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J. abgehalten werden, läßt die kgl. Eisenbahn=Direction(linksrh.) Sonderzüge mit erster, zweiter und dritter Wagenklasse von Köln und von Düren abgehen. Von Köln geht der betreffende Zug Nachmittags um 1 Uhr ab und hält an den Stationen Nippes, Longerich, Worringen, Dormagen und Nievenheim und langt um 1 Uhr 56 Minuten in Neuß an; die Abfahrt an beiden Tagen von Neuß ist Abends 9 Uhr 15 Min. und hält der Zug an vorgenannten Stationen. Von Düren erfolgt die Abfahrt 12 Uhr 22 Minuten Nachmittags, und der Zug hält an beiden Tagen an den Stationen Elsdorf, Bedburg, Harff, Grevenbroich, Capellen=Weveling= hoven, Holzheim; Ankunft in Neuß 1 Uhr 47 Min. Der Zug fährt von Neuß Abends 10 Uhr ab und hält ebenfalls an genannten Stationen.—„ 66 Unser Zoologischer Garten hat auch in dieser Woche einige interessante Geschenke erhalten. Hr. Dr. Hans Langen schenkte zwei Hähne aus Java, die dort den Namen„Perkisas“ führen und von den Eingeborenen durch Kreuzung indischer Race=Hühner mit dem wildlebenden Gabelschwanzhuhn erhalten werden. Dem einen Hahn ist in unserm Garten eine echte Gabelschwanzhenne, die ebenfalls von Herrn Dr. Langen von Java herübergebracht ist, zugesellt, um womöglich Nachzucht zu erzielen. Ferner erhielt der Garten von Hru. Karl Jansen (Köln) einen schönen Thurmfalken, der in die prächtige RaubvogelSammlung eingereiht ist und hier die Gattung der echten Falken vertritt. K. Gerettet. Als am Freitag=Vormittag ein Schutzmann über die Siegburgerstraße zu Poll ging, hörte er das Wimmern eines Kindes; er eilte auf den Hof und fand dort ein dreijähriges Kind im Abort. Dasselbe war in Folge fehierhaften Sitzbretts hineingefallen, hatte sich aber im Innern angeklammert. Es war indeß die höchste Zeil, daß es aus seiner Lage befreit wurde, da es sich nicht länger halten konnte und unsehlbar erstickt sein würde.— Gestern Morgen gegen 10 Uhr spielten zwei Knaben am Rhein=Geländer in der Nähe des Bayenthurmes, als plötzlich einer derselben in den Rhein stürzte, worauf der andere Knabe davonlief. Ein des Weges kommender Matrose wurde durch das Plätschern des Kindes im Wasser auf den Unfall aufmerksam, schwang sich über das Geländer in den Strom und rettete den Knaben aus der drohenden Gefahr des Ertrinkens. Reclame=Wagen. Ueber die Hohestraße fuhr gestern in der Mittagsstunde zum ersten Mal ein neuer Reclame=Wagen, von einem Dienstmann gezogen. Die Speichen der hohen eisernen Räder sind mit Blech ausgefüllt, und dieses ist mit den verschiedensten Firmen und Waaren=Anpreisungen bemalt. Zwischen den Achsen läuft, durch das Fahren des Wagens in Bewegung gesetzt, eine Art russische Schaukel beständig mit den Rädern rund. An dieser Schaukel hängen gleichfalls Reclame= und Firmen=Schilder. Der neue Reclame=Wagen erregt große Heiterkeit. Der Kölner Thierschutz= und Cauarienzucht=Verein Cauaria veröffentlicht so eben seinen Jahresbericht. Nach demselben ist die Mitgliederzahl in steter Zunahme begriffen und beträgt gegenwärtig 75. Die Gesammt=Einnahme betrug 2861., die Ausgabe 2011.; es verblieb somit ein Ueberschuß von 850 M. Dieser Betrag wurbe zur Auschaffung eines neuen Ausstellungs=Inventars verwandt. Der Gesammtwerth des Ausstellungs=Inventars beträgt 1575 M. In den letzten drei Jahren gelangten unter die Besucher der Ausstellungen Canarienvögel im Gesammtwerthe von mehr als 1500 M. zur Gratisvertheilung. Vem nächsten Jahre ab werden unter die Mitglieder, und zwar in den Monatsversammlungen, edele Canarienstämme, je ein Hahn und drei Weibchen, gratis vertheilt. Das Ergebniß der Neuwahl des Vorstandes war folgendes; erster Vorsitzender Hr. J. G. Niedeggen, zweiter Vorsitzender Hr. M. Ahrenz, Cassirer Hr. Gustav Arntz, Schriftführer die HH. G. Rennert und W. Hamacher. Kaufmännischer Verein. In der jüngsten Sitzung machte der Vorsitzende Mittheilung von der Schenkung der Frau Commercien= rath Leyendecker an den Verein in Höhe von 1000 Mark. Die edele Handlungsweise der Frau Geschenkgeberin sei eine Folge des Wohlwollens, welches ihr verewigter Gatte dem Kaufmännischen Verein seit seiner Gründung gewidmet habe. Die Versammlung dankte der hochherzigen Spenderin durch Erheben von den Sitzen. Sodann erwähnte der Vorsitzende, daß andere Städte, namentlich Düsseldorf, bereits Stellung genommen hätten zu der neuen Gewerbeordnungs=Novelle, deren Inkrafttreten in baldige Aussicht gestellt werde. Köln dürfe hinter andern Städten nicht zurückstehen; denn es handele sich darum, dem viel beschäftigten Kaufmann und seinen Gehülfen den freien Sonntag=Nachmittag zu sichern. