Abonnements=Preis: Mittaa- und Abend=Ansaabe em Stadtbez. MI. 3.50, bei der Post M. 4. Honntags=Ausg. im Stadtber 8 Pf., bel der Post MI. 1. Jllustrirte Beilage „Sterne u. Blumen“ 35 Pf. Die jeden Monat erscheinende, literarische Beilage „Büchermarkt“ gratis. Celegramm=Adresse: Volkszeitung Creseld. Verantwortlicher Redacteur: Paul Lerch für den redaktionellen Theil. 49. Jahrgang. Nr. 424. Crefeld, Freitag, den 20. August(Bernhard) Insertions-Pr Die Petitzeile 15 Pfg. bei einmalige Gratis Aufnahme in den„Crefelder Stadtnzeiger": auswärts 20 Pfg.; bei Wiederholungen Rabatt. Beilage=Gebührer pro 100) Mk. 5. Reclame=Zeil. 50 Pfg. Offerten=Provision 25 Pfg. Bei Franco Anfragen 10 Pfg. für Antwort. Geschäftsstelle: Friedrichsstraße 41. Telephon=Anschluß 354. Druck und Verlag der J. B. Alein'schen Buchdruckerei, M. Buscher. Mittag=Ausgabe. A Theaterzensur. Polizeipräsident von Berlin hat die Ge neamigung zur offentlichen Aufführung der Tragodie „Johannes" von Sudermann versagt, weil onent liche Darstellungen aus der biblischen Geschichte das Stück behandelt Johannes den Täufer— bestimnungs gemaß schlechthin unzulassia seien. Die Verfügung gründet sich auf einen Ministerial Erlaß vom d. Oktober 1875. Danach müssen Darstellungen aus der biblischen Geschichte, namentlich aus der Lebens= und Leidens geschichte Jesu, um deswillen für unzulässig erklärt werden, weil solche Darstellungen in einem großen Theile der Bevölkerung Anstotz erregen und die reliaiösen Gefühle Vieler verletzen wurden." Liberale Blätter, die mit dem Verbot naturlich sehr unzufrieden sind zählen nun eine ganze Reihe von Dramen und Opern auf, deren Stoff der bl. Schrift entnommen ist. und die überall, insbesondere auch in den königlichen Theatern in Berlin gegeben worden sind und gegeben werden. Jn sofern scheint hier in der That eine Jnkonsequeni vor= zuliegen. Uns ist das Sudermann'sche Stück nicht naher bekannt. Der Verfasser hat es am Mittwoch im engeren Kreise vorgelesen und die Presse bestatigte ihm, daß das Verbot aanz undaltbar sei. Nichts Frivoles, nichte Blasphemisches sei darin, versichert 1. B. die„Voss. Zta.", vielmehr herrsche in ihm ein starker sittlicher Ernst. Dasselbe Blatt berichtet aber, daß es in der Herodessamilie „höchst fin de siècle“ zugehe. Was es weiter hierüber mittheilt, berechtigt zu der Vermuthung, daß hier wie in anderen Stücken Sudermanns sehr schwüle und lusterne Szenen vorkommen, bei denen man den„hohen sittlichen Ernst" doch zeitweilig aanz vergensen sieht. Fur christlich empfindende Zuhörer kann es doch kaum unannatzig sein den hl. Johannes mit diesem fin de siècle in Verbindung gebracht zu sehen. Vielleicht hat der Polizeipräsident das ebenfalls gefunden, sich für seine Entscheidung jedoch nicht auf den speziellen Jnhalt, die Tendenz oder die Form des Stückes, sondern auf den allgemeinen Ministerial erlaß berufen, um sich nicht hinterher durch das Ober verwaltungsgericht korriairt zu sehen. Nicht selten dient ein polizeiliches Verbot einem Stücke ja nur zur Reklame da es durch die Gerichte wieder aufgehoben wird. Wir können in dem vorliegenden Falle kein Urtheil abgeben. Wir wünschen auch gar nicht, daß die Volizei gegenüber der ernst zu nehmenden Dich tung zu strenge vorgehe, selbst wenn diese Dichtung nnicht für Jedermann eignet. Wir sind also keines wegs geneigt, gleich