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Oktober, Morgens 9 Uhr, in St. Jacob feierliche Bruderschafts=Exequien für das verstorbene Mitglied Herrn Wähler=Versammlung der Centrumspartei. 2. Köln, 25.Oct.98. Die Wahlbewegung ist jetzt auf der Höhe. Auf der ganzen Linie der Centrumswähler scheint die Wichtigkeit der diesjährigen Landtagswahl voll erkannt und daraus die naheliegende Mahnung gezogen zu sein, alles aufzubieten, trotz den zu Ungunsten des Centrums verschobenen Verhältnissen und trotz den krampfhaften Anstrengungen der vereinigten Gegner den Sieg zu erringen. Zu der auf gestern einberufenen Centrums=Versammlung war der große Saal des Annohauses voll besetzt. Sehr zahlreich waren alle Stände vertreten, resonders auch die Geistlichkeit. Herr Gorissen eröffnete die Versammlung. Er skizzirte turz die der Centrums=Fraction des Preußischen Abgeordnetenhauses harrenden Aufgaben und stellte fest, daß die Schlaffheit, welche sich untrüglich in unserm Lager zeigte, jetzt gewichen und der Energie und dem Kampfesmuthe Platz gemacht habe. Herr Rechtsanwalt Karl Trimborn, mit Beifall begrüßt, constatirte ebenfalls den wachsenden Eifer in den Reihen der CentrumsAnhänger, welcher allerdings nöthig war gegenüber dem Anspannen aller Kräfte auf Seiten unserer Gegner. Der glänzende Verlauf, den die gestern in Deutz und in Ehrenfeld abgehaltenen Versammlungen nahmen, diese imposante Versammlung im Annohause seien geeignet, auf's neue unsere Hoffnung zu beleben. Also nur Muth und vorwärts mir aller Energie! Dem von Hrn. Fuchs bereits vorgetragenen Rechenschaftsberichte über die verflossene Legislatur=Periode wolle er einige Ergänzungen hinzufügen und diejenigen Vorlagen betrachten, welche in den zwei Jahren den Landtag beschäftigten, in denen er das Mandat für Köln hatte. Die wichtigste Vorlage, welche die größte Aufregung in die Volkskreise trug, war die VereinsgesetzNovelle. Dieselbe war geeignet, das Vereins= und VersammlungsRecht aller Parteien illusorisch zu machen. Nicht eine Viertelsecunde war das Centrum darüber im Zweifel, daß einer solchen Vorlage gegenüber nur ein entschiedenes und entrüstetes Nein am Platze war. Allerdings haben sich auch die National=Liberalen diesem Nein angeschlossen; hätten sie es nicht gethan, dann wäre es sowohl in den westlichen, als auch in den östlichen Provinzen mit ihnen aus gewesen. Auffallend ist es, daß die Liberalen in diesem Falle, wo es sich doch um eine Existenzfrage für sie handelte, erst nach langem Hin= und Herschwanken zu einem Nein gekommen sind. Hier zeigt es sich, daß die entschiedenen Forderungen der freiheitlichen Bestrebungen nur vom Centrum mit Entschiedenheit vertheidigt werden. Als der erwählte Reichstags=Abgeordnete für Köln will ich hier hinzufügen, daß wir auch im Reichstage an der Coalitionsfreiheit der Arbeiter nicht rütteln lassen werden.(Bravo.) Die VereinsgesetzNovelle hat gezeigt, welch' reactionärer Wind noch in Preußen weht; eine ernste Mahnung, nur für eine solche Partei die Stimme abzugeben, welche in jeder Beziehung zuverlässig und erprobt ist. Eine weitere Vorlage betraf den sogenannten AssessorenParagraph, welcher es der Willkür des Justizministers anheimgeben wollte, die Candidaten des Richterthums auszusuchen. Wäre dieser Entwurf Gesetz geworden, dann würden weite Volksschichten in die Gefahr gekommen sein, vom Richterthume ausgeschlossen zu werden. Im wesentlichen sociale Gründe waren es, welche das Centrum zu einem entschieden ablehnenden Standpunkte bewogen. Auch hier fand das Centrum die Hülfe der Liberalen. Hätten die Liberalen sich nicht ablehnend verhalten, dann würden sie im Mittelstande, wo sie jetzt schon nicht mehr viele Anhänger haben, jeden Boden verloren haben. Die dritte wichtige Vorlage war das Lehrerbesoldungsgesetz. Mit Freuden hat das Centrum dahin gestrebt, daß der alte berechtigte Wunsch des Lehrerstandes auf materielle Besserung erfüllt werde, und war bemüht, möglichst viel für die Lehrer zu erreichen. Daß durch dieses Gesetz eine erhebliche Mehrbelastung für die größern Städte herbeigeführt würde, ließ sich trotz allen Bemühens nicht abwenden.„ W e Dieser Punkt führt zu einer andern Vorlage, welche ebenfalls im Landtage zur Verhandlung kam: die Erhöhung der Beamtengehälter. Die Regierung schlug die Erhöhung der Gehälter der höhern und mittlern Beamten vor. Damit war das Centrum aber nicht einverstanden, es war der Ansicht, daß zunächst die Unter beamten mehr berücksichtigt werden müßten. Leider war das nicht durchzusetzen; alles, was das Centrum erzielte, war, daß die Regierung sich bereit erklärte, nachzuforschen, ob die eine oder andere Beamten=Kategorie einer Gehalts=Aufbesserung bedürfe. Die Regierung ist der Ansicht, daß die Unterbeamten im Jahre 1890 genügend berücksichtigt seien, und will das Vorhaudensein eines allgemeinen Bedürfnisses zur Gehalts=Aufbesserung nicht anerkennen. Persönlich ist Redner besonders für Besserstellung der Gerichts=Unterbeamten eingetreten, deren Bedürftigkeit ihm näher bekannt war. Das Centrum werde nicht aufhören in dem Bestreben, für die Unterbeamten eine Gehalts=Aufbesserung durchzusetzen.(Bravo!) Für die Unterbeamten der größern Städte ist vielleicht Aussicht vorhanden, durch Erhöhung der Wohnungs=Geldzuschüsse eine Besserstellung zu erreichen. Die Wohnungs=Geldzuschüsse richten sich bekanntlich nach der Höhe der für militärische Dienste gewährten Entschädigungen und wichtig ist es da, in welche Servisklasse eine Stadt gesetzt wird. Der Reichstag, zu dessen Competenz die Fesisetzung der Servisklassen gehört, hat es zwar abgelehnt, Köln in die Klasse A zu versetzen; er hat sich aber dahin ausgesprochen, daß mit dem Princip, die Wohnungsgeldzuschüsse nach den militärischen Entschädigungen zu regeln, zu brechen ist und Preußen hat seine Geneigtheit erklärt, die Frage der Woh nungsgeldzuschüsse selbständig zu regeln. Die Möglichkeit ist also vor handen, daß auf diese Weise die Unterbeamten eine Erhöhung ihrer Bezüge erhalten, welche den herrschenden Theuerungsverhältnissen entpricht. Und davon hat auch die ganze Bürgerschaft Nutzen. Soeifrig wie für den Arbeiter= und den Mittelstand, so eifrig tritt das Centrum auch ein für unsern treuen Beamtenstand.(Bravo!) Die Wichtigkeit der bevorstehenden Wahl für die Cen trums=Politik darlegend, verwies Redner auf das große Ziel, welches dem Centrum vorschwebt: die völlige Freiheit und die völlige Gleichberechtigung der katholischen Kirche wieder zum verfassungsmäßigen Ausdruck zu bringen. Das Centrum im Reichstage und im Landtage ist sich einig in der Forderung: die alten Paragraphen der Verfassung, welche die Freiheit und die Gleichberechtigung der katholischen Kirche gewährleisteten, müssen wieder hergestellt werden.(Bravo!) Dieses Ziel zu erringen, bedarf es eines starken Centrums. So lange diejenigen, die da reden, als ob niemals die Freiheit der katholischen Kirche mehr angetastet werden würde, sich nicht zu der That aufschwingen, die alten Verfassungs=Paragraphen an ihre frühere Stell zu setzen, so lange trauen wir dem Frieden nicht!(Bravo! Wir alle stehen auf dem Boden der guten alten christlichen preu ßischen Volksschule und sind der Ueberzeugung, daß die Schule nicht nur unterrichten, sondern in erster Linie erziehen muß. Die Ziele der christlichen Volksschule fand ich in schöner Weise zum Ausdruck gebracht in einem Spruche, der ein Schulhaus in der Eifel ziert: Der Gemeinde Schul= und Zuchthaus Darin die liebe Jugend Die Zucht lernt und die Tugend. Wenn wir die Jugend durch die Volksschule erziehen wollen, dann müssen wir letztere auf eine religiöse Grundlage stellen, wir müssen halten auf eine Religion, die praktisch geübt und bethätigt wird, wir müssen ihr die confessionelle Unterlage geben.(Bravo!) Diejenige Partei ist die beste und die zuverlässigste, welche nach dieser Richtung hin Garantieen gibt. Keine Partei hat den religiösen Charakter der Volksschule tiefer erfaßt, als das Centrum, und auch die evangelischen Mitbürger müßten es ihm Dank wissrn, daß es die religiöse Grundlage des Unterrichts in den Zeiten des Culturkampfes, in denen das Simultanwesen überhand zu nehmen drohte, so energisch vertreten hat.