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden, daß der Vorstand bei den Organen der Kaufmannschaft und bei den verwandten Vereinen Schritte thue, um in dieser Beziehung eine einmüthige Kundgebung des Kölner Handelsstandes herbeizuführen. Vororten und Es Mülheim a. Ry., 25. Juli. Auf dem Stammheimer=Wege zwischen dem Faulbach und dem Wasserthurm ist gestern ein kleines Mädchen von einer jedenfalls von der linken Rheinseite kommenden Kugel getroffen worden, die den Fuß des Kindes durchschlagen hat. Die Untersuchung ist eingeleitet. Ob der Brunnen jetzt wohl zugedeckt werden wird. Carl Reitinger, Pflanzenkübel=Fabrik, Holzmarkt 3. Leuchtkraft des Gases am 25. Juli 1891. Gasfabrik 19/8. Lab. 19/8. Stadt—.* Seite 4. Kölner Aral-Anzeiger Nr. 200= Bonntag, 20. Juli 1391 Geschäfts-Aufgabe. 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Sähan. 4.„Ich sende diese Blumen dir“, Lied von A. Wagner. 5. Fantasie aus„Troubadour“ von Verdi. 6.„Waidmann’s Jubel“, Quadrille von Hermann. Zweiter Theil. 7.„Deutscher Gruss“, Marsch von Reckling. 8.„Fest-Ouverture“ von Leutner. 9.„Hochzeitsreigen“, Walzer von C. Faust. 10. Introduction und Chor aus„Carmen“ von Bizet. 11. Finale aus„Satanella“ von Pugni. 12.„Dithyrambe“, Polka-Mazurka von Joh. Strauss. (Nachdruck ist nicht gestattet.) 4 Sonntag, 20. Juli 1894, Abends ½9 Uhr, im Victoria=Saal am Waidmarkt: Stiftungsfest des Bau-Vereins von St. Jacob, miit Vocal- und Instrumental-Concert, ausgeführt Mitgliedern des Kölner Männergesang=Vereins. von P ROGRAMM. I. Abtheilung. 1. a.„Sturmbeschwörung“, Chor von I Dürrner. b.„O Diandle, tief drunt' im Thal", Volkslied von J. Herbeck. c.„Kärnthnergemnath“, Volkslied von Th. Koschat. 2. a.„Nachtstück für Pianoforte“ von R. Schumann b. Fantasie u. Mendelssohn's„Sommernachtstraum“ v. Sydney=Smith. 3. a.„Engellied“ mit Violin= und Clavierbegleitung von Braga. b. Ariette aus der Oper„Der Freischütz“ von K. M. v. Weber. 4. Fantasie über„Faust“ für Violine von Sarasate. 5. a.„Waldlied“ von Konradin Kreutzer, Solo mit Clavierbegleitung. b.„In vino veritas“ von Karl Obermeyer, dal. II. Abtheilung. s. a. ,D' Hamkehr", Volkslied von Th. Koschat. b.„Wiegenlied“ von W. A. Mozart. c.„Lebenslust“, Männerchor mit Sopran=Solo. 7. a.„Andante con moto“, Lied ohne Worte von F. Mendelssohn. b.„Walzer brillante“ von J. Raff. 8. Zwei Rattenfängerlieder des Julius Wolff, comp. von 9. a.„Réverie", für Violine von Vieuxtemps. b.„Ungarischer Tanz in-moll“ von Brahms=Joachim. 10. a.„Der Gondelfahrer“, Chor mit Clavierbegleitung von F. Schubert. b.„Spinn, Spinn“, schwedisches Volkslied, bearbeitet von H. Jüngst. c.„Wenn Zweie sich gut sind", im Volkston von Ed. Kremser. Harten a 1 Mark sind beim Küster von St. Jacob und Abends Karten&a..... an der Kasse zu haben. * Der Vorstand des Bau=Vereins von St. Jacob. 5. Hoffmann. unserer Abtheilung % Artikel für 1 Mk.““ sind hervorragende und ganz besonders preiswerthe Neuheiten in praktischen sowie Luxus=Gegenständen eingegangen. Zur Besichtigung unserer Schaufenster laden ergebenst ein. Eain properes Mädchen sucht Stun=1:. E den=Arbeit. Starenhof 34. 1 Zimmer zu vermiethen. Eigelstein 107. LORA“. SOLENVASA" 5 Dinstag den 28. Juli, Abends 6½ Uhr: Einmaliges Concert der Capelle des Sächsischen Infanterie-Rgts. Nr. 1059 (40 Musiker), unter Leitung des Stabshoboisten Merkel. Reichhaltiges, ausgewähltes Programm. Eintrittspreis 50 Pfg. ! à Person. NB. Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im ## Wintergarten statt.* Sonntag den 26. Juli, Nachmittags 4 Uhr: Conoert der Capelle des 5. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 65 unter Leitung des Königl. Musikdirigenten Herrn Georg Huber. PROGRAMM. Erster Theil. 1.„Turniermarsch“ von E. Bach. 2. Ouverture zu„Medea“ von Cherubini. 3.„Ave Maria“ von Schubert. 4. Melodicen aus der Oper„Robert der Teufel“ von Meyerbeer. 5.„Frohsinn“, Walzer von Waldteufel. Zweiter Theil. 6.„Räkoczy-Ouverture“ von Kéler Béla. 7.„Willkommen!“ Gavotte von Kluss. 8.„Schneewittchen“, Mazurka von Strauss. 9. Paraphrase über Otto's Lied„Das treue deutsche Herz“ von Schreiner. 10.„Ein Künstler-Album“, Potpourri von Stetefeld. Dritter Theil. 11.„Fackeltanz“ von Flotow. 12. Zug der Frauen aus„Lohengrin“ von Wagner. 13.„Walzer-Arie“ von Venzano. 14.„Frühlingslied“ von Gounod. 15.„Militair-Festklänge“, Marsch von Faust (Nachdruck ist nicht gestattet.) 0300300030000000008 U 1 ISChl Anmeldungen für das am 1. August beginnende Abonnement zur Hälfte des Jahrespreises: die Hauptkarte M. 10.