Elberfeld=Barmen. Einzelpreis 15 Goldpfennig. Samstag. den 3. April 1920. Nr. 78. 42. Jahrgang. Erscheint täglich nachmittags, außer Sonntags.— Bezugspreis monatlich 8 A.— Bei Nichterscheinen keine Erstattung des Bezugsgeldes. Postscheckkonto: Köln 9928. Bei allen Ueberweisungen wird um genaue Angabe der Anzeigen- und Zeitungsnummer gebeten. Freie Presse Anzeigenpreis; 1 mm Oöhe(85 mm breit) 10 Reichspfennig. Reklamen, 1 mm Söbe(94 mm br.) 40 Reichspfennig. Anzeigenrechnungen sind sofort zahlbar. Für Aufnahme von guyibau Je. aufnadne von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen u. für teleph Aufträge wird keine Gewähr übernommen.. Bei Störungen durch höhere Gewalt können Ersatzansprüche nicht berücksichtiat werden. Zeitung der Sozialdemokratischen Partei für das bergische Land Sonderbeilagen: Bilder vom Tage„Volk und Zeit",„Feierstunden",„Die arbeitende Frau",„Das neue Werden",„Die arbeitende Jugend". Redaktion; Elberfeld, Robertstr. 8a. 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Als das Sinnbild der Fruchtbarkeit war der Hase der Frühlingsgöttin Östara geweiht, und später wurde dann das Ei das gleiche Symbol des Frühlingssegens. Es ist noch kein frisches Grünen und Blühen allüberall wie im Mai. Es ist noch Werden. Ein Ahnen liegt über der Welt. Es keimt in den Schollen, und ein Schwellen ist in den jungen Blattknospen. Aber es wird. Nach ewigem Gesetz. Nach Gesetz. Ein Entwicklungsgedanke zieht sich durch alles Werden der Natur. Wenn sie auch verschwendet und Millionen von Keimen ins Leben setzt, um sie untergehen zu lassen: es geschieht um des Lebens, um der Entwicklung willen. Und je höher die Entwicklung ist, um so klarer kommt das große organisatorische Prinzip des Wachsens zum Ausdruck, das Ineinanderwachsen. Darum fördert der Mensch die Natur, indem er handelt nach Plan. Er pflegt Feld und Wald, und er erhöht durch Ordnung die Fruchtbarkeit. Wir erforschen die Gesetze des Wachsens. Wir suchen die bestmöglichen Lebensbedingungen zu erkennen. Wir streben, das ganze Leben bei Pflanze und Tier in eine Einheit zu bringen von Wirtschaft und Wissenschaft. Und wenn uns der Österspaziergang durch Gärten und Felder führt, so ist uns die junge, frische Erde nur deshalb der Ausdruck der Fruchtbarkeit, weil wir wissen, daß sie nicht sinnlos, sondern aus dem Gedanken planmäßiger Notwendigkeit bearbeitet wird. Fruchtbarkeit heißt Plan und Ordnung, und wenn Östern das schöne Naturfest des in Fruchtbarkeit auferstehenden Lebens sein soll, dann ist es zugleich das Fest des Glaubens an die wachsende Harmonie, die Leben und Entwicklung bedeuten. Wo Sinnlosigkeit ist, herrscht Rückstand. Wo Verschwendung von Auferstehen? Den ihr gekreuzigt, Den Gottmenschen, Den laßt ihr heute auferstehen. Warum habt ihr ihn ermordet? Weil er die Liebe verkündet, Weil er euch verfluchte, Die ihr dem Mammon dient, Weil er den Sklaven die Ketten nehmen wollte, Weil er Menschenwürde forderte Für die Menschen, Weil er Brüder nannte Die Menschen alle! Darum habt ihr ihn gemordet, Und nun laßt ihr ihn aufersteh'n? Darf er nun seine Lehre verkünden? Wollt ihr nun ihn erkennen, Ihr, die ihr seinen Namen tragt Und den toten Jesus verherrlicht? Ihr wehret ab die Lehre, Daß gleiches Recht den Menschen eigen, Ihr schmiedet Ketten Und zerstampft die Menschenwürde, Ihr kerkert den Geist Und jagt ihn mit der Hungerpeitsche. Dem Mammon opfert ihr Die Seelen, Die ihr unsterblich nennt Und schlachtet Millionen Menschen Zu fättigen eure Bentegier. Und feiert des Heilands Auferstehen? Verbirg dich noch, du Gekreuzigter, Wenn du nicht umgelernt haft Wie deine„Stellvertreter", Wolltest du auferstehen Und predigen dein Evangelium Der Menschheitsbrüderschaft, Du würdest ans Kreuz geschlagen, Noch ehe das Halleluja verhallt. Die Pharisäer leben noch Und zwingen auch heute wieder den Pilatus, Daß er seine blutigen Hände wäscht Jn der Heuchelei, Die sie Unschuld nennen. Joseph Radermacher. Werten ist, kann keine volle fruchtbare Aufwärtsentwicklung des Lebens sein. Und wie planlos verschwenderisch ist man mit Menschenkraft! Sorgsam gepflegt finden wir draußen die Österlandschaft. Jedes Körnchen ist wohl geborgen, daß es seine natürliche Aufgabe erfüllen kann. Nur der Mensch ist nicht wert, behandelt zu werden nach dem gleichen Ordnungsgesetz. Da liegt bei Tausenden, bei aber Tausenden, bei Hunderttausenden in dieser Zeit des Festes der Fruchtbarkeit gesunde, lebendige Kraft brach. Menschenkraft! Die Kraft des höchsten Entwicklungswesens. Schöpferische Gestaltungsfähigkeit. Werte, die einem weltumspannenden Schaffen zu dienen bestimmt sind. Menschenkraft wird in Massen verschwendet. Der Kapitalismus hat einfach keine Verwendung für sie— und er spricht damit sein eigenes Todesurteil. Wer an schöpferisches Leben glaubt, kann dem Kapitalismus nicht anhängen.— Und bleibt es bei der Unterdrückung der Kraft? Hängt nicht damit zusammen die Not, die Entbehrung, der Hunger? Bei Mann, Weib, Kindern? Bei ungezählten Familien? Menschentum ist in Gefahr! Verbrecherisch duldet es unsere Wirtschaftsordnung,— und verächtlich lächelnd spricht die alte untergehende Gesellschaft allem Glauben an Leben und Lebensrecht Hohn, indem sie im Anblick dieses Massenelends einigen Fürsten Millionen in den Schoß zu werfen gewillt ist. Soll Östern das Fest des Glaubens an das junge, neue Leben voll Ordnung und Plan sein, so muß Östern zugleich das Fest des Kampfes sein. Er ist ökonomische Aufgabe und sittliche Pflicht. Die schönsten Österpredigten nützen diesem großen, natürlichen, wirtschaftlich-sittlichen Ziele der Entwicklung nichts. Nur Kampf kann Ordnung bringen, und nur wenn diese Ordnung durch Kampf errungen, herrscht Gerechtigkeit. Sozialismus ist damit die Einheit von Ethik und Wirklichkeit. Eben deshalb erfaßt er uns ganz, unser Denken und Fühlen, unsere ganze Persönlichkeit. Ein Gedanke nur lebt in ihm, auf allen Gebieten, der Gedanke des Lebens, des Zusammenlebens, des immer jungen Ineinanderlebens, einem ewigen Frühling gleich. Dr. Gustav Horfmann. Aufstieg trotz alledem! „Werft den Frühling in den Kerker, denn er ist ein Demagog!", so spottete in der Zeit der vormärzlichen Demagogenriecherei der Dichter Anastasius Grün. Wirklich, der Frühling ist ein„Demagog"; denn er führt den Menschen immer wieder bildhaft vor Augen, wie der Sieg des Lichts und der Wärme durch keinen Rückschlag vereitelt werden kann, und gerade wir Heutigen brauchen diese Hoffnung, nachdem so mancher Nachtfrost über die jungen Saaten des Sozialismus gegangen ist. In Rußland hat der Versuch einer gewaltsamen Verwirklichung des Sozialismus gegen alle ökonomischen Voraussetzungen nicht zum allgemeinen Glück, sondern zueinem mehr als kümmerlichen Zustand geführt. In gewisser Weise sind die Kommunisten die geistigen Enkel der christlichen Chiliasten, wenn sie auch im Diesseits das tausendjährige Reich Gottes mit einem Zauberschlag herbeiführen wollen. Sie glaubten an eine plötzliche Auferstehung eines Volkes zum allgemeinen Glück. Dieser Glaube hat getrogen. Auf der andern Seite ist der westeuropaische Sozialismus, der nicht in der Auferstehung, sondern im Aufstieg die Zukunft der Arbeiterklasse und der Menschheit sieht, auf schwere Hindernisse gestoßen, die Mutlosen fast unüberwindlich scheinen. Alte Demokratien wie Italien haben den Rückschlag in die Diktatur durchgemacht, auch in Deutschland ist die faszistische Gefahr noch keineswegs beschworen, die Festigung der Republik vollzieht sich zwar sichtbar, aber in so langsamem Tempo, daß die Arbeiterschaft einstweilen die Früchte einer republikanischdemokratischen Staatsverfassung nur zum kleinen Teile zu ernten vermag. Dazu lastet auf ihr die Häufung der wirtschaftlichen Krisen. Die Inflationskrise ist abgelöst worden durch die Deflationskrise mit ihrer Folgeerscheinung, der Riesenarbeitslosigkeit. Wir wissen, daß die Wurzel dieses krisenhaften Zustandes in der nationalen Zerrissenheit Europas liegt, die durch die Friedensverträge noch vergrößert worden ist. Aus dieser nationalen Zerrissenheit Europas und aus der Zollummauerung der einzelnen Staaten herauszukommen, ist das wichtigste Problem der Gegenwart. Der Völkerbundgedanke, so unvollkommen ihn auch der Vertrag von Versailles ausdrückte, schien einen Ausweg zu bieten. Aber nach den erfolgverheißenden Ansätzen von Locarno ist jetzt in Genf ein kalter Reif auf die junge Saat gefallen. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist zunächst gescheitert. Aber dennoch fassen wir dies Ereignis nicht anders auf als einen Kälterückschlag im Frühling. Trotz des schließlichen Fehlschlags hat Genf uns gezeigt, daß der kalte winterliche Haß, der seit dem Kriegsausbruch zwischen den Nationen lagerte, einer wärmeren Temperatur gewichen ist. Wir fühlen, daß trotz aller Rückschläge eine weitere Erwärmung nicht ausbleiben kann und erkennen die große historische Aufgabe der Arbeiterklasse, Bahnbrecher zu sein auf dem Wege zur Vereinigung der Nationen. In den Herzen der Arbeiterklasse lodert die Flamme der Menschenliebe bereits in hoher Glut. Indem die Arbeiterklasse sich ihr hohes Vorrecht wahrt, keinen Haß, sondern Liebe zu den Klassengenossen und Brüdern im Ausland zu empfinden, erkämpft sie sich die Führung, mit der Vollendung des Friedenswerkes erringt sie ihren Sieg über die sterbenden nationalistischen Ideale des Kapitalismus und schließlich den Kapitalismus überhaupt. Diesen Aufstieg haben wir vor Augen, wenn uns die Österglocken das Nahen des Frühlings verkünden. Abrüsten, abrüsten! Der Arbeiterabgeordnete und ehemalige Unterstaatssekretär im Kabinett Macdonald machte in der Donnerstagsitzung des englischen Unterhauses einen erfolgreichen Vorstoß in bezug auf die Abrüstung. Er verwies auf die neuen Erhöhungen des englischen Rüstungsetats und erklärte, daß man kein moralisches Recht habe, von Deutschland die Abrüstung zu fordern, solange die anderen Mächte ungehindert rüsten können. Eine Abrüstung sei nur gemeinsam möglich und müsse von allen Völkern mit dem gleichen Ernst betrieben werden. Der Unterstaatssekretär des Heeresamtes erklärte in der Erwiderung auf diese Ausführungen u. a., daß Lord Robert Cecil in Genf einen konkreten Abrüstungsplan derenglischen Regierung vorlegen werde. Er soll die Einschränkung der Unterseeboote und die Festlegung einer Verhältniszahl für die Stärke der Luftflotten der einzelnen Länder vorsehen. Auf dem Gebiete der Abrüstung der Landheere beabsichtigt England, einem kontinentalen Staat mit einem größeren Heer den Vortritt zu lassen. Der Regierungsvertreter erklärte zum Schluß, daß von der Genfer Abrüstungskonferenz wahrscheinlich ein wesentlicher Fortschritt auf dem Wege zur Sicherung des Weltfriedens zu erwarten sei. Auch in anderen Ländern sind unsere Genossen bestrebt, nicht nur über die Abrüstung zu reden, sondern sie tatsächlich zu fördern. So hat in Dänemark die sozialdemokratische Regierung eine Abrüstungsvorlage vorgebracht, die den Wehretat von bisher 50—60 Millionen Kronen auf 17 Millionen herabdrücken soll. Heer und Flotte sollen in eine Grenzpolizei und eine Staatsmarine umgewandelt werden. Die Grenzpolizei soll nur etwa 13000 Mann zählen, und die Staatsmarine aus 30 Schiffen von zusammen bis 11 600 Tonnen bestehen nebst einigen Depotschiffen und Flugbooten. Diese Abrüstungsvorlage ist von der zweiten Kammer mit 75 gegen 71 Stimmen angenommen worden. Jetzt hat der Senat das Wort, in dem die abrüstungsfeindlichen Konservativen über eine Mehrheit verfügen. Es sind noch ernste Schwierigkeiten zu überwinden, bevor die dänische Sozialdemokratie über die Militaristen wird triumphieren können. In Schweden betreiben unsere Genossen in der Regierung ebenfalls die Abrüstung. Sechs Infanterie=Divisionen sind auf drei herabgesetzt, die zwei Kavallerie=Brigaden aufgelöst und die Durchschnittsdienstzeit ist von 165 auf 140 Tage beschränkt.„Es muß gespart werden und dies kann nach der Meinung der Regierung im Etat des Wehrministeriums geschehen," so sagte man im vorigen Jahre und hat heute schon die Resultate der Abrüstung in Gestalt großer Staatsüberschüsse erzielt. In Belgien war die Heeresverminderung eine Bedingung des Eintritts unserer Genossen in die Regierung. Diese Bedingung ist erfüllt: mehrere Regimenter sind aufgelöst und die Dienstzeit ist von 12 auf 10 Monate herabgesetzt. In Frankreich wird eine umfassende Reorganisation des Heerwesens angestrebt, als deren Vorkämpfer seit jeher vor allem die Sozialdemokraten in Betracht kommen. Die Forderungen von Jean Jaures sollen nun verwirklicht werden. Diese Aktivität der Sozialdemokraten in ihrem täglichen Ringen gegen den Militarismus ist hocherfreulich. Die Prüfung der verschiedensten Abrüstungspläne ergibt das übereinstimmende Resultat, daß der Abrüstung inmitten einer kapitalistischen Welt bestimmte Grenzen gezogen sind, und daß es sich hier um eine Sache handelt, die überhaupt nur in Verbindung mit dem ganzen Fragenkomplex gelöst werden kann, der von Krieg und Frieden handelt. Die Abrüstung wird nur dann bis zur Entwaffung der Menschheit getrieben werden können, wenn sie nach der allgemeinen sozialistischen Friedenspolitik orientiert ist und wenn sie durch entsprechende Maßnahmen auf dem Gebiet der Sicherungsfrage unterstützt und gefördert wird. 1 / Rüstet den Maientag! Der Internationale Gewerkschaftsbund erläßt zum 1. Mai 1926 an die Arbeiterschaft der Welt folgenden Aufruf: Genossen! Immer noch leiden die Völker Europas unter den Folgen des Weltkrieges. Was jedoch ernster ist: immer noch gibt es Regierungen, die aus Nationalismus entweder den Frieden durch Unterdrückung der Minderheiten im eigenen Lande gefährden oder die im Werden begriffene internationale Völkergemeinschaft aus nationalem Egoismus oder nationalem Eigendünkel in Gefahr bringen. Diese Auswüchse, die unausgesetzt den Weltfrieden, den wirtschaftlichen Wiederaufbau, die ökonomische Sicherheit der Arbeiter und die Entwicklung der Arbeiterbewegung bedrohen, muß die Arbeiterschaft mit der ganzen Kraft ihres Willens bekämpfen. Mit jedem Tag wird es deutlicher, daß die kapitalistische Wirtschaft unfähig ist, die Produk tionim Interesseder Gesamtheitzuorgani. sieren. Sie kann sich nur noch aufrechterhalten durch hohe Einfuhrzölle und Absperrung oder— dank der Willfährigkeit der kapitalistischen Regierungen— durch Subventionen aus Staatsmitteln. Jeder Tag bringt neue Meldungen uver Reibungen zwischen den Nationen innerhalb eines Staates oder über Gegensätze zwischen den Regierungen. An jedem Tag zeigt es sich aufs neue, daß nur eine geeinte, kräftige Arbeiterbewegung dem Zusammenbruch Einhalt gevieten und der zusammensinkenden Welt Rettung bringen kann. Darum müssen die Arbeitermassen eindringlicher als je an diesem ersten Mai ihre Macht und ihren Willen bezeugen! Darum muß die gesamte Arbeiterklasse, das ganze Heer der organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen am 1. Mai demonstrieren für den Achtstundentag! Fürdas Mitbestimmungsrechtinder Industrie! Für einen dauernden Weltfrieden! Soll die Reaktion verdrängt und die Bereitung neuer Grundlagen für den Aufbau einer besseren Welt möglich werden, so muß jeder gerüstet, jeder zum Angriff bereit sein! Angesichts der Ereignisse und Veränderungen der letzten Jahre muß sich die Arbeiterklasse mehr s je ihrer historischen Mission, der Befreiung der rbeiterklasse vom kapitalistischen Joch, bewußt sein. Auf zum 1. Maitag! Auf zur Demonstration in allen Städten und Ländern! Möge dieser Mai ein mächtiges Zeugnis sein für den entschlossenen Willen der Arbeiterklasse aller Länder, die Knechtschaft abzuwerfen, die Reaktion zu stürzen, das kapitalistische Joch zu brechen. lebe die organisierte Arbeiterklasse der Welt! Die Reparationsleistungen Deutschlands Am 1. April 62½ Millionen abgestoßen. Die Bank für deutsche Industrieobligationen hat am 1. April, vormittags, 62 500 000 AA gemäß den Bestimmungen des Industriebelastungsgesetzes auf das Reichsbankkonto des Generalagenten für die Reparationszahlungen für Rechnung des Treuhänders für deutsche Industrieobligaionen überwiesen. Dieser Betrag stellt die erste Hälfte der für das zweite Reparationsjahr vorgeschenen Jahreszinsleistung von 2.5 Prozent auf die 5 Milliarden Mark Belastung der deutschen Industrie dar, die dem Treuhänder seinerzeit in Form von Industriebonds übergeben worden ist. Mit dieser Zahlung sind die zum 1. April 1926 aus der Industriebelastung sich ergebenden Verpflichtungen fristgemäß erfüllt worden. Schwere Berstöße gegen die proletarische Moral Der Hamburger Kommunistenführer Hans v. Borste! ist wegen schweren Verstoßes gegen die proletarische Moral aus der KPD. ausgeschlossen worden. Borstel war bisher der unbestrittene Führer der kommunistischen Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft. Worin der schwere Verstoß gegen die proletarische Moral“, dessen sich v. Borstel schuldig machte, besteht, wird nicht mitgeteilt. Dagegen teilen die kommunistischen Blätter über den Ausschluß des htüringischen Landtagsabgeordneten Geithner aus der KPD. mit: Der Bezirksparteitag Groß=Thüringen hat einstimmig beschlossen, Otto Geithner(Gotha) aus der Partei auszuschließen. Eine vom Parteitag eingesetzte Kommission hat nach eingehender Prüfung alles vorliegenden Materials folgende Feststellungen gemacht: 1. Daß Geithner nach seinen eigenen schriftlichen Mitteilungen nicht auf dem Boden der Kommunistischen Partet steht. In allen entscheidenden und prinzipiellen Fragen, in der Frage der Partei und der Komintern, in der Stellung zu Sowjetrußland, in der Organisations=, Gewerkschafts= und Bauernfrage und der Frage der Parteidisziplin nimmt Geithner eine völlig antikommunistische Stellung ein. 2. Durch eine jahrelange ununterbrochene Ketle schwerster Disziplinbrüche, durch Verweigerung der Partei= und Fraktionsarbeit, hat er sich längst außerhalb der Partei gestellt. 