(Sehr richtig!) Wenn die Liberalen in irgend einem Punkte unzuverlässig sind, dann sind sie es in diesem. In weiten Kreisen der National=Liberalen und der Freisinnigen schwärmt man noch heute für Simulianschulen, welche der praktisch confessionellen Grundlage entbehren und möchte sie lieber heute als morgen zurückrufen. Wir müssen mit der Thatsache rechnen, daß vielleicht in der nächsten Legislaturperivde ein neues Volksschulgesetz dem Landtage vorgelegt werden wird. Wer die confessionelle Grundlage der Volksschule sicher stellen will, der darf keinem andern Candidaten die Stimme geben, als demjenigen, der auf dem Boden des Centrums steht. Noch ein Punkt ist zu erwägen. Im Reichstage nimmt das Centrum eine ausschlaggebende Stellung ein und benutzt diese neben der Förderung der Volks-Interessen zur Abwehr reactionärer Maßnahmen. Das ist manchem unangenehm und deshalb wird gern der Versuch gemacht, den Landtag gegen den Reichstag auszuspielen. Je stärker das Centrum im Landtage ist, um so kräftiger wird solchen Versuchen entgegengetreten werden können. Wir dürfen deshalb die Stellung des Centrums im Landtage nicht schwächen lassen, wir müssen vielmehr alles thun, sie zu stärken. Segensreich hat das Centrum gewirkt. Wohin wären wir gekommen mit der kirchlichen Freiheit, wenn das Centrum nicht auf der Wacht gestanden hätte, wenn durch das Centrum nicht ein Schutzwall um die katholische Kirche aufgeworfen worden wäre? Sollen wir uns jetzt schwächen lassen; ist es Brauch, daß eine Kerntruppe mitten im Siegeslauf ihre Fahne einwickelt und das Feld den Gegnern überläßt? In alter Stärke müssen wir wiederkehren. Wir dürfen auch nicht auseinandergehen im Interesse des Vaterlandes. Die größte Gefahr, welche dem Vaterlande droht, ist die sociale Gefahr, und da ist nicht zu leugnen, daß der katholische Volkstheil um die Eindämmung dieser Gefahr das größte Verdienst hat. Auch der ein sichtige Liberale wird das nicht bestreiten wollen. Dieses Verdienst Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute Abend 112 Uhr unsern innigstgeliebten Gatten, Vater, Schwiegervater, Bruder, Onkel und Großvater, Hrn. Joh. Friedr. Sturm, nach langen, schmerzhaften Leiden, versehen mit den heil. Sterbesacramenten, im Alter von 73 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hiuterbliebenen. Bonn, den 23. October 1898. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch den 26. October, Nachmittags 3 Uhr, vom Marien=Hospital aus. Die Exequien werden gehalten am Mittwoch den 26. October, Morgens 9 Uhr. in St. Cunibert. Heute Nacht starb in Gott dem Herrn der langjährige Präfekt d. Kevelaer’'schen Bruderschaft Joh. Friedr. Sturm. Wir betrauern und verlieren in dem Dahingeschiedenen einen lieben Freund und einen durch seine hervorragende Thätigkeit eifrigsten Förderer unserer Bruderschaft. Die Beerdigung ist Mittwoch den 26.., Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Marien=Hospital aus. Zu dieser, sowie zu der h. Messe am 31. October, ½ 9 Uhr in St. Cunibert, ladet die Mitglieder und Gönner der Bruderschaft höflichst ein Der Vorstand. hat der katholische Volkstheil, weil er zusammengeschaart ist in der Centrumspartei. Manch' einen Rückschlag würde es nach sich ziehen, wenn in Köln, das eine so große Bedeutung in der katholischen Welt hat, die Fahne des Centrums gesenkt werden müßte! Daß dieses nicht geschehen wird, dafür bürgt der Muth, die treue, opferfreudige Gesinnung, von der die Mitglieder der Kölner Centrumspartei beseelt sind. In diesem schönen Saale halten wir heute die erste Wählerversammlung ab: wir hoffen, daß wir bald hier die erste Siegesversammlung veranstalten werden.(Stürmischer Beifall.) Hr. Kaufmann Ed. Fuchs, ebenfalls freudig begrüßt, unterzieht die Leistungen der liberalen Redner auf der in der Lesegesellschaft abgehaltenen liberalen Hauptversammlung einer vernichtenden Kritik. Wenn Professor Moldenhauer dort behauptete, daß mit der Eroberung der Kölner Mandate durch die Liberalen die Erhaltung der wahren Freiheit, der wahren Wissenschaft und der wahren Cultur in Deutschland gesichert werde, dann sei dem entgegenzuhalten, daß Deutschland die wahre Freiheit, Wissenschaft und Cultur der katholischen Kirche verdanke. Trotz aller Ableugnungsversuche bleibe die Thatsache bestehen, daß die Liberalen gegen eine Verbesserung des Wahlrechtes waren. Die Triebfeder war, daß sie in der Conservirung dieses Wahlrechtes eine Lebens=Frage für sich erblickten. Alle Mittel seien den Liberalen recht, wenn sie sich nur die Position erhielten, welche ihnen nur das elende Wahlsystem gab. Die Behauptung, daß er die Besteuerung der Waarenhäuser als die Lösung der socialen Frage bezeichnet habe, sei barer Unsinn. Eine solche Unterschiebung sollte auch ein Gegner unterlassen. In der Besteuerung der Waarenhäuser habe er lediglich ein Mittel angegeben, der großcapitalistischen Entwickelung, welche alle Stände schädigt, hemmend entgegenzutreten. Bezeichnend sei es, daß sich Hr. Moldenhauer in der Beurtheilung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche auf den Standpunkt Friedberg's stellte. Dieser Standpunkt vertrete die Ansicht von der altheidnischen Staats=Omnipotenz. Diesem Standpunkte werden wir niemals Berechtigung zuerkennen. Wie die Kirche hier Grenzen ihrer Wirksamkeit hat, so auch der Staat. Dem Staate liegt die Förderung des materiellen Wohles seiner Unterthanen ob, die Kirche hat die Menschen auf ein ewiges Leben vorzubereiten. Herr Moldenhauer behauptet, daß die katholische Kirche sich frei entfalten kann, daß die kirchliche Freiheit nicht bedroht ist. Damit, daß wir noch die Kirche besuchen, Processionen abhalten können, ist die kirchliche Freiheit wahrlich nicht erschöpft. Eine Reihe von Beschränkungen der kirchlichen Freiheit hat noch Gesetzeskraft, und wenn ihre Anwendung nicht in schroffster Weise geschieht, so ist das nur dem starken Centrum zu danken, welches wir in Berlin haben. Herr Schnitzler sagte, daß er nicht zugeben werde, daß die Erziehung der Jugend dem Staate entzogen und der Kirche überantwortet werde. Der Staat kann nicht erziehen, ohne religiöse Unterlage ist eine Erziehung unmöglich, und der Staat ist doch confessionslos. Der Staat hat nicht das Recht, die Kinder zu erziehen, dieses Recht steht in erster Linie den Eltern zu. Wollen diese das Recht der Kirche übertragen, dann hat der Staat hiergegen kein Einspruchsrecht. Nach heidnischen Grundsätzen allerdings gehört das Kind dem Staate, nach christlichen aber der Familie und der Kirche. Diesen Grundsätzen wird das Centrum stets Geltung zu verschaffen suchen, und wenn Hr. Gottschalk die Hoffnung aussprach, daß am 27. October die liberale Weltanschauung in Köln zum Siege gelange, dann werden die Centrumswähler schon dafür sorgen, daß diese Hoffnung zu Schanden wird. (Lebhafter Beifall) Hr. Kaplan Oster. Keiner von uns wird zweifelhaft darüber sein, wem er seine Stimme zu geben hat; es kommt alles darauf an, daß wir auch wirklich unser Wahlrecht ausüben. Dieses zu thun, ist unsere heiligste Pflicht. Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen, wo noch so viel für uns zu thun ist. Die Liberalen möchten uns gern das Schlummerlied singen; aber ich denke, daß wir jetzt und nie mehr im politischen Leben schlafen werden.(Bravo.) Die Liberalen geberden sich, als hätten sie nie ein Wässerchen getrübt; sie waren es, welche die Einigkeit unter den Confessionen störten, inder sie durch ihre culturkämpferische Gesetzgebung die Confessionen geg einander hetzten; sie waren es auch, welche durch eine verfehlte wirthschaftliche Gesetzgebung Arbeitgeber und Arbeiter entzweiten. Ein (Fortsetzung siehe Seite 6. Kölner Local-Anzeiger Nr. 293 4 Dinstag, 25. October 1893. Auf zur Landtagswahl! Wahlmänner-Wahl zum Abgeordnetenhause. jrosse Wähler-Versammlung der Centrumspartei Donnerstag den 27. October, Vormittags 9 Uhr, in den Wahllocalen der einzelnen Bezirke. anläßlich der Wahlmänner=Wahl zum Abgeordnetenhause Diustag den 25. October, Abends 8½ Uhr, im großen Saale des Fränkischen Hofes. Hervorragende Redner haben ihr Erscheinen in dieser Versammlung I. Wen wählen wir? Wer keine Knebelung der bürgerlichen Freiheit vill, wer keine Beschränkung des Vereins- und Versammlungs-Rechtes will, wie es in der gescheiterten VereinsgesetzNovelle versucht worden war, der wähle für's Centrum. Dasselbe hat klar und entschieden jeden derartigen Versuch bekämpft. Wer auf den confessionellen Charakter der Volksschule Werth legt. also will, dass seine Kinder in confessionellen Schulen, d. h. katholische