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Klasse(Oberstufe): eutsch 1 Std., Geometrie 1 Std., Naturlehre 1 Std., gewerbliche Buchführung 1 Std., Zirkel=Zeichnen und Fach=Zeichnen 3 Std. Der allgemeine Unterricht findet des Dienstags und Freitags, abends von—9 Uhr, der Zeichen=Unterricht des Sonntags, morgens von 9¼ bis 12¼ Uhr, statt. Im Wintersemester beginnt der Zeichenunterricht am Sonntag den 20. Oktober, der Wochenunterricht am Dienstag den 22. Oktober. Das Schulgeld beträgt für das Semester für den ganzen Unterricht 4 Mk., für den allgemeinen Unterricht allein 2 Mr. und ist bei der Anmeldung zu entrichten. Anmeldungen werden am 13. Oktober, morgens von 9¼ bis 12¼ Uhr, in den oben bezeichneten Schulgebäuden entgegengenommen. Spätere Anmeldungen können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden. Die Lehrlinge sind derjenigen Schule zu überweisen, welche der Wohnung derselben zunächst liegt. Der Direktor: Romberg. Mit Bezugnahme auf mehrfach lautgewordene Klagen wird hiermit besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Lehrherren nach§ 120 der Gewerbe=Ordnung verpflichtet sind, den Lehrlingen unter 18 Jahren die zum Besuche der Fortbildungsschulen erforderliche Zeit zu gewähren; Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmung werden mit Geldstrafe bis zu 20 e und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 3 Tagen in jedem Falle der Verletzung des Gesetzes bestraft. Der Oberbürgermeister. I. Der Beigeordnete * Jesse. Gummiplatten u. Schnüre, Asbest- und Stopfbüchsenpackungen, Selbstöler, Schmier kannen. Anerkannt — gute— Schläuche für Wasser, Wein und Bier. Gasschläuche, einfach und umsponnen. - Betteinlagen. Prachtvolle neue Muster in Gummi-Tischdecken. Dr. Hub. Schaaf, Arst, Spezialarzt für Haut= u. Harnleiden. Ecke Neumarkt 28, Eing. Gertrudenstr. Sprechstunden 9½-1 u.-6 Uhr. Von der Reise zurück Dr. med. S. Krahé. Dr. med. H. MIEYER pract. Arzt, Köln, Weyerstr. 29. 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Ka 50 bis 60 Pfg. per Pfund empfiehlt Linden, Apostelnstraße 48. Was giebi's Neues? Ueber die Leichenfeier für die Kaiserin Friedrich wird gemeldet: * Cronberg, 10.Ang.1901. In den Straßen, deren Häuser reichen Trauerschmuck tragen, und in denen mit Flor umschlungene Masten aufgestellt sind, herrschte schon am Nachmittag ein überaus reges Treiben, das gegen Abend noch zunahm. Aus den benachbarten Ortschaften und Städten, namentlich aus Frankfurt a. M. und Homburg v. d. Höhe, sind zahlreiche Vereine und Korporationen eingetroffen, die hinter dem von dem 80. Infanterieregiment gebildeten Cordon Aufstellung nahmen. Am Eingange der Stadt sind vier Obelisken erbaut, auf denen Pechpfannen brennen. Um 9½ Uhr abends wurde der Sarg mit der sterblichen Hülle Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich unter Glockengeläute aus dem Schloß getragen. Der Leichenzug setzte sich alsbald in Bewegung und erreichte um 10 Uhr die Stadt. Vor dem Zuge und an der Seite desselben marschierten Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr und neben diesen etwa 100 Fackelträger. Der Sarg wurde von 36 Unteroffizieren des 80. Infanterieregiments, die sich zu je 12 Mann ablösten, getragen. Hinter dem Sarge schritt allein Se. Majestät der Kaiser, dann die Prinzen und das übrige Tranergefolge. In den engen Straßen Cronbergs bewegte sich der Zug durch das Spalier zu der altertümlichen Kirche. Die Einwohner waren an den