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Nur solche Zöglinge werden in die Anstalt aufgenommen, weihe im Besitze der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Militairdienst# sind. *8* In der hiesigen Taubstummenschule fand vorgestern Morgen die öffentliche Prüfung aller 77 Zöglinge statt. Außer vielen Eltern und Angehörigen der Kinder bemerkten wir Hru. Weihbischof Dr. Fischer, Hru. Provincial=Schulrath Henninger vom Schul=Collegium zu Koblenz und viele Mitglieder des Vorstandes der Anstalt. Die unterste, siebente Klasse zeigte, was sie in etwa Jahresfrist in der Articulation und im Schreiben gelernt; die sechste Klasse hatte Anschauungs=Unterricht, die fünfte Beschreibung eines biblischen Bildes, die vierte Rechnen, die dritte behandelte eine Lection aus den Neuen Testamente, die zweite hatte Erdbeschreibung, die oberste Lesen und Sprache. Den Schluß der Prüfung bildete Mädchen= und Knaben=Turnen. Handarbeiten, schriftliche Arbeiten und Zeichnungen, die im Laufe des verflossenen Jahres von den Schülern und Schülerinnen angefertigt worden, lagen auf Tischen zur Ansicht. Alle bei der Prüfung Anwesende freuten sich über die wackere Haltung der Zöglinge und die mit jedem höhern Jahrgange zunehmende Deutlichkeit im Sprechen, größere Sicherheit im Ablesen des Gesprochenen vom Munde Anderer und über das vermehrte Wissen und Können alles dessen, was zum Fortkommen im bürgerlichen Leben nöthig ist. So unterrichtete Taubstumme sind, wenn man ihnen auch nur einigermaßen mit Geduld entgegen kommt, zum Verkehr mit der hörenden Welt befähigt, und ihre eigene Weiterbildung in Sprache und Verständniß wird nicht ausbleiben. Entlassen wurden elf Zöglinge: sieben Knaben und vier Mädchen; Erstere lernen nun ein Handwerk, Letztere beschäftigen sich mit Nähen, Kleidermachen und häuslichen Arbeiten. Möge der Anstalt, welche so humane Zwecke verfolgt, wie bisher das Wohlwollen der Mitbürger erhalten bleiben. 00 Schulspiel. Die Feier, welche zum Schlusse des Schuljahres 1889/90 am hiesigen Marzellen Gymnasium veranstaltet wurde, gewann durch die erstmalige Aufführung des bereits an dieser Stelle erwähnten Schulspieles„Des Prinzen Heinrich von Preußen Reise um die Welt“ nicht wenig an Reiz. Die Zahl der Eltern, welche der Vorstellung beiwohnten, war eine außergewöhnlich große. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgte man den Gang der interessanten Handlung, welche durch Schüler der Anstalt in so eindrucksvoller und lebendiger Weise wiedergegeben wurde, daß man zuweilen vergaß, Schüler vor sich zu haben. Jeder Darsteller schien in den Geist seiner Rolle eingedrungen zu sein. Alle hatten so gut memorirt, daß nirgends ein Stocken eintrat. Die in die Handlung eingeflochtenen Lieder wurden recht wacker gesungen. Der erste Versuch, die Schulspiele, welche in früherer Zeit mil großem äußern Gepränge gefeiert wurden, wieder einzuführen, ist zweifellos trefflich gelungen und wird wohl zu weitern ähnlichen Uebungen welche unstreitig ein gutes Mittel zur Förderung des freien Gebrauches der Rede bilden, auregen. m Die Renubahn des Kölner Sportplatzes ist nach der Winterruhe wieder der Benutzung übergeben worden. In früher Morgenstunde sieht man die Rennfahrer fleißig trainiren, zu dem im nächsten Monat hierselbst stattfindenden internationalen Radwettfahren. In allen Sportszweigen herrscht bei der jetzigen