Kinder in katholischen und evangelische Kinder in evangelischen Schulen erzogen werden, der unterstütze das Centrum: denn es verlangt nachdrücklich ein die Confessionsschule sicherndes Volksschulgesetz, welches von den National-Liberalen scharf bekämpft und bisher verhindert worden ist. Wer die jeden Katholiken empörenden Ausnahme-BestimHlüngen gegen die katholischen Ordens-Genossenschaften, deren polizeiliche Behinderungen und Belästigungen endlich beseitigt wissen will, der gebe seine Stimme für's Centrum ab. Wer jenen unversöhnlichen und unduldsamen Culturkampfs gelst, der die unheilvollen Wirren der siebenziger Jahre über uns gebracht hat und immer noch nicht erloschen ist, als eine Gefahr für die religiöse Freiheit und das Gemeinwohl ansicht, der wähle keinen National-Liberalen: denn der National-Liberalismus war der Vater des Culturkampfes. Wer die verfassungsmässig gewährleistete, aber thatsächlich nicht geübte Paritat. d. h. die Gleichberechtigung der Confessionen im Staatsleben vill, der unterstütze das Centrum, welches die Parität nachdrücklichst erstrebt. Wer eine Aenderung des ungerechten Dreiklassen-WahlSystems in Staat und Gemeinde verlangt, wer nicht will, dass eln reicher Mann so viel Wahlrecht ausübt wie Hünderte oft viel gebildeterer und kenntnissreicherer, aber weniger vermögender Leute, der unterstütze das Centrum in der Bekämpfung dieses„Widersinnigsten und elendesten aller Wahlsysteme“, wie Fürst Bismarck es genannt hat. Wer eine gerechte Vertheilung der Gemeindesteuern erstreben und die schwere Benachtheiligung des Realbesitzes beseitigen helfen will, der unterstütze das Centrum, welches bereits durch positive Anträge seinen guten Willen bekundet hat. zugesagt. Die liberale Partei macht außergewöhnlich große Anstrengungen zur Eroberung des Kölner Wahlkreises. Angesichts dessen dürfen wir wohl von unsern Parteigenossen die regste Theilnahme an der Wahlbewegung erwarten und bitten deshalb dringend um zahlreiches Erscheinen. Wähler zum Abgeordnetenhause ist jeder, der das 24. Lebensjahr vollendet hat, im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte ist, keine Armen=Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bezieht, seit 6 Monaten in Köln wohnt und in der officiellen Urwählerliste steht. Nicht nothwendig zum Wählen ist, daß man Steuern zahlt. Jeder selbständige Preusse, welcher das 24. Lebensjahr vorlendet. im Besitze der bürgerlichen Ehren rechte ist, aus öffentlichen Mitteln keine Armenunterstützung geniesst, und II. Wer ist wahlberechtigt? Jeder selbständige Preusse, welcher das 24. rechte ist, aus öffentlichen Mitteln keine Arn III. Wo wählen wir? IV. Wann wählen wir? V. In dem Wahllocale desjenigen Wahlbezirkes, in welchem man seit 6 Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat und in dem man in der Wählerliste steht. Der Wahlact findet statt Donnerstag den 27. October, Morgens 9 Uhr, und zwar wählen zuers die Wähler der dritten Klasse, darauf die Wähler der zweiten, und zuletzt die Wähler der ersten Klasse. Wie wählen wir? 1. Man erscheint pünktlich um 9 Uhr im Wahllocale. 2. Beim Aufrufe seines Namens tritt man an den Wahltisch und nennt die Centrumswahl manner der betreffenden Klasse, genau wie der Centrumswahlzettel es angibt. 3. Man verbleibe im Wahllocate so lange, bis die Wahlhandlung von allen Wählern der betreffenden Klasse vollzogen ist, da eine Stichwahl stattfinden muss, sobald sich bei der ersten Abstimmung keine absolute Stimmenmehrheit ergibt. VI. welchen Mitteln sichern wir einen guten Ausfall der Wahl? 1. Man wirke persönlich auf Freunde und Bekannte Wahlklasse angehörige— ein, damit sie zur Wahl erscheinen. 2. Säumige Wähler hole man zur Wahl ab. namentlich der ersten und zweiten Wähler der Centrumspartei! Unsere Gegner sind bei der diesmaligen Landtagswahl ungewöhnlich rührig und eifrig bestrebt, dem Centrum den Wahlkreis Köln zu entreissen, und hierin sind sie durch die neue Wahlkreis-Eintheilun sehr begünstigt. Wer nicht dringend verhindert ist, hat daher die politische Pflicht, rechtzeitig um 9 Uhr in seinem Wahllocale zu erscheinen. Wir bitten dringend, sich dieser Pflicht nicht zu entziehen: denn es wird in vielen Wahlbezirken auf eine Stimme ankommen. Das Wahl-Comité der Kölner Centrumspartei Das Wahl=Comité der Kölner Centrumspartei. Köln-Sülz Wähler-Versammlung der Centrumspartei, Dinstag den 25. October, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Herrn Breuer, anläßlich der Wahlmänner=Wahl zum Abgeorduetenhause (welche Donnerstag den 27. October, Vormittags 9 Uhr, stattfindet). Herr Abgeordneter Fuchs hat sein Erscheinen zugesagt. Die Wähler der Centrumspartei laden wir zu dieser Versammlung eben so dringend wie höflich ein. 2 9 S Wahlberechtigt zum Abgeordnetenhause ist jeder, der das 24. Lebensjahr vollendet hat, im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte ist, keine ArmenUnterstützung aus öffentlichen Mitteln bezieht, seit sechs Monaten an seinem Wohnsitze ist und in der officiellen Urwählerliste steht. Nicht nothwendig zum Wählen ist, daß man Steuern zahlt. Das Wahl-Comité. Kalk. Kalk. Centrumspartei. Mittwoch den 20. October, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Fr. Kramm: Große Versammlung zur Besprechung der bevorstehenden Landtagswahl. Herr Abgeordneter Th. Pingen und namhafte Redner haben zugesagt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Das Wahl-Comité. Eine erste leistungsfähige westfälische Fleischwaaren= sucht für ihren kürzlich verstorbenen Vertreter in Konn Off. u. einen andern gut eingeführten Herrn mit Ia. Referenzen. E 620 an die Geschäftsstelle d. Bl. Locales. Zwangs=Innung für Klempner, Installateure, Kupferschmiede, Pumpenmacher und Gürtler. Die Liste dieser Handwerker im Bezirke der Stadt Köln, welche an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangs=Junung für diese Gewerbe theilgenommen haben, liegt während zweier Wochen von heute ab im Zimmer 9 des Rathhauses an Werktagen von 9 bis 12 Uhr Morgens und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr zur Einsicht oder Erhebung etwaiger Einsprüche auf. Die Recruten der hiesigen Regimenter leisteten gestern Morgen den Fahneneid, und zwar die Katholiken in der Minoritenkirche, die Protestanten in St. Pantaleon.„„ Arbeiter=Beförderung. Vom 2. November d. J. bis Ende Februar n. J. wird an Werktagen von Köln(Hauptbahnhof) bis Horrem ein besonderer Arbeiterzug ai- Vor=Zug von Personenzug Nr. 26(.45 Abds. ab Köln Hauptbahnhof) eingelegt. Personenzug Nr. 26 darf daher für diese Zeit nur zur Arbeiter=Beförderung nach ee Rir gi eiter=Beförderung nach Buir und weitergelegenen Stationen benutzt werden. am Arbeiter=Wochenkarten. Für den Verkehr von Köln=Südbahnhof nach Köln=Hauptbahnhof sind Arbeiter=Wochenkarten für sechs aufeinanderfolgende Arbeitstage zu einer täglichen Hin= und Rückfahrt zum Preise von 60 Pfg. eingeführt worden. Für den Verkehr von Köln=Westbahnhof nach Liblar gelangen fernerhin Arbeiter=Wochenkarten für sechs aufeinanderfolgende Arbeitstage zur täglichen Hin= und Rückfahrt zum Preise von 2,30 M. zur Verausgabung.„„ 9 Irrsinniger. Am Sonntag=Abend mußte der Domschweizer einen Irrsinnigen aus der Kirche bringen. Derselbe schrie während des Gottesdienstes laut auf. * Kölner Stadt=Theater. Heute: Ab.=Vst. 55. Im weißen Rößl. Lustspiel in 5 Aufzügen von O. Blumenthal und G. Kadelburg. Anf. 7, Ende 9¼ Uhr.— Mittwoch, 26. Oct.: Ab.=Vst. 56. Die Jüdin von Toledo. reußische h Berlin, 24.Oct.98.(Eigener Drahtbericht der Köln. Volksztg.) Ziehung der 4. Kl. 199. preuß. Klassen=Lotterie.(Ohne Gewähr.) Vormittags. Ein Gewinn zu 30,000 M. fiel auf Nr. 127.260, drei Gewinne zu 15.000 M. auf Nr. 117 887 207,716, ein Gewinn zu 10,000 M. auf Nr. 80.219, ein Gewinn zu 5000 M. auf Nr. 51.020. Nachmittags. Zwei Gewinne zu 30.000 M. fielen auf Nr. 17,316 181.803, ein Gewinn zu 15,000 M. auf Nr. 185.121, ein Gen 100 cnn Süaf(Gominne au 0M auf ein Gewinn zu 15,000 M. auf Nr. 185.121, ein Gewinn zu 10,000 M. auf Nr. 190.809, fünf Gewinne zu 5000 M. auf Nr. 58,661 126,877 202,844 201.041 222.731. Im eingetrag I. 8 1 C II. 7 III. 0 S IV. V. a 11 8 versteige Aus blätter, weisung der Abt Da Mittags Kö De J. Ein Re. Bi Ga. Kölner Local-Anzeiger Nr. 293 4 Vinstag. 