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Flur 28 zu Nr. 859/112, Allerheiligenstraße, Hofraum, 01 Qu.=.; eingetragene Eigenthümer: Simon Rosenstein, Kaufmann, und dessen Ehefrau Carolina geb. Fulda, ohne Geschäft zu Köln; 3. Band 336 Blatt 13421 des Grundbuchs von Köln, a. Flur 35 Nr. 2284/9, Engelbertstraße 86, groß 1 Ar 92 Qu.=., Wohnhaus mit Anbau und Hofraum, 2400 M. Nutzungswerth, b. Flur 35 Nr. 2285/9, Engelbertstraße 84, groß 2 Ar 39 Qu.=., Wohnhaus mit Anbau und Hofraum, 2700 M. Nutzungswerth, c. Flur 35 Nr. 2286/9, Engelbertstraße 82, groß 2 Ar 55 Qu.=., Wohnhaus mit Anbau und Hofraum, 2700 M. Nutzungswerth; eingetragene Eigenthümer: Eheleute Fuhrunternehmer und Wirth Johann Piron und Helena geb. Gierling zu Köln; 4. Band 1 Blatt 8 des Grundbuchs von Köln=Nippes, Flur 9 U Nr. 1356/111, Merheimeimerstraße 82, groß 1 Ar 54 Qu.=., Wohnhaus mit Anbau und Hofraum, 750 M. Nutzungswerth; eingetragene Eigenthümer: Eheleute Joseph Münch, Gärtner, und Justina geb. Mohr, zu Köln=Nippes; am 16. Februar 1897, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht— an Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 85b im Justizgebäude, westlicher Flügel, 1. Stock, versteigert werden Auszüge aus den Steuerrollen, beglaubigte Abschriften der Grundbuchblätter, etwaige Abschätzungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei der Abtheilung 9 eingesehen werden. Die Urtheile über die Ertheilung der Zuschläge werden am 23. Februar 1897, Vormittags 10¾ Uhr, an Gerichtsstelle verkündet. Köln, 10. December 1896. Königliches Amtsgericht, Abtheilung 9. St. Ursula=Verein für kathol. Ladengehülfinnen. Für unser verstorbenes Mitglied. Anna Becker, wird eine h. Messe Mittwoch den 16. Januar, 11 Uhr, in St. Cunibert gehalten. Kassenarzt=Gesuch. Die durch den Wegzug eines unserer bisherigen Kassenärzte, des Herrn Dr. Stühlen erledigte Kassenarztstelle ist sofort neu zu besetzen. 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Jan. 1897. 8- Regina. Dem americanischen Originale der Mrs. Mary Aanes Fleming [211 nacherzählt von Lina Freifrau v. Berlepsch. Er ärgert sich wieder über die freundschaftliche Begrüßung, welche jenem von Regina zu Theil geworden war. Er hat Regina gebeten, seine Frau zu werden, und sie hat eingewilligt; aber bis zur Stunde standen sie sich kalt und ruhig, wie Fremde gegenüber, während sie nun bei der Ankunft jenes Vetters die lebhafteste Freude verrieth, obgleich sie anderseits ängstlich und überrascht war. Er hatte sie sich eigensinnig und widerspänstig gedacht, jedenfalls aber offen und wahr. Sie hatte seine Werbung angenommen, ohne ein früheres Verhältniß zu erwähnen, und nun trug sie die Photographie Leonce's bei sich und schien für ihn allein ein lebhaftes Intcresse zu fühlen. Er beschließt, sich weiter nicht mehr um ihre Neigung zu bemühen, da ihr Herz ja doch schon einem andern gehört und es vergebliche Mühe wäre. Der Schmerz aber, der ihn bei dem bloßen Gedanken daran durchbebt, zeigt ihm den Zustand seiner eigenen Gefühle deutlicher, als er es selbst geahnt hatte. Er beobachtet, wie alle Umstehenden, die sich abspielende Scene. Verstehen kann er kein Wort, deutlich aber ist es, daß Monsieur Durand wünscht, Mademoiselle Marie möchte mit ihm das Gedränge verlassen, weil er ihr etwas mitzutheilen hat, eben so deutlich aber auch, daß sie seine Bitte ablehnt. Regina sieht betrübt und aufgeregt aus; sie scheint Durand's Sache zu verfechten. Marie aber ist unerbittlich und gesellt sich endlich zu einer Gruppe ihrer Bekannten. Den beiden andern bleibt nichts übrig, als das gleiche zu thun. Der junge elegante Fremdling wird vorgestellt; er beherrscht sich und unterhätt sich bald mit französischer Leichtigkeit und Liebenswürdigkeit. „Eine unerwartete Erscheinung, nicht wahr?“ fragt eine Stimme, I und als Longwoith sich umwendet, steht Mrs. Sheldon vor ihm, „wer ist Monsieur Durand, Adolph?“ „Jedenfalls ein hübscher Mann.“ „Miß Marie scheint indessen nicht sehr erbaut zu sein von seiner Ankunft; sie gab ihm nicht ein Mal die Hand. Mademoiselle Regina aber ist zuvorkommend gegen ihn. Ist er mit ihr verwandt?