nach der Zensur zu rufen. Aber wir müssen doch wiederholt unsere Verwunderung darüber aussprechen, daß die Polizeizenfur so ungleich gehandhabt wird. Politischen Tendenzen sieht sie äußerst scharf auf die Finger; religiosen gegenüber ist sie schon weit nachsichtiger. Biblische Persönlichkeiten auf= treten zu lassen, in noch längst nicht so bedenklich, als Religion und Glauben verhöhnen und untergraben zu lassen, wie es nur zu häufig geschieht. Geradezu unglaublich aber it. was die Polizei in sittlicher Be= ziehung passiren läßt. Zahllose Dramen, Schaustellungen, Lieder u. s. w. sind von solcher Schamlosigkeit und Unsittlichkeit, daß man meinen sollte, die Polizei wisse nichts davon. Und doch hat alles das ihre Zenfur passirt, die sich bis auf das obskurste Tingeltangellokal erstreckt. Die gemeinsten Ehebruchskomodien werden alljährlich in Frankreich zusammengesucht und in Berlin und anderen deutschen Städten anstandslos aufgeführt. Jm vorigen Winter gastirte in Berlin längere Zeit eine jüdische Theatergesellschaft aus Ungarn mit einer Posse, die nach dem, was man davon hört, eine einzige grobe Obszönität war. In den Spezialitatentheatern, die namentlich von der„Lebewelt" besucht werden, überbieten die Künst lerinnen einander in„Auskleideszenen." Alle möglichen „berühmten" französischen und sonstigen ausländischen Tingeltangel=Sängerinnen dürfen Abend für Abend unter dem brausenden Beifall einer zahlreichen Zuhörerschaft ihre sehr unzweideutigen Lieder mit ebenso unzweideutiger Mimil vortragen. Selbst in den Sommerlokalen vor den Thoren der Stadt, in denen der gewöhnliche Mann sich Sonntags mit Weib und Kind„erholt", ist man vor den„pikanten" Vorträgen stimmloser und ehemals, schöner Sängerinnen nicht sicher. Zu allen diesen Dingen hat die Polizei Ja und Amen gesagt. Vor ein paar Jahren wurden diese Dinge gelegentlich im Abgeordnetenhause gestreift. Der Abg. Dr. Frhr. v. Heereman verlangte damals, daß die Polizei ihnen schärfer entgegentrete und bemerkte u. A glaube, daß alle wohlgesinnten Theile der Bevölkerung mit mir einverstanden sind, wenn ich sage, daß man jetzt zu lax in dieser Beziehung ist. Man gestattet in bekannten Stücken die Verhöhnung des Glaubens und der Religion, der Ehre und Sitte in einer solchen Weise. wie es auch nach meiner Meinung in Deutschland nicht zulassig gewelen ist. Unser Theater ist herabgesunken von einer Stätte höherer Bildung oder geistvoller Anregung zu einer Stätte der Darstellung von Unsitte und Unfug, von Glaubensverhöhnung und Sinnenreit und subversiver Tendenten.“ Der Minister des Jnnern v. Köller stimmte dem durchaus zu und versprach dem„Skandal“ nach Kräften entgegenzuwirken. Von liberaler Seite wurde er für seine Ausführungen mit Spott und Hohn übergossen. Sichtbare Wirkungen haben seine Worte nicht gehabt; es ist vielmehr inzwischen schlimmer statt besser geworden. Wir wollen nicht untersuchen, wer mehr Schuld hat an der sittlichen Versumpfung des Theaters, die Theater= direktoren, die um des Gelderwerds willen mit den niedrigsten Mitteln das Publikum anzulocken suchen, oder daa uanlikum. das zu den an die niedrigsten Triebe appellirenden Schaustellungen in Massen hinströmt und damit die Theaterdirektoren immer weiter auf dieser Bahn drängt. Der systematischen Ruinirung der Mora lität des deutschen Volkes muß mit aller Ent