—. jede Zusatzkarte M..50 (gültig bis 31. December d..) werden zeitig erbeten. Köln, 20. Juli 1891. Die Direotion. Sonntag den 26. Juli, Morgens 11½ Uhr, im großen Saale der Lese-Gesellschaft: 10. Volks-Sinfonie-Concert des städtischen Orchesters unter Leitung des Herrn Capellmeisters Prof. Dr. Franz Wüllner. Programm: 1. Sinfonie Nr. 4-dur...... F. Mendelssohn=Bartholdy. 2. Arie aus„Tannhäuser“(Dich theure Halle):. Rich. Wagner. (Frau Laura Stolzenberg=Biertz). 3. Concert für Violine und Bratsche..... W. A. Mozart. (die Herren Prof. G. Japha und C. Körner). 4. Drei Lieder von F. Wüllner, Heuberger und Grammann(Frau Laura Stolzenberg=Biertz). 5. Scénes poétiques(zum ersten Mal).... Benj. Godard. Einzelkarten zu 1 M. sind in den Musikalien=Handlungen der Herren I. F. Weber, Alt& Uhrig, P. J. Tonger und an der Kasse zu haben. Schüler=Karten zu 70 Pfg. nur an der Kasse.„ Rhein= und Woine Mosel= Weine. per Flasche 60 Pfg. Weinhandl. Allerheiligenstr. Nic. Müller. 10. ## Eden-Garten, Sonntag den 26. und Montag den 27. Juli 1891: Gesammt-Gastspiel des Berliner Parodie-Theaters. Die Quitzows. Don Carlos. Lucia von Lammermoon, Preise:.6, J. 1,50,.K. u. 50 Pfg. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Volksgarten. Sonntag den 26. Juli, Nachmittags 5 Uhr: 51. Philharmonisches Concert des städtischen Orchesters unter Leitung des Herrn Concertmeister Gustav Hollaender. Outzendbillete zu 3 Mark, Einzelkarten zu 30 Pfg. an der Kasse. Es finden in diesem Sommer 65 Concerte, das letzte am 16. August statt. „Durch das Schöne stets das Gute.“ Kölner Männergesang=Verein. Unter dem Protectorate Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen Wilhelm II. Dirigent: Otto Singer. Montag den 27. Juli 1891, Abends 8 Uhr, im zum Besten der durch Unwetter schwer geschädigten Bewohner von Süchteln und Umgegend: Volks-Concert, unter Mitwirkung der Capelle des Westf. Fuß=Art.=Rats. Nr. 7, Capellmeister W. Trenks. PROGRAMM: 1. Abtheilung. 1.„Sängergruß", Marsch von Unrath. 2. Ouverture zur Oper„Zampa“.........„ Herold. 3. Andante, Beethoven. 4. Fantasie aus„Lohengrin"..„ Wagner. 5. Dürrner. Kuhlau. A. Zöllner. Kremser. 8. 12. von Weber. Mozart. Koschat. Jüngst. Girschner. Debois. a.„Sturmbeschwörung" Chor b.„Abendlied" c.„Doppelständchen"..„„ d.„Kein Sorg' um den Weg“... II. Abtheilung. 6. Jubel=Ouverture 7. Chor und Arie aus„Zauberflöte"........ a. Kärnthner’müath Chor b.„Braun Maidelein"„ c.„Hüte dich!"....„ d„Der Corsar".„ III. Abtheilung. Introduction aus„Carmen"..... Fantasie aus„Faust".... a.„Der schönste Klang"..... Chor b.„O Diandle, tief drunt' im Thal"....„ c.„In der Ferne"... d.„Frühlingszel„ a.„Kaiser=Walzer“.. b.„Coburger Marsch“. Karten sind niedergelegt in den Musikalienhandlungen von J. F. Weber, Schildergasse 6, P. J. Tonger, Am Hof 34, Alt& Uhrig, Kreuzgasse 15, in der J. G. Schmitz'schen Buchhandlung, Königin=Augusta=Halle 1; ferner bei F. Junker, Hohestraße 26, J. Schneider, Altermarkt 45, J. Schweinem, Friedrich Wilhelmstraße 9, in der Wolkenburg, im Volksgarten, sowie Abends an der Kasse. von Bizet. „ Gounod. „ Schwartz. „ Herbeck. „ Silcher. „ Wilhelm. „ S t r a u ß. 25jähriges Pfarrer=Jubiläum des hochwürdigen Herrn Theophil Linden, Pfarrer an Gr. St. Martin. Die verehrlichen Pfarrgenossen werden zu einer Besprechung dieser Jubelfeier auf Montag den 27. Juli, Abends 3½ Uhr, in dem Saale des Herrn Bendheuer, Mühleng. 1.„Im Kranz“, freundlichst eingeladen. Das provis. Comité. Hotel=Restauraut Mordstern Köln, Marzellenstraße 20. keines Exportbier, reine Weine u. anerkannt gute Schöner Garten mit Veranda. L. Britz. Fränkischer Hof. Angenehmer Garten mit Halle. Dortmunder Union. FranciscauerLeistbräu. Reine Weine. Reichhaltige Auswahl in Abendplatten. L. J. Brems. Seite 6. gocal-Anzeiger Nr. 200“ Bonntag, 26. Juli 1891. Feuilltton des Kölner Voral=Anzeiger. 26. Juli 1891. (38) n Bis uns scheidet der Tod. Dem Americanischen nacherzählt von Lina Freifrau von Berlepsch, Als er seine Schwester verließ und den Weg nach des Professors Haus einschlug, blickte der Unmuth unter den dichten Brauen hervor. Bald jedoch heiterten sich seine Züge auf, da er das Wehen eines wohlbekannten weißen Schleiers gewahrte. Stella schritt ungeduldig auf der Terrasse hin und her. Ihr Gesicht zeigte einen ruhelosen, ängstlichen Ausdruck; die feingeschnittenen Lippen waren bleicher geworden, und die zarten Wangen zeigten nicht mehr das vollkommene Oval. Er streckte ihr die Hand entgegen.„Hoffentlich finde ich Sie heute besser, liebes Fräulein.“ „Sehe ich etwa danach aus?“ rief sie ungeduldig. „Leider nicht; hätte ich das Recht, das ich so eft schon erflehte, so wären längst andere Aerzte consultirt worden. Warum eine ernste Sache leichthin behandeln und Alle, die Sie lieben, beunruhigen?