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Feruspr.: Geschäftsstelle 3718. eine häufig gemachte Beobachtung, daß auf die Wahl gut passenden Schuhwerks nicht die nötige Sorgfalt verwendet wird. Besonders bei Kindern, deren Füße noch in der Entwickelung begriffen sind, sollte man mehr darauf achten, daß sie gut passende Schuhe bekommen. Zu einem gut passenden Schuh gehört vor allem, daß er am Reihen gut schließt, daß er genügende Länge habe, damit die freie Bewegung der Zehen ungehindert, und daß er am Ballen nicht zu enge sei. Diese Bedingungen werden um so leichter erfüllt, je mehr die verschiedenen Abstufungen der Weite und Größe berücksichtigt werden. Unter den vielen Vorteilen, die unsere Schuhwaren dem Publicum bieten, ist nun ein besonders zu bemerkender der, daß die einzelnen Nummern in nicht weniger als acht verschiedenen Weiten vorhanden find. Im allgemeinen stellen die meisten Schuhfabriken nur die normalen Weiten her, woraus es zu erklären ist, daß so viel unpassendes Schuhwerk getragen wird. 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[3] Autorisierte Bearbeitung von Ernst Montanus. Draußen ließ sich eine helle Stimme vernehmen, und gleich darauf trat Corona ein. Sie zog einen gehagigen, segöfenhng mit wildblickenden Augen hinter sich her, der sich alsbald un dem Tische verkroch. Ohne Acht darauf zu haben, daß sie eine ernste Beratung der Eltern unterbrach, fiel das junge Mädchen ülber Mazurier machse von ide los und fagte mit einer Stimme, die zornig klugen solle:„Woher kommit du oenn nun der Dschuroschura, von Campasolo. Ich wollte Hand noc einmal verbinden, aber die Wunde heilt, und da bin ich schleunigst wieder heimgekehrt. Kebir hatte es noch eiliger als ich; er zog mich am Strick hinter sich her. Die Haare sind mir dabei aufgegangen.“ Mit einer anmutigen Bewegung brachte sie die Fule ihrer üppigen schwarzen Haare wieder in Ordnung. Es offenbarte sich eine solche Frische und Lebensfreude in ihrem Lachen, das sie dabei vernehmen ließ, daß ihr Vater diesem Jugendreiz nicht widerstehen vermochte. Er verschob es auf eine andere Gelegenheit, sie wegen ihrer Herzensgeheimnisse auszuforschen, und entgegnete bloß brummend, doch ohne Zorn:„Ich habe dir. dochlschen ofge: sagt, daß mir dein Schützling ganz und gar nicht, ge altz, Wer ist eigentlich dieser Köhler Campasolo, der in der Bergwildnis in einer Hütte haust und mit allen Burnusträgern sic verbrüdert? S“ er Franzose, Italiener, Spanier, Malteser oder Korse: Ich traue ihm nicht viel Gutes zu, und da seine Hand jetzt wieder heil ist, so bitte ich mir entschieden aus, daß du ihn nicht nochmals in den Bergen aufsuchst. Doch nun zu etwas Wichtigerem! Maire las hierauf den Seinigen den Brief des Obersten von Saint=Aignan vor, der die Mitteilung von der bevorstehenden Ankunst seines Reffen enthielt. Diese Nachricht brachte auf Bewohner von Foutaine=Froide eine verschiedenartige Wirkung her vor. Der Mate Hug uch uner an ferig,. G 6gn. 5e ie gben Verloren&* Gefunden. auf dem Wege von Tizi=Uzu eintreffen werde, und beschloß, ihm mit seinem Einspänner entgegenzufahren..... Maundäme F au Mazurier ließ das Eintreffen des Kapitäns La Vendome in Fontaine=Froide gleichgiltig, wie alles, was nicht ihren Mann, ihre Tochter oder die Bewirtschaftung der Besitzung anging. Daß Corona keinen Militär heiraten solle, stand bei ihr fest; es war 1 auch gar nicht daran zu denken, daß so ein vornehmer Offizier, wie der, dessen Besuch in Aussicht stand, seine glänzende Uniform an den Nagel hängen würde, um hier Kolonist zu werden. La Vendöme war für sie nur ein Durchreisender, der morgen kam, u Hundehaus hatte. Sie hatte seine Tüchtigkeit und seinen Charakter sch., lernt, als