Geschäftestelle und Marzellenstraße 20, Ecke d. Bahnhofstr. über ttlichte ffentle er Bil e verl. es Vol nd. h Statm achsen. wie lungu räften durch jeeigne laßt lche## K. ing sein und suchen# der Scnr lische reins un , z a h l r e i stens? meldung. Breis: Für Köln und Dororte 12½ nzrigen=Prris, die einspaltige Heile; für auswärts Ofg.— Bevorzugt verlangte Anzeigen(erste u. letzte Seite) 20% höher.— Kölner Stellen=, Dienst=, ArbeitsGesuche und=Angebote, sowie Mieth=Anzeigen bei Vorausbezahlung bis zu 10 Zeilen 5 Ofg. die Zeile. Offerten- Annahme 25 Ofg. S ird täglich in jedes Haus von Köln sowie in Deug und allen ar Vororten unentgeltlich getragen. Für Stockwerke und Hinterdäuser mit Sonntags-Veilage 30 Ofg. monatlich Kölner für die rheinische Hauptstadt und Fremdenblatt. Nr. 2.(Colonia.) Onntags-Beilage. Sonntag, 8. Januar 1899. öln. unden mi onntag, r 1890 ödienstraf Nitglied innen sC Feuilleton des Kölner Local=Anzeiger. 8. Jan. 1899. 8 Herr im Haus. Skizze von I. von Dirkink.*) „Um des Himmels willen, Kreuzbauer, wo kommt Ihr in aller Gottesfrühe her? Es ist doch daheim nicht etwa was passirt: Die Karoline wird sich nicht wenig erschrecken.“ „Na, mag sie sich erschrecken,“ fiel der Bauer unwirsch der Adlerwirthin ins Wort."„Just darum komm' ich her; ich will doch sehen, wer Herr im Haus ist." „Hahaha,“ lachte hell auf die Wirthin,„wer Herr im Haus ist? Das sieht man dem Bauer auf hundert Schritte schon an. Aber was ist denn los... ah, da kommt's Mädchen selber: Karoline, dein Vater!" 2eu Ein stämmiges, blondes Mädchen trat über die Schwelle des Gastzimmers: beim Anblicke des Vaters stutzte es und warf einen fragenden Blick auf die Wirthin. Ohne Gruß schrie der Bauer ihr entgegen:„Karoline, jetzt gehst du sofort auf deine Kammer und packst deine Siebensachen zusammen, wir fahren in einer Stunde mit der Eisenbahn.. Jetzt gehst, hast du verstanden?" Aber Karoline schien wirklich nicht verstanden zu haben, stand wie angewurzelt auf der Schwelle, alle Farbe war aus ihrem Gesichte gewichen. Endlich rang es sich von ihren Lippen:„Hals über Kopf aus dem Haus hier laufen, als ob ich was gestohlen hätte? Es fällt mir gar nicht ein. Und was sagt die Frau dazu? Sie ist doch zufrieden mit mir gewesen bis heute... und ich gehe nicht!“ stampfte das Mädchen mit dem Fuße auf.„Ich gehe nicht! Das wollen wir doch sehen,“ schrie der Bauer roth vor Zorn. Die Wirthin erhob sich.„Ruhig!“ gebot sie„Die Dienstleute brauchen nicht gerade zu wissen, was hier vorgeht. Karoline, geh' du auf deine Kammer, ich will unterdeß mit deinem Vater ein vernünftiges Wort reden. Ihr beide seid zwei harte Steine, scheint mir, und mahlt nicht gut.“ „Ich gehe nicht vom Fleck,“ rief Karoline,„bis ich weiß, warum ich fort soll und was ich gethan habe, daß man mich wie eine verlaufene Dirn behandelt!" „Jetzt, wo du deine Schande herausschreist, kann's die Wirthin meinetwegen gleich hören, was mich hergetrieben hat. Du hast eine Liebschaft angebändelt mit einem Soldaten...“ „Das ist nicht wahr, Kreuzbauer," fiel die Wirthin entrüstet ein,„ich habe die Augen und Ohren alleweil offen; das geht mir an die Ehre, wenn es heißt, die Adlerin paßt nicht auf ihre Leute auf. Brav ist die Karoline, und es ist nur ein Soldat gekommen, den kenne ich und seine Mutter schon lange. Brave Leute sind's, Bauersleute, und es ist der einzige Sohn; da könntet Ihr längst zufrieden sein, wenn der sein Auge auf die Karoline geworfen hätte.“ „Sooo?“ höhnte der Bauer.„Zufrieden sein... wie weiß die Wirthin, ob ich zufrieden bin, wenn der Schneckenbauersbub’ mir binterlistig das Mädchen abfangen will? Eher soll es ledig hleiben oder den ersten besten Nachtwächter heirathen, ehe ich das zugebe; also marsch, pack' deine Sachen! Ich habe Recht gehabt, die Wirthin zieht mit euch an demselben Strick.“ „Mit Euch ist in dieser Stunde nicht zu reden, Bauer,“ sagte die Wirthin.„Komm', Karoline, steh' nicht länger da wie ein Stock, ich gehe mit dir, wir wollen schon einen ordentlichen Grund finden, den Leuten im Haus deine plötzliche Abreise zu erklären. Es ist ja gerade vor Christfest und da haben eben die Eltern ihr einziges Töchterlein gern um sich; du bauest ihnen halt das Kripplein, wie du es hier gesehen hast,“ tröstete die Wirthin das weinende Mädchen, das nun, nach einem zornigen Blick auf den Vater, mit ihr hinausging. So!“ athmete der Bauer auf.„So, jetzt wären wir so weit, und jetzt wollen wir gleich zeigen, daß wir Herr im Haus sind. Nach Haus mit ihr fahren, fällt mir gar nicht ein. Die Weibervölker halten alleweil zusammen und ich will doch zeigen, wer Herr im Haus ist. Daher reis' ich mit dem störrischen Ding gleich nach dem Wermuthsbauer und halten zu Weihnachten Verspruch, nachher hat der Schneckenbauersbub' das Nachsehen. Ha, wie mich das von Herzen freut; ja, Schneckenbäuerin, das ist ndgen in Köln du aul genug für meinen Tboseinor den Der Bauer rieb sich unter diesem Selbstgespräch vergnügt die Hände und ging mit wuchtigen Schritten im Gastzimmer auf ab. Er fühlte an seine Rocktasche. Die Börse mit Geld gegab ihm den nöthigen Muth zur Reise in's Gebirge. ißen schneite es und der Wind blies tüchtig aus Osten. einer geraumen Weile erschien Karoline mit rothgeweintem chte, hellen Trotz auf allen Mienen. Dem Zusprechen der thin war es nach hartem Widerstande gelungen, sie zur Nachgkeit zu stimmen. ruck ist nicht gestattet. Gesetz vom 11 Juni70,§§ 7 u. 10. D. Red. „Der Schneckenbauers=Jörg will über die Feiertage auch nach Hause," berichtete die Küchenmagd, als Karoline ihr die Hand zum Abschied reichte; er wollte dir Adieu sagen, ist aber jetzt fort, der Zug wartet eben nicht.“ Karoline nickte. Vielleicht sah sie ihn noch unterwegs, und es war nun ganz einerlei, ob sie hier blieb oder nach Hause fuhr. Ostern hatte der Jörg seine Dienstzeit hinter sich. Er war ein braver, fleißiger Junge, und sie waren beide noch jung und konnten warten. Daß der Vater beabsichtigte, mit ihr zum Wermuthsbauer zu fahren, ahnte Karoline nicht; sonst hätten zehn Rosse sie nicht vom Fleck gebracht, war sie doch die echte Tochter ihres Vaters. Vater und Tochter wollten mit dem gewöhnlichen Personenzuge fahren. Wenn der Bauer ein Mal mit der Eisenbahn reiste, wollte er das Fahren ordentlich aus dem Grunde genießen. Dieses Dahinrasen, welches man noch mit schwerem Gelde bezahlen mußte, war nicht nach seinem Geschmack.„Alles mit Ruhe, pflegte er zu sagen, wenn er sich zu seinen reichhaltigen Mahlzeiten am heimischen Herde niederließ. Endlich raste das Ungethüm, die schnaubende Locomotive, heran. Breitspurig hatte der Krenzbauer sich am Bahnsteig auf gepflanzt. Karoline stand schweigend mit flammendem Gesichte hinter ihm; ein paar städtisch gekleidete Reisende hatten die beiden beobachtet und flüsterten mit einander. Sie wollten scheinbar mit demselben Zuge fahren, und richtig: kaum hatte der Bauer mit seiner Tochter im Wagen dritter Klasse Platz genommen, als die beiden Städter zu ihnen einstiegen. Der Zug setzte sich in Bewegung. Karoline hatte einen Eckplatz und schaute unverwandt aus dem Fenster hinaus. Sie hörte zwar, daß die Fremden mit ihrem Vater ein lebhaftes Gespräch: führten, allein sie war so sehr mit ihren schwermüthigen Gedanken beschäftigt, daß sie nicht verstand, wovon eigentlich unter ihnen die Rede war. Als der Zug an der nächsten Station hielt, spähte Karoline angelegentlich auf den Bahnsteig, ob sie den Jörg dort vielleicht nicht sehen würde. Kein Jörg, nur Schnee, viel Schnee war gefallen und es schneite noch lustig weiter— wenn der Zug nun gar stecken blieb! Als sie ihren Platz wieder einnahm, sah sie zu ihrem Erstaunen, daß der Vater mit den Fremden ganz in ein Kartenspiel vertieft war. Du liebe Zeit! dachte Karoline, jetzt hat ihn die Leidenschaft für das Spiel wieder übermannt. Wie sehr hatte die Mutter früher dagegen angekämpft! Als ob diese beiden fremden Menschen ihrem Vater vom Gesichte gelesen, daß der Spielteufel ihm stets im Nacken saß! Aus dem lauten, herrischen Gebahren des Vaters schloß sie, daß er gewonnen haben mußte— aber jetzt kam der Tunnel, es wurde still im Abtheil und Karoline dachte an die Schneemassen, die nicht zum ersten Male in diesem Winter den Eisenbahnzug zum Stehen gebracht hatten. Kurz nachdem der Tunnel passirt war, hieß es:„Station Bruchhausen". Der Bauer erhob sich; hier mußte man umsteigen. Die beiden Insassen rafften ihre Karten zusammen. „Ihr habt uns gehörig gerupft, Kreuzbauer," lachte der eine, indem er sich eine Cigarre anzündete. Ihr seid ein Glückspilz im Spiel!“ rief der andere.„Gute Reise!" am Gute Reise ebenfalls!“ gab der Bauer heiter zurück; dann zu Karoline:„Ob du'’rein schaust wie drei Tage Regenwetter, kann dir alles nichts helfen, jetzt fahren wir gleich weiter. Ich will nur eben ein Glas Bier trinken in der Restauration und fragen, wann der nächste Zug abgeht.