“ „Wollen Sie mir glauben, Mr. Wanner, daß meine Selbstliebe größer ist, als jedes Interesse, das Andere für mich heges könnten? Drei Aerzte haben mich bereits unnütz gequält; heute versicherte mir einer mit liebenswürdiger Offenheit, ich würde vor wenigstens einem Jahre keinen Ton mehr singen können.“ „Welcher Ursache schreibt er das Uebel zu?“ „Dem Scharlachfieber, das ich durchgemacht, und dem zu oft wiederholten Bepinseln des Halses; o, ich könnte... Zornig stampfte sie mit dem Fuße, und die weißen Zähne bohrten sich in die Unterlippe. „Setzen Sie sich hier, liebes Fräulein,“ bat Wienfried,„und theilen Sie mir Ihre Absichten mit. Sie wissen ja, alle meine Pläne richten sich nach Ihrem Wunsche und Ihrem Glück.“ Er versuchte, ihre Hand zu fassen; sie entzog sie ihm stolz. „Ich habe noch keine weitern Entschlüsse gefaßt.“ „Ihr Debut in Paris wird natürlich hinausgeschoben?“ fragte er. „Ein Debut ohne Stimme reizt mich nicht. Ach, wie golden strahlte die Zukunft, als ich vor dem Regisseur der großen Oper sang, und für die nächste Saison Engagement bekam. Wie anders, wie trostlos sieht nun alles aus!“ „Stella, das Schicksal trägt ein Janushaupt. Ihnen grollt, mir lächelt es. Ich begrüße freudig jedes Hinderniß, das sich in Ihren Weg legt; denn endlich müssen Sie davon lassen und den Pfad betreten, den meine Liebe Ihnen ebnet.“ „Schon zwei Mal lehnte ich die Werbung ab, womit Sie mich beehrten, Mr. Wanner. Waren meine Worte so undeutlich, daß Sie dieselben nicht verstanden?“ „Ich fürchtete, Ihr Entschluß sei durch eine Vernachlässigung der Höflichkeit, die meine Schwester sich erlaubte, beeinflußt— eine Höflichkeit, die Sie berechtigt waren, von der Schwester des Mannes zu erwarten, der Ihnen Herz und Hand bot.“ „Nein, Mr. Wanner, die Vernachlässigung Ihrer Schwester und Miß Sutherland's Sticheleien haben zu wenig Gewicht, um mich in einer so belangreichen Sache zu beeinflussen. Meine Entscheidung gründet sich auf die unglückliche Thatsache, daß ich Sie nicht lieben kann.“ „Kein Weib vermöchte der Liebe und Ergebenheit zu widerstehen, die ich Ihnen bringe; die Zeit wird Ihre Gefühle ändern.“ „Nein, Mr. Wanner; nur meine Stimme, nicht aber Herz und Hand ist mir für Geld feil.“ „Ich kann mir Ihre entschiedene Ablehnung nur dadurch erklären, daß ich annehme, Ihr Herz sei schon vergeben.“ „Sie haben kein Recht, mich zu fragen; aber Sie mögen wissen, daß ich allerdings liebe.“ Winfried erblaßte, seine Hand schloß sich krampfhaft um die Brüstung.„Sie haben mit mir gespielt, Stella,“ sprach er bitter. „Nehmen Sie das Wort zurück! Lüge und Verstellung sind meinem Wesen fremd; und wenn ich je daran gedacht habe, mit Ihrem Namen, und in Folge dessen mit Sammt und Juwelen zu glänzen, so habe ich meine Zwiesprache mit Gott Mammon strenge für mich behalten.“ „Bitte, gestehen Sie mir, ob Ihre Liebe jenem Mr. Granville gehört, der sich in Paris als Ihr eifrigster Verehrer erwies?“ Ein kurzes, spöttisches Lachen beantwortete diese Frage:„Ich liebe einen Mann, einen edeln, ehrenhaften Mann, nicht einen eiteln, parsumirten Gecken. Udo Granville verdient keine Liebe; denn trotz seiner Verlobung mit einem vertrauenden, zartfühlenden Mädchen, hatte er die Keckheit, mir zu huldigen.“ Er ergriff ihre Hand.„Ist es die Erwiderung Ihrer Liebe,“ fragte er leidenschaftlich,„die Ihr Herz gegen mein Flehen so unerbittlich macht? Sagen Sie mir alles.“ „Hätte ich diese Hoffnung,“ erwiderte sie mit stiller Trauer,„so waren alle Juwelen der Erde nicht reich genug, sie aufzuwiegen. Nein, diese Hoffnung ist mir ferner als die Sterne über uns; nicht Hoffnung macht mich gleichgültig gegen Sie, sondern Verzweiflung.“ „Das bringt unendlichen Trost!“ rief er bewegt. „Glauben Sie, ein Anderer könnte je seine Stelle in meinem Herzen einnehmen? Ein besseres Wesen als ich wird Ihr Heim mit Segen, Ihr Herz mit Frieden und Sonnenschein erfüllen— und dann danken Sie der Stella Owen, daß sie nicht heucheln konnte.“ Sie hüllle sich fester in den Schleier und wollte die Terrasse verlassen. „Werden Sie mir gestatten, Sie morgen nach dem Marino zu fahren? Keine Verneinung:.... Nun gute Nacht, der Himmel schütze Sie!“ 29. „Afra, wo ist Miß Dexter?“ „Sie ging vor einer Stunce in den Garten; ich habe sie nicht zurückkommen hören. Möchten Sie etwa über meine vielen Vergehungen sie ausfragen, Doctor Grey?“. Afra schlug behende die Schürze über ein Päckchen Briefe, das ihr im Schooße lag, und versuchte heiter zu scheinen, trotz der noch feuchten Augenlider. „Ihr Gewissen klagt Sie wohl recht lebhaft an? Dieses Mal aber haben Ihre Sünden mit meiner Unterredung mit Miß Dexter nichts zu thun. Ich sähe Sie übrigens lieber in Edith's Gesellschaft, als allein und traurig.