nte Preis: Ri,............ S.R p c* pe m N.5.... NPs. r... ..2. ,.......?.* Krefeld. Niederrheinische Volkszeitung. Jnsertions Preis: Pe enteile Aonaeneneito 10 1 del einmaliger Mrane Nufnabine in den „Arefolder Sapt Anjeiger ee 20 1. de n ban Reuae M A N-flame Reile s0 1 Nooie» 2 P1 Rel Arantou I1. Telephen Nafcelag 300 cher Redakteur: Paul ferc für 52. Jahrgang. Druck und Verlag der J. V. Kleinischen Buchdruckerel, M. Buscher. Nr. 88. (Sonntags=Nr. 7.) Krefelo. Samstag. den 17. Februar(Benignus) (Erstes Blatt.) 1900. K Die politische Verwerthung vertraulicher Auslassungen. Es kann leinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Leitung des Bundes der Landwirthe durch die Aus einande setzungen zwischen dem Zentrumsabgeordneten Major a D. Szmula und dem Ditektor des Bundes Dr. Habn in der Sitzung des Reichstages vom fil. de. M. schwer kompromittirt worden ist. Der Hintergrund dieser wenig erbaulichen Geschichte ist bekinntlich folgender: Te Werm.“ datte die Behauptung aufgestellt, daß von lonservatwer Seite, die der agrarischen Bewegung naber stande auf Mitglieder des Zent uns einzuwirken gesucht sei, die Flottenvorlage abzulehnen, äbnlich wie im Ver jahre von einem Mitgliede des Hochadels das Zentrum veranlaßt sei, hinsichtlich des Abstriches der 7114) Mann sest zu bleiben. Die gegnerische Presse von rechts und linke verlangte sturmisch die Namen der betreffenden konserva tiven Abgeordieten kennen zu lernen und abweichend von einem Theile der gegnerischen Presse, welche gegenuber der kathelischen Kirche die tollsten Sachen auftischt und dann, zim Beweise gedrangt, sich mit nichtssagenden Redensanten daran vorbeidruckt, nannte die„Germ“ die Namen. Sie bezeichnete den Direktor des Bundes der Land virthe Dr. Hahn bezuglich der Flottenvorlage und den Grafen Uo zu Stolberg betreffs des Abstriches der 7104) Mann als diejenigen, die das Zentrum zu beeinflussen gesucht hatten. Diese Beweisfuhrung gab nun zu den bekannten Ausein andersetzungen vor versammeltem Reichstage Anlaß. int immer gut, derartige Dinge für mögliche kommende Ercianisse festzuhalten, da man in unserer raschlebigen Zeit eben nicht wissen kann, wie bald man schon gezwungen ist, darauf zuruckzugreifen. Einstweilen steht die Thatsache sast, daß ein leitendes Mitglied des Bundes der Land wirthe kein Bedenken getragen hat, das Kentrum gegen die Flottenvorlage aufzuhetzen, gegen die es selbst mit offenem Visir zu kampfen aus hoheren Rucksichten nicht den Mutb fand. Aebnliches erlebten wir ja auch bei der Militarvorlage im Jahre 189. Als damal= die horrenden Forderungen zuerst bekannt wurden, schien die nationalliberale Presse im hochsten Grade erschrocken und insbesondere war eine Bluthenlese von lostlichem Interesse, welche die„Niederrh. Volkoztg.“ aus den diesbezuglichen Aeußerungen der ref. Ztg.“ zusammengetragen hatte. Die„Kref. Zig.“ war hierbei das Mund stück der großeren liberalen Preise gewesen, welche die an= sangliche abweichende Stimmung der nationalliberalen öffentlichen Meinung wi dergegeben batte. Im Nu aer anderte sich das Bild, als man zu dem Glauben gekommen war, durch einen Mlitarkonflitt, bei dem man sich auf Seiten der Regierung stellte und sich als Vollstrecker des kaiserlichen Willens präsentirte, das verloren gegangene Prestige wieder gewinnen zu konnen. Da wurde über Nacht aus dem widerspenstigen Saulus ein für die bochsten Miltärforderungen begeisterter Paulus und als vater landslos wurde rucksichtslos niedergedonnert, der diesen überraschenden Stimmungswechsel als ein freventiches Spiel mt der politischen Ueberzeugungstreue hnzu= stellen suchte. Allerdings: soweit ist damals von nationalliberaler Seite Niemand gegangen, daß man Mitglieder des Zentrums im Widerstande bestärkt und ermuntert hat. Das blieb dem Herrn Dr. Hahn vom Bunde der Land= wirthe vorbehalten. Der konservativen Presse, insbesondere derjenigen vor nehmen Schlages, wie der„Kreuzztg.", ist die Sache äußerst unbequem. Das ist schon erklärlich mit Rucksicht auf das erbältniß zur Krone, als deren getreuesten Stutzen sie sich ja bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit hinzustellen lieben. Sie mochten deshalb die Sache gerne auf ein Nebengeleise dirigiren, indem sie es als richt stattbaft erklären, vertrauliche Privatgesprache politisch auszu nutzen. Wir geben ruckbaltlos zu, daß dies auch nichtnach unserm Geschmack ist, aber wir betonen ebenso ruckhaltlos, daß wir im Falle des Herrn Stmula ganz genau so gehandelt hatten, wie er es that, als er seiner Fraktion dieses aus einem Privatgespräch geschopfte Stimmungebild im geanerischen Lager zur Beurtheilung der Verhaltnisse vertraulich zeichnete. Es war das nicht allein sein Recht, sondern sogar seine Pflicht, denn wollte die Fraktion zu einer kluiren Uebersicht gelangen, wollte sie alle möglichen Eventualitaten, wozu auch die nicht ausgeschlossene schadliche Ausnutzung der heutigen ausschlaggebenden Stellungnabme des Zentrums von Seiten der agrarischen Demagogen zahlt, gebübrend mit in Rechnung stellen, dann gehörte bierzu auch die Kenntniß dieser politisch bedeutsamen Meinungsaußerung eines leitenden Fuhrers des Land wirtbebundes. Wessen diese Leute, um fur sich im Truben zu sischen, fabg sind, hat das Zentrum bei dem Alters und Invaliditatsgesetz trautig genug empfunden. Ob gleich es wegen der Einbeziehung der ländlichen Arbeiter in dasselbe unter Fuhrung des Abg. Dr. Windthorst in seiner erdrückenden Mehrheit dagegen stimmte, wurde es dennoch spater wegen der Entstebung des Gesetzes von einem Theil der Bundes Agitatoren in der haßlichsten Weise angefeindet. Nun aber ein anderes Bild in Bezug auf die politische Ausnutzung von Privatgesprächen, die heute auch die nationall berale Presse, wir nennen insbesondere„Nb Westf. Ztg.“ und„Koln. Ztg.“, nicht gelten lassen wollen und als einen Verstoß gegen die gute Sitte hinzustellen suchen. Wir entsinnen uns da gerade eines Sp zialfalles aus den allerersten Tagen des Kulturkampfes. Der freikonservative Paclamentarier, Graf Freo Frankenberg hatte damals dem Fürsten Biemarck eine angebliche Minungs Aeußerung des Grafen Praschma mitgetheilt, die selbst nach der Angabe des Denunzianten im intimsten Familienkreise gefallen sein sollte. Sie hatte angeblich dabin gelautet: Falls Furst Bismarck gehangen werden sollte, wirde Graf Praschma mit am S ile ziehen. Graf Prischma bestritt entschieden die Richtigkeit dieser Arußerung, First Bismarck schlachtete sie aber dennoch politisch im Interesse des Kulturkampfes aus und ebenso benutzte die liberale Presse sie zum Scharfmachen. Ein zweiter Fall betrifft die vertrauliche Mittheilung Dr. Liebers an Graf Paul Hoensbroech über die angebliche Aeußerung Windthorsts nach seiner großen Gürzenich Rede im Jahre „Ich habe mich so durchgelogen!", die nachher selbst von protestantischer Seite als ein harmloser Provinzialismus bezeichnet worden ist. Die vertrauliche Natur der Mittheilung hat die protestantische Presse nicht abgehalten abgesehen von der personlichen Verunglimpfung eines großen Todten, gewalti es Kapital daraus gegen die katholische Kirch und das Zentrum zu schlagen, sie also in eminent politischem Senne zu verwerthen. Da wir hier eben bei dem verstorbenen Zentrumsfuhrer sind, wollen wir zum Schluß noch an die Behandlung erinnern, die ihm von nationalliveraler Seite zu theil geworden ist, weil er bei der Militarvorlage von 1887 eine ausdrücklich als streng vertraulich bezeichnete Note des jetzt verstorbenen Kardinals Jacobini nicht der breiten Oeffentlichkeit sofort preisgegeben hatte. In den schimpflichsten Aus drucken wurde der verehrte Führer des katholischen Volkes deshalb der Unterschlagung beschuldigt, obgleich er die Angehörigen der Fraktion, die als Mtglieder der Kommission davon unterrichtet zu sein ein besonderes Interesse hatten, in vollem Umfange verständigt hatte. Man siebt hier wieder, daß man auf gegnerischer Seite, sobald das Zentrum in Frage kommt, immer urtheilt, wie es gerade trifft, um es ins Unrecht zu setzen. Das Zentrum kann es den Leuten von rechts und links niemals recht. machen und deshalb thut es am besten, immer den geraden Weg zu nehmen, welcher der Gerechtigkeit entspricht, mag man über sein Verhalten auf konservativer Seite auch in den hochsten Flotenionen der Entrustung sich auslassen oder auf nationalliberaler und freisinniger Seite mit dem dicken Besenstiel Lufthiebe ausfuhren. Die Sozialdemokratie und die Gewerbegerichte. Wenn die Gewerbegerichte noch nicht das allseitige Ver trauen genießen, auf welches sie an sich Anspruch haben, dann ist der Sozialdemokratie die Hauptschuld beizumessen, weil sie auch diese Einrichtung, wie alle anderen, welche zum Wohle des Arbeiterstandes getroffen sind, in ihrem Partei interesse auszunutzen sucht. Von Anfang an bat sie mit dem ihr eigenen rübrigen Eiser darauf hingearbeitet, nur ihre Leute als Beisitzer in die Gewerbegerichte zu bringen und so einen bestimmten Einfluß auf dieselben auszuuben. In sehr vielen Orten ist es ihr auch gelungen, nicht zum ge ringsten Theile wegen der Gleichgultigkeit und Interessen losigkeit der christlich und patriotisch denkenden Arbeiter. In manchen Gewerbegerichtsbezirken besonders am Rhein sind die Sozialdemokraten allerdings in den letzten Jahren in Folge der zunehmenden Theilnahme der christlichen Arbeiter entweder ganz oder theilweise verdrangt. Und es ist gerade nicht erfreulich und im Jnteresse der guten Sache gelegen, wenn die Arbeiter, denen es in erster Linie darum zu thun sein muß, gute, erfahrene, geschulte und vernünftig nach christlichen Grundsatzen urtheilende Vertreter in die Gewerbegerichte zu wahlen, statt hierauf ihr ganzes Augenmerk zu richten, mit der Sozialdemokratie einen oft schweren Kampf zu führen haben. Wohl laben sich in der Praris, wenigstens nach den Berichten der Gewerbe gerichte und dem Urtheil ihrer Vorsitzenden, an manchen Orten auch Anhanger dieser Partei als Beisiner bewahrt, aber damit ist nicht die Thatsache aus der Welt geschafft, daß kein wirklicher, zielbewußter„Genosse" ein so ge eigneter Richter sein kann, als ein christlicher Arbeiter. Denn wer die Interessengemeinschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vollstandig leugnet und sich auf den Boden des Klassenkampfes stellt, kann nur schwerlich bei einer Einrichtung segensreich mitwirken, die der Erhaltung des friedlichen Verhaltnisses auf Grund der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung dienen soll. Doch Praxis und Theorie stimmen zwar oft bei diesen Leuten nicht überein, besonders jetzt, wo die Mauserung immer weiter geht und das praktische Arbeiten auf wirthschaftlichem Gebiete immer mehr Anklang unter ihnen findet. Es ist deshalb auch in der Praxis so gefährlich nicht, wenn auch der eine oder andere Anhänger dieser Partei mit im Gewerbe gericht sitzt. Aber jedenfalls ist es eine Pflicht der christlichen Arbeiter, vor allem geeignete Beisitzer aus ihren Reihen zu wahlen, besonders auch da die Sozialdemokraten bisher, wo sie es konnten, rucksichtslos alle andern Parteien majorisirten. Manche sozialdemokratische Versammlungen haben, wie 1. B. in Berlin offen die Parole ausgegeben, nur allein ihre Anhanger durften gewahlt werden, nur sie seien befahigt, die Arbeiter richtig zu vertreten. Die Frage ist nun wohl berechtigt, warum überhaupt die Sozialdemokratie sich um die Gewerbegerichte und deren Wahlen kummert. Wenn es nicht geschahe und zwar cinzig und allein, um sie für ihre Parteizwecke aus zunutzen, ließe sich dafur kein Grund sinden. Denn die Partei hat damals im Reichstage geschlossen gegen das Gesetz gestimmt und zwar aus Grunden, die gar nicht stichhaltig sind, wenn man sie näher betrachtet, die aber immer wieder bei der Agitation benutzt werden. In dem Handbuch für sozialdemokratische Wahler vom Jahre worin die nicht berucksichtigten Forderungen der sozial demokratischen Partei aufgezahlt sind, heißt es, weil die selben nicht in das Gesetz aufgenommen seien,„so ver mochten wir nicht dem Gesetze unsere Zustimmung zu geben und lehnten auch diese sozialreformatorische That des neuen Kurses als unzureichend ab". Diese Forderungen, welche die Partei auch im vorigen Jahre wieder gestellt hat, waren zunachst obligatorische Errichtung der Gewerbegerichte und Ausdehnung der Zuständigkeit derselben auf alle aus dem Lohn=, Arbeits und Dienswverhaltniß entstehenden Streitigkeiten; dann die Wahlberechtigung und Wahlbarkeit auch der weiblichen Arbeitnehmer und endlich die Herab= setzung des für die Wahlbarkeit und Wahlberechtigung be= stimmten Alters. Die ersten Forderungen sind auch vom Zentrum und anderen Parteien in mehr oder weniger ausgedehntem Maße vom Anfang an gestellt, weil sie theilweise berechtigt waren. Aber deshalb, obgleich dieselben nicht angenommen, bat die Zentrumspartei doch für das Gesetz gestimmt, weil dasselbe auch schon in seiner jetzigen Form von unberechenbarem Vortheil für die Arbeiter und mehr vorlaufig nicht zu erreichen war. In den neuen Kommissionsbeschlussen des Reichstages sind sie jetzt auf Grund des Zentrumsantrages theilweise berücksichtigt Aber die Forderung, daß auch die weiblichen Personen an der Wahl theilnehmen und gewahlt werden konnen, sowie daß jeder, der das 20. Lebensjahr vollendet hat, wahlberechtigt und Wahler sein soll, wie es die Sozialdemokratie beantragt hat, ist doch wohl unberechtigt und kaum ernst zu nehmen. Denn die ruhige und vernunftige Ueberlegung wird jedem sagen, daß eine weibliche Person und ein junger Mann von 20 Jahren kaum be fahigt ist, ein so verantwortliches Amt, das Erfahrung, Kenntnisse und ein gereistes Urtheil erfordert, zu verwalten. Die Fahigkeit, als Gewerbegerichtsbeisitzer gut und erfolg reich zu fungiren, kann nur im reiseren Alter und nur von einem Manne erworben werden, der im offentlichen Leben steht. Solche Anträge konnen nur agitatorischen Zrecken dienen. Thatsachlich wurden diese Personen doch nicht gewahlt werden und daher auch selbst nur in geringem Maße an der Wahl sich betheiligen. Die Erfahrung lehrt ja auch, daß die Sozialdemokraten in der Regel nur wann liche Delegirte zu ihren Parteitagen wahlen, und daß die weiblichen Mitglieder derselben alle Ursache haben, immer über diese Nücksichtslosigkeit der Herren Genossen sich zu beschweren. Aber hier siegt auch der gesunde Sinn über die graue Theorie. Und wenn man hort und liest, wie die Genossen ihre Agitatorinnen ungalant behandeln und mit allerlei unparlamentarischen Kosenamen bezeichnen, dann kann man es kaum glauben, daß es ihnen mit der proklamirten Gleichberechtigung der Frauen ernst gemeint ist. Also die Gründe, warum die Sozialdemokraten das Gesetz damals ablehnten, waren wenig stichbaltig. Auch jetzt schaden sie dem Gewerbegericht und mindern das Vertrauen zu demselben durch unberechtigte Norgeleien, vor allem aber durch Mißbrauch dieser Einrichtung zu Parteizwecken. Den bürgerlichen Parteien und in erster Linie dem Zentrum verdanken die Arbeiter das Gewerbe gericht. Wenn Mütglieder derselben im Reichstage und auch die Regierung sich gegen vorgeschlagene Verbesserungen des Gesetzes ablehnend verhalten, dann ist das hauptsachlich die Schuld der sozialdemokratischen Agitation. Das Zentrum aber arbeitet unentwegt weiter an der Fortentwickelung dieser segensreichen sozialen Einrichtung und nimmt jede zur Zeit erreichbare Verbesserung als Abschlagszahlung gern hin. Die christlichen Arbeiter aber konnen sich nicht danlbarer zeigen, als wenn sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dafür sorgen, daß christliche, würdige Vertreter zum Gewerbegericht gewahlt werden. — Schabernack. Eine Planderel von Richard Horstmann. Nachdruck verboten. Was ist Schabernack? Ohne Zweifel ein Streich, der, wenn er in den richtigen Grenzen des Anstandes, der Vernunft und menschlihen Einsicht bleibt, hochst belustigend sein, der aber, wenn er die genannten Grenzen überschreitet emporen, Leid und Unheil bringen und die übelsten Folgen haben kann. Jugend will austoben, sagt man gewöhnlich, und auch das Wort„Jugend hat keine Tugend“ mag wohl mit der Thatsache zusammenhängen, daß der Schabernack eine„berechtigte Eigenthümlichkeit" der übermüthigen Jugend zu sein pflegt, die 2) * Das Lieblingskind oder Im Forsthause. Erzählung von K. Cassau. (Nachdruck verboten.) „Ist das gewiß wahr, Benno?“ „Ganz gewiß, Herr Rettig.“ „Gut, ich werde Nachfrage halten." Benno mußte den Namen des Knaben angeben, wobei er durchaus nicht in Verlegenheit gerieth. Nun aber lief er zur Mama und sagte:„Liebe Mama, der schwarze Rettig—" „Benno, schame Dich!“ Aber Benno schämte sich nicht, sondern entgegnete: „Aber Mama, er hat ja schwarze Haare und Augen.“ „Wie Du selbst.“ „Aber ich heiße ja nicht Rettig, sondern von Pahlen.“ Da lachelte Frau Anna, streichelte ihrem Liebling die Wangen und fragte:„Was wollte denn Herr Rettig von Dir, mein Junge?" „Ich soll ein Vogelnest ausgenommen haben, und Herr Siegert will es gesehen haben.“ „Herr Siegert sollte sich um seine Jagd bekummern," sagte die Mama. „Nicht wahr? und ich habe ja das Nest geschenkt be kommen." „So? Gut, ich werde es Papa mittheilen.“ Frau von Pahlen glaubte ihrem Sohne und nahm gegen den Lehrer offen Partei. Siegert erhielt einen un= gnädigen Verweis, und nach Tisch äußerte Frau Anna zu ihrem Gatten.„Tiever Otto, ich glaube nicht, daß wir bei Herrn Rettig an den richtigen Mann gekommen sind." Der Oberforster nahm die Pfeife, nach welcher er, stets sofort bei beendigter Mahlzeit griff, aus dem Munde und fragte:„Wieso liebe Frau?“ Nun begann die Oberförsterin ein langes Lied, wie Herr Rettig stets gegen Benno eingenommen gewesen wäre und wie er ihn nun sogar beschuldigte, ein Vogelnest zer stort zu haben. Der alte Herr that einige tiefe Züge aus seiner Trosterin in jeder Verlegenheit, als wollte er sich bei ihr Raths erholen, und sagte dann:„Anna, Anna, wenn der Junge es gethan hatte, es verriethe eine entsetzliche Rohheit.“ „Wie Du doch schwarz siehst, Otto!" „Und Du rosenroth, Anna“ Der Krieg war erklart, und Frau von Pahlen verstand es, ihn so nachdrucklich zu führen, daß der Gatte doch zu etzt die Waffen strecken mußte. Zu den nach langem Schmollen unterzeichneten Friedensbedingungen gehorte denn auch der Punkt, daß Herr Rettig zum nachsten Östertermin seine Kundigung erhielt. Der Oberforster that diesen Schritt zwar nicht gern, aber— der hausliche Friede machte ihn notbig. Inzwischen ward aber Benno der Rohheit und obendrein der Lüge überfuhrt und erhielt vom Vater eine nachdruck liche Zuchtigung. Leider wirkte sie nur halb, da die Mama das Heilpflaster ihres Trostes auf ihres Lieblings Rucken legte Am nachsten Morgen fand Herr Rettig an dem Scheunen thor mit Kreide einen Rettig gezeichnet und darunter die Worte:„Scharfer, schwarzer Rettig." Als dies der Hauslehrer dem Vater mittheilte, und dieser sein Sohnchen abermals gebläut hatte, sagte der trotzige Junge:„Die Mima nennt ihn ja doch selbst so.“ Kopfschuttelnd ließ ihn da der alte Herr laufen, dann aber erklarte er seiner Gattin:„Ich habe es mir überlegt, Anna, der Junge muß in die Stadt auf das Gymnasium. Fur Hildegard nehmen wir eine Gouvernante. Abgemacht!“ Dagegen war nun nichts mehr auszurichten. Herr Rettig verließ aufathmend das Forsthaus, aber auch Benno mußte einige Tage spater mit Sack und Pack wandern. Er kam in das Haus eines Lehrers der Anstalt. Daß ihm die Mama heimlich ein großes Taschengeld in die Hand drückte, half dem Knaben einigermaßen über die Kümmernisse des Abschiedes hinweg. In der Stadt gab es überdies alle Tage Neues zu sehen; also fort aus dem lieben Walde! „Ja, Ihr lieben Eltern, wollt Ihr Eure Kinder durch und durch verderben, so fangt es so an, wie die Frau Oberforster von Pahlen. * Wir betreten wieder das Forsthaus, nachdem acht Jahre in das Meer der Zeit hinabgeflossen sind. In der Oberförsterwohnung ist es sehr still geworden, denn Herr von Pahlen liegt seit lange schwer krank darnieder, und Frau Annas Augen sind vom vielen Weinen rothumrandet. Der Schmerz der gegen ihren Benno so kläglich nach sichtigen, sonst aber edlen und guten Frau hat seinen Grund nicht in des Gatten Krankheit allein, denn die Aerzte haben seine Genesung in Aussicht gestellt; nein, der Haupt grund ihrer Traurigkeit liegt wieder bei Benno. Zuerst ging es nach dessen Uebersiedelung in die Stadt leidlich mit ihm, dann aber wurde es nach ein paar Jahren, e großer er wurde, desto schlimmer mit den Berichten über eine Fuhrung. Dr. W stpyal, der Pensionsviter, wie er gewöhnlich genannt wurde, ein redlicher, tüchtiger Mann, hielt es fur seine Pflicht, die Eltern Bennos auf dessen Verhalten aufmerksam zu machen. Es fehle ihm an Fleiß und gutem Willen, an Ausdauer und Thatkraft, so lauteten alle Berichte; dazu kamen in der letzten Zeit auch Klagen über sein Betragen, welches leichtsinnig und frech genannt ward. Frau von Pahlen wagte nicht, ihrem Gatten diese Zeugnisse zu unterbreiten; sie korrespondirte heimlich mit Dr. Westphal und bat ihn, doch ja nicht die Geduld zu verlieren. Hierdurch ward Benno Jahre lang gehalten Als aber Dr. Westphal starb und Benno in das Haus des Professors Nicaeus kam, ging es anfanglich besser, bis entdeckt ward, daß sich der funfzehnjährige Bursche in Cafés und Schankstuben herumgetrieben und auch andere Tertianer, seine Mitschuler, zu solchen Extravaganzen ver fuhrt hatte. Nun folgte ein boser Bericht an das Haus, worin geradezu gesagt ward, daß es unvernunftig sei, einem solchen jungen Menschen den Besitz betrachtlicher Geldmittel zu gewahren, wie Benno sie in die Hande bekame. Frau von Pahlen empfing den Unglucksbrief mit Herz klopfen: sein Inhalt vernichtete sie fast, denn sie wußte sich schuldig, ihrem Benno aus übergroßer Liebe oft Geld, leider viel zu viel Geld, zugesandt zu haben Dem kranken Gatten verschwieg sie auch diesen Umstand, wie alles Uebrige. Durfte sie den Kranken damit behelligen? Ihr Sohne, die Ihr das Haar der Mutter bleichen macht, geht in Euch, so lange es noch Zeit ist! Mutter thränen wiegen einst gewaltig schwer in der Waagschale, wenn Gott Eure guten und bosen Thaten gegen einander abwagen wird. Frau Anna litt doppelt, da sie am Bette des kranken Gatten heiter erscheinen mußte, wahrend tiefer Gram an ihrem Herzen nagte. Jeder Brief mit des Professors Handschrift jagte der ängstlichen Frau schon vor der Durch sicht Angst und Schrecken ein. Da traf eines Tages eine neue Hiobspost ein. Der Direktor der Anstalt theilte Frau von Pahlen mit, daß ihr Sohn Benno wegen eines widerwärtigen Auftritts mit einem Lehrer der Anstalt vor das Kollegium der Anstalt gerufen worden sei und das Consilium abaundi habe unterschreiben mussen. Das Consilium abeundi! Frau Anna sanken die Arme am Leibe vor Schreck nieder. Sie wußte nicht einmal, was das schreckliche Wort bedeutete. Das Lexikon mußte ihr erst Aufschluß darüber geben, daß ihr Sohn die Androhung der Entlassung erhalten hatte; dann aber zitterten ihr die Kmee. Das waren schreckliche Stunden, da ihr Gatte nichts erfahren durfte. Als der Kranke schlief, schrieb sie einen zurnenden Brief an Benno, worin sie ihm das Schlimmste drohte. Zu spát. Benno kroch zwar zu Kreuze, aber, was er schrieb, war Lüge und Heuchelei. Das geängstigte Mutter herz aber glaubte gern, daß jetzt aufrichtige Besserung ein treten würde. „Wie lauten die Nachrichten von Benno?“ fragte eines Tages ganz unerwartet der kranke Oberforster, als er von dem Nervensieber genesen war und ihm die Aerzte das Aufstehen für kurze Zeit gestattet hatten. „Befriedigend, lieber Otto“, verlicherte Frau Anna, und es fiel ihr ein Stein vom Herzen, daß sie damit bei der Wahrheit geblieben war denn hatte ihr Liebling nicht versprochen, daß er sich jetzt würdig und gut führen würde? Da trat Hildegard ein. Wir lennen das einst so schuchterne Kind kaum wieder. Sie stand jetzt mit vierzehn Jahren, hoch und schlank aufgewachsen, a der Grenze der Jungfräulichkeit. Das einst dunne, mattblonde Haar war voll und dunkelblond geworden, die blauen Augen groß und fragend, ein echter Spiegel ihres Herzens und eines durch nichts getrubten Seelenfriedens. Dabei hatte sich ihre Stimme überraschend entwickelt, und Fraulein Buttner, die unermudliche Gouvernante, die das Forsthaus nun schon sieben Jahre mitbewohnte, hatte das musitalische Talent des Madchens moglichst auszubilden gewußt. Welch ein Genuß für den Oberforster, wenn Hildegard Schuberts herrliche Lieder vortrug, oder Beethoven und Mozart am Piano wiedergab! Auch heute mußte sie dem Kranken vorspielen und singen. Die zauberhaften Tone aber trieben die Mama hinaus, denn sie entlockten ihr Thräyen über — den halbverlornen Sohn. 10 Im Hause bestand ein sonderbares Verhaltniß. Herr von Pahlen hatte sich inniger als sonst Hildegard zugeneigt, deren sinniges Wesen ihm täglich mehr zusagte. Er machte sich selbst Vorwürfe, daß er einst Benno so unklug der Schwester vorgez gen hatte; denn wieviel ihm Frau Anna auch verschwiegen hatte, die Zeugnisse des Sohnes sagten ihm alles, was er zu fürchten hatte. Hildegard erwiderte die väterliche Liebe mit glühender Zuneigung zu dem so braven, geraden Vater. Frau Anna dagegen hatte nicht verstanden, sich das erz der Tochter zu erwerben. (Fortsetzung folgt.) sich allerbings oft genug bis ins späte Alter fortsetzl. Wie mancher hat nicht schon als Junge Bücher, Schuhe u. s. w. auf einer etwas offen stebenden Thitre balancirt, sodaß dem sersten. der das Gemach betrat. die ganze Bescheerung siber den Kop baselte! Wie mancher Mar oder Moritz hat nicht schon Bürsten. Tannenreiser. Eier, Frösche oder dergleichen in Beiten prak= tizert, oder Bindsaden an die Federkissen eines Schlafkameraden gebunden, sodaß dieser in stiller Mitternacht auf einmal fühlte, wie sie leise und langsam sich fortbewegten! aß mich. freundliche Leserin, ein wenig über allerler Schabernack der Jungen und der Alten plandern. Vor kurzen erlebte ich beispieldweise folgenden Streich: Varon B. sollte auf ärztliches Gebot keine geistigen G= tränke genießen. Es wurde Mllein abgezogen. Die strenge Hausfrau zählte die Häupter ihrer Lieben und nahm sie unter Verschluß, auf daß der Herr des Hauset nicht in Versuchung geralhe.„ch werde Lich schon kriegen", dache dieser. Balb varauf wurde ein Mahl geseiert. Die Flaschen marschirten auf— und Wasser, Waller entquoll den entkorkten Schlünden r dem Rücken der strengen Gemahlin halte der unver= besserliche Patient die mit edlem Rebensaft versehenen Flaschen eskamotirt, annektirt, ähnlich mit Masler gefüllt, und die volle Zahl war trgulich in des Kellers dunkle Näume gewandert. Freilich laufen derlei Scherze nicht immer so harmlos ab. Jn einer adeligen Gesellschaft zu München ließen junge Kavaliere ein ungefähr zwanzig Zentimeter hobes gläsernes Tenselchen an einem Seibenfaden vom Kronleuchter vor einer Tame berabschweben, deren Furcht vor dem Erscheinen des Teufels bekannt war. Die ganze Gesellschaft besand sich im Komplot und wollte, als die Gräfin auf die Erscheinung zeigte dieselbe nicht sehen; da stieß die Dame einen Schrei aus, siel in Ohnmacht und war landere Zeit krank. Gefaßter zeigte sich der berühmte katholische Dogmatiker Klee zu München; ihm hatten seine Zuhörer, als er die Lehre vom Saton vortrug, ebenfalls ein gläsernes Teufelchen auf das Katheder gesetzt. Er nahm es ruhig zwischen die Finger, belrachtete es und sprach lächelud: Ob Satan so aussieht, weiß ich nicht; Sie, meine Herren, scheinen nähere Bekanntschaft mit ihm gemacht zu haben.“ Beim Mlitär blüht der Schabernack bekanntlich ganz besonders. Oft wird der Spaß auch zu weit getrieben oder manche Naturen können ihn einsach nicht ertragen. Ein junger Fähnrich wußte, daß neue Ankömmlinge auf irgend eine Weise geneckt würden, er verbarrikadirte seine Thüre, und als die Kameraden einbrechen wollten, jagte er, etwa eine Hand breit über ihren Köpfen, eine Revolverkugel durch die Thurfüllung Man ließ ihn von Stund' an in Nuhe. Im Jahre 1778 besuchte ein Nefse des Kaisers von Marocco, als Gesandter leines Onkels. Paris. Er wurde mit großem Pompe bei Hofe empfangen und in jeder Weise ausgezeichnet. Einige junge Männer hielten das nun für eine prächtige Gelegenheit, einem reichen, eingebildeten Pferdehändler, Namens Septenville, einen Streich zu spielen. Sie überredeten ihn zunächst, es wäre passend, daß er den fremden Prinzen in sein Landhaus einlade, um so mehr, als sie Einfluß geung hätten, seine Hoheit zur Annahme der Bitte zu bewegen und daß die Kosten eines solchen Festes durch die Wichtigkeit, die er sich und seinem Geschafte dadurch verleihe, aufgewogen würden, auch werde seine Hoheit ihm sicherlich aus Erkeuntlichkeit einige Verber senden. Septenville überlegte die Vor theile und beschloß, den Prinzen gebührend zu empfangen. Bald wurde ihm die frohe Kunde, seine Hoheit werde sich herablassen, einen Tag unter seinem Dache zu verleben und zu der und der Stunde erscheinen. Der Pferdehändler machte sich nun daran, sein Haus eines solchen Gastes würdig zu machen, bestellte Feuerwerk bei Torré, dem großen Künstler seiner Zeit, ließ Vorbereitungen zu prachtvoller Illumination treffen, mietlete Musikkorps und sandte Einladungen an den Hof, die Adeligen, deren Adresse er habhaft werden konnte und alle Fremden von Distinktion. Die Anstalten zum Malie entsprachen natürlich dem Uebrigen. Am bestimmten Tage erschien der Prinz mit seinem Gefolge in prachtvoller Equipage und beantwortete huldvoll den schmeichelhaften Empfang durch einen Dolmetscher. Das Fest verlief in günstigster Weise und Septenville war vor Vergnügen außer sich. Bei der Tafel ließ er sich's nicht nehmen, hinter dem Sessel de= hohen Gastes zu stehen und ihn zu bedienen. Der Ball begann und die Gesellschaft unterhielt ich vorzüglich, ohne eine Mystifikation zu abnen, bis gegen 3 Uhr Morgens die Polizei erschien und sich des Pseudogesandten bemächtigte. Jetzt erst bemerkte Septenville, daß man ihn zum Besten gehabt hatte. Der Mann, der die Rolle des Prinzen übernommen, war der Sohn des Buchhändlers Prault und er hatte seiner Aufgabe so gut entsprochen, daß Niemand eine Täuschung ahnte. Ein junger Franzose, der gewöhnlich spät aufstand, bewohnte ein Entresol, unter dessen Fenstern zufällig ein Milchmadchen Stellung genommen hatte. Das Geschrei des Esels und das Geplauder der Kunden storte seibstverständlich des Lebemanns füßen Schlummer. Er bat und drohte. Das Madchen behauptete, sie habe das Recht, an beliebiger Stelle ihre Milch zu verkaufen und der Platz entspreche ihr, sie werde sich nicht einmal durch klingende Gründe eines Anderen belehren lassen denn sie halte es einem Aristokraten gegenüber für Ehrensache, ihr Recht zu behaupten. Gut", sprach der junge Herr endlich,„wenn Ihr mich nicht hören wollt, muß ich mich an Euren Esel wenden". Er flusterte Etwas in Haus' Ohr und die Umstehenden lachten aus vollem Hals. Kaum aber hatte er sich entfernt, als Meister Langohr zu schlagen und zu stampfen begann und die ganze Milch verschüttete. Das Milchmädchen schrie„Gezerer die Menge wiederholte das Wort und bald wische die Polie sich ein. Was gibl's“, fragte der Beamle.