25. October 1893. Seite 5. ause immlung igen zur vohl von erwarten vollendet rstützung id in der artei. ler Uhr, er nhause ). gt. ammlung ebensjahr Armenin seinem ité. Uhr, henden zugesagt. ité. Kupferindwerker r die Erenommen ner 9 des ind Nachiger Ein1 Morgen kirche, die bis Ende thof) bis rsonenzug rsonenzug ung nach ln=Südkarten für Hin= und Für den fernerhin stage zur Verausmschweizer ährend des weißen G. Kadel.=Vst. 56. Volksztg.) sormittags. zu 15.000 Nr. 80.219, 16 181.803. 000 M. auf 77 202.844 Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Köln eingetragenen Grundstücke:.— Muarster an mi—.. I. Köln, Flur 43 Nr. 2402 227, Venloerstraße 37, Wohnhaus mit Anbau und Hofraum 2,45 Ar groß, Nutzungswerth 3600 Mark, eingetragener Eigenthümer Bauunternehmer Paul Getz zu Köln=Lindenthal, II. Köln, Flur 6 Nr. 741/270, In der Höhle 26, Wohnhaus mit Hofraum 79 Quadratmeter groß, Nutzungswerth 3000 Mark, eingetragener Eigenthümer Wilhelm Kalversiep, Kaufmann und Fabrikant zu Köln, III. Köln, Flur 38 a. Nr. 117/29 an der Worringerstraße, Garten groß 24,99 Ar mit 19,57 Thlr. Reinertrag, b. Nr. 283/29 daselbst, Garten groß 27,13 Ar mit 21,25 Thlr. Reinertrag, c. Nr. 165/29 Worringerstraße 22, Hofraum groß 3,66 Ar, worauf Wohnhaus(Villa) mit Garten, 3300 Mark Nutzungswerth, eingetragene Eigenthümer Kaufmann Josef SchmittPeffenhausen zu Köln und Genossen, IV. Köln, Flur 43 Nr. 2401/227, Venloerstraße 39, Wohnhaus mit Anbau und Hofraum 2,64 Ar groß mit 3600 Mark Nutzungswerth, eingetragener Eigenthümer Bauunternehmer Paul Getz zu Köln=Lindenthal, V. Köln, Flur 37 Nr. 974/111, Maybachstraße 136, Wohnhaus mit Anbau und Hofraum 2 Ar 13 Quadratmeter groß, Nutzungswerth 3000 Mark, eingetragene Eigenthümer Wittwe Bernhard Winter, Anna Gertrud geb. Boquoi zu Köln und Genossen, am 25. November 1898, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerian— an Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 85b zu Köln, Justizgebäude, westlicher Flügel, 1. Stock, versteigert werden. Auszüge aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschriften der Grundbuchblätter, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei der Abtheilung 30 eingesehen werden. 66 Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 2. December 1898. Mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Köln, 5. October 1898. Königliches Amtsgericht, Abtheilung 30. Unübertrefflich und die Zu haben in den meisten Colonialwaaren-, Droguen- und Seifen-Handlungen. Dr. Thompson's Seifenpulver DE THOMPSONS E ∆ — ∆ SEIFEN-PULVER ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Man achte genau auf d. 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Thönnissen, Trimborn, Wingen. Zilkens. Entschuldigt die Herren: Dünner, Gorissen. Herbig, Michels, Pilgram, Rautenstrauch, Schäfer, Schmalbein. van der Zypen. Die Versammlung ist mit der Ueberlassung des Gürzenichs an die Narrenzunft einverstanden; setzt mehrere Grundstücks=Entschädigungen fest; genehmigt einen Straßenbau=Vertrag betr. die Goltsteinstraße; die Einrich= tung des Stapelhauses im alten Freihafen für Wirthschafts= und Museumszwecke sowie die Vorlage betr. die unterhalb des Stapelhauses gelegenen beiden Baublöcke; findet gegen die Aenderung der Fluchtlinie unterhalb des Stapelhauses nichts einzuwenden; bewilligt die Mittel zu Instandsetzungsarbeiten in den Häusern Goldgasse 8 und lo. ferner die Mittel für den Umzug des Kunstgewerbe=Museums und für die Ausstattung der neuen Räume, für die Herstellung weiterer Ausgänge in der Volksgarten=Wirth= schaft, sowie einen Nachcredit für Neu= und Umbauten im Waisenhause; nimmt die Ersatzwahl für Liebmann in mehrern Commissionen vor und genehmigt den Ankauf eines Grundstückes an der Longericherstraße für den Fuhrpatt. Bekanntmachung. Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntniß, daß die Liste der Klempner. Installateure, Kupferschmiede, Pumpenmacher und Gürtler im Bezirke der Stadt Köln, welche an der Abstimmung über die Errichtung einer Zwangs=Innung für die genannten Handwerke Theil genommen haben, während zwei Wochen vom 25. d. M. ab im Zimmer 9 des Rathhauses werktäglich von—12 Vormittags und Nachmittags von—5 Uhr zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Betheiligten offen liegt. Nach Ablauf der Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Köln, den 21. October 1898. Der Commissar: * Sugg, Beigeordneter. per Pfd.=Büchse K..—. H. G. Gerdes, um nichtsahnende Mütter darüber aufzuklären, daß es nicht immer wirklich„Quüker Oats“ ist, das sie von Händlern empfangen und ihren lieben Kleinen vorsetzen, denn nur zu oft kommt es vor, daß gewissenlose Verkäufer ein anderes, minderwerthiges Fabrikat als ebensognt wie „Quäker Oats“ bezeichnen und verlaufen. Verlangen Sie stets und ausdrücklich „Quäker Oats“, echt in gelben Packeten mit der Quäler=Schutzmarke. : Nur dann bekommen Sie sicher die deste Haferspeise der Welt. (n 90) Blav- Anzüge für Schlosser u. Dreher, Ueberziehhosen, grade= u. schräggeknöpfte Jacken in Halbleinen und Segeltuch, garantirt waschund luftecht, unerreicht billig nur Severinstraße 139, bei S. Nethe. Porzellankitts (Kaiserkitt) ium Kitten aller zerbrochenen Gegenstände von Glas, Porzellan, Marmor, Knochen rc. empfiehlt per Flasche à 50 Pfg. Kaesmacher, 62 Altermarkt 62. Niederlage: Ehrenfeld, Andr. Lemm, Venloerstraße 271. Friesenplatz 19. on„ Telephon 2902. Eigene Fahrbahn Deuloerstraße 81. FBRENNABOR · Nur frühzeitiger Kauf sichert den Besitz d. in ganz Deutschl. erlaubten WohlfahrtsTonon a..30, Porto HoUSG u. Liste 30dextra zu Zwecken d. Deutschen Schutzgebiete iun Berin 28. Movhr. Tags: Baar-Geld“bieen 100.000 M 0 #SE Nippes: Joh. 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October im großen Saale der Lesegesellschaft stattfand, hat sich der eine der Candidaten der liberalen Partei, Hr. Rechtsanwalt Dr. Schnitzler, u. a. auch mit der Ordensfrage beschäftigt, und dabei einige Ausführungen dieser Frage, welche Hr. Rechtsanwalt Dr. Karl Bachem am 9. October in der Centrums=Versammlung im großen Saale der Bürger=Gesellschaft gemacht hatte, eingehend bemängelt Der uns ni enaue Wortlaut der Rede des Hrn. Dr. Schnitzler liegt t vor. Wir wollen uns darum versagen, gegen den Wortlaut seiner Aeußerungen, wie er von den Tagesblättern berichtet worden ist, hier zu polemisiren. Vielleicht kommen wir auf einem andern Wege besser voran. Hr. Dr. Schnitzler hat sich sowohl bei der jüngsten Reichstagswahl wie bei der jetzt bevorstehenden Landtagswahl viel freundlicher zu der katholischen Bevölkerung Köln's gestellt, und einen viel vorurtheilsfreiern Blick gezeigt, als man das früher in Köln von Candidaten der liberalen Partei gewohnt war. Er hat es weit von sich gewiesen, ein Culturkämpfer zu sein, dagegen hat er sich freimüthig als liberaler Mann bekannt. Mit Rücksicht darauf möchten wir ihm einige kurze Fragen vorlegen, indem wir ihn höflichst bitten, diese möglichst kurz und klar beantworten zu wollen. Hr. Dr. Karl Bachem hatte zunächst den Fall Höhr=Grenzhausen erwähnt, und gegen diese Ausführungen hat Hr. Dr. Schnitzler sich speciell gewandt. In Grenzhausen wollten katholische Krankenpflegeschwestern sich niederlassen. Sie bedurften dazu nach Art. 6 des Gesetzes vom 14. Juli 1880 der Genehmigung der Minister des Innern und der geistlichen Angelegenheiten. Sie kamen um diese Genehmigung ein, erhielten sie aber erst nach einem Jahre. Die Genehmigung hätte natürlich auch verweigert werden können, und zwar ohne jede Angabe eines Grundes. Gleichzeitig wollten in Höhr zu demselben Zwecke der Krankenpflege protestantische Diakonissen sich niederlassen. Sie bedurften keiner Genehmigung, konnten sich ohne weiteres niederlassen und mit ihrer Thätigkeit beginnen. Nach§ 2 des Gesetzes vom 31. Mai 1875 kann die Niederlassung der katholischen krankenpflegenden Schwestern in Grenzhausen jederzeit durch kgl. Verordnung aufgehoben werden, und zwar ebenfalls ohne daß die Angabe von Gründen vorgeschrieben ist. Die Niederlassung der protestantischen Schwestern in Höhr kann dagegen nicht aufgehoben werden, weder durch kgl. Verordnung noch sonst wie; sie steht einfach unter dem gemeinen Recht. Der Niederlassung der katholischen Schwestern in Grenzhausen kann durch die Minister des Innern und der geistlichen Angelegenheiten die Aufnahme neuer Mitglieder gestattet werden; diese Gestattung kann aber auch versagt, und, wenn ertheilt, jederzeit zurückgenommen werden. Die