Miitep und Abend=Insgebe Stadtbes M 850, teder p.0 M 4. SennteasAne Stodebeg 28 pf. d der 000 M. 1 Jüntern Beilaae Sterne» Bluner“ 3 Pf. Ne feden Menat erdcerede literarische Beilage Bicernar!“ grau. Celegrann.Adresse: Derentwertlicher Redarten. Paul llerch für den Jahrgang. Pniertions wie Petitzeile 15 Pfg. dei einn asiger Gratis- Aufnadme in den„Crefeldes Stadtangeiger“; answörte 20 Pfg.; d Wderhelungen Radatt. Veilage Gebühnn pro 10 0 nIk. S. Reclame Aeile 84) Offerten=Provision 80 Pfg. Vel Frauco Anfragen 10 Pfg. für Antwort. Geschäftostelle: Priedrichestrate 4l. Celephon-Anschluß 364. Druck und Verlag der 1 B. Mlein'schen Buchdruckerel. M. Buschen. Nr. 62. Krefeld, Samstag, den 4. Februar(Beronika) 1899. Abend=Ausgabe. CPC Deutscher Reichstag. Nachdruck, auch theilweiser, untersagt) 24. Sitzung von 3. Zedruar. (Schluß.) 2bg. Singer(Sez.) fragt an ob es wahr sei, daß die Bostverwaltung sich gegenüber den Ansprüchen von Militäranwärtern auf Nachzahlung der ihnen nach dem Gesetz über die Alterszulagen zustehenden Summen auf die Verfährung berufen habe, und kritisirt dann die Drangsaltrung der Postunter= beamtenorganisation. Der Staatssekretär scheint das beim Antritt seines Amts abgelegte Gelöhniß, er wolle keine Märtyrer schaffen, schon dollständig wieder vergessen zu haben. Die detr. Unterbeamten, die jetzt unter dem Vorwand. sie seien sozial= demokratische Agitatoren, gemaßregelt werden, sind gar keine Soztaldemokraten.(Widerspruch rechts.) Ja, glanden Sie denn, daß wie Leute, die ihre Versannlungen regelmäßig mit einem hoch auf den Kaiser oder auf. ihren„hohen Chef“(Heiterkeit) schließen, in unseren Reihen dulden würden!(Sehr richtig! und Beifall bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts) Jn Verbindung mit diesen Maßregelungen hat sich in der Post ein Spitzel= und Denunzirsystem entweckelt. Früher sind nur„soztaldemokratische Agitatoren" diszeplinirt und entlassen worden; jetzt heißt es schon in einem Grlaß, „für Agitatoren ist kein Platz in der Postverwaltung".(Gehr richtig! und Zustimmung rechts.) Ja, ich zweifle keinen Augendlick, daß Sie(nach rechts) diese kavalleristische Behandlung der Unterbeamten(Große Heiterkeit) gutheißen, aber sie sind doch nur ein kleiner Bruchtheil dieses Hauses. Sie wollen damit den Beamten das Recht der freien Meinungsäußerung nehmen.(Lachen und Widerspruch rechts.) Sie wollen die Ruhe des Kirchhofes(Eeneutes Gelächter rechts), aber was Sie damit erzielen, das ist Heuchelei, unter den Beamten und draußer im Lande wird man in den Naßregelungen des„Post= boten" nur die blöde Furcht vor dem Jnhalt dieser Zeitung sehen.(Gelächter rechts.) Vizepräsident Schmidt: Ich glaube, der Herr Redner wird mehr Eindruck machen, wenn er etwas gemäßigter redet. Belfall rechts.) Abg. Singer(fortfahrend): Ich glaube, ob ich gemäß gt sprechen soll, daß ist meine Sache!(Beifall bei den Soz) Redner bringt sodann einen Erlaß aus Potsdam zur Sprache, wonach dem Besitzer eines Hauses eröffnet worden sei, die Post werde die in dem Hause abgemietheten Diensträume aufgeben, wenn der Besitzer Arbeiter in größerer Anzahl als Miether aufnehme. Jch meine, in höhnischerer und gehäfsigerer Weise kann man der Arbeiterklasse überhaupt nicht entgegentreten, und der Erlaß zeugt von einem Geiste des Hochmuths und der Ueberhebung. Vizepräsident Schmidt: Ich kann nicht dulden, daß der herr Redner in diesem Tone von der Postverwaltung spricht; ick rufe ihn zur Ordnung.(Betfall rechts.) Abg. Singer(fortfahrend): Die Erlasse, die ich mitgetheilt habe, beweisen jedenfalls, daß in der Postverwaltung ein Geist der Bedrückung der Unterbeamten herrscht, der für die Ver= waltung selbst die allerschlimmsten Früchte tragen wird.(Gelächter rechts.) In Brounschweig ist ein Postbeamter, der 21 Jahre als Postschaffner thätig gewesen war, entlassen worden, weil er zu seinen Kollegen gesagt haben soll:„Wählt Blos!“ (Blos ist Abgeordneter für Braunschweig. Anm. d Red.) Er hat aber nur sagen wollen:„Wählt bloß“, d. h. übt nur euer Wahlrecht aus!(Gelächter rechts.) Und dabet hat es der betr. Postoirektor für zweckmäßig erachtet, die Bestrebungen der Sozialdemokratie als unsittlich zu bezeichnen Das ist Verhetzung. Bizepräsident Schmidt: Es ist stets Sitte in diesem Hause gewesen, nicht in einem solchen Tone über nicht anwesende Personen zu sprechen, wie Sie es soeben gethan haben, insbesondere nicht von einem Beamten. Ich rufe daher den Redner zum zweiten Male zur Ordnung und mache ihn auf die Folgen der Geschäftsordnung aufmerksam.(Gewegung.) Abg. Singer(fortfahrend): Mein Ton gegen den Beamten richtet sich lediglich gegen dessen Verhalten, er war also voll= kommen berechtigt. Vizepräsident Schmidt: Ich bitte meine Worte nicht zu kritisiren; es ist sters Sitte in diesem Hause gewesen, daß der Präsident hier nicht anwesenden Personen Schutz gewährt gegen undegründete Verleumdungen.(Betfall rechts, Unruhe det den Soz) Adg. Singer(fortfahrend): E6 wird die höchste Zeit, diesen Zastanden in der Bostverwaltung ein Ende zu machen und wenn der Herr Staalssekretär es ablehnen sollte, gegen den Braunschweiger Bostdirektor voreugehen, wird dem Reichstage nichts weiter üdeig bleiden, als darauf hinzuwirken, daß gegen den Herrn Staatssekretär selbst ein Diszeplingeverfahren auf Entlassung eder anf Versetzung in ein anderes Amt einge= leitet wird.(Getkall und Heiterkeit bei den Soz) Staatssekretär v. Poddielskt: Ich habe gar keine Veranlassung, gegen den Graunsch weiger Postdirektor einzuschreiten, der Disziplinar=Gerichtshof hat bis jetzt stets in dem Sinn= entschieden:„Gin Beamter darf kein Sozlaldemokrat sei»*(Beifall rechts, Lachen links.) In dem aus Potsdam mitgetheilten Falle hat es sich lediglich um eine Anordnung im Joteresse des Dienstes gehandelt; von einem Hochmuth gegen die Arbeiterklasse kann bet dieser harmlosen Sache gar keine Rede sein. Jn der Frage der Nachzahlung von Gehalt an Militäranwärter siaden Unterhandlungen statt. Jm Uedrigen kann ich dem Abg. Sinzer nur ermidern: Jch bin der Reinung, kein Beamter der deutschen Reichspost kann und darf Soztalde= mokrat sein!(Betfall rechts) Ich halte es für meine vornehmste und erste Pflicht, jeden Goztaldemokraten undedingt aus der Postverwaltung zuentfernen(Lebhafter Beifall rechts) Dabei kenne ich keine„blode Furcht", weil ich mich auf den Goden des Rechts stelle; und wenn ich mich einmal entschließen muß, einen Beamten zu entlassen,— glauben Sie mir, einen solchen Gatschluß faßt man nicht so leicht, wie man etwa eine Zigarre in die Höze wirft(Geifall rechts); aber ich habe die Berpflichtung, die Ordnung aufrecht zu erhalten in einem so großen und komplizirten Betriede; ich muß dafür sorgen, daß jeder Geamte an der Stelle, an die er gestellt ist, seine Pflicht thut; denn ich kann doch schließlich die Briefe nicht selbst austragen!(Gehe gut! und Heiterkeit rechts.) Wennich aber diese Pflicht erfüllen soll, so muß ich Herr im Hause sein (Lebhafter Beifall rechts, Grlachter links), so muß ich jede Einwirkung von dritten Personen auf das Postpersonal mir in aller Entschiedenheit verditten.(Ernenter, lebhafter Beifall rechts) Nur dann kann ich, wie ich es teue, mit meiner Person die Verantwortung für die Maßregeln übernehmen, die der Aog. Singer heute bekrittelt hat. Jch komme dann zum „Postdoter". Das Ding(Heiterkeit rechts) ist zunächst nicht Verbandsorgan der Unterbeamten, sondern es ist ein Privat= unternehmen; dann aber muß ich leider sagen, daß für diese Zeitung nicht der Satz Geltung hat, daß der Preßfreiheit auch Preßwahrheit und Preßehrlichkeit entsprechen muß(Betfall rechts.), denn sie hat direkt Thatsachen gefälscht. Nicht einmal thatsächlichen Berichtigungen ist dieses Organ zugänglich. Die Zahl der Abonnenten auf den Postboten beim Postamt Hameln ist auf die einfachste und natürlichste Weise von der Welt an das Tageslicht gekommen; es ist ein Packet mit 30 solchen Dingern(Heiterkeit) einem Unterbeamten vom Tisch gefallen und dadurch ist der Jnhalt der Sendung bekannt geworden. Der„Postdote" ist, wie gesagt, ein Peivatunternehmen. Jh verdenke es ja dem Herausgeber, der damit sen Brod erwirdt, gar nicht, daß er quiekt und schreit(Heiterkeit); aber er soll dann doch wenigstens nicht sagen, erthue das„im Jnteresse der Unterbeamten".(Beifall rechts) Jch habe auch gegen den Postunterbeamtenverband nicht das Kindeste einzuwenden So= bald ich aber die Ueberzeugung gewongen habe, daß ein solcher Verband dazu übergehi, die Disziplin in der Postverwaltung zu lockern, in demselben Augenblicke ldse ich nicht den Verdand auf— denn das kann ich nicht— sondern ich verbiete die Ritgliedschaft.(Geifall rechts.) Jch gebe die Hoffnung noch nicht auf, daß die Mitglieder des Unterbeamtenverbandes setzt, nachdem sie wissen, was ihr Chef von ihnen verlangt, zur Einsicht gelangen werden.(Geisall.) Abg. Singer(zur Geschaftsordnung): Ich möchte anfragen, ob es parlamentarisch zulässig ist, wenn ein Mitglied des Gundes= raths einem Mitgliede dieses Hauses vorwirft, es habe That= sachen gefälscht?(Zuruf: Hat er gar nicht gesagt! Die Presse hat gesälscht!) Präsident Graf Ballestrem: Ich habe eine solche Neußerung nicht vernommen. Staatssektetär v. Podbielski: Ich glaube nicht, daß ich eine solche Keußerung gethan habe; sollte es aber doch ge= schehen sein, so habe ich jedenfalls eine solche Absicht nicht ge habt.(Geifall) Abg. Schmidt=Warburg(Zentr.) kommt auf die Frage der Forderungen der Militäranwärter an die Postverwaltung zurüc und gibt vom furistischen Standpunkte eine eingehende Derlegung der ganzen Sachlage. Jch steue mich, daß der derr Staatssekretär, wie er auch schon in der Kommission erkärt hat. Remedur schaffen will. Jch habe hauptsächlich mit der Absicht das Wort ergriffen, um ihn zu Kärken in seiner Stellung gegenüder dem Herrn Reichsschatzsekretär; denn ich din überzeugt, daß es dem Herrn Reichspostsekretär seiner gangen Katur und seinem Charakter nach außerordentlich peinlich sein würde, wenn er dor Gericht den Einwand der Verfährung machen masse. Es handelt sich bei der Frage um ca. 3600 Unterbeomte, in deren Wirthschaft ein paar hundert Mark eine große Rolle spielen. Ich möchte daher dringend bitten, die Sache nach Möglichkeit zu beschleunigen und ich schliehe mit Hoffnung, daß uns eine Vorlage in allerkürzester Zeit — 16 möchte sagen, schon in den nächsten Wochen zugeht (Beifall.) Staatssekretär im Reichsschatzamt Freiherr d. Thielmann bemerkt, es seien noch eine Reihe von Vorlagen zu erledigen; die Fertigstellung der Vorlage werde daher wahrscheinlich langere Zeit in Anspruch nehmen, als der Herr Vorredner wünsche Abg. v. Kardorff(D Rp): Ich möchte dem Herrn Staatssekretär Namens meiner politischen Freunde besten Dank sagen für die Art und Weise, wie er die Verpflichtungen seines hohen Amtes der Sozlaldemokratis gegenüder auffaßt.(Beifall.) Eige so kräftige und ernsthafte Sprache haben wir hier lange nicht gehört, und wir hoffen, daß die andern Ressorts sich das zum Muster nehmen werden!(Geifall rechts) adg. Werner(Antis.) bedauert das Vorgehen gegen den „Gostdoten“, derselbe habe noch niemals Artikel soztaldemokratischer Tendeng gebracht Hierauf vertagt sich das Haus Nachste Sitzung Samstag 1 Uhr(Post=Stat). Schluß ½6 Urr r Keine Ueberspannung! Das gestrige Auftreten des neuen General= 1. Podbielski ist nicht ganz frei von Bedenken. Da ist zunachst der schon etwas stark verbrauchte Ruf:„C6 andelt sich darum, wer Herr im Hause ein Joll“. Wenn Herr v. Köller harmlose Knechte und Mägde aus Nordschleswig ausweist, so handelt es sich bekanntlich auch um den„Herrn im man die Geistlichkeit aus der Schule hinausbrängen will, so sagt man, der Staat musse Herr in„seiner" Schul= hause sein. Ja, der ganze Kulturkampf wurde schließlich damit motivirt, daß der Staat„Herr im Hause" sein und bleiben masse Mit dieser Redensart kann man Alles„begründer“ und deshalb nichts wirklich begründen. In unseren Ohren wird jede Sache verdächtig, die mit einem solchen Kraftwort vertheidigt werden soll.—„Jch bin der Herr im Hause"!