prachtvollen Frühlingskuft reges Leben auf dem Sportplatze. Ein anmuthiger Damenkreis eröffnete in vergangener Woche die Lawon=Tennis=Plätze. Die Jäger=, Schützenund Pistolen=Schießstände sind in ihren Einrichtungen vervollständigt und mit besten Schießwaffen versehen worden. Die Verwaltung des Kölner Sportplatzes hatte bereits im vorigen Jahre behufs Einführung der besten englischen Spiele geeignete Stellen des Sportplatzes sowie die Spielgeräthschaften frei zur Benutzung gestellt. Bis heute sind dieselben aber auch nicht ein einziges Mal beansprucht worden. Es sei deshalb nochmals auf die manchfachen Annehmlichkeiten, welche der Kölner Sportplatz der Bürgerschaft bietet, aufmerksam gemacht. Für die Kriegskunst=Ausstellung hat die Große Kölner Carnevals=Gesellschaft einen Ehrenpreis, bestehend in einer prachtvollen silbernen Jardinière mit Krystallschale, gestiftet. Dieselbe ist zur Zeit bei Juwelier Wwe. Bernhard Dahmen an der Hohestraße ausgestellt. ∆ Unfall. Auf der Hohestraße wollte ein Dienstmann, welcher mit Gepäck beladen war, einem Fuhrwerk ausweichen, fiel vom Trottoir herunter und brach einen Fuß. Lecales. 8 Prinz Christian von Schleswig=Holstein traf gestern Nachmittag um 1 Uhr 45 Minuten von London hier an und fuhr um 3 Uhr 5 Minuten nach Wiesbaden weiter. 0 Bei der königlichen Regierung hierselbst ist an Stelle des Hrn. Oberregierungsrath v. Tieschowitz zum Dirigenten der Abtheitung für Schul= und Kirchen=Sachen Hr. Oberregierungsrath Fink, bisher bei der königl. Regierung in Danzig wirkend, ernannt worden. Betreffend das Verfahren beim Schlachten hat der Herr Regierungs=Präsident v. Sydow unter dem 24. März d. J. für den Umfang des Regierungs=Bezirks Köln eine Polizei=Verordnung unter Zustimmung des Bezirks=Ausschusses erlassen. Hiernach darf das Schlachten sämmtlichen Viehes, mit Ausnahme der Schafe und des Federviehes, nur nach vorhergegangener Betäubung durch Kopfschlag stattfinden. Bei der Betäubung von Großvieh müssen mindestens zwei erwachsene, kräftige, männliche Personen in der Weise thätig sein, daß die eine den Kopf des Thieres mittels geeigneter Vorrichtungen festhält, die andere den Schlag führt. Das Aufhängen des Viehes und das Rupfen des Federviehes vor eingetretenem Tode darf nicht stattfinden. Das Schlachten sämmtlichen Viehes— einschließlich Federvieh— soll in geschlossenen, dem Publicum nicht zugänglichen Räumen geschehen. Nur, wo solche in geeigneter Weise nicht zur Verfügung stehen, darf das nicht gewerbsmäßige Schlachten nach vorher eingeholter Genehmigung der Orkspolizeibehörde im Freien geschehen. Der Schlachtplatz darf jedoch nicht von Straßen, Wegen oder Plätzen aus zu übersehen sein. Der Anblick des Schlachtens muß vielmehr dem auf den Straßen, Wegen und Plätzen verkehrenden Publicum entzogen sein. Die Anwesenheit von Kindern unter 14 Jahren beim Schlachten darf nicht geduldet werden. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe bis zu 60 Mark geahndet, an deren Stelle im Unvermögensfalle eine entsprechende Haftstrafe tritt. Für das Schlachten nach jüdischem Ritus finden besondere Bestimmungen Anwendung. Diese Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. □ Der Bergarbeiter=Ausstand hat einer Anzahl Soldaten der Garnison Köln=Deutz eine recht unangenehme Bescheerung gebracht. Allen denjenigen, welche ihre Heimath im Strikegebiet haben, ist das Gesuch um Urlaub für die Oster=Feiertage abgeschlagen worden. *“ Geschenk. Von Seiten der Erben der verwittweten Frau Geh. Rath Joh. Dav. Herstatt ist dem Clara=Elisen=Stift der Betrag von 6000 Mark als Geschenk zugegangen. ∆ Die Fußwaschung an zwölf Greisen wurde gestern Morgen in üblicher Weise im Dome vorgenommen. Dieselben weisen ein Alter von zusammen 894 Jahren auf. Ankauf von Grundstücken. In den Gemeindebezirken von Deutz, Poll und Westhoven hat die Stadt Köln eine Anzahl größerer Grundstücke zum Gesammtvreise von 137.022 M. angekauft. Hotel Bavaria, Rechtschule 6. Gillens optisches 100 Apparate mit 3000 Ansichten aller Länder der Erde. Genrebilder, Lichteffecte etc. etc. Geöffnet tägl. von Morg. 10 bis Abends 11 Uhr. Henkers schäumende übertrifft alle Waschmittel bedeutend an Waschkraft, Bleichkraft, Billigkeit und ist dabei durchaus unschädlich für die Wäsche. —— fur Uir Seife kann ganz gespart werden.“ Preis per Pfd Henkel& Co.— Düsseldorf. Grosse Bade-Anstalt Schildergasse 72, während den Sommermonaten täglich geöffnet v. Morg. 6 Uhr bis Abds. 9 Uhraußer Sonntag=Nachm., für alle Arten Wasseru. Dampf=Bäder für Herren u. Damen. Gerichts=Verhandlungen. a Strafkammer. Mit einer exemplarischen Strafe belegte das Gericht den Fuhrknecht Engelbert Hilgers aus Buchheim, der an einem Eisenbahn=Uebergang in Mülheim, nachdem die Barrière geöffnet worden war, ohne Vorsicht zu gebrauchen, im Trabe mit seinem Gefähr in die Menschenmenge hineingefahren war. Drei Damen wurden von dem Pferde zu Boden geworfen, zwei derselben trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon. Das Urtheil lautete auf drei Monate Gefängniß.— Vier Hauptschuldige einer jugendlichen Diebesbande aus Kalk wurden einer Besserungs= und Erziehungs=Anstalt überwiesen.— Der Hufschmied Joseph Dahl von hier wurde trotz seinem Leugnen überführt, seinem Onkel mittels Anwendung eines falschen Schlüssels 250 Mark gestohlen zu haben. In einem andern Fall mißhandelte er den Bestohlenen und nahm ihm dann 3 M. fort. Der Angeklagte ist derselbe Bursche, der im vorigen Jahre seinem Vater 1000 M. gestohlen hatte, um eine Rheinreise machen zu können. Das Gericht erkannte auf 18 Monate Zuchthaus. Vereins=Nachrichten. Kölner Sängerkreis. Das Programm des am Ostermontag von Seiten des Kölner Sängerkreis im Saale der Lese=Gesellschaft stattfindenden Concertes umfaßt u. a. verschiedene neue, dem Verein gewidmete Männerchöre:„Maiennacht“ von Brambach,„Klosterfrieden“ und„Die Mönche von Baugor“ von Musik=Director Dr. Attenkofer in Zürich, welche zum ersten Male zum Vortrag gelangen. Außer der Capelle des 65. Regiments wirken mit die Sopranistin Herzfeld, Baritonist Roleff und Violinist Müller vom Stadt=Theater hierselbst. In jüngster Zeit sind verschiedene auf dem Gebiete des Männergesanges hervorragende Männer zu Ehrenmitgliedern ernannt worden: Heinr. Zöllner, kgl. Musik=Director hierselbst, Eduard Kremser in Wien(Dirigent des Wiener.=.=.) sowie die Dirigenten Reinhold Becker und Hugo Jüngst in Dresden. 