Hausthüren und an den Fenstern versammelt. Der Kirche gegenüber stand die erste Compagnie des 80. Regiments mit den Fahnen und der Musik als Ehrenwache. Die Glocken läuteten; Das Innere der Kirche war hell erleuchtet und von dem Duft der dort niedergelegten Kränze erfüllt. Am Eingange hatten der Oberhofprediger Dr. Dryander, der Ortsgeistliche und die Vertreter der Stadt Aufstellung genommen. In der Altarnische war ein Purpurteppich ausgebreitet, vor welchem ein Doppelposten stand, während zu den Seiten vier Offiziere des 80. Regiments die Ehrenwache hatten. Um 10 Uhr 15 Min. nahte der Zug; die Geistlichkeit schritt demselben voran in die Kirche, der Kaiser, die kaiserlichen Prinzen, die Fürstlichkeiten und der Reichskanzler folgten. Nachdem der Sarg vor dem Altare niedergesetzt worden war, hörten die Glocken auf zu läuten. Der Kaiser trat vor den Sarg, Oberhofprediger Dr. Dryander sprach ein kurzes Gebet, verlas das Schriftwort: Aus der Tiese rufe ich Herr zu dir und segnete die Leiche ein. Se. Majestät kniete zum Gebete am Sarge nieder, die Anwesenden folgten dem Beispiele. Nach dem Gebete legte Se. Majestät einen Kranz nieder und verließ dann die Kirche, um alsbald nach Homburg zurückzukehren. * Cronberg, 11. Aug.1901.(Draßtber.) Große Menschenmengen erwarteten die Anfahrt der Fürstlichkeiten zu der Trauerfeierlichkeit. Vom Schlosse Friedrichshof bis zu der Kirche von Cronberg bildete Militär Spalier. In der Nische des Altars steht, von Kränzen bedeckt, der Sarg. An den Mänden zwischen den altertümlichen Bildern sind gleichfalls 4 große schöne Räume, alle Bequeml., zu 15. mon. z. v. Luxemburgerstr. 55, IlI. Für Hausbesitzer. Jungertücht. Anstreichermeister sucht Arbeiten zu den bill. Preisen in bester Ausführung zu übernehmen. Tapezieren per Rolle von 25 Prg. an. Off. u. Nr. 1404 an d. Geschäftsst. d. Bl. (Zeichnerische Arbeiten jeder Art ar werden übernommen. Off. u. Nr. 1513 a. d. Geschäftsst. d. Bl. prop. Maochen s. n. ein. Kunden, #nur in herrsch. Hausern, im Putzen. Waschen u. Bügeln. Eigelstein 46. Schön. Unterhaus 4 Raume und Mansarde, an kinderl. Leute zu verm. Fr.=Off. u. Nr. 1465 a. d. Gesch. d. Bl. Mietgesuche. ESSFRTE SEED E E S S SEEE Suche zum 1. September eine Woh nung von 3 bis 4 Näumen (nordwestlicher Stadtteil bevorzugt). Off. m. Preisangabe unter Nr. 1515 an die Geschäftsstelle d. 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Die Gemeinde sang Jerusalem, du hochgebaute Stadt. Oberhofprediger D. Dryander sprach das Gebet. Alsdann sang der Domchor das Lied Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach. Während des Gesanges traten die Prinzen August Wilhelm und Oskar in Helm und Haarbusch und Prinz Adalbert in Marinenniform mit gezogenem Degen vor, nahmen Aufstellung neben der Ehrenwache am Fußende des Sarges, während der Krouprinz und Prinz Eitel Friedrich zu Häupten des Sarges neben dem Oberhofprediger D. Dryander Aufstellung nahmen. Darauf sprach letzterer das Gebet, in welchem er der Kaiserin Friedrich gedachte, die, mit reichen Gaben geschmückt und für ihren Beruf ausgerüstet, begleitend und beglückend an der Seite ihres Gatten gelebt, und gedachte ferner des hohen Dulders und der schweren Leiden und Prüfungen der hohen Frau. Alsdann nahm er die Einsegnung vor. In diesem Augenblick präsentierten draußen die Truppen; Trommelwirbel und Trompetenklang der Trauerparade drang in die Kirche. Der Domchor Uhr ante iden, irche, u. gust. aus. h den wird