“ Karoline schritt, wie es sich für eine Bäuerin geziemt, hinter dem Vater einher. Wohin geht es? schoß es ihr durch den Kopf; nach Hause führte diese Straße nicht. Was hatte der Vater im Sinn? Das Herz pochte ihr vor Furcht und Sorge. Sie traten in den Wartesaal. Der Bauer bestellte Brod und Küse und Bier für zwei Personen und zog den Beutel mit dem Silbergelde, das er so eben gewonnen hatte. Der Kellner nahm das Zweimarkstück, beschaute es, zog mit dem Rande desselben einen Strich über die Marmorplatte des Buffets und gab es dem Bauer mit den Worten zurück:„Es ist falsch.“ „Waaas?“ stotterte der Bauer, er verfärbte sich, nahm das Geldstück und besah es von allen Seiten. Dann nahm er die Börse und schüttete den Inhalt vor dem Kellner auf den Tisch. So, nun sucht Euch selber die echte Münze heraus; werden mich die Gauner doch nicht lauter falsches Geld haben gewinnen lassen?!“ Er suchte unterdessen in seiner Rocktasche nach dem Beutel mit Geld, den er zu Hause für die Reise eingesteckt hatte. Aber kein Beutel war zu finden. Der Bauer wurde unruhig, böse Gedanken tauchten blitzartig in ihm auf; seine Hände zitterten. Es war doch unmöglich, daß man ihn bestohlen hatte?! Freilich, Bauernfänger gab es; er hatte es oft gehört— aber wie war es denn möglich gewesen? Wie wußte man? Wie konnte man ihm das Geld aus der Seitentasche seines Rockes wegstibizen? paar Mal freilich hatten sie ihn veranlaßt, aus dem Fenster zu schauen nach einem hübschen Landschaftsbilde, und gedrängt aneinander gelehnt hatten die drei eine Weile da gestanden! O gewiß, da war es geschehen, und was hatte der eine immer gesagt, wenn er gewonnen:„Ihr seid ein geriebener Kerl, ein pfiffiger alter Knabe“— und dabei hatte er dem andern zugeblinzelt. Ja, ja! ein Esel war er gewesen, dumm wie Stroh, und diese Spitzbuben hatten ihr Gaudium jetzt über ihn. Vor Wuth knirschte der Bauer mit den Zähnen, ballte die Faust in der Tasche und ächzte schwer. Karoline, obschon voll von Zorn auf den Vater, empfand doch jetzt mehr Mitleid als Schadenfreude, brachte es aber noch nicht über sich, ein Trosteswort zu sagen. Der Kellner stellte unn fest, daß es lauter falsches Geld sei, was der Bauer hingelegt hatte. Jetzt kam der Wirth dazu, ließ sich eine Beschreibung der beiden Gauner geben und versicherte, daß man die Sache anzeigen und die Spur verfolgen werde. Das konnte aber unserm Bauer in diesem Augenblicke nichts helfen, da er nicht ein Mal im Stande war, seine Zehrung zu bezahlen. Und wie weiterkommen, da selbst seine Billets verschwunden waren? Dazu das unwirsche Mädel, dem er jetzt kleinlaut mittheilen mußte, daß er auf dem Wege zu dem ihr verhaßten Wermuthsbauer sei. Er kratzte sich hinter den Ohren, murmelte in sich hinein und überlegte ingrimmig, wie er sich aus dieser fatalen Lage befreien könne, ohne sich vor Karoline eine Blöße zu geben. Er sprang auf und trat auf den Wirth zu, den er abseits nahm, um ihn allein zu sprechen. Ihm theilte er seine Noth mit und daß er auf dem Wege zu seinem Freunde, dem Wermuthsbauer, sei. „O,“ rief der Wirth,„zu dem könnt Ihr jetzt mit guter Gelegenheit in einem Schlitten hinfahren. Sein Nachbarknecht hält hier, um den jungen Bauer abzuholen, der aber ausgeblieben ist. Durch den Schneefall hat sich der Zug verspätet und der Knecht fährt gleich wieder nach Hause. Ich will ihn hereinrufen, er wird Euch gern mitnehmen.“ Der Bauer athmete auf. Zwar die Zeche blieb er schuldig; es war ihm ein unangenehmes Gefühl, allein der Wermuthsbauer half ihm aus der Verlegenheit, und auf dem Rückwege bekam der Wirth sein Geld. „Ich weiß nicht, wohin die Reise geht," sagte Karoline, als sie an der Seite des Vaters im Schlitten über den schneebedeckten Weg dahinsauste,„aber ein böses Vorzeichen war's alleweil, laßt Euch das nur gesagt sein.“ „Ich weiß, was ich will,“ gab der Bauer zurück.„Ich will Euch nur zeigen, daß ich Herr im Haus bin.“ „Jetzt sind wir ja draußen,“ antwortete schnippisch das Mädchen. Der Bauer schwieg. Die gedrückte Stimmung bekam, je näher dem Wermuthshofe, immer mehr die Oberhand. Er schämte sich, dem alten Freunde, den er vor sünf Jahren ans dem Jahrmarkte im Nachbarsorte zuletzt gesehen, sein Mißgeschick offenbaren zu müssen. Keine Menschenseele hätte es eigentlich erfahren dürfen; es war doch eine klägliche Niederlage für den stolzen, starrköpfigen Bauern, so geplündert worden zu sein— aber diese abgefeimten Spitzbuben... Er kam nicht weiter mit seinen Gedanken. Der Knecht hielt, wandte sich zu ihm, deutete mit dem Peitschenstiele nach einer Richtung und sagte:„Drüben liegt der Wermuthshof, soll ich dahin fahren? Es sind heute gewiß schon mehr Leute dorthin.“ Der Bauer traute seinen Ohren nicht; sollte man Verlobung feiern? Was gab es drüben denn sonst? Karoline erhob sich.„Ich weiß jetzt, was ich thue," erklärte sie,„ich will hinaus, ich will nicht mit! Vater, ich bitte Euch, thut mir das Leid nicht an.“ „Ihr habt es vielleicht auch schon gehört," fuhr der Knecht fort,„der alte und der junge Bauer hatten beide den Spielteufel; lange hat's der Hof ausgehalten, jetzt wird alles vergantet.“ „Vergantet?“ Nein, der Bauer hatte nichts gehört. Vater und Tochter sahen sich eine Weile starr an; Karoline fiel ein Stein vom Herzen. Was nun? Wohin jetzt? so stand es in den Zügen des Bauern zu lesen. Ohne einen Heller in der Tasche hier im Gebirge. Wohin, wohin, in dieser sinkenden Nacht?! Der Knecht fuhr weiter, als er keine Antwort bekam, aber nicht zum Wermuthshofe. Dem Bauer war es ganz einerlei, wohin es ging; zu einer menschlichen Behausung, das war ihm die Hauptsache. Man kam auf ein Gehöft zu seinesgleichen, er war und blieb doch der Kreuzbauer— an diesem Gedanken rankte er sich empor. — es war Nacht geworden, nur der Schnee warf seinen falben Lichtschein— hielt der Schlitten vor einem Gitterthore. Hundegebell ertönte und Laternen blitzten auf. Der Bauer stieg mühsam, wie an allen Gliedern zerschlagen, aus dem Gefährte. Karoline ergriff seine Hand.„Vater," flüsterte sie,„wir zwei müssen jetzt zusammenhalten, gehe es wie's gehe.“ Er seufzte, erwiderte aber den Druck ihrer Hand. Zaghaft * durchschritten sie den Hof und traten durch die offene Hausthüre er angekommen? Jorg bist du da?“ schallte es durch die Die Stimme klang dem Bauer bekannt. Er trat, Karoline an der Hand, näher. Jetzt öffnete sich die Stubenthüre, heller Lichtschein quoll hervor und überfluthete die Ankömmlinge. Eine Trau in schmanzer Krepshaube mit grauem Scheiel trat ihnen. entgegen. Sie blickte den Bauer an und trat einen Schritt zurück. Grüß dich Gott, Justin! Seid herzlich willkommen, ior zwei... gelt, das ist dein Töchterchen?“ rief die Frau. Der Bauer taumelte näher. Du liebe Zeit, wohin war er g rathen? In das Heim der Schneckenbänerin! Ach, der Schnecken raryen= In das Heim der Schneumnenne. bauer war todt; und wie gealtert war sie, die er einst so heiß begehrt. Wie viel rüstiger und frischer war seine Amrei, aber „Ja, ja,“ sagte der Bauer,„man hat sich so lange nicht ge Man ist alleweil alt darüber geworden,“ erwiderte rasch die Frau,„aber nur ich, du bist derselbe. Ihr kommt aber wie gerufen, nun feiern wir doch Christfest. Der Baum ist angezündet und mein Jörg ist nicht gekommen; jetzt bin ich doch nicht so allein. Euch schickt wirklich der liebe Gott Bei diesen herzlichen Worten wurde es dem Kreuzbauer doch warm um's Herz. Was hatte er nicht heute alles erlebt?! Der Freund vergantet, er selber bestohlen, Karoline aufsässig, die Wirthin hatte ihm böse Weihnachten verkündet— und nun fand er herzliches Willkommen und eine Christfreude, wo er sie nie mals erwartet hatte. 9sc4 Nach und nach thaute er vollends auf. Ja, als die Lichter ihren Strahlenglung auf eine ganze Versammlung fröhlicher Menschen warfen, da wußte er: die Schneckenbäuerin war noch dasselbe gutherzige Weiblein, wie in alter Zeit, ohne Falsch Tücke. Er erzählte nun, als die reich beschenkten Diensthoten sich entfernt hatten, offenherzig seine Abenteuer, seine Enttäuschung und sein Mißgeschick, ihre Güte in Anspruch nehmen zu müssen, damit er dem Wirthe die Zeche bezahlen und nach Hause reisen Die Hausfrau lächelte schelmisch.„Heute Abend kehrt mein Jörg noch heim,“ sagte sie.