„Der runge Herr in Entresol hat meinen Esel verbert" untinn!“ lachte der Polizist. Daß Mödchen aber wollte ch nicht berubigen, und er mußte mit ibr zu dem Angeschul= digten geben. Sie brachte ihre Klage vor. Der junge W. ließ sie rubig erzählen und sagte dann:„Diese Person hal einen Monat lang meine Nachtrube gestört; ich bal und drohte. ne lachte mich aus. An einem Meibe konnte ich mich nicht rächen, ihr Esel aber. dessen Geschrei mit erst recht zuwider war, halte keinen Auspruch auf meine Mücsicht. Dieser Esel ist nun eben so geizig wie seine Herrin, und hat eine Schweite: auf deren Hinterlassenschaft er rechnet. Ich flusterte ihm nan die Neuigkeit zu, daß die Schwester wieder heiralben wolle, und der bloße Gedaule hat ihn so entsetzt, daß er sich in solch ungebührlicher Weise betrug." Der Polizist konnte sich der Lachens kaum enthalten, fragte aber schließlich, ob der Herr sich bequemen wollte, die verschüttete Milch zu bezahlen, wenn sich das Madchen um einen Halteplatz umsehe, der außer seinem Bereiche seil Beide Parteien waren einverstanden; das Madcher nahm das Geld und ging.„Und nun, wie haben Sie's gemacht? ftagte der Beamte."„Jch praktizirte spanischen Pfeffer in das Ohr des Thieres.“ Versteht sich eine Dame zu derlei Streichen, so geschieht es natürlich in zarter Weise. Der reiche Finanzmann Bonconrt gab seiner Frau nur spärliches Nadelgeld. Eines Tages ei= schien eine tief verschleierte Dame, entlehnte eine große Summe und verpfandete ihre Diamanten. Es war seine Hrau. Hie und da stehlen franzosische Diebe so komisch, daß selbst ihre Opfer geneigt sein dürften, ihnen zu vergeben. Der Herlog von Fronsac, Neffe des Kardinal Richelicn, verließ eines Abends die Oper in perlgesticktem Frack. Zwei Dieben gelang es, ihm die Schöße abzuschneiden und der edle Herr bemerkte den ihm gespielten Streich erst im Klub an dem allgemeinen Aufsehen, das sein Erscheinen erregte. Früh am folgenden Morgen verlangte ein feingekleideter Herr, ihn in wichtigem Auliegen zu sprechen. Herr von Fronsac wurde geweckt. „Monseigneur“, begann der Fremde,„ich bin Polizeibeamter. Der Dircktor hat von Jhrem Unfall gehört und laßt Sie bitten, zu befehlen, daß mir der Frack ausgeliesert werde, damit er das Gesindel überführen könne.“ ees geschah und der Herzog freute sich der Wachsamkeit der Polizei, wahrend die ganze Geschichte nur ein neuer Streich des Spitzbuben war, der sich zu den gestohlenen Schößen das ganze Kleidungsstuck zu verschaffen wünschie. Die Alten hielten ebenfalls viel auf derlei Schabernacken. Die Thracier spielten Hängen bei Gelagen. An dem Aste eines Baumes wurde eine Schlinge befestigt und darunter ein Stein gestellt, der sich bewegte, sobald man ihn betrat. Der Unglückliche, den das Loos traf, stellte sich mit einer Sichel in der Hand auf den Stein und steckte den Hals in die Schlinge. Nun wurde der Stein weggestoßen: gelang es dem Opfer, sich zu befreien, gut; gelang es nicht, so war er einfach erhangt und die Geseltschaft erklarte es für einen Hauptspaß. Bei den unzivilisirteren Volkern sowie in den früheren (Epochen, wo die Kultur noch nicht entwickelt war, waren Scherze und Possen wohl auch allenthalben rob und grausam. Der Schabernack hat sich zweifellos mit der Zeit verfeinert, ja er ist sogar seltener geworden, und von originellen Schnurren und Streichen bort man immer weniger, zumeist wohl noch aus sinoentischen Kreisen. Mag sein, daß der Schabernack einmal hanz unmodern wird und ausstirbt— nur nicht bei den bösen Buben, die bekanntlich ja auch nicht aussterben. Denn immer wird das eingangs schon genannte Wort seine Geltung behalten: Jngend hat keine Tugend. G Der Eisvogel. Nachdruck verboten. Jch wette 100 gegen eins, daß manchem der geneigten Leser der Eisvogel, der doch fast durch ganz Europa ver breitet ist, völlig unbekannt ist, und wenn ich einem derselben ihn in Wirklichkeit vorzeigen würde, so ist es sicher, daß er glaubt, nicht einen einheimischen, sondern einen Vogel aus der Tropenwelt vor sich zu haben. Sein Federkleid zeigt nämlich eine so wunderschöne Färbung, wie man dies nur bei fremdländischen Vögeln gewohnt ist. Auf dem Rücken hat er ein herrlich schillerndes Blau, das an vielen Stellen in die prächtigste Lasur übergebt und am Hinterkopfe reizend in dunkel und hellblau gesprenkelt ist. Seine Brust hat eine rostbraune Farbe, wahrend er am Halse einen weißen Fleck zeigt. Wundernett heben sich bavon die hellroth gefärbten, allerdings recht kurzen Beine ab. Dem hübschen Kleide eutspricht jedoch seine ganze Figur ganz und gar nicht, und mancher wird sich beim Anblick des selt samen Gesellen eines Lachelns kaum erwehren konnen. Der dicke Kopf. der einen recht langen und spitzen Schnabel tragt. will zu dem kleinen Körper mit den kurzen Beinen und dem abgestutzten Schwanze ganz und gar nicht passen, weshalb man denn auch— und nicht mit Uurecht— seine ganze Erscheinung mit der eines Koboldes vergeichen hat. Dieser sonderbare Vogel führt ein einsames, in sich ge kehrtes Dasein, welches aber ganz und gar zu seinem Metier, nämlich dem Fischen paßt. Allerdings stellt er, entsprechend seiner Große und Kraft, nicht etwa Hechten und Barschen nach, sondern er begnügt sich mit der Jagd art die kleinen Auche der Böche. Flicse und Seen. danchen aber verzebrt er ans kleine Krebie. Wasserkoter und anderes Getmer, bos in und am Masser seinen Aufentbolt be Auf einem überbangenden Pste oder Belsstice Sul er oft Mie es 4 Wohnung siete jedoch wohlt er 90 Strauche am vin et acsieit. bet er 0 Wassers aufgeschla. 144 etwa rinen Baum bt 56 am Wferd eine langliche Höhle, in die er sein Neit daut. Hier in diesem bebaglichen Gemache kominen die Jungen. in der Regel 5-6, zur Welt. Hübich freilich sind die jungen Gbeschöpfe keineswegs zu nennen, denn in der ersten Zeil sind sie vollig nackt und noch blind. Viel Mahe ist in dieser Ninderstube auch nicht zu finden, denn beständig krabbelt die Gesellschaft durcheinander, so daß man glaubt, nicht ein Nest mit Vogeln, sondern voller Gewürin vor sich zu haben. Auch in späterer Zeit bessert sich das Andieben der jungen Brut nicht sonderlich, denn wenn die Federn zu wachten an= fangen, sieht sie aus wie ein Häuflein kleiner Jgel mit blau= lichen Stacheln. Endlich naht der Tag. wo die jungen Sprößlinge dem Neste entschlüpfen; an einer flachen Stelle des Uiers stellen sie. angeleitet von den Alten, ihre Flug= und Tauchwersuche an; da fallt ihnen, allerdings nach manchen mißlungenen Versuchen, manched Fischlein und manche Wasserjungser zum Opfer. Endlich sind alle fürs Leben vorbereitet und tüchtig gemacht; die Sorge der Eltern hört auf, denn die Kinder geben jetzt ihre eigenen Wege. wenn der Winter nabt. kommt für den Eisvogel eine schlimme Zeit, denn die Nahrung wird nun karg. besonders wenn Eis die Wasser überzieht. Jst das Eis noch dünn, dann hackt er wohl, wie es auch die Fischer im Winter thun, ein Loch hinein und sitzt hier, stundenlang auf Beute lauernd. Nimmt die Kälte jedoch zu und ist kaum mehr eine eisfreie Stelle in den Gewässern zu finden, dann verläßt der Eisvogel seinen bisberigen Standort und zieht mehr nach Süden, wo die Sonne wärmer scheint und auch im Winter ein guter Tisch für ihn gedeckt ist. Landwirthschaft und Gartenbau. Landliche Fortbildungsschulen. Wahrend die landwirthschaftlichen Winterschulen mehr für die Bedürfnisse der mittleren und vermögenderen bäuerlichen Besitzer benimmt sind, dienen die ländlichen Fortbildungsschulen allen Landwirthen, namentlich auch den Kleinbauern und ländlichen Arbeitern. Sie haben den Zweck, den aus der Volksschule entlassenen jungen Leuten in den Winterabendstunden zunächst Gelegenheit zu geben, sich in den Elementarsächern fortzu bilden. Der Unterricht soll aber auch den praktischen Be= dürfnissen der kleinen Landwirthe entsprechen und in allen Unterrichtssachern darauf Rücksicht nehmen, daß die Schüler bereits in der Landwirthschaft thatig sind, und daß denselben die für diesen Beruf nützlichen Kenntnisse vermittelt werden sollen. Die großte Verbreitung haben diese Schulen in Wurttemberg(1895: 960) und Baiern(405) gefunden. Preußen ist dagegen noch weit zurück und übertrifft Württem= berg kanm. Jn Preußen bestanden nämlich 1899 im Ganzen 1079 ländliche Fortbildungsschulen; die Zahl derselben hat sich in den beiden letzten Jahren nur um 110 gehoben. Von den 169 in den Jahren 1897/90 bestehenden Schulen mit 14.059 Schülern fielen auf Ostpreußen 8, Westpreußen 19, Branden= burg—, Pommern B. Posen 11, Schlesien 32, Sachsen 48, Schleswig=Holstein 78, Hannover 10., Westfalen 19, Hessen Nassan 305, die Rycinprovinz 225 und auf das Hohenzollernsche Land 51. Auffallig ist hier die Thatsache, daß der Osten eine so geringe Zahl von Schulen aufweist. Die bisherigen Mißerfolge in der Einrichtung solcher Schulen in Preußen werden vielsach zurückgeführt auf den konservativen Sinn unserer Landbevöllerung, welche an jede Neuerung und an die mit jeder Neueinrichtung verbundene Schwierigkeit ungern herangeht. Audererseits muß hervorgehoben werden, daß dort, wo man über die ernen Schwierigkeiten hinweg gekommen ist, wo sich angesehene und in ihrer Gemeinde geachtete Manner für die Fortbildungsschule interessirten, der Erfolg nicht ausgeblieben ist. Unseres Erachtens sind die Mißerfolge zum großen Theil noch darauf zurückzuführen, daß seitens des Staates nicht Mittel genug geboten werden, wie das namentlich auch in der Sitzung des preußischen Landtages vom 30. Jan. ds. Js. allseitig betont wurde. Wenn man mit einer Fort= bildungsschule etwas erreichen will, muß man Geldmittel zur Verfügung haben, damit man die geeigneten Lehrkrafte genügend besolden und passende Lehrmittel auschaffen kann. Es wird sich weiter empfehlen, daß zwischen den landwirthschaftlichen Fort bildungsschulen und den alteren praktischen Landwirthen cine nahere Beziedung hergestellt würde dadurch, daß letztere öfters dem Unter= richt beiwohnten. Endlich ist mit der Leitung des landwirthschaftlichen Fortbildungsschulwesens in jedem Regierungsbezirk ein sachkundiger Schulmann zu betrauen, welcher die regel= maßigen Jnspektionen vornähme. Derartige Fortbildungs= schulen werden nach vielen Seiten hin von großem Nutzen sein. Je unterrichieter die jungen Leute des landwirthschaftlichen Standes sind, um so verständiger und gewandter werden sie in der B#dubung und Uervolllerwurg bes landwirtticef.den Artriebes fein urd enc um lo gröberes Jnterese den foutalen Autecbrn enterorat wirtrschaftlichen Fortbeld= Turc die Forderuag des lendGelneend erzieden wit serrer fungen lérdcen Ardeiter dem Lande viel a= Gerinche betr. due Weiend bei dem welche folgende Nei welches die merklich beeintröch nartes Berschmine Gesandbeitbanc bat Tr u Veränderungen bes Ro= :: Beischacen Bert rit des Getreides und des? nicht togaen Jeun. und gebt schon roße Men daran im Durchsch deutichen Weizen etwa 4 pot., russischen und an Auswachsen des die Korner noch als ziemlich gleichmäßig Verschimmeln eine verhaltniß= ur Roggen betragt der Berlust pobt., für den stickstoffärmeren nord= ur den stickstoffreicheren süb= Zeizen eiwa 0.7 p6t. Tas zu einem solchen(rade. daß Beimischung zur Handelswaare gelten konnen, hat einen Substanzverlust zur Folge, welcher bei Roggen und Weizen 4-- pot., bei sudrussischem and argentinischem Weizen etwa 1 pet. beträgt. Dem weitgebenden Auswachlen entspricht auch ein fortschreitender Subnanzverlust. n Hühner, die stets in Stallen gehalten werden, kosten zu viel an Unterhaltung und bringen wenig ein. Frei umber= laufende Hühner finden Gelegenheit, den Garten zu verwisten. Da wird es manchen interresiiren zu erfahren, daß die kleineren Parkhuhnchen mit ihren stark befiederten Fußen fast keinen Schaden anrichten und zudem eine Zierde des Gartens sind, und zwar kleine, aber sehr wohlschmeckende Eier legen. klein geschnitten. mit Karotten. d Viefferkornern in Wasser zwei So erhalt man die franzs= n. Ein Kobikopf Nubchen, Zwiebel, Sal Stunden lang tüchtigg sische Kohlsuppe. n. Gegen rauhe Haut reibt man die Hände vor dem Schlafengeben mit folgender Mischung: 2 Theile Glycerin und 1 Theil Eiweiß schuttelt man in einem gut verschlossenen Flaschchen tüchtig durcheinander. Die Mischung halt sich nur wenige Tage. n. Gegen die Flöhe bei den Hunden. Man taucht eine Bürste in Leinöl und bürstet damit den Hund. Spater, etwa nach einer halben Stunde, wird das Oel mit Seifenwasser ausgewaschen. n. Puppenköpse aus Wachs macht man wieder schön, wenn man sie mit Walle abreibt, auf der ungefalgene Butter ist. Dann betupft man die Wangen der Puppen mit rothem Puder und schwarzt die Augenbrauen. n. Gegen dünnen Haarwuchs wird Waschen mit Oefebranntwein empfohlen, in welchem zerschnittene Zwiebel 48 Stunden gezogen haben. Am besten wird vor dem Schlafen= geben die Kopfhaut eingerieben. Für den Inseraten= und Reclamentheil verantwortlich: J Keller Regenschirme in denkbar grosster Auswalil von den billigsten bis au den feinsten Qualitaten» *Grosses Lager in Spasierstöcken. 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Meine Tochter hier verheirathet sich übermorgen und wünscht ihr Brautkled mit weißen Rosen zu schmücken. Nun. kann man diese freilich überall haben", bemerkte die Gräfin auf den einigermaßen ver wunderten Blick der Blumenverkäuferin.„Allein wir wollen das Beste, was überhaupt aufzutreiben ist. Und da haben wir in Erfahrung gebracht, daß Sie eine besondere Kultur weißer Rosen besitzen, die nur Sie allein ziehen, Blumen, die Sie nur sehr selten hergeben, die Sie gewissermaßen als ein Heiligthum hüten. Diese Blumen sollen von seltener, alles übertrahlender Schönheit sein, und da meinten wir— es möge tosten, was es wolle „Man hat Ihnen die Wahrheit gesagt, gnädige Frau. Ich besitze einen Rosenstock, den meine heißgeliebte, verstorbene Mutter auf eigene Weise zog und den sie mir hinterließ. „Dürfen wir ihn sehen?“ Mit einer einladenden Verbeugung führte Marie die feinen Damen zu dem Rosenstock, an dem zwei eben im Aufblühen begriffene Rosenknospen hingen, die wirklich von bezaubernder Schönheit waren. „Können wir sie beide bekommen?“, fragte die Gräsin hastig, indem sie ihre Bewunderung und ihr Entzücken nicht zu unter drücken vermochte. „Die Eine will ich Ihnen überlassen", sagte die Blumenverkäuferin mit einem Seufzer, indem sie die junge Braut voll Theilnahme betrachtete. Das gnädige Fräulein wird sie in Ell' und Würden tragen. Die andere aber ist mir nicht feil. Ueber sie ist bereits verfügt." „So senden Sie übermorgen die eine der Rosen in das Palais Saldern an der X=Promenade.“ Die Gräfin legte einen für Maries Verhältnisse sehr ansehnlichen Geldbetrag auf den Tisch, und die reichen Damen mipfahlen sich. Weich glückliche Fügung!" dachte die überraschte Blumenhändlerin, als sie wieder an ihrem Arbeitstische stand. Mit dieser Summe bezahle ich die noch rückständige Miethe und der Hauswirth läßt nach wie vor mich hier wohnen!— O, Mutter, meine geliebte Mutter! Du blickst vom Himmel berab auf Dein Kind, wachst dort über Deine arme zurück gelassene Marie und schützest und segnest sie. Habe Dank für alle Deine Liebe und Treue, die auch noch bis über das Grab hinaus dauert.“ Das junge Madchen verbrachte die folgende Nacht in Thräuen und Gebet, denn am nachsten Tage war es ein Jahr, seit ihre Mutter im Grabe ruhte, ihre fromme, gute Mutter, die sie so unaussprechlich geliebt, die sie so allein auf der Erde zurückgelassen, die ihr die Liebe zu Golt und zu den Blumen eingefloßt battel— Inmitten ihrer Gebete und Thränen rief sich Marie die letzten Augenblicke der kheuren Geschiedenen zurück, welche Gott viet zu früh für sie abgerufen. Es war gleichfalls eine kalte Nacht; der Tod hatte bereits sein Opfer berührt: ihre trostlose Tochter weinte an ihrer Seite, als plötzlich die Kranke mit schwacher Stimme sagte: „Marie, mein theures Kind, blühen unsere weißen Rosen noch?“ „Ja, Mutter“, antwortete unter heißen Thränen das junge Mädchen. „Bringe sie mir, damit ich mich zum letzten Male an ihrem Anblick labe.“ Und die arme Marie holte schluchzend den Rosenstock, an dem wie jetzt zwei halb aufgeblühte Knospen prangten und sagte, zögernd damit an's Bett tretend:„Mutter, ist nicht der Duft dieser Blumen Dir zu stark? Der Arzt meint——“ „Nicht doch, mein Kind“, entgegnete sanft die Sterbende, „ich bin während meines ganzen Lebens von Blumen umgeben gewesen und diese, die ich fast wie meine Kinder betrachte, werden mich noch lange, lange überleben. Marie, gib mir, wenn ich gestorben bin— eine in die Hand und laß mich laß mich damit begraben werden.“ Kaum eine Stunde später weinte eine junge verlassene Waise neben der Leiche ihrer Mutter. Diese ward nach einigen Tagen, wie sie es gewünscht, mit der weißen Rose in der Hand, nach ihrer letzten Ruhestätte gebracht. An dem Grabe aber that die nun gänzlich verlassene Tochter ein Gelübde, welches kindliche Liebe ihr eingeflößt..... . Als am nächsten Morgen Marie sich anschickte, ihre täglichen Obliegenheiten zu besorgen, siel ihr zuerst ein, daß sie der Gräfin Saldern versprochen, die weiße Rose zu schicken. Im Begriffe, sie zu pflücken, gewahrte sie zu ihrem unbeschreiblichen Schrecken, daß während der Nacht die Schönste derselben schon einige Blätter verloren und also nur noch eine vorhanden war! Während sie noch überlegte, was sie nun thun solle, trat unerwartet der Hauswirth in ihre Wohnung und forderte mit rauhen Worten die rückständige Miethe. Ich bin nicht im Stande, sie zu bezahlen, mein Herr, ent gegnet ihm traurig die arme Marie. „Aber Sie haben doch, wie ich sehe, Geld", sprach er, auf die Goldstücke deutend, die noch unberührt auf einem Neben tische lagen. „Es gehort mir nicht mehr, denn die Nose, welche ich für ein Hochzcitskleid verkauft, ist balb entblattert.“ „So schicken Sie doch die andere!“ „Die ist seit langer Zeit versagt, mein Herr, ich darf sie für keine, auch die höchste Summe nicht veräußern.“ „In dem Falle", erwiderte aufgebracht der Hauswirth, „machen Sie sich bereit, sofort meine Wohnung zu verlassen. Ich habe keine Zimmer für Leute, die nicht bezaillen können!“ „ch werde Ihrem Wunsche nachkommen, mein Herr", autwortete leise mit bevender Stimme das arme Madchen. Eine Stunde später erschien die Gräfin Saldern selbst, um sich nach der weißen Rose zu erkundigen, deren Kaufsumme sie vor Kurzem zurückerhalten hatte. Der anwesende Hausbesitzer lonnte ihr nur die Auskunft ertheilen, daß Fräulein Kruse soeben mit der herrlichsten weißen Rose in der Hand ausge= gangen sei. „Sehen Sie“, sagte er,„dort unten ist sie!“ Von unbezwinglicher Neugierde getrieben, folgte die vornehme Dame dem armen Blumenmädchen. Der Weg führte durch mehrere Straßen, bis sie endlich den Kirchhof erreichten. Hier suchte Marie einen mit Ephen be= pflanzten Grabhügel auf, kniete an demselben nieder, befestigte in dem grünen Gewinde die so sehr begehrte weiße Rose und sagte dahei unter heißen Thräuen: „Mutter, meine geliebte Mutter! sieh, ich bringe Dir eine der weißen Rosen, die Du im Leben so sehr liebtest und mit so vieler Sorgfalt pflegtest! Nimm sie hin als ein Zeichen meiner Erinnerung an Deinen Tod, der mich zur Waise machte.“ Verzweiftungsvoll uinklammerte das junge Madchen das einfache, holzerne Kreuz. Von tiefer Rührung ergriffen, verließ leise die Grafin den Friedhof, noch ehe sich Marie von ihren Knien erhoben. Als die junge Blumenhändlerin wieder ihre Wohnung erreichte, um ihr geringes Eigenthum aus derselben zu entfernen, trat der Hauseigenthümer zu ihr und sagte hoflicher, als er bisher gesprochen: „Fräulein, darf ich fragen, was Sie zu thun beabsichtigen?“ „Muß ich nicht diese Wohnung räumen, da ich doch nicht im Stande bin. Ihnen die Miethe zu bezahlen? „Die ist bezahlt, und noch auf zwei Jahre hinaus.“ „Wie ist das möglich?“ „Ich bringe Ihnen hier für das richtig empfangene Geld die Quittung!“ Marie nahm das Papier in Empfang und betrachtete es lange nachdenklich, ohne das Rathsel losen zu können. Abends jedoch erschien ein Diener in ihrer Wohnung, überreichte ihr ein kleines Packet mit fünfzig Goldstücken, nebst einem Brief und entfernte sich dann schnell. Der Inhalt der Briefes aber lautete: „Mein liebes Kind, ich weiß Alles!— Sie haben Ihrer Mutter die Rose gebracht, mit der ich mein Brautkleid zu schmücken gedachte!— Gestatten Sie mir. Ihnen meine ganze Anerkennung wegen Ihres so seltenen, musterhaften Betragens audzusprechen. Auch ich liebe meine Mutter, und kann Jhren Schmerz über den Verlust der Jhrigen vollkommen verstehen. Erlauben Sie mir, bei dem Andenken der Verewigten Sie zu bitten, beifolgende Summe von mir anzunehmen, und betrachten Sie sie als ihre Gabe, nicht als die meinige. Entbehrt auch mein Brautkleid heute des Schmuckes einer so herrlichen, seltenen weißen Rose, so werde ich doch überreichlich durch das Bewutztsein entschädigt, eine so würdige Tochter einer augenblicklichen Noth entrissen zu haben Aufrichtig Jhre Freuudin Clemence Saldern.“ „O, Mutter, meine theure, verklarte Mutter", flüsterte mit gefalteten Händen Marie.„Du hast mich nicht verlassen und bist mir immer nahe, denn im Himmel noch wachst Du über das Wohl und Gluck Deines Kindes!“— Eingegangene Bücher und Schriften. Unter dieser Nubrik registriren wir die bemerkens wertheren, der Redaktion zur Besprechung übers andten Bucher und Schriften bald nach ihrem Eingange: eine Besprechung im„Büchermarkt", der litterarischen Beilage der„Niederrh. Volkszta", nach Auswahl bleibt vorbehalten. P. Abt. S. J., Kreuzweg für Priester, Ordensleute und für Christen, die nach Vollkommenheit streben. 30 Pfg. Bonifazius=Druckerei, Paderborn. Die Rechte und Pflichten des Miethers nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch. 20 Pfg. Rich. Lipinski, Leipzig. P. Joseph Waldner, Die christliche Jungfrau in ihrem Gebet und Wandel. Lehr= und Gebetbuch für christliche Jungfrauen. 3. Aufl. 2 M. und höher. Herder, Freiburg i. B. Katholisches Universal=Volkslexikon. Lfg. 2 u. 3. Vincentius=Buchhandlung, Nordhausen a. H. Prof. Dr. Einig, Einig contra Beyschlag. GesammtAusgabe der drei Antworten an Prof. Dr. Beyschlag in Sachen seines offenen Briefes an den Bischof Dr. Korum. 50 Pfg. Paulinus=Druckerei, Trier. Dr. Ditscheid, Matthias Eberbard, Bischof von Trier im Kulturkampf. Geb. 2 M. Paulinus=Druckerei, Trier. Aug. Arndt S. J., Die Vorschriften über das Verbot und die Zensur der Bücher. 40 Pfg. PaulinusDruckerei, Trier. Archiv für christliche Kunst. 1900, Nr. 1. Herausgegeben von Pfarrer Detzel, St. Christina=Ravensburg. Konrad Kühnen, Schule des vierhändigen Klavierspiels. Originalkompositionen klassischen und modernen Stils. Heft IX. Verlag von Breitkopf& Härtel, Leipzig. Marionnettes pour piano par Mel. Bonia. Preis 5 fr. Breitkopf& Härtel, Leipzig. Verpachtung zu Strümp. Mittwoch, den 28. Febr. Nachmittags 4 Uhr, beim Wirtben Carl Theißer zu Sir w die in Herdste d. J. pa der Kapelle Strümp öffenklich von neuem verpachtet werden. Das 3 Morgen grohe Stück in der Gemeinde Osterath wird in 3 Vartellen und nachher im Ganzen ausgestent. 2919 erdingen. Justizrath Ansbahn. Notar. Hofgutsverkauf zu Capellen. Jn Theilungssachen der Erben der auf Gramannshofzu Vennickel in der Bürgermeisterei Capellen im Kreise Moer= verlebten Acker wirthin, Fraulein Sidilla Gramann wird Mittwoch. den 21. Fehrnar cr., des Nachmittags 2½ Uhr im Schmitz schen Wirthschaftslo'ale 2 Capellen. Kreis Moers, offentlich meisthietend auf Kredit gegen Bürgschaft zum Verkaufe aus= gestellt werden und zwar: unter Zugrundelegung eines Tarvreises von 50,0 Mark der zu lesagtem Vennickel be legene, in sehr gutem Zustande befindliche Ackerhof, der soge= nannte Gramannshof.— bestebend aus Wohn= und Oeko= nomiegebauden, Garten, Wiesen und Ackerländereien zur Ge sammtflachengröße v. 20 Hcktar 18 Nr 72 Meter oder ca. 80 Morgen, wovon ca. 11 Hektar unter Capellen, 1 Hektar 1. Ar unter Rumeln u. 8¼ Ocktar unter Traar liegen. Das Wohngebaude des Hof= gutes eignet sich wegen seiner läumlichkeiten zu einer herrschaft= lichen Sommerwohnung. Die Ausstellung des Hofguts erfolgt derartig, daß zunachst einzelne abgelegene Parzelle für sich, dann der übrige Theil des Hofgutes und hierauf das ganze Hofgut zur Verkaufsausstellung kommen. Moers. den 16. Jan. Justizrath Hoffmann, Notar. Verkauf zu Vennickel. Die Erben der Ackerwirthin Fraulein Sibulla Gramann Donnerstag, 1. Marz cr., Mittags 1 Uhr, auf dem Gramannshofe zu Vennikel, Burgermeisterei Ca= pellen, Kreis Mörs, öffentlich auf Kredit gegen Bürgschaft verkaufen: 2 kräftige Pferde, belgischer Rasse, 1 Kuh. 1 Halbverdeck mit Geschirr, 2 lange Karren, 8 Schlagkarren, 1 Jauche karre, Pferderechen, neue hölzerne Walze, Pflüge, Wende= pflug, hölzerne Eggen, eiserne Egae, sonstige Ackergerathe, Pferdegeschirre, ferner großen Vorrath an Roggen=, Weizen= und Haferstroh, welches alles schon gebunden ist Heu, Kaaf, Dünger, Jauche, Kalk und Holz, von Zuckerrüben und guten rothen Kartoffeln. Das Stroh. sowie Heu. Kartoffeln und Zuckerrüben werden auch schon vor dem Termine gegen Baarzahlung abgegeben. Jm Termine sind die Steig preise bis 3 Mark einschließlich mit dem Aufgeld sofort zahlfällig Mörs. 890 Justizrath Hoffmann, Notar. Hausversteigerung. Die Erben der zu Krefeld verstorbenen Ebeleute Friedrich Winkmann'und Frau, Wilhelmine gevorene Klostermann, lassen Montag. den 19. Februar dís. Abends 6 Uhr, im Wirthschaftstokale der Geschw. Foerster, Sternstraße 11, hier das hierselbst an der Lobstraße gelegene, mit der Hausnummer"16 bezeichnete WVohn haus mit Flügelgebäude und Hofraum, haltend an Flächengroße 2 Ar 31 Meter, durch den Unterzeichneten offentlich versteigern. Krefeld. Herf. Notar. Immobilar-Verkauf zu Osterath. Montag, den 19. Februar 1900, Morgens 10 Uhr, beim Wirthe Herrn Karl Langels(Hotel Ackers) zu Osterath, laßt Herr Heinrich Jlbery daselbst wegen Aufgabe der Ackerwirthschaft seine sämmtlichen in den Gemeinden Osterath und Willich gelegenen Grundstücke auf Kredit öffentlich ver= steigern und zwar: Gemeinde Österath: 1. 2 Morgen Wiese in der Kalverdonk neben Mertens u. Blum. 2. 1 Morgen 73 Ruthen Ackerland im Bovert neben Weyers und Meurers. 3. 1 Morgen 34 Ruthen 20 Fuß Wiese im Haag neben Krausen und Grotenburg. 4. 4 Morgen 88 Ruthen 90 Fuß Ackerland an der bunten Straße am Kommunalwege nach Kaarst neben Geschw. Schutz und Feldweg. 5. 11 Morgen 169 Ruthen 30 Fuß Ackerlaud daselbst gegenüber, neben Blum und der folgenden Parzelle. 6. 3 Morgen Ackerland daselbst, neben der vorigen Parzelle (von August Heesen herruhrend). Die Parzellen 1. 5 und 6. zusammen 19 Morgen groß. eignen sich ganz besonders zur Anlage eines Ringosens. 7. 3 Morgen 34 Ruthen 20 Fuß Ackerland in der Niep neben Fz. Scherer und Carl Schulte. 8. 5 Morgen 123 Ruthen 80 Fuß Ackerland an Krüllgesbuschgen am Streithöfer neben Jacob Diepers und Gebr. Mevissen. 9. 2 Morgen 108 Ruthen 20 Fuß Ackerland daselbst neben Peter Küller und Feldweg. 0. 1 Morgen 54 Ruthen 90 Fuß Ackerland an der alten Landstraße am Kavert neben Carl Langels. 11. 1 Morgen 60 Nuthen 90 Fuß Ackerland im Mühlenfeld neben der Sauerkrautfabrik, in verschiedenen Parzellen, als Baustellen geeignet. 2. 1 Morgen 137 Ruthen 70 Fuß Ackerland auf der Gemeinde neben Janders und Wwe. Jansen. 13. 125 Ruthen 10 Fuß uckerland daselbst neben Wwe. Janße und einem Wassergraben. 14. 2 Morgen 126 Ruthen Ackerland im Mühlenfeld neben Frz. Scherer und Carl Schulte. 15. 6 Morgen 145 Ruthen Ackerland am Kirchthurm hinter der Mühle neben Frz. Scherer und Ludw. Weindorf. 16. Die im Muhlenfelde gelegene Sauerkraut=Fabrik, an Fläche haltend 82 Ruthen 50 Fust. Gemeinde Willich: 17. 2 Morgen 105 Ruthen 60 Fuß Ackerland an der Buscheitt neben Peter Heinr. Kuller und Paul Gather. 4 Morgen 114 Ruthen 50 Fuß Akerland daselbst neben Geschw. Lenßen und Weindorf. 5 Morgen 22 Ruthen 70 Fuß Ackerland hinter dem vorigen Stücke neben Eigenthümer und Peter Kuller. 3 Morgen 82 Ruthen 50 Fuß Ackerland daselbst neben Hauter und Geschw. Lenzen. 6 Morgen 159 Ruthen 10 Fuß Ackerland daselbst an der alten Landstraße hinter dem vorigen Stücke neven Nr. 19 und Math. Hufer. 22. 7 Morgen 91 Ruthen 40 Fuß Ackerland an Drottsweg neben Heesen und Friedrich Stiegers und Franz Feller. Gleich nachher läßt Herr Johann Ilbertz daselbst: l. seine zu Österath am Mühlenfeld neben der Sauerkraut=Fabrik ge legenen Wohnhäuser nebst Hinter gebäuden, Hofraum u. anschießendem Ackerland, groß 1 Morg. 150 Ruth 2. seinen daselbst gelegenen Garten, groß 65 Ruthen 20 Fuß, öffentlich versteigern. 8672 Kempen. Scherer, Justizrath. SchweineVerkauf. Dienstag, 27. Febr. cr. Nachmittags 3 Uhr, läßt Herr Wilh. 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Die saat nicht mit Unrecht, sie habe niemals eine Begrundung" gesehen, die derart gegen den Entwurf sprach, wie die Begründung dieses Entwurfs. Sie klingt in der That so. als ob die Regierung sich krampfhaft entschuldigen wolle wegen der Einbringung„solcher" Vorschläge und die Schuld auf den breiten Rücken der Parlamentsmehrheit abzu chieben suche. Natürlich greifen die Gegner die„Bedenken" der Ne gierung gegen eine Umsatzsteuer mit bsonderer Freude auf. Die Besteuerung des Umsatzes wird als ein Ver brechen gegen alle Kultur hingestellt; das sei eine Bedruckung des Fleißes, der Umsicht und aller sonstigen wirthschaft lichen Tugenden, eine Pramiirung der Faulheit, der Dumm heit, des Schlendrians rc.„Halb so wid!“ ruft man in Verlin. Der Umsatz ist nicht der beste Steuermaßst b. aber auch nicht der schlechteste. Jede Steuer trifft schließlich die Tüchtigen stärker, als die Nichtsnutzigen. Vor allem die Einkommensteuer, die das Arbeitseinkommen heranzieht. Wenn Hinz mit Fleiß und Geschick seinen Arbeitsertrag erhoht, so macht er sich um das Vaterland mehr verdient, als der faule Nachbar Kunz, der es nicht weiter bringt. Aber trotzdem muß Hinz dem Staate meyr Abgaben zahlen, als Kunz. Und dieser Zustand, der in der Theorie unge recht aussieht, ist in der Praxis ganz erträglich, weil Hinz leistungsfähiger ist und also die hohere Steuer ihn nicht bedrückt. Die Waarenhäuser mit dem Riesen=Umsatz sind auch leistungsfähiger, als die kleinen Geschäfte, und deshalb ist es nichts Ungeheuerliches, wenn man nach dem Maß stabe des Umsatzes eine progressive Abgabe einfuhrt. Daß der rohe Umsatz an Stelle des Ertrages zum Steuermaßstab gemacht wird, hat in diesem Falle noch seine besondere innere Berechtigung. Die Klagen der kleinern Geschäftsleute gipfeln ja gerade darin, daß die Bazare wegen ihres außerordentlich großen Umsatzes in der Lage seien, mit einem geringeren Gewinnzuschlage zu arbeiten, wie die gewohnlichen Kaufgeschäfte; insbesondere wird ihnen noch zum Vorwurf gemacht, daß sie vielfach einige Waaren ohne Gewinn, ja sogar mit Schaden zum Verkauf brächten, damit diese billigen Sachen als Lockvogel dienen sollten. Die Gefährlichkeit des Wettbewerbs liegt also in der gewaltsamen Steigerung des Brutto Umsatzes unter verhältnißmäßiger Herabdrückung des Reinertrages. Wenn die Steuer diesen Einwänden Rechnung tragen will, kann sie sich also durchaus nicht an den Ertrag halten; dagegen trifft sie den Nagel auf den Kopf, wenn sie ohne Weiteres den rohen Umsatz als Maßstab hinstellt. Andererseits ist der Spott der liberalen Presse nicht ganz unberechtigt, wenn die vier großen Waarengruppen der Vorlage unter die Lupe genommen werden. Wer gleichzeitig mit Parfümerien und mit Zwirn handelt, wird, wie die„Nat.