er sich ihres Vaters so hingebend annahm und dessen Schentelbruch so gücklich heile. Seiden berachte und sie ihn als guten Kameraden, aber sonst wurde nichts in ih Herzen für ihn rege, wenn er in ihrer Nähe weilte. Sie äraerte Besserer Handwerksmeister sucht zur Abstoßung dringender Verbindlichkeiten gegen Sicherheit und gute Zinsen 300 Mark. Gefl. Offerten unter Nr. 1036 an die Geschäftsstelle d. Bl. Ein Sommerüberzieher gef. worden zwisch.Nippes u. Longerich. Abzuh. bei Josef Kaiser, Longerich. A Zu verkaufen. billig abzugeben. Weidner, Mauritiuswall 34— u. Flicklappen zu KinderCuchreste sachen. Burgerstr ebrauchte Falzzie# und □ prannen, gut erhalten, zu vert. Odenthal. Ehrenfeld. Venloerstr. 21 Kölner Local-Anzeiger Nr. 162 4 Freitag, 16. Juni 1899. Seite 3. sich sogar über ihn, wenn er in der Unterhaltung immer wieder die Hauptstadt der Kolonie, Algier, rühmte, wo er vorher gelebt hatte, und begeistert ihre Reize, die sie nicht kannte und in ihrem Heim auch nicht vermißte, pries. Das verdroß sie jedesmal und im Aerger darüber hatte sie ihm den Spitznamen der kleine Doktor gegeben, wovon Henri natürlich wenig erbaut gewesen war. Das junge Mädchen erwartete mit begreiflicher Spannung die Ankunft des Neffen des alten Obersten von Saint=Aignan. Dabei beunruhigte sie der Gedanke, ob dem Offizier, der gewiß gewohnt war, in den glänzendsten Pariser Kreisen zu verkehren, FontaineFroide nicht allzu ländlich vorkommen würde. Sie besaß zu viel Rasse, um vor irgend jemand wegen der Einfachheit ihres Elternhauses zu erröten; jener Zweifel war nur die Wirkung des ihr angeborenen Zartgefühls, nicht eine Aeußerung eitler Eigenliebe. Nachdem sie am andern Vormittag das für den Gast bestimmte Fremdenzimmer in Ordnung gebracht hatte, war sie gerade damit beschäftigt, im Wohnzimmer den Tisch zu decken, als ein kleiner Negerjunge atemlos hereinstürzte. Er hatte seine Sandalen in die Hand genommen, um rascher laufen zu können, und meldete nun, daß ein Kapitän zu Pferde, begleitet von mehreren Spahis*), vor dem Gehöft angelangt sei. „Mein Gott!“ dachte sie,„das ist der Kapitän La Vendöme. Er wird auf dem Wege durch den Wald gekommen sein, während der Vater ihm auf dem Wege von Tizi=Uzu entgegengefahren ist. Nun muß auch noch gerade die Mutter nach den Orangenpflanzungen gegangen sein, um das Abraupen zu beaufsichtigen!„Schnell Ali,“ sagte sie dann laut,„sage meiner Mutter, daß der erwartete Herr angekommen ist!“ Schnell band sie ihre Schürze ab, brachte vor dem Spiegel ihr Haar in Ordnung und eilte hinaus. Inmitten des Hofes stieg der Kapitän soeben vom Pferde, das er einem Spahi übergab. Er vernahm Corona's leichten Schritt auf der bedeckten Terrasse vor dem Wohnhause und ging ihr sofort entgegen. Am Fuß der Treppe nahm er sein Käppi ab und sagte ungezwungen:„Fräulein Mazurier? Ich bin der Kapitän La Vendöme." „Wir erwarteten Sie, mein Herr,“ antwortete das junge Mädchen. Während er mit entblößtem Haupte emporschritt, gewahrte sie, daß er schlank gebaut war und daß seine Bewegungen zu gleicher Zeit Kraft und Gewandtheit offenbarten; auch daß er einen dichten blonden Schnurrbart, von gleicher Farbe wie das kurzgeschorene Kopfhaar, hatte, entging ihr nicht. Seine Augen blickten frei und offen und waren jetzt mit ersichtlichem Vergnügen auf das reizende Mädchen gerichtet, das ihn hier empfing. (Fortsetzung folgt.) *) Eingeborene Reiter des französischen Kolonialheeres in Algerien. Sie sind organisiert und bewaffnet wie die übrige französische Kavallerie, aber von französischen Offizieren befehligt. Tocales. 