3. In verräterischer Weise hat er die Partei der bürgerlichen Klassenjustis denunziert. 4. Zuletzt hat er sich trotz einstimmigen Beschlusses der Bezirtsleitung geweigert, sein ihm von der Partei übertragenes Landtagsmandat niederzulegen. Obwohl er sein Verhältnis zur Partei als unsittlich bezeichnet, hat er es bisher unterlassen, sich von der Partei zu trennen. Die Kommission stellt fest, daß Geithner das Recht verwirkt hat, Mitglied der KPD. zu sein und daß jeder einzelne der angeführten Punkte allein genugt, ihn aus der Partei auszuschließen. Eine feine Nummer, ein famoser„Führer", dieser Kerl, der zur bürgerlichen Klassenjustiz, gegen die er selbst so oft gewettert hat, läuft und seine Partei oder Parteignossen denunziert! Und so was konnte jahrelang unangefochten kommunistischer Führer sein, ohne eine Spur von proletarischer Moral zu besitzen. Neues von EhrenZürgens Ausdehnung der Voruntersuchung. Die Voruntersuchung gegen den Landgerichtsdirektor Jürgens ist neuerdings auf einen Betrugsversuch gegenüber dem Reichsfiskus ausgedehnt worden. Im Anschluß an den letzten fingierten Einbruch in seiner Stargarder Wohnung hatte Jürgens in seiner Eigenschaft als Untersuchungsrichter des Staatsgerichtshofes, als welcher er dem Reichsjustizministerium unterstand, bei dieser Behörde Antrag auf Schadenersatz für die ihm angeblich geraubten Wertgegenstände gestellt. Der Reichsfiskus hatte auch bereits die entsprechenden Schritte eingeleitet. Weiterhin hat der Untersuchungsrichter im Hinblick auf die in der Oeffentlichkeit gegen Jürgens erhobenen schweren Vorwürfe wegen seiner Tätigkeit bei dem Generalkommando in Hannover während des Krieges nunmehr die betreffenden Akten von der Staatsanwaltschaft in Hildesheim und Celle angefordert. Stahlhelm=Manöver Die Rote Fahne schlägt in ihrer Freitagausgebe Alarm. Sie will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß der„Stahlhelm“ in Mitteldeutschland große kriegsmäßige Manover abzuhalten gedenkt. Es sollen nicht nur 8. bis 9000 Mann, sondern auch fünf Flugzeuge aufgeboten werden, die angeblich von der Firma Junkers in Dessau gemietet worden sind. Der„Stahlhelm“ steht also— vorausgesetzt, daß die Angaben der Roten Fahne richtig sind— im Begriff, einen ähnlichen Spuk aufzuziehen, wie ihn die Kommunisten sich ebenfalls ab und zu leisten, freilich nicht unter Verwendung von Flugzeugen, aber unter ausgiebigem Gebrauch von— Holzgewehren, diesem beliebten Spielzeug für große kommunistische Kinder. Jedenfalls hat die Rote Fahne nicht das geringste Recht, gegen das geplante „Stahlhelm"=Monöter Alarm zu schlagen, solange sie das kommunistische Soldatenspiel nicht nur nicht verurteilt, sondern geradezu nach„Stahlhelm"=Muster dazu aufferdert. Aber auch in diesem Falle zeigt sich wieder einmal, wie sich die Rechts= und Linksradikalen gegenseitig in die Hände spielen. Der„Stahlhelm“ beruft sich bei seinem Manöver auf die Kommunisten, und sie rechtfertigen ihren Unfug mit dem Treiben des„Stahlhelm“. Neue„Einheitsfront"Bersuche der französischen Kommunisten Paris, 31. März 1926. Der französischen Kommunisten=Partei geht es nicht sehr gut. Ausschlüsse aus der Partei und Austritte aus ihr sind so sehr an der Tagesordnung, daß die Kommunistenzeitung Humanité allwöchentlich eine volle Seite der inneren Parteikrise widmen muß. Ein neuer kommunistischer Parteikongreß soll bald über die neue Taktik beschließen, und aus Furcht vor diesem Parteitag haben nun die kommunistischen Führer ein neues Lied kräftig angestimmt, das über die inneren Schwierigkeiten hinwegtäuschen soll: Die Einheitsfront der sozialistischen und kommunistischen Partei. Es geht den Kommunisten so schlecht, daß sogar ihre Zeitung Humanité ein Defizit aufweist. Sie überlegen, ob sie dies durch freiwillige Beiträge oder durch Erhöhung des Verkaufspreises der Zeitung decken sollen. Da kommt ihnen in ihrer Not ein letzter Gedanke: Vielleicht könnte man so tun, als ob man nicht nur die kommunistischen Ideen, sondern auch die sozialistischen vertrete, was um so leichter fallen muß, da ja die Sozialisten in Paris keine eigene Parteizeitung haben. Und so wird jetzt von den Kommunisten die Parole der„Einheitsfront" mit einer Heftigkeit und einem schmückenden Beiwerk ausgegeben, wie man es vorher nie erlebte. Nun trifft zu, daß sich ein Zusammengehen von Sozialisten und Kommunisten in den letzten Wochen verschiedentlich erreichen ließ, allerdings fast ausschließlich in gewerkschaftlichen Fragen. Auch dabei ging die vorübergehende Einigung manchmal schnell wieder in die Brüche, so bei der Eisenbahnergewerkschaft. Aber die Kommunisten wollen nicht nur ein gelegentliches Zusammengehen irgendeiner Gewerkschaft in Wirtschaftsfragen, sondern eine vollständige innen- und außenpolitische Zusammenarbeit. „Wie die deutschen Arbeiter eben bei der Frage der Fürstenentschädigung eine Einheitsfront bilden, so müssen es jetzt die französischen Arbeiter tun. Mit ihren Führern, wenn diese es wollen, sonst aver oyne diese“, endet ein Artikel, den Contes, der Sekretär der Pariser Kommunistengruppe, in der Human- vom 28. März über diese Frage schrieb. Osmin, der Sekretär der Pariser Gruppe der sozialistischen Partei, hat vor einigen Tagen den Kommunisten eine Antwort gegeben, die eine Ablehnung ihres Vorschlages darstellt. Denn der Sozialistenkongreß von Lille untersagte jede ständige Zusammenarbeit mit einer anderen Partei. Auf dem Pariser Augustkongreß des Vorjahres, der wenige Tage vor dem internationalen Sozialistenkongreß von Marseille stattfand, waren die Beschlüsse von Lille ausdrücklich bestätigt worden, denn die sozialistische Partei möchte ihre Unabhängigkait wahren. Die Fragen, in denen sich im Moment eine gelegentliche Zusammenarbeit herstellen ließe, sind: Der Kampf gegen den Faszismus, gegen die arbeiterfeindlichen Steuern und gegen die Kriege in Marokko und Syrien. Wo sich eine Möglichkeit ergibt, dabei gelegentliche Aktionen gemeinsam mit den Kommunisten zu unternehmen, da tat es immer die sozialistische Partei, und sie wird es auch in Zukunft tun. Aber eine ständige Zusammenarbeit, die auf eine Füllung der Lichtungen in den kommunistischen Reihen hinauslaufen soll, kommt um so weniger in Betracht, als die Moskauvergötterung der Kommunisten noch immer ihre Orgien feiert. Der sozialistische Abgeordnete Pierre Renaudel hat soeben das Generalsekretariat der Partei darum ersucht, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages„Unsere Beziehungen zu den Kommunisten" zu setzen, damit die Frage der Zusammenarbeit geklärt wird und den Kommunisten unnütze Illusionen raube. Nach all den letzten Parteitagen, die sich mit der Frage einer ministeriellen Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien beschäftigten, wird also der nächste Parteikongreß endlich ein neues Thema aufweisen. Kurt Lenz. Der von den Kommunisten organisierte Demonstratiosstreik Paris, 2. April.(Eig. Ber.) An dem von den Kommunisten am Donnerstag organisierten halbtägigen Demonstrationsstreik der Metallarbeiter haben nach amtlichen Angaben etwa 40 bis 45 Proz. der Arbeiter teilgenommen. Die Kommunisten geben die Zahl der Beteiligten auf 60 Proz. an. Die Arbeit ist am Freit imorgen chne Zwischenfall wieder aufgenommen worden. Nur 60 000 Deutsche in Frankreich Nach der neuesten französischen Volkszählung leben in Frankreich 60000 Deutsche gegenüber 800 000 Italienern, 567 000 Sraniern, 460 000 Belgiern, 310 000 Polen und 100 000 Russen. Von den 60000 Deutschen entfällt nur ein geringer Prozentsatz auf Leute, die einen festen Beruf haben. Die übrigen sind meistens solche Leute, die aus Gesundheitsrücksichten das milde Klima ine Süden Frankreichs aufgesucht haben. Leider ist die Zahl der unter diesen Gutsituierten befindlichen deutschen Chauvinisten nicht festzustellen. Außer den erwähnten Ausländern leben in Frankreich noch 50000 Nordamerikaner. 48000 Engländer und 11•000 Südamerikaner, darunter sehr viele, die sich studienhalber in Paris aufhalten. Der Kommandant von Kronstadt erschossen Pawlow soll Gegenrevolutionär gewesen sein. Nach einer Helsingforser Meldung der K. Z. soll sich die Nachricht bestätigen, daß kürzlich unter den Kronstädter Marinemannschaften Unruhen gewesen sind. Der Kommandant der Festung, der alte Kommunist Pawlow, wurde nach kurzem Prozeß zum Tode verurteilt, das Begnadigungsgesuch wurde abgewiesen. Er war gegenrevolutionärer Gesinnung und der Verschleuderung von 400 000 Rubeln angeklagt. Auch in der Petersburger Garnison ist es angeblich zu Gärungen gekommen. Ein Boxkampf im amerikanischen Repräsentantenhaus Unentschieden. Nach einer Meldung aus Washington war das amerikanische Repräsentantenhaus am Freitag Schauplatz einer Szene, die in den Annalen dieses Parlaments einzig dastehen dürfte. Im Verlauf der Debatte riefen sich die beiden Deputierten Mills und Rankin gegenseitig die schwersten persönlichen Beleidigungen zu. Plötzlich entlebigten sich beide Kampfhähne ihres Ueberrocks und begannen einen regelrechten Boxkampf, der infolge des Dazwischentretens mehrerer Polizeibeamten unentschieden verlief. Die amerikanische Presse ist über diesen Vorfall sehr erregt. Der amerikanische Botschafter in LondonHougthon dessen in der Oeffentlichkeit bekannt gewordener Bericht an Coolidge über die Lage in Europa großes Aufsehen erregte und zu den Gerüchten Anlaß gegeben hat, daß seine diplomatische Laufbahn zu Ende sei, wird nach der neuesten Entscheidung der amerikanischen Regierung nach Östern wieder auf seinen Londoner Posten zurückkehren. Diese Tatsache wird dahin gedeutet, daß Houghton glaubt, es würden sich nach der Programmerklärung der englischen Regierung zur Abrüstungsfrage, die eine Folge seines Berichtes war, nun doch Grundlagen für eine wirksame Friedenspolitik in Europa werden schaffen lassen. Der chinesische Bürgerkrieg geht weiter seinen Gang. Obwohl in Peking fast täglich Verwundete eintreffen, ist jetzt eine Pause in der Kampftätigkeit eingetreten, die von den beiden Paxteien nicht nur zum Nachschub von Munition, sondern auch zu neuen Verhandlungen benutzt wird. Wupeifu und Tschangsolin sind nach Meldungen des Daily Telegraph zum Abschluß von Waffenstillstandsverhandlungen und zum Friedensschluß bereit. Unterdessen rücken die Divisionen der siegreichen Marschälle ganz langsam gegen Peking vor, um alle Nachhutgefechte mit den geschlagene Truppen zu vermeiden und diesen Zeit zu geben, sich zu zerstreuen. Trotzdem besteht die Gefahr, daß die großenteils völlig aufgelöste Truppe auf Peking zu zusammengedrängt und zu einer Katastrophe für das Pekinger Fremdenviertel wird. Etwa 100 000 Mann der geschlagenen Armee stauen sich im Engpaß von Nankau, so zwar, daß ihnen lediglich der Rückzug auf Peking übrig bleibt. Kleine politische Nachrichten Der Anschluß Lippes an Preußen. Nach einer Blättermeldung aus Bückeburg ist die vom Landtag von Schaumburg=Lippe beschlossene Volksabstimmung über den Anschluß Lippes an Preußen auf den 6. Juni d. J. festgesetzt worden. Ein Meineidverfahren gegen Frieders. Wie das Berliner Tageblatt aus Weimar meldet, ist gegen den Oberstaatsanwalt Dr. Frieders, der im Zusammenhang mit dem Meineidsprozeß gegen den früheren Staatsbankpräsidenten Loeb seines Dienstes enthoben und in den Wartestand versetzt worden war, ein Untersuchungsverfahren wegen Meineids eingeleitet worden. Der Meineid wird erblickt in einer Zeugenaussage, die Dr. Frieders im Prozeß gegen das sozialdemokratische„Volk“ in Jena, dem Beleidigung der thüringischen Regierung zum Vorwurf gemacht wurde, abgegeben hat. Zu einer schweren Prügelei kam es am Freitag in Eberswalde bei Berlin zwischen jugendlichen Völkischen und roten Frontkämpfern. Es gab dabei so schwere Verletzte, daß zwei von ihnen in das städtische Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Hoesch und Briand konferieren. Der deutsche Botschafter von Hocsch hatte eine längere Unterredung mit Briand. Die Unterredung bezog sich auf die politische Gesamtlage und die Beratung der Deutschland gegenwärtig besonders interessierenden Fragen, wie B. den Stand der Luftschiffahrtsverhandlungen und die französisch=deutschen Wirtschaftsbeziehungen. Mardonald reist nach Finnland. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Finnlands hat Ramsay Macdonald, den englischen Arbeiterpremier, eingeladen, nach Finnland zu kommen. Seine Ankunft wird in den nächsten Tagen erwartet. Neue Generaloffensive gegen die Drusen. Die französischen Truppen in Syrien haben am 1. April eine neue Generaloffensive gegen die Drusen begonnen, deren Zweck die Säuberung des Gebietes südlich des Libanon von Aufständischen ist. Bereits am erster Tage des Vormarsches ist es zu schweren Kämpfen gekommen. Neuestes vom Tage Temperatursturz in Berlin.— Von 20 Grad über Null auf 0. wtb. Berlin, 3. April.(Drahtbericht.) Die Temperatur, die am Karfreitagmittag auf 20 Grad über Null im Schatten gestiegen war, ist in der vergangenen Nacht infolge des starken Östwindes, der gestern abend einsetzte, auf den Nullpunkt gesunken. Die erste Bild=Fernübertragung. wib. Berlin, 3. April.(Drahtbericht.) Heute Nacht hat die erste Bild=Fernübertragung nach dem deutschen System TelefunkenCarolus von Berlin nach Wien stattgefunden. Die Uebertragungen sind, wie ein Funkspruch Radio=Astria meldet, ausgezeichnet gelungen und lassen den Beginn der neuen Epoche eines Weltnachrichtenverkehrs erwarten. Friedensgerüchte in Marokko. wtb. London, 3. April.