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Auf einem weiten Rasenplatze, der von schlanken, durch Reben gewinde verbundenen Ulmen umfriedet war, erblickte er Flavia im Gespräch mit der germanischen Priesterin. Beide standen am Rande eines großen Bassins von röthlichem Marmor. Den Mittelpunkt desselben bildete ein Delphin, auf dessen Rücken eine zierliche Najade sich muthwillig zu schaukeln schien; mit lachendem Munde und wie spielend hielt sie eine große Muschel über ihr Haupt empor, über deren Rand Tropfen über Tropfen quollen, und indem sie in das Wasser des Bassins niederrieselten, hüllten sie die schöne Nymphe in einen leichten, durchsichtigen Schleier. Die Luft war so ruhig, daß die feuchten Perlen ganz gleichmäßig niedersanken und damit die Täu schung begünstigten, als sehe man die Najade von einem klaren, silberglänzenden Gewande umwallt. Beide Frauen betrachteten das reizende Schauspiel mit großer Aufmerksamkeit; indeß war die Schönheit desselben augenblicklich nicht das, was sie hauptsächlich fesselte Die wißbegierige Ganna ließ sich vielmehr von der Römerin die Einrichtung der Springbrunnen sowie das Naturgesetz erklären, von welchem ihr Entstehen abhängig ist. Die Tochter der nordischen Ebene gewann in dem Garten des Valerius die erste Kunde von dem Dasein eines Springquells. Wenn auch vertieft in die Unterhaltung mit ihrem Gaste, nahm doch Flavia, welche als Haupt eines großen Hauswesens genöthigt war, stets ein wachsames Auge auf ihre Umgebulig zu haben, sofort die Annäherung Constantin's wahr. Ihm entgegen gehend, begrüßte sie ihn mit jener Mischung von Ehrerbietung und Herzlichkeit, die ihr Verhältniß zu ihm kennzeichnete. Sie selbst wurde von dem Cäsar stets mit achtungsvoller Freundlichkeit behandelt, und Valerius mochte mit seiner Behauptung Recht haben, daß der stolze Imperator nie liebenswürdiger sei als im Umgange mit der Freundin seiner Mutter. *) Metz.**) Sie vertraten mit den Haustruppen zu Fuß(domestici vedites) seit kurzem die anmaßenden und gefährlichen Practorianer Passende Festgeschenke! Das älteste optische Institut, gegründet 1833, von Inh.: Gustav Funcke, Kupfergasse 18-20, empfiehlt eine große, reichhaltige Auswahl: Operngläser, Feldstecher, Doppelferurohre, Barometer goldene Brillen und Pince=nez mit feinsten Krystall=Gläsern, Laterna Magica und Zimmer=Thermometer, Mikroskope, Stereoskope, Wetterhäuschen sowialle optischen Gegenstände zu den billigst Preisen Zu Festgeschenken empfehle Möbel aus gebogenem Holz, Fabricat Gebrüder Thonet in Wien: Kinder- u. Puppen-Möbel, Schaukel- u. Ruhe-Sessel, Clavierstuhle etc. etc. in allen Holzarten, Fagons und Preislagen. 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Köln, Koblenz, Lissabon, Köln-Ehrenfeld, Hannover, Bonn, 1. December 1895. Die trauernden Hinterbliebenen. Die feierlichen Exequien werden gehalten in St. Columba am 4. December, Morgens 9½ Uhr. Die Beerdigung findet am selben-Tage um 11 Uhr von dem Sterbehause Hohestrasse 137 aus statt. Gerichts=Verhandlungen. &am# Strafkammer. Ein vielfach vorbestrafter Angeklagter erhielt wegen Kuppelei eine Gefängnißstrafe von vier Monaten. Eine zweite Anklage gegen ihn, welche auf Hausfriedensbruch lautete, mußte vertagt werden, weil die Hauptbelastungszeugin nicht erschienen war. Diese wie zwei andere nicht erschienene Zeuginnen erhielten Geldstrafen von je 20.; auch wurden ihnen die Kosten des Termins auferlegt.— Gegen eine Wittwe und einen Tagelöhner von hier, die nicht erschienen waren, wurde Haftbefehl erlassen.— Ein Hausknecht aus Brauweiler erhielt wegen Urkundenfälschung eine Woche Gefängniß. Er hatte das Sparkassenbuch seiner Mutter gestohlen, verschiedene Beträge darau erhoben, darüber im Namen seiner Mutter quittirt und ferner Ein tragungen in das Buch gemacht.— Das Schöffengericht hatte s. Z. einen Metzgermeister wegen Feilhaltens von Leberwurst, die mehr Mehl enthielt, als gesetzlich zulässig ist, zu einer Geldbuße von 5 M. verurtheilt. Gegen dieses Urtheil erhob die Staatsanwaltschaft Berufung. In der neuen Verhandlung machte der Angeklagte geltend, daß er wegen Krankheit nicht die Wurstküche betreten könne, daß er aber seinen Gehülfen stets die Weisung gegeben habe, nicht mehr Mehl zum Wurstfüllsel zu nehmen, als gesetzlich erlaubt sei. Das Gericht nahm ein fahrlässiges Feilhalten verfälschter Wurst als vorliegend an, weshalb der Angeklagte zu verurtheilen sei. Die vom Vorderrichter erkannte Strafe wurde für ausreichend befunden.