Nr. 57. Feruspr.: Redaction 259. Köln, Sonntag, 28. Februar 1908. Fernspr.: Geschäftsstelle 420. Ahtzehnter Jahrgang. Für die und bieten wir in der Abteilung für matio Lleide die denkbar grösste Auswahl nur erstklassiger Qualitäten. Als besonders vorteilhaft und offerieren speziell für diesen Zweck: Kommunion-Wäsche für Mädchen und Knaben SOWIe Kommunion-Rorsetts — enorm billig.— 40 Hohestrasse 40 Michel& Ecke Burghöfchen. 5 Großer Räumungs=5o Ausverkauf Blindgasse l. 5% Rabatt auf meine Schuhwaren bis zum 29 d.., um mein Lager bis zum Eintreffen der FrühjahrsNeuheiten möglichst geräumt zu haben. Damen= u. Herrenstiefel von C %, 10-18 H. Tanzschuhe, Kinderstiefel, vorschriftsmälig nach dem Fuße gearbeitet. Franz Esser, Fernspr. 7572. Schuhmachermeister. Fernspr. 7572. . 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Leitend war der Gedanke, daß neben der Fürsorge für den Einzelnen hierdurch gleichzeitig die Ansteckungsgefahr für die Umgebung gemindert und damit zugleich im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege eine vorbeugende Wirkung gegen die Ansteckungsgefahr auf die Gesamtheit der Bevölkerung erzielt wird. Die Eröffnung dieser Heimstätten, einstweilen für die beiden Konfessionen je eine, kann voraussichtlich bereits in nächster Zeit erfolgen. Voraussetzung der Aufnahme ist lediglich, daß der Rentenempfänger seine Rente an den Vorstand abtritt. Ein weiterer Zuschuß seitens des Rentenempfängers, seiner Famitie oder des in Betracht kommenden Armenverbandes zu den die Rente weit übersteigenden Kosten der Unterbringung in die Heimstätte wird nicht verlangt. Neben einer dem Krankheitszustande entsprechenden sorgfältigen Pflege soll den Lungenkranken in diesen Heimstätten auch dauernde ärztliche Behandlung zu teil werden, so daß hierdurch eine vorhandene Aussicht auf Genesung möglicherweise eine wesentliche Förderung erhalten könnte. Anträge auf Aufnahme sind unter Vorlage des Rentenfestsetzungsschreibens auf dem Oberbürgermeisteramte in Köln, Abteilung für Alters= und Invaliden= versicherung, Unter Goldschmied 38, Zimmer 2, persönlich zu stellen. za Geflügelausstellung. Der Geflügelzüchterverein Ornis hat seine diesjährige Geflügelausstellung nach Nippes verlegt und befindet sich dieselbe im großen Saale des Restaurants Tivoli an der Neußerstraße. Die Verlegung der Ausstellung nach Nippes fand in erster Linie aus dem Grunde statt, um den in Nippes wohnenden zahlreichen Mitgliedern entgegen zu kommen, in zweiter Linie fand sich für die wirklich großartige Ausstellung in der Altstadt kein geeignetes Etablissement. Der Verein hat bei der Straßenbahn bewirkt, daß die Wagen derselben während der Ausstellungstage vor dem Lokale zum Ein= und Aussteigen auhalten. Der Ausstellungs= saal ist sehr wirkungsvoll dekoriert, und macht die Ausstellung, welche etwa 800 Nummern umfaßt, insbesondere auch durch das prächtige Ausstellungsinventar einen gediegenen Eindruck. Das Wassergeflugel, bestehend in Schwänen, Enten, Gäusen der Nutz= und Zierrassen, sind in geräumigen Käfigen vor dem eigentlichen Ausstellungsraume untergebracht. Im Saale selbst fällt dem Besucher zunächst eine außer Wettbewerb steh nde Sammelausstellung des Nutzgeflügelhofes Burg Zieverich(Bergheim) auf. In großen Gelassen findet man da weiße-king=Enten, weiße Truthühner, weiße Italienerhühner, vierzig fünf Wochen alte und fünfzig drei Wochen alte Wyandotte=Kuken. Unter den Hühnern, die in fast allen Rassen vertreten sind, fallen sehr schöne französische Rassen ins Auge. Einzelne Nummern sind mit einem Verkaufspreise von 300 M. ausgezeichnet. Truthühner, Perlhühner, Fasane sind gleich dem Wassergeflügel und den Hühnern in tadellosen Exemplaren vertreten. In der überaus reichhaltigen Taubenabteilung sind besonders Pfautauben, Kropftauben, Perücken in schönen Exemplaren vorhanden. Das zierliche Mövchen ist allein in 60 Nummern vertreten; auch lang= und kurzschnabelige Tümmler in allen Arten sind sehr zohlreich zur Schau gestellt. Die einzelnen Rassen der ausgestellten Tiere namentlich aufzuzählen, würde zu weit führen, und sei nur noch darauf hingewiesen, daß außer dem Geflügel Futtersorten, Medikamente zur Geflügelzucht, Geräte, Literatur usw. sehr reichhaltig vorhanden sind. Besonders interessant ist ein in Betrieb befindlicher Brutapparat. Zur Verlosung ist bereits eine Anzahl Stämme Geflügel angekauft und finden die Lose guten Absatz. Zur Verteilung gelangen an die Aussteller: zwei sill erne und vier bronzene Staatsmedaillen, zwei silbervergoldete, acht silberne, zwölf bronzeversilberte und 24 bronzene Vereinsmedaillen, 30 Diplome sowie viele Geld= und Ehrenpreise. Die Ausstellung wurde Samstag den 27. d. eröffnet und dauert bis Montag abend. J Eine Kölner Kongregations=Erinnerung. Der Artikel Aufhebung von Ministerialerlassen aus der Kulturkampfszeit läßt mich folgenden Rückblick tun: Anfangs der siebziger Jahre war ich Schüler eines hiesigen Kgl. Gymnasiums, welches früher— horribile dictu!— Jesuitengymnasium gewesen war; zugleich war ich Mitglied der von P. Voiß, der 1871 mit dem Eisernen Kreuze geschmückt mit den siegreichen Truppen in Köln einzog, geleiteten Kongregation. Aber der Tan, der bald los ging! Zuerst lief man Sturm gegen meinen sich eines gesunden hausbackenen Verstandes erfreuenden Vater: er solle mir den Besuch der Kongregation, des Jesuitenklosters und— der Minoritenkirche untersagen; mein Vater lehnte zuerst mit einem verbinglichen Lächeln ab, um bei wiederholtem lästig werdendem Ansturm es an Deutlichkeit nicht fehlen zu lassen. Dann wurde ich vor die— Konferenz geschleppt, wo man mir mit dem Erfolge die Hölle heiß machte, daß ich am nächsten Sonntag— mich pünktlich um 2 Uhr in der Minoritenkirche einfand. Dann kam die Katastrophe! Acht Tage später, Sonntags nachmittags um 2 Uhr stand, nicht mit flammendem Schwerte, sondern mit seinem bekannten Rohrstock am Portal der Kirche der Racheen##el in Gestalt unseres sonst äußerst umgänglichen und gemütlichen Mathematiklehrers; er vermochte meinen Eintritt in die Kirche nicht zu verhindern. Wiederum waren acht Tage vergangen, und der gute Herr versperrte mit seiner ganzen Fülle die Tür, jagte mich fort, verfolgte mich um die Kirche herum durch den Museumsgarten und die Mariengartengasse und wähnte mich dort auf dem Heimwege, während ich unbefangen durch die nebenliegende Römergasse— zur Minoritenkirche pilgerte. Bald aber ließ ich es geuug sein des grausamen Spiels, zumal ich aus berufenem Munde die Trohung gehört hatte:„Wenn ich dich Kerl mit einem blauen Bängelchen um den Hals kommen säh, dann hing ich dich daran auf!“ Ich blieb zurück, und— lieb Vaterland konnt ruhig sein! Erstochen. Gestern Abend gegen 10 Uhr gereten, wie schon in einem Teile der gestrigen Nummer mitgeteilt wurde, in einer Wirtschaft An der Linde zwei holländische Fischhändler mit einem Landsmann beim Billardspiel in Strelt. Nachdem der Wirt die Streitenden aus dem Lokal verwiesen, griff einer der beiden ersteren: auf der Straße zum Messer und versetzte seinem Gegner einen Stich in den Hals, wodurch die Schlagader durchschnitten wurde. Der Verletzte rannte dem Messerhelden nach, stürzte aber infolge des erlittenen Blutverlustes alsbald tot zu Boden. Der an der Machabäerstraße wohnende Täter, ein Schwager des Erstochenen, wurde nachts verhaftet. ! Im Kunstgewerbemufeum am Hansaring sind zur zeitweitigen Ausstellung ausgenommen: plastische Arbeiten aus farbig glasiertem Steingut von Bildhauer H. Hidding in Berlin und architektonische Reisestudien von P. Bachmann, Lehrer an der-hiesigen Kunstgewerbeschule. In den Lesefenstern unserer Geschäftsstelle, Marzellenstraße 32, sind für diese Woche folgende Bilder ausgestellt: Das russische Nordgeschwader, Transportdampfer Lena und die Panzerkreuzer erster Klasse Gromoboi, Rjurik, Rossija und Bogatyr, die Bewachung der mandschurischen Eisenbahn durch russische Kosaken, das Bilduis von Jewjeny Iwanowitsch Alexejeff, des Oberkommandierenden der russischen Land= und Seetruppen in Ostasien, der Typ der neuen japanischen Panzerkrenzer Nisshin und Kashuga, eine Zusammenkunft von eingeborenen Bibelboten zu Mukden in der Mandschurei und ferner ein deutsch=ostafrikanisches Nashorn aus dem Zoologischen Garten in Berlin. Militärische Uebung. Gestern sand zwischen den Truppen der Kölner und Aachener Garnison zwischen Jülich und Schleiden die alljährliche Winterübung statt. Die Truppen der hiesigen Garnison fuhren gestern morgen vom Gereonsbahnhof mittels Sonderzügen ab und trafen abends wieder hier ein. Taschendiebstahl. Gestern abend wurde einer Dame aus Ehrenfeld beim Verlassen eines Spezialitätentheaters das Portemonnaie mit etwa 24 M. sowie einer Denkmünze aus der Tasche gestohlen. Es gelang nicht, die Langfinger zu ermitteln. 1 Unglücksfälle. Gestern morgen kam in der Poststraße ein Mann beim Verlassen eines Straßenbahnwagens zu Fall und erlitt nicht unerhebliche Kopfverletzungen.— Auf dem Hildebold- latz fiel eine Frau hin und brach einen Arm.— In der Sechzigstraße in Nippes kam ein zwölfjähriger Junge zu Fall und brach einen Arm. Die Verletzten wurden dem Bürgerhospital zugeführt.