schiedenheit entgegengetreten werden. Die Bestimmung der Gewerbeordnung, daß die Erlaubniß zum Betriebe, eines Schauspielunternehmens zu versagen ist. penn der Nachsuchende nicht die erforderliche Zuverlässigkeit in sittlicher Hinsicht besitzt, ist hier praktisch ganz werthlos. Da kann nur die Polizei helfen, indem sie ein bestimmtes ein ausspricht. Kein ernst denkender Mensch wird sie tadeln, wenn sie hier besondere Strenge walten läßt. Was man da an hochtrabenden Redensarten gegen sie aufbieten mag, ist Wind. Wir sind die letzten, die die Polizeigewalt und die Polizeiwillkür ohne Noth verstärken, aber hier handelt es sich um einen schweren Kampf, gegen Erscheinungen, die nicht die mindeste Eristeniverechtigung haben. Wir sagen da wieder mit dem wackern Frhrn. v. Heere= man:„Na1 dies auch einen Sturm der Entrüstung in einem gewissen Theile der Bevöllerung geben, mag man sagen, wir gingen in unserer Kultur und modernen Ent= wicklung zurück, ich glaube, wir können das ruhig auf uns nehmen" Deutschland. Berlin, 19. Aug. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Ministers der öffentlichen Arbeiten Thielen zu einer Sitzung zusammen, um über die Wassernoth zu berathen. — Der Kaiser hat unter dem gestrigen Datum den Prinzen Heinrich zum Jnspekteur der 1. Marine= Jnspektion Kiel ernannt; das bisher vom Prinzen geführte Kommando der 2. Division des 1. Geschwaders hat Kontre=Admiral Bendemann erhalten.— Der Kaiser hat bestimmt, daß zum 25jährigen Regierungsjubiläum des Königs von Schweden das Schulschiff„Stein“ sich mit einer Abordnung, der auch ein Admiral angehören soll, nach Stockholm begeben soll. Den Kaiser wird Prinz Friedrich Leopold in Stockholm vertreten.— Kaiser Wilhelm hat, der„Nat. Ztg.“ zufolge, den Herzog und die Herzogin von Connaught eingeladen, den deutschen Herbstmanövern beizuwohnen. Das prinzliche Paar wird mehrere Wochen in Deutschland weilen.— Der Kaiser hat für die durch Wetterschäden heimgesuchten Landestheile des Königreichs Sachsen und des Königreichs Württemberg je 15.0000 M. angewiesen.— Der Reichekanzler Fürst Hohenlohe wird sich der„Nordd. Allg. Ztg.“ zufolge bis Anfang September auf seiner russischen Besitzung Werki aufhalten und dann nach Homburg zum Empfange des Königs von Jtalien reisen. Der Staatssekretär des Aeußern in Vertretung, Fehr. v. Bülow. trifft bereits morgen wieder hier ein.— Ueber den Eisenbahnunfall bei Celle hat der Kaiser, dessen Sonderzug mehrere Stunden vorher die Unglückstatte passirte, nachdem er Meldung von dem Vorfall erhalten, dem Verlauten nach in einem Telegramm an den Eisen= bahnminister ausführlichen Bericht gefordert.— Der Firma Stantien und Becker ist von den Danziger Stadtverordneten im Einverständniß mit dem Magistrat die fernere Pachtung der Bernsteinnutzung auf der Danziger Nehrung von Neufähr bis Polsk abgeschlagen worden. Die Nutzung wurde für Mnn) Mark pro Jahr an eine andere Danziger Firma verpachtet. Und die Regierung? Die Abstempelung der Schuldverschreibungen der 4proientiaen Reichs=Anleihe auf 3½. Prozent ist dem„Reichsanz.