenthaltes Gelegenheit, die Gründungsstätte der RSDAP., das Sternecker=Bräu im Tal, zu besichtigen. Er ließ sich von dem Wirt die sogenannte„Gründungsecke der NSDAP.“ zeigen, in der Adolf Hitler mit den sieben ersten Mitgliedern den Grund für die Nationalsozialistische Partei gelegt hat. Die zahlreichen Blumenspenden, die dem englischen Premierminister in das Hotel„Regina=Palast“ gesandt wurden, ließ er der Münchener Stadtverwaltung mit der Bitte übergeben, sie in den städtischen Krankenhäusern aufzustellen. Echöhung der Zahl der beitischen Beobachter in der Tschecho=Slowakei Von unterrichteter Londoner Seite wird mitgeteilt, daß die Zahl der bisherigen britischen Beobachter in der Tschecho=Slowakei von sechs auf acht erhöht worden sei. Avaresen gestorben Marschall Avarescu ist in der Nacht zum heutigen Montag im Alter von 79 Jahren gestorben. Avarescu war rumänischer Heerführer im Weltkrieg. Nach Kriegsende widmete er sich dem politischen Leben und war mehrmals Ministerpräsident und Staatsminister. Hermann Görings Gruß an das sudetendeutsche Volk Generalfeldmarschall Hermann Göring richtete an Konrad Henlein folgendes Telegramm: „Konrad Henlein, zurzeit Reichskanzlei, Berlin. In dieser weltgeschichtlichen Stunde gedenke ich Ihrer, lieder Kamerad Konrad Henlein, und aller Sudetendeutschen in ganz besonderer Weise. Ich weiß, welch großen Antell Sie, der Sie in nimmermüder Arbeit und in heroischem Einsatz Ihr ganzes Leben dieser Sache verschrieben hatten, an dieser neuen geschichtlichen Großtat des Führers haben. Ich grazuliere Ihnen zur Freiheit aus übervollem Herzen und grüße in Ihnen Ihre unzähligen zapferen Mitkämpfen und das sudetendeutsche Volk. Hell Hitler! Ihr Göring.“ Druck und Verlag: Vonner Nachrichten Hermann Neusser.=G. Hauptschrittleiter: Dr. Egon=Erich Albrecht. Siellvertiesender Hauptschristleiter. Heinz Doym. Verantwortlich für Lctarnkel, den volltischen und kulturelen Teil: Dr EgonErich Midrecht für den Ortsteil: Hemn: Doom für den Umgegendtell: Toni Weinand(veurlaubt). i. V. Edmund E 13, für den Unterbaltungsteil sowie für die Bilderseite: Wiai Dünwoid, für den Wirtschafts= und. Sporttell: Hermann Dierksmeser für die übrigen Bilder die jeweiligen Abtetlungsleiter, für den vermischten Teil: Edmund EIs, für den Anzeigeniell: Albert Duvberke: alle in Bonn. Sprechstunden der Schriftleitung 9½—10½ und 17 bis 18 Uhr. Unverlangte Einsendungen odne Rückporto werden nicht zurückgesandt. Durchichnitts=Auflage VIrI/38 über 19 200. Anzeigen laui Preisliste Nr. 5. Diese Ausgabe umfaßt 12 Seiten Es ist sechs Uhr morgens. Draußen noch tiefe Nacht. Durch die Ritzen der Baracke pfeift der Wind. Die Funzeln flackern kaum. In der Dunkelheit der Baracke beginnen die nicht ausgeschlafenen, durchgefrorenen und hungrigen Menschen sich langsam zu rühren. Der Stubendienst holt das Frühstück— je einen Becher dick gekochter Gerstenbrei pro Mann, selbstverständlich ohne jede Spur von Fett. Der Brei wird in einem fünfzehn Portionen fassenden Napf„serviert". Löffel werden nicht gestellt. Ueber jeden Napf beugen sich etwal zehn Menschen, die sich den Mund voll von diesem ungenießbaren„Kitt" stopfen und eifersüchtig darüber wachen, daß keiner mehr erwischt als ihm zukommt. Die Portionen sind nach Augenmaß eingeteilt. Hinter den Zehn stehen die übrigen Teilnehmer dieses Festmahles die mit noch größerer Eifersucht und noch größerer Gier auf den sich schnell leerenden Napf hinabstarren. Es sind jene, die keine Löffel haben. Sie warten auf das Ablösen. In der Baracke laufen noch vereinzelte Menschen hin und her, die aus irgendeinem Grunde keiner Eßgemeinschaft zugeteilt waren. Sie rufen die Gerechtigkeit an und reden über die Notwendigkeit des Essens. Es hilft aber nichts, wen sollen sie auch sonst noch anrufen. So blieben sie hungrig. An der Spitze unserer„Eßgemeinschaft“ steht Boris, weshalb diese musterhaft organisiert ist. Er holte selbst den Gerstenbrei, verstand irgendwie etwas mehr herauszufeilschen als vorgeschrieben war, jedenfalls hat er mehr als die anderen bekommen; aus Holzspänen hat man kleine Schaufeln geschnitten, die die fehlenden Löffel ersetzten... Uebrigens kam Boris nicht dazu, seinen Brei zu essen: man mußte„Maßnahmen“ ergreifen, um sich vom Holzfällen zu drücken. Der Techniker, den wir im Wagen vor den Urkis in Schutz nahmen, wurde als Unterkolonnenführer einer der Arbeitskolonnen eingesetzt. Der erste Teil unseres strategischen Planes war der, in seine Kolonne zu kommen. Das ging aber verhältnismäßig sehr einfach. Dann erklärte ihm Boris, daß wir gar nicht die Absicht haben, zum Holzfällen zu gehen, und daß wir drei Tage brauchen, um irgend etwas auszuhecken, im übrigen wird einer von uns dreien stets bei den Sachen bleiben und bei der Gelegenheit auch seine, des Technikers, Habseligkeiten bewachen. Der Techniker war ein erfahrener Mann. Neu hinzugekommenen Beziehern liefern wir den Anfang unserer Artikelserie„Die Verlorenen“ auf Verlangen kostenfrei. Verlag des„General=Anzeiger“ 3. Oklober 1933 General=Anzeiger für Vonn und Umgegend 7 Bouner Nachrichten Nr. 16 201. Teite 9 Weltkongreß der Friseure in Köln wurde eröffnet Weitkampf um den Titel eines Weltmeisters Westdeutsche Kurzmeldungen Tödlicher Sturz von der Leiter Ein schwerer Unfall ereignete sich am Samstag in Köln in einem Haus in der Venloer Straße. Dort arbeitete ein Mann, der auf einer Leiter stand, an einer Lampe. Plötzlich fiel die Leiter um. Der Mann stürzte so unglücklich vom zweiten Stockwerk in das Erdgeschoß, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Es handelt sich bei dem Verunglückten um einen in den 60er Jahren stehenden Mann. Er kann es nicht lassen Ein erst im März d. J. us dem Zuchthaus entlassener 35jähriger Mann aus Köln=Mülheim hat erneut zahlreiche Betrügereien begangen und verschiedene Leute zum Teil erheblich geschädigt. Besonders bot er sich Angehörigen Verstorbener an, Aufnahmen des Begräbnisses und der Begräbnisstätten zu machen. Er dachte aber keinesfalls daran, die erteilten Aufträge auszuführen, sondern ihm ging es nur um die Vorschüsse. Der unverbesserliche Betrüger wird nun eine schwere Strafe zu erwarten haben. Professor Dr. Atzler 1 Im Alter von 50 Jahren verstarb in Badenweiler, wo er sich zur Kur aufhielt, der Direktor des KaiserWilhelm=Institutes für Arbeitsphysiologie DortmundMünster in Dortmund, Professor Dr. Edgar Atzler. Acht Jahre Zuchthaus für eine gefährliche Verbrecherin Vor dem Klever Gericht hatten sich wegen gewerbsmäßiger Abtreibung und wegen fahrlässiger Tötung die Ehefrau Heinrich Planken aus Rheinhausen sowie wegen Beihilfe hierzu der Pole Clemens Weyner aus Rheinhausen und der Johannes“ Ettwig zu verantworten. Die Angeklagte, die bereits im Jahre 1923 einschlägig vorbestraft wurde, hatte in einem Falle den Tod eines blühenden Menschenlebens herbeigeführt. Das Gericht verurteilte sie wegen gewerbsmäßiger vollendeter Abtreibung in 17 Fällen, wegen gewerbsmäßiger versuchter Abtreibung in sechs Fällen und wegen fahrlässiger Tötung in einem Falle zu einer Gesamtzuchthausstrafe von acht Jahren. Außerdem wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt und gegen sie die Sicherungsverwahrung angeordnet. Der Angeklagte Weyner erhielt wegen Beihilfe zur vollendeten gewerbsmäßigen Abtreibung in vier Fällen eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten, während der dritte Angeklagte Ettwig wegen Beihilfe in einem Falle zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Erzherzog Dr. Josef Franz in Bingen Im Anschluß an den Internationalen Bäder=Kongreß 1938 in Bad Nauheim kam der Präsident des Internationalen Bäderverbandes, Erzherzog Dr. Josef Franz (ein Urenkel des Kaisers Franz Josef) mit seiner Begleitung über Frankfurt a. M. nach Bingen. Ein verhängnisvoller Schuß Ein achtzehnjähriges Mädchen aus Nachtig, das vorübergehend in Zeltingen weilte, schaute zu, als ein junger Mann sein Gewehr entlud. Dabei ging der Schuß los und das Mädchen wurde in den Rücken getroffen. Die Verletzung war so schwer, daß es ihr erlag, bevor ein Arzt zur Stelle sein konnte. Der Tod im Steinbruch In einem Steinbruch an der Emser Straße in Niederlahnstein ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, dem der Kraftfahrer Nikolaus Staudt aus Koblenz zum Opfer fiel. Der Verunglückte= fuhr mit einer Zugmaschine und einem Anhänger, der mit Bruchsteinen beladen war zur Emser Straße hinab. Das„Fahrzeug geriet ins Rutschen und stürzte den Abhang hinunter. Der Fahrer, der abgesprungen war, kam unter den nachstürzenden Anhänger zu liegen, wobei er den sofortigen Tod fand. Brand in einem Schiffonenbau Im hinteren Teil eines neuerbauten Motorschiffes einer Mainz=Kasteler Werft entstand ein Brand, dessen Entstehen noch nicht geklärt ist. Als die Flammen auf der Werft bemerkt wurden, unternahmen Betriebsangehörige Löschungsversuche. Dabei fiel ein Mann infolge der starken Rauchentwicklung in eine Luke und mußte in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus geschafft werden. Der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr gelang es, nach zweistündiger Arbeit den Brand zu löschen. In überaus großer Zahl hatten sich am Sonntag in Köln Berufskameraden des Friseurhandwerks aus dem ganzen Reich und aus dem Ausland im großen Festsaal der Kölner Messe eingefunden, um der feierlichen Eröffnung des Weltkongresses der Friseure und der II. Internationalen Ausstellung Frisur— Kosmetik— Technik beizuwohnen. Reichsinnungsmeister RenzBerlin begrüßte nach der musikalischen Einleitung neben den Berufskameraden aus der deutschen Heimat u. a. solche aus Schweden, Holland, der Schweiz, Polen, Italien, Dänemark, Belgien, Frankreich, England, aus den Ver. Staaten von Amerika und selbst einen Vertreter des Handwerks aus Südafrika, daneben eine große Zahl von Ehrengästen aus Partei, Staat und Wirtschaft. Das Friseurhandwerk wolle ein modeschaffendes Handwerk sein, Mode sei aber auch international und daher müsse er bei der Eröffnung eines Weltkongresses insbesondere auch der Pioniere einer internationalen Verständigung auf dem Gebiete des Handwerks gedenken. Im Namen des Präsidenten der Internationalen Handwerkerzentrale Rom, Prof. Burenzo, überbrachte der 1. Vizepräsident dieser Vereinigung und gleichzeitig Leiter des deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront, Hans Schnert=Berlin, die besten Glückwünsche. Die Internationale Handwerkszentrale begrüße es, daß das Friseurhandwerk sich zu einer internationalen Tagung zusammengefunden habe. Es müßten sich die einzelnen Kräfte, die in den verschiedensten Ländern tätig seien, zusammenfinden zur Zusammenarbeit und zu gegenseitigem Verstehen, um damit der Kultur unserer Zeit den höchsten Beitrag zu leisten. Die Internationale Handwerkszentrale begrüße vor allem, daß anläßlich dieses Weltkongresses eine internationale Arbeitsgemeinschaft aller in der Welt vorhandenen Friseurorganisationen gegründet werden solle. Der Schirmherr des Weltkongresses, Oberbürgermeister Dr. SchmidtKöln, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß man Köln zum Tagungsort gewählt habe, die alte Hansestadt, die gerade für eine internationale Zusammenarbeit im Handwerk besonders geeignet sei, er unterstrich ebenfalls die Bedeutung einer solchen internatioDas Schwurgericht in Aachen verurteilte den 25jährigen Wilhelm Theisen aus Düren wegen schweren Raubes in Tateinheit mit Toschlag in einem Falle und wegen zweier Fälle schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde gegen den Angeklagten die Sicherungsverwahrung angeordnet. Damit ist ein gefährlicher Verbrecher für immer unschädlich gemacht worden. Theisen hatte in den Monaten Februar und März d. J. sich an Betrunkene herangemacht, sie niedergeschlagen und beraubt. Diese Verbrechen hatten seinerzeit in Düren große Erregung ausgelöst. In der Nacht zum 26. Februar=fand man in der Gartenstraße in Düren die Leiche des 68jährigen Polsterers Hubert Sieger auf. Neben schweren Verletzungen am Kopf wurden auch Würgemerkmale festgestellt. Alle Nachforschungen nach dem Täter blieben zunächst, auch trotz der Aussetzung einer hohen Belohnung, ohne Erfolg. In der Nacht zum 12. März und zum 21. März wurden erneut auf zwei Arbeiter Raubüberfälle verübt. Die Ueberfallenen, die bezecht waren, warenbauf dem Heimwege niedergeschlagen und ausgeplündert worden. Bei dem letzten Raubüberfall jedoch sollte den Täter das Schicksal ereilen. Der am Boden liegende Ueberfallene wurde zuerst von einem Wachmann entdeckt. Als dieser sich um den Mann bemühen wollte, bemerkte er eine Gestalt, die sich davonmachen wollte. Der Wachmann verfolgte den Verdächtigen, konnte ihn einholen und der Polizei übergeben. Wie sich herausstellte, handelte es sich um den Angeklagten Theisen, der hartnäckig abstritt, irgendwie mit dem Ueberfall in Verbindung zu stehen. Schließlich legte er ein Geständnis ab und gab zu, in den beiden anderen Fällen der Täter zu sein. nalen Verständigung im Leben der Völker und eröffnete dann die internationale Friseurtagung und gleichzeitig auch die II. Internationale Ausstellung. Ein Rundgang durch die Ausstellung und ein Empfang der Ehrengäste durch die Veranstalter schlossen sich an. Wettstreit der Friseure aus aller Welt Im Rahmen des in Köln eröffneten Weltkongresses der Friseure und der II. Internationalen Ausstellung „Frisur—Kosmetik—Technik" begannen die fachlichen Wettbewerbe der Friseure, an denen neben den deutschen auch zahlreiche ausländische Haarkünstler sich beteiligten. In der großen Messehalle, die durch ein erhöhtes Podium mit zahlreichen Frisiertischen in zwei Hälften geteilt wurde, kam zunächst der erste der Internationalen Wettbewerbe zum Austrag. Aufgabe war hier, eine Eisenondulationsfrisur an unvorbereitetem Haar durchzuführen und diese dann in eine Brautfrisur zu verwandeln. Wer in dieser und an den nächsten Tagen durchgeführten fünf weiteren internationalen Konkurrenzen die höchste Punktzahl erreicht, gewinnt den Titel eines Weltmeisters für das Jahr 1938. Gleichzeitig traten im Großen Saal der Messe die Bezirkssieger des Reichsinnungsverbandes des Friseurhandwerks zum nationalen Wettbewerb um die deutsche Meisterschaft an, in dem der Titel eines deutschen Meisters vergeben wird. Als letzter der Wettbewerbe sei noch der um den Wanderpreis des Deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront genannt, zu dem ebenfalls am Sonntagnachmittag die ersten Teilnehmer antraten. * Neben den von der Industrie und den Parfümeriefabriken ausgestellten kosmetischen Artikeln und technischen Anlagen, für die sich insbesondere die aus berufsmäßigen und fachlichen Gründen erschienenen Besucher interessierten, fanden vor allem die Sonderschauen und die Sonderführungen in den einzelnen Ständen die Hauptaufmerksamkeit der Gäste. Die modernsten Apparaturen der Haar= und Körperpflege wurden überall praktisch am lebenden Modell vorgeführt. Eine besondere Koje war der Entwicklung der Frisuren in den einzelnen Jahrhunderten gewidmet. Den Polsterer Sieger will er in der Tatnacht auf dem Heimwege getroffen haben und von diesem zu einem Glas Bier eingeladen worden sein. In der unbebauten verlängerten Gartenstraße ist es angeblich zwischen beiden zu einem Streit gekommen, der in Tätlichkeiten ausartete. Sieger wurde durch mehrere Faustschläge ins Gesicht zu Boden geworfen und hatte das Bewußtsein verloren. Theisen durchsuchte nun die Manteltaschen des Sieger, nahm aber, als er nichts fand, von einer weiteren Durchsuchung Abstand. Bevor er den Bewußtlosen verließ, warf er ihm einen großen Ziegelstein an den Kopf. Die durch diesen Steinwurf hervorgerufene klaffende Kopfwunde muß nach dem Ergebnis der späteren Untersuchung mit zur Todesursache gezählt werden. In der Nacht zum 12. März hatte der Angeklagte erneut einen nach Hause gehenden Betrunkenen angesprochen und sich zur Begleitung angeboten. Unterwegs schlug Theisen sein ahnungsloses Opfer nieder und raubte ihm 35 Mark, die er bald nach der Tat in Alkohol umsetzte. Theisen war schließlich so betrunken, daß er wegen Randalierens in Polizeigewahrsam genommen wurde. Es ergab sich so der fast groteske Fall, daß der Täter des neuerlichen Raubüberfalles in sicherer Polizeihaft saß. während man draußen fieberhaft nach ihm suchte. Am folgenden Tage wurde Theisen, in dem man keineswegs den Täter vermutete, wieder aus der Polizeihaft entlassen. Auch in dem letzten Falle hatte Theisen sein Opfer schwei mißhandelt. Dieser Ueberfallene mußte monatelang im Krankenhaus zubringen. In der Hauptverhandlung gab Theisen seine Verbrechen zu, bestritt aber im Falle Sieger die Beraubungsund Tötungsabsicht. Die Beweisaufnahme belasttete jedoch Theisen im höchsten Maße. Der psychiatrische Sachverständige— Theisen war eingehend auf seinen GeiDer Taler suß in PHolizrihaft, Währens man nach ihm fachle 15 Jahre Zuchthaus und Sicherheitsverwahrung für Theisen Tagung des Historischen Vereins für den Niederrhein in Goch und Nördlich der Bonner Brücke beginnt, wie es der Dichter Otto Brües in seinem Rheinbuch kürzlich wiederum bezeugte, der Niederrhein als ein gelobtes und geliebtes Land. Die Berge weichen vom Fluß zurück, und die Ufer gewinnen Raum und Weite. Vor dem Blick breitet sich zum ersten Mal jene beglückende und befreiende Geruhsamkeit einer gesegneten Landschaft, deren heller Himmel die Fruchtbarkeit der braunen Felder, das saftige Grün der Wiesen und die kleinen, niederen Wälder einschließt in einen Frieden ohnegleichen. Der Rhein, kaum noch je geengt von dem Zwang steinerner Ufermauern, geht stiller und mit lichterem Wasser, darin der Widerschein des Himmels wie Silber liegt. Die Farben des Niederrheins sind stark und gemessen; der Herbst diese Landes ist still und schön, denn ohne Wehmut des Vergehens vereinigt sich die Sommerlust abschiednehmend zu einem Strauß verhaltenen Leuchtens von einer Kraft, davon noch die Erinnerung lange froh macht. Septemberfahrt zum Niederrhein. Die Einladung, die der Vorstand des historischen Vereins für den Niederrhein dazu ergehen ließ, war ein großes Versprechen. Solchen Tagen ist kein Sonnenleuchten not, nur sanfte Helle, die das Land umfaßt, und gesäumte Wolken vor dünstiger Bläue. Stunden und Tage sollte man wandernd an den Niederrhein verschenken, um selbst von ihm beschenkt zu werden. Aber der Zug, dessen blitzende Schienen die Felder durchschneiden, fährt eilig dem Ziel entgegen, und allzu schnell vergehen die zarten Bilder der Pappelreihen, die wie seine Silhouetten vor dem Himmel stehen. An den Kirchen zählt man die Orte des kunstfreudigen und frommen Niederrheines. Beginnt er nicht unvergleichlich mit dem zierlichen Bau von SchwarzRheindorf? Wir sahen ihn nicht an diesem Tage. Aber für das Wissen war er eingereiht in diese Folge gleitender Bilder, die sich fortsetzt mit dem Dom in Köln und der goldschmiedefeinen Krone von St. Ursula, mit St. Quirin in Neuß, der Propsteikirche in Kempen. Und zwischen den kleinen Häusern von Kevelaer unter den Linden weiß man die köstliche runde Barockkapelle der Madonna verborgen. Mit den Türmen von St. Magdalenen in Goch erschien ein erstes Ziel. Calcar Das Steintor läßt ein in enge Straßen, deren Namen ohne Bedenken gewählt sind.„Ein Haus mit kleinem Bilderschmuck heißt„Zum Engel“, die Gasse daneben „Hinter'm Engel“. Nicht weit liegt die Schule, ein Bau, dessen große Fenster die Weite des Landes einfangen wie bunte Bilder. In einem hellen Festsaal bieten die Worte des Bürgermeisters Dr. Kaut ein freundliches Willkomm. Die Gäste sollen in dieser Stadt zu Hause sein und vergessen, daß es nur für wenige Stunden sei. Dank und Gruß geht zurück an die gastliche Stadt. Prof. Dr. Braubach, der Vorsitzende des Vereins, spricht ein schönes Geleitwort zu dieser Tagung am Niederrhein, in dem reichen Land, das mit Bonn beginnend, Teil des alten Erzbistumes Köln war und geliebter Besitz der Kurfürsten. Zum ersten Mal seit seinem Bestehen tagt der Historische Verein für den Niederrhein in dieser echkesten Heimat niederrheinischer Kultur und Kunst, in einer jener kleinen, ehedem so blühenden Städte.— Wer wäre nun zu einer Rückschau auf Gewesenes berufener als ein Heimatforscher? Dr. Alphons Schmitz aus Goch erzählt aus der Geschichte der Stadt. Eben Gehörtes verbindet sich mit Gesehenem zur lebendigen Vorstellung des Gestern. Jahrhunderte des städtischen Lebens ziehen vorüber, frühe Stadtbegründung auf altem Siedlungsgrund, Streit Geldernscher und Klevischer Herren um den festen Ort an der Niers. der durch seine natürlich geschützte Lage und durch die Erdund Mauerwerke fast uneinnehmbar schien. Wie eine höfische Anekdote erscheint die burgundisch beeinflußte Zeit des Geldernlandes, die mit den Namen der Herzogin Maria von Burgund verknüpft ist, in den Kämpfen zwischen fürstlichem Herrscherwillen und der städtischen Macht aufstrebenden Bürgertums, das reich geworden war an dem berühmten Wollhandel und an der nicht minder berühmten Bierbrauerei. Solche Bürgermacht freilich wurde gebrochen in den Kriegen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts, und aus Not und Verarmung vermochte sich die Stadt Goch vor nicht langer Zeit erst wieder zu erheben zu einer neuen Blüte städtischen Gewerbefleißes. Es sein gestattet, in der Beschreibung bei Goch zu verweilen, ob zwar in zeitlicher Folge nun über den Vortrag von Herrn Archivar Dr. Wilkes aus Düsseldorf. über„Calcaris civiles, Ursprung und Bedeutung, Blüte und Niedergang einer niederrheinischen Stadt“ zu berichten wäre. Der Weg durch Goch, der allzu kurze Gang durch die Kirche von St. Magdalenen waren der geschichtlichen Darstellung eine schöne Verlebendigung. Die Kirche ist mit dem Aufblühen der Stadt von Norden her gewachsen bis zu dem gotischen Reichtum eines mächtigen Südschiffes, dessen prächtige Netzgewölbe der Hochzeit dieses Stiles angehören. Es bleibt dem Betrachtenden für immer zu beklagen, daß ein barbarischer Bildersturm die Altäre von St Magdalenen zerstörte in einer Nacht des Jahres 1625, also daß wenig mehr in jenem dreigeteilten Kirchenraum, der freilich selbst von bewunderter Schönheit ist, zu schauen bleibt als ein höchst eleganter St. Georg und die köstliche Zierlichkeit eines Madonnenleuchters. Wie aber soll in notwendiger Kürze der wohlgehütete Reichtum des Heimatmuseums beschrieben werden, der in vielen Stuben und Dielen lirchliche und häusliche Kunst des Niederrheines umfaßt und Dokumente zur Stadt= und Landesgeschichte? Und weniges konnte auch nur erlebt werden von dem intimen Reiz der alten Bürgerhäuser, davon das„Zu den fünf Ringen“ das berühmteste ist, ehe die Fahrt weiterführte, dem kunstberühmten Calcar entgegen Eine schöne Fahrt über mittäglich stille Wege war es, die gesäumt sind von Weiden, darauf bunte Tiere gehen. Behäbige Bauernhöfe liegen daran, und in den Gärten brennt der Herbstreichtum des Niederrheines, Dahlienstöcke, die sich mit Gelb, Rot und sattem Violett über geschorene Hecken neigen. Ueber diese Wege werden in fröhlichen Prozessionen die bäuerlich bunten Madonnen getragen, wie sie das Heimatmuseum in Goch bewahrt. Dann nahm abermals eine gastliche Stadt die Besucher auf, und mit den ersten Häusern auf lindenbestandenen Straßen erhob sich die Erinnerung an den morgendlich gehörten, höchst lebendigen Vortrag von Dr. Wilkes vom Schicksal dieser fast vergessenen Stadt, die einmal eine der blühendsten im klevischen Land war, berühmt schon bald nach ihrer planmäßigen Begründung im frühen 14. Jahrhundert durch den Handelsreichtum und die städtische Kunstübung. Denn in diesem schnell gebildeten Gemeinwesen, das zwischen den Rheinarmen eine bestimmte und begrenzte Lage hatte, wurden die Bürger und die Bruderschaften sonderlich zu Stiftern für die Kirche von St. Nikolai, deren mächtiger Turm aus dem Gewirr der Häuset wächst. In dem Innenraum der Kirche, der in schöner Klarheit edel gewachsener Formen zu einem reichen Wie wird das Wetter? Wetteraussichten für Dienstag: Mäßige dis frische Winde aus westlichen Richtungen, wechselnd bewölkt, zeitweise Niererschläge, mehr in Schauerform, Tempecaturen wenig geändert. Weitere Aussichten: Keine wesentliche Aenderung des unbeständigen Westwetters. Vorhersage der Wettersiation Beuel Sonnenaufgang.35. Sonnenuntergang 18.07, Mondaufgang 15.21. Monduntergang.32, absolute Dunkelheit 19.40, bürgerliche Dämmerung(abends) 18.48.