(Drahtbericht.) Daily Telegraph berichtet aus Tanger, daß dort Friedensgerüchte im Umlauf joien. Ein Abgesandter Ab del Krims befindet sich in der französischen Zone, ein zweiter in Menilla in der spanischen Zone. Influenzaepidemie. wtb. London, 3. April.(Drahtbericht.) Glasgow wird augenblicklich von einer außerordentlichen Influenzaepidemie heimgesucht. 140 Polizisten und 200 Straßenbahnbeamte sind erkrankt. Englische Kohlenkrise. wtb. London, 3. April.(Drahtbericht.) Das Arbeiterblatt Daily Herald schreibt: Es droht England eine ernste Kohlenkrise. Die Bergwerksbesitzer beabsichtigen, große Lohnverminderungen vorzunehmen. Das Eingreifen des Premierministers wird Ende des Monats erforderlich sein. ... Lokales Elberfeld-Barmen. .... Von Ewald Janas, Barmen. Die lachende Frühlingssonne leuchtet still in meine einsame Kammer. Jauchzende Kinderstimmen klingen zu mir herauf. Und in dem Licht, das draußen flutet, hebe ich glücklich und erlöst die Hände. Ein Segen geht um, schwer und überreich. Wie glückhafte Erfüllung tollt es durch die Straßen und Winkel und im sprießenden Wald klingt ihr jubelndes Echo nach: Frühling! All' Leid und Sorgen sei dahin, alles Dunkle und Schwere, was auf uns lag in langen, bangen Wintermonden, sei von uns genommen! Wie die Lüfte klingen! Allüberall höre ich leise feine Stimmen gehen! Lachendes Grün springt auf. Schimmerndes Rot und Gold schwingt sich dazwischen, schwarz steht der Wald. Und die Vöglein jubeln! Herz jubele mit! Der Frühling ist dal Frei und leicht ist meine Seele geworden, die zaghaft und scheu durch den Winter schlich. Alles was halb und haltlos in mir war, fällt von mir. Und in mir ist Hoffnung und neuer Lebensmut. Wie die Sonne leuchtet! Bis in die dunkelste verschlossenste Kammer meines Herzens dringt ihr Segen und läßt den Zauber ihres belebenden Lichtes rein und klar zurück Die Sonne gehört auch uns! Und ob wir in staubigen dunklen Räumen fronen, ob uns das Schicksal den Segen der Arbeit aus den Händen schlug, die Sonne leuchtet auch uns. Ihr Reichtum und Zauber soll' in uns dringen, ihr Licht soll bei uns sein im Dunkel des Alltags Es ist ja so wenig, was man uns gibt, drum wollen wir still und reinen Herzens dieses Genschenk einer gütigen Natur empfangen. Daß es uns stähle und Lebensmut gebe. Hoch ragt der Wald. Schon sehe ich scheues Grün in seinem dunklen Gewande leuchten. Munteres Jungvolk springt durch Busch und Hecken und Jubelruf fliegt über die blühenden Wiesen. Meine Seele ist weit geworden, still und gut. Die Welt ist kalt und ungerecht. Vergessen sei alles das! Was mir Leid geschah, was dein Liebstes dir tat, die Sonne macht alle diese Schatten hell.... Auf meinem Tisch liegt noch immer ihr Leuchten. Ich lege die Feder zur Seite und blicke ruhig und verstehend in den Zauber dieser Stunde. Osterausflüge der Wuppertaler Von jeher war auch im Wuppertal Östern das Fest der Ausflüge. Zwar nicht so wie Pfingsten, weil der Wettergott meist einen Strich durch die Rechnung machte, aber die nähere Umgebung war doch immer das Ziel der wanderfrohen Wuppertaler Und es ist auch eine alte Erfahrung, daß man sich die obligate Tour an den Rhein oder ins Sauerland zu Pfingsten aufhebt und die Österfeiertage dazu benutzt, um in der nächsten Umgebung das Werden und Wachsen zu verfolgen. Und manchesmal: um den Kindern im Heimatwalde die Östereier zu verbergen, die sie dann mit viel Freude suchen. Und dazu kommt noch, daß man gerade Östern— und wem ginge es in diesem Jahre nicht so?— mit seinen Mitieln haushalten muß, weil die Umstellung vom Winter zum Sommer manchem Familienvater Sorgen brachte. Denn mit einem Frühjahrshut ist es meistens nicht getan, ein Mantel und ein Paar Schuhe gehören nun einmal zu den„fröhlichen Östern". Man will aber anderseits den Familienausflug nicht missen, und so kommt es, daß der Wuppertaler die engere Heimat an den Östertagen bevorzugt. Wo geht man nun hin? Die Heerstraßen möchte man meiden, möchte lieber stille, einsame Pfade gehen, auf denen man den Frühling in vollen Akkorden hört und sich satt trinken kann an dem herbes Duft des frischen Grüns. Gewiß: die Heerstraßen soll man meiden, aber als Großstädter weiß man, daß alles Glück der Ferne auf ihnen anfängt und aufhört. Irgendwo muß man in einen Zug oder in die Straßenbahn oder den Autobus steigen. Dann aber fängt die Wanderfreude erst an. Von der Haltestation aus gilt es, den rechten Weg in die Österstille zu finden. Aber wie das beim Wandern nun einmal so ist: man kann da eigentlich keinen rechten Rat geben, sondern muß dem Einzelnen das Finden überlassen. Nur die Richtung kann man weisen und sagen, wo es um diese Zeit am schönsten ist und wo man seine Östertage verbringen kann Und da wird man sich erst einmal an die große Heerstraße der Straßenbahnen halten müssen, die gerade die Wuppertaler, hinter deren Häusern gleich der Wald beginnt, so rasch aus dem Tal herausbringen. Nehmen wir z. B. die Linie nach Eronenberg-Remscheid-Solingen-Endberg. Hat man erst den Hahnerberg erreicht, dann kann man eigentlich von jeder Haltestelle wundervolle Östertouren machen. Gehen wir z. B. ins Gelpetal. Oder von Sudberg den prächtigen Weg mit den Ausblicken auf die MüngstenerBrücke hinunter ins Wuppertal. Auch der Uferweg nach Burg ist jetzt schon voller Reize, obgleich er seine vollen Schönheiten erst im Herbst entfaltet. Das Hauptwanderziel der Bergischen, Schloß Burg, ist noch nicht so überlaufen wie zu Pfingsten. Die Seitentäler mit ihren frischgrünen Wiesen geben stilles Ausruhen. Auch die Wanderstraßen von Burg sind voller Frühlingshoffen. Der Weg nach Solingen und der nach Remscheid ist noch nicht so heiß und staubig, wie es im Sommer oft der Fall ist. Und überall hat man wieder schnellen Anschluß mit der Straßenbahn nach Hause. Die Barmer suchen sich andere Wege. Sie führt der Autobus nach dem Gebiet des Deilbaches. In einer der vielen Wirtschaften in Herzkamp, Schee oder Horath, oft auch schon in Hatzfeld, wird Kaffee getrunken und dann zieht man durch die Wälder des Deilbaches, in das Gebiet des overen Felderbachtales oder von Hatzfeld zur dicken Eiche bei Kauerhof in Oberstüter. Auch in Haßlinghausen ist der Ausgangspunkt vieler Österwanderungen. Eine bequeme Straßenbahnverbindung dorthin gibt die Möglichkeit, zu jeder Tageszeit aufzubrechen. Man ist ganz unabhängig von dem Plan der Eisenbahn, was besonders bei dem oft wechselnden Österwetter angenehm ist. Von Haßlinghausen— schon auf der Strecke dorthin gibt es lohnende Wanderziele— kann man rund um Hiddinghausen wandern, kann weiter nach Schwelm, wo wieder die Straßenbahn auf uns wartet. Von Beckacker führt auch ein lohnender Weg über Schanzermannskotten, über Horath nach Hatzfeld, wie überhaupt gerade dieses nahe Gebiet voller Reize ist. Mit dem Autobus kann man z. B. vom Altenmarkt bis Hatzfeld und dann auf dem Kammweg nach Elberfeld oder kurz bis zur Endsiation Krankenhaus. Seit neueren Tagen geht auch eine Autobuslinie nach der Kemna im Wuppertal: nach Beyenburg zu. Das ist auch solch ein feiner Ausgangspunkt für Österwanderungen. Durch das Tal des Herbringhauser Baches zur Barmer Talsperre, oder nach Beyenburg. Von dort über den Winterberg nach Schwelm. Andere gehen wieder über den Ehrenberg zurück und genießen den Abendblick auf das osterliche Tal. Von Milspe aus, wohin auch eine Linie der Straßenbahn von Barmen führt, weiß der Kundige manchen schönen Weg, der zu Östern aber nur von rüftigen Fußgängern zu machen ist. Ostern wird der kleine Familienausflug die Parole sein. Auch die Kleinen sollen mit, den„Österhasen“ besuchen. Da wird der Autobus uns am schnellsten aus dem Tal auf die Höhen bringen. Er greift über die Linie der Straßenbahn hinaus ins Frühlingsland hinein und vermittelt uns rasch die Schönheiten, die wirklich weit abseits vom Wege liegen. Denken wir nur an das Gebiet bei Sprockhövel, an das Ruhrtal, an die Berge und Wälder von Witten und das ganze Land, das dazwischen in den köstlichsten Farben des ersten Frühlings liegt. Wir wollen hoffen, daß dies Österwetter uns Wuppertalern einen blauen Himmel und viel Sonne bringen wird. Und wenn wir den Vormittag des ersten Feiertages verschlafen, was schadet es, die Straßenbahnen gehen immer und der Autobus auch. Aber hinaus sollte jever, der sich in der Arbeit des Alltags dieses Sehnen nach dem Frühling bewahrt hat. 9 Antobusverkehr nach Müngsten. An den beiden Österfeiertagen wird auf der Strecke Clarenbach—Müngsten versuchsweise ein Autobus=Ausflugsverkehr eingerichtet. Der Autobus fährt 12 Uhr mittags ab Barmen=Bergbahnhof direkt über Ronsdorf nach Müngsten und 8.20 Uhr ab Müngsten über Ronsdorf nach Barmen=Bergbahnhof. In der Zwischenzeit pendelt der Autobus in Abständen von 60 Minuten zwischen Clarenbach und Müngsten im Anschluß an die Linie Barmen—Remscheid=Schöne Aussicht. In Gerstau ist in beiden Richtungen Anschluß nach und von Cronenberg und Elberfeld vorhanden Anschluß nach Müngsten: Ab Barmen=Bergbahnhof: 12, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 Uhr. Ab Elberfeld=Döppersberg nach Müngsten: 12, 1.10, 2.10, 8.10, 4.10, 5.10, 6.10, 7.10 Uhr. Ab Müngsten nach Barmen und Elberfeld: 1.20, 2.20, 8.20, 4.20, 5.20, 6.20. 7.20 Uhr. Falls ein Bedürfnis für Ausflugsverkehr vorhanden ist, wird künftig an allen Sonntagen der obengenannte Verkehr eingerichtet. Vorläufig nichts Gleichwertioes Deutschnationale Bewunderung des Reichsbanners. Aus Anlaß der albernen Ausführungen der BergischMärkischen Zeitung über„vorgetäuschte" Massen und„Zirkus= und Rundmärsche“ des Reichsbanners in Köln macht uns der hiesige Bezirksvorstand des Reichsbannert auf folgende Notiz aufmerksam, die am 25. März in der Frankfurter Zeitung zu finden war: Köln, den 24. März 1926. Das machtvolle Auftreten des Reichsbanners am Befreiungstage in Köln nötigt selbst die Rechtspresse zu Anerkennung, soweit sie nicht, wie die Kölnische Zeitung, mit Stillschweigen darüber hinweggeht. Dies volksparteiliche Blatt hat es tatsächlich fertiggebracht, das Reichsbanner, das dem Befreiungstage in Köln sein Gepräge gab, völlig zu ignorieren. Das deutschnationale Organ Kölns, die Rheinische Tageszeitung, sieht sich hingegen zu folgenden Feststellungen gezwungen:„Etwas mußte auffallen, die Zahl und Organisation dieser republikanischen Garde, der die andere Seite— wir wollen doch ehrlich sein und uns nicht immer selbst täuschen vorläufig noch nichts Gleichwertiges entgegensetzen kann. Ach, die Zahl macht nichts, sondern der Geist machts, wird man sagen. Dieser Einwand ist, hier angewendet, nur lendenlahm. Denn der Geist sitzt auch in dieser republikanischen Schutzwehr. Führer in genügender Zahl und Vorbildung sind vorhanden, die Einheitlichkeit der Organisation läßt wirklich nichts zu wünschen übrig und das Wichtigste, auch Geld haben diese Schutzgarden in Schwarz=Rot=Gold, weiß Gott woher, aber sie haben es, das geht schon aus dem Massenaufgebot in Köln hervor.“ Abgesehen von den Ausführungen über Geld trifft dieses Urteil der deutschnationalen Zeitung nicht daneben. Dieses Urteil zeugt von ehrlichem Wollen, zu erkennen, was ist und den Gegner objektiv zu beurteilen. Solche Fähigkeiten und Eigenschaften sind bei der Bergisch=Märkischen Zeitung Fremdkörper. Sie kennt nichts anderes, als den Gegner gehässig herunterzureißen, jeden schwarzweißroten Dreck anzubeten und zu„verwerten". Sie wird sich deshalb auch hüten, von diesem Urteil ihrer Kölner Kollegin Notiz zu nehmen. Spielplan der Vereinigten Stadttheater Barmen-Elberfeld Barmen: Sonntag, 4. April(1. Österfeiertag), 8 Uhr: Außer Ab.: Der Troubadour. Preise 8. 7 Uhr: Außer Ab.: Der Evangelimann, Preise 4. Montag, 5. April(2. Österfeiertag), 8 Uhr: Außer Ab.: Prinz Krokus auf der Österfahrt. Preise 1. 7 Uhr: Außer Ab.: Alt=Heidelberg. Preise 3. Dienstag, 6. April, 7.80 Uhr: A 29: Die Ertführung aus dem Serail. Preise 8. Mittwoch. 7. April, 7.80 Uhr: C 28: Intermezzo. Preise 4. Donnerstag, 8. April, 7½ Uhr: B 27: Zum 1. Male: Zwei gefährliche Alter. Hierauf: Pension Schöller. Preise 2. Freitag, 9 April, 5 Uhr: Außer Abonn.: Prinz Krokus auf der Österfahrt. Preise 1. Samstag, 10. April, 5 Uhr: Vorstellung für die Freie Volksbühne, Gruppe 2: Die Meistersinger von Nürnberg. Sonntag, 11. April, 7 Uhr: Außer Abonn.: Alt=Heidelberg. Preise 2. Elberfeld: Sonntag, 4. April(1. Österfeiertag), 8 Uhr: Außer Ab.: Zum ersten Male: Prinz Krokus auf der Österfahrt. Preise 1. 7 Uhr: Außer Abonn.: Alt=Heidelberg. Preise 3. Montag, 5. April(2. Österfeiertag), 3 Uhr: Außer Ab.: Tiefland. Preise 3. 7 Uhr: Außer Abonn.: Hoffmanns Erzählungen. Pr. 4. Dienstag, 6. April, 7½ Uhr: A 80: Zum 1. Male: Der Widerspen stigen Zähmung. Preise 2. Mittwoch, 7. April, 7½ Uhr: C 28 Der Widerspenstigen Zähmung. Preise 2. Donnerstag, 8. April, 3½ Uhr: Außer Abonn.: Prinz Krokus auf der Österfahrt. Pr. 1. 8 Uhr: B 27: Julius Caesar Preise 3. Freitag, 9. April, 7½ Uhr: Vorstellung für die Freie Volksbühne., Gruppe 1: Der Evangeli mann. Samstag, 10. April, 5½ Uhr: 6. Vorstellung im Fremden Abonnement: Sechste Fremdenvorstellung: Der Widerspenstigen Zähmung. Preise 2. * Wichtig für Gummibandweber. Der Deutsche Textilarbeiterverband teilt uns mit, daß bei der Firma Crefelder Gummibandweberei G. m. b. H. in Crefeld, Adlerstraße, die Gummibandweber infolge Lohndifferenzen seit heute morgen ausgesperrt worden sind. Die Ausgesperrten richten an die Wuppertaler Kollegen das dringende Ersuchen, den Kampf zu unterstützen und etwaige Angebote der Firma abzulehnen. Elberfeld, 3. April. Schul=Ausstellung Einen erfreuenden Ruhepunkt in der sich aufdrängenden wechselnden Fülle der Erscheinungen des letzten Verkehrssonntags bot die Arbeitsausstellung der weltlichen Schule(Rektor Löwer) an der Wörtherstraße mit ihren Zeichnungen, Malereien, Flechtarbeiten und gewebten Kleinigkeiten von Knaben und Mädchen, die unter Leitung des Lehrers Platzeck gefertigt worden sind. Die Ausstellung bot in den übersichtlich aufgebauten Einzelgruppen in aufsteigender Linie die Leistungen der verschiedenen Klassen. In kindlicher Schaffensfreude entstanden wirklich köstliche Dinge, namentlich auch in farbiger, überwiegend reizvoller, prickelnder Steigerung gehaltene Flächenmuster geschmacklichen Wertes, die sogar in einer Reihe von Webeversuchen auf selbstgefertigten Handrahmen und in kleineren Stickereiarbeiten praktische Anwendung gefunden hatten. Vieles davon wirkte wie Ansätze zu einer neuen kindlichen Volkskunst aus einem eigenartigen Empfindungsleben heraus, kaum von großstädtischen Einflüssen berührt. Herr Platzeck hat hier ohne bindenden Lehrplan im Rahmen der Volksschule eins der stärksten Ausdrucksmittel des Kindes, die schöpferische Bildkunst, an die Stelle des gequält Technischen der Zeichenstunde gesetzt und sich damit die Arbeitsfreude gesichert. Ich möchte für ihn wieder das gute alte Wort„Schulmeister" einsetzen, der die ausgeklügelte Auswirkung der Arbeitsschule auf den Schwerpunkt des Gestaltungsunterrichts verlegt, nicht aber nur an eindeutige Werkarbeit oder an rednerische Belastung des Bildungsunterrichts denkt. Ich möchte wünschen, daß er seine gesegnete Lehrarbeit auch in seinem neuen Wirkungsbereich, in der weltlichen Schule an der Kölnerstraße(Rektor Giese), in gleichem Umfange und in gleicher Ungebundenheit fortzusetzen vermag. Vielleicht stellen sich die nächsten Jahre etwas günstiger auf die Verwendung seiner jungen Talente ein. Professor Otto Schulze=Elberfeld. e. Geöffnete Apotheken am Östersonntag, den 4. April: Ger mania=, Neue, Reichsadler=, Schwanen= ubnd Stern=Apotheke. Diese Apotheken sind bis Samstag nächster Woche auch nachts dienstbereit. Ostermontag, den 5. April, sind folgende Apotheken geöffnet: Adler=, Eichen=, Einhorn=, Engel= und Mohren=Apotheke. Die Sonnen=Apotheke in Sonnborn ist für dringenden Bedarf dienstbereit. e. Der Männer=Gesangverein„Liederlust“, veranstaltet am 18. April, abends 7.30 Ubr, im großen Saale der Stadthalle ein Frühjahrs=Konzert. Herr Nikolin=Köln, der den Verein wieder übernommen hat, steht von früher her noch in guter Erinnerung. Der Kinderchor, der ebenfalls wieder unter Nikolins Leitung steht, wird bei diesem Konzert ebenfalls seine lieblichen Weisen erschallen lassen. Ein besonderes Interesse erweckt die Mitwirkung des Lautensängers W. Overzier=Köln, der nicht nur als tüchtiger Guitarrist, sondern auch als Sänger einen guten Ruf genießt. e. An den beiden Österfeiertagen finden im Salamander große Festvorstellungen statt: Nachmittags das unverkürzte große Varietee=Programm mit Karl Scherber, dem Universalkünstler bei kleinen Preisen. Abends 7.45 Uhr: Abendvorstellungen. Nachmittags von 6.30 Uhr ab bis zu Beginn der Abendvorstellung: Konzert des gesamten Orchesters. e. Thalia=Theater. Heute abend 7.45 Uhr: Erstaufführung „Die hellblauen Schwestern". Als Gäste wurden verpflichtet: Christa Winkellowski und Viktor von Schenck vom Staatstheater Wiesbaden. Gänzlich neue Ausstattung an Kostümen und Dekorationen. Bei der Erstaufführung gelten Preise von 40 bis 3.n.