eren Häuser nschlungene ein überaus den benachkfurt a. M. ind KorpoInfanterien Eingange Lechpfannen sterblichen ockengeläute alsbald in dem Zuge mit aufgefackelträger. Infanterieen. Hinter , d a n n d i e Zug durch yner waren Der Kirche ats mit den in läuteten; dem Duft e hatten der id die Verirnische war doppelposten Regiments chkeit schritt lichen PrinNachdem hörten die zarg, Oberverlas das und segnete Sarge niedem Gebete ß dann die ze Menschenten zu der hof bis zu er. In der arg. An den d gleichfalls zimenter der s 80. RegiRegimenter ereien trafen ich, die GeSpitzen der hönstedt und der Uniform tig und die kroßherzogin ch, Adalbert, anwesenden rnische Platz, domchor iner lebt. Die erhofprediger er Domchor hrer Arbeit, ust Wilhelm Adalbert in Aufstellung vährend der des Sarges ing nahmen. der Kaiserin ückt und für an der Seite Dulders und 1. in Augenblick und TromDer Domchor sang: Wenn ich einmal soll scheiden, und die Gemeinde: Erscheine mir zum Schilde. Nach einem Vaterunser und dem Segen erklang das vom Domchor vorgetragene Lied: Sei getreu bis in den Tod, während wiederum Trommelwirbel und Kommandoruf von draußen erscholl. Die Truppen hatten präsentiert Nach der Feierlichkeit begaben sich die Fürstlichkeiten zu Wagen nach Homburg und Friedrichshof. Im ersten Wagen saßen die Kaiserin und die Königin von England, im zweiten Wagen der Kaiser und der König von England, im dritten der Großherzog und die Großherzogin von Baden. * Homburg, 11. Aug.1901.(Drahtber.) Heute Vormittag .16 Uhr trafen mittels Sonderzuges der König und die Königin von England, Prinzeß Viktoria, Prinz Nikolaus von Griechenland und Gefolge, sowie der Botschafter Lascelles, der bis Frankfurt entgegengefahren war, hier ein. Auf dem Bahnhofe war eine Ehrenwache des 80. Regiments mit Fahne aufgestellt. Der Kaiser und die Kaiserin, die drei ältesten kaiserlichen Söhne, alle Damen und Herren aus der Umgebung, das Hauptquartier, der Reichskanzler und Graf Waldersee waren erschienen. Die Compagnie präsentierte, als der Zug einlief. Die Majestäten begrüßten sich herzlich. Nach der Vorstellung des Gefolges und Abschreiten der Front fand ein Vorbeimarsch in Sektionen statt. Dann geleitete das Kaiserpaar das Königspaar in das Parkhotel. ! Wie von unterrichteter Seite gemeldet wird, steht es noch nicht fest, daß die diesjährigen Kaisermanöver in Westpreußen abgehalten werden. Die Provinz Westpreußen ist allerhöchsten Ortes vorstellig geworden und die Minister der Landwirtschaft und des Inneren haben diese Eingabe befürwortet, daß Westpreußen mit Rücksicht auf den landwirtschaftlichen Notstand in diesem Jahre vom Kaisermanöver verschont bleibe. Im Großen Generalstabe ist man darauf gefaßt, daß die Kaisermanöver aus der Gegend südlich von Dirschau auf das rechte Weichselufer nach Ostpreußen verlegt werden. Durch einen Erlaß des Eisenbahnministers wird, wie die Magdeb. Ztg. erfährt, die Aufhebung aller Sommerkarten und festen Rundreisekarten innerhalb der preußischen Bahnen vom 1. Oktober d. J. ab angeordnet. In den Sonntagskarten tritt eine Einschränkung insofern ein, als alle Karten dieser Art, von denen innerhalb eines Jahres nicht mindestens 1300 Stück verkauft sind, aufgehoben werden. Neue Sonntagskarten werden nicht mehr eingeführt. Nicht abgeändert wird die Einrichtung der Fahrscheinhefte und der Monatskarten; bestehen bleiben auch die Fahrpreisermäßigungen für Gesellschaftsreisen von mindestens dreißig Personen, für