Nieder= lassung der protestantischen Schwestern in Höhr braucht keinen Menschen zu fragen, wenn sie neue Mitglieder aufnehmen will, und kein Minister hat das Recht, sie in der Aufnahme neuer Mitglieder irgendwie zu beschränken oder zu behindern. Durch Rescript der Minister des Jnnern und der geistlichen Angelegenheiten vom 27. Januar 1887 ist, vorbehaltlich jederzeitigen Widerrufes und anderweitiger Anordnung für einzelne Orden oder Congregationen und Niederlassungen, bestimmt worden, daß die Aufnahme neuer Mitglieder in katholischen Orden, Congregationen und Niederlassungen, also auch in Grenzhausen, ohne vorherige Genehmigung erfolgen darf, daß jedoch die LocalOberin zu Anfang jeden Jahres eine„Mitglieder=Bestandsnachweiiung; an die Bezirks=Regierung einzusenden hat. Die Local=Oberin der protestantischen Schwestern in Höhr hat mit einer solchen Einsendung einer Mitgliederbestands=Nachweisung nichts zu thun; sie nimmt auf, wen sie will, und niemand hat sich darum zu kümmern. Nach demselben Rescript ist den katholischen Schwestern in Grenzhausen die Aufnahme solcher Personen, welche die Reichsangehörigkeit nicht besitzen, verboten, den protestantischen Schwestern in Höhr ist das nicht verboten; und wenn sie es thun, so hat ihnen niemand dreinzureden. Wenn die katholischen Schwestern in Grenzhausen einer Nebenthätigkeit sich widmen wollen, etwa eine kleine Waisen=Anstalt mit ihrer Niederlassung verbinden, oder eine Verpflegungs=Anstalt für alte Männer oder Frauen, eine Haushaltungsschule für Kinder über vierzehn Jahre, oder eine Handarbeitsschule für Kinder unter sechs Jahren zur bessern Ausnutzung ihrer freien Zeit errichten wollen, so bedürfen sie nach Art. 13 des Gesetzes vom 21. Mai 1886 wiederum der Genehmigung der Minister des Innern und der geistlichen Angelegenheiten, welche versagt, an Bedingungen geknüpft und stets widerrufen werden kann; wenn die protestanischen Schwestern in Höhr etwas derartiges wollen, so thun sie es eben, einer Genehmigung bedürfen sie nicht, und niemand kann sie hindern. Wenn die katholischen Schwestern in Grenzhausen den schulpflichtigen Kindern zwischen sechs und vierzehn Jahren nebenbei in den schulfreien Stunden etwas Haushaltungs= oder Handarbeits=Unterricht geben wollten, so würde sofort der Herr Regierungs=Präsident einschreiten und— wie praktische Fälle in Lindenthal, Kalk usw. gezeigt haben— einen solchen Unterricht strengstens inhibiren, vielleicht sogar „im Wiederholungsfalle“ mit der sofortigen Aufhebung der Nieder= lassung drohen; wollten die Schwestern aber um die Genehmigung dazu einkommen, so würde diese unvedingt verweigert; denn eine solche Erlaubniß gibt's für katholische Schwestern einfach nicht— wie die kgl. Staatsregierung aus Art. 13 des Gesetzes vom 21. Mai 1886 deducirt. Wenn aber die protestantischen Schwestern in Höhr denselben schulpflichtigen Kindern einen derartigen Handarbeits= oder Haushaltungs=Unterricht geben wollen, nun, so thun sie's even: das ist ihnen eben so wenig verwehrt, wie solchen Unterricht an nicht schulpflichtige Kinder zu geben, und sie unterliegen dabei gar keiner andern Beschränkung wie jeder andere unbescholtene Staatsbürger. Nach§ 3 des Gesetzes vom 21. Mai 1886 unterliegt die Niederlassung der katholischen Schwestern in Grenzhausen einer besondern „Aufsicht des Staates“, die in ihrem Umfange unbegrenzt ist und aus der man alles machen kann; die protestantischen Schwestern in Grenzhausen sind von einer solchen besondern Staatsaufsicht völlig frei; sie unterliegen absolut keiner andern Staatsaufsicht und keinen andern polizeilichen Bestimmungen wie jeder andere unbescholtene Staatsbürger. Die besondere„Aufsicht des Staates", welcher die katholischen Orden und Congregationen unterliegen, hat überhaupt in der ganzen staatlichen Gesetzgebung nur ein einziges Analogon, nämlich in der„PolizeiAufsicht", welcher nach§ 38 des Reichs=Strafgesetzbuches in den durch das Gesetz bestimmten Fällen verurtheilte Verbrecher unterstellt werden können. Aber das kann selbst bei den schwersten Verbrechern nur durch Richterspruch im einzelnen Falle geschehen; die katholischen Ordensleute sind der besondern„Aufsicht des Staates“ aber ohne alles weitere, gewissermaßen im Ramsch für bedürftig erklärt worden. Ist Herr Dr. Victor Schnitzler mit dieser unterschiedlichen Behandlung der katholischen und protestantischen krankenpflegenden Schwestern einverstanden? Oder ist er bereit, dafür einzutreten, daß auch die katholischen Schwestern genau so behandelt werden, wie die protestantischen Schwestern? In jener Centrums=Versammlung hat übrigens Hr. Dr. Karl Bachem auch noch von einigen andern Beispielen geredet. Er hat z. B. vom Falle Bochum geredet. In Bochum hatten die Redemptoristen vor dem Culturkampf eine Niederlassung; von jener Zeit her haben sie dort noch ein Haus. Nachdem durch Beschluß des deutschen Bundesrathes von 1896 das Verbot des Redemptoristen=Ordens(durch Gesetz vom 4. Juli 1872 in Verbindung mit der Bekanntmachung vom 20. Mai 1873) wieder aufgehoben und den Redemptoristen also die Errichtung von Niederlassungen im Deutschen Reiche im allgemeinen wieder gestattet worden war, wollten die Redemptoristen in ihr Haus in Bochum zurückkehren, um dort ihre frühere seelsorgerische Thätigkeit unter den Katholiken wieder aufzunehmen. Aber die preußische Regierung verbot es ihnen auf Grund des§ 2 des Gesetzes vom 29. April 1887, und dabei hat's einfach sein Bewenden. Wenn die protestantische innere Mission in Bochum oder sonstwo ein Hospiz errichten will, um von da aus der„innern Mission“ unter den Protestanten sich zu widmen, so geht das wieder niemand etwas an. Sie thun's eben, und niemand hat drein zu reden. Ist Herr Dr. Schnitzler mit dieser unterschiedlichen Behandlung katholischer und protestantischer Seelsorge durch Orden oder ordensähnliche Einrichtungen einverstanden? Soll sie nach seiner Ansicht bestehen bleiben? Und wenn ja, aus welchen Gründen? Herr Dr. Karl Bachem hat sodann am 9. October von einem dritten Beispiel geredet, nämlich von dem Fall Letmathe. Die Congregation der Missionspriester von Steyl hat bekanntlich den einzigen Zweck, katholische Missionare für die deutschen Colonieen auszubilden. Ihr Wirken in unsern Colonieen findet von allen Seiten den größten Beifall; weder Regierung noch Colonial=Gesellschaften haben gegen sie etwas einzuwenden; sie finden immer die eifrigste Förderung. Dieser Congregation wurde in Letmathe ein Grundstück geschenkt; sie wollte dort ein Missionshaus, also ein Haus zur Ausbildung von Missionaren errichten. Dazu bedurfte sie wieder der Genehmigung der Minister des Innern und der geistlichen Angelegenheiten, welche diese aber auch nach§ 2 des Gesetzes vom 29. April 1887 in Verbindung mit Art. 6 des Gesetzes vom 14. Juli 1880 verweigern können. Und richtig, obwohl nach§ 3 in Verbindung mit§ 1 des Gesetzes vom 29. April 1887 den Missionaren von Steyl die Errichtung von Niederlassungen und die Ausbildung von Missionaren erlaubt werden kann, wurde sie in diesem Falle ihnen doch einfach verweigert. Sie haben nun das schöne Grundstück und können nichts damit machen. Wenn eine protestautische Missions=Gesellschaft, selbst eine ausländische, wie die Baseler Missions=Gesellschaft in Preußen eine Missions=Anstalt zur Ausbildung protestantischer Missionare errichten will, so darf sie das ohne alles weitere. und zwar an jedem Orte, wo es ihr paßt; sie bedarf keiner Genehmigung und hat nach keinem Menschen etwas zu fragen. Kein einziger Paragraph mehr der ganzen gewaltigen preußischen Gesetzgebung findet auf sie Anwendung, während für die katholischen Einrichtungen derselben Art Dutzende von besondern Bestimmungen mit allen möglichen Schwierigkeiten, Hindernissen und Plackereien bestehen. Wie denkt Herr Dr. Schnitzler über diese verschiedene Behandlung katholischer und protestantischer Missionseinrichtungen? Will er sie aufrecht erhalten wissen oder nicht? Und wenn ja, aus welchen Gründen? Was hier über einzelne Zweige katholischer und protestantischer Kirchenthätigkeit gesagt ist, gilt übrigens von allen Zweigen ohne alle Ausnahme. Allelischen Orden und ordensähnlichen Einrichtungen unterliegen denselben geschilderten Beschränkungen, alle protestantischen ordensähnlichen Einrichtungen, Diakonissen=Anstalten, Werke der innern Mission, Missions=Anstalten für die äußere Mission, sind