(morgens).54. Beobachtungen um 7 Uhr morgens: Luftdruck 754,8, red. auf RN. 759,9, Tendenz fallend. Temperatur.0. Mar. gestern 20,5. Min. d. Nacht.0, Windrichtung und Stärke mSek. SW..2, Riederschlagsmenge der letzten 24 Stunden 0,9 Utrsam, Bodenoverflächentemp..3. Pegelstand Der Bonner Pegel zeigte heute morgen.49(.36), der Kölner Pegel 1,38(.27) Meter. steszustand untersucht worden— führte in seinem Gutachten u. a. aus, daß der Angeklagte geistig normal sei, wenn er auch aus einer erbkranken Familie stamme. Er zeige zwar Intelligenzmängel und eine außerordentliche Gefühlsarmut, doch sei er strafrechtlich voll verantwortlich. Während der Staatsanwalt gegen den Angeklagten lebenslänglich Zuchthaus und lebenslänglichen Ehrverlust beantragt hatte, kam das Schwurgericht zu dem bereits eingangs mitgeteilten Urteil. Verkehrsflugzeug Franksurt—Mailand verschollen Das Samstag um 12.25 Uhr von Frankfurt a. M. nach Mailand gestartete Flugzeug-AVFZ hat sein Ziel nicht erreicht. Die letzte Standortmeldung gab die Besatzung um 14.40. Seit dieser Zeit fehlt von dem Flugzeug jede Nachricht. Es wurden sofort von der Schweiz und von Deutschland umfassende Suchaktionen eingeleitet. Es muß leider damit gerechnet werden, daß die Maschine schweren Schaden erlitt und hierbei die Fluggäste Kaiser. Gluck, Redenti, Gerstel, Cassina und Rigmur, sowie die Besatzung Flugkapitän Handke, Flugmaschinist Nienhaus und Flugzeugführer Temme ihr Leben einbüßten. Postflugzeug der Südatlantikstrecke vermißt Das Postflugzeug„Pampero'Aroz“, das auf der Südatlantik=Poststrecke eingesetzt ist, und Samstag nacht den Abschnitt Natal—Bathurst flog, hat sein Ziel bisher nicht erreicht. An Bord befinden sich die Flugzeugführer Lochner und Hartmann, Maschinistenfunker Schwanke, Flugzeugfunker Raabe und Abteilungsleiter Dr. Dierbach. Nach der letzten Funkmeldung stand die Maschine um 4,38 Uhr vor Bathurst, als die Besatzung mitteilte, daß sie bereits das Scheinwerferlicht des Flugsicherungsschiffes„Ostmark“ in Bathurst sehe. Suchflugzeuge der Lufthansa und der französischen Luftverkehrsgesellschaft Air France sowie das Sicherungsschiff „Ostmark“ und ein Aviso der Air France haben die Suche nach„Pampero“ aufgenommen. Gewölbe strebt, ist die Vielfalt und Kostbarkeit des Schnitzwerkes Zeugnis jenes bürgerlichen Mäzenatentums. Um die Gestalt einer jungfräulichen Muttergottes schwingen die zarten Ranken eines Leuchters, ein tanzendes Schattenspiel vor der Helle des Mittelschiffes. Und unerschöpflich erscheint der Beschreibung die Pracht der Altäre, des vielteiligen Passionsaltars, des von St. Georg und des von St. Annen. Als köstliche Höhe jener reichen Kunst aber mag der Altar der Sieben Schmerzen Mariä gelten. Noch ist darin die Glut des von seiner Aufgabe entflammten Meisters Heinrich Douvermann zu erleben und die Werktreue eines„reinen und künstlichen Mannes“. Daneben ist der Altar der Sieben Freuden ein lebendiges Widerspiel. Niederrheinisches Nebeneinander von Schmerz und lächelnder Festlichkeit des Ausdruckes. Ein schneller städtischer Verfall, so berichtete Dr. Wilkes, setzte solcher Kunstpflege ein Ziel. Kriege und Notzeiten gingen über Calcar hin und machten die berühmte und reiche Stadt zu einer unbedeutenden und verarmten. Sie bewahrte indes mit seltener Treue das Bild der Vergangenheit, jene wohlgefügte Nähe von bürgerlicher Stadtherrschaft und kirchlichem Leben. Geruhsamer als in den Zeiten hansischer Blüte liegen heute die Straßen, und das Leben in ihnen ist seltsam leise geworden. Die Giebel um den Markt sind dem stolzen Rathaus zugewandt und der gewaltigen Linde davor. Unweit davon ist in einem Patrizierhaus das Stadtarchiv eingerichtet, das Dr. Wilkes schuf, vorbildhaft für die Bemühungen der rheinischen Städte um die Erhaltung des Urkundenbestandes. Mit dem beginnenden Abend gab es einen allzu frühen Abschied. Wie geheimnisvoll war die grüne Dunkelheit unter den Linden von St. Nikolai, auf einem Platz, wo die Pumpe leise kreischte, wie verlockend die zarten Schatten auf dem Wall um das Haus Sieben Linden, darin der Dichter Josef von Luaff geboren wurde. Und aus den Wiesen am Kalflak, am toten Rheinarm, der die begleitenden Bäume dunkel spiegelt, stieg ein seiner Dunst. Vor den Bauernhäusern standen schon die Milchkannen abendlich gescheuert in gerader Reihe mit den weißen Holzschuhen. Tiefer schon glühten die Blumenfarben, und die Menschen taten einen letzten Gang über die Felder dem Abend entgegen. Dann freilich verging der Tag in schneller Dunkelheit eines nahenden Gewitters über dem Niederrhein, das die opalenen Lichter am Himmel eilig verlöschte. Tragert Ehamgr. Seite 4. Nr. 16 281 General=Anzeiger für Bonn und Umgegend 7 Bonner Nachrichten 3. Oklober 1933 Bonnei-Nachtichten Senn de Promme rief jewoede Lööchten se em deefste Blau; On dann jeht et an et Plöcke, Kind on Käjel, Mann on Frau... Alles moß beim ernte helfe, On dann jeht et op de Maat, Wo die schöne riefe Promme Werde zom Vekof jebraht. Oraunesch Jede Huusfrau deht se kofe; Dann wierd Prommeschmeer jemaht. Domet wierd de Winte üvve Dann de Botteramm belaht. Janze Promme werde och noch Für de Winte enjeweck, Wat bei Nudele janz seche Imme noch am beste schmeck. Doch am schönste eß on bliev doch Wohl en staatse Prommetaat! Wierd die fein om Blech jebacke, Wierd an Promme net jespaat. Jo, dat eß jet für de Puute, On ihr Oge blänke dann, Weil me en de Prommezick jetz Kinde jlöcklich maache kann. K. Grosse Kreiner Vonler=Radtspiege! Vom Sonntag Erntedankfest Der erste Oktobersonntag ist als Danksonntag für die nun in der Hauptsache glücklich heimgebrachte Ernte ein besonderer Feiertag für das gesamte deutsche Volk geworden, doppelt gefeiert in diesem Jahre, in dem nicht nur der Bauer dem Himmel dankte für den reichen Erntesegen, der Städter seine Verbundenheit mit dem Land bekundete, das schönste Fest war es wohl für den Führer des deutschen Volkes selbst, der gerade in diesen Tagen die herrlichen Früchte seines unermüdlichen Wirkens und Sorgens ernten konnte. So wehten die Fahnen nicht allein für das große alljährliche Fest des deutschen Volkes, es waren auch Fahnen der dankbaren Freude, daß der Frieden uns erhalten blieb. Es gab in Bonn kaum ein Haus, an dem nicht die Fahne des dritten Reiches geweht hätte. Auf dem Bonner Marktplatz ragte ein prächtiger Erntebaum, mit bunten Bändern geschmückt. Viele Schaufenster, vor allem die der Blumengeschäfte, waren dem Sinn des Tages entsprechend geschmückt, jeder Bonner trug sein Erntesträußchen im Knopfloch. Schöne Erntedankzüge gab es in einzelnen Bonner Vororten, abends ging es vor allem in den Tanzsälen bei fröhlichem Erntetanz hoch her.— Doch nicht allein beim Erntetanz. Die Bonner Remigiuspfarre beging ihr Kirchweihfest. Für den alten Bonner und die Pfarreingesessenen ist Remigiuskirmeß ein besonders schöner Festtag. Nach außen tritt er zwar nicht in die Erscheinung, in den Familien steht aber mittags ein besonders leckerer Braten auf dem Tisch, und abends brauchen die Gaststätten der Pfarre sich nicht über schlechten Besuch zu beklagen. Das Wetter war den gestrigen Festen tagsüber freundlich angepaßt, und erst in den späten Abendstunden fiel ein leichter Regen, der aber der überall noch herrschenden frohen Stimmung keinen. Abbruch tun konnte. Eiselverein ehrt Geheimrat Kaufmann Für den 8. und 9. Oktober hat der Hauptvörstand des Eifelvereins zu einer Sitzung nach Manderscheid eingeladen. Das Treffen wird mit einem Heimatabend eröffnet, in der Hauptvorstandssitzung wird Bericht erstattet über die Vorhaben des Vereins und die künftige Arbeit, auch wird man über das Erlebnis des deutschen Wandertages in Stuttgart sprechen. Nach der Sitzung findet auf der Niederburg die Einweihung eines Gedenkraumes und einer Ehrentafel für den Ehrenvorsitzenden Geheimrat Kaufmann statt, der sich um den Eifelverein außerordentlich große Verdienste erworben hat. ** Deutschland braucht gesunde Kinder Eine der vordringlichsten Aufgaben der NS.=Volkswohlfahrt ist die Betreuung der heranwachsenden Jugend. Auf ihr ruht Deutschlands Zukunft und Schicksal; je gesunder und stärker die heutige Generation heranwächst, umso besser ist sie für den großen Lebenskampf des deutschen Volkes gerüstet, und umso fester ist auch der Bestand des Volkes für alle Zukunft gesichert. Diesen Aufgaben läßt die NSV. in Erkenntnis ihrer großen Wichtigkeit die größte Förderung angedeihen. In der Abteilung Kinderlandverschickung und Kindererholungsfürsorge wird seitens der NSV. jede Möglichkeit ausgeschöpft, erholungsbedürftigen Kindern in ihren zahlreichen Heimen oder in hilfsbereiten Familien Gelegenheit zur körperlichen und geistigen Stärkung zu verschaffen. Nicht weniger als 2 142 664 Kinder wurden von 1933 bis 1938 von der NSV. in Erholung geschickt. Die erheblichen Kosten für diese Kinderfürsorge bestreitet die NSV. einzig und allein aus den bei ihr eingehenden freiwilligen Beiträgen ihrer Mitglieder. Soll nun die NSV. auch in Zukunft ihre großen Aufgaben weiter erfüllen, dann ist es notwendig, daß sich die heute noch Neidet Euch! Sudetendeutsche Eisenbahner Das Reichsverkehrsministerium fordet alle fudetendeutschen Eisenbahner auf, sich zur Verfügung zu stellen. Die Deutsche Reichsbahn werde auf ihren neuen Strecken im sudetendeutschen Gebiet den Betrieb sofort aufnehmen. Zu diesem Zweck brauche sie zahlreiches Personal. Sudetendeutsche, die im Dienst der tschechoslowakischen Staatsbahn gestanden haben, werden gebeten, sich wegen Einstellung in den Dienst der Deutschen Reichsbahn sofort auf einer der folgenden ReichsBahndirektionen zu melden: Reichsbahndirektion Dresden, Dresden=Alt, Wienerstraße 4, Reichsbahndirektion Breslau, Breslau, Malteserstraße 13, Reichsbahndirektion Oppeln, Oppeln, Piasterdamm 2, Reichsbahndirektion Regensburg, Regensburg, Bahnhofstraße 7, Reichsverkehrsministerium, Abwicklungsstelle Oesterreich, in Wien, Schwarzenbergplatz 3. Sudetendeutsche Postbeamte Gleichlaufend mit der Besetzung der sudetendeutschen Gebiete durch das Deutsche Reich wird von der Deutschen Reichspost Sorge getragen werden, daß der Postdienst in den fudetendeutschen Gebieten reibungslos wieder aufgenommen wird. Zu diesem Zwecke werden alle flüchtigen fudentendeutschen Postbeamten, auch soweit sie bereits aus dem Dienst der tschechischen Post ausgeschieden waren, aufgefordert, sich je nach ihrem Heimat= oder Aufenthaltsort umgehend bei einer der folgenden vier Postbehörden schriftlich oder mündlich zu melden: Abwicklungsstelle des Reichspostministeriums für das Land Oesterreich, Wien 1, Postgasse 8, Reichspostdirektion Regensburg, Reichspostdirektion Chemnitz, Reichspostdirektion Breslau. Der Reichsdozentenführer gibt bekannt: Der Kampf um die Befreiung des sudetendeutschen Gebietes vom tschechischen Joch hat nunmehr zu dem Ergebnis geführt, das wir alle erhofften: Unsere deutschen Brüder werden in wenigen Tagen wieder dem Reich angehören. Um schon jetzt die kommende friedliche Aufbauarbeit vorzubereiten, ruft der Reichsdozentenführer alle Professoren, Dozenten und Assistenten, die hierbei mithelfen wollen, auf, ihre derzeitige Anschrift der Reichsamtsleitung des NSD.=Dozentenbundes, München, Karlstraße 12, bekannt zu geben und sich einzureihen in die Front der nationalsozialistischen Wissenschaftler. Einreise ins besetzte Sudetenland unzulässig Die Einreise von Privatpersonen in die militärisch besetzten sudetendeutschen Gebiete ist bis auf weiteres — auch im Ausflugsverkehr— unzulässig. Von dieser Beschränkung sind die sudetendeutschen Flüchtlinge, der kleine Grenzverkehr und solche Personen ausgenommen, die eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der zuständigen Staatspolizeistelle vorlegen. An die Altkatholiken Deutschlands wendet sich der Bonner Bischof Erwin Kreuzer in einem Hirtenschreiben, in dem er einleitend an das Mitgefühl erinnert, das jeden Deutschen in den letzten Monaten beseelte, wenn er an die Not der sudetendeutschen Brüder und Schwestern dachte, und an die Gebete, die„für unseren Führer, für unser Volk und um den Frieden zum Vater des Lichtes emporstiegen“. Der Bischof gedenkt weiter der Tage der Erlösung, an den „Vierklang der Namen Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier, der in der Weltgeschichte fortklingen wird.“...„Heißer Dank steigt aus unseren Herzen zu Gott empor! Heißer Dank brandet auch unserem Führer entgegen und den Staatsmännern, die sich zum Werke der Verständigung haben willig finden lassen.“ Bischof Kreuzer fordert die Gläubigen im weiteren Verlauf seines Schreibens auf, es beim Dank nicht bei Worten bewenden zu lassen, sondern durch tatkräftige Unterstützung des sudetendeutschen Hilfswerkes. Mit den Worten des Psalmes„Lobe den Herrn meine Seele“ klingt das Hirtenschreiben aus. „Dein Volk braucht Dich“ Am morgigen Dienstag, 4. Oktober, 19.50 bis 20 Uhr, spricht die Gaufrauenschaftsleiterin Frau von Hofmann über den Reichssender Köln zu dem Thema„Dein Volk braucht Dich“. Wie weisen alle Frauen unseres Gaues auf diese wich. tige Sendung din. Ganz Bonn feierte Die Feierstunden in den Bonner Vororten Richtet nur die hohen Kronen mit dem leuchtend jungen Kranze, Windet Bänder, Spruch und Segen ein, Denn das Fest, das wir jetzt feiern, Soll von Dank und Glück verschönet sein! Erntefest ist, da schreiten wir alle mit leuchtenden Augen hinaus auf den Plan, wo der Gemeinschaft Jubelchöre zum hellen Himmel steigen und Dank bringen. Wieder ist ein Jahr mit seinem Mühen und Regen, seiner Saat und Ernte vergangen. Es war ein gutes Jahr! Scheunen und Keller liegen gefüllt von dem Segen, der aus saurem Schweiße und dem starken Wollen quoll. Nun hat der Mensch sein Werk getan, nun bleibt noch mehr Zeit, voller Dank die Herzen zu erheben für den allmächtigen Schutz und den lebenspendenden Keim einer höheren Macht. Wir alle halten Erntedank, denn wir alle wollen die Gaben der Ernte genießen. Da steht ein Bauer, seine Schwielenhände sind ineinandergefaltet. Siehe, liegt nicht heiligherbe Kraft darauf, die für uns alle schaffte und die kleine Enge des Lebens weitete zu feierlichem Dienst an der Gesundheit unseres Volkes! Erntedank! Froh wollen die Gesichter lachen, vergessen soll Mühe, Zagen und banges Hoffen sein. Daß es gelang, das ist schon Glück genug! Nun mag der Winter kommen, wir sind gerüstet, und wie der Blick so voller Liebe an den goldenen Aehren hängt, die stark und jung im Kranze leuchten, da wächst auch neue Kraft zu neuem Hoffen. Schon liegt wieder die Saat im Lande, manch frommer Spruch ward heimlich eingestreut. Ob es wieder frohe Ernte wird? Jahr um Jahr kommt der Erntetag. Immer gleich ist der Rhythmus, das Auf und Ab all der Tage, und aus dem Ende keimt schon neuer Anfang. Laßt uns darüber wachen, daß die Saat immer rein und stark sei, dann wird auch die Ernte gut. Alles Leben ist Saat und Ernte. Jätet das Unkraut fleißig, daß immer reiner die Frucht werde und schöner und vollkommener. Aus Ernte wächst des Lebens Erfüllung und seine Ewigkeit heißt Aufbruch aus junger Saat. So wird uns Erntedank zugleich Lebensbejahung und rechte Freude, die über den Einzelnen hinauswächst zur großen deutschen Ernte=Dank= und Schicksalsgemeinschaft. * In Endenich war am Samstagabend der Schulplatz festlich geschmückt. Auf der Schule wehte in strahlender Scheinwerferbeleuchtung die Fahne der deutschen Jugend, vor dem Gebäude an hohen Masten die Fahnen des Dritten Reiches. Inmitten des Platzes war an einem mit Tannengrün umwundenen Mast die Erntekrone aufgerichtet, unter der sich abends die Endenicher Parteiund Volksgenossen, die Gliederungen der Partei, die Ortsvereine und die Jugend trafen. Nach einem kernigen Vorspruch begrüßte Ortsbauernführer Weber die Dorfgemeinschaft und sprach Gott den Dank für den reichen Erntesegen aus, dem Führer den Dank dafür, daß er uns den Frieden gesichert habe, damit wir in Freiheit die Früchte des deutschen Ackers genießen können. Unter Harmonikabegleitung tanzten fröhliche Paare unter der Erntekrone, die HI. ließ ein frisches Lied erklingen, dann wandte sich Ortsgruppenleiter Köpchen an die zahlreichen Teilnehmer der Feierstunde. Er erinnerte daran, wie früher der Erntedanktag lediglich auf dem Kalender als solcher verzeichnet gewesen sei, man habe aber dabei nie an die große Volksgemeinschaft gedacht, sondern nur an das eigene Interesse. Für den Bauern habe sich die Arbeit kaum gelohnt, denn der Markt sei„mit Auslandsprodukten überschüttet worden. Heute habe die Agrarpolitik des dritten Reiches den Bauern wieder frei gemacht, die nationalsozialistische Marktordnung habe ihm weiter vorwärts geholfen, die Stadt habe wieder Verständnis für den Bauernstand bekommen. Wenn auch das Werk des Arbeiters schwer sei, so habe aber auch der Bauer Sorge und Arbeit, in jedem Wetter, von früh bis spät, habe er Müh' und Plage. Wenn jetzt das Erntedankfest abgehalten werde, so solle der Städter hinausgehen. abseits stehenden Volksgenossen in die große Volksgemeinschaft der NSV. einreihen. Hier kann jeder Deutsche beweisen, daß er mit dem Herzen dabei ist, wenn es die Sicherung der Volkssubstanz gilt, und hier kann er auch durch seinen Beitrag mithelfen, daß die NSV. ihre segensreiche Arbeit an der deutschen Jugend in ungeschwächter Kraft weiterleisten kann. * Gesellenprüfung im Schuhmacherhandwerk Der Schuhmacherlehrling Norbert Boeß hat vor der Prüsungskommisston der Schumacher=Innung Bonn=Stadt seine Gesellenprüfung mit der Note„Gut" bestanden. * Bestandene Meisterprüfung An der Handwerkskammer Köln bestanden ihre Meisterprüsung als Damenschneiderinnen mit der Gesamtnote„Gut“ Frl. Elisabeth Schmitz, Bonner Talweg 22, Frl. Anny Fatzbender, Adolfstraße 34 und Frl. Aenni Simon, Maxstraße 36. * Aus dem Schuldienst Konrektorin, Seminaroberlehrerin Katharina Freundgen wird am 1. Dezember in den Ruhestand treten. * „Rund um den Bonner Marktplatz“ wird am Donnerstag, 18.30 Uhr, eine Sendung des Reichssenders Köln führen. Die Aufnahmen für die Sendung wurden in der letzten Augustwoche bereits gemacht, nun werden wir Bonner am Rundfunk einiges von historischen Bonner Gaststätten hören und dabei auch sonst manche Schnurre, die sicher interessieren wird. Manches Vergangene wird dabei der Erinnerung entrissen, manche frohe Stunde wieder lebendig werden. Weitererhebung der Gemeindebiersteuer Das Dritte Gesetz zur Aenderung des Finanzausgleichs sah den Wegfall der Gemeindebiersteuer und ihren Einbau in die Reichsbiersteuer für den 1. Oktober 1938 vor. Die erforderliche Erhöhung der Reichsbiersteuer konnte jedoch nicht rechtzeitig durchgeführt werden. Die Reichsregierung hat daher heute ein Viertes Gesetz zur Aenderung des Finanzausgleichs erlassen, in dem bestimmt ist, daß vorläufig bis zur Neuregelung der Reichsbiersteuer die Gemeindebiersteuer nach den am 30. 9. 1938 geltenden Bestimmungen weiter zu erheben ist. Damit dem Reich die aufkommenden Beträge zufließen, werden die Gemeinden verpflichtet, 96 v. H. der nach dem 30. 9. 1938 aufkommenden Gemeindebiersteuer an das Reich abzuführen. 4 vom Hundert verbleiben ihnen als Verwaltungskostenbeitrag. Die im Dritten Gesetz zur Aenderung des Finanzausgleichs vorgesehene Bereitstellung von jährlich 12 Millionen RM. aus Reichsmitteln für die Länder, in denen die Gemeinden (Gemeindeverbände) durch den Wegfall der Gemeindebiersteuer einen erheblichen Einnahmeausfall erleiden, ist unberührt geblieben. den Erktedantlag — Prächtige Erntezüge— Frohe Stimmung zum Bauern, sich mit ihm freuen und das Band zwischen Stadt und Land immer fester schlingen. Der Redner erinnerte aber auch noch an die weitere festliche Bedeutung gerade dieses ersten Oktobersonntags: er sei ein Tag des Sieges und des Friedens. Dem Führer gebühre herzlicher Dank, daß er nach unsäglichem Leid unzählige deutsche Volksgenossen wieder heim ins Reich geholt habe. Adolf Hitler sei der größte Feldherr, der den gewaltigen Sieg ohne Blutvergießen errungen habe, der größte Staatsmann aller Zeiten! Nach dem den Ausführungen des Ortsgruppenleiters folgenden Niederländischen Dankgebet schloß die schöne Feierstunde mit einem von Stammführer von den Driesch gesprochenen Treugelöbnis an den Führer und mit den Liedern der Nation. In Grau=Rheindorf waren zum Erntedankfest die Straßen festlich geschmückt, vor allem der Kirchplatz, auf dem sich am Sonntagnachmittag die Erntefeier abspielen sollte. In seiner Mitte stand der mit bunten Bändern reich geschmückte Erntebaum, an dem nachmittags noch ein zweiter Ring auf halbe Höhe gezogen wurde, behängt mit geheimnisvollen Tüten, die bei den Kinderspielen der Festfeier den Kletterern viel Freude bereiten sollten. Gegen 15,30 Uhr begann an den letzten Häusern der Römerstraße ein buntes Treiben, der Grau=Rheindorfen Teil des Erntezuges wurde dort zusammengestellt. Reiter auf blanken Pferden kamen an, die Schulkinder nahmen Aufstellung, Blumen im Haar, Erntesträuße und Körbe voll Feldfrüchte in der Hand, Garben unter dem Arm; Feldgeräte„Von der Saat bis zur Ernte“ kamen blitzblank angefahren, dazwischen marschierte ein fleißiger Sämann, Wagen rollten an: mit Korngarben beladen, oder auch mit fröhlicher junger Fracht, besonders der schöne Wagen„Feierabend", auf dem es gar lustig zuging. Dazu gesellten sich die Grau=Rheindorfer Partei= und Volksgenossen, mit Ortsgruppenleiter Buchmüller an der Spitze, Gliederungen der Partei und die Vereine mit ihren Fahnen. Die Politischen Leiter der Ortsgruppe BonnWindmühle, die Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen, sowie die Gliederungen selbst usw. setzten sich später vor die Grau=Rheindorfer Gruppe, dann ging es unter Vorantritt der Kreisstabskapelle und ihres Spielmannszuges durch die Römerstraße, AugustusRing, Rheindorferstraße, Hauptstraße zum Kirchplatz, wo gegen 17,30 Uhr das eigentliche Erntefest stattfand. Nach einem Spruch der HI. wies Kreishauptstellenleiter Arenz auf die Bedeutung des Erntedankfestes hin, die Männergesangvereine„Bonn=Rheindorf“ und „Cäcilia“ erfreuten ebenso mit ihren Chören, wie der B0M. und die Schuljugend, dazu Volkstänze der Jungmädelschaft und das berühmte rheinische Fähndelschwenken; kurz, es war ein prächtiges Volksfest, wie es sein soll. * In Kessenich wurde unter regen Beteiligung der Bevölkerung das Erntefest von den Ortsgruppen Kessenich=Ost, Kessenich=West und Schumann gemeinsam begangen. Auf dem Karthäuserplatz hatte man einen prächtigen Erntebaum errichtet, unter dem sich die Hitler=Jugend zu fröhlichen Liedern versammelte. Der Ortsbauernführer sprach über den Sinn der Erntefeier und umriß die Aufgaben des deutschen Bauernstandes, der unter nationalsozialistischen Führung eine neue Zielsetzung erhalten habe. Der deutsche Bauer sei heute nicht mehr das Opfer sinnloser Preisspekulationen und jüdischer Börsenmanöven. Am Sonntagabend trafen sich die Volksgenossen der drei Ortsgruppen in den Sälen von Kemp und Kickel zu fröhlichem Erntetanz. Umrahmt wurde die Feier von schönen Darbietungen der Ortsvereine. * In Dottendorf prangte am Samstag bereits alles im Schmucke der Erntedankseien. Frische Girlanden und bunte Bänder wanden sich von Haus zu Haus. Besonders festlich war Spender fürdas Süderendrütsche Mrswrre Die NS.