akademische Ausflüge, für Schulfahrten und Ferienkolonieen sowie für milde Zwecke. Endlich können auch die Feriensonderzüge nach Süddeutschland, Hamburg usw. wie bisher gefahren werden. Der Reichs=Anzeiger berichtet: Der kaiserl. Kommissar der freiwilligen Krankenpflege, Graf v. Solms, veröffentlicht das Ergebnis der Sammlungen freiwilliger Gaben für das ostasiatische Expeditionscorps. Danach gingen an der Hauptsammel= stelle in Bremen bis Ende Juli Gaben im Werte von 450000 R. ein. Zur Verwaltung der Gaben wurde in Tientsin ein depot und in Tongku eine Filiale errichtet. Die Verteilung Gaben erfolgte durch die Intendantur, da infolge der Versisung des Petschiligolfes zahlreiche freiwillige Gaben in Shanghai, Tsingtau und Shanghaikwan gelandet werden mußten und direkt on dort aus durch die Vermittelung des Generalkonsulates in Shanghai und die Intendantur an die Truppen und Marine zur Verteilung gelangten. 22 Handwerkskammern haben eine Eingabe an die Rehierung gerichtet, worin sie um die gesetzliche Lösung der Frage bitten, welche Betriebe als fabrikmäßig und welche als handverksmäßig anzusehen seien. Es wird in der Eingabe arüber geklagt, daß die Auslegung der Behörden jetzt verschieden sei und daß infolge dieser verschiedenen Auslegung des Gesetzes leistungsfähige Großhandwerksbetriebe von der Beitragsjahlung für die Handwerkskammern und für die Zwangsinlungen befreit blieben, weil sie eben als Fabrikbetriebe angesehen würden. * Rom, 11.Ang.1901, 11.10 abds.(Eig. Drahtber.) Der ange schmerzliche Todeskampf Crispis ist beendet nach drei nerwartet eingetretenen Nervenkrämpfen; um.10 begann der sodeskampf, und um.45 trat der Tod ein. Crispi starb, ohne sich mit der Kirche versöhnt zu haben. Locales. ** Die Handelskammer macht bekannt, daß am 13. d.., dem Tage der Bestattung der Kaiserin Friedrich, die Vörsenverammlung ausfällt. — Kirchliches. Gestern fand in allen Kirchen der feierliche Schluß ds Jubiläums statt. Im Dom, wo auch der hochwürdigste Herr Erz#schof zur Teilnahme erschien, wohnte eine gewaltige Menschenmenge Feier bei. a Schlägereien. In der Nacht von Samstag auf Sonntag surden in das Bürgerhospital zwei Männer ausgenommen, welche in schlagereien Kopfverletzungen sich zugezogen hatten. # Neue Fahnen. In der Blumenhandlung von Creifelds, Unter settenhennen, sind zwei prachtvolle Fahnen aus dem bekannten Atelier s Herrn W. Wefers, Andreaskloster 27, ausgestellt. Die eine, für bei Kalk bestimmt, hat auf ihrer Vorderseite auf rotem Sammet gn Schwan, kunstvoll gestickt, wie auch darüber die Lyra, welche in #tem Golde gearbeitet ist. Diese ist umgeben von einem Eichenkranz, er wie die Lorbeerzweige in den Ecken in feiner Seide ausgestickt ist. Die Schrift.=.=V. Sängertreu Vingst ist in Golostickerei tadellos #sgeführt. Die Rückseite trägt auf Creme=Seide das Motto:„In stend und Leid zum Lied bereit“ in Seidenstickerei.— Die zweite Fahne re blauen Sammet mit dem Bilde der Loreley, in Seide gestickt. Die schrift Männer=Quartett Mülfort 1901 hebt sich auch hier in feiner Poldstickerei hübsch ab. Die Rückseite weist auf Creme=Seide den Spruch: Elein im Sang, treu im Wort, fest in Eintracht immerfort" in erakter Feidenstickerei auf. Beide Fahnen geben der Firma ein gutes Zeugnis. Nr. 217&a Montac. 12. August 1901. Seite: m Optische Anstalt Jac. Weisheim, Herzogstr. 40(Hotel Disch). Billigste Bezugsquelle für Brillen und Kneifer jeder Art.