„Der Knecht ist schon fort nach der andern Station und wird ihn sicher mitbringen. Wir brauen dem armen, durchfrorenen Burschen dann einen Punsch und stoßen die Gläser an auf neue Freundschaft, nicht wahr: Der Bauer räusperte sich, das Messer wurde ihm an die Kehle gesetzt. Die Karoline, das verrückte Mädchen, war jetzt eitel Liebenswürdigkeit. Eigentlich sollte er sie zur Strafe zappeln lassen, aber— er war nun ein Mal geliefert, und war es denn so schlimm? War der Tausch nicht eigentlich ein Glück für ihn.. Das Mädchen bekam hierdurch seinen Willen, aber sie wurde Schneckenbäuerin, und er blieb nach wie vor Herr im eigenen Als der Jörg dann ein paar Stunden später glücklich eintraf und den Bauer und die Karoline als Gäste bei seiner Mutter fand, war seine Weihnachtsfreude vollkommen. Eine Verlobung wurde gefeiert. Die Adlerwirthin traute aber ihren Augen kaum, als sie ein paar Tage später den Bauer und Karoline in Gesellschaft des Jörg freudestrahlend auf sich zukommen sah, ihre Glückwünsche entgegen zu nehmen. belegenen Wohnung, als plötzlich— es war gegen 7½ Uhr— in Folge eines Bruches des Hakens die große, der Decke des Zimmers herunterfiel, mitten zwischen die Skatspieler stürzte und explodirte. Es entstand eine furchtbare Panik. Von den Anwesenden wurden vier Personen zum Theil schwer verletzt. Der Hausherr erlitt schwere Brandwunden im Gesichte und an den Händen, sein Sohn kam mit leichtern Verletzungen davon. Die beide andern Verwundeten, Haase und ein anderer Herr Namens. Herbst, ergriffen in ihrer Bestürzung die Flucht durch's Feuster. Haase, der direct aus dem Fenster sprang, blieb ern an einem Haken außerhalb des Fensters hängen und sturzie dann auf die Straße hinab, woc besinnungslos liegen blieb. Er hatte sich durch den Sturz eine hirnerschütterung zugezogen und starb nach kurzer Zeit im Krantenhause, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Die übrigen drei Verletzten befinden sich in ärztlicher Behandlung. Das durch die Explosion im Zimmer entstandene Feuer konnte nach einiger Zeit gelöscht werden. * Aachen,.Jan.99. Schon seit längerer Zeit war der Vorstand des Aachener Leie=Vereins von der Münchener Nuntiatur darauf vorbereitet worden, daß er aus Anlaß eins einen weitern Hulderweis von Seiten des Papstes Leo XIII erwarten dürfe. Das Echo der Geg. kann nunmehr berichten, daß der Verein als Geschenk des h. Vaters dessen wohlgelungenes Bildniß in prächtigem Goldrahmen erhalten hat. Dieses Geschenk hat noch eine höhere Bedeutung dadurch erlangt, daß der h. Vater auf das Bild eigenhändig die Worte geschrieben und sie mit Unterschrift versehen hat: Vivite fortes Fortisque adversis opponite pectora rebus.(Hor., Sat. II.)(Lebet als wackere Männer und bietet unerschrockenen Sinnes u, Otweiler, Jan.99. In dem benachbarten Dorfe Hüttigweiler wurden in den letzten Tagen Gräber keltischen ursprungs entdeckt. Landesgeologen aus Trier öffneten zehn derelben, welche in zwei Meter Entfernung kreisformig einen Theil einer Wiese umgaben. Sie sind—1½ Meter tief, haben zwei Meter Durchmesser und sind ungefähr ein Meter mit Erde bedeckt. Die Innenwände waren sorgfältig mit Steinen verschiedener Größe ausgelegt. Werthvolle Funde, als Krüge, Töpfe, Urnen, Schalen, Schüsseln und Vasen wurden dem Museum zu Trier übergeben. In einem Grabe lagen schön gearbeitete Kleiderspangen aus Bronze, eine Lanzenspitze und ein in drei Stücke zerbrochenes Schwert, beide ebenfalls aus Metall. Wegen der eingetretenen schlechten Witterung wurden weitere Nachgrabungen auf spätere Zeit verschoben * Düsseldorf,.Jan.99. Die Beigeordnetenstelle, welche durch die Wahl des Beigeordneten Marx zum Oberbürgermeister frei geworden ist, wurde, laut dem Düsseld. Volksbl., dem Staatsanwalt Dr. Cretschmar angetragen. Wie es heißt, soll derselbe das Anerbieten angenommen haben. k Essen,.Jan.98. Die Stadtverordneten=Versammlung beschloß in ihrer heutigen Sitzung mit 21 gegen 9 Stimmen, beide Kirmessen(Frühjahrs= und Herbst=Kirmeß) aufzuheben. Ein derartiger Beschluß war bereits voriges Jahr erfolgt, aber auf Wunsch des Regierungs=Präsidenten hat sich das Collegium heute nochmals mit der Sache befaßt. Der Verein fahrender Händler und eine Anzahl Wirthe hatten eine lebhafte Bewegung zu Gunsten der Beibehaltung der Kirmeß hervorgerufen. Dortmund,.Jau.99. Während die Neujahrsnacht in hiesiger Stadt ohne nennenswerthen Krawall verlief, sind aus der Umgebung mehrere schreckenerregende Vorfälle zu melden. In Lütgendortmund wurde ein Mann von einem Bergarbeiter durch einen Revolverschuß in's Herz getödtet, während ein anderer bei einer Verlobungseier durch einen Messerstich in die Brust so schwer verletzt wurde, daß der Betreffende nach wenigen Minuten starb, In dem benachbarten Oespel erorosselte in der Neujahrsnacht eine Mutter ihr Kind. Die ruchlosen Thäter wie auch die Mörderin wurden verih Hamburg,.Jan.95. Eineu schrecklichen Tod hat gestern Abend, er auf dem Rödingsmarkt wohnhafte Buchdruckereibesitzer Hr. W. Haase der der auf dem Rodingsmarkt wohnhäfte Bachorackeleioes. erlitten. Er weilte zum Besnche bei seinem Freunde, dem Spiegelfabri canten J. Gropler in der Mühlenstraße. Die aus sechs Personen bestehedne Gesellschaft saß gemüthlich beim Skatspiel in der im ersten Stockwerk § Was draußen Die preußische Ausweisungspolitik bringt, wie aus stets erneuten Kundgebungen industrieller Kreise hervorgeht, für die deutsche Gewerbethätigkeit stellenweise recht unliebsame Erscheinungen hervor. Die dänische Kundschaft ist dem deutschen Gewerbe anscheinend so ziemlich verloren gegangen und dänische Zeitungen wagen es nicht ein Mal, deutsche Fabrications=Gegenstände anzuzeigen, um sich bei ihren Lesern nicht mißliebig zu machen. Amtliche Vertretungen der Gewerbetreibenden, wie z. B. die bergische Handelskammer, reichten bei der Regierung Vorstellungen ein, um eine Milderung der gegen die Danen in Nordschleswig ergriffenen Maßregeln zu erreichen. Ob das hilft, weiß man nicht; wahrscheinlich ist es auch nicht bei der Schneidigkeit des Hrn. v. Köller, des Oberpräsidenten von Schleswig=Holstein. Ganz verfehlt aber sind die von einzelnen Geschäftstreibenden ergriffenen Mittel, sich die Gewogenheit der Dänen zu erhalten, verfehlt sowohl der gegenwärtigen nationalen Erregung der Dänen gegenüber, wie auch hinsichtlich der preußischen Politik, die sich ganz gewiß nicht von der beschrittenen Bahn durch Kundgebungen ablenken läßt, in denen sie eine unwürdige Schwäche und Mangel an vaterländischem Gefühl zu erkennen glaubt. der lippischen Angelegenheit war auf Donnerstag der endgültige Beschluß des deutschen Bundesraths erwartet worden. Noch in den letzten Tagen fühlte bald hier, bald da, ein Jurist das Bedürfniß, die Ansprüche der Biesterfelder Linie möglichst einzuschränken, um der Schaumburger Linie vamit gefällig zu sein. Dabei wurde ganz außer Acht gelassen, daß das Lesepublicum dieses Streites und dieser juristischen Beweisführungen längst überdrüssig ist. Angeblich sind dem GrafRegenten unmittelbar oder mittelbar einige Unfreundlichkeiten von preußischer Seite bewiesen worden, die wir freilich nicht controliren können; so soll den preußischen Bahnbeamten, die auf lippe=detmoldischem Boden thätig bei dem Antritt der Regentschaft Auszeichnungen erhielten, verboten worden sein, die Auszeichnungen anzulegen; ein Unteroffizier soll, auf höhere Weiung sich berufend, dem persönlichen Adjutanten des Regenten den Gruß ausdrücklich versagt haben. Das sind, wie gesagt, uncontrolirbare Meldungen, deren Auftauchen aber auf's neue das unleidliche Verhältniß zwischen hüben und drüben anzeigt. Die eingangs erwähnte Entscheidung des Bundesraths war nur eine halbe, denn an eine Klarlegung der in Betracht kommenden Rechte und Ansprüche will der Bundesrath bis auf weiteres überhaupt nicht herautreten; er wahrt sich nur die Befugniß, im gegebenen Falle die Entscheidung zu treffen. Das hat fast den Anschein, als ob es den Bundesräthen zunächst nur darauf angekommen wäre, sich bis auf unbestimmte Zeit von einer unbequemen Last zu befreien.k. Aluch Die Dreyfus=Sache stirbt in Frankreich so bald nicht. Auch wenn der Cassationshof seine Entscheidung getroffen haben wird, werden sich die fanatischen Anti=Dreyfusler, Anti=Semiten, Patrioten, Nationalisten usw. nicht beruhigen. Neuerdings ist nun eine„Liga des französischen Vaterlandes“ gegründet worden, welcher einige Akademiker angehören. Diese Liga soll beruhigend wirken, wird dies aber um so weniger können, als sie doch nur eine Art gleichgesinnten Senats neben der„Kammer der neu gegründeten Patrioten=Liga bildet. Es sind mehr oder weniger verkappte Anti=Dreyfnsler, welche die Liga des französischen Vaterlandes gebildet haben; ihre Gesinnung haben sie unvorsichtigerweise dadurch verrathen, daß sie beispielsweise sich weigerten, den bekannten Redacteur des Soleil, Herve de Kerohant, in ihre Liga aufzunehmen, weil dieser sich gegen die Drumont'sche erklärt hat. Dafür sind aber Unterzeichner der Sammelliste der Libre Parole zur Ehrung des Fälschers Henry ohne weitern Vorbehalt in die Liga aufgenommen worden. Man fragt sich daher mit Recht, welchen andern Zweck diese neue Liga haben könne, als den der Vermehrung der Verwirrung im öffentlichen Leben. Die neuorganisirten Patrioten unter Déroulede geben eine Schutztruppe für jeden ab, der es jetzt wagen würde, als Prätendent auf den Thron Frankreichs aufzutreten. Dérouléde scheint den Prinzen