— An beiden Östertagen nachmittags 8.30 Uhr und abends 7.30 Uhr:„Die hellblauen Schwestern". Mittwochnachmittag 4 Uhr:„Max und Moritz". Ganz kleine Preise von 30§ an. e. Zoologischer Garten. An beiden Österfeiertagen beginnen die Konzerte um 4 Uhr nachmittags. Sie werden unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Naurmann mit großer Besetzung ausgeführt. Besonders sei auf die Mittwochskonzerte hingewiesen, die jetzt unter künstlerischer Leitung stattfinden. Zur volleren Besetzung wurde ein großer Bechstein=Konzertflügel und ein KonzertHormonium angeschafft. Jahreskarten werden auch an den beiden Feiertagen ausgegeben, nur sei darauf aufmerksam gemacht, daß bei der Bestellung der volle Abonnementspreis bezahlt werden muß, andernfalls müssen Tageskarten gelöst werden. Mit Östern beginnt in der Regel die Frühjahrssaison. Bei gutem Wetter finden die Konzerte im Freien statt. Auch Nachwuchs hat unser schöner Garten wieder erhalten. Vor drei Wochen wurde ein Kamelchen geboren, das jetzt schon 1,80 Meter groß ist und großes Interesse erregt. Barmen, 3. April. b. Geöffnete Apotheken am Östersonntag, den 4. April: Central=, Einhorn=, Elefanten=, Engel= und Flora=Apotheke. Diese Apotheken sind bis Samstag nächster Woche auch nachts dienstbereit. Ostermontag, den 5. April, sind folgende Apotheken geöffnet: Carnaper, Hirsch=, Kronen=, Schwanen=, Sonnen=, Sternund Wichlinghauser Apotheke. b. Herber Verlust. Ein Portemonnaie mit 48 Mark Inhalt verlor in der vorigen Woche ein in der Tunnelstraße 45 wohnender Lagerarbeiter auf dem Wege von der Adlerstraße bis zu seiner Wohnung. b. Erhöhung der gesetzlichen Miete. Durch Verordnung des preußischen Staatsministeriums vom 26. Märg 1926 ist die gesetzliche Miete vom 1. April ds. Is. ab bis auf weiteres um 10 v. H. erhöht worden. Die für Barmen zur Erhebung kommende gesetzliche Miete beträgt daher vom 1. April 1926 ab 90 v. H. der reinen Friedensmiete. Die Umlegung des 100 v. H der staatlich veranlagten Grundvermögenssteuer übersteigenden Gemeindezuschlages zur Grundvermögenssteuer kann auch weiterhin erfolgen. Der umlegbare Zuschlag entspricht etwa 2 v. H. der Friedensmiete. In der gesetzlichen Miete sind jetzt 17. v. H. der Friedensmiete für laufende Instandsetzungsarbeiten enthalten. Briefkasten P. K. 1869. Die Peantwortung Ihrer Fragen finden Sie in dem am 31. März in der Freien Presse(erste Seite) veröffentlichten Artikel: Wie es jetzt kommen kann. Sozialdemokratische Partei Bezirksfunktionärversammlungen in Barmen Am Mittwoch, den 7. April, abends 8 Uhr, finden in allen Barmer Parteibezirken sehr wichtige Funktionärsitzungen statt. Kein Parteifunktionär und Wahlhelfer dürfen fehlen. Die Sitzungen finden in folgenden Lokalen statt: 1. Hesselnberg, Aue und Kothen: bei Klein, Ronsdorferstraße; 2. Heidt und Springen: im Parteiburean, Kampstraße 42a. 3. Leimbach und Wichelhausberg: bei Kesting, Taubenstraße. 4 Heckinghausen: bei Büdicker, Kleestraße. 6. Westkotten: in der Wohnung des Genossen Sippel, Klingelhollstraße 112. 7. Bredde: bei Rittinghaus, Bartholomäusstraße. 8. Wupperfeld: bei Sonnenschein, Färber= und Bredderstr.=Ecke. 9. Schwarzbach=Rittershausen: bei Aring, Langerfelderstraße. 10. Wichlinghausen: bei Thiel, Wichlinghauserstraße 115. 11. Lichtenplatz: bei Thewes, Sportrestaurant. 12. Langerfeld: bei Wolfertz, Kirschbaumstraße. Am Donnerstag, den 8. April, abends 8 Uhr, für die Bezirke Loh und Rott=Dörnen bei Werle, Loherstraße. Verein Arbeiterwohlfahrt Barmen. An unsere Bezirkspfleger und Helfer! Mittwoch, den 7. April, abends 7 Uhr, im Saale des Parteibureaus, Kampstr. 42a: Konferenz unserer Bezirkspfleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Zusammenschluß zu einer Arbeitsgemeinschaft und Austausch der bisherigen Erfahrungen. 2. Festsetzung der zukünftigen regelmäßigen Zusammenkünfte. Hierzu laden wir sämtliche Bezirkspfleger und Helfer der Arbeiterwohlfahrt von Barmen und Langerfeld ein und erwarten Erscheinen. Die Geschäftsleitung. Reichsbanner Schwarz=Rot=Gold Abteilung Barmen 6. Zug. Samstag, den 3. April, abends 8 Uhr, bei Peters, Königstraße: Versammlung aller A= und P=Mitglieder. Jungvolk=Veranstaltungen Elberfeld. Gruppe Nord: Sonntag(1. Östertag): Tagesfahrt. Teilnehmer treffen sich morgens 7.15 Uhr am Hombüchelerplatz. Abmarsch 7.20 Uhr. Kosten 80 Pfg. bis 1 Mk. Wegen des Österfestes erscheint die nächste Nummer der Freien Presse Dienstag, den 6. April. Verantwortlich für Politik: R. Hauschildt-Elberfeld; für Lokales Elberfeld=Barmen: Emil Quitzan-Elberfeld; für Gewerkschaftliches. Genossenschaftliches. Aus aller Welt, LennepRemscheid=Mettmann, Kunst und Sport und den unterhaltenden Teil: Oskar Hoffmann-Elberfeld; für den Inseratenteil: Friedrich Heyck=Elberfeld— Rotationsdruck und Verlag: Verlagsanstalt Freie Presse. Molkenbuhr u. Ko.. Elberfeld.— Berline: Redaktion: Berlin SW 68. Lindenstr 8. Maizena Flammeris, für Puddings das Kraftmehl und gebäck 1 99 Sie bekommen Bücher » aus allen Wissensgebieten in der Buchhandlung Freie Presse Elberfeld, Robertstraße 8 Barmen, Ref. Kirchstraße 13-15 Restauration Zum gemütlichen Wilhelm Elberleld, Breite- und Arrenbergerstr.-Ecke häit sich ihren werten Gästen bestens empfohlen. eUer; Warme Küche. Nwe. Wih. Fioge. Erfinder— Vorwärts strebende gute Verdienstmöglichkeit Aufklärung und Anregung geb. Broschüre„Ein neuer Geist Geöffnet vom 4. April(1. Östertag) bis einschl. Montag, den 12. April, täglich ab 3 Uhr: Der Die Das Grohstadt-Vergnügungspark Riesen-Wanderschau Tagesgespräch von Barmen Sportplatz Schützenstraße Aufgestellt sind u. a.: Schweizer Gebirgsrodelbahn— Cake-Walk— Der humoristische Wasserfall— Hippodrom Auto-Korso— Die Kunstradfahrer usw. Mittwoch, den 7. April 1926: Großes Kinderfest. Barmen Sonntag 3-5¾: Außer Abonn. Der Troubadour. III — 7—9½: Außer Abonn. DerEvangelimann.IV Montag. 3—5½: Außer Abonn Brinz Krokus auf der Osterfahrt. I.—7—9¾: Außer Abonn. AltHeidelberg. III. Dienstag. 7½-10: A 29. Die Entführung aus dem Serail. III. 4. April: Elberfeld 3—5½: Außer Abonn. Zum 1. Male: Prinz Krokus auf der Österfahrt. I.—7—9¾: Auß. Abonn. Neu einstudiert: Alt=Heidelberg. III 5. April: 3—5½: Außer Abonn. Tiefland. III.— 7—9¾: Außer Abonn. Hoffmanns Erzählungen. 6. April: 7½ bis nach 10: A 30. Zum 1. Male: Der Widerspenstigen Zäh muna. II. gratis durch Erdmann& Co., Berlin, Königgrätzerstraße 71. IIIII Wall 28 Elberfeld Tel. 605 Heute, Samstag Zu Beginn unseres Oster-Spielplanes sind alle Augen auf uns gerichtet, denn der Bericht der beginnenden Filmwoche sagt: „Das Publikum rückt in breiter Front in Richtung Mod. Theater an! Jeder Widerstand gebrochen.“ Sieger über die Lachmuskeln seiner Zuschauer und Sieger über alle deutschen Komiker ist Reinhold Schünzel in seinem neuesten Schlager und in seiner glänzenden Rolle als: Die Ferle des Regiments Ein Rekrutenjahr in Musketier Reinhold Schünzels Korporalschaft— ein zwerchfellerschütternder Schwank in 7 durchaus unkriegerischen Akten Der Kinobesuch, kennt REINHOLD SCHUNZEL in Dutzenden von Rollen; unvergessen ist er noch als Stiefelputzer in„Blumenfrau vom Potsdamer Platz“, als Damenfriseur in„Sündenbabel“— diesmal kommt er im bunt. Rock und zeigt sich als frischgebackener Rekrut in Situationen, welche unser Haus bersten lassen werden. Weitere Kompagniehelden stellen dar: Paul Morgan, Viktor Plagge, Kurt Vespermann, Werner Pittschau, Jullus Falkensteln, Fritz Kempers, Paul Westermeler, also eine erprobte Garde, die nichts sagt und alles verrät! Die holde Weiblichkeit ist würdig vertreten durch: Camilla Spira als Herzund Magen-Allerliebste, Elga Brine und Lydia Potechina. Hierzu unser zweiter Großfilm: Verfluchtes Geld Fünf überaus spannende. Akte nach dem Roman „Die Affenpfote“ von W. W. Jacobs. Außerdem der neue Fox-Lustspielschlager Die gestohlenen Bräute Eine lustige Geschichte......... in 2 Akten. Trotz des grossen Spielplanes ermässigte Preise!! Kassenöffnung 2¼ Uhr. An beiden Österfeiertagen vorm. 11 Uhr: Die Perle des Regiments und das große Beiprogramm! Ganz kleine Preise: Mk. 0.50, 1.—, 1.50. Großbarmen BARMEN Gemarker Ufer Ab heute: Ein deutsches Filmwerk, welches sich alle rheinisch. Herzen im Sturm erobert. Frohe Ostern! Ab heute: Thalia-Theater Heute Samstag, abends 7¾ Uhr: Erstaufführung der großen Operette! Die hellblauen Schwestern Musik von Ed. Künnecke. mit Viktor von Schenck, vom Staatstheater W. soaden u. Christa Winckellowsky a. G. Preise von 40 Pfa. bis 3.00 Mark. An beiden Ostertagen(Sonntag u. Montag) nachm. 3½ Uhr zu ermäßigten Preisen und abends 7½ Uhr: Die hellblauen Schwestern Ab Dienstag. täglich 7¾ Uhr: Die hellblauen Schwestern Mittwoch. 7. April, nachm. 4 Uhr: Das große Märchen Max und Moritz Im Salamander An beiden Öster-Feiertagen, nachm. 3½ Uhr: des ungekürzten Sensations- Programms mit Karl Scherber Kleine Preise.— Schüler 50 Pfg. Schüler und Jugendllche haben Zutritt. Ein Film aus Rheinlands freudigen und ernsten Tagen in 7 herrlichen Akten mit Gesangseinlagen. FINISH Der Kampf um den Rennstall Ein mysteriöser Vorfall auf der Rennbahn in 7 Akten atemloser Spannung. Dazu das übrige Festprogramm in Varietee und Film. Film-Palast,,We stfalia“ Städt. Hardtanlagen, Elberfeld. Bergisch. Haus u. Elisenhöhe Jnh.: O. Fischer. Im Salamander I. bis 15. April: Varleté. Eine Revue erster artist. Kunstkräfte. Der Universalkünstler Karl Scherber als Zauberkünstler, Kunstmaler, türk. Jongleur, Gedächtniskünstler, Gaukler, Handschatten- u. Padischah-Szene. Charmion, klassisch schöner Drahtseilakt. Fersen u. Gaard, die urkom. Radfahrer. Gerda Cyklermo, Opernsängerin. Rudolf Klär, der eleg. Gladiator. Willy Ziegler, der populäre Humorist. Vier Leers-Avellos, Phän. Plastiker. Der Kinematograph. An den belden Östertelertagen große Festvorstellungen, Anf. 7¾ Uhr. Von 6½ Uhr an Konzert des Orchesters. Vorverkauf an der Theaterkasse ab 11 Uhr d. ganzen Tag, tauration Otto Heide U.-Barmen, Haspelerschulstr. 20 a. Bitterstr.-Eche hält sich Freunden und Gönnern bei freundl. und aufmerksamer Bedienung bestens empfohlen. — Billard.— Restauration Elberfeld Inder Nüll Inhaber: Joset Steinhofl. Halte mich einem geehrten Publikum bestens empfohlen. II. Getränke und Spelsen. O MUBEL* aller Art. Kleiderschr., Walchk. Nachtsk., Bettst., Tische, Stühle, Sofa. Chaiselong., auch gegen Zahlungserleichterungen. R. Höfer, W.=Rathenaustr. 20 Auf, zu elner Morgenwanderung am 2. Östern nach HausJuliana Früh-Konzert der allgemein beliebten Hauskapelle. Abwechslungsreiches Programm. Anfang 8 Uhr. An beiden Östertagen, nachmittags: Eintritt frei! Es ladet ein: der Besitzer: Georg Vesper. NB. Nach Östern finden außer Sonntags auch Mittwochs und Samstags Konzerte statt. Frühling im Siebengebirge!! Bergischer Hof(Königswinter) bestens empsohlen. Peter Erb(Elberfeld). Konditorei-Calé Wein— Konfitüren— Likör Meinen verehrten Freunden und Gönnern zur Kenntnis, daß ich ab 15. Märx 1926 das „Rathaus-Café“, Elberteld, Klotzbahn 30, in Vertretung übernommen habe. Zum Besuch ladet ein August Stachelhaus Gedeck: 1 Tasse Ratfee mit Sahne und Gebäck 53 Pfennig. Osterfeiertage: Täglich: Große Kaffeerestauration, frische Milch, ff. Zutaten u. Gebäck, kalte u. warme Speisen. helle und Münchener Biere. gutgepflegte Weine. Gartenwirtschaft eröffnet. I. Ostern, abends 7 Uhr: Konzert Gemischter Chor„Loreley“. II. Ostern, vormittags: Matinee. Athleten=Klub Elberfeld. Abends: Konzert und Ball. Männer=Gesang=Verein,Heimattlänge“. Jahreskarten ganz bezahlt == Elberfeld.= An beiden Osterfeiertagen von 4—7½ Uhr: Grosses Konzert (20 Herr.) Leit. Kapellm. Kaufmann müssen bei der Bestellung voll und werden, andernfalls müssen Tageskarten gelöst werden Stolfe eder Art für Damen- und Herrenbekleldung enorm billig. Ultzensche Wollweberei ELBERFELD. Poststraße 19. Eincano Sehöne Gasseleine Treppehochl. Wupperfelder 2 «Muschelnhaus Berlinerstr. 42 Barmen Berlinerstr. 42 24. hält sich bei Verabreichung nur guter 9 Speisen und Getränke bestens empfohlen. LV.: Wilhelm Grunewald. Villa Foresta! Altbekanntes Ausflugslokal. Vollst. renoviert. Halte mich Vereinen und Klubs bestens empfohlen. la Bohnenkaffee mit oder ohne Gebäck. Eigene Konditorei! Neuer Inhaber: Adolf Afer. Sonntag, den 4. April, abends 7½ Uhr: Volksvorstellung. Zu kleinen Preisen. Uschi. Operette in 3 Akten von Jean Gilbert. Montag. den 5. April. nachm. 3 Uhr: Oeffentliche Vorstellung. Gastspiel Erika Graf:-Rotkäppchen; abends 7½ Uhr: Volksvorstellung. Zu kleinen Preisen. Der fliegende Holländer. Oper in 3 Akten von Richard Wagner. Dienstag, den 6. April, nachm. 4 Uhr: Oeffentliche Vorstellung. Gastspiel Erika Graf: Rotkäppchen; abends 8 Uhr: Oeffentliche Vorstellung. Die Teresina. Operette in 3 Akten von Oskar Straus. Mittwoch, den 7. April, nachm. 4 Uhr: Oeffentliche Vorstell. Gastspiel Erika Graf: Hänsel und Gretel. Donnerstag, den 8. April, nachm. 4 Uhr: Oeffentliche Vorstell. Gastspiel Erika Graf: Hänsel und Gretelz abends 8 Uhr: Oeffentliche Vorstellung. Zum ersten Male! Was ihr wollt. Lustipiel in 5 Aufzügen v. William Shakespeare. Musik von Humperdinck. Freitag, den 9. April. abends 8 Uhr: Oeffentliche Vorstellung. Zum letzten Male: Der Tor und der Tol Hofmannsthal. kod. Elektra Male: von Hugo von 5 W Paaner. Jägerhof Lichtenplatz hält sich für die Östertage bestens empfohlen. A. Kölsch. Kauft nur bei Inserenten. .. Samstag. den 3. April 1920. Freie Presse. 