“ „Meinst du, ich hätte mich sofort nach Monsieur Durand's Stammbaum umgesehen? Dort ist Mademoiselle Marie, frage sie doch, wenn er dich so interessirt.“ „Er interessirt mich nicht; ich dachte nur, daß wir von den beiden Damen so wenig wissen, daß sie ein eigenthümliches Wanderleben geführt zu haben scheinen, so viele Leute kennen, so wenig von ihrer Vergangenheit sprechen,—— aber das ist natürlich Unsinn.“ „Du bist in seltsamem Irrthum befangen; was willst du mit eigenthümlichem Wanderleben sagen? Regina wurde von ihrer Tante in Rouen erzogen und verließ die Stadt nur, wenn sie ihre Eltern in London besuchte oder die schwache Gesundheit der Tante einen Luftwechsel erforderte. Dieser junge Mann aber ist Stiefsohn ihrer Tante. Daher ist Mademoiselle Marie, die nie bei der Tante war, auch mit dem Vetter weniger bekannt. Uebrigens sind deine Worte und Mienen eigenthümlich bedeutsam; darf ich fragen, in wie fern——“ „O nichts! Sei nicht böse, Adolph,“ die kleine Hand legt sich auf seinen Arm und die blauen Augen blicken bittend zu ihm auf; „wenn dein Glück mir weniger am Herzen läge, könnte ich gleichgültiger sein, aber mir kommt es vor, als fürchte Mademoiselle Regina diesen Mann. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, Verzeihe mir, wenn ich dich verletze; ich weiß ja, daß sie dir alles ist, während ich nichts für dich bin.“ Mrs. Sheldon ist eine hübsche Dame, aber es fehlt ihr entschieden der zarte sechste Sinn— Takt. Einen unglücklichern Augenblick, erloschene Gefühle zu wecken, hätte sie nicht finden können. „Unsinn,“ brummt Longworth und wendet sich ab,„ich wollte, Laura ließe mich in Ruhe mit ihrer unnothigen Zärtlichkeit.“ Aber der Stachel sitzt doch. Sie hat also auch das Entsetzen in Regina's Augen gesehen, und ganz Baymouth wird morgen von dem Fremden sprechen und sich fragen, warum Mademoiselle Marie ihm nicht die Hand reichen wollte, und Mademoiselle Regina ihn zu fürchten scheint. Die Zeit der Heimfahrt ist indessen gekommen, er sucht deshalb die Schwestern auf und überlegt dabei, wie er Regina am besten sagen könnte, daß er nicht gesonnen sei, ihr Sklave zu sein, und daß niemand zwischen ihn und sein künftiges Weib treten dürfe. Wenn er sie falsch beurtheilt habe, so mag das sofort geordnet werden. Er weiß, daß sie gut und wahr und rein ist; aber alle Welt muß das anerkennen, sie muß erhaben sein über jeden Vorwurf 18. Longworth schreitet rasch durch die Ausstellung und findet bald die beiden Schwestern sammt dem geheimnißvollen Besucher. Der Platz, wo sie sich befinden, ist etwas abgelegen, und als er näher tritt, hört er klar und deutlich Mariens Worte. „Regina mag thun, was sie woill. Sie kennt dich länger und verzeiht dir deshalb leichter; mir aber ist der Mann, der aus Selbstsucht sein gegebenes Wort bricht, so verächtlich, daß ich ihn nicht genug verabscheuen kann. Und ich werde weder öffentlich, noch privatim dich je—“ Sie hält inne; denn Longworth steht vor ihnen. Er sieht Mariens zürnende Züge, das verweinte Gesicht der jüngern Schwester, das leidenschaftliche Antlitz des Fremden, der wie ein Vrbrecher vor ihnen steht. „Wenn ich Sie nicht störe, Regina,“ spricht Longworth grüßend, „und wenn Sie bereit sind, nach Hause zurückzukehren—“ Wie erleichtert wendet sie sich zu ihm und nimmt seinen Arm. Mariens Gesicht erhellt sich ebenfalls sofort. „Wenn es Zeit ist, daß Regina fortgeht, so hält auch mich nichts mehr hier zurück.“ „Dexter sucht Sie eben, Mademoiselle, und Miß Harriot ist bereits im Wagen. Wenn es Ihnen beliebt, führe ich Sie zu ihr.“ Sie wendet sich ab, ohne Durand noch eines Blickes zu würdigen, nur Regina blickt zurück. „Adieu, Leonce, auf Wiedersehen!“ Miß Landelle nimmt neben Miß Harriot Platz, und Regina tritt zu der Pony=Equipage, die sie hierher gebracht hat. Schweigend hilft Longworth ihr einsteigen. Sie blickt zu ihm auf; der ernste Ausdruck seiner Züge läßt sie nichts Gutes hoffen. „Sie scheinen müde, Regina,“ beginnt er kalt.„Sie sehen krank und trüb aus, ja, sonderbarer Weise, als hätten Sie geweint.