=Volkswohlfahrt hat die Bekreuung der sudetendeutschen Flüchtlinge, lasbesondere der Mätter und Kinder, übernommen. Bei allen Dienststellen der ASv. und bei allen Banken und öffentlichen Geldanstalten werden Spenden auf das Sonderkonto„Sudetendeutsches Hilfs. werk“ entgegengenommen. Zahlungen können auch mit Zahlkarte oder Postüberweisung unmitteldge auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 30763 der Nationalsozialistischen Volkswohlfahet e.., Reichsführung, Berlin SO 36, mit dem Hinweis„für das Sudetendeutsche Hilfswerk“ geleistet werden. Was ich noch sagen wollte: „Nie wieder Krieg zwischen Deutschland und England“ So lautet der Inhalt der gemeinsamen Erklärung Hitlers und Chamberkains. Die in Godesberg begonnenen Friedensverhandlungen wurden in München zum guten Ende geführt und so ein unübersehbares Leid allen europäischen Völkern erspart. Das danken wir Deutsche vor allem unserem Führer, der als Frontsoldat selbst erfähren hat, wie grauenvoll der Weg ist, der durch den Krieg zum Frieden führt. Es seien zur Auffrischung der grauenhaften Erinnerung nur einige Zahlen genannt: Vom 2. August 1914 bis 10. Januar 1919= 1623 Tage fielen pro Tag 1114 deutsche, also auf je sieben deutsche Kriegsteilnehmer ein Toter. In jeder Stunde der Kriegsdauer fielen also, exrechnet nach dem Gesamtverlust 46 Deutsche für ihr Vaterland! Auf 2,35 Verwundete kam ein Toter.— Erst, wenn wir uns diese Zahlen vor Augen halten, können wir die Friedenstat unseres Führers in ihrer ganzen Größe ermessen. der Platz vor der Kirche ausgestaltet, wo man einen riesigen Erntekranz errichtet hatte, unter dem sich am Samstagabend Partei, Gliederungen und die Ortsvereine zu einer stimmungsvollen Erntedankfeier versammelten. Fanfarenklänge und Trommelwirbel des Jungvolks leiteten die Feierstunde, die unter der Leitung von Organisationsleitev Mielordt stand, ein. Im Mittelpunkt, stand die Rede des Bauernführers Neußer, der aufrief, den Dank für die reiche Ernte dem Winterhilfswerk zuzuführen, das in erhöhtem Maße jetzt unsere Brüder und Schwestern aus dem Sudetenland unterstützen müßte. Der Sinn einer Erntefeier sei die Pflege der echten Volksgemeinschaft. Jeder Stand habe dem anderen Verständnis entgegenzubringen. Der Städter müsse die Arbeit des Bauern schätzen, der unter den größten Opfern dem Boden seine Erträgnisse abringe. Anschließend sprach der Vorsitzende des Ortsausschusses Christ. Fischer, der engste Zusammenarbeit des Ortsausschusses mit der Partei versicherte. Die Feier wurde durch Gedichtvorträge eines Jungmädels, Sprüche eines Pimpfes und Liederspenden der vereinigten Männergesangvereine unten der Leitung von Herrn Merkens. verschönt. Besonders lebhaften Beifall fanden die VolksTanzdarbietungen und Gesänge des BDM. Mit einem Siegheil auf den Führer, von Ortsgruppenleiter Metternich dargebracht, klang die Feier aus. Vorher hatte die Partei in einer kurzen Feierstunde ihr neues Heim in der Lindenstvaße geweiht. Nach der Flaggenhissung und dem Totengedenken würdigte Pg. Warmbach die Verdienste des Ortsgruppenleiters Metternich, der sich für das neue Heim aufopfernd eingesetzt hat. Blumengrüße und eine Hitlerbüste wurden zur Erinnerung an den Tag übergeben. Am Sonntag bewegte sich ein schöner Erntezug durch die dicht umsäumten Straßen. Besonders gefielen hier die reizenden Kindergruppen, die die Erträgnisse des Bodens in kleinen Wagen und Körben mitführten. Außerdem sah man Gruppen von Bauern mit Geräten zur Bearbeitung des Ackers, sowie Erntewagen mit lustigen Schnitterinnen und Erntearbeitern. Mit fröhlichem Tanz in den Sälen von Kickel und Schmitz klang das Erntefest, das die beiden Männergesangvereine mit ihren Liedern umrahmten, aus. * Erntedankfest Die harten Hände lassen ab vom Werke, Das Fest will Herzen, die in Dank erglühen, Die freudenreich aus aller Enge fliehen, Und Menschen, die vor Glück Gebete sagen! In jungem Glanze lacht des Kranzes Leuchten, Und satte Frucht will doppelt uns erfreuen, Daß aus dem Segen wir den Mut zu neuen Werken und verjüngtem Anfang finden. Denn aller Dank ist Tat und neues Wollen, Das reist dem Ziele froh entgegen, Und führt auf hundert langen Wegen Aus Saat und Ernte zu der großen Reife hin. 8ch. Mense Landstreicher. Nach der verwechslungstollen Operette von Ziehrer ist ein möglicherweise noch tolleres Spiel entstanden, darin wie vorgeschrieben ein Landstreicher die Rolle eines sehr gefeierten Komponisten vor einem naiv verehrungsvollen Publikum spielt. Dieser Landstreicher ist durch Paul Hörbigers Gestaltung die köstliche Figur eines in den Tag hinein Lebenden, der Glück und Unglück, unbegriffene Schicksalsgunst und schnellen Umschwung ohne Frage über sich ergehen läßt; doch fehlt ihm nicht die leise Tragik des am Leben Gescheiterten. Luzie Englisch ist ihm als Steffie in seinem kurzen Scheinglück und offenbar auch nach dessen mit Heiterkeit geahntem Ende eine charmante Operretengefährtin. Bonner Stadttheater Wegen Erkrankung im Personal geht heute abend statt „Lohengrin“ die Operette„Voccaccio“ in Szene, 3. Oktober 1933 Nr. 16 261. Seite 5 Hochaufgerichtet stand Jung=Siegfried auf sein Schwert gestützt„Deutsch der Wein“ war das Motto des Wagens der phot. Herbert Becker. Küfer=Innung Dei Algegent Stadt und Land feierten den Erntedanktag Die Ernte ist heimgebracht. Sie füllt unsere Scheunen, Böden und Keller. Der Fleiß unserer Bauern ist gelohnt worden. Ihre Sorgen, ihre Arbeit, ihre Schweißtropfen haben sich gewandelt in Freude über das gesegnete tägliche Brot. Bauern und Städter, gemeinsam wollten sie beim Erntedank fröhlich und dankbar sein. An Rhein, Uhr und Sieg, im Ländchen und im Vorgebirge, überall in der Bonner Umgegend wurden gestern Erntedankfeiern veranstaltet. Aus Sinzig und Bad Neuenahr, Sechtem, Bornheim, Hersel, aus Beuel und Merten, Hennef, Lauthausen, Ackerath, Neunkirchen, Much, Ruppichteroth, Eitorf, Herchen und Rosbach— aus allen diesen Orten liegen heute früh schon Berichte über die Erntedankfeste vor. Fast überall waren Erntekränze errichtet worden, hatten schön geschmückte Wagen die Ortsstraßen in festlichem Zuge durchfahren, gab es fröhliche Musik und Liederdarbietunngen, oft auch Gesang und Tanz der Jugend. Und in den Ansprachen, die zum Erntedank gehalten wurden, galt in Stadt und Land der Dank auch dem Manne, der gerade in den vergangenen Tagen sein Volk voll gläubigen Vertrauens neuen, großen Erfolgen entgegenführen konnte. Krastwagen gegen Ochsensuhrwerk Rheinbrohl: Auf der Reichsstraße zwischen Rheinbrohl und Leutesdorf wollte ein Lieferwagen ein Ochsenfuhrwerk überholen. Da in entgegengesetzter Richtung ein Wagen der Reichspost nahte, bremste der Lieferwagen ab, jedoch nicht so stark, daß ein Anprall gegen das Fuhrwerk vermieden wurde. Der Ochse brannte mit dem Fahrzeug durch, der Wagen überfuhr den vom Sitz herabgefallenen Fuhrmann, der derart verletzt wurde, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. 25 Jahre Lehrerin in Sinzig Sinzig: Die Lehrerin Susanna Reif kann heute auf eine 25jährige Tätigkeit an der hiesigen Volksschule zurückblicken. Sie erfreut sich bei der Jugend wie der Elternschaft großer Beliebtheit. 25jähriges Dienstjubiläum in Remagen Remagen: Der Leiter der hiesigen Zweigstelle der Kreissparkasse, Otto Fey, kann heute auf eine 25jährige Tätigkeit im Sparkassenwesen zurückblicken. Herr Fey, ein gevorener Bonner, steht heute im 45. Lebensjahr; er war zuerst in Boun und Honnef tätig. Seit 14 Jahren ist er in Remagen. Ueber 300 Zentner Alteisen gesammelt Burgbrohl: Bei der von der SA. durchgeführten Aktion zur Erfassung des Alteisens und Schrotts wurden im Bürgermeistereibezirk Burgbrohl über 300 Zentner Alteisen zusammengetragen. Damit ist das Alteisen jedoch noch lange nicht alle erfaßt. Biede fachten ein Tandhaus heim Die Bewohner auf Reisen— Der Weg durchs eingeschlagene Jenster— Auch eine Frau bekeiligt? Niederbreisig: In dem Landhaus einer holländischen Familie„am Kesselberg“, die zur Zeit in Holland weilt, wurde dieser Tage ein schwerer Einbruch verübt. Nach Hochdrücken eines Rolladens und Einschlagen einer Fensterscheibe gelangten die Täter in das Wohnhaus. Nachdem sie die Telefonverbindung zerschnitten hatten, raubten sie mehrere Anzüge, Mäntel und sonstige Kleidungs= und Wäschestücke, ferner ein Herren= und ein Damenfahrrad(holländischer Herkunft), eine Schreibmaschine u. a. m. Der Tat hinreichend verdächtigt sind eine weibliche und drei männliche Personen, die in der Nähe des Tatortes an einem Strohschober gelagert hatten. Beim Abfahren des Strohs fand man noch 20 holländische Zigaretten, die aus dem Diebesgut stammen. Nachrichten erbittet die Polizeiverwaltung in Niederbreisig. Zwei Hochbetagte Niederbreisig: Ihren 90. Geburtstag beging am gestrigen Sonntag Frau Witwe Christine Pastorie geb. Klein. In Gönnersdorf feierte am gleichen Tage Frau Witwe Gertrud Heckenbach geb. Kolgraf ihren 81. Geburtstag. Soldene Hochzeit in Oberbreisig Oberbreisig: Die Eheleute Peter Becker, Frau Karoline geb. Hackenberg, konnten am Samstag das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar ist 80 Jahre alt, die Jubilarin 82. Becker ist alter„Augustaner“, von denen er gerne erzählt. Er ist heute Arbeitsinvalide. Amtsbürgermeister Heidbüchel erfreute das Jubelpaar durch Ueberbringung der Glückwünsche der Staatsregierung und der Kreis= und Amtsverwaltung. Jung Siegfried zog in Königswinter ein Ein fröhliches Winzerfest— Die„Bleche Botz“, Gesang und Musik in der Siebengebirgsstadt Königswinter: Königswinter glich einem Flaggenmeer, die Stadt hatte ein festliches Kleid angelegt. Grüne Girlanden schwangen sich von Haus zu Haus, und als am Samstag Fanfarenbläser der H3. und Böllerschüsse den Beginn des Winzerfestes verkündeten, herrschte schon bald echt rheinische Fröhlichkeit und reges Leben und Treiben in den Straßen. Unter dem Zübel der Bepbtkerung zog das Königswinterer Stadtsoldaten=Korps unter seinem Kommandanten Roos auf dem Marktplatz auf. Unterdessen waren von SA. und Feuerlöschpolizei die Zugänge zur Stadt besetzt worden. Nur wer im Besitze des Festabzeichens war, durfte die Sperre passieren. Von der Königswinterer Schuljugend geleitet, zog„Jung=Sriegfried" herzlich begrüßt in Königswinter ein. Als dann gegen 5 Uhr das Festspiel auf dem Marktplatz begann, war kein freier Platz mehr zu bekommen. Das Musikkorps des Flak=Regiments 14(Bonn) hatte auf dem Marktplatz Aufstellung genommen, unter der Leitung von Musikmeister Seegers erfreute die beliebte Wehrmachtkapelle mit alten Märschen, Ouvertüren und Liedern. Vollbeladen mit Sündern poltert der„Vater Philipp“ heran, Drückeberger, die sich ohne Zoll und sonstige Abgaben in die weinfrohe Stadt eingeschlichen hatten und sich vor einem kräftigen Schluck am Weinbrunnen drücken wollten, wanderten hinter„spanische Gardinen“, bis sie vom„hohen Stadtgericht“ verurteilt werden. Besonders hart gesottene Sünder und Griesgrame wurden in„de bleche Botz“ geschmiedet, wo sie zur Freude der Umherstehenden über ihre Sünden nachdenken können. Am Abend waren ganz Königswinter, Petersberg und Drachenfelsruine in eine Fülle magischen Lichtes getaucht. Böllerschüsse leiteten auch am Sonntag das Fest ein. Auf dem Marktplatz eröffnet der stellvertretende Bürgermeister, Staatskommissar Müller, den neuen Weinbrunnen, der nach einem Entwurf von Architekt Krings aus Wolkenburger Andesit errichtet wurde. Die Bonner Wehrmachtkapelle(Flak 14) und der MGV. „Gemütlichkeit" unter Leitung von Chormeister Sand boten fröhliche Weisen und Lieder. HJ. und BDM. zeigtei hübsche Winzertänze. Der Burggraf Heinrich vom Drachenfels war von seiner Burg herabgestiegen und wurde mit seinem Gefolge vom Bürgermeister und den Ratsherren in mittelalterlicher Tracht und in der Sprache der Zeit herzlich willkommen geheißen. Ein zünftiger Umtrunk am neuen Weinbrunnen beschloß das morgendliche Treiben auf dem Marktplatz. Nachmittags nahm der Festzug, der ebenfalls nach künstlerischen Entwürfen von Architekt Krings zusammengestellt war, an der Rheinallee Aufstellung. Wir sahen Bilder aus Königswinters geschichtlicher Vergangenheit und aus der Rheinsage. Unter dem Geleit des Ritters Heinrich vom Drachenfels zog ein Kaufmannstroß daher, eskortiert von Reisigen, Schildknappen und Rittern, es folgten Jung=Siegfried mit dem erschlagenen Drachen, ein altes Weinschiff aus dem Jahre 1500(gestellt vom Wirteverein) und Landsknechte. Eine Wagengruppe versinnbildlichte den rheinischen Sängergruß.„Deutsch das Lied“ hieß das Motto des Wagens, der vom MGV. „Gemütlichkeit" erstellt wurde; die Küferzunft hatte den Wagen„Deutsch der Wein“ übernommen, ein Wagen „Deutsch das Herz“ war von der Karnevalsgesellschaft „Sonnige Rheinländerinnen“ gestellt worden. Freudig begrüßt wurden auch die zahlreichen Kindergruppen. Auch die„Deutsche Bau=.=.“, die den Bau des KdF.= Heims in Königswinter übernommen hat, war mit einem Wagen vertreten. Die Stadtsoldaten, die der Stadtkönigin(Gisela Konsmann), die auf einem besonders festlich ausgestatteten Wagen Platz genommen hatte, das Geleit gaben, beschlossen den Ernte= und Winzerzug. Nach dem Zug fand auf dem Marktplatz noch Tanz und fröhlicher Umtrunk am Weinbrunnen statt. Auch die Zeltstadt der Kirmes, die am Rheinufer und auf dem Schulplatz errichtet war, erfreute sich lebhaften Zuspruchs. Mit dem traditionellen Eselsrennen nimmt das Fest am heutigen Tage seinen Fortgang. W 3304 Erinnern Sie sich noch, mit welch wehmütigem Gefühl man die letzten LRURENS betrachtete— die letzten von einem kleinen Reisevorrat, der zollfrei eingeführt werden durfte? Seit über 15 Jahren kannten wir diese kostbare Zigarette, die zu den besten der Welt gerechnet wird, nur mehr so: als seltenen-— nur im Ausland erhältlichen oder aus dem Ausland importierten- Genuß Zeiten des Niederganges verhinderten die weitere Herstellung der LRURENS CIGAREFTZ in Deutschland- Zeiten des Aufstiegs, in denen das Bedürfnis nach hoher Qualität wieder erwachte, gestatteten die Wiederaufnahme der deutschen Produktion. Nach den Original-Rezepten der ED.LRURENS Alexandrien wird die LRURENS GRUN in Bremen von erfahrenen deutschen Facharbeitern und unter laufender Kontrolle eines Tabak-Meisters des Hauses ED.ERURENS hergestellt. Daß jede Zigarette der deutschen Herstellung eine ERURENFnach der alten Tradition des Alexandriner Hauses ist, dafür bürgt der Namenszug: 10 Stück 40 Pfg. SCHUTZ MARKE 25 Stück RM.IN 25 KULTURSTAATEN AKKREDITIERT ED. LAURENS CIGARETTEN-MANUFAKTUR G. M. B. H. Seite 6. Nr. 16 261 General=Anzeiger für Vonn und Umgegend 7 Vonner Nachrichten 3. Oktober 1333 Unbeschreibliche Freude empfing die deutschen Truppen Stimmungsbilder vom Einmarsch des deutschen Heeres in die Zonen 1 und 2“ An allen Schlagbäumen dasseibe Bild ungeduldiger Erwartung Das Ezerland in Erwartung der Besreier Das alte Eger und auch die angrenzenden Bezirke sind in der Nacht zum Samstag von den Tschechen geräumt worden. Mit dem Militär, der Gendarmerie und der Staatsverteidigungswache ist auch die berüchtigte Rote Wehr in die Tschecho=Slowakei abgezogen. Noch am Abend vorher hatte sie großmäulig versichert, auch ohne Unterstützung der tschechischen Soldaten die Gebiete bis zum letzten zu„verteidigen“. Noch in der Nacht übernahm die Bezirksleitung der SdP Eger, wie schon am 22. September, den Ordnungsdienst. Auch Franzensbad zeigte schon die ersten Hakenkreuzfahnen. Die ganze Straße nach Franzensbad und Eger zu ist noch mit den Resten der zu beiden Seiten der Straße gefällten Bäume und Barrikaden bedeckt. Die Bewohner haben die Hindernisse in den Straßengraben gezogen. Vielfach ist die Straße noch aufgerissen und kaum zu passieren. Die Auslagen der Geschäfte werden mit Bildern des Führers, mit Blumen und Fahnen auf das Prächtigste dekoriert. Von dem weißen Rundbau der Franzensbader Quellen leuchten zwei nagelneue Hakenkreuzfahnen. In Eger sind zunächst die Geschäfte noch geschlossen. Die Menschen stehen in Gruppen beieinander. Sie können es noch kaum glauben, daß nun die Befreiungsstunde da ist. Mit den deutschen Truppen über die Greuze Aus regenschwerer Nacht dämmert der 1. Oktober herauf, der Tag der Freiheit, die der Führer für dreieinhalb Millionen deutsche Brüder erkämpft hat. Rotweiß leuchtet der Schlagbaum in das grüne Tal, der hier deutsches Land bisher zerschnitten hat. Kurz vor dem Grenztal liegt das alte Grenzschild, das schon in den Morgenstunden Pioniere, als sie den Uebergang über die Wiesenfurt bauten, umgerissen haben. Die Zeiger zeigen 14 Uhr. Der Augenblick ist gekommen, auf den eine ganze Welt gespannt horcht und schaut. Die ersten deutschen Soldaten treten zum Marsch über die Grenze an. Von den Höhen von Bischofsreuth steigen sie herab in das Grenztal, zuerst ein Infanteriebataillon, dann eine Abteilung Gebirgsjäger. Jetzt haben sie das Grenztal erreicht, und nun marschieren sie durch die beiden Grenzsteine hindurch. Der geschichtliche Akt ist vollzogen. Sudetenland ist Deutschland und nimmermehr kann man es uns Deutschen rauben. Hinter der bewaffneten Mauer des deutschen Heeres ergießt sich ein wahrer Strom von Flüchtlingen aus dem deutschen Grenzland hinüber in die alte Heimat. Da kommen sie den Berghang hinuntergestiegen, Männer jeden Lebensalters, besonders die jungen, die für die Freiheit ihres Vaterlandes kämpften und vor den Hussitenhorden flüchten mußten. Da kommen Frauen, die ihre Kinder auf den Armen tragen, Kinder, die noch im schulpflichtigen Alter stehen und die die Rache der Tschechen an den geflohenen Eltern über die Grenze jagte. Sie gingen mit Tränen. Mit Tränen der Freude kehren sie zurück. Heute gehört uns die Heimat, so sagen sie. Heller Jubel schlägt ihnen in ihrem Heimatdorf Böhmisch=Röhren entgegen. Frauen und Männer, Mütter und Söhne liegen sich in den Armen und der Jubel kennt keine Grenzen, als die deutschen Truppen in die Dörfer kommen. Sie grüßen in ihnen die Wächter des neuen Deutschlands; sie jubeln mit ihnen dem Führer zu, der sie frei und Deutschland groß gemacht hat. Mit deutschen Truppen über die Moldan In breiterem Abschnitt besetzten die deutschen Truppen am Sonntag auch den östlichen Teil der Zone 1. Sie überschritten die Moldau und besetzten das Gebiet in seiner ganzen Tiefe. An der Brücke von Untermoldau halten Soldaten die Wache. Zu beiden Seiten der Ortsstraße aber, die durch Untermoldau führt, stehen die Menschen. Unter dem Jubel und Blumenregen der Bevölkerung geht es immer weiter vorwärts. Infanteristen mit schußbereitem Gewehr sichern die Straße. Motoren knattern, Befehle gehen hin und her, die Gegend ist erfüllt von soldatischem Leben. Hinter uns riefen die glücklichen Menschen immer noch dankbar und gläubig:„Heil Hitler!“ oder„Adolf Hitler Siegheil!“ Sie können es noch nicht fassen, was vor ihren Augen sich abrollt. Vor noch nicht 48 Stunden wütete hier der tschechische Mob. bestimmte kommunistisches Gesindel. Heute ist der Spuk vorüber.„Für immer!“ antwortet die Masse, die uns umdrängt. Wir haben Schwarzbach erreicht, und sind nun schon weit über die Moldau. In den Ausläufern des Böhmerwaldes eingebettet liegt die Landschaft. Hinter uns marschiert die deutsche Wehrmacht. Mann hinter Mann, Kompanie auf Kompanie, endlos. Unermüdlich grüßt das Volk die Truppen und jubelt ihnen zu, denn es weiß: Diese Truppe wird jetzt auch ihr Land schützen. Heute und immer. Heim und Hof sind wieder gesichert, Weib und Kind nicht mehr schutzlos. Einmarsch der deutschen Truppen von Sachsen aus Der 2. Oktober 1938 ist ein Tag, der in der Geschichte der Befreiung des Sudetenlandes ewige Bedeutung haben wird. An diesem denkwürdigen Tage leiteten die deutschen Truppen westlich und östlich von Zittau den zweiten Abschnitt in der Besetzung und Befreiung des sudetendeutschen Landes ein, das nun neben der deutschen Ostmark als deutscher Gau für immer Zeuge sein wird der politischen Schöpferkraft, mit der Deutschland emporgeführt wurde aus dem Abgrunde eines zerrissenen, uneinigen, schwachen und würdelosen Volkes zu der stolzen Höhe der großen, starken und mächtigen Nation Adolf Hitlers! Um 13 Uhr erfolgte bei Ebersbach=Georgswalde der Einmarsch der deutschen Truppen durch das jubelnde Spalier der dicht gedrängten Menschen zu beiden Seiten der Fahrbahn. In langgezogener Kolonne rückten die Abteilungen ein. Kaum waren die ersten Schritte über die Grenze getan, da begann der Blumenregen, der nicht aufhörte, solange die Truppen marschierten. Blumen über Blumen wurden ihnen von Kindern und Frauen entgegengeworfen, zugesteckt und angeheftet. Die Kraftwagen waren übersät mit den helleuchtenden Farben des Herbstes und einem Korso gleich zogen die Kraftfahrzeuge in das von schwerem Druck erlöste Land. Die deutschen Truppen nähern sich Rumburg: Jeder einzelne grüßt mit dem Deutschen Gruß, und laut und deutlich ertönt nun zum ersten Male frei und ungehindert der Ruf„Heil Hitler!“ Als dann die Spitze der einrückenden Infanterie die engen Straßen des Städtchens erreicht, die so dicht gedrängt sind mit einer jubelnden, winkenden und jauchzenden Menge, da ertönt festliches Glockengeläut und mit feierlich zugleich zum Gruß und Treuschwur erhobenem Arnt werden die Befreier im deutschen— nun großdeutschen Sudetenland— empfangen. Und es ist mehr als Jubel, dies Bekenntnis zum Führer und zur großdeutschen Heimat. Ein Bild unbeschreiblicher Freude und tiefsten Dankgefühls ist dieser Marktplatz mit den im Viereck angetretenen Formationen der SdP.: die Männer in weißen Hemden und dunklen Hosen, die Jugend in schnucker grauer Tracht. Ueberall sorgen Ordner der SdP. in ihren den Südwestern ähnelnden Kopfbedeckung für den Absperrdienst.„Wir danken unserem Führer, daß, Ihr gekommen seid— Adolf Hitler Heil!