— Gestern vormittag hängten sich am Karthäuserwall mehrere Schulknaben an einen Bierwagen. Dabei kam ein achtjähriger Knabe zu Fall und verletzte sich so erheblich am rechten Ange, daß ein Arzt seine Ueberführung in eine Augenklinik anordnete.— Im Alexianer= kloster wurde u. a. Hülfe geleistet: einem Manne, der in seinr Wohnung die Treppe hinuntergefallen war und sich erhebliche Schulterverletzungen zugezogen hatte, sowie einer Fcau, der eine Nadel in eine Hand gedrungen war. Deutsche Anlagepapiere. Wertstand am 27. Februar 1904. 3½% Deutsche Reichsanleihe 101.50•4% Pfandbr. d. Preuss. Central3% desgl. 89.301 Bodenkr.-.-G. v. 1890 100.70 3½% Preussische Consols 101,25 4% desgl. v. 1899, unkdb. b. 1909 101,50 3% desgl. 89.50 3½% desal. 95,10 4% Anleihe der Rheinprovinz 103.50 312% desgl., unkündbar bis 1906 96.00 3¾% desgl. 101.60 4% Pfdbr. d. Rh.-Westf. Boden3½% desgl., Reihe III und IV. 99.501 kredit-Bank 100.25 3½% desgl., Reihe X, XII-XVII. 4% desgl., Reihe VII, unkündb. XXIV-XXVI 99.501 bis 1908 101,60 3½% desgl., Reihe XIX 00,004% desgl.,.VIII. unkdb.b. 1910 102.00 313% desgl. 94,70 4% desgl.,.IX. unkündb.b. 1912 102,40 3% desgl. 90,00 3½% desgl. 95.40 4% Anleihe d. Prov. Westfalen 103,25 3½% desgl.,.VI. unkündb.b. 1908 96.50 3¾% desgl. 000,0014% Pfandbriefe d. Westdeutsch! 3½% desgl. 99.901 Bodenkredit Anstalt 101.30 3% desel. 89,00•4% desgl.,.I, unkündb.b 1904 101,00 ·% Anleihe der Stadt Köln 102.50 4% desgl.,.V. unkündb. b. 1909 101.80 3½% desgl. 99,60 4% desgl.,.VI, unkündb b. 1910 102,60 3½% Anleihe d. Stadt Düsseldorf 99,40 4% desgl., R. VII, unddb. b. 1913 102.80 3½% Köln-Mindener Eisenbahn. 3½% desgl. R. III, unkdb. b. 1905 96.60 Prämienscheine 435.40 3½% desgl.„.Iv. unkundb..1907 98,00 Unentbehrliche Zur Reinhaltung der Zähne genügen Zahnwässer allein nicht. Die Entfernung aller am Zahnfleisch sich unausgesetzt neu bildenden, schädlichen Stoffe kann nur durch die mechanische Reinigung in Verbingung mit einer erfrischend und antiseptisch wirk nden Zahn-Crème erfolgen, als welche sich„Kalodont“ in erfolgreichster Verwendung bereits in allen Kulturstaaten bewährt hat. h Feuilleton des Kölner Local=Anzeiger. 28. Febr. 1904. ## Der Erbe. 19] Roman von O. Elster. Sein Vormund habe ihm die Notwendigkeit, sein gutes Recht gelkend zu machen, nachgewiesen, und so sei er denn hierher nach Ostende gekommen, um zuerst die Bekanntschaft der Damen zu machen. Nur wenn sie, die Frau Gräfin, ihn als ihren Neffen auerkennen wolle, werde er die Angelegenheit weiter verfolgen. Er wolle niemandes Recht kränken, aber auch sein eigenes Recht nicht hintansetzen lassen. Seine Mitteilungen machten auf die Damen den besten Eindruck. Die alte Gräfin versicherte, daß Mister Valentine durchaus richtig gehandelt und ihre volle Zustimmung erhalten habe. Im Interesse der gräflichen Familie lage es, daß Richard sein Recht verfechte; sie, die alte Gräfin, werde ihn darin mit allen Kräften unterstützen, denn auf ihr ruhte die Verpflichtung, die Verlassenschaft ihres Gatten und ihres Sohnes in die Hände des rechtmäßigen Erben aus dem gräflichen Geschlecht zu legen. „Wir werden noch eingehender darüber sprechen,“ sagte sie freundlich, indem sie sich erhob.„Einstweilen danke ich Ihnen für Ihren Besuch und bitte Sie, heute mein Gast beim Dejeuner zu sein. Später machen wir dann einen Spaziergang an dem Strand. Wir erwarten Sie um ein Uhr im Speisesaal. Auf Wiedersehen.“ Als Dick das Zimmer verlassen hatte, war ihm zu Sinne, als käme er von einer Audienz bei einer Königin. Er schämte sich jetzt fast seiner ehrerbietigen Haltung, der Uebermut des kecken Abenteurers gewann wieder Oberhand. „Verdammt," flüsterte er,„da hast du dich ja betragen wie ein grüner Junge! Diese Alte hat ja Augen im Kopfe, die einen durch und durch sehen. Aber die Junge... hm! der alte Bursche, der Valentine hat recht: es lohnt sich der Mühe.“ Damit stieg er in den Speisesaal hinunter, um sich vor dem Dejeuner an einem Glas Sherry und einer Zigarre zu erquicken. Währenddem saßen die beiden Damen in ernstem Gespräch zusammen. „Eine Aehnlichkeit zwischen ihm und dem Grafen kann ich nicht herausfinden,“ sagte die alte Gräfin.„Nur seine kräftige Gestalt scheint er von seinem Vater geerbt zu haben, alles übrige von seiner spanischen Mutter.“ „Ich finde,“ meinte Amalgunde mit gedankenvollem Lächeln, „daß ihm das nicht zum Nachteil gereicht. Sein dunkles, gelocktes Haar und seine dunklen Angen sind jedenfalls nicht häßlicher als die blonden Haare und blaßblauen Augen unserer Herrenwelt.“ „Dein Gatte war blond, Amalgunde,“ versetzte die alte Gräfin ernst. „Ja... aber daraus folgt nicht, daß ich nicht auch dunkle Haare und Augen schön sinde.. „Sei nicht zu voreilig, Amalgunde,“ mahnte die Gräfin.„Wir mussen zuerst vollständige Sicherheit haben.“ „Gewiß, Mama. Ich bin kein Kind mehr und werde schon auf meiner Hut sein. Aber ich habe es wohl gesehen, daß Graf Richard auch dir gefällt.“ „Als Mensch gewiß. Er ist hübsch, bescheiden und besitzt gute Manieren. Das weitere wird sich ja bald herausstellen müssen. Ich gehe, um mich zum Dejeuner anzukleiden. Du bist schon fertig und erwartest mich wohl hier?“ „Ja, Mama...“ Die alte Gräfin verließ den Salon, während Amalgunde in dem Sessel sitzen blieb und gedankenvoll vor sich hinträumte. Doch waren es keine trüben Gedanken, wie das Lächeln bewies, das ihre Lippen umschwebte. 14. Die Nachrichten über das Resultat der Nachforschungen Mister Valentines lauteten durchaus günstig. Mister Valentine hatte seine Ankunft in Ostende für die nächsten Tage angekündigt und dann sollte alles geregelt werden. Mit Ungeduld sah Amalgunde der Ankunft Mister Valentines entgegen. Auch Richard sehnte sich nach dem Ende dieser Wartezeit. „Dick Johnston“ hatte sich so in seine neuen Verhältnisse als Graf Diepholz eingelebt, daß er seine Vergangenheit ganz vergessen zu haben schien. Er glaubte jetzt selbst an seine hohe Geburt. Dazu kam, daß er in der Tat in Amalgunde verliebt war. Er hatte niemals früher mit vornehmen Damen verkehrt, und so nahm ihn der Zauber der vornehmen Zurückhaltung Amalgundens ganz und gar gefangen. Unbekannt mit der feinen Koketterie einer Dame der großen Welt fiel er ihr um so leichter zum Opfer und vergaß das Versprechen, welches er erst vor wenigen Wochen Kitty gegeben. Endlich sollte auch die Zeit des Wartens vorüber sein. Eines Morgens erhielt er ein Telegramm aus London, welches lautete: „Komme mit Dampfer morgen. Alles in bester Ordnung. Dein Recht unzweifelhaft. Valentine.“ „Der Alte ist ein Teufelskerl!" rief Richard erregt aus. „Bin nur gespannt, welchen Preis er fordert. Doch einerlei— ich mache das Geschäft...“ Dann kleidete er sich rasch an und ließ sich bei der alten Gräfin melden. Diese fühlte sich nicht wohl, hatte eine schlaflose Nacht gehabt und war noch nicht aufgestanden. Amalgunde empfing ihn. Ihr Gesicht hatte dank der Sonne und Seeluft eine gesunde Farbe angenommen; ihre Wangen waren voller geworden, ihre Augen hatten einen jugendlichen Glanz dekommen. Mit freundlichem Lächeln reichte sie ihm die schmale Hand. „Was bringen Sie Neues, Vetter?“ fragte sie.„Sie sehen ja ganz erregt aus.“ „Lesen Sie diese Depesche, Gräfin!“ Eine dunkele Blutwelle überflutete die Wangen Amalgundens beim Lesen des Telegramms. Sie wußte, was diese Worte für ihre Zukunft bedeuteten. Wortlos ließ sie das Papier sinken und sah ihn mit scheuen Blicken an. „Ich wünsche Ihnen Glück, Vetter...“ sagte sie leise. „Wissen Sie, was diese Worte für mich bedeuten, Amalgunde?“ „Ja... die Anerkennung Ihrer Rechn..“ „Pah— was mache ich mir daraus!— Nein, Amalgunde, sie bedeuten viel mehr für mich— sie enthalten das Glück meines Lebens... sie geben mir das Recht, meine Liebe frei und offen bekennen zu dürfen...“ Sie schlug die Augen nieder und stand scheinbar in mädchenhafter Verlegenheit da. Jnsgeheim aber berechnete sie ganz genau die Wirkung ihrer Handlungsweise. „Darf ich sprechen, Amalgunde?" fragte er in atemloser Spannung. „Ich weiß nicht, was Sie mir sagen wollen, Richard...“ „Sie wissen es— Sie müssen es wissen, Amalgunde, daß ich Sie liebe— sagen Sie nur ein Wörtchen, daß Sie mich nicht verwerfen, daß ich Ihnen dienen darf mein ganzes Leben lang... Amalgunde, das Glück, welches mir zu teil geworden, hat keinen Wert für mich, wenn du es nicht mit mir teilst.. Wenn er in diesem Augenblick gefordert hätte, sie solle mit ihm entfliehen, sie solle alles vergessen, was bis dahin Wert für sie besessen, Heimat, Eltern und Kind— Namen und Stand— sie hätte alles verlassen und wäre ihm gefolgt, selbst in die Wildnisse des fernen Westens Amerikas! Doch nur für eine kurze Weile überließ sie sich seiner ungestümen Umarmung. Dann kehrte ihr die kühle Ueberlegung zurück; sie entwand sich seinen Armen und verhüllte ihr Gesicht. Als er sie wieder in die Arme ziehen wollte, wehrte sie ihn sauft ab. „Nicht mehr, Richard," bat sie.„Du bist so wild.“ „Ach, ich habe dich erschreckt! Ich Tor, ich Wilder aus den amerikanischen Wäldern!— Verzeihe mir.“ Sie reichte ihm zärtlich lächelnd die Hand. „Ich verzeihe dir gern, mein Wildling... Aber laß uns uerst mit Mama sprechen... dann, Geliebter, dann bin ich ein...