=Ztg.“ ausführt, der Steuer unterworfen; aber wer gleichzeitig mit Zwirn und mit Bärenpelzen handelt, bleibt steuerfrei. Wir haben schon ausgefuhrt, daß auch wir die Gruppen für viel zu groß, zu buntscheckig in sich und zu willkürlich abgegrenzt halten. Soll überhaupt eine Eintheilung in Waarengruppen stattfinden, so würden merr als 4 Gruppen zu bilden und der Steuersatz zu erhöhen sein, je nachdem das Waarenhaus Waaren aus 2, 3, 4, 5 u. s. w. Gruppen zugleich fuhrt. Jedenfalls aber muß die Steuerfreiheit von Groß geschaften a la Hertzog, Gerson rc. aus der Vorlage heraus gebracht werden. Entweder durch die Einfügung von so kleinen Waarengruppen, daß auch diese Geschafte eine steuerpflichtige Mehrheit von Waarengruppen aufweisen, oder durch die Beseitigung des ganzen Gruppenwesens und die Einführung einer Umsatzsteuer nach der boßen Größe des Geschäfts. Jn diesem Gedankengange lassen wir uns auch nicht irre machen durch das berale Geschrei, eo sei sa uberhaupt boß auf die Unterdruckung des Großbetriebes abgeseben und doch sei der Großbetrieb im Einzelhandel ebenso berechtigt, wie in der Jndustrie und in der Land wirthschaft. Das ist nicht richtig. Der Großbetrieb in der Produktion von Gutern hat eine andere, bessere wirth schaftliche Berechtigung, als der Großbetrieb in dem Einzel bandel mit Gutern. Trotzdem soll dieser Waarenbaus betrieb nicht vernichtet werden(denn es ist keine Erdrosselungs steuer, auch wenn sie nach baierischem Muster und dem Wunsche der„Kreuiztg“ bis auf 3 Proz. erbobt wird), sondern die Waarenhäuser sollen nur eine großere Abgabe an die Gemeinden zahlen entsprechend dem Steuerausfall, den sie durch die Benachtheiligung der kleineren Konkurrenz herbei führen, und entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit. Die kraftige Besteuerung der Waarenhauser ist voll ständig gerecht; es muß nur die rechte Form gefunden werden. Deutschland. Berlin, 15. Febr. Eine leichte Erkrankung der Prinzen Oskar und Joach m veranlaßte die Kaiserin, dem Kaiser bei dessen Ausflug nich Hubertusstock nicht zu folgen. Die hohe Frau wird erst die vollständige Wieder verstellung der beiden kleinen Patienten abwarten, ehe sie sich gleichfalls auf das Jagdschloß begibt.— Der Kaiser wird, wie man aus Halle meldet, Ende Juni zum 700jäh rigen Jubiläum der Mansfelder Kupferschiefer Gewerkschaften nach Eisleben kommen, um das dortige Senkungsgebiet zu besichtigen.— In der Audienz, die gestern der Kaiser dem ehemaligen Generalgouverneur von Niederländisch. Indien, Jonkheer van der Wyck bewilligte, hat sich dieser für den Rothen Adlerorden erster Klasse bedankt. Jonkheer, ver 32 Jahre in Ostindien war, ist vor lurzem in den Ruhestand getreten und sucht nunmehr seine alten Freunde auf. Zu diesen zählt in Berlin der Admiral Diederichs, der beim Regierungsantritt der jungen Konigin vor Batavia erschien, um als Vertreter Kaiser Wilhelms sich an der dortigen Feier zu betheiligen.— Oberbürgermeister Kirschner ist an der Influenza erkrankt.— Die Blätter beschäftigten sich seit einiger Zeit mit allerhand ungünstigen Gerüchten über Landrath Österroht in Grimmen, der von dort verschwunden ist und sich in Schweiz aufhalten soll. Jetzt wird mitgetheilt, daß gegen Landrath Österroht, der seit 1. Januar vom Amt suspendirt ist, schon am 9. Dezember ein Disziplinarverfahren einge leitet worden ist. * Praktischer Flotten=Enthusiasmus. Zahlreiche Industrielle des Siegerlandes hatten sich in Siegen auf Anregung der hiesigen Abtheilung des deutschen Flottenvereins zusammengefunden. Die Versammlung beschloß, daß alle Industrielle des Siegerlandes für jeden ihrer Arbeiter eine einmalige Summe von 50 Pfg fur den Kopf ihrer Arbeiter abführten. Die auf diese Weise an den deutschen Flottenverein zu zahlende Summe erreicht den Betrag von 10,000 M. * In der heutigen Sitzung des Bundesraths wurden, wie schon im Auszuge theilweise berichtet, die Vorlagen betreffend ein am 30. Dez. v. J. zu Berlin ab geschlossenes Uebereinkommen zwischen dem Reiche und Oesterreich=Ungarn zum Schutze der Urheberrechte an Werken der Litteratur, Kunst und Photographie; ferner betreffend den Entwurf einer kaiserlichen Verordnung über die weitere Inkraftsetzung des Gesetzes betreffend die Ab änderung der Gewerbeordnung vom 26. Juli 1897 (Handwerksnovelle) sowie betreffend die Ausprägung von Nickel= und Kupfermünzen den zuständigen Ausschussen überwiesen. Der Vorlage betreffend den Entwurf einer kaiserlichen Verordnung zur Ausfuhrung des Gesetzes, be treffend die Freundschaftsverträge mit Tonga und Samoa und den Freundschafts, Handels= und Schifffahrtsvertrag mit Zanzibar wurde die„asimmung ertbeilt. Dem mündlichen Bericht des 1. und VII. Ausschusses über die Vorlage. betr. die Ausprägung von Kronen, sowie dem mundlichen Bericht des 1. und II. Ausschusses über die Vorlage, betr. die Festsetzung der Gebühren für die Be forderung von Geschaftopapieren im Inlandverkehre wurde die Zustimmung ertbeilt. *Gegen die Flottenvorlage! Daß Reuß altere Linie im Bundesrath der Flottenvorlage zugestimmt hat, ist, wie die halbamtliche„Greizer Landeoztg.“ erklart, unrichtig. Da nach der Erklarung des Staatssektetars Grafen Posadowoky die Flottenvorlaje im Bundeerath ein stimmig angenommen worden ist, so würde danach Neuß altere Linie bei der Abstimmung nicht vertreten gewesen sein. 16 Vom Niederrhein, 15. Febr. Jn der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses hat der Abgeordnete Wellstein die Frage wegen der Besetzung der Landrathsstelle in St. Goar vom Standpunkte der Selbstverwaltungd gesetze aus beleuchtet. Dieselbe hat bekanntlich auch einen konfessionellen Hintergrund, insosern an Stelle des prasentirten kotholischen Gerichtsassessors der protestantische Landrath von Adenau die Stelle erhielt, obgleich die Bevolkerung des Kreises in ihrer erdrückenden Mehrheit kutholisch ist. Jn seiner Er widerung hob der Minister v. Rheinbaben hervor, daß es ihm peinlich sei, die Angelegenheit vor der breiten Oeffentlichkeit zu verhandeln; cs hatten nicht konfesstonelle sondern person liche Gründe zi der Ablehnung des katholischen Kandicaten geführt. Wie man diese persönlichen Gründe zuweiten findet, um die Bestätigung eines katholischen Landrathsamtsbewerbers erfolgreich zu verhindern, hat vor einem Jahrzehnt im Kreise Rees sich gezeigt, wo man von gegnerischer Seite als schwerstes Gradamen anführen konnte, daß der prasentirte Kandidat als Student in Hemdärmeln Kegel geschoben habe. Der Minister hat dann weiter auf die Thatsache hingewiesen, daß in lüngster Zeit vier fast ausschließlich ev ungel sche Kreise einen kath. Landrath erhalten hätten, ohne daß von evangelischer Seite ein Protest erfolgt wäre. Es liegt ganz abseits des Bereichs unserer Wünsche, katholische Beamte in rein protestantischen Gegenden angestellt zu sehen: wir sind schon vollständig zufrieden, wenn die vorhandenen katholischen Verwaltungsbeamten inmitten ihrer Konfessionsgenossen thatig sein können, bezw. alternirend dort, wo beide Konfessionen in starker Mischung vertreten sind. Gerade in den letzteren Bezirken ist es nicht selten dringend zu wünschen, daß auch einmal ein katholisches Auge in die Verhaltnisse hineinbrickt und auf dem Gebiete von Schule und Kirche Licht und Schatten gleichmäßig zu vertheilen sucht. Ausschließlich protestan ische Kreise dürfen vollnändig beruhigt sein, wenn sie gelegentlich einmal eine katholische Spitze haben, der katholische Beamte verletzt ihre Interessensphare sicher nicht in einem Staate, der allerdings verfassungsmaßig pari tatisch ist, wo aber auf allen Gebieten protestantisch Trumpf zu sein scheint. Den protestantischen Beamten in katholischen Kreisen dagegen mangelt nicht selten daß Verständniß für die viel seitigen katholischen Bedürfnisse, die sich bei einer theilweise Jahrnunderte langen Zurücksetzung dieses Volkstheiles auf allen Gebieten geltend machen. Wenn nun auch zufällig die vom Minister angeführten protestantischen Kreise einmal nichts darüber gesagt haben, daß sie die katholischen Landrathe erhalten haben, in der Regel erhebt sich doch auf dieser Seite ein lautes Wehe geschrei, wenn sich auch nur die leifesten Anzeichen einer Zurucksetzung bemerkbar machen. Man denke nur zurück an die Angriffe des Pfarrers Veuter gegen die Rheinische Provinzialverwaltung, deren Grundlosigkeit schon bei näherer Prüfung selbst von protestantischer Seite rückhaltlos anerkannt werden mußte. * Kiel, 15. Febr. Anläßlich der Nuckkehr des Prinzen Heinrich war heute Abend die Stadt festlich erleuchtet. Auch die im Hafen liegenden Schiffe hatten glánzend illuminirt. Der Prinz unternahm in Begleitung des Prinzen Waldemar in offenem Wagen eine Rundfahrt, um die Illumination in Augenschein zu nehmen. Ueberall, wo Prinz Heinrich sich blicken ließ, wurde er von der zahl reich herbeigeströmten Menge mit brausenden Hochrufen begrußt. Frankreich. * Paris, 15. Febr. Emilie Rola und der verant wortliche Redakteur der„Aurore", Perreux, erhielten gestern die Vorladung, am 8. März vor dem Versailler Schwurgerichte zu erscheinen. Man halt es jedoch für wahrscheinlich, daß die Prozesiverbandlung unter weis auf die Amnestievorlage neuerdings vertagt werden wird. Großbrktannien. * London. 15. Febr. Unterdaus. Parlaments Untersekretar Brodrick theilt mit. das Uebereinkommen betreffend die friedliche Beilegung internatlonaler Streitigkeiten, welches im Haag im Oktoder 1809 geschlossen und unterzeich iet ist. sei noch nicht ratifizirt, soweit England von den Regierungen der unterzeichneten Mächte unterrichtet ist. Die englische Regierung sei bereit. wenn die Ratifikation erfolgt, vier Schiedsrichter zu benimmen. Flannery fragt an, ob die Regierung sich vergewissert habe, daß die portugiesische Regierung voll ihre Pflicht thir bezuglich der Aufrechterhaltung der Neutracitat in der Delagoabai und wirksame Maßregeln getroffen habe gegen die unrechtmäßige Benutzung der dortigen Pasenplatze wahrend des Krieses. Brodrick erwidert, die Anordnungen der portugiesi chen Regierung I sien keinen Zweifel übrig bezüglich der Absicht de selben, betreffend die Neutralitat in diesem Krieg voll ihre Pflicht zu thun. Die englische Regierung habe der Sienation in der Delagoadat durchans ihre volle Arfmerksamkeit gewidmet, sie steht auch seyzt noch in ununterbrochener Vervindung mit dem befeulführenden Oifizier, des in jenen Gewässern befindlichen Geschwaders und mit dem Konsul in Lourenco Mi ques. Perbourgh fragt an, ob die Buren in das Zululand eingedrungen und Vorkehrungen getroffen haben, welche die Juins in den Stand setzten, sich gegen einen Angriff zu vertheidigen. Chamberlain antwortet, er habe Kenntniß, daß in drei Fallen, von denen sich zwei kürzlich ereigneten, Buren in das Zululand eindrangen, in einem Distrikt den Bezirksvorsteher mit den Unterbeamten und Polizeibramten gefangen nahmen und in dem andern Bezirk alle Laden plünderten. Es wird berichtet, das ein Burenkommando mit Manonen im Zululande vordringe. Diese Vorgänge rusen unter den Zulus eine große Bestürzung und Unruhe hervor, welche unter den Eingeborenen von Natal sich ausbreite. Derartige Streifzüge auf dem Gebiete der Eingeborenen mußten für ganz Südafrika eruste Folgen haben. Die Minister von Mtal theilten mit, sie könnten keine Veran wortung für eine friedliche Haltung der Zu us übernehmen. Gonverneur Milner, der die Einfälle der Buren in das Zululand in seinen Berichten auf das Tiefste beklagt, weist darauf hin, daß die Einfalle einem stillschweigenden Uebereinkommen w dersprechen, wonach die Eingeborenen nicht in den Krieg hinring zogen werden sollten. Chamberlain fügt hinzu, es würde beschlossen werden, daß, wenn die Baren absichtlich in das Gebiet der Eingeborenen der Kapkolonie eindringen, die Eingeborenen aufg fordert werden, sich selbst zu vertheidigen und auch von und unterstützt würden. (Beifall.) Griechenland. * Athen, 15. Febr. Der Kriegsminister unterbreitete der Kammer einen Gesetzentwurf, wodurch bestimmt wird, daß der Generalstab mit obligatorischer berathender Stimme in allen die Armee betreffenden Fragen eingerichtet werden soll. Der Krieg zwischen England und Transvaal. Der Vorstoß auf Kimberley ist den Engländern wenn sich die neueste Meldung bewahrbeiten sollte, geglückt. General French hatte den Nietfluß und den Modderriver überschritten und war dann, nachdem er drei Burenlager bei Merton und Wimbledon ohne grosse Anstrengungen genommen, in Eilmärschen nach Kimberley vorgedrungen, dessen Entsetzung ihm auch gelungen sein soll. Wir erhielten darüber folgendes Telegramm: W London, 16. Febr. Das Kriegsamt erhielt eine Depesche von Lord Reberts aus Jakobsdal von heute früh, nach welcher General French in Kimberley eingetroffen sei. Eigenthümlich ist es nun, daß die Buren Kimberleydas doch nahe vor der Kapitulation stand, so leichten Unpolitische Zeitläufe. Nachdruck verboten. N Berlin, 15. Febr. Etwas Karnevalsgeist vom alten Rhein an den„grünen Strand der Spree“ zu verpflanzen, bemüht sich redlich der Verein der Rheinländer zu Berlin. Zum Glück geht er nicht auf die Straße. Vor 25 Jahren wurde bekanntlich der Versuch eines Fastnachtszuges auf den Berliner Straßen gemacht und scheiterte ganz sämmerlich. Das Berliner Pubukum hat wohl einen gewissen Witz, aber keinen Humor. Die närrischen Feste der Rheinländer, die vor der„Bütt" im schönen Saale stattfinden, werden von den Berlinern massenhaft besucht; aber die Sachverstandigen klagen, daß das Berliner Publikum, auch wenn es sein Zwerchsell halb todt gelacht hat, doch steif bleibt und sich höchstselbst nicht in den Karnevalsstrudel stürzen will. Das wundert mich gar nicht; denn wenn der Berliner ins Vergnügen geht, so will er amüsirt werden, aber es fällt ihm nicht ein, auch seinerseits die Andern zu amüsiren. Und doch bildet das la den Grundstein des Karnevals, die Wurzel aller Faschings=Gemüthlichkeit, daß man sich amüsirt auf Gegenseitigkeit. Er ist ein Picknick des Humors, zu welchem jeder Theilnehmer sein Bestes als Einsatz mitbringt, um aus dem Kompagniegeschäft eine reiche Dividende von Spaß und Vergnügen zu ziehen. Hier gilt das Wort Goethe's: Wenn mit zugeknöpften Herzens=Taschen, Dir thut Niemand was zu Lieb'. Hand wird nur von Hand gewaschen; Wenn Du nehmen willst, so gieb! O freilich, manchmal wird der Berliner auch freigebig auf dem Gebiete des Ulks, nämlich wenn er in die Kalauer= und Radaustimmung kommt. Was er da beistenert, sind Witze, die nesselartig und oft noch schlimmer wirken, aber herzerquickender Humor kommt nicht dabei heraus, weil er eben nicht darin steckt. In jeder Großstadt, besonders aber in einer so schnell aufgeschossenen Welt= und Millionenstadt wie Berlin gibt es eine reite Unterschicht der Bevölkerung, die ihre Späße nur mit dem schärfsten Gewürz genießbar findet und bei dem Anlauf zur Gemüthlichkeit alsbald in Rohheit und Radau fällt. Diesen Theil muß man außer Rechnung stellen; die Haltung der besseren Elemente darf als kennzeichnend für den Ort betrachtet werden. Wenn man nun den Unterschied zwischen einem gemüthlichen Rheinländer und einem witzigen Berliner malen oder modelliren sollte, so würde ich folgende Figuren vorschlagen: Der „närrische" Mann vom Rhein beugt sich mit seinem Weinglas zu dem Genossen, raunt ihm einen liebenswürdigen Scherz zu und läßt auf seinem röthlichen Gesicht das Lächeln widerstrahlen, das er bei dem andern zu seiner Freude erweckt hat. Der schäbige Berliner hat das riesige Weißbierglas in der Hand, beugt sich hintenüber und wirft über den prickelnden Schaum hinweg dem Genossen einen Witz zu, mit sicherer Selbstzufriedenheit ch weidend an der anfänglichen Verblüssung seines Opfers, bis auf das An des letzteren ein kräftiges Gelächter folgt. Solche Unterschiede festzustellen, ist ja interessant; man darf aber nicht glauben, daß sich durch Kritik oder Belehrung etwas daran ändern ließe. An Kindern läßt sich schon schwer etwas ändern, wenn sie überhaupt erst einen Charakter augenommen haben, und ausgewachsene Bäume wollen sich erst recht nicht mehr biegen lassen. Aber viel weniger noch als Einzelpersonen lassen sich gauze Gruppen der Bevölkerung in ihrem Charakter umkrempeln. Sint, ut sunt, aut non sint! wie es im vorigen Jahrhundert von den allezeit verfolgten Jesuiten hieß. Sie müssen so verschlissen werden, wie sie sind, oder man muß ihnen überhaupt das Dasein absprechen. Wer aber durchaus etwas bessern will, der fängt immer am besten bei sich seibst an, und dazu kann auch die Betrachtung des Faschingstreibens eine nützliche Anleitung liesern. Worin besteht denn der Kern der Stimmungen und Sitten, die man mit dem Wörtchen„Karneval“ abzustempeln pflegt? In den Maskenbällen oder dem sonstigen äußeren Apparat finde ich nicht das Wesentliche, sondern in der thatkräftigen Erkenntniß, daß die Kopfhängerei und die Wichtigthuerei den Kohl des Lebens nicht feit machen, sondern eine frischfrommfröhliche Gemüthlichkeit den Menschen beglückt und veredelt. Der rechte Karnevalsgeist ist die Revolution gegen den selbstsüchtigen und eigensinnigen Verstand und die Schilderhebung des menschenfreundlichen Gemüths; es ist der wohlgemeinte Versuch, in die harte Ordnung dieser Welt etwas mehr Liebe hineinzubringen. Am Fastnachtssonntage, den die Kirche Quinquagesima nennt, wird eine Epistel verlesen, die von der erhabensten Schönheit ist. Der hl. Paulus singt da das hohe Lied der Liebe in unübertrefflicher Weise. Alle Weisheit und Kunst und alle ruhnwollen Werke erklärt er für null und nichts, wenn die Liebe nicht dabei ist,— die Liebe, ohne welche Alles nur wie ein tönendes Erz und eine klingende Schelle ist. Und wie beschreibt er die rechte Lieb“„Die Liebe ist langmüthig, sie ist gütig; die Liebe beneidet nicht, sie handelt nicht unbescheiden, sie ist nicht aufgeblasen, sie ist nicht ehrsüchtig, sie ist nicht erbittert, sie denkt nicht Arges; sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, hat aber Freude an dem, was recht ist; sie erträgt Alles, sie glaubt Alles sie hofft Alles, sie bildet Alles. Die Liebe hört nie auf." Ach, wenn alle Menschen oder doch die meisten Menschen eine derartige Liebe besaßen, dann wäre es trotz allem äußerlichen Ungemach auf Erden wahrhaft gemüthlich. Dann brauchten die Menschen nicht zeit= und strichweise besondere Anstrengungen zu machen, um sich gegenseitig etwas über die dumpfe, lähmende Luft des Alltagstreibens hinauszuheben und vorübergehend frischere Lebenslust zu schöpfen! Recht einfach und nüchtern ausgedrückt, lautet die Nutzanwendung so: Wenn wir die Predigt von der Liebe begriffen hatten, so würden wir uns bemühen, unsern Mitmenschen das Leben auf dieser Welt leichter und angenehmer zu machen, ihnen Freude zu be reiten, wo wir nur könnten. Sankt Paulus geht unerbittlich ins Gericht mit den Pharisäernaturen, die zwar von Liebe reden, aber sie nicht haben. Ob einer die Spracht der Engel redet und Berge ver setzen kann, gilt ihm keineswegs schon als Nachweis für die Tugend der Liebe. Ja, wenn Jemand all' seine Habe zur Speise der Armen austheilte, so würde das nach dem Apostel nicht die Möglichkeit ausschließen, daß er ohne Liebe handle. Er fordert mehr, als äußere Werte, nämlich die selbstlose Güte, die Hintansetzung des eigenen Ich und liebevolle Hingabe an den Schöpfer und an die Mitgeschopfe. Ich kenne einen Familienvater, der nach allen Paragraphen des göttlichen und menschlichen Gesetzes als ein Mustermann gepiesen werden kann, von der größten Gewissenhaftigkeit und dem unermüdlichsten Fleiße, streng gegen sich selbst wie gegen die Andern. Ihm fehlt nur eines zur Vollkommenheit, aber kein kleines, nämlich die Liebe. Er thut seine Pflicht mit scharsem Verstande und eisernem Willen, aber das Herz spricht nicht mit. Wer will ihm nachweisen, daß er gegenüber seiner Frau und seinen Kindern sich das Geringste zu schulden kommen ließ? Aber er macht seine Lebensgefährtin nicht glücklich, weil er nicht begreift, daß sie an Körper und Geist nicht so robust ist, wie er. Die Kinder haben vor ihrem Vater einen Respekt, der lähmend wirkt; sie fühlen, daß sie seinen hohen Anforderungen nur zu oft nicht entsprechen und daß er nicht recht mit ihnen zufrieden ist, aber sie verzweifeln daran, es gut machen zu konnen. Die herbe, wuchtige Größe des Mannes drückt seine Angehörigen nieder; obschon von beiden Seiten der beste Wille herrscht, kommt man nicht zum rechten Einklang und zur Zu friedenheit. Eine sehr ordentliche, aber keine glückliche Familie. Und welch' ein Glück könnte in dem Hause herrschen, wie würden Frau und Kinder aufblühen, wie viel Segen würde die Herzen füllen und überfließen lassen auf die Mitwelt, wenn die Klugheit und Kraft des Mannes veredelt würde durch die Himmelweisheit und Engelsmilde der Liebe, die alles versteht, alles trägt, alles verzeiht! Der strenge Vater, die eigensinnige Mutter— sie meinen es ja oft so herzlich gut, aber sie thun doch nicht das Richtige, weil ihnen das Zartgefühl der wahren, selbstverleugnenden Liebe fehlt. Es ist schön, wenn man andere Menschen zu bessern sucht; aber man darf nicht vergessen, daß die Liebe auch die anderen glücklich machen soll. Mit Gemüthlichkeit kommt man oft weiter, als mit Schroffheit. Die obige Epistel Pauli sollte Jeder Satz für Satz als Spiegel seines Gewissens benutzen. Rheinland und Westfalen. ** Krefeld, 16. Febr. Eine bemerkenswerthe Neuerung im Eisenbahn=Verkehr ist seit kurzem in Kraft getreten, bisher aber allgemein nicht bekannt geworden. Auf sämmtlichen deutschen Eisenbahnen können namlich fortan die Mit glieder von Krankenkassen, welche von den Kassen in eine Heilanstalt oder in Erholungs= und Kurorte gesandt werden, in der dritten Wagenklasse für den Militarfahrpreis fahren und zwar unter Gewahrung von 24 ku Freigepack. Die Zugehörigkeit zur Kasse und der Zweck der Fahrt ist durch eine Bescheinigung des Nissenvorstandes und der Ortsbehorde nachzuweisen. Die Beglei er solcher Kranken genießen indessen keine Fahrpreisermanigung. Aus dem Keeise Rempen, 15. Febr. Die erste diesjahrige Konferenz der Lehrpersonen des Kreises findet am 20. Marz in Lobberich statt. K Waldniel, 14. Febr. Das Ergebniß der Jagdverpachtung im benachbarten Lüttelforst am verflossenen Montag ist folgendes: Pirzelle 1, 13 ha, früher 120 M., seyt 400 M.; Parzelle 2, 154 ha, früher 210 M., setzt 800 M.; Par zelle 3, 152 ha, früher 110 M., setzt 700 M. Wahrend also bisheran 440 M. Jagdpacht jahrlich erzielt wurden, bringt heute die Jagd 1900 M. ein, also durchschnittlich pro Morgen 1 M. Sämmtliche drei Parzellen wurden von Herrn Roßbach auf Haus Clee hierselbst angepachtet. * Rheydt, 15. Febr. Bei Gelegenheit der Anlage des großen Sammelgüterbahnhofes hierselbst wird auch zur schnelleren Abfertigung der zollpflichtigen Güter ein Hauptzollamt hier errichtet. Düsseldorf, 16. Febr. In den letzten Tagen sind hier auffallend viel Selbstmorde verübt worden, ein Wirth hat sich erschossen, ein Kaufmann vergeftet. Gestern schoß sich ein Kaufmann auf dem Kirchhofe am Tannenwaldchen eine Kugel in den Kopf, er wurde schwer verletzt ins Marienhospital gebracht. An der Golzheimer Insel sprang eine Magd in den Rhein, die von einem Arbeiter herausgezogen und ins Krankenhaus gebracht wurde. Vom Rhein, 15. Febr. Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder laßt zur Zeit durch Vermittelung der Kreis= und Gemeindebehörden eine Statistik über den jetzigen Stand des öffentlichen Badewesens im deutschen Reiche aufstellen und beabsichtigt, die gewonnene Uebersicht auf der bevorstehenden Pariser Weltausstellung in anschaulicher Weise zur allgemeinen Kenntniß und Würdigung zu bringen. * Köln, 15. Febr. 12,000 Personen werden an dem am Dienstag zu Ehren des Erzbischofes Dr. Hubertus Simar zu veranstaltenden Fackelzug theilnehmen. Eingegangene Bücher und Schriften. Unter dieser Rubrik registriren wir die bemerkens=10 wertheren, der Redaktion zur Besprechung übersandten Bucher und Schriften bald nach ihrem Eingange: eine Besprechung im„Büchermarkt", der litterarischen Beilage der„Niederrh. Volksztg.“, nach Auswahl bleibt vorbehalten. Dr. P. Albert Kuhn O. S. B., Allgemeine Kunstgeschichte, 20. Lfg. Benziger, Einsiedeln(Schweiz). Hermann Schönrock, Vortrags= und Aufführungssachen für Herren=Abende. 1 M. Hugo Steiniv, Verlag, Berlin S.W. Kanjes preisgegeben haben. Von welcher Teagweite der Erfolg der Engländer sein wird, ist noch nicht ersichtlich, darüber werden erst die zu erwartenden Meldungen Auf klärung geben. Wahrend die Englander nuen bei ihrem erneuten vom Glück begünstigt waren, haben sie auf der anderen Seite wieder den Buren weichen mussen, indem sie Rensburg aufgaben. Man meldet uns darsiben W London. 16. Febr. Die„ Dailv Chromele" meldet aus Kapstadt vom 11. d.: Die englischen Trupven haben Neusburg geräumt und sich auf Arundel zuruagejogen — Es liegen noch folgende weiteren Meldungen vor W London, 16. Febr. Das Kriegsamt veroffentlich folgendes von Lord Noberts an den Kriegssekretar ge richtetes Telegramm aus Jacobsdal vom 16. d.. 2 Uh. Morgens: General French ist mit Artillerie, Kavallerie und berittener Jnfanterie in Kimberley eingetroffen. Das Kriegdamt fügt hinzu, es sei zu bemerlen, daß obige Depesche aus Jacobsdal datirt sei, welcher Ort für die Buren ein wichtiges Verproviantirungszentrum war W Arundel, 13. Febr. Die unter Besehl des Ge nerals Clemant stehenden britischen Streitkrafte zogen sich in der Nacht von Nensburg nach Arundel zuruck. DiNachhut der britischen Truppen traf beute fruh in Arundel ein. Der Feind besetzte sofort seine alten Stellungen in den Taaiboschbergen, von wo er britisch“ Kavalleriepatrouillen beschoß. Die Artillerie der Englander antwortete. W London, 16. Febr. Neuters Burcau meldet aus Pretoria vom 12. d.: Der Korrespondent aus Colesberg meldet, Freitag fand ein Gefecht statt, bei welchem die Buren drei Todte und funf Verwundete hatten Aus dem Hauptlager vor Ladysmith wird Neuters Bureau vom 1J. d. gemeldet: Gestern hat General Botha mit einer kleinen Abtheilung den Tugela überschritten und stieß auf 40 Lanciers, die wahrscheinlich zuruckgeblieben waren; er kam mit ibnen ins Gefecht, in welchem 13 Lanciers getodtet, b verwundet und 9 gefangen genommen wurden. Einer der letzteren wurde zu den Truppen ent sendet, um dieselben aufzufordern, die Verwundeten abzu bolen. Gestern bewegte sich eine starke englische Abtheilung auf Colenso zu und lagerte sich in der Nähe des Besch loops. Um Ladysmith ist alles ruhig W London, 16. Febr. Nach den gestern Abend ver öffentlichten amtlichen Berichten wurden am 13. Febr. seche neue Batterien reitender Artillerie. 1b Batterien Feld= artillerie und drei Bataillone Jnfanterie formirt. Kirchliches. * Köln, 16. Febr. Der hochw. Herr Weihbischof Dr Fischer ist leider an Influenza und Bronchlaikatarrh so er beblich erkrankt, daß derselbe nach ausdrücklicher ärzllicher Weisung an der feierlichen Einführung des hochwürdigsten Herrn Erzbischofs Dr. Simar nicht theilnehmen darf. Nn Stelle des Herrn Weibbischofoß wird laut„Kdln. Volksztg. voraussichtlich Herr Kapitularvikar Dr. Kreutzwald bei der Begrüßung in Essen eine Ansprache an den hochw. Herrn Erz bischof halten. * Paderborn, 15. Febr. Gestern Nachmittag legte der hochwürdigste Herr Erzbischof die Verwaltung des Bisthums in die Hände des Domkapitels feierlich nieder, worauf heute Vormittag die Bestellung bed Kapitularvikars erfolgte, die auf den bisherigen Generalvikar Pralaten Wigger siel. Heute Mitlag veranstaltete das Domkapitel in der Wohnung des Herrn Dompropstes Prälaten Dr. Schneider zu Ehren des scheidenden Oberhirten ein Festessen, bel welcher Gelegendeit dem hochwürdigsten Derrn mit einer von H. Pommer dahier künftlerisch ausgestatteten Widmungsadresse in Mappe ein vom Diözesanklerus gesammeltes Kapital von 13,500 M. als Grundstock einer Hubertusstiftung für hulfsvedürftige Priester der Diozese zum dauernden Andenken an das Ponti fikat des scheidenden Bischofs üiberreicht wurde. Besondere Ver= anstaltungen beim Abschiede des hochwürdigsten Herrn werden auf dessen Wunsch nicht erfolgen. Amn Montag Vormittag wird derselbe, begleitet vom gesammten Domkapitel, zu Wagen aus seiner zeitweiligen Wohnung, dem Mutterhause der Schwestern der christlichen Liebe, sich zum Bahuhose begeben, um den Sonderzug zu besteigen. Der hochwürdige Herr Weihbischof Dr. Gockel ist, wie die„Köln. Volkozlg.“ meldet, leider in Rücksicht auf sein Befinden nicht in der Lage, die Meise nach Köln mitzumachen; es werden baran theilnehmen die Herren Kapitularvikar Wigger, Dompropst Schneider und die Dom kapitulare Schmitz und Heinekamp. * Fulda, 16. Febr. Domdechaut Dr. Brann, ist laut „Kolu. Volksztg." soeben gestorben.(Der Verstorbene war 1835 geboren und wurde 1858 zum Priester geweiht. 1803 wurde er zum Dompräbendanten ernannt, 1878 zum Mitglie des Bischöflichen Generalvikarials. 1882 zum Domkapitular, 1886 zum Prosessor des Kirchen= und Eherechts an der philosophisch=theologischen Lebranstalt des hiesigen Priesterseminars und 1894 zum Domdechanten.) * Mainz, 15. Febr. Gemäß einem vom Diözesankirchen vorstande für das Bisthum Mainz gefaßten und von dem Ministerium genehmigten Beschlusse soll zur Bestreitung der Bedürfnisse der katholischen Kirche des Großherzogthums im Etatsfahre 1900/1901 ein Beitrag von ¾12 Pfennig auf jede Mark Kommunalsteuerkapital der Angehörigen der katholischen Kirche aufgeschlagen und diese Kirchensteuer mit den Kommunalsteuern der politischen Gemeinden erhoben werden, Tauet durch gegenseitiges Entgegenlommen beendel. De Arbeitern. 100 an der Zahl, wurde der größte Theil ihre Forderungen bewilligl. * Dresden, 1b Febr. 7ad Dreed Johrn.“ schreibt Staatominister Metzich begab sich heute in Begleitung Geheimrathe Merz und des Oberfinanzraths Wachle nad zwickan, um die durch die Arbeilerausstünde un Awidane und Lugan=Oelsnitzer Poblenrevier geschaffene Lage mit der Vorstanden der betreffenden politiichen und Ortsbehorden. sowie mit den Vertretern der Vereine für bergbauliche Jnteressen zu besprechen Gerichtszeitung. w Düsseldorf, 16. Febr. Strafkammer. Kellner Peter J., der dem Wirthen N. zu Düsseldorf nach und nach 500 M. gestohlen hat, erhielt 8 Monate Gefäugniß.— Zu 9 Monaten Gefängniß wurde der Arbeiter Josoph Bl. verurtheilt, weil er einem Logiskollegen 70 M. gestohlen hat.— Kondltor Karl von J. zu Viersen annoncirte vor Weihnachten seine Marzipantorten und fügte bei, in einer Torte unter 30 Torten befinde sich für den Käufer ein Zehumarkstück. Er wurde wegen Veranstaltung einer Lotterie ohne behördliche Erlaubnlß zu 30 M. Strafe verurtheilt.— Die Verhandlung gegen Franz K., der sich irrsinnig stellt, wurde vertagt. Lokales. ** Prefeld. 