Victor Napoleon als die für diese Rolle geeignetste Persönlichkeit anzusehen; im ungefährlichen Brüssel hat er kürzlich mit dem Prinzen eine längere Unterredung gehabt, in welcher auch schon der Feldzugsplan entworfen worden sein soll. Die Patrioten rechnen auf die angebliche Entrüstung in der Armee wegen der Revision des Dreyfus=Processes und sind überzeugt, daß der Gouverneur von Paris, General Zurlinden, im Falle eines Prätendenten=Putsches schon das seinige zu dessen Forderung thun werde. Auf den Philippinen scheinen die Eingeborenen sich zum Widerstande gegen die Americaner eifrig zu rüsten. Aguinaldo, das Haupt der Aufständischen, ist plötzlich verschwunden, worin die Americaner ein ihnen selbst wenig günstiges Anzeichen erblicken. Eine Zeit lang hielt der verschlagene Tagale bei den Yankees die Meinung aufrecht, als werde sich eine Vereinbarung zwischen den americanischen Einverleibungsgelüsten und dem Selbständigkeitsdrang der Eingeborenen treffen lassen, aber es wird immer wahrscheinlicher, daß Aguinaldo den Americanern gegenüber ebenso Verrath zu üben beabsichtigt, wie er ihn an den Spaniern geübt, nachdem er sich für sein Wohlverhalten eine große Summe hatte zahlen lassen und sein Ehrenwort gegeben hatte, nichts mehr gegen die spanische Herrschaft zu unternehmen. Wenn Aguinaldo der americanischen Herrschaft wohlgesinnt gewesen ware, hätte er, als er bemerkte, daß seine Stammesgenossen auf der Erri tung der selbständigen, unabhängigen Revublik bestanden, Americanern das Ende seines Einflusses bekennen mussen; a er ist zu ehrgeizig, um auf eine politische Rolle zu verzicht und hilft nun die Streitkräfte gegen die Americaner organisin Von dem Gelde, mit dem Aguinaldo seiner Zeit durch spanischen Behörden abgefunden wurde, dürfte noch einiges### handen sein; mittels desselben könnten leicht Waffen gerewerden. Auf ganz natürliche Weise erklärt sich dann auch Erfindung englisch=americanischer Zeitungen, daß Deutschland Tagalen mit Waffen unterstütze. Von den Americaner ist Agumnan den sie nach wie vor als den einflußreichsten Führer anset aufgefordert worden, die Philippinos zur Niederlegung Waffen und zur Auflösung ihrer Truppenkörper zu veranlaste Dies kommt ausgezeichnet rechtzeitig, nachdem die Philippin die letzte Arbeit gegen die Spanier gethan und Ilo-Ilo ein nommen haben. Wenn Aguinaldo jener Aufforderung nicht nat kommt, soll er verhaftet werden. Die Nürnberger werden Yankees in dieser Hinsicht rathen können, wie sie es zu mac haben. ** Ein verrückt gewordener Grenzstein ist jedenfalls große Seltenheit, aber sie kommt doch vor, wie der Mühlhaus. u. an§ 919 des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches nachwei In dem ersten Absatz dieses Paragraphen heißt es:„Der Eigem mer eines Grundstückes kann von dem Eigenthümer eines Nacht grundstückes verlangen, daß dieser zur Errichtung fester Gre zeichen und, wenn ein Grenzzeichen verruckt oder unkenm geworden ist, zur Wiederherstellung mitwirkt.“ Etwa durch V bringung in eine Heilanstalt? ** Zwei Litthauer vor Gericht. Besitzer J. und B. aus: sind als Zeugen vor Gericht geladen. I. erscheint in seinem Alltag gewande, nämlich mit weißen Schafspelzhosen, eben solcher Wen abgetragenem Rock, schmieriger Mütze und aufgerissenen langen en feln. B. ist dagegen modern und fein gekleidet. Der Richter .:„Was sind Sie?“„Großgrundbesitzer J. aus.“ Der Ritu sieht auf sein sonderbares Kostüm und kann nicht glauben, daß Gutsbesitzer sei, deshalb fragt er ihn, wie viel Land er besitze. mögen so an 400—500 Morgen sein.“ Der Richter ist verwune und fragt ungläubig, wie viele Pferde er besitze.„Ach, so 50.“„Wie viele Kühe?"„Es sind 30—40.“ Richter:„R viele Schweine haben Sie?"„Hab' nicht ein Mal alle men Schweine gezählt, es werden gegen 60 sein, vielleicht auch menr Richter:„Wenn Sie so reich sind, warum aber tragen Sie denn schlechte Kleider, und noch vor Gericht?" I. antwortet: Solche Kleider haben nicht einmal die Herren!" Unter den Richt befanden sich einige Herren, die I. persönlich kannten und bestatigt was er sagte. Aber der zweite herrschaftlich und modern gekleit Zeuge hatte nicht einmal 5 Morgen und auf denselben auch Schulden. Als nach der Verhandlung J. gefragt wurde, wie viel an Reise= und Versäumnißkosten beanspruche, sagte er:„Ich n nichts, wir Litthauer brauchen nicht solches Geld, twir haben ger davon.“ Auch B. verweigerte das Geld mit den Worten:„Auch bin Litthauer und will nichts, der verspielende Theil hat schon Kon genug zu tragen.“ Sprach's, und beide verließen das Gericht, schreibt die Tilsiter A. Z. ** Ein niedliches Studenten=Geschichtchen wird aus Züri berichtet. Ein wohlbekannter Professor, den seine Vorlesungen selb eeer„„„ E E nahnt Klasse wollten ihm einen kleinen Wink geben und kauften eine Wi. uhr, deren Alarm sie genau auf die Secunde stellten, zu der Glockenzeichen am Ende der Vorlesung gegeben wurde. Dieses pile der Herr Professor meist zu überhören, und man gab sich der nung hin, daß der Wecker, den man unter Papieren versteckt aufe Ecke des Katheders placirte, besser seine Schuldigkeit thun wu Als die Zeit bald um sein mußte, der Gelehrte aber noch mitten einer complicirten Auseinandersetzung war, ging das Uhrwerk pia lich mit furchtbarem Getöse los. Die Studenten, die man nicht in das Geheimniß gezogen hatte, sprangen entsetzt von ihren auf, erfaßten den Witz aber im nächsten Augenblick und gaben Anerkennung in lautem Beifall zu erkennen. Der Professor war ruhig, bis sich der allgemeine Lärm gelegt hatte, und sagte freundli. „Ich danke Ihnen, meine Herren, für diese kleine Aufmerksamkeit, hatte es fast schon vergessen, daß heute mein Geburtstag ist. Weckeruhr kommt mir übrigens sehr gelegen, da meine Frau längst eine für das Dienstmädchen gewünscht hat. Es ist in der 2. sehr freundlich von Ihnen.“ Damit verbeugte sich der Gelehrte, nahm seinen so jäh unterbrochenen Vortrag wieder auf, um dies eine volle Viertelstunde später aufzuhören. ** Zu einer komischen Sceue kam es kürzlich in dem Te Guillaume zu Brescia. Die Mailänder Dialecttruppe des Capmica Ferravilla gab einen Schwank, in dessen Handlung ein Sa spieler, der sich unter den Zuschauern im Parquet befindet, mit greift. Aber kaum hatte der Schauspieler, dem die Rolle im schauerraum zufiel, einige Sätze mit seinen Collegen auf der Bür gewechselt, als ein Polizei=Commissar, wie der Berl. Börs.=Conr. zählt. auf ihn zustürmte:„Sie sind arretirt! Es ist verboten, Theateraufführungen zu stören!"—„Aber wer sind Sie?“ fragte: Schanspieler Mila.— isch bin der PolizeiCommisar, Pierzgn. Kommen Sie mit auf die Wache."—„Wie bei dieser Kälte: „Keine Redensarten! Gehorchen Sie!" Das Publicum hatte gemeint, auch der Polizei=Commissar gehöre zu dem Schwanke, hatte herzlich gelacht. Als man aber gewahr wurde, daß es sich einen wirklichen Polizei=Commissar handle, der den Schauspieler Ernstes verhaften wolle, nahm das ganze Theater fur den Unschun gen Partei, und der Polizei=Commissar wurde mit Schmeichelwor wie Esel, Dummkopf usw. überhäuft. Da sprang der Beamteeinen Stuhl und rief mit Donnerstimme in den Saal hinein wächter, Carabinieri, Soldaten, Offiziere leistet mir Beistaus: wird ein Staatsbeamter beleidigt!“ Einige Carabinieri waren i sagt:„Liebe kurz und Ko ruft mit mül er schon. D ** Der 4 der zwischen #wird, fragt „Der Kerlst einsmitgliede ** Verse lieben, wen „Aelter kön niemals." ** „Ich muß! Feder nicht wird ein Staatsbeamter verelolgt: Ettige ethumt in g, a auch sofort zur Stelle, nahmen den Schauspieler Milla in die M und führten ihn zur Polizeiwache ab. Hier kläxte sich nun der auf Sianor Milla konnte in's Theater zurückkehr Signor Milla Einacter, von konnte in's Theater zurückkehr stürmischem Beifall begrüßt, thum rasch auf. und im nächsten F* Ein'scheitle. Schultheiß:„Wie gsagtihr Herre, der von Bräglinge thät hierherziehe, wenn mr ihm sechshundert Wartegeld aussetze thätet. Was ischt dei Alsicht, Eimeinspücg, Die frühest gens um 3 U gasse)— die Himmelfah Sonntag. gelium: Der KinderDas ewie Monta( Das ewig In St. 2 Männer und Diusta( Das ewiIn der zum göttliche Mittwo( Das ewie In St.; Jeiu für Me Donner Das ewi In St. 11 Freitag Das ewi In St. 2 nungsmesse Andacht zun von—10 1 Samsta Das ewi ** Neu Nikolaus v Kaiser mit zwei prächt dam. In nicht mögli bestimmten haben vieli passirt. ** Zar seine VerbTagen gin ein prächt Adresse des nachtsgesch roßlenker witsch hine active Rol Motor=Dre und Luxus Silber ver In wie sich ge Incognito moral, die König vor quise de 2 in einen Daß Kaise kannt. All den Boder Neapel ne holm nen holm, seil Napoleon verwandel Wales be von Roth reich hatt buch eint Name ih Mrs. Nic ** G1 vor den! die den jähriger brochen bedienstet Brücke e sank der Kampfe doch taue hinhielt. an das! das Was Knaben Gemeindepfleger:„I mei' einfach, mir wollet de Doctor lasse, 4is= Aluf Umwegen. Er:„Mein Fräuleiz, wirden Sie geneigt sein, in 25 Jahren mit mir Ihre Silberne Hochzen Kindermund. Die Mama tritt an das Bettchen iyr„Aeest dein Gebet, Karl!