5 Gedächtnisfeier. In den Volksschulen der Stadt wie auch in den höheren Lehranstalten wurde gestern der Gedenktag des Heimganges des Kaisers Friedrich III. gefeiert. Die Lehrpersonen hielten kurze Ansprachen und die Schüler trugen passende Gedichte und Gesänge vor. * Herrn Heinrich Theissing, Verleger des Rheinischen Merkur, ist der Titel eines Verlegers des Apostolischen Stuhles verliehen worden, mit der Ermächtigung, das Wappen Sr. Heiligkeit zu führen. ## Jubiläum. Am Samstag Abend versammelte sich das Kassenpersonal der städtischen Gas=, Elektricitäts- und Wasserwerke in der Brauerei Kolter am Marienplatz, um das fünfundzwanzigjährige Dienstjubiläum ihres Buchhalters Hru. W. Asschoff feierlich zu begehen. Durch Ueberreichung eines sinnlichen Geschenkes wurde der beliebte Jubilar geehrt und bei Vorträgen und Liedern verlief der Abend in schönster Weise. Die Erörterung über die Zuchthausvorlage und die Stellung der Centrumspartei und der Centrumspresse zu derselben wird auch von der hiesigen Rheinischen Zeitung mit der nämlichen Beweisführung und in den nämlichen Formen geführt, wie man sie bei der socialdemokratischen Presse überhaupt gewohnt ist. Daß das Centrum, welches als„arbeiterfeindliche Partei“ bezeichnet wird, die Vorlage im wesentlichen annehmen und an der deutschen Arbeiterschaft„Verrat“ üben werde, ist das in unzähligen Wendungen wiederholte Thema, und alle Einsprüche haben lediglich den Erfolg, eine * neue Wiederholung herbeizuführen. Die Rheinische Zeitung täglich in dieser Beschäftigung zu stören, hat keinen Zweck; der spätere Verlauf wird ja den Kommentar dazu schreiben. Wir berücksichtigen heute, so schreibt die Kölnische Volkszeitung, lediglich einen neuerdings fast I in jeder Nummer besonders gegen die Kölnische Volkszeitung gerichteten Angriff, der in Nr. 131 vom 10. d. wie folgt gefaßt ist:„In Wahrheit hindert das Christentum den katholischen Arbeitgeber nicht, den Arbeiter die Ausbeuterfaust fühlen zu lassen, wie es Herrn Bachem nicht hindert, in seinem Blatte für die Koalitionsfreiheit der Arbeiter einzutreten und dabei in echter Stumm=Manier dem organisierten Buchdrucker die Thüre zu weisen.“ Wer den Verhältnissen der Buchdrucker nähersteht, sieht auf den ersten Blick, daß hierunter nur die Zugehörigkeit zum Leipziger„Verbande“ gemeint sein kann, die also für„Herrn Bachem“ ausreichen soll,„Arbeitern die Thüre zu weisen". Auf Anfrage erhalten wir vom Verlage der Kölnischen Volkszeitung folgende Erklärung: Für die Druckerei bestehe ein Verbot der Zugehörigkeit zum Verbande nicht, und sei diese Zugehörigkeit bei Annahme oder Entlassung von Buchdruckergehülfen nicht mitbestimmend. Entscheidend seien dabei lediglich tüchtige Leistungen und gute Führung. Bei dieser Gelegenheit ein Wort im allgemeinen über die immer wiederholten Versuche des socialdemokratischen Blattes, bald diese bald jene Einrichtungen im Betriebe der Firma I. P. Bachem zur Kritik der Kölnischen Volkszeitung zu verwenden. Alle diese Versuche beruhen auf einer völligen Verkennung des Verhältnisses von Verlag und Redaction. Die Kölnische Volkszeitung erscheint im I. P. Bachemschen Verlag, aber— wie wir hiermit in vollem Einverständnis mit letzterem erklären— unter unabhängiger Redaction, während anderseits die Redaction mit den Einrichtungen des Druckereibetriebes gar nichts zu thun hat. ∆ Versammlung der christlich=socialen Arbeiter Kölns. Der im Deutschen Reichstage demnächst zur Verhandlung kommende Gesetzentwurf zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses(die sogen. Zuchthausvorlage) hat allerorts in Arbeiterkreisen eine lebhafte Erregung hervorgerufen; dies bekunden die zahlreichen Lersammlungen, zu welchen die Vorlage Veranlassung gegeben hat. Ler hiesige Gewerkverein christlicher Metallarbeiter, sowie derjenige oristlicher Maurer haben bereits Ende vorigen