16. Febr. Aus unserem Leierkreise richtete n heute Morgen an und die Anfrage, ob wir Anskunft geben könnten über ein großes Unglück, daß sich in Hörde reignet haben sollte. Wir stellten sofort Recherchen an und erbielten von authentischer Seite folgende telegraphische Meldung ilt in Horde nichts Besonderes passirt Nur an einer Straßenwal maschine zersprang eine Kurbel; es ist jedoch Niemand verletzl.“ Rrefeld, 16. Febr. Polizeiberichl. Gestern Abend rntstand in einem Hause auf der Alten Gladbacherstraße in Folge Ueberbeizung einee Ofens auf einer Dachlammer Keuer. welched durch die Berufsfeuerwehr geloscht wurde. Der Schaden Lagerhofe zwei Körbe mit Branntwein. 12 und 22 Kilogramm in unbedeutend.— Seit dem 12. be. Mis werden von einem hiesigen schwer, gezeichnet II/ 1 Johann Gottlob Weilerswist vermißt.— Jm undamt ist die Halfte eines goldenen Kncifers, ohne Ein fassung mit Keitchen abgegeben worden.— Obdachlos waren Männer, 5 Frauen, 30 Kinder und eine einzelne männliche Person von auswärte. Wetternachrichten. * Köln. 15. Febr. Der Oberrhein und seine Neben flüsse steigen weiter, besonders die Mosel. In Trier ist die Moselinsel bereits überfluthet. * Bremen. 10. Febr. Ein Schneesturm hat in der vergangenen Nacht furchtdar gewüthet. Die Straßen sind fast unpassirbar, der Schnee liegt 3—4 Fuß hoch. Der Straßenbahnverkehr stockt, ein Personenzug der Oldenburger Bahn blieb im Schnee stecken. Von Hannover und Hamburg treffen, wie man der„Koln. Volkoztg.“ telegraphirt, die Eisendahnzüge mit großer Verspätung ein. Die Schifffahrt wurde des Treib eises wegen eingestellt. W Berlin, 16. Febr. Aus dem Westen, Nordwesten und Sudwesten des Reiches laufen zahlreiche Meldungen über Schneestürme und sehr starke Schneefalle ein, die in vergangener Nacht eintraten und große Verkehrsstörungen ber beiführten. Vom Oberrhein und der Mosel wird starkes Steigen des Gewässers gemeldet. In Mülbeim(Elsaß) und Umgegend wurde in der Nacht bei surchtbarem Sturme ein heftiger Erdstoß verspürt. In vielen Häusern öffneten sich die Thüren und Fenster. Karneval. Wit erhalten folgende Zuschreft: „Um der Wahrheit zu dienen, bin ich gezwungen, Sie um gütige Aufnahme folgender Zeilen zu bitten: Das Kirnevals-Zugkomitee sagte in seiner heutigen Er= klärung, eine an die Große Karnevals=Gesellschaft ergangene (inladung zu einer gemeinschaftlichen Sitzung sei von mir schriftlich abgelehnt worden. Es entspricht dies aber absolnt nicht der Wahrheit, da ich ausdrücklich schrieb, die Herren möchten sich mit der Antwort bie zum Samstag früh gedulden und wußte Herr Hartes doch gan, genau, daß erst auf heute Abend eine Sitzung meiner Gesellschaft einberufen war. Es ist wohl Jedem einleuchtend, daß man nicht einer Aufforderung, die morgens gegen 8 Uhr einläuft und zu deren Erledigung eine Versammlung von etwa 5o Herren einberufen werden muß, in einigen Stunden nachkommen kann und sollten dies die Herren des K.=Z K. auch wissen. Daß ich troydem eine private Vorbesprechung vorschlug, wird wohl Niemand als unangebracht bezeichnen können. Uebrigens habe ich schon am 23. Januar einen Vorschlag zum gemein schaftlichen Wirken gemacht, der die begeisterte Zustimmung des Herrn Hartes sand, auf den aber von seinen Kollegen, wie er mir s. Z. mittheilte, nicht eingegangen wurde. Damit ist die Angelegenheit für mich erledigt. Aug. Gerber Präsidenl der Großen Karnevals Gesellschaft. Zur Weberbewegung. * Eupen, 15. Febr. Der Weberausstand bei der Firma C. Hüffer& Ca. wurde heute nach fünfwöchentlicher Aus der Geschaftswelt. Uniere schdee Vaterstadt Kreield est sehr stark em Aoftloben begrißfen und entwickell 2 von Tag zu Tog. Dieter Nat. hwung wird von weitsichtigen Geschöftsleuter in der richtiger e erlonnt, indem immet medt grohere und modernere Prachtbantenersieben und ir denlelben Geichofte der verschielenfter Granchen errichtet werden. So werd u. a in dem neuerbauten Hause Neunerstraße 70 in Krefeld ein Spezialgeschäft für heslere Herten, Jonglings= und Knoben=Gorderoben, fertige ipreen. Jagb= und Sportbekeidungen N N. von der bekannten Firma G. Hettlage in Dusteldori, Johaberin bed gröhten pezialgeschaftes Dentschlands in dieser Branche, in der nächsten gen eröfinet. Das guie und altbewährte Renonmé der Firma. welches and n hiesiger Gegend unter einem aronen Theil der Bürgerschaft ekonnt ist, bürgl dasür, daß dieselbe auch in dem neuer Gheschaft in Kiefeld alles nur Erdenkliche aufbieten wird, den Münschen ihrer geehrten Abnehmer in jeder Weise gerecht in werden und sich so die Zufriedenheit und das Gertrauen der geehrten Kundschaft bauernb zu erwerden. 912 Telegraphische Depeschen der„Niederrheinischen Volkszeitung." V Berlin, 16. Febr. Abgeordnetenhans. Das Haus setzte die Berathung des Elats des Ministerinms des Innern fort. Bei Titel Polizeiverwaltung in den Provinzen klagt Abg. Gothein(Frs.) über die verschiedenen Bestimmungen für den Nadfahr=Verkehr. Der Regierungskommissar verweist auf die kürzlich erlassene allgemeine Radfahr=Ordnung, die demnachst Kraft kritt. Bel Titel Strafaustalten bedauert Abg. Im Walle (Zentr.), daß ein Theil derselben dem Ministerium des Jnnern und ein Theil dem Jnstizministerium unterstellt sei. Auf Auregung des Abg. Rickert(frs. Vag.) schildert der Regierungskommissar die Thätigkeit der Strafgesangenen auf dem Lande bei Kanalbauten und in der Jndustrie. Nach und nach solle auf die Außenverwendung das Hauptgewicht gelegt werden. Abg. Gamp(Rp.) dankt der Regierung für ihr Vorgehen Der Minister erklart, der Landwirthschaft würden soviel Strafgesangene überwiesen, als nur möglich. Natürlich kön das nur auf großen Gütern der Fall sein. Abg. Schmidt=Warburg(Jentr.) tritt für eine Besserung der Strafgefangenen ein. Hierfür müsten mehr Mittel bereit gestellt werden. Der Minister erkennt die Wichtigkeit dieser Angelegenheit an. Er werde mit dem Finanzminister Rücksprache nehmen Er hoffe, im nächsten Jahre die entsprechenden Vorschläge machen zu können. W Berlin, 15. Febr. Reichstag. Das Haus setzt die zweite Berathung des Reichs=Eisenbahn=Etats bei dem Extra=Ordinarium sort. Abg. Paasche(ntl.) berichtet über die Berathungen in der Kommission. Der Antag des Abg. Möller=Duisburg(ntl.) betreffend Theuerungszulagen wird angenommen. Minister Thielen stellt auf eine Bemerkung des Referenten bezüglich andersartiger Bilanzaufstellungen anbeim, auf diese sinanztechnische Frage demnächst zurückzukommen. W Paris, 16. Febr. Der„Figaro" veroffentlicht eine Note, worin es heißt: Mehrere fremde Ausstellungs kommissare haben ihr Erstaunen darüber ausgedrückt, daß die französische Regierung an die Souveräne, deren Länder auf der Ausstellung offiziell vertreten sein werden, noch keine Einladung gerichtet hat. Es liegt hier ein Mißverständniß vor, das aufgeklart werden muß. Fünfzig Staaten haben die Einladung zur Theilnabme an der Pariser Weltausstellung angenommen. Diese Einladung hat einen doppelten Sinn. Sie bezieht sich nicht allein auf die Ausstellung, sondern sie war auch an die Staats chefs gerichtet, ein Brauch, der auch von andern Staaten befolgt wurde, die in den letzten Jahren Ausstellungen veranstaltet baben. Die franzosische Regierung wird sich desbalb wahrscheinlich darauf beschränken, diesen Brauch gleichfalls zu beobachten. □ Paris, 10. Febr. Der„Jntransigeant" richtet an den Marineminister die Frage, ob iom bekannt sei daß ein höberer Beamter eines Ministeriums dem Vertreter einer auswärtigen Macht für 25.000 Fres wichtige geheime Papiere angeboten habe. Dieser Beamte habe mehrere naive Kollegen in diese Machenschaft ver wickelt.— Die„Estafette" will wissen, daß in Frankreich ein Korps von 200 Freiwilligen zur Abreise nach Transvaal bereit sei. Die Rbeder haben ein Schiff zur Verfügung gestellt. Die Einschiffung werde binnen kurzem erfolgen. Alle Freiwilligen seien gediente Soldaten und ihre Offiziere batten bereits sämmtlich im Feuer gestanden. Neueste Nachrichten. * Berlin, 16. Febr. Die„Koln. Volkszta“ meldet Die widerstandsfähige Natur Dr. Liebers hat auch den gestrigen beftigen Anfall glücklich überstanden. Nachdem gestern zu vorgerückter Abendstunde eine Besserung ein getreten, hatte der Kranke eine sehr gute, gänzlich fieber freie Nacht, nahm beute Morgen mit gutem Appetit das Frühstuck ein und befindet sich in zuversichtlicher Stimmung. Briefkasten der Redaktion. Abonnent in Keppeln. Gut gemeint; aber Sie wolle uns doch nicht ernstlich zumuthen, auf solch albernes Zeug, wie das„Eingesandt" in der„Rhein. Volksst.“, unterzeichnet „Mehrere Theilnehmer der Keppelner Versammlung",— irgend etwas zu erwidern! Da haben wir doch wichtigere Dinge zu besorgen. Wetter=Prognose. (Eigener Drobtbericht der„Niederrb. Bolksrtg.“) Samstag, 17. Febr. Veränderliches, aber für die Jadrer zeit mildes Wetter; strichweise Niederschläge nias ausgeschlosien Westliche Winde. Morgens im Nheinthal dunstig bis nebelig Handel und Verkehr. * Krefeld. 16. Febr. Auf der Tagesordnung der am 12. März cr. stattfindenden ordentlichen Generalversammlung der Krefelder Baumwollspinnerei steht u. a:t Mit theilung über die beschlossene Aufnahme einer Anleibe und die Erhohung der Spindelzabl. * Düsseldorf. 16. Febr. Die Aktiengesellschaft Schwabenbräu erzielte in den ersten vier Monaten des laufenden Ge schäftsjahrs einen Absatz von 19,753 Hektol.(mehr 3588 Hektol.) Werthpapier=Börse Berlin. 16. Febr.(Eigener Drahtbericht.) Die Vörse eröffnete unregelmäßig und in Monthanwerthen über wiegend zu niedrigeren Kursen, nur Laurabütte war fest. Die schwache Haltung in Bergwerksaktien wurde auch heute wieder mit Besorgnissen wegen einer etwaigen Streikbewegung im Nuhrgebiet in Verbindung gebracht, doch wurde vielsach darauf hingewiesen, daß die Spekulation größere Haussepositionen inne hal uno zu Realisirungen geneigt sei wegen vorliegender An= zeichen einer Geldvertheuerung, wie es in den Berichten der jüngsten Tage angedentet wurde. Das heute wesentlich hoher gefragte tägliche Geld erhöhte sich bis auf 4 Proz. Der Banken markt lag träge. Der Fondsmarkt war anregungslos, Spanier schwächer. Der Eisenbahnmarkt war gleichfalls anregungslos. Im weiteren Verlaufe der Börse traf aus London in Privat depeschen die Meldung ein. Kimberley sei entsetzt, worauf sich Montan= und Bankenwerthe befestigten. Die übrigen Umsatz= gebiete blieben unverände t, London und Paris abwartend, wovon durch telegraphische Störung äußerst schlecht die Mel dungen einlaufen tebr. Herl. Hand-Gesell Herliner Gank Darmstadter Bank Deutsche Bank Diek=Ges= abge Dresdener Bank ationalbank 9. Oest Kredit=Aktien Pete 8 u C. Krefeld Auschtehrader Dur Bodenbach Gotthardbahn 14 Südösterr.(Lomb.) 2 Ostprruß Sudbahn Kreselder Eisenbahn Kres.=Uerd Lokalb Westl Plandbr. 21 Pomm 4% Pfandb. S 56 unk 5 1800 N=W. Adk 1945 4% bo M. IV. 1901 21 be.VI be VII anf 1901 6e taliener Rusten 1a90er Febr. Neue enfl. 60 Anl. 9 Unger. Goldrente0 Accumulat=Fade 14 Gielefeld Raschin 28 Soch Bgw. P2. C 9 no humer Gubstani27 Ch Weilter Nen0 vortmund. Union Dasseldors. Kammg dusseld Eisendahnö. kiders Fardenw Bladb. Bellinduft Mladb Spinnerei belsenkirch Beraw 2 berresh Glashüttdarpener Bergw. 2 oibernia Loin. Bergw. 14 tel. elekt Anl Roin, Laurahütte 22 Bongs Spinnerei Abein Grahlwerke 2 Abein=Wentl. Ind. Sangerh M=#kt 15 Amsterdam 8 Tage * Monate Belg. Plätze 8 Lage „"* Monate Jtal. Plätze 10 Tage Monate Russennoten 216.50 Wechselpreise. London 6 Lage „ 3 Monate New-Pork Paris 6 Tage 1 Monate Schw Blätze 6 Tage Reichsbank-Zinzluß seit 27. 1ia 100 Wechsel 51 Broz. Lombard 61 Brog Becliner Blatz=Wechsel=Zinssun 4 Proz Amsterdam 31. Kopendag 6 Maorid 4 Schw Pläte Brussel| 4| Lissavon| 4 Parls| 31| Wien Jtal. Blätze 5 London 31 Petersburg 51 1 Scand. Blähze Kölner Börse vom 10. Febr.: Püsseld Dampfschiff. 12900 Koln. Gummifabrik Kolner„|35 dem Fade Weiler Gladdach Baumwollsp| 9 oln. Elekte=Alg. Köiner 1 7750 hein.=Ban=Gen Biersener Flachsspinnerei 46 50 Rdin=Nottw. Bulverlab Produkten= Börse. * Berlin. 10. Febr.(Eigener Drabtbericht.) Auf auswärtige Festigkeit und hauptsächlich auf die nach dem strengen Frost eingetretenen starken Schneefalle waren die Ge treidepreise bedeutend gebessert. Weizen und Roggen waren aufangs 1.50 M. besser, später ging 0,25 M. wieder verloren Auch Lokowaare war theuer. Hafer sester gehalten. Rübol still, doch sest. 70er Spiritus bei sich einschrankendem Bedarf 47.20 M Umsatz: 8000 Ltr. Bei stärkerer Nachfrage würde sich der Preis deben. Peters& Co. Aktienkapital M. Reserve M. 2.650,000. Krefeld, 15. Febr. Wechsel. a den bieberigen rarlarie der Satien zukrieden were anch die Gerkänfe richt voll und ganz aut der Höde des Vorsobres steben. Non muß jedoch bemerkt werden, deß dee vorzodtige Frühzohrslation eine abnerm gute war 100 be besbecbt als Maßneb für Vergleiche dirnen kann. Darn ist aber die enorme Haufit in Seiderea nicht auber 1ch: zu die stellesweile eines sarken Herum dich für das Geschäft bildet. Dabei hat es der Fabeikaut leichter als der Grefsst, indem enet viel eber die bemigen Tageopreiie durchiett. als dieser bei leiner Detailkundichaft. Es in auch fur die Seibeumearenbrauche unmöglich. Uereinigungen behals Erzielung erndeitlecer Greile zu bilden, wie dies bei anderen Jnonstrien der Fa1 Seide laßt sich eben durch den geständigen Wechlel der Node aicht so schablontüren wie irgend ein anderer Aetikel. Und lo befindet sich der Zmischenhandlet hiet in einem Dilemma, auf der einen Seite liesert der Fabrikant ihm die Waare nur erböhtem Preise. wozu dieser durch die kolosiale Steigerung aller Nobijese und Lohne gezungen ist. und auf der andeten Seite sind die Verkaufspreise lo gedrückt wie möglich es beziebt sich naturgemäß bauptsächlich auf Stapel= likel, in denen man zu diesen billigen Preisen große Merveillenx, Armures und Taficiat, dann auch Benaalines, chesse und Peau de sote. in denen die großeren Ordres ertheilt sind. Jn Schwarz neunen wir neben glatten Stoffen wie Verveilleng. Armures. Tastetas. Beau de soie rc. spenell Damasiés als Haupt=Konsumartikel, in dem jeder das Geschaft machen möchte, trotdem es doppelt schwierig ist, hierin der billige Mann zu sein.— Bei Noupeauté=Artikeln spielen die erhobten Preise schon eine weniger wichtige Nolle und man ist uuch mit diesem Theile des Geschöfted allenthalben sehr zu= rieben. Jn Fagonnes, Quadrilles und Ravés sind hübsche Ordres ertheilt worden.— Nicht unerwähnt lassen wollen wir die kolossale Meinung, die für Fonlard imprime und verwandte Genres herrscht. Die Ordres, die man in Imprimes auf diversen Fonds wie Ponge, Japonaid, Liberl rc. ertheilt hat. gebenweit über das Mittelmaß hinaus, als besonders zugkräftig haben sich Ausmusterungen in mille fleurs= und Cachemir=Geschmack bewiesen. olderfeld, 1*. gede. Get der hiesigen Geidentrocknungs=Anstalt € Leute eingeliefert 30 Nro 2140 Silose Bom 1. bis 13 02 Meg 285-2 Antwerpen Braßel) 100 gri Vondon 1 u. be. 8 Paris 100 Fre. de. 100 Fre. 12 Jtalienische Pläyze 11 6 do de. 12 Schweiz Bl. 100 Fre. Unestgeitliche Entgegennahme von Zeichnungen auf alle zur Ausgabe gelangenden Aktien, Staats- u. andere Papiere. Annahme von Depota unter elgssem Verschluss des Bositzers:„Safes“. Askauf guter Geschäftswechsel, Eröffaung laufender Rechaungen u. Cheok Keatl. An u. Verkauf von Devisea, sowie Besorgung aller sonstigen in das Bankfach schlagenden Geschäfte, Verwaltung von Werthnapieren. Dokumenten aller Art und Aufbewahrung von Werthgegenständen. Uninteressirte Auskunft über alle Werthpapiere. Kostenlose Elalésarg sämmtl. Kupons u. Dividendenscheine Kontrele der Ausleesung Wir nehmen in jeder Höhe Sparelslagen an mit Verzinsung die auf Welteres bel jährlicher Kündigung zu 4 Proz., bel neunmonatlicher Kündigung zu 3% Proz., bel sechs monatlicher Kündigung zu 3 Proz., bel dreimonatlicher Kündigung zu 2½, Proz., bel täglicher Kündigung zu 2 Proz. An- und Verkauf von Werthpapieres zu vortheilhaften Bedingungen. Fast alle 3½% und 4%0 Pfanobriefe erstklassiger deutscher Hypothekenbanken erlassen wir zum Berliner Vageskurse trel von allen Spesen.— Celdwecbeol. Seidewaaren und Seide. * Krefeld, 15. Febr. Ueber die gegenwärtige Ge schäftslage in der Seidenwaarenbranche schreibt der „Konf.“ u. a. folgendes: Wir befinden uns augenblicklich auf dem Höhepunkte der Saison, der Versandt der Frühjahrsordres hat allerwärts begonnen und es herrscht überall reges Leben in den Geschäften. So viel man hort, ist man 255 Fro 18 902 Tolal: 285 Rre. 21 042 Piloge Baumwolle. Havre. 1b. Fede. Baunvelle. Nor 59. Arc New=Pork. 15. der Baumwole G#. Orleans G 2. Aufuhe 27000 8.-vert nach Cngland(1000* dem Roatinent 10000 8. bicherung: Riez 8 56. Aortl 8 6 1. Mal 8 61. Junl 8 61, Jul 86 ept. 7 92. Lendeng Bekestigte sich aul Liverpoolee Gerichte und chioß Retig Frucht= und Viktnalienmärkte. X Krefeld. 16 Zedr. Amtlech. Gescerbeoreise siehe Produktenmarkt Kartoß 5.20 Strob 3 50 4 00. 9750(Ulles per 100 Kilo) Rindfleiich 20 1.30 Schweigest ig 50 Kalsfleich 140 Hammelsteisch 30. So ck geräuchert. 60. Gevonnliche Esvut er 2 20 Alles per 1 Rito.) Eier. hiesize, 60 Stüc 5.20 M.(eb Stück 2 16 M rembe 60 Stück N 450(2 Stuck 88 M #Kreseld, 16. Jdr. Rottrungen des Kreselder Pro. duttenmarktes Wesen. Vindwaire 1. Qual. 16 00 1 15 50 auc. lAndischer 1. Qnal 8 20 2. 17.00 Reggen. 8« Wadre 1. O Ml.(4 40 I. 13.90. auständum« 1. C 44.. 17 20 2 16 00:*er. Bandw are * 12 20 Anb 1 al 15 70» 00 00 Juttergerste Mr) 10 60 ans. 250. Cinquant 350 Maenmesl 900 21 75 22 50. Noenmehl 0 00; Weiz neleie I. Cal. 10.70 a. Onal. 10 35 M. Bollmehl 1 O al 12.50 1Otal 11 50 M. Beinmehl 1. Ouel 15 50 2 00 00 M. Bauawollsaatmehl 1. Qual 4 00. a 00 00 Balmtach» 00 00« 00 00 m. deger Besuch Für alle Artikei senere Stimmung Fatkerartltel zu erbö ten Breisen gefragt. Mehl wurde höber begault CSempen, 16. Jebr. Marktpreis pro 100 Rlo: Weizen 1. Qual 15 50. k.(5 00 Noggen I. Qual 14 00. 3 13 50 Haler fremden 14 00 hiesiger 13 00. Gerste 14 00 Meyzl 15 00. Mats 11.00 Me1200 R» Sie. Eleien im Aleinhandel do 2l0 M. 5 20 im 0 obhand 1 500. Leinwehl 8 00 R., frei Hof 8 20. Beu nwolllaatm M 6.80 Munkein 0 80 M. Modren 0 00 Sohnanien 0 00 M die 80 Kila. Kackosseln roth 2|O. Schneefl cke 70 Magnum bonum 190 die Rile. Ben 20 00. Stroo 13 00 M. 5 0 Rile. 5 elo B100 h 84 Hutter 4 Kelo 00 M, E er pec 25 Stuck N. 2 80 Schwei efleisch r sch 60 Pig. gerauchert 65 Vig. Schinken 80 Bsg. Kindfleisch 65 dle. ver Pio Rette Schweine 46— M. die 30 Kilo.— Käse M. 40 45 50 und 53 R. de gefragt •.n 16. Febr. Getreide. Weiten 1. Qnol 16.00.* 15 50. 15 00 M. Roggen I. Qual 14 50 M. 8.(3 70. 2. 13 00 M. 380. Kartossel 2 50 3 30 M. den 50 Kilo 3 00 3 50 M niaen, Rile 10.00. Alegelbrulch(3 00 M Mipb per 100 eile 00 00 M. 8. Qual. 00 00 w. Nabol per 100 eilo in Barthien von 100 Ntr. 53.75. Ruvöl per 100 Eilo faßweile 55 25 reinigtes Oel vec 100 mo J 00 M hoher as Ruböl. Bretzkuchen der 200 Rlle 106 2 Eleie per 50 Kilo 5.40 R. Butter per Rilo M. Gier 2 Stuck 263 M. 201n. 11. Fedr. Feuchtmarkt. Greiblestietzungen gemaß 11 der Feu hiearkt-Ordnung Weigen 00 00. Noghen 00 00 Hafer 14.10 den 6.60 8.80. Richtstroh 260. Krummstroh 90. Maschinensteoh Noggen- 2 30 M. pro 100 Rilo. Rol4. 1* Rehr.(amtl. Notir.) Rubdl pro 100 Kilo mit Faß in Fisenband, vorräthig in Barthieen von 6000 Kilo 56.00 6. Mal 54 800 OL Hamburg, 15. Febr. Zuttermittelmarkt. In letzter 8 richtswoche sand ein regelmaß ges Futtermittel=Geschaft detunveeanderten Preisen in den meinten Artikein statt Baumwollsaatmehl und R Izkeime sind andauernd knapp und erzielen höbere Preise. Auch Reis= futtermehl ist bei lebhalter Nachtrage etwas theurer. Tendeng fest =#uttermehl. 24 28% Fett und Protern. M. 4.30 4 75 ab Hambur 465 4 90 ab Ragd vurg, ohne Gehaltsgarant: 4 00 4 40 ao Hamburg okleie 2 75 dis 3 00 as Hamburg. 0 00 0 00 0 Bcemen. getrockrete Getreideschiempe 4 75 500 ab 6., getrock eie Geertreder. 24 30% Hett und Pret In 4 75 4 90- H. Erdnußkuchen und Erdnuhme 1 52 54% 625 670 a» 9. 53 58% 650 725 a% Baumwonsaasknd Amvosaatmehl 54 58 6 20 6.40 a° 0. 58 62% 6 30 6.70 a Kokusnuhkuchen und Kokaenn m o 5.50 6.50#0 0. 0 1n= nku den. 23 26% Gett und Brotein, 5.20 5.50. Npskuchen 5.10 5 25 ab 9. mais, amerik mn red verzollt. 4 70-5.00 ad H., Welze kle1 4 50-4 75 . Noggenkleie 4 75 5.00 at H., Maigkeime, delle 4 40 5.00 n. ab 9. ekler 5.25 5 75 M 40 H Alles= o0 Kilo Madechura. 16. Febr. Kornzucker 88% 10 80— 75% 8 50 870. Brodraifin. I 24.00 00 Beooraffin. II 2 em Auffin mit Faß 23.871 24 25. gem Melis 1 mit A4t 23.37½. Robzucker A isin Leaan o f. a B. Hamburg Fedr. 10(21 0 10 17½ Br.. Marz 10 07½ Sd 10 12½2 Be. Mai 10 15 dg. 10 121 00. Aug 10.30 Gr. 10 271 ad.. Oer 2 9 45 0d. 950 Havre, Ib. ge r. Kalsee. Santos März 45.25. V Sept. 46 75. Dez. 47.50 Fre. Zufuhren vom 1. Feoc. in1 B., Santos 15.000 8 *Amneroam. Ib. Febr. Kassee, Java vorr Fl. 39. Marz 37% 37h. Juli 38½ Sept. 38½ Dez 37½ Qu b. Febr.(Waaren 1 7 ew.p.r Nother Winterweizen Weizen Fedruar " Märg " Mat " Juli Mais Marg Juli Weigen nahm einen durchwei Schlußpreise. Mehl(Spe clears Zucker. fal. 1 15. 375 775 Betroleum " rohes(Bark.) 11. "Stand. wh " Philadelpbia „ Bipe l. Certt. 168 Getreidekracht| 311 3 sest en Verauf, ebenso war Mard durchweg fest. In Kafsee schwächere Haltung Getreidepreise, veröffentlicht von der Zentralstelle der preuß. Landwirthschaftskammern vom 15. Februar 1899. Uckermark Mittelmarku Brigniy Lausip Magdeburg Erfart Danzig Bezirk Stettin Stolp Breslau Ainnover Süd tel Gromberg Oldeiburg Nach Privat= Ermittelung Berlin Stettin(Stadt Königsberg Breslau Posen Mannheim Hamburg 140 712 gr» 1 573 gr» 1 450 gr.» L. Metalle. Bankag u vore. fl. 830. Aoril 82. * Amsterdam. 15. Febr. Billiton= vorr. 83¼, Apcil 81 * London, 15. Zebr Kupfer, Culi Bars, good ordin. bra nde L 74 5, Zinn Straits L. 138 10 Blei. span 6 12.6. Zink, schles. ord orando 22 15 *1asam 12. gebr.(Schlußj. R eisen. Mixed numbers warrants 69.31 Garrants Miodelsborough 69 9“2. Hämarit 77 9 5b .m.Dork. Ib. Febr. Eisen anterik. Nr. 3 North 250. Kupser 6 50 Zinn 30 37. Blei 0 00. Zink 000 fur den Inseraten= und Reclamentheil verantwortlich: J. Keller. praktischen Hausfrau zu empfehlen, denn man Essenz kaun durch ihren Gebrauch an Bohnenist jeder Linde S dringend kaffee sparen. — eutsche Juschneideschule, Deutiche Krefeld. br Jnb.: Frau Hub. Weyers. Eigenes, patentamtlich geschantes Sestem(N R 6 m. tur Parsser, Wiener, englischen und beuischen Schnitt. Gabelloses Passen ohne Anprobe garantirt Annerhalb 1-8 Gagen zu erkernen. Jahlreiche Dengnille von nach diesem Hystem ausgebilbeten Pamen stehzen zur Vertügung. Fur Mutomobilen. Für Equipagen. Nicht billig im Einkaufe ist der Coutenental Bneumatie. aber durch seine langere Haltbarkeit wird er billig im Gebrauch. Käufern von Fahrradern kann nicht genug empfohlen werden, Räder mit Continental Pneumatic zu verlangen. 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Celephen Anschluß 350 Adon. 52. Jahrgang. Druck und Verlag der J. V. Kleinischen Buchdruckerei, MI. Buscher. Nr. 90. (Sonntags=Nr. 7.) Krefeld, Samstag, den N. Februar(Benignus (Drittes Blatt.) 1900. A Die geistliche Schulaufsicht immer mehr zuruckzudcangen, bis sie schließlich gam ver schwunden ist, ist seit Jahren das systematische Be streben der preußischen Schulverwaltung. Mag der Unterrichtminister beißen, wie er will, in diesem Punkte wird die„Kontinuitat der Verwaltung“ sorgsam gewahrt. Wenn auch nicht in der Form. so dach im Wesen herrscht da immer noch der Gerst Falke. Zunächst wurde die katvolische Geistlichkeit aus der Schule verdrängt. Jns be ondere die Kreisschulinspektion wurde ihr mehr und mehr entzogen. Die geistlichen Kreisschulinspektoren im Neben amt wurden einer nach dem anderen durch weltliche Kreis schulinspektoren ersetzt. In der Lokalschulaufsicht ging man ja etwas rücksichtsvoller vor, man bericf sogar nach Falk die entfernten Geistlichen wieder, vielleicht weil man einsah, daß der Geistliche in den meisten Gemeinden doch der einzige brauchbare Jnspektor sei, vielleicht auch weil man die Verweltlichung ungestörter durchfuhren zu lonnen glaubte, wenn man von oben anfange und unten zunachst Schonung walten lasse. So lange ausschließlich katholischen Geistlichen die Kreisschulinspektion abgenommen wurde, gab man auf protestantischer Seite den Klagen der Katholiken kein Gebor. Es traf ja die andern, wahrend man selbst un bebelligt blieb, Vielleicht freute man sich sogar insge heim. Alle Wirnungen des Zentruns. daß auch die protestantischen Geistlichen an die Reibe kommen wurden. blieben unbeachtet. Erst als die Regierung vor ein paar Jahren anfing, in den polnischen Landeotheilen den protestantischen Geistlichen die Kreisschulinspektion zu entziehen, wurde Larm geschlagen. Dabei schien leider der Verlust an Einkommen und die unfreundliche Behand lung der Abgedankten seitens der Regierung eine ebenso große Rolle zu spielen wie die grundsatzliche Seite der Frage. Die Regierung ließ sich aber nicht storen. Sie vertheidigte ihr Vorgehen mit den besonderen Verhältnissen in den polnischen Gegenden, die die ganze Arbeitskraft des Mannes fur das Amt eines Kreisschulinspektors forderten. Nicht ohne Grund befurchtete man auf protestantischer Seite, daß mit den polnischen Landestheiten nur der Ansang gemacht werde und die übrigen allmählig nachfolgen würden. Noch sind ja die Protestanten gegenuber den Kathol ken weitaus bevorzugt. Die Lokalschulinspektion ist so gut wie überall den Geistlichen übertragen; 921 evange lische Kreisschulinspektionen werden auch heute noch im Nebenamte verwaltet; protestantische Schulen stehen fast ausschließlich unter protestantischer Aufsicht und wo sie in einem Bezirk mit katholischen gemischt sind, werden sie vor sichtig herausgeklaubt und einem protestantischen Kreisschul inspektor unterstellt, wahrend man katholischen Schulen gegenuber durchaus nicht so rucksichtsvoll ist. Bei alledem aber sieht man auf konservativ=protestantischer Seite der weiteren Entwickelung mit Mißtrauen entgegen Dazu hat man schon um deswillen allen Grund, weil trotz alles Wechsels im Kulturministerium der Leiter des Schulwesens immer dieselbe Personlichkeit Falk'scher Ob servanz bleibt. Am Donnerstag Abend kam es in der Bud getkommission des Abgeordnetenhauses zu einer lebhaften und grundsatzlichen Erörterung der Schulaufsichts frage, die mit einer Niederlage der Unterrichtsverwaltung endete. In dem Etat sind sechs neue Kreisschulinspektor stellen beantragt, fur Eschweiler, Pr. Holland, Huttbof (Reg. Danzig), Itzehoe, Schoneberg b. Berlin und Recklinghausen. Trotz aller Anstrengungen des Vertreters des Kultusministeriums, dem der Vertreter des Finanz ministeriums beistand, drang die geplante Nuerung bei der Mehrheit der Kommission nicht durch. Die Zentrumsmitglieder, die sich am entschiedensten dagegen auflehnten und sich auch durch die An jabe, daß noch 96 katholische Kreisschulinspektionen um lebenamte bestanden, nicht beschwichtigen ließen, fanden Unterstützung auf konservativer Seite, und so wurde nur die Forderung für Schoneberg bewilligt, bezuglich der fünf anderen Stellen dagegen beschlossen, daß sie im Nebenamte verwaltet werden sollen. Im Plenum durfte die Angelegenheit ebenso wie in der Kommission zu lebhaften Debatten führen. Hoffentlich bleiben die Konservativen fest und geben dem neuen Kultusminister damit gleich von vornherein unzweideutig zu verstehen, daß sie eine Umkehr auf dem zur volligen Verweltlichung der Schulaufsicht führenden Wege fordern (PC. Deutscher Reichstag. (Unberechtigter Nachdruck, auch theilweiser, untersagt.) 150. Sitzung vom 10. Februar. Eröffnung 1¼ Uhr. Am Bundesrathstisch: von Thielen. Die zweite Berathung des Reichshaushaltsetat wird fortgesetzt beim Extraordinarium des Etats der Reichseisenbahnen. Zu Titel 2(Aus dem Güterverkehr 61,498,000 M.) schlägt die Budgetkommission folgende Resolutionen vor: 1. die ver bündeten Regierungen um Aufhebung der auf den Eisenbahnen von Elsaß=Lothringen bestehenden, die Ausfuhr von Kohlenins Ausland begünstigenden Tarifermäßigungen zu ersuchen, 2. die verbundeten Regierungen um eine Nachweisung über die thatsächliche Dienstzeit des Fahr= und Stationspersonals zu ersuch n. Die Abgg. Hauß(E.s.) und Riff(Hosp. d. fr. Vgg.), beantragen, in der Resolution ad 1 die Worte„auf den Eisenbahnen von Elsaß=Lothringen" zu streichen Abg. Müller=Fulda(Zentr.): Bei den Verhandlungen der Reichshaushaltskommission über Titel 2 der Einnahmen habe ich die Anfrage gestellt, ob auf den Elsaß=Lothringer Bahnen Ausnahmetarise für den Kohlentransport nach dem Auslande, Italien, Schweiz und Frankreich bestehen. Hierbei habe ich darauf hingewiesen, daß solche Ausnahmetarise gerade in der Zeit der jetzigen Kohlennoth als außerordentlich schädlich vom volkswirthschaftlichen Standpunkte aus betrachtet werden mussen. Der Mangel an Kohlen, unter welchem jetzt Industrie und Landwirthschaft, sowie alle Konsumenten gleichmäßig leiden, wird durch solche Maßnahmen, die vielleicht in früheren Zeiten berechtigt waren, es heute aber gewiß nicht mehr sind, noch künstlich gesteigert. Es wird auf Kosten der Reiche finanzen eine Prämiirung der ausländischen Industrie herbeige führt, der inländischen dagegen der Wettbewerb außerordentlich erschwert. Die deutsche Steinkohlenproduktion hat im Jahre 1898 96 Millionen Tonnen betragen, 6 Millionen Tonnen sind dazu noch eingeführt worden, aber 16 Millionen wurden ausgeführt, also 10 Millionen Tonnen mehr, als die Einfuhr beträgt. Dadurch entsteht ohnehin im Inlande die äußerste Knappheit und Vertheuerung. Man sollte diese nicht noch durch künstliche Maßnahmen fördern. Der Herr Minister dat in der Kommission das Bestehen solcher Tarise besadt, betreffs Beseitigung eine befinitive serklärung nicht ge= geden, ich hoffe, daß er deute in der Lage sein wird, dies in zustimmender Weise zu thun, und glaube, daß er damit den Wunschen der weitans größten Mehrheit des Reichstags ent= sprechen und einen Zustand beseitigen würde, dessen sernere Aufrechterhaltung unvereinbar mit den Jnteressen des gesammten Reicho sein würde. Wir sind vom Herrn Eisendahnminister gewohnt, daß er stets eine weitsichtige Tarispolitik befolgt, die auf die wirtoschaftliche Wohlfahrt des ganzen deutschen Vater= landes gerichtet ist, und deshurd können wir auch hier erwirten. daß er nur diese Anregung erwartet, um eine Maßregel zu treffen, welche deute im wirthschaftlichen Jnteresse des ganzen Reichs eine unbedingte Nothwendigkeit geworden ist.