— Ein Angeklagter, welcher vier Wechsel gefälscht hatte, wurde mit acht Monaten Gefängniß bestraft, von denen zwei durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden. Die Mutter des Angeklagten eröffnete demselben bei einer Kalker Brauerei zur Errichtung einer Wirthschaft einen Credit von 7800 M. Nachdem der Angeklagte den Credit in der Höhe von 6300 Mark in Anspruch genommen, fälschte er vier Wechsel im Betrage von 250, 300, 80 und 150 M. mit dem Accept seiner Mutter und gab dieselben in Zahlung.— Ein Fabrikarbeiter führte in der Nacht vom 21. zum 22. October einen betrunkenen Kaufmann nach der Bonnerstraße hinaus und nahm ihm dann den Ueberzieher, den Hut und die Cravate ab, was ihm drei Monate Gefängniß eintrug.— Ein Tagelöhner von hier, der in mehrern Fällen von unbeaufsichtigten Wagen Packete stahl, wurde dafür mit neun Monaten Gefängniß bestraft. Ein Metzger von hier, der als Hehler beim Absatz der gestohlenen Sachen mitwirkte, erhielt eine Gefängnißstrafe von vier Monaten, und ein Barbier von hier, der sich bei einem Diebstahl der Begünstigung schuldig gemacht, eine solche von acht Tagen. Vermischte Rachrichten. * Frechen,.Dec.95. Dem Communal=Verbande des Kreises Bergheim ist die Genehmigung zur Herstellung uno zum Betriebe einer Kleinbahn von Frechen über Mödrath nach Kerpen für die Beförderung von Personen und Gütern mittels Dampfkrast ertheilt worden. Die Vollendung und Inbetriebnahme muß innerhalb zweier Jahre erfolgen. Die neue Bahn bildet dann eine Fortsetzung der KölnFrechener Bahn Seite 3. ölner Local-Anzeiger Nr. 330 J Vinstag. 3. December 1895. Auch jetzt eilte er auf sie zu mit den gütigen Worten:„Deiner Helena Sohn grüßt dich, edele Flavia; er preist den Tag glücklich, an welchem es ihm vergönnt ist, dein mildes Antlitz zu sehen. Du siehst wohl aus; dein Gemahl rühmte mir mit Recht die Frische deiner Gesundheit.“ „Sie läßt nichts zu wünschen übrig, mein kaiserlicher Herr, Dank deiner Güte, die mir den Aufenthalt in dieser reinen, stärkenden Luft gestattet. Jetzt aber erlaube mir, dich in das Haus zu führen, in dein eigenes Haus, hoher Cäsar, um dich dort nach Gebühr zu ehren.“ „Lasse uns für jetzt noch im Freien bleiben; die Stunde ist zu schön, um sie nicht im rosigen Abendlichte zu genießen. Willst du mich später in die Villa führen, so möchte ich für mich, den Comes Cassius und deinen Neffen Valerius, der— wie ich im Palast vernahm— schon vor mir sich hierher begeben hat, ein leichtes Nachtmahl erbitten.“ „Valerius wäre hier?“ fragte Flavia überrascht;„habe ich doch nichts davon vernommen.“ „Weshalb staunst du?“ fragte Ganna.„Kennst du doch den Stern, dessen Strahlen ihn beherrschen.“ Jetzt staunte der Cäsar, und zwar über die Freimüthigkeit, mit welcher die Gefangene sich in sein Gespräch mit der Domina Flavia mischte. Aber dieselbe mißfiel ihm nicht, und heiter angeregt bemerkte er:„Dir wenigstens scheint dieses Himmelslicht wohl bekannt zu sein.“ „Unglücksgefährten werden bald vertraut.“ „Und Weiber pflegen gern über Liebe zu schwätzen.“ „Wohl, wenn sie jung und leichtherzig sind. Solchen ist die Liebe ein Spiel. Wenn aber die Leidenschaft unter den Schlägen eines schweren Schicksals reift, ist sie zu heilig und zu leidvoll für das Spiel müßiger Zungen.“ Der Cäsar blickte mit einigem Antheil auf die Gefangene und sagte lächelnd:„Du hast deine Jugend nicht vergessen.“ „Leicht kann ich mich ihrer erinnern; denn die meisten ihrer Tage waren einander gleich. In tiefen Wäldern steht am mittlern Lauf der Lippe der feste Thurm, in welchem unter der Obhut priesterlicher Greise ich heranwuchs. Sie lehrten mich die Götter kennen und das Leben in der Natur beobachten. Und als ich zur Jungfrau heranreifte, offenbarte sich in mir der Geist meines Geschlechtes; die Gabe des Gesichtes zukünftiger Dinge kam über mich. Was ich voraussagte, geschah, und ich war geehrt in meinem Gau, wie einst Welleda.“ „Weshalb verließest du denn die Deinen?“ „Ragais, der Frankenfürst, wünschte eine kluge Beratherin in seinem Burghofe zu sehen. Seine Tapferkeit ist groß, nicht aber die Weisheit seiner Entschlüsse. Deshalb schickte er eine Gesandtschaft an unsere Priester und Aeltesten, mit der Bitte, daß sie die Seherin von den Ufern der Lippe bereden möchten, zu den Frankenstämmen des linken Rheinufers zu ziehen. Er habe einen Thurm erbaut, ließ er sagen, innerhalb seiner Hofwälle, wo sie einsam und geehrt wohnen könne; sie werde gehalten sein gleich einer Fürstin des Stammes, und ihr Wort solle Gehorsam finden, gleich einem Gölterwort.“ „Und sie glaubten dich entbehren zu können und sandten dich dem Franken?