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Ach, wie das herrlich ist!“ jubelte Lore mit einemmal laut auf als sie aus dem tiefen Wald herausfuhren und der Forstmeister ur der leuch ender strahlenden Wintersonne lag vor ihren entzückten Blicken, wie ein Wintermärchen, die Ruine einer stolzen Abtei, welche in ihren Mauern eine Oberförsterei barg. Ringsum das stille Waldesschweigen, die hohen Kiefern beugten die grunen Wipfel unter der weißen Last. Weiß war der Weg, weiß die gefrorenen zierlichen Gräser der Wiesen, das zierliche Geäst der Gebüsche und mitten im winterlichen Rahmen die leuchtend roten Schweiger sah der alte Mann auf das junge, schöne Geschöpf an seine: Seite, von dessen Herzen die Fesseln abfielen, die Sünde und Bosheit anderer darum geschmiedet hatten. Auch hier versagte sie nicht in ihrer Heilkraft, die göttliche, die freie Natur. Jetzt wandte Lore ihm, verwundert über sich selbst, den leuchtenden Blick zu. Was hatte sie nur so froh gemacht? Es ist ja Weihnachten heute, Kind!“ beantwortete der Forstmeister die stumme Frage.„Und siehe da, Knecht Rupprecht ist Lore folgte seiner deutenden Hand, und eine glühende Röte bedeckte liebliches Gesicht. Sah sie recht, wenn sie in dem dort an“ dem Walde tretenden Jägersmann Walter von Schulz erkannte? Mas das dumme Herz nur plötzlich angab, es klopfte iyr ja bis in den Hals hinauf, und dazu blickte sie noch ganz unnötigerweise der Forstmeister an. Gott sei Dank, nun wandte er sich dem Nahenden zu aber nicht ohn. gelesen, und wußte besser wie sie selbst, wie es um sie stand asesor, Kommen Sie als Meihnachiznamr Burchder Wald gestapft? Müssen wir unsere Sprüchlein aufsagen: Die Lore oo ahf am besten können, müssen schon bei ihr anfangen. Walter lachte und Lore stimmte mit ein. Ja, Schutz sah recht sie lachte— lachte zum ersten Male seit den trüben Zeiten. Und wie rosig sie aussah, dazu die vom Reif gepuderten Löckchen des braunen Haares zu beiden Seiten des Pelzkäppchens. Er starrte sie wie verzaubert an, bis sie ganz verlegen das zierliche Köpfchen Ei: rascher Blick des Einverständnisses zwischen den beiden Verschworenen— war doch bis jetzt alles laut Absprache wunderbar geglückt— dann begann Braun so unbefangen wie möglich:„Wie wär's, mein lieber Schulz, wenn Sie Fräulein Lore noch ein Stückchen weiter kutschierten, indessen ich mit dem Forstmeister auf dem hiesigen Amt alles bespreche, in einer halben Stunde holen Sie mich wieder ab. Da wir Vollmond haben, ist es zur Heimfahrt tageshell, und Sie können sich ja hinten aufsetzen und kehren mit uns zurück. Wie ich Ursula kenne, wird sie mit der Bescherung doch nicht vor sieben Uhr fertig, und bis dahin können Sie sich längst in Gala werfen und bei uns draußen sein. Mein Kutscher hat Ihnen doch die Einladung zu heute abend überbracht!" Gewiß, Herr Forstmeister, ich will nur hoffen, daß ich nicht als Störenfried gelte bei der intimen Familienfeier." Un- sind Sie stets willkommen, mein lieber Assessor, und ich denke, unser lieber Gast wird auch einverstanden sein. Was meinst Ihr scheuer Blick traf flüchtig das schöne, erregte Männerantlitz, welches mit brennender Frage auf ihr ruhte, dann neigte sie nur stumm den Kopf. Sie ahnte, daß die Beiden da vor ihr im Einverständnis waren. Sie wollte die vorgeschlagene Fahrt mit dem Assessor ablehnen, sie wollte es nicht dulden, daß man sie überrumpele, aber da schlug es leise an ihr Ohr, wayxend, der Forstmeister sich schon aus seinem Pelz herausschälte:„Gnädiges Fräulein, es ist ja Weihnachten heute.“.— Ba eind Lore, höre doch nur, wie der Schelm betteln kann. Na, Kind, ich würde mich an deiner Stelle nicht lange bitten lassen. Es ist doch besser im weiten Wald, als in der heißen Stubenluft in irgend einem ungemütlichen Wartezimmer, denn du willst doch nicht die Frau Forstmeisterin besuchen?" setzte der Alte noch schlau hinzu, kannte er doch ihre Scheu vor fremden Menschen. „Ach nein, nur das nicht!" rief Lore erregt. Das nahm der Assessor für ihre Einwilligung. Wie der Blitz war er an ihrer Seite, und fort ging es in den einsamen Wald, während der Forstmeister das letzte Stück Weges zu Fuß zurücklegte. Schulz suchte die schmalsten Wege auf, wo die Aeste über (Fortsetzung folat.) Im Wer im Grundbu Wilhelm Lin Flur Acke 2 4/10 am 1. unterz gasse teigert: Im W im Grundb der Eheler Cöln=Ehrer Rechts übe Cö b. nn am: unter gasse versteigert Teilu Fabrikbe ihnen nickten und die Zweige sie fast streiften, es war ihm nicht um rasches Fahren zu tun. Desto rascher pochte ihm das Herz, und bei Lore war es wohl auch nicht anders. Keines sprach ein Wort. Das schöne Mädchen warf keinen Blick auf ihren Begleiter, und doch fühlte sie, daß er sie fortwährend ansah. Immer tiefer ging es in den Wald; so weltverloren, so einsan war es rings umher, mitten in der toten, starren Natur zwei junge, heiße Herzen, die zu einander drängten und es sich doch nicht zu bekennen wagten.m#. mntgtal 9ls der Selbst die Bäume schüttelten verwundert die Wipfel, als o Assessor zum Rückweg in einen Hohlweg einbog— noch immer hatte er keinen Mut gefunden zur verhängnisvollen Frage, und# irgend einer gleichgültigen Redensart fehlte ihm die Unbefangenhe. Das Schütteln der Baumkronen wurde heftiger, der Wind frisch auf— Pardauz, da sauste die ganze weiße Last einer alten, knorrigen Kiefer hernieder auf den Hohlweg, Schlitten und stum Menschenkinder. Hellauf lachte das junge Mädchen, der ganze Humor ihrer Las#packte sie und weckt die alte Lore, die zu jedem fröhlichen Streich zu haben war. Die Pferde machten vor Schrecken einen Satz vor wärts, der unzuverlässige Kutscher dachte an alles andere eher als an die Zügel. Hopp, stieß das Fahrzeug an einen heidi ging es seitwärts in den dicken, weichen Schnee. Der Asses fiel zuerst und dann Lore, sie flog so recht eindringlich und gan# gewichtig als echter, rechter Julklapp dem Geliebten in die Arme. Ach, wie er sie festhielt und küßte. Und die Lore hielt still, so ge Die Pferde standen neben dem schräg liegenden Schliten und betrachteten das zärtliche Paar. Die grün=weißen Wipfele her ihnen rauschten, und die etwas gesehen hatten, sagten es anderen.„Schick es weiter," raunten sie,„schick es weiter. Eichkätzchen lugte aus seinem hohlen Ast herunter auf das offentlich Die sicht offe Cöl Eichkatzchen lügte aus seinem hohten######gig#as war doch gnügliche Treiben in dem winterlich=einsamen Wald, das war d einmal eine Abwechselung, schlafen konnte man ja rg#gtrige genug. Ja, sogar ein Rudel Rehe, die noch vor der Nachtrühe einen Futterplatz besucht hatten und nun zum Lagrggrzefige einen Furrerplag besucht hatten und eu 905„####ie seligen blickten neugierig von dem Rande des Hohlweges auf die Menschenkinder hinunter, die sich noch immer nichts gesagth Erler Pre Kölner Lecal-Anzeiger Nr. 244 4 Mittwoch, 6. Jeptember 1905. Seite 3. 8198 56 „Hhrdoktor“ bringt Gesundheit! „Ahrdoktor“(gesetzl., geschb.,.-Freiggrie hr. Alhgrygezer bing, Walporzheim. lusschank in den Hotels und besseren Restaurants.— Verkauf in den durch Plakate erkenntlichen Niederlagen. Baugrundstücke.d. Stammheimer Strasse nachl. ogeplon bezwin beliebigen Frostabmessungen Garthe Stras 16 K 150 14 /713 K Verkauf von 12— S— „ StädtischesSchulgrundsfück = al— Grundstücken. Bedingungen durch H. Eulenberg, Mülheim Rhein, Bahnstrasse 88. 