— der sog. Hausherr, der diese Versicherung häufig im Munde führt, wird gerade dadurch verdächtig. Es ist etwas faul an der Hausherrlichkeit, wenn man sich und Andern den Glauben daran erst einreden muß. Ebenso bedenklich ist es, wenn der Hausvater es für nöthig hält, besonders laut seine Kommandostimme im Hause erschallen zu lassen, um jeige Herrlichkeit außer veisel zu stellen. Wer wirklich die Herrschaft in der Hand hat, der macht keine„kraftstrotzenden" Worte. Also zunächst recht sparsam mit dem Ruse:„Jh bin Herr im Hause" Handels man darnach, nun daran scheint's ja Herr v Podbielaki in löblicher Weise nicht sehlen zu lassen. Bedenklicher scheint uns die Auslassung des Herrn Generalpostmeisters,„daß ein Sozialdemokrat nicht Reichsbeamter, insbesondere nicht laiserlicher Reichspost= beamter sein dars." Das lautet sehr schön, aber wie steht es mit der Durchführbarkert. Man kann es nicht jedem an der Nase ansehen, ob er soztaldemokratische Ueber= zeugungen hat oder nicht. Die Postverwaltung kann nur diejenigen Beamten sassen, welche durch agitatorische Bekundung ihrer sozialdemokratischen Ansicht Aergerniß erregen. Die im Stillen schleichende Propaganda der Soztaldemokratie laßt sich nur bekampfen durch weise Fürsorge für das wirthschaftlich-soziale und sitt chereligiöse Wohl der Bramtenschaft, durch Gerechtigkeit und Wohlwollen. Mit Strenge ist höchstens zu erreichen, dan die Angesteckten ihre Ueberzeugung verheimlichen; die Heuchelei ist aber eine große Gefahr für die Disziplin. Wenn man so vorgeht, daß die Betroffenen als„Martyrer ihrer Ueberzeugung" gelten, so fördert man die Propoganda, die man bekämpfen will. Ein bekannter Reimspruch lehrt uns, man solle nicht leichtfertig in ein Wespennest greifen, sondern nur im Nothfalle und dann mit fester Hand. Wer die Tugend des Gehorsams bet seinen Kindern oder sonstigen Untergebenen pflegen will, der muß sich als Meister beigen in der Beschränkung seiner Befehle auf das Maß des zweifellos Berechtigten und Durchführbaren. Im Nothwendigen eine strenge Zucht zu erzielen, ist am Besten dann möglich, wenn man in allem Uebrigen die Freiheit gelten läßt. Es liegt die Gefahr vor, daß der sog. Kampf gegen die Sozialdemokratie in der Beamtenschaft oder den Staatsbetrieden sich zu einer Wahltyrannei ausgestaltet! Dadurch würde die Sozialdemokratie mächtigen Vorschub erhalten— ebenso, wie das Nationalitätsgefühl der dänisch oder polnisch sprechenden Mitbürger gestärkt und angefeuert wird durch die verfehlten Versuche unserer „nationalen" Fanatiker, sich als„Herren im Hause" auf= zuspielen. Oede Kulturkampfohetze ist das Metier, welchem sich die„Kref. Ztg." in der letzten Zeit mit besonderem Eifer hingibt. Kaum ein Tag vergeht, an dem sie nicht gegen„Ultramontanismus“ und „Jesuitismus", Papst, Rom. Zentrum u. s. w. vom Leder sieht. Wie haben uns eine Polemik gegen alle diese „Liebenswürdigkeiten" bisher erspart. Wir glaubten in der That Besseres thun zu können, als tausendmal widerlegte abgestandene Geschichtslügen, Verdrehungen und sonstige schöne Sachen zum kausend und ersten Male zu viderlegen. Diese unsere Haltung behagt nun aber der Kref. Zig.“ ganz und gar nicht. Sie will, wie es scheint, den Streit unter allen Umstanden, deshalb fällt sie nun nach mehrfach daneben gegluckten Versuchen die„Niederrh. Volkeztg.“ direkt an und zwingt uns durch ihre Herausforderung zur Vertheidigung. „Unkenntniß oder was sonst““ fragt die„Kref. Zig." und nun schüttet sie ein Fullhorn von Anekdoten aus, die beweisen sollen, wie weit die bösen Ultramontanen und die„Niederrh. Volksztg." im geistigen Rückstande sich befinden. Um aus dem Wust nur eins herauszugreifen: Die„Kref. Zig." entblödet sich wirklich nicht, eine die wir mit ihr vor drei Jahren über die Freimaurerei hatten, heranzuziehen, und zu schreiben „Wie erinnern daran, wie die„Niedereh Bolksztg.“ ia einer Behde mit der„Kref. Zig.“ diese aufforderte, auch nur einen sintigen katholischen Geistlichen zu nennen, der dem Frei= maurerorden angehörte. Wie machten uns das Vergnügen, ihr üder Hundert anzuführen mit Ramen und Stand“ Wenn man, wie hier die„Kref. Zig.", auf solche„olle Kamellen" zurückgreifen will, so muß man wenigstens ein autes Gedächtniß haben. Aber da hapert's leider. Unsere Leser werden sich erinnern, daß im Verlaufe jener Preßfehde die„Kres. Zio“ den Beweis für die Vorzüglichkeit der Grundsätze und Bestrebungen des Freimaurer= ordens dadurch erbringen wollte, daß sie behauptete, sogar katholische Bischöfe und Priester seien eifrige Freimaurer gewesen. Wie antworteten darauf in humoristischsatirischer Form:„Det war früher mal", nämlich zu jener Zeit, als die Freimaurerei noch nicht mit dem päpstlichen Jnterdikt belegt war. Wir sagten dann weiter, nach dem Erlaß des Jnterdikts hat es keinen katholischen Priester mehr gegeben, der Mitglied des Freimaurerordens war. Denn wenn ein katholischer Priester sich trotz des Jnter= 26) 6 Ihr ärgster Feiud. Roman in zwei Bänden von Mrs. Alexander. „Bitte, setzen Sie sich", sagte Frau Temple, ihm einen Stuhl anbietend.„Wie steht es heute Abend mit Patienten?" „Nicht ganz so gut wie gestern, auch ist er, weil er sich offenbar nicht wohl fühlt, mürrisch und einsilbig. Indessen that er doch eine Frage, die mich Ihretwegen, Frau Temple, sehr erfreute." Bei diesen Worten, die er im Tone eines wohlwollenden Gönners gesprochen hatte, zog Dr. Slade seine Schnupftabaksdose aus der Tasche und klopfte auf den Deckel, dann fuhr er fort:„Sir Hugo fiel mir, als ich ihn durch eine kleine Anekoote zu erheitern dachte, ins Wort und sagte unvermittelt:„Ich habe gestern erfahren, daß die Alte, welche mich bevient, nicht meine Miethsfrau ist." Diese Gelegenheit benutzend, erzählte ich ihm, daß Sie durch Ihr Tapisseriegeschäft stark in Anspruch genommen seien und seine Pflege nicht selbst hätten übernehmen können. Er nickte zufriedengestellt, dann fragte er:„Was zahle ich für diese Zimmer, Herr Doktor? Ich erklärte ihm, daß ich über diesen Punkt noch keine Verabredung mit ihm getroffen hätte, daß er überhanpt nur durch den Zufall, daß dieses Haus nicht weit von dem Platze liege, wo er seine Verwundung erhalten habe, in diese Wohnung gebracht sei und daß in dem Augenblick seines Kommens niemand daran gedacht habe, nach dem Betrag der Miethe zu fragen. Er erwiderte mir, daß es höchste Zeit sei, diesen Punkt zur Sprache zu bringen. Ich theilte ihm darauf mit, daß Ihr letzter Miether Ihnen wöchentlich zwei Pfund gezahlt habe, daß ich diesen Preis jedoch in Anbetracht der Mühe, die er Ihnen verursacht habe, für ungenügend hielte. Ungeduldig und heftig, wie er stets zu sein pflegt, unterbrach er mich mit dem Ausruf:„Das versteht sich von selbst!' Genügen drei Pfund pro Woche? Ist der Miether, den ich Ihnen verschafft habe, nicht ungemein freigebig? Was sagen Sie dazu, Frau Temple?" „Daß die Miethe, die mir Ihr Patient zu zahlen gedenkt, meine Erwartung übersteigt, und daß ich es für unverständig halten würde, seiner Freigebigkeit einen Damm entgegenzusetzen, zumal anzunehmen ist, daß er nur noch kurze Zeit bei uns bleibeen wird." „Nun, einige Wochen muß er hier noch aushalten. Er fragte mich heute Abend, wann er abreisen könne, und schien äußerst unzufrieden, als ich ihm erklärte, daß ich ihm auf diese Frage noch keine Antwort geben könne. Die Erschütte= rung, die seine Gesundheit erlitten, war erheblich und er bedarf der Ruhe und Schonung." Frau Temple lenkte nun das Gespräch auf ein anderes Thema; Dr. Slade blieb noch ein Weilchen eifrig plaudernd bei ihnen und wanderte erst nach einiger Zeit von dannen. 17. Kapitel. Der Nachmittag des folgenden Tages brachte Frau Temple viel Arbeit; eine Käuferin kam nach der andern, und sie hatte trotz Fannys Hülfe vollauf zuthun, um allen Ansprüchen zu genügen. Selbst, wenn sie gewollt hätte, würde sie keine Zeit gefunden haben, die Aufforderung ihres Miethers, ihm einen zweiten Brief zu schreiben, Folge zu leisten. Sie befahl daher der alten Frau Mills, die sie an das Ladenthürfensterchen gerufen hatte, dem Herrn zu erwidern, er möge sich mit seiner Bitte an Dr. Slade wenden. Die Haushälterin verschwand, und da sie nicht wieder= kam, schloß Käthe, daß Sir Hugo auf ihren Vorschlag eingegangen sei.„Ich will mich nicht geduldig seinen Grillen fügen", dachte sie, die Lippen mit einem feindseligen Ausdruck aufeinanderpressend, wahrend sie für einen leselustigen Schulknaben aus einem Stapel alter Monatsschriften einige illustrirte Hefte heraussuchte.„Er darf nicht denken, daß ich jeder Zeit bereit bin, ihm Schreiber= dienste zu leisten." Als der Abend hereingebrochen und der Laden geschlossen war, schrieb Käthe ihrem treuen Bundesgenossen Tom. Sie bat ihn, sich unter irgend einem passenden Vorwande mit Ford in Verkehr zu setzen, um zu ermitteln, ob er mit Poole in Beziehung stehe.„So schwer es wir wird", schrieb sie,„muß ich dennoch gestehen, daß mein Argwohn sich mehr und mehr auf Ford wendet. Sie werden das nicht begreifen können— Sie wissen aber auch nicht, welche Gründe mich in diesem Verdacht bestärken; — wenn ich Ihnen dieselben mittheilen könnte, so würden Sie mir höchst wahrscheinlich recht geben. Aber gleichviel, ob meine Vermuthungen begründet oder unde gründet sind, so bitte ich Sie doch, meiner Weisung nachzukommen und das Thun und Treiben jenes Mannes möglichst genau zu erforschen. Vor allen Dingen wünsche ich zu wissen, ob er bei Kapitän Gregory gewesen ist und diesem irgend ein Anerbieten gemacht hat. Hat Poole seine bisherige Stellung behalten oder ist er von Sir Hugo Galbraith— Kaum hatte sie diesen Namen geschrieben, so öffnete sich die Thür und Frau Mills erschien auf der Schwelle „Er hat zum zweitenmal geklingelt", sagte ste.„Er fragt, ob Sie jetzt vielleicht Zeit fänden, heraufzukommen; er hätte nur einen ganz kurzen Beief zu schreiben: Sie thäten ihm einen großen Gefallen damit.“ „Jn zehn Minuten komme ich", erwiderte Frau Temple, ohne im Schreiben innezuhalten.„Bis dahin muß er sich gedulden." Sir Hugo Galbraith wanderte langsamen Schrittes in seinem Zimmer auf und ab, als Käthe eintrat. Er wandte sich zu ihr, begrüßte sie mit großer Höflichkeit und stellte ihr einen Stuhl an den Tisch. Als er sich bemühte, ihr die Schreibmappe zurechtzurücken, flatterten mehrere Briefbogen auf die Erde, die Käthe, jener lebhaften Regung des Mitleids folgend, welche sich, seit sie Hugo ohnmächtig in ihr Haus hatte tragen sehen, wie ein lichter Faden durch das dunkle Gewebe ihres Hasses schlang, aufhob und auf den Tisch legte. „Ich muß Sie sehr um Entschuldigung bitten", begann Galbraith.„weil ich Jhre stark besetzte Zeit in Anspruch nehme; allein ich kann den Brief, den ich Jhnen heute zu diktiren wünsche, nicht länger verschieben." „Jetzt habe ich Muße", sagte Frau Temple, sich nieder= setzend und die Feder zur Hand nehmend.„Doch möchte ich Jhnen ein für allemal mittheilen, daß ich Morgens und Nachmittags niemels im Stande bin, Ihnen zu heisen." „Jch werde mir das merken", sagte Galbraith in einem Tone, der anzudeuten schien, daß er seine schöne Hauswirthin häufig um ihre Hülfe zu bitten beabsichtige. Käthe mußte unwillkürlich lächeln, als ihr dieser Gedanke durch den Sinn fuhr, und eben weil sie sich bemühte, dieses Lächeln zu unterdrücken, verlieh es ihrem Antlitze einen unbeschreiblichen Liebreiz. Sie heftete ihre Augen unver wandt auf das vor ihr liegende Papier und so gelang es ihr, schon im nächsten Augenblick wieder eine ernste Miene anzunehmen. Sir Hugo setzte sich ihr gegenüber.„Sind Sie bereit?" fragte er. „Ja“, entgegnete sie. „Mein lieber Upton", begann er.„Deinen Brief vom zweiten dieses Monats habe ich empfangen; er hatte sich mit dem meinigen, der vom selben Tage datirt, gelreuzt. Heute muß ich Dir mittheilen, daß ich hier noch mehrere lochen festgehalten werde." Auf ein Zeichen von seiner Schreiberin hielt er inne und fügte dann nach einer Weile hinzu:„Ich fühle mich noch recht zerschlagen und bitte Dich daher, Deinem Freunde mitzutheilen, daß ich zur Besichtigung seines Pferdes keinenfalls vor dem Verkaufstermin nach London kommen könne. Er möge also nicht auf mich rechnen." Es folgte nunmehr eine lange Pause. Frau Temple las die Worte, die sie geschrieben hatte, vor, um Sir Hugo zum Fortfahren anzutreiben, allein er schwieg. Jn dem Wahn, daß er sich abmühe, passende Ausdrücke für seinen schriftlichen Erguß zu sinden, wartete sie geduldig mehrere Minuten; doch als er sich nicht anschickte, sein Diktat fortzusetzen, schuute sie ihn fragend an. Jhr sorschender Blick begegnete dem seinigen und sie bemerkte zu ihrem gerechten Erstaunen, daß er seinen Grief offendar ganz vergessen hatte. Sinnend schaute er sie an, und doch lag keine Spur von Zudringlichkeit oder dreister Neugierde auf seinen ernsten Zügen. Sein Blick hatte nichts Beleidigendes; er verrieth vielmehr unverhohlene Bewunderung und lebhafte Theilnahme. Käthe schlug unwillkürlich die Augen nieder; ein dunkles Roth flammte über ihre Wangen, und als es allmählich verblaßte, war sie bleicher als zuvor. „Erlauben Sie mir eine Frage", sagte Sir Huao in minder barschem Tone als er sonst zu sprechen pflegte. Sich auf seinen gesunden Arm stützend und sich etwas vornüber beugend, fügte er hinzu:„Welche Tücke des Schicksals hat Sie hinter einen Ladentisch getrieben? Ver= gebens mühe ich mich ab, dies Rathsel zu lösen, und habe darüber vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte." übermals um pielte Frau Temples Lippen ein flüchtiges Lacheln, doch ehe sie ihrem Miether eine Antwort zu geben vermochte, sagte dieser hastig:„Ich weiß, daß diese Frage anmaßend, ja sogar unverzeihlich ist; allein nichtsdesto= weniger war ich nicht im Stande, sie zu unterdrücken." „Sie sind leidend und die ermüdende Einförmigkeit Jhres jetzigen Lebens gibt Jhrem Geiste offenbar allzu wenig Beschaftigung, sonst würden Sie sich schwerlich damit aufhalten, einen Schlüssel zu meiner unwichtigen Vergangen= heit zu suchen. Meine Lebensgeschichte ist weit weniger interessant, als Ihre Phantasie sie Ihnen vorzuspiegeln scheint. Es wäre schade, wollte ich sie Ihnen enthüllen." Frau Temple wandte ihm bei diesen Worten ihr Angesicht zu und wiederum sah er in ihren Augen etwas von jenem Haß und jener Kampfeslust aufzucken, diessihn bei ihrer ersten Begegnung so sehr befremdet hatte.