Jahres, also bei Anündigung einer diesbezüglichen Vorlage, Stellung zu derselben gesommen. Wie wir hören, hatte der Vorsitzende des erstgenannten Vereins den diesbezüglichen Entschluß dem Reichstagsabgeordneten für Köln=Land, Hrn. Theodor Pingen, übermittelt und von diesem die Mitteilung erhalten, daß er für keinerlei Beschränkung der Koamonsfreiheit zu haben sein werde. Der vor kurzem ins Leben geletene Verband Arbeiterschutz, der von Mitgliedern der katholischen Arbeiter= bzw. der christlichen Gewerkvereine gegründet wurde, und der es sich zur Aufgabe gemacht hat, belehrend, aufklärend und anregend unter den christlichen Arbeitern zu wirken, will nun auch der Gesamtheit der letzteren Gelegenheit geben, Stellung zu dem Gesetzentwurfe zu nehmen. Zu diesem Behufe ladet derselbe alle christlich=socialen Arbeiter zu einer am Sonntag den 18. Juni, morgens 11 Uhr, im großen Saale der Bürgergesellschaft(Röhrergasse) stattfindenden Versammlung ein. Das Referat hat der in den Kreisen der Arbeiter als tüchtiger Redner bekannte Arbeitersekretär Giesberts aus.=Gladbach übernommen. Es ist dringend zu wünschen, daß die christlichen Arbeiter Kölns der an sie ergangenen Einladung zahlreich Folge leisten. 6 Eisenbahnbau. Bekanntlich ist beim diesjährigen Eisenbahnetat im Landtage eine Summe bewilligt worden, um die Strecke KölnKalscheuren viergeleisig, statt bisher zweigeleisig, auszubauen zwecks Bewältigung des bis dorthin durch die Eifelbahn besonders starken Dienstes. Wie nun verlautet, sind zu diesem Zwecke schon zwischen der Umwallung und der äußeren Ringstraße große Ankäufe an Grund und Boden gethätigt worden. Man spricht von 100 Morgen für einen Kostenbetrag von etwa 2¼ Mill. M. Auch soll die Bahnlinie bis zur äußeren Ringstraße, wie bisher innerhalb der Umwallung, hoch geführt werden, zu welchem Zweck die kreuzenden Wege etwa ein Meter tiefer gelegt werden. Des ferneren soll zur Entlastung des Güterbahnhofs Köln=Süd ein neuer Güter= und Betriebsbahnhof am Zollstock errichtet werden, wozu die angekauften Flächen auch teilweise benutzt werden sollen. * Konzerte in Köln. Unter den Unterhaltungs= und GartenKonzerten zeichnen sich die unter Leitung des Kgl. Musikdirigenten Georg Huber in der Flora stattfindenden Konzerte der 65er Kapelle stets durch ein gewähltes Programm aus. Wenn die Konzerte— wie jetzt— im Freien abgehalten werden, tritt an die Stelle des Streichorchester die Regimentsmusik, die hier einzig am Platze ist. In dem letzten, vom Wetter begünstigten Mittwochs=Konzerte hörte man u. a. die Ouverture zu Lodoiska, über die wir erst kürzlich gelegentlich ihrer Aufführung in der Musikalischen Gesellschaft berichtet haben. Obgleich sie in dem Arrangement für Militärmusik gar nicht so leicht ist, so kam sie doch brillant zu Gehör, und verschiedene imittierende Figuren in den Mittelstimmen treten sogar deutlicher hervor, als beim Streichorchester. Zum Schluß der ersten Abteilung ließ Hr. Huber zur Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Joh. Strauß, dessen Kapelle er (Huber) einst angehörte, einen der reizendsten Walzer des Heimgegangenen, Accelerationen, spielen. Strauß soll diesen elektrisierenden Walzer in der Frühe nach einem großen Tanzfeste auf einer Speisekarte entworfen haben, um ihn noch am Abend desselben Tages beim Technikerballe zur Aufführung zu bringen. Die zweite Abteilung begann mit der Ouverture Tempelweihe, die Kéler=Béla, der letzte nassauische Militär=Kapellmeister, zur Einweihung der neuen Synagoge in Wiesbaden geschrieben, und wobei er althebräische Motive verwandt hat. Recht gut machte sich auch das Andante aus der-dur=Sinfonie von Beethoven— der Druckfehlerteufel hatte sich—-moll geleistet— in der Bearbeitung für Harmoniemusik. Leider giebt es nur sehr wenige bedeutsamere Musikstücke, die eigens für Militärmusik geschrieben sind, und so muß das Repertoire sich denn in der Hauptsache auf Bearbeitungen stützen. Es ist daher nicht recht zu begreifen, warum man die Ouverture, die Mendelssohn für Harmoniemusik geschrieben, so selten oder vielmehr nie hört. Zum Schluß des Konzertes wurde ein altbayerischer Grenadiermarsch von Fürstenberg gespielt. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darau erinnern, daß auch Beethoven mehrere Militärmärsche geschrieben hat, die man auch nie hört. Der Kaiser widmet bekanntlich den Militärmärschen seine besondere Aufmerksamkeit, und hat schon reformierend darauf eingewirkt. Wie er beim Gesange das Volkstümliche liebt, so wünscht er auch den Soldatenmarsch einfach, kernig, und vor allem recht deutsch. Deshalb wurde seiner Zeit den Regimentsmusiken verboten, den Carmen= und Radetzkymarsch weiter zu spielen. Der letztere rührt von Joh. Strauß her und ist eigentlich eine Perle unter den Geschwindmärschen. 00 Konzerte im Schloß=Café(Riehlerstraße). Das am verflossenen Freitag in dem Restaurant Schloß=Café gegebene Konzert wurde mit so großem Beifall ausgenommen, daß für die Folge jeden Freitag Abend 7 Uhr(also auch heute) daselbst Konzerte bei freiem Eintritt veranstaltet werden. Dieselben werden, wie das erste, von dem gesamten Trompeter=Corps des Rheinischen Kürassier=Regiments Nr. 8, unter persönlicher Leitung des Kgl. Mnsikdirigenten Hrn. R. Fellenberg, mit stets wechselndem Programm ausgeführt. er Schlägerei. Der Eigelstein war am Mittwoch Abend wieder einmal der Schauplatz einer großen Keilerei. Angeblich handelte es sich um den Austrag familiärer Zwistigkeiten. Einem der Beteiligten wurde so schlimm mitgespielt, daß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Pionier=Uebungen. Mannschaften des Deutzer PionierBataillons machten gestern unterhalb Deutz Uebungen im Brückenbau. Zahlreiche Zuschauer wurden durch die interessanten Arbeiten angelockt. Feuer. Gestern Nachmittag entstand in einem Geschäftshause an Obenmarspforten ein Kellerbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde. a Selbstmord. In einem Hause an der Lindenstraße erschoß sich gestern Vormittag ein im Alter von etwa 27 Jahren stehender Mann, vermutlich wegen gerichtlicher Bestrafung. Man brachte den schwer Verletzten zum Bürgerhospital, wo er bald nachher starb. D Eine große Verkehrsstörung fand auf dem Salierring statt, wo die Achse eines schwer beladenen Lastwagens gebrochen war. Der Wagen lag auf dem Pferdebahngeleise, und der Straßenbahnbetrieb mußte längere Zeit durch Umsteigen aufrecht erhalten werden. Ein flottes Wein= und Cognacgeschäft wurde seit einiger Zeit in dem Souterrain eines Hauses am Deutschen Ring betrieben. Die Ware wurde auf künstliche Weise hergestellt, und die Lieferanten, welche die einzelnen Substanzen zur Herstellung des Weines und des Cognacs lieferten, wurden nicht bezahlt, worauf vor einigen Tagen durch den Gerichtsvollzieher gepfändet wurde. Die Leiter des Geschäftes sollten nun auf Veranlassung der Königlichen Staatsanwaltschaft vorgestern Abend verhaftet werden, indeß waren die Wein= und Cognackünstler verduftet. Die Gesundheitspolizei fand nur noch angebrochene Weinfässer, leere Flaschen, teilweise auch Flaschen mit verdorbenem Inhalte, allerhand Mittelchen zur Herstellung von Wein und Cognac, Frachtbriefe, Etiketts und dgl. vor. Die gepfändeten Sachen waren bei Seite geschafft und sollen angeblich nach Niehl gebracht worden sein. 2 Unfall. In einer hiesigen Brauerei entstand gestern Vormittag eine kleine Explosion, wodurch ein Arbeiter Brandwunden im Gesicht erlitt. Er