„ Gerichts=Verhandlungen. Strafkammer. Wegen Kuppelei wurde ein Geschäftsführer zu einem Tage Gefängnis verurteilt.— Der vorbestrafte Schlosser Peter Paul Gelsdorf von hier stahl einer Witwe ein Sparkassenbuch ihres Mannes über 126., fälschte den Namen des Inhabers des Buches und erhob das Geld. Strafe: zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.— Zwei Arbeiter erhielten je drei Monate Gefäugnis, weil sie zu Harf aus der Scheune eines Gutes drei Säcke Korn gestohlen hatten.— Der Bäcker Peter Joseph Schmichels war vom Schöffengericht wegen thätlicher Beleidigung eines Dienstmädchens zu 600 M. Strafe verurteilt worden. Er hatte gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt und erzielte in der neuen Verhandlung eine Ermäßigung der Strafe auf 300 M.— Ein Fuhrknecht aus Kalk, der durch Fahren auf dem Geleise der Köln=Frechener Eisenbahn einen Eisenbahnzug gefährdet hatte, wurde zu 30 M. Strafe verurteilt. — Ein Fuhrlnecht aus Deutz wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 10 M. Strafe verurteilt. Schösfengericht. Ein Gütersaktor und ein Fuhrmann stahlen Kaffee aus einem Sack und zwei Bügeleisen. Der vorbestrafte Faktor wurde zu drei Tagen, der Fuhrmann zu einem Tage Gefäugnis verurteilt.— Der fortgesetzten Verleumdung des Schutzmannes Ockenfelds angeklagt war ein Möbeltransporteur. Da der Schutzmann die Anklage zurückgezogen hat, handelt es sich hier nur um die Entscheidung, wem die Kosten aufzuerlegen sind. Der Angeklagte hatte mehrere Anzeigen an das Polizeipräsidium erstattet, in denen gesagt wurde, der Schutzmann habe sich während des Dienstes von 7 bis 8½ Uhr in einer Wirtschaft aufgehalten, er beleidige und chikaniere den Angeklagten, wo er lönne usw. Der Staatsanwalt bat, die Sache nach der Richtung zu prüfen, ob nicht Verübung groben Unfuges vorliege. Der Verteidiger des Angeklagten bemerkte, daß, wenn grober Unfug verübt worden sei, doch nur dem Schutzmanne eine solche zur Last gelegt werden könne. Der Schutzmann habe eine Strafversetzung bekommen. Das Gericht stellte das Verfahren ein und legte dem Beamten die Kosten mit Ausnahme der Verteidigung zur Last.— Ein vorbestrafter Arbeiter, ein Erdarbeiter und ein Verputzer erhielten wegen Diebstahls eine Woche bzw. je drei Tage Gefänguis.— Der Junggesellenverein in Merheim hielt Stiftungsfest ab und veranstaltete zwei Aufzüge, ohne de polizeiliche Genehmigung zu besitzen. Der Präsident des Vereins, welcher zu dem Aufzug aufgefordert hatte, sowie die Ordner der Aufzüge erhielten je 30 M. Geldstrafe. Feuilleton des Kölner Local=An zeiger. 12. Aug. 1901. c0 Der Väter Schuld. [21 Original=Noman von Fr. Collet. „Und damit kommst du jetzt erst, nachdem wir schon monatelang von dem Handel mit Knecht und Magd geredet haben," kam es etwas unwirsch von Bernard zurück. Aber der hübschen Schwester blaue Augen, die ihn sauft anblickten, besänftigten bald den aufsteigenden Unmut. Die Kleine, wie er sie trotz ihrer einundzwanzig Jahre immer noch nannte, war stets Bernards Augapfel gewesen, wie auch das Mädchen mit herzlicher Geschwisterliebe an dem Bruder hing. Als Bernard nun aufstand, ihr die Hand reichte und in seiner ruhigen treuherzigen Weise sprach:„Ich will sehen, was sich machen läßt,“ da wußte Elise schon, daß er am anderen Abend ihre lieben Braunen wieder zurückbringen werde. Noch eine kurze Umschau hielt Bernard, auf dem Wagen, nachsehend, ob auch die für Sassenberg und Füchtorf mitzunehmenden Waren recht verladen seien, dann stieg er zu dem