(Beifall.) Preußischer Eisenbahnmininter v. Thielen: Ich erkenne an. daß die gegenwartigen Verhaltnisse auf dem Kohlenmarkt die in der Resultion gegedene Anregung rechtfertigen und ihre Ausführung vielleicht auch gedoten erscheinen lassen. Jch habe daher auch bereito diejenigen Schritte in die Wege geleitet, welche nothwendig sind, um zu einer Beschlußfassung in dieser weittragenden und ernsten Frage zu gelangen. Aus den that sachlichen Verhaltnissen erhellt nun ohne weiteres, daß die Reicheisenbahnen in dieser Frage nicht allein vorgehen können, daß die Frage vielmehr gelost werden muß Einvernehmen— ich mochte sagen mit sämmtlichen deutschen Bahnen und vielleicht auch noch den Nachbarbahnen. Die Ausnahmetarise sind zum Theil sehr alten Datums Sie sind seinerzeit eingeführt worden, um der Ueberproduktion der deutschen Kohle im Auslande den Markt zu eröffnen. Die Frage ist daher nicht so einfach zu lösen. Man darf nicht etwa sagen, von dem und dem Termine ab werden die Ausnahmetarise einsach aufgehoben, sondern es muß in jedem Einzelfall eine sorgfaltige Untersuchung der wirthschaftlichen Folgen einer solchen Mauregel vorgenommen werden. Ich darf 1. B. darauf heuweisen, daß die Kohlenproduktion von Ober schlesien zu zwei Theilen nach dem Iulande, zu einem Theile aber nach dem nuslande geht und das es sich dabei um sehr alte wirtyschaftliche Verhaltnisse handelt, die sich aus einer beiderseitigen wirthschaftlichen Nothwendigkeit herausgebildet haben. Für gewisse Bezirke, auch Deutschland, würde eine Auf hebung der Ausnahmetarise eine Vertheuerung der Kohlen zur Folge haben. Die Aufhebung der Ausnahmetarise nach Königsberg z. B. würde sofort eine Kohlenvertheuerung in Tilsit zur Folge haben Ein Theil der Tarifermaßigungen hat seine innere Berechtigung auch darin, daß die Selbst losten der Eisenbahnen unter gewissen Verhaltnissen sich wesentlich verringern. Wir senden z. B. wöchentlich mehrere Sonderkohlenzüge nach Holland. Diese Sonderzüge werden von den Zechen selbst zusammengestellt, wir haben also weder mit dem Rangiren noch mit dem Expediren irgendwelche Schwierigkeiten und Kosten. Alle diese Umstände sind bei Losung der Frage jedenfalls zu berücksichtigen. Ich hofse, we gesagt, daß die Entscheidung in kurzer Frist gefallt werden kann; sie kann aber nur gefallt werden in einer gemeinsamen Aktion sämmtlicher deutschen Bahnen Abg. Münch=Ferber(ntl) spricht sich unter Hinweis auf die Kohlennoth in Oberfranken, wo schon Fabriken und Schulen hatten geschlossen werden müssen, für die Resolution aus und regt an, für die Zeit der Kohlennoth Ausnahmctarise nach den nothleidenden Bezirten einzuführen. Abg. Dasdach(Zentr.): Nach der Erklärung des Herrn Ministers konnen wir uns wohl darauf beschränken, den Wunsch auszusprechen, daß die Verhandlungen möglichst rasch zu Ende gesuhrt werden. Die Noth it so groß, daß man in manchen Kreisen sogar den Gedanken erwogen hat, beim Buindesrath den Erlaß eines Ausfuhrverbots zu b antragen. Ich möchte jedenfalls den Herrn Minister bitten, sich bei diesen Verhandlungen nicht beeinflussen zu lassen von den Anschauungen des preußischen Herrn Handelsministers, der im Abgeordnetenhause zwar zugeben mußte, daß die Kohlenpreise seit 1894 andauernd gestiegen seien, der aber meinte, diese Preisentwickelung sei eine ruhige, normale gewesen, und der hinzufügte, die Kohlen syndikate hätten auf die Preisentwickelung beruhigend gewirkt. Der preußische Herr Handelsminister meinte dann weiter, wenn wir einen Rückgung der Preise auch des setzigen Preises beklagen haben würden, so würde ein solcher Rückgang nur in allerschwerster Weise von der Industrie und von den Kon sumenten zu überwinden sein. Ich glaube, dieser Standpunkt wird von keinem der Betheiligten, außer den Besitzern der Kohlenbergwerke und dem Vertreter der fiskalischen Kohlen bergwerke, getheilt. Die Konsumenten stehen jedenfalls auf dem Standpunkte, daß die Indunrie in ihrer Konkurren fahigkeit empfindlich geschadigt wird, wenn die hentigen Kohlenpreise auch nur eine kurze Zeit bestehen bleiben sollen.(Beifall.) Abg. Graf Stolberg(kons.): Die Ausnahmetarise mögen früher einmal eine Nothwendigkeit gewesen sein— aber eine traurige Notywendigkeit, denn es ist in jedem Falle irrationell, die Ausfuhr von Rohprodukten nach dem Auslande zu begünstigen; ich bedauere daher, daß die Eisenbahnverwaltung nicht schon früher in Erwägungen über eine Aufhebung dieser Ausnahmetarise eingetreten ist; das hatte späteitens geschehen müssen, als vor einigen Jahren der Aufschwung der Industrie begann. Die Zustände, die sich unter der heutigen Kohlen noth vielfach entwickelt haben, sind geradezu haarsträubend ich kann also nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß die angekündigten Verhandlungen möglichst rasch zum Abschluß gebracht werden. Abg. Bebel(Soz.) meint, die Begünstigung des Auslandes auf dem Gebiete des Kohlenmarktes sei nichts Neues; die Ausnahmetarife nach dem Auslande paßten ganz gut in unser wirthschaftspolitisches System hinein, das es auch mit sich gebracht habe, daß wir den Zucker nach England billiger lieferten, als er in Deutschland selbst zu haben sei. In selch eigenartiger Weise außere sich eben zuweilen der Patriotismus unserer Großindustriellen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Abg. Dr. Stockmann(Np.) spricht gleichfalls sein Bedauern aus, daß die Eisenbahnverwaltung nicht früher eingegriffen habe. Abg. Schrader(frf. Vag.) ist mit der Resolution einverstanden, bittet aber, die Wirkungen der Aufhebung der Ausnahmetarife auf das Inland sorgfaltig zu berücksichtigen. Aba. Bachem(Zentr.): Ich glaube aus dem bisherigen Verlauf der Diekussion den Schluß ziehen zu dürfen, daß die Resolution auch hier mit überwiegender Masorität angenommen werden wird, und daß wir nunmehr dald in dieser Frage zu einem Schluß kommen werden. Ich zweifle auch nicht, daß der Herr Eisenbahnminister Alles thun wird, was an ihm liegt, um die Sache möglichst rasch zu fördern. Ich glaube aber, man darf sich in dieser Frage nicht auf den Stanpunkt der absoluten burcaukratischen Exaktheit stellen und nun etwa abwarten, bis mit sämmtlichen betheiligten Bahnen ein Abkommen getroffen worden ist. Das würde eine Arbeit von Jahren sein und wir würden auf dem Wege nicht weiterkommen, jedenfalls würden wir dadurch die Kohlenkalamität nicht los werden, unter der wir zur Zeit leiden.(Sehr richtig!) Ich glaube darum, es wird sich empfehlen, zunächst dasjenige zu erledigen, was zur Zeit schon spruchreif ist, und dasjenige, was zur Zeit noch weniger spruchreif ist, erst später in Angriff zu nehmen. Spruchreif ist meiner Ansicht nach zunächst, daß diejenigen Ausfuhrtarife, welche ausschließlich der Ausfuhr der Kohle zu gute kommen, aufgehoben werden müssen, und das gilt hauptsächlich von den Ausnahmetarisen für Elsaß=Lothringen, die der Ausfuhr nach Frankreich, nach der Schweiz, nach Italien zu gute kommen. Genau dasselbe würde auch von den Ausnahmetarifen gelten, durch welche die Ruhrkohlen billiger nach Belgien gefahren werden. Weniger spruchreif— das gebe ich zu— ist die Frage, in welcher Weise nun diejenigen Ausfuhrtarise zu behandeln sein würden, die in erster Linie dem Inland und erst in zweiter Linie dem Ausland zu gute kommen, also die Ausnahmetarise vom Ruhrrevier nach dem Osten und die von Oderschlesien nach Stettin, Königsberg u. l. w. Jch din aber sest überzeugt, auch hier wird sich ein Weg finden, auf dem man das Bedürfnißz des Inlands an Koble mit Ausnahmetarifen befriedigen und gleich wohl dafür Vorsorge treffen kunn, daß die zum Export de stimmten Kohlen denselben Tarif zahlen müssen, wie alle anderen Exportgüter. Die heutigen Ausnahmetarise nach dem Auslande haben im Wesentlichen den Effekt, daß die Kohlen noth im Lande erheblich gesteigert wird. Je höher aber die Kohlennoth ist, um so großer ist auch die einseitige Herr schaft des Kohlensyndikats, die wir heute haben(Sehr richtig! und lebhafte Zustimmung), und da meine ich, wir haben alles Interesse daran, dafür zu sorgen, daß uns das Kohlensyndikaat nicht über den Kopf wächst(Seyrichtig! und ledhafte Zustimmung), und vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß nicht die Kohlennoth im Innern dadurch wachst, daß das Kohlensyndikat die Ausfuhrtarise benuyzt um die Kohlennoth im Innern noch zu vergrößern.(Sehr richtig!) So liegt augenblicklich unzweiselhaft die Sitnation in der Frage der Ausnahmetarise. Ich meine ferner, für die Reichskasse ist die Sache doch absolut spruchreif. Denn wenn heute die Ausfuhrtarise aufgehoben werden, so wird ganz weifellos kein Waggon weniger gefahren werden, der Bedarf muß aber gedeckt werden, und nachdem der preußische Handels minister im Abgeordnetenhaus die Interessen seines Ressorts so energisch gewahrt hat, möge nun der Herr Eisenbahnminister von seinem Standpunkt aus dieselbe Ressortbegeisterung zeigen und sagen: Nein, ich habe ein höheres Interesse an den Eisenbahneinnahmen, als der Herr Handelsminister an den Kohlen. preisen(Sehr gut!), und jedenfalls würde der Herr Eisenbahn. minister bei einer solchen Stellungnahme die übergroße Mehrheit des Volkes, jedenfalls die gesammte Industrie, die gesammte vroduktive Thatigkeit auf seiner Seite haben.(Sehr richtig! und lebhafte Zustimmung.) Die gesammte Industrie ist jedenfalls nicht damit einverstanden, wenn der Herr Handelsminister mit hilft, die Kohlenpreise hoch zu halten, und gar behauptet, die Nohlenpreise hatten nur eine ruhige aufsteigende Tendenz ge zeigt. Nein, sie sind in letzter Zeit sprungweise in ganz erheblicher und in nahezu unerträglicher Progression hochgegangen. (Sehr richtig! und lebhafte Zustimmung.) Das Kohlensyndikat hat in ganz rücksichtsloser Weise die Kahlennoth benutzt(Sehr richtig!), um die Kohlenpreise sprungweise in die Hohe zu treiben, und es konnte das, weil es durch die Ausfuhrtarise in der Lage war, immer mehr einen erheblichen Theil der in landischen Kohlenproduktion ins Ausland zu werfen und dadurch die Nohlennoth und die Kohlenpreise im Innern zu erhöhen. Es handelt sich in dieser Frage lediglich um einen Widerstreit zwischen den Kohleninteressenten auf der einen und zwischen der gesammten Produktion und Fabrikthätigkeit, vor allen Dingen mit der gesammten Privatwirthschaft Deutschlands auf der anderen Seite. Denn das muß gesagt werden, auch die Privatwirthschaft ist durch die ungeheure Hohe des Preises der Hausbrandkohle schon in erheblicher Weise benachtheiligt worden. Jeder Arbeiter fühlt heute am eigenen Leibe, wie schwer es ist, die heutigen Kohlenpreise zu bezahlen. Ich hoffe also, der Herr Eisenbahnminister wird alles thun, um die Sache so rasch als möglich zu Ende zu führen, sonst wird schließlich überhaupt nichts erreicht. Ich glaube aber, wir können bei dem praktischen Blick und bei der Energie des Eisenbahnministers die Ueber zeugung haben, daß, nachdem er gesehen hat, daß er den Rei ystag mit vielleicht ganz wenigen Ausnahmen hinter sich hat, er die Sache möglichst bald zu einem guten Ende führen wird.(Lebhafter Beifall.) Eisenbahnminister v. Thielen: Ich möchte dem Herrn Vorredner erwidern, daß auch die Frage der elsaß lothringischen Ausnah netarise noch keineswegs zu den spruchreisen gehört: denn wenn diese Tarise mit der sechswöchigen Frist aufgehoben würden, so würde die Folge nur sein, daß die Kohlen über die badischen Linien nach Frankreich, Italien und der Schweiz be fordert werden würden. Ich bin aber gern bereit, die Aus nahmetarife nicht miteinander zu verquicken, sondern möglichst jeden Tarif einzeln für sich zu behandeln. Im Uebrigen glaube ich, die Kohlennoth ist gar nicht so schlimm, wie es vielsach hingestellt wird, in den Bezirken, die direkt unter dem Streit zu leiden haben, mag es ja augenblicklich schlimmer sein; aber auch hier wird es bald besser werden, wenn der Unverstand erkannt wird, der dazu geführt hat, solche Streiks zu inszeniren. (Gelächter und Widerspruch bei den Soz.) Abg. Stolle(Soz.) bemerkt, die Bergarbeiter seien nur deshalb in den Streik eingetreten, weil sie mit berechtigten Forderungen von den Bergwerksbesitzern in protziger Weise zurückgewiesen worden seien.(Beifall bei den Soz.) Avg. Riff(Hosp. d. frs. Vag.) begründet das von ihm zur Resolution der Budgetkommission eingebrachte Amendement. Wenn nur einseitig die elsaß=lothringischen Ausnahmetarise aufgehoben würden, so würden die Kohlen einfach über die badischen Linien nach dem Ausland geschafft werden, und das, was man mit der Resolution beabsichtige, werde nicht erreicht. Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest der Einnahmen. Die Abstimmung über die Resolutionen wird in dritter Lesung stattfinden. Damit ist der Eisenbahnetat erledigt. Es folgt die Berathung des Antrags Münch=Ferber(ntl.), die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die Errichtung von deutschen Handelskammern im Auslande herbeigeführt werde. Abg. Münch=Ferber(ntl.): Die mehr als 10,000 Mill Mark, die Deutschland an Auslandsinteressen sein eigen nennt, brauchen außer dem Schutz einer starken Flotte auch den Schutz guter staatlicher Einrichtungen, und zu diesen Einrichtungen rechne ich in erster Linie die Handelskammern, welche den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Volkern regeln sollen. Wahrend Oesterreich und England schon mit gutem Erfolge Handelskammern im Auslande eingerichtet haben, besitzt Deutschland im Auslande noch nicht eine einzige, obwohl die Handelskammer in Mannheim, unterstützt von 35 deutschen Handelskammern, schon vor Jahren die Begründung deutscher Handelskammern angeregt hatte. Die Regierung verhielt sich dieser Anregung gegenüber ablehnend mit der Begründung, daß die Konsulate für die Vertretung der deutschen Handels interessen im Auslande vollkommen ausreichten. Daß das nicht zutrifft, beweist zunächst die Thatsache, daß man sich genöthigt gesehen hat, an einzelnen Gesandtschaften sogenannte Handels=Attachés zu schaffen. Dazu kommt aber weiter, daß die Konsuln ihrer ganzen Stellung nach gar nicht in der Lage sind, ein richtiges Spiegelbild der Handelslage in ihrem Bezirk zu geben. In der Regel sind sie dazu viel zu wenig kaufmännisch geschult, und sie verlassen sich meist auf die Auskunft eines einzelnen befreundeten Kaufmanns. Denn im Allgemeinen haben die Kaufleute im Auslande wenig Reigung, sich freiwillig mit den Gesandten oder Konsuln in Verbindung zu setzen. Die Herren Gesandten sind vielfach nur zu sehr geneigt, in bureaukratischer Anmaßung den gewöhnlichen Kaufmann als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. Mir ist derichtet worden, daß ein Gesandter von den Kauflenten verlangte, daß sie im Frack dei ihm vorsprüchen(Heiterkeit) und daß er sie schließlich auch noch stundenlang anti chambriren ließ. weil, er, gerade, beim amerika= nischen Gesandten beim Lunch war.(Veiterkeit.) Wie wohlthatig Handelskammern im Ausland wirken können. das beweist die Thätigkeit der deutschen Handelskammer in Brüssel, die aus freiwilligen Beiträgen unterhilten wird. Hätten wir in New-Pork eine Handelskammer gehabt— wir wären vor den unendlichen Klagen und Beschwerden über die Handhabung des Jolltarifs seitens der amerikanischen Jollbehörden verschont geblieben. Durch Gründung deutscher Handelskammern ii Auslande würde auch das Ausehen der betreffenden deutschen Kolonien wesentlich erhöht werden. Jch bitte Sie, meinen Antrag wohlwollend zu průsen.(Beifall.) Abg. Blell(frs. Bp.) spricht sich für den Antrag aus. Abg. Cabensly(Jentr.): Meine politischen Frnunde stehen der Frage der Errichtung deutscher Handelskammern im Auslande durchaus sympathische jegenüber. Es kommen bel dieser Angelegenheit folgende Punkte zur Erwägung: Wird die Errichtung von beutschen Handelskammern im Aus ande nicht die Errichtung von ausländischen Handelskammern in Deutschland nach sich ziehen? Welche Erfahrungen sind mit von andern Ländern im Ausland gegründeten Handel kammern gemacht worden? Welche Kosten werden durch Errichtung derartiger Handelskammern entitehen? Mer ist aus eigener Anschauung bekannt, dan die an ausländischen Handelsplatzen etablirten deutschen Naufleute wesentlich zum Emporblüben dieser Hand lostädte beigetragen haben; ich zweifte nicht, daß dieselben deutschen Kaufleute als Mitglieder einer zukünftigen deutschen Handelskammer in vollem Manc auch die IInteressen ihres deutschen Heimathlandes fördern werden. Ich beantrage die Verweisung des Antrages an die Budgetkommission.(Beifall.) Abg. Frese(frs. Bag.) ist mit dem Antrag einverstanden, hält es aber für zweckmanig, von einer stantlichen Subvention ganz abzusehen, dafür aber den Hindelskammern auch volle Unabhängigkeit— vor allem Unabhangigkeit von sedem Bestätigunsrecht der Regierung— zu geben. Die Handelskammersekretäre würden spater besonders geeignet für den Posten der Berufskonsuln sein Abg. Paasche(ntl.) hält das absprechende Urtheil seines Fraktionskollegen Münch Ferber über die Gesandten und Nonsuln doch nicht für ganz zutreffend; man dürse nicht vergessen, daß die Konsuln vielfach mit bureankratischen Arbeiten geradezu überlastet seien. Gerade deshalb aber sei als Ergänzung der Konsulate die Gründung von Handelskammern nothwendig. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag wird an die Kommission verwiesen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nachste Sitzung: Mittwoch, den 21. Februar, 1 Uhr. (Antrag des Abg. Winterer(Ets.) betreffend Aushebung des Diktatur=Paragraphen, Antrag Bneb(Soz.) betreffend Neuregelung der Wahlen zum Landesausschuß von Elsaß=Lothringen.) Schluß» Uhr. (PC. Landtags=Verhandlungen. (Unberechtigter Nachdruck, auch theilweiser, untersagt.) Abgeordurtenhaus. 26. Sitzung vom 16. Februar. Eroffnung 11½ Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben. Fortsetzung der zweiten Berathung des Etats des Ministeriums des Innern beim Kapitel„Polizeiverwaltung für Berlin“. (Bezüglich des ersten Theiles verweisen wir auf den telegraphischen Bericht in der gestrigen Abendausgabe D. Red.) Beim Titel„Dispositionssonds zu unvorhergesehenen Ausgaben" bemerkt Abg. Schmidt=Warburg(Zentr.), aus diesem Dispositionssonds in Wohe von 21,200 M. würden alle möglichen Aus jaben das ganze Jahr hindurch für die verschiedensten Anstalten bestritten. Was dann am Ende des Jahres übrig bleibe, werde solchen Vereinen überwiesen, die sich mit der Erziehung verwahrloster Kinder und der Fürsorge für entlassene Strafgefangene beschäftigen. Im letzten Jahre habe der aufgewendete Betrag nur 1170 M. betragen, auf jeden Fall sei es ganz unbestimmt, was für diesen Zweck verwendet werden könne. Da mochte er doch den Wunsch aussprechen, daß der Minister sich die Position näher ansehe und bei dem Finanzminister den Antrag stelle, daß hier ein besonderer Posten ausgeworfen werde. Das kleine Baden gebe für diesen Zwea 1200 M.; da würde es doch nicht zu viel sein, wenn im preußischen Etat eine Summe von— wenn nicht 100,000 M. so doch 30,000 M eingeseyzt werde. Der Minister habe im Herrenhause ausgeführt, dan von den Bestraften 26 Prozent das achtzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht hatten, daß aber von den sogenannten Unverbesserlichen 34 Prozent bereits vor dem achtzehnten Lebensfahr bestraft gewesen waren. Er habe bei dieser Gelegenheit auch gesagt, daß zur Vermeidung dieser Rückfälle finanzielle Mittel aufgewendet werden müßten, ohne diese gehe es thatsachlich nicht. Die Behandlung der jugendlichen Strafgefangenen während der Strafe lasse ja auch vieles zu wünschen übrig. Die Isolirhaft müsse strenger angewendet und der Religionsunterricht und der Unterricht überhaupt mehr in den Vordergrund geschoben werden. Daß in dieser Hinsicht noch vieles im Argen liegt, darüber werden wir demnachst bei der Besprechung einer Petition über die Gefängnitzverhältnisse in Charlottenburg einen Einblick thun können. Nach der Strafentlassung hört die Fürsorge des Staates für die Betroffenen so gut wie ganz auf, die Unterstützung der Vereine zur Fürsorge der entlassenen Strafgefangenen und der Ve eine mit allgemein humanitären Grundsätzen, die sich dieser Leute annehmen, sei nur gering. Der Minister sollte hier endlich eingreifen und die e Vereine ausgiebiger unterstützen. Er sollte dabei auch an die katholischen Orden denken, die sich derselben Aufgabe widmeten. Auch diese seien darauf angewiesen, von der Arbeit zu leben, die sie selbst errichteten. Eine Reihe dieser Anstalten sei leider der Kulturkampfgesetzgebung zum Opfer gefallen und noch nicht wieder vernichtet. Der Minister möge auch darauf hinzuwirken suchen, daß die Schranken, die der Thätigkeit der katholischen Ordensschwestern auf diesem Gebicte gesetzt seien, beseitigt würden. Er werde dabei sicher in diesem Hause keinen Widerstand finden. Auf jeden Fall müsse der Staat mehr wie bisher für die finanzielle Kraftigung der Fürsorgevereine thun. Es heißt hier Geld! Geld! und abermals Geld! Das Geld, das hier zur Unterstützung hilfloser und unvermögender Leute aufgewandt wird, wird sich sicher gut verzinsen, on der Staat dann weniger für Gefängnißbauten auszugeben haben werde.(Beifall.) Minister Frhr. v. Rheinbaben giot zu, daß alles geschehen müsse, um Rückfälle zu verhüten. Zweisellos werde gegenwärtig durch die Strafabbüßung noch nicht das erreicht, was der Zweck der Strase sei. Bei der Entlassung der Strafgefangenen werde in Verfolg einer allgemeinen Verordnung für alle Strafgefangenen so vorgegangen, daß bei jugendlichen Gefangenen den Geistlichen und Vereinen zur Fürsorge für Strafentlassene von der bevorstehenden Entlassung Mittheilung gemacht werde und daß an erwachsene Gefangene die Anfrage gerichtet werde, ob sie sich der Unterstützung des Vereins bedienen wollen. Was unn die Wirk samten der Fürsorge dieser Vereine angeor, so siehe diese ber der cristlichen Cbaritas. Wenn es nicht gelinge, die sirosentlassenen Leute materiell für die erste Zeit zu unterstützen. werde ein Erfolg selten zu erzielen sein. Mit dem Arbeits= nachweis allein sei es nicht gethan. Aus diesem und aus sozialen und ethischen Grfinden sei es wichtig, die erwähnten Vereine sinanziell leistungsfähig zu machen. Jeder Groschen, den wir für diese Zwecke aufwenden, erspart uns wenigstens eine Mark für spätere Strafanstalt sausgaben.(Sehr richtig!) Er könne dem Herrn Abgeordneten nur seinen Dank sagen für das Jnteresse, welches er dieser Frage zugewendet habe, und er hoffe, daß daß Botum dieses Hauses Anklang bei dem Finanzminister finden und im nächsten Jahre eine entsprechende Vorlage an das Haus gelangen werde (Schluß folgt.) 5. Deutschland. „Berlin, 16. Febr. Der„Reichsanz." veroffentlicht das Gesetz, betreffend die Freundschaftsverträge mit Tonga und Samoa und den Freundschafts. Handels= und Schifffahrtsvertrag mit Zanzibar.— Zum Gouverneur von Samoa ist der„Nordo. Allg. Zig." zufolge der Präsident des Munizipalrathes von Apia, Solf. in Aussicht genommen.— Die deutschen Ratifikationsurkunden zu den Samoa=Abkommen mit der amerikanischen unv eng lischen Regierung sind heute im Auswärtigen Amte den hiesigen Vertretern dieser Regierungen ausgehändigt worden. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag unter dem Vorsitze des Fürsten zu Hohenlobe im Reiche tagsgebaude zu einer Sitzung zusammen.— Der„Gaulois“ vom 12. d. M. berichtet über eine Unterredung des Reiche kanzlers Fürsten Hobenlobe mit einem ungenannten angeblich mit ihm befreundeten Franzosen, der durch Berlin gereist sei. Dazu schreibt die„Nordd. Allg. Zig.“ „Nun bat Furst Hohenlohe in den letzten Wochen keinen Freund aus Paris empfangen und noch weniger gegen ingend Jemand die Aeußerung gethan, die ihm der„Gaulois" in den Mund legt, welcher bebauptet, Fürst Hobenlohe hatte bei dieser Unterredung ausgerufen: Ja. wenn Frankreich ge wollt bätte,„ah si la France avait volu“. Es ist notbig, dem gegenüber auf das Bestimmteste zu erklären, daß der Artikel des„Gaulois" auf Erfindung berubt."— Am Montag, den 19., findet im Reichs=Postamt eine Konfereng statt über Fragen, die mit der Personal reform in Zusammenhang steben; an den Beratbungen werden auch mehrere Ober Postdirektoren theilnehmen. Finanzminister Dr. v. Miquel hat den Wunsch aus gesprochen, daß die erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Besteuerung der Waarenhäuser im Abgeordneten hause bis auf das Ende der nächsten Woche verschoben werde, weil er persönlich daran theilnebmen wolle. * Mha. Dr. Lieber hatte eine gute Nacht. Er schlief viel und fühlte sich heute Morgen erheblich besser. Auch den Tag über hielt die Besserung an. Der Kranke blieb fieberfrei und nahm mit gutem Appetit Nahrung zu sich. Die Hoffnung auf Wiederberstellung war darum heute großer. Die Kohlennottf führte beute im Reichstage doch nicht zu den großen Debatten, die von sozialdemo kratischer Seite in Aussicht gestellt waren. Vielleicht fanden die Sozialdemokraten es nicht im Interesse ihrer Partei, auf den Streik, der von anderer Seite ein paar Mal gestreift wurde und den Minister v. Thielen auf Un verstand zurückführte, in diesem Augenblick ausführlich ein zugehen. Die Resolution, die die Aufhebung der Kohlentaris=Ermäßigungen auf den Reichscisenbahnen fordert, wurde obne Widerspruch angenommen. Minister v. Thielen äußerte sich entgegenkommend, betonte aber, daß ein einseitiges Vorgehen der Reichseisen= babnen keinen praktischen Werth habe und daher ein gemeinsames Vorgehen aller Eisenbahnen angestrebt werde. Zutreffend bob er auch hervor, daß jetzt die Aufhebung der die Ausfuhr begunstigenden Tarife jegen die Kohlennoth nicht viel mehr ausrichten konne. Nach seiner Ansicht ist die Noth auch nicht so groß, wie es dargestellt wird und wird bald vorubergehen. Das Ver halten der Syndikate wurde von verschiedenen Seiten scharf verurtbeilt. Darum werden diese sich aber wohl wenig kümmern. Wenn man ihrer Preistreiberei nicht mit Thaten begegnet, werden sie in der bisherigen Weise fort fahren. Auffallender Weise war von den gewohnlichen Vertheidigern der großkapitalistischen Geschaftspraris beute niemand zur Stelle. Allerdings kann das Zufall sein, da das Haus überbaupt äußerst schwach besucht war. Der preußische Handelsminister, der mit den Syndikaten sympathi sirt, weil von den boben Koblenpreisen auch die fiskalischen Gruben profitiren, kann sich von der Debatte auch einiges anziehen. * Die Berliner Getreidebörfe ist wieder eröffnet worden. Der Polizeiprasident veroffentlicht einen Erlaß des Landwirthschafts und des Handelsministers betreffend die Errichtung eines Getreidemarktes für Waaren in Berlin, worin das Nähere über die Zusammensetzung der Markt kommission, die Preisnotirungen u. s. w. gemaß dem Antrage des Vereins der Getreide= und Produktenhändler festgesetzt wird Frankreich. * Paris, 16. Febr. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages des Prasidenten Faure fand in der dichtgefüllten, mit Trauerabzeichen und Fahnen geschmückten Madeleinekirche eine Gedächtnißseier statt. Anwesend waren der Präsident der Republik, die Botschafter, die Präsidenten des Senats und der Deputirtenkammer, die Mehrzahl der Minister, zahlreiche Senatoren, Deputirte und Generäle. Präsident Loubet legte einen Kranz am Grabe Faures auf dem Pöre Lachaise nieder. Der Krieg zwischen England und Transvaal. Die Freude ist in England groß über den Erfolg des Generals French, aber man scheint doch die Tragweite dieses Erfolges sehr zu überschätzen. Es ist ja nicht aus schlossen, daß das schwerbedrohte Kimberley jetzt gerettet und daß Lord Roberts mit seiner großen Uebermacht im tande sein wird, seinen geplanten Vormarsch auf der Straße nach Bloemfontein siegreich fortzusetzen. Sicher aber ist das nicht. Es handelt sich bei der Truppe der Generals French augenscheinlich um eine fliegende Kolonne, bei der alle Stärkeangaben fehlen, und die möglicherweise gar nicht im Stande ist, eine Aufhebung der Belagerung von Kimberley herbeizuführen. Bemerkenswerth ist serner, daß der britische Oberbefehlshaber durch aus nichts von irgend welchen Kämpfen erwahnt, was er, wenn solche stattgefunden batten, sicher nicht unterlassen haben würde. Es scheint daraus hervorzugehen, daß die Buren den General French widerstandslos nach Kimberley hineingelassen haben, und daß sie auch ihre Stellungen bei Jakobsdaal freiwillig geräumt haben. Welche Grunde dabei für sie maßgebend gewesen sind, läßt sich nur muthmaßen: wahrscheinlich wollen sie einem entscheidenden Kampfe ausweichen, bis sie ausreichende Verstärkungen herangezogen haben. Solche werden namentlich im Norden der Kapkolonie verfügbar sein, von wo ja auch Lord Roberts einen großen Theil der ihm unterstellten Truppen nach dem westlichen Kriegsschau playze fortgenommen hal. Ob Roberis jetzt zunachst ver suchen wird, mit der britischen Hauptmacht dem GGeneral freuch nach Kimberley nachzufolgen, oder ob er weiter gegen oemfontein vorzudringen suchen wird, muß abgewartet werden. Jedenfalls ist der erreichte Erfolg vorlaufig noch lein solcher entscheidender Art, und es ist recht wohl möglich. daß ihm, wie schon so oft in diesem Kriege, bald bittere Enttäuschungen folgen werden Der Erfolg der Engländer ist in erster Linie ein politischer, denn Kimberley. die reichste Stadt Sudafrilas, birgt nicht nur ungebeure Werthe an Diamanten, es galt nicht nur, der dort seit vier Monaten belagerten tapfern Besatzung von ungefahr 2500 Mann Hülfe zu bringen, die lieber am Hungertuche nagte, als schmäblig zu kapituliren, sondern bier war auch Herr Cecil Rhode= eingeschlossen, der ungekrönte König von Afrika, ein Mann von unbezahmbarer, über alle Gewissensbedenken von Alltagemenschen hinwegsetzender Thatkraft, der den Eng landern vielleicht den Besitz von halb Südafrika aufwiegt und den Buren als Geisel so viel werth gewesen wäre, wie ein glänzender Schlachtensieg. Die Englander haben daber alle Ursache, sich dieses Erfolges zu freuen: nur dürfen sie jetzt nicht die Vorgänge im Norden der Kaplolonie leicht bebandeln. Hier bat durch den Ruckzug der Engländer aus Rensburg eine Verschiebung stattgefunden, die ihnen vermutblich noch weitere Niederlagen, und vielleicht sehr ernste, bringen wird * London. 16. Febr. Ein Kabeltelegramm berichtet: Offiziell wird nicht gemeldet, French entsetzte, sondern nur French erreichte mit Kavallerie, reitender Ar tillerie und berittener Jnfanterie am Donnerstag Abend Kimberley. Lord Roberts datirt seine Meldung aus Jakobsdaal, das von den Freistaaten geräumt zu sein scheint.— Aus privater Quelle wird gemeldet, Cronje zog seine Hauptmacht auf stärkere Stellungen nordwärte zurück, nur Theilkommandos in Magersfontein belassend.