1. Beilage zu Nr. 78. Wacht auf! Von Pfarrer Emil Felden. Von jeher haben zahlreiche Völker Östern aus dem Wintertode neu erstehenden Lebens. Naturlich es verschieden benannt. Kommt es auf den Namen ank Recht sagte Goethe:„Name ist Schall und Rauch." Dies leben verkörperte sich den Alten in den Heilanden die starben und auferstanden, in Baldur. Attis. Adonis oder wie si alle heißen, deren Auferstehungstag Ende März gefeiert wurde. Dabei ging dem Auferstebungstag immer der„Karfreitag“ voraus: der junge Gott, unter dem wir uns die Sonne zu denken haben. unterliegt in der Blüte der Jahre seinen rachgierigen Feinden, den Geistern und Mächten der Nacht, der Finsternis, der Kälte, des Winters, des Todes. Wohl sinkt er ins Grab. Allein es kann ihn nur„drei Tage“ festhalten(das ist die Zeit, die der Mond bei Neumond unsichtbar ist). Dann steht er zu neuem Leben auf, um die Welt mit neuem Leben zu segnen. Dieser Glaube wurde oft dramatisch dargestellt. So stand z. B. in Bethlehem ein Tempel des Adonis. in dem der junge, gemordete Gott unter den Klagen der Weiber ins Grab gelegt wurde. Als dann die Priester nach drei Tagen seine Auferstebung verkündeten, verwandelte sich die Klage in hellen, ja ausgelassenen Jubel; die Lippen der Gläubigen wurden mit heiligem Oel gefalbt. Bei der„Auferstehung“ des Attis. dessen Steinbild ins Grab gelegt worden war, verhießen die Priester:„Getrost. ihr Gläubigen, da der Gott gerettet ist, so wird auch uns aus allen Nöten Rettung werden.“ Das Christentum hat alle diese verschiedenen Glaubenströstungen in grandioser, dramatischer Weise in seinem Karfreitags= und Österglauben zusammengefaßt: Christus muß unter Martern am Kreuze sterben: sein Blut fließt aus Liebe zu den Menschen, aber die ewige Liebe, die er verkörpert, kann nicht im Grabe bleiben; Christus ersteht auf, triumphiert über seine Feinde und bringt den Menschen Leben und Seligkeit. So handelt es sich, wie schon aus diesen wenigen Zeilen hervorgeht, nicht um ein spezifisch christliches, sondern um ein uraltes allgemeines Menschheitsfest, das einstmals vom Christentum aufgenommen, heute noch in ihm weiterlebt. Woher nahmen aber all diese verschiedenen Völker die so sehr sich gleichenden Gedanken vom sterbenden und auferstehenden Erlöser? Sie haben sie vom Himmel abgelesen. Was sich dort oben nach ihrem Glauben abspielte, das war ihnen die Wirklichkeit nicht etwa nur ein Sinnbild. Was sich auf Erden abspielte, das erschien ihnen nur der Schatten der Begebnisse dort oben; wer das Geschehen am Himmel deuten konnte, wußte darum, so meinten sie was auf Erden geschah. Nun sahen sie alljährlich zur Frühlingszeit, am 21. März. die Sonne aus dem unteren Bogen ihres scheinbaren Jahreslaufes emporsteigen. Im Tierkreisbilde des Widders oder des„Lammes“(um die Zeit des entstehenden Christentums vorher dem des Stieres) brachte sie dieses zum Verlöschen, d. h „das Lamm opferte sich selbst“ und wurde am himmlischen Kreuz „erhöht". Das Kreuz sahen die Alten im kreuzweisen Zusammentreffen des Himmelsäquators mit der Sonnenbahn. Wohlbemerkt: dies alles faßten sie nicht als Sinnbild auf, nein, höchste, ja alleinige Wirklichkeit war es ihnen. So haben sie den ganzen Erlösungsvorgang am Frühlingshimmel abgelesen. Es muß aber betont werden, daß ihre Herzenssehnsucht alles zuvor in die Vorgänge am Himmel hineingedeutet hatte. Ihre Sehnsucht aber richtete sich auf die Erlösung aus der Macht der Todesgewalten. Fest glaubten sie an deren Niederlage und an den Sieg des Lebens über den Tod. Jahrtausende sind seitdem vergangen. Was den Alten höchste Wirklichkeit war, ist uns Schein geworden, wird höchstens als schönes Sinnbild von uns gewertet. Aber die Sehnsucht ist die gleiche geblieben. Oder lebt sie nicht auch in uns? Und lebt nicht auch der Glaube an den Sieg der Lebensmächte über die Todesgewalten in uns? Ich denke jetzt nicht an die jedes Jahr zu neuem Leben erwachende Natur. Dies ist uns Sinnbild, weiter nichts. Ich denke vielmehr an den Glauben des Sozialisten, daß die lebenschaffenden Kräfte trotz allen Wütens und Rasens der kapitalistischen Todesmachte doch endlich siegen und dem unter unnötigen Lasten seufzenden Volk und der Menschheit den wahren Frühling bringen werden. Und ob sie den Sozialismus noch so oft totsagen, ob sie ihn noch so oft kreuzigen und ins Grab hineinzerren— er steht doch immer wieder auf und nichts kann seinen erlösenden Siegeslauf auf Erden bindern. Hätten wir diesen Lebensglauben nicht— wie könnten wir dann für die Sache des Sozialismus, die Sache der gesamten Menschheit ist, kämpfen, leiden, Opfer bringen. Allein wir brauchen nicht, um diese Siegeszuversicht in uns zu tragen, den Himmel anzustaunen und abergläubisch der Sonne Gang durch die Tierkreisbilder zu deuten. Nein. Sinnbild sei uns das erwachende Leben des Frühlings, der Sonne Siegeslauf am blauen Frühlingshimmel. Unsere Gedanken bleiben im übrigen auf unserer Erde. Wie in ihr, auch wenn sie winterlich vereist, nur Totes zu bergen scheint, Keime des neuen Lebens liegen, die sich allmählich hervorwagen, bis sie im Frühling blühend und grünend ihre ganze Pracht entfalten, so sehen wir im Winter der kapitalistischen Zeit die Kräfte liegen, die sich nach und nach entwickeln, um im gegebenen Augenblick das Grab zu sprengen. Dann vollendet der Sozialismus die Menschheitserlösung. Jetzt freilich stehen wir noch im Karfreitag der Menschheitsentwicklung, wenn wir auch schon von ferne die Östersonne über dem Horizont aufsteigen sehen. Noch liegt die Menschheit im finsteren Grabe kapitalistischer Scheinkultur, die den Menschen nur als Mittel zum Zweck: Profit zu schaffen, wertet Noch sind der Menschheit beste Kräfte gefesselt, so daß ihre freie Entfaltung gehindert ist. Noch ist es so. Doch regen sie sich be reits gar kräftig, wagen sich ans Licht, strahlen, zerren an den verhaßten Ketten, schlagen an die Grabesmauern, unterhöhlen sie, werden stärker von Tag zu Tag. Zu langsam geht es. meint ihr? Ach. was sind hundert Jahre in der Menschheitsentwicklung! Noch nicht„drei Tage“, die das Grab sein Opfer festhält. Der Tag kommt sicher, an dem das Grab gesprengt wird, in das der Kapitalismus die Menschheit gestoßen hat. Sie wird auferstehen und unter der siegenden Sonne des Sozialismus einherwandeln. Das sei aber jedem gesagt. der ungeduldig werden will: noch ist der Menschheitskarfreitag nicht vorbei! Die Alten legten großen Wert auf das fließende Blut ihrer Heilande, die sich für die Menschheit opferten. Eine tiefe Weisheit steckt darin. Ohne Opfer kommt keine Erlösung zustande: „Aus des Blutes frischer Quellung Aus den Adern neuer Füllung Kommt euch nur das Himmelreich“, heißt es mit Recht in Ibsens„Brand". Soll unsere Sache siegen. so braucht sie auch unser Herzblut, d. h. das Beste, was in uns lebt, die wahre Hingabe an die große Sache der Menschheitsbefreiung. Frei müssen wir werden vom„Aberglauben", als ob dazu die „Führer“ da seien. Sie sind nicht Heilande; jeder einzelne muß vielmehr den Erlöserwillen in sich tragen, der ihn befähigt, alles für die große Sache hinzugeben, ohne auf andere oder auf Wunder zu warten. Es gilt aber nicht nur sein Herzblut hinzugeben, wir müssen auf dem Opferaltar der neuen Zeit alles Minderwertige in uns verbrennen, was das Kommen der Menschheitserlösung behindert: unsere winterliche Schlafsucht, Gedankenlosigkeit, Feigheit, Hoffnungslosigkeit. Ja, dies sind die winterlichen Mächte, sind die Bundesgenossen der kapitalistischen Totengräber, sind Judas, Pharisäer und Hohepriester, die den Christus verraten. Darum:„Wacht auf“ und regt euch im Frühlingshoffen und Wirken. Je heller das Auge blitzt, je mehr Herzblut ihr opfert, je fester ihr an den Menschbeitsfrühling glaubt und ihm den Weg bereitet, um so eher wird die Menschheit aus dem Grabe erstehen, darin sie heute, vom Kapitalismus festgehalten, darbt und leidet. Darum laßt die Österweise Geibels erschallen und verwirklicht sie durch die Tat: „Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen, Die ihr im Winterschlafe säumt. In dumpfen Lüsten, dumpfen Schmerzen Gebannt, ein welkes Dasein träumt: Ein neuer Geist geht durch die Lande Wie Jugendhauch. O, laßt ihn ein! Zerreißt wie Simson eure Bande, Und wie die Adler sollt ihr sein!“ Die verschwundene Kaiserinnenkrone Der M. M. schreibt: Als Wilhelm II. sich im Jahre 1922 zum zweiten Male verehelichte, verschwand auf unerklärliche Weise im Berliner Schloß eine Krone, und zwar die Krone, die zuletzt die verstorbene Kaiserin Augusta getragen hatte. Man glaubte anfänglich an einen Spuk. Genauere Nachforschungen ergaben, daß die Krone einem Hofjuwelier übergeben worden war, der sie einer Neubearbeitung unterziehen mußte und auch die Kopfweite zu verändern hatte. Die Anweisungen dafür waren aus Doorn ergangen. Die Krone kam nach vollzogener Umarbeitung nicht etwa wieder in das Schloß zurück, um dort der Kaiserin der Zukunft zu harren. Sie wanderte vielmehr wie vieles andere heimlich nach Doorn und diente Wilhelms zweiter Gemahlin Hermine von Reuß als Brautschmuck bei den Vermählungsfeierlichkeiten. Da die Krone jedoch unzweifelhaftes Staatseigentum war, erregte ihr Verschwinden aus der Schatzkammer des Berliner Schlosses immerhin einiges Aufsehen, und es hieß allgemein, die Krone sei auf unrechtmäßige Weise entwendet worden. Im Reichstag wurde sogar eine Interpellation eingebracht, die von Hermann Müller=Franken eingehend begründet wurde. Durch die Beratung der Interpellation im Reichstag wurde die Angelegenheit aber erneut ins Mysteriöse gezogen. Die Regierung ließ erklären, daß sie an dem Verschwinden der Krone nicht beteiligt sei. Nach der anderen Seite konnte sie aber auch keine Auskunft darüber geben, auf wessen Veranlassung die Umarbeitung und die Beiseitebringung geschah. Die Krone ist jedenfalls noch bis zur Stunde verschwunden und es ist somit anzunehmen, daß sie dort ist, wo sie während der Trauungsfeierlichkeiten war, also in Doorn. Darf man fragen, ob Anstalten getroffen werden sollen, die entschwundene Krone wieder in den Staatsbesitz zurückzuführen? Sie soll einen Wert von 3¼ Millionen Mark verkörpern. Wenn Wilhelm II. seinen Spaß daran hatte, seine zweite Gemahlin in der Krönungskrone am Traualtar zu sehen, so könnte er doch jetzt wenigstens dazu angehalten werden, die entliehene Krone wieder zurückzuliefern. Genau so, wie der Bräutigam, der sich für die Hochzeit Frack und Zylinder in der Verleihanstalt borgt, verpflichtet ist nach dem feierlichen Akt die Hochzeitsrequisiten nebst Entgelt wieder abzuliefern. Der Schaumburg=Lippische Landtag in Bückeburg nahm eine Entschließung an, in der die Landesregierung ersucht wird, unverzüglich einen Gesetzentwurf für die Volksabstimmung über den Anschluß an Preußen dem Landtag vorzulegen und Verhandlungen mit dem preußischen Staatsministerium aufzunehmen, Seeluft Humoristischer Roman von Jan Ehlers. (16 Fortletzung. „Nun Herr von Radegast,“ nahm der Wolffenroder das Wort und wandte sich an den Afrikaner, der an seiner Seite Platz genommen hatte,„unser europäisches Parkett hat doch seine Vorteile, nicht wahr?“ „Nicht so sehr das Parkett als sein schwebender Blumenflor, Herr Geheimrat!“ „Ah— da schauts beraus?“ Fünf Jahre Afrika, Herr Geheimrat, da hat man die schwarze Farbe satt.“ „Was anzunehmen ist.. „Passen Se uff, Herr Doktor, det Se hier nich de Rollen wechseln.“ „Wie darf ich verstehen. Herr Susemihl?“ „Nu, Afrikaner stehn heute in Kurs. Drüben hab'n Se Löwen jejagt hier könn' Se'n jejagter Löwe werden.“ „Emil, tu mir'n Gefallen. „Aber gewiß doch, lieber Otto! Apropos, Herr Doktor Riese, darf ich fragen, wann Se Helgoland mit Ihrer fliejenden Kiste verlassen werden?“ „Jedenfalls nicht früher als Sie, meine Herren, es beabsichtigt haben, Auch Sie bitte ich wohl nicht vergebens, Herr Geheimrat?“ „Wird mir ein Vergnügen sein. Herr Doktor!“ „Ich danke Ihnen! Lassen Sie mit Ihre Damen aber nicht zu Hause!" „Det werd'n Se sich ooch jefallen lassen.“ „Dann also morgen mittag....“ „Zwischen vier und sünf, bitte." „Wird gemacht!" „Ja, dann wollen wir Ihr Wunder der Lüfte mal gründlich anschauen.“ „Und wie wär's mit einer kleinen Fahrt, Herr Geheimrat?“ „Bitte, nein! Das wage ich mir denn doch nicht!“ „Ich versichere Sie, Sie werden eine ganz andere Weltanschauung bekommen.“ „Verzeihung! Zu einer solchen Metamorphose bin ich denn doch zu alt geworden.“ „Jung oder alt, Herr Geheimrat— wer einmal droben war, kommt als ein ganz neuer Mensch zurück.“ „Das wäre allerdings wunderbar!“ „Stellen Sie sich vor, Herr Geheimrat: so dahinzufliegen, übers Erdenrund! Ganz nach Willkür! Nicht wie die armen Kerle früher, die sich vom Winde treiben lassen mußten und ewig angst waren, ob auch die Landung glücken werde. Wir stellen unseren Motor an und lassen ihn laufen. Mag auch der Wind aus einer unbekannten Erde kommen— wir fahren!“ „Es muß in der Tat einzig sein.“ „Einzig? Es gibt keinen Ausdruck für diese Empfindung, Herr Geheimrat! Die Erde unter sich zu lassen, all die Stätten, an denen der Kleinmensch hängt und klebt...“ Nehm'n Se mich mit, Herr Doktor. Schorsch! Vier Pils!“ „Wir sehen die Zentren,“ fuhr Doktor Riese mit Wärme fort, „die Zentren der Kultur, wie einfältige Kartenhäuser unter uns hinweggleiten, Dörfchen und Städtchen, in denen menschliche Unzulänglichkeit haust, Wälder und Wälder, die den Schweiß der Bauern trinken, die Schlote des Fortschritts, die Hütten des Elends. Kein Fluß, kein See, kein Gebirge hält uns auf. Wir allein sehen, wie groß die Welt ist und wie klein der Mensch. Wie abscheulich materiell seine Instinkte, wie beschränkt seine Leidenschaften, wie schäbig seine Sehnsucht....“ „Donnerwetter, Doktor, haben Se det auswendig jelernt? Det is ja wie'n Jedicht von mir.“ „Sie erinnern sich des Ikarus und Dädalus, meine Herren! Wie groß muß schon damals die Sehnsucht gewesen sein, die Welt unter sich zu lassen. Wir lassen sie jetzt unter uns. Wir fliegen mit dem Adler um die Wette. In ewiger Stille schweben wir dahin, nur den Pulsschlag unserer braven Maschinen unter uns. Nie aber schlägt ein Schrei nach Geld, ein Fluch dem Gold an unser Ohr. Darum, meine Herren, sind wir das auserwählte Volk. Wir erst genießen, was die Sehnsucht Jahrtausender war. Und darum ein Gedenken den erlauchten Geistern, die uns und unserer Zeit dies Wunderbare erkämpft haben.“ Doktor Riese erhob sein Glas, und alle folgten ihm. „Bravo, Doktor! Nu möcht ick den mal sehn, der keen Flieger werden will.“ Onkel Emil rief es übervoll von Begeisterung, der Wolffenroder aber wiegte in lächelndem Pessimismus den Kopf, während der Doktor nicht ohne seltsamen Tonfall fortfuhr:„Wie Sie aber auch die Errungenschaft der Flugtechnik einschätzen mögen, Herr Geheimrat: wer weiß, ob sie nicht eines Tages auch von Ihnen Tribut verlangt?“ „Von mir? Unmöglich! Ich fabriziere Zement und werde von der sicheren Mutter Erde nie den Fuß heben.“ "Und dennooch, dennoch, Herr Geheimrat!“ Doktor Rieses Stimme klang noch einen Ton geheimnisvoller als bisher. „Verehrtester Herr Doktor, dieser Gefahr fühle ich mich in der Tat gewachsen.“ „Otto. Otto, et jibt mehr Dinge zwischen Himmel und Helgoland." „Aaah! Es war ein sehr lautes Ah der Ueberraschung, das aus den Austerngründen des Professors Borwell herüberschallte und störend in die Unterhaltung der Herren eingriff: „Nanu, wat hab'n Se denn da?“ Onkel Emil erhob sich interessiert. „Ah, gefunden.“ Boxwell hielt ihm in naiv gemachter Freude eine Perle zwischen Daumen und Zeigefinger entgegen „Wahrhaft'jen Jott,’ne Perle!“ „In den Austern hier.“ „So wat is mir noch nie passiert.“ Onkel Emil reichte die Perle dem Wolffenroder, der sie sogleich bewunderte: Das ist ja ein herrliches Stück!“ „O ja, ein sehr feines Oval,“ pflichtete Dr. Riese bei. „Yes? Ueirklich einer großen Glück?“ „Woll'n Se det Ding verkoofen, Herr Professor?" „O— ich bin nicht habend einer Vergnügung an der Smuck, Herr Susemihl—“ „Wat se sagen." „O no, Wollen einer der Bagatelle kaufen?“ Ich bin Liebhaber, Herr Professor. Nennen Sie bitte einen Preis." Der Wolffenroder schien ganz in das schimmernde Schmuckstück verliebt zu sein. „O— ich bin glücklich Ihrer Bekanntschaft—“ Boxwell nie te umständlich und wahrheitsgetreu. „Yes. Ich bin habend, der Pflicht einer Freund— hazi.“ „Nun, fordern müssen Sie schon, Herr Professor. Da hilft kein Sträuben.