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Die Hauptnummer war Das Thal des Espingo. ein größeres Chorstück mit Orchester, das der Verein zum ersten Male zur Aufführung brachte. Die Dichtung rührt von Paul Heyse, die Composition, über die wir schon früher ein Mal berichtet, von Jos. Rheinberger her, bei dem Aug. v. Othegraven seine Studien gemacht hat. Er hatte Sorge getragen, daß das farbenreiche Stück eines Lehrers zur besten Geltung kam. Ein zweites größeres Chorwerk mit Orchester: Zollern und Staufen(1871), Dichtung von Karl Gerock, rührt gleichfalls von einem in München lebenden Tondichter— Heyse und Rheinberger wohnen in Isar=Athen— Th. Podbertsky, her. Das Werk, das überhaupt hier zum ersten Mal gehört wurde, hat einen volksthümlichen Charakter. Beide Stücke machten, von dem über ein glänzendes jugendliches Stimmenmaterial verfügenden Verein in wohlberechneter Abschattirung und mit vieler Schlagfertigkeit vorgetragen, viele Wirkung. Agnes Hermann, die beliebte Altistin der hiesigen Oper, wurde freundlichst begrüßt. Sie überraschte mit einer Arie aus der Oper Wilhelm von Oranien von Eckert. Den wenigsten dürfte Oper und Componist bekannt sein. Eckert, ein Potsdamer, war ein Schützling der Kaiserin Augusta, durch deren Protection er königlicher Hofcapellmeister wurde. Die Oper, eine Eintagsfliege, wurde im November 1846 in Berlin gegeben. Die Arie ist ein getragenes Gesangsstück, eine Art von Schul=Arie, in der Frl. Hermann ihre gut gebildete volle Altstimme so recht zur Geltung bringen konnte. Bei ihrem zweiten Vortrage sang sie ein ernstes Lied, In der Fremde von Taubert, und ein lustiges schwedisches Volkslied(?) von Desirée Artöt, wohl eine Bearbeitung der großen Sängerin. Das sang sie alles so hübsch, daß sie noch eins zugeben mußte. Der zweite Gast, Waldemar Stierna, war früher ein beliebtes Mitglied der hiesigen Oper und seitdem am Hof=Theater in Kassel angestellt; außerdem ist er der Leibsänger des Kölner Sängerkreises. Man hörte von ihm zuerst Schubert's Wanderer und Erlkönig und später Mondnacht von Schumann, Der Neck von Ph. Eulenburg— von„Phil“, dem Ambassadeur=Troubadour— und Frühlingslied von R. Becker, das er wiederholen mußte. In der Wiedergabe dieser Lieder gab er sich als den kunstgebildeten Sänger von Temperament und Geschmack zu erkennen, als den man ihn immer geschätzt. Er hat seinen selten umfangreichen Bariton noch immer sehr in der Gewalt, der bei leisester Ansprache und höchster Kraftentfaltung nie den Wohlklang vermissen läßt. Weiter sang der Verein Joh. Herbeck's Chor mit Hörnerbegleitung Im Walde. Herbeck, der gefeierte Chormeister des Wiener Männergesang=Vereins und Hofopern= und Concert=Director, gehört heute, zwanzig Jahre nach seinem Tode, bereits zu den Verschollenen. Sein Chor klingt aber noch sehr frisch. Das läßt sich auch von Ferd. Möhring's lustigem Lied: Im grünen Kranz sagen. Beide Compositionen sang der Verein mit großer Frische. Dasr— des Rheinländers schwache Seite— machte den braven Sängern viel Beschwerde und blieb meist in der Kehle stecken. Dieser widerspänstige Consonant bedarf eines Extrastudiums. Die Aussprache steht heute unter scharfer kritischer Controle. Außerdem wurden noch gesungen Unter'm Lindenbaum von W. Sturm und Die beiden Särge von dem schweizerischen Componisten O. Hegar und Die Nacht von Lachner, auch eine Münchener Celebrität. Das größte Vergnügen machte allen das letzte Lied Julius Otto's, weiland Cantor in Dresden, höheres Schnadahüpf'l: Nettes Diarndel, das wiederholt werden mußte. Die 65er Capelle, unter Leitung des kgl. Musik=Dirigenten Georg Huber, leitete das Concert mit der Oberon=Ouverture ein und beschloß es mit Wagner's Huldigungsmarsch, und bekundete mit deren glänzender Wiedergabe ihre oft gerühmte Leistungsfähigkeit. Tocales. X Volksschulen der Stadt Köln. Der erste Aufsichtsbezirk umfaßte zu Beginn des Winterhalbjahres 1897/98 insgesammt 21,294 Schulkinder und 365 Klassen, der zweite Aufsichtsbezirk 22,284 Schulkinder und 371 Klassen. Der Durchschnittsbesuch beträgt also pro Klasse 58 bzw. 60. Im ersten Aufsichtsbezirk sind von den Schulkindern 17,865 katholisch, 2982 evangelisch und 447 israelitisch, im zweiten Bezirk 19,888 katholisch, 2309 evangelisch und 87 israelitisch. Die Zahl der Lehrkräfte beträgt 365 bzw. 370. %. Mißhandlung. Ein an der Biberstraße wohnender Fabrikarbeiter mißhandelte in vorvergangener Nacht seine Kinder derart, daß sein Schwager und sein Schwiegervater ihn zur Rede stellten. Der Wütherich griff nun zum Messer und verletzte die beiden Verwandten derart, daß diese— der Schwiegervater sogar mittels Tragbahre— zum Bürgerhospital geschafft werden mußten. Hinzugerufene Schutzleute nahmen den Thäter fest. ): Kirchliches. Nachdem bereits in mehrern andern deutschen Städten kirchliche Feiern zu Ehren des seligen Petrus Canisius stattgefunden haben, begann auch vorgestern in der hiesigen St. MariaHimmelfahrts=(Jesuiten=Kirche eine solche, acht Tage dauernde Feier. Morgens 10 Uhr celebrirte der hochw. Hr. Weihbischof Schmitz ein Pontificalamt. Besonders stark war der Zudrang zu der Abends 6 Uhr stattfindenden Predigt; die weiten Hallen der Kirche, sowie die Galerie war schon vor Beginn der Predigt mit einer Kopf an Kopf gedrängten Menge gefüllt. dem andern, Sester’s garantirt echte Einer Sage ES Malzextract-Bonbons lindern jeden Hustenreiz und beugen den Entzündungen der Schleimhäute vor. Beutel 20 u. 40 Pfg. allein erhältlich Halbmond-Droguerie(L. Sester). Altermarkt 58. Teleph. 