“ „Sie glaubten, es sei vonnöthen, daß die germanischen Stämme diesseits des großen Stromes gut geführt würden, weil sie die Vormauer gegen den ersten Anprall der Römer bilden, wenn diese Teut's Länder und Völker angreifen. Darum sandten sie mich dem Ragais, und ich gehorchte, wenn auch schweren Herzens, den Priestern und Aeltesten.“ „Der wilde Franke, befolgte er deine Rathschläge?“ „Er that es, und es gereichte ihm zum Glück, bis endlich, vor seinem letzten, unheilvollen Zuge die Stimme der Habsucht in seinem engen Herzen lauter sprach als die Stimme der Warnung, welche die Götter auf meine Lippen legten. Er verachtete diese und gehorchte jener; jetzt büßt er die Ruchlosigkeit seines Thuns durch seinen und der Seinigen Untergang.“ „Wenn du diesen voraussahst, weshalb hast du ihn über unsere Grenzen begleitet?“ „Er zwang mich dazu, wie er den jungen Askarich überredete. Ich wußte, welchem Loose ich entgegenging; aber der Knabe, ach, er wähnte Ruhm und Beute von dem frevelhaften Zuge heimzubringen. Er hielt sich des Sieges für so gewiß, daß er selbst seine Schwester mit sich führte.“ Mit klopfendem Herzen war Flavia der Unterredung des Cäsars mit seiner Gefangenen gefolgt, denn bei jedem Worte der letztern fürchtete sie, daß der Römerfeldherr durch ihre Kühnheit beleidigt werden könnte. Jetzt sprach sie selbst:„Es hat der edeln Ganna mein Herz gewonnen, daß sie sich selbst weniger beklagt als das junge Geschwisterpaar.“ „Konnte es anders sein:.... Wer wollte trauern, wenn die hohle Weide zusammenbricht, die einsam am öden Wasserspiegel steht, in deren Krone kein Vogel mehr nistet, deren welkes Laub nur spärlichen Schatten noch streut?... Aber die vorzeitig gefällte junge Eiche, die kaum erblühte Rose, von rauher Hand geknickt, sie sind der Thränen werth.“ „Auch nicht jedes sich neigende Leben ist werthlos,“ sprach der Cäsar ernst.„Wie darfst du sagen, daß nicht in Zukunft manche ernste Warnung auf deine Lippen gelegt, manch weiser Rath deinem Munde entströmen wird, so lange der Götter Wille deiner Brust den Hauch des Lebens noch nicht entzogen hat?“ „Die eigene Zukunft ist mir verhüllt," versetzte die Priesterin ruhig.„Willig nehme ich sie an aus den Händen der Himmlischen, wie diese immerhin sie gestalten mögen. Aber Völkerschicksale und die Loose großer Führer und Herrscher enthüllt Donar, der Lichtspendende, dem Auge seiner Geweihten.“ Die Seherin richtete sich höher auf, so daß durch die Größe ihrer Gestalt und die hohe Würde ihres strengen Antlitzes sich der Cäsar und die Domina Flavia gleich sehr überrascht fühlten. Ihre Stirne glühte, ihr helles, stahlscharfes Auge blickte seltsam leuchtend über die Baumwipfel hinweg in die Ferne. Dann begann sie zu reden, zögernd, murmelnd zuerst, allmälig jedoch lauter und rascher, allgemach in einen feuerigen Redefluß übergehend. Sie bediente sich der Sprache vres. eigenen Volkes, welche die Domina Flavia nur unvollkommen verhund. Dem aufmerksam zuhorchenden Cäsar jedoch, dem die Idiome der verschiedensten Völkerschaften zugänglich, die der wichtigsten Nativ##n teines Zeitalters fast ohne Ausnahme vertraut waren, entgina kein Wort. „Zehntausend Rosse stampfen," begann sie.„Zehn Mal zehntausend Gewappnete folgen Mann an Mann, Roß an Roß. Der Staub löst sich ab von dem zertretenen Erdreich und verhüllt drohend der Sonne Glanz. Die Erde bebt unter so viel tausend Eisenschritten. Die Städte sinken, gegen welche die furchtbaren lebendigen Sturmböcke anprallen; gebrochen stürzen Tempel und Vesten zusammen. Wehe dir, Rom, du grausame Buhlerin! Blutige Henkerin der Völker! Du schmeichelst den Nationen, bis du sie mit deinen Ketten umsponnen hast, und sie wehrlos am Boden liegen. Dann setzest du ihnen den Fuß auf den Nacken; ihre zum Staub gebückten Stirnen tritt deine freche Ferse. Aber wehe dir, wenn das Ende deiner Herrschaft hereinbricht. Noch geht ein kurzer Tag des Glanzes der kommenden Nacht voraus. Der Herrscher des Abendlandes, dem Macht und Herrlichkeit gegeben ist von seinem Aufgange bis zu seinem Niedergange, wird alle Scepter des Reiches in seiner Hand vereinen und mit der Schärfe seines Schwertes schlagen seine Widersacher. Ihm werden alle Fürsten dienen, alle Völker huldigen. Sein Name wird groß sein von Morgen bis Abend, von Mittag bis Mitternacht. Denn mit dem Sohne des Bleichen*) ist der neue Gott, der mit Allgewalt die Götter der Römer vertilgen wird. Er allein wird in allen Tempeln wohnen, sein Lob wird alle Höhen und Thäler erfüllen und aus den Tiefen der Wälder ertönen. Ihm ist alle Gewalt gegeben; aber er wird das Verderben nicht abwenden von den Söhnen der Wölfin. Dein Auge, Fürst und Held, wird die Nacht nicht sehen; aber sie kommt, sie kommt, und wehe der gefallenen Völkerkönigen, der in Blut und Flammen hinabstürzenden Herrscherin der Welt!