„Wenn ich Sie trotzdem um einen Aufschluß bäte, was thäten Sie dann?“ fragte er rasch. „Wenn ich Sie trotzdem um Fortsetzung Jhres Briefes bäte, was thäten Sie dann?“ gab sie neckisch, aber in der festen Absicht, sich zu keiner Erklärung hinreißen zu lassen, aad. 123 dikts in den Freimaurerorden aufnehmen ließ, so war über ihn eo ipso die Erkommunikation verhängt, d. h. er börte faltisch auf, katholischer Priesier und überhaupt Mitglied der katholischen Kirche zu sein. Deckte er sich unter diesen Umständen noch weiterhin nach außen mit der Macke des Priesterthums, so war er eben ein Heuchler, ein Betrüger, gleich einem aus dem Heeresderbande aus= gestoßenen Verbrecher, der irgendwo in betrügerischer Absicht, angethan mit der Uniform seines Regiments auf taucht, die zu tragen er kein Recht mehr hat. Den Versuch. solche Priester etwa als Kronzeugen für die Vortrefflichkeit der Freimaurerei heranzuziehen, bezeichneten wir als— gelinde gesagt— naiv. Was will nun jetzt eigentlich die „Kref. Ztg.“? Unkenntniß, oder was sonst? fragen wir ergebenst zurück Bei dieser Gelegenheit sei es uns gestattet, auch unsererseits eine Reminiszenz aufzufrischen. Angesichts der Canisius=Enzyklika des Papstes Leo XIII. gerieth die „Kres. Zig." bekanntlich in eine gelinde Berserkerwuth, weil der Papst die Reformation Luthers eine Revolution genannt hatte. Das sollte eine Brüskirung der ganzen protestantischen Welt sein. Wir machten uns damals das Vergnügen, der„Kref. Zig." eine ganze Reihe von Stellen aus historischen und sonstigen Werken berühmter pro testantischen Autoritäten vorzuführen, in denen die Reformation ebenfalls als Revolution bezeichnet war, ohne daß sich irgend ein Mensch darüber entrüstet hatte. Wir wiesen ihr damit nach, daß ihre Angriffe gegen den hehren Greis auf Petri Thron ebenso ungerecht wie taktlos waren, und ersuchten sie, ihren Lesern das ihr von uns gebotene Quellenmaterial nun auch wiederzugeben. Die Krei. Zig.“ aber steckte den Kopf in den Sand und Wir fragen nicht mehr: Unkenntniß oder was sonst? Denn von ihrer Unkenntniß hatten wir die wirklich den Spruch beherzigen, daß es gefährlich ist, wenn man im Glashause sitzt, mit Steinen zu werfen... Durch ihre Unvorsichtigkeit hat die„Krefelder Ztg.“ sich erst neuerdings wieder eine gehörige Blamage zugezogen. In seiner Replik auf die Kulturkampfspauke des nationalliberalen Abg. Hieber hatte der Zentrumsabgeordnete Dr. Lieber im Reichstage bekanntlich von der Schweiz, die als Musterbild für die Behandlung der Jesuitenfrage hingestellt worden war, als von einem Lande gesprochen, in welchem Königs= und Frauenmörder sich frei umhertreiben könnten. Die schweizerische Presse nahm das übel und schimpfte weidlich auf den Abg. Dr. Lieber. Wäre dieser nun ein nationalliberaler Parteifreund der„Kref. Ztg.“ gewesen — o/ dann hätten wir die furchtbare Züchtigung kennen lernen mögen, welche die gut„nationale"„Kref. Ztg.“ der frechen Auslandspresse zu Theil hätte werden lassen, weil sie es gewagt habe, einen Einfluß üben zu wollen auf die freie Meinungsäußerung im ersten gesetzgebenden Körper des Deutschen Reichs. Nun ist aber Dr. Lieber ein— Zentrumsabgeordneter, ein„böser“ Ultramontaner. Und nun höre man die Liebenswürdigkeiten der„Kref. Zig." gegen ihn.„Herr Lieber schimpfte", ruft sie aus.„Hier gilt das alte Wort: Wer schimpft hat unrecht."— Hieran knüpft sie nun selbst folgende Schimpfkanonade, welche die beste Illustration zu dem von der„Kref. Zig.“ angezogenen Sprichwort bildet: „Herr Dr. Lieber hat letzten Mittwoch im deutschen Reichs= tage auf die von dem Abg. Hieber angeführte Tharsache, daß die Schweiz, obwohl sie mehrere Millionen Katholiken zahlt, verfassungsmäßig die Jesuiten von ihrem Boden fernhält, mit einer Beschimpfung der Schweiz geantwortet. Er sagte, das mächtige deutsche Reich habe nicht nöthig, sich nach dem gange einer(l) Schweiz zu richten— das Land, in dem sich Königs= und Frauenmörder frei herumtreiben könnten. Wir haben es sehr bedauert, daß der Präsident des Reichstages, der doch sonst sich sehr empfindlich zeigt, gegen diese nichtsnutzige Geleidigung eines guten Nachbarstaates nichts zu erinnern hatte.(Der Prasident des Reichs= tages ist nämlich„ultramontan", daher der Zorn der„Kref. Zig." D. Red.] Mit vollem Recht ist man in der Schweiz darüber sehr entrüstet. Die ganze schweizerische Presse ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit griff die bösartige leußerung des übg. Lieber auf, und leider gibt es Blätter, die darin ein Urtheil des deutschen Volkes über die Schweiz finden. Dem ist nicht so Herr Lieber ist der Führer der ultramontanen Partel. Was der Ultramontanismus ist, das weiß man auch in der Schweiz. Ein Urtheil des deutschen Volkes auszusprechen, ist Herr Lieber wenig mehr berufen wie etwa ein Ahlwardt oder Sigl; er kann nur im Namen seiner Partei sprechen, und wenn ihm seine Genossen bei seinem Ausfall auf ein befreundetes Land zustimmten, so kennzeichnen sie damit nur ihre eigene Gesinnung. Doch wir glauben noch nicht einmal, daß Herr Lieber wirklich wußte, was er that. Der Vorgang erkläct sich sehr einfach. Er war in Verlegenheit. Erwidern wollte und mußte er auf die von dem national+ Krefeld im Jahre 1798. Das Jahrhundert geht zur Ruste, und mancher mag im Hin= blicke auf die auf allen Gebieten hervortretenden Gahrungen, auf die verderblichen Unter=Strömungen in Litteratur und Kunst, auf das allgewaltige Hervordrängen der sozialen Frage mit Bangen das neue Jahrhundert heranrücken sehen. Jhnen zum Trost soll es gesagt sein, daß unsere Vater, ich denke in erster Linie an die Krefelder Bäter, mehr Ursache hatten dem nahenden 19. Jahrhundert mit Furcht entgegenzusehen, als wir heute dem 20. Und doch hat sich alles anders gestaltet. Wie würden unsere Bäter staunen, wenn sie heute in unserer Mitte er= schienen und sähen, wie unsere liebe Vaterstadt unter dem Schutz= des geeinten deutschen Reiches, durch Fleiß und Jntelligenz der Einwohner emporgeblüht ist! Jm Jahre 1799 reichte das Stadt= gebiet nördlich bis zum Friedrichsplatz, westlich bis zur lutherischen Kirchstraße, südlich bis zur Fischelnerstraße und bstlich bis zur Färderstraße. Die Stadt zahlte, genau laßt es sich nicht feststellen, annähernd 8000 Einwohner, wovon vielleicht die Hälfte auf eigenem Besitzthum wohnte. Krefeld unterstand der französischen Gewaltherrschaft und gehörte zum Averdepartement, das in dier Arrondissemenls: Nachen, Köln. Cleve und Krefeld,(letzteres mit 11 Kantonen und 138,000 Einwohnern) getheilt war. Jn der sog. Munizipalverwaltung des Kantons Krefeld saßen die Herren: Ludwig Rigal, Anton de Greiff, Gerhard Hunzinger, Martin Leydel und Friedrich Heydweiler, alle alten Krefelder Geschlechtern angehörend, deren Namen auch uns noch geläufig sind. Die Gradmäler Ant. de Greiffs und Friedrich Heyoweilers stehen noch im Stadtgarten. Es wird allen diesen Herren recht schwer gefallen sein, der R publik den Eid der Treue und Haß dem Königthum zu schwören. Rigal, Heydweiler, Leydel und Hunzinger(an letzteren erinnert die jetzige Wollstraß.) nahmen im Lauf des Jahres ihre Gatlassung, an ihre Stelle traten Friedrich Heinr von der Leyen, K Sohmann und Math. te Neues; ersterer wurde gegen Ende des Jahres 1799 Maire von Krefeld. Recht ungemüthlich war's damals in der Stadt. Die Unter= thanen der großen französischen Republick hatten ja weiter keine Rechte, als sich zu ducken und zu bezahlen. Ueberall waren Spione thätig, bessenungeachiet bewiesen die Krefelder eine bewundernswerthe, Unerschrockenheit. Jn einem von Keussen Seite, 423 mitgetheilten, Bericht, der Munizipalverwaltung wird beklagt, daß die Bürger nicht die patriotische Haltung bewiesen, welche die Verwaltung von ihnen erwartet hätte. Der Gründe zur Unzufriedenheit gab es allerdings in Hülle und Falle. Handel und Wandel lagen danieder, die Seiden= und Tuchsabriken hatten unter Druck und Berationen zu leiden, daß französische Regime begünstigte offenbar Lyon gegen Krefeld. Letzteres geschab insbesondere dadurch, daß ein schwerer Eingangszoll auf Rohseide gelegt war, den die Lyoner Kaufl ute nicht zu tragen hattten. Dieser Zoll, meinte der da malige Minister Rudler, fördere den Eifer und rege zum Wett= liberalen Redner angeführte Thatlache Aber wak? CaKbaiz reich für einen guten Gedanken! Za widerlegen gab es nichts Die freie, demoktalische Schweiz durbet die Jesoten nicht. Su hat es sogar in der Bandesverfassang ausgesprochen— in der Bundesverfassung, die von jedem Schweizer, ob Katholik oder Protestant, hochgehalten wird, als Hort des kretheitlichen staat= lichen Gedankens! Waß sollt. c. sagen, der weile, wortreiche Herr Lieberk Er that, was die Rarktneider thun, wenn sie ihre Unsichten verfechten: er schimt fte“ Mehr kann man nicht wohl thun„Nichtsnutzige Beleidi= gung",„Marktweiber", die Vergleichung eines der ange= sehensten Führer des Zentrums mit Leuten wie Uhlwardt und Sigl—. Und zum Schluß ihres geschmackvollen Artikels zitirt die„Kref. Zig." dann mit Wonne die„derbe aber richtige" Aeußerung der„N. Züricher Zig.“„Solcher Lügen macht sich nur ein Schulbube schuldig, der, vom Lehrer in die Enge getrieben, schließlich gar nicht einmal mehr weiß. was er schwatzt.“ Der„Schulbubenleistung" der„Kref. Zig." folgte das Verhängniß auf dem Fuße. Die Abfertigung besorgte der aationalliberale Abg. Dr. Sattler, dessen Wort bei der„Kref. Zig." doch wohl einiges Gewicht haben dürfte, in der Reichstagssitzung vom 1. Februar. Da sagte der nationalliberale Führer nach dem Parlamentsbericht der „Kres. Zig." u. a. „Man hat darauf hingewiesen, daß ich nicht Gelegenheit genommen hätte, den Angriff, den der Kollege Lieber auf die Schweiz gemacht, zurückzuweisen. Jch muß offen gestehen, ch habe die Worte des Herrn Lieber gar nicht soschwer genommen; ich habe sie aufgefaßt als den Ausflaß einer gewissen Erregung, in der er nach einem rhetorisch wirksamen lergleich griff, um eine Bezugnahme, die auf die Schweiz erfolgt war, zurückzuweisen. Daß ist der Grund gewesen, weshalb ich meinerseits nicht auf die Frage eingegangen bin. Jch war aber auch der Ueberzeugung, daß der Abg. Lieber seinen Worten keine andere Bedeutung betlegen wollte; ich war nicht der Reinung, daß er damit einen Angriff auf das chweizerische Volk beabsichtige, wie er es auch heute erklärt hat. Einen solchen Angriff würde auch ich außerorden. lich bedauert haben, und ich freue mich, daß man Gelegenhe, hat, dieses noch zu erklären. Andererseits theile ich den Stand, punkt des Kollegen Lieber in der Beziehung vollkommen, daß der deutsche Reichstag sich durch irgend welche Aleußerungen ausländischer Preßorgane in der Aleußerung seiner Ueberzeugung durchaus nicht beeinflussen lassen dürfe." Die„Kref. Zig." hat diese Ausführungen in ihrem Parlamentsbericht abgedruckt— ohne ein Wort der Rechtfertigung oder der Entschuldigung ihres unwürdigen Ausfalls daran zu knüpfen. Der Peitschenhieb, den der Abg. Dr. Sattler auf die anmaßende schweizerische Presse herniedersausen ließ, traf auch die„Kref. Zig.", die in den schweizerischen Preßcherus jubelnd mit ein= gestimmt hatte— aus„nationalen" Rücksichten wahrscheinlich. Wir fragen angesichts dessen: Unkenntniß oder was sonsti.... Und wir antworten zugleich: Jawodl. Un kenntn:ß! Die ganze blindfanatische Hatung der „Kref. Zig.