“ „Ich din nicht traurig.“ Das junge Mädchen Thräne zurück. biß sich auf die Lippen und drängte eine „Wenigstens sind Sie nicht lustig. Was gibt es denn? Schreibt Udo selten?“ Doctor Grey setzte sich neben seine Mündel; sie brach in Thränen aus. Die verborgen gehaltenen Briefe schlüpften aus dem Versteck und flatterten zu Boden. „O, ich bin so unglücklich, lieber Doctor Grey!“ „Warum, mein Kind?“ „Udo liebt mich nicht mehr wie früher. Er schreibt selten, kurz und kalt, meist Hof= und Stadt=Neuigkeiten aus Paris, die mir doch so gleichgültig sind. Gestern erhielt ich nach vier Wochen einen Brief, in welchem er mich bittet, unsere Verbindung auf weitere sechs Monate zu verschieben, weil er im Mai nicht herüber kommen könne.“ „Beruhigen Sie sich, Afra,“ sagte er und strich liebevoll das Haar aus ihrer Stirne.„Wenn Udo Ihr Vertrauen verloren hat, ist er Ihrer Thränen unwürdig. Halten Sie diese Gleichgültigkeit für eine Folge der Trennung, oder wissen Sie einen andern Grund?“ „Ich weiß nichts Bestimmtes; vielleicht ist es besser, ich sage nichts.“ „Sprechen Sie unverhohlen, Afra. Ist Granville unbeständig oder ehrlos, so ist es ein Glück, wenn Sie die Entdeckung rechtzeitig machen, um lebenslanges Elend zu verhüten.“ „O, wenn wir eist verheirathet wären, wollte ich ihn schon zurückgewinnen!“ „Täuschen Sie sich nicht; dieser Irrthum hat schon Viele betrogen. Wenn der Freier gleichgültig ist, wird der Gatte kalt, hart, unausstehlich. Folgen Sie meinem Rath, verlieren Sie keine Zeit, Ihre Verlobung mit Granville aufzuheben.“ „Dann ist mit ihm all' mein Glück verloren,“ seufzte Afra händeringend. „Sein Herz haben Sie bereits verloren, und sollten nicht verlangen, ihn in Fesseln zu halten, die ihm drückend erscheinen.“ „O, Doctor Grey, Sie haben nie geliebt! Ihnen wird es leicht, in geschäftsmäßiger Weise zu sagen:„Heben Sie die Verlobung auf.. Was es mir aber kostet, Ihrem Rath zu folgen, können Sie nicht wissen.“ „Mein liebes Kind, selbst ein viel tieferer Schmerz, als die Trennung von einem Manne, der Ihrer unwerth ist, würde Ihnen das Leben nicht kosten,“ entgegnete er.„Zwingen will ich Sie nicht, nur Ihnen rathen; die Entscheidung muß von Ihnen kommen. Wollen Sie warten, bis Granville Sie ausdrücklich ersucht, ihm die Freiheit wiederzugeben?“ Afra zuckte schmerzlich zusammen.„Wie grausam!“ „Nein, Kind; mich bestimmt nur die Sorge für Ihr Glück. Ich kenne die menschliche Natur besser als Sie. Jedenfalls wünsche ich zu erfahren, welcher Art Ihre Antwort sein wird.“ „Ich denke die Vermählung auf November zu verschieben; inzwischen aber will ich versuchen, sein Herz wieder zu gewinnen.“ „Zeihen Sie mich nicht der Herzlosigkeit, wenn ich unter gegebenen Umständen meine Einwilligung vorerst verweigere und Ihre Volljährigkeit abwarte.“ Mit einem Schreckenslaut war Afra aufgesprungen.„Das ist nicht Ihr Ernst, Doctor Grey!“ rief sie;„soll ich noch drei Jahre diese Unruhe ertragen?“ „Als gewissenhafter Vormund sehe ich keinen andern Ausweg. Mit der nächsten Post werde ich selbst an Granville schreiben und meinen Entschluß ihm mittheilen. Und nun zerstreuen Sie sich, und hängen Sie der Trauer nicht länger nach. Drei Jahre sind schnell vorbei, und später werden Sie mir Dank wissen, daß ich Sie so grausame behandelte. Und nun guten Morgen; versuchen Sie etwas liebevoller von Ihrem Vormund zu denken, dessen Herz nicht weniger leidet, als Ihr eigenes.“ Nachdem Doctor Grey den von Ulmen beschatteten Wiesenplatz durchschritten hatte, gewahrte er Miß Dexter, die in lebhafter Erregung auf und ab wandelte. Er sah Spuren frischer Thränen auf ihrem Gesicht. „Ich wollte eigentlich über eine meiner Kranken mit Ihnen sprechen, liebes Fräulein," begann er freundlich;„da ich aber sehe, daß Sie traurig sind, bitte ich, mich Ihres Vertrauens zu würdigen.“ Helles Roth flammte auf in ihren Wangen; scheu senkte sich der Blick. „Ist Afra die Ursache Ihrer Bewegung?“ „Afra scheint sich unglücklich zu fühlen, ist aber sehr zurückhaltend gegen mich, seit ich ihr meine Ansicht über Mr. Granville sagte.“ „Und diese Ansicht wäre?“ „Ich habe gegen Granville nichts einzuwenden. Afra aber sollte einem Manne, der sie licht jebt, nicht angehören wollen.“ „Haben Sie ihr das gesagt?“ „Schon oft. Meine Offenheit hat sie beleidigt; sie meidet mich. Das arme Kind wankt am Rande eines Abgrundes und will sich nicht warnen lassen. Sie erinnert mich an eine Jugendfreundin, die in arglosem Vertrauen lieote und ihr Glück vernichtet sah. Wie gern wollte ich sie vor einem ähnlichen Schicksal bewahren!" Er errieth sofort, auf wessen Geschick sie anspielte.