ohne alle Ausnahme völlig frei und unterliegen lediglich dem gemeinen Recht. Im Fall Bochum ist, wie früher auch schon in andern Fällen, z. B. in Essen, die Genehmigung versagt worden, weil kein Bedürfniß vorliege, obwohl jedermann sich sagen muß, daß doch gewiß unter einer industriellen Bevölkerung wie in Essen und Bochum ein Bedürfniß für vermehrte seelsorgerische Thätigkeit vorhanden sei. Wenn protestantischerseits irgendwo eine Niederlassung für das Werk der innern Mission gegründet werden soll, so braucht niemand danach zu fragen, ob ein Bedürfniß vorliege, es genügt vollständig, daß auf protestantischer Seite selbst das Bedürfniß empfunden wird oder auch nur der Wunsch besteht. Als die Steyler Missionare in Letmathe sich niederlassen wollten, wurde seitens der beiden Minister die Genehmigung verweigert, weil zu befürchten sei, daß die Niederlassung in Letmathe den religiösen Frieden stören werde. Wenn die Barmer oder Baseler Missions=Gesellschaft irgendwo eine protestantische Missions=Anstalt errichten wollten. und sie würden thatsächlich und im höchsten Maße dadurch den religiösen Frieden stören, so könnte sie trotzdem niemand daran hindern. Als die Diakonissen=Anstalt in Kaiserswerth mitten in rein katholischer Gegend geschaffen und allmälig zu einer so ungemein großen Ausdehnung gebracht wurde, hat kein Mensch danach gefragt, ob dafür in Kaiserswerth ein Bedürfniß vorliege, oder ob dort vielleicht durch die neue Anstalt der religiöse Friede gestört würde. Wir sind übrigens, was wir der Vorsicht halber betonen wollen, weit entfernt davon, irgend etwas gegen die DiakonissenAnstalt in Kaiserswerth oder eine andere protestantische Anstalt oder Einrichtung dieser Art sagen zu wollen. Wir sind ganz damit einverstanden, daß sie sich heute noch derselben vollen Freiheit erfreuen, deren sich auch alle katholischen Anstalten und Einrichtungen ähnlicher Art vor der Culturkampfs=Gesetzgebung ohne allen Schaden und Nachtheil, ja zum zweifellosen Vortheil für den Staat erfreut haben. Wohl aber können wir nicht umhin, an den Candidaten der liberalen Partei, Herrn Dr. Schnitzler, die Frage zu richten: Wie denkt er über die heutige Behandlung der katholischen Orden und Congregationen und ihrer Niederlassungen? Kann er es uns nicht nachfühlen, daß wir diese Behandlung als ein bitteres ganzen innern Menschen“ meldet, wenn wir daran denken, wie wir durch die Behandlung unserer Söhne, Brüder und Vettern, welche in den Orden so selbstlos für Gott und das Wohl ihrer Mitmenschen wirken, uns selbst zu Preußen zweiter Klasse degradirt fühlen? Würde er, wenn etwa in einem überwiegend katholischen Staate— was allerdings heute völlig undenkbar wäre— das Verhältniß umgekehrt läge, über die Zurücksetzung und schlechte Behandlung der protestantischen Anstalten und Einrichtungen nicht ganz ähnliche Gefühle haben? Wenn aber ja, wie wir annehmen: Fühlt Herr Dr. Schnitzler es nicht als eine unabweisbare Pflicht der elementarsten Gerechtigkeit, mit allem Nachdruck für die radicale Beseitigung all' des überlebten und nutzlosen Polizeiquarks einzutreten, mit dem heute die katholischen Orden und Niederlassungen gehinder und geplagt werden? Alle diese Fragen richten wir weiter aber auch an den andern Candidaten der liberalen Partei, Herrn Oberlandesgerichtsrath Ottomar Müller. Er hat erklärt, daß er seiner politischen Richtung nach der Freisinnigen Volkspartei nahe stehe. Diese Partei tritt nach ihrem Programm in erster Linie für allgemeine bürgerliche Freiheit, gegen alle Ausnahmegesetze, gegen alle Polizei=Willkür, für freies Vereinsrecht, für völlige Freiheit des geistigen Kampfes ein. Wie stellt sich nun Hr. Ottomar Müller zu der Beschränkung der bürgerlichen Freiheit, welche darin liegt, daß die Mitglieder der katholischen Orden und Congregationen allein von allen Preußen in ihrer Thätigkeit beschränkt sind, indem gewisse Beschäftigungen ihnen ganz versagt oder nur mit ministerieller Genehmigung erlaubt sind? Wie stellt er sich zu den zahlreichen Ausnahme=Maßregeln gegen katholische Orden und Niederlassungen, welche heute in den glorreichen Ueberbleibseln des Culturkampfes noch enthalten sind? Wie stellt er sich zu der Polizei=Willkür, welche darin liegt, daß zwei Minister nach freiem Belieben Niederlassungen katholischer Orden genehmigen oder nicht genehmigen, viele Zweige ihrer Thätigkeit gestatten oder nicht gestatten, ihnen die Aufnahme neuer Mitglieder erlauben oder nicht erlauben können? Wie stellt er sich zu der Beschränkung des freien Vereinsrechtes, welches der Grundzug unserer ganzen Ordensgesetzgebung ist? Wie stellt er sich zu der Beschränkung des geistigen Kampfes zu Ungunsten der Katholiken, welche der Zweck dieser ganzen Ordensgesetzgebung ist? Ist er für die Durchführung aller dieser liberalen Principien nur gegenüber Protestanten sowie gegenüber Social=Demokraten, Freisinnigen und Natioual=Liberalen, oder auch gegenüber den Katholiken und ihren Orden und Congregationen? Wird Herr Ottomar Müller also für Aufhebung aller dieser dem modernen Zeitgeist schroff entgegenstehenden Polizeibestimmungen entschieden eintreten oder nicht? Und wenn nicht: aus welchen Gründen denn nicht? Wir meinen, daß jeder, der heute in das Abgeordnetenhaus gewählt werden will, über diese Grundfragen unseres staatlichen Verfassungslebens sich selbst und seinen Wählern klare Rechenschaft geben muß. Jedenfalls würde er, wenn er gewählt würde, in die Lage kommen, über diese Frage ein Votum abgeben zu müssen. Wir können es daher nicht unbillig finden, wenn wir den Candidaten der liberalen Partei, Hrn. Rechtsanwalt Dr. Victor Schnitzler und Hrn. Oberlandesgerichtsrath Ottomar Müller, diese Fragen vorlegen. Deshalb zum U. A. w. g. Schluß nochmals: Tocale heute(Dinstag) die Kölner Centrumspartei mit zwei Wählernlungen auf den Plan, welche durch die persönliche Theilnahme a Wähler=Versammlungen der Centrumspartei. Noch ein Mal tritt Versamml unserer bisherigen Vertreter im Landtage eine besondere Anziehungskraft gewinnen. In Köln=Sülz ist auf Abends 8 Uhr im großen Saale des Hrn. Breuer eine Wähler=Versammlung anberaumt, zu der Hr. Abg. Fuchs sein Erscheinen zugesagt hat. Für die Wähler Alt=Kölns beginnt der letzte Appell vor der Wahl heute Abend 8½ Uhr im großen Saale des Fränkischen Hofes. Dort wird voraussichtlich Hr. Rechtsanwalt Karl Trimborn über seine bisherige Thätigkeit im Abgeordnetenhause berichten. Wir zweifeln nicht, daß die aufopfernde Arbeit der beiden Candidaten in unserm gesammten öffentlichen Leben alle Parteifreunde zu eifriger Bethätigung in diesen letzten Tagen der Wahlbewegung anspornen wird. ( Unfall auf dem Renuplatze. In dem Befinden des bein Hinderniß=Rennen am Sonntag=Nachmittag gestürzten Offiziers war schon am Sonntag=Abend eine erhebliche Wendung zum Bessern eingetreten, so daß der Patient nach dem Domhotel gebracht werden und später sogar einige Zeit das Lager verlassen konnte. Kölner Local-Anzeiger Nr. 293 2 Vinstag, 25. October 1893. Seite 7. KE Sonntag& Boedecker, Hohenzollern-Ring 47. Telephon 1584. Wiederverkäufern Rabatt. Functioniren anerkannt am besten. Locales. 00 Die städtischen Burcaur und Kassen, sowie die Museen, das Stadt=Archiv und die Stadt=Bibliothek bleiben wegen der Wahl zum Abgeordnetenhause am Donnerstag, den 27. October, Vormittags geschlossen. Das Panorama International(An St. Agatha 38) ladet seine Besucher für diese Woche zu einer Rundreise per Dampfer um den Como=See ein. Die Serie enthält u. a. Bilder von Como mit dem herrlichen Dom, Bellaggio, Bellano und zum Schluß verschiedene prächtige Ansichten von Mailand, von dem man den Dom, die VictorEmmanuel=Galerie, das Scala=Theater und mehrere Straßenzüge zu sehen bekommt. Der Rhein ist gestern wieder stärker gestiegen, nachdem am Sonntag der Wasserstand wieder etwas zurückgegangen war. Gestern Abend zeigte der hiesige Pegel 1,68 Meter, gegen 1,57 Meter am Abend vorher. Vom Oberrhein wird erneutes starkes Steigen des Wassers gemeldet. 