“ „Well— eh— sueitausend Dollar.“ „Die Perle ist mein, Herr Professor.“ „Allright, Sir“ „Nu wird et Zeit, Herr von Radegast,“ sagte Onkel Emil leise zu dem Afrikaner, der auf irgendein Stichwort gewartet zu haben schien. „Schön, Herr Susemihl.“ Der braune Herr mit dem schönen Vollbart und der dunklen Brille stand auf und sagte:„Auch ich bin Liebhaber von Perlen und außerdem— Kenner. Möchten Sie mir gestatten, Herr Geheimrat?“ „Mit Vergnügen.“ „Herr von Radegast wog das glänzende Ding einen Moment in der schlanken Rechten, hielt es dann gegen das Licht und sagte sehr bestimmt:„Es ist in der Tat dieselbe Perlensorte, die ich vor Jahren in Östende eine Rolle habe spielen sehen. Erinnern Sie sich dieses Falles noch, Herr Professor?“ Voxwell schien von der Feststellung indessen keine Notiz zu nehmen. Er batte seine Schiffsflagge gezogen und nieste unbekümmert, wenn auch offenbar etwas nervös. Als die Hazis=Serie gar kein Ende nehmen wollte, wurde der Afrikaner ungeduldig und wandte sich an Dr. Riese: „Sei so gut, Hans— und geh'n Augenblick in Stellung.“ „Gern, lieber Junge.“ „Es könnte sonst der Fall eintreten, daß der Herr Professor uns seinen Fund ohne Bezahlung überläßt—“ Das Niesen Boxwells schien nun doch aus seiner anfänglichen Unbekümmertheit in ein Produkt aus tausend Aengsten überzugehen. Er rückte auf seinem Stuhl hin und her und seine flackernden Blicke schienen die nächste Tür ins Freie zu suchen. „Nu ja," Onkel Emil klopfte dem Geängstigten jovial auf die Schulter,„nu ja— wozu hat man denn'n Heuschnuppen, he? Wenn einer was Dummes fragt, denn niest man, nicht wahr, Herr — Seppl?" Wie der Blitz war Boxwell hoch, Doktor Riese hielt ihn im nächsten Moment wie ein Spielzeug. „Aber so warten Sie doch, Herr Professor,“ sagte der Herkules gutmütig.„Wollen Sie Ihre Perle nicht bezahlt haben?“ „Ich bin nicht verstehend der ganzen Geschichte—“ „Gut,“ warf Herr von Radegast ein,„dann werden Sie dies desto besser begreifen.“ Er nahm ein nahestehendes Glas und zerschlug die Perle auf der Tischplatte. „Meine Perle—! Das wird Ihnen ein teurer Spaß werden!" „Sie haben's gehört, meine Herren, Mister—“ „Seppel—“ ergänzte Onkel Emil. „Also, Mister Seppel hat Farbe bekannt. Kann besser Deutsch sprechen, wie englisch radebrechen. Ich versichere Sie: Ein echter Deutscher! Was natürlich nicht ausschließt, uns falsche Perlen aufzuhängen. Sehen Sie bitte her: Glas— böhmisches Glas.“ „Na, so wat kann auch bloß aus Böhmen kommen.“ „Aber bitte—“ Doktor Riese saßte den Entdeckten fester am Kragen,„warum so eilig? Die Vorstellung beginnt doch erst!“ (Fortsetzung folgt.) ri Neue Wagen der Barmer Bergbahn Im Bierachser von Elberfeld nach Solingen Die Barmer Berg= und Straßenbahn bringt Östern einen ganz modernen Typ eines Straßenbahnwagens in den Verkehr, der am Donnerstag der Presse auf einer Probefahrt nach Solingen vorgeführt wurde. Die Bauart des neuen Wagens ist so verschieden von der bisher im Wuppertal bekannten, daß der neuc Typ überall Aufsehen erregt. Der Wagen ist 12,200 Meter lang und 2.070 Meter breit. Seine Höhe über den Schienen mißt 3,350 Meter. Der Zugang erfolgt durch die auf der Mitte jeder Seitenwand eingebauten Schiebetüren, was das Ein= und Aussteigen außerordentlich beschleunigt. Besonders lebhaft wird vom Publikum die Einrichtung getrennter Raucher= und Nichtraucherabteile meinem Wagen begrüßt werden. Beide Abteile haben Mahagoniausstattung und haben insgesamt 32 Sitzplätze und 32 Stehplätze bei normaler Besetzung. Ehe wir uns recht in diesem„Salon“ umgeschaut haben, fährt der Wagen an. Den steilen Berg der Augustastraße nimmt er mit seinen 4 S. S. W.=Motoren von je 75 Pferdestärke Stundenleistung, mutatorseite durch den eingebauten Lüfter ins Freie gedrückt, wobei der Kohlen= und Kupferstaub vom Kommutator abgesaugt wird. Die bei den Steigungen und Zuggewichten sich ergebenden abzuschaltenden großen Leistungen werden durch zwei Entlastungsschütze abgeschaltet, die elektrisch gesteuert werden und von den Fahrschaltern getrennt angeordnet sind. Die Widerstände sind auf das Magenach verlegt, wo sie durch den Luftzug des fahrenden Wagens eine ausgezeichnete Kühlung erbalten. Zum Schutz von Kurzschlüssen sind selbstätige Höchststromschalter eingebaut, die auf jedem Führerstand bedient werden können. Diese beiden Automaten sind so geschaltet, daß nur jedesmal der beim Führer befindliche Automat ansprechen kann. Es ist auf unserer Fahrt dunkel geworden. Ein Ruf nach dem Schaffner und das Innere des Wagens erstrahlt in hellem Licht. Zwei Scheinwerfer, welche drehbar angeordnet sind, werfen deren Bewegung durch Zahnradübersetzung auf die Achsen übertragen wird, spielend. Auch bei diesen Wagen wird die Fahrgeschwindigkeit durch den auf der vorderen Plattform befindlichen Fahrschalter geregelt. Wir freuen uns bei jeder Kurve über den ruhigen Lauf des Wagens, dessen Federung mit ganz besonderer Sorgfalt gearbeitet wurde. Die grüne Lederpolsterung der bequemen Längs= und Quersitze tragen dazu bei, die Fahrt angenehm zu gestalten. Wir haben uns einen Klapptisch, der zwischen den Fenstern angebracht ist, hochgeklappt und lassen an uns die frühlingsfrohe Natur des Hahnerberges vorüber gleiten. Eben biegt der Wagen um die Kurve nach Cronenberg zu. Wir lassen uns erklären, daß der Wagn wegen der engen Kurven, die er auf der Strecke zu nehmen hat, vorn und hinten zugespitzt ist. Das ermöglicht dem Fahrgast eine volle Uebersicht der ganzen Strecke, also eine Erhöhung des Fahrgenusses. Außerdem gibt das dem Wagen die schneidige Form und das gefallige Aussehen. Unsere Hüte haben wir in die über den Fenstern durchgängig angebrachten Gepäcknetze gelegt. Es ist warm geworden, aber ein kühler Lufthauch geht durch das Innere des Wagens, der mit einer modernen Lüftungsvorrichtung ausgestattet ist. Jede Seitenwand hat acht herunterlaßbare Fenster. über denen sich außerdem Klappfenster befinden, die in Verbindung mit der Tonnendach=Stirnlüfihre Kegel in das Gelände seitlich vom Führerstand. Sie werden durch eine kleine Akkumulatorenbatterie gespeist, die über einen Lampenstrom aufgeladen werden kann. Die Heizung im Wagen— drei Kreise von je 2 Heizkörpern— ist auf unseren Wunsch abgestellt worden. Soeben fahren wir in die Vororte von Solingen ein. Ein laut tönendes Warnungssignal ertönt. Die Scheinwerfer werden abgestellt. Auch das ist eine Neuerung bei diesem D=Zug der Straßenbahn: durch Druckknopfbedienung wird ein elektrisches Hupensignal ausgelöst.— Da ist schon Solingen. Wir fragen einen der Herren der Verwaltung, ob man uns besonders schnell gefahren hätte. Die Frage wird verneint. Die Lösung finden wir selber: Das Fahren in den neuen Wagen ist so angenehm, daß weder Zeit noch Länge bewußt wird. Als wir den neuen Wagen in Solingen verlassen, staut sich schon wieder die Menge: er erregt auch hier Aufsehen. Nach Beendigung der Hinfahrt machte Herr Sattler, der Direktor der Barmer Bergbahn A.=G., vor den Pressevertretern einige allgemeine Ausführungen über die Ausgestaltung des Verkehrs auf der Barmer Bergbahn und besonders auf der Strecke Elberfelb—Cronenberg— Solingen. Der Verkehr auf dieser Strecke hat vor allem darunter zu leiden, daß die Motore der alten Wagen für die erheblichen Steigungen tung eine vorzügliche Ventilation ermöglichen. Cronenberg liegt bereits hinter uns. Der Fall zum Fluß beginnt. Da interessieren uns die Bremsen, die bei diesem im Eigengewicht schon 25 500 Klg. schweren Wagen doch besonders gut sein müssen. Und sie sind es auch! Denn als mechanische Bremse sind zwei unabhängig voneinander wirkende, durch Wernerantrieb zu betätigende Bremsgestänge vorgesehen, die auf die Innen= und Außenklötze wirken. Je acht Bremsklötze fassen beim Bremsen auf die Räder zu. Außerdem ist der Wagen noch mit einer elektromagnetischen Schienenbremse von acht Bremsmagneten von je 27,50 Klg. Zugkraft ausgerüstet, deren Kraft bei Notbremsung durch Einschalten von Frischstrom aus der Oberleitung verdoppelt werden kann. Weiter ist der Schaffner imstande, unabhängig vom Fahrer die elektromagnetische Schienenbremse durch einen auf dem Mittelflur— der sich zwischen den Abteilen befindet— angebrachten Notschalter in Tätigkeit zu bringen und zugleich die Schienen mit Sand zu belegen. Die Bremsversuche gelingen bei dieser Fahrt glänzend und geben uns die Gewißheit, daß die Bremstechnik der Straßenbahn modernster Ausrüstung eine auf das Höchste gesteigerte Betriebssicherheit zeigt. Ein absolut sicherer und gefahrloser Betrieb selbst auf unseren bergigen Strecken ist darum garantiert. Die Motoren haben Rollenlager und sind ventiliert. Die Frischluft tritt auf der Zahnradseite in den Motor ein, durchströmt ihn in der Längsrichtung, teils durch Ventilationskanäle im Anker und Kommutatorkörper, teils zwischen den Polwickelungen. Sie wird an der Kom9 mitgeführt werden, was bei der Zunahme des Verkehrs bei fast allen Wagen notwendig geworden ist. Die neuen Wagen mit ihren viel stärkeren Motoren werden die Steigungen viel besser überwinden als die alten, die sich, besonders bei starker Besetzung, in wahrem Schneckentempe hinaufarbeiten mußten. Dadurch wird die Fahrzeit verkürzt. Es soll nicht durch sogenannte S=Wagen wie auf der Bergischen Kleinbahn ein Schnellverkehr durch einzelne Wagen, sondern ganz allgemein ein besserer Normalverkehr herbeigeführt werden. Freilich sind zur Durchführung dieses Planes noch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Z. B. der zweigleißige Ausbau der Strecke Cronenberg-Solingen, für den zwar schon die Schienen, aber noch nicht die Mittel für den Ausbau vorhanden sind. Dennoch soll mit dem Ausbau einiger Teile noch in diesem Jahre begonnen werden. Ferner soll das Umformerwerk in Cronenberg verstärkt und damit eine den erhohten Ansprüchen genügende bessere Stromquelle geschaffen werden. Auch das Oberleitungsnetz soll sobald wie möglich verstärkt werden. Solange der zweigleisige Ausbau noch nicht völlig durchgeführt ist, soll durch möglichst gutes Klappen der Kreuzungen die Wartezeit vermindert und somit die Fahrzeit vermindert werden. Durch diese Maßnahmen hofft die Verwaltung der Barmer Bergbahn auch auf der Strecke Elberfeld—Cronenberg-Solingen einen„Schnellverkehr" schaffen zu können, ohne die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit der Wagen zu überschreiten. Alles in allem Maßnahmen und Pläne, die die Bewohner des Bergischen Landes lebhaft begrüßen werden. Remscheid-Lennep Remscheid, 8. April. Persönliche Hetze als politisches Kampfmittel In einer kurzen Notiz erwähnten wir andeutungsweise die persönliche Hetze, zu der die KPD. die Beratung des Wohlfahrtsetats im Stadtverordnetenkollegium benutzte, um den Genossen Iserloh herunterzureißen mit dem deutlich erkennbaren Ziel, der sozialdemokratischen Partei etwas am Zeuge zu flicken. Ob der beabsichtigte Zweck damit erreicht wurde, läßt sich fuglich bezweifeln, da die Methode zu verbraucht, solche Manöver keine Wirkung mehr haben. Das scheint auch selbst die Volksstimme zu empfinden, denn unsere kurze Notiz kommentiert sie mit einem langen Artikel, der die Schwäche ihrer Position in dieser Angelegenheit deutlich verrät. Die offenkundige Absicht, die Sozialdemokratie und ihre Wichtigkeit herabzusetzen, ist von der„Stimme“ selbst zu aufdringlich betont, um selbst den eigenen Lesern verborgen zu bleiben. Was soll beispielsweise folgender Satz heißen, den wir im Bericht der Volksstimme über die Stadtverordnetenversammlung lasen: Die sozialdemokratische Drei=Männerfraktion hat sich wieder einmal konsequent an die Seite des Bürgertums gestellt. Der Leser der„Stimme“ wird sich kopfschüttelnd gefragt haben, womit man solche Behauptungen begründen will; er wird um so erstaunter gewesen sein, je deutlicher er sich vor Augen gehalten hat, daß an anderer Stelle die„Stimme“ selbst schrieb:„Alle kommunistischen und sozialdemokratischen Anträge avgelehnt!“ Wir haben selten den Vorzug, von der „Stimme“ eine„konseauente“ Haltung zugesprochen zu erhalten und vergessen selbst vor Genuatuung darüber beinahe die in diesem Satz liegende Boshaftigkeit. Schon im nächsten Satz läßt die „Stimme“ dann auch die„Konsequenz“ unserer Fraktion wieder zum Teufel gehen und bestätigt uns gnädig:„Sie hat zwar hier und da ganz untertänige Wünsche geäußert.“ Immerhin etwas. Vielleicht ist jetzt die„Stimme“ noch so liebens, würdig, uns wenigstens andeutungsweise klarzumachen, wodurch ein Antrag als„untertänigster Wunsch“ oder als wirklich ernst zu nehmende Forderung erkennbar wird. Wir fürchten, daß wir diese Auskunft von der„Stimme“ nie erhalten werden, sind doch die Standvünkte in dieser Frage innerhalb der KPD. durchaus verschieden. So bezeichnete es Wolf beispielsweise als Naivität, den höheren Beamten einen freiwilligen Verzicht auf einen Teil ihres Gehaltes zuzumuten, während seine Parteigenossen im Wuppertal diese Forderung für eine revolutionäre Tat halten und jeden bekämpfen, der etwa dazu die Ansicht von Wolf vertreten würde. Unter den Kommunisten selbst scheint über diese Dinge doch mehr Uneinigkeit zu bestehen, als zwischen manchem Kommunisten und uns Sozialdemokraten. Die„Meinung“ der„Stimme“ ist daher meiter nichts, als recht üble„Meinungs“= bzw. Stimmungsmache. Ein„konsequentes“ Zusammengehen unserer Fraktion mit den Bürgerlichen ist weder aus den Berichten des General=Anzeigers, noch der Freien Presse, oder selbst der Volksstimme herauszulesen, und der Versuch der„Stimme“, ihren Lesern eine solche Auffassung zu suggerieren, wird daher völlig fruchtlos sein. Unter demselben Zeichen stehen die Angriffe auf den Dezernenten des Wohlfahrtsamtes Derartige Angriffe wären mit derselben„sachlichen Begründung“ bei allen Beigeordneten der Stadt Remscheid anzubringen, was zweifellos auch geschehen würde, wenn es sich bei den übrigen ebenfalls um Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei handelte. Daß es so ist, verrät deutlich genug folgender Satz, der ebenfalls dem Bericht der„Stimme“ entnommen ist: Herr Iserloh versuchte sich zu rechtfertigen mit der Ausrede, er könne nicht mehr ausgeben, als ihm die Stadtverordneten zur Verfügung stellten. Dasist richtig.