“ so ertönen die Sprechchöre wieder und immer wieder und die Begeisterung kennt keine Grenzen mehr als die deutsche Wehrmacht zu dem rhythmischen Trommelschlag der Landsknechtstrommeln der Sudetenjugend im straffen Paradeschritt vor dem Regimentskommandeur vorbeizieht. Auch den Offizieren und Mannschaften leuchtet der Glanz dieser Stunde aus den Augen, und die Freude, mit dabei zu sein ist nicht geringer als die Freude der Einwohnerschaft, die ein um das andere Mal betont: Wir haben ja schon so auf Euch gewartet, wir danken Euch, daß Ihr gekommen seid. Die Polizei von Rumburg, noch in tschechischer Uniform, aber mit der Hakenkreuzbinde am Arm, trug Sorge für den Zustand der Wege. In Schönlinde dann das gleiche Bild wie in Rumburg. Eine Begeisterung, die immer aufs neue emporschlug, um sich in jauchzenden Rufen Luft zu machen. Auf dem Marktplatz dankt der Bataillonskommandeur, der hier die Parade abgenommen hat, in einer kurzen markigen Ansprache für den überaus herzlichen Empfang. In sein Siegheil auf den Führer stimmt die Menge begeistert ein und endlos pflanzt sich die Welle der Begeisterung über den Marktplatz und die angrenzenden Straßen fort. Um 16 Uhr gingen noch immer die einzelnen Kompanien in das befreite Land: das Gebiet um RumburgWarnsdorf ist in deutschem Besitz, die deutsche Wehrmacht schirmt es jetzt und in alle Zukunft. Weitere deutsche Kolonnen rückten über Sohland in Richtung Schluckenau vor. In Friedland, der Stadt Wallensteins Auch in der Lausitz war am Sonntag alles auf den Beinen, um den Aufbruch der Truppen mitzuerleben. Am Schlagbaum, der bisher die Gewaltgrenze zwischen zwei deutschen Landstrichen war, zog punkt 13 Uhr die erste Formation vorbei. Pioniere hatten vier noch vorhandene Sperren gesprengt und die Kontrolle durchgeführt, ob die von den abgezogenen Tschechen vorbereiteten Sprengladungen beseitigt waren. Es gab noch schwere Arbeit, als kurz vor Friedland eine von den Tschechen zur Sprengung vorbereitete Brücke gesichert werden mußte und aus den Sprenglöchern hier von den deutschen Soldaten mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff beseitigt werden mußten. Am Schlagbaum in Reichenau standen die Ersten der befreiten Brüder. Kurz vor Kunnersdorf lagen mitten auf der Straße noch die Zeichen endlich gebrochener Gewalt: Drei riesige Zementblöcke wechselseitig hintereinander, die einmal den Zweck haben sollten, dem deutschen Heer den Zutritt zu geraubtem deutschen Boden zu wehren. Heute an diesem Festtage steht Sudetendeutschlands Jugend auf diesem Wahrzeichen entthronter Tyrannei und jubelt den Soldaten zu. Weiter vorwärts schiebt sich die Kolonne durch das Land. Eine Welle übergroßer Begeisterung strömt der Truppe entgegen, als sie nachmittags dann Friedland, die Stadt Wallensteins, erreicht. Hoch vom Schloß leuchtet den marschierenden Kolonnen schon der Schmuck der Fahnen entgegen, und als die ersten Abteilungen in die Stadt einrücken, erklingen auch hier, wie in den bereits durchschrittenen Orten die Glocken aller Kirchen. In ihren ehernen Ruf mischt sich der Hriers Feimreht nach dem Biege Ueberwältigende Huldigungen für den Retter des Friedens in der Reichshauplstad“ Der Führer und Erste Kanzler des Großdeutschen Reiches, der Befreier der Millionen geknechteter Deutschen vom tschechischen Joch, traf Samstagvormittag in einem Sonderzug, von München kommend, um 10.42 Uhr auf dem festlich geschmückten Anhalter Bahnhof in der Reichshauptstadt ein. Sämtliche Mitglieder der Reichsregierung, die Reichs= und Gauleiter sowie zahlreiche Generale und Admirale und fast das gesamte Führerkorps der Parteigliederungen war auf dem Bahnsteig zum Empfang anwesend. An der Spitze der Reichsregierung und der Reichsleitung der NSDAP. hießen Generalfeldmarschall Göring und der Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goebbels, den Führer auf dem Boden der Reichshauptstadt herzlich willkommen. Ein unbeschreiblicher Jubel setzt ein, als der Führer den Bahnsteig entlang schreitet und dann allen sichtbar wird. Die Welle der Begeisterung übertönt die Klänge des Deutschlandliedes und des Horst=Wesselliedes, das von der italienischen Eisenbahnerkapelle dem Führer zu Ehren gespielt wird. Der Jubel begleitet ihn hinaus, während die Giovinezza aufklingt. Eine neue Welle der Begeisterung schlägt dem Führer entgegen, als er im Bahnhofsportal erscheint. Der Jubelorkan will kein Ende nehmen, bis der Führer gemeinsam mit Generalfeldmarschall Göring und Reichsminister Dr. Goebbels den ersten Wagen besteigt, und tosende Heilrufe begleiten weiter seine Fahrt bis zur Reichskanzlei. Aber dann kennen die Massen kein Halten mehr. Kaum sind die letzten Wagen der Begleitung verschwunden, da strömt alles durcheinander, da werden die Nationalhymnen angestimmt, ein Taumel der Freude hat die Berliner Bevölkerung erfaßt. Im Portal der Reichskanzlei empfängt den Führer ein großes weißes Spruchband:„Sudetendeutschland dankt dem Führer“, und eine Gruppe von sudetendeutschen Männern und Frauen in ihrer schmucken heimatlichen Tracht begrüßt hier Adolf Hitler zutiefst erschüttert und mit Tränen in den Augen. Der Führer nimmt dankend den Blumenstrauß entgegen, den ihm die Sudetendeutschen überglücklich überreichen. Dann betritt er, gefolgt von seiner Begleitung, die Reichskanzlei. Ganz kurze Zeit danach erscheint der Führer bereits auf dem Balkon in der Wilhelmstraße, geht von einer Seite auf die andere und grüßt ergriffen die ihm zujubelnden Menschen. Neben dem Führer sieht man auf dem Balkon Konrad Henlein, weiter Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring und Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels. Die Freude der gewaltigen Menschenmenge auf dem Wilhelmplatz kennt keine Grenzen. Unzählige Tausende von Händen strecken sich dem Führer entgegen, unzählige Hakenkreuzfähnchen winken dem Führer zu und aus Hunderttausenden von Kehlen klingt dem Führer ein einziges minutenlanges Heil entgegen. Kaum hat der Führer den Balkon wieder verlassen, da stimmt die bewegte Menge spontan die Lieder der Nation an, die in diesen denkwürdigen Augenblicken mit heiliger Inbrunst über den Wilhelmplatz erklingen. Aber nur wenige Minuten später tritt der Führer erneut auf den Balkon heraus und dankt nochmals für die überwältigenden Bezeugungen der Treue und der Liebe, die ihm an diesem Tage in so überreichem Maße vom deutschen Volk entgegengebracht werden. Auch die Polen bekommen ihr Recht! Prag kritt den Teschener Bezirk an Polen ab und läßt eine Volksabstimmung zu Auch die drohende Kriegsgefahr, die sich aus dem polnisch=tschechischen Konflikt ergab, ist am Samstag endgültig beseitigt worden. Die vornische Note vom 30., die genauestens die Forderungen der polnischen Regierung in der Frage der Rückgabe des Olsa=Gebietes an Polen festlegt, wurde heute von der Regierung der tschecho=slowakischen Republik in vollem Umsange angenommen. Gemäß dem Wortlaut der volnischen Note wird der Teschener Bezirk den polnischen militärischen Stellen zum 2. Oktober, 14 Uhr mittags, übergeben. Die übrigen Teile des Kreises Teschen und des Kreises Freistadt werden innerhalb von zehn Tagen von den Tschechen geräumt. Die übrigen Fragen, wie die Festlegung der übrigen Gebiete, die Prozedur der Durchführung der Volksabstimmung in diesen Gebieten, die Frage der Verrechnungen, die sich aus der Uebergabe der Gebiete ergeben, werden auf dem Wege einer Verständigung mit der tschecho=slowakischen Regierung geregelt. Die tschecho=slowakische Regierung muß weiter dafür Sorge tragen, daß unverzüglich die Polen aus der tschecho=slowakischen Armee entlassen werden und daß auch sämtliche politischen Gefangenen polnischer Nationalität auf freien Fuß gesetzt werden. Teschen von Polen besetzt . Die Polen haben am Sonntag um 14 Uhr das von der Tschecho=Slowakei abgetretene Gebiet an der Olsa auf der historischen Olsa=Brücke, durch die die Stadt vor zwanzig Jahren in zwei Teile durchschnitten worden war, übernommen. Der tschechische General Kranpezyk übergab auf der Brücke das Gebiet in symbolischer Weise in die militärische Obhut des polnischen Generals Brotnoski. Jubelnd begrüßt von der polnischen Bevölkerung, rückten danach als erste die polnischen Freikorps ein, die in den letzten Tagen den Abwehrkampf gegen die Rote Wehr und die tschechische Gendarmerie geführt hatten. Dann zog die polnische Zivilverwaltung mit dem schlesischen Wojewoden Grazynski an der Spitze in die Stadt Teschen ein. Jubel in ganz Polen Ganz Polen stand am Sonntag im Zeichen der Rückkehr des Teschener Gebietes zum polnischen Mutterlande. Stadt und Land hatten Flaggenschmuck angelegt und hielten Freudenkundgebungen ab. Die Presse feiert die Befreiung des Landes aus tschechischen Händen als einen großen Erfolg des Außenministers Beck. Polen habe seine Brüder jenseits der Olsa zurückgeholt. die ungarischen Forderungen werden behandelt Tschechische Terrorakte an der ungarischen Grenze, die 19 Tote forderten MTI meldet, die ungarische Regierung hat durch ihren Prager Gesandten der tschecho=slowakischen Regierung eine Note überreichen lassen, worin sie die tschecho=slowaktsche Regierung auffordert, im Sinne der Münchener Beschlüsse sosort die Verhandlungen mit Ungarn auszunehmen, damit das Nationalitäten=Selbstbestimmungsrecht identisch mit der Lösung der sudeten=deutschen Frage verwirklicht werde. Der tschecho=slowakische Außenminister Hodza machte zur Note vorläufig lediglich. Bemerkungen persönlicher Natur, die jedoch darauf schließen lassen, daß die tschecho=slowakische Regierung sich der Notwendigkeit des raschen Handelns auch ihrerseits bewußt ist. Der Tchechen=Terror gegen die ungarische Volksgruppe geht unvermindert weiter Die Sprengung des Bahnhofs Ternala durch die Tschechen hat, wie der Sonderberichterstatter des Virradat meldet, insgesamt 19 Todesopfer gefordert. Der Bahnhof war von den Tschechen schon vor einiger Zeit zur Sprengung vorbereitet worden.. Am. Sonntagvormittag gegen 11 Uhr, als der letzte von Tornala ins Landesinnere abgehende Zug den Bahnhof verlassen hatte, wurde die Sprengung ausgeführt. Zur Zeit der Explosion, die völlig überraschend kam, befanden sich viele Personen in der Nähe des Bahnhofes. Die Zahl der Verletzten konnte bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden. Der tschechische und kommunistische Terror wütet weiter gegen die ungarische Bevölkerung. Unter dem Vorwand von Haussuchungen werden die Wohnungen regelrecht geplündert. In der Gegend von Dobsina leben zahlreiche deutsche Siedler, die unter der Willkür der Tschechen und der bewaffneten Kommunisten ebenfalls viel zu leiden haben. Major Schmundt zum Oberstleutnant befördert Mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 ist der Chefadjutant der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler, Major Schmundt, zum Oberstleutnant befördert marken. Jubel der befreiten Menschen. In Friedland gleichen die Straßen zum Markt einem Blumenteppich. Väter und Mütter halten auf den Armen ihre Kinder, deren Augen sich nicht satt sehen können an all dem Unbekannten, was dort an ihnen vorüberzieht. Die Soldaten selbst werden mitgerissen von dieser Stimmung; sie winken und geben vielfältig die Rufe der Freude zurück, die ihnen entgegenschallen. Das auf dem Marktplatz stehende Denkmal Wallensteins scheint Leben bekommen zu haben. Friedlands Jugend, die jedes Mauersims, jede Laterne erkletterte, hat auch das Wallenstein=Denkmal erstürmt, das Standbild aus Erz ist verdeckt von winkenden Armen und Fähnchen. Sie haben allen Grund, die Friedländer, sich so unbändig zu freuen, denn ihnen hat man noch in den letzten Tagen die Knute gezeigt und sie mit Terror einzuschüchtern versucht. Noch am Donnerstag wurden der Bürgermeister und drei Bürger von der Gendarmerie verhaftet und in das Zuchthaus nach Karthaus in der Tschecho=Slowakei gebracht, nur weil sie auf dem Rathaus die Hakenkreuzfahne gehißt hatten. Radioapparate und Autos wurden ihnen gestohlen. Die Tresoranlagen in den Banken und die Kassen der Krankenversicherung wurden geplündert. Deutsche Wehrmacht und 65. im Sudetenland Die Besetzung des 2. Abschnittes der südöstlichen Zoue Aus Wallern im Böhmerwald wird gemeldet: Mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen sind am Sonntag die Soldaten des Dritten Reiches in den zweiten Abschnitt der südöstlichen Besetzungszone einmarschiert, begrüßt von dem nicht endenwollenden Jubel der Bevölkerung, überschüttet von einem wahren Blumenregen. Alle Orte, die planmäßig besetzt werden sollten, sind zu dieser Stunde in deutschen Händen. Die Uebergabe ist überall ordnungsgemäß und reibungslos vollzogen worden. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Um 18 Uhr marschierten die deutschen Truppen in den größten Ort dieses Abschnittes, Wallern, ein. Im südlichen Teil ist Sonntag. von Linz herkommend, die SS.=Standarte„Deutschland“ einmarschiert und hat die Sicherung dieses Grenzteiles übernommen. Kriegsmarineminister Dufi Cooper zurückgetreten Amtlich wird aus London mitgeteilt, daß der Erste Lord der Admiralität, Dufs=Cooper, am Samstagnachmittag seinen Austritt aus der Regierung erklärt hat. Premierminister Chamberlain hat den Rücktritt angenommen. Duff Cooper begründet in einem Brief an Chamber= lain seinen Rücktritt mit„tiefem Mißtrauen gegen die auswärtige Politik, welche die gegenwärtige Regierung zurzeit verfolge und anscheinend weiterverfolgen werde.“ In seiner Antwort schreibt Chamberlain: „Da Sie, wie ich weiß, ehrlich überzeugt sind, daß die gegenwärtige auswärtige Politik der Regierung falsch sei, stimme ich mit Ihnen darin überein, daß es für Sie nicht richtig wäre, ein Mitglieder der Regierung zu bleiben. Drei Brückensprengungen bei Seishennersder Schwere Beschädigungen umliegender Häuser Wie das Bürgermeisteramt Seifhennersdorf dem DNB. mitteilt, wurden am 30. September gegen 20 Uhr von dem tschechischen Militär ohne Warnung(!) der Bevölkerung die drei Brücken in und bei Grund=Georgenthal, die über die Lausur führen, in die Luft gesprengt. Zwei Brücken davon liegen auf der großen Straße Rumburg—Prag, die über die Schöberstellung führt. Die umliegenden Häuser wurden bei den furchtbaren Detonationen außerordentlich schwer zerstört und innen vollständig demoliert. Durch die Sprengung gab es eine Anzahl Verletzter unter der sudetendeutschen Bevölkerung. Sämtliche Starkstrom= und Telefonanlagen wurden zerstört. Die zurückkehrenden Einwohner waren über die Zerstörung ihrer Häuser und der Wohnungseinrichtungen entsetzt und brachen in Tränen aus. Die Sprengungen waren von so ungeheurer Wirkung, daß selbst in weitem Umkreis die Häuser durch Sprengstücke beschädigt und die Fenster durch den Luftdruck eingedrückt wurden. Ueber die angerichteten Verwüstungen ist Dienstmaterial vom Bürgermeisteramt angefertigt worden. Abziehende Tschechen rauben und plündern Vor dem Abzug der Tschechen aus GrundGeorgenthal wurde in vielen Häusern schwer geplündert. In dem Sägewerk Fritsche ist alles ausgeraubt und Untransportables total in Stücke geschlagen worden. Von den rachsüchtigen Terroristen wurde sogar der Mühlgraben auf das Grundstück geleitet und alles unter Wasser gesetzt. Selbst die vorhandenen Lebensmittel wurden aus den Kästen ausgeschüttet und zertrampelt. Das Militär schießt bei seinem Rückgang wild umher und setzt die Bevölkerung in panischen Schrecken. Die Bevölkerung ist am Ende ihrer Kraft und mit den Nerven vollkommen zusammengebrochen. Bezirksweise Heimkehr der iudetendeutschen Sschtüige Die Heimkehr der sudetendeutschen Flüchtlinge in ihre Heimat kann erst nach der Besetzung des sudetendeutschen Gebietes durch deutsche Truppen erfolgen. An die Flüchtlinge ergeht darum das Ersuchen, vorläufig in den Lagern zu verbleiben. Der Rücktransport wird bezirksweise nach Abruf erfolgen und geschieht in Sammeltransporten. Von jedem eigenmächtigen Verlassen der Lager ist zur Vermeidung von Unzuträglichkeiten auf jeden Fall abzusehen. Danktelegramm der Kardinäle Deutschlands an den Führer und Reichskanzler Der Führer und Reichskanzler erhielt von Kardinal Vertram nachstehendes Telegramm: „Die Großtat der Sicherung des Völkerfriedens gibt dem deutschen Episkopat Anlaß, Glückwunsch und Dank namens der Diözesanen aller Diözesen Deutschlands ehrerbietig auszusprechen und feierliches Glockengeläute am Sonntag anzuordnen. Im Auftrag der Kardinäle Deutschlands: Erzbischof Kardinal Vertram.“ Volkstreue mit dem Tode bestraft 29 Erschiebungen in Preßburg Wie aus Preßburg gemeldet wird, sind sechs zur ungarischen Volksgruppe gehörende Soldaten der tschechischen Armee, deren Regiment an der ungarischen Grenze eingesetzt war, vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet worden. Die Ungarn hatten erklärt, sie würden nicht auf ihre Landsleute schießen. Ferner wird gemeldet, daß 14 junge Ungarn, die mit ihren Truppenteilen an die Sudetengrenze geschickt worden waren, zum Tode verurteilt und erschossen wurden. Diese 14 Ungarn hatten sich geweigert, auf Endetendeutsche zu schießen. J. Oktober 1933 General=Anzeiger für Vonn und Umgegend## Bonner Nachrichten Nr. 16 261. Seite 7 Gerrrrtigei Nachrichten Erntedankseiern in Godesberg * In herkömmlicher Weise wurde gestern das Erntedankfest in den einzelnen noch dörflichen Stadtteilen mit einem festlichen Umzug, Aufrichtung des Erntekranzes, Musik, Festrede und Reigentanz gefeiert. Dazu waren die Politischen Leiter sowie die Vertreter der Ortsbauernschaft, der örtlichen Vereine, die H3., B0M. und die Einwohnerschaft auf den Ortsplätzen versammelt. In geschlossenem Zuge wurde die Erntekrone eingeholt und inmitten des Dorfplatzes aufgestellt. Bei der Feier in Plittersdorf am Samstagabend dankte Ortsgruppenleiter Füssenich allen Beteiligten für ihre Mitarbeit und gedachte dabei des Führers. Dann folgte ein hübscher Reigentanz der Jungburschen und emädel. Nach einem Schlußwort fand die Feier mit den nationalen Liedern ihren Abschluß; danach war Festball bei Adolf Schmitz. Der Zacheies wurde aufgehängt * Die Fidelen Burggrafen leiteten die Kirmesfeier mit der Einholung des Kirmesmannes und der Aufrichtung des Kirmesbaumes an der Tonhalle ein. Der festliche Umzug ging durch die Straßen der Altstadt zum Stammlokal, wo ein geselliger Abend sich anschloß. Die Kirmes selbst hat auch die angrenzenden Straßen des Moltkeplatzes mit Beschlag belegt, sie ist gut beschickt. Gelegenheitsdiebstahl * Aus einem Kleidungsstück heraus, das an der Flurgarderobe im Obergeschoß eines Wohnhauses hing, wurde eine Taschenuhr gestohlen. Der Dieb muß sich unbemerkt dort eingeschlichen haben. Als Täter infrage kommt ein junger etwa 22 Jahre alter Mann, schlank, blond, ohne Mantel und Hut, der einen grauen Anzug trug und im Erdgeschoß aus angeblich geschäftlichem Anlaß vorsprach. Es handelt sich um eine Sprungdeckeluhr mit Silberkette. Vor Ankauf wird gewarnt. Dachstuhlbrand * In einem Fabrikbetrieb entstand beim Härten von Stahl ein Dachstuhlbrand, der rechtzeitig bemerkt und von der Feuerlöschpolizei in kurzer Zeit gelöscht werden konnte. 55 Mabeis werden für dir Tandarbeit ungeschalt Der Landeobauernführer im BDM.=Umschulungslager Oberpleis— Tüchtige Krüfte für den bäuerlichen Haushalt Der Verkehr forderte drei Todesopfer Zwei schwere Unfälle in Euskirchen— Ein Geistlicher bei Niederbreisig tödlich verunglückt Euskirchen: Am Samstag forderte hier der Verkehr wieder zwei Todesopfer. An der Eisenbahnüberführung in der Münstereiseler Straße wurde in den Abendstunden ein 50jähriger Schreiner von einem Lieserwagen ersaßt und überfahren. Der Fahrer des Wagens kümmerte sich nicht um sein Opfer, das schwere Verletzungen davongetragen hatte. Kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus ist der Verunglückte gestorben. Die Polizei hat inzwischen Anhaltspunkte ermittelt, die zur Festnahme des gewissenlosen Fahrers führen werden. Das zweite schmere Verkehrsunglück trug sich auf der Bonner Straße zu. Hier wurde ein neunjähriger Schüler so unglücklich von einem Kraftwagen erfaht, daß ihm ein Fuß regelrecht abgerissen wurde. Das Leben des so fürchterlich zugerichteten Jungen konnten die Aerzte nicht mehr retten. * Todesfahrt auf dem Motorrad Niederbreisig: In einer der vergangenen Nächte wurde ins hiesige Krankenhaus ein tödlich verunglückter Kaplan aus Meckenheim eingeliefert, der bei einem Motorradunfall zwischen Sinzig und Niederbreisig ums Leben gekommen war. Der Verunglückte besand sich mit einem Konfrater auf der Heimreise. Die Arbeit der RS.=Frauenschaft Bad Neuenahr Bad Neuenahr: Die Walterinnen der NS.= Frauenschaft waren zu einer Besprechung zusammengekommen, in der die stellvertretende Ortsfrauenschaftsleiterin auf. die Notwendigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit der deutschen Frau in den einzelnen Abteilungen der Frauenschaft hinwies. In erster Linie werden noch Frauen in der Abteilung„Grenzland— Ausland“ benötigt. Dann erwartet aber auch im Hilfsdienst die Frauen ein großes Aufgabengebiet, so die Betreuung der Hilfsbedürftigen, Haus= und Krankenbesuche und Einkochen von Wintervorräten. Die Abteilung„Hauswirtschaft— Volkswirtschaft" benötigt ebenfalls noch tatkräftiger Mithilfe, auch die Singschar und die Jugendgruppe erwarten im kommenden Winter Frauen und Mädchen. Die Elternschaft wird gebeten, ihre Kinder im Alter von—10 Jahren zu Spielen und Spaziergängen in die Kinderschar zu schicken. Ein 225jähriges Geschäftsjubiläum in Ahrweiler Ahrweiler: Das Maler= und Anstreichergeschäft Theodor Werres kann in diesen Tagen auf ein 225jähriges Bestehen zurückblicken. Das Geschäft besteht nachweislich seit dem Jahre 1713 und hat sich von Generation zu Generation bis auf den heutigen Tag in der Familie vererbt. Vor 100 Jahren übernahm der Großvater des heutigen Inhabers, Jakob Werres, das Handwerk von seinem Vater. Nach dessen Tod folgte der Sohn Johann Werres, von dem es Theodor Werres übernahm. Ladenschluß und Sonntagsruhe in Ahrweiler Ahrweiler: Die Stadwerwaltung hat neue Bestimmungen über Ladenschluß und Sonntagsruhe herausgegeben, die mit dem 1. Oktober Gültigkeit hat. An den Werktagen sind alle Geschäfte und Verkaufsstellen um 19 Uhr zu schlieten. An Sonn= und Feiertagen dürfen geöffnet sein: Meugereien von—10 Uhr, Milchhandlungen von—10 Uhr, Bäckereien u. Konditoreien von 14.30—16.30 Uhr, Blumengeschäfte von 14—16.30 Uhr, Zeitungsstände und Geschäfte von 11—13 Uhr. Die verkaufsoffenen Sonntage am 30. Oktober, 11. und 18. Dezember machen eine Ausnahme. Im Hinblick auf die bevorstehende Weintese wird für die beiden ersten Tonntage im Oktober noch ein Sonntagsverkauf für Geschäfte mit Reiseandenken sowie Obst in der Zeit von 11—12 und 15—19 Uhr zugelassen. Ein Niesenkürbis— 65 Pfund schwer Niederesch(Kr. Ahrweiler): Einen besonderen Erfolg auf dem Gebiet des Gemüsebaues konnte ein hiesiger Landwirt in seinem Hausgarten erzielen. Er erntete einen Kürbis, der das seltene Gewicht von 65 Pfund aufwies. Silberne Hochzeit in Heppingen! Heppingen: Das Fest der silbernen Hochzeit feierten die Eheleute Peter Schmickler, wohnhaft am Heppinger Brunnen. Oberpleis: Auf einer Fahrt durch die Landdienstlager und einige Arbeitsdienstlager des Siegkreises besuchte Landesbauernführer von Eltz=Rübenach auch das Umschulungslager Gut Schnorrenberg bei Stieldorf=Oberpleis. Dieses Umschulungslager besteht bereits seit dem Jahre 1934— Träger sind der Obergau Mittelrhein und das Arbeitsamt Siegburg. Es ist in den vergangenen Jahren wesentlich erweitert und ausgebaut worden. 35 Mädel von 14 bis 15 Jahren, die aus dem ganzen Rheinland kommen, werden hier zwei Monate zusammengefaßt und für die Landarbeit umgeschult. Sie kommen durchweg aus Industriegebieten und werden nach der zweimonatigen Umschulung für eine zehnmonatige Arbeitszeit in eine Arbeitsstelle auf dem Lande vermittelt. Sie leisten damit zugleich ihr hauswirtschaftliches Pflichtjahr ab. Das Ziel der gesamten Erziehungsarbeit in diesem Lager ist einmal. dem bäuerlichen Haushalt geschulte Kräfte zur Verfügung zu stellen, die praktische Arbeit leisten können und zum andern natürlich, Mädel für ständige Arbeit auf dem Lande zu gewinnen. Nach der Besichtigung wurden Pläne zur weiteren lagermäßigen Unterbringung von Mädeln auf dem Lande besprochen. Sieben Arbeitsjubilare in einem Monat Troisdorf: Bei den Klöckner=Werken begehen in diesem Monat sieben Arbeitsjubilare ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Es sind dies: Matthias Lang, Troisdorf, Kölner Straße 27, Johann Lindlar, Menden, Projektstraße 50 und Heinrich Trümmer, Troisdorf, Moltkestraße 25 am 1. Oktober, Johann Peter Müller, Fr.=.= Hütte, Uferstraße 5, am 10. Oktober, Peter Wester. Menden, Hermann=Göringstraße 196, am 14. Oktober, Matth. Domgörgen, Bergheim, Siegstraße 53, am 15. Oktober und Johann Funken, Oberlar, Fr.=Müller Straße 31, am 28. Oktober. Die Jubilare erhalten am Jubiläumstag ein namhaftes Geldgeschenk und werden außerdem gegen Ende des Jahres in einer gemeinsamen Feier durch Ueberreichung eines weiteren Geschenkes sowie einer Ehrenurkunde geehrt. 17000 Strandbadbesucher in Troisdorf Troisdorf: Das Troisdorfer Strandbad ist geschlossen. Bis zur Wiedereröffnung werden die Gartenanlagen vervollständigt, außerdem wird ein großes Rosenbeet angelegt und Akazien und Ziersträucher angepflanzt. Vom 14. August bis 30. September wurde das Strandbad von 17000 Personen besucht. Bezugsscheine für verbilligte Speisefette Trolsdors: Für die Monate Oktober, November und Dezember werden für die weniger bemittelte Bevölkerung Bezugsscheine für verbilligte Speisefette am Montag, 3. Oktober, im Rathaus(Polizeiwache) vor= und nachmittags während der Dienststunden ausgegeben. Die Ausgabe der Stammabschnitte (gelbe Ausweiskarten) zum Bezuge von Kunstbutter erfolgt am 4. Oktover ebenfalls im Rathaus(Polizeiwache). Ein Rabe stahl eine geldene Beille Dattenberg: Den Bewohnern eines Dattenberger Hauses stattete ein Rabe täglich durchs Fenster Besuche ab, wobei das Tier mit Brotkrusten und Abfällen geIn der Eisel beginnen die Treibjagden Das Jagdjahr schreitet auf seinen Höhepunkt zu Mit Beginn des Oktober erreicht das Jagdjahr seinen Höhepunkt. Ueberall in den Jagdrevieren beginnt in diesen herbstschönen Wochen, die sich durch die Farbenfreude des Landschaftsbildes ganz besonders auszeichnen, ein reges Leben. Die Zeit der Treibjagden, der Gesellschaftsjagden, beginnt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, können jetzt alle jagdbaren Tiere bejagt werden. In erster Linie erstreckt sich jedoch der Abschuß im Rahmen der Treibjagden auf Hasen, Raubwild, Schwarzwild und— in begrenztem Umfange— auf weibliches Rehwild und Rotwild. Was die Treibjagden so beliebt macht, das ist in erster Linie die vielgestaltige Abschußmöglichkeit, dann aber auch die Geselligkeit und die mit den Treibjagden verbundenen mannigfaltigen Bräuche, die besonders in den letzten Jahren wieder eine sorgfältige Pflege gefunden haben. Fleißige Sammelarbeit der Heimersheimer Schuljugend Heime''sheim: Die Heimersheimer Schulkinder haben in dem letzten Halbjahr folgende Mengen Altmaterial gesammelt und abgeliefert: 1000 kg Papier, 500 kg Knochen, 950 kg Lumpen, 960 kg Eisen, 32 kg Aluminium, 30 kg Messing, 15 kg Tuben und Stanniol, 10 kg Zink, 40 kg Blei und 2 kg Silberpapier. Den fleißigen Kindern gebührt eine ganz besondere Anerkennung für ihre emsige Tätigkeit. Möge sie die Jugend der anderen Orte ebenfalls zu regem Sammeln anspornen! Ein weiteres Opfer des Fährbootunglückes bei Engers gelandet Andernach: An der Anlegestelle der Köln=Düsseldorfer wurde hier eine männliche Leiche geborgen. Es handelt sich um den bei dem Engerser Fährbootunglück ertrunkenen 68 Jahre alten Hilfsfährmann Jakob Dötsch aus Kaltenengers. speist wurde. Man versuchte den schwarzen Vogel zu narren, indem man ihm Hosenknöpfe und andere Dinge vorsetzte, die er auch prompt mitnahm. Plötzlich nahm dieses Spiel jedoch für die Hausbewohner ein unangenehmes Ende. Als das Fenster wieder offen stand, schlüpfte der Rabe ins Zimmer, stahl vom Tisch eine goldene Brille und machte sich davon. Da die Brille einen Wert von über 25 Mark und der Rabe sie unauffindbar verschleppt hatte, haben die Tierfreunde das Nachsehen. WHW.