7 S9 7 90 % Verdingung. 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O. Sache Verantwortl. Redacteur: für der allgemeinen Ceil: 8. Reuter: für den Anzeigen- u. Reklamenteil: C. Okle, alle in Köln. für Köln=Süd, Herr Bezirkspräses Schüller, Annohaus, Annostraße 86, =Nord,„ Kaplan Erbel, Ursulagartenstraße 3, „=West,„ Kaplan L. Schloesser, Mittelstraße 10. "-Mitte,„ Jakob Nettekoven, Filzengraben 12. Unternehmung von Beton= u. Eisenbetonbauten, Betriebsstelle: Nordenham i. Oldenburg. per Nachnahme. terie=Einnehmer. sstr. 13. F. 151 telier rensen, rkt 40 gestattet. Preiserhöhung). r 8 6 8 4. chmerzlos. J. p. Bachem, cteur: für der 8. Reuter. i. Reklamenteil: in Köln. Zweites Blatt. Kölner Local-Anzeiger Nr. 244 4 Mittwoch, 6. September 1905. Seite WIE Wirte=Innung Köln. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die verehrlichen Mitglieder von dem Ableben des Herrn Matth. Jos. Krüll Die Beerdigung findet am Donnerstag den 7. September, vormittags 11 Uhr, vom Trauerhause Hohenzollernring 66 aus statt, wozu die Mitglieder höflichst eingeladen werden. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. der deutschen Tischlermeister und industriellen(Ortsverband Köln). Einladung zur der kath. deutschen Studentenverbindungen. Zu dem am Donnerstag den 7. d.., vormittags 8 Uhr, in der St. Andreaskirche stattfindenden Seelenamte für unseren I. Dr. med. ein ladet ergebenst Der Kölner Philislerzirkel. MAMAMAA Kölns und Umgegend auf Donnerstag den 7. September 195=, abends Punkt 8 Uhr, im Vortragssaale der Bürgergeselschaft(Eing. Appelhosplatz). Tagesordnung: Der Tischlerstreik. 2. Verschiedenes. NB. Der Wichtigkeit der Sache wegen muß ein jeder eine vollgültige Legitimationskarte mitbringen.#tetasebenss Siebener=Kommission des Arbeitgeber=Schutzverbandes. I..: Wilh. Aug. die Hüttenkoks, Destillations-, WürfelKoks .1779 □ gesch Stempel Rothgerberbach 33 Möbel=Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts St. Agatha 10. 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III, unkdb. b. 1905 96.20 3½% desgl.,.IV, unkündb b. 1907 97,20 Hahnenstrasse 8 Kein Laden! 335. □ In der Wertzuwachssteuerfrage Wird uns geschrieben: Von dem Gedanken ausgehend, allen bis dum 1. April 1905 entstandenen Wertzuwachs von der Besteuerung frei zu lassen, sieht der§ 14 der Ordnung betreffend die Erhebung einer Umsatz= und Wertzuwachssteuer eine allgemeine Abschätzung der Grundstücke nach ihrem Werte zum 1. April 1905 vor. Die betreffenden Festsetzungen sind inzwischen den einzelnen Grundstückseigentümern zum größten Teil mitgeteilt worden, und es entsteht nunmehr die Frage, wie sich der Eigentümer diesen Festsetzungen gegenüber zu verhalten hat. Der Absatz 3 des§ 14 gibt jedem Eigentümer das Recht, innerhalb vier Wochen von der Zustellung an zunächst beim Oberbürgermeister Einspruch gegen die Festsetzung zu erheben; gegen den Bescheid des Oberbürgermeisters steht dem Eigentümer alsdann ein weiterer Einspruch an eine besondere Kommission— bestehend aus dem Oberbürgermeister oder seinem Vertreter und sechs Stadtverordneten(zurzeit Ferdinand Schmitz, Zilkens, Nöcker, Scholz, Willick, E. Schmitz) zu. Diese Kommission entscheidet endgültig; der Einspruch kann sowohl gegen eine zu hohe als gegen eine zu niedrige Festsetzung gerichtet sein. Der endgültig festgestellte Wert wird ohne weiteres bei der späteren ersten Veräußerung als Erwerbspreis zugrunde gelegt und wird es so angesehen, als ob das Grundstück eben zu diesem ermittelten Preise am 1. April 1905 erst erworben worden wäre, nur später liegende Verbesserungen können hinzugerechnet werden, und bei unbebauten Grundstücken fängt die im§ 5 gestattete 4prozentige Zinsberechnung erst mit dem 1. April 1905 an zu laufen; auch ist es nicht gestattet, 5 Proz. der Erwerbskosten zu dem ermittelten Werte hinzuzurechnen. Desgleichen fangen die im§ 6 Absatz 3 vorgesehenen Fristen erst am 1. April 1905 zu laufen an, und dies hat zur Folge, daß die Begünstigung eines Abzugs von ½ resp. % der Steuer erst dann eintritt, wenn die spätere Veräußerung erst nach dem 1. April 1910 resp. 1915 erfolgt. Es liegt auf der Hand, daß bei einer solchen Festsetzung des Wertes und der so angeordneten Steuerberechnung es für manchen Grundstückseigentümer vorteilhafter ist, wenn die Wertzuwachssteuer gleich mit rückwirkender Kraft im vollen in der Ordnung als Regel vorgesehenen Umsang bei der ersten Veräußerung zur Anwendung kommt. Diesem Gedanken trägt der Schlußsatz des§ 14 Rechnung. Derselbe gibt dem Eigentümer das Recht, innerhalb sechs Monaten nach dem Inkrafttreten der Ordnung, spätestens also am 18. Januar 1906, unter Vorlage des Erwerbstitels bei dem Oberbürgermeister den unwiderruflichen Antrag zu stellen, daß bei dem zuerst eintretenden Eigentumsübergang die Erhebung der Wertzuwachssteuer auf Grund der§ 4 und 5 erfolgen soll, das heißt, daß die Wertzuwachssteuerordnung im vollen normalen Umfang Anwendung findet. Dies hat dann zur Folge, daß er bei einer später erfolgenden Veräußerung auch alle Begünstigungen aus den§§ 5 und 6 genießt, namentlich kommt ihm die Dauer des Besitzes voll zur Anrechnung, so daß er bei einem jetzt schon zehn Jahre dauernden Besitz stets nur ein Drittel der ermittelten Steuer zu zahlen und in allen Fällen auch 5 Proz. seines Erwerbspreises als Unkosten diesem Der Eigentümer hat demnach drei Wege, die er einschlagen kann: 1. er beruhigt sich mit der amtlichen Festsetzung, 2. er beantragt anderweitige Festsetzung, 3. er verlangt, daß bei der ersten Veräußerung der frühere Erwerbspreis maßgebend ist. Es wird von der rechnerischen Prüfung des einzelnen Falles abhängen, welcher Rat im einzelnen Falle zu erteilen ist, namentlich ist zu berücksichtigen, daß jede Hinaufsetzung des Wertes auch eine Hinaufschraubung der Realsteuer zur Folge hat. Vielfach wird die Entscheidung davon abhängig zu machen sein, ob ein länger dauernder Besitz schon vorliegt und ob eine baldige Veräußerung Ein Beispiel möge die Situation in etwa klar stellen: Ein Haus ist im Jahre 1898 zu 80000 M. gekauft, auf dasselbschätzt; der erg## nächsten vier Jahren, zu verkaufen.„ I. Läßt er die Schätzung der Stadt bestehen und verkauft er das Haus am 1. April 1909 zu 100000., so stellt sich die Berechupvg. Der Wertzuwachs beträgt 25000 M. 10 Proz. des Erwerbspreises bleiben als Wertzuwachs frei= 7 500 M. es bleiben zu versteuern 17 500 M. Hiervon müssen, da der Wertzuwachs überhaupt ein Drittel— 30—40 Proz. beträgt, 12 Proz. bezahlt werden ∆ 1925 M II. Der Eigentümer beantragt Erhöhung des per 1. April 1905 festgestellten Wertes; hierbei erzielt er eine Festsetzung auf 90000 M. er verkauft im Jahre 1909 zu 100000 M. der Wertzuwachs beträgt alsdann 10000 M. es bleiben auch hier frei 9000 M. so daß Steuer zu entrichten ist von 1000 M. und zwar, da der geringste Steuersatz zur Anwendung kommt, 10 Proz. oder ganze 100 M. III. Er beantragt Zugrundelegung des Erwerbspreises und verkauft am 1. April 1909 zu 100000 M. Alsdann stellt sich die Rechnung wie folgt: Erwerbspreis 80000 M. hierzu: a. Verbesserungen 5000 M. b. 5 Proz. des Preises als Erwerbskosten 4000 M. Sa. 89000 M so daß der Wertzuwachs 11000 M. 1° Proz. also 8900 M. sind steuerfrei, so daß zu versteuern bleiHiervon ist, da der ganze Wertzuwachs 11 000 M. d. h. 10 bis 20 Proz. beträgt, eine Steuer von 10 Proz. oder 210., da aber der Besitz länger als zehn Jahre dauerte, nur ein Drittel= 70 M. zu entrichten Vorstehende, sowie auch alle übrigen Anlagepapiere sind jederzeit billigst bei mir erhältlich oder durch mich beziehbar. Siegfried Simon, Bankgeschäft, Gereonstraße—3(au Sachsenhausen). Daselbst auch Stahlkammer— zur besten Verwahrung gegen Feuer=und Diebesgefahr— mit Schrankfächern unter eigenem Verschluß der Anmieter, Normalfach 10 K pro Jahr Konter Brandenburgersu Fernruf 5623. Damenbinden, Prima Qualität, Dtzd. 0,90. 