“ Sie antwortet nicht, sondern blickt unverwandt hinaus auf die See. „Monsieur Durand's unerwartete Ankunft scheint also doch nicht nur frohe Gefühle bei Ihnen hervorgerufen zu haben, obwohl Sie aufangs so sehr glücklich waren über dieses Wiedersehen. Ihre Schwester jedoch theilt diese Freude augenscheinlich nicht; ihr ist sein Erscheinen mehr als unangenehm, und was Sie betrifft, Mademoiselle, so könnte ich fast glauben, daß Sie Mr. Durand fürchten.“ Sie athmet schwer auf, lacht aber sofort. „Sie sind ein guter Polizist, Monsieur; welch' andere entsetzliche Vermuthungen hegen Sie noch? Uebrigens wäre ich in meinem Benehmen vorsichtiger gewesen, hätte ich mich unter solch' strenger Aussicht gewähnt.“ Voll und trotzig blickt sie auf ihn. Er scheint gereizt zu sein; aber sie ist es jedenfalls nicht weniger. Plötzlich fällt der Schimmer eines Smaragdes Longworth in's Auge. Regina trägt gewöhnlich keine Ringe. Außer seinem Verlobungsring hat er an der kleinen braunen Hand nie einen solchen gesehen, und nun trägt sie einen werthvollen Smaragd. „Ein hübscher Ring, Regina, ich habe ihn noch nie bemerkt; er eine Gabe Ihres Vetters?“ „Monsieur's Scharssinn ist wunderbar; ja, der Ring ist von Monsieur Durand.“ „Die Farbe des Steines aber hat sicher keine günstige Bedeutung. Heißt grün nicht treulos oder verlassen?“ „Wenn je, so war seine Wahl prophetisch," flüsterte sie, das Juwel betrachtend. „Wirklich?“ Er blickt auf sie so ernst und lang, daß sie erglüht. Kölner Local-Anzeiger Nr.“5 4 Dinstag, 5. Januar 1897. Seite 3. Treue aber kann wiedergewonnen werden; so lange man lebt, ist es nie zu spät. Darf ich den Ring sehen?“ Ohne ein Wort gibt sie ihm denselben. Es ist ein dicker Goldreif mit einem großen schönen Smarago; innen sind die Worte gravirt: „Verschwiegen und treu.“ „Ein hübscher Ring und ein hübsches Motto, man weiß nicht, was man mehr bewundern soll.“ 90 „Ein Mann Ihrer Gesinnung sicherlich den Smaragd; Verschwiegenheit und Treue sind Tugenden, die Mr. Longworth kaum einem armseligen Mädchen zutrauen dürfte.“ „Sie irren, Mademoiselle; ich glaube, daß Sie zum Beispiel verschwiegen und treu sein können.“ „Ja, Jenen gegenüber, die mich lieben und mir vertrauen, kann ich es zur rechten Zeit sein.“ „Und die Sie lieben und Ihnen vertrauen, sind gekommen, um Sie zu fragen: Ist es nun die rechte Zeit?“ „Monsieur, ich verstehe Sie nicht; welchen Unrechts klagen Sie mich an?“ „Ich sah, daß er Sie küßte,“ entgegnet er leidenschaftlich. *„O, kümmern Sie sich darum?" flüstert sie erröthend. “ E t w a s i n d e m E r r ö t h e n, d e n W o r t e n, d e m g a n z e n W e s e n b e r ü h r t ihn eigenthümlich; aber er will es nicht zeigen. „Nun, ich dächte, daß die Männer im allgemeinen derlei Vorrechte anderer gegenüber ihrer Braut nicht gerne sehen. Ich habe solches nie verlangt; ich wollte warten, bis wir uns besser verständen. Das aber schließt nicht aus, daß ich intolerant und heifersüchtig bin gegen jene, welchen Privilegien, die mir verweigert sind, gestattet werden. Hoffentlich verstehen Sie mich, Mademoiselle.“ „Monsieur,“ fragt Regina,„Sie erklären mir eben, das Ihnen so viel an meinem Interesse liege; sagen Sie mir ein Mal offen: Lieben Sie mich?" „Mademoiselle,“ spricht Longworth nach einer kleinen Pause der Ueberraschung ruhig abweisend,„ich habe Sie gebeten, meine Frau zu werden, also haben Sie Ihre Antwort.“ „Bah; Sie warben um eine von Mrs. Windsor's Erbinnen, das ist keine Antwort auf meine Frage. Uebrigens sehe ich, daß Sie mich für unweiblich und keck halten, weil ich eine Frage stelle, die ein Mädchen gewöhnlich nicht stellen darf. Es wäre aber in der That besser für uns beide, wenn sie offen beantwortet würde.“ „Und wenn ich sie bejahe, werden sie mir dann ebenfalls eine Frage beantworten? Werden Sie mir mittheilen, in welcher Beziehung Sie zu Leonce Durand stehen?“ „Nein.“ „Eutschuldigen Sie dann, wenn auch ich mich zu antworten weigere. Ich möchte nicht alles geben und nichts dafür erhalten.“ *„Und doch gibt es Männer, die es thun würden. Leonce Durand zum Beispiel wäre dessen vollkommen fähig.“ „Nun, ich denke, er hat auch wirklich keinen Grund, unzufrieden zu sein. Sie lassen sich von ihm küssen, tragen seinen Ring, weigern sich aber, Ihrem Verlobten Ihr Vertrauen zu schenken. Sie ziehen Mr. Durand ohne Zweifel vor, weshalb sollte er sich also beklagen?