fand Aufnahme im Bürgerhospital. Vereins=Nachrichten. X Im Kölner Schachklub wurde vorgestern das Ergebnis des Winterturniers 1898/99 bekannt gegeben und die Preisverteilung vorgenommen. Es erhielten Preise: a. Hauptturnier(1. Klasse): 1. Preis H. Liebenstein, 2. Dr. Albersheim, 3. Max Eisinger, 4. Dr. Trimborn, 5. Cas. Tell; b. Nebenturnier(2. Klasse): 1. Preis C. Reifenberg, 2. Gottfr. Sattler, 3. Max Heymann. h Die Kölner Metzger=Innung nahm vor vier Wochen die Neuwahl ihres Vorstandes vor. Die Einladungen erfolgten nicht statutengemäß 24 Stunden vor der Wahl. Die erschienenen Junungsmeister erklärten sich jedoch mit der Vornahme der Wahl einverstanden. An Stelle des bisherigen Obermeisters Hrn. Paul Pfennig wurde Hr. Reiner Geller als Obermeister gewählt. Nun wurde aber bei der Aufsichtsbehörde gegen die Wahl Einspruch erhoben, worauf eine Neuwahl angeordnet wurde, die vorgestern Abend stattfand. Auch aus dieser Wahl ging Hr. Reiner Geller als Obermeister hervor. Gerichts=Verhandlungen. Kölnisches Wasser in München. Gegen den Kaufmann Oskar Tietz zu München, Inhaber des Tietzschen Warenhauses, strengte eine Firma Johann Maria Farina in Köln einen Prozeß an, weil Tietz in seinen Geschäften das Kölnische Wasser unter dem Originalpreise von 1 M. 35 Pfg. per Flasche verkauft und dadurch im Publikum Verwirrung, der Firma Farina aber Schaden verursacht habe. Der Kläger beantragte, es wolle dem Beklagten bei einer entsprechenden Geldstrafe verboten werden, die ganze Flasche unter dem Preise von 1 M. 35 Pfg. zu verkaufen, ferner sei der Beklagte schuldig, allen dadurch entstandenen Schaden, und zwar seit dem 11. Mai 1897, zu ersetzen. Der Beklagte gab nach der Münch. Allg. Ztg. die Möglichkeit zu, daß vielleicht durch die Ungeschicklichkeit eines seiner Angestellten eine Flasche billiger verkauft wurde, es könne dies jedoch nur in ganz wenigen Fällen vorgekommen sein, und zwar ohne sein Wissen. Im übrigen habe er sofort nach der Beanstandung strenge Weisungen an sein Personal ergehen lassen, ja nicht unter dem Originalpreise zu verkaufen. Ein ernstlicher Schaden könne durch dieses Versehen nicht entstanden sein, ebensowenig könne von einer Verwirrung des Publikums gesprochen werden. Das Landgericht erließ Urteil, wonach dem Beklagten bei einer vom Gericht zu bemessenden Geldstrafe untersagt ist, die Flasche unter dem Originalpreise von 1,35 M. in den Verkauf zu bringen. Dagegen wurde die Klage, soweit sie sich auf den Schadenersatz bezieht, abgewiesen. Die Streitsteile haben je zur Hälfte die Gerichtskosten und jede Partei ihre Anwaltskosten zu tragen. Schöffengericht. In der Klappergasse war ein vorbestrafter Maschinenschlosser in ein Haus eingedrungen. Als ihn der Hausverwalter hinauswies, mißhandelte er diesen. Er erhielt vier Wochen Gefäugnis.— Eine schamlose That beging der wegen gemeiner Vergehen oft und schwer vorbestrafte, in Haft sitzende Fuhrmann Hubert Steingaß von hier am Karnevalssonntag mit anderen Burschen, die leider entkommen sind, auf der Hohestraße. Alle waren als Frauenzimmer verkleidet. Der Angeklagte erhielt eine Zusatzstrafe von zwei Wochen Gefängnis.— Ein wegen Hausfriedensbruches oft bestrafter Hausirer war widerrechtlich in die Neumarktkaserne eingedrungen, um dort Putzsachen zu verkaufen. Er wurde zu einer Woche Gefängnis verurteilt.— Ein Maurer hatte einen Knaben, der gegen sein eigenes Kind gelaufen war, mit einem Schirm blutig geschlagen. Er erhielt 5 M. Geldstrafe.