“ spricht sie. Karl faltet die Händchen zog man mittels nicht gel lich dem ** 31 in Grün Straße statt. A nachbart bei. Ku Schüsse, derselben wurde? Erregun *:# fallen ur erlangt. und sie Jage Seite 3 Rölner Loral-Anzeiger Nr. 8- Sonntag, 8. Januar 1899. sagt:„Lieber Gott, Amen!“ Die Mama meint, das Gebet sei doch kurz und Karl hätte das meiste ausgelassen, der kleine Bube aber ruft mit müder Stimme ganz zufrieden:„Mama, das andere weiß er schon. Der liebe Gott weiß alles!“ ** Der Störenfried. In einem ländlichen Verein will ein Fremder zwischen den Mitgliedern Frieden stiften; da er hinausgeworfen wird, fragt ein des Weges Kommender, was er denn gemacht habe. „Der Kerl stört uns hier die ganze Disharmonie,“ erwidern die Vereinsmitglieder. ** Verfehltes Compliment. Dame:„Werden Sie mich auch lieben, wenn ich älter und häßlicher werde?“ Herr(leidenschaftlich): „Aelter können Sie werden, gnädiges Fräulein, aber häßlicher— niemals.“ Gm ** Schluß aus dem Briefe der Köchin Jette an ihren Grenadier: Ich muß nu schließen; denn ich habe so kalte Füße, daß ich die Feder nicht mehr halten kann." die Kölner Kirchen=Kalender. Die frühesten heiligen Messen werden an Sonn= und Feiertagen Morgens um 5 Uhr im Dom und in der St. Josephs=Kapelle(Streitzeuggasse)— die spätesten um 11½ Uhr in Minoriten und in St. MariaHimmelfahrt gehalten.. Sonntag. 8. Jan. Erster Sonntag nach Erscheinung des Herrn.(Evan gelium: Der zwölfjährige Jesus im Tempel. Lucas II. 42—52.) Kinder=Communion: In St. Maria in der Kupfergasse. Das ewige Gebet in St. Severin. Montag, 9. Jan. Julian. Das ewige Gebet in St. Pantaleon in der Schnurgasse. In St. Martin: Sühne=Andacht zum göttlichen Herzen Jesu fur Männer und Jünglinge Abends von—10 Uhr. Diustag. 10. Jan. Paulus. der Einsiedler. Das ewige Gebet in St. Mauritius. In der Herz=Jesu=Kirche: Abends von—10 Uhr Sühne=Andacht zum göttlichen Herzen Jesu für Männer und Jünglinge. Mittwoch, 11. Jan. Hyginus, Theodosius. Das ewige Gebei in St. Peter. In St. Johann=Baptist: Sühne=Andacht Jesu für Männer und Jünglinge Abends von—10 Donnerstag. 12. Jan. Ernst, Arkadius. Das ewige Gebet in St. Aposteln. In St. Ursula: Abends von—10 Uhr Sühne=Andacht. reitag. 13. Jan. Gottfried. Hilarius. s ewige Gebet in St. Maria in der Kupfergasse. In St. Maria in der Kupsergasse: Morgens 4% nungsmesse mit Abbitte.— Marienverein.— In St. Aposteln: Sül Andacht zum göttlichen Herzen Jesu für Männer und Junglinge Abenen von—10 Uhr. Samstag, 14. Jan. Felix. Das ewige Gebet in St. Gereon. zum göttlichen Herzen 0 Uhr. Uhr SühZar den ans Buntes Allerlei. ** Neujahrsgeschenk des Zaren an Kaiser Wilhelm. Nikolaus von Rußland hat auch zum diesmaligen Jahreswechse Kaiser mit einem Geschenk erfreut, und zwar besteht die Gabe zwei prächtigen Rothhirschen für den königlichen Wildpark bei Potsdam. In Folge von Schneeverwehungen in Rußland in es jedoch nicht möglich gewesen, das werthvolle Angebinde rechtzeitig zu dem bestimmten Termin in Potsdam eintreffen zu lassen. Die Thiere haben vielmehr erst jetzt die deutsch=russische Grenze bei Sosnowice ** Zar Nicolaus II. ist Radfahrer. Als solcher hat er kürzlich seine Verbündeten, die Franzosen, in Nahrung gesetzt. Vor einigen Tagen ging von einer großen Velociped=Fabrik in Puteaux bei Paris ein prächtiges Motor=Dreirad mit zugehörigem Wägelchen an die Adresse des Kaisers aller Reußen nach St. Petersburg ab, ein Weihnachtsgeschenk desselben für seine beiden jüngern Brüder. Den Stahlroßlenker wird Großfürst Michel Alexandrowitsch abgeben. Der Zarewitsch hingegen, der von weniger kräftiger Gesundheit ist, soll die inactive Rolle des automobilen Fahrgastes übernehmen. Das kaiserliche Motor=Dreirad ist schwarz emaillirt und ohne besondere Verzierungen und Luxus. Die Griffe der Lenkstange sind von Elfenbein und das Silber vertritt das Nickel. 60 Incognito. Ein englisches Salonblatt stellt eine Liste auf, wie sich gekrönte Häupter auf Reisen zu neunen pflegen, wenn sie ihr Incognito wahren: Königin Victoria betitelt sich Gräfin von Balmoral, die Königin=Regentin von Spanien Gräfin von Toledo, der König von Portugal Graf von Barcellos und seine Gemahlin Marquise de Villacosa, Fürst Ferdinand von Bulgarien verwandelt sich in einen Graf Murauy, der Könia von Belgien in Graf Ravenstein. Daß Kaiserin Friedrich als Gräfin Lingen reist, ist allgemein bekannt. Als Comtesse de Pierrefonds betritt die Ex=Kaiserin Eugenie den Boden Frankreichs. Ihre Leidensgefährtin, die Ex=Königin von Neapel nennt sich Herzogin de Castro. Nach seinem Schlosse Drottningholm nennt sich König Oscar von Schweden Graf v. Drottning= holm, sein Sohn, der Kronprinz, Graf Karlsberg. Prinz Victor Napoleon hat häufig Grund, seinen Namen in Graf Moncalieri zu verwandeln; so heißt das Schloß seiner Mutter. Der Prinz von Wales bedient sich mehrerer Namen: Herzog von Cornwall, Herzog von Rothesay, Earl of Chester. Die ermordete Kaiserin von Oesterreich hatte sich in Genf unter ihrem gewohnten Incognito in's Hotel buch eintragen lassen: Gräfin von Hohenembs. Hohenembs ist der Name ihres bayerischen Gutes. Sonst pflegte sich die Kaiserin auch Mrs. Nicholson aus England zu neunen. *s Glückliche Rettung. Am 28. v. M. spielte sich in Pilsen vor den Augen einer hundertköpfigen Menschenmenge eine Scene ab, die den Zuschauern unvergeßlich bleiben wird. Ein etwa zwölfjähriger Knabe war auf dem schwachen Eise der Radbusa eingebrochen und verschwunden. Sofort eilten ein Lehrer, ein Bahnbediensteter und zwei Straßenkehrer zur Hülfe, während auf der Brücke ein Zusammenlauf aufgeregter Passanten entstand. Zuerst sank der Lehrer ein und konnte sich erst nach langem verzweifelten Kampfe retten. Inzwischen war auch der Bahnbedienstete eingebrochen. doch tauchte er wieder auf und griff nach einem Brette, das man ihm hinhielt. Er erfaßte den Knaben mit der Rechten und arbeitete sich an das Ufer. Das Erste, was der Brave hier that, war, daß er das Wasser aus dem Knaben zu schütteln suchte. Während man den Knaben fortschaffte, brachen die zwei Straßenkehrer ein. Den ersten zog man alsbald heraus, der zweite wurde erst nach langer Mühe mittels einer Eisenstange gerettet, nachdem dies mit einem Brette nicht gelungen war. So wurde auch das fünfte Menschenleben glücklich dem Tode entrissen. Zu blutigen Ausschreitungen kam es am Neujahrsmorgen in Grünwald bei Gablonz. Im Gasthofe Zur Schweiz und auf der Straße fand eine Prügelei czechischer Ziegelarbeiter unter einander statt. Als auf der Straße Hülferufe ertönten, eilten aus dem benachbarten Gasthause Zum Tiroler mehrere Personen zur Hülfe herbei. Kurz darauf fielen aus dem Haufen der Streitenden mehrere Schüsse, durch welche zwei Arbeiter tödtlich verletzt wurden; einer derselben starb bald darauf. Auch der Wirthssohn aus dem Tiroler wurde durch Messerstiche tödtlich verletzt. Im Orte herrscht große Erregung. ** Acht Hundertmarkscheine sind kürzlich in den Elbstrom gefallen und fortgetrieben worden, sie wurden aber sämmtlich wiedererlangt. Einem Schiffer in Dresden, der in seiner Schaluppe stand und sie eifrigst ausschöpfte, war sein offenes Notizbuch, in welches er die Scheine hineingelegt hatte, in die Elbe gefallen. Nachdem er seinen Verlust bemerkt, begab er sich mit einem Bootsmann auf die Suche. Beide hatten an der Elbbrücke(Carolabrücke) das Glück, zwei Hundertmarkscheine dem Wasser zu entnehmen, die andern sechs konnten aber trotz eifrigen Suchens, sogar bis nach Halberstadt hinunter, nicht gefunden werden. Mittlerweile gab aber ein Knabe in der Redaction der Elbzeitung einen derartigen gefundenen Schein ab; schließlich hörte man, in Prossen habe eine Frau ebenfalls viel Geld gefunden. Die Frau gab zu, daß sie fünf Hundertmarkscheine, welche am Elbdamme langsam hin= und hertrieben, an sich genommen habe, sie war aber der Meinung gewesen, daß solches Papiergeld, welches man in die Elbe geworfen, wohl nicht echt sein könnte. Die Scheine gab sie selbstverständlich zurück, und so kam der Verlustträger zu seinem Gelde. ** Einen blinden Schüler besitzt das Herzog=Albrecht=Gymnasium zu Rastenburg, den Oberprimauer., Sohn eines dortigen Hauptmannes. Der achtzehnjährige Jüngling wird sich zu Ostern der Abiturientenprüfung unterziehen, um Theologie zu studiren. ** Auf seiner Hochzeitsreise hat ein Kaufmann aus Mainz in Monaco die ganze Mitgift von 30,000 M. verspielt und seine junge Frau dort sitzen lassen. ** Eine Schutzmanns=Patrouille gerieth in Stuttgart in der Sylvesternacht mit Zuhältern in's Handgemenge. Hierbei wurde ein Polizist von einem siebenzehnjährigen Burschen durch einen Stich in die Lunge lebensgefährlich und ein anderer Schutzmann nicht unbedeutend verletzt. ** Ein verunglückter Tourist. Der siebenzehnjährige Schriftsetzer Johann Frosch, der am Christtage in Begleitung zweier Freunde von Wien aus eine Tour auf den Schneeberg gemacht hat und dort durch Absturz in die Bockgrube verunglückt ist, ist Nachmittags von einer Expedition, die von der Section Reichenau des Deutschen und Oesterreichischen Alpen=Vereins zu seiner Aufsuchung ausgesendet worden ist, als Leiche aufgefunden worden. Alle Umstände sprechen für die Vermuthung, daß Frosch nicht durch den Absturz um's Leben gekommen, sondern erfroren ist. Die Bockgrube, wo sich das Unglück ereignete, ist eine mit Geröll und dichtem Zerbenholz gefüllte Schlucht, zu der man von Kaiserbrunn durch die Wasserösen gelangt und die bis zu dem Felsabhange des Klosterwappens hinaufreicht. Diese Schlucht ist durch steile Abhänge eingefaßt, und über einen derselben ist Frosch beim Abstiege abgestürzt und, da er sich aus dem tiefen Schnee, in den er dabei siel, nicht mehr herausarbeiten konnte, erfroren.