“ Ihre Stimme erstarb in unverständlichen, klagenden Lauten. Erschöpft fiel Ganna zu Boden; Flavia wollte ihr zu Hülfe eilen, aber der Cäsar, der mit wachsender Spannung der Rede der Seherin gefolgt war, hielt sie mit den Worten zurück:„Ueberlasse sie sich selbst, bis ihre Sinne wiederkehren. Sie kann ungehindert athmen; denn ihr Kopf liegt auf dem Arme. Für jetzt ist ungestörte Ruhe das, was allein ihr Noth thut.“ „Warst du, mein Fürst, schon öfter Zeuge solcher Zustände?“ fragte Flavia zweifelnd und besorgt. „Nicht das; allein sie ist wie ein vom Ringkampf Ermatteter, den kurze Ruhe wieder kräftigt. Sieh', sie richtet sich auf; jetzt magst du sie stützen.“ „Und du zürnst ihr nicht, Herr, wegen ihrer seltsamen Rede?“ fragte Flavia bittend, während sie seinem Geheiß entsprach. „Zürnen sollte ich, weil sie that, wozu eine unbesiegbare Nothwendigkeit sie zwang?... Es lag nicht in ihrer Willkür, die große Roma zu segnen oder ihr zu fluchen. Sie gehorchte einem stärkern Geiste, der ihr die Worte auf die Lippen legte. Was sie mir prophezeite, möge es in Erfüllung gehen! Des Bleichen Sohn besitzt Muth und Kraft genug, um eine Welt zu beherrschen.“ „Sie verheß, wenn ich recht verstand, daß es mit dem Beistande dessen geschehen werde, den sie den neuen Gott nennt,“ sprach Flavia bedeutsam. „Du weißt,“ entgegnete der Cäsar ernst,„wie mild gesinnt ich gegen deine Glaubensbrüder bin. Dabei beruhige dich, ohne mich weiter zu drängen.... Vermagst du," wandte er sich dann an Ganna, welche wieder aufrecht neven Flavia stand,„vermagst du zu verstehen, was ich rede?“ „Sprich,— ich werde dich hören und deine Worte fassen,“ erwiderte die Priesterin, welche wieder vollkommen gesammelt zu sein schien. „Du hast mir ohne Gunst und Haß verkündet, was du über meine und meines Volkes Zukunft denkst. Von dieser letztern entwarfst du ein düsteres Bild. Ich aber mache dir keinen Vorwurf daraus. Wie jeder einzelne, so auch hat jedes Volk seine Kindheit und seine Jugendblüthe; es gelangt zu ruhmvoller Männlichkeit und altert endlich. So war das Schicksal der Chaldäer und Babylonier, der Meder und Perser; die Aegypter, selbst die Griechen haben sich überlebt. So mag es geschehen, daß auch die herrliche Roma einst vom Gipfel der Weitherrschaft herabsinkt. Aber ehe ein solches Geschick sie, die Beherrscherin dreier Welttheile, ereilt, müssen noch Jayrtausende vom Rade der Zeiten rollen. Das, was du mir verheißen hast, will ich selbst erfüllen. Dies aber wird an sich schon Rom's Ende in unbekannte Fernen hinausrücken; denn ein großer und mächtiger Herrscher macht auch sein Land und sein Volk mächtig und groß, weise im Frieden und siegreich im Streit. Wie aber sollte einer also geleiteten und geachteten Nation ein naher Verfall drohen?“ „Wenn der Gott,“ versetzte Ganna, sobald er schwieg,„die Bilder zukünftiger Tage an meinem Blicke vorüberführt, verkünde ich treulich, was ich sehe. Ich habe gefunden, daß, je klarer die Gesichte sind, die zu schauen mir auferlegt wird, um so näher ihre Erfüllung bevorsteht. Die Herrlichkeit deiner Laufbahn, Cäsar Constantin, war vor mir ausgebreitet gleich dem Bette eines sonnenbeglänzten Stromes mit lachenden Ufern voll reicher Gelände und blühender Städte. Aber mein Auge schaute auch voll in die Flammen der sinkenden Völkerkönigin. Ich sah die bleiche Furcht der Verzweifelnden, den vergeblichen Kampf, stürzende Trümmer, jammernde Weiber und ranchende Leichen. Versuche die Götter nicht dadurch, daß du ihren Rathschluß anzweifelst! Bitte sie lieber mit frommer Seele um Milderung der über dein Volk verhängten Strafen." In diesem Augenblicke betrat Valerius an der Seite Sunehild's, welche gewünscht hatte, ihn zu begleiten, den Rasenplatz. Der Cäsar wandte sich lebhaft seinem Waffengefährten zu und rief ihm entgegen:„Du kommst zu guter Zeit Valerius, um zu vernehmen, daß diese Seherin, wie ihre Stämme sie nennen, deinem Freunde Constantin eine glänzende Zukunft prophezeit. Rom und seinem Volke aber sagt sie ein Ende voll Schrecken voraus.“ „Dem ersten Theil ihrer Weissagung schenke ich vollen Glauben,“ entgegnete Valerius heiter.„Wer, der deine hohen Gaben und die bereits in deinen Händen ruhende Macht kennt, Imperator Flavius Aurelius Constantinus**), vermöchte an der Größe der dir bevorstehenden Laufbahn zu zweifeln?... Wenn aber sie herrlich sein wird, was sollte dann meinem Vaterlande drohen? Die Größe des Cäsars Constantin schließt die Größe Rom's ein.“ „Du sprichst die Wahrheit, so weit du sie siehst!