“ in der letzten Z it beweist ihre Un= kenntniß, die Unkenntniß, wie taktlos ein solches Gebahren ist; die Unkenntniß, daß solche durch gehäfsiges Vorurtheil vergisteten Pfeile meist auf den Schützen zurückprallen: die Unkenntniß, wie sehr solche„Aktionen", die das Andenken an die trübsten Zeiten der Kulturkampfshitze wieder auf leben lassen, geeignet sind, den konfessionellen Frieden zu stören, die Unkenntniß endlich, wie sehr dadurch das freundnachbarliche Zusammenarbeiten der Konfessionen in Wahrung der wichtigsten gemeinsamen Interessen, das wir doch gerade heutzutage so bitter nöthig haben, gefährdet wird. Diese Unkenntniß— nichts anderes— verleitet die „Kref. Zig.“ zu so bedauerlichen und unzeitgemaßen polemischen Ausfällen, wie wir sie oben kennzeichnen mußten. Möge die„Kref. Zig.“, mit diesem wohlgemeinten Rathe wollen wir schließen, endlich die Binde von den Augen nehmen— es ist die höchste Zeit Deutschland. Berlin, 3 Febr. Der Kaiser sandte dem Sultan aus Anlaß der Konzession zur Legung eines Kabels von Konstantinopel nach Konstanza ein Danktelegramm.— Bei dem Reichskanzler Fürst Hohenlohe findet am 9. Februar ein parlamentarisches Diner statt. Für denselben Tag hat auch Staatssekretär Nieberding Einladungen zu einem parlamentarischen Diner ergehen lassen.— Der Bildung einer Deutschen Gesellschaft für Volkebäder haben sich der Finanzminister v. Miquel, die Staatssekretäre Frhr. v. Thielmann und v Poddielski, streiten an, während die Kaufleute in einer Eingabe nachwiesen, daß er den Ruin der hiesigen Fabriken herbeiführe. Dazu kamen Einquartirungen und Kontributionen, so daß die Schulden der Stadt auf nahezu 700 000 M. stiegen. B sonders erregt war die große Masse des Volkes durch die Gewalt= thätigkeit, mit welcher die republikanische Regierung gegen die christliche Religion, ihre Gotteshäuser und Diener verfuhr. Außerhalb des Gotteshauses durften religidse Handlungen nicht vorgenommen werden, Wallfahrten und Prozeisionen waren untersagt. Die Pfarrer waren angewiesen, die französicche Verfassung von der Kanzel vorzulesen; später erfolgte die Weisung, das Zeichen der Erösung von den Kirchhöfen zu entfernen. Schon am 1. Februar war der Sorntag aufgehoben worden, an seine Stelle trat die„vernunftgemaß= und volksthümliche" Dekade. Das Haus des Herrn wurde zu politischem Mummenschanz mißbraucht. So am 21 Juni zum Jahresgedächtnißz an die Hinrichtung des letzten Königs, am 20. Marz zur Feier der Volkssouveränetät, am 30 Marz zur Festfeter der Jugend, am 8. Juni zum Gedächtniß an die in Rastatt ermordeten Gesandten. Zu diesen Festen mußten Bramten, Lehrer und Schüler mit vorgeschriebenem Abzeichen erscheinen, auch wirkten Schauspieler und Sänger in der Kirch= mit, der Geistliche wurde kommandirt, die betreffenden Zeremonien auszuführen. Der reli,iösen Feier schloß sich gewöynlich Umzug und ein Festessen an. Von Weiteren Engriffen in die Freiheit der Kirche erzählen die Pfarr=Archive mancherlet sonderbare Dinge. Pastor an der Dionysiuskich= war damas Friedrich Wermelskirchen, der sich besonders um die Hebung des Kirchengesanges verdient gemacht hat. Es lag im Charakter jener großen revolutionären Bewegung, auch auf die Schulen im Geiste der Zeit einzuwiken, So er= fuhren denn im Jahre 1799 die Elementarschulen eine gänzliche Um= wandlung; die bisherigen Lehrer Hohns. Hammerstein und Höning= haus mußten sich einer Prüfungo Kommission ftleuen, in der u. a. auch die Herren Peter von Löwenich und Tuchfabrikant, Hunzinger saßen. Die Prüflinge lasen einen Art kel der Kon= stitution in deutscher und französischer Sprache, zur Prüfung im Rechtschreiben diente ein Diktat, im Rechnen wurden Auf= gaben aus der Dezimalrechnung gegeben, weiter bildeter die Grundsätze der in Paris tonang benden Moral und die Menschenrechte ein Gegenstand des Examens. Die Hauptpflicht der damaligen Schulmeister bestand natül lich in der Erziehung der Jugend zu republikanischer Gesinnung und in der Theihnahme an Festen. Der Neujahrstag 1799 brachte Krefeld die erste Zeitung. die„Irts am Riederrhein". Sie erschien wöhentlich veimal, Herausgeber und Verleger war P ter Schüller. Obgleich die Regierung das Unlernehmen gebilligt hatt= und die Rdaktion mit großer Vorsicht zu Werke ging, hatte die Zeitung doch manche Drangsaltrung zu bestehen und mußte sowie der Oberpräfident v. Boetticher sympethisch zuge wendet und ihren persöalichen Beitritt erklärt.— Eme Anszeichnung durch den Kaiser is nach der„Vos“ dem Rittergutsbesitzer v. Brandt=Rossen zu Braunsberg widerfahren. Er erhielt unvermuthet foldendes Telegramm „Berlin Schloß. Jch habe Sie zum Rittmeister ernannt und freue mich, meinem alten Leibhuiaren eine Freude bereitet zu haben. Wilhelm R*| 200 * Zur Geschichte des Eisenbahnproserte Baderborn=Nienhagen bemerkea die„Berl. Pol Nacht.", die preußische Staatsregierung habe weder den Vorstand der westiälischen Landetersenbahngesellschaft er= mächtigt, den Bau einer Bahn von Paderborn nach Nienhagen vorzubereiten oder abzulehnen, noch sei über. haupt von irgend einer Seite der Vatrag auf Zulassung einer solchen Bahn für das preußische Staatsgebiet bey ihr gestellt worden. Vielmehr sei preußischerseits lediglich einem Komitee, das sich für den Bau einer Nebeneisen= bahn von Paderborn über Lippspringe nach Horn mit dem Sitz in Detmold gebildet hatte, auf seinen Antrag im Jahre 1896 die Erlaubniß zu Vorarbeiten für eine Bahn von Paderborn nach Horn für das preußische Staatsgebiet ertheilt worden. Das Komitee habe die Konzessionirung dieser Bahnstrecke bisher noch nicht nachgesucht. Mit einem Bahnprojekt Paderborn=Nienhagen sei dagegen die preußische Staatsregierung überhaupt noch nicht befaßt gewesen. Der Ton scheint hier auf dem Worte Staats regierung zu liegen. Daß die preußische EisenbahnVerwaltung in die Angelegenheit eingegriffen und den Bau der Bahn verhindert hat, steht nach der Erklärung des Oberpräsidenten Studt auf dem westfältschen Provinzial= Landtage fest. Politische Bedeutung scheint allerdings dem Vorkommnisse nicht beizumessen zu sein. Oesterreich. * Grag, 3. Febr. Der deutsche Student Biberl. der jüngst bei einem nächtlichen Streite den tschechischen Studenten Linhart erschoß, wurde wegen Ueberschreitung der Nothwehr zu dreimonatlichem Arrest verurtheilt. Der Vertheidiger, der Freispruch beantragt hatte, meldete Berufung an Frankreich. *Paris. 3. Febr. Die Revisionskommission hielt heute Nachmittag eine Sitzung ab, die 5 Stunden dauerte. Die Kommission verhörte den Ministerpräsidenten Dupuy und den Justizminister Lebret. Es war nicht möglich, über die Sitzung und über die Gründe zu dem Verhör Dupuys und Lebrets irgend welche Auskunft zu erlangen. Briefe aus Baiern. () Mänchen. 1. Febr. Die Protestbewegung gegen die Gewerbesteuervorlage noch den Beschlössen des Kammerausschusses wird von den Großkapitalisten und Großindustriellen nicht ungescheckt in Szene gesetzt. Am Montag war der sog. Baterische Handels- und Gewerbekammertag, eine Versammlung von fast lauter Kommerzienräthen, Großfabrikanten, Bankters und Handels kammersekretären, in München vereingt und donnerte ge=, waltig gegen den Finanzminister und die böse Ausschußmehrheit= welche den Vorwurf des soztaldemokratischen Partet tages in Würzburg so gründlich zu Schanden wachte und das Großkapital und die Großindustrie in einer Weise zur Ader ließ, daß die betroffener Herrschaften von Zorn und Gatrüstung aufschrieen. Die von den Münchenern vorgeschlagene Protestresolution wurde noch derschärft und in der Begründung der Resolution schlug Kommerzienrath Wilhelm Tone an, die nur dann gehört werden, wenn es den sonst regierungsfürchtigen Herren an den Geldbeutel geht. Man hafft mit diesem Larm sowohl oben als auch— unten Eindruck zu machen. Die liberalen Kommerzienräthe spekuliren nämlich auf die Bundesgenossenschaft des Kleingewerdes, dem man mit mitleits= voller Miene vorhält, daß der Entwurf dem kleinen und mittleren Gewerde nur ungenügende Erleichterungen biete, dasär aber das Großgewerde so unertraglic belaste, daß viele Großbetriebe ans Aufwandern aus Baiern dächten. Man sagt also den Kleingewerbetreibenden: Helft uns, den Greßen, daß wir glimpflicher davon kommen und leichter im Stande stad, euch die Korkurrenz mit uns sauer zu machen. Es ist übrigens gar nicht wahr, daß das Kleinund Rittelgewerde nur wenigerleichtert wird. Die eigenen Genossen der Protestler, die Adgg. Nahla und Sartorius, haben ihre vorläufige Abstimmung im Ausschusse damit begründet, das neue Geseyz bringe diel Vortheile und Grleichterungen für die unteren Klassen— Das katholische Nanchen zeiate sich am Abend des 30. Januar wieder einmal im besten Lichte. Nicht weniger als tund 6000 katholische Männer sollten den Riesensaal des Rünchener Kindl=Keller, um auf Einladung des katte lischen Volksvereins den Vorträgen zweier bedeutender Volks= redner im Ordensgewande, des berühmten Wiener Jesuiten vaters Abel und des bereits in ganz Deutschland bekannten päter, um der ihr zugedachten Unterbrückung zu entgehen, ihren Titel oftmals ändern Zur H ilung der leiblichen Gebrechen und Krankheiten wirkten 1799 Dr. v. Hagen. Dr. Ludwig Koz. Dr. Jonas, Hofrath und Kreisphysikus De. Joh. Christ Jak. Schneider, Dr. Peter Hecking und endlich der Chirurg und Geburtshelser Joh. Kour. So war es vor hundert Jahren in Krefeld. Wer den heutigen Stand unserer Stadt und die Höhe ihrer Entnicklung betrachtet und erwägt, daß unsere li de Vaterstadt troy der vorgeschilderten niederdrückenden Verhältnisse am Gnde des vorigen Jahrhunderts so kläftig emporgebiüht ist, der wird sich kaum der Arsicht verschließen können, daß wir das kommende 20. Jahrhundert weniger zu fürchten brauchen, als unsere Bäter das 19. Berlin, 3. Febr. Auf demletzten Hofball am Diens= tag ist der rufsische Botschafter Glaf Osten=Sacen von einem Ohnmachtsansall befallen worden. Die Kaiserin selbst k. eilte der Frau Botschafterin, die sich in einem anderen Theile des Saales befand, die Erkrankung ihres Gatten mit und erfuhr, daß der Graf sich nicht wohl gefühlt hatte, den Ball aber nicht versäumen wollte, um sich noch einmal beim Kaiser iur die Verleihung des Schwarzen Adlerordens zu bedanken Der Anfall ging rasch vorüber. Der Botschafter fuhr nach hause und wird einige Tage das Bett huten. Es scheint sich um eine leichte Jnslaenza zu handeln, die schon wieder über= wunden ist. * Paris, 3 F dr. Heute Vormittag ereignete sich auf dem Bahnhefe Courcelles der Gürtelbahn in Folge salscher Weichenstellung ein Ersenbahnunfall. Ein Risender wurde sch wer verleyzt, zwd.f Personen erlitten leichte Berl tzungen. Litterarisches. ** Gefmiten=wabeln. Im Zauft des Ronates Februar wird deerste Lieferung der dritten, umgearbeiteten Auflage der„Jesuitensabeln“ von P. Duhr erscheinen.(Jm Ganzen neun Lieterungen zum Preise von 80 Pf. pro Lieserung. Verlag von Herder in Freidurg l. Br) Für dese neue Bearbeitunz konnte die Ausbeute aus zahlreichen Biblietheken und Archiven in Deutschland, Oest rieich, rankreich, Spanien und Jtalien verwerthet werden, Enige abeln der ersten und zweiten Auflage fallen weg oder werden gekürzt, um Platz für neuen Stoff zu gewinnen. Die wichtigeren Abschnitte sind durch werthvolleo Material erweitert und gegen die erhobenen Einwände(Anti=Duhr u. s. w.) gefestigt. bater 6en Kerueners P. Benne Iareder naste P. Abd is ein geberener Beier. der dielverGereere födere „uitramemane“ Renser don Abel wer sein Oekl# wukt erst seit 1691 in Wien, wo er merst durch seine grehe Schulrede ar“ dem II büererichichen Katbel kentage eretes Asklehen erregte. Seitdem hat er als Redner in drekucher Organtiationsarbeit so Hervorragendes gelerstet, daß er einer der pepulärsten letholischen Ränner in Oesterreich gewerden 10. der wockere, unermürliche Reallehrer Sickenderger als Vorsitzender die Versammlang und die Redner begraßt hatte, begaen der wertgewaltige Jesuil— in Nürchen eine seltene Erscheinung— seinen Vortrag über das Thema Deutscher Rann und katholischer Cbrist“. Seine volksthüm= liche Tonart, seine off ne. ungeschminkte Sprache, sein auc vor einer Derbheit nicht zurückchreckender Humor erirnern sasl an Abraham a Santa Clara und sagen dem daterischen Volks= geschmock nicht weniger zu als dem österreichischen. Das de= wiesen die stürmischen Berfallssalven, die immer und imner wieder den Redner unterbrachen. Der Redner betonte wieder= holt den Wahlspruch:„Deutscher Mann. katholisch r Christ mit treuem Ruth und einiger Liebe.