“ „Amalgunde.“ An der Tür, welche in das Nebenzimmer führte, wandte sie sich noch einmal um und sandte ihm einen zärtlichen Handkuß zu. „Auf Wiedersehen, mein geliebter Wildfang...“ flüsterte sie zärtlich; dann verschwand sie und die Portiere rauschte hinter ihr zusammen. Als Richard sich allein sah, atmete er tief auf. Wie aus einem Rausch erwacht, sah er um sich. Er, Dick Johnston, der Abenteurer, der Schwindler, der Hochstapler, der Falschspieler, der Freund und Zögling des alten Hochstaplers Ulrich Valentine, er, der als junger Bursche auf einer Farm hart gearbeitet, der als Gaucho die Prairien von Texas und Mexiko durchrast, der im Zirkus als Bärentöter aufgetreten, er, dessen Herkunft so dunkel wie sein rabenschwarzes Haar war— er wurde von dieser vornehmen Aristokratin geliebt, ja noch mehr, er konnte sich als der Verlobte dieser Frau, der Tochter eines der ältesten, vornehmsten Aristokratengeschlechter Deutschlands betrachten. Ihm schwindelte fast bei dem Gedanken. Dann aber reckte er sich energisch empor. Fortsetzung folgt.) Seite 3 Kölner Loral-Anzeiger Nr. 57 4 Sonntag, 23. Februar 1904. Was gibt's Neues? Der Reichstag setzte heute die Beratung des Etats des Reichsjustizamts fort. Zur Debatte stand zunächst die Resolution Bargmann(Freis. Vp. betreffend den Strafvollzug(einschließlich der Behandlung in Untersuchungshaft Befindlicher) bei politischen und Preßvergehen. Staatssekretär Nieberding verhielt sich der Resolution gegenüber ziemlich entgegenkommend. Er stellte fest, daß an eine Neuregelung des Strafvollzuges ganz zweifellos herangegangen werde, sobald die Revision des materiellen Strafrechts durchgeführt sei. Allerdings wurden sich die Regierungen keinesfalls darauf einlassen, bei dieser Regelung etwa ein Privileg zu gunsten der Redakteure zu schaffen. Die Hauptschwierigkeit für die Durchführung der Strafvollzugsreform liege aber in den daraus entstehenden Kosten, die früher auf 150 Millionen geschätzt wurden. Auf die letztere Bemerkung des Staatssekretärs erwiderte der Abg. Gröber(Zeuir) mit dem Hinweis, daß der Reichstag ja nur einen Teil der Strafvollzugsreform vrlange und##ar gerade den Teil, der nicht nur keine Kosten verursache, sondern bei dem man vielleicht noch sparen werde. Ein Unterschied zwischen gemeinen und politischen Verbrechern musse gemacht werden. Das habe schon Windthorst und nach ihm Dr Lieber geforoert. Redner brachte zu der Resolution einen Abänderungsantrag ein, demzufolge den Untersuchungsgesangenen allgemein und den Strafgefangenen, insoweit sie sich keiner ehrlosen Handlung schuloig gemacht haben, Selbstbeköstigung und Selbstbeschättigung zu gewähren ist. Nachdem die Nationalliberalen und die Sozialdemokraten sich mit der Resolution Gröber einverstanden erklärt hatten, wurde diese angenommen und die Resolution Bargmann abgelehnt. Nunmehr erhielt einem neulich getroffenen Beschluß gemäß das Wort der sozialdemokralische Abgiordnete Haase zu den von ihm angelündigten Ausführungen über Fremdenrecht und den Königsberger Geheimbundvrozeß. Obwohl Haase nahezu zwei Stunden lang gesprochen hatie, brachte er doch nichts vor, was sachlich für die Benteilung der Frage von Wert gewesen wäre, vielmehr verfolgten die Ausfuhrungen des Redners fast ausschließlich und offensichtlich agitatorische Zwecke. Dem Minister des Junern, Frhru. v. Hammerstein und dem Justizminister Schönstedt fiel es denn auch nicht schwer, die gegen ihre Verwaltungen erhobenen übertriebenen Beschuldigungen in der Hauptsache zu entkräften. * Im Abgeordnetenhause gab bei Weiterberatung des Justizetats die von der Regierung erhobene Forderung der Schaffung von Abteilungsvorständen bei den Staatsanwaltschaften an den Landgerichten Beilin II, Köln, Breslau Magdeburg und Beutden behufs Erleichterung der Geschaftsführung dieser Staatsanwaltschaften Anlaß zu längeren Erorterungen. Nachdem die Mehrzahl der Redner Bedenken gegen die beabsichtigte: Neuorganisation geäußert hatten, wurde der betreffende Titel auf Antrag des Zeutrumsabgeordneten Fervers an die 15. Kommission zurückverwiesen. Eine Gleichstellung der Amts= und Landgerichtssekretäre mit den bei den Verwaltungsbehörden eingenellten Sekretären, wie sie von mehreren Abgeordneten, auch von dem Zentrumsabgeordneten Knie, gefordert wurde, kann laut Erklärung eines Regierungskommissars vorläufig nicht in Aussicht genellt werden. Eine eingehende Kritik fand die Renordnung des Gerichtsoollzieherwesens durch verschiedene Abgeordnete, welche übereinstimmend feststellten, daß dieselbe in ihren Heimatsprovinzen nur nachteilig gewirkt habe. Nutzen habe die Reform dem Fiskus, nicht aber dem rechtsuchenden Publikum gebracht. Pflicht der Justizverwaltung sei es, gegenüber diesen Beschweroen für Abhülfe zu sorgen. Ein Regierungskommissar stellte eingehende Prüfung aller Beschwerden in Aussicht, auch derjenigen, welche der Zenirumsabgeoronete Am Zehnhoff in der Budgetkommission vorgebracht habe. Das Ordinarium wurde hierauf bewilligt, ebenso nach unwesentlicher Devaite das Extraordinarium. * Zur Mittelmeerfahrt des Kaisers wird gemeldet, daß der Monarch mit einem größeren Gefolge am 11. März abends von Berlin abreisen und am 12. März morgens an Bord des Norddeutschen Lloyddampfers in Bremerhaven sich einschiffen wird. Der Dampfer wird auf der Reise voraussichtlich in Antwerpen, Vigo, Gibraltar und Port Mahon anlaufen und von dort nach Neapel weitergehen, woselbst der Kaiser und sein Gefolge an Bord der Jacht Hohenzollern sich zu begeben gedenkt. Aus Brüssel wird hierzu noch gemeldet: Vorbehaltlich des genauen Datums wie der Reise des Kaisers überhaupt ist die Begegnung des Monarchen mit König Leopold beschlossene Sache. Sie würde an Bord der dem Kaiser entgegenfahrenden Jacht des Königs, Alberta, stattfinden, auf der die Monarchen auch das Frühstück nehmen. Kaiser Wilhelm besichtigt sodann die Stadt. Generalkonsul v. Bary, dem der Kaiser wieserholt seinen Wunsch, Antwerpen zu besuchen, ausgedrückt hatte, versammelte dieser Tage die Vorstände der deutschen Vereinigungen zur Besprechung einer eventuellen Huldigung. Der Kaiser wird am 13. März, mittags 1 Uhr, in Autuerpen eintreffen. Die Aufhebung der Schulertaffe aus der Kulturkampfszeit wird, wie zu erwarten war, von der liberalen Presse schmerzlich beklagt als Zugeständnis an den Ultramontanismus, Unterwürfigkeit unter das Zeutrum, Abbruch von Schirmmauern gegen koufessionelle Uebergriffe, Beseitigung von Vorsichtsmaßregeln usw. Auf sachliche Erörterungen lassen sich die kulturkämpferischen liberalen Blätter gar nicht ein; sie operieren lediglich mit hetzerischen Redensarten. Thatsächlich bleiben die früheren Erlasse in den wichtigsten Punkten bestehen und die Zulassung der Marianischen Kongregationen ist mit so viel„Vorsichtsmaßregeln" ungeben und so vollständig in das diskretionäre Ermessen des Provinzialschulkollegiums gestellt, daß ein großes Maß konfessioneller Unduldsamkeit dazu gehört, um darüber Lärm zu schlagen. Wenn die liberalen Blätter angeben sollten, wie denn nun eigentlich das Staatsinteresse oder der Friede unter den Konfessionen, wie sie behaupten, durch den Erlaß vom 23. Januar gefährdet werden könne, so würden sie wohl in große Verlegenheit geraten. Die Kandidatur des„Genossen“ Göhres in ZschopauMarienberg scheint im sozialdemokratischen Lager große Aufregung hervorgerufen zu huben und noch viel Rumor machen zu sollen. Der Vorwärts kündet an, daß die Angelegenheit„dieser Tage die geeignete Erledigung finden wird". Es scheint also ein Spruch der Purteileitung in Aussicht zu stehen. Das Zentralagitationskomitee für Sachsen und die Agitationskomitees für Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau veröffentlichen eine Erklärung, daß die Kandidatur Göhre allen Grundsätzen der Parteidisziplin und Parteitradition widerspreche, einen Parteiskandal heraufbeschwören werde, und daß Göhre deshalb verzichten müsse, widrigenfalls man„die weiteren Konsequenzen ziehen“ werde. Sonst heißt es immer, die Genossen eines Wahlkreises allein hätten über die Kandidaturen zu entscheiden. Jetzt, wo ein den Parteiführern unbequemer Genasse als Kandidat erkoren wird, soll auf einmal der Wille des souveränen Volkes nicht gelten. Zum Tode des Abg. Rosenow schreibt der Lokalanzeiger: Infolge des plötzlichen Todes des sozialdemokratischen Reichstagzabgeordneten Rosenow entstanden Gerüchte über eine unnatürliche Todesursache. Die diesbezüg ich verdächtigte Frau Rosenow übergab der Behörde die Angelegenheit zur weiteren Veraulassung. Die Staatsauwaltschaft wird sich über die Ausgrabung der Leiche schlüssig machen. Der Beirat für Arbeiterstatistik ist zum 29. Februar zu einer Sitzung einberufen worden. Neben Ergänzungswahlen für einige ausgeschiedene Mitglieder stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung: Die Sicherung der Zuverlässigkeit arbeitsstatistischer Erhebungen. Hierbei soll namentlich geprüft und erwogen werden, ob und wie weit es möglich wäre, wissentlich jalsche Angaben mit Strafe zu bedrohen, wie es im Auslande zum Teil schon