“ rief Ganna. „So lange dieser mächtige Reiter die Zügel hält, wird das Roß, welches er lenkt, nicht straucheln. Nach ihm aber kommen andere, Constantius mit dem Beinamen Chlorus, der Bleiche, Constantin's Vater. **) Der volle Name Constantin's des Großen war: Lucius Flavius Valerius Aurelius Claudius Constantinus. deren Blicke trüb, deren Sehnen schlaff sind. Dann spottet das gewaltige Thier, welches ihr das römische Weltreich nennt, des Zaumes und Gebisses, schüttelt seine kraftlosen Bändiger ab und zerstückelt sich selbst in blindem Unverstande. Wenn dann der wilde Rächer kommt, um die Frevel Rom's, des sündigen Weibes, zu züchtigen, wird ihr zerfallender Leib den Streichen nur wenig Widerstand mehr entgegensetzen können.“ Die Stimme der Seherin hatte wieder einen feierlichen Ton angenommen; ihr Auge blickte über die Häupter der Anwesenden hinaus in unbekannte Fernen. Jetzt erschauerte sie leicht und, Sunehild an sich ziehend, stützte sie sich auf die Schulter der Jungfrau. „Sie glaubt, was sie sagt,“ wendete sich Constantin, leise redend, an Valerius.„Wie denkst du, mein Freund, über ihre Prophezeiungen? Nimmst du an, daß sie nichts als grundlose Hirngespinnste sind?“ „Nein; es ist zu oft eingetroffen, was Germaniens weise Frauen voraussagten. Ueberdies enthalten die Worte Ganna's Hindeutungen auf Dinge und Zustände, die kaum Platz in dem engen Gesichtskreis finden würden, welchen der Blick einer solchen Frau umfaßt, deren ganzes Leben in den Wällen eines nordischen Burghofes verlief.“ „Mich freut deine Auffassung dieser seltsamen Erscheinung; denn sie gleicht meiner eigenen. Auch dein Glaubensgenosse Agritius nimmt an, daß diese Priesterin mächtigen Einflüssen aus der Welt der Geister unterworfen sei. Es könnte ruchlos scheinen, eine also Bevorzugte— oder ob sie dadurch gestraft ist.... man könnte darüber streiten— zu den Löwen zu verurtheilen. Also wird allein die Schwester des wilden Askarich—“ (Fortsetzung folgt.) * Ein geheimnißvoller Mord. Am Montag voriger Woche wurde an der Deutzer Rheinseite die Leiche eines Mädchens aufgefunden, welche an der Kette einer dort ankernden Baggermaschine hängen geblieben war. Anfangs war zweifelhaft, ob die an der Leiche sichtbaren Verletzungen von Reibungen an der Kette herrührten oder auf einen Mord zurückzuführen seien; indeß scheint jetzt das letztere festzustehen. Das Opfer der Mordthat ist die Tochter einer achtbaren Familie in Wesel und war gemeinsam mit einer jüngern Schwester in einem größern Kölner Wollwaaren=Geschäft als Gehülfin thätig. Ueber die nähern Umstände, welche zu der schrecklichen That führten, erfährt jetzt die Niederrh. Volksztg. folgende Einzelheiten. Vor einigen Wochen fragte ein junger Mann, der in dem Geschäftshause eine elektrische Leitung hergestellt, bei dem Mädchen brieflich an, ob es nicht mit ihm behufs späterer Verehelichung in Bekanntschaft treten wolle. Dasselbe erwiderte alsbald, es sei deshalb schon nicht bereit dazu, weil er Protestant und sie Katholikin, sie aber fest entschlossen sei, niemals eine Misch=Ehe einzugehen. Verschiedene noch folgende briefliche Gesuche um eine mündliche Unterredung ließ das brave Mädchen unbeachtet. Am Tage Maria=Opferung, als dasselbe mit der Schwester und einer Freundin aus der Abendandacht kam, stand der junge Mann an der Kirche und wiederholte seine Bitte wegen der mündlichen Besprechung. Das Mädchen ging, wenn auch widerwillig, darauf ein, bemerkte aber. als die Begleiterinnen von Fortgehen sprachen, zu diesen gewandt, sie käme sofort nach. Auf diesem Wege ist nun die Aermste geblieben. Die Obduction der Leiche hat ergeben, daß vorher eine lebensgefährliche Verwundung durch drei Stiche in den Leib und später erst der Sturz in den Rhein erfolgt ist. Das Portemonnaie war geraubt; dagegen fand die goldene Uhr, die auf ½8 Uhr stehen geblieben war, sich im Kleide noch vor. Der junge Mann ist seit dem Tage der grausigen Mordthar spurlos verschwunden. Nach Aussage seines Hauswirthes ist er vor seinem verhängnißvollen letzten Ausgange eine geraume Zeit wie wahnsinnig durch das Zimmer gerannt. XX Töchterhort(Stiftung für verwaiste Töchter von Post= und Telegraphen=Beamten). Die satzungsgemäß alle fünf Jahre stattfindende General=Versammlung des Bezirks=Vereins Köln fand am Samstag unter Leitung des Vorsitzenden, Hrn. Postrath Raabe, statt. In den jüngsten fünf Jahren wurden im Bezirk Köln insgesammt 6600 M. vertheilt, von welchem Betrage 4000 M. auf unterstützungsbedürftige Töchter von Unterbeamten entfallen. Der Vorsitzende ermahnte zur beharrlichen Weiterarbeit, betonte aber mit aller Schärfe, daß den Sammlungen der Charakter der abseluten freiwilligen Spende gewahrt bleiben müsse, und unter keinen Umständen direct noch indirect ein Druck auf die Beamten oder Unterbeamten ausgeübt werden dürfe. Dieses correcte Eintreten begrüßen wir freudig, und sind überzeugt, daß diese Thatsache der Stiftung die fernstehenden Beamten und Unterbeamten als Spender zuführen wird. Der einstimmig wieder gewählte Vorsitzende, Hr. Postrath Raabe, schloß die Versanimlung mit einem Hoch auf die hohe Protectorin der Stiftung, die Kaiserin Augusta Victoria. Gerichts=Verhandlungen. m Schöffengericht. Ein Schöffe aus Bayenthal, der zur Sitzung nicht erschien, wurde mit 300 M. Geldbuße bestraft.