„Meine Ueberzeugung stimmt so vollkommen mit der Ihren überein,“ sagte er seufzend,„daß ich meiner Mündel eben die Einwilligung zu ihrer Vermählung verweigert habe, bis sie volljährig ist.“ „Gott sei Dant; in der Zwischenzeit mag manches sich ereignen.“ Es entstand eine kurze Pause.„Sie haben etwas auf dem Herzen,“ bemerkte der Doctor;„kann ich Ihnen vielleicht rathen? Jedenfalls werde ich ein mir geschenktes Vertrauen nicht mißbrauchen.“ „Ich danke Ihnen; schon seit einigen Tagen wollte ich Ihren Beistand erbitten. An Vertrauen hat es nicht gefehlt; wohl aber fürchtete ich, die Wiederbelebung alter Erinnerungen könnte mir zu schmerzlich werden. Uebrigens ist es nicht nöthig, Sie mit den Einzelheiten der Umstände zu belästigen, welche den Sonnenschein aus meinem Leben gebannt haben.“ „Ich will Ihre Mittheilung als Geheimniß aufnehmen; aber, bitte, verschweigen Sie mir nichts, wenn ich Ihnen beistehen soll.“ „Doctor Grey," begann Miß Dexter, und legte die Hand auf seinen Arm,„wenn ein gewissenloser Mensch absichtlich ein Lebensglück zerstört, quält ihn oft nicht ein Mal das Gewissen. Wehe aber dem schuldlosen Wesen, welches unbewußt das Verderben Jener wird, die es liebt! Ich entsinne mich nicht, daß es je eine Zeit gegeben, wo ich den Mann, dem ich mein Herz gegeben, nicht geliebt hätte; er war der Spielgefährte meiner Kindheit, der Verlobte meiner Jugend. Mein Vater legte kurz vor seinem Tode unsere Hände in einander und segnete meine Wahl. Armuth war das einzige Hinderniß unserer Verbindung. Ich nahm eine Stelle als Erzieherin an und sparte mein Gehalt zu einem kleinen Capital, um ihm helfen zu können. Moritz hatte bei einem reichen Onkel in Europa gelebt und dadurch kostspielige Gewohnheiten angenommen. Ich wußte es, aber ich fällte kein Urtheil über ihn; ich versagte mir alles und schwelgte in Gedanken an die selige Stunde, wo mein Erspartes zur Ausstattung eines kleinen Hauses hinreichen könnte. Unsere Verbindung verzögerte sich; aber ich harrte geduldig. In der Pension, wo ich als Lehrerin wirkte, schloß ich mich innig an ein junges Mädchen an, dessen Liebe zu mir wahrhaft exaltirt war. Auguste war eine Waise und sehr reich. Sie wollte alles mit mir theilen, und mehr als ein Mal war ich nahe daran, ihr zu vertrauen, was mich von meinem Glück trennte. O, daß ich es gethan hätte, wie viel Elend wäre uns erspart geblieben! Sie schien mir aber ein so unerfahrenes Kind, daß ich mich scheute, mit ihr von meiner Verlobung zu sprechen. „Zur Ferienzeit trennten wir uns auf drei Monate. Ich eilte nach Vermont zu meiner Mutter, wo Moritz mich treffen sollte. Zum ersten Mal blieb er aus. Unabweisbare Geschäfte hielten ihn Ich zweifelte nicht an ihm, sondern zu beweisen, wie geduldig ich die Meine Mutter war ängstlich; ihr meinem Traume künftiger Seligkeit erreichte mich ein Telegramm von meiner jungen Freundin, welche mich zu ihrer Hochzeit einlud. In einem folgenden, sehr unzusammenhängenden Briefe vergaß sie, des Bräutigams Namen zu nennen. Der gleiche Postbote brachte einen langen, zärtlichen Brief meines Verlobten, der mir anzeigte, er würde in etwa zehn Tagen bei mir sein, um die letzten Vorkehrungen zu unserer Verbindung zu treffen. Ich erreichte Nem=York erst am Morgen des Tages, an welchem Augustens Trauung stattfinden sollte. Die Feier war auf zehn Uhr festgesetzt. Bei meiner Ankunft war die Freundin bereits unter den Händen der Kammerfrau. Während ich auf meinen Koffer wartete, bemerkte ich in einem Körbchen eine Verlobungskarte. Ich nahm sie auf— und wie wurde mir, als ich sah, daß mein Verlobter der Bräutigam meiner Freundin war! (Fortsetzung folgt.) in New=York zurück, schrieb er. suchte in heitern Briefen ihm schmerzliche Trennung ertrüge. ahnte Schlimmes. Mitten in Locales. 3 Goldenes Amts=Jubiläum. Hr. Lehrer Hermanns an der israelitischen Knabenschule feiert bekanntlich am 14. August d. J. sein fünfzigjähriges Lehrer=Jubiläum. Seine Schüler und Collegen werden ihm bei dieser Gelegenheit einen geschnitzten altdeutschen Sessel von Eichenholz mit Kameeltaschenbezug überreichen. Derselbe ist in der Möbelfabrik von Emil Philippi angefertigt und von heute ab in dem Mittel=Schaufenster des genannten Geschäftes ausgestellt. F Falsche Straßenbezeichnungen. Wenig Sorgfalt scheint bei Aufertigung der neuen, blauemaillirten Straßenschilder auf die richtige Benennung gelegt zu werden. So tragen beispielsweise von drei Schildern im Ferculum zwei den Namen„Ferculum“, eines den Namen „Im Ferculum". Ferner liest man an der Ecke Victoriastraße und Klingelpütz„Klingelspütz", dagegen an der Ecke Cordulastraße„Klingelpütz“. * Für Militair=Anwärter sind im Bezirk des 8. Armee=Corps folgende Stellen frei: Aachen, königl. Polizei=Direction, Schutzmann, 1000 M. Gehalt, 180 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich und freie Dienstkleidung(Uniform); do., Postamt, Landbriefträger, 650 M. Gehalt, 180 M. Wehnungsgeldzuschuß. Köln, Regierung, Hülfsbote, 906 M. Gehalt; do., Postamit, Postschaffner, 900 M. Gehalt und 180 M. Wohnungsgeldzuschuß; do., königl. Eisenbahnbetriebs=Amt(rechtsrhein.) zu Köln=Deutz, Brückenwärter. 