(?) * Kapstadt, 16. Febr. Die Buren sind im Begriffe Magersfontein zu verlassen, um andere Stellungen zu verstarken. Man schatzt die Zahl der Zuruckbleibenden auf 7(KM bis 10,000 Mann. * Kapstadt, 16. Febr. General French warf durch plotzliches Erscheinen, nach einem Record Parforce marsch die Belagerer überraschend, nach schwerer Be schießung Kavallerie in die Stadt Kimberley hinein, worauf General Cronje seine Kommandos auf befestigte Positionen zurückzog. Von einem wirklichen Kampfe verlautet bisber nichts. * Lourenco Marques, 16. Febr. Das Bureau Neuter meldet: Nach einer Depesche von Burenseite aug Colesberg vom 12. Februar eröffneten beute früh di, Verbündeten einen Angriff auf den rechten Flügel der Engländer. Hierbei gelang es General Lemmer, eine Berg= kuppe zu nebmen, welche den Hauptpunkt der englischen Stellung bildete Der Kampf bauerte den ganzen Tag. Die Verbündeten vorloren 9 Todte, 14 Verwundete und 5 Gefangene. Auch um die Stellungen der Generale Grobler und Delarey tobte ein heftiger Kampf. Letzterer brang in den rechten Flügel der Engländer ein, nahm eine wichtige Position und vertrieb sie aus dem Lager. Die Verluste der Engländer sind schwer. Ein britisches Maximgeschütz wurde im Kampfe erobertein anderes von den Engländern im Stich gelassen. Die Engländer richten auf die Stellung, welche wir ihnen abgenommen, ein heftiges Bombardement. General Schömann erwidert entsprechend. Der Verlust der Englander an der Stelle, wo Lemmer focht, wird auf 200 Mann geschätzt. * Arundel, 16. Febr. Die Buren besetzten Rensburg. Eine starke Abtheilung Buren ist in westlicher Richtung gesehen; dieselbe war anscheinend auf einem Plünderungszuge(?) begriffen. Bisher schafften die Buren ihren Vierzigpfunder nicht weiter vorwarts. Große Abtheilungen von Buren waren überhaupt noch nicht sichtbar Telegraphische Depeschen. W Capstadt, 17. Febr. Wie aus Ramontsa vom 12. dss. gemeldet wird, griffen die Engländer das Fort Eloff an, wurden aber von den Buren zurückgeschlagen. Die Engländer batten 6 Todte und 4 Verwundete. Die Buren hatten keine Verluste. W Lonvon, 17. Febr. Der Kommandant von Kimberley, Kekevich, meldet, daß der Feind Alexanderfontein geraumt habe, welches Rekevich besetzte. General French erlitt bisber nur einen leichten Verlust. W London, 17. Febr. Lord Roberts meldet: Nach der ersten Rekognoszirung bei Jakobsdaal wurde unsere berittene Infanterie auf dem Rückwege angegriffen. 9 Mann und 2 Offiziere sind verwundet. 10 Mann werden vermißt. W London, 17. Febr. Lord Roberts meldet aus Jakobsdaal vom 15. d. M.: Ich bin sehr befriedigt. Bei meiner Ankunft bier fand ich bewundernswürdige Hospitaleinrichtungen seitens der deutschen Ambulanz. Das Personal derselben erweist unsern Verwundeten als auch den Buren die größte Freundlichkeit. W Pretoria, 17. Febr. Bureau Reuter meldet: Aus Colesberg wird berichtet: Am Dienstag fand ein weiteres Gefecht statt. Die Engländer verloren 60 Todte und Verwundete, sowie 80 Gefangene. Die Buren hatten keine Verluste. —— die megierung bealchgl, die Rirmeisen va Aachen und Bürlscheid(in beiden Stadten zuiammen lech Gestel auf drei Tage im Johre zulammenzulegen. Die Ber semmlung hieß das Vordaben der Polizeidereitien gut. und befürwortete, die(elommtfermeh auf die Tage einer der biodet üblichen Nochener Kermenieier zu verlegen.— Koßerbalt der Tagesordnung kbeilte Oberbürgermeister Beltmor mit. daß der in Berlin verstorbene Reutuer Beuger. ein geborener Aachener. seine Raterstadt zum obleinigen Erben leines beträchlichen Vermögens, daß von dem Testamentsvollstrecker auf mindenens 859.000 Perk a schötzt wird. eingeseyzt habe. Die Revennen des Kapitals soll ein in Rochen lebender Bruber drd Berematen bis zu feinem Tode genießen. Nach dem Ableben dieses Bruders soll gemät dem Millen des Erblassers mit der Summe ein Kinder beim in Nachen zur Aufnahme bedürftiger, verweister Kinder chrin= licher Eltern errichtel werden. Dieses Heim soll so geleitet werden. daß darin den Waisen das seiternbauß nach Möglich keit ersetzt wird. Aachen. 16. Febr. Heute Abend gegen 8 Ubr ging bier ein heftiges Gewitter mil Donner. Blitz und Hage.= schlag nieder.— Eine seltene Erscheinung im Winter. P Greven b. Münster, 16. Febr. In Folge Acsen bruches entaleiste heute Morgen ein Güterzug. Der Materialschaden in bedeutend Gerichtszeitung. * Berlin. 10. Febr. Im Prozesse Kriegsbeim und Genossen wurde Krie sheim zu 6 Jahren Gefängniß unter Anrechnung von einem Jahr Untersuchungsdaft. serner zu 500 Pl. (Beldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Wihmann erbielt 6 Monate Gefangniß, die als durch die Untersuchungs haft verbüßt erachtet wurden. Kirchliches. * Röln, 17. Febr. Der hochw. Herr Kapitularvikar veroffentlicht im„Kirchlichen Anzeiger" für die Erzdiozese Koln folgenden Erlaß: „Nachdem Seine Heiligkeit Papst Leo XIII. in dem Konsistorium vom 14. Dezember v. J. den Hochwürdigsten Herrn Bischof von Paderborn Dr. theol. Hubertus Simar, Administrator des Apostolischen Vikariates Anhalt und Päpstlichen Hauspralaten, zum Erzbischof von Köln prakoni siert haben, bin ich nunmehr in der angenehmen Lage, der Hochwürdigen Geistlichkeit und den Gläubigen der Erzdiozese in hohem Auftrage Seiner Erzbischöflichen Gnaden anzeigen zu können, daß Hochdieselben zum Eintritte in die Erzdiozese den 19. Februar und zur feierlichen Juthronisation in der hohen Domkirche den 20. Februar bestimmt haben. Ich halte mich davon überzeugt, daß die ganze Erzdiözese die Ankunft des neuen Oberbirten mit Freuden begrüßen und für einen gesegneten Eintritt Hochdesselben in unsere Mitte heiße Gebetswünsche zum Himmel emporsenden wird. Bei dieser innigsten Fürbitte für unseren Hochwürdigsten Herrn Erzbischof werden wir jedoch nicht unterlassen, Gott den Allgütigen, welcher die frommen und andauer den Gebete der Erzdiözese erhört und ihr einen Erzbischof nach seinem Herzen zum Hirten gegeben hat, für dieses hohe Geschenk seiner Gnade freudig unseren ehrerbietigsten Dank darzu= bringen. Ich verordne demnach, daß in allen Kirchen der Erzdiözese am 19. Februar Abends und am 20. Februar Morgens zur üblichen Zeit eine Stunde mit allen Glocken geläutet und am Sonntag Quinquagesima eine Dank= und Bittandacht vor ausgesetztem Hochwürdigsten Gute abgehalten werde. Vorstehender Erlaß soll am Sonntag Sexagesima in allen Kirchen der Erzdiözese von der Kanzel verlesen werden." * Köln, 17. Febr. Der„Kirchl. Anzeiger" veroffentlicht folgende Ernennungen: Irle, Heinrich Willigisins, Vikar in Worringen, zum Vikar in Manderfeld, Dekanat St. Bith. Lützeler, Heinrich Joseph, Rektor am Waisenhause in Krefeld, zum 1. Kaplan an St. Pantaleon in Koln.— Reger, Johann Bernhard, Vikar in Bedburdyck, zum Vikar in Poulheim, Dekanat Lövenich.— Dem bisherigen Vikar Theodor Paas an der St. Dionysiuspfarrei in Krefeld wurde die kirchliche Vollmacht zur Uebernahme der 2. Religiondlehrerstelle am dortigen Gymnasium ertheilt.— Gestorben: Schröder, Nikolaus, Pfarrer in Pattern, 70 Jahre. Wiedemann, Ludwig Christian Joseph Peter Hubert, Dechant und Pfarrer in Odenkirchen, Jubilarpriester, 76 Jahre. Rheinland und Westfalen. * Cppum, 17 Febr. Das hiesige Quartett, welches es versteht schöte und gemüthliche Feste zu feiern, arrangiert Sonntag den 18. dss. abends 6½ Uhr im Kaisersaal des Herrn Münten zu Oppum einen großen Vergnügungsabend, der ein abwechselungreiches Programm bietet. M. Gladbach. 16. Febr. Für das hier zu errichtende Kaiser Friedrich=Denkmal gibt sich in der Bürgerschaft eine große Begeisterung kund. Alle Vereine veranstalten gelegentlich Sammlungen, und wo nur private Gesellschaften festlich versammelt sind, geschieht das gleiche. Die Karnevalsgesellschaft„Fidelitas“ lieferte heute dem Komitee als Reinertrag einer närrischen Prunksitzung 600 M. ab. 3000 M. sind schon vorhanden, wiewohl die Sammlungen von Haus zu Haus erst im März vorgenommen werden sollen. w Düsseldorf, 10. Febr. Im Alter von 78 Jahren starb gestern an den Folgen eines Schlagflusses der Geheime Regierungsrath Professor Dr. Robert Luther, der seit 1851 Astronom an der Sternwarte„Charlottenruhe" in Düsseldorf war. Er hat eine Menge kleiner Planeten und veränderlicher Sterne entdeckt, Sternkarten entworfen, auch die Bahnen verschiedener Kometen berechnet. Eine seiner Sternkarten umfaßt 1302 Sterne. Der einzige Sohn Luthers, Wilhelm Luther, ist seit dem 1. Mai 1892 Adjunkt der Düsseldorfer Sternwarte. A Aachen, 16. Febr. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde beschlossen, eine eigene städtische Sparkasse zu begründen, wie eine solche in den meisten anderen großzen Städten bereits besteht. Weiter gab der Vor= sitzende Kenntniß von einem Schreiben der Polizeidirektion, Zum Bergarbeiter=Ausstand. * Leipzig, 16. Febr. Die bedeutenden Verkehrs beschränkungen der Staatsbahn wegen Kohlennoth betreffen nicht weniger als 370 Züge auf 81 Linien. Ver schiedene Nebenlinien sind fast ganz verkehrolos. * Essen, 16. Febr. Der Zentralvorstand des Gewerk. vereinschristlicher Bergarbeiter Deutschlands erkläre in dem Vereinsorgan, dem„Bergknappen", daß er es ablehnegegenwärtig Hand in Hand mit dem deutschen Berg und Hüttenarbeiterverbande im Ruhrkohlenrevter eine Bergarbeiterbewegung einzuleiten. Der Vor. stand richtet in seiner Erklärung„eine strenge Absage an die Leiter der Bewegung in Deutschland, die Agitatoren des deutschen Berg= und Hüttenarbeiterverbande, und dessen Leitung, welche die Bewegung auscheinend künstlich vorbereitet haben, unterstützen und weiter zu führen suchen. Wir sind sicher nicht die letzten, wenn es gilt, die Bergarbeiterinteressen zu fördern, und wissen auch den hierzu geeignetsten Zeitpunkt ausfindig zu machen und thunlichst auszunutzen; aber uns in eine kopflose, wilde Bewegung mit hinein zustürzen oder dieselbe mit unserem Einflusse zu unterstützen, dafür bedanken wir uns ganz entschieden. Auch lehnen wir jede Verantwortung für die kommenden Dinge entschieden ab und mahnen die Bergarbeiterschaft Deutschlands, namentlich die christlichen Elemente derselben, sich nicht in eine Bewegung dränger zu lassen, die schwere Folgen für das gesammte Wirthschaftdleben in sich schließt und den wirthschaftlich schwachen Arbeiterstand am schwersten schädigen wird." Die Erklärung geht sodann ausführlich auf die jungste Bergarbeiterbewegung im Wurmrevier ein, die vom alten Ver band verschuldet sei, und führt aus, daß von dieser Seite nunmehr der Versuch gemacht werden solle, die Bewegung auch über das Ruhrkohlenrevier auszubreiten. Bezüiglich der Besprechung, die am 6. Februar Herr Brust, der Vorsitzende des christlichen Gewerkvereins der Bergarbeiter, mit Herrn Möller, dem Vorsitzenden des alten Verbandes, hatte, wird berichtet: Möller gab die Absicht kund, eine Reihe Forderungen der Ruhrbergleute dem Verein für die bergbaulichen Interessen bezw. den Ruhrgruben zu unterbreiten und bis zu einem bestimmten Zeitpunkte Antwort darauf zu beanspruchen, und zwar solle das entweder von beiden Verbänden gemeinsam oder von jedem Verbande für sich geschehen. Möller begründete diesen Plan damit, daß die jetzige Zeit zur Stellung von Forderungen die äußerst günstigste sei, so daß auf Erfüllung der Forderungen, wenigstens eines Theiles derselben, zu hoffen sei, weil der Druck der Verhältnisse die Arbeitgeber wohl veranlassen werde, den Bergleuten Entgegenkommen zu bezeigen. Dieser Ansicht mußte Brust selbstverständlich beipflichten und auch die vorgeschlagenen Forderungen als im allgemeinen nicht zu weitgehend ve zeichnen, was auch seitens des Zentralvorstandes geschieht aber, so brachte Brust in Erwägung: Wer wiil die Ver antwortung übernehmen, jetzt in diesersokritischen Zeit, wo es an mehreren Stellen in Bergbaubezirken Deutschlands und außerhalb Deutschlands drennt? Wenn der Stein ins Rollen kommt, können ihn diejenigen, welche ihn ins Rollen gebracht haben, nicht mehr halten. Würden vielleicht auch die Verbände ihre Mitglieder im Zaume halten, die annähernd 40,000 Mitglieder im Kohlenrevier umfassen dürften, so ist doch leicht möglich, daß die unorganisirten Bergleute des Ruhrgebietes, 160 bis 170,000 Personen, über die Stränge springen und eine Bewegung entstände, deren Folgen nicht abzusehen sind:„Wir denken an die Herner Unruhen und können und wollen bie beten Erschötterung deehens nict abe:setnes a tas* Ga de alten Berdandearg nellter Jordetungen dat der Bernend des dewerfverrins der cen Bergorbeiter im etgrmenes mets antmerben und wird dieselben mut einigen rebeftionellen Abaederungen in eirer seldsstandegen Groaobe dem Beteine für die bergbeulichen Joterehen und den Rubrgruben Armitteln. Der Zeutreivorstand ist nicht in der Poge. noch den Vorkommnissen der leyten Zeit mi dem alten Berband dien Forderungen zn stellen und in eine Bemwegung zur Durchbrucung derselben eirzutretes... Mag der alte Berband da ollein feinet Wege a-** die er achen zu müssen glaubt. die wit aber nicht billigen kövnca. weshalb wit nntere Mitalieder bringend wernen, 66 elgemeinen Bersammlungen odct einer vom alten Verbande bervorgernfenen Bewegung anzuschließen“ Na die Arbeitgeber wird zum Schuffe der Erklärung die bringende Nahnung gerichtet allen berechtigten Wünschen der Beraa=deiter Rechnung zu tragen und sie zu erfüllen: Die äußerst augniae Nonfunktur gestattet es ibnen. ohne grohe Opfer, geschweige einer Gbefohrdung der Eristenzsadigkeit der Unternehmer, die manvollen und berechtigten Wunsche der Ardeiter zu befriedigen und dadurch jede ungesunde Bewegung oder sogar eine ver= hananwolle Erschutterung des bluhenden Wirthichaftslebens fernzuhalten.“ * sfen, 16. Febr. Der Bergbau=Verein theilt mit: Durch die Tageszeitungen ist, die Mittheilung ge= gangen, es seien von dem Gewerkverein christlicher Bergarbeiter und dem sogenannten, alten(sozial= demokratischen/ Berbande der Berg= und Hüttenardeite den Zechen des Rubrkohlendeckens einzeln, wie dem sie in wirthschaftlicher Beziehung vertretenden bergbaulichen Berein zu Essen verschiedene Forderungen unterbreitet worden. iese sollen sich nach den Zeitungenachrichten vornehmlich erstrecken auf die Regulirung der Lohne, die Schaffung von Badeeinrichtungen auf den Gruben, die Vorhaltung von Verbandsmaterial und schließlich die Lieferung von Hausbrand= kohlen an die Bergleute. Soweit verlautet. sind diese Anträge weder bei dem Bergbaulichen Verein noch bei den Zechen bieber eingegangen. Thatsächlich würden solche nur offene Thüren einstoßen, weil die genannten Forde= rungen auf den Nuhrkoblenzechen längst in die Praxis überfuhrt sind. Die Arbeiter erhalten überall, soweit nicht Mißbrauch durch Verkauf an Dritte getrieben worden ist, die Kohlen für ihren Hausbedarf zu ganz billigen Sützen. Für sanitäre Einrichtungen auf den Ruhrkohlenzechen ist überall in ausgiebigstem Maße gesorgt; dort bestehen mit ver= schwindenden Ausnahmen Bader, und zwar zumeist Brausebader nach den modernsten hugienischen Anforderungen, während nach den amtlichen, dem Landtag unterbreiteten Nachrichten über die preußischen Staatsbergwerke auf den gesammten staatlichen Steinkohlenbergwerken bisher insgesamt nur 10 Badeeinrich= tungen vorbanden sind.— Die Löhne in sämmtlichen Arbeiter= klassen steben im Ruhrkohlenbecken gegenüber den gleichartigen der andern Bezirke nach den letzten bisher bekannt gewordenen amtlichen Ausweisen(3. Quartal 1899) wesentlich hoher. Der Vorsprung zu Gunsten des Ruhrbezirks betragt bei dem Gros der Belegschaft— den unterirdisch beschaftigten eigent= lichen Bergarbeitern— 0,90 M. pro Schicht.(4.90 M. im Oberbergamtsbezirk Dortmund gegen 4 M. auf den zunächst folgenden Staatswerken bei Saarbrücken.) Hierzu schreibt nun die„Essener Volkszig.": Auf diese Antwort ist folgendes zu erwidern: Es ist richtig, daß die Forderungen noch nicht in die Hände des Bergbaulichen Vereins und der einzelnen Zechen gelangt sind, jedenfalls wird dies aber unverzüglich geschehen. Nach den von uns eingezogenen Erkundigungen ist die Eingabe des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter heute an den Vorstand des Bergbaulichen Bereins abgegangen. Daß dieselbe keine offenen Thüren einstoßen wird, durfte jedem einleuchten. Allerdings treffen die Forderungen nicht für alle Zechen zu; doch steht wohl zweifellos fest, daß noch vieles nicht so ist, wie es seinsollte, und daß wohl für sammtliche (Bruben ein Theil der Forderungen begrundet ist. Man lese nur die Bergarbeiterpresse, und besuche die Bergmanns=Versammlungen, so wird man die verschiedensten Klagen über schlechte, Behandlung der Bergarbeiter, seitens der Beamten, die ungenugende Vertheilung der Lahne, schlechte Waschkauen usw. hören. Gerade in den letzten Jahren haben eine Reibe Ruhrkohlenzechen die Preise der Brandkohlen für die Bergleute erhoht und zwar bis zu einer Mark pro 10 Zentner. Auf Vorstellung der Belegschaften der Zechen„Portingsiepen" und„Pauline" dei Werden sind den Arbeitern vom 1. d. M. an die Brandkohlen wieder zum alten Preise von 8 Mark austatt 4 Mark zuge= billigt worden. Jst denn der Preis von 8 Mark oder sagen wir 2.50 Mark pro Wagen Koblen, der durchgehend üblich ist, so niedrig, daß man bebaupten kann, die Bergleute, die doch selbst die Kohlen fördern, hatten billigen Hausbrand? Und welcher Schund von Kohlen, fast lauter (ris, wird gerade den Arbeitern gegeben. Man warte über= haupt einmal rubig den Wortlaut der Eingaben der Verbande ab, ehe man vor der Zeit schon den Stad über das Vorgeben derselben bricht. Hoffentlich werden die Zechenbesitzer es sich wohl überlegen, ebe sie die Forderungen der Bergarbeiter kurzer Hand ablehnen." Wetternachrichten. * Lübeck. 10. Febr. Hier wütdet starker Schneesturm. der den Verkehr sehr beschränkt. Der Straßenbahnbetrieb ist theilweise eingestellt. Die Eisenbahnzüge treffen mit stunden= langer Verspätung ein. * Mülheim(Elsaß), 16 Febr. Hier und in der Umgegend wurde in der Nacht bei furchtbarem Sturm ein heftiger Erd= stoß verspürt. Jn vielen Häusern öffneten sich die Thüren und Fenster. *Flensburg, 10. Febr. Der vom Norden hier ein= treffende Nachmittagszug liegt zwischen Wonens und Rothen= krug im Schnee sest. Sammtlche Eisenbahnen Nordschleswigs haben den Betrieb wegen Schneeverwehungen eingestellt. Telegraphische Depeschen der„Niederrheinischen Volkszeitung." W Tsintaufort(deutsches Kiautschougebiet), 16. Febr. Das Bureau Neuter meldet: Zum Schutze der Eisenbahn, der Ingenieure und des Eigenthums wurden 180 Mann mit 2 Geschützen von Kiautschou abgesandt. Ein Angriff seitens der Aufstandischen von Kaumi wird befürchtet. Vermischtes. * Ein Liebesidyll. Folgender Fall macht gegenwärtig in Warschau viel von sich reden. Um Fräulein N., eine hübsche Blondine, warben gleichzeitig der steinreiche 65jährige Rentner X. und der junge Eisenbahnbeamte Z. Wahrend die Mutter in dem reichen Greise ihren künftigen Schwiegersohn sah, wählte die Tochter den jungen Mann. Vor einigen Wochen hielt X. bei der Mutter um die Hand der Tochter an und erhielt trotz des Protestes der letzteren von der Mutter das Jawort. In der richtigen Voraussetzung, daß die Mutter nie ihre Einwilligung zur Heirath mit Z. geben würde, bat Fräulein N. ihren Verlobten um eine Unterredung und theilte ihm freimüthig mit, daß sie ihre Einwilligung nur gezwungen gegeben habe, daß sie durch die Heirath unglücklich werde und daß sie nur Z. liebe. Nach diesem Bekenntniß hatte X. eine Unterredung mit Z. und theilte darauf der Mutter mit, daß er sich die Sache überlegt habe und seinen Antrag zurückziehe. Die Folge davon war, daß die Verlobung des jungen Paares stattfinden konnte. Zur Verlobungsfeier fand sich auch der zurückgetretene Bräutigam ein. Er war wohlgelaunt und überreichte der Braut beim Souper eine Schatulle, die einen Brillantschmuck im Werthe von 10,000 Rubeln enthielt; daneben lag ein silbernes Täfelchen mit der Inschrift:„Für Aufrichtigkeit und trene Liebe". Lokales. ** Krefeld. 17. Fedr. Diejenigen. welche an der Ein fedrunasfeier zu Ebren des bechv. Herrn Erzbischofs Dr. Simar am 20. Fehrnar sich zu beiheiligen beabsichtigen. welen sich weckt Erlangung von Fabrpreis=Ermäßigung des Sountag Abend in der Unitas“ melden. S. Anzeigentheil.) * Krefeld. 17. Fedr. Jn der Dionosinskirche wird an krischenden Sonntag, Nachmittags* Ubr. ein Vortrag ober das Serapbische Liebeswerk lin Nr. 74 der„Niederrd. Bolkozg." haben wir in einem besonderen Aufsatz auf die Be= dentung und Wichtigkeit bestelben hingewiesen gehalten werden, zu dem wit hiermit recht bringend einladen möchten. Das Sera phriche Liedeswerk hat sich die löbliche Aufgabe gestellt. solche Kinder, für welche weder Ortsarmenverband, noch Kreis. noch Brovinz zu sorgen vernlichtet sind. zu unterstutzen. Um nun diesem Grundiay möglichst gerecht zu werden, gründet das Serapdische Liebeswerk in den großeren Stadten sogenannte Lokalabtbeilungen mit eigenem Vorstande. Solche besteden bereits in klachen(Kapuzinerkloster), Koln(Mariahili), Mulbeim a. Rh.(Hermann Josepho Haus), Eisen(Pfarrer Borne= wasserl. Bei uns in Krefeld soll gleichfalls eine solche Lokaladikriluna ins Leden treten. Es wird ein eigener Vor= stand(dessen Mitglieder bei Gelegenheit des Vortrages bekannt gemacht werden) gebildet, der sich monatlich versammell und an dessen Vorsivenden die Unterstützungsgesuche aus dem betr. Bezirk eingereicht werden. Jede Lokalabtheilung hat einen eigenen Geschaftsführer, der die Zahlungen für den Bezirk leistet und die Vertheilung des Vereindorans leitet. Auch ist für jeden Bezirk eine Jahresversammlung mit Offenlegung der Rechnung vorgesehen. ** Krefeld. 17 Febr. Der Verein zur Förderung der Tertil=Industrie in Krefeld, der das erste Jahr seines Bestehens seit Schluß vorigen Jahres henter sich hat, darf mit Erfolg auf seine Thätigkeil wahrend dieser Zeit zurückschauen. Wie wir erfahren, wird in kurzer Zeit der Bericht über die bioberige Wirksamkeit des Vereins berauskommen und sollen die Jahlen darin den deutlichsten Beweis liefern, welchem Bedürfniß der hiesigen Jndustrie seine Gründung gerecht ge= worden ist. Bekanntlich erstreckt sich seine Hauptthätigkeit darauf, Sammlungen der modernsten Muster von den Haupt= markten der Textil=Jndustrie wie Berlin, Paris, London zu= sammen zu bringen und diese als Anregungsmaterial den Mit= gliedern leihweise zu überlassen: ferner liegen Werke moderner Ornament= und Pflanzenformen auf, deren einzelne Tafeln gleichfalls leihweise zu haben sind. Auch hat der Verein das Ausschreiben von Wettbewerben unter den hiesigen Muster= zeichnern als ein wirksames Mittel zur Förderung des Ge chmacks auf seine Fahne geschrieben. Die Sammlungen des Vereins sind mit Erlaubniß des Handelsministers in der Königl. Gewebesammlung untergebracht und dort einzusehen und zu entleihen. Um den Judustriellen regelmäßig Mittheilung von den neuangekommenen Muster=Kollektionen zu geben, wird in der Samstag=Mittag=Nummer dieses Blattes eine ständige Ankundigung des Vereins nach dieser Richtung hin erscheinen. (Siebe Anzeigentheil.) Weitere Auskunft gibt der Konservator der Königl. Gewebesammlung Herr Paul Schulze. ** Krefeld. 17. Febr. Die Große KarnevalsGesellschaft hat in ihrer Sitzung von gestern Abend einstimmig beschlossen, die derselben von dem Karnevals=Zug=Komitee zurückerstatteten 600 M. dem Extra=Fonds der städt. Armen=Verwaltung zu überweisen. ** Krefeld, 17. Febr. Im großen Saale der„Stadthalle“ findet morgen Sonntag, Abends ½8 Uhr, eine Gala Damensitzung des„Krefelder Sängerbundes“ statt. * Krefeld, 17. Febr. Der Männer=Gesang=Verein „Harmonie“ veranstaltet heute Samstag, Abends ½9 Uhr in den prächtigen Sälen der„Konigsburg" einen karne valistischen Unterhaltungsabend. ** Krefeld, 17. Febr. Von morgen, Sonntag, an gelangt im Kaiservanorama eine hier noch nicht gezeigte Bilderreihe, nämlich:„Der Vibanon", eine Reise durch Surien, von Beirut bis Damaskus, zur Ausstellung. * Krefeld. 11. Fedr. Wochenspielplan. Sonntag 13. A.=B blau). Novitat: Der gute Ton. Pustspiel vom Südring Barden.— Montag(94. A=B. roth): Fräulein Frau. Die Schulreiterin.— Dienstag 103. N. B. blau) Die Schmetterlingsschlacht.— Mittwoch(. A. B rotd) Faust.— Freitag#er. A.=B. blau) Novitat: Busch und Keichendbach. Schwank von Heinrich Lee und Wildelm Meyer=Förster. Vermischtes. * Friedrichsdafen, 14. Fedr. Durch den beftigen Fohn wurde gestern früd die Zeypelin sche Luftschiffballe losgerissen und diesmat auf das Ufer geworfen, wo sie nun feitsitzt. Der neue lenkbare Vallon wurde nicht beschädigt. Das Luftschiff gedl aller Schwierigkeiten ungrachtet seiner Vollendung entgegen. Das Toden des seit Mitternacht herrschenden Orkang ubertonten dem Nollen des Donners gleich, von Westen der. Nothlignale mittelst Geschus für den geführdeten Billon. * Nürnberg. 1. Febr. Von der General Direktion der K. daier. Staato Eisenbahnen ist für die Ruckbeförderung der Ausstellungsguter der im Monat Jnni in Nürnberg statt= findenden Internationalen Motor=Fahrzeug=Ane stellung Frachtfreibert auf den baierischen Bahnen ein geräumt. Eingegangene Bucher und Schriften. Unter dieser Nubrik registriren wir die bemerkens wertberen, der Redaktion zur Besprechung übers andten Bücher und Schriften bald nach ihrem Eingange: eine Besprechung um„Büchermarkt", der litterarischen Beilage der„Niederrb. Volksztg.", nach Auswahl bleibt vorbebalten. Geb. 5 M. Gesetzverlag Schulze& Co., Berlin. Louis F. Schlathölter, Hupnotismus erklart. 1 M. Heinrich Schoningh. Münster i. W. Annegarns Weltgeschichte. Lfg. 19 und 20. Theissing'sche Buchhandlung. Munster i. W. E. von Handel=Mazetti, Meinrad Helmperge denkwürdiges Jahr. Erzählung. Geb. 7.20 M. Jos. Roth'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Litterarisches. ** Organ für den Windthorstbund. Offizielles Organ aller Windthorstbunde Deutschlauds. Erscheint alle 14 Tage Samstags. Erscheinungsort: Essen, Ruhr. Preis pro Viertellahr 30 Pfg. Postzeitungsliste Nr. 5914. Jnhalts Verzeichniß von Nr. 4: Vertretertag 1900 zu Essen. — Auf nach Rom.— Frauen=Emanzipation und Fabrik arbeiterinnenfrage. III.(Schluß.)— Die katholische Kirche im verflossenen 19. Jahrhundert I.— Soziale Vereine und Bürger liches Gesetzbuch. Männer der Gegenwart: 10. Dr. Georg Natzinger. Allgemeines.— Parlamentarisch s.— Wichtig für Vereinsleiter.— Stellenvermittelung.— Bundesnachrichten. Versammlungskalender.— Inserate. Handel und Verkehr. * Petroleumgewinnung der Erde. In einem Jahre werden auf der Erde insgesammt über 5000 Mill. Gallonen Petroleum gewonnen. Fast die Hälfte hiervon, nämlich 2500 Mill., entfallt auf die Vereinigten Staaten von Amerika: auf Rußland entfallen 2250 Mill. Gallonen. Der geringe Rest vertheilt sich auf zwölf Länder, deren Gewinnung folgendermaßen sich beziffert: Oesterreich=Ungarn 87, Sumatra 72, Java*6. Canada 29, Rumänien 24, Indien 15, Japan 8, Deutschland 7, Pern= und Italien 1 Mill. Gallonen. Der Ertrag an gereinigtem, raffinirtem Petroleum ist in den Vereinigten Staaten doppelt so hoch, wie in Rußland, obwohl beide Länder ungefähr gleich viel Rohpetroleum gewinnen Der Grund für diese auffällige Verschiedenheit liegt darin, daß amerikanisches Rohpetroleum bei den Reinigungsprozessen 75 Pro raffinirtes Petroleum liefert, das in Rußland gewonnene dagegen nur 39 Proz. Ueber den Verdrauch an gereinigtem amerikanischen Pekroleum geden die folgenden, für das leyte Geschäfts ahr gültigen Jahlen Auskunft: nach Eugland wurden 112.9 Mill. Gallonen aus Amerika ausgeführt, nach Deut schland tund 135 Mill., nach Japan 31. nach China 48.3, nach Brafilien 20,8. edensoviel nach Australien und nach Frankreich 12 Mill. Gallonen. Nach Europa wurden insgesammt 697.3 Mill. Gallonen raffinirten Petroleums aus Amerika einge= führt.(1 Gallone— 4,64 Liter.) Berlin. 16. Fedr. 1999. Wechselkurse. ien 8 Tage 1 64.50 8 1 Copenhigen 0 fage 1 Monate 1 R4 o 1 betersdurg 8 1ag. a chan a Weitere Wechselpreise siehe Vörsentelegtamm in der Sonntags=Nummer. zweites Blatt Ansländische Wechselpreise. „Antwern.n in... Wechiel. Deutiche Gankpiage kura 122 85 Vondon kurz 23 18 35 34 6deck Vonden. Mittelkurs. 25 21 Ib-d Varte 100 10 e. 100 221 S. Auszadlung deutl hi Neichee 0lo) 2285 Deuts hland 8 40t 33 5 Prio Meginofut 4 Pro 197 Deatsde Blipe 118 17 br. Wechtel auf deurisch auf Paris. lang. 107.32½ *Dar 16. Ia N vr. Peutsche Playe 1211 don, 16. Fedr. geld 43 50 .. * Monat ebe Veteroburg 24. Pario 2541 neg, 18. Bebr. Wechsel auf Poidon 3 Monate 37.32½ Berlins Manat 45 77½. Check Gerlin pä irknoten 118 17 Plape. lang. 13 000 00 Selban mate 94 00 eriin 46 25 Wen 12 55 Seide. e1d. 19. fedr. Betrled bentrednung. on kamen: Oeganzin 10 Nr 1009 Kilogr kr 101 Kar Tot i 26 R. 2416 eiloge nbition kamen: G 8 Orgngin. 24 0. Zur Konditi Trame 15 Nr. 1306 Kgr., Grege Uvon 1. Je g. Bur rondition ramen 10 Tramen. 76 G. Gregen und hat 60 8 gewogen im Gesammtgewicht von 1.741 Filoge. *Railand. 1. Febr. Zur Kondition kamen 179 N eucopaische und 84 G. aslatische Beiden im Gelammtgewicht von 2 155 Rllogr Baumwolle. * Gremen. 16 Fehr. Upland midol. greitbar 477 Da *Havre. 16. Jedr. Baumwolle. Nov. 581 Frucht= und Viktnalienmärkte. Krefeld, 16 Jede. Wochenmirkt schwah beschickt. wenig Nach frage. Rindfleisch 55 65, Kalbfl ich 70 00. Hammelsteisch 65 00 Schweinefleisch 80. Schnken 90 120. Bratwnen 75, Speck 70 Pfg. Autter 110 M Etec hiel. Biert. 2.30 M., Stack 9 10 dia. per Viertel 200 M. der Stück 8 Big. Gaileeier 25 Pig. Enten Hisen 000 0 00 M.# niumen 120 Ne huhnti 00. Gonse Enten 2 50 W. Suppenhuhner J.70 2 M., junge Bahne Lesehühne 2 50 M, rothe Kartossein per Becher 20 dig ver Ztr. 2 2 60 M., weiste Becher G Vig, per Ntr. 2 M. Mo kirtosseln Bech. 24 Bla. Arr 4 00 R Enbivien hies. 0 00 Ba. trem 30 Pia, Wenkehl 20 25 Pa ver Stück Rpflalat 16 Ma. Blumenkobl 35 40 Speg#dol 10 Rathkoyl 20 25 Pia. Rolenkoh 35 bis 00 Big. Schwarz wurzeln 25-00 Vig. pr 6 l. Karotten 5 8 Vta. Kohlradten 6 8 0 chwar 65 dub 40 80 nusse 40 Pq 6fd. trockene Apfeischnit 1 40 50 Bia per Psd. Apfe Bienen 15 30 Pla Auferdem wir Blättergemüse ischpreise: Schelslich 30 40. Ra li u 40 45. Zand-e 70 Big., Seezungen 1.60 M. Rotagungen 60 Ma. 6e ibnit 00" Laberdan 50, Rhema ch' 80. Sbleten 70, Breiem 35. Ba sy 60 Big, Seeschollen 40 Pig., Ryeinsalm 3.00 M.. Häringe 6 Big., per Nheinbera, 17. Febe. Getreide. Es notirte gestern Weiz n . Qu el. 15 67. 8.15.00. Roggen 1. O tal 14 88. 2 14 56 Hafer 1. U 4.50* 14 00 M, hweljen 1. Oual. 0 00» 0 00 M. Karreff-In dein 5 00. 1othe 6 00 M Alles p o 100 Eile. heu 42 Stro Autter 105 M. vrn Psd. Eier 1 uck. Möhren, rothe, Becher 30 Pla. 3.50 M. gelbe per Bech. 20 Ble. Ntr. 2.00 M. Savon= 20 3" warze Rettige 5 10 Plg. Merrettig 20 25 beg., Radleschen 0 Plg. .. Zwiede g s0 Big. per Pid., Reatne. 4 50—, Abseill 4 8 5t, dub 40 80 Bia. Ausse 20*t 10 bta 100 Stuc 40 Pta daler 90 ier 1 Biertel 2.15 M) Broa, 5 Kilo, 0 85 M. Kle=sa ner 58 65 9 * 10 a. 16 Febr. Markthericht.(Durchschnittsprei-) Geter 2.20 bis 240 pro Kile, Eier 3 00-3.25 pro Giertel, Hinkel 3. 20 4.00. Tauven 00 20 pre Baar. Calen 0 00 0 00. SOnepten 4 06 Saoner 0 00 000 n 1 00 110 Saoner(30 2 20 Cnten 130 150 . 300 400 1 atéa» 3 00 8 00 M» eic. Ohle der feu e 10 132 vem Gauch 10121 Paidnene 150 162 Certe 118 153 6e-d aec. 1 10 157. gelolpen(3(13 50 6R 082 dle. Partös in. weise 3 00 3 10. eotde 3 00 6 20 Mt 9 00 10 00« pre 100 Pile. GAUptet J1 40 M. Re paptel 70 10 M dis 100 pile reb 022 026 F»- Arack. Preiselderren 0 0 w pro pe 0080 80 1 800 0 60 *Maadedurg, le. Rede. Reeniucker 880e 10 80 10 73* 8 50 8 70 Fredralfta. a mit Maa 22»v a. 00 00 Graine em Maffln mit sas 23 87½ 24 25, gem Melis I mit aa 60 die 23 17 Rebaucer 1 d Mn Te milie l. a 0 Hamburg sledr. 10 10 00. 10.20 Nr.. Wie 10 10 88. 10(7% Sr. M41 10(5 60. 10 17. Ne. 1930 0 e 945 0» 950 0 45 Hamnurg. 16. Neh- Weigen helfernticer 147 150 Nongen mecktend 140 14 4. eun 107. Wie 100 Nabel 53 Spiritus ver lesr 20. Nevr W4r9. Maeg Aberl s60, Abet.Wa 19%. Betroleum Standurd white 8 35 * Hmdurg. 6 flehr. Bucker Rubenrodzucker 1. 9rod 88* frel an Gord Hamburg sebe. 10 10. Me 10 10 M 10 1. 030 cn 947½ Pel. 9 47 1ne.alee. Mart 37% S. MM 37" a, Sept 38.—. dez 39. 0 Pa *Am Nerdam. 10 febe. Weizen Marz— Roggen Mdey 134, Ma J5. Ckr Rusol leko 3. MM 278 Sept p.. 37* Vemnel vorr. 35½. Marz 00 Marz Mil 25 so. Juni-Aug 251s. Gept. 0e *Amsterdam. 