4 Ehrenstraße 4, Ecke Albertusstr. Der Eigentümer wird unter solchen Umständen wohl am besten den letzten Weg einschlagen, und so wird es sich in vielen, wenn nicht in den meisten Fällen verhalten. Wetterbericht der deutschen Seewarte. Hamburg,.Sept.1905. Ein Luftdruckmaximum von über 768 Millimeter liegt über, Ungarn, eine Depression unter 755 Millimeter ist vom Ozean über den Britischen Inseln un Nordskandinavien ausgebreitet. In Deutschland ist das Wetter ruhig, etwas wärmer und meist heiter. Im Nordwesten und Süden stellenweise Regen. — Prognose der Seewarte: Im Osten Fortdauer der gegenwärtigen Witterung wahrscheinlich. Wetterbericht der Kölnischen Volkszeitung. Köln,.Sept.1905. Mutmassliche Witterung für den 7. September: Wolkiges. mässig warmes Wetter. Regen ist für die nächste Zeit noch wahrscheinlich. Nach Rad- und Fusstouren Myrrholin-Seife. ist ein Bad eine Erquickung, besonders unter Benutzung der ärztlich empfohlenen Seite 2. Kölner Local-Anzeiger Nr. 244 4 Mittwoch, 6. September 1905. Zweites Blatt. Gentner' 0 Sehr daslUe igen aM Zu haben in den meisten beschäften.-3 Fabrisant- Cart bentner, Göppinhen. Reform-Beinkleider für Damen u. Kinder Math.& Rosa Bernardi, Ecke Ehren- u. Albertusstr. Tocales. X Prinz Artur von Connaught ist heute mit Gefolge im * Auszeichnungen. Die Erlaubnis zur Anlegung des Kommandeurkreuzes des Päpstlichen St. Gregoriusordens wurde erteilt dem Diözefanbaurat Statz zu Köln.— Das Allgemeine Ehrenzeichen erhielten die Werkmeister Theodor Goertz und Peter Longerich, Kassendiener Johann Großgart und Geschäftsbote Lasef Stein, sämtlich zu Köln. R. Gegen 800 Uebungsmannschaften trafen gestern nachmittag zwischen 3 bis 4 Uhr in zwei Sonderzügen, aus dem Kohlenrevier kommend, auf dem hiefigen Hauptbahnhof ein und wurden, nachdem die Maschinen gewechselt waren, ebenfalls in zwei Sonderzügen über die Eifelbahn nach den reichsländischen Garnisonen ( Kölner Sportplatz. Das westdeutsche Derby, welches am 17. September auf dem Kölner Sportplatz zum sechsten Male aus17. Sepremder auf bein Koiller Spomtzlagan. gekämpft wird, wird auch diesmal eine glänzende Konkurrenz am Start sehen. Otto Meyer(Ludwigshafen), der Sieger des VorGsshtu-Sieger nenon die Elite der interStart sehen. Onb Mehser(Lubwizsheseene. jayres, wird seinen Titel Derby=Sieger gegen die Elite der internationalen Rennmannschaft verteidigen. Bis jetzt meldeten sich u. a. der dreifache Weltmeister Thorwald Ellegaard, welcher 1902 das Derby gewann und voriges Jahr durch Sturz im Zwischenlauf seiner Chancen verlustig ging.„„ * Die protestantische Traktatgesellschaft in Hamburg verbreitet gegenwärtig in Köln und Umgebung die Zeitschrift Herold der Wahrheit. So ging gestern in Sülz eine Frauensperson von Haus zu Haus mit dieser Zeitschrift. Sie verlangte 20 Pfg. für die Schrift mit dem Bemerken, der Gewinn sei für die Missionen bestimmt. Daß es sich dabei nur um protestantische Missionen handeln kann, verschwieg die Person bei unseren katholischen Mitbürgern wohlweislich. Auch in Köln sind Personen, die mit derselben Schrift hausieren gingen, gesehen worden. 19 Im Rheinauhafen zieht gegenwärtig das Leichtern eines Schiffes, das bei Zons leck geworden war, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Neben dem Schiff liegt ein Trajektboot, das mittels Dampfpumpe das Wasser aus dem leck gewordenen Schiffe schafft, während mittels Dampfkranens das Entladen vor sich geht Die Fracht bestand aus Kupfer, Holz sowie Getreide, welch letzteres durch das eingedrungene Wasser großen Schaden genommen hat. Das Schiff ist auf der Fahrt von Rotterdam nach Frankfurt a. M. am letzten Donnerstag in der Nähe von Zons am Bug leck geworden. aa. Gerettet. Gestern fiel ein Matrose von einem in den Hafen hereinfahrenden Schiffe in den Rhein und verschwand in den Wellen Der Wärter der Drehbrücke, der den Vorfall bemerkt hatte, warf dem Matrosen einen Rettungsring zu, den der Matrose, als er wieder auftauchte, erfaßte, und an dem er sich festhielt, bis man ihn in einem Nachen aufnahm. Straßenbaynunfalle. In der Marzellenstraße sprang eine Frau von dem Vorderflur eines fahrenden Straßenbahnwagens ab und kam zu Fall, wobei sie sich eine Verletzung am Hinterkopfe zuzog.— An der Ecke Ehrenstraße und Benesisstraße sprang ein Schüler von einem in langsamer Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen ab, kam zu Fall und verletzte sich leicht an einem Knie. i9 Zur Warnung. Gestern morgen wurde in einem Restaurant auf dem Eigelstein ein junger Mann auf der Treppe des Privateinganges angetroffen, der Schlosserkleider trug und einen großen Schlüsselbund bei sich führte. Auf Befragen gab der junge Mann an, er sei bestellt worden, eine Türe aufzuschließen. Hierauf entfernte er sich wieder aus dem Hause. Da niemand in dem betreffenden Hause einen Schlosser bestellt hatte, so nimmt man an, daß man es hier mit einem Dieb zu tun hatte. ic Anfälle. Gestern abend wurde in der Erftstraße ein vierjähriges Mädchen von einem Metzgerwagen überfahren, wodurch es einen Beinbruch erlitt.— Am Severinskloster kam gestern abend ein Knabe zu Fall und brach einen Arm.— In der Bolzengasse kam eine Frau zu Fall und erlitt einen Armbruch. c Bauunfall. Heute vormittag stürzte im Inneren eines Neubaues in Braunsfeld ein Gerüst zusammen. Ein Verputzer fiel in die Tiefe und erlitt mehrere Rippenbrüche. * Gewarnt wird vor einem Schwindler, der eine Reihe von Personen, die sich auf eine von ihm veröffentlichte, verlockende Annonce gemeldet hatten, dadurch geschädigt hat, daß er ihnen angeblich im Auftrage einer auswärtigen Korseltfabrik eine demnächst zu eröffnende Filiale übertrug, sich Kaution in Höhe von 150 bis 300 M, geben ließ und damit verschwand. Geschädigte, die bisher eine Anzeige nicht erstattet haben, mögen sich beim nächstgelegenen Kriminalbezirk melden. *. Festgenommen wurden: eine Kellnerin wegen Diebstahls und Umhertreibens, ein Schlosser wegen Entziehung der Polizeiaufsicht, ein Bäcker wegen Logisbetrugs, zwei Bäcker, ein Kaufmann und ein Anstreicher wegen Zuhälterei, ein Schneider wegen Wegen Nordversuchs wurde ein Tagelöhner festgenommen. ir hatte auf eine Dirne geschossen, mit der er seit längerer Zeit Er hatte auf eine in Streit lebte. irne geschossen, mit der er seit längerer Zeit # Verhaftet wurde ein hiesiger Zahnarzt wegen eines Sittlichkeitsverbrechens(§ 176 Abs. 3 Str.=.