(!) Aber warum kämpft er dann mit den Arbeitervertretern und unter Zuhilfenahme des von außen kommenden Druckes nicht um die Einsetzung höherer Beträge? Unter Zuhilfenahme des von außen kommenden Druckes ist großartig gesagt Doch gestatten wir uns die Frage, wann und wo die Kommunisten ein ähnliches Verlangen an einen anderen, beispielsweise kommunistischen Beigeordneten, gestellt haben? Auch Iserloh hat für Einsetzung höherer Beträge bezw. gegen beabsichtigte Abstriche sehr treffende Worte gefunden, es fehlte allerdings der„von außen kommende Druck", ja selbst die kommunistischen Stadtverordneten unterstützten ihn hierbei nicht in allen Fällen Sie haben dazu ja auch keinen Grund, denn je mehr das Wohlfahrtsamt zu leisten in der Lage ist, um so geringer wird die Möglichkeit einer derartigen Kritik. Die Angriffe des Stadtv. Weber sollen nicht persönlich, sondern sachlich gewesen sein, behauptet die„Stimme". Uns mit dieser Behauptung auseinander zu setzen, ist um so weniger notwendig, da alle in dieser Frage, von der„Stimme“ selbst erhobenen Vorwürfe alles andere, nur keine Sachlichkeit erkennen lassen. Ueberhaupt wird niemand in Remscheid glauben, daß man ausgerechnet den Stadtv. Weber dazu bestimmt, um sachliche Kritik am Wohlfahrtsamt zu üben. Weber mochte persönlich wohl den Wunsch haben, seine Niederlage vom ersten Sitzungstage durch einen„schneidigen“ Angriff vergessen zu machen. Der Anlauf zu einer schmetternden Fanfare. den er am ersten Sitzungstage gleich nach der Eröffnung unternahm, schlug durch seine eigene Schuld in eine schmähliche Schamade um. Daran trug er aber, wie gesagt, nur selbst die Schuld. Er hätte die Sache seinem Kollegen Wolf überlassen sollen, der für solche Sachen besser gebaut ist. Der Versuch, die Scharte am letzten Tage wieder auszumerzen, mußte fehlschlagen, weil der ganzen Argumentation gegen das Wohlfahrtsamt und seinen Dezernenten kein genügend festes Fundament gegeben war. Eins müßte der KPD. doch mittlerweile die Erfahrung gelehrt haben, nämlich, daß sie mit gehässigen persönlichen Anwürfen nur sich selbst mißkreditiert. Ein politischer Gewinn läßt sich mit solchen Methoden auf die Dauer nicht erzielen. :: Remscheid, 3. April. Märchen=Gastspiel im Schauspielhaus Am Montag, den 5. und Dienstag, den 6. April, finde: durch die Heimatspiele der deutschen Märchengesellschaft das Märchen vom Rotkäppchen statt. Eine besondere Anziehungskraft und vor allem eine wunderschöne Ueberraschung ist das Auftreten der kleinen 9jährigen Erika Graf, die ebem. in Berlin an den Prof. Reinbardt=Bühnen in bedeutenden Kinderrollen aufgetreten ist, also ein wirkliches kleines Rotkäppchen. Am Mittwoch, den 7. April, nachmittags 4 Uhr und Donnerstag, den 8 April, nachmittags 4 Uhr, findet„Hänsel und Gretel“ statt mit der kleinen Erika als Gretel. Hänsel und Gretel singen und tanzen in diesem Märchen. Die Musik ist von Humperdinck aus derselben Oper. Der Vorverkauf hat bereits an der Theaterkasse und im Warenhaus Tietz begonnen. Preise der Plätze 1.50 A. 1.00.K, 50& urd 30 3. Die vollendefe 5- Cigareffe Fordern Sie den illustrierten Stundenplan, der nur diese Woche der„Blauband-Woche“ beiliegt. 200 Mr. Belohnung gewayren wir, wenn bei einem Einbruch in eine unserer Verkaufsstellen oder Zentralläger uns oder der Kriminalpolizet nahere Angaben gemacht werden, die zur Ergreifung des Täters führen. Die Verteilung geschieht unter Ausschluß des Rechtsweges. Konsumgenossenschaft Vorwärts=Befreiung Barmen. Will die Haustrau sparen! zum Waschen der Waschanstalt Merkelbach Elberfeld, Könlgstrabe 123 g.-- Fernsprecher 5581. Wäsche nach Gewicht: Semana k. 10 Prun 3.75 Schrankiertig nach Preisliste. 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Abends von 9.M ab wird auf sämtlichen Strecken Halbstundenperkehr, nach Wermelskirchen Stundenverkehr durchgeführt. Die um 11.52 und 12 Uhr abends ab Markt nach Reinsbagen und Ehringhausen fahrenden Wagen kommen in Fortfall. Ebenso die Waaen 10.15 ab Markt nach Wermelskirchen und Lennep. 10.57 ab Wermelskirchen. 11.04 ab Lennep=Nord nach Remscheid und der Wagen 9.57 ab Markt nach Burg bezw. 10.53 ab Burg=Wupperhrücke nach Markt. Fahrpläne sind bei der Direktion der Straßenbahn. Weststr 42, lostenlos erhältlich. Auch sind sie auf den Ausweichestellen der Straßenbahn und in den Wagen zum Aushang gebracht. Remscheid, den 30. März 1926. Der Oberbürgermeister. J. V.: Schulte balbsti Straßenbahnverkehr. Die Straßenbahnstrecke durch das Eschbachtal von Talsperre bis Bahnhof Burg wird als Linie 7 vom Sonntag, den 4. April 1926(1. Osterfeiertag) ab für den Ausflugsverkehr wieder in Betrieb genommen. Der Verkehr findet mit stündlicher Wagenfolge an Sonn= und Feiertagen, Samstag=Nachmittagen und an sonstigen Tagen. die durch Aushang bekanntgegeben werden, besonders aber während der Schulferien, statt. an starken Verkehrstagen mit bstündiger Wagenfolge. ie Wagen fahren ab Talsperre im Stundenverkehr 15 Minuten vor den vollen Stunden. erstmalig 8.45 vormittaas, zum letzten Male 845 abends, ab Burg Bahnhof 15 Minuten nach den vollen Stunden, erstmalig 9.15 vormittags. zum letzten Male 9.15 abends. Bei Bedarf wird der Verkehr verstärkt, Die Strecke Talsperre-Bahnhof Burg ist in 9 Teilstrecken eingeteilt. Die Teilstreckengrenzen liegen am Strandbad. in Wellershausen, an der Preyersmühle, am Schlepenpohl(Wirtschaft Dörpfeld). am Heintieshammer(Bohrerfahrik Hasenclever), am Heienbrucherhammer(Weiche zur Mühle). am Altenhammer, in der Weiche Kellershammer und in Burg Bahnhof. Die Fahrpreise sind die gleichen wie für die übrigen Strecken der Straßenbahn. Remscheid, den 30. März 1926. 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Sie werden von den Nationalisten, d. h. faszistischen Korperationen vorgeschlagen; 3. das Mindestalter der Senatoren auf Zeit ist das vollendete 40. Lebensjahr. Ihr Mandat läuft nach 9 Jahren ab. Die faszistischen Zwangsgewerkschaften schlagen die gleiche Zahl von Senatoren vor, wie die Verbände der Arbeitgeber. Auf diese Weise wird auch aus dem Senat ein völlig willfähriges Werkzeug des Faszismus gemacht. Auf Vorschlag Mussolinis beschloß der große faszistische Rat ferner, ein Zentralorgan der Regierung zu schaffen, das die Aufgabe haben soll, an Hand der faszistischen Doktrin und der gemachten Erfahrungen alle Formen der Tätigkeit der Korporationen in Einklang zu bringen, damit die Macht des faszistischen Regimes zunehme. Am Mittwochnachmittag erstattete Mussolini einen zweistündigen Bericht über die Außenpolitik. Das neue faszistische Nationaldirektorium wird am 7. April von Mussolini in Anwesenheit der Provinzsekretäre eingesetzt werden. Farinacci, der allmächtige Generalsekretär der faszistischen Partei Italiens, den der faszistische„Große Rat“ fallen lassen mußte, da er der eigentliche Urheber der größenwahnsinnigen Reden und der aggresiven Haltung Mussolinis gegen Deutschland und auch gegen England war. Aus der Partei Der Parteikonflikt in Sachsen Wie mitgeteilt, hat sich der leidige Konflikt in unserer sächsischen Parteimitgliedschaft erneut verschärft, weil es in der Frage der Landtagsauflösung nicht zur Einigung kam. Die Fraktionsmehrheit hatte den in der Fraktion gestellten Auflösungs=Antrag abgelehnt und dann, als die Minderheit einen solchen Antrag selbständig stellte, auch im Plenum dagegen gestimmt, so daß die Ablehnung des Antrages erfolgte. Zu dieser Situation nehmen nun die Bezirksvorstände Sachsens mit folgendem Aufruf Stellung: Am Mittwoch den 31. März 1926, fand in Dresden im Landtagsgebäude eine Sitzung der Landesinstanzen der sächsischen Sozialdemokratie statt, die nachstehende Kundgebung an die sächsische Parteigenossenschaft beschlossen bat: Seit Jahren führt die sächsische Parteigenossenschaft einen Kampf um die Demokratie in der Partei. Der Parteitag vom 6. Januar 1924 entschied sich gegen die Bildung der Koalitionsregierung Heldt und forderte die Auflösung des Landtages. Im Juli 1924 entschied der Berliner Parteitag, daß die Beschlüsse der Landesversammlungen für die Fraktionen in allen politischen Angelegenheiten bindend sind Am 24. Oktober 1924 beschloß der sächsische Landesparteitag einstimmig, das sächsische Parlament aufzulösen und die Neuwahlen mit den Reichstagswahlen am 7. Dezember zu verbinden. Am 3. Juli 1925 veröffentlichte der Parteivorstand folgenden Beschluß: „Der Parteivorstand ist der Auffässung, daß der gegenwärtige Zustand, wenn kein Ausweg gefunden werden kann, zur Desorganisation der Partei in Sachsen führen muß. Es ist daher die Pflicht der sächsischen Parteivertreter, im Landtag nunmehr ungesäumt die Auflösung des Landtages herbeizuführen." Im September 1925 billiate der Heidelberger Parteitag diesen Beschluß des Parteivorstandes vom 3. Juli 1925 und legte fest, den Landtag sobald als moglich aufzulösen. Dabei wurden der Landtagsfraktion, den Bezirksvorständen und dem Parteivorstand mit je einer Stimme das Beschlußrecht über die Auflösung übertragen. Am 31. Januar 1926 beschloß der sächsische Parteitag, unter Zustimmung der Fraktion, der Bezirksvorstände und des Parteivorstandes, die Auflösung des Landtages bis spätestens März 1926. Im Sinne des Heidelberger Beschlusses entschied sich der Landesparteitag ferner für Einbringung genau formulierter Anträge. Diese Anträge, die noch vor der Auflösung des Landtages zur Behebung der Notlage verabschiedet werden sollten, wurden bei den Ausschußberatungen und im Plenum von Abgeordneten der Fraktionsmehrheit sabotiert und abgelehnt. Der in Uebereinstimmung mit dem Parteivorstand eingebrachte Auflösungsantrag wurde am 25. März 1926 von der Fraktionsmehrheit niedergestimmt. Auf dem Heidelberger Parteitag erklärte der Berichterstatter der Sachsenkommission, Genosse Roß, Hamburg: „Wir erwarten, daß die 23 und alle anderen Genossen in Zukunft in den grundlegenden politischen Fragen sich den Entscheidungen der Parteigenossenschaft, wie sie auf Grund unserer Organisation getroffen sind fügen." Entgegen diesem vom Heidelberger Parteitag aufgestellten Grundsatz haben die Abgeordneten der Fraktionsmehrheit dauernd den Willen der sächsischen Parteigenossenschaft mißtachtet und sich auch nach Heidelberg den Entscheidungen der Parteigenossenschaft nicht gefügt, Disziplinbruch an Disziplinbruch gereiht und auch gegenüber dem Parteivorstand ehrenwörtlich eingegangene bindende Vereinbarungen gebrochen. Zu dieser Situation haben die Bezirksvorstände Sachsens am 13. März 1926 Stellung genommen. Sie erklären einmütig, daß diese Abgeordneten durch ihr Verhalten jeden Zusammenhang mit der Partei gelöst haben. Die Bezirksvorstände stellen fest, daß die Landtagsabgeordneten der SPD., die am 25. März 1926 nicht für die Landtagsauflösung gestimmt haben, nicht mehr als Vertreter der Sozialdemokratischen Partei gelten. Dasselbe trifft für die Minister zu. Die Vertre tung der Sozialdemokratie im Landtag geht damit auf die Abgeordneten über, die auf dem Boden der Parteibeschlüsse stehen. Die Bezirke werden aufgefordert, auf schnellstem Wege den formellen Ausschluß der Disziplinbrecher aus der Partei zu vollziehen. Von der Parteigenossenschaft wird erwartet, sich nicht durch das Verhalten einiger völlig isolierter Abgeordneter beirren zu lassen, dem Sozialismus die Treue zu wahren und unermüdlich für die Einheit und Stärkung der Partei zu wirken. Nachdem nun Klarheit geschaffen ist, gilt es, alle Kräfte zusammengufassen, um für die im Herbst stattfindenden Neuwahlen des Landtags die Partei zu rüsten. Kommunistischer Anbiederungsversuch Die Kommunisten haben gegenüber den sächsischen Parteigenossen einen plumpen Anbiederungsversuch gemacht. In einem offiziellen Schreiben forderten sie die sächsischen Landesinstanzen auf, mit ihnen gemeinsam ein Volksbegehren auf Volke entscheid für die Auflösung des Landtages einzuleiten. Auch dieses Manöver entspricht der kommunistischen„Einheitsfront=Taktik und werd deshalb bei unseren sächsischen Genossen die gebührende, avlehnende Stellungnahme finden. Kunst, Wissen, Bildung Karfreitagskonzert der Gesangvereine„Deutsche Sänger“ und„Elberfelder Lehrergefangverein" in der Stadthalle. Karfreitagsstimmung. Mit feierlichem Ernst leitet die Orgel unter Adolf Gerkes Meisterhand mit einem Bachschen Choralvorspiel das Konzert ein. Die„Deutschen Sänger“ vermittelten mit ihrem feingeschliffenen Stimmaterial Bachs„Klage am Kreuze Jesu",„Ave, verum corpus“ von Mozart, sowie den selten gehörten Chor„Golgatha“ von M. Neumann; der Text stammt von unserem heimischen Dichter Otto Hausmann, der uns so manchen schönen Hymnus hinterlassen. Der Leiter des Vereins, Herr W. Wiliberger, hat der Partitur die richtige Verarbeitung zuteil werden lassen. Der Elberfelder Lehrergesangverein(Leitung: Hermann von Schmeidel) sang unter Vertretung für seinen Leiter, eines Herrn Heinz Aruth, Wülfrath, zwei Chöre von Peter Cornelius, wobei besonders das„Grablied“ eine vorzügliche Wiedergabe fand. Ebenso wohltönend und vollendet mit Orgelbegleilung Bruckners herrlichen Chor„Trösterin Musik“, das Hegarsche„Abendmahl“ mit Baritonsolo, Herr Panl Dröge, der auch mit sympathischer Stimme zwei ernste Gesänge von Bach sang.(Herr Hauswäscherei Kampermann 80jährige Erfahrung nn n n O t Wäsche nach Gewicht/ Schrankfertige Wäsche/ Allerfeinste Stärkewäsche Abholung und Zustellung kostenlos. Bestellungen werden entgegengenommen durch meine Filialen und durch Fernsprecher Elberfeld; 110, 631, 632, 4255, 8010, 8011, 8012 Wohlgemuth Erholungstr. 7 Elberfeld. I Treppe hoch Ecke Walter-Rathenaustr Stoffe für Damen-, Herren- und KinderKleidung.— Gardinen und Weißwaren. Bekannt gute Qualitäten u. billige Preise. Schlafdecken. Friedr. Lütke Weiß- u. 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Berkemeyer Elberfeld Auo 51 Tretet dem Reichsbanner Wiltberger saß am Flügel.) Die Sonate 6 in D=Moll über„Vater unser" von Mendelssohn, von Herrn Gerke meisterhaft gespielt, fügte sich dem Rahmen der ernsten Veranstaltung sinnvoll ein. el. Das niederdeutsche Osterspiel. Im großen Saale der Elberfelder Stadthalle brachte die HaaßBerkow=Truppe, deren Aufführungen mittelalterlicher Schauspiele hier viele Freunde gefunden haben, ein Österspiel aus dem Jahre 1464 zu wirkungsvoller Darstellung. Der Stoff behandelt die Auferstehung und Höllenfahrt Christi. Der erste Teil spielt am Grabe des auferstandenen Christus und gibt in katholisch-geschichtlicher Auffassung eine lebendige Anschauung der Vorgänge, mit der Tendenz der christlichen Erlösungsidee und dem Siege des Guten über das Bose. Umrahmt und durchsetzt hatte man den Teil mit Chorgesängen von Schütz, Bach, Prätorius, Palestrina, Rosenmüller, Vulpius, G. Asola und Rich. Wetz, um deren Wiedergabe sich der Madrigalchor verdient machte. Es waren stimmungsvolle, der Handlung glücklich angepaßte Gesänge, die dem Spiel seelische Vertiefung und stärkere äußere Wirkung gaben. Dem ernsten 1. Teil folgte ein humorvoller zweiter, in welchem Luzifer, der Herrscher der Hölle, die Sünder einer nach dem andern dem Feuer übergibt. Man sieht, daß die Vertreter des ehrsamen Handwerks, die hier ihre Sünden bekennen, im Mittelalter schon genau so durchtrieben waren, wie sie es heute sind. Bäcker, Metzger, Schuster, Schneider usw., alle kommen in den gähnenden Feuerschlund. Wie schön wäre das in Wirklichkeit. Da würde sich mancher Konditor doch besinnen, ehe er statt Mandeln weiße Bohnen in den Kuchen backt und die„prima Leberwurst“ würde nicht am dritten Tage nach saurer Grütze schmecken und„Herren, welche gewöhnt sind, den Stoff selbst zu stellen" klagten nicht über knapp geschnittene Anzüge und fehlenden Flicklappen, die der brave Meister meckernd in die„Hölle“ schickt. Ebenso würde sich Meister Knieriem überlegen, ob er die echten Roß-Chevreau-Stiefel mit„la EichKernleder=Gerbung" aus einem Halsstück geschnitten, besohlen soll. Ach, das wäre schön! Wenn...! Gespielt wurde mit ganzer Hingabe. Würdig und ernst im ersten, ergötzlich im zweiten Teil. B. Das Rundfunkprogramm Sonntag, den 4. April. 8.45—9.45 Uhr vorm.: Morgenfeier des Rundfunkorchesters unter Leitung des Kapellmeisters Nebe. 9.45—9.55 Uhr vorm.: Glockengeläute aus Bonn. 9.55—11.30 Uhr vorm.: Festgottesdienst im Bonner Münster. Aufführung der C=Dur=Messe von Ludwig van Beethoven für Chor. Orchester und Soloquartett.(Ausführende: Kirchl. Gesangverein„Münsterchor“, 90 Stimmen; Orchester:„Bonner Instrumental=Vexein" von 40 Mitgliedern; Solisten: Frl. M. Istas, Koblenz(Sopran), Frl. R. Henroset, Siegburg(Alt), Herr A. Berg, Bonn(Tenor), Herr F. Bernickel, Bonn(Baß). Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei Beethoven. Am Anfange und zwischen den einzelnen Sätzen sind die von der kirchlichen Behörde vorgeschriebenen liturgischen Gesänge in Choral=Aufführung. Nach dem Offertorium: „Terra tremuit", für Chor und Orchester, vom Dirigenten des Münsterchores, Herrn J. J. Veith. Ebenso der Segen„Tantum ergo". Zum Schluß des Gottesdienstes: Kirchl. Volkslied mit Orchesterbegleitung.(Uebertragung nach Dortmund und Münster.) 