“ zufolge jetzt zum großeren Theile beendet. Bis jetzt sind 364,000 Stück Schuldverschreibungen abgestempelt worden; hiervon gelangten bei den zur Erleichterung des Konvertirungsgeschäftes außer= halb Berlins errichteten Abstempelungsstellen nicht weniger als 253 1nn) Stück zur Abstempelung. Diese Abstempelungs stellen werden am 31. August mit der Wirkung geschlossen, daß alle bis dahin nicht abgestempelten Stücke an die Kontrolle der Staatspapiere zur Abstempelung einzureichen sind. Da noch etwa 05.000 Stück nicht mit dem die Zinsherabletzung ausdrückenden Vermerk versehen sind und hiervon vermuthlich ein erheblicher Theil sich in den Händen von nict in Berlin wohnhaften Gläubigern befindet, so empfiehlt der„Reichsanz" den letzteren, ihre Schuldver schreibungen im eigenen Jnteresse innerhalb der gestellten Frist bei der ihnen nächstgelegenen Abstempelungs stelle einzureichen. Der Vorwärts“ veröffentlicht den für den sorial= demoktatischen Parteitag bestimmten Bericht über die parlamentarische Thätiakeit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Darin wird natürlich die gesammte Thätigkeit verherrlicht. Dem Zentrum wird wieder= holt vorgeworfen. es habe die Anträge der Sozialdemokraten „verwässert“. Jn Wirklichkeit hat es die übertriebenen und aussichtslosen Vorschläge auf das Maß des Erreichbaren zurückgeführt und ihnen damit meist eine große Mehrheit verschafft. Am Schluß rechnet der Bericht mit der Möglich= keit, daß die Marineforderungen vorzeitig zum Ausbruche des Wahlkampfes führen. Oesterreich Wien, 10 Aug. Wie das„Fremdenblatt" erfährt. erließ der Ministerpräsident Graf Badeni Einladungen zu einer Könfereni im Palais des Ministerraths, welche am 26. d. M. stattfinden soll. Jn dieser Konferenz sollen folgende Entwürfe besprochen werden: ein Landesgesetz betreffend den Gebrauch beider Landessprachen bei auto nomen Behörden und Organen, eine diesem Landesgesetze angepaßte Ministerialverordnung, welche die Sprachen= verordnungen vom 5. April abändert und gleichzeitig mit diesem Landesgesetze in Kraft zu treten hätte; ferner Gesenz= novellen zur Landesordnung und Landtagswahlordnung, ein Landesgesetz betreffend die Bildung der Landtagskurien in Böhmen, ein Landesgesetz betreffend die Errichtung nationaler Minoritäteschulen und schließlich ein Reichsgesetz betreffend die Organisation der Kreisämter in Böhmen. Einladungen ergingen an den Oberstlandmarschall Fürsten Lobkowitz und an die Führer des böhmischen Landtages Graf Bouquoy, Herold, Schlesinger und Graf Oswald Thun. Die Bestimmung darüber, welche Vertrauensmänner noch zu der Konferenz heranzuziehen seien, stellte der Ministerpräsident den genannten Parteiführern anheim. Pilsen 19. Aug. Seit 6 Uhr wüthen hier in der Stadt unerhörte Ausschreitungen, hervorgerufen durch einen Zwist zwischen. Couleurstudenten und tschechischen Burschen, dessen Ursache bisher nicht auf= geklärt ist. Die Studenten flüchteten in eine Apotheke und einen Papierladen, welche Häuser die Menge alsbald terstören wollte. Als die Polizei, von den Ercedenten verfolgt, die Studenten in's Rathhaus in Sicherheit ge= bracht hatte, durchzog die auf Tausende angewachsene Menge johlend und Tschechenlieder fingend die Straßen. Sie zertrummerte Fenster und die Einrichtung des deutschen Hotels Pilsener Hof, des deutschen Hauses Aktienhierhalle, des israelitischen Tempels und mehrerer jüdischer Handelshäuser. Die Straßen wurden später durch requirirtes Militär und Gendarmen abgesperrt. Vor dem jüdischen Tempel fiel ein Pistolenschuß. Die Aufregung in der Bevölkerung ist unbeschreiblich. antreich. Paris, 1%. Aug. Baron