“ „Mr. Longworth," ruft Regina plötzlich,„wollen Sie sich mit mir zanken? Wollen Sie, daß ich Ihnen Ihr Wort zurückgebe? Bitte, sagen Sie es mir; es ist viel besser, sich vollständig zu verstehen. Jeder Streit ist mir verhaßt, und ich habe Kopfweh.“ Ihre Stimme zittert und sie hält mit einer müden Gebeide die Hand an das schmerzende Haupt. „Verzeihen Sie,“ bittet er sofort,„ich habe Ihnen weh gethan; Verzeihung, liebe Regina.“ Ihre Nerven sind überreizt; sie hat heute viel Unruhe und Aufregung erfahren, und der plötzliche Wechsel in der Stimmung ihres Verlobten ist zu viel für sie. Sie verhüllt das Antlitz und weint leise. „O vergeben Sie mir, petite Reine, ich bereue es herzlich. Sie so gequält zu haben.“ Er nimmt ihre Hand und neigt sich zu vor. Soll die Frage erst so kalt gestellt, so kalt zurückgewiesen, nun zärtlich behandelt werden? Das Schicksal will es nicht. Ein Wagen war immer näher gekommen und Mr. Longworth hatte gerade noch Zeit, sich aufzurichten, als der Wagen mit Mr. und Mrs. Beckwith. Mrs. Sheldon und Leonce Durand vorfährt. Auch Regina hat sich wieder stolz aufgerichtet und erwidert die Grüße. Der Wagen bleibt gerade vor ihnen, Mrs. Sheldon und Monsieur Durand sitzen ruckwarts, und Adolph Longworth fühlt, als vermöchten die blauen Augen der jungen Wittwe auf den Grund seiner Seele zu schauen. Er und Regina können nicht mehr ungestört sprechen, uno ein goldener Augenblick des Lebens ist auf immer verloren. „Wie kommt Durand in diesen Wagen?“ denken beide; keines aber macht irgend welche Bemerkung. Sie fahren durch die Straßen der Stadt. Mrs. Windsor hat Miß Harriot, Mr. Longworth und Mr. Dextei zu Tische gebeten. „Regina!“ ruft Marie mit ungewöhnlicher Heftigkeit, als sie das Zimmer der Schwester betritt,„was fangen wir nun an?“ „Ich weiß es nicht,“ entgegnet Regina verzweifelnd. „Wer hätte auch denken können, daß er trotz seines Versprechens kommen und uns alle durch seine Selbstsucht zu Grunde richten wurde. Adolph Longworth vermuthet bereits die Sachlage; ich sah es deutlich in den kalten blauen erbarmungslosen Augen, denen nichts entgeht, und zitterte für dich, als wir schieden. War die Heimfahrt recht unangenehm?“ „O frage mich nicht darüber. Unser Beginnen ist vom Anfange an falsch und sündhaft gewesen.“ „Wenn Großmama von Leonce's Ankunft hört— und in diesem Krähwinkel bleibt ja nichts verborgen—, so sind wir verloren. Er ist toll und rücksichtslos, sonst wäre er nicht gekommen.“ „Marie, er hatte das Recht zu kommen.“ „Recht! Du sprichst immer von seinem Recht. Er hat kein Recht, unser Lebensglück zu zerstören. Er ist falsch und verächtlich denn er hat sein Wort gebrochen, und ich werde ihm nie verzeihen. Nein!“ ruft Marie Landelle,„ich werde ihm bis zur Todesstunde nicht vergeben.“ „Marie!“ „Ich werde ihm nie vergeben. Du kennst mich, Regina, und weißt, daß ich Wort halte. Dich aber bitte ich, sei vorsichtig, vermeide ein Zusammentreffen mit ihm, antworte ihm nicht auf seine Briefe, oder bestimme ihn, fortzugehen. Dir mag er noch lieb sein, ich aber wünsche von Herzensgrund, ich hätte ihn nie gesehen.“ „Marie, das ist sündhaft, du hast kein Recht „Schon wieder Recht! O. Petite, wie thöricht du bist! Er ist an allem Schuld, und ich wiederhole, daß ich von Herzen wünsche, ich hätte ihn nie gesehen. Nimm den Ring ab, Regina, wie unklug, ihn zu tragen! Wenn ihn Mr. Longworth erblickte!“ „Er hat ihn bereits gesehen und fragte, von wem er sei. Ich sagte es ihm. Er las das Motto und ist nun eifersüchtig und zornig und vermuthet mehr, als ich zu denken wage. O Marie, ich sagte es ja stets, daß es ein Unrecht war, hierher zu kommen.“ Marie sitzt einen Augenblick wie vernichtet, dann aber kehrt die alte Entschlossenheit in ihre Züge zurück. „Gib mir den Ring, Regina! Was in Gefahr ist, ist noch nicht verloren, und ohne Widerstand brauchen wir uns nicht zu Grunde richten zu lassen. Wie ging alles so gut; Großmutter ziemlich versöhnt, du ihrem Liebling verlobt, das Leben so sorgenlos. Ich werde mich wehren, so lange als möglich, hilf mir nur, Regina, Leonce zur Abreise zu veranlassen. Du allein kannst es.