16. slehr. Rasses. Jana vore. Ml 39. Marz 37½ Mal 37½. Jull 37% Sept. 38. 94 37% 3 *Nnewerven, in. Bebr. Betroleum.(Schinn) Maf wein kop. (oke 27½ M4. 2 3% Gr. Nebr 23½ Gr.. Mdeg 230 Ne. Ma 23% Aeer Rallee. Bntos Marz 41 25. Mal 41.75. Sept 45 75 04 46 50 Arc. Aufubren vom 19. Neot. ln Mto 12000 N. Sande 15.000" V104. 10 lebr. 96% Jivazucker loko(Z. Ruden Rodzucker oro 10 S0. 0 0 Meialle * Hamdurg, 16 Fede. 0old 2786 Mb. Gilber in Narren per* Amsterdam 10 flede.— Gilliton- vorr. 83%. Apell 8 Bold in Rarren per Riloge. 2790 * Kiloar 81 50 0r. 81 00 6 ankaginn vorr. fl 8l. Abrit 8 Meteor. Station Krefeld(Kgl. Fürbereischule) 17. Febr. 1 ua" 2. 14 3° Tomperatur dels. Reaum Magimum 9° 5 M nimum 1*— Lemeratur-Mininum in vergang Nacht 21 Cell.(1° Reaum.) die Beobachtungen begiehen sich auf die Zeiten: 7 Uhr Morgens, 2 Uhe Nachmittags, 9 Uhr Abends des vorhergehenden und 7 Uhr Morgens desselben Tages Cell. Reaum Witterungsübersicht der Deutschen Seewarte vom 16. Februar. Eine Depression mit einem tiesen Minimum über Schottland lagert über West Europa, stürmische südostliche Winde an der westdentschen Küste und im Skagerrak verursachend. Das barometrische Maximum liegt über Finland. Zu Helder ist das Barometer in den letzten 12 Stunden 20½ min gefallen. In Deutschland ist das Welter trübe und kalt; meist ist Schnee gefallen; nur Sudwestdeutschland hat Thauwetter. St. Petersburg meldet 32½. Helsingfors 29½. Riga 21, Memel 19 Grad unter Null. Für den Inseraten= und Reclamentheil verautwortlich. J. Keller. Hierzu das erste, das zweite und das vierte Blatt. Für sämmtliche Abonnenten gelangten das erste und das zweite Blatt gestern Abend zur Ausgabe. Geburts Anzeige. Die glückliche Geburt eines prächtigen Hädchens zeigen hocherfreut an Hermann Lücker u. Frau, Maria geb. Gartz. Lobberich, 15. Febr. 1900. Heinrich Müller Louise Müller geb. Boskamp Vermählte. Krefeld, 17. Februar 1900. Pius-Verein. Sonntag, 18. Febr. cr., Abends 8 Uhr: General=Versammlung. Rechnungs=Ablage und Vor standswahl. Umzahlreiches Erscheinen bittet der Präses. Gerichtlicher Verkauf. Moutag, den 1v. Febr. er., Vormittags 11 Uhr, werdeich bei dem Wirthe Lüngers Jagerhof bei Anrath: 5 Wirthstische, 1 Biertheke, 1Regulateur und 1 RegulirFüllofen öffentl. gegen Baar versteigern. Teusch, Gerichtsvollzieher, Steinstr. 47, an der Blumenstr. Von Montag, den 19. d. M. an steht wieder eine große Auswahl prima Württemberger Arbeitsochsen zum Verkauf. David Mayer, n Kapital von 3000 M. zu 4½% auf 1. Hypotheke gesucht. Offerten unter G. R. 9128 an die Geschäftsstelle d. Bl. Ladenlokal nahe der Bahn, mit 4 Zimmern, halben Mai zu vermiethen. Fischelnerstraße 17. Bilder aller Art, mit u. ohne Rahmen, in feinster Ausführung empfiehlt Wwe. C. Bayerle, Kunsthandlung, Königstr. 144. Das Weiß=, Woll Kurzwaaren=Geschäft Rheinstraße 60 ist gleich oder später zu übernehmen. Das Haus ist auf längere Zeit zu miethen resp. käuflich. M. 16,000 werden als 1. 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Messen sind 6. 7, 8,» Uhr Kindermesse, ¼10 Uhr Hochamt, 11 Uhr letzte hl. Messe Um ½3 Uhr ist Christenlehre und um 5 Uhr Andacht mit Predigt, welche g der Herr Kapuzinerpater Norbert über den seraphinischen mit Ernst Hermes, Hagen i. W. Liebesbund halten wird. Nach der Abendandacht Versamm u. Solingen.— Dora Klein lung des Vereins von der ewigen Anbetung in der Unitas. m. Albert Pippenheim, Neustadt In der Woche sind die hl. Messen von Montag ab um 6, a Haardt und Trier. 17, 7.25, 8 und ½9 Uhr. Gestorbene: Wwe. Maria) Am nächsten Sonntag und den beiden folgenden Tagen Maste, geb. Ebbinghaus, 73 J., wird in der Dionysinskirche das 40stündige Geset gehalten Iserlohn.— Maria Recloffs, Dasselbe beginnt an allen drei Tagen Morgens um 6 Uhr 76 J., Calcar.— Barbara] Am Montag und Dienstag sind die hl. Messen um 6, Lunig, 80 J., Trier.— Henriette 7,25, o und» Ubr und um 10 Uhr ist feierliches Hochamt Laufs, 75 J., Wickrathberg.— Nach der letzten hl. Messe beginnen die Betstunden, und dauern Wwe. Anna Maria MaagBellmann, geb. Seif, 72 J., Trier.— Wwe. Maria Sophia Weich, geb. Meller, 83 J., Düren. — Herm. Dreesmann, 57 J., Hasclünne.— Wilhelm Diehl, 75 J., Duisburg.— Juwelier Theod. Jak. Kunpers, 74 I., Calcar.— Wilh. Meisloch, 5 J., Düsseldorf.— Henriette Würzburger, geb. Stern, Bochum. — Wwe. Katharina Wittkampf, geb. Tillmann. 74 J., Münster. — Woe. Gerhard Reinders, 75 J., Cleve— Angust Rodermund. 60 J., Kupferdreh. N........... Statt besonderer Anzeige,)e Maria Clouth Otto Klein» Verlobte. Krefeld Elberfeld 8 Februar 1900. * 999999999 Statt jederbesonderen Anzeige 9. Peter Ling Sofie Ling geborene Engels Vermählte. Köln, den 17. Febr. 1900. Das Sechswochenamt für den verstorbenen Herrn Jakob Miler findet Mittwoch. 21. Februar Morgens 1 7 Uhr in der St. Stephandkirche statt. Kathol. Arbeiter=Verein „Unitas: Sonntag, 18. Febr. cr., Abends 8 Uhr: Versammlung mit Vortrag im Vereinshause. Liebfrauenpfarre. Sonntag, 18. Febr. cr., Abends 7 Uhr: Familien-Abend beim Wirthen Robert Becker (früher Erlenwein), Hülserstraße. Nur Mitglieder mit ihrer Familie haben Zutritt. Programme á 15 Pfg., welche zum intritt berechtigen, sind Morgens an der Zahlstelle bei Pinders und Abends an der Kasse zu haben. Kassenöffnung 6 Uhr. St. Johannesvezirk. Sonntag, 18. Febr. cr., Abends ½7 Uhr: Versammlung des Arbeitervereins und der Männer=Kongregation mit Vortrag in der Löwenburg. Der Vorstand. bis zur Komplet, welche am Sonntag Abende um 7 Uhr den beiden andern Tagen um 6 Uhr stattfindet. Die Pfarrgenossen werden gebeten, sich an diesem 40stündigen Gebete eifrigst zu betheiligen. Am künftigen Sonntag hat die Herz=JesuKongregation Morgens um 7 Uhr gemeinsch. hl. Kommunion. Morgens 6 Uhr ist Lesemesse seitens des III. Ordens vom hl Franziskus, Dienstag für Frau Knussmann, Mittwoch für Gertrud Lucas. Am Donnerstag Morgens 7.55 Uhr ist feierliches Hochamt für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Armenseelenbruderschaft. Josephskirche. Sonntag, den 18. Februar. Sexagesima. Die bl. Messen sind um 6. 7(hl. Kommunion für die Jungfrauen=Kongregation mit Anschluß der Erstkommunikanten=Madchen der früheren Jahrgänge), 8, 9(hl. Messe für die Kinder). 9¼ Hochamt, 11 Uhr(Predigt). Nachmittags ½3 Uhr Christenlehre, ½ Uhr Versammlung der Jungfrauen=Kongregation, 5 Uhr Predigt und Andacht. Mittwoch, den 21. Februar. Morgens s Uhr hl. Messe und Abends 6 Uhr Andacht mit Predigt zu Ehren des hi Joseph. Die hl. Messen an den Werktagen sind von Montag an um 7.25, 8, 8¼ Uhr. Die Beichen werden um ½9 Uhr abgeholt. Liebfrauenkirche. Sonntag, den 18. Februar: Sonntag=Sexagesima. Die heil. Messen sind um 6, 1. 8. 9, 9¼(Hochamt) und 11 Uhr. Nachmittags um 2½ Uhr ist die monatliche Versammlung der Kongregation der Jungfrauen, um 5 Uhr Andacht zu Ehren der hl. Familie mit Predigt. Von Montag, den 19. Februar an, ist an den Wochentagen die zweite bl. Messe um 7½. die dritte um 9 Uhr. Kapuzinerkirche. Sonntag, den 18. Febeuar. Ml. Messen um 16, 6, und 8 Uhr, letztere mit kurzer Bredigt, um ½10 Uhr Hoch amt mit Predigt. Nachmittags um 3 Uhr ist Andacht. Stephauskirche. Sonntag, den 18. Febr. Die hl. Messen beginnen um 6. N.» Schulmesse, ¼10 Hochamt, 11 Uhr Predigt. ¼3 Uhr Bruderschaftsandacht von der immerwährenden Hülfe mit Christen lehre, 5 Uhr Andacht mit Predigt. Heute in der hl. Messe um 7 Uhr gemeinschaftliche hl. Kommunion der Jungfrauen=Kon gregation und der Erstkommunikanten=Madchen von 1800a und Nachmittags ½4 Uhr Versammlung mit Ausprache für dieselben. Montaa 1.7 Uhr Scelenamt für Margaretha Her mann seitens des Vereind christlicher Mütter, besgleichen am Freitag 7 Uhr für Anna Sophia Schott Von heute an beginnen an den Wochentagen die hl Messen n 6, ¼7, ½8 Uhr. Darnach findet die Aussegnung der Wochnerinnen, 8%, Uhr die Beerdigungen statt. Letzte bl. Messe ½ Uhr. Johanniokirche Sonntag, 18. Februar. Sexagenma. Die hl. Messen sind 6, 7½(gem. hl. Kommunion der Jungfrauen=Kongregation und der Mädchen der früheren Jahrgänge), 81, und 10 Uhr(Hochamt). 3 Uhr Andacht und Christenlehre, 5 Uhr Andacht und Predigt, besonders für die Jungfrauen=Kongregation, nach der Andacht Bezirksversammlung der Mannerkongregation in der Lowenburg. Von Montag an beginnt die Schulmesse ¼ nach 7 und die zweite hl. Messe 119 U Nachsten Sonntag gem. hl. Kommunion der Jungling Kongregation und der Knaben der früheren Jahrgänge. Todes=Anzeige. Es hat Gott, dem Allmächtigen, gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unseren guten unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager u. Onkel, den Restaucateur und Zigarrensabrikanten Anton Böcker im Alter von 72 Jahren heute Morgen ½ vor 12 Uhr, nach kurzem Leiden, wohlvorbereitet mit den hl. Sterbe sakramenten der hl. röm.=kath. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen. Moers, Meiderich, Heinsberg, Rotterdam, Mook, den 15. Februar 1900. Die Beerdigung findet statt am Sonntag Nachmittag 4½ Uhr vom Trauerhause aus. Die feierlichen Exequien werden am Montag, den 19. dss M.s., Morgens um 9 Uhr gehalten. Allen, Denjenigen, welche aus Versehen keine Einjadung erhalten haben, diene dieses als solche. Krefelder Liedertafel. Das diesjährige große Konzert=Gesellschaft. V. Abonnement=Konzert hent Abend 7 Uhr im großen Saale der Stadthalle, unter Leitung des Kal. Munkdirektore Hrn. T h. Muller=Reuter. Einführung des hochwürdigsten Herrn Erzbischofs (Masken- und Kostüm-Fest) findet am 24. Februar(Fastnachts=Samstag), Abends 8 Uhr, in den sammtlichen großartig dekorirten Raumen der Stadthalle statt. Idee: Die Pariser Welt=Ausstellung in karnevalistischer Beleuchtung.) von Solotänzen, Spanische Tänze, Matrosen-Tänze. den Aufführungen im Theater=Saale sind 11 Künstler ersten Manges gewonnen: Salon Komiker, drastische Komiker, Akrobaten, musikalische Clowns, Zauber Parodisten, Knockabouts Kinematograph. Unsere aktiven, passiven und Ehrenmitglieder und ihre zum eigenen Hausstand gehörigen Damen haben freien Zutritt. Nicht=Mitglieder (Damen und Herren) konnen durch Mitglieder eingefuhrt werden. Das Eintrittogeld für jeden einzuführenden Herrn— auch für Söhne und Brüder von Mitgliedern— beträgt M. 5.—, für jede einzufuhrende Dame M. 3.—. Die Aumeldungen zur Einführung, sowie die Ausgabe der Karten finden nur am Freitag, den 23. Februar, Morgens von 10—1 Uhr und am Samstag, den 21. Februar, Morgens von 10 bis Nachmittags 5 Uhr im Konferenzzimmer der Stadthalle statt. Jeder Besucher(auch jedes Mitglied) hat die Karte sichtbar zu tragen. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Huvertus Dind am Dienstag, den 20. Februar 1900. Zwecks Erlangung von FahrpreisErmäßigung wolle man sich bis Sonntag Abend in der„Unitas" melden. Die Billets werden bei genügender Betheiligung Montag Mittag in der„Unitas" ausgegeben. guda Vanain Mruv Terem bi. Fastnachts=Montag, den 26. Februar cr., Grosser Preis-Masken-Ball. Karten im Vorverkauf à 50 Pfg. sind im Vereinslokale bei Herrn Lefkes und bei den Mitgriedern zu haben. RassaPreis höher. Nichtmaskirte Damen frei. Preis=Vertheilung nach 11 Uhr. Die Preise sind ausgestellt im Schaufenster des Herrn Joh. Bongen. Es wird nur Wein verabreicht. Der Vorstand. Vergnügungs=Komitee. Der Vorstand. Karneval zu Düsseldorf. Während der Karnevalstage in den eleganten, groi vornehmes, humorsprudeludes Treiben, dae bei aller Un Erlaubten nicht überschreitet. Am Pasinnents-nontage: Crosser prunkvoller tädtischen Lokalen der Stadt ezwungenheit die Grenzen de Rosenmontags-Zug, unter Leitung der Düsseldorfer Künstler. über 70 Nummern umfassende Zug enthält. ausser 10 Kostüm-Musik-Korps, humorvoller Gruppen mit ûber 8 grosse Prachtvagen und eine grosse Anz 1000 Mitwirkenden. Auf dem Exerzierplatze von 1/11—1 Uhr: Grosses Monstre-Konzert sämmtlicher Militär-Kapellen, sowie Besichtigung des Zuges, der punkt I Uhr die Strassen der Stadt durchzieht, Die Eintritiskarten zur Besichtigung des Zuges auf dem Exerzierplatze z Mark 1.— sind in Form einer künstleriech ausgefuhrten, humoristischen Ansichts Postkarte ausgeführt; eine Postannahmestelle behufs Entwerthung ist auf der Platze eingerichtet. Sonderzüge von und nach allen Richtungen. Am Fastnachts Dienstag, gegen 2 Uhr bei Konzert und Klimbim: Grosse Kappenfahrt zur Feuerbestattung des Helden Moppedis auf dem Carlsplatze. Der Arbeits-Ausschuss des Zug-Komitees. 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Bellage Gebavren pre M 8 Reflme J.de 0 0 en Proriften 20 0 P. Anfragen w 0 fé Ne Geschäftestelle: Friedrichstraße 41. Celophen Anschluß 100 Deuck und Verlag der J. N. Rleinischen Buchdruckerel, M. (Viertes Blatt.) 1900. Wochen=Uebersicht. 9 Krefeld, 17. Febr Der Reichstaa bat nach breitägigen Verbandlungen die sclottenvorlage an die Budgetlommssion verwiesen. Aeer sie dort zur Verhandlung kommt muß erst die Einteberathung beendet sein.. Was aus der Verlage wird. laßt sich noch nicht sagen; soviel aber ist gewiß. daß das Zeitrum sich auf nichts einlaßt, bevor die Deckungsfrage zu seiner Zufriedenheit gelöst ist. Jm vollen Umfange wird die Vorlage auch nach befriedigender Losung der De lungsfrage nicht bewilligt werden. Nundweg verwarfen die Vorlage die Sozialdemokraten. Ob ihre Ansicht, daß die Arbeiterschaft so einmüthig gegen die Flotte sei, wie sie es darstellen, berechtigt ist, muß dahingestellt bleiben Ablebnend verhielten sich auch freisinnige und suddeutsche Vollspartei, nicht sowohl gegen die Flottenverstarkung über baupt als vielmehr gegen diese Vorlage, in der sie vor allem eine Verletzung der konstitutionellen Rechte sehen. sowie die Polen, für welche finanztelle und wirthschaftliche Grunde maßgebend, waren. Unbedingte Freunde der Vorlage sind zunachst die Freisinnige Vereinigung und die Nationalliberalen. Auch die Konservativen und Reichs parteiler sind dafür, beide jedoch mit schwerem Herzen; sie erwarten für die Landwirthschaft nichts Gutes von der Flotte. Statt daraus aber die Konsequenzen zu ziehen und die Vorlage abzulehnen, werden sie doch für dieselbe stimmen. Es ist ibnen dabei darum zu thun, durch andere die Flotte ablehnen zu lassen, um so die Stimmung der Regierung für sich zu haben und mit derselben bei Neu wahlen ihre Vortheile einzuheimsen und die Kanalvorlage, die ihnen so unerwünscht ist, aus der Welt zu schaffen. Die Nationalliberalen sowie die Konservativen lassen erkennen, daß sie etwa nöthig werdende neue Steuern am liebsten der großen Masse des Volkes auferlegten. Darauf laßt sich aber das Zentrum ebensowenig ein wie auf eine Verschiebung der Frage bis zu dem Zeitpunkt, wo die neuen Steuern thatsachlich nothig werden. Die Regierungsvertreter schweigen sich über die Deckungsfrage ganz aus. Bei der Berathung des Kolonialetats kam auch der Fall Arenberg zur Sprache. Sammtliche Parteien waren in der Verurtheilung des Vor kommnisses einig und zogen daraus die Mahnung für die Kolonialverwaltung, bei der Auswahl ihrer Beamten sehr vorsichtig zu sein. Eine Resolution der Kommission wurde angenommen, welche die eingeborene christliche Bevolkerung für die Beamtenschaft bestimmen und die Missionsschulen fur die Vorbildung eingerichtet wissen will. Prinz Heinrich von Preußen ist nach zweijähriger Abwesenheit aus Ostasien zurückgekehrt. Schon in Wien wurde er mit großer Feierlichkeit von Kaiser Franz Joseph und anderen offiziellen Personlichkeiten begrußt. Jn Berlin wurde ihm ein nicht minder festlicher Empfang bereitet, uir der Schulunterricht siel am Tage seiner Ankunft ans. Da er nirgends Gelegenheit gefunden bat,„mit gepanzerter Faust" dreinzuschlagen,„den Lorbeer um seine junge Stirn zu flechten und das Evangelium von des Kaisers geheiligter Person zu predigen", so vermogen wir nicht recht einzusehen, was die Ursache von diesen triumph artigen Empfängen ist. Vermuthlich soll auch damit Stimmung für die Flotte gemacht werden; das deutete auch der Kaiser an. Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte in zweiter Berathung den Handels=Etat, den Jusinetat, die tats der direkten und indirekten Steuern unt den Etat des Ministeriums des Innern, wobei eine Menge von Einzelfragen zur Sprache kamen. Beim Justizetat wurde z. B. gesprochen über die mangelhafte Ausbildung der jungen Juristen, die Ueberlastung der Richter, die Sparsamkeit des Finanzministers gegenüber der Justizverwaltung, den Straf vollzug bei jugendlichen Verbrechern, die Prügelstrafe, die Gerichtskosten u. s. w. Bei den direkten Steuern wurden die bekannten Klagen über die Steuerveranlagung wieder holt. Beim Etat des Ministeriums des Innern wurde viel über, die Theilung des Regierungsbezirk Potsdam und die Neuregelung der Verwaltung Berlins geredet Die Regierung plant die Einrichtung eines besonderen Oberpräsidiums fur Berlin und die Vororte Auch die Maßregelung der Landräthe wurde wieder aufs Tapet gebracht. Minister von Rheinbaben bestritt, daß ein Mißbrauch der Disziplinargewalt vorläge. Die Polen beschwerten sich über die polenfeindliche Verwaltungspolitik, die oft zu recht kleinlichen Mitteln greift, fanden aber naturlich bei dem Minister kein Gehör. Weiter kam die Vorbildung der hoheren Verwaltungsbeamten, die parteipolitische Thatigkeit der Landräthe, die Handhabung des Bestätigungs= rechts gegenüber den vom Kreistage vorgeschlagenen Landräthen und dgl. zur Sprache. Der neue Erzbischof von Koln, Dr. Simar, wurde am Donnerstag voriger Woche in feierlicher Weise vor dem Kaiser vereidet. Während der Kohlenarbeiter=Ausstand im Wurm Revier als beigelegt zu betrachten ist, droht in Sachsen die Bewegung unter den Arbeitern sehr gefährlich werden. Da die Arbeitgeber im Zwickauer Bezirk die Forderungen der Arbeiter abgelehnt haben, beschlossen diese, die Vermittelung der Behörden anzurufen, und da die Grubenbesitzer diese Vermittelung ablehnten, beschlossen sie, am Mittwoch in den Streik einzutreten. Durch den Ausstand im bohmisch-mährischen Kohlengebiet ist bereits die großte Kalamität in ganz Sachsen entstanden, da die Kohleneinfuhr aufgehört hat. Durch einen Streik der sächsischen Arbeiter wird das Uebel wesentlich verschlimmert werden. In Baden laßt die Regierung sich noch immer von dem nationalliberalen Kulturkampfgeiste leiten, wiewohl die Nationalliberalen die Mehrheit der Volksvertretung und vor allem im Volke längst verloren haben. Am Dienstag kam in der zweiten Kammer der Zentrumsantrag wegen Zulassung religioser Orden und Kongregationen zur Berathung. Minister Nokk erklärte, die Regierung konne die Zulassung so lange nicht genehmigen, als nicht die Sicherheit für die Erhaltung des konfessionellen Friedens gegeben und nicht mehr zu befürchten sei, daß nach Einfuhrung der Klöster ein neuer Kampf bei Verfolgung weiterer klerikaler Bestrebungen entbrenne. Auch den Antrag, die Regierung möge von dem ihr gesetzlich zustehenden Rechte der Zulassung von einzelnen Ordensniederlassungen Gebrauch machen, erklärte der Minister für unannehmbar, weil damit keine Gewähr für Aufrechterhaltung des konfessionellen Friedens gegeben sei. Wie lange noch wird man in einem u zwei Drittel katholischen Lande die einfachsten Fordegkeit mit solchen Redensarten abweisen bewegung im Fleck. Die Ginigunge it drebt sich. da die Geseyzentwurfs uber er noch keineswens gesichert ist. Die Ausdebnung des Streikes auf Steiermark wurde durch ein Schiede gericht glücklich verhindert. Der Wunsch der Regierung ist es. durch gesetzgeberische Thaten die Arbeiter baldmoglichst zu beruhigen. Die Verbandlungen der Versohnungslonferen, sind aber noch nicht zum Abschlusse gelangt und es laßt sich auch nicht absehen, ob sie ein gunstiges Ergebniß erzielen werden.— Im ungarischen Abgeordnetenhause hielt bei der Etatsdebatte der von der Opposition wegen seiner mattherzigen Politik in nationalen Dingen angegriffene Ministerprasident v. Szell über die Nationalitatenfrage eine Rede, die wohlthuend abstach gegen den kleinlichen Standpunkt seines Vorgangers. Von einer Rassenpolitik wollte er nichts wissen; alle Bürger obne Unterschied des Standes und der Nationalitat musse man an den Staat fesseln, indem man ihnen eine wohnliche Heimstätte bereite. Das ist ja sehr schon, wenn nur auch den Worten die Thaten entsprechen werden. In Frankreich bat die Regierung der Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt, welcher bezweckt,„den schriftlichen und mündlichen Verstoßen der Geistlichen Einbalt zu tbun“, mit anderen Worten: die Geistlichen in allen offentlichen Angelegenheiten mundtot zu machen. Jede öffentliche Kritik von Maßnahmen der Beborden, die den Machthabern nicht gefallt, soll mit Gefangniß von zwei Wochen bis zu zwei Jahren bestraft werden. Bisher stand auf Verstoße in pastoralen Schriften Landesverweisung. Diese wurde aber wegen ihrer Strenge niemals verhängt. Nun soll an ihrer Stelle die„milde" Gefängnißstrafe treten, die wirklich ver hangt werden wird, und außerdem soll die Strafe auf mündliche„Verstoße" ausgedehnt werden. Die Geistlichkeit soll die Rache zu kosten bekommen, die die Regierung an ihren sonstigen Widersachern nicht auslassen kann. Am Montag errang das Ministerium wieder einmal einen Sieg in der Kammer. Der Nationalist Firmin Faure wollte interpelliren über die Möglichkeit einer Jntervention Jtaliens in Sudafrika. Die Regierung sollte also Auskunft geben über die möglichen Schritte einer fremden Macht, was eine Verstimmung in England und Italien hätte erregen konnen. Minister Delcassé widersprach der Interpellation und die Kammer beschloß, sie zu vertagen, d. h. zuruckzuweisen. Auch eine Interpellation Cassagnacs über die gegen gewisse Bischofe geplanten Maßregeln wurde mit 387 gegen 9 Stimmen vertagt; ebenso verschiedene andere pellationen. Die Nationalisten und Genossen bemühen sich jetzt eifrig um die Freundschaft Englands und verdachtigen Deutschland bei den Englandern, weil die Deutschen buren freundlich seien. Die Derren Franzosen furchten jetzt vor allem, die Engländer mochten der Pariser Weltausstellung fernbleiben. Es hat sie schon sehr verstimmt, daß der englische Botschafter Mouson Paris verlassen und sich nach der Riviera begeben hat. Es soll das wegen des england feindlichen Tones franzosischer Blätter geschehen sein. Viel Aufsehen hat der Kammerpräsident Deschanel durch eine Nevanche Rede erregt, die er bei seiner Aufnahme in die Akademie hielt. Damit hat sich der Unsterbliche als Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs wohl für immer unmöglich gemacht. In England ist die Adreßdebatte des Unterhauses am Freitag voriger Woche zum Abschluß gelangt. Sie endete, wie zu erwarten war, mit der Annahme der Adresse. Nur die Jren stimmten dagegen. Die liberale Opposition stimmte einmuthig dafur. Der irische Tadelsantrag war mit 368 gegen 66 irische Stimmen verworfen worden. Die Iren wollen fortan wieder selbstständig vorgehen und haben ihre bisher getrennten Gruppen zu dem Ende bekanntlich zusammengeschlossen. Zum Führer wurde John Reduwne erkoren. Sie wollen die Verlegenheit Englands vor allem benutzen, um Homerule zu erkämpfen. Im Oberhause gab am Montag der Kriegsminister Marquis of Lansdowne ausführliche Auskunft über die militärische Organisation Englands und über das, was in Zukunft geschehen soll. Im Unterhause gab der Unterstaatssekretar Wyndham ähnliche Auskunft. Die vorgetragenen Zahlen klingen gar sehr imposant. Es ist nur zu vermuthen, daß ein großer Theil dieser Krieger nur auf dem Papier steht und daß im Ernstfalle wenig zu gebrauchen ist. Das Milizsystem soll beibehalten werden, weil man nicht wagen darf, die in England äußerst unpopulare allgemeine Wehrpflicht ein zufuhren. In Südafrika dauert der Krieg nun schon über vier Monate und noch immer sind die Engländer im Nachtheil. Die Buren stehen auf englischem Boden und bringen dort den Engländern eine Niederlage nach der andern bei. Englische Truppen haben den Boden der Republiken, ab gesehen von einem kleinen bedeutungslosen Streifzuge, noch nicht zu betreten vermocht. In der vorigen Woche miß glückte der dritte Versuch Bullers, Ladysmith zu entsetzen. Die Englander waren am Montag wieder über den Tugela gegangen, es gelang ihnen auch, ein paar minderwichtige Stellungen der Buren zu nehmen, dann aber endete das Unternehmen mit dem üblichen Ruckzuge. Am Donnerstag stand Buller wieder südlich vom Tugela. Ueber ihre Ver luste bei dem abermaligen Mißerfolge sind die Englander merkwürdigschweigsam. Der Schwerpunkt der Operationen soll jetzt nach Westen, an den Modder=Fluß verlegt worden, wo der Hochstkommandirende Lord Roberts persönlich den Oberbefehl an Stelle Metbuens übernommen hat. Viel Auf hebens hatten die Engländer gemacht von der Besetzung des Koodoosberges nordwestlich von Methuens Lager durch General Macdonald. Auch aus dieser Stellung mußten sie sich wieder zuruckziehen. Lord Roberts will nun zunächst das hartbedrangte Kimberley entsetzen und dann in den Oranje=Freistaat eindringen. Er hat General French mit Kavallerie und reitender Artillerie von Rensburg her an sich gezogen und soll jetzt 7 Kavallerie=Regimenter beisammen haben. Die Buren merken wohl, was vorgeht; sie haben Verstärkungen herangezogen und beschießen Kimberley aufs heftigste, um es möglichst rasch zu Falle zu bringen. Auf dem mittleren Kriegsschauplatze um Colesberg sind die Engländer durch den Abmarsch der Frenchschen Truppen anscheinend bedenklich geschwacht worden. Die Buren drängten sie in blutigen Gefechten mehr und mehr zurück, so daß sie weitlich von Rensburg kein Lager mehr haben und bedroden ihre ostliche Flanke. Nach den neuesten Meldungen aber ist es den Engländern gelungen Kimberley zu entsetzen, wahrend die Buren in Neneburg die Engländer aus ihren Positionen verdrüngten. Briefe aus Baiern. München. 10. Fedr. Ueber den„baterischen Flaggenerlat“ hat sich die liberale Presse unseres Grachtene sehr unnötdig aufgeregt. Erstens stammt die Verordnung, das die Zwilstaatsgebande nur an den Nönigslagen urd am Fronn leichnamsfeste und zwar in den daierischen Farben beflaggt werden sollen, aus der hochlideralen Nera Lutz. welcher sich in diesem Pankte den Wunschen des Königs Ludwigs II. beugte. Der Erlaß ist neuerdingd nur in Erinnerung gebracht worden. weil willkürliche Abweichungen vorkamen. Daß in Würzburg am Kaisergeburtotage bereits ausgehängte Fahnen wieder ein= gezogen wurden, ist in sog. partiknlaristischen Plättern ohne Umschweife getadelt worden. Zweitens wird auch in Preußen die Beflaggung der staatlichen, nicht militärischen Gebäude nicht als Reichssache, sondern als preußische Staatssache behandelt. denn laut„Noln. Ztg.“ besteht in Preußzen die Vorschrift, daß ivilstaatsgevände, wenn sie nur eine Flagge aufziehen, die prenßische, schwarz weiße Dienstflagge zu nehmen haben, während beim Aufziehen mehrerer Flaggen die preutzische steto an bevorzugter Stelle anzudringen ist. Wenn Baiern in der Bevorzugung seiner weiß=blauen Farben noch einen kleinen Schritt weiter gebt, lo ist das wahrhaftig kein Grund zu dem übertriebenen Gbeschrei der lideralen Presse, das mittlerweile sogar schon im Auslande haßliche Auslegungen gefunden hat. Der daierische Hof und die daierische Regierung laßt es an sachlichem Entgegenkommen gegen die„Reichsregierung" wahrlich niemals fehlen. Man hatte sicherlich auch in dieser Formsache langst den alten Standpunkt verlassen, wenn nicht gerade die liberale Presse durch ihre einheitostaatlichen Treibereien, zur, scharfften, Betonung der baierischen Seldstständigkeit und Souveränität nöthigten Daß das liberale Geschäftsministerium Crailsheim in die heutige Schwierigkeit gerieth, ist eine Satire auf das liberale System.— Die baterische Rompilgerfahrt wird, wie setzt endgültig feststeht, in zwei Parthien ausgeführt werden. Der erste Piigerzug soll in den Mai, der zweite in die letzten September= und ersten Oktobertage fallen. Der 8. Ordens= pilgerzug trifft mit dem zweiten allgemeinen baierischen Zuge in Nom zusammen Ob der erste daierische Pilgerzug in Rom Anschluß an den deutschen Pilgerzug nimmt, scheint noch eine offene Frage zu sein. Die Seligsprechung der ehrwürdigen Crescentia ist vom heiligen Vater auf den September verlegt worden; deshalb mußte auch der Pilgerzag verschoben werden Aus der„Augsb. Postzto“ erfahrt man jetzt in autheutischer Fori den wahren Grund dieses Aufschubs. Die Kosten der Seligsprechungsfeier, mit der u. A. auch eine großartige Be leuchtung des Petersdomes verbunden sein wird, belaufen sich auf 85.000 Lire, die von Baiern aufzubringen sind. Bis seyt sind 12.000 M. als Grundstock bereit, so daß noch 58,000 blgo.6 M. durch Spenden beschafft werden müssen. In München hat sich nun ein Zentral-Komitee gebildet, welches bereits einen Aufruf an die baierischen Katholiken erließ. Der hochw. Erzvischof Dr. von Stein übernahm den (Ehrenvorsitz. Vorsivender ist Reichsrath Freihefr von Soden. Die Abgeordnetenkammer hat den Etat deb Ministeriume des Jnnern erledigt. Beim Kapitel der Münchener Polizei griffen die Sozialdemokraten die Neuorganisation der Schutz mannschaft scharf an, während das Jentrum durch den Mund Sickenberger's die wesentlichen Verbesserungen willig anerkannte und sich entschieden gegen den von den Sozialdemokraten ge= forderten Uebergang der Munchener Polizei an die Stadt (Kostenpunkt 11 Mill. M.) aussprach, dagegen etwas weniger militarischen Drill wünschte. Zum großen Kummer der Liberalen wurde ein vom Minister erst nachtraglich aufgenommener An trag Kasselmann, 10,000 M. für die Erhebung älterer Bezirks amtmanner zu Regierungsrathen, vom Zentrum, einem Theile der Bauernbündler und den Sozialdemokraten abgelehnt. Die Bauernbündler spalteten sich in drei Theile, von denen der dritte sich durch Verlassen des Saales der Abstimmung entzog. Eine heitere Parteil Die Lideralen hofften troy ihrer einfluß= losen Minderheit auf einen Sieg, weil die Zentrumsabgeord neten zum Theil in Berlin waren. Zu wichtigen sozialvolitischen Debatten und Entscheidungen gibl die Berathung des neuen Berggesetzes naturgemaß Anlaß. Der Entwurf ist im Ausschusse gründlich durchberathen worden. Der Reserent Frank(Zentrum) erwarb sich dort manche Ver= dienste um die Verbesserung der Vorlage. Dieselbe ist de stimmt, den Arbeiterschutz auch für die Bergwerksarbeiter einzuführen, die Bergbehörden zu reorganisiren und das Knappschaftskassenwesen zu verbessern. Die von der Regierung beantragte Einreitung des Graphits unter die muthbaren Mineralien wurde einstimmig abgelehnt. Bei der Berathung der Arbeiterschutbestimmungen stand zunachst die Frage des gesetzlichen Achtstundentages im Vordergrunde. Die Anträge des Zentrums(Karl Schirmer) und der Sozialdemokraten(Segitz) unterscheiden sich nur in der Form. Beide wollen den Achtstundentag(unter Einrechnung der Ein= und Ausfahrt unter der Erde) gesetzlich fest= legen. Segitz trat in durchaus sachlicher Weise für seinen Antrag ein und geißelte die Mißstände im Bergbetrieb. Karl Schirmer(Zentr.) ging mit solchem Feuer für die Interessen der Bergleute ins Zeug, daß selbst die Sozialdemokraten ihm Beifall spendeten. Er legte das Hauptgewicht auf die Gesundheitsschädlichkeit des Bergwerksbetriebes. Daß die Konkurrenzfahigkeit der Gesellschaften durch den Achtstundentag geschadigt worden, sei ein leerer Vorwand. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Jäger beantragte, um allen Vorwanden die Spitze abzubrechen, daß kleinen, weniger leistungsfähigen Betrieben bis 1905 vom Oberbergamte Ausnahmen gestattet werden könnten, aber erst nach Anhörung des Arbeiterausschusses. Die Liberalen machten wieder mit den Ministern gemeinsame Sache, um den gesetzlichen Achtstundentag zu hintertreiben. Ein liberaler Antrag wollte die Regelung der Arbeitszeit der Arbeitsordnung, also den Unternehmern ganz überlassen. Ein anderer liberaler Antrag(Zinner) wurde vom Minister selbst in eine bessere Form gebracht. Darnach„kann" das Oberbergamt für Betriebe, in welchen durch übermäßige Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet ist, die Arbeitszeit vorschreiben. Diese Bestimmung hat aber gar keinen Werth, weil der Minister schon jetzt erklärt, daß die Arbeiter gar keinen Grund hätten, mit der Arbeitszeit in den Bergwerken unzufrieden zu sein. Die Oberbergämter werden pflichtschuldigst derselben Ansicht beipflichten. Mit bemerkenswerther Entschiedenheit traten auch die Zentrumsabgeordneten Söldner, Lerno, Daiser, Reeb für den gesetzlichen Achtstundentag ein. Baiern werde sich den Dank der Bergarbeiter ganz Europas verdienen. Der Minister versicherte, daß auch er eine Verkürzung der Arbeitszeit wolle, aber durch die Arbeitsordnungen unter Staatskontrolle. Parlamentarisches. A Berlin, 15. Febr. In der Budgetkommission des Reichstages erklärte bei Berathung des Militäretats ein Regierungsvertreter, ban die neue Servisvorlage erst für die nächste Seision fertiggestellt werden würde. Die Statistil der Strafrechtopflege unterliege gegenwärtig der Beschluß fassung ded Bundesraths. Die Kommision nahmn einen Antrag des Abg. Grafen zu Stolberg an. welcher eine Erhöbung des Remontepreises im Jnteresse der Erhaltung der Aufzucht von Nemontepserden empfieblt. 2 ie Ubgg. v. Roon und Müller Sagan) kündigten eine Resolution für das Plenum an, detr. eine Gehaltsaufbesserung der Militärapotdeker. Einem Munsche deo Abg. Grbeber detr. die Bewahrung der Soldaten vor unsittlicher Lektüre und volle Dienstfreiheit während des sonntaglichen Hauptgottesdienstes sagte der württembergische Kriegsminister volle Berücksichtigung zu. Das gesammte Ordinarium des preußischen, sächsischen und württem= bergischen Etats wurde hierauf unverandert bewilligt.— Beim (riat der Medizinalangelegenheiten erklärte ein Regierungsvertreter, daß gegen Prosessor Dr. Neisser an der Uluiversität zu Breslau, der im vorigen Jahre Kranke in der Universitatoklinik mit Syphilisserum geimpft hatte, das Disuplinarverfahren eingeleitet worden sei. Die Neichstagekommission für das Unfallversicherungsgesetz erledigte in der Sitzung von Donnerstag die ab. wurde unverändert nach der Regierunge vorlage augenommen. Derselbe bestimml, bas die Feststellung der Entschadigung in beschleunigtem Verfahren von Amts wegen zu erfolgen hat. Ein Antrag Stadthagen, welcher eine Frist von höchstens 4 Wochen nach dem Unfall wünscht, wurde als in manwven srallen undurchíuhrbar abjelebnt, um so mehr, da durch das Wort„beschleunigt" auf den Beschwerbeweg hingedeutet sei. Bei Fenstellung der Fristen für Entschadisungsansprüche(8 59) wurden auf Antrag Stadthagen zu dem Regierungdentwurf zwei Ersfanzungen hinzugefugt, nämlich daß die Anmeldung der Ansprüche auch bei der für den Wohnort des Verletzten zuständigen unteren Verwaltungsbehörde stattfinden kann und daß bei Abweisung der Bescheid mit Gründen zu versehen ist. Die 88 60(Lohn= und Gehaltsnachweise) und n1(Bescheib über Entschädigung) blieben unverändert, ebenso die Bestimmungen über die Berufung an das Schiedsgericht, 58 62 und 622. Auf Antrag Trimborn(Zentr.) zu uub soll in den Fallen, wo der Anspruch nur dem (Grunde nach erkannt, aber noch nicht die Hohe der Entschädigung festgestellt wird, der Beschlennigung wegsen das Schiedsgericht(nicht das zuständige Genossenschaftsorgan) unverzüglich eine vorläufige Entschadigung zu bewilligen. In an(Zustellung der Entscheidung des Schiedsgerichts) fügte die Kommission auf Antrag Stadthagen(Soz.) die Bestimmung hinzu, daß diese Entscheidung eine Rechtsbelehrung über die Frist zur Einlegung des Rekurses an das Reichsversichersicherungsamt enthalten muß. 622(Rekurs) wurde unverändert angenommen. An§ anb knüpfte sich eine längere Debatte, zunächst über die Bestimmung, daß bei Einlegung des Rekurses Gründe angegeben werden sollen. Auf die Erklärung des Staatssekretars hin, daß diese Bestimmung nur eine Direktive enthalte, stimmte die Kommission zu; sodann wurde nach der Vorlage eine Entlastung des Reichsversicherungsamte verlangt, die Kommission einigte sich schließlich auf den Antrag Dr. Opfergelt(Jentr.), welcher besagt:„Ist der Rekurs unzulassig(# nan Abs. 1) oder verspätet(8 68 2 Abs. a), so hat das Reichsversicherungsamt den Mekurs ohne mündliche Verhandlung zurückzuweisen; ebenso kann es verfahren, wenn die bei der Verhandlung mitwirkenden 12) Mitglieder deuselben einstimmig als offenbar ungerechtfertigt erachten."— Nächste Sitzung Freitag Landwirthschaft und Gartenbau. * Arbeitermangel auf dem Lande. In dem Artikel in Nr. 74 der„Niederrh. Bolksztg.“ von Samstag, 1u. Febr. „Winterarbeit auf dem Lande“ wird uns aus landwirthschaft lichen Kreisen geschrieben: Das der ländliche Arbeitermangel immer drückender wird, ist leider nur zu wahr, auch muß an gegeben werden, daß von einer Beschrankung der Freizügigkeit bei den heutigen Zeitverhältnissen eine Besserung kaum erwartet werden kann. Es ist jedoch auch nicht zu bezweifeln, daß den Arbeitern die Landarbeit nicht mehr zusagt; düngen, streuen, pflügen, dreschen usw. das alles gefallt ihrem von dem Drang und der krankhasten Sucht nach der Stadt und Fabrik(diese Worte allein begeistern schon) fortgerissenen Sinne nicht mehr. Unter diesen Umständen kann von Einimpfen der Liebe zur Scholle von Kindesbeinen an kaum noch die Rede sein. Sorgt doch der Zeitgeist dafür, daß von frühester Jugend an, und nicht selten sogar erst recht durch das Beispiel der Eltern, die Vergnügungssucht einreißt. Wenn nun angenommen wird, daß eine unsichere Existenz theilweise die Ursache der Landflucht ist, so muß dem entgegengehalten werden, daß auch auf dem Lande hohe Löhne, und besonders sehr hohe Akkordlohne gezahlt werden, so daß bei den miserablen Getreide Erträgen des vergangenen Jahres und den trotzdem noch niedrigen Preisen nicht die Existenz des Landarbeiters, wohl aber diejenige manches Landwirthen bedroht ist. Wenn nun auch gerne zugegeben wird, daß der Stadt= bezw. Fabrikarbeiter mehr verdient als der Landarbeiter, so kann doch auch wieder nicht bestritten werden, daß=jener mehr verbraucht, und es ist des halb durchaus fraglich, wer von beiden besser auskommt, zumal wenn man in Betracht zieht, daß der verheirathete Arbeiter auf dem Lande meistens noch ein kleines eigenes Anwesen nebenbel bewirthschaftet. Ferner ist wohl richtig, daß in den Jahren 1882 1895 durch die Einführung der Maschine der maschinelle Betrieb einen bedeutenden Umfang angenommen hat, auch ist es leider nicht zu bezweifeln, daß in diesen 13 Jahren die Arbeiterzahl stark abgenommen hat, jedoch ist es durchaus unrichtig, diesen Verlust, wenn auch bloß zu einem größeren Theil auf das Konto der Maschinen zu setzen. Thatsächlich ist beispielsweise in hiesiger Gegend, und zwar in sehr weitem Umkreise, der landwirthschaftliche Betrieb so eingerichtet, daß jeder Landwirth seine Leute trotz Dreschmaschine, die übrigens unentbehrlich ist, das ganze Jahr hindurch, also auch im Winter nothwendig braucht. Deshalb erscheint der Vorwurf mangelnder Rücksichtnahme auf zweckmäßige Vertheilung der Arbeit durchaus nicht stichhaltig. Gerichtszeitung. □ Cleve, 15. Febr. Strafkammer. Der Kaufmann Bernhard U. zu Moers war eines Vergehens gegen das Markenschutzgesetz vom Jahre 1894 angeklagt. Derselbe hatte in den Jahren 1898—1899 durch fortgesetzte Handlungen die Etiketten, Geschäftsempfehlungen und Verpackung des Boonekampfabrikanten Hubert U. zu Rheinberg so täuschend nachgeahmt, daß dadurch leicht ein Irrthum erregt werden konnte. H. U. trat als Nebenkläger auf. Angeklagter erklärte, ihm sei nicht bekannt gewesen, daß die Etiketten rc. des H. gesetzlich 1 /1 geschutzt gewesen seien. Der Staatsanwalt beantragte die Bedes Angeklagten und stellte die Höhe der Strafe dem Gerichtshofe anheim. Nebenkläger beantragte, die Strafe nicht zu gering zu bemessen und behielt sich vor, den zivilrechtlichen Schadensanspruch am Zivilgericht geltend zu machen. Nach einer längeren Berathung wurde der Urtheilsspruch auf den 22. d. M. vertagt. Die Vertheidigung hatte Freisprechung beantragt.— Der Kutscher Peter B. zu Geldern erhielt wegen Mißhandlung mit einem gefährlichen Werkzeuge eine Gefängnißstrase von 6 Monaten.— Der Arbeiter Bernhard Dr. zu Hochstraß hatte seinen Vater mit einem Messer mißhandelt. Obgleich der als Zeuge geladene Vater und die Schwester des Angeklagten heute ihre Aussage verweigerten, wurde der Angeklagte unter Annahme mildernder Umstände zu sängnißst Handlanger Peier St. zu Hochstraß, schon verschiedene Mole wegen Diebstabls und Betruas vorbestraft, hatte im Dezember vorigen Jahres von dem Gemeindebaumeister unter der salschen Vorspiegelung ihm sei ein Kind gestorben 10 Mark gelieb n mit dem Versprechen, dieselben am nachsten Lohnungstoge zurückzuzahlen dieses Versprechen aber nicht erfüllt. Außerdem hatte derselbe im September v. J dem Arbeiter Rl zu Hom= berg ein Paar Schube und einen Reisepay gestohlen. Das Urtheil lautete wegen Diebstahls und Betrugs im Nückfalle auf 6 Mongie Gesängniß. Der Bergmann Hermann Gerhard H zu Hochheide, welcher den Wilhelm N und den Adolf N. ohne jede Veranlassung mißhandelt hatte, erhelt 4 Monate Gesäng sängniß.— Arbeiter Peter H. zu Dülken erhielt wegen Körper= verletzung 8 Monate Gefängniß Rheinland und Westfalen. * Aus dem Krese Kempen. 15. Febr. erhalten wir eine Zuschrift von brachtenswerther Seite, welcher, wir Nach siebendes entnehmen:„Am B. Januar hotte der Kreistag die Wahlen des Großgrundbesitzes für ungültig erklart und die liberale Minoritat hatte dagegen stürmisch Protest erhoben Leytere sah lich jedoch in Folge eines Winkes zum Ruckzuge gezwungen, hatte aber doch einstweilen ihren Zweck erreicht, ndem die Masorität es zuließ, daß der Vorsitzende den Kreista fur geschlossen erklärte, obschon die Tagesordnung— darunter enwahlen für den Kreidausschuß— nicht erledigt war. Hierfür war nun Zeit gewonnen und da bei den solgenden Neuwahlen für den Großgrundbesitz die Kandidaten der liberalen Partei durchgedrückt wurden, und zwar mit Hülfe mehrerer der Zentrumspartei angehörender Mitglieder, so konnte man den weiteren Ereignissen getroster entgegensehen. Man suchte nun ein Kompromiß anzubahnen und schlug der auf dem Boden des Zentrums stehenden Partel auch außerlich dazu zahlende Gouvernementale für die Kreisauesch ßwahl vor, um die nach dem Wahlturnus ausscheidenden, aber wieder wählbaren Kreis= ausschußmitglieder zu beseitigen. Leyztere haben sich anerkannter maßen voll und ganz in dieser Stellung bewahrt und gezeigt, daß sie vorkommenden Falles auch„Nein“ sagen können. Ob die vorgeschlagenen Ersatzmänner in gleicher Weile sich be wahren werden, ist mindestens ungewiß. Soll die Selbstverwaltung kein Possenspiel, sondern Wahrheit sein, so mutz man nur charakterfeste Leute wählen. Insbesondere haben die hiesigen Landwirthe alle Veranlassung, auf der Hut zu sein und sich vor Ueberraschungen zu bewahren. Soll doch dem Vernehmen nach im Jahre 1902 ein Wechsel in der Nreieverwaltung zu erwarten sein, wozu von liberaler Seite schon setzt Vorkehrung getroffen, ja der Kandidat schon setzt bezeichnet wird. Hiernach würde auch der Kreis Kempen aufhören, einen katholischen Landrath zu besitzen. Die liverale Partei, ver= starkt durch ein halbes Dutzend unter der Flagge des Zentrume narschirender Gouvernementale, wu de dies schon zu Stande bringen, wenn unsere gut katholischen Landwerihe sich nicht setzt ent zusammenschaarten. Tarum aufgepaßt Jh. Landwirthe, er= chemnt alle bei der Wahlurne, wenn Ihr gerufen werdet. Alle Mann in Bord und vor Allem jetzt im Kreistage am Donnerstag denn 22. Februar und wählet wieder Eure alten bewah ten K eisausschußmitglieder. Wenn wir im Vorstehenden unsere Auffassung etwas scharf pointiet haben, dann liegt der Grund darin, daß wich dos verdeckte Vorgeben der Liberelen etwos klarer stellen möchten. Tos Behreben der Herren gebi nömlich bobin, ja nicht durchtlicken zu laßen, daß es sich bei ihnen um die Bekümptung der Zentrumspartei handele. nein, schlauerweile beißt es nur.„was lohl ihr ench immer von gewissten Leuten im Kreile führen, die haben lange genna regiert, warum soll nicht ein Ma frisches Biul in den Kreisnelch s. warum nicht eimnal cine andere Fuhrung kommen!" Und wirflich hat dieses verschleierte Aufteeten der liberelen ten es dem Anscheine noch zu Wege arbrau. sonst durchaue katholische. aur Zentrumspartei gehörige Herren irre zu führen. Indessen glauben wit, daß uniere Ausfuhrungen den Ersolo haben werden, daß auch diese schwarkend gewordenen Herren sich ihrer Pnicht bewußt und nicht weiter mitdellen werden, den Liberalen eine Masorität im Kreidtage zu verschaffen * Mannheim. 16. Febr. Der Leiter einer Filiale der Engelhardlchen Tapetentabrik. Stadtverordneter Sattler. ist wegen angeblicher Unterschlagung von 16,000 M. verhaftet worden. Volkswirthschaftliches und Soziales. ** Krefeld, 17. Febr. Der voriglährige Delegirten tag der katholischen Arbeitervereine der Erzdidzese Koln, welcher zu Gladbach stottsand, beschloß bekanntlich, in diesem Janre den Delegirtentag in klachen abzuhalten. Dersele wird voraussichtlich im Jnni stattfind u. Es werden folgende Punkte zur Verhandlung kommen: Die Wohnungdfrage, die Krankenkassenfrage und die Alkoholfrage. Es in zu begrußen. daß die zur Berathung kommenden Themata so früh bekannt gemacht werden, dann können die einzelnen Arbeitervereine dieselben vorher erörtern, um ihre Delegirten mit dem nöthigen Material zu versehen. Sämmtliche Punkte sind sehr wichtig und wohl werth, in den einzelnen Arbeitervereinen einer Be= rathung unterzogen zu werden. Lokales. ** Krefeld, 16. Febr. Nachdem wir vor mehreren Tagen einen Hinweis auf die in der„Reichshalle" bestehende Sterbe= kasse„Sterbe=Auflage“ gebracht haben, wollen wir beute auf die in demselben Lokale befindliche„II. Sterbekalse“ au merksam machen. Im Jahre 1810 gegründet, zahlt sie ale jungste der hier bestehenden Kassen 14.248 Mitglieder mit einem Kapital von annähernd 220,000 M. Obwohl die Mitglieder nur 5 Pfa. Beitrag pro Woche zahlen, gewährt die Kasse doch ein Sterbegeld von 240 M. für seden Sterbefall. Ein besonderer Vortheil für die Mitglieder der Kasse besteht darin, daß Mitglieder in der Wahl ihres Wohnortes nicht bescheankt sind. Die II. Sterbekasse hat daher auch, obwohl sie, wie schon oben erwähnt, die jüngnte ist, die anderen ähnlich eingerichteten Sterbekassen an Mitglieder= zahl und demnach auch an Kapital weit überholt. Auf die Wichtigkeit, welche die Mitglie schaft dieser Nasse für einen jeden, namentlich für den Arbeiter hat, braucht wohl nicht näher eingegangen zu werden, liegt es doch klar auf der Hand, daß die ausgezahlte Summe wenigstens für die ersten Monate die Familie, welcher der Ernährer entrissen wird, vor Noth schützt. Möge es daher niemind unterlassen, sich und seine Angehörigen in die 2. Sterbekasse, welche die bestfun an leften: et lous sé bena mit dem Bewuhtiein zur emngen Rute legen, ibr friee Ungeberigen das gethau zu hoben. wos in seinen Kraften hont Handel und Verkehr. * Nierien. Ib. Bebr. Jn der Generolvericmmlung der Bierseyer Aktien=Gesellschaft ihr Spinneres und Weberei theilte die Direktion mit, dan bis zum Schluh de= vergangenen Jahres die Flachtpreile um zirto 40 Proz. in die Hobe gegangen sind. Tieles Aufwartsgebrn hat sich im neven lahre fortgeseyzt und ist dis jetzt noch nicht zum Stillnand ge= kommen, so daß die Flochte beute 60 dis 70 Praz. theurer sind. als zur billigiten Zeit im vergangenen Jahre. Eine derartiae Preistreiberei auf dem Flachsmarkte ist in so kurzer Zeit noch nicht dageweien. Dazu tritt die geringere Cuolitat der Waare in Folge von Mißwachs und schlechten Wetters zur Zeit der Abite. wodurch die Werthdisterenz noch vergrößert wird. Dazn kommt ferner die Vergrößerung der Produstionskonen durch Grhohung der Lohne und die Mehrkonten für Kohlen, Eilen und aller sonitigen Verbrauchsartikel der Spinneret, lonic die Beeinträchtigung der Produktion durch die sich im ner schwieriger gestaltenden Urbeiterverhaltnisse, so daß für das laufende Jahr ein gutes Ergebniß nichtvoranszusehen in. Die Fabrik hat zwar aus dem altea JWore noch einen großen Posten Flachs in das neue Jahr hinübergerettet, allein es reichen auch die zu billigen Preisen geschlostenen Garnkontrakte bis weit in das neue Jahr hinein. * Frantreichs Steinkohlen=Produktion im Jahre 1999. Jn den Kohlenbecken der Departements Nord und Pas de Calais waren wahrend des Katender abres 1899 im Ganzen 124 Steinkohlengruben im Betriebe, welche 20,533,6711 Steenkohlen förderten und zwar 10,477.617 1 im ersten Halb= jahr und 10,056,034 t im zweiten Halbjahr. Die Ausbeue des Jahres 1898 betrug nur 19.955,246 t wurde also im JJahre 1899 um 578,385 1 übertroffen; 1997 wurden noch weniger als 1898, nämlich 18,942,196 1 gefordert. Die Steigerung des Jahres 1992 entfallt ausschlienlich auf das Kohlenlager von Pas de Calais, welches im Jahre 1899 aus 77 Gruben allein 619,947 1 mehr lieferte als im Vorjahre, wahrend die 47 Gruben das Departements da Nord 1899 im Vergleich zum Vorjahre eine Minderproduktion von 41,5621 aufzuweisen hatt:n. Das Banthanvon Beckerath-Heilmann Sternstrasse Nr. 2 besorgt alle in das Bankfach einschlagenden Geschäfte, vermittelt den 4 n and Vertanl van papteren au billigen Bedingungen, erofnet laulende and(heck nimmt Spareinlagen gebührentrel entgegen verzinslich zu 2, bis 4 Pros. je nach Kundigungefrist und emptichit die in sciner feuer- und diebessichern Stalileingerichteten vermiethbaren Sehrant Iicher(Sales), welche unter eigenem Verschlusse des Mecher I t and an der Kasee Petera& Co. Alnenkapitel M. 16,0/1 Reierre M. 2.680,0. Krefeld. 18. Febr. Wechtel. t 1 6 169 70 16° 30 «e 9145 8115 un 64—4 M. 10 76 20 7560 8000 8060 Ueestgeiiebe Latgegessebee vos Zeichessges auf alle zur Auagabe gelangenden Ak ien, Staat- a. andere Papiere, Assshne vos Deset 5e J Veschlen 5..0. eitrers:. Satee Aetasfasle. 6 eceMteweched, Cröffaseg lasfesder Rechsengea s. Caech Aostl. An a Vertasf vos Oevisea.»w e Resoing aller sosstigen in das Bantfach echlagenden Ge 4 te. Verwato-g vea Werthaple en. Oexomeates aller Art y 4 Aufberabrung vos Werthgegenstieden Uelstereserte Asehenft öber alle Wertheaplere Kesteaiose Eis ess g sammtl. Kopons u. Dividendenechein Kestre..- Aedeense, Wir nehmes in joder Möhe Sparcintegen as mit Verziasgag auf Welteres bel fübellener Adasigung 10 4 Pror. bel secamenallicher VUndigang ru 3, Pror., bel seche nonstlicher Abadigung zu 3 Prez. bel dreimosafllenes Kündigung ru 2% Prez., bel täglleher Kbadigung zu 2 Proz. An and Verkauf von Werthpapiersa zu vortheuhalten B dingungen. Fast alle 8½% 9204% Pfas briefe erstkisssiger destecher Hysethe-eabasken eriasses wir rom Gerliser Vagestureo trei ven allen Speses, Ce1dveeheel. Viehmärkkte. arkt. Bae en: 757 Calder. feinste Man. Mrs. und gute 16062« n. * P01n, 16. 3e 70 beste hangkalbr 76 Sang'e 70 72inge Sonakaitr 65 67 Arrst.)54 58 748 5hate 1. Cual 70 00 65 66 80 Plo zewchr. Gescholene Schaf f. 5d. Geschaft, Ma kt gerdamt 0..n. e, 1* Zebr. Biehmark:*“er. 850*6 ine, 226 salder. 78 0mpel. S4wn 1. 01* 48 50. 2. 45 47 M fur A 75 80 94.» 60 70 et. Oume 1. Oal 65*le. 60» Frucht= und Viktualienmärkte. *9.. 10 4r. 6 1. 10 a 1 Cual 600 500 0180 250 330 50* 300 350 ner 500 eilo 10.. eideulch(3.- M. M ve per 100 Rlle 1. Qual. 00 00- 2. Cusl. 00 00. V1 0l ver 100* 1a Barthien von 00 3tr. 53.75 M.. Na ol ver 100 Eilo fahwene 55 25 M, gereinigtes (I per 100 rilo 3 N. höder nia Kuböl. Bretzku den ver 1000 Eilo 105.—* 50 Ello 540— Garter ver Rilo 220 M. Cer 25 Stuc 263 Für den Jnseraten= und Reclamentheil verantwortlich: J. Keller. ie offene Handelsgesellschaf unter der Firma Bohnen Schmitz hier hat sich am1 dieses Monats anfgelöst Ta Geschäft derselben ist von dn Ge ell chafter Franz Schmie jetzt zu Nrefeld, mit allen Rechte und Ve bindlichkeiten zur Fort führung unter der Firmeran Symitz übernommen. D Frma Bohnen& Schmitz ist ge. scht. Kreseld. 12. Febr. 1900. Königliches Amtsfericht Die Firma E. Schönbrod hier ist erloschen. Krese d. 12. Febr. 1900 Königliches Amtsgerich Jn das Haudelsregister in ein ettagen die offene Handele gere. schaft unter, der Firm Gebinder Wihl mit dem Sitz in Kreseld. Als Inhabe Kaufmann Anselm gen. Adol Wihl und Kaufmann Julin Wihl, beide zu Kreseld. Di (6Uschaft hat am 1. diese Monats begonnen. Niefeld. 12. Febr. 19 M. Königliches Amtsgeri Beim Crefelder Beamten Konsum=Verein ist im Ge nossenschaftsregister heute einge tragen worden, daß gemaß 2 schluß der Haupt=Versamm un vom 3. Juli 1897 jeder 6 schaftsantheil 15 Mark beträ, und daß neben diesem Anthei die Mitglieder für die Ve bind lichkeiten der Genossenschaft sow hl dieser, wie unmittelvar de Glaubigern gegenüber noch mi einem Betrage von gleicher Hoh= des Geschäftsantheils haften. Krefeld. 14. Febr. 1 Konigliches Amtsgerchi In das Handels egister ist eingetra en die Firma Hug Nuenfels, Krefeld. Al Inhaber: Der Kaufmann Hug Neuensels zu Krefeld. Krefeld. 12. Febr. 1900. Königliches Amtsgericht Heute ist in das Handels reaster bei der offenen Handels gesellschaft unter der Firma Kramer& Baum zu Krefeld eingetragen: Vereinbarungs gemaß in der Gesellschafter Carl Adolph Kramer am 1. d. M ausgetreten und der Kaufmann Nobert Kramer zu Krefeld gleichzeitig an seiner Stelle in ie Gesellschaft eingetreten. Krefeld, 8. Februar 19 00. Königliches Amts erich Jn das Handelsregister ist heute eingetragen die Firma Gustav Düllberg, Krefeld, Zweig niede lassung in Bad Nauheim und Frankfurt a. M. Al Inhaber Kaufmann Gustav Düllberg zu Krefeld. Krefeld, 9. Februar 19 Konigliches Amtsgericht. In das Handelsregister ist ingetrauendie Firma Heinrich dillekes. Krefeld. Als In iber: Kaufmann Heinrich dillekes zu Krefeld. Krefeld, 12. Februar 190 Königliches Amts ericht Jn das Handelsregister ist actragen die Firma Theodor olters mit dem Sitze in Krefeld. Als Inhaber: Kauf Theodor Holters zu Krefeld. Kreseld, 13. Febr. 1900. Königliches Amtsgericht Jn das Handelsreginer u ein zet anen die onene Handele Geschw. n Kiefeld und den Inhibern Naria Justen und Christin usten, beide zu Krefel ejonen am 15. Januar 1 Krfeld, 13. Febr Aongliches Amte In dis Handeloregisters. Fwald Corty ir.„a V i Prokura für die Firma Edm sarty& Co. hier e theilt. Verkauf uf Gramannshof Vennichel. Die Erben der auf Gramanns hof zu eist rei Capellen, Kreis Moers derlebten Aterwirthin Fränlein Sibulla Gramann lassen Donnerstag, 1. Marz er. Mittags 1 Uhr, auf besagtem Gramannsh offentlich meist ietend auf Kred egen Bürgschaft verkaufen: 2 kroftige Vierde, Rasse. 1 Kuh, 1 Haldverde Geschirr. Pierde elbir. Karren und Ackergeräthschaften sodann einen sehr groye Vorrath von Roggen=, Weizen|| und Harernroh, welches schon gebunden ist, Heu, Kaaf und Zuckerrüben. Letztere Gegenstände als Stroh Heu, Kaaf und Zuckerrübe werden auch schon fruher Bairzahlung abgegeben. Jusigrath Hofmann. Notar Peterstr., am Östwall, ein Unterhaus oder 1. von 4 Zimmernn Speicherzimm. zu vermiethen. * Velerstraße 152, unten In das Handelsregister in die offene Handelsgesellschaft unter der Firma Heinr. Tonang & Co. mit dem Sitze in Krefeld eing tragen. Gesellschafter und: Kaufm. Konstantin Tohlang. Kaufm. Egidins Tohang. beide zu Krefeld. Die Gesellschaft hat am 11. Februat 1881 begonnen und am 1. Februar 1900 den Sitz von Lobberich nach Krefeld verlegt. Krefeld, 12. Februar 1900. Königliches Amtsgericht Mädchen svon 15 bis 16 Jahren zu zwei Personen gesucht. Dasselbe hat Gelegenheit, die bestere Küche erlernen. 90 Kronprinzenstraße 146. Regenschirme in größter Auswahl zu billigsten Preisen. WIIh. Gellings. Schirmfabrik, 89 Hubertusstraße 89. Reparaturen u. Ueberziehen bill. Verkauf zu Oppum. Ponnerstag, 22. Febr. cr., Norm tta 6 10 Uhr. ei der Wirthen Wwe. Venne mann zu Oppum laßt Herr lman Happer 15 StückhochHolsteiner Rasse ffentlich auf Kredit verkaufen. Uerbingen. Justizrath Jusbayn, Ntar Schweine Schweine=Verkan zu St. Tönis. ischerm twoch, 24. Fe Mar ens 10 U r. eim Wirthe Joh. Hoh in t. Töni, laßt Herr Jol rickes daselbu: 12 fer schöne huttan Schneine, sowie eine Part schöner Faselschweine vo 4 Monate uf Kredit gegen Bürgsch Kempen.(. Mutten Großer Mobilarund Vieh=Verkan zu Willicherhardt. Herr Nob. Hennen läst umzugshalber am Nit voch. 28. Februar cr. Morens punti 9 Uhr. zu Willicherhardt auf seinen doie— Rangenbof— sein sesammtes Gut inve tar un ausmobilar, worunter nament ch: 2 Pferde, 4 Kuhe. 20 Fasel schweine, 2 tragende Schweine. 50 Hühner, 2 Schlagkarren mit Ernteleiter, 1 Stallwasse karre, 1 Wendepflug. 1 Hunde pflug. 1 Extirpator, 1 Lack sch Ackeregge, 3 hölzerne Eggen, 1 Wilze, 1 Schaufelpnng 1 Hackselmaschine. 1 Wann mühle, sowie soustiges kleines Ackergeräth, sä mtl. Pferd. Geschirr, Brandholz, 800 Ctr. Lanker Rüden, 1 Herd, zwe Oesen, Vienkessel, Tische Stühle, Schränke, eine voll ständige Käseeinrichtung, ein Sopha, Porzellan= und Glas sachen und Kuchengerathe offentlich auf Kredit gegen Bürg schaft verkaufen. Das Bieh kommt Nach mittags punkt 1 Uhr zu Verkauf. Posten bis zu 5 M. inkl sind gleich zahlbar. 913 Krefeld Justierath Hundt, Notar. Jn das Handelsregister ist heuite eingetragen die Gesellschaft nit beschrankter Haitung unter der Firma:„Kaiser's Kasseeeschäft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" mit dem Sitze in Viersen und Zweigniederlassung in Keesel. Gegenstand des Unternehmens dieser Gesellschaft ist Roneret und anderweitige Verarbeitung von Kanfee, ferner die Herstellung von Kaffeeersatzmitteln und Kaffeezusatzen, sowie der Vertrieb dicer Erzeugnisse und der Verkauf von Cacao, To e. Chokolade, Bsluits, Zucker und ähnlichen Artikeln. Das Stammk pitl betragt 3.200,000 Mark Der Gsellschaf svertrag ist am 16. Mat 1899 geschlossen. Geschaft fuhrer sind: Kaufmann Josef Kaiser und Kaufmann Peter Kaiser, beide zu Viersen J dem derselben steht nach dem Gesenschiftsvertrage die Besugm zu, allein die Gesell hait zu verfreten und die Flemg zu zeichnen Die Gesellschafter Josef Kaiser und Peter Kaiser hab hre Stammeinlagen in der Weise gele stet. daß ne ihre beide eichen An heile an dem Vermögen der nunmehr ausg lö dand! gesellschaft„Hermann Kaiser" zu Viersen in Bausch nd Bogen der genannten Gsellschaft„Kaiser's Kassee geschäft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ mit Wirku vom 1. Jannar 18 s ab nach dem Stande vom 31. Dezbr. 18 de ciguet haben. Zu diesem Vermögen geh reu inobesondere: ) die in der Gemeinde Viersen, h) die in der Armrinde B ce au die in der Gemeinde Heilbronn gelegenen Grundstücke, nebit den darauf errichteten Gebauden und Mischinen und aem Zuhör. zum Werthe von zu a) 133,44529 Mark, zu 5e.300.— Mark, zu el 26.2 Mark; ferner gehören das die sonitigen Aktiven der genannten Handelsgesellschaft n Firma„Hermann Kaiser“ mit allen auf Vertragen beuhenden Rechten und Verpilichtungen, mit biaten Kassenb tnden, Effekten, Außenntanden, Hypotheken und Forder ingen eit sammtlichen zum Fabrikgeschaft und zu den Filialen ge sorenden Inventaritücken, Utensilien. Vorräthen an Robstoffe teien und unsertigen Waaren, sowie den Rechten ans Ein ragungen von Waarenzeichen und Gebrauchemustern, zun Werthe von 4,800,749.88 Mark. e) Firmenrecht ud Kund haft dieser Handelsgesellschaft zun Werthe von 1.073,500.4 arl. Ich empfehle mich im Kochen bei Festlichkeiten, Gesellschaften, Hochleiten rc. 8412 Frau Trockel, Liebfrauenstr. 19. Preussische höhere Fachschule für Textil-Industrie zu Krefeld. Am 19. März beginnen neue Lehrkurse der Abtheilungen für Weberei, Musterzeichnen, Hand= und Maschinen=Sticken Sonntagswebeschule. Der Unterricht im Musterausnehmen deginnt am Sonntag, den 18. März er., 11 Uhr. Der Direktor Lembcke. elegenleistung hat die ung die Palsiven der F lanz per 31. Dezember sommen und den beiden von 5,899,285.8% Mirk. Ale besellschaft mit beschrankter Hai= ma Hermann Kaiser nach de 08 mit 2,699.285.89 Mark über besellschaftern Geschaftsantheile in der he von 3,200,000 Mark gewahrt. Oeffentliche Bekannt nachungen der Gesellschaft werden von dem Geschaftsführer durch nmal ge Einrückung in den Deutschen Reichs= und Königlich Preunischen Staats=Anzeiger unter Beifügung der Firma se lassen. Krefeld, den 12. Februar 1900. Königliches Amtsgericht. Bekanntmachung. 1. In der Zcit vom 5. bis 15. Marz findet das Austragen der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen für das Mobilmachungsjahr 1900/ 1901(erstere auf rathem Papier, letztere auf weinem Papier) durch Polizeibeamte statt. 2. Jeder noch nicht zur Meldung gebrachte Wohnungswechsel ist sofort dem Bezirk kommando a zuzeigen. 3. Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes— falls sie icht selbst zur Empfangnahme sich zu Hause halten können haben hiermit einen ihrer(erwachsenen) Anverwandten, Quartier virthe oder Mitbewohner zu beauftragen. 4. Jeder Mann(ausgenommen Landwehr II) der bis zun 25. Marz keine Kriegsbeorderung oder Paßnotiz erhalten hat, hat dieses schriftlich oder mundlich sofort dem Bezirke-Kommande zu melden. 5. Die vom 1. April 1900 ab nicht mehr gültigen Kriege beorderungen(auf gelbem Papier) und Paßnotizen, sind an iesem Tage, aber keinesfalls früher, durch die Mannschaften selbst zu vernichten. Krefeld, den 14. Februar 1900. Königliches Bezirkskommando. von Goeckingk, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. Die Export=Bierbrauerei F. Lehmkuhl in Dortmund empfiehlt außer ihren als vorzüglich bekannten, preisgekrönten hellen und dunkeln Vieren für die Folge auch prima Deutsch=Pilsener ein dem echten Pilsener ebenbürtiger Stoff. Vertreter für Krefeld und Umgegend: Ludwig Schäfer Wegen gänzlicher Aufgabe des Geschifts vollständiger Ausverkauf co ganzen Waarenlagers zu bedeutend er mäßigten Preisen. Die Anfertigung wird bis zum Schluß in bekannter sorgsamster Aus uhrung fortgesetzt. 8180 FrauCarlUhde Östwall 176. PMTTTEEIETTXXE Fr. Hagedorn, Färberei und Wasch Anstalt 1. Ranges. Ca. 40 Angestellte. Gegr. 1866. Pat. Reinigungs=Verfahren. daupt=Geschaft: Rheinstr. 133 an der Dionysiuskirche. innahmestellen bei: bener& Winkhans, Ostwall 142. beschw. Wolff, Sternstr. 1. Ueter Bolten. Marktstr. 142. Uster. Sudstr. 6. Frl. Joh. Bey. Fischelnerstr. 52. beschw. Hünckens, Konigstraße 145. Sorgfaltige Ausführung. Billige Preise. 8212 Liesering in wenigen Tagen. Cognae. 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