=Anträge müssen gestellt werden Linz: Die NSV. weist besonders darauf hin, daß die Anträge auf Betrenung durchs Winterhilfswerk auf der Geschäftsstelle im Staatsjugendheim gestellt werden müssen. Die Sorechstunden für diese Anträge sind Montags von 15—17 Uhr und Mittwochs und Freitags von —11 Uhr. Es müssen genaue Unterlagen über die Einkommensverhältnisse mitgebracht und die Sprechstunden eingehalten werden. Täglicher Ladenschluß um 19 Uhr Linz: Mit dem 1. Oktober trat in der Stadt Linz wieder die Anordnung in Kraft, daß auch an Samstagen die Geschäfte(wie an den übrigen Wochentagen) um 19 Uhr geschlossen sein müssen. Bisher waren die Geschäfte Samstags bis 20 Uhr offen doch bezieht sich diese Vergünstigung alljährlich nur auf die Sommermonate. Der Bienenwoll im Kreis Neuwied Neuwied: Ein gefürchteter Feind der Imker ist der Bienenwolf, dessen Auftreten vor kurzem durch einen Imker aus Hombach bei Fernthal entdeckt wurde. Im Bezirk der Ortsfachgruppe Neustadt(Wied) hat man sogleich Abwehrmaßnahmen getroffen. die Kreisverwoltung sowie die Leitung der Rheinischen Provinzial=Basaltwerke in Fernthal haben sich bereits tatkräftig für die Bekämpfung des Schädlings eingesetzt Man hofft, durch eine gemeinsame Bekämpfungsaktion den Bienenwolf im Bezirk ganz vernichten oder doch wenigstens sein Auftreten zurückzudrängen. Der Hauptflug des Schädlings erfolgt in den Sommermonaten. In dieser Zeit werden oft Tausende von Bienen durch das Tier vernichtet. Die Bekämpfungsmaßnahmen erfordern vor allem Zeit. Mühe und Geld, weshalb die Imker des befallenen Bezirks den oben genannten Stellen für die durchgreifende Hilfe dankbar sind. Ein neuer Schreinermeister Beuel: Vor der Handwerkskammer in Köln bestand Herr Josef Wilbertz seine Meisterprüfung im Schreinerhandwerk mit dem Prädikat„Gut“. Wirtschaftsleben Neue Reichsanleihe über eineinhalb Milliarden Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich eineinhalb Milliarden Mark 4½prozentige auslosbare Reichsschatzanweisungen von 1938, Dritte Folge. Die Ausstattung der Schatzanweisungen entspricht, abgesehen von gewissen technischen Aenderungen, der der letzten Anleihe. Sie werden zum 1. Oktober der Jahre 1953 bis 1958 nach vorangegangener Auslosung zum Nennwert zurückgezahlt. Das Reich behält sich die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder vonTeilen der Schatzanweisungen dieser Folge nach Ablauf von fünf Jahren zum Nennwert vor. Der Zinslauf bes. ginnt am 1. Oktober dieses Jahres. 550 Mill. RM konnten bereits fest untergebracht werden. Das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsortium übernimmt daher 950 Mill. RM. und legt sie zum Kurse von 98¾ v. H. zur öffentlichen Zeichnung in der Zeit vom 10. bis 24. Oktober dieses Jahres auf. Die Einzahlungen durch die Zeichner auf die zugeteilten Schatzanweisungen verteilen sich auf die Zeit vom 26. Oktober bis 5. Dezember 1938, und zwar sind 40 v. H. am 26. Oktober und je 20 v. H. am 5. und 21. November und am 5. Dezember 1938 zu entrichten. Frühere Zahlungen sind zulässig. Die neuen Reichsschatzanweisungen sind mündelsicher: ihre Stücke sind bei der Reichsbank lombardfähig. Auf Wunsch können die Schatzanweisungen in das Reichsschuldbuch eingetragen oder in ein Sammeldepot bei einer Wertpapiersammelbank gelegt werden. Heute wurde mir mein lieber Mann und treuer Lebenskamerad Gaslav-Rieche Kautmann infolge der an der Westfront erlittenen Kriegsverletzungen im Alter von 54 Jahren genommen. In tiefer Trauer: Frau Sustav Niecke, Meta geb. Clees. Bonn, den 26. September 1938 Münsterstraße 24. #. Die Einäscherung und Beisetzung hat auf Wunsch des lieben Verstorbenen in aller stille stattgefunden. Belleidsbesuche dankend verbeten. PEUTSCHE GYMNASTIK erteilt Edith Freudenberg staatlich anerkaunte(ymnastiklehrerin Mitglied d....Sp. u. Gymnastiklehrer e. V. Kurse für Erwachsene und Kinder, Abendkurse für Berufstätige, Privatstunden. Sprechst. tägl. 12-14 Uhr. Koblenzerstr. 108, Tel. 4654 Wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er für dieses zu bringen bereit ist. adoll Hlller Damen- und Herren-Kleider Hoffe aller Art Teppiche, Läufer, Wandbespannskosfe werden in kurzer Zeit chemisch gereinigt oder in moderne und solide Farben umgefärbt E. ROTSTUER Zurück Dr. Milde Bad Godesberg. □) Preußisch-Südd. Klassen-Lotterie ½/ Los RRR Staat. Lotterte- Einnahme Schwarz, Sonn, Martinstraße 2, Ecke Kaiserplatz. K Sek 1 Vossler, neben dem Hühnchen Seit 1803 Schleiferei im Hause O Gegen Magerkeit G) gabraucht mon 8teine's albewährte „Oriental Kraft-Pillen“ Sie bewirkenerfahrungsgemäß in kurs. Zeit merkliche Gewichmzunahme, vellere Körperfermen frisches Aussehen: stärken somit die Arbeitslust. Blus u. Nerven. 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November 1938, 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht. Wilvelmstraße 23, Zimmer 104. 29. Sep Bonn, den Poptenther 1166. Amtsgericht Abt. 8. PrU odenschau der Damenschnei der-Innung Bonn-Stadt am Millwoch, S. Oklober 1938, im Königshof. Wir zeigen u. a. ersimalig Modelle erster Wiener Modellschöpfer. Vorföhrungen: 15.30 Uhr 20.00 EinirItt: BAl..50 Ververkauf: Seidenhaus Schmilz, Neutor 3 Neußer. Am Hof 9 Wiener Salon Fritsch, Peststraße 2 Damen- und Herrenmäntel reinigt und färbt tadellos und preiswert Reichedanz Modernste chomische Roinigungsanlage Fabrik: Burbacherstraße 65— Fernrut 4865 Friedrichstraße 1— Fernruf 7128— Breitestraße 20 „Fürchterliche Schmerzen und Gliederreißen. „Jetzt von allen Schmerzeu befreit.“ Frau Mildenberg, Gärtnersgattin, Düsseldorf, Mühlenstraße 23, berichtet uns am 16. Februar 1938:„Mein Mann hatte immer fürchterliche Schmerzen im Nacken, er konnte den Kopf nicht drehen und des Nachts konnte er vor Schmerzen nicht schlasen. Da wurde ihm geraten, Togal zu nehmen. Schon nach der ersten großen Packung bekam er Linderung. Nach 2 weiteren Packungen hat es ihm so gut geholfen, daß er jetzt von allen Schmerzen befreit ist. Er hatte auch immer so Reißen in den Gliedern und alles ist nun verschwunden. Nun fing ich leider vor Weihnachten an. Ich bekam so Schmerzen im rechten Knie, daß ich 4 Wochen im Bett liegen mußte. Ich konnte nicht mehr die Treppe auf= oder abgehen. Nun nahm auch ich Togal und wie ein Wunder, ich hatte noch nicht ganz 8 von den großen Gläschen regelmäßig genommen und der Schmerz ist verschwunden.“ Die Erfahrungen anderer sind wertvoll! Der Bericht von Frau Mildenberg ist einer von vielen, der uns unaufgefordert aus Dankbarkeit zugegangen ist. In der Tat hat Togal Unzähligen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Herenschuß, Nerven= und Kopfschmerzen sowie Erkältungskrankheiten, Grippe und Influenza rasche Hilfe gebracht. Es hat keine schädlichen Nebenerscheinungen und die hervorragende Wirkung des Togal wurde von Aerzten und Kliniken seit Jahren bestätigt. Haben auch Sie Vertrauen und machen Sie noch heute einen Versuch— aber nehmen Sie nur Togal! In allen Apotheken erhältlich. RM..24. Lesen Sie das Buch„Der Kampf gegen den Schmerz". Es ist für Kranke und Gesunde von größtem Interesse. Sie erhalten es auf Wunsch kostenlos u. unverbindlich vom Togalwerk München 27 /1526. Tanz-Unterricht! Neue Kurse! Abends ab ½9 Uhr Schülerkurse nachm. ab-7 Uhr. Für Auswärt. Sonnt. nachm. ab ½3- 5 Uhr Einzel=Kurse jederzeit. Separate Kurse für ältere Personen. Damen und Herren, sowie Eltern, deren Kinder tanzen lernen wollen, zeigen wir an, daß obige Kurse beginnen.— Unsere seit 35 Jahren in Bonn bestebende Privat=Tanz=Schule erfreut sich besten Ruses, wir bitten zw. Rücksprache hösl um Besuch jjederzeit. Tanz-Schule Schäfer, Bonn 19 Kalserstraße 59. Teieson 5067 Noch in nicht alls Rot beseitigt. Werdet Mitglied der RSB. Seite 9. Ne. 16 261 General=Anzeigee füs Vonn uns Umgegenbk#-Bounen Nachrichten X. Stöcher 1990 Prozeß um Spitzweg Echt oder gesälscht? Seit Jahresfrist läuft bei einer Zivilkammer des Landgerichts München I ein Prozeß wegen Rückgängigmachung eines Kaufvertrages über fünf SpitzwegBilder, die eine Kommerzienratswitwe in Bielefeld für 130000 Mark einem Privatmann in Berlin abgekauft hatte. Dieser hatte sich verpflichtet, den Kaufpreis zurückzubezahlen, falls sich herausstellen sollte, daß die Bilder unecht seien. Einige Zeit nach dem im Jahre 1936 erfolgten Kauf wurde die Käuferin darauf aufmerksam gemacht, daß es sich möglicherweise um Fälschungen handeln könne, da die Bilder auf afrikanisches Holz gemalt seien, das zu Lebzeiten Spitzwegs noch nicht nach Europa eingeführt worden sei. In dem Prozeß, den die Käuferin anstrengte, stellte ein, Sachverständiger der Technischen Hochschule in München fest, daß es sich um dieses Holz handele. In einem ausführlichen schriftlichen Gutachten kam nun Dr. Ernst Buchner, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, zu dem Ergebnis, daß es sich bei sämtlichen fünf Bildern um Nachahmungen handele. Ein Großneffe des Meisters, der in München lebt und ebenfalls gehört wurde. brachte dagegen vor, daß er sich seit dreißig Jahren eingehend mit den Werken seines Großonkels befasse und daß die strittigen Bilder seiner Ueberzeugung nach echt seien. Das Landgericht wird seine Entscheidung am Dienstag, 4. Oktober, fällen. Der„Fieseler=Storch“ auf dem Landsitz Roosevelts Die unter dem Namen„Fieseler“=Storch bereits weltbekannte deutsche Flugzeugkonstruktion, wurde am Sonntag auf dem Landsitz des Präsidenten Roosevelt in Hydpark auf Veranlassung eines Neffen Noosevelts vorgeführt. Der Neffe des amerikanischen Präsidenten hatte kürzlich bei einer Vorführung des„Fieseler=Storch“ im Rahmen eines Flugwettbewerbs in Cleveland durch Diplom=Ingenieur Kropf neben vielen anderen Fachleuten starkes Interesse für die Maschine bezeugt. Diplom=Ingenieur Kropf landete seinen„Storch“ im Garten des Landsitzes Roosevelts. Sowohl Frau Roosevelt als auch ihr Bruder und dessen Sohn nahmen die Gelegenheit wahr, sich durch Flüge von den Qualitäten dieser einzigartigen Maschine zu überzeugen. Aus rheinischen Städten Aachen: Im 1. Reichsschachturnier von KdF. in Aachen war der Turnierstand vor der letzten Runde: 1. Elstner 9., 2. Müller 8½., 3. John 7½., 4. Konitzki 7., 5. Dr. van Nüß 6½., 6. v. Zabienski 6., 7. Staudte 5½ P. und., 8. bis 10. Nüsken, Lorson, Tiltjen je 5½., 11. Eysser 5., 12. Ludwigshausen 4 P. u. 13. Dr. Adam 3½ P. und 14. Lehmann 3½ P. Krefeld: Das vom Krefelder Schaklub„Turm 1351“ veranstaltete Jubiläumsturnier ging am Samstag zu Ende. Der Schlußstand des Turniers lautet: 1. und 2.(geteilt) Eliskases=Innsbruck, Kieninger=Köln je 9.; 3 Engels=Düsseldorf 8.; 4. bis 7. Bruckhaus=Krefeld, Rogmann=Bochum, Elsas=Wuppertal, Schlage=Berlin je 6.; 8. Diemer, Baden=Baden, 5.; 9. Hussong=Mann= heim 4½.; 10. Kruijer=Krefeld 3½.; 11. J. HültersKrefeld 2½.; 12. Dr. Dyckmann=Krefeld 1 P. Trolius flegt als hoher Favorit Auf der schönen Düsseldorfer Rennbahn am Grafenberg wurde mit dem„Schafsenden Volk“ das wertvollste westdeutsche Flachrennen entschieden. Obwohl sich nur sechs Bewerber am Start des 2000 Meter langen Rennens einfanden. nahm der Kampf um die 21000 Mark einen außerordentlich spannenden Verlauf. Zur großen Freude der in riesiger Zahl erschienenen Zuschauer gab es einen Sieg des hochsavoristerten Zoppenbroichers Trollius, der überaus sicher ausfiel. Reichsfürst und Elritzling gingen in“ schärfster Fahrt vom Start weg und legten im ersten Bogen noch mehr zu, so daß das Feld bald weit auseinandergerissen war. Ehde der Gegenseite rückten Cirerone und Trollius, die etwa 15 Längen verloren hatten, mächtig auf, erreichten die Führenden und hießen in der Distanz vor. Vor den Tribünen gewann das Höchstgewicht Trollius(E. Böhlke) klar Boden und gewann noch sicher mit drei Längen gegen Palastherold, Cicerone und Elritzling. Prinzessin Friedrich Sigismund Die Turnierreiterin Prinzessih Friedrich Sigismund von Preußen ist einem Herzschlag erlegen. Ebenso wie ihr auf dem Turnterplatz tödlich verunglückter Gatte hing Prinzessin Friedrich Sigismund mit ihrem ganzen Herzen am Turnierund Springsport. Sie unterhielt ständig einen kleinen Turnerstall und stieg auch wiederholt selbst mit Erfolg in den Sattel. Johnny Mills nach Belgien verpflichtet Der erst kürzlich aus seiner Stellung als Tralner des großen Trabrennstalles Perk ausgeschiedene Johnny Mills hat sehr schnell ein neues Betätigungsfeld gefunden. Mills wird den umsangreichen Stall des belgischen Rennstallbesitzers P. Bauhecke übernehmen, der mit seinen Pferden sehr häusig Expeditionen nach Frankreich unternimmt. Italiener gewinnt Fernfahrt Como—Rom Bester Deut'cher: Irrgang Die Schlußetappe Perugia—Rom über 220 km zog einen Strich unter die zum erstenmal ausgetragene Etappenfahrt der Amateure von Como nach Rom um den Ferrari=Preis, um den sich Fahrer aus sechs Nationen bewarben. Erst mit der letzten Teilstrecke stel die Entscheidung. Der Italiener Gentile zog 20 km vor dem Tagesziel mit Rieci, Dragomannt und Roncoln davon und der Vorsprung dieser Gruppe genügte, um Lunardon von der Spitze der Gesamtwertung zu verdrängen. Irrgang hielt sich wieder am besten. Er kam als Fünszehnter ein. In der Gesamtwertung ist er nicht nur bester Deutscher, sondern bester Ausländer Überhaupt.— eine seine Leistung des deutschen Bergmeisters! Tragik um Rieei Vom Pech verfolgt war der Italiener Rieci, der weitaus beste Mann des Rennens. Fünf Tage lang hatte er die Spitze, dis ihn am Freitag das Schicksal, gegen das alle Straßenfahrer anzukämpfen haben, ereilte. Sechs Reisenschäden warsen ihn entscheidend zurück. Als kleine Entschädigung für das Pech dieses Fahrers war der Sieg in der Schlußetappe. Ergebnisse: Perugia—Rom(220 km): 1. Ricct:25,47 Std.: 2. Gentile:25,53; 3. Dragomannt:26,28; 4. Ronconi :26.50; 5. Bertocco:29.35; 15. Irrgang:32,08; 18. Meurer:32,12.— Gesamt=Einzelwertung: 1. Gentile(Itallen) 28:32,04; 2. Ronconi(Italien) 28:33,01; 3. Lunardon(Italien) und Zuppa(Italien) je 28:36,55; 5. Irrgang(Deutschland) 28:38,19; 6. Dragomannt(Itallen) 28:39,43. Reisterschaften der 98. im Rudern Mit einer geradezu überwältigenden Beteiligung wurden in Berlin=Grünau die 1. Deutschen Jugendmeisterschaften der HJ. im Rudern gestartet. Nicht weniger als 1400 Hitlerjungen aus 107 Jugendabteilungen der Reichsbundvereine mit 232 Booten, darunter 68 Achter=Mannschaften, traten an. Vorrennen der Hitlersungen sowie die Stilruder=Wettbewerbe des Deutschen Jungvolks füllten das umfangreiche Programm des ersten Tages aus. Das gezeigte Können auf allen Gebieten ließ die hervorragende Ausbildung unseres Nachwuchses erkennen, der einst berufen sein wird, Deutschlands Vormachtstellung im Rudersport weiter zu behaupten und zu festigen. 81s 4 Kor.„In! Eina Ja, solche Gardinen gab es wirklich mal! Die Wohnung verschönern, welche Hausfrau hätte nicht das Bestreben. Unsere Gardinen-Ausstellung in der Gerhard-.-Areestr. 4, gegenüber Möbelhaus Ochel(Nähe Gangolf-Theater) ist nachmittags von 15—18.30 Uhr geöffnet. Es gibt viel Schönes zu sehen. Eine Fülle von Musterbeispielen geschmackvoll ausgestatteter Fenster sind zu bewundern. Sie können manche Anregung mit nach Hause nehmen. 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Während unge Fußzballer im Sportdretz mit brennenden Fackeln das Ehrenmal flankierten, die Jungen und Mädel der Leichtathletikabteilung in ihrer schmucken Tracht Spalier bildeten, sprach Dr. Plate ehrende und gedenkende Worte jenen, die im Weltkrieg aus den Reihen des Bonner FUs ihr Leben für Volk und Vaterland lassen mußten. Unter den erschienenen Ehrengästen bemerkte man neben alten, verdienstvollen BFVern und altbekannten, einstigen aktiven Fußballern von der Partei Kreisleiter Eichler mit Kreisgeschäftsführer Hornung und Kreisorganisationsleiter Schmitz=Erpenbach sowie den DRL.=Kreisführer, Standartenführer Reinartz, als Vertreter der Stadt Oberbürgermeister Rickert und die Stadträte Dr. Hirtz und Kirsten. Bevor ich am heutigen Täg die neue Platzanlage einweihe, erklärte Dr. Plase, gedenten die BBet an diesemn Markstein der Vereinsgeschichte ihrer Toten. Als der BifV diese Anlage baute, habe er es als eine selbstverständliche Pflicht vetrachtet, diesen ein Eyrenmal zu errichten. In Ehrsurcht gedenke man ihrer, denen nachzueifern Pflicht und Aufgabe der Jugend sei. und das Gedenken an diese Toten weihe er durch Niederlegen eines Kranzes. Die Kapelle intonierte „Ich hatt“ einen Kameraden——“, das Fahnentuch mit dem Hakenkreuz im weißen Feld fiel und gab den Blick frei auf das Ehrenmal, auf dem die Namen der BFB=Toten des Weltkriegs in goldenen Lettern festgehalten sind. Dr. Plate verlas dann die Namen der gefallenen Helden. Anschließend nahm auch die Mannschaft des BfL Benraths in einer Reihe Aufstellung vor dem Eyrenmal und dann legte der Mannschaftsführer der Benrather mit den Worten„Auch wir gedenken der gefallenen Helden des BFVs.“ einen Kranz mit Schleise nieder. Ein kurzer, weihevoller Akt, der die Erinnerung an alte, verdienstvolle BFVer wachgerufen und die heyre Vereinstradition belebt hat! Die Vorspiele BFV 19=Jugend— Beuel 1b=Jugend:0(:). Hier waren die tungen BßVer klar überlegen. Sie spielten zudem technisch recht gut zusammen, und nutzten die sich ihnen bietenden Torgelegenheiten entsprechend aus. BEB Jungliga— Endenich Jungliga. Leider sagten die Endenicher ab. Wegen des kurzen Zeitraums bis zum Spielbeginn war es auch nicht mehr möglich, einen anderen Gegner zu verpflichten. Reserve— Leichtmetoll 1.:0(:). Dieses Ergebnis kommt ewas überraschend. Immerhin gubt der hohe Torunterschied das Kräfteverhältnis allzu deutlich wieder. 2a— FB Honnef 2a:0(:). BEV 1a=Jugend— Nordstern 1a=Jugend:=(020). Der vorgesehene Gegner, die erste Jugendmanschaft des Bse 99 Käln, hatte abgesagt. Aber auch der Nordstern stellte eine recht starke Jugendeinheit ins Feld. Wohl hatte der BFV durchweg im Felr etwas mehr vom Spiel, doch der Sturm schoß zu wenig. Dafür waren die Nordstädter aber im zweiten Abschnitt erfolgreicher und vermochten durch Welter das einzige siegbringende Tor zu erzielen. BFV Alte Herren— BsL 99 Köln Alte Herren :3(:2) Vor dem Hauptspiel der Ligamannschaft traten sich auf dem herrlichen Rasen die Alten Herren=Einheiten des BIV und des BfS 99 Köln gegenüber, jene Mannschaften, die in früderen Jahren so häufig auf dem Platz an der Richard=Wagner= Straße schöne und technisch vollendete Spiele lieferten. Leider vermißte man jene alten großen Könner des B3B, deren Namen noch heute in aller Munde sind, sofern man vom Bonner Fußzball spricht. Weder ein Schümmelfoder, ein Erdmann, Könen und wie sie alle belßen, waren mit von der Partie. Man fah bei den Läufern Karl Plate, Fritz Plate und Münchhoven ein recht gutes Spiel. Fritz Plate ist noch schnell, besitzt auch ein gutes Stellungsspiel, ebenso wie Karl Plate, dessen nauffälliges Spiel und genaues Zuspiel auch heute noch— zum Vorbild der jungen Spieler— in Erscheinung tritt. Tondorfs„Schöpp“ arbeitete neben Wunder als linker Verteidiger—— wuchtig und zuweilen mit eintgen schönen„Einlagen“. Erwähnen wir noch Mertens als Sturmführer, der mehrmals die Möglichkeit hatte, wenigstens den Ehrentreffer anzubringen. Die Kölner stellten eine körperlich stärkere Mannschaft, die schon in den ersten Minuten des Spiels zwei Tore vorlegten und dann Mitte der zweiten Spielhälfte— als die Bonner mit nur 10 Mann spielten— auf:3 erhöhen konnten. Der 13. Weltrekord!... Nagnhild Hveger— 300 Bards Kraul in:25,6 Dänemarks Schwimm=Wunder, die von Höchstleistung zu Höchstleistung eilende Nagnhild Hoeger, hat in Kopenhagen einen weiteren Weltrekord erzielt. Die 300 Gards Kraulstrecke legte sie in:25,6 Minuten zurück. Mit dieser hervorragenden Zeit löschte sie die Weltbestzeit der Holländerin Willie den Ouden (:27.9) aus. Es ist dies der 13. Weltrekord der Dänin, in deren Besitz noch nicht die Rekorde über 100 Bards, 100 Meter und 220 Bards sind. Alles deutet darauf hin, daß Hveger ihr Ziel erreicht! Willie den Ouden wäre dann alle ihre sportlichen Bestleistungen los. Die Leistungen der Dänin verdienen vollste Anerkennung. Vor ihr konnte die Amerikanerin Helen Madison auf eine ähnliche sportliche Großtat zurückblicken. Vier Tore erzielte Hohmann für den BfL Benrath Der B3B durch Ersatz geschwächt und nicht in Form Vonner Fußball=Verein gegen BfL Benrath:8(:1) Als Auftakt der spielerischen Tätigkeit auf dem neugeschaffenen Platz an der Dietrich=Eckart=Allee hatte sich der Bonner Fußball=Verein die bestens bekannte Mannschaft aus Benkaty verpflichtet. So ganz im geheimen hatte man die Hoffnung gehegt, daß man in diesem Spiel den zahlreich zu erwartenden Zuschauern noch einmal beweisen könnte, daß die Bonner Mannschaft doch noch in die Gauliga gehört. Diese Hoffnung wurde noch bestärkt durch das erstmalige Mitwirken des Ex=Schalkens Ernst Pörigen, der der Mannschaft den nunmehr seit dem Abgang von Hutter sehlende geistige Führer sein soll. Daß er in diesem Spiel dies nicht beweisen konnte, ist weniger seine eigene Schuld, als vielmehn das vollständige Versagen der ganzen anderen Mannschaft. Die bestgemeinten Vorlagen an die Außenstürmen, das schönste Freispielen der Innenstllymer kann niemals Ersolg werden, wenn eben diese Leute sich wie Ansänger benehmen. Dev Platz kann es diesmal nicht gewesen sein, denn der wunderschöne Rasenteppich hätte ein technisch hochstehendes Spiel schon zugelassen. Den besten Beweis hierfür liefenten die Benrathen, die von ihrem Kavl Hohmann mit einen Meisterschaft geführt wurden, daß einem das Herz im Leibe lachte. Anfangs wirkte er zwar etwas langsam, aber als er einmal richtig im Spiel war, klappte es wie in den besten Tagen. Aber ganz im Gegensatz zu den Bonnern war auch immer einer da, wo Hohmann den Ball binspielte, ob er nun ganz weich mit der Innenseite seinem Nebenmann. den Ball hinschob, oder mit dem Absatz hinschlug, oder ob en mit weiten Vorlagen seine Außenstürmer einsetzte. Dieses Spiel hat so die Schwächen der Bonner Mannschaft ossen zutage treten lassen. Gewiß, man kann zur Entschuldigung anführen, daß Hausmanns, Honrnth, Besgen und Hisserich ersetzt werden mußten, aber ein derartiges Spiel hätte auch mie den Ersatzleuten nicht vorgeführt werden dürsen, denn diese waren nicht einmal die Schlechtesten. Rekordschütze war Hohmann, der allein auf sein Konto, vier wunderhare Torerfolge buchen konnte, dabei wav das ersie Tor ein wundervoller Kopfball und der letzte Torerfolg ein Bombenschuß aus 20 Meter Entfernung. An allen Toren war er aber indirekt beteiligt. Hossen wir, daß Ernst Pörtgen in den kommenden Spielen ein gleich guter Führer seiner Mannschaft ist, der gestern Hohmann seinen Elf war. Die Mannschaften traten sich in folgender