Mackau und die beiden Leute, welche in dem nievergebrannten Wohlthätigkeits Baiar in der Rue Jean Goujon am Kinematographen beschäftigt waren, erschienen heute vor dem Zuchtpolizei= gericht unter der Anschuldigung der fahrlässigen Tödtung. Paris, 19. Aua. Dem„Courrier du Soir“ zu= folge machten im heutigen Ministerrathe einige Minister dem Marineminister Besnard Vorstellungen wegen des Un= salls der„Bruix“. Der Admiral Besnard soll seine Entlassung gegeben haben, die er nur vorläufig zurückzog, um die Reise Faure's durch keinen Zvischenfall zu stören. Großbritannien. London 19. Aua. Heute gelangten in Ports= mouth verschiedene schwere Fälle von Insubordination an Bord des Panzerschiffes„Royal Sovereign" zur kriegs= gerichtlichen Aburtheilung. Ein Matrose wurde zu einem Jahr Zwangsardeit verurtheilt, weil er versucht hatte, den Kapitän zu schlagen; ein Schiffsjunge wurde zu 3 Monaten Gesängniß verurtheilt, weil er nach dem Komman= danten geschlagen hatte; beide wurden aus der Marine ausgestoßen. Spanien. Madrid. 19. Au. Der Varschlag der spanischen Regierung, internationale Maßregeln gegen die Anarchisten zu treffen, ist bis jetzt von Jtalien, Oester= reich. Rußland und Deutschland günstig aufgenommen worden. Frankreich hat noch nicht geantwortet. England taudert und wird wahrscheinlich ablehnen, ebenso die Schweiz und die Vereinigten Staaten. Der Hauptvorschlag Spaniens geht dahin, eine Strafkolonie zu gründen, wo die gefährlichen Anarchisten, denen kein Staat mehr Afylrecht gewähren wolle, lebenslänglich festgehalten werden sollen. — Von Anaiolillo war gesagt worden, daß er ein Blatt„Il Popolo" herausgegeben habe. Es bestätiat sich, daß er dieses Blatt selbst redigirt und gedruckt hat und zwar abwechselnd in Rom. Lyon, Mailand, London und Brüssel. Rußland. Petersdurg 19. Aug. Die städtischen Behörden beschlonsen, am 24. und 25. d. M. große Feste zu Ehren der 1) Wiedergefunden. Von A. von Gersdorf.“) „Jhr werdet Euch die Augen verderben Kinder! Hört jetzt auf mit dem Lesen, oder zündet Euch eine Lampe an. Jhr glaubt nicht, wie furchtbar es in späteren Jahren ist, schwache Augen zu haben, wenn man sie brennend nöthig braucht.“ „Wir sind gerade fertig, Tante Bine; ach! es war ein himmlisches Buch!“ klang es von jugendlichen Mädchen lippen zurück.„Hast Du denn auch Deine Augen mit Lesen verdorben?“ „Das weniger, wenigstens nicht mit Romanen: freilich habe ich eine Zeitlang viel bei Lampenlicht gearbeitet, als ich mein Schulvorsteherin=Eramen machte. Aber da waren meine Augen schon nicht mehr gut. Ich habe als junges Mädchen viel weiß gestickt und nie darauf geachtet, ob ich helles Licht dabei hatte." Das Gespräch wurde aus zwei verschiedenen Zimmern geführt, deren hohe Flügelthüren offen standen. Das eine, in welchem die jungen Madchen, die beide verwaist waren und im Schutz ihrer Tante lebten, am Fenster saßen, mit einem Roman beschäftigt, den sie sich vorlasen, zeigte die streng einfache Einrichtung eines Arbeitszimmers für den Schulgebrauch. Ein großer, vier= eckiger Tisch, Bücherregale, religiose Bilder an den Wänden, über dem nicht gerade bequem aussehenden Glanzleder Sopha ein Marienbild, an den Fenstern, die auf einen bescheidenen Garten hinausgingen, klare weiße, Licht durch= lassende Gardinen. Rothkarrirte Läuferstreifen von einer Thür zur andern: es trippelten hier