=.). Der Verhaftete ist einer Vereins=Nachrichten. * Alt-Köln. In der Monatsversammlung, welche am 7. d.., abends 9 Uhr, im Quatermarktsaale des Gürzenich stattfindet, wird Hr. Schriftsteller Hermann Becker einen Vortrag halten über Rheinisches Reiseleben im 17. und 18. Jahrhundert. Im zweiten Teile kommen kölnische Dichter zur Verlesung. B Ofarre St. Maria im Kapitol. Am Donnerstag hält der Pfarrverein seine Monatsversammlung im Vereinslokale Restauration Lölgen, Hohepforte 8(Eingang Mühlenbach 13), abends Punkt 9 Uhr ab. Herr Kaufmann Joh. Dech wird in derselben einen Vortrag halten über das Thema: Der Untergang der weltlichen Herrschaft des Papstes. Die Mitglieder, sowie alle mannlichen Pfarr=Eingesessenen sind zu dieser Versammlung freundlichst 6 Im Arbeiterverein Köln-West hielt am Sonntag Hr. Dominikanerpater Paulus einen Vortrag über den Katholikentag in Straßburg, unter Würdigung der bedeutsamsten Reden, die dort gehalten wurden. Den Redner lohnte lebhafter Beifall. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde einstimmig eine Resolution gefaßt, in welcher der Verein dem christlichen Holzarbeiterverband für sein Verhalten beim gegenwärtigen Streik Anerkennung und Sympathie ausspricht. Gerichts=Verhandlungen. Schöffengericht. Gemeingefährliche Schwindeleien betrieben ein Handlungsgehülfe und Kolonialwarenhändler und eine Witwe. Sie inserierten, daß eine 32jährige Witwe mit 82000 M. Vermögen zwecks baldiger Heirat die Bekanntschaft eines Herrn suche. Bei der Witwe entstand infolge der Anzeige ein reger Besuch heiratslustiger Herren, von denen der Mitangeklagte die Vermittelungsgebühren einsammelte. Das Gericht setzte je eine Woche Gefäng2 Haftpflicht für Straßenbahnunfälle. Am 7. Juli 1902 wurden auf dem Sachsenring zwei Pferde eines Bataillonskommandeurs durch einen Motorwagen der Städtischen Straßenbahnen verletzt. Für den ihm hierdurch entstandeuen Schaden machte der Eigentümer der Tiere die Stadt Köln und den Führer des betreffenden Motorwagens verantwortlich. Die Klage stützt sich im wesentlichen auf die Behauptung, daß der Wagenführer durch schnelles Fahren den Unfall herbeigeführt habe. Das hiesige Landgericht hatte der Klage, soweit sie gegen den Wagenführer gerichtet war, stattgegeben, sie dagegen gegen die Stadtgemeinde abgewiesen, weil diese den Nachweis erbracht hatte, daß sie bei der Auswahl des Wagenführers die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hatte. Durch Entscheidung des ersten Zivilsenats des Kölner Oberlandesgerichts vom 11. Juli d. J. wurde dieses Urteil dahin abgeändert, daß die Klage, ebenso wie gegen die Stadtgemeinde Köln auch gegen den Wagenführer abgewiesen wurde. Aus der Urteilsbegründung des Oberlandesgerichts ist folgendes hervorzuheben: Durch die Beweisaufnahme steht fest, daß dem Wagenführer die Fahrbahn vollkommen frei erschien, und daß in einer Entfernung von—7 Meter oder 10—12 Schritten vor ihm beide Pferde in plötzlicher Wendung auf die Geleise gerieten, so daß, obwohl der Wagenführer sofort bremste, ein Zusammenstoß nicht mehr zu vermeiden war. Die bloße Tatsache, daß sich die Pferde neben dem Geleise befanden, ohne nach ihm hinzudrängen, braucht den Wagenführer nicht zu veranlassen, die Geschwindigkeit seines Wagens herabzumindern, zumal er mit dem Umstande rechnen durfte, daß die Pferde der sicheren Führung eines Mannes anvertraut waren. Würde man einem Straßenbahnführer zur Pflicht machen, lediglich aus dem Grunde, weil sich neben dem Geleise Personen oder Tiere befinden, deren Verhalten nicht die Neigung erkennen läßt, auf das Geleise hinüberzutreten, den Wagen zu bremsen oder gar zum Stehen zu bringen, so wäre bei den verkehrsreichen und manchal überaus engen Straßen, welche die Straßenbahn hier am Orte zu benutzen gezwungen ist, ein geregelter und den Bedürfnissen des Verkehrs entsprechender Straßenbahnbetrieb überhaupt nicht durchführbar. Es hat aber einerseits die Straßenbahn den Zweck und die vertragliche Pflicht, im Interesse der Fahrgäste diese in möglichster Schnelligkeit ld. h. unter Berücksichtigung der zur Sicherheit des Verkehrs erlassenen polizeilichen Vorschriften) ihrem Ziele zuzuführen, anderseits haben die Straßenbahnführer die Verpflichtung, zur Innehaltung der Fahrzeit jegliche Stockungen im Betriebe nach Möglichkeit zu vermeiden. Aus Dororten und Umgebung. Kalk,.Sept.1905. Als gestern abend ein beladener Möbelwagen über das Geleise der ehemaligen Köln=Mindener Bahn fuhr. löste sich das hintere Rad, so daß der Wagen umfiel. Der Fuhrmann wurde auf die Straße geschleudert und erlitt dabei innere Verletzungen. Pferd und Wagen wurden leicht beschädigt. O- Kalk,.Sept.1905. Das am 1. Oktober stattfindende Konzert zum Besten des hiesigen Elisabethenvereins, veranstaltet vom Pfarr=Cäcilienverein, anläßlich des dreizehnten Stiftungsfestes unter freundlicher Mitwirkung des Kirchenchores St. Peter von Ehrenfeld verspricht ein genußreicher, schöner Abend zu werden. Als Solisten haben sich in uneigennütziger Weise Frau Thea Schwarze(Kalk), Fräulein Karola Schuh(Ehrenfeld) und Herr Engelbert Haas(Köln) zur Seite gestellt. Außerdem wird der Chor in Stärke von 40 Damen und 80 Herren unter Leitung seines Dirigenten Herrn Jean Kloth verschiedene Chöre zum Vortrag bringen. Dem vorwärtsstrebenden Verein ist eine große Abnahme von Karten für den wohltätigen Zweck zu wünschen. Oeffentliche Sitzung der Handelskammer, S Köln,.Sept.1905. Der Verband deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig bittet um Unterstützung seines Antrages betreffend die Einführung von Handelsinspektoren. Der Antrag wird dem Handelsausschuss überwiesen. Mehrere Beschwerden sind darüber eingegangen, dass die Postbehörde den Briefträgern verboten hat, Sendungen auf der Strasse auszuhändigen. Die Kammer erklärt sich dahin, dass das Verhalten der Postbehörde grundsätzlich gerechtfertigt sei. Die Kammer hatte im Mai d. J. beantragt, die Herstellung der Post. anweisungsformulare dem Privatgewerbe freizugeben. Das Reichspostamt hat jedoch entschieden, dass daran festgehalten werden müsse, zu Postanweisungen nur die in der Reichsdruckerei hergestellten Formulare zu verwenden. Um nachträgliches Bedrucken der Formulare zu erleichtern, liefert das Reichspostamt die Formulare im ganzen Bogen mit und ohne Wertzeichen. Die Bemübungen der Handelskammern zu Konstanz und zu Köln auf unbeschränkte Zulassung des Fernsprechverkehrs zwischen Konstanz und Köln sind von Erfolg gewresen.## per van Hr. Prof. Dr. Wirminghaus berichtete folgendes: Der Vorstand des Haus- und Grundbesitzervereins zu Kalk hat in einer Eingabe an die Kammer darauf aufmerksam gemacht, dass, nach den Plänen der Eisenbahndirektion für den Neubau des Bahnhofes Kalk-Süd, bezüglich der beiden Zuführungslinien von Köln-Hauptbahnhof und Köln-Süd nach Kalk-Süd die bisherige unzureichende Verbindung der Stadt Kalk mit dem Bahnhof Kalk-Süd unverändert bleiben soll. Diese Verbindung soll einzig und allein durch die räumlich schon jetzt einem geordneten Verkehr längst nicht mehr genügende nolshovenerstrasse, durch Anlage zweier Unterführungen in derselben, erfolgen. Der Verein bittet die Handelskammer, dahin zu wirken, dass durch den von der Rolshovenerstrasse bis zum Eisenbahnübergang an der Kalkerstrasse gelegenen, bisher geschlossenen Bahndamm ebenfalls eine Unterführung entweder an der Balduinoder an der Korneliusstrassc geschaffen werde. Da durch diese mangelhafte Verbindung auch die Interessen von Köln-Deutz bzw. der Humboldtkolonie geschädigt sind, so beschloss die Kammer, die ringabe des Vereins zu unterstützen. Die weiteren Schritte