erfolgt. Die Erhebung betreffend Arbeitszeit in den gewerblichen Fuhrwerksbetrieben ist beendet, der Arbeitsbeirat wird sich mit der Frage zu befassen haben, ob noch weitere Ermittlungen angestellt weroen sollen. Ferner wird Bericht erstattet über die Fortsetzung der Erhebungen betr. die Arbeitszeit im Fleischergewerbe, sowie über den Stand der Erhebung betr. die Arbeitszeit im Binnenschiffahrtsgewerbe. Präsident Loubet reist im April nach Rom, wo er am 23. eintreffen soll. Er kommt nach Italien auf dem Wege Modane=Turin. Die Rückreise geht über Neapel, wo eine Flottenschau stattfinden und das französische Mittelmeergeschwader zur Begrüßung des Königs Viktor Emanuel eintreffen wird. Vom uruguanischen Bürgerkrieg verlautet wenig glaubwürdiges, da jede Zeitung Uruguays die Bewegungen beider Heere nach ihrer Parteistellung auslegt. Die Regierungstruppen führt General Mußiz, Anführer der Revolutionstruppen ist der Volkstribun Saraiva. Seine Taktik bestand bisher darin, im Lande verheerend herumzuziehen, Pferde und Rinder stehlend, wo er konnte. Musiz begnügte sich, dem Revolutionsheere, das aus zirka 2000 Mann bestand, in geringem Abstande zu folgen, bis Saraiva sich in der festen Stellung von Mausevillagra verschanzte. Von hier aus ging er plötzlich zum Angriff auf die nachziehenden Regierungstruppen über. Muniz' Truppen, die meist aus Söldnern und angeworbenen Soldaten bestanden, hielten dem Kugelregen nicht stand. Saraiva eroberte vier Geschütze und blieb als Sieger in der befestigten Stellung von Mausevillagra. Krieg in Ostasien. * Die Lage in Korca. Die koreanische Regierung scheint je nach den Kriegsaussichten ihr Verhalten den kriegführenden Parteien gegenüber einzurichten. Während sie bisher in einer für Rußland fast beleidigenden Weise seit den ersten Schüssen bei Port Arthur für Japan Partei nahm, sieht sie sich jetzt, wie ein Korrespondent des Daily Chronicle mitteilt, durch die Nachricht von dem Vorrücken russischer Truppen im nördlichen Korea veranlaßt, den Japanern gegenüber eine weniger freundliche Haltung anzunehmen. So verweigerte sie den japanischen Truppen die Benutzung der alten Paläste als Kasernen. In Söul herrschen Hungersnotpreise. Pferde können nur für enorme Preise gekauft werden. * Aus Wladiwostok meldet der dortige Kommandant, daß am Morgen des 24. Februar südlich der Insel Rußky zehn feindliche Schiffe gesichtet worden seien, die man abends nicht mehr am Horizont erblickte. Von dem Statthalter ging ein gleichlautendes Telegramm ein. * Port Arthur. 26.Febr.1904.(Drahtber.) Russische Telegraphenagentur. Ein Angriff der japanischen Torpedoboote in der Nacht zum 25. d. ses ist der von General Pflug gemeldete Angriff, der 24 Stunden nach dem Unternehmen mit den Brandern stattfand] wurde erfolgreich abgeschlagen. Auf einem japanischen Torpedoboote wurde durch einen Schuß der Küstenbatterie eine Kesselexplosion herbeigeführt. Ueber das Gefecht vom 25. morgens sind folgende Einzelheiten zu berichten: Eine japanische Flotte, bestehend aus sechs Panzerschiffen und vier Kreuzern wurde am Horizont gesichtet. Die russischen Kreuzer Askold, Bajan und Nowik befanden sich auf der inneren Reede. Die japanischen Torpedoboote kamen auf 30 bis 35 Kabellängen heran, um die Krenzer anzugreifen. Die japanischen Kreuzer und Panzerschiffe treunten sich und gingen gegen zwei russische Torpedoboote, die in der Golobinbucht kreuzten. Eines der letzteren durchbrach die Linie des Feindes unter dem Feuer und gelangte in den Hafen, das andere zog sich wieder in die Goldbinsbucht zurück. Um 10.45 Uhr vormittags entspann sich ein heißer Geschützkampf zwischen den japanischen Panzerschiffen und den russischen Kreuzern sdie immer noch auf der inneren Reede lagen?], die von den Küstenbatterien wirksam unterstützt wurden. Wegen des Uebergewichts der japanischen Panzerschiffe über die drei leichten russischen Kreuzer wurden diese zurückgezogen. Sie gingen schnell zurück. Um 11.25 Uhr stellten die Japaner das Feuer ein. Um 12.5 Uhr begann ein kurzes Feuer der die russischen Torpedoboote verfolgenden feindlichen Kreuzer gegen die Küstenbatterien, wobei man das mangelhafte Manövrieren der Japaner beobachten konnte. Beim Wenden kamen sie einander so nahe, daß man das Einfallen der russischen Geschosse in den Knäuel sehen konnte. Ein beim Fort Bielywol aus Land getriebenes japanisches Torpedoboot gehörte, wie angenommen wird, zur Begleitung der Branderflottille, welche in der Nacht zum 24. d. gegen Port Arthur entsandt worden war. Diese Darstellung klärt auf über die Vorgänge, welche in der bisherigen russischen Berichterstattung nur mit einem kurzen Satze gestreift worden waren, nämlich mit dem Hinweis darauf, daß nach dem nächtlichen Torpedoangriff vom 25. d. russische Kreuzer die japanischen Torpedoboote verfolgt haben sollten. Es wird oben aber gar nicht gesagt, daß die russischen Kreuzer die innere Reede verlassen hätten, sie müssen also an dieser Stelle von den Japanern mit großem Mute angegriffen und unter dem Drucke dieses Angriffes noch weiter in den Hafen zurückgezogen worden sein. Ueber denselben Vorgang wird in Erweiterung des von General Pflug bereits kurz gegebenen Berichtes amtlich gemeldet: Ein feindliches Geschwader von 16 Schiffen näherte sich, von Dalnv kommend, heute vormittag gegen 11 Uhr der Festung Port Arthur und eröffnete gegen die auf der Außenreede[Oben Innenreede!] liegenden Schiffe Ascold, Bajan und Nowik und auf die Festung das Feuer. Die Beschießung dauerte eine halbe Stunde, worauf unsere Kreuzer in den Hafen zurückkehrten. Der Feind, der einige Minuten lang auf eine Batterie gefeuert hatte, entfernte sich dann, blieb aber in Sicht, doch außer Schußweite. Vier feindliche Kreuzer trennten sich hierauf von dem Geschwader und dampften nach der Golobina=Bai, wo sie eines unserer Torpedoboote beschossen, das in der Bai Schutz gesucht hatte, und auf 20 Minuten das Feuer auf die Küste unterhielten. Eine Landung fand nicht statt. Der Kommandant entsandte Truppen, worauf der Feind abzog. Auf unserer Seite wurde ein Mann verwundet. *; Tokio, 26.Febr.1904.(Drahtber.) Reuter. Der Versuch des japanischen Admirals Togo, Port Arthur zu blockieren, ist ohne Menschenverluste abgelaufen. Die versenkten Schiffe hatten keinen großen Wert; sie waren mit Steinen[S. den russischen Bericht angefüllt, um den Hafen dauernd zu versperren und wurden von vier Panzerschiffen und neun Kreuzern und zahlreichen Torpedobooten begleitet. Die mit Steinen beladenen Dampfer kamen Mittwoch vor Port Arthur an. Das lebhafte Feuer der Russen brachte die Dampfer zum Sinken, bevor sie die festgesetzten Punkte erreichten, wo sie versenkt werden sollten. Die ganze Bemannung der vier Dampfer soll gerettet sein. Auf den Dampfern befanden sich je fünf Mann, zwei Steuerleute und drei Maschinisten. * Berlin, 27.Febr.1904.(Drahtber.) Wolffs telegraphisches Bureau meldet aus Tokio vom 26..: Admiral Kamimura meldet: Nach einem Berichte der Torpedoflottille, welche die Bemannung der zum Versenken am Eingang des Hafens von Port Arthur bestimmten Brander aufzunehmen kommandiert war, ist der Brander Hokokmarn am Eingang des Hafens und zwar links unter dem Leuchtturm versenkt worden, der Brander Bushiumaru außerhalb des Hafens. Beide Schiffe wurden durch die Bemannung selbst versenkt. Die Brander Tenshinmarn und Buyomarn liegen östlich von Liautiéschau; diese und der Brander Iinsenmaru wurden ebenfalls durch ihre eigene Bemannung zerstört. Sämtliche Mannschaften blieben unversehrt und wurden gerettet; desgleichen ist die Torpedoflottille unbeschädigt zurückgekehrt.[Nach russischer Angabe haben die Japaner zwei Torpedoboote verloren. Hier ist zum ersten Male von fünf Brandern die Rede.] In der Nacht vom 24. d. unternahm die Torpedojägerflottille ein Rekognoszierungsgefecht gegen Port Arthur, Talienwan und Pigeon=Bay. Am 25. früh beschoß die Hauptflotte die feindlichen Schiffe und die Befestigungen von Port Arthur aus großer Entfernung. Man beobachtete kurz nach Mittag die drei Schiffe Novik, Askold und Bajan, welche sich nach dem Hafen zurückzogen, und gelangte hieraus zu der Ueberzeugung, daß das Versenken der Brander von keinem namhaften Erfolg begleitet gewesen sei. Hierauf eröffnete die Flotte ein heftiges Bombardement auf das Innere des Hafens. Man sah Rauchsäulen aufsteigen. Während dieser Operation vernichtete unser Kreuzergeschwader einen Torpedojäger in der Nähe des Retwisan. Unsere Schiffe erlitten keinerlei Beschädigung, die Mannschaften keinerlei Verluste. Bei Abgang der Meldung befand sich die Flotte noch in Aktion. Admiral Togo befindet sich noch im Vordertreffen. Näheres wird von ihm berichtet werden. * * Tokio, 27.Febr.1904.(Drahtber.) Reuter. Zwischen Japan und Korea wurde am 23. d. M. ein Bündnisvertrag unterzeichnet; der Vertrag sichert Korea Unabhängigkeit und Integrität, sowie Japans Mitarbeit an der Reform Koreas im Innern zu. * London, 27.Febr.1904.(Drahtber.) Daily Telegraph meldet aus Schanghai, daß in Nagasaki eine lebhafte Tätigkeit zur Einschiffung von Truppen nach der Umgebung von Dalny herrsche. Seit dem 10. Februar gingen mehr als 40 Transporte von Nagasaki snach Korea] ab. * Saiann, 26.Febr.1904.