8 Jubiläum. Der Obertelegraphen=Assistent Hr. Joh. Keul eiert heute sein silbernes Dienstjubiläum. Die Gesellschaft Eintracht, welcher der Jubilar seit langen Jahren angehört, bereitete demselben am Samstag=Abend im Gutenberg ein hübsches Fest. * Reichshallen=Theater. Herr Director Schippanowsky schreibt uns:„Gestatten Sie mir die ergebene Bitte auszusprechen, der nachtehenden Erwiderung in Ihrem geschätzten Blatte gütigst Aufnahme währen zu wollen. In Nr. 290 des Local=Anzeigers beklagt sich ein Eingesandt darüber, daß Herr Maxstadt in einem Couplet=Vers in ungebührlicher und für die Katholiken verletzender Weise die Person des Papstes erwähnt hat. Der Herr Einsender hat vollkommen Recht, aber auch darin, daß er die Ueberzeugung ausspricht, daß mir wohl der Inhalt der betr. Strophe unbekannt gewesen ist. Auch Herr Maxstadt hat nicht die Absicht gehabt, sie zu singen, wie er mir, iach seinem Auftreten von mir selbst zur Rede gestellt, auf's Wort versicherte. Er singt an manchen Abenden, immer wieder zu Zugaben genöthigt, sechs bis sieben Couplets hintereinander und zwar ohne Souffleur und oft in schnellem Tempo, so daß er an sein Gedächtniß außergewöhnliche Anforderungen stellen muß. An diesem Abende nun, wo er ein neues Programm hatte, ist ihm, wie er versichert, in dem Moment der Aufregung der von ihm anderorts gesungene Vers unwillkürlich über die Lippen gekommen, und da er ein Mal den Anfang gesungen, hat er geglaubt, nicht aufhören zu dürfen, um nicht völlig in's Stocken zu gerathen und nicht von neuem beginnen zu müssen. Daß er nicht trotzdem vorgezogen hat, das letztere zu thun, nämlich den Vers abzubrechen, ist zwar bedauerlich, aber im Hinblick auf seine Aufregung wohl begreiflich, wenn schon nicht entschuldbar. Daß die Strophe damit für mein Institut ein für alle Male abgethan war, brauche ich wohl nicht ern zu versichern, wie mir der Herr Einsender, wenn er mein Etablissement häufiger besucht, auch bestätigen wird, daß bei mir alle confessionellen Gefühle stets respectirt und niemals Dinge gesungen werden, die in religiöser Beziehung Anstoß erregen könnten. Es handelt sich da eben nur um einen Ausnahmefall, der wohl schon in jedem Theater und in jeder Gesellschaft'mal zu beklagen gewesen ist, da ein Theil des Inhaltes eines Vortrages unter den geschilderten oder ähnlichen Umständen leider schon'mal an verantwortlicher Stelle unbekannt bleiben kann.“ Die alte Geschichte. Am Samstag=Abend schickte ein an der Bechergasse wohnender Schneidermeister seinen elfjährigen Sohn mit einem Paletot und einer Hose zu einem Kunden. Auf dem Wege nach der Witschgasse begegnete dem Jungen ein Mann, der mit grauer Joppe und Hose und einem Sammethut bekleidet war, und ersuchte den Jungen, ihm einen Gefallen zu thun, nämlich ein Köfferchen aus einer Wirthschaft zu holen, er wollte die Kleider so lange verwahren. Der Junge ging auf den Leim, bekam natürlich in der Wirthschaft kein Köfferchen und fand auch den Gauner mit den Kleidungsstücken nicht wieder. #r' Ueberfall. In der Trankgasse wurde in der Sonntag=Nacht ein junger Mann mit seiner Braut von fünf Leuten überfallen und ohne jede Veranlassung mißhandelt. Drei von den Angreifern wurden polizeilich festgenommen und dem Commissariate in der Altenberger= straße zugeführt, während das Mädchen, welches Verletzungen am Kopfe und an der rechten Hand erlitten hatte, mittels Droschke nach dem Bürger Hospital gebracht wurde. & Unfall. Gestern Mittag fand im Bürger=Hospital ein Arbeiter Aufnahme, welcher in einer hiesigen Fabrik ein Bein gebrochen hatte. Gerichts=Verhandlungen. & Strafkammer. Zwei Ehefrauen aus Ehrenfeld waren am Schöffengerichte von der Anklage des Hausfriedensbruches und der Sachbeschädigung freigesprochen worden. Sie hatten in ihrer frühern Wohnung, aus welcher sie in Streit mit dem Vermiether auszogen, in einem Zimmer, welches gekalkt gewesen und von ihnen tapeziert worden war, die Tapete heruntergerissen. Die Angeklagten gaben an, sie hätten das Zimmer wieder weißen lassen wollen. Die Berufungskammer erkannte wegen Sachbeschädigung auf je 30 M. Geldbuße.— Ein Agent von hier erhielt einen Monat Gefängniß, weil er seinen Kostwirth um 30 M. geschädigt hatte. Das Schöffengericht hatte freisprechend erkannt.— Von der Anklage, dem Sohne seines Principals das Fahrrad gestohlen bzw. unterschlagen zu haben, wurde ein hiesiger Fuhrmann freigesprochen. Schöffengericht. Wegen Zechprellerei muß ein oft bestrafter Schuster einen Monat in's Gefängriß.— Ein siebenzehnjähriger vorbestrafter Arbeiter hatte bei einem Bäcker für 35 Pfennig Brödchen geholt unter der Vorspiegelung, er sei von einem Kunden des Bäckers geschickt. Er erhielt zwei Tage Gefängniß.— Ein zwölfjähriger Schüler von hier ist angeklagt, auf der St. Apernstraße in der Nähe von Gebäuden geschossen und dadurch groben Unfug verübt zu haben. Er hatte mit andern Knaben sogenannte Kuallpapierchen in einen Schlüssel gestopft, in den Schlüssel einen Stift gesteckt und ihn gegen die Wand geschlagen. Der Schlüssel flog dabei fort und in eine Feusterscheibe. Das Gericht nahm an, daß dem Kinde die Einsicht in die Strafbarkeit seiner Handlung gefehlt habe und sprach es frei. Vereins=Nachrichten. 00 Die Bürgergesellschaft wird am Samstag den 29. October, Abends 8 Uhr, einen Familienabend veranstalten. Lieder, Vorträge, humoristische Darbietungen und ein Lustspiel: Das Schwet des Damokles von G. zu Putlitz, ausgeführt von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters. Die Musik hat die Capelle des 53. Infanterie=Regiments übernommen. 70 In der Marianischen Congregation für junge Kaufleute wird am Mittwoch=Abend im Vereinslocale(Bürgergesellschaft) Hr. Pfarrer Ditges einen Vortrag: Aus der kölnischen Geschichte, halten. Stimmen aus dem Leserkreis. 2169 Volts=Unterhaltungsabende. Durch Bekanntmachung verschiedener Zeitungen wurden die Heftchen zu den Volks=Unterhal tungsabenden an verschiedenen Schulen zum Verkaufe angeboten. Aus dieser Veranlassung ging ich zur Mauritiusschule, um dort selbige zu holen. Dort stand schon um le 11 Uhr der Schulhof voller Leute, die im Regen zusammengepfercht warten mußten, bis der Auf gang zum Speicher(sechster Stock) erfolgte. Hier oben endlich gegen 12 Uhr angelangt, wurden wir thatsächlich unter Gebrüll— anders kann man es nicht nennen— von dem Schuldiener wieder herunter gejagt und uns der freie Schulhof im strömenden Regen als der Verkaufsplatz angewiesen. Unten jedoch wogte die Menge, obschon zwei Schutzleute anwesend waren, derartig ohne jede Ordnung durcheinander, stoßend, schreiend und lärmend usw., daß es mir fraglicher schien, ob ich noch zum Geschäfte kommen würde, wenn ich auf die Heftchen warten sollte. Mit mir mußten viele junge Kaufleute darauf verzichten. Es wäre wohl angebracht, daß an den verschiedenen Verkaufsstellen Schalter eingerichtet würden, um so den Verkauf ordnungsgemäß zu regeln. Jedenfalls wird die Verwaltung einen Weg finden können um auch den Leuten, die einen billigen Kunstgenuß haben wollen, die Heftchen zugängig zu machen. 8 Centrum und Kölner Interessen. Der Vorsitzende des national=liberalen Vereins, Hr. Prof. Moldenhauer, hat schon wiederholt Anlaß genommen, die besondern Verdienste hervorzuheben, die der verstorbene national=liberale Abg. Knebel sich im Abgeordnetenhause um die Vertretung der Interessen der Stadt Köln erworben habe. Wir haben s. Z. des Hru. Knebel in Ehren gedacht und lassen ihm gern seine Verdienste, nur hätte Hr. M. nicht nöthig gehabt, dieselben auf Kosten der Kölner Centrums=Abgeordneten zu preisen. In der liberalen Wähler=Versammlung vom 18. v. hob er nach dem Berichte der Köln. Ztg.