— In betrunkenem Zustande ging ein Tagelöhner aus Kalk in ein fremdes Haus. Als er hinausgewiesen wurde, schlug er die Thüre entzwei und zerriß einer Frau das Kleid. Er muß deshalb 6 M. Strafe zahlen.— Wegen geliehenen Geldes geriethen mehrere Arbeiter zu Nippes an einander. Zwei oft bestrafte Tagelöhner warfen einen Gegner zu Boden und schlugen mit Fäusten und Holz auf ihn ein. Jeder der Thäter erhielt zwei Wochen Gefängniß.— Ein Kutscher unterschlug einer Firma eine ihm geliehene Wagenlaterne. Da er oft wegen Eigenthumsvergehens vorbestraft ist, lautete das Urtheil auf eine Woche Gefängniß.— Zwei Knaben unter sechszehn Jahren machten sich ein Vergnügen daraus, mit Schirmgabeln durch die Luftlöcher eines Schaufensters zu stoßen und die darin stehenden Sachen umzuwerfen. Sie kamen mit einem Verweis davon.— Ein Tagelöhner, der sich auf Aufforderung der Polizeibehörde kein Unterkommen verschafft und einen Schutzmann beleidigt hatte, muß eine Woche Haft verbüßen.— Bei einem Kaufmann spiegelte ein Anstreicher vor, er komme im Auftrage einer Firma, um Kisten zu holen, die er auch erhielt. Wegen Betrugs wurden zwei Wochen Gefängniß festgesetzt.— Auf der Strecke Opladen=Köln sollen zwei Webergesellen aus Dorp ohne Billet gefahren sein. Sie kamen von Ohligs und gaben an, im Zuge eingeschlafen zu sein. Das Gericht erkannte freisprechend. Verein der Rheinpfälzer. Am 22. November hat sich hier ein Verein der Rheinpfälzer gebildet, welcher die Veranstaltung gemüthlicher Zusammenkünfte der hier wohnenden Rheinpfälzer bezweckt. Die Zusammenkünfte finden jeden Mittwoch=Abend im Restaurant Pohl (Große Budengasse) statt. (O Im Verein zur Förderung des natur=historischen Museums wird am Freitag, Abends 7 Uhr, in der Aula des städtischen Gymnasiums und Realgymnasiums in der Kreuzgasse Hr. Prof. Dr. Herwegen einen Vortrag, verbunden mit Experimenten, über die gewaltsame elektrische Entladung halten. Taube. Am Hof 89. Uhren, Goldwaaren. Rauaraturen August Wirtz. „Preisgekrönt WeltAusstellung Chicago“. Kaffee-Essenz in Dosen. Anerkannt bester und ausgiebigster Kaffeezusatz. Ueberall vorräthig. Vor Nachahmungen wird gewarnt Bronzen in allen Farben, hochglänzend, dauerhaft, zum Vergolden, Versilbern 2c. aller möglichen Gegenstände sowie dazu nothwendige Tinctur und Pinsel empfiehlt Kaesmacher, 62 Altermarkt 62. 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Eisenbahn=Direction, und zwar von der Eisenbahn=Direction in— Elberfeld, also von einer Behörde, die nach ihrer ganzen amtlichen und wirthschaftlichen Aufgabe nicht das mindeste mit der Förderung der Rheinschifffahrt oder mit der Erleichterung des Straßenverkehrs zu thun hat. Dies ist eine Erbschaft aus der Zeit der Privat=Eisenbahn=Gesellschaften. Damals wußte die Köln=Mindener Eisenbahn=Gesellschaft die königliche Regierung für die Uebergabe der Schiffbrücke an die Köln Mindener Bahn zu gewinnen im Hinblick auf den Verkehr der Siadt Köln mit dem Mindener Bahnhof in Deutz. Hatte damals diese Auslieferung der Schiffbrücke einen Schein von Berechtigung, so ist auch dieser gänzlich gefallen, seit fast alle rechtsrheinischen Personen= und Güterzüge in die Bahnhöfe zu Köln linksrheinisch einlaufen. Die Schiffbrücken=Verwaltung aber vererbte sich von der Köln=Mindener auf die rechtsrheinische und von dieser auf die weitab im Wupperthale regierende, ehemals Bergisch=Märkische Eisenbahn=Direction. Weit vom Schuß gehen ihr die Beschwerden und Klagen der Schifffahrt und des Publicums nur mit gedämpftem Schalle zu; alles bleibt beim alten. Dem Eisenbahn=Fiscus fließt als besondere Steuer des Kölner Publicums ein Jahres=Ueberschuß aus den Einnahmen der Schiffbrücke zu, welcher auf 50—100000 M. geschätzt wird. Während alle andren Schiffbrücken und Fähren auf dem Rhein der Rheinstrombau=Verwaltung unterstellt sind, wird zwischen Köln und Deutz, wo die Mängel des Sch. fbrückenwesens am unangenehmsten empfunden werden, der seltsame Zustand weiter aufrecht erhalten, daß die Schiffbrücke