“ „Ich bezweisele es. Er fuhr mit Mrs. Sheldon heim; das scheint anzudeuten, daß er bei Mrs. Lougworth seinen Wohnsitz ausschlägt.“ „Barmherziger Gott; und dort trifft er täglich mit Longworth zusammen.“ „Und mit Dexter.“ „Ihn fürchte ich nicht, nur deinen argusäugigen Verlobten. Die Glocke läutet; wir können nichts besseres thun als warten.“ Die Schwestern begeben sich in den Speisesaal, und Longworih bemerkt sofort, daß der Smaragd=Ring von Regina's Hand verschwunden, sie selbst aber schweigsam und trüb ist. Auch Miß Harriot fragt sie erstaunt, ob die Ankunft des Franzosen mit Regina's Verstimmung zusammenhängt? Irgendwie lenkt sich das Gespräch auf ihn, sein Name wird genannt, und erstannt blickt Mrs. Windsor auf. „Monsieur Durand, ein Freund meiner Enkelin? Wer ist der Herr, Marie?“ „Keine sehr wichtige Persönlichkeit, eine Art Vetter, der mit Regina aufwuchs, Tante Denise's Stiefsohn.“ „Was bringt ihn hierher?“ „Ich weiß es nicht; vielleicht wünschte er Land und Leute kennen zu lernen und uns wieder zu sehen?" „Monsieur Durand ist demnach reich?“ „Nicht, was man hier unter Reichsein versteht; er hat zu leben.“ „Du scheinst verstimmt, Regina,“ wendet Mrs. Windsor sich an die jüngere Enkelin.„War dir die Ankunft dieses Verwandten unangenehm?“ „Ja, Großmama.“ Schweigen folgt. „Leonce ist Opernsänger," beginnt Marie wieder;„er kam mit einer Gesellschaft von Paris nach New=York, um dort zu singen, und Regina scheint dies unangenehm zu sein“ Regina blickt nicht auf und spricht nicht. „Sonderbar, um so mehr, als Regina für die Bühne gebildet wurde," bemerkt Mrs. Windsor mit umwölkter Stirne.„Dieser Beruf scheint in Madame Durand's Familie ansteckend gewirkt zu haben.“ Jedermann fühlte sich unbehaglich; Julius zeigt es, Longworth ist äußerlich ruhig, Miß Harriot nervös. Instinctiv mißtraut sie Marie und ihrer offenen Mittheilung bezüglich Monsieur Durand's Beruf. Regina hat es weder durch Wort, Blick oder Geberde bestätigt. Longworth hält indessen ebenfalls die Augen offen und vermuthet, daß hinter dem Opernsänger sich etwas verbirgt, das beide Schwestern fürchten. „Der hübsche Tenorist ist sicherlich der Alb der jungen Damen," denkt er;„wenn Regina mir vertrauen wollte!“ Der Abend vergeht ziemlich trüb, und alle sind sroh, endlich sich zurückziehen zu können. „Haben Sie mir vergeben?“ fragt Longworth leise, als er Regina scheidend die Hand reicht.„Ich habe Ihnen durch meine Eifersucht weh gethan, will mich aber bemühen, daß es nicht wieder geschehe.“ „Monsieur hat eine brillante Phantasie, für deren Verirrungen ich nicht verantwortlich gemacht werden kann.“ Longworih erbleicht; er hatte geglaubt, sie würde den Olivenzweig gern annehmen, und war auf Widerstand nicht gefaßt. Dennoch aber war Regina ihm nie reizender erschienen, als in diesem Augenblick zürnender Aufregung, und er ist fest entschlossen, daß er und nicht der Vetter aus Frankreich sie erobern müsse. 19. Es ist ein schwüler August=Abend; der trübe Horizont droht Regen zu bringen. Kein Lüftchen bewegt die drückende Atmosphäre, die See sieht dunkel und finster aus, und ihre Wogen schlagen in eintöniger Weise an's Ufer. Mrs. Sheldon sitzt am Feuster ihres Zimmers. Das Mahl ist vorüber, die Pensionaire plaud ern und rauchen auf der Veranda, Monsieur Durand's leises, sarkastisches Lachen tönt herauf zu ihr, und sie kann ihn an eine Säule gelehnt stehen sehen. Das Licht der Lampen im Speisesaal fällt voll auf sein schönes dunkeles Antlitz, die blauen Augen jedoch, welche ihn betrachten, drücken viel mehr Neugierde aus als Bewunderung. „Wer ist er?“ fragt sich Laura.„In welchen Beziehungen steht er zu Regina? Und was bedeutet dieser Brief?