„eine Reihe derjenigen Vortheile hervor, die der Abg. Knebel, nicht etwa einer der beiden Centrums=Abgeordneten unserer Stadt, für Köln im Abgeordnetenhause mit Erfolg erstrebt hat". Nach dem Berichte der Köln. Volksztg. sprach Hr. M. im einzelnen von Verdiensten des Hru. Knebel um den südlichen Stadttheil, um die Schnellzugs=Verbindung Köln=Trier=Straß= burg, um den gewerblichen Fortschritt(die gewerbliche Fachschule?), um unser Polizeiwesen und besonders um die Vertiefung des Rheines. Daß Hr. M. dabei sogar behauptet haben son,„alles, was bisher im Abgeordnetenhause für Köln errungen worden sei, sei erwirkt worden nicht von Centrums=, sondern von liberalen Abgeordneten, insbesondere von Hru. Knebel“, beruht hoffentlich auf einem Hörfehler. Jedenfalls haben sich die Kölner Centrums=Abgeordneten und ihre Fractionsgenossen redlich um die Stadt bemüht, die sie vertraten. Hierfür einige Belege. Für die Kölner gewervliche Fachschule ist s. Z. der verstorbene Abg. Greiß warm eingetreten, obwohl das Centrum keinerlei Mittheilung über die Verhältnisse dieser Schule zu erhalten pflegt, wohl aber ein national=liberaler Abgeordneter, der als Fachmann der Schule nahe steht. Als der Schule ein staatlicher Zuschuß ausgeworfen wurde und der national=liberale Hr. v. Eynern ihn verweigern wollte, trat ein Mitglied des Centrums ihm entschieden entgegen. Auch Abgeordnete des Centrums haben wiederholt im Plenum, namentlich aber in der Budget=Commission, auf Ausführung der vertragsmäßigen Vertiefung des Rheinfahrwassers auf drei Meter gedrängt. Dies nochmals zu thun, als der gedruckte Bericht vorlag, war zwar kein Unglück, aber unnöthig, und vielleicht könnte man sagen, damit seien offene Thüren eingerannt worden. Ein größeres Verdienst dürste sich s. Z. der Abg. Fuchs erworben haben, als es sich darum handelte, die aufangs geplauten Niveaukreuzungen der Eisenbahnlinien(anläßlich der Stadterweiterung) zu beseitigen. Er hat damals gemeinsam mit dem Abg. Dr. Röckerath alles daran gesetzt, um das Interesse der Stadt zu wahren, und hat erreicht, daß das ganze Centrum für Abänderung des Planes eintrat. Die Herren, welche damals als Abordnung des Kölner Stadtverordneten=Collegiums die genannten Abgeordneten in ihrer Berliner Privatwohnung aufsuchten, können das bestätigen. Bekämpft hat Hr. Fuchs ferner die Verlegung der rechtsrheinischen Eisenbahn=Direction von Köln; er hat wenigstens erreicht, daß eine ganze Reihe anderer EisenbahnBehörden nach Köln verlegt wurde; desgleichen bekämpfte er mit Erfolg den Plan, den rechtsrheinischen Eisenbahn=Verkehr von Köln abzulenken. Für bessere Löhne der Eisenbahn=Arbeiter,=Handwerker und Bremser in Köln ist er wiederholt eingetreten. Da kann man es ihm vielleicht verzeihen, wenn er es unterließ, für das Halten der chnellzüge am Südbahnhofe eine Lanze zu brechen. Es gibt nun ein Mal in Köln verschiedene Stadttheile und verschiedene Nebenbahnhöfe; damals wurde auch das Halten der Schnellzüge am Westbahnhofe angeregt; Hr. Fuchs hat sich die Unterstützung dieser Wünsche aus naheliegenden“ Gründen versagt: wenn man selbst ein Haus in der Nähe des Bahnhofes hat, so könnte es Leute geben, die das übel auslegen. Der Aba. Trimborn darf wohl beanspruchen, daß man auch seine Thätigkeit im Reichstage berücksichtigt. Dort ist er, wie ihn auch seine politischen Gegner bezeugt haben, in wärmster und nachdrücklichster Weise für die gesammte Kölner Beamtenschaft eingetreten, als es sich darum handelte, die Einreihung von Köln in die rbisklasse A zu erreichen. Er hat über diese seine Thätigkeit in einer großen Versammlung der Kölner Beamten eingehend berichtet, und die Versammlung hat ihm in anerkennendster Weise ihren Dank ausgesprochen. In der Budget=Commission des Abgeordnetenhauses hat Hr. Trimborn, der übrigens erst zwei Jahre dem Parlament angehört, aus Anlaß einer Petition der Kölner Gerichtsdiener ebenfalls die Verhältnisse der hiesigen untern Beamtenschaft zur Sprache gebracht; die Petition wurde denn auch der Staatsregierung zur Erwägung überwiesen. Als das neue Handelsgesetzvuch im Reichstage nach Erledigung der Commissions=Berathungen zur zweiten Lesung stand, wandte sich ein angesehenes Mitglied der Handelskammer noch in letzter Stunde u. a. mit einem Vorschlag bezüglich der Tantieme=Berechtigung der Aufsichtsräthe an den Reichstags=Abgeordneten für Köln. Hr. Trimborn konnte die Angelegenheit noch am selben Tage im Reichstage zur Sprache bringen und den bezüglichen Vorschlag der Handelskammer zur einstimmigen Annahme bringen. Die Handelskammer hat ihm die Anerkennung für sein rasches und erfolgreiches Eintreten nicht versagt. Die Kölner Gerichtsbehörden bemühten sich in Berlin seit längerer Zeit um die Einrichtung einer dritten Kammer für Handelssachen. Hr. Trimborn hat diesen Wunsch im Abgeordnetenhause nachdrücklich vertreten, worauf der Herr Justizminister die baldigste Erfüllung des Wunsches zusagte, die denn auch sofort erfolgt ist. Wer die öffentliche Wirksamkeit der Herren Fuchs und Trimborn kennt, weiß, daß es ihnen weder an dem guten Willen, noch an der Befähigung fehlt, in den, übrigens seltenen Fällen, in denen specifisch Kölner Interessen in Frage kommen, ihren vollen Mann zu stellen. Natürlich setzt dies voraus, daß die betr. Körperschaften oder Interessenten=Gruppen die Kölner Local=Wünsche auch den Abgeordneten für Köln unterbreiten. Zuweilen freilich hat es den Anschein, als ob gewisse Kreise der Stadt es vorzögen, mit besondern Kölner Angelegenheiten irgend einen national=liberalen Abgeordneten zu befassen. In welcher Tendenz dies geschieht, zeigt das jetzige Verhalten des Hru. Moldenhauer. Bei einsichtigen Wählern werden derartige Künste nicht verfangen. W. Mbelnhöhe am 24. Oct., Abends 7 Uhr m.68+.11 beim Einkauf von Migränin. Mit Rücksicht darauf, daß Fälschungen bezw. Nachahmungen des Migränins(des bekannten bewährten Mittels gegen Kopfschmerzen jeder urt) festgestellt worden sind, sahen sich die Höchster Farbwerke veranlaßt, das Migränin fortab nicht nur in Pulver, sondern auch in Tablettenform in den Verkehr zu bringen. Diese Tabletten„in Originalpackung“(Flacon mit Schutzmarke„Löwe“) sind neben bequemer Dosirung der beste Schutz gegen Täuschung. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Niemand ein fremdes Produkt unter dem Namen Migränin. welcher das eingetragene Waarenzeichen der Farbwerke ist, verkaufen darf. Zur Beachtung. Bei allen Einsendungen, die zum Abdruck im Kölner Local=Anzeiger bestimmt sind, wolle man das Papier siets nur auf einer Seite beschreiben, also die Rückseite frei lassen. Briefe und Mittheilungen, welche für die Redaction bestimmt sind, versehe man, um Verzögerungen zu vermeiden, lediglich mit der Aufschrift„Redaction des Kölner Local=Anzeiger“. Anzeigen u. dgl. bitten wir dagegen ausschließlich an die„Geschäftsstelle des Kölner Local=Anzeiger zu senden. e 84 Kölner Loral-Anzeiger Nr. 293 4 Vintstag, 25. Urkober 1895. „Direct von Aachen! weltberühmt durch prämiirte erstklassige Tuche, liefern wir zu bekannt billigen Preisen Herren-Anzug- und Paletot-Stone## Tausende## Anerkennungsschreiben! Grosse Musterauswahl franco an Jedermann. Keine Kaufverpflichtung. #Lawiet uns. berühmte Specialität, schwarz, blau, braun. 3 mtr. zum soliden, MonOpol-CnevIOt gediegenen Anzug, für Mk. 12. Garantie für reine Wolle und echte Farbe. Die durch unsere Bücher bewiesene Zahl von 30000 Kunden bestätigen unsere hervorragende Leistungsfähigkeit. Wilkes& Cie., Tuchindustrie, Aachen Nr. 120. Süßer Weinmost. Mich. Wischet, Martinstraße 32. 0 geruchlos, für Mantelöfen. 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Wir wenden uns an unsere Mitglieder und Freunde mit der Bitte, uns wie bisher auch jetzt wieder beim Wechsel der Jahreszeit im Haushalt überflüssig gewordene Gegenstände gütigst überweisen zu wollen. Verwendung haben wir für alles in den Haushaltungen entbehrliche Nach schriftlicher oder mündlicher Anmeldung auf unserm Bureau Sternengasse 25 werden die uns zugedachten Gaben durch einen von uns legitimirten Boten abgeholt. * Der Vorstand. Verein für wissense Llektrotechnische Geselschaft. Am Freitag den 28. und Samstag den 29. d.., Abends 7¼ Uhr, im großen Gürzenich=Saale: Zwei Vorträge der Gesellschaft Urania in Berlin. I. Dr. P. Spies: Telegraphie ohne Draht(mit Experimenten). 2. Professor Dr. Müller: Vorweltliche Thiere(mit Lichtbildern). Die Mitglieder beider Vereine haben Eintritt gegen Vorzeigung der Mitgliedkarten. Weitere Karten zu 1 M. für jeden Vortrag sind in der J. G. Schmitz'schen Buchhandlung, Königin Augusta=Halle Nr. 1, sowie an den Vortrags=Abenden im Gürzenich zu haben. Das Mitbringen von Operngläsern wird empfohlen. Nach dem Vortrage am Samstag=Abend findet ein gemeinsames A. 45.0 Broups, Ptsen(Daptens: 1fono 3 An 1 Fatt an Mesche### Marianische Congregationf.junge Kaufleute. Mittwoch den 26. October a.., Abends 9 Uhr, im Vereinslocale(1. Etage des Vorderhauses der Bürgergesellschaft): Vortrag des Herrn Pfarrer Ditges über das Thema: Aus der Kölnischen Geschichte wozu die Mitglieder, sowie Freunde und Gönner ergebenst einladet Der Vorstand. Bürgergesellschaft. Samstag den 29. October, Abends 8 Uhr: * I7 E 823 g (Lieder, Vorträge, humoristische Darbietungen, Lustspiel:„Das Schwert des Damokles“, von G. zu Putlitz, aufgeführt von Mitgliedern des hiesigen Stadt=Cheaters), unter Mitwirkung der Capelle des 53. Juf.=Regts. 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