wurden in der geheimen Sitzung beraten. Die Handelskammer hatte im Monat Juni d. J. beantragt, zwischen dem-Zug 13 Basel—-rankfurt(in Frankfurt.05 nachmittags) und dem Schnellzug 55 Frankfurt— Köln(ab Frankfurt 5 Uhr nachmittags) möge ein Anschluss hergestellt werden. Die hiesige Eisenbahndircktion hat darauf erwidert, dass die Angelegenheit bei der nächsten europäischen Fahrplankonferenz für den Sommerfahrplan 1906 mit den beteiligten Verwaltungen crörtert Die Handelskammer hatte ferner beim Oberbürgermeister beantragt, dass auf gewissen Strecken der Strassenbahn morgens Frühwagen nach dem Bahnhof eingelegt werden und ferner der Betrieb der Uferbahn verstärkt werde. Der Oberbürgermeister hat darauf erwidert, dass bereits seit dem 1. August d. J. versuchsweise ein Frühwagen vom Chlodwigsplatz über Sachsenring. Weidenbach, Neumarkt. Dom laufe und.46 Uhr am Bahnhof eintreffe; von de Benutzung desselben werde die Weiterführung der Einrichtung anhängen. Den Wünschen bezüglich der Uferbahn könnc erst dann entsprochen werden, wenn eine angemessene Verkehrssteigerung auf dieser am wenigsten von allen Linien sich lohnenden Strassenbahn eing treten sei. Bezüglich dieser letzteren Ansicht steht die Kammer auf dem entgegengesetzten Standpunkt; die Angelegenheit soll im Verkehrsausschuss nochmals beraten werden. Vier hiesige kaufmännische Vereine haben die Präsidenten des Landgerichts gebeten, Bestimmungen zu erlassen, damit das Kgl. Amtsgericht in der Folge vorwiegend Kaufleute und nicht, wie bisher, ausschliesslich Rechtsanwälte als Konkursverwalter ernennen möge. Als Grund wird unter anderem angeführt, dass den Rechtsanwälten zur richtigen Abschätzung sowie zum Absatz der Warenbestände an die geeignetsten Personen die erforderlichen fachmännischen Kenntnisse fehlen. Der Rechtsanwalt besitze zu weng Kenntnis von der Buchführung und sonstigen einschlägigen Fragen. Die Vereine sind der Ansicht, dass diese Mängel beim kaufmännischen Konkursverwalter fortfallen und verweisen auf die in vielen Gegenden des Deutschen Reiches in dieser Beziehung gemachten Erfahrungen. Der Vorsitzende bemerkte, dass nach den gesetzlichen Bestimmungen Kaufleute als Konkursverwalter nicht ausgeschlossen seien, dass man aber in der Praxis eben weniger Rücksicht darauf genommen Die Kammer beschloss, die in Betracht kommenden Gesichtspunkte in einer Eingabe an den Hrn. Landgerichtspräsidenten zusammenzufassen. Der soziale Ausschuss der hiesigen kaufmännischen Vereine hat gebeten, ihre Bestrebungen auf Einführung des 8 Uhr- Ladenschlusses zu unterstützen. Die bisher erfolgten Umfragen sollen schlusses zu Unterstutzen. Die vionler...... Ha im allgemeinen fur die Bestrebungen des Ausschusses gunstige Ergebnisse zeigen. Für die Geschäfte mit Lebensmitteln sollen Ausnahmen bestehen bleiben. Die Kammer wird die Angelegenheit einDer Rheinisch-Westfälische Fleischerbund hat an die Kammer die Bitte gerichtet, seine Eingabe bezüglich der Fleischteuerung zu unterstützen. Der Vorsitzende empfahl, angesichts der grossen Bedeutung der Angelegenheit, diese einer eingehenden Beratung im Ausschuss zu unterziehen, womit die Versammlung sich einverstanden erklarte. * R h e i n h ö h e a m 6. S e p t., m o r g e n s 1 1 U h r: 2. 7 4 m.— 0, 1 3 m. * Wasserwärme am 6. Sept., morgens 11 Uhr: 15° h. Sorgt für gesundes Blut 7 ähnlichen Verfehlung wegen bereits vorbestraft. ∆. Gesperrt wird behufs Ausführung von Straßenbauarbeiten die Worringerstraße vom 11. September ab auf vier Wochen für Fuhrwerke und sonstige Fahrzeuge jeder Art sowie für Reiter. un Leichenfund. Gestern vormittag wurde am Kaiser Friedrich= Ufer, gegenüber der Auerschen Windmühle, die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts gelandet. - Diebstahl. Ein Mensch benutzte gestern die Niedergeschlagenheit einer Arbeiterfamilie über den unerwarteten Tod der Gattin und Mutter, um aus der Wohnung der Leute an der Elsaßstraße die gesamten Ersparnisse in Höhe von 200 M. zu stehlen Stimmen aus dem Teserkreis. 3574] Wie der Fiskus baut, kann man demnächst wieder von einem Um= und Neubau bei der Güterabfertigung Köln=Gereon wahrnehmen. Für die Arbeiter dieser Abfertigung wird in der nächsten Zeit anstatt der heute höchst unzulänglichen Aufenthaltsräume dicht neben den Bureauräumen ein neues Gebäude errichtet werden. Gleichzeitig soll für den Vorsteher der Güterabfertigung eine Dienstwohnung bei der Güterabfertigung geschaffen werden. Anstatt nun diesen Neubau mit dem genannten Umbau zu verbinden und dem Vorsteher eine Wohnung etwa in der ersten Etage des Aufenthaltslokales einzuräumen, soll ihm durch einen ziemlich kostspieligen Umbau eine Wohnung in dem Gebäude der Abfertigung selbst, mit gemeinsamem Eingange für die Familie des Vorstehers und die Beamten, eingerichtet werden. Die ihm einzuräumenden Wie ein Kind rasch laufen lernte. Zimmer werden dem Personal genommen, so daß dieses während der Dienststunden in Zukunft in noch beschränkterem Raum K Köln,.Sept.1905. Fruchtmarkt. Keine Zutuhr.— Heu.60-7,00, Maschinenstroh(Roggen).00, Richtstroh(Flegeidrusch)..30, Krummstroh enstfrunden in Julunst m noch beschruntkeringne muß. Nach Fertigstellung des Umbaues wird ein Personal von 110 bis 120 Beamten in etwa sechs Zimmern, von denen zwei Zimmer zusammen nur Raum für drei Personen bieten dürften, untergebracht. Sollte es da nicht angängig sein, für die ausgeworfene Summe, welche sich auf etwa 21000 M. belaufen soll, ein zweckmäßiges Gebäude zu errichten, in welchem die Arbeiter ihren Aufenthait nehmen können und der Vorsteher eine abgeschlossene Etage erhalten kann? Auf diese Weise würden den Beamten die heute schon kaum hinreichenden Bureauräume erhalten bleiben und dem Vorsteher eine angenehmere Wohnung mit besonderem EinNd. Ruppersdorf b. Herrnhut.=L. No. 39, den 4. Mai 1905. Hierdurch benachrichtige ich Sie, namens meiner Frau über die Erfolge, welche mit„Bioson" erzielt wurden. Meine Frau litt infolge einer Erkältung an Gelenkrheumatismus, welche Krankheit nach 16 Wochen noch nicht gehoben ist. die Erkältung war Stockung des Blutes eingetreten, welche auch durch alle ärztlichen Mittel nicht in Gang kam. So erhielten wir Ihr„#oso, und ich übernahm die Bereitung selbst und besolgte, Iügg, Porschzeift ver hat nach meiner Erfahrung„Bioson“ frisches Blut gebildet uno das fahren mit Umschlägen von 210 R. war geignet, Zas(gesgzegnac nicht Blut abzuführen. Ich hatte ein 1¾ Jahre altes Kind, welches noch nicht laufen konnte und an Schwäche litt. Da ich arm bin uno#### habe, auch 8 Wochen lang, der kranken Frau halber, nichts veroie### fehlte die Milch und das Kind erhielt Bicson. Nach drei Wochen, früh und abends genossen, stand das Kind auf und lief an den Bänken en lana. Die Gesichtsfarbe wurde frisch und kräftig und so hat Bioson# Menschen geholfen. Wo ich nur kann, empfehle ich es allen, welche ähn liche Leiden haben. Rehmen Sie meine einfache Erklärung gutislz##n auch meinen herzlichsten, innigsten, Dank jur Ohre Zutzgg,##g be. Bioson läßt nichts zu wünschen übrig, wenn ich als Alceri garzsich zeugen kann, so muß die Wissenschaft umsomehr uberzeugt se. He# grüßend, zeichnet Ew. Hochwohlgeboren dankbaren Karl Hei„. Kellner, Bleicharbeiter. Unterschrift amtlich beglaubigt: meindevorstand: Karl Fäntsch, Nieder Ruppersdorf. Bioson(erhältlich in Apotheken und guten Drogenhau ziuigste und 19 Kilo ve.