„ 00 Straßenraub in Italien. Man meldet aus Neapel,.Jau.99: Auf offener Straße in der Nähe eines Variété=Theaters überfielen drei Rowdies einen Fremden, Franz Voer aus Holland, um ihn zu berauben. Der Angegriffene leistete Widerstand und es entspann sich ein erbitterter Kampf, in welchem der Fremde endlich unterlag. Mit vier tödtlichen Messerstichen im Leibe fiel er zur Erde, die Raubmörder bemächtigten sich seiner Werthgegenstände und verschwanden. Von der Polizei war nichts zu sehen.„Sieh' Neapel und stirb!“ heißt es; richtiger wäre: Meide Neapel und bleibe lebendig! 0 ** Der Haupttheil der Hinterlassenschaft des kürzlich verstordenen Barono Ferdinand v. Rotyschild fällt seinem Bruder, dem Baron Albert, und seiner Schwester, der unverheiratheten Baronin Alice Rothschild, zu. Der letztern hat ihr Bruder sein Londoner Stadthaus vermacht. Der Landsitz Waddesdon Manor soll in der Familie sorterben. Alfred v. Rothschild und die Söhne von Lord Rosebery(dessen verstorbene Gemahlin Hannah eine Tochter Barons M. v. Rothschild war) erhalten Geldlegate. Dem Lord Rosebery hat der Testator einige werthvolle Gemälde hinterlassen. dinand v. Rothhinterlassen. Ein dritter ien ist Junggeselle und ihr Verschwinden nach ver die Wirkungen von Wind Vermächtnisse in kleinern Beträgen hat Baron schild seinen Angestellten und Bekannten Bruder, Baron Nathaniel Rothschild, in wird auch sein Legat erhalten. Verschwundene Inseln. Aus Sydney, 15. Nov., wird der Frankf. Ztg. berichtet: Das englische Vermessungs=Fahrzeug Pangnin ist am 16. October in Nukualofe, Tonga=Inseln, eingetroffen. Ueber das Ergebniß der von ihm während der verflossenen Monate vorgenommenen nautischen Aufnahmen verlautet, daß dasselbe zu einer wesentlichen Verbesserung der jetzigen englischen Admiralitätskarten führen dürfte, da neben der genanen Zirirung einer Anzahl schon belannter Riffe eine ganze Reihe bisher unbekannter aufgefunden und eingetragen worden ist. Jusbesondere verdient indessen das gänzliche Verschwinden der Metis=Insel hervorgehoben zu werden. Im Jahre 1880 ragte diese Insel noch an 150 Fuß über den Mecresspiegel empor, heute ist sie, wenn man von dem Riff, das sich schon damals unter ihr befunden hatte, absieht, spurlos verschwunden. Voraussie: lich handelt es sich hier um gleiche Erscheinungen wie diejenigen, auf welche das Verschwinden der im Süden der Tongagruppe gelegenen Falcon=Insel zurückzuführen ist. Beide Inseln lagen nämlich in der genauen Richtung jener vulkanischen Thätigkeit, die sich von Nukualofe aus in der Richtung der Insel Kao, Litte und Ninasun verfolgen läßt. Ihr Auftauchen beruhte somit aller Wahrscheinlichkeit nach auf bulkanischen Ursachen, während hältnißmäßig nur kurzem Bestande auf und Wasser zurückzuführen sein dürfte. 60 Ein neues eigenartiges Desinfectionsmittel ist unter dem Namen Lanoform im Handel erschienen, welches die eigenthümliche Eigenschaft besitzen soll, daß es seine desinficirende Wirtung in voller Stärke erst bei Körperwärme entfaltet. Frankfurter Aerzte, welche Versuche mit Lanoform angestellt haben, wollen eine namentlich bei Körperwärme allmälig sich steigernde antiseptische und Desinfectionswirkung gegenüber Eiter=Bakterien und Erysipelkokken beobachtet haben. Lanoform, welches als Créme und als Streupulver hergestellt wird, soll aus einer Verbindung von Fettkörpern mit 1 pCt. Formaldehyd bestehen. 1 (0 Mit Glaspflaster hat die Stadt Genf so gute Erfahrungen gemacht, daß nun auch Nizza den Versuch mit solchem wagen will. Glassteine zu Verkleidungen und Verzierungen kennt man ja schon lange; sie werden gewonnen, indem man Glasscherben durch Erhitzen erweicht und dann preßt. Der so erzeugte Stoff ist undurchsichtig, härter und widerstandsfähiger als Glas, was dazu Veranlassung gab, aus Glasscherben auf solche Weise gewonnene Steine als Straßenpflaster zu verwenden. Dasselbe soll das Aussehen der Straße verschönern, sehr dauerhaft sein und den Pferden keineswegs so gefährlich sein, wie Asphalt= oder Cement=Pflaster, auf dem die Thiere bekanntlich sehr leicht ausgleiten. In Frankreich ist bereits ein beson derer Großgewerbezweig im Entstehen begriffen, welcher mit der Ver werthung von Glasscherben nach der gedachten Richtung hin sich befaßt. ** Photographiren eines Magen=Innern. In der Münch medicinischen Wochenschrift berichten die Doctoren Lange und Meltzing, daß ihnen das Photographiren des Magen=Junern gelungen ist. Die beiden Gelehrten sind selbständig und unabhängig fast gleich zeitig auf die Idee gekommen, ein Bild des Magen=Innern auf dem Wege der Photographie zu gewinnen, und sie haben sich dann zur Erreichung des Zieles vereint, die ihnen nach mehrjähriger Arbeit geglückt ist. Die Magen=Photographie kann man bei jedem Menschen ausführen, dem sich der Magenschlauch einführen läßt. An das vordere Ende eines solchen Magenschlauches wird der photographische Apparat angeschlossen. Dieser Apparat ist 66 Millimeter lang und hat einen Durchmesser von 11 Millimeter. Durch den Magenschlauch geht auch eine feine Drahtleitung, mittels deren die elektrische Lampe in Function gesetzt wird. Um die Aufnahme des MagenInnern zu bewerkstelligen, muß dasselbe eine gespannte Oberfläche haben. Deshalb wird der Magen, nachdem er entleert und gereinigt ist, mit Luft gefüllt. Es lassen sich nun in 10 bis 15 Minuten bis zu 50 Aufnahmen schuell hintereinander machen. Durch Drehung des Apparates um seine Axe können alle Theile der Magen=Oberfläche zur Darstellung gebracht werden. Die gewonnenen Photographicen haben die Größe etwa eines Kirschkernes, sie lassen sich aber selbstverständlich beliebig vergrößern, so daß die dargestellten Eigenschaften der Magenschleimhaut deutlich zu erkennen sind. Was die Photographie des Magen=Innern für die medicinische Diagnostik alles leisten wird, ist zur Zeit noch gar nicht abzusehen; sie stellt wichtige Errungenschaften in Aussicht, die der leidenden Menschheit zu gute kommen werden. Ein weiblicher Sonderling ist kürzlich in Jassy gestorben, Madame Balsch, auch Gräfin Balsch genannt. Dem alten Bojarengeschlechte Balsch entsprossen, war sie, wie die Frankfurter Zeitung berichtet, mit einem Mitgliede der Familie Beldimano verheirathet gewesen, doch war diese Ehe wieder gelöst worden. Während die aus dieser Ehe entsprossene Tochter den väterlichen Namen beibehielt, nahm die Mutter wieder ihren Familiennamen an. Obgleich über ein beträchtliches Vermögen verfügend, lebte die Dame doch äußerst sparsam und weigerte sich auch, ihrer Tochter einen Alimentations=Beitrag ausfolgen zu lassen, woraus ein bis zum Tode der Madame Balsch andauernder Proceß sich entspann. Als letztere starb und man an die Aufnahme des Verlassenschafts=Inventars schritt, wurde durch Zufall eine in einen Unterrock eingenähte größere Summe Geldes aufgefunden. Die daraufhin vorgenommene genaue Untersuchung der Garderobe führte zu dem überraschenden Ergebnisse, daß die alte Frau nicht weniger als 1,140,000 Lei in verschiedene Kleidungsstücke, namentlich in Unterröcke, eingenäht hatte, was mit einem von der Verstorbenen hinterlassenen Depot von einer halben Million das nette Baarvermögen von 1,640,000 Lei ergab. Aus Anlaß der Haus= und Gewandurchsuchung wurde auch eine Menge Haushaltungsbücher aufgefunden, in welche die Dame alle Tages=Ausgaben bis auf 5 Centimes herab, eingetragen hatte. Eines dieser Notizbücher führte die sehr bezeichnende Ausschrift:„Preceß mit meiner gottverfluchten Tochter, der giftigen Schlange“ und enthält alle in diesem Proceß gemachten Ausgaben. Aus demselben ist ersichtlich, daß Madame Balsch mehr als 30,000 Franes ausgegeben hatte, um nur ihrer kranken Tochter nicht die um Lebensunterhalte dringendst nöthige Unterstützung zukommen lassen zu müssen. Die Tochter hat eine Zeit lang in Köln gelebt. i vorigen Jahre erschien noch eine auf den Proceß bezügliche Flugschrift. Der Felosturz in Airolo. Die Angaben, wie viel Felsmasse bei Airolo in der Nacht auf den 28. December heruntergestürzt sei, schwanken zwischen 400,000 und 700,000 Cubikmeter. Die N. Jürch. Ztg. bemerkt dazu:„400,000 Cubikmeter, die gefallen sind. Was ist das gegen andere Bergstürze? Die abgebrochenen Felsen von Elm wurden auf 11,000,000, die von Goldau auf 25,000,000, die von Brienz im Bündnerland vom Sturz im Jahre 1749 auf 50,000,000 Cubikmeter geschätzt und ein ähnlicher großer Felssturz, wie die genannten, bereitet sich im Berner Oberland im Gebiete des Lammbaches vor, dessen engerer Schlammherd glücklich hat eingedämmt werden können, während sich höher eine Gebirgsmasse mit einem Längsriß von 150 Meter in langsamer Senkung von etwa zehn Metern im Jahre befindet und nach Jahren, Jahrzehnten vielleicht erst nach einen Menschenleben zu Fall kommen wird.