einer auswärtigen Behörde, welche den in Frage kommenden Interessen völlig fremd gegenüber steht, als Einnnahmequelle dient. Es ist dankend zu begrüßen, daß diese Verhältnisse in der jüngsten Sitzung der Handelskammer beleuchtet worden sind, und daß die Handelskammer beschlossen hat, den vom Hrn. Commercienrath Heuser bereits in der Rheinschifffahrts=Commission gestellten Antrag thatkräftig zu unterstützen, daß die Kölner Schiffbrücke aus den Händen der Elberfelder Eisenbahn= Direction übergeleitet werde in den Amtsbereich der Rheinischen Strombau=Verwaltung, welche jedenfalls den Schifffahrts=Interessen näher steht und mehr Förderung angedeihen läßt, als die in manchen Beziehungen mit der Schifffahrt concurrirende Bol die mit dem Fu die Wünsche mit der bloßen Uebertragung der Brücke an die Strombau Verwaltung noch nicht erschöpft. Nachdem der Eisenbahn=Fiscus, also der preußische Staat, jahrzehntelang große Summen als Reingewinn aus dem Schiffbrücken=Verkehr gewonnen und dadurch die Bürger von Köln und Deutz in erheblicher Weise mit einer besondern VerkehrsSteuer belastet hat, dürfte es endlich an der Zeit sein, die Abgaben für die Benutzung der Schiffbrücke auf dasjenige Maß hinabzusetzen, welches den wirklichen Unkosten entspricht. Man könnte beispielsweise den Personen=Verkehr in der einen Richtung ganz frei geben und müßte vor allem die drückend hohen Sätze für Fuhrwerk beträchtlich ermäßigen. Nach unserer Ueberzeugung werden dann die Ausgaben der Schiffbrücken=Verwaltung durch die Einnahmen immer noch vollständig gedeckt werden. Möge die Handelskammer auch diesen berechtigten Wunsch in ihrem Antrage aufnehmen.(Ueber die Art, wie der letztere Uebelstand zu beseitigen wäre, dürfte noch nähere Erörterung erforderlich sein.] B Die Pfarrkirche St. Johann Baptist, welche in kurzer Zeit einen neuen Hochaltar, eine neue Communionbank und einen neuen Plattenbelag für die Altarchöre erhalten hat, ist nun auch im Innern vollständig neu ausgemalt. Auch die Nebenaltäre und die Orgel sind renovirt worden. So bald die Mittel des Reparatur=Baufonds es erlauben, soll die ganze Kirche einen neuen Plattenbelag erhalten; auch die alten Betstühle sollen durch neue ersetzt werden. Am nächsten Sonntag, dem Feste Maria Empfängniß, feiert die Kirche einen Gedenktag: vor 20 Jahren consecrirte an diesem Tage Erzbischof Paulus Melchers den neuen Maria=Hilf=Altar. Das Fest wird deshalb in besonders feierlicher Weise abgehalten werden. * Kölner Stadt=Theater. Heute: 89. Ab.=Vst. Der Dornenweg. Schauspiel in 3 Aufz. von Felix Philippi. Anf. 7, Ende 9¼ Uhr.— Mittwoch, 4. Dec.: 90. Ab.=Vst. Siula. Oper in 2 Acten von Axel Delmar. Musik von Karl v. Kaskel. Wald=Einsam keit. Kom. Ballet in einem Aufzug von Reisinger. Musik von W. Mühldorfer. Der Verband deutscher Post- und Telegraphen=Asftstenten (Bezirks=Verein Köln) hatte am Samstag=Abend seine Mitglieder zu einem Familienfeste im großen Saale des Fränkischen Hofes versammelt. Saal und Galerie waren vollständig besetzt. In unserm Bericht über den Fest=Commers der Postbeamten bei Einweihung des neuen Postgegäudes(Kölner Local=Anzeiger Nr. 316 vom 17. November 1893) sprachen wir die Hoffnung aus, daß der Kölner Post=Verein, welcher die Post=Assistenten von der Mitgliedschaft ausschließt, diese Bestimmung fallen lassen möge und eine Annäherung der verschiedenen BeamtenKategorieen in seinem rein geselligen Vereine herbeiführen möge. Leider hat der Kölner Post=Verein die Assistenten auch heute noch ausgeschlossen. Der Assistenten=Verband verfolgt vorwiegend wirthschaftliche Zwecke, mußte aber unter den in Köln obwaltenden Umständen auch nach der geselligen Seite hin seinen etwa 400 Mitgliedern gerecht werden. Das erste Fest ist glänzend und befriedigend in allen Theilen verlaufen. Das reichhaltige Programm wickelte sich unter der schlagfertigen Leitung des zweiten Vorsitzenden, des Hrn. Ober=Postassistenten Lichtenberg recht glatt ab. Solo=, humoristische und gemeinschaftliche Lieder=Vorträge sowie Theater=Aufführungen wechselten in bunter Reihenfolge ab, bis das übliche Schlußtänzchen die Stimmung auf ihren Höhepunkt brachte. Das Fest war recht zahlreich auch aus der Bürgerschaft besucht. ∆ Die Sterbekasse des Verbandes katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands, dem in Köln die beiden Marianischen Congregationen für junge Kaufleute und für verheirathete Herren angehören, ist am 1. Juli 1893 in's Leben getreten und zählt heute bereits 2600 Mitglieder, der beste Beweis, wie zeitgemäß und nothwendig dieses Unternehmen war. Die Kasse zahlt den Erbberechtigten verstorbener Mitglieder 