(Drahtber.) Der Kreuzer Pascal ist heute mit 270 Matrosen und 12 Offizieren der russischen Kriegsschiffe Wariäa und Korjez von Tschemulpo hier eingetroffen; die russischen Matrosen und Offiziere werden in Saigun bleiben. &am Gibraltar, 26.Febr. 1904.(Drahtber.) Reuter. Zwei Batterien spanischer Feldartillerie sind in Algeciras eingetroffen, um die dortige Garnison zu verstärken. Zwei Gebirgsbatterien sind am Mittwoch abend dort angekommen. Man erwartet, daß diese sich nach Cénta einschiffen. Dermischte Nachrichten. a Frankfurt(Main), 26.Febr.1904. Ein Raubmord hat in der Stadt große Aufregung hervorgerufen. An dem belebtesten Platze der Stadt, in einem Hause, in welchem sich mehrere größere Geschäfte mit regem Verkehr befinden, wurde der Inhaber des den ernen Stock innehabenden Pianofortelagers in der Zeit zwischen 12 und 1 Uhr mittags ermordet und beraubt. Herr Lichtenstein, der Inhaber der Pianofortefabrik Lichtenstein& Cie., betrieb das ausgedehnte Geschäft, das größte dieser Branche hier, mit nur einem Ausläufer in dem Hause Zeil 69. In der Zeit zwischen 12 und 1 Uhr war Lichtenstein meistens allein im Geschäft. Die Tat wurde von einem Italiener entdeckt, der mit einem Begleiter kurz nach 1 Uhr in dem Geschäft erschien, um Instrumente zu besichtigen. Die große Unordnung in dem Bureau uno der Umstand, daß niemand erschien, bewogen die beiden, einen Schutzmann zu holen. Als man auf das Rufen keine Antwort erhielt, begab man sich in die Hinterräume des Lagers und fand hier Herrn Lichtenstein als Leiche. Der Kopf zeigte erhebliche Schädelverletzungen, die von einem Eisen oder schweren Holzstück herzurühren schienen, außerdem war um den Hals mehreremal ein Strick geschlungen. Der Kassenichrank war geöffnet und beraubt. Man nimmt an, daß die Tat von mehreren Personen ausgeführt wurde, da Lichtenstein, wenn auch bereits ein Sechziger, so doch ein kräftiger Mann war. Außerdem müssen die Täter mit den örtlichen Verhältnissen vertraut gewesen sein, vor allem gewußt haben, daß Lichtenstein um diese Zeit allein im Geschäft war. Die Polizei hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Die Mörder haben aus dem Schrank etwa 800 M. Bargeld genommen. In der Lichtensteinschen Mordsache wurden seit gestern abend mehrere Personen verhaftet. Die Leute konnten sich bis auf einen ausweisen und wurden auf freien Fuß gesetzt. ** Nochester(New York), 26.Febr.1904.(Drahtber.) Das Feuer zerstörte die Gebäude auf einem Gebiet von drei Morger im Geschäftsviertel, bis man seiner Herr werden konnte. ** Seite 4 Kölner Local-Anzeiger Nr. 57 4 Bonntag, 28. Februar 1904. 725 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, s meine innigstgeliebte Frau, unsere unvergessliche, herzensgute Mutter, Schwieger- und Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Frau A. Joseph Merzenich Elisabeth geb. Berg, wohlvorbereitet durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente, im Alter von 66 Jahren zu sich in die Enigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bittet Im Namen der Hinterbliebenen: A. Joseph Merzenich. Köln, Aachen, Lindenthal, Rhöndorf und Guchenheim, 25. Februar 1904. #" Die(eierlichen Exequien werden gehalten Monnn tag, den 29. d.., morgens 9 Uhr, in St. Gereon, und die Beerdigung findet statt am selbigen Tage, nachmittage 3 Uhr, vom Sterbehause Werderstrasse 62 aus. Todes-Anzeige. Gestern abend 11¼ Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem. schmerzlichem, mt größter Geduld ertragenem Leiden, wiederholt gestärkt durch die Heilemittel der rom kath. Kirche. unsere geliebte teure Mut er, un ere gute Schwester, Schwägerin und Tan e. die woh achtbare Frau Wwe. Postsekretär Panl Schütz, geb. Elisabeth Trimborn, im Alter von 60 Johren. Um stille Teilnahme und um ein Gebet für die liebe Versorbene bitten Die fraucruden Hinterbliebenen. Namens derselben: P. Schütz, Kaplan. Köln, Steele a. d. Nuhr. Vonn, Brenig u. Walverberg, den 27. Februar 1901. Die feierlichen Exequien werden gehalten am Dienstag den 29. Februar. morgens 9½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Agnes; die Beerdigung ist an demselben Tage. nachmittags 3 Uhr. vom Sterbehause Neußerstraße 51 aus. Im Sinne der Verstorbenen bitte ich von Kranzspenden abzusehen. Das Zohrgedächtnis für den verstorbenen Herrn Peter Kring * findet Montag, 29. Februar, morgens 9 Uhr. in der Pfarr kirche Groß St. Matn statt, wozu hiermit höflichst eingeladen wird. IK Dienstag den 1. März. 9½ Uhr. in St. Andreas und wird hermit freundlichst eingeladen.# Die Excquien für den hochw. Herrn Josef Bürsgens, Ersbischofl. Rechnungsrat u. Rektor, finden Montag den 29. Februar, morgens 7¼ Uhr, seitens der ##artanischen Burger Sodalitat in St. Maria Himmelfahrt statt. wozu hierdurch höflichtt eingeladen wird. Frische Trauerkränze von K.50 an stets vorratig Joh. Dux, Blumenhandlung, Schildergasse 86. Eingang Kreuzgasse Kon u. Louis Woche n 10.50. Venesisstraße 43 GE Das Jahrgedächtnis für den verstorb. Schlossermeister Herrn Josef Lüttgen findet am Dienstag den 1. Marz. morgens 8 Uhr, in der Kirche St. Cäcilia statt. wozu freundlichst eingeladen wird. Am Dienstag den I. März wrd in St. Arosteln das Jahrgedachtnis gehalten für die per storbenen Eheleute Karl Nassan um.9 Uhr, und sind hiermit alle Vern andten und Bekannten höflichst dazu eingeladen. Herz-Jesu-Brunerschaft. in St. Maria in der Kupfergasse Die Exequien für das versterb ne Mitglied. Frau Kath. Nietymäller, ev. Rottgen. Altengrabengäßchen 13. finden statt am Montag den 29. Februar a.., morgens 9 Uhr. wozu die Mitglieder der Bruderschaft hiermt hötlichst einge aden werd u. Eisschränke und Schenkbüfetts haben eine reiche Auswahl anzubieten bei promrter und kulanter Bedienung Erste Rheinische Busett= und * Eisschrank=Fabrik, Koln, Gerconstraße 61. Haarflechten und=Dreher mit und ohne Kordel. kauft man unstreitig am besten und billigsten, da die allergrößte Auswahl vorhanden, nur allem bei G. Hausmann, Pautalconsmall 17, zwischen Weidenbach und Waisenhausgasse. Nahe Fachschue. Leistungsfühigstes Spezialgeschäft in allen Haararbeiten. Bringe gleichzeitig meine Puppen=Klinik in empfeblende Erinnerung. Danksagung. Da es uns nicht möglich ist, für die vielen zu unserer sildernen Hochzeit uns zugegangenen Glückwunsche einzeln zu danken, btten wir unsere Freunde und Bekannten hiermit, unieren besten Dank entgegenzunehmen Gleichfalls statten wir hierdurch den hiesigen Gesangvereinen für die schönen Liederspenden sowie den Mitgliedern des Krieger= und Kameradschaftlichen Vereins Nippes(Sechzig) herzlichsten Dank ab. Jos. Gierath u. Frau. Alle Herren-* Genua-Cord Bekleidungsstoffe(Linden-Ripssammet) Tuchrersand F. Sangermann, seit 1896 Machabäerstrasse 30 jetzt Andreaskloster 6B (recht am nächsten Weg- vom Dom zum Hauptpestamt) zeigt hiermit seine Geschäftsverlegungan — und den Eingang der Reuheiten. Damen-Mäntel-, Blusen-, Kleiderstoffe Abgabe jeden Masses Anfert. nach Mass Sichere Existenz!! Bei einer Anlage von ca. 100 Mk. Betriebskapital haben wir für Köln und Umgegend die Fabrikation eines gänzlich neuen Artikels uu vergeben. 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Wir machen hierdurch bekannt, daß uns seitens der Reichsregierung die Entwürfe eines amtlichen Warenverzeichnisses zum neuen Zolltarif und einer Anleitung für die Zollabfertigung, die u. a. Erläuterungen über die Erkennung und Unterscheidung von Waren enthalt, zur niheren Prütung zugegangen sind. Beide Ent würfe liegen für die Interessenten in dem Breau der Handelskammer (mheingasse 8) in der Zeit von 9— und—7 Uhr zur Einsicht offen. Etwaige Anträge auf Abänderung oder Ergänzung der Entwürfe bitten wir bis frätestens zum 10. März christlich bei uns einzureichen. Cöln, den 24. Februar 1904. * Die Handelskammer. Rheinische Chamotte-und Dinas-Werke, Köln Lager in feuerfest. Steinen Mörtel, Ofen u. Herdgarnit. Köln, Venloer Strasse 30, I. Der beliebte billige echte Holsteiner Holländer„.30 Frase Limburger„.20 Edamer„.60 pro 10 Pfund=Postkolli franko. Zen nerweise à 22.—, 20.—. 28.— ab Neumünner unter Nachnahme. Julius Werner, Neumünster i. H. Kuntdroßhandlung. Kasefabrikation. 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Königliches Amtsgericht, Abt. III, Cöln. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmannes Hoses Jakob Schmeidler zu Köln sollen die ausstehenden Forderungen (insgesamt über 3500.) verkauft werden. Schriftliche Angebote sind bis zum 3. März cr. an den unterzeichneten Konkursverwalter ein ureichen. Das Verzeichnis der Forderungen liegt auf dem Bureau des Unterzeichneten, Elisenstraße 6, für Reflektanten zur Einsicht offen; kann auch abschrittlich von dort bezogen werden. Köln, den 26. Februar 1904. c Der Konkursverwalter: Dr. Brockhnes, Rechtsanwalt. Möbel=Labrik und Lager Höln Frz. Wingen, Ehrenstr. 29 empfichlt in großer Auswahl Salon u. SchlafzimmerEinrichtungen in Nußb. u. Mahagoni, Eichen=Speise= Zimmer, sowie alle einzelnen Möbel u. Polserwaren in bekannt sol. Ausführung u. Garantie zu bill. Preisen. Kommunionhemden gutsitzend, schön und billig. Math.