800 M. Jahresbesoldung. Königl. Eisenbahnbetriebs=Amt Neuwied, Portier, 800 M. Jahresbesoldung. Porz, Postagentur, Landbriefträger, 650 M. Gehalt und 60 M. Wohnungsgeldzuschuß. F Die alten Kölnischen Bierwirthschaften verschwinden eine nach der andern vom Erdboden, um stattlichen Neubauten Platz zu machen. Von den noch vorhandenen alten Häusern ist das„Im rothen Löwen“ genannte Local an der Severinstraße 95 allen Kölnern wohl bekannt. Auch dieses wird im kommenden Frühjahr niedergelegt, um durch zwei Neubauten ersetzt zu werden. P Dievstähle. Von einer unbekannten Frau wurde aus einer Wohnung zu Deutz ein Paar Damenstiefeln gestohlen.— Ein elfjähriges Mäochen schlich sich in einen Laden an der Eisenbahnstraße zu Nippes und stahl aus der Thekenschublade M. 1,50. Dasselbe wurde darüber ertappt und ihm das Geld wieder abgenommen.— Ein Maurer, welcher in einem Neubau am Hansa=Ring beschäftigt war, hing seine silberne Remontoir=Uhr mit Goldrand während der Arbeit an die Wand. Als er dieselbe wieder an sich nehmen wollte, hatte sie bereits einen Liebhaber gesunden. P Das St. Josephshaus in der Dreikönigenstraße, zu welchem im September v. J. der Grundstein gelegt wurde, geht seiner Fertigstellung entgegen. Gegenwärtig ist man in demselben mit den Glaserund Anstreicher=Arbeiten beschäftigt. Das neue Gebäude, welches als Ersatz der bisher in der Annostraße befindlichen Kleinkinder=Bewahrund Handarbeits=Schule dienen soll, ist in gothischem Stil erbaut; zur Verwendung gelangten ausschließlich gelbe Blendziegel. Der linke Theil enthält die Schul- und Arbeits=Säle, der rechte die Verwaltungsräume sowie im ersten Ober=Geschoß die Kapelle. Das Ganze bedeckt einen Flächenraum von 380 Qu.=Meter. Die Kosten wurden theils durch Stiftungen, theils durch freiwillige Beiträge aufgebracht. Gerichts=Verhandlungen. Strafkammer. Acht Personen, Männer und Frauen, aus Kalk haben im verflossenen Winter auf dem Bahnhof Deutzerfeld gemeinsam alte Eisentheile gestohlen und an die Althändler Eheleute Joh. Weber in Kalk verkauft. Die Strafen lauteten auf 3½ Monat bis 14 Tage Gefängniß; zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Der Hehler, welcher drei Mal wegen gleichen Vergehens abgeurtheilt ist, erhielt 18 Monate Zuchthaus und kam sofort in Haft; die Frau muß 6 Monate in's Gefängniß.— In dem verflossenen Winter war in der Pfälzerstraße eine Dame auf dem Fußsteig ausgeglitten; dieselbe trug einen doppelten Beinbruch davon. Das Schöffengericht bestrafte den Eigenthümer, vor dessen Besitzthum der Unfall vorgekommen ist, wegen fahrlässiger Körperverletzung mit 40 Mark Geldbuße, weil er auf dem Fußsteig nicht genügend Asche hatte streuen lassen. In der Berufungs=Instanz erbrachte der Beschuldigte den Beweis, daß er der Polizei=Verordnung, betreffend das Bestreuen der Fußsteige mit Asche usw. bei Glatteis, völlig nachgekommen war; es erfolgte deshalb Freisprechung. Das Gericht erwog noch, daß die Uebertretung einer Polizei=Verordnung gegebenen Falls nicht immer eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung rechtfertige. Für den Hauseigenthümer ist das freisprechende Erkenntniß von großer Bedeutung, da im andern Fall eine erhebliche Entschädigungsklage nicht ausgeblieben wäre. : R h e i n h ö h e a m 2 5. J u l i. A b e n d s 7 U h r m 3, 3 5— m 0, 0 6. Wa erwärme am 25. Juli, Abends 7 Uhr 16° R Plan der 1. Klasse. Ziehung 24.—26.Nov. 1891. Rölner Local-Anzeiger Nr. 200 a Sonntag, 26. Juli 1891. Seite 71 1 à 150,000— 15 3„ 10 50„ 100„ 240„ 500„ 1000„ 4000„ 1" 75,000 1" 50,000 1" 3 0, 0 0 0 1" 15.000 2" 10,000 5,000 .000 1,000 500 300 200 100 42 150,000 Mark 75,000„ 50,000„ 30,000„ 15,000„ 20.000„ 15,000„ 30,000„ 50,000„ 50.000„ 72,000„ 100.000„ 100.000„ 168,000„ 5910 Gewinne 925,000 Mark. * Zum Zwecke der Bekämpfung des Sklavenhandels. Ich nehme Bestellungen unter Beifügung des Betrages und 1 Mark für Porto und Liste auf Original=Loose zu Originalpreisen entgegen und versende nach Reihenfolge des Einganges: gültig für beide Klassen: 42., ½ 21 M.