Ausstellung gegenüber: Bennath: Klein Kluck Hoffmann Thelen Hoifl Leufti Budde Bvill Hohmann Stoffels Freibeuter Rechmann Schwind Pörtgen Herzmann Scheer Rußbaum Graf Oppen Röthen Leyendecken Bonn: Klutmann Die markantesten Spieler bei Benrath waren Hohmann, Hoffmann, der rechte Läuser, der einen vortrefflichen Eindruck hinterließ und Stossels. Bei den Bonnern befriedigten Klutmann, Nußbaum und Pörigen. Klutmann war mit einer Ausnahme, wo er leichtsinnigerweise sein Tov verließ und einen Ball nicht festhielt, an den Toren schuldlos, während er aber eine gewisse Unsicherheit während des ganzen Spieles nicht ablegen konnte. Die Verteidiger Nöthen und Levendecker zeigten guten körperlichen Einsatz, aber im Spiel der beiden feblte die Linie und vor allen Dingen die Konsequenz. Spielerisch war Graf als Mittelläuser der beste Mann. Später redete er mehr als er spielte, und darunten lint das ganze Spielgeschehen. Von den Außenläufern war Nuß= baum besser als Opper, ihm fehlt nur die Sprivigkeit, die ein guter Spieler unbedingt neben seiner Ballbehandlung besitzen mut. Der Sturm krankte in erster Linie an dem völligen Ausfall beider Außenstürmer, Rechmann mübte sich schlecht und recht ab, ohne es zu einer überzeugenden Aktion zu bringen, Scheer als Rechtsaußen war auch nicht besser als später Schwind, der verletzt mit Scheer wechselte. Schwind zeigte zu Beginn einige nette Sachen, aber seine Arbeit für die Mannschaft befriedigte durchaus nicht, auch vor seinen Verletzung nicht. Auch als Innenstürmer war Scheen weit von seiner Durchschnittsform entfernt. Ueber Pörtgen ist anfangs das Notwendige gesagt worden, daß er viel, sehr viel kann, weiß jeden, der sich mit Fußball beschäftigt, daß er bis zum Schlußpfiff immer wieder versuchte seine Nebenleute mitzureißen, ist lobend zu erwähnen. Wohl die mäßigste Vorstellung gab Herzmann. Wer entsinne sich nicht mehr den schönen Spiele, die gerade dieser Spieler geligfert hat und dabei Rekordschütze vom Mittelrhein werden konnte. Aber gestern gelang ihm nichts, er gab sich aber auch nicht einmal sonderlich Mühe und war der erste, der resignierte, als es nicht nach Wunsch klappte. Von den Benrathern war jeder Spieler den Bonnern am eindrucksvollsten im Laufen überlegen; wenn z. B. Graf und Hohmann gleichzeitig nach dem Ball starteten, dann war Hohmann immer um Meter schneller als Graf. Sicher drei Tore hätten vermieden werden können, wenn das Lausvermögen besser gewesen wäre. Die Bonner wirkten in vielen Augenblicken schwerfällig. Die spielerische Veranlagung ist zweisellos vorhanden, aber gerade auf dem großen Platz macht sich die wenig gute körperliche Versassung recht unangenehm bemerkbar. Hierauf möge man im Wintertraining besonders achten. Die Mannschaft wahrte die„Tradition“, indem sie nach einem guten Spiel in Eitorf am vergangenen Sonntag, diesmal restlos versagte. Die zirka 3000 Zuschauer haben von dem Eröffnungsspiel nicht den besten Eindruck mit nach Hause genommen, hofsentlich kann die Bonner Mannschaft bald mit einer eindrucksvollen Leistung dieses Minus ausgleichen. Wie. die Tore sielen: In den ersten Minuten Kopfball Hohmanns im Anschluß an einen Freistoß zum:1. Nach der Pause erst erhöhten die Benrather durch Hoifl auf:2. Stoffels war dann im Zusammenspiel erfolgreich und Krönre den Angriff. Hohmann erhöhte auf:4. Freibeuten, der Linksaußen, sagt einen schräg von rechts vors Tor kommenden Ball kurz entschlossen ins Netz. Zwei schöne Einzelletstungen schließt Hohmann mit zwei prächtigen Torerfolgen ab und endlich beschließt Stoffels, der Halblinke, den Torreigen. * Am Abend traf sich die ganze BFV.=Familie im BürgerVerein bei lustiger Unterhaltung und Tanz. Die wenig. gute Stimhrung des Nachmittags war schnell verflogen und mußte echt uheinischer Fröhlichkeit weichen. Kampsplan am 9. Dktober Saulige BIR. Köln— Mülheimer SC., SV. Beuel— Ste. mannia Aachen, Rhenania Würselen— BsL. 99 Köln, TuS. Neuendorf— Sülz 07,&S V. Troisdorf— Tura Bonn. Bezieksklasse Gruppe 2: Siegburg— Eitors, Rheidt— Euskirchen, Sieglar— Godesberg, Friesdorf— TB. Rheindorf, Bonner F.— Bonner BC. Spiel der verpaßten Gelegenheiten Alemannia Aachen— Sülz 07(:0) Man kann dieses Spiel das Spiel der verpaßten Gelegenbeiten nennen, denn beiderseits versagten die Angriffsreihen. Alemannia konnte die sehlenden Stammspieler Kölling, Schnitzler, Gentses und Wienand nur ungenügend ersetzen und hatte zur Verstärkung den alten Dautzenberg im Lauf eingesetzt, der mit Münzenberg und Goffard den Sturm gut unterstützte. Leider erwies sich der Nachener Angriff als eine wenig scharfe Wasse, denn die Sülzer Abwehr, in der Kelter überragte, griff stets erfolgreich in das Kampfgeschehen ein und bremste die Nachener Angriffe bereits im Entstehen. Doch auch Sülz konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Der Kölner Angriff spielte zeitweilig recht zusammenbanglos, obwohl Euler wieder prachtvoll aufbaute. Im ersten Spielabschnitt waren die Aachener, obwohl sie gegen Sonne und Wind spielten, leicht überlegen. Nach der Pause sah man Sülz lange Zeit in Front, bis dann in den letzten zehn Minuten die Alemannia wieder das Kommando übernahm. Tros großer Bemühungen und unzähliger Torgelegenheiten sand aber nicht ein einziger Stürmer das Ziel. So nahm das von Degenhardt Wolff geleitete Treffen einen unentschiedenen torlosen Ausgang, mit dem jeder der beiden Konträbenten mehr als zufrieden sein darf. Spiele der Bezirksklasse Gruppe 1: Kölner BC.— C/B. Niehl 320 Frechen— SC. Nord:0 Nippes 12— Bayenthaler SV.:5 VfL. Poll— Jugend Kalk:1 Phönix Ehrenfeld— SuS. 05 Köln 010 Union— Rhenania:2 EC. Blauweiß— SV. Horrem:0 Gruppe 2: Euskirchen— Sieglar ausgefallen Friesdorf— Eitorf ausgefallen Bonner BC.— TV. Rheindorf ausgefallen Gruppe 3: Herdorf— Wiedl 612 Mudersbach— Betzdorf ausgefallen Altenkirchen— Gummersbach:1 Gruppe 4: Bendorf— Andernach:4 Heimbach=Weis— Hönningen:1 Koblenz 1860— Neuenahr:0 Urbar— Remagen:5 Kottenheim— Rbeinland Mopen:1 Gesell. Niederbieber— Engers..:3 Metternich— Lützel•0 Bonner Schwimmsportfreunde siegen über Oberhausen Beachtliche Siege in den Staffeln und im Wasserball Stadtmannschaft Oberhausen:4 geschlagen Gleich die neue Hallenwettkampf=Saison wurde von den ESF. mit einem überlegenen und schönen Sieg über die stärkste Vertretung des Niederrheingaues eröffnet. Das Viktoriabad wies am Samstag einen ansprechenden Besuch auf. und die Zuschauer erlebten auch in diesem Klubkampf recht spannende Rennen, in deuen sich verständlicherweise das Hauptinteresse auf unseren stärksten Bonner Schwimmer ullt Schröder konzentrierte. In der Lagen= und Rückenstaffel mußten zudem die Schwimmsportfreunde auf ihren Startschimmer Hardt, der beruflich nicht abkömmlich war, verzichten. Vielleicht wäre im anderen Fall auch in der Rückenstaffel, in der der jugendliche Nölle als Schlußschwimmer zu wenig Reserven besaß, ein Bonner Sieg fällig gewesen. Der Klubkampf setzte sich insgesamt aus sechs Wettbewerben zusammen. Zudem wurden noch die vier ersten Wettbewerbe (Kraul=, Brust=, Lagen= und Rückenstaffel) nach der Wertung der großen Mannschaftsprüfung des deutschen Schwimmsports gewertet und hiernach lagen die Bonner bei einem Klubkampfstand von:4 Punkten äußerst knapp nlit 589.9: 588.9 Punkten im Vorteil. Gleich nach der Begrüßung durch den Vereinsführer der SSF., Napp, wurde die 4 mal 100 Meter=Kraulstaffel gestartet. Hau vermochte sich vom Start weg gegen Lehmann in etwa zu behaupten, Henze aber geht gegen Büthe vorne weg und wechselt mit etwa 6 Meter Vorsprung. Theobald kann diesen Vorsprung gegen Voß halten und Uli Schröder— obwohl nicht zum Kampf getrieben— erweitert diesen auf etwa 12 Meter. In diesem Rennen hatte man damit gerechnet, daß Schröder unter der Ein=Minuten=Grenze bleiben würde. Immerbin war die für ihn gestoppte Zeit von:01.3 recht gut! Bonn führte mit:0 Punkten. Bonn::31.6 Min., Oberhausen:44 Min.! Nach der Wertung der großen Mannschaftsprüfung wurde für jede Sekunde der unterbietung der setzgesetzten Pflichtzeit(hier::00 Min.= 0.) ein Punkt gutgeschrieben. 148,4: 136 Punkte. Ueber 4 mal 100= Meter=Brust verliert Müllender gleich gegen Mallina etwa 8 Meter, Bourry und Maringer können gegen Kleine und'Hoost den Abstand auch nicht verKreisführer Stadtrat Reinartz stögt das Spiel an; unis Dr. Plate, der Vereinsführer des BS— Die Reihe der Ehrengäste bei der Platzeinweihung des## phot. Engelbertz. ringern, während Wegner erst zum Schluß bis auf 3 Meter an Dungs anschließen konnte. Oberhausen::36,2, Bonn: :41 Min.! Klubkampf::2 Punkte. Als Einlage zeigte nun die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft unter Leitung von Willi Nauratb einige Mustervorführungen vom Transportschwimmen bis zu dem eigentlichen Rettungsschwimmen(mit Kopf= oder Achselgriff). Es wäre zu hoffen, daß mancher der aktiven Wettkämpfer im Schwimmen sich mit dieser sozialen Arbeit im Dienste von Volk und aus Nächstenliebe befassen würde. In der Lagenstaffel(3 mal 100 Meter) ging der Oberbausener Schumacher als Startschwimmer in Führung und wechselte mit einigen Metern Abstand, den'Hoost gegen Wegner wahrte. Schröder ging dann ins Wasser, schloß zu Dickmann auf und lag im Ziel eiwa 3 Meier vor. Bonn: :47,2 Min., Oberbausen::50,5 Min.; Klubkampfstand::2 für Bonn. Bewertung nach Mannschaftsprüfung(Pflichtzeit :00 Min.) 72.8: 69.5 Punkte. Ulli Schröder schwamm hier die 100 Meter in:03 Min. In der Rückenstaffel(3 mal 100 Meter) verlor Vieth gegen den„Oberhausener Voß viel Boden, Schröder machte gegen Schumacher etwas wieder gut, ohne jedoch aufschließen zu können, während der junge Nölle noch nicht über genügend Kräfte verfügt, um ein solches Rennen erfolgreich durchsteben zu können. Hopp schlug mit etwa 15 Metern Vorsprung an. Oberhausen::00 Min., Bonn::10,3 Min.; Klubkampfstand::4 Punkte. Mannschaftsprüfung: 229.7: 239.6 Punkte. Insgesamt ergab sich somit in der Mannschaftsprüsung ein Ergebnis von 589.9: 588.9 Punkten zugunsten der Bonner. In der folgenden großen Kraulstaffel(10 mal 40 Meter) lag Reindes zunächst gegen Voß ganz knapp zurück, aber Bernards brachte dann schon die SSF. gegen Dickmann in Führung. Hau wahrte gegen Lehmann diesen-MeterVorsprung. Bergheim büßte gegen Büthe auch keinen„Boden“ ein. Vieth kann dann aber im Kampf gegen Schumacher den Abstand auf 5 Meter erweitern. Faltin verliert gegen den Bonner Theobald weitere 2 Meter. Weber muß sich dann aber gegen Depenbrock strecken, um nicht einzubüßen. Müller erweitert gegen Dungs auf 10 Meter und Henze gegen Mallina auf 12 Meter, während Schröder als Schlußmann nahezu eine Bahnlänge gegen'Hoost vollmachte. Bonn::58,4 Min., Oberhausen:07 Min.; Klubkampfstand::4 Punkte für Bonn. Zwischendurch gab es einige Staffeln und Einzelrennen der Jugend und der Frauen. In der 6 mal 40= Meter=Bruststaffel der Frauen mußte sich die Staffel 1, in der auch Lohmar, Kleimann und Odenthal starteten, der Staffel 2 (u. a. mit den beiden Baumann, Morgenstern) geschlagen bekennen. Zeiten: 10:42.5 und 10:48,3 Min. Ueber 100 Meter Kraul der Jugend war Bursch der Schnellste in:22 Min.! Ueber 100 Meter Rücken sliegte Müller in:35 Min. vor Haß(:36), Oster(:39) und Frings(:40). Den Abschluß des Klubkampfes bildete das Wasserballspiel. Vonn spielte mit Bergbeim, Gütgemann, Henze, Vöttner und Haas, während Oberbausen Aprens, Dickmann, Voß, L·Hoost und Lebmann eingesetzt hatten. Die Bonner kamen im ersten Spielabschnitt recht schnell ins Spiel. Gütgemann schoß den Führungstreffer und Haas erhöhte aus freier Stellung auf:0. Die Oberhausener fanden keinen„Tritt“, schwach war ihr Stellungsspiel, ihr Zuspiel zu kurz. Heuze überraschte Abrens mit einem Fernwurf(:0) und Haas brachte durch Drevwurf das 94:0. Da erst kam Oberbausen durch einen Bonner Deckungssebler zum ersten Gegentresser.: Bötner erzielte das:1, ein Tor von Heuze wird nicht anerkannt. Henze dat sich aus dem Hinterbalt beraus gut eingeschossen und bringt den sechsten, siebten und achten Treifer an. Auf eine Vorlage von Haas markiert Gutgemann das :1 und Völkner macht mit einem Fernwurf die zweistellige Seite 10. Ne. 16261 General=Anzeiger für Bonn und Umgegend 7 Bonner Nachrichten Zahl voll. Voß verringert auf 10:2, doch Henze ist aus freier Stellung heraus erneut erfolgreich. Völkner stellt das 12:2 und 13:2 her, dann aber haben die Oberhausener mehr vom Spiel und bald heißt es auch 13:5, um dann nochmals Völkner und Henze zum Einschuß kommen zu lassen. Damit stand der Klubkampf:4 Punkte für Bonn. Am Abend fanden sich die Schwimmsportfreunde mit ihren Oberbausener Gästen im Casino zu einem geselligen Zusammensein ein. Wiens Fußballels in Budapest besiegt Die Ungarn gewannen:1(:0) Ein Wolkendruch, der am Sonntag über Budapest niederging, hatte die Voraussetzungen für den altbergebrachten Städtekampf, zu dem die Wiener diesmal in die ungarische Hauptstadt gekommen waren, dem Spiel des Zusalls überlassen. Knöchettiefe Pfützen und ein morastartiger Boden zerstörten Ballkontrolle und Zuspiel erheblich und so verlor der Kampf seine vielgepriesene Schönheit fast völlig. Wenn trotzdem die zahlreichen Zuschauer von diesem Spiel mitgerissen wurden, so ist dies in erster Linie dem höchsten Einsatz und der großen Energie zu danken, mit der beide Mannschaften bei der Sache waren. Die Budapester gewannen schließlich mit dem Vorteil des eigenen Platzes:1(:0) und zerstörten damit die„Wiener Hoffnungen", endlich die Serie der Mißerfolge gegen den„Fußballerbseind“ zu durchbrechen. Mit dem einzig und allein den Erfolg bestimmenden flachen Zuspiel lettete Dr. Sarosi die zahlreichen ungarischen Angriffe ein. Die Wiener glaubten demgegenüber mit lorem engmaschigen Kombinationsspiel durch die Budapester Deckung zu dringen, doch flogen ihnen im Strafraum alzu oft die starken und schnellen ungartschen Verteidiger in die Parade. Hinzu kam, daß Mock als Mittelläufer nicht dieKraft besaß, den Ball zuverlässig auf weite Distanzen zuzuspielen. Ion überragte Turay auf der anderen Seite mit einem übersichtlichen und den Platzverhältnissen besser entsprechenden Aufbauspiel. Der vorzügliche Techniker Titkos und sein Nebenmann Zsengeller erzielten die beiden Tore, jedesmal auf gutes Zuspiel des Linksaußen vin. Für die Wiener mußte der Altinternationale Schall den Ehrentreffer erzielen. Auch Wiens Zweitvertretung geschlagen Zum Spiel der=Mannschäften waren 10000 Zuschauer zum Prater=Stadion gekommen. Auch sie erlebten eine Enttäuschung, denn schon bei der Pause führten die praktischer spielenden Ungarn schon:1. Vor allem klappte es in der Wiener Hintermannschaft zunächst nicht. Platzer war sichtlich nicht ganz bei der Sache und der junge: Weber versagte völlig und wurde nach der Pause durch Schlauch ersetzt. Bei den Ungarn gesiel das reibungslose Zusammenspiel des Augriffs, während die Aufbauarbeit der Läufer zu wünschen Ubrig ließ. Als nach der Pause die Wiener zu ihrer wahren Form aufliesen, wurden sie von Pech verfolgt oder von dem sich selbst übertressenden ungartschen Tormann gestoppt. Das:2 entspricht so nicht ganz dem Spielverlauf. Franz Eidern wieder im Rurm des Beurier Sportbereins Der DfL Köln bewies seine gute Form durch einen sicheren Sieg BfL. 99 Köln— SV. Beuel:0(:0) 4000 Zuschauer sahen im Weidenpescher Park in Köln ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel. Wieder einmal konnten die Platzherren einen eindeutigen und klaren Sieg herausspielen, der auf Grund einer besseren Gesamtleistung durchaus verdient ist, obwohl das Ergebnis in seiner Höhe etwas überraschend wirkt. Beuel ist jedoch nicht mehr die Mannschaft vergangener Tage und selbst ein Franz Elbern, den man nach langer Zeit wieder in den Reihen der Beueler sah, konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Trotzdem war das Beueler Spiel nicht schlecht, aber es fehlte der Elf die Geschlossenheit. Nur selten blitzt das einst so gute Zusammenspiel des Sturmes auf, der aber vor dem Tore jegliche Entschlußkraft vermissen ließ. Recht gut hielt sich die Abwehr, die meist in dem zurückgezogenen Marcel Elbern wertvolle Hilfe fand. Später kam sie jedoch ebenfalls stark ins Wanken, so daß die Merheimer wenig Mühe hatten, den hohen Sieg sicherzustellen. Bei den Kölnern war der in der Ländermannschaft spielende Weyer durch Langel gut ersetzt. Trotzdem erreichte das Spiel nicht die Höhepunkte des Treffens gegen die Bonner Tura, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß Beuel wesentlich besser spielte, als s Z. die Tura. Der von Cay wieder ausgezeichnet ins Spiel gebrachte Angriff der Kölner konnte sich zunächst nicht durchsetzen, denn der bis zum Wechsel erzielte Treffer war mehr ein glücklicher Zufall. Langel drückte den Ball entschlossen über die Linie, als die Beueler Abwehr in der Bedrängnis das Leder nicht fortbringen konnte. Nach der Pause sah es zunächst ebenfalls nicht nach einem glatten Erfolg der Gastgeber aus, doch nach kaum fünf Minuten konnte Werheid eine feine Rehkesselflanke mit dem Kopf über den verdutzten Lambertz ins Netz schmettern. Nach weiteren 15 Minuten brachte ein prachtvoller Schrägschuß von Langel das dritte Tor und in den letzten zehn Minuten konnten alsdann Wer heid und Bars die beiden letzten Treffer schießen. Beim VfL. war der linke Läufer Kuckertz der beste Mann, doch auch die Tordeckung mit Moog=Rohmann und dem Stopper Moog 1 befriedigte vollauf. Sie riegelte den Strafraum so vortrefflich ab, daß Kogel im Tor während des ganzen Spiels nur wenige schwere Bälle zu meistern hatte. Rieg der deutschen Nachwachs=Tanderei, in Josia Mannschaftsleistung gegen Einzelkönner In Sofia gewann Deutschlands Nachwuchs:1(:1) Nach den schönen Erfolgen unserer Nationalmannschaft gegen Polen und Rumänien hat nun auch der Nachwuchs in Sofia im Freundschaftskampf gegen Bulgarten seine Kampfkraft bewiesen und damit das Vertrauen gerechtfertigt, das vom Fachamt in die deutsche Auswahlmannschaft geseut wurde. Mit:1(:1) gewann Deutschland in dem mit mehr als 18000 Zuschauern fast ausverkauften Junak=Stadion und legte dabei eine erstaunliche Sicherheit und ein vorzügliches Zusammenspiel an den Tag. Diesem Umstand ist umso größere Bedeutung beizumessen, als diese Auswahlmannschaft doch erstmals in dieser Zusammenstellung auf den Plan trat. Nach dem Verlauf dieses herrlichen Kampfes ist der Sieg. der wiederum im Zeichen geschlossenen Mannschaftsgeistes stand, vollauf verdient. Auch für dieses Freundschaftstreffen in Sosia hatte man den vom Rumänien=Deutschland=Spiel als zuverlässig und sicher bekannten südslawischen Schiedsrichter Popovic verpflichtet. Ihm stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung vor: Deutschland: Remmert: Billmann, Kubus; Rohde. Ttbulski, Männer; Malecki, Weyer, Gauchel, Fiederer, Arlt. Bulgarien: Masnikoff: Ormandsieff, Radeff: Iwanoff, Kuzmanoff, Zograsoff; Nikoloff, Angeloff, Strichkoff, Astrug, Jordanoff. Stürmischer Auftakt Bei zu heißem Wetter begann das Spiel mit überaus lebhaften Angriffen der Bulgaren. Die deutsche Deckung hatte ihre liebe Not, das Tor reinzuhalten und mehr als einmal mußte die Läuferreihe hinten aushelfen, zumal Kubus zunächst nicht die richtige Einstellung sand. Kräftig und geführlich drangen die bulgarischen Flügelstürmer in den deutschen Strafraum ein und einige Ecken ergaben etwas Verlegenheit. Dazu fehlte dem deutschen Angriff durch den Aussall von Weyer vorerst die Zügigkeit und der ziemlich starke Wind gebot schließlich die Notwendigkeit des unbedingt flachen Zuspiels. Da gings auf einmal besser und in der 26. Minute erwischte der junge Nürnberger Fiederer den von der Latte abprallenden Ball, um ihn sicher einzuschießen.— Die Bulgaren antworten mit einer Drangvert#de, in der sich Billmann und Tibulski als große Zerstörer hervortun, doch können auch sie den Ausgleich des sabelhaften Einzelspielers Angeloff nicht länger hinauszögern, der in der 35. Minute zum erfolgreichen Schuß kommt. Remmert war daran allerdings nicht ganz schuldlos, weil er zu früh herausgelausen war. Die Deutschen werden besser als nach einer heiklen Situation wiederum Angeloff in der Hast verschießt. Sie sehen ein, daß nur dieser Mann den ganzen Angriff des Gegners trägt und daß er bei einer geschickten taktischen Einstellung zu ihm mit seinem fast artistischen Einzelspiel nicht mehr weit kommt. Schon kurz nach der Pause bestimmt der deutsche Angrift den Kampf. Arkt hat in der 57. Minute Gauchel einen Freistoß wunderbar auf den Kopf gespielt und der Rheinländer vollstreckt sicher. Die wenig zusammenhängenden Angriffe der Bulgaren sind inzwischen zu vereinzelten Vorstößen zusammengeschmolzen, so daß das deutsche Spiel sich voll entsalten kann. Gauchel— Fiederer— Arlt erhalten für ihr meisterhaftes Zusammenspiel mehr als einmal Beifall auf offener Szene. In der 75. Minute fällt dann schließlich das dritte deutsche Tor. Gauchel ist in elegantem Zug über den halben Platz gelaufen, spielt zum freistehenden Maleckt ab, der unhaltbar zum:1 verwandelt. Die Bulgaren hatten noch Glück, als Arlt in der 62. Minute mit einem Bombenschuß nur den Pfosten traf. Fiederer und Tibulski die Besten Es war klar, daß die deutsche Mannschaft sich erst einmal finden mußte, um sich erfolgreich gegen das Temperament der Bulgaren durchzusetzen. Es dauerte auch verhältnismäßig lange, doch dann lieferten die Deutschen einen guten Kampf. ließen sich auch nicht nervös machen und wußten sich in den Minuten, in denen es nötig war, noch zu steigern. Gewiß gab es Licht und Schatten. So muß man den Kölner Weyer als Ausfall bezeichnen und darüber hinaus feststellen, daß die beiden Hannoveraner Männer und Malecki nicht in bester Form spielten. Kubus, der Gleiwitzer Neuling, machte nach einem schwachen Start später vieles wieder gut und hat seine Berufung gerechtsertigt. Der Frankfurter Torwart Remmert hat vor allem einen Sinn für gutes Stellungsspiel und ist auch sicher im Fangen, aber es sehlen ihm doch noch Erfahrung und Kaltblütigkeit. Billmann war sehr wertvoll für kritische Situationen. Rohde kam erst nach der Pause zur vollen Eutsaltung. Gauchel wirkte mehr als Prellbock und verstand sich mit der linken Flanke Fiederer=Arlt. Der junge sächsische Linksaußen besand sich in prächtiger Fabrt, hatte allerdings im Schießen Pech. Die beiden besten Spieler auf dem Platz waren ohne Zweifel Fiederer und Tibulskt. Diese beiden Könner muß man unbedingt zur ersten Klasse zählen und sie waren auch in Sosia die Hauptträger des deutschen Sieges. Bulgaren keine Mannschaftsspieler Die gleiche Feststellung, die man in Bukarest beim Rumänenspiel trefsen konnte, machte man auch in Sosia. Hier ist nicht die geschlossene und unbedingt notwendige Mannschaftsleistung ausschlaggebend, hier verläßt man sich lediglich auf eine Reihe von Einzelkönner, die gegen einen starken Gegner natürlich nicht bestehen können. Selten steht man ein geschlossenes Zusammenspiel oder einen von hinten her aufgebauten planvollen Vorstoß. Kaleidoskopartig fügen sich die blitzschnellen oft artistischen Kunststückchen zusammen, aber alle Bemübungen scheitern an einem technisch sicheren und Überlegenden Gegner, wie es Deutschland ist. Als bester Mann der Bulgaren galt Angeloss, der unserer Verteidigung viel Kopfzerbrechen machte. Aus dem Lager der Schwerathleten BA6. 99 und Euskirchen siegten BAG 99— Postsportverein:3 Am Samstagabend standen sich im Vereinslokal der BAG vor 250 Zuschauern obige Mannschaften im Rückkampf gegenüben, den die BAG gewinnen konnte. Der Sieger hätte zweisellos anders heißen können, wenn die Post durch Veryinderung einiger Ringer nicht mit fünf Mann angetreten wäre. So konnte sich der Postsportler Klütsch gegen den starken BAGer Dietzel bis zum Schlusse des Kampfes halten, obwohl dev erstere Dietzel manchmal in recht gefährliche Situationen bringen konnte. Auch Cremerius 2, der im Hinkampf gegen Förderer=Post einen harten und erbitterten Kampf lieferte, konnte gegen den starken Postsportler Horstmann bestehen und ihm nur einen Punktsieg überlassen. Alles in Allem wan das Lokaltressen zwischen BAG und Post eine harte, aber faire Auseinandersetzung, sodaß die Zuschauer voll und ganz auf ihre Kosten gekommen sind. Ausschlaggebend für den Sieg der BAG war aber auch, daß die Post nur mit fünf Mann antrat, während BAG keinen Gegner im Federgewicht stellte. Somit stand das Treffen von vomherein :1 für BAG. Pünktlich marschierten beide Ringermannschaften auf. die unter der umsichtigen Leitung von Wegen=Siegburg in folgender Reibenfolge gegenübergestellt wurden: Weltergewicht: Dietzel=BAS.