8.15—4 Uhr nachm.: Mädchen=Kränzchen, von Martha Walter. 4.30—5.30 Uhr nachm.: Konzert des Kuhlo=Horn=Oktett, Bethel. 5.30—6.30 Uhr nachm.: Osterkonzert des Rundfunkorchesters unter Leitung des Kapellmeisters Nebe. 8.30 Uhr avends: Faust in Dichtung und Musik. Lies hierzu„Östergedanken zum Faust“. Montag, den 5. April. 8.30—9.30 Uhr vorm.: Religiöse Morgenfeier. 10.40—11.10 Uhr vorm.: Wochenrückblick auf Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. 11.80—12.30 Uhr vorm.: Konzert der Musikvereinigung der Schutzpolizei, Inspektion Barmen. Leitung: Oberwachtmeister Neßler. 3—4 Uhr nachm.: Kinderstunde: Ostergeschichten, vorgelesen von Martha Walter. Österlieder, gesungen von Frau Dr. Schunck (Alt). 4—5.30 Uhr nachm.: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesterö. Leitung: Kapellmeister Max Alter. Mitwirkende: Das Soloquartett„Lyrg", Ronsdorf. Direktor Karl Sonntag d. I.— 1. Reissiger: Ouvertüre: Die Felsenmühle; 2. a) Gossec: Gavotte, b) Gossec: Tamburin; 3. Bizet: Kleiné Orchester=Suite a) Marsch(Trompeter und Trommler), b) Wiegenlied(Die Puppe), e) Impromptu(Der Kreisel), d) Duo(Kleiner Mann, kleine Frau), e) Galopp(Der Ball); 4 Zwei Quartett=Gesänge: 5. Joh. Strauß: Geschichten aus dem Wiener Wald; 6. Wagner: Albumblätter; 7. Wagner: Einleitung zum 8 Akt„Lohengrin" und Brautchor: 8. Zwei Quartett=Gesänge: 9. Offenbach: Fantasie„Hoffmanns Erzählungen": 10. Brahms: Walzer. 5.30—6 Uhr nachm.: Konzert des Organisten Volle, Elberfeld (Harmonium). 6.30—7 Uhr abends: Vortrag Dr. Willennsen: Die SchriftstellerPersönlichkeiten aus dem neuen Testament: Lukas. 7—7.30 Uhr abends: Vortrag des Kriminalkommissars Große, Elberfeld: Das Großstadtkind. 7.30 Uhr avends: Tierleben im hohen Norden. Reiseerlebnisse auf einer Polar=Expedition von Privatdozent Dr. Koch, Münster. 8—8.50 Uhr abends: Goethe=Zyklus: 3. Veranstaltung: Sturm und Drang. 8.50—9.40 Uhr avends: Goethes„Faust“. 1. Gesang der Erzengel. 2. Faustmonolog. 8. Österspaziergang. 9.40—11 Uhr avends: Großes Konzert des verstärkten Funkorchesters. Leitung: Kapellmeister Mar Alter. 1. Rich. Strauß: Festmarsch: 2. Wagner: Ouvertüre„Rienzi": 3. Waldteufel: Fruhlingskinder: Rimsky=Korsakow: Scherezade Sinf. Dichtung aus„1001 Nacht"; 5. Dvorak: Zwei slawische Tänze: 6. Nikolai: Fantasie aus„Die lustigen Weiber von Windsor“; 7. Puccini: Intermezzo aus„Schwester Angelika"; 8. Bohm: Still wie die Nacht(Lied); 9. Schütt: Canzonetta; 10. Komzak: A. B, C(Potpourri). 11—11.30 Uhr avends: Tanzmusik Wefag=Band. Dienstag, den 6. April 1926. 1.15—2.30 Uhr nachm.: Konzert. 4.15—5 Uhr nachm.; Smetana. Konzert des Funkorchesters. Leit.: Kapellmeister Max Alter. 1. Die Moldau, sinfonische Dichtung: 2. Hochzeiisszenen, 3. Sätze aus der Fantasie aus„Die verkaufte Bmut“. 5—6 Uhr nachm.: Komponistenkonzert: Bortrag lyrischer Konzertlieder von Bruno Lüling, Düsseldorf. Solistin: Frau Else Däwel=Overberg. 6—6.30 Uhr nachm.: Dem Andenken Emanuel Geibels. 7—7.30 Uhr abends: Vortrag des Kriminalkommissars Große, Elberfeld:„Die Gefahren der Großstadt für unsere Jungen“. 7.30—7.40 Uhr avends: Schauspielerporträts der Neuzeit. 1.: Max Pallenberg. 8—8.30 Uhr avends: Plattdeutscher Autorenabend. Prof. Dr. Leithaeuser, Barmen(J. L. Gemarker) liest aus eigenen Werken. 8.30—10 Uhr avends: Konzert der Gewandhaus=Bläservereinigung, Leipzig. 10 Uhr avends: Uebertragungsversuche ausländischer Stationen. Vorschau. Großes Propaganda-Fußballwettspiel! Sportplatz Opphof, Ostersonntag. Turn= und Spielverein Öststadt Elberfeld 1. M. gegen Freie Turnerschaft Köln=Dellbrück 1. M. Anstoß 3.30 Uhr. Vorher spielen die 2. Mannschaften gleicher Vereine. Am 1. Feiertag finden auf den Sportplätzen im Barmer Stadion mehrere Fußball= und Handballpropagandaspiele statt, die jedem Sportfreund warm empfohlen werden. Es spielen um 2.30 Uhr die erste Handballelf Barmen 96 gegen die spielstarke Elf der Freien Schwimmer von Hagen. Anschließend spielen die beiden ersten Fußballmannschaften von Barmen 96 und Turn= und Sportverein Barmen=Loh.— Ab 1 Uhr spielen die unteren Mannschaften. Am 2. Östern, nachmittags 3½ Uhr, stehen sich auf dem Jahnplatz in der Schönebeck die beiden 1. Mannschaften von Sport= und Spielvereinigung Gelsenkirchen und S. S Verein 1911 gegenüber. Da sich beide Mannschaften in der Spielstärke gleich sind, wird ein spannender Kampf zu erwarten sein. Vorher spielt die Jugendmannschaft. Östermontag. Loher T.= u. Sp.=Verein gegen Hagen 1896, Abt. Delstern. Anstoß 1. Mannschaft 3 Uhr, 2. Mannschaft 1.30 Uhr. Handball an den Östertagen. Einige Vereine haben es sich nicht nehmen lassen, erstklassige Handballmannschaften nach hier zu laden. 1896 Barmen empfängt am 1. Östertage die Freien Schwimmer Hagen. Dieselben stehen mit an führender Stelle, ob 96 das Rückspiel ebensalls für sich entscheiden wird, ist abzuwarten. Das Spiel findet um 2 Uhr im Stadion statt. Froher Mut Barmen erhält Besuch aus dem 19. Bezirk und zwar den Bezirksmeister Fr. Sp. Vg. Rotthausen. Die Gäste spielen einen erstklassigen Handball. Froher Mut Barmen wird dagegen einen harten Stand haben, und werden sie den Sieg den Gästen überlassen müssen. Das Spiel findet vormittags auf der Wiesenstraße statt. T. u. Sp. V. Jahn Barmen fährt zum 1895 Düsseldorf. um dort ein Freundschaftsspiel auszutragen. Düsseldorf ist als spielstark bekannt und darf Barmen, wenn sie Sieger bleiben wollen, das Spiel nicht zu leicht nehmen. Die erste Jugend von Jahn wird vorher der 2. Mannschaft von Düsseldorf ein Stelldichein geben. Die 2. Mannschaft vom T. u. Sp. V. Jahn fährt nach Solingen=Katternberg, um gegen den dortigen Bezirksmeister anzutreten. Mit einem Siege dürften die Barmer wohl kaum heimkehren, doch wird das Ende jedensalls knapp lauten. Die 2. Jugend fährt nach Obervogelsang. Ein Unentschieden käme nicht überraschend. Am 2. Östertage wird Rotthausen gegen T. u. Sp. V. Jahn Barmen(komb.) das zweite Spiel austragen. Hier werden die Ruhrleute einen schwereren Stand haben; doch dürfte wenigstens ein Unentschieden für die Gäste zu erwarten sein. Können sämtliche Spiele nur jedem Handballfreund empfohlen. Kurt Piepenbrink. Der Westdeutsche Meister Bochum=Laer in Elberfeld. Einen besonderen sportlichen Genuß bietet der Sportklub 1912 seinen Anhängern am 2. Östertage auf dem Sportplatz an der Schusterstraße. Der rührigen Vereinsleitung ist es gelungen, den diesjährigen Westdeutschen Meister Bochum=Laer für ein Propagandaspiel zu verpflichten. Da der Meister mit kompletter Mannschaft antritt, stehr ein interessanter Kampf bevor, dessen Besuch jedem Sportinteressenten zu empfehlen ist. Sportklubs jugendliche Elf hat einen schweren Stand, wird aber alles daransetzen, um gegen den Meister ehrenvoll zu bestehen. Spielanfang vormittags 11 Uhr. Vorher findet ein Propagandaspiel der 2. Mannschaft gegen eine 1. Mannschaft statt. Arbeiter=Ostersport=Matinee in Elberfeld. Am zweiten Östertage, morgens 10.30 Uhr, findet hier auf der Neuen Hardt eine Arbeiter=Sportmatinee statt. Geboten werden sämtliche Sportarten der Schwerathletik; außerdem tritt eine Parterxetruppe auf. Eine Ringermannschaft von Köln=Niehl wird einen Kampf mit der Elberfelder Stadtmannschaft austragen. In diesem Kampfe werden sich erstklassige Ringer gegenüberstehen. Daher darf kein Sportmann diese Matinee versäumen. Außerdem treten zum ersten Male wieder die Arbeiter=Boxsportler auf und zwar finden verschiedene Kämpfe statt. Es kämpft Elberfeld gegen Barmen. Um nun jedem zu ermöglichen, dieses Fest zu besuchen, sind die Eintrittspreise auf 50 4 festgesetzt, für Arbeitslose mit Ausweis 30§. Wir richten an alle Arbeitersportler und Berufsgenossen den Appell: besucht und agitiert für die Arbeitersportfeste und meidet diejenigen, die euch im Wirtschaftskampfe farnstehen. Am Östermorgen gilt die Parole: Auf zur Neuen Hardt zum Arbeiter=Sportmatinee. Meisterschaftsspiele am Karfreitag. (Telephonische Berichte.) A. T. V. Neviges unterliegt dem T.= u. Sp.=V. Gruiten 2: 4 C.8) Loher Sportverein verstärkt seine günstige Position durch einen weiteren Sieg gegen Sportklub 1912, welcher mit 5: 1 dran glauben muß. Ost erzielt gegen Fr. T. Langerfeld ein glattes 3:0. B. S. V. Schwelm kann von Heiligenhaus nur durch ein knappes 2:1 Sieg und Punkte an sich bringen. Ober=Sprockhövel meldet einen 6: 3=Sieg gegen Barmen=Leimbach, den wir in dieser Höhe nicht erwartet hatten. Barmen 1911 holt sich vom V. f. B. Schwelm durch ein 3: 1 (1: 1) die ersten Punkte. Fr. Dk. Internationales Treffen zu Östern. Die Österfeiertage stehen für den Arbeitersport im Zeichen internationaler Treffen. Eine Schweizer Handball-Mannschaft wird in Leipzig, Magdeburg und Halle zu Gaste sein. Die Schweizer Genossen trafen am 1. April in Leipzig ein, um am Karfreitag gegen die deutsche Landesmannschaft anzutreten. Am ersten Österfeiertag weilen die Schweizer in Magdeburg um gegen die dortige Bezirksmannschaft zu spielen. In Halle trifft sich am zweiten Österfeiertag die Schweizer Landesmannschaft mit der Hallenser Bezirksmannschaft. Der Fußballsport hat besonders viele internationale Spiele aufzuweisen. In Frankreich weilen der Sportklub Köln=Nord rrh. und die Freien Rasenspieler Neunkirchen, um am 4. und 5. April in Pantin bei Paris ihre Rückspiele auszutragen. Die belgische Mannschaft Willryk=Brüssel, die in ihrer Heimat an zweiter Stelle steht, erledigt drei Spiele in Sachsen. Am 2. April trifft sie in Deuben(Bez. Dresden) mit der Freien Turnerschaft FreitalDeuben zusammen. Am ersten Feiertag steht sie in Heidenau der Fußballabteilung Heidenau gegenüber. Das letzte Spiel findet am 5. April in Leipzig gegen„Frischauf"=Wurzen statt. Eine Lütticher Mannschaft tritt am 4. April in Wald(Rhld.) gegen den Ballspielklub Wald an. Ihr zweites Spiel führt sie nach Remscheid gegen die dortige Freie Turnerschaft. Die meisten Spiele finden mit Vereinen der Tschechoslowakei statt. Es treffen sich: Freie Turnerschaft Gera=Untermhaus am 4. April und F. C.„Vorwärts"=Weida am 5. April gegen den ersten Fußballklub Bodenbach. Der Turnverein„Vater Jahn“Borgstädt(Sachsen) wird am 3. April und„Jahn"-Hartmannsdorf am 5. April den Fußballverein Sobrusan zu Gaste haben.„Gleichheit"=Ladowitz spielt am 4. April in Freiberg gegen„Komet"Freiberg und am 5. April gegen Brand=Erbisdorf. Die Schweizer„Grashoppers"=Basel sind in Haßloch bei Neustadt i. d. H. und Speyer(Pfalz) zu Besuch. Aus Elsaß=Lothringen kommt Metz=Sablon nach Lampertheim und Weinheim(Baden), um am ersten Feiertag gegen Arbeitersportverein-Lampertheim, am zweiten gegen„Turnereinheit"-Weinheim zu spielen. Die Gruppenmeisterschaftskämpfe des Arbeiter-Athletenbundes (13. Kreis Pfalz, 14. Kreis Hessen, 15. Kreis Bayern, 16. Kreis Württemberg und 17. Kreis Baden) werden Östern in Mannheim ausgetragen. Hierzu treffen sich die Kreismeister im Stemmen, Ringen, Boxen und Tauziehen, um die Vorentscheidung für die Bundesmeisterschaft zu fällen. Die vier Gruppenmeister aus dem Reiche treffen sich dann an Pfingsten in Ludwigshafen beim ersten pfälzischen Arbeitersportfest zur Austragung der Bundesmeisterschaft. Sport=Tagungen. In den Östertagen halten die Arbeitersportler einige wichtige Tagungen ab. In Lahr findet eine Konferenz der badischen Turn= und Sportvereine statt, die sich vor allem mit der Lage der Brudervereine im Rheinland und Saargebiet befassen wird, die besonders unter der wirtschaftlichen Ungunst leiden und einer Unterstützung unbedingt bedürfen. Der Vorsitzende des Bundes=Jugendausschusses, Genosse Drees-Bremen, wird über „Die Jugendbewegung im Arbeiter-Turn= und Sportbund" sprechen. Die Vertreter der nordbayerischen Vereine werden auf einer Tagung in Hof zum Schüler- und Jugend-Turnverbot derbayerischen Regierung Stellung nehmen. Die reaktionär eingestellten bayerischen Behörden handhaben dieses Verbot ausschließlich gegen die Arbeiter=Turn= und Sportvereine. chen Zu einer Kreistagung treffen sich in Liegnitz die schlesise Vereinsvertreter. Die Beratung gilt einer Neueinteilung der Be zirke, sowie den Vorarbeiten zum Kreisfest in Görlitz im Juli 1926 und der Schaffung eines eigenen Kreisorgans. Wuppertaler Arbeiter-Schach Bearbeitet vom Deutschen Arbeiter=Schachbund. Ortsgruppe Elberfeld. Nr. 77. 8. April 1926. Problem Nr. 59. Von W. A. Shinkmann(1911). Matt in 3 Zügen. Kontrollstellung. Weiß Kf3, Db2, Sg8, Bb5, e6, f6, h2; Schwarz Kg5, B14, g7, h3, h4, h6. Lösungen: Zu Problem Nr. 53(Cumpe). Kontrollstellung. Weiß Kel, Tb4, e8, Sa6, c8, Schwarz Ka8, Sc6, dö. 1. Te8—e7!, Sd5sze7, 2. Sa6—c7+ 1..... Sc6xce7, 3. Tb4—b8, 1..... Sc5cb4, 2. Sc8—b6+, 1..... Sc6xcb4, 2 Te7—a74 Zu Problem Nr. 54(Letzin). Kontrollstellung. Weiß Kal, Df2, Te8. L18, Sc6, Bb5, d3, 17, g2; Schwarz Kd5, Lf3, Sc4, e2, Bab, d4, g4. 1. Df2—f1!, ao—as. 2. Sc6—b4+, 1..... Se4 beliebig, 2. Te8—e5#, 1..... Se2 beliebig. 2. d35cc4+, 1..... Lf3—e4, 2. d3sce4#, 1..... L13—g2, oder g4—g3, 2. Dfl»eg2(13)4 Achtung, Elberfelder Schachgenossen! Der Schulferien halber spielen wir Mittwoch nach Östern im Restaurant Kramer, Karlstraße. Die Bundestagung in Jena. Vom 2. bis 5. April 1926 findet in Jena die 4, Bundestagung des Deutschen Arbeiter=Schachbundes statt. Gleichzeitig findet auch die Austragung der Bundesmeisterschaft statt, welche aber schon am 31. März ihren Anfang nahm. Außer dieser laufen noch Haupt, Neben= und Jugendturniere, sowie Kreis= und Städtewettkämpfe. Am meisten Interesse nehmen natürlich die Bundesmeisterschaftskämpfe für sich in Anspruch. Hierüber erhalten wir von unserem Gewährsmann in Jena nachfolgenden Bericht: Jena, 31. März 1926. Programmäßig begann heute das Turnier um die Bundesmeisterschaft. Alle Kreismeister und der letzte Bunesmeister sind anwesend, nämlich: Schwarz(letzter Bundesmeister), Bredow (Kreismeister von Brandenburg), Meyer(Kreismeister von Norddeutschland), Windfuhr(Kreismeister von Westdeutschland), Koser (Kreismeister von Südwestdeutschland), Sengenberg(Kreismeister von Bayern), Bonsdorf(Kreismeister von Sachsen), Ogirmann (Kreismeister von Schlesien), Bachmann(Kreismeister von Thüringen). Als Favoriten gelten Meyer=Hamburg und WindfuhrElberfeld. Der Schreiber des Berichts hält aber Koser und Sengenberg für die Hauptanwärter des Bundesmeistertitels. Gute Aussichten werden auch Bredow und Schwarz zugesprochen. In der ersten Runde siegten: Schwarz gegen Ogirmann, Windfuhr gegen Bonsdorf, Sengenberg gegen Bachmann, Meyer gegen Koser. Spielfrei war Bredow. Ueber den jeweiligen Stand des Turniers werden wir im Sportteil der nächsten Nummer dieser Zeitung weiteres berichten. Spielabend der Ortsgruppe Elberfeld. Dienstags und Freitags 7.30 Uhr in der Schule Ecke Roßund Franzenstraße. Abteilung Vohwinkel: Dienstags 7.30 Uhr, Bibliothek. Spielabend der Ortsgruppe Barmen. Donnerstags, 7.30 Uhr, im Restaurant Steffen(früher Hühn), Fischertalerstraße 19. Spielabend in Barmen=Rittershausen. Der Spielabend bei Engels, Werlestr. 15, findet regelmäßig jeden Mittwoch statt. Spielabend der Ortsgruppe Remscheid. Sonntagsmorgens 9.30 und Donnerstagsabends 8 Uhr im Jugendheim Haddenbacherstr. 9(hinter dem Volkshaus). Spielabend der Ortsgruppe Belbert. Dienstags= und Freitagsabends 8 Uhr im Volkshaus, Wilhelmstr. Anfragen, Lösungen, Beiträge usw. an Artur Franzen, Elberfeld, Hochstr. 45a. Ihre Augen täuschen Sie nicht, das, Auffusseln der Wäsche ist das erst Zelchen der beginnenden Zerstörung. Nicht durch den Gebrauch wird die Wäsche vorzeitig vernichtet, sondern durch Verwendung minderwertiger scharfer Waschmittel.„Dr. Thompsons Seifenpulver" reinigt schnell und doch schonend die Wäsche; gebleicht wird sie mit„Seifix". Beide zusammen 45 Pf.