2985. Statt jeder besondern Mittheilung. + Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Großtante Anna Maria Kleinen heute Abend 9½ Uhr, gestärkt durch den andächtigen Empfang der h. Sterbesacramente der katholischen Kirche, nach langjährigem Leiden durch einen sanften Tod zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Köln. Mediasch. Altenschlirf, Mittelstatt, St. Helena, 21. November 1897. Im Namen der Hinterbliebenen: Prof. Wilhelm Kleinen. Im Sinne der Verstorbenen wird gebeten, von Kranzspenden abzusehen. Begräbniß: Mittwoch den 24.., Nachmittags 1½ Uhr, vom Sterbehaus Rothgerberbach 9 aus. Exequien: Donnerstag den 25.., Morgens 9 Uhr, in St. Mauri tius. AM für die Verstorbenen der Familie Gonnella findet statt am Donnerstag den 25. November, Morgens 9 Uhr, in der Pfarrkirche Groß St. ## Martin, wozu alle Freunde und Bekannte hiermit höflichst eingeladen werden. — ablaufbretter Das Jahrgedächtniß für den verstorbenen Herrn Schaefer findet Mittwoch den 24. d.., Morgens“. 9 Uhr. in St. Aposteln statt, wozu hiermit höflichst ein# geladen wird. E (Teschäftsbücher In grosser Auswahl, eventl. 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O ich habe viel glernt in diesen furchtbaren Stunden— ich lernte wieder beten, beten zu Gott, der, da Menschen nicht nahe waren, meine einzige Rettung blieb. Und wahrlich, ich habe empfunden, daß es doch etwas Eigenartiges, Erhebendes ist mit dem Beten. Es hat mich gestärkt, es hat mir Muth gegeben und mich befreit von menschlichem Dünkel. Mit dem Leben hatte ich bereits abgeschlossen, von allen, die ich liebe, in Gedanken Abschied genommen und erwartete, ergeben in des Schicksals Willen, den Tod— da schickte Gott mir im letzten Augenblick diesen Engel in Menschengestalt zu Koller gbral=Anzeiger Nr. 322 4 Uinstag, 23. Uovember 1897. * A 1 05 meiner Rettung. Sagt, ihr Lieben, ist das nicht ein deutliches r Hülfe Gottes, die ja da, wo die Noth am größten ist, am nächsten sein soll, wie uns die Bibel lehrt?“ Alle nickten stumm. Burghard war erstaunt, von den Lippen seines jungen Freundes plötzlich derartige gläubige Christenworte zu hören. Oft genug hatte er ihm, sowie auch andern jüngern Collegen derb die Wahrheit gesagt, daß sie, statt Sonntags zur Kirche zu gehen, zum Frühschoppen eilten. „Ja, ja, es muß erst bei dem Menschen an's Leben gehen, ehe er sich erinnert, daß es noch einen Gott im Himmel gibt,“ dachte er, der auf vielen Schlachtfeldern manchen Menschen sterben gesehen hatte, der in letzter Stunde bereute, was er Unrechtes im Leben gethau. Nach einer Weile verabschiedete sich Burghard mit dem Versprechen, am nächsten Tage wiederzukommen. Günther schlief in der Nacht gut. Marie, die von Zeit zu Zeit aus ihrem Zimmer nebenan zu dem Kranken ging und ihn beobachtete, fand ihn stets im tiefen Schlaf. Ihr Vater war wie umgewandelt; er blieb die ganze Nacht auf, nur gegen Morgen gönnte er sich einige Stunden Ruhe, und zwar erst dann, als er die Gewißheit hatte, daß Günther's Zustand jede Gefahr ausschloß. Es war schon spät am Morgen, als Günther nach erquickendem Schlaf aufwachte. An seinem Bette stand Marie im schlichten blauen Morgenkleide, frisch wie eine erblühte Rose. Auf ihrem Antlitz lag es wie heller Sonnenschein, von dem ausgestandenen Schrecken am Abend vorher und den seelischen Schmerzen war nichts mehr an ihr zu merken. Sie fragte ihn, wie er geschlafen habe und ob er noch viele Schmerzen verspüre. Günther zog sie zu sich nieder und küßte sie innig. „Ach, Schatz, ich habe noch nie so gut geschlafen, noch nie so schön geträumt als diese Nacht,“ antwortete Günther. Sie mußte sich zu ihm neben das Bett setzen und er erzählte ihr mit strahlendem Antlitz, wie glücklich er sich schätze, unter ihrem Dache verweilen zu dürfen, sie jetzt für eine Reihe von Tagen um sich haben zu können.„Beinahe danke ich den Bösewichtern, daß sie mich überfallen haben,“ sagte er scherzend,„denn ohne die Ereignisse des gestrigen Tages wäre ich wohl auf lange Zeit von der Schwelle eueres Hauses verbannt geblieben.“ Marie schüttelte in der Erinnerung an die Vorgänge des gestrigen Abends schaudernd den Kopf. „Sprich nicht mehr von diesen Menschen, Gustav. Ich freue mich so über die Maßen, daß ich dich pflegen, daß ich dich jetzt ganz mein nennen darf; wenn ich dann aber wieder an die Gefahr erinnert werde, in der du und mein Vater und ich schwebten und an die gestrigen Schreckensscenen, dann ist meine Freude gestört, dann werde ich traurig.“ Gleich nach Mittag kam Burghard mit seinem Gespann vorgefahren. Er brachte auch seine Frau mit. „Sie war nicht zu halten," erklärte er Schmedes, der die Ankommenden vor dem Hause empfing und zu dem Patienten führte. Günther saß mit verbundenem Kopf im Sopha, Marie flog der mütterlichen Freundin an den Hals und jubelte vor Freude, die kluge Alte bei sich zu sehen. „Na, ganz so schlimm wie damals ist's nun aber doch nicht, Burghard,“ meinte sie, als sie den Patienten eine Weile stumm gemustert hatte.„Herr Günther sieht ja ganz munter und kreuzfidel aus den Augen wie ein frischgebackener Verlobter.“ Günther erhob sich lächelnd und reichte der resoluten Alten die bewickelte Hand.„Nein, ganz so arg wie damals, als ich in Ihr Haus gebracht wurde, bin ich gestern von den Schurken nicht zugerichtet worden. Wissen Sie denn auch, wer mir das Leben rettete?“ Frau Burghard nickte lebhaft mit dem Kopfe.„Ich weiß alles und freue mich, daß es so gekommen ist, denn nun werden Sie und mein Mann doch wohl endlich eingesehen haben, daß wir Frauen doch nicht so schwache und unselbständige Geschöpfe sind, wie ihr beiden Männer uns immer hinstellt, und daß wir da, wo wir lieben, alles für unsere Liebe hingeben können.“ „Ich bitte tausend Mal um Verzeihung, wenn ich früher die Frauen als eigennützig, listig und berechnend bezeichnet habe. Sie wissen ja, bei welcher Gelegenheit das geschah,“ sagte Günther, etwas per ligen auf Marie blickend, die ihm mit dem Finger drohte.