“ Sie nimmt aus ihrem Notizbuch einen zerrissenen Brief in französischer Sprache, den sie diesen Morgen in Durand's Zimmer im Kamin gefunden hat. Mrs. Sheldon's französische Kenntnisse sind nicht groß, dennoch vermag sie den Inhalt zu entziffern, der indessen für sie immerhin räthselhaft bleibt: unnöthig zu verlangen, nie vergeben, dieses Mal treffen. Gefahr bei heimWahrheit vermuthet zu Grund richten. mußt gehen. R. L. (Fortsetzung folgt.) keiten in Augenschein genommen, schließt man sich den Reisenden an, die eben unter Palmen eine kurze Rast halten. Der Weg geht dann nach den Ruinen des Karnaktempels und der versunkenen Statue des Reiches bei Memphis, der Sesostris=Statue, dem Tempel von Luksor und der Memnon= Statue bei Thelen. Alsdann besteigt man ein Passagierboot im Nil, genießt den Ausblick am großen Edfou=Tempel, sieht die Insel Philä mit ihren großartigen Tempelruinen, sowie in der Ferne Kairo und die Pyramiden. Ueber die Nilbrücke gelangt man dann, nachdem man sich an der General=Ansicht von Kairo ergötzt, in die Stadt selbst. Auf der weitern Nilfahrt begegnet man dann den verschiedenen Nilkatarakten. Die interessante Reise, bei der man in einer halben Stunde so viel Interessantes zu sehen bekommt, wird niemand gereuen. " Die reisenden Markt= und Messen=Handelsleute halten heute(Dinstag) Abend eine Versammlung behufs Gründung eines Vereins zur Wahrung ihrer allgemeinen Interessen in der Restauration Zum halben Mond, auf dem Rothenberg, ab. Die Interessenten seien hierauf besonders aufmerksam gemacht. X Unfall. Gestern Nachmittag fand im Bürger=Hospital ein Mann Aufnahme, welcher gefallen war und einen Fuß gebrochen hatte. * K ö l n e r S t a d t= T h e a t e r. H e u t e: 1 1 1. A b.= V s t. D i e A t h e nerin. Drama in 3 Aufzügen von Leo Ebermann. Anf. 7, Ende gegen 9¾ Uhr.— Mittwoch 6. Jan.: 112. Ab.=Vst. Mit durchaus neuer Ausstattung: Das Heimchen am Herd. Oper in 3 Abtheilungen. Musik von Karl Goldmark. Gerichts=Verhandlungen. a Strafkammer. Wegen Diebstahls und Urkundenfälschung wurde eine hiesige Ehefrau zu zehn Monaten und zwei Verkäuferinnen wegen Diebstahl und Hehlerei zu je vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Sämmtlichen Angeklagten wurde ein Monat der Untersuchungshaft angerechnet. Die beiden Verkäuferinnen, welche in dem Geschäft von Leonhard Tietz angestellt waren, stahlen daselbst wie die Raben, und zwar nicht nur kleinere Gegenstände, sondern u. a. 3 eiserne Betten, 14 Stühle usw., welche von der Ehefrair, bei der die eine Verkäuferin wohnte, abgeholt wurden. Sie fand sich gewöhnlich während der Mittagszeit ein und kaufte, um ihre Anwesenheit zu motiviren, dann stets für fünf Pfg. Griffel. Die Verhandlung ergab, daß die Ehefrau die bisher unbescholtenen Mädchen zu den Diebstählen angestiftet hatte. Schöffengericht. Wegen Wegnahme eines Fasses Bier erhielt — Ein Bäckermit 14 Tagen entwendete eine Wittwe von einem fremden Grabe eine Schleife und eine Anzahl der schönsten Rosen. Das Gericht erkannte auf sechs Wochen Gefängniß und eine Woche Haft.— Am Bahnhofe Deutzerfeld stahlen drei Schüler aus Kalk dem Fiscus gehörende Eisentheile. Das Gericht ließ es bei allen bei der Strafe des Verweises bewenden.— Ein Zimmermann behauptete, ein Schutzmann und ein Commissar hätten mit seiner Frau unerlaubte Dinge vorgenommen. Das Gericht setzte, nachdem der Angeklagte die Aeußerung als unwahr zurückgenommen, mit Rücksicht auf seine Vorstrafen eine Woche Haft fest. Vereins=Nachrichten. W Die Carnevals=Gesellschaft Eintracht trat am Neujahrstage ebenfalls wieder in den Dienst des Prinzen Carneval und hielt ihre erste Sitzung in dem auf's prächtigste geschmückten großen Saale des Krystall=Palastes ab, der schon lange vor Beginn dicht mit Närrinnen und Narren besetzt war. Nachdem der Vorsitzende. Hr. Jos. Hilberoth, die Sitzung mit einem herzlichen Neujahrsgruß eröffnet und ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht hatte, trat man in die närrischen Verhandlungen ein. Als Redner schickte der Präsident die Herren Rich. Braun, Bender, Berg, Frl. Vogt, Weber, Herold, Heinr. Schmitz, Wilh. Henkel, Breuer, Göbges und Arkannowisch in's Feld, deren Vorträge großen Anklang fanden. Auch die Sangesspenden des Bassisten Peter Scheidtweiler, sowie die zündenden gemeinschaftlichen Lieder der Herren Rich. Braun, Jos. Engelskirchen, Fröhlich, Schmitzen Henn, Sladeczek und Pletsch wurden freundlich aufgenommen. Hr. Heinr. Bungart hat der Gesellschaft einen neuen Büttenmarsch gewidmet, der voraussichtlich in der diesjährigen Session sehr beliebt werden wird. Der Verlauf der ersten Sitzung berechtigt die Gesellschaft zu den besten Hoffnungen. Stimmen aus dem Leserkreis. 