& Rosa Bernardi, Eche Ehren= und Albertusstraße. Vereinskalender der kath. Arbeitervereine. Kölner Velksbildungsabende. Der 7. Aberd findet am Sonntag den 28. Februar. abends 7 Uhr, im großen Gurzenich aae statt.— Der 8. Abend ist am Sonntag den 13. März, ebenfalls abends 7 Uhr. im großen Gurzenichsaale und können die beteiligten Arbeitervere nigungen ihren Anteil an Programmen zu diesem Abend am Samstag den 5. und Sonntaj den 6. März m Annoha se abholen lassen. Köln=Nord: 12—1: Kasse und Bibliothek. Wegen Volksbildungsabend keine Versammlung.— Dienstag. 1. März: Gesangprobe.— Donners ag. 3. März. 9 Uhr: Ver ammlung's Vorstandes und der Bezirksversteyer. Köln=Süd: Sontag den 28. Fekruar. 11 Uhr. in Maria Hilf h. Messe für das verstordene Mitglied Herrn Joh. Thonnet. Wegen des Volksbildungsabends fällt die Vereinsversammlung aus.— Donnerstag: Unterrichtskur us. Thema: Der Kilturkampf in Frankreich. Köln=West: vortrag über Japan(mit Lichtbildern).— Mittwoch, 9 Uhr: Vorst ndssitzung. Köln=Leutz: Morgens von 11½—12½3 Uhr: Kassengeschäfte. Abends findet wegen Unterhaltungsabend im Gürzenich keine Versammlung statt Kalt: Mit woch. 2. Marz. abends 9 Uhr: Unterrichtskurtus bei F. Schorodt. Mülheim am Rhein: 11—12½ Uhr: Gesangprobe. 11—12: Zahlstelle. Abends 7 Uhr: Versammlung für Männer und Frauen. Verlosung, V rirag:„Das neue Kinder chutzgesetz.“ Vereinskalender für kath. Jünglingsvereine. Kath. Verein für jugendl. Arbciter im 84. Josef=Asyl. Sonntag den 28. Februar. 4½ Uhr Andacht. 5 Uhr Turneu. Wegen des Volksbildungsabends kein Vortrag. Nächsten Sonn ag gemeins. h. Kommun on. Kath. Jüng ingsverein von St. Ursula. Heute 7 Uhr: Andacht in Maria Ablaß; danach Versammlung im Gutenberg. Marianische Kongregation der Jünglinge zu Bickendorf: Sonntag den 28. Februar, nachmitt. 5 Uhr: Gemeinschaftl. Andacht mit Predigt Loral-Anzeiger Nr. 57 4 Sonntag, 25. Februar 190.. Seite 5. Gastspiel des ersten und ältesten Kölner Volkstheaters (Direktion: Millowitsch& Baum.) Heute Sonntag nachmittags 4 Uhr Zum letzten male zu kleinen Preisen: Kölsche Kinder in China. Große Burleske mit Gesang in 7 Bildern von W. Millowitsch. Loge für Erwachsene M1.50, für Kinder 75). Sperrsitz oder Tribüne für Erwachsene 1 8. für Kinder 500, alle übrigen Plätze 50), für Kinder unter 10 Jahren und Militär 25 Pfennig 25 Abends 8 Uhr: Sonntagspreise.— Zum vorletzten Male: Das Ende der Welt. Prachtausstattungsposse in 9 Bildern. Nüheres besagen Plakate usw. Morgen Montag den 29. Februar, abends 8 Uhr: 7. volkstümliche Vorstellung Freidenloge 2 K, Mittelloge M1.75, Seitenloge 41.50 Orchester=Jauteuil M1.25, Sperrsitz.6, Triväne 903 Klapusitz 30h, Saal 70), 1. Rang 500, 2. Rang 303 Billetts zu dieser volkstümlichen Vorstellung sind ab heute erhältlich. Zoologischer Garten. Sonntag den 28. Februar 1904, nachmittags 3½ Uhr: der Kapelle des Inf.-Regts. Nr. 16. Königl. Musik-Dir. Herr W. Beez. 1 1. Maillard. Onvertüre zur Oper„Das Glöckchen des Eremiten“. 2. Mozart. Fautasie aus der Oper„Figaros Ilochzeit“. 3. Wagner.„Winterstürme wichen dem Wonnemond“ u. Schlussszene aus dem Musikdrama„Die Walküre“. 4. Lortzing. Holzschuhtanz aus der Oper„Zar und Zimmermann“. 5. Fantasie über Themas aus„Lortzings Opern“ bearbeitet von Rosenkranz. 6. Gounod. Chor und Walzer aus der Oper„Faust“. II. 1. Ziehrer. Unanfechtbar, Marsch aus„Die Landstreicher“. 2. S. Jones. Fantasie aus„The Geisha“. 3. P. Lincke. Walzer aus der Operette„Venus auf Erden“. 4. Millöcker. Willst du mein Liebster sein. Mazurka-aprice aus der Operette„Der arme Jonathan“. 5. Strauss. Potpourri aus der Op rette„Der lustige Krieg“. 6. Zeller. Martinwalzer aus der Op rette„Der Obersteiger“ Täglich 3- Uhr: Konzert. Eintrittspreis an Sonn- und Feiertagen: Erwachsene 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. Castaus Panoptikum, Hohestraße 11-13. Sonntag den 28. Februar, von 9 bis 1 Uhr: 25 PIS. We.ien. Freie wahrsagenden Papagei. Letzter Tag. Geflügelzüchterverein, Köln. Samstag. 27., Sonntag, 28. u. Montag, 29. Februar: Große Geslügel-Ausstellung. Hervorragende Tümmlerschau im Tivoli, Köln-Nippes, Neusserstr. 216, Haltestelle der elektrischen Straßenbahn. Geöffnet von vorm. 9 Uhr bis abends 6 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. Lose à 50 Pfg. in der Ausstellung.h Hotel St. Paul. Jeden Sonn- und Festtag 1¼ Uhr: Extra Table’hôte, sowie Diners à part. An allen Abenden: Restauration in beiden Säen. Gute Küche u. Weine, mässige Preise. Soupers, Abendplatten, alle Delikatessen der Saison. R. Häussling. Sonntag den 28. Februar 1904, nachmittags 3½ Uhr: Philharmonisches Konzert. I. 1. Ouvertüre zu„Rosamunde“. 2. Zwei Motive aus„Benvenuto Cellini“ 3. Ballettmusik aus„Boabdil“ 4.„Erste Peer Gynt-Suite“. 5. Fantasie aus der Oper„Samson und Dalila“ II. 6. Ouvertüre zur Oper„Oberon 7.„Zigeunerweisen“ für Violine (Herr Konzertmeister Schwelb) „Gesang der Rheintöchter“.. „Sylyia-Suite“. „Wellen und Wogen“, Walzer Franz Schubert. Hector Berlioz. Mor. Moszkowsky Ed. Grieg. C. Saint-Saèns. * C. M. v. Weber. P. Sarasate. 8.„Gesang der Rheintöchter“... Rich. Wagner. 9.„Sylyia-Suite## L. Delibes. 10.„Wellen und Wogen“, Walzer J. Strauss. Täglich 3½ Uhr Konzert. Eintritt 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. er Biütgergese Grosser Saal, Appellhofplatz. Dienstag den 1. März 1904, I. Abonnements-Konzert ausgeführt von der ganzen Kapelle des 5. Westf. Insant rie=Regts. Nr. 53, unter Leitung des Konigl. Masikdirigenten Herrn Max Granzow. Programm: 1. Teil. 1. Ouvertüre zur Oper„König Maufred“ von C. Reinecke. 2. Zigeuuerleben von R. Schumann. 3. Aufforderung zum Tanz von C. M. v. Weber. 4. Sinsonie Nr. 5(-dur) von W. A. Morart. a. Allegro con spirito, b. Andante, c. Menuetto, d. Presto. 5. Czardas aus der Oper„Der Geist des Wojewoden“ von L. Großmann. 2. Teil. 6. Three Dances„Nell Gwyn“ von E. German. a. Country Dance, b. Pastoral Dance, c. Merrymakers Dance. 7. Sizilie#ta von Fr. v. Blon. 8. Jaitasie aus der Oper„Lobengrin“ von R. Wagner. 9.„Torfschwalben aus Oesterreich". Wa zer von Jos. Strauß. Anfang 8 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg. Vierzehnerkarten für Fremde 3 Mark. Das 12. Abonnements=Konzert findet am Dienstag den 8. März statt. 20 Die Direktion. Pfarrbauverein St. Michael. Monats=Versammlung am Dienstag den 1. März, abends 8½ Uhr, im vorderen Saale des Edengarten, Antwerpenerstr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Architekten Endler: Bernward, ein Heiliger und Künstler auf dem Bischofsthron. 2. Vereinsenge egenheiten. Gaste sind willkonm n. Der Vorstand. Kölner Frauen-Fortbildungsverein Kaufmännische Fortbildungsschule für Mädchen. Rothgerberbach 15. : Geschäftskunde u. Handelslehre, einfache und doppelte Buchführung, kaufmännischer Brieswechsel, kaufmännisches Rechnen, Handelsgeographie, Schönschrift, Kurzschrift, deutsche, französische u. englische Sprache. Schreibmaschinenkurse.— Handarbeits= und Zuschneidekurse für Wäschegegenstände. Unterrichtszeit: Täglich nachmittags—7 bzw. 8 Uhr, Samstags von—5 Uhr. Anfang des Sommerhalbjahrs: Donnerstag den 21. Ap il. 4 Uhr nachmittags. Prospekte unen geltlich. Anmeldungen nimmt der Leiter der Anstalt. Professor Dr. Hoymann. Rothgerbeibach 15, an Wochentagen 11-12½ Uhr, und schriftlich zu jeder Zeit entgegen. Der Vorstand: J..: Frau Oberbürgermeister Becker. Neues Stadt=Theater. Sonntag den 28. Februar 1904. 164. Abonnements=Vorstellung. Serie D. Alpenkönig und Menschenfeind. Oper in 3 Aufzügen von Leo Blech. Mitwirkende: Tillmann Liszewskt, Johannes Bischoff. Anna Hofmann. Helene Offenberg. Hermann Plücker, Rosa Warnay, August Kretschmer, Bernhard Köhler, Anna Welden, Mally Werkenthin. Große Preise. Einlaß 6½ Uhr, Anfang 7 Uhr, Ende 9½ Uhr. Montag den 29. Februar 1904. 165. Abonnements=Vorstellung. Serie A. Die Fledermaus. Operette in drei Akten von Johann Strauß. Altes Stadt=Theater. Sonntag den 28. Februar 1904, nachmittags 3½ Uhr: 24. Nachmittags=Vorstellung zu ermäßigten Preisen. Tante. Schwank in 3 Akten von Brandon=Thomas. Mitwirkende: Hans Marr. Mar Hecken, Rudolf Leyrer. Willy Benthien. Hans Portz, Verthold Lehndorff. Elisabeth Scholtz, Tilly Newes. Milo Edelsberg. Lina Monnard. Einlaß 3 Uhr, Anfang 3½ Uhr, Ende 5½ Uhr. Abends 7½ Uhr: 50. Abonnements=Vorstellung. Othello. Trauerspiel in 5 Akten von W. Shakespeare. Mitwirkende: Max Hecken, Hans Marr, Rudolf Leyrer, Richard Bischoff. Richard Aßmann, Oskar Borcherdt, Willy Benthien, Lina Lossen. Anna Eichholz usw. Einlaß 7 Uhr. Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10½ Uhr. Montag den 29. Februar 1901. 51. Abonnements=Vorstellung, Rose Bernd. Schauspiel in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Spielplan vom 1. Neues Theater. Dienotag, 1. 7. volkstüml. Vorstell. zu ermäß. Preisen: „Hamlet".— Mittwoch, 2. Ab.=Vorst. B.„Die Zauberflote".— Donnerstag. 3. Ab.=Vorst. C.„Mignon“.— Freitag, 4. Ab.=Vorst. D.„Martha“. — Samstag, 5. Ab.=Vorst. A.„Alpenkönig und Menschenseind“.— Sonntag. 6.„Ab.=Vorst. B.„Louise". * Altes Theater. Dienstag, 1. Keine Vorstellung.— Mittwoch, 2. Ab.Vorst.