„Dieser Engel hier hat mir gezeigt, wessen ein liebendes Mädchen fähig ist.“ Frau Burghard triumphirte.„Und du, Spötter?“ wandte sie sich an ihren Mann, der sich stellte, als hätte er nichts gehört. „Was denn?— Ich?— Aber Alte. Wie ich über die Frauen denke, weiß du doch. Ich habe dich ja auf den Händen gelragen," betheuerte Burghard lächelnd. „Ach ja, das hat er,“ rief sie.„Das war damals, als ich in den Keller purzelte und mir den Fuß verstauchte, so daß ich nicht gehen konnte— da hat er mich wirklich'n paar Mal rauf den Händene getragen. Schlauberger, der— und damit glaubt er immer die Lacher auf seiner Seite zu haben. Na, ja, ihr lacht auch dazu. Machen wir daher Schluß, die Männer sind nun ein Mal so und nicht zu bessern. Alles zieh'n s’ in's Ironische. Ich habe auch eine interessante Neuigkeit für Sie, Herr Günther,— bleiben Sie nur hier, Marie, das geht auch Sie an.“ Marie, welche mit dem Hut und Mantel der Frau Burghard aus dem Zimmer verschwinden wollte, blieb neugierig stehen. „Da, leset ihn zusammen. Der Brief ist zwar an mich gerichtet, aber das größte Interesse habt doch wohl ihr Beiden daran.“ Sie gab Günther einen Brief, der den Poststempel„Hannover und das Datum vom Tage vorher trug. Marie schlüpfte neugierig an Günther's Seite und las mit. Der Brief war von Günther's Mutter an Frau Burghard ge richtet. Die beiden Glücklichen lasen: „Meine liebe Frau Burghard! Seit meiner Abreise von dort drängt mich mein Gewissen, Ihnen die volle Wahrheit zu schreiben, aus welchem Grunde ich die Verbindung meines Sohnes mit der Tochter des Wirthes der Grenzschenke so ungern sah und dieselbe zu hintertreiben suchte. Die Ursache meiner Abneigung gegen die Wahl meines Sohnes lag nicht in dem Stande des Vaters des jungen Mädchens, wennschon mich im ersten Augenblicke die Schenkwirthstochter in Aufregung, Sorge und Mißstimmung versetzt hat, sondern darin, daß ich mir bereits für die Zukunft meines Sohnes einen Plan erdacht hatte, nach welchem er die Tochter seines Vorgesetzten heirathen sollte, um durch diese Verbindung besser Carrière zu machen. Ich habe diesen Plan seit gestern gänzlich fallen lassen. Die junge Dame, um welche es sich handelt, macht nämlich im Augenblick viel von sich reden. Man sieht sie oft mit einem adeligen Herrn aus der hiesigen Sportgesellschaft zusammen, der, ein Lebemann im schlechtesten Sinne des Wortes, sein Vermögen vergeudet und der bei seiner Lebensweise in einigen Jahren bettelarm sein muß. „Dieser Umstand hat meinen Mann und mich veranlaßt, daß wir uns vor der jungen Dame und ihren Eltern zurückziehen werden. Ich danke Gott, daß ich den wahren Charakter des Mädchens noch rechtzeitig habe kennen lernen, und ich finde mich um so leichter darin, daß mein Plan mißlungen ist, als ich meinem Sohne bei seiner Wahl jetzt nicht mehr entgegen zu sein brauche; denn ich habe wohl gemerkt, mit welch' inniger Liebe er an Marie Schmedes hängt und wie weh es ihm that, daß ich seine Wahl mißbilligte. Wenn mein Sohn nicht von dem Mädchen lassen will, so mögen die Beiden sich heirathen. Wir Mütter können bei solchen Gelegenheiten weiter nichts thun, als Gottes Segen auf die Liebenden herabflehen. Mit diesem Zugeständiß hoffe ich, Sie, meine liebe gute Frau Burghard, wieder mit mir versöhnt zu haben. Ich fühlte es ja deutlich, daß Sie mir von der Stunde an grollten, in der Sie Gewißheit darüber erlangten, daß ich wegen der Wahl meines Sohnes nicht Ihrer Meinung sei. Haben Sie innigen Dank dafür, daß Sie meinem Sohne während seiner Erkrankung so liebevolle Aufnahme und mir eine wahrhaft edele Gastfreundschaft in Ihrem stillen friedlichen Hause gewährten. Grüßen Sie, bitte, Fräulein Schmedes, und sagen Sie dem lieben Kinde, es möge mich nicht für eine hartherzige Mutter halten. Wenn es Gottes Wille sei, dann hoffe ich Sie bald als meine Tochter in die Arme schließen zu können. „Nochmals tausend Dank für alles Liebe und Gute, was Sie an meinem Sohne und mir gethan. Im Geiste drückt Ihnen in treuer Freundschaft die Hand Ihre Agathe Günther.“ „Marie!“ „Gustav!“ Beide Liebenden sahen sich freudestrahlend in die Augen. „Na, watt seggt min lüt' Deern nu?“ rief Frau Burghard schmunzelnd. Marie gab dem Geliebten schnell einen schallenden Kuß, dann eilte sie um den Tisch herum zu ihrer mütterlichen Freundin, diese lebhaft in ihre Arme schließend. „Ach, was bin ich doch jetzt glücklich!“ rief sie. „Und Sie, Herr Schmedes?“ fragte die erfreute Alte. „Wenn ich die augenblickliche Situation recht verstehe, hat die Frau Professor ihren Widerstand gegen die Wahl ihres Sohnes aufgegeben,“ antwortete der Hausherr.„Ist dem so, dann, Kinder, will ich mich euerm Herzensbunde nicht länger widersetzen. Werdet glücklich miteinander!“ Marie umarmte schnell ihren Vater und drückte ihm den Brief der Professorin in die Hand. „Hier, Vater, lies, deine Vermuthung ist richtig, sie willigt ein.“ Und während Schmedes den Brief der Frau Professor las, trat Frau Burghard mit wichtiger Miene an Günther. (Fortsetzung folgt.) Tocales. * Nationalliberale Siegesfeier. Unserm Berichterstatter über die am Samstag Abend in der Lese=Gesellschaft stattgehabte liberale Versammlung ist ein Irrthum untergelaufen, indem derselbe dem Stadtverordneten Hru. Dr. Neven=DuMont den Ausdruck von den„Schwarzen“ zugeschoben und weiter von ihm geschrieben hat: „Hr. Stadtverordneter Dr. Neven=DuMont macht sich Hoffnung, allerdings nicht schon nach zwei Jahren, aber doch in einigen Jahren den liberalen Sieg der zweiten Klasse auch auf die dritte Klasse übertragen zu können.