— Ein Bäckermeister von hier bezog magere Milch und verkaufte hiervon an eine Frau ein Liter als gute Milch für 20 Pfg. Er wurde in eine Geldstrafe von 10 M. genommen. * Wann können gewerbliche Arbeiter ein langer". Das hiesige Gewerbegericht hat in einer seiner letzten Sitzungen einen Maurerbalier, der gegen einen Maurermeister, bei dem er bis Mitte Januar in Arbeit stand, auf Ausstellung eines Zeugnisses klagte, mit der Klage abgewiesen. Nach§ 113 der Gewerbeordnung könnten Arbeiter beim Abgange ein Zeugnis verlangen; darin liege, daß sie dieses Zeugnis beim thatsächlichen Austritt aus dem Arbeitsverhältnisse oder annähernd zu dieser Zeit fordern müßten. Es könne ihnen aber nicht das Recht zugebilligt werden, zu jeder Zeit ein Zeugnis zu verlangen, wie im gegenwärtigen Falle, wo bereits Monate seit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses verflossen seien. Vermischte Nachrichten. + Nachweisung der Markt- und Ladenpreise In den Marktstädten Köln, Bonn u. Mülheim a. Rh. während des Monats Mal 1899. A. Marktpreise: Weizen M. 16,06, 16.45, 17,00, Roggen 14,64, 13,95, 15.00, Gerste 00.00, 00,00, 21,00. Hafer 14,99, 14,95, 15,00, Erbsen 23,19, 25,00, 20.50, Bohnen 23,49, 23,00, 22,00, Linsen 36.46, 34,00, 31,00, Kartoffeln 6,00,.00,.88, Richtstroh 3,07, 3,78,.41, Krummstroh .44,.15,.75, Heu 7,67,.30, 7,61, Rindfleisch im Grosshandel 115,00, 135,00, 130,00 die 100 Kil., desgl. von der Keule 1,45,.50. .35, desgleichen vom Bauch.15, 1,15, 1,20, Schweinefleisch 1,63,.50. .55, Kalbfleisch.52,.50, 1,20, Hammelfleisch.34,.35,.30, Speck .48, 1,50, 1,55. Butter 2,30, 2,30,.20 das Kil.; Eier 4,08, 4,50,.90 die 60 Stück; Milch.20,.20, 0,19 das Liter. B. Ladenpreise: Brod M..21, 0,18,.19, Weizenmehl 0,34,.34,.25, Roggenmehl.29, .26,.26, Gerstengraupen O,35,.33,.25, Gerstengrütze 0,00,.28, .36, Buchweizengrütze,.00, 0,30,.33, Hafergrütze 0,51,.45,.29, lirse O,41,.40,.40, Reis, Java.46,.50,.57, Kaffee, Java- mitteler roher.35, 2,20,.20, desgl. gelber gebrannter 2,99, 2,90,.75, Salz .20,.20, 0,17, Schweineschmalz 1,38,.40, 1,35, Rindernierentalg .73,.80,.80 das Kil.; Essig, gewöhnlicher 0,14,.10,.10, Weinessig 0,29, 0,30,.25 das Liter. Standesamt der Stadt 15. Juni 1899. Geburten. Ferdinand, S. v. Stephan Kürsch, Fabrikarb., Ankerstr. 26. = Wilhelm, S. v. Johann Lohkamp, Maschinist, Severinstr. 26.— Jakob, S. v. Jakob Germund. Tagl.. Bayenthal, Cäsarstr. 60.- August, S. v. Josef Deimel, Bauaufseher, Ehrenstr. 17.- Gertrud, T. v. Wilh. Thomas, Stationsgehülfe, Thurnm. 59.- Maria, T. v. Ferdinand Hoch, Bäcker, Norbertstr. 8.- Eduard. S. v. Wilhelm Lang, Glaser, Türmchensw. 27. Maria, T. v. Heinrich Rouenhoff, Schreiner, Kostg. 18.„ Agnes, T. v. Heinrich Lorenz, Marmorarb, Türmchenswall 40A. Sterbefälle. Josephine Kürten, geb. Kellner, Wwe., 57., Josephstr. 43.- Kath. Butzbach, 5., Ulrichsg. 63.; Joh. Bolz, Wwr., Gärtner, 64 ., Thurnm. 61.- Gertrud Kimmerich, 1., Heinrichstr. 18.- August Kunert, 9., Bonnerstr. 24.— Gerh. Winters, verh., o.., 48., v. Moers. - Ernestine Brinkmann, geb. Ingenkamp, verh., 28., Mechtildisstr. 12.Maria Schwellenbach, Rentnerin, 38., Paulstr. 22.- Susanna Maurer, Fabrikarbeiterin, 23., Hetzeldorf.= Karl Breuer, 1., Weichserhof.— Karl Diederich, 1., Alexianerstr. 10.- Maria Kiel, 48., Mittelstr. 27. - Theod. Goldbach, Steindrucker, verh., 50., Kl. Witschgasse 4/6. Heiraten. Johannes Gadow, Kaufm., v. Leipzig, u. Anna Gelsamm, v. hier.- Friedrich Weinecke, Schreiner, u. Gertrud Kollgraf, beide v. hier.- Jakob Barlen, Tagl., v. Aachen, u. Gertrud Koch, v. hier.= Ernst Jaeger, Kaufm., v. Düsseldorf, u. Maria Seher, v. hier.- Paul Schwartze, Hoboist. v. Oberweimar, u. Maria Bernards, v. hier. Wilh. Meier, Tagl., u. Anna Düren, beide v. hier. Heirats=Ankündigungen. Paul Birlo, Installateur. U. Goldschmied 52, u. Katharina Roerig, Minoritenstr. 8.- Johann Raumann, Tagl., Agrippastr. 83, u. Franziska Claisen, Wwe. Hünseler, Kl. Griechenm. 