„Die versunkene Glocke".— Donnerstag, 3. Ab.=Vorst.„Die berüymte Frau".— Freitag, 4. Ab. Vorst.„Cyprienne“.— Samstag, 5. Ab.=Vorst.„Der Veilchenfresser".— Sonntag, 6. 3 Uhr: „Doktor Klaus“. 7½ Uhr: Ab.=Vorst.„Zapfenstreich". Panorama International. Breitestraße 96, 1. Etage. Geöffn. tägl., auch Sonn= u. Feiert. v. Morg. 9 bis 9 Uhr Ab. Eintr. 303. Kind. 20. Moche noch: Die bayer. Königsschlösser u. Neuschwanstein. Hotel-Restaurant Hunnenrücken—4, Ecke Maria=Ablaßplatz. Diners 80 Pfg., 3 Gänge, Dessert. Reichhaltige Speisenkarte. Abendplatten von 10 Pfg. an. Helles Vier. Franziskaner Leistbräu aus dem Bierstall. Reine Weine. Inh.: Wilhelm Löltgen. St. Joseph-Asyl. heim für Lehrlinge und jugendliche Arbeiter. Weißgerbereckgasse 2, Köln, Weißgerbereckgasse 2. Das St. Joseph=Asyl bietet Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern gegen billi iste Vergütung ordentliche Kost und Wohnung und ein angenehmes Heim. Kostenlose Stellenvermittelung für Lehrlinge und jugendliche Arbeiter. Jede Anskunft erteilt bereitwilligst der Rektor Dr. P. Pirnay. Kölner Sängerhund Dirigent: Alwin Horn. Proben: Montags abends 9 Uhr. Hotel Argendorf.„Em dekke Tommes“, Glockengasse 3739. Wohltätigkeits-Konzert am 1. Mai c. im großen Saale der Bürg rgesellschaft zum Besten des St. Antonius=Klosters in der Meister Gerhardstraße. Sangeskundige Herren, welche bei diesem Konzerte(ohne irgenowelche Verpflichtung) mitwrten wollen, sind freundlichst gebeten. unsere nächste Probe zu besuchen. Der Vorstand. Verein für wissenschaftliche Vorträge. Die Mitglieder werden ergebenst darauf ausmerksam gemacht, daß der für den 7. Marz in Aussicht genommene Vortrag des Herrn Dr. Pau Rohrbach(Ber.in)„Ueber die Bagdadbahn“ wegen der inzwischen erfolg ten Beru ung des Redners nach Südwestafrika ausfällt. Statt dessen wird Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. Erch Marcks aus Heidelberg einen Vortrag über „Die Jugend Zismarcks“ halten. Der Vorstand. Für Delikateßgeschäfte! Moselweinhandlung m. gr. Weinbergsbesitz richtet Niederlagen(Kommissionslager) ein. Hohe Provision, kein Risiko. Off. sub K P 1761 an Rudolf Mosse, Köln, erbeien.* 3020 : Stadt=Garten.: 9 Sonn= u. Feiertags, Mon## tags, Mittwochs u. Freitags, 5 nachm. von 3½ Uhr an: 5 Militär= 9 Westf. Fuß=Art.=Reg. Nr. 7 2 Kal. Musikdir. Herr W. Trenks. * B r e u e r& a m p; S t r a u ß. 0 Fränkischer Hof. Neuer Konzert=Saal. Sonn= und Feiertags 5½ Uhr, Donnerstags 8 Uhr: Militär=Konzert. * H e u t e A n s t i c h d des vorzüglichen und beliebten Würzburger Hofbräu Bockbier. Zahnarzt Diemer (approb.). Apostelnstrasse 17. KOGNAK, hochf. franz. gleich; Gutachten des H. Dr. Scholz liegen vor. Vor d. Kauf Prove grat. Literfl. 2 M. verkauf Oskar J. Esser, Krefelderstraße 101. Schleuderpreise. Wegzugshalber sämtl. Möbel, Nähmasch., Spiegel, Bilder. Oefen. Schrank u. Kommoden usw., Sneicherkrempel. Severn"* Seise 6 Kölner Local-Anzeiger Nr. 57 4 Sonntag, 28. Februar 1904. Locales. Prinz und Prinzessin von Tänemark trafen gestern, von Paris kommend, mit dem=Zuge um 8 Uhr vormittags auf dem Kölner Hauptbahnhof ein und fuhren mit dem=Zuge um 10.6 Uhr vormittags über Hamburg nach Kopenhagen weiter. * Zur Kölner Bahnhofefrage. In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses ließ der Eisenbahnminister auf eine Anfrage bezüglich des Hauptbahnhofes in Köln erklären, daß die Rumpfgeleise auf der Noro= und der Südseite des Bahnhofes mteinander in Verbindung gebracht werden sollen, sodaß sie ein durchgehendes Geleise bilden würden. Dies setzt voraus, daß das auf Insel 1 liegende Bahnhofsgebände mit den Restaurationsräumen durch einen breiten Tunnel durchschnitten wurde. * S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g. A u f d e r T a g e s o r d n u n g der fünften Sitzung, welche am Donnerstag den 3. und nötigenfalls am Freitag den 4. März stattfindet, stehen u. a. folgende Punkte: Antrag verschiedener Stadtve ordneter auf Erlaß einer Petition an den Landtag um B lassung des ung teilten Oberlandesgerichts in Kömn, Wahl eines Beigeordneten, Ausführung von Kauälen 1904, Neubauten auf dem Hofgut Neu=Ziesloven, Vertrag mit Mütheim betr. die Beleuchtung und Gasversorgung der Kalk=Mülheimerstraße, Umgestaltung der Straßen in der Umgebung der Markthalle, größere Straßenbauarbeiten in der Altstadt 1904, außergewöhnliche Straßenund Wegearbeiten in den Vororten 1904. An größeren Straßenbauarbeiten in der Altstadt werden vorgeschlagen: a. Asphaltplatten: Georgstraße einschließlich Kreuzung der Follerstraße 14 800., Kusinostraße einschließlich Kreuzung der Stephanstraße 7500., Hohenraße von Augustinerplatz bis Schildergasse(Erneuerung der Asphaltdecke) 6100., Quatermarkt von der Norogrenze des Gürzenich bis Auf der Sandbahn(Ersatz des Hoizpflasters ourch Asphalt) 3000., Sandbahn(Ersatz des Holzpflasters durch Asphalt) 2000., Agreppastraße von Pelerstraße bis Kämmergasse 11 900., Krummer Büchel von Sternengasse bis Agrippastraße 4800., Pantaleonswall von Pantaleonsmühlengasse bis Friedrichstraße(Gesamtkosten 15 200., wovon die Stadterweiterung die Hälfte trägt) 7600., Bayardsgesse von Peterstraße bis Fleischmengergasse 5000., b. Holzpflaster: Martiustraße von In der Höhle bis Haus, renze 14/16 vor dem Gürzenich(Hartholz) 12000., c. Steinpflaster: Große Neugasse 900., Tuurumarki von Sassenhof bis Rheingasse 8550., desgleichen von Friedrich Withelmstraße bis Sassenhof 5300., Wehrgasse 1200., Mühlengasse 6000., Bonnerwall von Bounerstraße bis Zunweg(Gesamtkosten 26 500., wovon die Stadterweiterung die Halfte trägt) 13 250 M. Für neue Burgersteige sind neben neuem Straßenbahnpflaster vorgesehen: Georgstraße 5200., Casinostraße Ostseite 2200., Hohestraße 2400., Quatermarkt 2100., Auf der Sandbahn 1400., Agrippastraße 4500., Krummer Büchel 2100., Martinstraße 3200., Große Neugasse 3300., Thurnmarkt 2700., Thurnmarkt von Friedrich Wilhelmstraße bis Sassenhof 2800., Wehrgasse 800., Mühlengasse 600., Bayirosgasse von Peterstraße bis Fleischmengergasse 1000 M. Neben alt m Straßenpflaster sollen für Bürgersteige verausgabt werden: An Lyskirchen 2600., Elogiusplatz 1800., Große Telegraphenstraße 5500., Bonnerstraße von Chlodwigplatz bis Kurfursten bzw. Elsaustraße 4200., Limburgerstraße 5100., Hohenzollernring(Ontseite) 11000 M. Zur Regulierung öffentlicher Plätze stehen zur Verfügung 40 500 M. Vorschläge über Verwendung dieses Betrages werden mit Rücksicht auf die schwebenden Projekte vorbehalten. b Die Witterung ist wieder recht winterlich geworden. Bei Südostwind zeigte das Thermometer gestern morgen früh— 2,2 Grad Celsius, mittags+0,2 Grad. O Der Wasserstand des Rheines geht anhaltend zurück. Gestern abend zeigte der hiesige Pegel 4,90 Meter gegen 5,25 Meter am abend vorher. Die Schiffbrücke konnte auch für beladenes Lastfuhrwert freigegeben werden. Ee Personalien. Zu Landgerichtsräten wurden die Landrichter Hunold von hier und Dr. Eigel aus Elberfeld, zurzeit in Köln, zu Gerichtsassessoren die Referendare Dr. Scheuer, Dr. Orwa, Dr. Diesenhardt, Klein, Devus, Pick, Dr. Maitz und Dr. Schmitz und Pranghe ernannt. m. Gesperrt wird behufs Ausführung von Straßenbauarbeiten die Worringerstraße vom 22. d. ab auf drei Wochen für Fuhrwerke und sonstige Fahrzeuge jeder Art, sowie für Reiter. &.; Castans Panoptikum, Holestraße, zeigt für morgen vormittag billigen Sonntag an. Der Einiritt für das gesamte Panoptikum nebst der Extra=Vorstellung des wahrsagenden Papageis ist auf 25 Pfg. herabgesetzt. 4 Vereinigte Stadttheater. Die nächste volkstümliche Vorstellung zu ermäßigten Preisen findet am Dienstag, den 1. März, im Neuen Theater statt. Zur Aufführung gelangt Hamlet mit Herrn Siebert in der Titelrolle. Die Preisermäßigung erstreckt sich auf sämtliche Plätze, also erstes Parkett 2 M. usw. m Festgenommen wurden: ein Händier wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange, ein Schreiber wegen Unterschlagung, ein Tagelöhner wegen Meineids, ein Referendar wegen Logisbetrugs, ein Kutscher wegen schweren Diebstahls, ein Fuhrmann wegen Diebstahls, ein Kellner und ein Tagelöhner wegen Zuhälterei, zwei Tagelöhner wegen Diebstahls, ein Polsterlehrling wegen schweren Diebstahls, ein Fabritarbeiter wegen Sittlichleitsverbrechen, ein Handlanger wegen Unterschlagung, ein Kommis wegen Diebstahls, drei Hausknechte wegen Diebstahls, eine Chefrau wegen Diebstahls, ein Tagelöhner, eine Ehefrau und ein Elektrotechuiker auf Grund Haftbefehls. Aus Dororten und Umgebung. n M a c h e i m a m n h e r n. 2 7.