“ Thatsächlich war Hr. Stadtverordneter Dr. Neven in der Versammlung überhaupt nicht anwesend. Unser Berichterstatter hält indeß den sachlichen Inhalt seines Berichtes aufrecht, und es handelt sich also offenbar um eine Verwechselung des genannten Stadtverordneten mit einem der vielen Redner des Festabends, was ja einem„ultramontanen“ Berichterstatter um so leichter passiren kann, als ihm bekanntermaßen der„weite Blick“ fehlt. In dem Berichte des Stadt=Anzeigers, dem„Muster der Objectivität“, sind natürlich die citirten Aeußerungen auch nicht zu sinden. Indem wir unserseits den Irrthum unseres Berichterstatters ohne Zögern richtig stellen, empfehlen wir der Redaction des Stadt=Anzeigers die gleiche Ehrlichkeit in seinem Verhalten gegenüber dem Centrums=Stadtver= ordneten Drn. Gorissen. Das eigenhändige Manuscript des Hru. Joh. Dünn zu seiner in der Versammlung des Haus= und Grundbesitzer=Vereins gehaltenen Rede, so weit dieselbe überhaupt schriftlich fixirt war, liegt uns vor, beide Herren erklären überdies ausdrücklich die Behauptung des Stadt=Anzeigers für falsch, daß das Manuscript zu der Dünn'schen Rede von Hru. Stadtverordneten Gorissen herrühre. Aber Hr. Dünn verflocht in seine Rede auch einige Behauptungen über die Stimmabgabe mehrerer liberaler Vorstands=Mitglieder des Vereins bei der vorigen Stadtrathswahl, und diese Behauptungen stützte er auf eine alte Wählerliste, die ihm Hr. Stadtverordneter Gorissen überreicht hatte. Nur auf diese Thatsache kann sich also offenbar auch die dem Hrn. Dünn in den Mund gelegte Aeußerung beziehen, er„sei für seine Angaben nicht verantwortlich.“ ##s Militairisches. Frhr. v. Brackel, General=Major und Commandeur der 27. Infanterie=Brigade, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension und dem Charakter als General= Lieutenant zur Disposition gestellt; Oberst v. Schierstedt, Commandeur des Infanterie=Regiments 64 unter Beförderung zum General=Major zum Commandeur der 27. Insanterie=Brigade ernannt: Hauptmann und Compagnie=Chef Diepenbrock vom Infanterie=Regiment 53 zum überzähligen Major befördert; Major z. D. und Bezirks=Offizier Harnisch vom Landwehr=Bezirk Sarlouis zum Landwehr=Bezirk Köln versetzt; Major z. D. Petri unter Entbindung von der Stelle als Bezirks=Offizier bei dem Landwehr=Bezirk Köln der Abschied bewilligt, sowie der Oberst=Lieutenant z. D. Barchowitz, zuletzt Major und Abtheilungs=Commandeur im FeldartillerieRegiment 23, in die Kategorie der mit Pension verabschiedeten Offiziere zurückversetzt. § Armen=Vermögen. In der jüngsten Versammlung der Armenpfleger der Stadt Köln machte Herr Beigeordneter Zimmermann auf mehrere neue Stiftungen zum Besten der Armen aufmerksam. Das Armen=Vermögen der Stadt Köln, meist aus letztwilligen Verfügungen mildthätiger edeler Bürger herrührend, umfaßt zunächst 85 Stiftungen im Gesammtbetrage von 1,533,293 M. Capital. Von diesen sind 35 im Betrage von 764,000 M. für die offene Armenpflege, 18 für Kranken= und Siechenpflege, 21 für Waisenpflege bestimmt. Das gesammte in Capitalien angelegte Vermögen der ArmenVerwaltung betrug am 31. März d. J..099,855., der Bau= und Grunderwerbs=Fonds 1,846,514., die Einnahmen aus Erbzinsen und Renten 253,962., der Versicherungswerth des städtischen Grundbesiges, aus 14 Miethshäusern und einem Bauplatz bestehend, 144,570., der ländliche Grundbesitz im Werthe von 10,780,822 M. Der letztere umfaßt 24 große Hofgüter mit 1839,80 Hectar Land, ferner Wälder und Wiesen in Größe von 1420,06 Hectar. Hierzu kommt noch das zu Armen= und Kranken=Zwecken unmittelbar dienende Grundvermögen, wie Hospitäler, Convente, Waisenhäuser, Invalidenhäuser usw., mit einem Versicherungswerth von 3,026,540 M. Der Reinertrag aus diesem Armen=Vermögen beträgt 404,000 M. X Amtsentlassung. Das Disciplinar=Verfahren, welches gegen einen hiesigen Polizei=Commissar schwebte, ist mit dessen Entlassung aus dem Amte beendet worden. 0 In Folge des niedrigen Wasserstandes hat die KölnDüsseldorfer Dampfschifffahrts=Gesellschaft die Fahrten nach dem Oberrhein eingestellt; die Schiffe fahren einstweilen nur noch bis Koblenz. Der Pegel zeigte hier gestern Abend nur noch 0,89 Meter. X Unfälle. Bei dem Einrammen von Pfählen wurde am Bayen gestern ein Arbeiter im Rücken schwer verletzt. Man brachte ihn in das Bürger=Hospital. Dort wurde auch ein Betrunkener ausgenommen, welcher beim Zertrümmern von Fensterscheiben sich mehrere erhebliche Schnittwunden beigebracht hatte. * K ö l n e r S t a d t= T h e a t e r. H e u t e: A b.= V s t. 7 6. S h a k e s p e a r e Cyclus, achter Abend. Der Kaufmann von Venedig. Anf. 7, Ende 9½ Uhr.— Mittwoch, 24. Nov.: Ab.=Vst. 77. Martha. Komische Oper in 4 Acten von Fr. v. Flotow.— Spielplan= Entwurf. Donnerstag: Der Prophet. Freitag: Heimath. Samstag: Zur Feier der 25jährigen Bühnenthätigkeit von Otto Beck: Hasemann's Töchter. Sonntag: Die Jüdin. Montag: Was ihr wollt. Gerichts=Verhandlungen. a Strafkammer. Die Ehefrau eines Maurers zu Ehrenfeld wurde wegen verleumderischer Beleidigung eines Schutzmannes mit drei Monaten Gefängniß bestraft. Das Schöffengericht hatte die Frau freigesprochen.— Ein vagabundirender Tagelöhner hatte vor einiger Zeit zu Hermülheim in der dortigen Kirche den Opferstock bestohlen und mit einer Leimruthe etwa 25 M. erbeutet. Dafür war er vom Schöffengericht mit drei Monaten Gefängniß bestraft worden. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen dieses Urtheil ein und die Strafkammer verurtheilte nun den Dieb zu einem Jahre Gefängniß.— Ein Fuhrmann von hier wurde von der Beschuldigung der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen, dagegen wegen Mißhandlung zu einer Geldbuße von 20 M. verurtheilt. Die Pferde eines von ihm geführten Jagdwagens sollten am 15. August auf dem Marktplatz zu Berg.