1395 Wegeverbesserung in Lindenthal. In der Sonntagsnummer dieses Blattes heißt es in dem Artikel: Außergewöhnliche Wegearbeiten in den Vororten 1897, Wegeverbesserungen in den Vororten:„Lindenthal: Pflasterung der Zülpicherstraße von der Sülzburgstraße bis zum Neuenhöferweg mit alten Steinen 7500.“ Durchführung des Bebauungsplanes:„Lindenthal: Erbreiterung und PflasteOf.nanftran anfte Mate 20 000 9N“ Da wird Ihnen sondern zu Süilz gehören. Wir Lindenthaler haben absolut nichts von der Verbesserung. Die Pflasterung der Zülpicherstraße kommt nur ein paar Besitzern von Ringöfen für ihr Ziegelfuhrwerk zu gute. Fußgänger benutzen diesen Weg kaum. Weshalb verbessert man nicht die Straßen, die wirklich zu Lindenthal gehören und von hunderten Schulkindern, Bürgern, Spaziergängern und von endlosem Fuhrwerk benutzt werden? Sehe sich ein Mal einer jetzt die Krieler= und Gleuelerstraße an! Sind sie nicht bodenlos schlecht, fußhoch mit lehmigem Schlamm bedeckt? Wie sehen die Leute aus, wenn sie vom Kirchgange zurückkommen? Die Stadtväter sollten sich doch ein Mal die armen Schulkinder besehen, wenn sie in die Schule eintreten! Ihr Schuhzeug ist bis obenau durchnäßt und mit Schlamm bedeckt. Kein Wunder, daß in den beider genannten Straßen alle möglichen Halskrankheiten unter den Schul kindern vorherrschen. Weshalb macht man ihnen nicht ein Banket wie es für die evangelischen Kinder auf der Sülzburg= und Burggrafen straße hergestellt worden ist, die von Sülz nach der Schule zu Linden thal wandern müssen? Hier muß etwas geschehen; so kann es unmöglich weiter bestehen. Vertröste man uns nicht immer auf die Canalisation, das kann noch lange währen. G. 1396] Wegeverbesserung in Nippes. Geradezu unhaltbare Zustände sind in letzter Zeit in Nippes eingetreten. Der bevölkertste Theil von Nippes, die Sechszig, ist so zu sagen von Köln und seinem Verkehr abgeschnitten. Unsere Stadtväter werden gebeten, diese bedauerlichen Zustände selbst in Augenschein zu nehmen. Hunderte von Arbeitern, Beamten und Geschäftsleuten können nur auf großem Umwege zur Arbeitsstätte gelangen. Jedenfalls haben die Steuerzahler und die Hausbesitzer ein Recht, den sofortigen Ausbau der Crefelderstraße zu verlangen. führung des Bebauungsplanes:„Lindenthal: Erbreiterung und Pfl rung der Luxemburgerstraße, erste Rate 30,000.“ Da wird ma Kölner sagen: Für Lindenthal geschieht doch wieder recht viel! I erwidern wir, daß diese Straßen gar nicht zu Lindenthal, sonder Tocales. X Das Panorama International hat nach Palästina nun: mehr das alte Culturland Aegypten zur Ausstellung gebracht. Nachdem man die Hafenstadt Alexandrien sich von Osten und Westen, sowie den Marktplatz, den Hafen, die Pompejussäule und sonstige SehenswürdigMutgesprungene Hattt, Aumeist auf uncdenügender Abson+ derung der Fettdruschen, uno sollten Alle, welche hierzu neigen, eine sehr milde, absolut reizlose Seife zum täglichen Gebrauch anwenden, wie dies : B. nach den Aeußerungen von Professoren und Aerzten die PatentNyrrholin=Seife ist, welche überall, auch in den Apotheken, zu 50 Pfg. erhältlich und durch ihren Gehalt an Myrrholin einen sehr wohlthätigen und heilenden Einfluß auf die Haut ausübt. * R h e i n h ö h e a m 4. J a n., A b e n d s 7 U h r m 3. 0 0— 0. 0 1. **—— Seite 4. Kölner Local-Anzeiger Nr. 5 1 Dinstag, 5. Januar 1897 Vereins=Nachrichten. ( Die Carnevals=Gesellschaft Alt=Cöllen eröffnete am Sonn tag=Abend im festlich geschmückten Drei=Kaiser=Saal an der Hahnenstraße den diesjährigen Faschingsreigen unter dem Vorsitz des Hrn. Wagener, welcher die zahlreich erschienenen Festgenossen herzlich bewillkommnete. Leider verzog sich der Beginn der Verhandlungen etwas weit über das sonst übliche akademische halbe Stündchen hinaus. Nach einem nunigen Prolog beleuchtete Hr. Heinrichs in wohlgelungener Rede kölnische Verhältnisse. Hr. Ranke erfreute die Narrenschaar mit schönen Liedern jur Bariton, worauf Hr. Scheuemann der Gesellschaft und dem Prinzen Carneval die Neujahrswünsche darbrachte. Hr. Mähler feierte unter lebhaftem Beifall das ehrbare Handwerk. Hr. Panther versetzte die Gesellschaft im Geiste nach America, wo er sich mit