8 Der Deutsche Kriegerverein hielt vorgestern Abend eine außerordentliche General=Versammlung unter dem Vorsitz des Hrn. Hauptmannes d. J. a. D. Etscheit ab, in welcher auch des ältesten Ehrenmitgliedes des Vereins, des Fürsten Bismarck, aus Anlaß dessen Geburtstages in ehrender Weise gedacht wurde. Der Verein sandte ein Glückwunsch=Schreiben an den Fürsten ab. Die Einnahmen und Ausgaben des Vereins im Jahre 1889 beliefen sich auf 2978 bzw. 2705 M. Am 20. April findet in Euskirchen ein Abgeordnetentag der Rheinischen Krieger=Kameradschaft statt, auf welchem namentlich die für die Zusammengehörigkeit wichtige Frage der Bildung von kleinen sog. Kreisverbänden eingehend erörtert werden soll. Leuchtkraft des Gases am 3. April 1890. Gasfabrik 198. Lab. 20/1. Stadt—.“ * Rheindöde 4. April. Morgens 7 Uhr an 1,99•—5 cimn. Seite 4. * Kölner Local-Anzeiger Nr. 91 8 Freitag, 4. April 1390. Die Anstalt wird Mittwoch den 23. April, Morgens 8 Uhr, in dem Hause An Lyskirchen Nr. 15 eröffnet, wo sämmtliche zum Eintritt in dieselbe angemeldeten Schülerinnen zu dieser Zeit sich einzufinden haben. Anmeldungen für die vorerst eingerichteten vier untern Klassen(für 10jährige Mädchen) werden vom unterzeichneten Director der Höhern Mädchenschule(St. Apernstraße 53—59) in den Ferien von 10—12 Uhr Morgens und von—4 Uhr Nachmittags entgegen genommen. Köln, im April 1890. Dr. Erkelenz. Höhere Knabenschule von H. Köhler (Gymnasialklassen). Köln-Neustadt, Rudolphplatz 1. Das neue Schuljahr beginnt Montag den 21. April. Anmeldungen neuer Schüler für Serta. Quinta und Quarta nimmt der Unterzeichnete täglich Vormittags im Schullocale entgegen. G5. Köhler, Rector Katholische höhere Mädchenschule, Köln, Casinostraße 3. Die Unterzeichnete eröffnet mit dem neuen Schuljahre am 21. April in dem Hause Casinostraße 8 eine kath. höhere Mädchenschule. Es finden Schülerinnen vom 6. Lebensjahre ab, sowie Halbpensionairinnen Aufnahme. Nähere Auskunft ertheilen gütigst: Herr Oberlandesgerichtsrath Bernards. Herr Oberpfarrer Strom an St. Maria im Capitol, Herr Pastor Hünewinckell an St. Pantaleon in der Schnurgasse. nerr Dr. Liefsem. Reliaionslehrer am Kaiser Wilhel meGinmnasin Gefl. Anmeldungen erbittet sich vorläufig nach Pantaleonstraße 1 Herrn Rector Köllen, die Vorsteherin Regina Köllen. Erster Wiener 50 Pfg.=Bazar nur empfiehlt sein großes Lager in: Krystall, Glas, Porzellan und Steingut. Zur heiligen Communion prachtvolle Gebetbücher, sowie viele Neuheiten. Die bekannt schönen Herren= und KnabenStrohhute sind angerommen. 50 Pig, Alektrisch beleuchtet. 50 Pig. Zu den Feiertagen Ia. Weizenvorschußmehl:. Kaisermehl „ Blüthenmehl „ franz. Griesmehl.. „ deutsch.„ „ neue Sult.=Rosinen „ neue Korinthen „ bosn. 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Vereins-Sitzungen finden jeden Freitag-Abend 9 Uhr statt und sind Freunde und Sports-Collegen stets willkommen Der Vorstand. Reichshallen. 10 Theater im Prachtbau des Circus O. Carré. Direction: R. Schippanowsky. Freitag den 4. April 1890 (Charfreitag): Keine Vorstellung. Samstag den 5. April 1390, Abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Der Vorstand des Vaterländischen Frauen=Verein übersandte mir heute für die Armen des Marienheim 200 K Im Namen des Vorstandes und der Armen des Marienheim dankt für diese Gabe herzlich Frau B. Maus. Wohnung und Bureau verlegte nach Habsburger=Rina 18. Cardauns, Rechtsanwalt. Tony Segermann 23K Herzogstraße 23K, im Neubau Hôtel Disch, beehrt sich den Empfang der ** sowie sämmtlicher Nouveantes der Saisoi ergebenst anzuzeigen und bittet um geneigten Zuspruch Aelteste Kölner Corset=Fabrik Schwind& Fuß, Köln, Gr. Budengasse 4 und Severinstraße 127, Bonn, Franciscanerstraße 11. 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