=Gladbach eine Frau umgestoßen haben. Als deren Mann, um den Namen des Kutschers festzustellen, die Pferde festhielt, schlug ihn der Kutscher mit der Peitsche über den Kopf.— Ein Bäckergeselle aus Brilon stahl zu Kalk einem Nebengesellen aus dem gemeinsamen Kleiderschrank ein dort aufbewahrtes Portemonaie mit 40 M. Die Strafe lautete auf vier Monate Gefängniß. Schöffengericht. Ein Speisewirth hierselbst hatte ohne polizeiliche Erlaubniß eine Schankwirthschaft betrieben und dieses steuerpflichtige Gewerbe nicht zur Steuer angemeldet. Er muß deshalb 20 M. Strafe zahlen.— Im Kloster an der Ulrichgasse hatten zwei Frauenspersonen von dem am Altar der Kirche geopferten Gelde gestohlen. Sie legten kleine Kupfermünzen hin und nahmen, als sie sich unbemerkt glaubten, Silberstücke weg. Das Urtheil lautete auf ein halbes Jahr bezw. sechs Wochen Gefängniß.— Der Tagelöhner N. hatte von einem Architekten ein Zwanzigmarkstück bekommen, um es wechseln zu lassen. N. ging und kam nicht wieder. Er erhielt zwei Wochen Gefängniß.— Ein oft bestrafter Tagelöhner, der schon fünf Mal in Brauweiler untergebracht war, zog in letzter Zeit wieder über Land und bettelte. In Fischenich wurde er festgenommen, wobei er einen Polizisten beschimpfte und sich ihm widersetzte. Das Urtheil lautete auf drei Wochen Haft und drei Wochen Gefängniß. Nach verbüßter Strafe kommt der Verurtheilte wieder nach Brauweiler.— Sechs Wochen Gefängniß erhielt ein Maurer. Er hatte milde Gaben gesammelt, sich dem gegen ihn einschreitenden Schutzmanne widersetzt und ihm Schimpfworte zugerufen.— Die Ehefrau Christine Leyseifer aus Effern hatte wissentlich abgerahmte Milch für Vollmilch verkauft. Da sie schon wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz vorbestraft ist, erhielt sie 60 M. Geldstrafe.— Das Urtheil soll auf Kosten der Verurtheilten im Stadt= und Local=Anzeiger veröffentlicht werden.— Das Söhnchen eines Ober=Postassistenten hatte in der Filiale eines Metzgermeisters Hackfleisch geholt, das ungenießbar war, sehr stark roch und ein schwarzes Aussehen hatte. Die Geschäftsführerin, die das Fleisch verkauft hatte, erhielt 20 M. Geldstrafe.— Ein in Haft sitzender Handlanger aus Kerpen gesteht ein, einem Stuckaturer eine silberne Taschenuhr gestohlen und versetzt zu haben. Die festgesetzte zweiwöchentliche Gefängnißstrafe wurde durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt.— Ein oft bestrafter achtzehnjähriger Blumenverkäufer erhielt wegen Beleidigung eines Polizeibeamten und Widerstandsleistung zwei Wochen Gefängniß. Vereins=Nachrichten. ( Der Kölner Liederkranz beging am Sonntag sein 42. Stiftungsfest. Am Vormittag fand in der St. Ursulakirche ein Hochamt für die verstorbenen Mitglieder statt. Abends vereinigten sich die Vereinsgenossen mit ihren Familien im Victoria=Saale zu einer Liedertafel, die einen schönen Verlauf nahm und von der Capelle des 53. Inf.=Reg. mit großer Pünktlichkeit durch mehrere gediegene Orchester=Vorträge eingeleitet wurde. Dann trug Frl. Jenny Meyer mit frischer Sopranstimme die immer dankbare Arie der Susanne aus Figaro's Hochzeit vor. Das mit Ausdruck und feinem musikalischen Gefühl vorgetragene Werk gelang namentlich auch in der schwierigen Schlußpartie sehr gut. Hierauf brachte der Liederkranz in der ganzen Stärke von 168 Sängern Waldesrauschen von Schulz, Dort liegt die Heimath mir am Rhein und Wie die wilde Ros' im Wald von Mair unter Leitung seines rastlosen Dirigenten, des Hrn. Concertmeisters Lorscheidt, rein und präcis zum Vortrag. Der Vorsitzende des des Vereins, Herr Urbach, warf einen kurzen Rückblick auf die Thätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre 1896/97. Danach zählte der Verein 31 Ehrenmitglieder, 168 active und 500 inactive Mitglieder. Aus dem Ertrage des Weihnachtsfestes mit 700 M. konnten 54 Kinder bescheert werden. Ferner wurden ersungen 1027 M. für die HerzJesu=Kirche; 700 bzw. 600 M. für die katholischen Kirchen zu Solingen und Elberfeld, für St. Michael 430., für St. Ursula 250., für die Ueberschwemmten in Süddeutschland 700., so daß im ganzen 4381 M. für wohlthätige Zwecke vorausgabt wurden, gewiß ein ehrendes Zeugniß für den wackern Verein. Herr Math. Nettesheim wurde aus Anlaß seiner 25jährigen Mitgliedschaft mit der silbernen Jubiläums=Medaille geschmückt. Im weitern Verlaufe des Concertes sang Herr Scheidtweiler zwei hübsche Lieder für Bariton, diesen folgten wieder drei zündende Chorlieder, welchen auf stürmisches Verlangen eine Zugabe folgen mußte. Herr Strobel entwickelte in einem Concert für Violine von Beriot eine große Technik. Auch Frl. Meyer erfreute die Festversammlung noch mit mehrern, trotz Tabakqualmes sehr gut gesungenen Liedern. Einem humoristischen Duett konnten wir trotz der mimisch vortrefflichen Darstellung keinen Geschmack abgewinnen. Den Schluß des Festes konnten wir wegen der vorgerückten Zeit nicht abwarten Kölner Local-Anzeiger Nr. 322 1 Vinstag, 25. November 1897. Seite 5. und Alle, denen eine geregelte Hautpflege Bedürfniss ist., soilten die neue „hergestellt aus den natür lichen Quellsalzen der Aachener Therme“, versuchen, Aerztlich empfoblen bei Hautkrankheiten der verschiedensten Art, na mentlich bei unreinem Teint, Finne, Mitesser.s w. Genaue Gebrauchsanweisung liegt jedem Stücke bei. Preis 75 Pig Nur ächt, wenn mit nebenstehen der Schutzmarke. Zu haben in den Apotheken und Drogenhandlgn. Wenn irgendwo nicht erhültlich, zu beziehen durch: LöwenApoth., Rothgerberbach; Jan v, Werth-Apoth., Alter-arkt; M. Hamecher, Schildergasse 43 45; Stern-Apothek., Waidmarkt 18; Hirsch-Apoth., Hohestr. 35 31; Aposteln-Apoth., Neumarkt 45: Dr. Baums Nachf., Komöllienst. 