— Klütsch=Post Schon von vorneherein mußte man bei körperlicher Betrachtung der Ringer feststellen, daß Dietzel den Kampf für sich entscheiden würde. Aber Klütsch war in jeder Lage auf dar Hut und wußte sich den Griffen des BAGers geschickt zu entwinden. Bis zur Auslosung des Bodenkampfes lieferten sich beide Ringer ein äusgeglichenes Gefecht. Dietzel gelang es als Untermann durch Armzug seinen Gegner in die Brücke zu zwingen, der aber seinerseits sich noch rechtzeitig aus der Matte nutschen konnte. Bei Wechsel der Bodenlage grifs Dietzel seinen Gegner hart an und suchte durch Soublesse eine Entscheidung herbeizuführen, die aber von Klütsch insofern vereitelt wurde, als er durch Beinklemmen Dietzel mehnfach zu Fall bringen konnte, die aber zwei Verwarnungen des Kampfleiters an Klütsch zur Folge hatten. Im letzten Standkampf konnte sich Dietzel einige kleinere Wertungen verschaffen, die Klütsch nicht mehr aufzuholen vermochte, und Dietzel somit Sieger nach Punkten wurde. Schwergewicht: Marx=BAS.— Pütz=Post Marx versucht sofort durch Ueberrennen den Postsportker Pütz auf die Schultern zu legen, was ihm aber insofern nicht gelang, da seine Griffe meistens neben der Matte landeten. In der ausgelosten Bodenrunde gelingt es Pütz seinen Gegner in die Brücke zu bringen, aus den sich Marx nach etwa drei Minuten mit Mühe und Not befreien konnte. Im weiteren Verlauf des Kampfes konnte Marx als Obermann keinerlei Griffe bei dem Postsportler Pütz, der sich geschickt entwinden konnte, anbringen, obwohl Marx zweisellos den Stärkere wan. Da auch der restliche Standkampf keinerlei Wertungen füv Marx und Pütz erbrachte, den letztere sich jedoch in der ausgelosten Bodenrunde eine große Wertung erzielte, wurde Pütz zum Punktsieger erklärt. Leichtgewicht: Hier wurde Lörper=BAG. kampflos zum Sieger erklärt, da die Post keinen Gegner stellte. 3. Oktober 1933 Halbschwergewicht: Eckstein=BAG.— Brack=Post Mit diesen beiden Ringery trafen sich zwei erfahrene Mattenfüchse. Schon in einer halden Minute konnte Eckstein bei Brack einen blitzschnellen Schulterschwung landen, der aber nicht gewertet wurde, da Brack mit den Fützen außerhalb der Matte wan. Auf beiden Seiten wird hart um den Sieg gekämpft. Bis zur Auslosung der Bodenrunde gelang es Eckstein wieder durch einen blitzschnellen Grift seinen Gegner in eine gefährliche Lage zu bringen, aus der sich Brack nur mit Mühe entwinden und danach sofort einen Ueberwurf riskiert, der aber von Eckstein gekontert und Brack sich selbst dadurch beinahe auf beide Schultern legt. Eckstein. der bis zur Auslosung mit Punkten in Führung kiegt, hat die Wahl, die lautet: In der selben Lage. Brack gelingt es als Obermann durch Aufreißer usw. einige Wertungen zu erzielen, sodaß der Kampf bis Schluß punktegleich ist. Da Brack im ganzen Kampf der Angreiser war, wird er von Kampfleiter Wegen zum Punktsieger erklärt. Federgewicht: Da die BAG. keinen Gegner stellt, wird Brungs=Post kampflos Sieger. Bantamgewicht: Cremerius=BA6.— Horstmann=Post Der beste Kampf des Abends. Schon gleich nach Beginn werden von beiden Ringern Grisse gezogen, die aber teils abgefangen werden, teils neben die Matte gehen. Dev starke Postsportler ist es, der bis zur Auslosung des Bodenkampfes mis Punkten in Führung ist, die er sich durch Schulterschwünge verschaffen konnte, während Cremerius insosern Pech hatte, als ein sauber ausgeführter Schulterschwung neben der Matte landete. In der ausgelosten Bodenrunde gelingt es Cremerius als Obermann, durch Ueberwurf eine große Wertung zu erzielen, so daß beide Ringer mis Punkten gleich sind. Im Standkampf kann Cremerius einen kleinen Führungsstrich erzielen und wird somit von Kampfleiter Wegen zum Punktsieger erklärt. Fedengewicht: Cremerius=BAG. wird infolge Nichtstellens eines Ersatzmannes kampflos Sieger und stellt das Endergebnis somit auf:3 für BAG. Schwedens Ringer ohne Niederlage Das Endergebnis des Vierländer=Turniers: 1. Schweden 3 Siege; 2. USA 2 Siege, 3. Ungarn 1 Sieg; 4. Deutschland Ungarn— Deutschland: Bantam: Fischer=D. bes. ZombortUng.•0.; Feder: F. Toth=Ung. bes. Schmitz=D.•0.: Leicht: Weikart=D. bes. Ferencz=Ung. in 14:36 Min.: Welter: Sovari=Ung. bes. Ehrl=D. in:45 Min.; Mittel: Schäfer=D. bes. Riheczky=Ung.•0.; Halbschwer: Tarany=Ung. bes. Engelhardt=D. in:10 Min.; Schwer: Bobis=Ung. bes. Behmer=D. 310 P. Euskirchener ACl.— Siegfried 02:2 Auch im Rückkampf konnte Siegfried Euskirchen nicht beflegen. Dadurch ist Euskirchen an die Spitze den Tabelle gerückt. Siegfried hätte zweisellos bei etwas mehr Glück den Kampf für sich entscheiden können, wenn nicht durch Verhinderung einigen Ringen, wie Mäker und Wolf 1, die Mannschaft geschwächt worden wäre. Man sah spannende, aber saiv ausgetragene Kämpfe, die unter der umsichtigen Leitung von Sonntag=Duisdorf folgenden Verlauf nahmen: Im Weltergewicht standen sich Schumacher=Eusk. und Wissen=Siegfried gegenüber, die sich einen harten Kampf lieferten. Durch einen Ueberwurf gelang es dem Euskirchener den Kampf nach 8 Minuten für sich zu entscheiden. Im Schwergewicht mußte Dung=Siegfried nach zwei Minuten aufgeben. Gorhartz=Euskirchen wurde somit Siegen durch Aufgabe. Im Halbschwergewicht lieferten sich HergartenEuskirchen und Dung=Siegfried ein abwechslungsreiches Duell. Alle Grisse des Bonners scheiterten an der bewunderungswürdigen Verteidigungskunst des Euskircheners, der sich geschickt aus allen gefährlichen Situationen herauszuwinden versteht. Nach 11 Minuten gelingt es Hergarten durch Aufreißer mit Hamelock seinen Gegner aus die Schultern zu zwingen. Im Mittelgewicht sah man einen ausgeglichenen Kampf. Hier standen sich Vellen=Eusk. und Felderer=Siegfried gegenüber. Es gelingt beiden Ringern nicht, sich Wertungen zu verschaffen. Da Felderen aber der Angreifer ist, wird er Sieger durch bessere Arbeit über Vellen=Eustirchen. G Im Leichtgewicht kann Trost=Eusrirchen Wois=Siegfried nach einem harten und schönen Kampf, den den Zuschauern sichen gefallen hat, entscheidend nach 12 Minuten auf die Schultern legen. Im Federgewicht hießen die Paare, Voosen=Euskirchen gegen Göddertz=Siegfried. Letzterem gelingt es durch Aufreißer usw. Punktvortelle zu erzielen und kann Voosen diesen Punktevorsprung nicht mehr einholen. Göddertz wird somit Siegen nach Punkten. Der Bantamgewichtskamps wurde zwischen Birrekoven=Euskirchen und Schell=Siegsried, der zum ersten Male in der Seniorenstaffel kämpfte und dem starken Birrekoven viel zu schaffen machte, ausgetragen. Es zeigte sich wieder, daß man keinen Fehlgviff tut, Jugendringer in der Mannschaft ab und zu ringen zu lassen. Birekoven, der die Chancen auszunutzen wußte, wurde am Ende des Kampfes zum Punktsieger erklärt. Euskirchen hat sich damit einen weiteren Punkz in dem Kampf um die Gaumeisterschaft verschafft. Festiicher Abschlaß der Bonner Kader Zuison Klubregakta des Rudervereins 1882— BRG im Königshof Wieder stehen wir am Ende eines Ruderjahres, das mit einem Festabend der Bonner Rudergesellschaft, der am Samstag Mitglieder und Freunde des Vereins im Königshof vereinte, würdig ausklang. Zahlreich hatten die Mitglieder und Gäste der Einladung Folge geleistet, so daß Vereinsführer Leopold vor vollbesetztem Hause einen herzlichen Willkommensgruß entbot. Obwohl man schon vor Wochen mit der Vorbereitung zu dem Fest begonnen habe, sei doch durch die außerordentliche ernste politische Lage der letzten Woche, die Abhaltung sehr in Frage gestellt gewesen. Erst nach dem glücklichen Verlauf der Münchener Besprechungen habe man die Gewißheit erhalten, daß das Fest in der vorgesehenen Weise abgehalten werden konnte. Alles sei froh und glücklich darüber, daß sich in letzter Stunde die Besprechungen noch günstig und hoffnungsvoll entschieden haben und die drohende Kriegsgefahr abgewendet wurde. So habe man allen Grund das Fest in dankbarer und froher Stimmung zu begehen. Wie der Vereinsführer weiterhin betonte soll das„Fest der B RG“ das Fest des Vereins sein, das sich einmal im Jahre aus dem Rahmen der übrigen Veranstaltungen heraushebt und Mitglieder und Freunde in festlicher Stimmung und einem geschmackvollen Rahmen vereint. Durch das jetzt regelmäßig zur selben Zeit stattfindende Fest soll das sonst um diese Zeit übliche Gründungsfest abgelöst werden. Die offtzielle Gründungsfeier soll künftig mit der feierlichen Verpflichtung der Rennruderer im Frühjahr zusammenfallen. Dadurch wird das Gründungsfest mehr einen sportlichen und ideellen Wert tragen. Im kommenden Jahre blickt die Bonner Rudergesellschaft auf ein 20jähriges Bestehen zurück, dieser Anlaß wird mit einer umfangreichen sportlichen Veranstaltung begangen werden. In der nunmehr abgeschlossenen Rudersaison ist in sportlicher Hinsicht viel Erfreuliches geleistet worden. Rund 1600 Ruderfahrten mit 60000 Mannschaftskilometern wurden von den Ruderern der Bonner Rudergesellschaft herausgefahren. Besonders wurde auch das Wanderfahren gepflegt, an Rhein, Mosel, Saar, Neckar und Main führten die mehrtägigen Wanderfahrten der BRG. Wenn auch in rennsportlicher Hinsicht nicht an den Erfolgen des Vorjahres angeknüpft wurde, so stieg doch auf den verschiedensten Regattaplätzen des Westens oftmals die Flagge der Bonner Rudergesellschaft am Siegesmast empor. Erfreuliche Fortschritte machte vor allem die Jugendabteilung, die im Achter Gebietsmeister wurde und der die Ehre zu teil wurde Samstag und Sonntag auf Grund der guten Durchschnittsleistung im ganzen Jahre das Gebiet Mittelrhein im Vierer auf der„Zweiten Deutschen Jugendregatta“ in Berlin=Grünau zu vertreten. Auch die Alten Herren haben sich ihre gesunde Sportfreudigkeit bewahrt, die ganz erstaunliche Reiterleistungen aufzuweisen haben. Die Frauenabteilung, unter der umsichtigen und bewährten Leitung von Frau Helene Schmidt, zeigte in ihrer tentwicklung ebenfalls eine ansteigende Kurve. Die Mitgliederzahl nahm in allen Abteilungen ständig zu. Der Vereinsführer zeichnete die beiden Rennruderer Pleines und Rehbock für ihren zehnten Sieg mit der arlnen Ehrennadel des Vereins aus. Herzliche Dankworte richtete er ferner an den Kameraden Schäfer, unter dessen Leitung sich ein kurzweiliges und unterhaltendes Programm, das von ihm selbst angesagt wurde, abwickelte. Die jugendliche Tänzerin Hanny Bernds erfreute mit einem beschwingten Wiener Walzer und einem urkomischen Bauerntanz. Die jugendlichen Mitglieder Linden(Geigensolo), Mählmann und Ahlbeck(Akkordeon) und Gottschow und Körner(Serenissimus und Kindermann) erfreuten gleichfalls mit ihren Darbietungen. Dann spielte die Kapelle Schroeder ihre schmissigen Weisen, zu deren Klängen sich das lustige Völkchen der Ruderer in fröhlichem Tanze drebte. Der Abend war wieder einmal ein Fest ungebundener Freude und echten Frohsinns. Am Sonntag trafen sich die Ruderer auf dem Bootshaus zum Abrudern, das die BRG zu einer lustigen Kaffeefahrt zum„Hotel Rheineck“ in Dollendorf führte. Mit einer prächtigen Bootsauffahrt wurde der Tag beschlossen. Vonner Ruderverein 1882 feierte am Samstag, dem 1. Oktober, sein 56. Stiftungsfest. Den Auftakt des Festes bildete eine interne Regatta, an der sich Frauen, Jugend und alte Herren des Vereins beteiligten. Es wurden sechs Rennen ausgefahren: Jugend=Doppelzweier: Sieger: Hittorfs, Schneider, St. Jost. Herrenvierer: Hartmann, Bierling, Lange, Ließem, St. Dymke. Frauendoppelvierer: Sieger: Weiß, Vorländer, Kessenich, Stollenwerk, St. v. Eynern. Jugendvierer: Groth 2, Hittorf, M. Gansen, Zens, St. Guilleaume. Seuioren=Doppelzweier: Safsan, Dymke, St. O. Gausen. Klubeiner: Ließem. Die stilreinsten Rennen fuhren erfreulicherweise die Jugendmannschaften. Es sind dieselben Ruderer, die bei der in Bonn ausgetragenen Gebietsruderregatta gegen den starken Kölner Achter siegreich blieben. Großes Interesse wurde dem Frauen=Doppel=Vierer entgegengebracht, zu dem vier Boote an den Start gingen. Das siegreiche Boot wurde von BDM.=Mädels gefahren, die mit einer weiteren Mannschaft als Rudergruppe dem Verein angeschlossen sind. Der Bonner Ruder=Verein 1882 fährt seit über 50 Jahren auf dem Rhein Regatten aus. Er bildete mit dem Düsseldorfer Ruder=Verein 1880 und dem Krefelder Ruder=Club 1883 die erste Regatta=Vereinigung im Westen. Diese drei Vereine fahren jedes Jahr interne Regatten aus. In diesem Jahre sand die interne Regatta in Krefeld statt, die der Bouner Ruder=Verein 1882 mit zwei Booten beschickte, nämlich mit einem Herren=Vierer und einem Damen=Doppelzweier. Beide Boote blieben siegreich. Nach der Regatta wurde in den schön geschmückten Räumen des Klubhauses die Sieger=Ehrung vorgenommen. Die Feier war getragen von der freudigen Hochstimmung unserer Tage und klang mit einem von Vereinsführer W. Guilleaume aus frohem und dankbaren Herzen ausgebrachten Siegheil auf unseren Führer aus. 12 km=Bahngehen im Gronau=Stadion Als Traditionsveranstaltung für„Koblenz—Bonn“ hatte der Postsportverein Bonn das 50=Kilometer=Straßengehen „Vom Rhein zur Ahr“(Bonn—Sinzig und zurück) angesett. Der Veranstalter sah sich genötigt, die gutvorbereitete Veranstaltung im letzten Augenblick abzusagen; als Ersatz wurde ein 15=Kilometer=Bahngehen im Gronaustadion gestartet, das von dem Bonner Konrad Ditz knapp vor dem neugebackenen Westdeutschen Meister Krüger(Köln) gewonnen wurde. Ditz und Krüger blieben dauernd zusammen, lieferten sich unterwegs manchen Schulter= an Schulterkampf, aber erst in der letzten Runde konnte sich Ditz von seinem Begleiter loslösen, um mit 20 Metern Vorsprung durchs Ziel zu gehen. Ditz hat sich über die längere Strecke als der Bessere erwiesen, während der noch sehr junge Westdeutsche Meister Krüger, der übrigens einen sehr guten Gehstil hat, über 10 Kilometer unschlagbar erscheint. Nachstehend die Zwischenzeit bei: 5 Km.: 27,20 Min., 10 Km.: 51,0 Min. Ergebnis des 15=Kilometer=Bahngehens: 1. K. Ditz(Postsportverein Bonn):16,18, 2. Krüger(ASV. „Köln):16,27, 3. Wissem(Post Bonn):23,54, 4. Dür(Post Bonn):26,34; 5. Enkel(Reichsbahn Köln; 1. Altersgeher) :39,48 Minuten. Herbstwaldlauf auf dem Venusberg Am nächsten Sonntag findet auf dem Venusberg der Herbstwaldlauf des, Kreises Bonn statt. Start und Ziel befinden sich an der„Waldschenke", während Umkleidemöglichkeit auf der Casselsruhe vorhanden ist. Die Ausrichtung hat der KTL. Rheinland übernommen. Es finden folgende Läufe statt: a) Männer, Klasse 1: 5000 Meter: Klasse 2: 3000 Meter; Klasse 3(Sprinter): 1000 Meter. Alte Herren(bis 32 Jahre): 3000 Meter: über 32 Jahre: 3000 Meter, Männliche Jugend, Klasse A(Jahrgang=1920/21): 3000 Meter: Klasse B(Jayrgang. 1922/23): 2000 Meter.(Die Genehmigung des 95.= Bannsachwartes für Jugendklasse liegt vor.) b) Frauen: 1000 Meter: weibliche Jugend: 1000 Meter. Deutsche Amateurboxer siegen über Ungarn Im Budapester Zirkus, den viele tausend Besucher füllten, wurde der achte Amateurvoxländerkampf Ungarn— Deutschland ausgetragen. Mit 10:6 Punkten siel der Sieg an die deutsche Mannschaft, die wieder hervorragend kämpfte. Ihr wurde in der Hauptstadt Ungarns ein überaus herzlicher Empfang zuteil. Der Beifall wollte kein Ende nehmen, als der deutsche Mannschaftsführer Hieronimus(Berlin) ein Telegramm des Reichssportführers verlas. Vor allem aber galt der Dank unserem Führer und Reichskanzler, dem das ungarische Volk für seine Friedensliebe besonders huldigte. Ungarn führte:0 Der Auftakt war für die Ungarn sehr vielversprechend. Die ersten drei Kampfe im Fliegen=, Bantam= und Federgewicht wurden von ihnen gewonnen. Ein lebhaftes. technisch hochstehendes Gesecht sahen die begeisterten Zuschauer zwischen den kleinsten Kampfhähnen Meister Obermauer(Köln! und Podany. Der Ungar siegte knapp nach Punkten. Blitzschnell wechselten hier die Kampfbilder, beide vorten ausgeklügelt. Lediglich die größere Schnelligkeit, mit der Podany den Deutschen übertraf, brachte ihm den Erfolg ein. Bondi war im Kampf gegen Prieß(Hamburg) der erfahrenere Voxer. Sein Punktsieg war verdient. Das gleiche ist von Frigyes zu sagen, der einen Punktsieg über den Frankfurter Schöneberger erzielte. Nürnberg sorgte für die Wendung Mit dem Leichtgewichtskampf wandte sich aber das Blatt. Es gab nun nur noch deutsche Punktsiege, sodaß zum Schluß doch noch ein 10:=Sieg herauskam. Europameister Herbert Nürnberg(Berlin) konnte den technisch guten Mandl, der ii Vorjahre in Köln unserem Hervert Fluß ein mitreißendes Gefecht lieferte, schlagen. Nürnberg hatte allerdings große Mühe. Er mußte sein gesamtes Können aufbieten. Der schnelle Wupperzaler Herchenbach führte sich in der Nationalmannschaft mit einem Erfolg ein. Gegen Bene blieb er Punktsieger. Murach(Schalle), der sich im Mittelgewicht versuchte, konnte gegen den„Ringsuchs" Szigety dank seiner klugen taktischen Kampfesführung nach Punkten gewinnen. Campe(Berlin) besiegte Szolnockt nach Punkten, und schließlich schloß Olympiasieger Herbert Runge den Reigen der deutschen Erfolge. Nagy, der ihm als Gegner nicht unbekannt war, vermochte gegen den schnellen und technisch vielseitigen Deutschen nicht viel auszurichten. BBC. 08— Rheindorf Der Kampf stel zwischen obigen Mannschaften wegen Absagens der Rheindorfer aus. Der Kampf soll aus einen späteren Termin verschoben werden. 3. Otlober 1933 General=Anzeiger für Bonn und Umgegend# Bonner Nachtichten Nr. 16 261. Teite 11 Die Mitleihein Hoachsvielet warden beslegt Es fehlte der Mannschaft der nötige Schwung In der Zwischenrunde um den Hockey=Silderschild standen sich in Frankfurt auf dem Platz des SC. 1880 die Mannschaften der Gaue Mittelrhein und Südwest gegenüber. Die Südwestelf, die sich vor einer Woche mit etwas Glück über Baden in die nächste Runde gerettet hatte und im Gau Mittelrhein— wenigstens voraussagungsgemäß— einen überlegenen Gegner antraf, zeigte sich von der allerbesten Seite und gewann mit:1(:). Das knappe Ergebnis darf jedoch nicht darüder wegtäuschen, daß die Süddeutschen sowohl in kämpferischem Eifer als auch rein spielerisch deutlich Überlegen waren und den Sieg wirklich verdienten. Württemberg, dessen Hockeysport, nach den Erfolgen über Baden und den hocheingeschätzten Mittelrhein zu urteilen, in der letzten Zeit einen großen Aufschwung genommen hat, steht nun in der Vorschlußrunde. Durch das hervorragende Spiel des Mittelläufers Mack, der den mittelrheinischen Innensturm nicht nur glatt hielt, sondern bei dessen schwachen Leistung auch noch genügend Zeit zum planvollen Einsatz des eigenen Angriffs fand, begannen die Württemberger mit einer sicheren Feldüberlegenheit. Gut hielt sich nur die Mittelrhein=Hintermannschaft, so daß es bis kurz vor der Pause noch:0 stand. Vor dem Wechsel fiel Norwegen schlug auch Schweden:2 Der große Fußball=Wettbewerb der vier skandinavischen Staaten um den„Nordischen Pokal“— eine Stiftung Finnlands— wurde am Sonntag abgeschlossen. In dem bis auf den letzten Platz besetzten Rasunda=Stadion zu Stockholm mußten sich die Schweden vor ihren eigenen Landsleuten mit:3 von Norwegen schlagen lassen, wodurch die Norweger in den Besitz des Pokals kommen. Der linke norwegische Sturmflügel Brustad=Kvammen sorgte bis zur 20. Minute schon für zwei Treffer, ehe Schweden nach einer halden Stunde durch Persson zu einem Tor kam. Vor der Pause wurde der Zwei=Tore=Abstand jedoch wieder hergestellt. Nach dem Wechsel kamen die von ihren Landsleuten mächtig angefeuerten Schweden erheblich besser ins Spiel, es langte aber nur durch einen erfolgreich abgeschlossenen Angriff in der 20. Minute vor Schluß zum:3. Die Schlußtabelle des in Hin= und Rückspiel zu erledigenden Pokal=Wettbewerbs hat nun folgendes Aussehen: 1. Norwegen 9 Punkte, 2. Dänemark 7., 3. Schweden 6., 4. Finnland 2 P. Für Stuck reichten die Geschwindigkeitstabellen nicht Der deutsche Bergmeister zum König geladen Rumäniens größtes motorsportliches Ereignis, das Feleac= Rennen, wurde zu einem großen Erfolg des reutschen Bergund Straßenmeisters Hans Stuck auf Auto=Union. Der Deutsche durchfuhr die 7 km lange Strecke in:56 Minuten, d. h. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 142 km und stellte damit einen neuen, weit über der bisherigen Bestleistung liegenden Rekord auf. Als die weit über 10 000 Zuschauer aus den Lautsprechern Stucks Zeit hörten, ging ein großes Rätselraten los, denn die im Programm abgedruckte Geschwindigkeitstabelle hatte keine unter drei Minuten liegenden Zeiten vorgesehen. Deutschlands Bergspezialist defindet sich zur Zeit mit seinem Personenwagen auf einer Balkanreise und startete zuerst in Feleac. Vor acht Jahren schon hat er hier mit einem Austro=Daimler die europäische Bergmeisterschaft mit einem Stundenmittel von 114 im gewinnen können. Inzwischen war die Strecke aber erweitert und besser ausgebaut worden. Die Teilnahme eines der weitberühmten deutschen Rennwagen hatte zahlreiche Zuschauer angelockt, die den Weg des Auto=Union begeistert verfolgten und den Sieger stürmisch feierten. In der=Liter=Sportwagenklasse gab es einen weiteren deutschen Sieg eurch den Rumänen Christea auf dem BMWjedoch durch einen Schlenzball von Dempel das erste Tar für Württemberg, dem wenige Minuten nach dem Wiederbeginn ein zweiter Treffer folgt. Dempel gab eine Vorlage geschickt zu Wenninger, der unhaltbar“ verwandelte. Der Kampf war vermit entschieden, da die beiden Halbstürmer Dempel und Wenninger, als Beste der Württemberg=Angriffsreihe, bis zum Schluß nicht nachließen. Zum Schluß wurde das Trefsen ausgeglichen, und im Anschluß an eine Strafecke fiel durch ein württembergisches Eigentor das Gegentor des Mittelrheins. Mit:1 flegte Niederrhein Im Spiel der Vorrunde um den Hockey=Eichenschild der Frauen standen sich die Frauen=Gaumannschaften von Niederrhein und Westsalen gegenüber. Es kam in Dortmund zu einem vom Niederrhein stets überlegen geführten Kampf, der mit:1(:0) für die Gastelf endete die nun am 16. Oktober, voraussichtlich in Düsseldorf, auf die Nordmark trifft. Die ersten vier Tore für den Niederrhein erzielte die Mittelstürmerin Latte=Mülheim, ein fünftes Tor siel durch Dornbach. Erst kann kamen die Westfalen=Frauen durch ihre Mittelstürmerin Schlüter(nach langer Ecke) zum Ehrentor. Mödell. Nach seinem großen Sieg erhielt Hans Stuck eine Einladung vom König Carol zu einem Besuch in der Hauptstadt Bukarest. Vonner Radfahrer=Verein 1883 Die Sporttätigkeit der einzelnen Abteilungen war im Monat September rege. Beim Drachenselsrennen am 4. September belegte bekanntlich Jos. Sauerborn in der Spitzengruppe der Wertpreisfahrer einen ehrenvollen 7. Platz. Peter Kaulen wurde in der starken Jugendklasse 13. Heint Bowinkelmann, der Sieger des Rennens 1937, blieb diesmal unter seiner gewohnten Leistung. Zu einer Sternfahrt zum Drachensels waren die Wanderfahrer und Wanderfahrerinnen der 83er fast restlos am frühen Morgen gestartet. Maria und Christel Braun, Maria Witters, Käthe Faßbender, Kätte Cotzmann, Hilde Widmer, Dora Wolber sowie die Herrenfahrer Ernst Hasse, Philipp Gerhards, Eduard Schug, Steft Aurisch, Fritz Kopp legten durchschnittlich alle 100 Kilometer bei dieser Sternfahrt zurück. Am 18. 9. starten Fritz Domgörgen, Peter Kaulen und H. Kindel beim Rundstreckenrennen in Ahrweiler. Am 25. 9. starteten Fritz Domgörgen, J. Sauerborn und Fritz Kopp als geschlossene Mannschaft beim 50=Km.