—) ist fertig zum Gebrauch, das angenehmiste,„biui###. wa beste bluterzeugende Nähr= und Kräftigungsmittel in seiner 2h menschliches Wissen bis heute erfand. Man lese die Berichte der gr schriften, Professoren, Aerzte usw. Patent- und techn. Bureau Im merkei demok grelle: Entsch Sell werks sie m ginge diese nehm net. schaft haltel Arbe gehen der so sc keine ins Edaß Schr ledig schaf groß liche ihre Seit arbe aufe 1. kom früh ille latt. mmer, pt. 1905. bittet um ng von sausschuss , dass die auf der das VerKammer Post ben. Das an werden rei hergeucken der mulare mühungen eschränkte nstanz Vorstand Lingabe an Plänen der Ik-Süd, hnhof und bindung ert bleiben nlich schon nde Rols an in derdahin zu zum Eisenschlossenen 3alduindurch diese tz bzw. der r, die Einwurden in zwischen .05 nach(ab Frankllt werden. ; d i e A n g e nz für den en erörtert r beantragt, ns Frühferner der rmeister hat rsuchsweise Veidenbach. fe; von der ichtung abt dann entg auf dieser bahn eing Kammer auf in Verkehrsn des Landgl. Amtsd nicht, wie walter eret, dass den Absatz der rlichen fachte zu wenig gen Fragen. fmnännischen in Gegenden Erfahrungen. hen Bestimlossen seien, f genommen htspunkte in lenzufassen. eine hat ger- L a d e n- fragen sollen stige Ergebsollen Ausegenheit einZweites Blatt. Kölner Local-Anzeiger Kr. 244&a Mittwoch, 6. September 1905. Seite 3. .13 m. ndlungen, das billigste und ner Art, was e der Fachzeitreau enpfuhl 12. Aus dem 00 Der Streik der Installateure geht heute zu Ende. Gestern fanden im Hotel=Restaurant Kaiser Friedrich Einigungsverhandlungen mit den Vertretern des Vereins Kölner Installateure uh den Vertretern des freien Metallarbeiter=Verbandes statt, die über fünf Stunden dauerten. Den Verhandlungen wohnte auch der Zentral=Verbandsvorsitzende Matschak(Stuttgart) und der Bezirksleiter Spiegel(Düsseldorf) bei. Es wurde eine Einigung au folgender Grundlage erzielt und heute soll der Vertrag sowohl mit dem Zentralvorstand des Metallarbeiterverbandes, mit der Kolner Hitsgruppe und mit dem christlich=sozialen Metallarbeiterverband getätigt werden. Die Arbeitszeit bleibt eine 9½stündige, bis im Baugewerbe der neunstündige Arbeitstag allgemein eingeführt wird Samstags wird eine halbe Stunde und vor den hohen Feiertagen zwei Stunden früher Feierabend gemacht. Der Lohn fur Gehülfen im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit unterliegt der freien Vereinbarung, im zweiten Jahre beträgt der Lohn 36 Pfg., im dritten Jahre 40 Pfg. pro Stunde. Alsdann beträgt der Mindestlohn von heute bis 1. Januar 1906 50 Pfg., bis 1. Januar 1907 53 Pfg., bis 1. Mai 1908 56 Pfg. Für besonders schmutzige Arbeit, wie Reinigen von Abortgruben und Kanälen, wird eine Extravergütung nach besonderer Vereinbarung bezahlt. Diejenigen, welche obigen Lohn oder mehr bereits erhalten, bekommen eine Lohnaufbesserung in also von 3 Pfg. pro Stunde. Ueberstunden von—9 Uhr abends und von—7 Uhr morgens werden mit 20 Proz. Zuschlag,„Nachtund Sonntagsarbeit mit 50 Proz. Zuschlag vergutet. Für Arbeiten außerhalb Kölns, wo abends der Rückweg zur Arbeitsstelle nicht möglich ist, wird eine Montagezulage von mindestens 2,50 M. gewährt. Kann der Gehilfe mittags nicht nach Hause geyen, weil die Arbeitsstelle zu weit liegt, erhält er 70 Pfg. für Mittagessen oder das Fahrgeld. Die Lohnzahlung beginnt pünktlich nach Schluß der Arbeitszeit. Als Arbeitsnachweis gilt der städtische sowie die der Meister= und Gehülfen=Organisationen. Differenzen aus diesem Tarif entscheidet eine zur Hälfte aus Arbeitgebern und Arbeit nehmern bestehende Schlichtungskommission, die bei strittigen Fällen einen sachverständigen, unparteiischen Obmann zu wählen haben. Der Lohntarif dauert bis zum 1. Mai 1908 und gehr auf ein Jahr weiter, wenn er nicht sechs Wochen vor Ablauf dieser Fris“ von einer Seite gekündigt wird. Ueber Kündigung ist keine Gewerkschaftskreisen wird uns geschrieben: Die Rheinische Zeitung bleibt bei dem gegenwärtigen Kampf zwischen dem christlichen un dem sozialdemokratischen Holzarbeiterverband ihrer treu, sie schimpft, wie folgende Blütenlese zeigt:„erheuchelte kleriale Entrüstungsrufe“, traurige christliche Brüder“,„infamer Vertat“,„niederträchtige Tat“,„frevelhaftes Spiel,„erbärmliches Verhalten",„untilgbarer Schandfleck",„bodenlos gemeiner Verräterstreich",„sittlich völlig verkommene Menschen",„moralisch verlumpt",„moralischer Ueberfall",„Spitzbuben",„schlechter und auch sehr dummer Mensch“ usw. Solche Phrasen lassen indes die christlichen Arbeiter sehr kalt; mit den Worten„Streikbrecher“, Arbeiterverrat“ usw. hat die sozialdemokratische Presse in den letzten Jahren derart Unfug getrieben, daß in weiten Kreisen imi denselben kein Eindruck mehr zu erwecken ist. Was wuroe nich alles bei dem Bierboykott als Verrat gebrandmarkt: Und zum Schlusse liegen sich die Führer in den Haaren ob der Leichtfertigkeit, mit der dieser komplizierte Kampf inszeniert wurde. Die sozialdemokratischen Verbände anderer Berufe beschließen für die streikenden Kölner Holzarbeiter Sympathieresolutionen; auch diese wissen die christlichen Arbeiter zu verschmerzen. In Mülheim ließ man in einer Versammlung beschließen:„Die Versammlung fordert die sämtlichen freien Gewerkschaften auf, ferner in keiner Weise mit den sogenannten christlichen Verbänden Hand in Hand gehen.“ Wie naiv! Im übrigen sind solche Beschlüsse in eine unter Punkt 1 bezeichnete Bewegung ist unter den beteiligten Verbänden, sowohl hinsichtlich der Forderungen, wie auch über den Zeitpunkt und die vorgesehene Taktik eine Verständigung zu erzielen. 3. Werden von anderen Verbänden die unter 1 und d“ Sechc ct erfilft, so haben die Mitglieder in aehen.“ Wie nalb: Im übrigen„ nicht neu. Die sozialdemokratischen Kölner Schneider nahmen anger Zeit eine. ähnliche Resolution an, was selbst3 Zugegeben muß werden, daß unter den gegenwartigen sozialen Verhältnissen, wenn zweifellos berechtigte, wichtige Arbeiterinteressen auf dem Spiele stehen, ein Zusammengehen der christlichen mit der sozialdemokratischen Organisation notwenoig werden kann. Wer sich auf den Standpunkt stellt, daß jedes derartige Zusammengehen verwerflich sei, wer sich z. B. sog beim Bergarbeiterausstand darüber entrüstete, daß„die sogen. christlichen Gewerkschaften mit den Sozialdemokraten Arm in Arm“ gingen, kann eine ernsthafte Widerlegung kaum noch beanspruchen. So oft freilich ein Zusammengehen in Frage kommt kann man nur auf das dringendste wunschen, daß die christliche Gewerkschaft sich nach den oben mitgeteilten Grundsätzen volle Freiheit der Entschließung wahrt, bzw. von voruherein ihr Laitbestimmungsrecht mit aller Entschiedenheit in Anspruch nimm und nötigenfalls erkämpft, wie es jetzt in Köln geschieht. Es ist nicht nur eine Lebensfrage für die christlichen Gewerk schafteu, daß sie in solcher Weise einer Diktatur der sozialdemokratischen Verbände energisch entgegenarbeiten, es hängt auch für die Entwicketung und den Charakter der wirtschaftlichen Kämpfe außerordentlich viel davon ab. Hat es sich doch gerade jetzt in Köln wieder gezeigt, wie grundverschieden die Stellung der beiden Organisationen zur Frage einer Lohnbewegung.. Agitatorische, parteipolitische Gesichtspunkte sind oft genug bei