Knochen= und LumpenHandel befaßte, um sich schließlich in der Spinnmühlengasse wiederzufinden. Hr. Hohnecker brachte ein Recept für heirathslustige Junglinge und Jungfrauen zum Vortrag, und die Gebrüder Orth waren zwei nette Kehrjungen. Sehr gut gefiel ein Zwiegespräch zwischen Vatter Schmitz und Ohm Lustig(Herren Urbach und Zimmermann. Das Liederheft enthielt Beiträge von den Herren Pakenius, Feith, Pott Der Verein der Gehülfinnen im Handelsgewerbe (Köln=Süd) feierte im Kloster des h. Augustinus(Severinstraße) am Sonntag seine Weihnachtsbescheerung. Die geladenen Gäste vereinigten sich zuerst mit den Mitgliedern des Vereins vor der Krippe in der schönen Klosterkapelle zur Festandacht. Danach fand im großen Saale des Hauses vor einem prachtvollen Christbaume die Feier statt, welche aus zwei Abtheilungen bestand, von welchen die erste einen religiösen Charakter trug, die zweite dem Frohsinn diente. In jeder Abtheilung wurden passende Gedichte declamirt, und einstimmige und mehrstimmige Lieder sehr gut gesungen. Großen Beifall gewannen junge Damen durch ihr Zither= und Violinspiel. Der geistliche Präses legte der Versammlung den Zweck des Vereins und seine Einrichtungen dar und ermunterte zur weitern Verbreitung desselben. Hr. Weihbischof Dr. Schmitz beehrte, wie auch in den vergangenen Jahren, die Festtheilnehmer mit seinem Besuch und empfahl auf das wärniste allen wesenden die Sache des Vereins. Nach dem Schlusse der Feier fand noch eine Verloosung statt, in welcher jedes Loos gewann und Anlaß zu mancher heitern Scene gegeben wurde. Die Vereine der Gehülfinnen im Handelsgewerbe, welche nun fast drei Jahre in unterer Stadt bestehen, gewinnen eine immer größere Zahl von Mitgliedern. Man erkennt, wie recht heimisch im Verein es ist, wie die Sonntage auf die beste Weise zum Frommen von Leib und Seele vollbracht werden durch passende Erholungen und Spiele und durch Aneignung der nothwendigen und nützlichen Kenntnisse im Gewerbe. Diese Vereine haben nun nach dreijähriger Wirksamkeit festen Boden gewonnen und werden wie die übrigen christlich=socialen Einrichtungen der Stadt einer schönen Zukunft entgegensehen. Sie sind ein neuer Beweis, wie unsere Ordensgenossenschaften trotz ihrer schweren Berufsthätigkeit keine Auslagen und Opfer scheuen, um auch auf socialem Gebiete dem Wohle anderer zu □ Der Katholische Arbeiter=Verein Köln=Nord hielt am Nenjahrstage und am Sonntag=Abend in seinem Vereinslocal Im Overstolz am Eigelstein seine Weihnachtsfeier ab. Die leidigen LocalVerhältnisse hatten es nöthig gemacht, zwei Abende dafür anzusetzen und jedes Mal der Hälfte der Mitglieder mit ihren Angehörigen Einlaß zu gewähren. Trotz dieser Vorsichtsmaßregel reichte der Raum nicht im entferntesten aus. Abgesehen von einer ganzen Reihe sonstiger Uebelstände erfordert allein schon der hier so grell zu Tage getretene baldigste Abhülfe. Der Verein kann unmöglich unter den gegenwärtigen Verhältnissen auf die Höhe gebracht werden, die er einnehmen müßte. Daß er augenblicklich noch so kräftig dasteht, ist nur der unablässigen energischen Arbeit der Leitung zu verdanken. Die Weihnachts=Aufführung verlief im übrigen in schönster Weise. Der Präses des Vereinder nun zum Pfarrer von Gummersbach ernannte Hr. Kaplan Klinten berg von St. Andreas, hielt bei beiden Veranstaltungen eine kurze Ansprache. Am Sonntag=Abend wurden dann noch neun neue Mitglieder ausgenommen. Von Vereinsmitgliedern wurden auf der kleinen Bühne recht wirkungsvolle lebende Bilder dargestellt, denen eine bezüg liche Declamation und ein Chorlied voraufgingen. Die Teclamation wurde mit klarer Aussprache und guter Betonung von Töchtern von Vereinsmitgliedern vorgetragen, und der Kirchenchor von St. Ursula sang in mustergültiger Weise passende Lieder. Extra-Beilage. Der Gesammt-Auflage vorliegender Nummer ist cine Extra Beilage beigefügt, welche von der Vorzüglichkeit der berühmten C. Lück'schen Hausmittel * In sehr vielen Krankheitsfällen sind diese wirksamen Hausmittel mit bestem Erfolg angewendet worden, und können dieselben daher Kranken zum Gebrauch auf das wärmste empfohlen, werden. 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