% 8,40., ½/ 4,20 M. Original=Loose 1. Klasse bei planmäßiger Erneuerung: 21., ½ 10,50.,1 4,20., V. 2,10 M. Die Hauptverkaufsstelle S. P. van Perlstein, Köln a. Kh., Obenmarspforten 25. Plan der 2. 18.—23.Jan. 1892. 1 à 600.000— 600,000 Mark 1 1 1 1 1 1 3 4 6 20 30 50 100 300 500 1000 2000 3000 6000 300,000— 300,000 125,000— 125,000 100,000— 100,000 50,000— 50,000 40,000— 40,000 30,000— 30.000 25,000— 75.000 20,000— 80.000 10,000— 60.000 5,000— 100.000 3,000— 90.000 .000— 100.000 .013— 100,000 500— 150,000 300— 150,000 200— 200,000 100— 200,000 75— 225,000 50= 300,000 13,020 Gewinne 3,075,000 Mark. Amtliche Bekanntmachung. 30. öffentliche Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung am Donnerstag den 30. Juli 1891, Abends 68 Uhr. Tages=Ordnung: 1. Prüfungen von Bau= und Jahresrechnungen; 2. Festste 2. Feststellung von Baurechnungen; 3. Umtausch von Urkunden und Documenten aus dem historischen Archiv; 4. Grundstücks=Entschädigungen Breitestraße 131, Große Budengasse 13 und Kettengasse 14, 16,18; 5. Errichtung einer Waschküche Se verinstraße 164 im jetzigen Alignement; 6. Fluchtlinienplan betr. das Gelände um den neuen Schlacht= und Viehhof; 7. Ausstattung zweier Schulsäle und eines Aufenthaltszimmers der mittlern Mädchenschule; 8. Umwandlung der Nectorwohnung in der Eigelstein=Knabenschule in Schulsäle; 9. Verbesserung der Beleuchtung im Zollhafen; 10. Uebernahme der kaufmännischen Forbildungsschule; 11. Pflasterung eines Theiles der Rolshoverstraße; 12. Nachcredit zur Herstellung eines Schuppens und Beschaffung eines Geräthewagens für die Dampfwalze; 13. Erlaß einer Bekanntmachung über die Unausführbarkeit der Canali= sation in den Privatstraßen zu Ehrenfeld und Nippes. 50 Mark In der Nacht vom 19. auf den 20. d. M. ist ein in den Garten=Anlagen am Museum aufbewahrter, 20 Meter langer Gartenschlauch von ruchloser Hand in verschiedene Stücke geschnitten und eine an diesem Schlauche befindlich gewesene Messingkapsel= Verschraubung entwendet worden. Obige Belohnung wird, und zwar, wenn thunlich, unter Verschweigung des Namens, Demjenigen zugesichert, welcher den oder die Thäter so zur Anzeige bringt, daß deren gerichtliche Bestrafung erfolgen kann. Köln, 25. Juli 1891. Der Oberbürgermeister. I..: Der Beigeordnete, Mann.— Tüchtig. Buchhalter empfiehlt sich zur Einrichtung, Führung von Büchern, sowie zum Unterricht in der doppelten Buchhaltung. Fr.=Off. u. Nr. 1408 a..Geschäfts. d. Bl. 890 Nach mehrjähriger Thätigkeit als Afsistenzarzt an großen Krankenhäusern have ich mich hierselbst niedergelassen als pr. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer, Spetialarzt für Nervenkrankheiten (Elektrotherapie 2c.) Sprechstunden 10—11,—5 Uhr. Dr. Friedrich Strauscheid. Köln. Herzogstraße 9. 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Juli., A 12 260, den durchschnittlichen Tagelohn für die Mitglieder der hiesigen Ortskrankenkasse anderweitig wie folgt festgesetzt: 1. für Klasse I: männliche Kassenmitglieder über 20 Jahre auf.# 2. für Klasse II: männliche Kassenmitglieder über 16 bis zu 20 Jahren einschließlich(ausschließlich der Lehrlinge) und weibliche Kassenmitglieder über 20 Jahre auf 2 M. 3. für Klasse III: weibliche Kassenmitglieder über 16 bis zu 20 Jahren einschließlich und männliche Kassenmitglieder von 16 und unter 16 Jahren sowie Lehrlinge auf. K..50. 4. für Klasse IV: weibliche Kassen mitglieder von 16 und unter 16 Jahren auf 1 M4 In die Quittungskarten der Altersund Invaliden=Versicherung sind nun mehr Marken einzukleben für die Kassenmitglieder der I. Klasse zu 30 Pfg. „ II.„„ 24„ „ III.„„ 20„ Nippes, 21. Juli 1891. Der Vorstand. Ausstellung für Länder= u. Völkerkunde, Köln 1891. Auf dieser sehr interessanten Ausstellung sind ethnographische Sammlungen aus folgenden Ländern vertreten:„— Afriea, Transvaal=Republik, Vorneo, Indien, Molukten, Neu=Guinca, Brasilien, Pern, Feuerland, Guyana, Amcrica, Korca, Grönland, Labrador, Alaska. Türkei. Orient, Sibirien, Südsce-Inseln, Bismarck=Archipel. Ccylon, Britisch=Columbien 2c. 2c. Ferner plastische Gruppen, bestehend aus Völker=Racen, dargestellt in natürlicher Größe, mit Landschaften, Pflanzen, Thieren und Häusern, und zwar: Gruppe 1. Ein banger Augenblick, Scene aus Casati's Expedition. „ 2. Ueberfall eines Lagers in Africa durch ein Rhinoceros. „ 3. Tigerjagd in den indischen Tschungeln. 4. Scene aus einem Neu=Guinea=Dorfe. „ 5. Eine Botokudenfamilie auf der Wanderung. " 6. Lappländer. „ 7. Eskimos. Kaisergarten. Heute, Sonntag, 26. 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