= Mannschaftsfahren auf der Strecke Bonn—Köln—Bonn. Sie erkämpfte sich hier gegen die starken Mannschaften des RSs. Sturmvogel einen zweiten Platz, der um so wertvoller war, da Fritz Domgörgen seine beiden Kameraden wegen Kettenschadens ziehen lassen mußte. Sauerborn war noch in der Nacht mit dem Rad von seinem Arbeitsdienstlager nach Bonn gekommen und ging ermüdet an den Start. Neben all dieser sportlichen Betätigung fuhr die Wanderfahrabteilung ihre sonntäglichen Wanderfahrten. Die saalsportliche Abteilung bereitet sich mit ihrer 1. Frauenmannschaft für den großen Start bei der Deutschen Meisterschaft in Stuttgart seit langen Monaten vor. Die Meldung ist abgegeben und am Freitag, dem 14. Oktober, geht die Reise nach Stuttgart. Zwölf der besten deutschen Herrenmannschaften und eine der besten Frauenmannschaften Hawa=Göricke (Hannover) stehen in Stuttgart unseren Mädels im Kampf gegenüber. Sie haben keine Furcht vor all den bekannten Mannschaften. Kölblin und Neusel stehen mit der Deutschlandhalle wegen eines Kampfes um die Deutsche Schwergewichts=Boxmeisterschaft in Verhandlung. Der Kampf soll am 11. November stattfinden. Bei der Dreibanden=Billard=Weltmeisterschaft in Buenos Aires erlitt Tiedtke(Deutschland) erneut Niederlagen. Die Führung behauptet weiter August Diaz. K Der weibliche Beiefträger Im Jahre 1918 wurde in den USA in den Bergen von Montana eine Miß Anna Donald als Briefbote eingestellt. Sie legte bis heute 65 000 Meilen zurück und trug rund 300 Tonnen Post. Insel zu verkaufen Die Insel Lihou bei Guernsey ist zu verkaufen. Diese Tatsache wurde mit großen weißen Kalkbuchstaben auf den Boden geschrieben, damit die Luftpassagiere der Linie Jersey—Exeter darauf aufmerksäm würden. Das verdorbene Kamelfleisch Ein Schlächter in Kairo, der nebenbei is Amt eines „Schinders“ ausübt, hatte den Auftrag erhalten, für die Beseitigung des Kadavers eines Kameles zu sorgen, das an den Folgen eines Schlangenbisses eingegangen war. Der gewissenlose Mann verkaufte das Fleisch jedoch zu Genußzwecken. Sechzig Personen, die von dem Fleisch gegessen hatten, erkrankten. Während vier von ihnen starben, wurden fünfzehn weitere Personen, in die Krankenhäuser eingeliefert. Ihr Zustand ist so ernst, daß mit weiteren Todesopfern gerechnet werden muß. Der Fleischer wurde verhaftet. Eine 40=Millionenstadt Eine Ameisensiedlung von bisher noch nicht beobachteter Größe ist in einem kleinen Walde bei der franDer Eiia der Mord durch Diebstahl aufgeklärt In einem Vorort von Buenos Aires war der Kaufmann Gomez Martinez ermordet aufgefunden worden. Dem Toten fehlten nicht nur die Ausweispapiere, sondern auch der Ehering und eine große goldene Taschenuhr, die er immer bei sich trug. Ein besonderes Kennzeichen der Uhr war die Gravierung auf dem Innendeckel gewesen, die aus den zwei lateinischen Worten„Vae victis" bestand. Drei Wochen später fand im Hause des Salas Sequesta, eines der reichsten und bekanntesten Großindustriellen von Buenos Aires ein Fest statt, dessen Höhepunkt das Auftreten des berühmten Zauberkünstlers Isturiz sein sollte. Kurz vor Mitternacht erschien auch ein Don Isturiz, nur daß es nicht der echte, sondern ein falscher war. Als der wirkliche Isturiz nach Beendigung seiner Vorführungen im Varieté zur Villa seines Gastgebers fahren wollte, wurde sein Wagen unterwegs von drei bewaffneten Männern angehalten, die ihm erklärten, daß er aus bestimmten Gründen die Nacht über festgehalten werden müsse. An seiner Stelle stieg ein arbeitsloser mexikanischer Zauberkünstler, der ihm in der Statur ähnelte, in den Wagen, legte eine schwarze Maske an und erklärte gleich beim Betreten der Villa, daß die Vermummung zur Durchführung des großen Coups, mit dem er die Gesellschaft überraschen wolle, unentbehrlich sei. Der„große Coup“ sollte darin bestehen, daß er mit einer Anzahl Gäste ein kurzes Gespräch führen und sich dabei jedes Mal irgendeines Gegenstandes bemächtigen werde. Die„Zauberei“ hatte sich auch ganz programmäßig abgewickelt, aber als der Augenblick gekommen war, die Objekte wieder den Besitzern zurückzugeben, erlosch plötzlich das Licht. Eine allgemeine Verwirrung entstand, und als es wieder zösischen Stadt Quimper entdeckt worden. Die Siedlung besteht aus 16 Haupt= und 62 Nebenkolonien; der größte Ameisenhaufen liegt ziemlich genau in der Mitte. Alle Städte(die Bezeichnung ist wohl angebracht) sind durch Straßen miteinander verbunden, deren Gesamtlänge nahezu zehn Kilometer beträgt. Die Bevölkerung der Riesenstadt wird, bei einer Einwohnerzahl von rund 500 000 Ameisen je Siedlung, auf nahezu 40 Millionen geschätzt. Die Luft über den Ameisenkolonien ist von dem stündigen leisen Knacken erfüllt, das man sonst nur hört, wenn man sich über einen Ameisenhaufen lehnt. Schnelltriebwagen Berlin—Karlsruhe entgleist Auf dem Bahnhof Groß=Gerau=Dornberg überfuhr morgens ein Güterzug ein auf Halt stehendes Abfahrtssignal und entgleiste. Einige Güterwagen wurden beschädigt. Der durchführende Schnelltriebwagen Berlin— Karlsruhe streifte die Güterwagen, wodurch der Steuerwagen aus den Schienen gehoben wurde. Die Reisenden blieben unverletzt. Der Triebwagenführer erlitt leichte Wunden am Arm und im Gesicht. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Unfall auf einer Saargrube In dem im Abholzen begriffenen Schacht V der Grube Frankenholz bei Handgard ist, wie das Bergamt Saarbrücken=Ost mitteilt, am Freitag gegen 14 Uhr beim Ausräumen der Schachtsohle ein Sprengstoffrest durch einen unglücklichen Zufall zur Entzündung gekommen. Hierdurch wurden zwei Mann schwer und fünf leicht verletzt. Jauberranstiers — Ein Jest mit peinlichem Abschluß hell wurde, sah man, daß der„Isturiz“ und mit ihm die „verzauberten Gegenstände“ verschwunden waren. Nach erfolgloser Fahndung wurde die Polizei eines Tages davon benachrichtigt, daß es dem Grenzüberwachungsdienst gelungen sei, eine Kiste mit Diebesgut sicherzustellen, die ins Ausland geschmuggelt werden sollte. Unter den Wertsachen befand sich auch eine goldene Uhr, auf deren Innendeckel die beiden Worte „Vae victis“ eingraviert waren. An Hand eines Verzeichnisses konnte man feststellen, daß die Kiste überdies einige Sachen enthielt, die seinerzeit den Gästen im Hause Sequesta gestohlen worden waren, so daß die Möglichkeit bestand, daß auch der Mörder des Gomez Martinez an der Festlichkeit teilgenommen hatte und das Opfer des Zaubererdiebes geworden war. Der Zynismus, der den Mörder bewogen hatte, die Uhr des Toten nicht zu veräußern, sondern ruhig weiterzutragen, sollte ihm zum Verhängnis werden, denn die Polizei schloß daraus, daß es ihm auf die Uhr ankam und er sich nach dem Verlust des Stückes wohl ein entsprechendes Ersatzobjekt zugelegt haben mochte. Man setzte sich mit einer ganzen Reihe von Juweliergeschäften in Verbindung und auf Grund wochenlanger Kleinarbeit gelang es den Behörden, einem Kaufmann Charles Neranda auf die Spur zu kommen, der nach langem Leugnen gestand, Martinez ermordet zu haben, um einen unerwünschten geschäftlichen Konkurrenten aus dem Wege zu schaffen. Die Uhr des Toten habe er bei besonderer Gelegenheit getragen, um einen gewissen Wohlstand vorzutäuschen, den Ehering und die Dokumente habe er nur mitgenommen, um die Behörden auf eine falsche Spur zu lenken. Der Mörder wurde jetzt vom Schwurgericht von Buenos Aires zum Tode verurteilt. Ich warte auf dich ROMAN VON LIESBET DILL 6) Cop. Karl Köhler u. Co., Berlin. Sie sah viel besser aus als in dem häßlichen Gewand am Abend vorher, denn sie hatte an diesem frischen Maimorgen ein einfaches, hellblaues Leinenkleid und ein zitronengelbes Hütchen gewählt, und der galante Begleiter hatte ihr einen Frühlingsstrauß mitgebracht für das Knopfloch der Jacke. Sie saß neben ihm im offenen Wagen und fuhr mit ihm durch das alte verräucherte London, die Viertel der vornehmen Klubs mit ihren großen steinernen Gebäuden, wuchtig und massiv, wie für die Ewigkeit gebaut. Bill war kein schlechter Führer. In London geboren und aufgewachsen, wußte er Bescheid und er fand bei ihr mehr Interesse, als er von den blasierten Londonerinnen gewöhnt war. Vorläufig hatte er sich auf diese Rolle des Reisemarschalls eingestellt. Die junge Dame machte einen mehr eingeschüchterten Eindruck— die Tante hatte sie so erzogen— er müsse vorsichtig vorgehen, hatte seine Mutter ihm eingeprägt. Die Whartons waren alle von einer gewissen Kühle und Zurückhaltung gegen Fremde, und ein Fremder war er vorläufig ja für sie. Er fand sie viel hübscher als auf den Bildern, die ein kleinstädtischer Fotograf gemacht hatte. Sie war anmutig und schlank gewachsen, hatte schönes, dunkles Haar und frische Farben und ein Paar warme leuchtende Augen von einem merkwürdig tiefen Blau, das die Farhe oft änderte. Mit der Zeit würde er ihr schon noch Geschmack an eleganten Kleidern beibringen, in denen ihre Schönheit dann erst richtig zur Geltung kommen würde. Stellen wir uns also auf den Bärenführer ein, dachte der elegante Bill. Es war mal etwas anderes, und man sah auf diese Weise sicher manches, für das man bisher nie Zeit gefunden hatte. Finster reckte der Tower seine festen Türme aus angerußtem, weißem Sandstein gegen den grauverschleierten Regenhimmel Londons. Wachen in leuchtend roten Uniformen marschierten in den engen Steinhöfen auf und ab, die hohen, schwarzen Fellmützen in die Augen gedrückt, die Garde des Königs, schlanke, große muskulöse Gestalten. Die„Warders', die oäfiziellen Führer des Towers, alte mit Medaillen behangene Soldaten der Garde, in ihren bunten, mittelalterlichen, weitabstehenden Tuchröcken, den geschlitzten Puffärmeln, den breiten Mützen, glichen Gestalten aus dem„Faust' oder einem mittelalterlichen Maskenzug. Im Efeu der hohen Mauern zwitscherten die Vögel, Tauben flatterten umher und Raben, die aus dem Tower nie zu vertreiben sind und die sich gern an Unglücksstätten aufhalten. In der Römerzeit eine alte Zitadelle, die außerhalb der Stadtmauer Londons lag, später eine königliche Residenz, zuletzt ein Staatsgefängnis, schien in diesem Gefäugnis noch die Luft seiner Verbrechen hängen geblieben zu sein. Unterhalb seiner Zinnen strömte grau und dunkel die Themse vorbei. Maud rann ein eisiger Schauer über den Rücken, als sich das fürchterliche Tor des„Bloody Towers' öffnete, eine schwere Tür mit Eisenstacheln, die sich einst schwer auf die Rücken der eindringenden Feinde gesenkt hatte und sie mit ihren Zähnen festhielt... Neben der Kapelle lag der traurigste Kirchhof der Welt, der verlassenste und schaurigste, mit seinen ungeschmückten Gräbern. Menschen, die umgebracht wurden von Menschen, schottische Rebellen, Ketzer, Vaterlandsverräter, Politiker und Lords, Feinde der jeweiligen Regierung, die sich in Geheimbünde verstrickt hatten. Bill zeigte ihr ein Grab, auf dem ein Paar steinerne Handschuhe lagen.„Wenn man auf den englischen steinernen Grabmonumenten die Handschuhe neben einem Toten findet, ist es immer das Zeichen, daß er eines natürlichen Todes starb.“ Maud ging fröstelnd vorbei. Die Wappen Anna Boleyns und Dudleys starrten sie von den grauen Kirchenwänden an. Sie las das pessimistische Gedicht, das ein Gefangener an die Wände seines Gefängnisses geschrieben hatte. Allmählich überkam Maud ein leises Grauen vor der Geschichte ihres Landes, von der sie nicht viel mehr gekannt hatte als Namen und Jahreszahlen. Exekutionen, Blutgerichte, Morde, Folterkammern und Kerker mit eisernen Gitterfenstern, tiefe Festungsgräben, schauerliche, eisige Fensterverließe, wohin man sah. Und überall begleiteten sie die schwarzen Raben, die nicht aus dem Tower zu vertreiben sind. „Die fühlen sich hier zu Hause“, meinte Bill.„Sie haben schon viel mitangesehen, sie sind daran gewöhnt...“ Der Hosenbandorden„Honni soit qui mal y pense' hing goldgestickt mitten unter den schrecklichen Dingen. Aber Maud wünschte zuletzt nur noch herauszukommen aus diesen finsteren Steingewölben, die so viel Verbrechen mit angesehen hatten, die so grausig wirkten in ihrer unerschütterlichen Festigkeit. Draußen im Hof marschierte eben die Garde des Königs auf, in scharlachroten Uniformen, und am Eingang unter einem steinernen Torbogen stand eine Wache, ein junger Gardist, in derselben hellroten Uniform, derselben schwarzen, hohen Fellmütze, in derselben Pose mit auseinandergespreizten Beinen und weitabgestemmte Bajonett, unbeweglich, wie die Königsgardisten schon vor siebenhundert Jahren auf demselben Pflaster gestanden hatten... Am Tower vorbei strömte ruhig und schmutziggelb, an diese Bilder gewöhnt, die alte Themse unter den riesigen Brücken ihres ewigen Weges. * „Sie sind ja ganz blaß“, sagte Bill.„Es war wohl ein bißchen viel fürs erste? Aber, nun fahren wir hinaus, damit Sie freundlichere Eindrücke bekommen.“ An der nächsten Ecke hielt ein offener Wagen von Cook, Bill verhandelte mit dem Führer, dann half er ihr einsteigen. „Wohin?“ fragte Mand. „Ueberlassen Sie mir nur die Führung“, sagte er. „Sie werden auf diese Weise England sehen, von dem Sie ja nur die große Seestadt Glenworth kennen.“ „Waren Sie je in Glenworth?“ fragte sie, die sein spöttischer Ton kränkte, mit dem er ihre liebe, kleine Stadt abtat. „Gott sei Dank nie“, sagte er.„Aber man kann das ja nachholen.“ Er warf einen Blick auf seine hübsche Nachbarin. Sie war rot geworden, aber sie schwieg... John, dachte sie. Nun hat er meinen Brief... Diese Gewißheit gab ihr ihre Sicherheit wieder, die sie ihrem gewandten neuen Ritter gegenüber manchmal wanken fühlte. Er war aufmerksam, voller Beflissenheit, aber er überschritt dabei nie die Grenze. Sie konnte sich nicht beklagen, im Gegenteil, sie fand es so nett, neben ihm durch diese schöne Welt zu fahren. Der Wagen, eine vierspännige Mailcoach mit zwei grauhaarigen Grooms in grauen Zylindern und roten Fracks und einem alten, würdigen Kutscher mit weißen Bartkoteletten, erinnerte sie an Bilder aus Märchenbüchern. Durch endlose Alleen fuhren sie, an Parks mit stillen Schlössern vorbei, grüne Hecken bildeten die Mauer der großen Besitzungen. Der grüne Teppich Englands leuchtete vom Himmel frisch besprengt, die Alleen, durch die sie fuhren, waren glattgefegt wie zum Sonntag. Die Sonne wirkte schon Wunder, die Gärten um die Landsitze und Schlösser, und die Parks, mit denen dieses Land und selbst das graue, verrußte London so verschwenderisch durchsetzt sind, waren rasch grün geworden, überall blühten in bunter Fülle die Tulpen und weißer und blauer Flieder, im Schloßgarten von Windsor standen gelbe Narzissen in üppigen Gruppen im Rasen und auf den breiten Terrassen, die das strenge, stolze, graue Schloß umgaben, wanderten Schildwachen in ihren knappen, hellroten Uniformen. Wenn sie vor ihren Schilderhäuschen standen, reglos unter ihren meterhohen, schwarzen Fellmützen, und den Eingang bewachten, erinnerten sie Mand an Bleisoldaten aus Andersens Märchen. Rings um das ernste Schloß, das aussah wie aus einem Stück gegossen, obwohl viele Könige daran gebaut hatten, blühten Margaretenwiesen, meilenweite Alleen dehnten sich zwisihen dem grünen, frischen Wiesenteppich der Ebene. „In das Schloß hinein können wir leider nicht", sagte Bill.„Die Königin wohnt eben darin.“ Das einzige, was er ihr zeigen konnte, war eine grüne Malachitvase, ein Geschenk des Zaren, die auf dem Fensterbrett eines Saales stand. Sie statteten dem Grab von Thomas Gray, das sehr poetisch unter der tausendjährigen Zeder lag, einen kurzen Besuch ab und fuhren dann weiter nach Eton. Es war gerade Schulpause und die Etonschüler spielten Golf und Fußball auf den riesigen Sportplätzen hinter ihren Schulhöfen. Sonderbar sahen sie aus, diese kleinen Männer im Cut, gestreifter Hose und hohem Zylinder,— das Kostüm war Vorschrift—. Sie glichen Gestalten aus Dickens Romanen. Strenge Disziplin herrschte hier.„Hier habe ich meine Schulzeit verlebt“, sagte Bill. Und es war heute noch alles fast genau wie damals, die Rute im Schulschrank, die„Strafbank' und die Kirche neben dem Schulhof. Die Wände der Klassen waren bedeckt von Namen der Schüler, Generationen hatten hier ihre Namen eingeschnitzt in Schulbänke und Tische, berühmte Männer waren darunter, Prinzen, Herzöge, Gelehrte, Geistliche, deren Namen ganz England kannte, alle hatten hier auf diesen Bänken gesessen und hatten sich auf diesen Sportplätzen getummelt. Das Unglücksschloß Hampton Court öffnete ihnen seine Tore. Unschuldig lag es in der Sonne, inmitten prachtvoller Gärten, eine düstere Backsteinburg. „Eine Nachahmung von Versailles, aber ohne eine Spur von dessen Charme“, fand Bill. Er war im Winter in Paris gewesen.„Kennen Sie Paris?“ fragte er. Maud schüttelte den Kopf. „In diesem Schloß ist viel geschehen“, sagte Bill. „Die Königin will nie darin wohnen. Sie will nicht einmal den Kopf in dieses Unglücksschloß stecken, in dem Anna Boleyn gelebt hat. Sie wissen doch, sieben Jahre hat der König um sie geworben, und als er sie hatte, als sie seine Frau war“, verbesserte er sich, „war's vorbei.“ „Weshalb? Liebte er sie dann nicht mehr?“=fragte Mand. „Doch, gerade weil er sie liebte... Er war sehr eifersüchtig und sie war etwas unvorsichtig, die schöne Anne „Ich hasse diesen König“, sagte Mand. „Weshalb? Weil er eifersüchtig war?“ „Man kann nicht jede Frau, auf die man einen Verdacht hat, hinrichten lassen“, sagte sie. „Nein, das kann man nicht", gab er zu.„Und es war auch nicht schön von ihm, daß er am Tag nach der Hinrichtung schon mit der nächsten Hochzeit hielt.“ „In demselben Schloß?“ Maud schaute zu den Fenstern auf, in denen die Abendsonne rot funkelte. Unter den Fenstern des Schlafzimmers von Anna Boleyn blühten schwarze Tulpen, eine ganz unheimliche Sorte Blumen, die Maud noch nie gesehen hatte. Auf einer Bank im Garten saß eine vornehme Dame in altertümlicher Toilette mit Schmuck behangen, mit einem zylinderartigen, schwarzen Sammethut. Sie saß reglos in der Abendsonne, wie ein Gespenst aus längst vergangenen Tagen, unter dem Schlafzimmer der Königin und betrachtete stumm die schwarzen Tulpen der Anna Boleyn... * „So“, sagte Bill, als sie wieder in der Mailcoach saßen.„Jetzt werden Sie wohl genug haben von Geschichte. Morgen wollen wir den Dichtern unseren Besuch abstatten, dem guten Dickens und Herrn Carlyle, und nachmittags fahren wir ins Shakespeareland.“ Dickens Haus liegt weit ab vom Wohnzentrum Londons in einer der eintönig grauen Straßen, an denen London keinen Mangel hat, mit schwarzgeräucherten, kahlen, näckten Backsteinhäusern, von denen eines dem andern zum Verwechseln ähnlich sieht. Wer sich die Hausnummer nicht gemerkt hat, ist hier verloren, denn er findet das Haus nicht mehr... Es war das Haus, in dem Dickens die Pickwickiers geschrieben hat, in dem seine Kinder geboren wurden. Sein Wohnzimmer war der behaglichste Raum, eine riesige Biblothek füllte die Wände, bequeme, tiese Ledersessel standen am Fenster und am Kamin, seine Manuskripte lagen in Glaskästen... „Dieses Haus erinnert mich an das Goethehaus in Frankfurt am Main“, behauptete Bill.„Dickens war auch ein Dichter in gut geordneten Verhältnissen, der seine Erfolge noch zu Lebzeiten eingeheimst hat. Er konnte in Ruhe arbeiten, nicht wie Balzac, der in einer kalten Mansarde, eine Decke über die Beine, seine langen Romane stückweise gegen Vorauszahlung schrieb.“ Während sie diese friedlichen Zimmer durchwanderten, war es Maud, als hätte sie eben in Behaglichkeit und ohne Eile einen dicken altmodischen Roman von Dickens gelesen... * In glücklicher Stimmung kam sie abends in das Midlandhotel.„Nun, wie wars?“ erkundigte sich Miß Wharton. Mand berichtete. Und daß sie für den nächsten Tag nach Shakespeareland wollten, nach Straford und Kenilworth. 4 „Recht so“, sagte ihre Tante lächelnd.„Laß dir nur alles zeigen.“ Sie fand, daß die Sache aufs beste eingeleite sei und ihre Freundin Bessy fand das auch. Bill hatte ihr gesagt, daß ihm das junge Mädchen besser gefiele, als er erwartet hatte.„Nur moderne Kleider müßte sie haben“, sagte er,„dafür mußt du ihre Tante bearbeiten. Das braune mit dem Krimmerbesatz ist furchbar. Ich will gerne mitgehen und aussuchen helfen—“ „Wirklich? Man würde denken, daß du ihr Verlobter wärst oder 30. Jahrgang— Nr. 16 291 Kestane. eisennpiehte in Anzeigengrundpreis: Großspalte(46 mm),. mm.18.4 Textanzeigen(76 mm) mm.—.4 Einspaltige Anzeigen bis zu 100 mm Höhe...... ihm.15. Anzeigen für die Schifjahrt, für Bäder. Gastböse, Fremdenheime und Gaststätten..... mm.15.4 Vereins=Anzeigen(nicht für die Wirtschaftswerbung)" mm.10.K Amtliche Anzeigen.. mm.15.4 Familsen=Anzeigen„. mmm.10.4 Stellengesuche..... mm0.05.4 Wortanzeigen, einspaltig in der Grundschrift nur in einheitlicher Breite von 46 mm von Privatpersonen aufgegeben. bis 50 mm Höbe.... jedes Wort.05.6 Zissern= und Auskunfts=Gebühr (Porto besonders).30.4. Nachlässe Malstaffel I und Mengenstaffel B. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 5. Erfüllungsort Bonn=Rhein. — „„„„„ für Bonn und Umgegend. Bonner=Nadfrich Godesberger Nachrichten Siegburger Nachrichten7 Euskirchener Nachrichten Druck und Verlag: Bonner Nachrichten Hermann Neusser,.=., Bonn=Rhein. Geschäftsstelle u. Schriftleitung: Bahnhofstraße 12. Die Geschäftsstelle ist geöffnet von—19 Uhr. Sammetrus Nr. 3851—53. Ferngespräche 3853. Postscheckkonto Köln 18672. Bankverbindung: Reichsbank=Girokonto Bonn, Deutsche Bank, Bonn. Montag, 3. Oktober 1933 Bezugspreis: General=Anzeiger monatlich.—. Juustrierte Beilage monatlich.30.47 frei Haus einschließlich Botenlohn u Versandrosten. Einzelverkauf t. 10.4 Postvezugspreis: General=Anzeiger nur mit der Ilustrierten Beilage monatlich.30.4 einschließl. Postüberweisungsgebühr ausschließlich Postzustellgeld. Annahmestellen: für Bezug und Anzeigen: Kesseuig.... Markusstraße 62 Godesberg.. Bahnhotstraße 30 Euskirchen, Bahnhofstraße 13 Beuel... Adolf=Hitler=Str. 6 Overkassel„„Hauptstraße 144 Oberdollendorf. Heisterbacher Sir. 51 Königswinter.. Hauptstraße 87 Honnei...... Haupzstraße 49 Linz]Rhein„Mittelstraße 13 Siegburg„ Adolf=Hitler=Platz 29 Troisdorf Kölner Straße 77 Hennes.....Bahnhofstraße 11 Wissen... Adolf=Hitler=Sir. 32 Links: In allen Gedieten des fudetendeutschen Landes, wo die tschechische Soldateska berelis abgezogen ist, hat die Bevölterung die Straßen und Häuser„mit Hakentrenzfahnen, Girlanden und Vildern des Führers geschmückt, um die deutschen Soldaten bei ihrem Einzug als Befreier von dem fremden Joch zu begrüßen. Links außen: Ein Bild aus, dem * Hri Schluckenau bei Eeber Ort Schluckenau bei Ebersberg in Sachsen. 2cher 5, Hofmann 4, usoelated 1. Links: Deutsche Soldaten bei der Rast vor dem Einmarsch in der Nähe der bisherigen tschecho=slowakischen Grenze. Rechts: Eine unüdersehbare Menschenmenge hatte sich zur Begrüßung des Führers nach seiner Rückkehr von der Mün— cheuer Friedenskonferen; in der Reichshauptstadt eingesunden: der Führer, Generalfeldmarschall Göring und Konrad Heulein auf dem Balkon der Reichskanzlei. Unten: In Florenz trafen der Kaiser und König Emannel und sein Regierungschef nach den für alle Welt bedeutsamen Besprechungen zusammen. Kreis: Generaloberst Ritter von Leeb führte die deutschen Truppen, die am 1. Oktober um 14 Uhr den Einmarsch in den im Abkommen vom 29. September festgelegten Gebietsavschnitt 1 des deutschen Landes in der bisberigen Tschecho-Stowakei begannen. — Unten: Premierminister Neville Chamberlain traf am 30. September von München kommend auf dem Flugbasen Heston bei London ein, wo er von einer vieltausendköpfigen Monschenmasse begeistert empfangen wurde. Oven: Der Führer wird bei seiner Rückkehr aus München auf dem Anhalter Bahnbof von Konrad Henlein willkommen geheißen; rechts Generalfeldmarschall Göring und General Keitel, hinter Henlein Reichsminister Dr. Frick. Unten: Der Führer begibt sich vor dem Anhalter Bahnhof zu seinem Wagen, um sich in einer Triumphfahrt durch das Spalier Hunderttausender glückstaumelnder Menschen zur Reichskanzlei zu begeben. Rechts vom Führer sieht man Generalseldmarschall Göring und den Reichsminister' des Auswärtigen von Ribbentrop, links die Reichsminister Dr. Goebbels und Rust. Unten: Die französische Hauptstadt bereitete dem aus München, heimgekehrten Ministerpräsidenten Daladier einen so stürmischen Empfang, wie man ion dort seit fast Jahrzehnten nicht mehr erlebte. Auf dem langen Weg vom Flugplatz bis in die Innenstadt standen die Menschenmassen um Daladier, dem„Boten des Friedens“, zuzusubeln.