7; H. Becker& Co. Nachf., Hohepforte 9A;.Bleeke, Weyerst. 82: A. Esser, Peterstr. 47; J. Gartz Rheing.2; H. Gerstner, Breitestr 77; J. Hartzheim, IIohestr. 13; C. Krudewig, Marzellenst. 35; A Muller, Weideng. 44; G. Schmalfuss, Breitest.61;.Riese Ehrenst 79; H. Enes, Ehrenst. 10 12; R. O. Kranz, Severinst. 142; C. Loosen jr., Grreonst.55; L. Sester. Alter markt 58;„Droguerie Zur Frei heit" J. Baur; F..Graf, Ehren feld. Venloerstr. 297; C. Zäger, Eigelstein; W. Krudewig, Unter Käster. Hohepforte, Mauritins steinweg; P. Löbner, Paradies Apoth., Severinstr.; J. Ortwein, Poststr.; O. Winkhaus, S verinstr.: H. M. Zscheyge, Schilderg.;## Fritz Lupprian Nachf., W. Rueb, Köln-Nippes; G. Riphahn, KölnNippes, Droguerie, Sechszigstr. 4B; F. Wiegand, Chlodwigplatz 4; Apotheke„Zum goldenen Kopf“, Schildergasse. 2 Die St. Cäcilienkirche in Köln wird zum Feste ihrer Kirchen=Patronin in der malerischen Ausschmückung des Junern nahezu vollendet sein, die sich von derzeniger anderer Kölner Gotteshäuser wesentlich unterscheidet, als sie eines theils unmittelbar an aufgedeckte Funde aus alten Zeiten anknüpfen konnte, anderntheils vorzugsweise Kölner Heilige in ihren Bereich hineinzog. Die ursprünglich flachgedeckte Basilika hat im Langhause, nach den verschwindend kleinen undeutlichen Ueberresten zu urtheilen, eine Bilder=Reihe oberhalb der Seitenschiffbögen besessen, während tztere des Schmuckes entbehrten. Die Pfeiler dagegen waren durch große Figuren=Darstellungen beleht, die Wände des Chores durch zwei umfangreiche Bilder=Cyklen aus dem Leben des Heilandes und der h. Cäcilia, welche sich glücklicherweise unter der Tünche erhalten Bei der Wiederherstelung ist das Langschif in einfacher, Weise be handelt. Pfeiler und Bögen zeigen die Farbe des verwendeten Trachyts unter deutlicher Hervorhebung der Fugen wie auch Wechsel zwischen hellen und dunkeln Steinen, wodurch eine durchaus harmonische, ruhige Stimmung erzielt wird. Den Schmuck der Pfeiler bildet eine Reihe mächtiger Gestalten auf schwarzem bzw. blauem Grunde in schlichter Umrahmung. Anhalt gaben fünf aufgedeckte Figuren des 15. Jahrhunderts von einfach klarer Zeichnung und groß angelegter Gewandung. Anknüpfend an den altöinischen Hymnus Guade keu Agrippina, dessen Text den Wänden der Seitenschiffe entlang unter halb der Fenster Platz gefunden, stellen die Gemälde vorzugsweise Heilige dar, die er besingt: Felix und Adauctus, Vitalis, Paulinus, Maurinus, Paulus, Albinus, Hypolitus, Albertus Magnus und die Gebrüder Ewaldi, am Eingang des Chores der Erzengel und Johannes der Täufer. Unterhalb der obern Fenster des Lang schiffes erblickt man in sitzender Stellung die Bildnisse der großen h Bischöfe von Köln: Maternus, Severinus, Evergislus, Cunivert, Aailolph, Hildebold, Bruno, Heribert, Anno und Engelbert, denen Vetrus als erster Oberhirt der Kirche hinzugefügt ist. Dazwischen erscheint an der Nordseite eine Gruppe musicirender Engelsgestalten auf schwarzem Grund, roth in roth gemalt, der Zeichnung und Farbe nach dem 14. Jahrhundert entstammend, einst die Umgebung einer Orgel, worauf eine bezügliche Inschrift hinweist. Das MittelschiffGewölbe ist im allgemeinen des malerischen Schmuckes bar, nur durch Sterne in den Gewölbekappen und durch architektonische Umrahmung der Schlußsteine belebt. Ebenso schlicht sind, die Gewölbe der Seitenschiffe behandelt, deren südliches in einer östlichen Apside endigt, welche zu einer Kapelle der schmerzhaften Mutter bestimmt in. Die Concha füllt die Darstellung des Kreuzes, getragen von Engeln mit den Leidenswerkzeugen, die Wand diesen, der h. Ursun, Ce. o, Georgius, Felix, Nabor, und der makkabäischen Mutter, des alt testamentalischen Vorbildes der mater dolorosa. Als Königin der Martyrer und Jungfrauen erscheint Maria im Scheitel des Triumphbogens, ihr zur Seite gruppiren sich die Bild nisse der h. Katharina, Margaretha, Barbara, Dorothea, Agnes, Lucia, Apollonia und Agatha, ihre Fortsetzung finden sie in den klugen und thörichten Jungfrauen, welche, von einem charakteristische Rauten=Ornament umgeben, als eine eigenartige Decoration des Mittelalters die Pfeilerflächen am Choreingang beleben, während Echte Malzextractbonbons mit Gehe& Co.'s chemisch reinem Malzextract aus der Chocoladen=Fabrik von Jordan& Timaeus, Dresden, Bodenbach u. Wien, gegründet 1823.— Bewährtestes Hustenmittel! Mildernd und lösend bei Reizzuständen der Athmungs= organe, vortrefflich gegen Heiserkeit! 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Ihre Gestalten halten die Satzungen des Apostolicums, und sind eingefaßt von folgender Inschrift aus Ap. 1 7, 8: Non est vestrum nosse tempora vei momenta quae Pater posuit in sua potestate, sed accipietis virtutem supervenientis Spiritus Sancti in vos, et eritis mihi testes in Jerusalem et in omm Judaca, et Samaria, et usque ad ultimatum terrae (Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vate seiner Macht aufbehalten hat; aber ihr werdet die Kraft des auf euch kommenden heiligen Geistes empfangen, und werdet mir sein in Jerusalem und in ganz Judäa und in Samaria und bis an das Ende der Erde.) Die Fortsetzung der Apostel bilden im Halbrund der Chornische sowohl die großen Darstellungen der vier Evangelisten zwischen den Fenstern, als auch die kleinen der Kirchenlehrer und Ordensstifter: Gregorius, Ambrosius, Augustinus, Hieronymus, Thomas von Aquin, Bonaventura, Leo der Große, Chrysologus, Anselmus, Basilius, Benedictus und Bruno. Eine darunter befindliche Inschrift bezieht sich auf den Altarraum: Adeamus ergo cum fiducia ad thronum gratiae, ut misericordiam consequamur et gratiam inveniamus in auxilio opportuno. Hebr. IV 16.