gar zu viel Kinderfüße durch, zum Morgengebet in dem großen Wohnzimmer daneben. Dort lag ein Teppich unter dem runden, mit einer schönen Decke bedeckten Tisch; auf diesem einige Albums (die erste Klasse und die Selekta enthaltend) und Gedichtsammlungen in Prachtbänden, Geburtstagsgeschenke der „dankbaren Schülerinnen". Vor dem Tisch ein rothee Plüschsopha, ein Erbstück, würdig und wohlerhalten. An der Wand ein sehr alter, endlos langer Flügel, der aber seine Aufgabe, die Gesangbegleitung noch erfüllte. An den drei, mit weißem Mull garnirten Fenstern herrlich gepflegte Blumen, und ein etwas verwöhnter, sehr fetter Kanarienvogel von nicht mehr nachweisbarem Alter. Die *) Nachdruck verboten. gelben Wände verzierten hübsche Stiche, Gewinne aus einer Kunstlotterie, darunter das Auge fesselnd der bekannte Hund, der die Hand eines Gefangenen leckt, die ihm aus einem vergitterten Kellerfenster entgegengestreckt wird. Auf dem Sopha saß die Schulvorsteherin, das würdige Fräulein Maria Sabina Lindentrost, die vor langer Zeit nachgelassene Tochter des Kantors und Komponisten an der Alt=Roßberger Kirche. Sie war in ein graues Plaid gehüllt, denn der nordische Maiabend war kühl, und sie fror eigentlich immer. Das Licht der Arbeitslampe, bei der sie be= schäftigt war, fiel auf ihren Scheitel von hellem Braun, das silberne Faven durchzogen. Nun, sie hatte ein Recht dazu, das würdige Fräulein Maria Sabina; war sie doch beinahe 40 Jahre alt und in Arbeit, Sorgen und Ehren grau geworden. Mit einer spitzen Feder und kalligraphischer Schrift machte sie Bemerkungen in verschiedene Hefte mit blauen Deckeln, und die Hand, die dabei aus den Franzen des grauen Plaids hervorkam, war das Jdeal einer schonen weißen Frauenhand. Natürlich trug sie eine Brille bei ihrer Arbeit. Sie hatte die Schule vor sechs Jahren selbst gegründet, mit der Hülfe von Freunden, aber es war ein Sorgenkind bis jetzt geblieben, und der Ertrag reichte nicht viel weiter, als zum gewissenhaften Bezahlen der Schulden und zur Befriedigung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse für das Fräulein und die beiden Waisen ihres verstorbenen Bruders, die freilich trotz der Jugend ihr schon als Lehrerinnen in den unteren Klassen zur Seite standen. Aber sie waren außerdem ihre„reude, diese beiden blühenden Rosen, Klärchen mit dem immer heitern fröhlichen Sinn und Käthchen mit dem mädchenhaft schwärmerischen Empfinden. Diese hatte nun ihr„himmlisches Buch" bei Seite gelegt, und beide waren nachträumend am Fenster sitzen geblieben. „Du, Kathi, da kommt der Mond. Sieh nur, wie herrlich er durch die beiden Ulmen an der alten Mauer scheint!“ „Ja, man könnte glauben, ein ganzer Park sei dahinter mit weißen Göttergestalten und silbernen Springbrunnen — horch, das Plätschern!“ „Wenn man nicht die Guste sähe, wie sie da am Brunnen die Waschkannen spült", lachte Käthchen. „Weißt Du, es müßte sich jetzt herrlich in der Laube sitzen." „Wenn's nicht so kalt wäre— die Tante erlaubt's nicht." „Sie denkt eben nicht, daß wir jüngeres und heißeres Blut haben, als sie.“ „Schade, daß unser Buch aus ist.“ „Sehr schade. Weißt Du, es muß doch wundervoll sein. solch einen Roman selbst zu erleben— so voll Leid und Qual, und dabei so stolz und schön zu sein! „.no zu wissen, daß er gut ausgeht.