Knecht auf, und von den beiden noch recht rund und glatt aussehenden Braunen gezogen, rollte der Wagen zum Städtchen hinaus. Eben läutete man in der Franziskanerkirche, deren Türmchen vorwitzig über das dichtbewachsene Emsufer herüberschaute, zur ersten heiligen Messe, als der Wagen über die Emsbrücke fuhr und die Stadt verließ. Kaum eine Stunde nachher verließ auch Elise das Haus. Einen Handkorb tragend, schlug auch sie den Weg über die Emsbrücke ein. Wie fast jede Familie, auch wenn sie sonst keinen Ackerbau trieb, so hatten auch Kemans vor dem Thore ihren Garten, der das für die Küche notwendige Gemüse, Obst und einen Teil der Kartoffeln lieferte. Von Warendorf galt noch das Wort:„Wenn man alle Bürger, die Landwirtschaft treiben, aussondert, dann bleibt kein Einwohner übrig.“ Diese Gärtchen sind der Bürger Stolz; sauber gehaltene Wege, reizende Blumenbeete und ein freundliches Gartenhäuschen bilden in der Regel ihren Schmuck. Einzelne zeichnen sich noch durch ihre in Figuren geschnittene Hecken, durch allerlei Zierlichkeiten des Gartenbaues aus. Um diese Zeit sah es freilich schon recht unfreundlich und kahl in dem Garten aus, den Elise jetzt betrat und dessen Thüre sie nur anlehnte. Nachdem sie eine Weile mit dem Schneiden des für den Mittagstisch nötigen Gemüses beschäftigt gewesen, ließ das Kuarren der rostigen Thürangeln sie aufblicken. Ein freundliches, glückliches Lächeln umspielte ihren Mund, als sie das Gesammelte eilig aus der Schürze in den Korb gleiten ließ und einem jungen Manne entgegenging, dessen Eintritt in den Garten ihr das Kuarren der Angeln verkündet hatte. Handschlag und Kuß bildete die stumme Begrüßung der beiden, dann zog der junge Mann, eine stattliche Erscheinung, etwa Ende der zwanziger Jahre, ihren Arm durch den seinen und geleitete das Mädchen nach dem Gartenhäuschen, das, aus Stein erbaut, sie den Blicken neugieriger Passanten entzog. Voll kindlicher Freude erzählte Elise dem Geliebten, daß sie wohl hoffen dürfe, Bernard werde ihre lieben Braunen wieder heimbringen.„Hätte ich deinem Rat eher Folge gegeben und mit Bernard gesprochen, er würde heute gar nicht zum Markte gefahren sein; aber jetzt konnte er es nicht ändern, da doch der Vater es einmal so bestimmt hatte,“ schloß sie ihre Erzählung. „Dein Bruder ist also nach Dissen hinübergefahren. Dann treffe ich wohl morgen am Abend in Sassenberg oder Füchtorf mit ihm zusammen.“ Elise verfärbte sich.„Dieser häßliche Patrouillendienst," stieß sie unwillig hervor,„mit einem Fuße stehst du dabei immer im Grabe. Die gewissenlosen Schmuggler fragen ja nicht danach, ob sie dir, wenn du sie ertappst, einen Schuß geben; o, wie traurig ist doch dein Beruf! Herzensangst und Furcht klangen aus des Mädchens Worten, und sie fragte:„Mußt du denn auch immer dabei sein?“ „Ich könnte daheim bleiben, Schatz!“ antwortete er,„aber es wäre wenig tapfer und edel, wollte ich meine Untergebenen, die doch ausnahmslos Weib und Kind haben, die Gefahr allein bestehen lassen. Das darf ich nicht, und ich bin überzeugt, auch dich würde eine solche Handlungsweise wenig freuen. Zudem," tröstete er, ihre Rechte streichelnd, das Mädchen,„ist die Gefahr so groß nicht, wie du wohl glaubst. Trotz der größten Mühe, die wir uns geben, gelingt es uns nur selten, die Schmuggler zu stellen. Kennen sie doch besser wie wir alle Schleichwege, eine Menge natürlicher und künstlicher Verstecke, haben Hülfe an den vereinzelt wohnenden Köttersleuten, während wir mehr auf Zufall und Glück, als auf Scharfsinn und fremde Hülfe als Bundesgenossen angewiesen sind. Sei darum außer Sorge, Herz! Vom Talisman deiner reinen Liebe begleitet, wird mir nichts geschehen!