(So lasset uns denn hintreten mit Zuversicht zum Thron der Gnade, auf daß wir Erbarmung finden und Gnade erlangen in der Zeit), eine solche über den Evangelisten=Symbolen auf das Gemälde des Apsiden=Gewölbes: Hi sunt, qui venerunt de tribulatione magna et laverunt stolas suas et dealbaverunt eas in sangumne agni. Apoc. VII 14.(Das sind die, welche gekommen sind aus großer Trübsal, und haben ihre Gewänder gewaschen und weiß gemacht in dem Blute Hier umstehen die Heiligen Cäcilia und Eugenia, Valerianus und Tiburtius mit dem Vorläufer des Herrn und der Gottesmutter den Stuhl des Weltrichters, einer hoheitsvollen Gestalt inmitten der strahlenden Mandorla. Von reichem, theilweise plastischem Goldgrunde sich abhebend, bildet diese Gruppe einen überaus wirkungsvollen Abschluß der ganzen Kirchen=Decoration, die auch in dem Spruche Ausdruck findet: Sedenti in throno et agno benedictio et honor et gloria et potestas in saccula saeerlorum. Avoc. V 13.(Derzg, der auf den Throne sitzt, und dem Lamme sei Preis und Ehre, Herrlichkeit und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit.) Dem wichtigsten Theil der alten Ausschmückung, den beiden BilderCyklen an den Seitenwänden des Chors ist bei der Erneuerung peinliche Sorgfalt gewidmet worden. Von den bruchstückweise zu Tage getretenen Resten, auch den geringfügigsten, wurden Pausen direct von der Wand entnommen, sachgemäß ergänzt und nach so gewonnenem Anhalt die Wiederherstellungen in's Werk gesetzt, eine immerhin langwierige und mit eingehenden Studien gleichzeitiger Vorbilder verknüpfte Arbeit. Auch die Auffrischung der alten Farben hat sich unter thunlichster Belassung der vorhandenen Reste ermöglicht, so daß die Bilder den Eindruck wieder hergestellter alter Kunstwerke auf den BeAbschnitte getheilt, eine Verticältheilung innerhalb derselben, je nach der Größe der verschiedenen Scenen erfolgt durch rothe und grune Streifen wie auch durch Architektur. Von blauem Grunde heben sich die Figuren wirksam ab, in festen kräftigen Linien gezeichnet, zu meisterhaft componirten Gruppen vereinigt, von lebhafter Bewegung und überaus schlanken Körperverhältnissen, die sich bis zu zwolf Kopflängen steigern, in dem engen Chor=Raum indessen nicht auffällig erscheinen. Die Farben=Scala der Gewänder ist keine sehr umfangreiche, einfache Töne herrschen vor, und nur wenige Schattirungen hat der Künstler einzufügen für gut befunden. Seine Studie, hat der aller Wahrscheinlichkeit nach in Frankreich gemacht, da sowohl Gewandung, Bewegung als auch die Behandlung des. Nackten, auf u lendete Vorbilder schließen lassen, welche zur Zeit der Entstehung Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts in den Rheinlanden kaum vorhanden gewesen sein dürften. Darin liegt auch die Wichtig— Glasmalerei= Imitation zum Decoriren von Fensterscheiben, prachtvolle, zweckmäßige Neuheit, von jedermann leicht anzubringen, sehr dauerhaft, empfiehlt in reicher Auswahl h. Kaesmacher, Per cs““ Niederlage bei: Andr. Köln=Ehrenfeld, Venloerstr. 271. VS „ Mohr'sche Margarine im Geschmack und Nährwerth gleich guter Butter per empfehlen &W. Bollig, Köln, Weyerstraße 15. Postkarten-Albums, PAPIER-CASSETTEN, Gratulationskarten, BLUMEN bekannt grösste Auswahl. Reinhold Müller, Mauritiussteinweg 72, gegenüber der Kirche Zugluft durch Anbringen von Verdichtungsstränge. Dieselben sind in jeder Stärke per Packet à 1 M. zu haben bei: Klein& Nolte, Friesenstraße 3. Normalhemden, große Auswahl, vorzügliche Waare, nicht einlaufend. in jeder Preislage. 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Der Spruch aus Isaias IX 6: Parvulu enim natus est nobis, et filius datus est nobis et factus est prin cipatun cuper humarum ejus; et vocabitur nomen ezus, admirabilis, consiliaris, Deus, fortis, pater futuri saeculi, princeps pacis.(Denn uns ist ein Kind geboren und ein Sohn ist uns gegeben, der die Herrschaft hat auf seiner Schulter; sein Name wird heißen Wunderbarer, Rath, Gott, Held, Vater der Zukunft, Friedensfürst) leitet über zur zweiten Reihe. Diese schildert das öffentliche Wirken Jesu. Taufe im Jordan, Hochzeit zu Kana, die Wunder der TodtenErweckung, der Krankenheilung und Brodvermehrung sowie die Versuchung in der Wüste. Ikonographisch bemerkenswerth ist die Vereinigung gleichartiger Wunder zu einem Gesammtbilde; so beispielsweise die Auferweckung des Lazarus, des Jünglings zu Naim und des Tochter. Die bezügliche Inschrift lautet: Ipse est enim Deus vivens. et aeternus in saccula: et reguum ejus non dissipabitur, et potestas ejos usque in aeternum. Ipse liberator atque salvator faciens signa et mirabilia in coelo et in terra. Daniel VI. 2o. 27. (Er ist der lebendige Gott, der ewiglich bleibet, sein Königreich ist unvergänglich und seine Herrschaft währet in Ewigkeit. Er ist Erlöser und Erretter, der Zeichen und Wunder thut im Himmel und auf Erden.)