73. - Mar Schrader, Kellner, Mörserg. 17, u. Katharina Schneider, Georgstraße 13.- Hub. Ant. Hilgers, Eisenbahnarb., Gr. Spitzeng. 83, u. Petronella Kleuskens, Breitestr. 171.- Richard Brüser, Schreiner, Zülpicherstraße 11, u. Maria Fahnenstich, Karthäuserhof 40.= Emil Baum, Stellmacher. Nippes, Dormagenstr. 9. u. Luise Rieth. Elsaßstr. 8.- Heinrich Reiners, Wwr., Maurer, u. Wilhelmine Seinschedt, beide Bonnerstraße 69. Alfred Schroeder, Kaufm., Friesenwall 102A, u. Gertrud Sabczinski. Greesbergstr. 7. =Einrichtungen liesert in bester Qualität Kirs Herzogstrasse 13, Spezialgeschäft für Kücheneinrichtungen Der heutigen Ausgabe ist eine Sonderbeilage betreffend„Javol“ beigegeben. Dieses neue Kosmetikum soll eine vollständige Umwälzung auf dem Gebiete der Haarpflege bedeuten; exakte Versuche und eine längere Erprobung sollen die Brauchbarkeit desselben glänzend bewiesen haben. Dieses„Javol“ ist keineswegs eines jener Haarerzeugungsmittel, bei dessen Gebrauch schon nach 3 Tagen die Haare wie Spargel emporschießen, sondern ein auf wissenschaftlicher Grundlage hergestelltes wirkliches und echtes Mittel zur Vorbeugung des Haarausfalles. * Rbeinhöhe am 16. Juni. morgens 7 Uhr m 2,35—.01. * Wasserwärme am 15. Juni, mitt. 12 Uhr: 140, abds. 7 Uhr: 14½0. „„ 16. Juni, morgens 7 Uhr 13½0 R. 84te 4 Bekanntmachung. Gemäß§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 wird hiermit zur offentlichen Kenntnis gebracht, daß der Plan. welcher eine Abänderung der Fluchtlinie an den Grundstücken Rothgerberbach 27 und 33 enthält, v mir förmlich festgestellt worden i und zu jedermanns Einsich städtischen Geometerbureau, Rathausplatz 5, offen liegt. Köln, den 10. Juni 1899. Der Oberbürgermeister. I..: Minten. Bekanntmachung. In Abänderung meiner Bekanntmachung vom 18 August 1894 ringe ich zur Ausführung des Biersteuer12. Marh 100. F Regulativs vom 12. Juli 1891 hier hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß an Stelle des bisherigen Vorstehers der Biermeldestelle Longerich Herr Peter Klütsch, Longericher Hauptstraße 6, ernannt worden ist. Köln, den 12. Juni 1899. Der Oberbürgermeister. v: Piecg. Bekanntmachung. Mit dem heutigen Tage ist auf dem städtischen Marktplatze, gemaß dem Beschlusse der Stadtverordgetenver: sammlung vom 17. Februar d.., ein Wochenmarkt eingerichtet worden, was hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht wird. Das Hausieren mit Lebensmitteln ist bis 1 Uhr nachmittags bei Strafe verboten. Kalk, den 15. Mai 1899. Bürgermeisteramt. Schöne Locken, haltbar, erz. nur Kuhn's patent g. Sadulin(60) Kuhn's Kräusel=Pomade= Sadulin(80) — von Franz Kuhn, Kronenparf., Nürnberg. Hier bei H. Becker& Co. Nachf., Hohepforte; A. Efser, Drog., Peterstr.; O. Winkhaus, Drog., Severinstr.; G. Schmalfuß Nachf., Drog., Breitestr.; R. Katterbach, Kölner Drog.. Severinstr.; Aug. Nattermann, AugustaDrog., Severinstr.; Dr. W. Baum Nachf., Komödienstr.; Heinr. Enes, Ehrenstr. 10.12; R. Jasky, Drog., Mathiasstr.; A. Schmitz, Drog., Christophstr.; M. Riese, Drog., Ehrenstr. 79; Louis Sester, Drog.; C. Bataille, Breitestr. 145; Ferd. Kremer, Becherg.; Ant. Neutz, Antonio=Drog., Barbarossaplatz 5; H. Gerstner, Drog., Breitestr.; Engroswandelsgesellschaft Noris. Ueberzeugen Sie sich, dass meine KSRRE, Fahrräder u. Zubehortheile die besten unddaber vorm. G. Markus de wrrz.„„ Eigelstein 66 Köln, Eigelstein 66. 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Beschlußfassung über die Bilanz und die Vertheilung des Reingevinn 4 Eutlatung des Vorktanbes. Nler Aufsichtsrath, 5. Neuwahl des Aufsichtsrathes. Wilg, Kretzer. Verlag und Druck von J. P. Bachem. Verantwortlich: für den allgemeinen Ceil D. für den Anzeigen= und Reklamenteil C. Okle,