“ Der junge Mann hatte warm und innig gesprochen; des Mädchens Sorgen schwanden vor diesem festen Vertrauen, und als ob sie den letzten Rest von Furcht sich selbst aus dem Herzen sprechen wollte, tröstete sie:„Immer wirst du ja auch nicht diesen häßlichen Außendienst versehen müssen. In einigen Jahren hast du den Wachtdienst als Oberkontrolleur überstanden. Vom Bureau holen mir die Schmuggler mein Lieb nicht mehr weg!“ Ein herzhafter Kuß besiegelte diesen Ausbruch der jugendlichen Fröhlichkeit, dann sprang Elise auf, und, ihrem Schatz die Hand reichend, flüsterte sie:„Bis übermorgen, lieber Karl!“ Das Abschiedswort war gesprochen, aber junge Liebe scheidet nicht so bald; es mochte wohl noch eine weitere Viertelstunde verstreichen, ehe Elise dem jungen Manne, dem Oberkontrolleur Karl Wagner, am Gartenpförtchen die Hand zum Abschied drückte. 2. Bernard hatte seiner Schwester Vertrauen nicht getäuscht. Es waren die alten Braunen, mit denen er mit leerem Wagen am folgenden Abend, kurz nachdem die Dämmerung verstrichen, vor einem Gehöfte hielt, das ganz vereinzelt, etwa eine halbe Stunde von der Grenze entfernt, an der Landstraße von Glandorf nach Füchtorf auf haunoverschem Boden lag. Es war ein größeres Bauernhaus, wie sie für den das Münsterund Osnabrückerland umfassenden Länderstrich typisch geworden sind. Im Dreieck erbaut, an beiden Seiten Ställe und Wirtschaftsgebäude, im Hintergrunde das Wohnhaus, alles nur ein Erdgeschoß, worauf ein hohes, mit Rotziegeln gedecktes Dach, unter dem des Hauses Korn= und Futtervorräte ruhten, straßenwärts eine Mauer von ziemlicher Höhe mit einem großen Doppelthor. Durch dieses Thor, das offen stand, fuhr Bernard in den Hof, wo er seinem Knecht die Pferde überließ und selbst ins Haus schritt. Ein starker, etwa vierzigjähriger Mann, jeder Zoll ein freier Bauer, bot ihm den Abendgruß, den Bernard verstimmt erwiderte. „Schlechte Geschäfte gemacht in Dissen?" forschte der Wirt, dem des Ankömmlings schlechte Laune auffiel.„Mutter," wandte er sich an eine am Herd hautierende Frau,„bring Licht und Bier in die Stube; Kemann wird durstig und müde sein“ Er selbst ging voran und öffnete die Thüre zu einem Gelaß, zu welchem einige Stufen hinaufführten. Die Frau brachte Licht, einen Krug selbstgebrauten Altbiers und zwei große Gläser, dann ging sie hinaus und ließ die beiden Männer auein.(Forts, folgt,) Standesamtsbezirk 8 Geburten.(2. Aug.) Helena. T. v. Friedr. Gabriel. Lokomotivd. Arminiusstr. 15.- Hilarius, S. v. Jo.. Zimmermann, Fabrikarb., Benedictusgasse 3.- Maria, T. v. Karl Putz, Schlosser, Grabengasse 9. Maria. T. v. Peter Feldgen, Tagl., Poll. Kleinstr. 2A.- Josef. S. v. Peter Macherey, Maler. Troisdorferstr..-(.) Johann. S. v. Johann Breuer. Schlosser, Ferdinandstr. 2.— Elise, T. v. Rich. Maslowski, Schlosser, Ferdinandstr. 31.-(.) Nikolaus, S. v. Karl Kolles, Taal.= sanstr. 18R. Adele, T. v. Karl Heubes, Sattler, Adolfstr. 13.Wilh., S. v. Wilh. Wiesen, Tagl, Düppelstr. 21.- Heinrich, S. v. Adam Schaefer, Fabrikarb., Tempelstr. 97.—(.) Christian, S. v. Christian Langen. Fabrikarb., Kalkerstr. 90. Sibylla, T. v. Wilh. Strunk, Fabrikarbeiter, Poll, Kielsweg 36.- Nikol., S. v. Wilh. Werner, Schlosser, Grembergerstr. 37.