# e d r. 1 9 0 4. I n d e r G e n e r a l v e r= sammlung des Windthorstbundes erstattete gestern der Vorsitzende, Herr Fr. Feinhals, den Jahresbericht für 1903. Der Bund zählte im verflossenen Jahre 91 wirkliche und 36 unterstützende Mitglieder, er hatte einen Zuwachs von 21 Mitgliedern zu verzeichnen. Es wurden zehn Monats= und zwei öffentliche Versammlungen abgehalten. Bei der Reichstags= und Landtagswahl hat der Bund räftig mitgewirkt. Heer Feinhals forderte zum weiteren fleißigen Besuch der monatlichen Versammlungen auf, wies auf die in diesem Jahre hier stattfindenden Stadtverordnetenwahlen hin, wobei es sich darum handeln werde, ob die Zentrumspertei die Mehrheit gewinnen solle und deshalb der Windthorstbund eine besonders rege Tätigkeit entfalten müsse. Der Kassierer Herr Berlandeux gab in seinem Kass ubericht für die Jahre 1902 und 1903 an, daß die Einnahmen aus beiden Jahren 770., die Ausgaben 742 M. betragen haben. Als Kassenrevisoren wurden die Mitglieder van Fondern und Gödde einannt. Die sotzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Feinhals und Verlandeux wur en einstimmig wieder= und statt des verhinderten Herrn Hoppe Herr Neumann neugewahlt. Namens des Bundes sprach Herr Rek or B den dem Vorsitzenden für seine energische Leitung und Muhewaltung besten Dank aus. Herr Karl Brach hielt dann einen kurzen Vortrag über die politischen Vorkommnisse im Reichs= uno preußischen Landtage, woran sich eine sevhafte Diskussion knüpfte. Zum Schlusse##ilte der Vorsitzende mit, gaß am So ntag, den 27. März, im Brungeschen Saale weder eine öffentliche Versammlung stattfind u werde, wori als Rdner die Herren Dr. Jos. Jorg(Köln, und Redakteur Kirich(Eschweiler) auftieten würden. Vereins=Nachrichten. ∆ Dompfarrverein. Nach langer Unterbrechung fand am 24. d. abends wieder einmal eine Versammlung des Dompfarrvereins statt. Die Mitglieder hatten sich recht zahlreich eingerungen, galt es doch, einen Vortrag des hochwürdigen Herrn Dompastors Camphausen, der krankheitehalber längere Zeit abgeh llten war, über seine Tätgleit in der Diaspora in den sechziger Jahren zu hören. Mit großter Spannung lauschten die Anwesenden dem Vortrage und bekundeten dem hochgeschätzten Redner reichen Beifall. Zur größten Freude der Anwesenden teilte der Vorsitzende des Vereins mit, daß dieser nunmehr aus seiner Ruhe heraustreten werge und den Mitgl edern im Laufe des Jahres wieder mehrere Vorträge bieten würde. Im zweiten Teile der Versammlung wurde vom Vornitzenden in beredten Worten des anwesenden Herrn Domvikars Wellenberg, der in oen nächsten Tagen sein n Wirtungskreis nach Düsseldorf in das Rektorat Si. Paul verlegt, gedicht. Sechs Jahre hat der hochwürdige Herr segensreich in der Dompfarre gewirkt und während dieser Zeit sich die Liebe und Anhänglichkeit der Pfarrangehörigen zu erwerben gewußt. Unermüdlich in er im Besaiche der Kranken und Armen gewesen, und da, wo Not vorhanden war, ist er hültreich eingeschritten. Alle Pfarreingesessenen sehen den geschätzten Herrn ungern scheiden. Die demnächstige Pfarre St. Paul in Dusseldorf kann sich glücklich schätzen, daß ihr ein so tuchtiger, rühriger und liebenswürdiger Seelsorger zugeteilt worden ist. X Pfarrbauverein St. Michael. In der am Dienstag den I. März, abends 8½ Uhr im vorderen Saale des Edengarten stattfindenden Monatsversammlung des Pfarrbauv reins St. Michael wird Herr Architekt Endler einen Vortrag halten über Bernward. ein Heiliger und Kunstler auf dem Bischofsthron. Auch Gäste sind in der Versammlung willkommen. einem Sparverein 9 M. Nachher radierte er in dem Sparkassenbuche des Vaters die Eintragung über 9 M. aus. Das Urteil lautete auf fünf Monate Gefänguis.— Wegen Verstoßes gegen das Fürsorgeerziehungsgesetz hatten sich einige Personen aus Mütheim a. Rh. zu verantnorten. Sie hatten einen Jungen, der aus dem St. Josefsstift zu Bonn entflohen war, bei sich ausgenommen und so der Fürsorgeerziehung entzogen. Da der Ausreißer ein Verwandter der Beschuldigten war, wurde auf 30., 10 M. und 20 M. Geldstrafe erkannt. — Wegen Kuppelei wurden zwei Frauenspersonen zu je einer Woche Gefängnis und je 150 M. Strafe verurteilt.— Der Georg Pfeuffer aus Würzburg, der drei Jahre und sechs Monate Zuchthaus zu verbüßen hat, erhielt eine Zusatzurafe von drei Mona###en, weil er Bettzeug gestohlen hatte. Ein Kellner, der s. Z. mit Pfeuffer zusammen abgeurteilt worden ist, und zwei Jahre Gefängnis zu verbußen hat, wurde wegen Hehlerei zu einem weiteren Monat Gefängnis verurteilt. Dermischte Nachrichten. ** Berlin, 20. Febr. 901.(Drahtber.) Der pausreiniger Senfert durchschnitt, dem Lok. Anz. zufolge, auscheinend im Delirium, seinem eigenen zweijährigen Kinde in Gegenwart von dessen sechsjährigem Brüderchen mit einem großen Küchenmesser den Hals. Der Mörder wurde festgenommen. * Celle, 26. Febr. 1904. Ein schricklicher Unglücksfall ereignete sich gestern abend bei der Generalprove zu der Wohltätigkeitsvorstellung des Vaterländischen Frauenvereins. Nachdem das Festspiel Königin Luise zu Ende geführt war, sollte der zweite Teil der Vorstellung, ein Blumenreigen, getanzt von sechzehn jungen Damen, folgen. Es waren zu diesem Reigen gleiche Kostüme aus leichtem Stoff für die Teilnehmerinnen beschafft. Der Tanz begann, die jungen Damen traten auf, da kam bei einer der ersten Bewegungen Fräulein Wotter einer Gaslampe auf der linken Seite der Rampe der Bühne zu nahe; trotzdem die Lampe mit einem Trahigitter umgeben war, fing das leichte Kleid Fuer und brannte im Augenblick lichterloh. Es gelang zwar, nach kurzer Zeit die Flammen zu löschen, aber Fräulein Wotter hatte bereits so schwere Wunden davongetragen, an deren Folgen sie heute nachmittag starb. Eine andere Dame hat erhebliche Branowunden davongetragen. M Hambura, 26.febr.1904,.32 abds.(Eig. Drahtber.) Das dreijährige Söhnchen eines Auswanderers stürzte vormittags unwei Harburg währ ud der Fahrt aus dem Zuge und warde tödlich verletzt. Ein Passagier, der, als der Zug hie#t, beim Suchen nach dem Kinde half, wurde von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Zuge überfahren und schwer verletzt. Reitingers Pflanzenkübel. Fabrik: Holzmarkt 3. d" Comptoir: Johannisstraße 67. Patent- und techn. Bureau Fernspr. 796. Friedr. Sasse, Perlenpfuhl 12. Gerichts=Verhandlungen. 2. Die Haftpflicht des Fistus als Tierhalter. Am 15. Juni 1900 verungluckte ein Ackerer aus Pfaffenhütte bei Grutten dadurch, daß er von dem durchgehenden Pferde des Gendarmen Hackstein dortselbst angerannt, zur Seite geschleudert und auf der Sielle getötet wurde. Die Witwe und die minderjährigen Kinder des Verunglückten verlangen von dem Fistus auf dem Prozeßwege Ersatz des ihnen durch den Tod ihres Ernährers entnandenen Schadens. Sie stützen diese Klage auf die§§ 833 und 844 des Burgerlichen Gesetzbuches, da der Fiskus in diesem Falle als Halter des Gendarmen=Pfer#es anzusehen, und deshalb haftpflichtig sei. Sowohl das Landgericht zu Düsseldorf, als auch das Kölner Oberlandesgericht erkannten den Klageanspruch, welchem der Einwand entgegengesetzt wurde, daß nicht der Fiskus, sonvern der Gendarm als Halter des Pferdes haftpflichtig sei, als begründet an. Das Oberl ndesgericht leitet die Haftpflicht des Fiskus aus folgenden Momenten her: Zwar habe der Gendarm nach der Dienstinstruktion ein Eig utumsrecht an seinem Dienstpferde, dieses Recht sei aber im dienstlichen Interesse derart beschränkt, daß der Fiskus der mittelbare Besitzer und wahre Eigentümer des Pferdes, dagegen der Gendarm nur Fremdbesitzer sei. Dazu kam, daß das Pferd zur Zeit des Unfalls zu einem dienstlichen Ritte verwandt wurde, und auch aus diesem Grunde der Fiskus als Tierhalter anzusehen sei. Das Reichsgericht hob dieses Urteil auf und wies die Sache mit folgender rchtlicher Begründung in die Vorinnanz zurück: Das Halten eines Tieres kann nach dem Sprachgebrauche nicht ei##e augenblickliche Benutzung desselben sein, sondern es muß ein derartiges Verhältnis von einiger Dauer bestehen. Wenn dem gegenüber darauf hingewiesen wird, daß nach Art. 1385 code civil für den hier durch das Tier verursachten Schaoen schlechtweg derjenige haftet, der sich desselben bedient, so ist zu bedenken, daß deutsches Gesetz vom französischen Gesetz abweicht. Allerdings sei die Ausführung des Oberlandesgerichts ri#tig, wenn es ein eigenes Interesse an der Sorge für das Tier als ein Merkmal des Haltens bezeichnet, zu Unrecht habe es jedoch angenomen, daß der Fiskus ein solches Sachrecht an den Dienstpferden der Gendarmen besitze. Strafkammer. Eine Frauensperson stahl dem Reisenden einer Viersener Firma etwa 3500 M. und fuhr mit einer Droschke nach Düsseldorf, wo sie verhaftet wurde. In ihrem Besitze wurden noch 3138 M. vorgesunden, die der Bestohlene zurückerhalten hat. Die Diebin wurde zu neun Monaten Gefängnis verurtentt.— Ein Pflasterer aus Ober=Derschlag, welcher durch Messerstiche zwei Personen erhedlich verletzt hat, erhielt 15 Monate Gefangnis.— Ein Bäckermeister aus Rodenkirchen, der mit seinem Wagen einen Schüler überfahren hat, wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 30 M. Strafe verurteilt.— Wegen Vererechens gegen§ 176 Absatz 3 des Str.=.=B. wurde ein Schneidermeister aus Bechen zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.— Wegen Kuppelei erhielten zwei Personen je fünf Tage Gefängnis und 20 bzw. 65 M. Geldstrafe.— Ein Reisender wurde wegen Beirugs und Unterschlagung zu vier Monaten Gefäuguis verurlcitt.— Ein junger Tagelohner aus Bayenthal fälschte einen Zettel mit dem Namen seines Vates und erschwind lte sich bei Kein Trinkgeld! — Für 10 Pfennig:— Glas Dortmunder, Wicküler Münchener. Pilsner Kulmbacher Wormser Apostelbräu Original hofl. 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