“ Er warnte vor jeder Un= einigkeit im eigenen Lager, ermuthigte die christlichen Ardeiter ium Ausharren gegen allen Terrorismus, kadelte den Rassen= antisemitismuß, bezeichnet: aber den gesunden Antisemttismu6, der vor allem gegen die Jndenpresse Front macht, als ein Rittel, um daß Volk vor dem Urglauben zu retten und zum Glauben der Bäter zurückerführen. Begeisterter Beifall wurde auch dem zweiten Redner, P. Benno Aaracher, zu theil, welcher die Ziele und Zwecke des Volksverei s für das katholische Deutschland beleuchtete und scharfe Schlaglichter auf Liberalis= mus und Sozialdemekratie warf, denen er die positiven beistungen des Zentrums auf dem Gebiete der Somtalpolttil gegenüberstellte. Der unerschrockene Kapuiner erwähnte auch unter wiederholtemjubelndem Betfall der Versammlung diejangfte Rededes Prinzen Ludwig von Baternader die Gleic berechtigung der Katholiken. Der Brinz habe es bestätigt, daß die Katholiken Deutschlands nichts anderes wollen für nichts anderes kämpfen, als für ihr gutes Recht. Die Riesenversammlung war vom Standpunkte des katholischen Nünchens aus unstreitig ein Erfolg. Landwirthschaft und Gartenbau. r. Capellen dei Nörs, 3. Febr. Im Dezember v. J. trat hier eine Anzahl Landwirthe aus den Gemeinden Bluyn, Reukirchen, Traar und Capellen zu einer freien Hengst=Genossenschaft unter dem Namen Capellener Pferdezuchtverein zusammen und beschlossen durch eine Kommission, bestehend aus dem Gauvorsteher für Pferdezucht, Herrn Pönsgen=Haus Garath, dem Vorsitzenden des Kempener Pferdezuchtvereins Herrn Gutsbesitzer Bommers=Honnekeshef bei Kempen, und dem eigenen Vorsitzenden Herrn Gutsbesitzer Brügges=Bennikel, in Belgien einen erstklassigen Deckhengst für den Preis bis zu 15,000 R. anzukaufen. Diese Kommission reiste nun Anfangs Januar dieses Jahres nach Belgien und emtledigte sich ihrer Aufgabe in ganz vorzüglicher Weise, indem sie dort la Volleseele beim Hengstaufzüchter und Händler Banderschüren den 4jährigen, im Belg. Stutbuch unter dem Namen„Vandale" und unter der Nr. 10,876 eingetragenen mehrsach preisgekrönten Hengst ankauften für den Preis von rund 12,000 M Derselde iß am 19. Januar 1895 geboren bei dem hochberühmten Pferbezüchter und Großgrundbesitzer Emm. Dumont, de Sark, Dames=Avelines in der Provinz Gradant. und stammt mütterlicherseits von dem berühmten Hengste„Merkare“ B. St. B. 714 und väterlicherseits von dem, weit über Gelgiers Grenzen hinaus bekannten, Hengst „Sans Peur“ B. St B. 5312. Seine Mutter ist im Belg. Stutbuch unter dem Namin„Ch corée“ und unter der Nr. 6950 eingetragen. Sein Stock resp. Bandmaß beträgt 168 175 cm und das Raß des Schienbeinumfangs 28 cm Das am heutigen Tage festgestellte Lebendgewicht betrug 1826 Pfd., so daß sich der Preis des Lebendgewichtes pro Pfr. auf rund 7 M. stellt. Die Farde ist kastanienbraun mit schmaler Blessen weißen Hinter= ballen Am Rutwoch nun wurde der„Bandale“ hier in Kapellen den Bereinsmitaliedern vorgeführt; diese hatten sich sämmtlich ein= gefunden, außer denselben war selbst aus weiter Ferne noch eide große Anzahl Jnteressenten und Pferdeliebhaber in solcher Renge erschienen, daß das Ucterath'sche Lekal bis zum letzten Pletze gefüllt war. Der Hengst, mit den deutschen und rheinischen Farben schön aufgeputzt und geschmückt mit der delg. goldenen und silbernen Redaille, erregte überall die größte Gewunderung ob seiner impolanten Figur. Die si derne Redaille wurde auf der diesjährigen Rd ung und dem Preiskampfe in Cureghem erworden, wo der„Bandale" mit dem ersten Preise bedacht wurde. Jn Belgten stellen sich sämmtliche, auf den Distriktordrungen mit dem ersten Preise bedachten Hengste nochmals a der Brovintialhauptstadt zur Konkurreng; aus diesem Preiskampfe in Grussel ging der„Gandale“ wieder mit dem ersten Preise hervor, was ihm außer einer hohen Geldprämie auch noch die goldene Redaille einbrachte. Wäre der„Bandale" nicht nach dem Auslande verkauft, lo hätte er nächstes Jahr um den sogenannten Bewahrpreis von 5000 Frk. korkurrirt Derselde ist unstreitig wohl einer der besten vierjährigen Hengste, die heute in Belgien stehen. Daß es ein tadelloses Thier sei, wurde auch von den Cäristen Kritikernanerkannt. Da Hengst und Wärter, wie es schien, sich noch nicht einander gewöhnt hatten, so wurde die Vorführung nicht wenig daturch beeinträchtigt, wahrend wir voll Gewunderung auf der Ankörung in Krefeld iner eleganten und reinen Gangart zulahen, wo er von seinem belaischen Wärter noch vorgeführt wurde.— Nach der Vorführung versammelten sich die Vereinsmitglieder bei Schleyath, wo Herr Pönsgen, der auch hrübergekommen war, über den Ankauf, die Reise insbesondere über belgische Pferdepucht im Ullgemeinen berichtete, und wurde ihm dafür durch den Borsitzenden Herrn Grügges der Dank der Bersammlung ausgesprochen. Jndem wir hiermit unsern Bericht endigen, möchten wir die Vereinsmitglieder noch darauf aufmerksam machen, daß sie aber nun doch nicht alles von diesem„Bandale“ erhoffen sollen, sondern die alte züchterische Lehre beherzigen mögen, daß Gleiches mit Gleichem gepaart nur Gleiches gibt und daß sie setzt darauf bedacht sein müssen, dem Hengste nur tadellose Stuten vorzuführen, dann wird auch die an der Wiege des linkörbeinischen Pferdezuchtvereins nicht mehr auf der Höhe der Zeit stehende Pierbezucht(die letzten Ausstellungen bewiesen dies) wieder bald en porb ühen und in einigen Jahren wieder mit Erfolg in die Konkurrenz eintreten können. Dem Capellenen Pferdezuchtverein aber rufen wir zu: er moge blühen und gedeihen 6 Krefeld, 4. Febr.(Schöffengericht.) Der Fuhrknecht Karl B. war ein 1 Fuhrpol gei=Kontravention angeklagt. Das Urtheil siel indessen freisprechend auf.— Der Händler Heinrich L. hatte Limruthen ausgestellt, um darauf Bog l zu fangen. Dieserhalb hatte er eine Geidstrafe von 5 N. erhalten. Ee erhob Einspruch, doch hatte dies noch eine Erhöhung der Strafe auf 10 M. zur Folge.— Darauf wurden dem Gericht drei Personen aus der Haft vorgeführt, um sich wegen Bettelei zu verantworten. Es erhielten: Adolf N 2 Wochen, Peter Bl. 3 Wochen und Peter Sch 3 Tage haft. Bei dem Letztgenannten wurde die Strafe durch die Vorhaft fü. verbüßt erk ärt. W Dafseldorf. 4 Febr.((Strafkammer) Der Kellner Karl Johann Anton S zu Dusf lrorf hat einen Bestell= schein gesälscht und in dier Fällen Zigareiten erschwindelt. Gr wurde zu einem Jahre Gesängniß verurtheilt.— Einen Tag Gefängniß erhielt der in Konkurs gerathene Kleiderhändler Noritz P., weil er die Handelsbücher unordentlich geführt hat — Am 9. November v. J. wurde der Vervaltungsbeamte Jobann D. aus Dormagen vom Schöffengerichte zu Neuß wegen Berübung von Unfug zu 3 M Strafe vernetheilt Später auf der Straße, als der Amtsrichter K. des Weges kam, hat D. diesen durch Zurufen beleidigt, weshalb er zu 3 Wochen Gefäng= niß verurtheilt wurde.— Hunderte von Diebstahlen hat der Schlossergeselle Heine Th. aus Düsseldorf in der Weise begangen, daß er in die Häuser schlich und die Dienstboterzimmer aufbrach. Obeleich noch nicht vorbestraft, wurde er doch zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Rheinland und Westfalen. ) Grefrath. 3. Febr. Gestern tagte hier im großen Saals des Hotel Gartz eine überaus glänzende Versammlung des„Rolklveretae f4r welche ven zuka 700 Wienen bis auf den letzten Stedo 49 erk et durch den Geschäfts a) der in leinto Ctalettungswo Gedentung und die nichtige lettere welentlich bestede in großen somalen Brogramme Ideen in nuserem Bate lande an dem sonalen Wentl& anem Hoch auf die beiden dann. nach Pbsteaung des und Kaiser“ das Wort dem 9 Redner, derbreitete sih in Ausfügrungen über Zwed 1 spezell üder die Beilehnn Kieche. In einem schöten geschichte entnahm, wonach ohne aber das Weer gamz vo Geeen, Flasse 2c), vergleic liche Gesellschaft. mi der des hresterthums, deren An Christenthums die menschliche des Bolksvereins sei es. gehend auf die Beziehungen Redner ein Wort de8 großen Weise haben unsere Voreltern Rarkt gebaut. Beide sollenh lichen, und beide sollen fri Der Volksverein sei so de Geistes, andererseits aber für die Rechte und falls einmal zwischen Staatu Ausbruch kämen( E kontelsi zu mannhaftem Entreten für di Kaplan van Gulik spricht d Beifall unterbrochenen Ausfah lung aus. Darnach wird1 Bolksverein“ gesungen.— Der herr Redakteur Steinhäus Thema: Die Würde und Arbeit. Nach einem geschich der Arbeit in alter Zeit behar unsern Tagen, nachdem der E= Leben geadelt und ging dann arbeitenden Standes, d einzelnen Urbeiterberufsfl die Wichtigkeit und Bedeut= volitischen Leben(Wahler um zum Schluß seiner intereff die Theilnahme des Arbeiter Frage im Bolksverein besont Beifall der Versammlung zei des Herrn Redners auf fruchtl Begeisterung wurde im Ansc „ch bin katholisch".—Herr Ka noch einen äußerst lehrreichen Palädina. Die gespannte Auf dem Redner lauten Beifall spent ger ade die Behandlung dieses teresse der deutschen Katholiken das hochheizige Sescheni des de im hl. Lande bereichert hat hochw. herr Dechant Pfarrer N Weise kennzeichnet er gewisse den Beitritt zum Volksverein eindringlichen Worten die de Anschluß an die so überaus dankte sodann Allen für die Kapelle der freiwilligen Feuerr habe zu einem guten Berlauf Herrn Rednern, denen er ein zum Abschied widmete. Ge Versammlung ihren Abschluß. § Duisdurg. 3 Febr. Hütte beschättigter Maurer st hohen Gerüst, wobet er sich eil den Tod des Mannes zur Arthur Köhler aus Frankend Flieger zu seinem Schiffe, welch Ge siel ir8 Wasser und ertrank — Püsseidorf, 4 Febr Verlags=Anstalt U=G. ist soede programm des Dusseldorfer Ros= sämmtlichen Jllustrationen sin ausführenden Künstler durch haft ausgeführt und in farbige der Firma Kangette Söhne stellt. Als Zugabe enthalt das vostkarten, sodaß der Preil gegen 60 Pfg. in Briefmarken) Oder hausen. 3. Febr. melden weiß, ist der von hier Polizennspektor Dräger in N worden. Lok * Grefeld. 4. Febr. Wir theil enthaltene Bekanntmachung die Genehmigung und U kessel Krefeld, 4. Febr.( Hause auf der Peinzferdinandf Gasleitung eine Explosion heblicher Schaden angerichtet wi letzt.— Ein Milchhändler wur er zum Vermessen der Milch ei= gebrauchte. Gei dieser Gelegende vom 28. September 1892 in Eri der 3, welcher vorschreibt, da aufbewahrt, taansportirt und fe von außen stets in einem reinlie müss n. Uebertretungen dieser Gelestrafe bis zu 30 M. o geahndet.— Jn einer der in einer Gartnerei in 1 wüstung angerichtet. Von einer sind die Zweige abgeschnitten stohlene Grün, welches als finden, einen Werth von 25 in der Gärtnerei angerichtete S. N. Da die Vermuthung nahe in hiesten Blumenbindereien zur Jnteressenten hiermit gewarnt. Telegraphisch der„Riederrheinise W Berlin. 4. Febr.( Gerathung des Entwuris betr gerichte und das Umlagerech Zurst spricht Aba Birchow absolut unverständlich sind. Der Kultusminister Dr. B seige absolut kein politisches Gep daran, sich damit eine Gewalt Der Staat hatte an dem Entwu Aerzte baten dringend, diesen A Stand wie der ärztliche, das Elemente von sich fern zu halter Gedanke und ein so präanantes daß der Staat alle Beranlass bieten. Alle Aerztekommern, al den Entwurf aus und bei den 3 auch nur mit ganz geringen M sind gut 1'I., aller preußischen Ue war für die Regierung das einzg bitte um eine gründliche P werde die Regierung sich etwaiger begründeten Renderungen nicht de des„RolkIvereins f#r das kathollsche DeutsSland“ weche ven zuka 700 Ninnern besucht vn. Da6 Lokal war. bis auf den 1tzten Stedo at get88e. Du Versammlung wurde erk#et durch den Geschätthführer Herrn Raplau van Galif der in leinto Etulettungsworten kuey himetes auf die große Bedentung und die aechtige Aufgabe des Bolksvereit welch letztere weientlich bestehe in der allseitigen Ausfohrung des großen somalen Brogramms Leo XIII, dessen durcereifend= Jdeen in nuletem Baterlande eine gewaltige Förderung fänden an dem sonalen Weitbl& Kaiser Wilhelm II. Er schleßmi anem Hoch auf die beiden höchsten Gewalten und ertheilte dans rach Pbsteaung des gemeinschaftl chen Ledes und Katser" das Wort dem Herrn Kaplan Dr. Wid dell=Oedt. Redner, derbreitete sich in überaus klaren und sesseinden Ausfügrungen über Zweck und Ziele des Bolksverein e pemell üder die Beziehungen desselden zur kathol Kieche. Jn einem schöten Bergleich, den er der Schöpfungs= geschichte entnahm, wonach Gott Erde und Meer krennte, ohne aber daß Mier ganz von dem festen Lande abzuschließen (Seeen, Flasse rc), vergleicht er mit der Erde die mensch liche Gesellschaft. mi dem Reer die Kirche. die Trägerin des Christerthums, deren Aufgabe es sei, mit den Jdeen des Christenthums die menschliche Gesellschaft zu befruchten. Sache des Bolksvereins sei es. diese Aufgabe zu rea. siren. Ein= gehend auf die Beziehungen zwischen Kirche und Staat z tirt Redner ein Wort des großen Gderes:„In bedeutungsvoller Weise haben unsere Voreltern Rathhaus und Kirche an den Rarkt gebaut. Beide sollen herrschen im Leben, auch im öffent= lichen, und beide sollen friedlich neben einander stehen." Der Volkeverein sei so der Bannerträger des christlichen Geistes, andererseits aber auch der Vorkämpfer für die, Rechte und Freiheiten der Kirche falls einmal zwischen Staat und Kirche Grenzstreitigkeiten zum Ausbruch kämen(y E konfessionelle Schule). Redner fordert auf zu mannhaftem Entreten für die Ziele des Volksvereins.