1000 M. Sterbegeld, wofür nur ein Beitrag von 1 M. bei jedem Sterbefalle erhoben wird. Nach dem uns vorliegenden Geschäftsbericht pro 1894/95 konnten bereits am 1. April d. J. dem Reservefonds 12,228 M. zugewiesen werden, während bis zu diesem Zeitpunkt an Sterbegeld 2067 M. verausgabt wurden. Das Eintrittsgeld beträgt gegenwärtig noch 3 M. Eine ärztliche Untersuchung und die Zugehörigkeit zum Verband ist nicht unbedingt erforderlich, und der jährliche Beitrag bewegt sich in mäßigen Grenzen, zwischen 15—20 M. Spartacus, der Sklaven-Feldherr. Krsan####...ten Rom ve. R. Mine., Zeichnungen. In Prachtband gebunden M. Thankmar, der Sugambrer. Erranlung nungen. In Prachtband gebunden gesang. Mit 4 Kunstdruckbildern nach OriginalI..—. Der Weg zur Wahrheit. gesang. Mit en M..—. aus der Zeit Julius Caesars von Mit 4 Kunstdruckbildern nach Origl R. Münchrigial-ZeichErzählung aus der Zeit des römischen Kaisers Dondtian von R. Münchgesang. Mit 4 Kunstdruckbildern nach OriginalZeichnungen. In Prachtband gebunden M..—. Nicht mit Unrecht wird über die verderbliche Einwirkung so vieler Jugendschriften geklagt, den letzten Jahren auf dem deutschen Büchermarkte erschienen sind. Dieser entgegen zu tie der leitende Gedanke bei Herausgabe oben angekündigter drei Jugendschriften, welchen weitere folgen werden, falls das Unternehmen gebührenden Anklang findet. Vornehmer Stil, historische bei Schilderung der Sitten und Gebräuche, dabei lebhafte, spannende Darstellung ohne. Ueberreizung der jugendlichen Einbildungskraft bilden die Vorzüge dieser Erzählungen.. Die Bilder sind von Künstlerhand in getreuer Anlehnung an den Text entworfen und sauber und elegant ausgeführt. welche ten war en weiters Bände historische Yreue Lady Baby. Roman von D. Gerard. Mit Bild der Verfasserin. In Original-Salonband M..50. Was die Blumen erzählen. Geschichten und Bilder von R. Fabri de Fabris. schen-Titeln. In Original schnitt M..—. Aphorismen. Sinnsprüche aus dem Leben für das Leben von M. Herbert. Hochvornehme Ausstattung mit geschmaekvoller farbiger Seiten-Umrahmung auf schwerem chamois Papier, mit Bild der Verfasserin und künstlerischen Zwischen-Titeln nach Original-Zeichnungen. In elegantem Salonband mit Goldschnitt M..—. Aus bewegter Zeit. In Original-Salonband M..76. Tiroler Dorf-Geschichten. Sechs Erzählungen von Ev. von Pütz. Mit dem Bildniss der Verfasserin und 6 fein arfsgeführten Vollbildern von Caj. Schweitzer. In OrigiSalonband M. 5. Gedichte von Ferdinands Frelin von Brackel. Vierte Auflage. Neue elegante Ausstattung mit Linien-Einfassung, auf schwerem weissem Papier. 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J. sind ferner an * Extragaben bei uns eingegangen: Briefkasten 159. Glück auf 10 K. E. statt Kranzspenden für einen lieben Verstorbenen 20. Anonym per Post von Brohl 10.K, Erben Eduard Löwenstein 300 ö. Wegen Errettung aus großer Noth 1 K. 409. Schiedsmann Wingens 583, 587, 602, 640, 648, 41.A 50§. Verlorene Wette.. L. 3 J. Sühne L. B. Kalk 5n. Georg Kieffer 20 A Schiedsmann Meyer.¼. B. 3 K. Fräulein Sybilla von Wittgenstein 5000 Briefkasten 30h. Von C. S. aus einem Vergleich herrührend 50#. A. Th. 20., Von einigen Schülern der Quinta A des Marzellen=Gymnasiums 1 K 509. Bernhard Cohen für die Suppen=Anstalt .4. 25 J. Frau Geheimrath Wilh. Joest 100.Kl. Deutscher Frauen=Verein für Krankenpflege in den Colonieen Abtheilung Köln 500 M Ferner gingen uns zu: Ungenannt 25 K Gerste, 1 Sack Linsen und 1 Sack Pflaumen.. Für diese gütigen Zuweisungen ermangeln wir nicht, den edeln Gebern unsern herzlichsten Dank auszusprechen und bitten um fernere gütige Zuwendungen. Köln, I. December 1895. Der Vorstand des Kölner Wohlthätigkeits=Vereins. Samariter Verein. Die neuen Curse finden statt für Herren Montags, Abends 8¾—9¾ Uhr, für Damen Mittwochs, Abends 5½—6½ Uhr, in dem Turnsaale der städtischen Schule am Elogiusplatz. Der Unterricht ist kostenfrei. Die Theilnehmer zahlen bei der Anmeldung ein Einschreibegeld von 1A Anmeldungen können an den Unterrichts=Abenden in der Turnhalle oder vorher bei dem Vorsitzenden Herrn August Gerber, Cleverstraße 29(Neu bau), gemacht werden. Der Vorstand. Goldmonogramme für Ueberzieher 2c. Berliner Rothe==Loose u. Münster=Lamberti=Loose — Mi LI. 1 OOlsusshee — Ziehung 9. bis 14. December!— empfiehlt die Haupt= und Glücks=Collecte von Heinr. Höcker. Köln, 25 Ehrenstraße Empfehle mein echtes, hochseines Lau de Cologne per 11 Flasche 60 Pfg., per 1 Flasche 35 Pfg., in Kistchen von 6/1 Fl. K.50, in Kistchen von 6 Fl. K..—. Adrian Graven, Eigelstein Verlag und Druck von J. O. Bachem Verantwortlich: O. Brendgen i