— Elisab., T. v. Max Zachäus, Fuhruntern., Breuersstraße 14. Karl. S. v. Karl Börckel, Lokomotivs., Troisdorferstr. 7.— (.) Heinrich, S. v. Jakob Fisy, Hülfsbremser, Usingerstr. 35.- Maria, T. v. Jo.. Hüpper, Fabrikheiz., Rolshoverstr. 74.— Franz, S. v. Franz Blasius, Tagl., Ferdinandstr. 5. # Sterbefälle.(2. Aug.) Paul Schul, 11., Breuersstr. 11.= Joseph Wirtz, Schrein., 37., Alsenstr. 12.= Ernestine Gevelhoff, 5., Kalk, Mülheimerstr. 2A.-(.) Kurt Heese. 1., Breuersstr. 4.- Antonie Walterscheid,., Siegburgerstr. 52.= Ernst Dällmann, 2., Mathildenstr. 20.-(.) Margaretha Pawlik, 5., Breuersstr. 7.= Klara Müller, 3., Ferdinandstr. 29.-(.) Kath. Thelen, geb. Briem, 32., Rolshoverstr. 123A. Elisab. Krobbach, 28., Zinnenstr. 8.-(.) Mathias Lützenkirchen, 2., Siegburgerstr. 46.- Anton Düllmann, ., Mathildenstr. 20. Reiner Schmitz, 14., Poll. Salmstr. 77.— Elisab. Zachäus, J., Breuersstr. 14.-(.) Reiner Düssel, Tagl., 36., Schneebergerstr. 18A. 0 Heiraten.(2. Aug.) Paul Nonn, Fabrikarb., u. Gertr. Westfeld, Mülheim a. Rh.(.) Wilh. Kratzer, Ingenieur, u. Eva Dittmeier Kasemattenstr. 3.- Gustav Klein. Schmied, u. Auguste May, Helenenwallstr. 42.-(.) Heinr. Donner. Schlosser. u. Anna Lepartz, Arminiusstraße.-(.) Simon Cardung, Fabrikarb., u. Kath. Jordans, Köln, Annostraße 92. # Heirats=Ankündigungen.(2. Aug.) Anton Hausen, Taal., Köln, Buttermarkt 20. u. Kath. Kuhl, Heribertusstr. 11.- Mich. Koenen, Sandform., Wahnerstr. 19, u. Marg. Hamacher, Benediktusg..-(.) August Romerscheid. Schlosser, Mülheim a. Rh., u. Adelheid Schröder. Gaußstr. 39.-(.) Joh. Schöneberg, Fabrikarb., Köln, Severinstr. 64 u. Anna Lessenig. Siegburgerstr. 81. * R h e i n h ö h e a m 1 2. A u g., m o r g e n s 7 U h r. m 2. 9 0— 0. 1 5. * Wasserwärme am 12. Aug., morgens 7 Uhr 16½20 R. verlorene Paradies ist für den Menschen die verlorene Gesundheit. Darum sollte es sich jede Mutter angelegen sein lassen, ihren Kindern dieses Paradies zu erhalten, indem sie dieselben vernunftgemäß und rationell ernährt und hierzu Knorr's weltberühmtes Hafermehl verwendet, das in seiner Wirkung einzig dasteht! Ueberziehen sowie jede /ZTan solid und billig. Reparatur auch an nicht SiITIFH W. Hellermann, bei mir gekauften Herzogstraße 2. SSELLgRE - BEESSE S 695 * S 80— + U"——— SESEER .2N —00••"• 5 8 7—.— -ESSE 80 SS G5EGS —— 92 98.5 **a□ STEALE.S —9•— U—— OEEn g Poche. Die Pyrenäen mit Lourdes! Geöffn.tägl., auch Sonn= u. Feiert. v. Morg. 9 bis 9 Uhr. Ab. 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Widen Fenbrlcunr Verbig, Bireauches, Venligerstr. 233, u. Elisab. Reisert, Vollsgartensr. V. Köhler, Ingenieur, v. Nachen, u. Elise Wichmann, Mozartstt .9 Laßz, Tagl., u. Marg, Ecker, geb. Kleinertz, beide u. Maria Luttgen, beide Unt. Kragmn. Herm. Pfeiser, Nr. 210. Unter dieser der internationa lich eines in u zuvor im Korres gelangte. Wir Streschinsky erli durch Vorführun wie in dem Art Mängel auf, wa wurde. Proben Jahren bei uns weiter heißt:„E für den tadellos Daß unser zweit Anerkennung au nichts als eine Gelegenheiten st Wir bedaue tenen Vortrag z Köln, 11. Die Schneil Hauptgest Joseph Gott! J. Sameck, Jos. Füllen! A. Kroppenb Gerh. Voß, Jul. G S macht alle Ge schmecker Joh. Pet. REN .( 9 Heirats=Ankündigungen: Pet. 17, u. Elisab. Korholt, zu Solingen.- ugo Münch,„Wien unn kalk, u. Anna Dickopp, geb. Hartmann, Wwe.„Frjedrichstr., Gb.; Bestes Magen=Elerir, gen. Doctor, alsenein anerlaggtgsche empfiehlt allein. Fabrikant Frz. Dom. Schinitz, Breitestraße 100 Mar F.