— Herr Kaplan van Gulik spricht dem Redner für die oft von lantem Betfall unterbrochenen Ausführungen den Dank der Versammlung aus. Darnach wird daß allgemeine Lied„Hoch der Bolksverein“ gesungen.— Der zweite Redner des Abends war herr Redakteur Steinhäuser=Krefeld. Ee sprach über das Thema: Die Würde und Bedeutung der Gristlichen Urbeit. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Stellung der Arbeit in alter Zeit behandelt er die Würde der Arbeit in unsern Tagen, nachdem der Erlöser dieselbe durch sein irdisches Leben geadelt und ging dann über zu der Bedeutung des arbeitenden Standes, die er zunächst nachweist an den einzelnen Arbeiterberufs ständen. Sodann behandelte er die Wichtigkeit und Bedeutung des Arbeiterstandes im volitischen Leben(Wahlen), wie in Krieg und um zum Schluß seiner interessanten und klaren Ausführungen die Theilnahme des Arbeiters an der Lösung der sozialen Frage im Volksverein besonders hervorzuheben. Der laute Beifall der Versammlung zeigte zur Genüge, daß die Worte des Herrn Redners auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Mit Begeisterung wurde im Anschluß daran das Lied gesungen: „Jch bin katholisch"— Herr Kaplan Bechen=Krefeld hielt dann noch einen äußerst lehrreichen Vortrag über die hl. Stätten in Palädina. Die gespannte Aufmerksamkeit der Zuhörer, welche dem Redner lauten Beifall spendeten, zeigte hinreichend, wie sehr ger ade die Behandlung dieses Gegenstandes gegenwärtig das Jn= teresse der deutschen Katholiken zu fesseln geeignet ist, nachdem das hochheizige Sescheni des deutschen Kaisers uns um ein Juwel im hl. Lande bereichert hat.— Das Schlußwort hielt der hochw. herr Dechant Pfarrer Reeuen=Grefrath. Jn schlagender Weise kennzeichnet er gewisse Einwendungen, die so olt gegen den Beitritt zum Volksverein gemacht würden und forderte in eindringlichen Worten die versammelten Nichtmitglieder zum Anschluß an die so überaus wichtige Organisation auf. Er dankte sodann Allen für die eifrige Tyeilnahme, dankte der Kapelle der freiwilligen Feuerwehr, die so wesentlich beigetragen habe zu einem guten Berlauf des Obends, und vor allem den Herrn Rednern, denen er ein brausendes, dreisaches Hoch zum Abschied widmete. Gegen 8 Uhr fand die erhebende Versammlung ihren Abschluß. § Duisdurg. 3 Febr. Ein auf der Niederrheinischen Hütte beschättigter Maurer stü zte daselbst von einem 4 m hohen Gerüst, wobet er sich einen Schadelbruch zusog, der den Tod des Mannes zur Folge hatte.— Der Schffsjunge Arthur Köhler aus Frankenberg wollte gestern mit einem Flieger zu seinem Schiffe, welches im Parallelhafen lag, fahren. Ge stel to8 Wasser und ertrank — Püsseidorf, 4 Febr. Im Verlage der Düsseldorfer Verlags=Anstalt A=G. ist soeben das offizielle illustrirte Zug= programm des Dusseldorfer Rosenmontagszuges erschienen. Die sämmtlichen Jllustrationen sind nach den Originalikizzen der ausführenden Künstler durch Maler Johannes Gehrts meister haft ausgeführt und in farbiger Lithographie(16 Blätter) von der Firma Kangette Söhne recht gefallig und sauber herge= Kellt. Als Zugabe enthalt das Programm noch 4 Ansichts vostkarten, sodaß der Vreis von 50 Pig(nach auswärts gegen 60 Pfg. in Briefmarken) äußerst niedrig ist. *Oder hausen, 3. Febr. Wie die„Duisb. Blkeztg“ zu melden weiß, ist der von hier flachtig gegangene ehemalige Polizennspektor Dräger in New=York nunmehr verhaftet worden. Lokales. ** Grefeld, 4. Febr. Wir verweisen auf die im Anzeigen= theil enthaltene Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, betr. die Genehmigung und Untersuchung der Dampf1 Krefeld, 4. Febr.(Polizelbericht) Jn einem Hause auf der Peinzferdinandstraße fand beim Legen einer Gasleitung eine Explosion statt. durch welche nicht unerheblicher Schaden angerichtet wurde, Personen sind nicht ver= letzt.— Ein Milchhändler wurde zur Anzeige gebracht, weil er zum Vermessen der Milch ein ungeaichtes Maßgefaß gebrauchte. Bei dieser Gelegenbeit wird die Polizei=Verordnung vom 28. September 1892 in Erinnerung gebracht, hauptsächlich der 3, welcher vorschreibt, daß die Gefaße, in denen Milch aufbewahrt, taansportirt und seitgeboten wird, von innen wie von außen stets in einem reinlichen Zustande gehalten werden müss n. Uebertretungen dieser Verordnung werden mit einer Gelestrafe bis zu 30 M. oder mit entsprechender Haft geahndet.— Jn einer der letzten Nächte haben Diebe in einer Gartnerel, in Uerdingen eine arge Ver= wüstung angerichtet. Von einer größeren Anzahl Koniferren sind die Zweige abgeschnitten worden. Obgleich das ge= stohlene Grün, welches als Kranzmaterial Verwendung nden, einen Werth von 25—30 N. hat, beläuft sich der in der Gärtnerei angerichtete Schaden doch auf zirka 360-400 N. Da die Vermuthung nahe liegt, daß das gestohlene Geün in hiesien Blumenbindereien zum Kauf angeboten wird, werden Jnteressenten hiermit gewarnt. Telegraphische Depeschen der„Riederrheinischen Volkszeitung“. W Berlin. 4. Febr.(Adgeordnetenhans.) Erste Gerathung des Entwurts betr. die ärztlichen Ehrengerichte und das Umlagerech der Uerztekammern. Zu rst spricht Abg Birchow(fr. Bg), dessen Ausführungen absolut unverständlich sind. Der Kultusminister Dr. Bosse führt aus, der Entwurf seige absolut kein politisches Gepräge. Der Staat dachte nicht daran, sich damit eine Gewalt über die Aerzte zu verschaffen. Der Staat hatte an dem Entwurf kein Jnteresse, sondern die Aerzte baten dringend, diesen Weg zu beschreten. Wenn ein Stand wie der ärztliche, das Bedürfniß sühlt, unehrenhafte Elemente von sich sern zu halten, so ist dies ein so gesunder Gedanke und ein so prännantes Zeichen ehrenhafter Gesinnung, daß der Staat alle Veranlassung hat, dazu die Hand zu bieten. Alle Aerztekammern, außer zweien, sprachen sich für den Entwurf aus und bei den zweien wurde die Ablehnung auch nur mit ganz geringen Mehrheiten beschlossen. Mithin sind gut l'I., aller preußischen Uerzte für die Annahme. Dieses war für die Regierung das eineig entscheidende Moment. Jch bitte um eine gründliche Prüsung. Selbstverständlich werde die Regierung sich etwaigen wünschenswerthen und wohl= begründeten Renderungen nicht verschließen. W Berlim. 4 Febe.(Beicétag) Um Bundesra he tische bestad=t sich die Staatssek etäre Geaf v. Bosadeneky und Thielmann Das Haus nimmi dedattelos den Antrag a0er betr. Genehmgung der Strafverfolgung des sonal demokratischen Adz Scmidt=herel den an. Sodann wird die Gerathung des Voßetats fortgesetzt Abg. Baslernenn (stl): Den Grundlatz des Staatss kretärs. kine Soztaldemo kraten in der Bostverwaltung in dulden, billigen wir. Anderer= seits dürfte aber die Beivatlektüre der Beamten nicht kontrolirt werden. Breßerteugnisse, wie„Der deutsche Postdete", sollte man ohne Kervesität beurtheilen W Grag. 4. Febr. In der Handels= und Ge werbekammet erstattet der Prasident Wohanka anlay= lich seines Mandatsablaufes einen Rechenschaftsbericht Der Prasident betonte die Nothwendigkeit des Zustande kommens des Ausgleiches mit Ungarn und sagte die unerfreulichen Vorgänge im Parlamente schädigten das wirthschaftliche Leben des Landes. Bei einigermaßen gutem Willen dürfte jedoch die gemeinschaftliche Thätigkeit auf dem politischen Gediete von Mannern verschiedener politischer und nationaler Gesinnung möglich werden. Jm Laufe der Debatte führte das deutsche Kammermitalied. Sobotk aus, essei zu hoffen und zu wünschen, daß Mitte und Wege gefunden würden zu einer Vereinigung der einander feindlichen Volkestämme, wenigstens auf wirth= schaftlichem Gebiete. Die Deutschen würden es an einem entsprechenden Entgegenkommen nicht fehlen lassen. Bei den folgenden Neuwahlen wurde Wohanka zum Prafi denten wiedergewählt, Jngenieur Krigek wurde zum Vize= präsidenten gewählt. W Beüssel, 4. Febr. Der„Etoile bela=“ meldet, der frühere Kommandant Lothaire brachte dem menschen= fresserischen Stamme der Bunyas eine blutige Niederlage bei. Dieselben verlangten den Friedensschluß. W Paris. 4. Febr.„Petit Bleu" bringt folgende Meldungen: Casimir Perier habe vor der Kriminal kammer formell erklärt, Mercier habe ihm selbst mitgetheilt, daß er dem Kriegsgerichte von 1894 geheime Akten unterbreitete, da die übrigen Beweisstücke unzureichend schienen. Mercier habe sein Vorgehen ganz natürlich gefunden.— Richter Grozeau erklärte einem Ausfrager man habe sich an einen fremden Diplomaten gewandt um die Beweiskraft eines Aktenstückes des geheimen Dossiers zu zerstören. W Marseille, 4. Febr. Als Rochefort und Max Régis, welche über Nizza nach Algier reisen, gestern Abend hier eintrafen, wurden Kundgebungen veran staltet, wobei zwei Personen verletzt wurden. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Eine Rede des Kaisers W Berlin. 4. Febr. Der Trinkspruch, welchen der Kaiser gestern Abend bei dem Diner des brandenburgischen Provinziallandtages in Erwiderung auf den Trinkspruch des Oberpräsidenten Dr. v. Achen= bach ausbrachte, hatte folgenden Wortlaut: „Mein verehrter Oberpräsident und liebe Brandenburger Männer! Die Rede, die wir soeben vernommen haben, hat in patriotischer Weise, vergoldet mit poetischem Schwung, die Thaten Meines Hauses und die Geschichte unseres Volkes in kurzen Umrissen dargelegt. Jch glaube wohl aus dem Herzen eines jeden von Ihnen zu sprechen, wenn Ich sage, daß zwei Umstände es gewesen sind, welche es Meinen Vorfahren und Reinem Hause ermöglicht haben, diese Aufgabe in dieser Weise zu lösen. „Der eine, der Hauptumstand ist der gewesen, daß sie vor allen anderen Fürsten und schon zu einer Zeit, wo vielleicht dergleichen Gedanken und Gefühle noch nichs gangbar waren die persönliche Verantwortlichkeit dem Herrscher im Himmel gegenüber fühlten und vertraten. „Der zweite Umstand war der, daß sie das Volk der Rärker hinter sich hatten. Winn wir uns in den Augenblick versetzen, wo der Landeshauptmann und zum Kurfürsten ernannte Friedrich l. sein herrlides fränkisches Heimathland mit der Mark vertauschte, die damals in einem Zustande war, wie wir es uns kaum nach den Beschreibungen der H stor ker vor= stellen können, so ist dieser Tausch nur so zu verstehen, daß der Herr in sich den Beruf fühlte, in dieses Land zu ziehen, welches ihm anvertraut war von kaiserlicher Huld, um hier geordnete Zuflände herbeizuführen, nicht bloß um des Kaisers willen oder um seiner willen, sondern weil er überzeugt war, daß ihm die Aufgabe von oben gestellt war. „Dasselbe können wir bei allen Meinen Vorfahren verfolgen: Die großen Kampfe nach außen, die Eitwcklung und die Gesetzgebung nach innen, sind immer nur von dem Gedanken geleitet gewesen der Berautwortlichkeit für das ihm untergebene Volk, für das ihm anvertraute Land. „Der Herr Oberpräsident hat in gütiger Weise Unserer Reise gedacht und der dort von Mir vollzogenen Tratsache. Jch kann wohl sagen, daß manche und vielseitige Eindrücke erhebender Natur an meinem lluge vorübergezogen sind, thels religiöser, theuls historischer Art, theils auch aus dem modernen Leben. „Aber von allen Eindrücken der erhebendste und ergreifendste war doch nächst unserer Feier in unserer Kirche der, auf dem Oelberg zu stehen und die Stätte zu sehen am Fuße desselben wo der gewaltigste Kampf, der je auf der Erde ausgesochten worden ist, der Kampf um die Erlösung der Menschheit von dem Einen ausgefochten wurde. Diese Thatsache hat Mich dazu bewogen, an dem Tage gewissermaßen noch von neuem Mir den Fahneneid zu schwören nach oben, nichts unversucht zu lassen, um Mein Volk in sich zu einigen und das, was es trennen könnte, zu beseitigen. „Beim Verweilen aber in dem fremden Lande und an den verschiedenen Stätten, wo für uns Germanen der uns so theuere Wald und das schöne Wasser so mangelten, sielen Mir die märkischen Seen mit ihrer dunkeln, klaren Fluth und die märkischen Eichen= und Kiefernwälder ein, und da dachte Jch bei Mir, daß wir es doch, trotzdem wir in Europa zuweiln über die Achsel angesehen werden, in der Mark weit besse= haben wie in der Fremde. „Wenn Ich an den Baum, an die