“ Auch das Dorf Campo im Vale Maggia(Canton Tessin) steht auf einem Felsenstock, der sich jährlich an drei Meter zu Thal bewegt. Beim Sasso Rosso wird nach dem jetzigen Urtheil der Sachverständigen der Berg nicht eher zur Ruhe kommen, als bis im ganzen eine Million Cubilmeter niedergestürzt sein wird, und zwar von jetzt an in kleinen Theilabstürzen von 100.000 Cubikmetern. Kommi alles auf ein Mal herab, dann soll Airolo und der Eingang des Gotthard=Tunnels verloren sein. Man spricht davon, Airolo weiter im Westen neu aufzubanen, aber die Bewohner wollen die alte Scholle nicht verlassen. Der Gedanke der Abwehr, heißt es in dem genannten Blatte, hat einen groß ausgedachten Sicherungsdienst in's Leben gerufen, der unter der Leitung des Majors Hadorn vom Gotthard steht und mit Festungstruppen militärisch ausgeführt wird. Die Abbruchstelle soll am Tag wie in der Nacht, in dieser mit elektrischen Scheinwerfern, bewacht und uutersucht werden. Auf jede Gefahrdrohung gehen von den nächsten Forts Kanonenschüsse los, und die Glocken in Airolo beginnen zu läuten. Fluchtziele sind den Einwohnern angegeben. Es heißt dann weiter:„Jeder weitern Gefahr soll, wenn möglich, durch Sprengungen mit Dynamit=Minen, die in die Spalten des Gebirges versenkt werden und eine Loslösung der sturzbereiten Felsen in verhältnißmäßig kleinen Massen herbeiführen, vorgebeugt werden. Als Leiter dieser Unternehmung, die schon in den nächsten Tagen beginnt, ist Ingenieur Dornfeld von der Gotthardbahn in Aussicht genommen, der deswegen für die Arbeit, die viel Umsicht erfordert, als der Berufenste erscheint, weil er der Chef jener etwa 20 Mann starken Colonne von Gotthardarbeitern ist, die jahraus jahrein das Gebirge über der Bahn von Erstfeld bis Chiasso auf Lockerungen untersuchen und die für die Sicherheit des Verkehrs nöthigen Absprengungen in einer Weise besorgen, daß die Bahn durch Fetsstürze nie Unterbrechungen des Zugdienstes erleidet. Für die Kosten der Sicherheitswache in Airolo und die Sprengarbeiten sollen Bund, Cauton, Gemeinde und wohl auch die Gotthardbahn gemeinsam aufkommen. Die vorgeschlagenen Maßregeln unterliegen noch der Genehmigung der höchsten Instanzen. Eile thut noth. Kein Gelehrter weiß, ob die Felseu, die noch stürzen müssen, morgen oder in 20 Jahren zum Abbruch kommen und es könnte sich ohne rasche Vorkehren ereignen, daß Dorf und Bahn in einem nicht vorgeahnten Augenblick in schwere Trübsal geriethen." Mit einem untersecischen Torpedovoot sind bei Sidney in den letzten Tagen in Gegenwart des commandirenden Admirals des englischen Geschwaders in australischen Gewässern, Contre=Admiral Pcarson, eine Reihe von Versuchen unternommen worden, deren Ergebnisse als äußerst befriedigend bezeichnet werden. Obwohl zu den Versuchen nur ein Modell zur Verfügung stand, dessen einzelne Bestandtheile nebenbei in verschiedenen Werkstätten hergestellt worden sind, wohl um so wenig Aufsehen wie möglich wachzurufen, soll doch nach der Frankf. Ztg. bereits zweifellos festgestellt worden sein, daß die neue Erfindung berufen ist, auf dem Gebiete des unterseeischen Torpedowesens eine vollständige Umwälzung hervorzubringen. Ueber die Construction des Bootes liegen begreiflicherweise nur ziemlich dürftige Angaben vor. Dennoch hat dasselbe die für Torpedos gebräuchliche Cigarrenform. Zur Fortbewegung des Fahrzeuges dient Elektricität, wobei der ziemlich genan mittschiffs angeordnete Motorapparat außer der gewöhnlichen Schiffsschraube eine Lösung 8: se e bhet inichald das Keadnuns) de. Boste, euserechse durch sie wird das Untertauchen bzw. Wiederemporkommen desselben bewirkt, während die andere Schraube nur der Forthewegung„. Zur Bedienung des Bootes soll ein Mann, der seinen Platz 1. Commandothurm erhält, genigen, bochrgzrthe gplatzs=uhen um den Dutzend Personen mit Leichtigkeit an Bord Platz finden, um den Aufenthalt unter Wasser im geschlossenen Schiffsinnern zu ermogbepesen. Diecontzractson dei. commerciell zu verwerthen. Räuber=Banden in Indien. OW Sangamner, 30.Nov.98.*) Vielleicht haben Ihre Leser schon vernommen, daß seit mehr als einem halben Jahre in ziemlich ausgedehnten Districten Indiens, mamentlich, der Bonbay=Presideney, zahlreiche RäuberBanden ihr Unwesen treiben. Dieselben gehören fast ausnahms, der Koli=Kaste an. Die Koli sind noch ziemlich uncivilisirt und berwohnen de Gebrosgegenbe guiser dagenr g. Tperge e Ahmednagar=Districte. In erster Linie haben sie es auf die hartherzigen Wucherer und Gläubiger abgesehen, die meistens der Marwa- auch der Liagayat=Kaste angehören. Dieselben schießen den dürftigen Dorfbewohnern kleinere Geldsummen zu unerhörtem Zinsfuße vor. 50—175 pCt. ist nichts Ungewöhnliches„Natürlich können die armen Leute auf die Dauer nicht ein Mal die Zinsen, geschweige die Capitalien bezahlen. Die hartherzigen Gläubiaer lassen eine Zeit lang die Zinsen anwachsen, bis sie ihres Opfers sicher sind; dann werden demselben all seine Ochsen und Kühe und Ziegen, seine Schmucksachen, zuletzt auch seine Felder abgenommen. Da die Schuldner sämmtlich ungebildet sind und weder lesen noch schreiben können, die besagten Gläubiger aber sämmtlich diese edele Kunst verstehen, ereignet es sich auch zuweilen, daß gleich von Anfang an die Zahlen in den Schuldscheinen gefälscht und vergrößert, in den Quittungen hingegen verkleinert werden. Auch kommt es vor, daß die Quittung zuweilen unter irgend einem Vorwande nicht ausgestellt wird so wird dann mancher arme Schuldner gezwungen, seine Schuld zwei bis drei Mal zu zahlen, und schließlich ist er noch nicht den Klauen seines Gläubigers entwischt. Selbstverständlich ist die Folge solcher himmelschreienden Ungerechtigkeiten eine tiefgreifende Verbitterung unter dem Volke gegen die Gläubiger und Wucherer. Die armen Leute wissen sich nicht bei Gericht zum Recht zu verhelfen, da sie die Art des Proceßführens nicht kennen, meist auch kein Geld mehr haben, die Unkosten für Advocaten usw. zu bestreiten. Daher greifen sie manchmal in ihrem Zorn zur Selbsthülfe, indem sie solche Wucherer in einer Hinterhalt locken und sie ermorden. Solche vereinzelte Fälle kommen immer auf's neue vor. Seit einem halben Jahre jedoch hat diese Rachsucht weit bedenklichere Formen und ungeahnte Ausdehnung angenommen. Namentlich in den ovengenannten bergigen Districten bildeten sich formliche Räuberbanden mit guter Disciplin, zehn bis dreißig Mann stark mit einem resoluten, waghalsigen, geschickten Führer an der Spitze. Es läßt sich gar nicht berechnen, wie viel Unheil sie Wucherer in der Nacht, zuweilen auch am Tage. In dem Dorfe werden Wachen vertheilt, damit niemand die Polizei zu Hülfe rufen könne. Auch werden die Dorfbewohner beruhigt: Euch wird kein Haar gekrümmt, wenn ihr euch ruhig in enern Häusern verhaltet. Wir haben es bloß mit den Wucherern zu hun" Die Häuser der letztern werden dann regelrecht geplündert; alle Schuldscheine, Pfandbriefe, Werthpapiere werden auf der Straße feierlich verbrannt. Zuweilen, doch seltener, werden die Häuser angezündet. Den Wucherern wird zu guter letzt die Nase abgeschnitten. Wehrt sich jemand, dann wird vor Ermordung desselben nicht zurückgeschreckt. Das Nase=Abschneider### eine Hauptsache bei all diesen Raubunternehmen. Zuweilen ruft der Räuberhauptmann vor Abzug seiner Bande die Dorfbewohner zusammen und gebietet ihnen, seinen Mannen nun nach gethaner Arbeit ein gutes Gastmahl zu bereiten, was natürlich auch geschieht. Zuweilen kommt es vor, daß das ganze Dorf, wenn es den Unwillen der Räuber auf sich gezogen hatte, auch noch eine gute Strafsumme erlegen muß. Doch sind diese Fälle Die Regierung hat nun überall die Polizei bedeutend vermehrt und in den unruhigen Bezirken auch Militär untergebracht. Mehrere Räuberbanden sind bereits eingefangen; die Hauptverbrecher, denen Mord nachgewiesen werden konnte, wurden zum Tode verurtheilt, andere sind lebenslänglich deportirt oder zu einer langen Reihe von Jahren zu Zwangsarbeit verurtheilt. Aber trotzdem setzt eine Reihe von solchen Räuberbanden noch ihr Unwesen fort, und voraussichtlich wird es noch lange so andauern, da wegen der hohen Berge(5000—8000 Fuß hoch) die Polizei wie das Militär den Räubern nicht leicht nachstellen kann, diese aber alle Schlupfwinkel und Bergpfade genau kennen. Ich will Ihnen an einem einzelnen Falle zeigen, wie solch ein Raubzug stattfindet. Derselbe ereignete sich im October unweit von hier, in Udepur, einem Dorfe 25 englische Meilen von Sangamner. Ein Wucherer aus der Lingayat=Kaste, wohnhaft in Junnar, einer Stadt sieben Meilen von Udepur, hatte auf die bekannte Weise viele Bewohner von Udepur vollständig an den Bettelstab gebracht. Bei seinem Tode vermachte er das noch rückständige Geld seinen Verwandten in Junnar. Diese nun gingen zusammen nach lldepur, um das Geld von den Schuldnern *) Abdruck ist nicht gestattet. Gesetz v. 11. Juni 1870,§§. Name und Wohnung(recht deutlich und genau) Kölner Loral-Anzeiger##.