sozialdemokratischen Gewerkschaftsführern ausschlaggebend, wie es bei der noch auf dem letzten Gewerkschaftskongreß bekräftigten engen Verbindung zwischen Sozialdemokratie und„freien“ Gewerkschaften gar nicht anders sein kann. Für die christlichen Gewerkschaften dürfen dagegen nur rein jachliche Gesichtspunkte maßgebend sein, wie es der christliche Holzarbeiterverband in Köln jetzt wieder bewiesen hat. Sie haben ernstlich und gewissenhaft zu prüfen nicht nur, ob der Zeitpunkt geeignet ist, ob hinlängliche Aussichten auf Erfolg gegeben sind, sondern vor allem, ob die in Frage kommenden Interessen der Arbeiter gerecht und schwerwiegend genug sind um— nachdem alle Mittel friedlicher Verständigung vergeblich versucht worden sind— das letzte und äußerste Mitte., die Arbeitseinstellung, geboten erscheinen zu lassen. Es ist eine wichtige Mission der christlichen Gewerkschaften, bei Entstehung wirtschaftlicher Kämpfe für die Beobachtung dieser sachlichen Gesichtspunkte einzutreten und hierfür den ihnen zu Gebote stehenden Einfluß in die Wagschale zu werfen. Die notwendige Vorbedingung ist allerdings eine bedeutende Verstärkung dieses Einflusses, d. h. ein weiteres äußeres und inneres Wachstum der christlichen Organisationen. Um so bedauerlicher ist die Kurzsichtigkeit gewisser Kreise, welche in ihrem eigenen Interesse zu handeln glauben, wenn sie der christlichen Gewerkschaftsbewegung möglichst viele Schwierigkeiten in den Weg legen. Wie sich heute die Verhältnisse nun einmal gestaltet haben, wird schon unendlich viel gewonnen sein, wenn die wirtschaftlichen Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf ein moglichst geringes Maß zurückgeführt werden und der ihnen von der Sozialdemokratie vielfach aufgeprägte Klassenkampfnicht lange aber nicht sie aver nicht hinderte, einige Monate später mit dem christlichen Verband gemeinsam eine Lohnbewegung zu führen. An der wachsenden Macht der christlichen Gewerkschaften vermogen eben papierene Resolutionen nichts zu ändern. Die„Genossen müssen sich ein für allemal mit der Tatsache abfinden, daß die christlichen Gewerkschaften gegenüber den sozialdemokratischen bei Vewegungen dasselbe Mitbestimmungsrecht verlangen, wie beide es gegenuber den Arbeitgebern bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen beanspruchen. Wo sozialdemotratischer Machtdünkel sich dem entgegenstellt, wird überall da, wo die christlichen Gewerkschaften bedeutende Minderheiten darstellen, dieses Recht mit aller suergie erzwungen werden. *: ccheiftliche und sozialdemokratische Gewerkschaften. Im Kölner Schreinergewerbe spielt sich gegenwärtig ein bemerkenswerter Kampf ab, der auf das Verhältnis zwischen sozialdemokratischen und christlichen Gewerkschaften wieder einmal ein grelles Schlaglicht wirft. Das Erfreuliche an diesem Kampfe ist die Entschiedenheit, mit welcher der chzistiche, Verband, seine volle Selbständigkeit gewahrt hat. Es wird den christlichen Gewerkschaften von Arbeitgebern manchmal der Vorwurf gemacht, daß je mit den sozialdemokratischen Organisationen„Arm in Arm gingen, daß sie„nicht besser oder sogar noch schlimmer“ seien wie diese usw. Von der anderen Seite werden sie fortgesetzt als„Unternehmergewerkschaften“ oder„Streikbrecherorganisationen“ bezeichnet. Das läßt schon darauf schließen, daß die christlichen Gewerkschaften eine Mittellinie einhalten, oder wenigstens einzuhalten sich bemühen. Ihre Unabhängigkeit nach der Seite der Arbeitgeber haben sie oft genug bewiesen durch energisches Vorgehen, wo es sich um berechtigte und schwerwiegende Interessen der Arbeiter handelte. Sie haben aber auch, wie jetzt in Köln, so schon in manchen ähnlich gelagerten Fällen, gezeigt, daß sie keineswegs gewillt sind, sich von den Sozialdemokraten einfach ins Schlepptau nehmen zu lassen. Es mag vielleicht hier und da auch einmal vorgekommen sein, daß christlich Organisierte, die einer gründlicheren sozialen Schulung und vor allem des nötigen Einflusses noch entbehrten, lediglich unter dem Drucke der sozialdemokratischen Gewerkschaftler sich einer Bewegung angeschlossen haben. Aber im großen und ganzen wird man zugeben müssen, daß die christlichen Organisationen ernstlich und erfolgreich auf die Wahrung ihrer Unabhängigkeit auch nach der sozialdemokratischen Seite bedacht sind. In dieser Hinsicht hat der christliche Holzarbeiterverband in seinem Verbandsorgan folgende Grundsätze aufgestellt:5 1. Will eine Organisation eine Lohnbewegung inszenieren, und es kommt dabei eine zweite Organisation in Betracht, so ist diese so fruhzeitig wie möglich davon zu verständigen, damit auch von iyr Ulle Vorbereitungen getroffen werden können. 2. Vor dem Eintritt charakter verschwindet. Das wird um so mehr gescheher, Je, a Heiratssnnrnnsihten nachdrücklicher die christlichen Gewerkschaften ihren Einfluß zu-„ gasse 12, u. Karol. Hellwig, Sterneng gunsten einer rein sachlichen Behandlung wirtschaftlicher Streit=] Blindg. 16, u fragen geltend machen können. Um so eher wird es auch mög u lie sein, nach dem Wunsche des Straßburger Katholikentages Mittel und Wege zu finden bzw. erfolgreich zu benutzen,„welche unter Wahrung des freien Koalitionsrechtes und der Gleichberechtigung von Arbeiter und Arbeitgeber geeignet sind, dem Ausbruch von Differenzen vorzubeugen und das Arbeitsverhältnis im Geiste der sozialen Gerechtigkeit und Versöhnung zu regeln. Politische Nachrichten. * Die Unterzeichnung des Friedensvertrages. (Drahtber.) Portsmouth, 5. Sept. 1905. Der Friedensvertrag ist heute nachmittag um 3 Uhr 52 Min. unterzeichnet worden. Witte unterzeichnete den Vertrag zuerst, dann Komura. Marinearsenal abgefeuerte Schüsse gaben Kunde von der Unterzeichnung des Vertrages. Zugleich erklangen die Glocken aller Kirchen in Portsmouth, New Castle und Kittery etwa zehn Minuten lang. Allenthalben wurden Flaggen gehißt. — London, 6. Sept. 1905. Wie die Morning Post aus Portsmouth meldet, hielten nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages Baron v. Rosen und Baron Komura Reden, in welchen beide Länder sich zu dem Abschluß des Friedens beglückwünschten und der Hoffnung Ausdruck gaben, daß nunmehr dauernder Friede zwischen den beiden Nationen herrschen werde. Die Unruhen in Rußland. Aus Tiflis, 5. Sept., wird gedrahtet: In der Stadt Schucha arteten zwischen Privatpersonen geführte Streitigkeiten am 29. August derart aus, daß die Bevölkerung zu Waffen griff. Die verschiedenen Nationalitäten nahmen gegeneinander Stellung, und es entspann sich ein Gewehrkampf. Am 2. September herrschte in der Stadt Ruhe, doch tobten in der Umgegend Kämpfe. Im ganzen wurden etwa 200 Personen aetötet und verwundet: 200 Häuser sind verbrannt.— Ueber die Unruhen in Baku wird den Blättern gemeldet: Das Gemetzel dauert fort, 100 Naphthafontänen brennen. Der Handel stockt, der Bahnverkehr ist eingestellt. Es fand ein Kampf mit Truppen statt, wobei eine Anzahl Personen getötet und verwundet wurde. Das Gewehrfeuer war sehr stark, besonders in den Petroleumwerken Balak=Hamakh, wo zudem ein großer Brand wütete. Nachts wurde versucht, die Petroleumwerke und die Stadt in Brand zu stecken. Das Feuer wurde aber bald wieder erstickt. Heute waren einzelne Gewehrschüsse vernehmbar. Die sogenannte schwarze Stadt brennt. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Die Truppen gehen energisch vor. Während der drei Tage, die die Unruhen dauern, wurden amtlich 52 Getötete und ebensoviele Verwundete gemeldet.— Die letzten Tage hindurch strömten nach Tiflis zahlreiche Familien, aus den Provinzen Elisabethpol und Baku flüchteno, wo Metzeleien an der Tagesordnung sind, wie auch aus der Umgebung von Tiflis, wo Greneltaten der Tataren befürchtet werden. Die von den Unruhen betroffene Bevölkerung leidet bitterste Not. Wie aus Baku weiter gemeldet wird, veranstalteten„dort die Geistlichkeit, die Volksvertreter und der Gouverneur einen Umzug in der Stadt, wodurch es ihnen gelang, das Feuergefecht vorübergehend zum Schweigen zu bringen. Als jedoch wieder ein Haus in Brand gesteckt wurde, brachen die Unruhen von neuem aus. Armenier und Tataren schossen auf einander. Mehrere Häuser gingen in Flammen auf. Als Tataren in die Stadt eindrangen, gelang es durch Veranstaltung einer feierlichen Prozession, Beruhigung zu schaffen. Kirchliches. 7) Kalk,.Sept.1905. Mit dem Fest Mariä Geburt am nächsten Sonntag beginnt die altehrwürdige Kalker Andacht. Bis zum Fest des h. Erzengels Michael(29. September) einschließlich ist jeden Nachmittag.30 Uhr Segensandacht in der Kapelle, während in der ersten Woche der Festzeit außerdem jeden Morgen um 9 Uhr eine feierliche Segensmesse vor dem Gnadenbild der schmerzhaften Mutter gelesen wird. Nachdem im vorigen Jahr durch das glänzend verlaufene 200jährige Jubiläum der Kapelle die Wallfahrt nach Kalk einen neuen Aufschwung genommen hat, steht zu daß auch in diesem Jahr große Scharen frommer Pilger hierher wallen, namentlich aus Kor. Standesamt der Stadt Köln. 5. Sept. 1905. # Geburten. Egerius, S. v. Matthias Hallerbach, Tagel., Unter Krahnenbäumen 69.„ Heinrich, S. v. Heinrich Splinter. Oberlandesgerichtsrat, Jakordenstr. 19.— Aloys, S. v. Aloys Paye, Schriftletzgr. Eigelstein 131.- Anna, T. v. Peter Blumenthal, Schlosser, Ohmstr. 44. - Cordula, T. v. Kornelius Feuger, Kartoffelhdlr., Bonnerstr. Paul, S. v. Josef Schiederich, Geschäftskutscher, Karolingerring 27.Johann, S. v. Joh. Mergenthal, Schuhm., Karthäuserhof 46.- Elisabeth, T. v. Franz Chorus, Bureaugeh., Zülpicherstr. 317.— Elisabeth, T. v. Christian Rösle, Anstreicher, Usingerstr. 23.- Agnes, T. v. Jos. Berres, Tagel., Bayenstr. 19—21.- Karl, S. v. Wilh. Neukirchen, o.., Filzengraben 14.- Matthias, S. v. Franz Bäuerle, Kohlenhdlr., Friesenwall#. - Magdalena, T. v. Karl Weiß, Wagenputzer, Severinskirchplatz.Margareta, T. v. Deter Henn, Tagel., Sömmeringstr. 13.- Peter, S. v. Heinrich Hierling, Bildhauer, Maybachstr. 98.- Paul. S. v. Klosterhalfen, Schlosser, Loreleystr. 24.— Peter, S,., Deter Groß, Schuhm., Gr. Griechenmarkt 121.= Heinrich, S. v. Max Wagner. Anstreicher, Glockenring 2.- Heinrich, S. v. Heinr. Bonners, Tagel., Volkhovenerweg 91.: Anna, T. v. Andreas Ziucken, Hausdiener, Seperin straße 9.- Josef, S. platz 13.— Friedrich bach 37.„ Gerhard, S. v. Wuh. Fu###. Margot, T. v. Arthur Vogelsang, Kaufm., Roonstr. 39. # Sterbefälle. Theodor Pering, 1., Buschg. 5.- Gertr. 5., Bonnerstr. 515.- Gertr. Emps, geb. Stein, 33., Elsaßstr. Elisab. Zerres, 12., Severinstr. 33.= Wilhelm Kann, 3., Moselstraße n7.= Anna Pfeiffer, 3., Maybachstr. 48.- Theodore Oesterlec, 25., Brüsselerstr. 72.- Benjamin Magerstädt, Kellner, verh., 55., a Heiraten. Wilh. Eckert, Architekt, v. Herborn, u. Elisabeth Sans, v. Fellin.= Hugo Ratz, Feuerwehrmann, v. Isserstedt, u. Helene Baumaarten. v. Sandersleben.- Paul Tabbat, Tagel., u. Johanna Krug, beide v. hier.- Heinr. Boden, Schlosser, v. Saarburg, u. Maria Schwarz, v. Mülheim a. Rhein.- Martin Bialas, Tischlerges., v. Buckwitz, u. Maraar. Puaaé, v. Ehrenfeld.- Bruno Schroeder, Buchh., v. Düsseldorf, u. Mathilde Wagner, v. hier.- Josef v. Cuchenheim, u. Auguste Streck, v. hier.- Franz Zemke, Vize=Feldw. u. Zahlmstr.=Aspirant, v. Rummelsburg, u. Johannette Krause, v. Wetzlar.- Nik. Binzen, Schlosserges., v. Mesenich, u. Emma Gütgemann, v. Oberwinter.- Heinr. Oelkers, Maurerges., v. Witten, u. Margareta Hönerbach, v. hier. Oskar Niedecken, Klempnergeselle, u. Sibyla Itzstein, beide v. hier.- Joh. Albicker, Schneider, v. Wutöschingen, u. Kath. Schumacher, v. Gleuel.- Heinr. Granderath, Maler u. Anstr., Heirats=Ankündigungen. Jos. Ohler, Verkaufsverm., Streitzeugrol. Hellwig, Sterneng. 39.- Artur Füssel, Tapeziel r, u. Magd. Haselbach, Blindg. 6.- Theodor Humpfle, Tagel., u. Anna Schmidt, beide Thieboldsg. 22.— Ferdin. Gramen, Spieserg. 10. u. Maria Schumacher, Limburgerstr. 2A.- Heinr. Drechsler, Machabäerstr. 9. u. Henr. Millenbach, Rothgerveroa###n Wilh. Achterwinter, Wirt, Köln=Ehrenfeld, u. Marta Mölle, Christophstraße 8.- Georg Steingaß, Kellner, Johannisstr. 52, u. Kathar. Massosthusmann, Johannisstr. 32.- Otto Burger,„Eisenbahn=Prgktzkant, Dürenerstr. 181, u. Maria Raffenverg, Zülpicherstr. 29.- Joh. Funk Tagel., Mühlenbach 40, u. Anna Schneider, Lindenstr. 52. (Vom 22. August bis 1. September 1905.) 9 Geburten. Jakob, S. v. Joh. Koers, Fabrikarb., Platenstr. 14. Agnes, T. v. Matth. Schiefer, Tagel., Subbelratherstr. 450.- Philipp, S. v. Heinr. Elzenheimer, Schausteller, Frankfurt a. M.-Adele, T. v. Friedr. Triebel, Porzellanmaler, Glasstr. 76.=Emil, S. v. Emil Winterberg, Kutscher, Iltisstr. 21.- Gertrud, T. v. Wilh. Hermes, Bäcker, str. 70.- Anna. 7 v. Heinr. Weck, Fabrikarb., Vogelsangerstr. 120. Heinr., S. v. Heinr. Pütz, Schlosser, Stammstr. 95.— Martin, S. v. Heir Schmitz. Tagel., Glasstr. 82-84.- Karl, S. v. Traugott Höpfner, Schausteller, Minden i. W.- Adolf, S. v. Jakob Wolters, Stuckat., Gumprechtstr. 1.: Franz, S. v. Herm. Halber, Bäcker, Leostr. 66. Sumprechttr,„e4, Benloerstr.374.: Maria, T. v. Hubert Franken, Fuhrm., Simonsstr. 8.= Sophia, T. v. Josef Gottlob, o. Ber Klarastr. 61.= Elisa Maria, T. v. Thom. Wilh. Brauscombe, Lacksieder, Venloerstr. 451.- Walter, S. v. Jos. Dronschrowfti, Fabrikaro. Gumprechtstr. 91.- Charlotte, T. v. Reiner Kaster, Maurer, Iltisstr. 39. Emilie, T. v. Peter Müller, Kondit., Körnerstr. 80.- Theresia, T. v. Wilh. Carl, Fabrikarb, Häuschensweg 40A.- Theodor, S. v. Michael Korigen, Tagel., Senefelderstr. 18.- Lucia, T. v. Theod. Borsdorf, Reg.=Sekr., Schulstr. 20.- Jakob, S. v. Josef Johren, ratherstraße 191. Kathar., T. v. Heinr. Heippeler, Far karv., loerstraße 437.- Margar., T. v. Nik. Meyzer, Fabrikarb., Vogelsangertraße 277.- Elisab., T. v. Mich, Pütz, Former, Plattenstr. 22.- Juliane, T. v Dominik Henggeler, Viehwärter, Liebigstr. 157.= Tagel., Venloerstr. 407.- Joy., S. v. Theod. Muller, Milchhändl., Grevenbroicherstr. 70.- Jakob, S. v. Joh. Bringmann, Bahnwärt., Belvederestr. 66.— Gertr., T. v. Joh. Watzelhahn, Maurer Glasstr. 82.- Michael, S. v. Adam Steyer, Klempn., Roßstr. 5.- Mag dalena. T. v. Albert Bender, Briefträger, Sömmeringstr. 38.- Johann, S. v. Jakob Schnorrenberg, Schlosser, Venloerstr. 689.- Christian, S. v. Barthol. Schüller, Tagel., Grevenbroicherstr. 68. * Sterbefälle. Wwe. Anna Kürten, geb. Pöllmann, 54., Glas68 Bernhard Errleben, 8., Venloerstr. 409.- Jakob Boaszewsei, 11., Glasstr. 85.: Wilh. Recktenwald, 1., Stammraße 61.- Cäcilia Greuel, 15., Venloerstr. 664.- Agnes Schiefer, St., Subbelratherstr. 450." Wwe. Anna Harton, geb. Deuy, 42 Hansemannstr. 39. 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