Behandlung desselben, an Liebe für den Wald denke, so fällt Mir dabei ein Ergebniß ein, was gerade für uns und den Anfanz des Ausbaues unseres Reiches von hohem Jnteresse ist. Es war nach den großen erhebenden Vorgängen des Jahres 1870/71. Die Truppen waren wieder eingezogen, der Jubel und die Begeisterung hatten sich gelegt, und die alte Arbeit und die Geündung und Entwickelung des neugewonnenen Vaterlandes sollte nun beginnen. Da saßen die drei Paladine des großen alten Kaisers zum ersten Male allein bei gemeinschaftlschem Mahle: der große General, der gewaltige Kanzler und der getreue Kriegsminister, und nachdem das erste Glas auf den Landesherrn und das Vaterland geleert worden wir, ergriff der Kanzler das Wort und, sich zu seinen beiden Genossen wendend, sagte er: Wir haben nun alles erreicht, wofür wir gekämpft, gestritten und gelitten haben. „Wir stehen auf der Spitze dessen, was Wir uns nur so geträumt haben; was kann für Uns noch i gendwie Interessan tes und Erhebendes oder Aneiferndes kommen, nach dem, was Wir durchlebt haben? Eine kurze Pause folgte darauf, und da sagte der alte Schlachtenlenker mit einem Male: Den Baum wachsen sehen! und tiefe Stille verbreitete sich im Zimmer= „Ja, Meine Herren! Der Baum. den wie wachsen sehen und für den wir sorgen mussen, ist die deutsche Reichseiche. Gesundes Wachsthim ist ihr bestimmt, weil sie in der Hut der Mäker steht, in deren Land ihr= Wurzeln sih befinden Sie hat manchen Sturm erlebt und oft auszugehen gedroht; aber der Stamm und daß Reislein, in die mä kschen Sande gesenkt, wird, so Gott well, in alle Cwigkeit halten. „J6 kann somit heute nur den neuem geloben, alle6 ze thun, was Jch dazu vermag. Auch die Reise an die gelodter Stätten. die g heiligten Orte, wird hier behülflich sein, un diesen Bzum zu beschützen und zu fördern und zu pfligen. ein guter Gärtner die Zweige zurückzuschneiden, die überftätft, sind, auf die Tiern zuzngehen, die seine Wurzeln benager wollen, um sie auszurotten. „J9 heffe, dann das Bild zu sehen, daß der Baum sit herrlich entweckelt und vor ihm steht der deutsche Nichel. di dand am Schwertknauf, den Blick nach außen, um ihn zu de Girmen. Sicher ist der Friede, der hinter dem Schild un unter dem Schwerte des deutschen Michl steht. Es ist ja ei= derrliches Beginnen für alle Völker, den Frieden herbelführer zu wollen „Aber es wird ein Fehler bei der ganzen Berechnung aus gestellt. So lange in der Reutschheit die unerlöste Sand herrscht. so lange wie es Krieg und Haß, Reid und Zwietracht geben, und so lange wird ein Mensch versuchen, den anderer zu Adervortheilen. Mas aber unter den Meuschen, das ist auch unter den Bölkern Geseyz. Deswegen wollen wir trachten, das wir Germanen wenigstens zusarimenhalten wie ein fester Block An dielem Rocher de bronco des deutschen Bolkes, draußen weit über die Reere und dei uns zu Haus in Guropa. m0 sich jede den Feiden bedräuende Wellebrechen „We Mir dazu zuerst zu helfen berufen ist das ist die Rark, das sind die Marker, und da ich annehme, daß es Ihnen nicht schwee fallen kann, dem schwarz=weißen Banner und ihrem rothen, dem der Markgrafen zu folgen, so dosse Jch. daß Jch dalür Verständniß unter Jhnen flade. Daß Jh Mia auf die Mark zu stützen beabsichtige nach wie vor, und daß Jch dabel auf Jhre getreue Mitarbeit rechne, darauf erhebe Jch daß Glas und rufe: Es lebe die Mark Brandenburg und ihr= Mitglieder! Hurrah/ Hurrah/ Hurrah" Wetterprognose. (Eigener Drahtbericht der„Kiederrh. Volkshtg.“) Sonntag, b. Febr. Theils nebliges, theils heiteres wärmeres Wetter, tagsüber wärmeres Nachts Frost Handel und Verkehr. Wertdvapier=Börse. * Berlim. 4. Febr.(Eigener Drabtdericht) Die Börse war Anfangs unentschieden, doch im ganzen durch die feste Haltung in Esenaktien zur Festigkeit neigend. Der Fondsmarkt lag still auf London, woselbst stäckere Realistrungen auf allen Gebieten einen Rückschlag ausübten. Jn der weiteren Entwicklung des Geschäftes wirkte die neberliche Steigerung in Bochumern, Dortmundern und Laurahütte, auf letztere ins besondere die Gerüchte von einer bevorstehenden Erhohung der Preise des oberschlesischen Walzwerkverbandes. Von Kohlen= aktien waren Konsolidation bevorzugt. Der Bankenmark war bei stillen Umsätzen fest. Ja der zweiten Bo senstund waren Banken kaum verändert. Montane gut gehalten. Sonstiges ganz still. Gebr. 8 4 deel Hand-Gesell 171 40 170 30 erliner Bank113 00 118.30 darmstädter Bank 155 70 136“ deutiche Bank Presdener Bat Katie Den. Beters4 Ham 198 70 1384 k218 50 216 5 abae 20300 2 270 esdener Bank 167 20 1672 tionalbank s. D. 152 31152.00 st. Kredit=Aktien 227 40226 75 teroch C., Krefeld 127 80 127 80 nichtsbeader Cur=Godenbach sotthardbahn Sudosterr.(Bomb.) Ostpreuß. Südbahn Prefelder Eisenbe4 Fres=lerd. Bokalb. Somm. 4% Plandk S18 ank. 8. 190 Rh.W Bde. 1906 4% de. U. IV. 1904 91 be. VI. unk. 190» 31, be. VII. ank.1928 60 Ftalien. Mente Ausen 180ner Leue rufl. 4% Aul. 101 00 101.00 324.00 14500 14300 3160 31 20 75 95 70 13.50 113 60 9633 19100 93 101.50 90 0690 50 98.50 70 102.70 94.40 9425 sebr. 1 3 4 rente 100 9100 Fabr. 167.0 106 Elekte=Gel. 285.50 Ungar. Gol Gielefeld Maschin. 92300 32250 6och Bqw 84. C. 82.79 8300 Bochumer Gußstahl 240.50 741 25 Uh J. Weil.=ter Meer 238.90 138 50 Dortmund. Union[111.10 112 40 Dusseld Prabtind. 45.00 4425 Dusseldorf. Kammg. 70.00 71 30 Dusseld. Waggons. 282.90 28175 Elbers. Fardenw. 31400319 5 Gladb Wollindust. 950 9400 Gladbach Svinnere 1596 16 10 Gelsenkirch Bergw. 188.00 1800 Gerresh. Glashutte 119 001230 Harpener Bergw. 11829 182.90 hibernia 1191 10 1612 Koln. Bergwerk 27429 275.75 Ges.lelektr Anl. Köln 140 29 120 An. Gelg. Blar1Monate TagMonute stal Blatze 10 Lage 8 Mena:e Baurahutte Bongs Spinneret Ahein. Stahlwerte Khein.=Westf— 0 101.00 Sangerh Kussennoten 216.35. Gechseiplei. --Moubon* 1age Nem-Hort Paris 2 Lage 120 25 1200 222 4922975 00 0600 75/23375 75 270.25 00 311.0 93 60 3 15 Schw. Bläs= 2 Tage Keichsban'.Zindtnß seit 17. Jan. 1899 Wechsel 5 Proz., Lombard 6 Proz. Berliner Blatz=Wechsel=Zinsfuß 3% Proz. Für den Ankauf von Wechsel am offenen Markt vom 2. April 1896 an eingestellt. 10 305 80 65 Pvon. 2 Febe Zur Konditten kamer: Crgarzin 51 E. 7 B. Tramen, 147 G. Gregen und hat 199 G. gewogen besammtgewicht von 22.193 Kuogr. * Railano. 8. Fedr. Zur Kondition kamen 65 G. uropätsche und 75 0 angtische Geiden im Gesammtgewicht o 11.095 Kuoar Biedmärkto. Calcar. 3 Febr. Zum heutigen Schweinemarkt angetrieben 149 Stück. Preise 1113 V. 9ce ans Bikinaltenmärtte Dend, 4 Fedr. Getreide Bleiten. neuer. 16,90, engl. 1. Qual. 16 70. 2. 16,70 M, Roagen neuer 1. 14.40 M., 2. 13,40 M., Hafer 14.—, Kartosseln 2.50-3.30 M. den 50 Rtlo 2,30-3,30, Maschinenste. 900 Kils 14. Flegeldr. 16 M. Küböl per 100 Kilo in Parthien von 100 Rtr. 49.50. Radel der 100 Rilo fußwehse 61.— der nigte6 Del per 100 Kuo höher als Rüddl. Preßkuchen der“d 80 104.— M. Kleie der 60 Kilo 5.20—— Butter per Kllo 2.— M., Gter 25 Stac 2.76 K *Geldern. J. Fedr. Getreide. Weizen 1. Qual R. 17,22, 2. 16,94, 3.—.—. Roggen 1. Qual.—,—, 2. 14,88. I.—.—. Gerste 1. Qual.—,—, 2.—,—, 3.—.—, Buchveizen 14,88 M. Hafer. 1. Qual. 14.—, 2. Qual. 13 50, 1.——. Kleesamen 0,00-0.00 Mk. per Pid., Kartossein „— M. Alles pro 100 Kilo. Hen 30,—, Stroh 19,— M. 900 Kilo. Ein 5 Kilo Brod 0.80. Butter per Pid. 0,00 M * Höln. 4 Fedr. Fruchtmarkt. Preisfestietzungeo emäß 11 der Fruchtmarkt=Ordnung. Weiten 16,15 M., Koggen 14,20 M., Hafer 14,20.30 M, Heu 5,30-6,80, Nich stro 3.—, Krummstroh 2,50 M., Maschinenstroh(Roggen=) 2.80 M. die 100 Kilo. Wöln. 4 Febr.(Amtl. Nottr.) Rudol die 100 Rle nit Faß in Eisendund vorräthig in Parthieen ven 6000 Kilo 5350 B, Mai 51.— B., k0.50 G. Leinol, rohes. M. 42. zekochtes M 43,76, Baumwolllamenbl M. 38,60, Terpentinbl, amerik. M. 67,50, Febe. Mal 66,50 M. die 100 Ku. Bremen, 3. Fedr. Raffin. Petroleum loco 6,96 Br. Hamourg, 3. Febr. Meisen holsteinischer 162-164 Roggen mecklenb. 147 153#ff. 120 Rad 46½ Splrlt 8 ohne Faß, unvern.) Febr. 20½ Gr. Fedr.=März 19“ Fr., MeyKoril 19, April=Mai 18%. Getro.en. Gtankard white 6 85 n. * Hamdurg. 3 Febr.(Zucker.) Rübenrohzucker 1. Prod. rei an Gord Hamburg. Jan. 9,80, Marz 9,72¼ Rat 9,72½, Aug 9,87%. Okt. 9,36, Dez. 9.36. amburg. J. Fede. Kafsee, Marz 32 G., Mal 2½ Pfg. G., Sept. 33½ G., Dez. 83½ 6. estenda• 3 Fedr. Weizen Marz 182, Mal 162, Koagen Märi 146, Mat 140 d. RA B loc. 24½, Mal 23% Sept.=Der 23¼ A. bei 2d vorr. 184 Marz Ma 18 2. Juni=Aug. 18½, Sept.=Dee, 17% fl. Ansterdam. 3. Febr. Kafte., Java deer M 91, Febr. 30%. Márz 30%, Mai 30½. Juli 30¼. Sept. 30% Bl. *Antwerven. 3 Fede Petroleum.(Schißb.) K. ove weiß loko 19 M., 19 Br., Fedr. 19 Br, Mam 19½ Br., April 19½ Br. Pouden. 31 Jan 96% Javazucker loko 11, R0 Kobnucker loko 9 Sh. 8 D Retalle. Hamdurg. 3 Jebr. Gold in Barten per Kiloge. 2792 Be., 2788 Gd., Gilder in Barren per Kilogr. 80,05 0 80,35 0d. Amsterdam, 3. Febr. Bankazinn vorr. fl 65 April 6d, Billi to= vorr. 67¾, April 67% * London. 3. Febr. Kupfer, Chili Bars, good ordin rands 8. 72-72.2.6 Zinn,StrattsB 111,17 6. Blei,span. 14,10 Zink. schles. ord. brands 26.10 Glasgow, 3. Fedr.(Schl ß.) Noheisen. Mixed umbers warrants 55 Sh. 6 D. Warrants Riddlelsdorongh U1 18 Sh. 3½ D., Håmattt 60 Sh. 5½ D * New Hork 3. Febr. Eisen amerik. Nr. 2 North 11,60, Kupfer 18,—, Zinn 24,76. noblen. Düsseldorf, 3. Fedr.(Amtl. Bericht.) Kohlenund Koks=Borse.) 1. Gas= und Fiamm=Kohlen: a. Gaskohle fa Leuchtgasbereitung M. 11,00—12,50; b. Generatorkohle 10,50 bis 11,00; c. Gasflamm=Förderkohle 9,50-10,50. 2. Fettkohlen: a. Forderkohle 9,00—9,76; b. beste melirte Kohlen 10—10,75, c. Kokskohle 8,50—9,00. 3. Magere Kohlen: a. Förderkohl6,60—9,50; b. melirte Kohlen 9,50—11,50; c. Rutzkohle Korn (Anthracit) 19,50—21,00. 4. Koks: a. Gießerel=Koks 16,00 dee 16,50; b. Hochosen=Koks 14-15; a. Nuß=Koks, gebrochen 16.50 bis 17,00. 5. Briketts 10,00—13,00. Die dringende Nach frage auf dem Kohlenmarkt halt an und ist in den meisten Zweigen nicht zu befriedigen. Nächste Börse: 16 Fede 4. Febr. 1340 160.00 rodulten=Börse. * Berlin. 4. Febr.(Eigener Drabtdericht.) Nordamerika hat die rückschrittliche Bewegung der Getreidepreis= fortgesetzt und erztelte darauf hin das Angebot von Weizen auf Mailieferung etwa% M und Roggen ¼ M. weniger Eigner von Waare widerstrebten möglicht den schlechteren Ge= boten. Haser war träge. Rüböl matt. Spiritus 70er galt 39.80 M., Umsatz 94,000 8, 50er fehlte. Die Lieferungspreis zeigten eine geringere Besserung, der Umsatz blieb jedoch schwach — Thauwetter. Peters Brundkapttal Mk. 10,000,000, & Co. Krefeld, 4. Febr. 1899. Kostrele der Aseleessng Saestgelt'lche Esgesessahme ven Zeichsssges auf alle zu Ansgabe gelangenden Aktien, Staats- u. andere Papiere Assanne ven Depets sater eigesem Versohlses des Be eitrers:„Safes“. Ansahme ven Spareiniagea mn versehledeses Einesätren je sach des Kässigungsfrietes Verwaitsng von Werthpapieren, Deksmestea aller Art set Aefbewabrung ves Werthgegenständen. leistereseirte Asskanft über alle Werthpaplere. An- and Verkauf vos Werthpapieren zu vortheilhafter Bedingungen. Askaef guter Geschäftewecbeel, Eröffnang laufhader Recheunger a. Cbeck-Kestl, As- a. Verkauf vos Devises, sowle Besorgun, aller sonstigen in das Bankfach schlagenden Geschäfte ast alle 3½% sed 4% Pfandbriefe erstklassiger dentsobe Mvpethenbanken eriassen wir rum Bertiser Vageskere frei ves alles Ssesea.— Celdwechsol. Söberfeid, 3. Febr. Bet der hiesigen Seidentrocknungs Anstalt wurden heute eingeliefert: 27 Nrs. 1832 Kiloar. Bom 1. bis 3. Febr. 49 Nrs. 3892 Kilogr. Total: 76 Nes 5824 Kilogr. *Rurich. 2. Febr. Zur Kondition kamen Organz 32 Kr. 2570 Ktlogr., Trame 46 Nr. 3810 Kilogr., Grege 4 Nr 420 Miogr. Total: 82 Nr. 6800 Ktlogr. Netto verwoge 4 Nr. 80 Kiloar * Basel, 2. Febr. Zur Kondition kamen: Draan 10 Kr. 918 Kllogr. Trame 9 Nr. 683 Ktlogr., Breae 1 7 16 Kilogr. Total: 20 Nr. 1617 Kilogr. Für den Jnseraten=u Reklamentheil verantwortlich: J K für Treber=Trocknung Cassel. Größte und billigste Bezugsquelle don getrockneten Biertrebern und getrockueten Getreideschlemper beste und billigste Kraftfuttermittel. Ferner: Getreide=Trocken=Apparate, Patent Otts zur Trocknung gewaschener oder naturfeuchten Getreides. Prospekte kostenlos und portofret Vertreter für Rheinland Gustav aus der Fünte, Düsseldorf, Steinstraße 51. Elektrotechnik von 8911 Joseph Engels, dipl. Jugenieur, Bureau am Dionysiusplatz, Wiedenhofstr. 97 Haupt=Bureau: Rheydt, Limitenstr. 149. 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Eschweiler herese Weiß m Frit Quiode, öin=Deutz und Detmold.