#. bounen in den Hoise Aurcd. her. beisenesehz, Ibeshaeh eien Kusaden mit großen Getreide=Voratzsaunnern, Au der andern Seite der Straße hatte er ein großes Wohnhaus. Die genannten Wucherer waren aus Junnar am Freitag den 14. October in Udepur eingetroffen. Während des Tages gelang es ihnen, eine Masse Geldes einzutreiben. Am folgenden Tage, Samstag, setzten sie ihr sauberes Handwerk fort. Nach den Stravazen des Tages gönnten sie sich ein gutes Abendessen im Hause des Rakhmaji Sambhafi; darauf begab sich die hühsche Brüderschaft zur geselligen Unterhaltung auf das nach Landes itte flache Dach des früher beschriebenen Kausladens. Alse waren in fröhlichster Laune ob der gut gemachten Geschäfte, als gegen 8 Uh ein reich gekleideter Mann zu ihnen heraufkam, der ihnen gestrengen Befehl gab, sofort herabzusteigen. Die Wucherer dachter anfänglich, sie hätten es mit einem Spaßvogel zu thun, und antwvorteten shm, er solle sich nur bei ihnen niederlassen und seine Witze zum besten geben. Darauf wurde der Eindringl sehr erbost und zog ein Schwert, das er bis jetzt in seinen Gewändern verborgen hatte. Da wußten nun die Wucherer, mit wem sie es zu thun hatten, und was ihrer harre. Niemand anders als Bala Pecha, der, berühnte Rauverne=gesggegn vor ihnen, der keinen Spaß vertrug. Dieser Bala Pecha yar die merkwürdige Sitte: so oft er einen Ueberfall ausführt, kleidet er sich in die prachtvollsten Gewänder, behäugt Hal und Arme mit Goldketten und Goldringen. Ist der Raubanfall beendigt, dann legt er all' seine Pracht und Herrlichkeit av und erscheint wie ein armer Eingeborener in dürftige Lumpen gehüllt. In der heillosesten Furcht sprangen die Wucherer auf dem flachen Dache hin und her, vergebens nach einem Ausgange suchend. Bala Pecha gab ein Signal, und ein zweiter Räuber erschien auf dem Dache mit der Meldung, daß unten im Hause alles bereit gehalten sei: wenn die edeln Herren nicht baldigst herabkämen, werde das ganze Haus in Flammen aufgehen. Da war nichts mehr zu thun, als zu gehorchen. Die ganze Schaar stieg einer nach dem andern vom Dache hinnuter. Dann wurde ihnen befohlen, auf die Straße zu kommen, wo eine Reihe von zwölf gut bewaffneten Räubern sie erwartete. Andere Räuber durchschritten die Straßen des Dorfes, laut ausrufeno, daß wer immer sich ruhia m seinem utuye dag Plgzuhugg g fürchten habe. Wieder andere drangen in das Wohnhaus de Rakhmaji Sambhaji ein und brachten alle Bewohner desselben auf die Straße heraus, wo sie zu den andern Wucherern in Reih 1399. Schachaufgabe. Schwarz. de 1 ab de Weiß zieht an und setzt mit dem vierten Zuge matt. 8. Preis=Rösselsprung. (+7) ne er lie trü ber son be und Glied zu stehen kamen. Zufälliger Weise waren gerade zwei Brahmane; auf Besuch in Rathmaji's Hause; auch nie wurden aleich den übrigen gefangen. Den einen derselben, Trimback Kulkarni, fragte nun Bala Pecha, welcher in der Versammlung Rathnagst el. Der Brohnine sagte, Nathnasi sei. Tags gugr Geschäfte halber in ein anderes Dorf abgereist. Darauf drohte Bala Pecha, der ganzen Gesellschaft die Nasen wenn ihm nicht gesagt werde, wer Rakhmaji sei. Darauf zeigte einer der Woch., aus Augk auf ben Meaut,gofgehe, Sche manen zunächst stand, und sagte:„Dies ist Rakhmaji.“ Zur Strafe für seine Lüge ward der Brahmane ergriffen und zu Boden geworfen; auf jeden Arm stellte sich einer der Räuber, während ein anderer ihm die Rase abschnitt. Darauf wurde Rakhmasi in ähnlicher Weise ergriffen, und es wurde ihm kund gethau, daß ein ähnliches Loos seiner harre, falls er nicht die Verstecke seiner Goldgeschmeide und seines Geldes angebe. In seiner Ang Rakhmaji ein Versteck an. Man fand ziemuch viel kostbare Schmucksachen. Aber die Räuber waren damit nicht zufrieden und drangen in Rakhmaji, auch die andern Verstecke anzugeben. Als er sich weigerte, wurde auch ihm die Nase abgeschniten. Dann wurden beide Söhne Rakhmaji's ergriffen und aufgefor dert die Verstecke des Geldes ihres Vaters anzugeben; wenn sie sich weigerten, harre ihrer ein ähnliches Schicksal. Der ältere Sohn gab die übrigen Verstecke an. Eine große Summe Geldes wurde gefunden und die Räuber waren über den Fund so zufriedengestellt, daß Bala Pecha befahl, den beiden Knaben ihre Nasen zu lassen. Um diese Zeit hatten einige der Gefangenen zu entfliehen gesucht. Einer entkam; ein zweiter wurde aber eingefangen, und zur Warnung für die andern wurde ihm die Nase in ganz brutaler Weise tief hinein abgeschnitten oder besser ausgeschnitten. Darauf befahl Bala Pecha sämmtlichen Gefangenen, ihr Geld und ihre Schmuckgegenstände abzuliefern. Diese gehorchten. Aber Bala Pecha erklärte, die Beute sei kaum der Mühe werth, und im Nu bluteten sechszehn Nasen auf der Erde. Zum Schlusse wurde auf der Straße ein großes Feuer angezündet, in welchem alle Pfandbriefe, Schuldscheine, Geschäftsbicher und sonstigen Werthpapiere des Wucherers verbrannt wurden. Die ganze Greuelthat hatte die Räuber zwei Stunden in dem Dorfe beschäftigt. Darauf zogen sie men ab. Einige Ausrufer mußten noch ein Mal die Straßen auf und ab verkünden, es solle sich niemand unterstehen, der Bande nachzuspüren, um zu sehen, wohin sie gehe. (Nachdruck und Nachbildung aller Theile untersagt.) Die Lieb' umfaßt des Weibes volles Leben, Sie ist ihr Kerker und ihr Himmelrech, Die sich in Demuth liebend hingegeben, Sie dient und herrscht zugleich. Das übelste von allen Dingen, Womit der Mensch den Menschen plagt. Ist das, ein Glück ihm aufzuzoingen. Was seiner Neigung nicht behagt. Das Wort ist ein Hauch, Doch kann man es wägen; Der Hauch wird zum Wort. Erst, wenn wir ihn prägen, Und wie das geschieht. Bringt's Fluch oder Segen! — Kralle— Wand— Nessel— Mars— Rinder— Trio— Reif. derart, daß die stebentleibenden Bachsaben im Zusammenhang ein be9. Wortspiel. Ach, in der Fremde will mir's nicht behagen, Kann ich nicht mehr des Städichens Kirchthum sehn, Hör' ich die alte Thurmutr nicht mehr schlagen, Dann ist's, das fühl ich wohl, um mich gescheh'n. Ich finde schlimme Menschen, wo ich wandre, Und nun trifft gar mich solch' ein Räthselmann. Nimmt mir den nopf, gibt mir dafür drei andre. ganz verändert seh' ich jetzt mich an. Erst schau' gen Himmel ich mit frommen Sinnen, Die Lieben schließ in mein Gebet ich ein. Dann mißt man mit mir Wege, Band und Linnen. Zum Schluß kann mich der arg Erschreckte schrein! 10. Gleichung. nützliches Hausthier; b altbiblischer Name; e Ort für Spaziergänger; Ach, unentbehrliches Muse. e vorstehenden Preis=Rösselsprung wird als Preis fünf Mal Band 27 von Bachem's Novellen=Sammlung (enthaltend: Schicksalswechsel. Novelle von A. v. Wegere (Ernst Norden). Gräfin Eva. Novelle von E. K. Lenze) gesetzt. Lösungen sind auf den untenstehenden Abschnitt zu schreiben und bis nächsten Mittwoch an die Geschäftsstelle des Kölner Local=Anzeiger, Marzellenstraße Nr. 20 einzusenden, wo die Preise unter den Einsendern der richtigen Lösungen verloost werden. Man bezeichne den Brief=Umschlag äußerlich oben links mit dem Worte„Lösung". Die Namen der Gewinner werden in den folgenden Nummern mitgetheilt. (Die Auflösungen folgen nächsten Sonntag.) Auflösungen der vorigen Sonntags-Zeilage. 1. Scat=Aufgabe. Kartenvertheilung: V. eß. b10, K. D, 8, 7; cD, 9. 8, 7. B; aK, D, 9, 8, 7; 010. K. 9, 7. bB; aA, 10; bA; eA, 10; dA, D. 8. b9, cK. bK. dB, bA(—17). 2. M. dK, dA. eB(—17). c7. a7, CA. I bleibt nun am Stich, bis: 9. H. d8, b10, 49(—10). 10 M. 410, au,-D Hiermit haben die Gegner gerade 60 erreicht. 2. Neujahrs=Rösselsprung. Ist dir aut im alten Jahr Manch ein Wunich nicht eingetroffen, In dem neuen immerdar. Blühe dir doch neues Hoffen. 3. Zahlen=Räthsel. S L S A a TaA R ve S t e 1 t e 1 t e 8 t 1 1 4. Anggramm. Breslau, Reblaus. 5. Preis=Bilder=Räthsel. Cadettenanstalt. Verlag und Druck von J. O. Bachem. M. H. a, Skat: V. V. H. V 2 S e L a