— Die unterste Abtheilung enthält Scenen aus der Leidensgeschichte: Bethanien, Einzug in Jerusalem, Fußwaschung, Abendmahl, Todesangst in Gethsemane, Christus vor Pilatus und die Geißelung, darunter die Oelgarten=Scene, besonders merkwürdig durch die dreifache übereinstimmende Darstellung des Heilandes und der drei schlafenden Jünger, wodurch wiederum eine gleiche Anzahl Handlungen in einem Bilde vereinigt wird. Das Spruchband enthält folgende Bibelstelle: Vere languores nostros ipse tulit et dolores nostros ipse portavit: et nos putavimus eum quasi leprosum, et percussum a Deo, et humiliatum. Ips autem vulneratus est propter iniquitates nostras, attritus est propter scelora nostra: disciplina pacis nostrae super eum et livore ezus sauati summus. Isaias LIll 4, 5. (Wahrlich, er trägt unsere Krankheiten und ladet auf sich unsere Schmerzen! Wir halten ihn für einen Aussätzigen, den Gott geschlagen und gedemüthigt hat; aber er ist verwundet um unserer Missethaten willen, zerschlagen um unserer Sünden willen, unseres Friedens wegen liegt die Züchtigung auf iym und durch seine Wunden werden wir geheilt.) Ob diesen drei Bilderreihen noch eine vierte früher angefügt war, in welcher die Passion Fortsetzung und Schluß gefunden, dafür sind keinerlei Anzeichen vorhanden gewesen. Die Nordwand in gleicher Ausstattung und Eintheilung führt uns Leben und Martyrium der h. Cäcilia vor Augen. Cäciliens Gesang mit den Engeln bei ihrer Hochzeit mit dem Heiden Valerianus eröffnet die Reihe der Darstellungen, ihr folgt die Unterredung im Brautgemach, Valerius' Gang zu Bischof Urban in die Katakomben, seine Bekehrung und Taufe, die Rückkehr zur Braut, ihre Krönung durch den schützenden Engel, die Unterweisung des Tiburtius im Christenthum, seine Taufe und Belehrung durch Urban, das heldenmüthige Bekenntniß des Valerianus vor Almachius, seine Geißelung, die Bekehrung des Maximus und seiner Hausgenossenschaft durch die Brüder und Cäcilia, der erstern Weigerung des Götzenopfers, ihre Enthauptung, der Tod des Maximus durch Geißelung, das Martyrerbegräbniß, Cäcilia vor dem Richterstuhle des Almachius, ihr glorreicher od und Begräbniß in der Papstgruft. 6 Die einzelnen Scenen sind ungemein bewegt wiedergegeben, lebendig, oft etwas zu realistisch behandelt und voll des Interessanten wie Eigenartigen bezüglich der Kostüme, der Waffen und Cultgegenstände, was gerade für die Zeit der Entstehung der Bilder charakteristisch ist. Der Künstler hat sich sehr genau der Legende angeschlossen und in manchen Darstellungen Meisterwerke der Gruppirung und Farbenharmonie geschaffen. Ihre Erhaltung war auch eine bessere als an der Südseite des Chores, wo die oberste Reihe fast ganz verschwunden war, von den Inschriften jede Spur aufzudecken unmöglich wurde. Während die letztern dort neu zu bestimmen waren, konnten sie hier auf Grund fragmentarischer an verschiedenen Stellen hervorgetretener Reste unter Anwenduug einschneidender Abbreviaturen so ergänzt werden, daß n eine fortlaufende Beschreibung der einzelnen Darstellungen bieten, die mit dem Kirchengebete am Feste der h. Cäcilia schließt. Der ganze malerische Schmuck des Gotteshauses ist nach besonderer Angabe des Herrn Stadtbaurathes Heimann durch die Maler Mausz und Bardenhewer zur Ausführung gelangt; dem letztern lag vorzugsweise die Aufnahme und Wiederherstellung der alten Gemälde ob, welcher Aufgabe er mit Eifer und Sachkenntniß sich entledigte. Die baulichen Arbeiten, worunter der stilgerechte Plattenbelag in dem Kirchenschiffe fällt, leitete Architekt Baedeker. Die Wiederherstellung der prächtigen Renaissance=Gewölbe=Decoration in der Sacristei, die Beschaffung der Altäre, Communionbank, Kanzel, Beichtstühle, Chorfenster und Beleuchtungskörper steht noch aus. Wenn diese stilgerecht zu fertigenden Ausstattungs=Gegenstände erst das Kirchen=Innere beleben, wird St. Cäcilien thatsächlich als ein Muster einheitlicher, aber auch einfacher Kirchen=Ausschmückung da stehen und rühmend Zeugniß für eine Stadt=Verwaltung ablegen welche inmitten der großen Aufgaben, die auf allen Gebieten des communalen Lebens an sie herantreten, die nicht unbeträchtlichen Mittel spendete zur Wiederherstellung eines altehrwürdigen Denkmales christlich=mittelalterlicher Kunst. Kohlenhandlung 28 Franz Spohr, Ulrichgasse 18D.“ Fernspr. 831. Ströhmer& Co., Schildergasse 88, Bankgeschäft. An- und Verkauf von Werthpapieren, Einwechselung aller Geldsorten. 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Herr Rechtsanwalt Eduard Schrammen, hier: Das Verhültniss zwischen Principal und Angestellte nach dem neuen Handelsgesetzbuch. 16. Januar 1898. Herr Regisseur Otto Beck. hier.„Im IsabellenSaale des Gurzenich mit Damen.“ Recitationen28. Januar 1898. Hert Professor Dr. Au g. Blind. hier: England als Handelsstaat. 4. März 1898. Herr Profesvor Dr. Zitelmann, Bonn: Thema noch nicht festgestellt. Weitere Vorträge und Besprechungen über Tagesfragen nach Bedarf Verband kaufmännisch. Gehülsinnen Köln. Die Bureaustunden sind an Wochentagen von—11 u. von 12—4 Uhr. An Sonn= und Feiertagen sind die Unterhaltungsräume von Nachmittags 2 Uhr bis Abends 10 Uhr für die Mitglieder geöffnet. Bei Benutzung der Verbands=Einrichtungen ist die Mitgliedkarte vorDie Herren Geschäfts=Inhaber werden höflichst gebeten, sich bei Besetzung vacanter Stellen des Burau's bedienen zu wollen. Der Vorstand. Fernsprecher 1725. Dr. med. L. Müller, Specialarzt für innere Krankheiten, (Zuckerkrankheit 2c.) Salier=Ring 62(Barbarossaplatz). Dr. med. Matte, Specialarzt f. Ohrenkrankh., Köln, Kaiser Wilhelm=Ring 14, früher Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Ohren= u. Nasenkrankheiten(Prof. Dr. Kessel) in Jena und an der UniversitätoOhrenklinik(Geheim. MedicinalRathes Prof. Dr. Schwartze) zu Hallc a. S. Sprechstunden von 11—1.—5; Sonntga von—12. Weyerstrasse 45. 5 erde und Größte Auswahl in Regulier=Füllösen. Fabrik-Niederlage in: Emaillierten Spartafelherden. Specialität: eigenes System. Gas-Luftheizungsofen Rapid. D. R. P. a und D. R. G. M. 70477.„ Lieferung kompletter Aussteuern. EES 105 5 Flotter Schnurrbart! Franz. Haaru. Barr. Elixir, schnellst. Mittel z. Erlang. ein. stark. Haar= u. Bartwuchs.— Verbörg. v. Haarausfall. Dieses Elixir, tausdf. bew., i. all. Pomad., Tinct. u. Balsentsch. vorzz. Erfolg garnt. à Dose Mk. 1,— u. 2,— nebst Gebrauchsa. u. Garantiesch. Vers. diser. pr. Nachn. od. Eins. d. Betr.(a. i. Briefm. all. Länder). Alleinecht zu beziehen durch Parfümerisfbr. F. 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