— Rartha Huth m Dr. med Eduard Gottschalk, Halle a. 0 u Stuttgart.— Henrieite Kayz m. Michael Feith. Schenklengs feld u. Siegburg Vermählte: Hugo Geissel m. Auguste Polscher. Dortmund Arthur Leudesdorff m. Elsa Graf, Elberfeld. Gestorbene Ehristine FFuhr= mans. geb Erdmann, 75 J., Herzogenrath.— Susanno Heß 72 I., Kyllburg.— Maria Hubertine Pütgens, geb Gorgels 51. J., Linden— Architekt u. Gerich'starator Remaclus Toussaint, 60 J, Essen. Bekanntmachung. Nach 44 der Anweilung betreffend die Genehn Lodes=Anzeige. gestern Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen Nachmittag b Uhr unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwiegerin und Tante Frau Wwe. Johann Plös Anna Für die Errichtung einer Marienkirche auf dem Berge Sion Ierusalem T. A. M. 5 Ungen.(Für das erhörte Anliegen)„ Ungen. Früher eingeg.„ 90 Summa 99 Peterspfennig. 1 S U. S. aus W. Zum Troste meiner ver= storbenen Eliern u Geschwister 1— C. R„-50 Früher eingegangen„ 326 30 Summa M 330M Marienkirche in Berlin Für ein besondeces Anliegen M. 1.— Zu Ehren des hi Joseph„ 1.— 6. 8 Früher eingegangen„ 483 50 Summa M. 486 St. Josephsheim Berlin. Aus Hals M. 1.— Zu Ehren des heil Joseph„ 2.— Fruher eingegangen„ 670.70 Summa M. 678 70 Kath. Kirche in Köpenick bei Berlin. M.—80 Zu Ehren des heil Joseph 1 Früher eingegangen" 166.92 Summa M 167. Katholische Kirche in Tempelhof bei Berlin S. O. M. 150 u. P. 2 A. W. Fischeln Für eine arme Seele„1 Ungen. 3 Zu Ehren des hi Joseph„ 1. E. M." 2.— Früher eingegangen" 154.85 Summa M 166 30 St. Antoniuskirche in Berlin. Zu Ehren des hi Joseph M. 1 Fruher eingegangen„ 279 50 Summa M. 230 50 geb. Mäskes, nach langem, schwerem Leiden, vorher gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente der röm=kath. Kirche, im Alter von M0 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen Um ein frommes Gebet für die Seelenruhe der lieben Verstorbenen bitten die trauernden Hinterbliebenen Heinr. Meenen u. Frau Heinriette geb. Plös. Krefeld. den 4. Februar 1499 Die Beerdigung und die feierlichen Erequien finden statt am Dienstag, den 7 Febr. cr., Morgens ½9 Uhr vom Sterbehause Hülferstr. 44(Liebfrauenpfarre), wozu hiermit freundlichst eingeladen wird D. C. Nach 44 der Anweilung betreffend die Genehmigung und Unteriuchung der Tampflessel vom 15 Mära 189 sind die Resselbesitzer verpflichtet, dem zustand gen Kesselprüter und der Ortspoligerbehö de von jeder in ihrem Resselbesitz stande eintretenden Aenderung— insbesondere von dem 6 loschen der Genehmigung der etwaigen Wieder Erbsnung des Betriebes, der zeitweisen oder gänglichen Außerbetriebstellung Beientigung, dem Verkauf oder der Neubeschaffung von Resseln spatestens bis zum 1 April jeden Jahres Anzeige zu machen Beränderungen, welche nicht rechtgeitig angezeigt worden sind, werden bei Ausschreibung der Jahresbeiträge nicht berücksichtigt Eine Rückerstattung hiernach etwa zu diel er= hobener Jahresbeiträge findet nicht statt. Die Resselbesitzer mache ich in ihrem Jnteresse auf die gehachte Vorschrift hierdurch aufmerklam Krefeld, den 2. Februar 1699 Der Oberburgermeister. Bekanntmachung. daß ch Juttersacke herbeigefuhrt eine Verschleypung der Es wird darauf hingewiesen Manl= und Klauensenche durch werden kann, namentlich dann, wenn erkrankte Thiere seitens des Wärterpersonals mit den Säcken von Geiser rc. gereinigt und die Säcke dann anderweitig benutzt werden Den Biehbesitzern empfehle ich deshalb dringend, alle Futtersäcke vor Abgabe aus verseuchten Gehöften gründlich zu reinigen und zu besinfiziren Kreseld, den 3. Februar 1890 Tie Polizei Verwaltung. Der Oberburgermeister. 0000000 8 Heute Nacht 12½ Uhr verschied plötzlich in Berlin an den Folgen eines Gehirnschlages mein innigstgeliebter Gatte, unser lieber Vater Bruder, Schwager, Onkel, Schwieger vater und Großvater KREFELD, 71 Hochstr. 71, DUISBURG. 14 Kuhstrasse 14 DORTMUND 3 Westenhellweg 3. Herr Fritz Kowes im Alter von 60 Jahren Im Alamen der trauernden hinterbliebenen Anna Kowes geb. Kips. Krefeld, den 4. Februar 1899 Luisenstraße 44 Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtverordneten=Versammlung vom Oktoder bezw. 29 Dezember v. J. ist den Straßen S 24— an der Kreselder Baumwollspinnerei vordei zwischen Reinersweg und Gathstraße— die Bezeichnung Spinnereistrahe 8 25— zwischen Spinnerei= und Gladbacherstraße— die Gezeichnung LarchenstrabSeidenwaaren, Sammete, Bänder, Spitzen. Passamenterien. Besatz- Artikel. Sämmtliche Zuthaten für Damen-Schneiderei. A. Molenaar& Co. Tie Konmanditisten unserer Gesellschaft werden hiermit zur 23. ordentlichen General=Versammlung Freitag, den 24. Februar 1899, Vormittags 11 Uhr, in unserem Geschäftslokale, Wilhelmstr. 25, rgebenst eingeladen Tages=Ordnung 1. Geschäftsbericht, Vorlage des Rechnungs=Abschlusses und Entlastung der persönlich haltenden Gesellschafter Beschlußlassung über die zu vertheilende Dividende Statutgemäße Wahl von Mitgliedern des Auf= Sonntag den 5b. Fehrnar er 87 Abts=Vorstüg.(dlan statt 86. b 2 Rovitat. Rovität Mutter Thiele. Charakterbild v. Ad L Arronge Anf. 7 Uhr Ende gegen 9, Uhr. Montag. den 8. Februar 1899 65.#516 Vorstellg(blau statt—(roth) sichtsrathes Kreseld, den 3. Februar 1899 Der Aufsichtsrath Kasino-Ball zu Bockum Stadt-Theater. Zopf und Schwert. Lustipiel von Karl Gutzkow Ant. 7½ Uhr Ende nach 10 Uhr Biehverkauf Fastnachts=Montag, den 13. Februar, Abends 7 Uhr, im Saale des Herrn Jos. Lohren. Der Berguügungs=Ausschuß. Collegium Albertinum der Dominikaner in Venloo. Die Erneuerung der Loose zur 2 Klasse 200ster Lotterie hat bei Verlust des Anrechts bis Montag, den 6 Jebruar er Abends 6 Uhr längstens, planmäßig zu erfolgen Die Königl. Lotterie=Einnehmer Liebig. Meinecke, von Weiler Zur Erziehungs=Anstalt mit Gymnasial=Unterricht nach den deutschen Lehrplänen.(Klassen von Serta bis Obersekunda einschließlich.) Aufnahmeprufung am 21. März Anfang des neuen Schuljahres am 18. April. sind zu richten an den 3588 Anfragen und Anmeldungen Präfekten der Anstalt Die Export=Bierbrauerei F. Lehmkuhl in Dortmund empfiehlt außer ihren als vorzüglich bekannten. preisgekrönten hellen u dunkeln Bieren für die Folge auch prima (8 2— an der Nordseite der Raumwollspinnerei verbei— von Straße S 12 über die Spinnerei= bis zur Gladbacher straße— die Bezeichnung Nichtenstraße“ beigelegt worden, was ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe Krefeld, den L. Februar 1899 Der Oberburgermeister. Sommern b. Magdeburg. S aus W zum Troste meiner ver= storb. Eltern und Geschw. M. 1 Früher eingegangen„ 159. Summa M 160 Pfarrer Edm. Kayser, Nauen b. Berlin Königswusterhausen bei Berlin(Frank) E. W. M. 1 S. W. Fischeln„ 1.—/Zu Ehren des hi „ 1.— Joseph E. M.„ 2.— Früher eingegangen Aus Hüls—— Summa M Aus Hüls 1.50 Früher eingegangen KonkursEröffnungen." 1— 2— derz=Jesu=Kirche Berlir Summa M. 375.35 St. Katharinen=Stift, Berlin. U. M. 1.— rüber eingegangen Summa M. 307 50 St. Josephskirche in Weißensee bei Berlin E. M. M Zu Ehren des hl. Joseph Fruher eingegangen" 544.76 Summa M. 547.76 Berlin=Steglitz. Zu Ehren des heil Joseph M. Früher eingegangen„ 385.10 Summa M. 386 40 Mission Genthin B. F. M. 1.50 Früher eingegangen„ 91 95 Summa M. 93 45 Ung Zu Ehren des heil Jakobus 17 p. N Für ein bes. Anlieg AN Zu Ehren des heil Joseph Früher eingegangen Summa 9 1. 11349 1141 Junger Mann, welcher das hiesige Gymnasium 1.—sbesucht hat, sucht Stelle in Drogen= oder eidenwaarengeschäft. Offerten sub J. B. 9959 an 1.—die Geschäftsstelle d. B. Berlin. Kim Alfred Lewin 15. 4 9 Berlin Bianosortehändlerm Auguste Marie Henriette Ditt= rich. geb. Degner. 17. 3. 99. Dasseldorf Auktionator Hch Schlieper. 4. 3. 99 Essen Kim. 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Febr. 40 O. belft den dortiaen armend 9e en 6 Ud 1,93 Mtr., Mit Eurer Hülfe ist es mir gelungen, den für den Kirchen bau in Königswusterhausen, vier Meilen von hier, gekauften Bauplatz am 1. Januar 1899 zu bezahlen; ich rechne auch auf Eure Hülfe zum Bau der Kirche selbs barung beim Kauf des Ba= Jahres 1899 beginnen muß. O, helft den dortigen armen Katholiken, damit sie, die ohne eigene katholische Kirche und Schule sind, recht bald in ihrer eigenen, den Namen der hl. Elisabeth tragenden Kuche Gott preisen und auch für Euch deten können. Jede, auch die geringste Hülfe nimmt entgegen Wilh. Frank, Pfarrer bei St. Pus in Berlin, Pallisadenstr. 73. Auch die Geschäftsstelle dieser Zeitung befördert Gaben an die obige Adresse. Wasserstands=Aachrichtn. Bingen, 3 Febe. Ahen hobe Norgens 7 Uhr 2.34 Mtr., 0,04 Mtr. Koln, 3. Febr. Rheir höbe Norgene, 11 Uhr 2,65 Nir., gest. zefl 0,07 Mir Kuprori, 3 Febr. Rhein Wirtagb 2 ilb 9,29 Mirfl. 0,15 Nymwegen, 2. weor Waa hobe Morgens 8 Uhr 9.31 Ptr., fl 0,28 R Arnheim, 2. Febr. Rheinhohe Mordens 8 Uhr(Ansterd= Pegei) 9,47 Mtr., gefl 0,42 Nir. Zur gefl. Beochtung! Fir.di..„Niederrheinische Bo.kezeitung" aufgegevene Anzeigen werden auch einmal kostenlos in den in einer auflage von 11,300 Exemplaren erscheinenden„Crefelder Stadt-Anzeiger us poseenfeng. aufgenommet. Auf diese Weise gelangen Inserate der„Niederrheinischen Tolkszeitung" in 18—20,000 Hausheltunge. und Fwrilien und in Hände von etwa 60—70 000 regelmäßigen Lesern Aben Mittae a0d Abead. 9tadtber M 2M0M Senntags=Ansg m 9adt MM Pef m 1 31.6 „Sterne 1 Blane.“ 3 Ronat erscemende fiterartid „Büchermarkt“ gret Celearam-.Adre Bellazeitung Creiel Verantwortlicher Redact Nr. 63. A Tie le ist dem Reichstage nunmehr zugegangen. Das Zentrum Session auch eine lex eingebracht. Seit 1893 hat heit vollständig ruhen lasse der jetzigen Vorlage sagt. d Wege der Gesetzgebung den der öffentlichen Sittlichkeit er anzuerkennen sei. Warum si= nicht gesagt. Es scheint, als liberaler Seite gegen die le eingeschüchtert, die Hartnäck Reichstag immer wieder auf bei ihr das Gefühl erregt ha gemacht, doch auch„etwas soll nun, wie es in der Be Bestimmungen zusammenfassen ergebniß der bisherigen gegen die obwaltenden Mißst für Handel und Verkehr Störungen und Behelligunge also eine„Verständigung auf Der Zentrumsantrag der mit den Beschlüssen, die mission gefaßt hatte, die zur abschließenden Berathung auch frühere Kommissionsbes aufgenommen worden, die de weit zu gehen schienen. Die bleibt umgekehrt hinter den der letzten Session zurs die Regierungsvorlage den antrages, daß Arbeitgeber Arbeits= und Dienstverhalt Arbeiterinnen zur Verübung Handlungen zu verleiten, mi sollen. Es wird dagegen! schon in der Kommission dage ist: der Mißbrauch sei nich eingeschritten werden müsse, könne die Quelle gehässiger A Welt weiß doch, daß der nisses gerade einen ungemein hat, zumal in den Großstät Denunziationen kann schließ Strafgesetzbuches werden. 1 Anlaß hätte, den Arbeiteri zu verschaffen. Der Mißbri Strafbestimmung hervorruft, jenige, der mit einer solcheng Nicht mit aufgenommen welcher bezweckt, der Verbre licher Krankheiten durch eine Das wird mit dem formalt Regelung dieser Frage passe Gesetzes. Eher hätte sich wol die Bestimmung sei praktisch Erfolge durchzuführen. Sod welche das Alter, bis zu we unbescholtenen Mädchens straf jahr hinaufsetzen will. Der§ 184 des Zentrums= und Verschärfungen der Vorsch unzüchtiger Schriften, Abbildu hält, ist bedeutend abgese ärgernißerregende theatralische sogar ganz gestrichen worder Jahr die Kommission gethan der Paragraphen wird damit der Kommission theils sachlich bestimmt seien, daß sie einer Strafgesetzes den Weg öffne Schutz vor einer Verwilderung und bildnerische Erzeugnisse můsse, so könne doch von eine nicht ein solcher Erfolg erhoff berechtigte Lebensinteressen in drängen. Da haben wir1 Kunst und Litteratur, über so viel Lärm gemacht worden die Erfahrung hinreichend, „scharssinnie" sie sonst in d Handlungen sein mögen, auch vorschläge noch eine Menge „Litteratur" wird freigelassen Einschreiten verdient hätte.E daß die Richter hier zu„enghe das Gegentheil ist mit Sicherhei muß es berühren, daß man im so große Angst hat, der während sonst überall das Freiheit einzuschränken. dem Einfluß liberaler Phrasen Immerhin bedeutet auch die Schritt zum Besseren, in Zuhälterthum und der Verbr und Abbildungen mit größer will. Hoffentlich läßt die Regi sman dreist noch etwas kräf befürchten zu müssen, daß einer doppelt und dreifach verdient wollen wir hoffen, daß die bleibt, sondern in dieser Session Stande kommt, zu dessen schon vor 8 Jahren durch einen aufgefordert wurde. CPC Deutscher (Anberechtigter Nachdruck, auf 26. Sitzung vom Grösfaung 1½ Uhr. Um Ministertische: v. Podbie Das Haus ist ziemlich gut bese (Vergleiche Telegramm in der