“ nickte das praktische Klärchen. „Nun ja, aber es muß auch interessant sein, ein großes Weh gelassen und würdevoll zu ertragen, angestaunt und bewundert, und Treue zu halten über das Grab, oder eine Verlassene zu sein, wie in dem Buche da— und die ganze Menschheit an sein gebrochenes Herz zu nehmen, wie ein Engel des Trostes und Lichtes über die Erde zu gehen." „uno das müßte„Er“ dann erzählen hören!“ „Ja, und daß man immer in tiefer Trauer, mit einem schwarzen Spitzenschleier im Haar geht." „Wenn möglich in schwarzem Sammet.“ „Wie die Gräfin Viola neulich." „Aber die ist doch eigentlich keine Verlassene, die hat ja ihren Grafen bei sich." „Nun freilich, aber weißt Du, darauf möchte ich schwören, das ist so eine, die einen Roman gehabt hat!" meinte Käthchen eifrig. „O ja! Aussehen thut sie so“, gab Klärchen zu. „Und der Stempel des Unglücks laßt sich nicht weg= wischen, weißt Du, das lasen wir doch neulich. So etwas erlebt zu haben, gibt solch' eine Hoheit: Ein großes Un= glück trägt der Mensch mit Stolz.“ Käthchen wandte sich rasch um. Eine Hand hatte sich leicht auf ihre Schulter gelegt. „Tante Bine! Hast Du schon lange da gestanden?“ fragte sie ein wenig verlegen. „Ich habe wenigstens schon lange Euer Gespräch angehört." Fräulein Maria Sabina hatte die Brille in der Hand, und zwei große braune Augen schauten in den mondhellen Garten. „Jhr seid meine lieben Kinder und ganz richtige kleine Schwärmerinnen, die, wenn es auf der Bühne eines Theaters donnert und blitzt, ängstlich zusammenfahren, als sei es Wirklichkeit, und die meisten Dinge gläubig nach Schein und Aussehen beurtheilen. Der Stempel großen Unglücks verschönt selten den äußeren Menschen, wahres Leid hat selten den Vortheil, Bewunderung und Staunen zu erwecken, und wenn's einer recht mit Hoheit und Stolz tragt, dann thut er das eben so, daß kein Mensch es merken kann. Jm Allgemeinen werden traurige Menschen nicht gerade eine angenehme Gesellschaft genannt, und die Leute gehen ihnen gerne aus dem Wege. Jst auch nicht Jedermanns Sache, wenn ihm das Leben ein Herzeleid ist, sich mit schwarzem Spitzenschleier zu drapiren; hat es auch nicht Jever dazu, der vielleicht das hat, was ihr seinen„Roman“ nennt, und die tiefe Trauer, die der Seele sympathisch, ist Sommers dem Körper oft gar zu heiß", fügte Tante Bine lächelnd hinzu und strich Schön=Käthchen liebevoll über's Haar.„Gott behüt' Euch beide davor." Sie ging dann wieder hinüber und leate die Bücher zusammen, an denen sie ihre Arbeit gethan hatte.„Die liebe Tante!" sagte Klärchen leise,„sie ist wie unsere wahre Mutter für uns, und man kann sie um alles fragen, sie weiß Bescheid." „Ja, aber weißt Du, ob ne sich darüber auskennt— ich meine über Leute, die einen Roman haben? Sie kann sich's nicht denken, weil sie selbst keinen gehabt hat.“ „Hm— weißt Du's genau?“ „Natürlich. Man kennt doch ihr ganzes Leben. Sie hat eben immer gearbeitet und ums tägliche Auskommen sich gesorgt, und sie saate einmal selbst, daß sie keinen Tag in der Schule gefehlt hat, nicht als Schülerin und nicht als Lehrerin. Zum„Roman erleben" hat sie schon keine Zeit gehabt, das ist doch klar, und eine Schönheit muß sie nie..." „St....!“ sagte Käthchen, und nickte einverstanden, „sie hat seine Ohren, und sie in 1o gut.“ Sie hatte freilich seine Ohren, wenn auch die braunen Scheitel sie halb verdeckten, und ihre Seele hatte auch feine Ohren und mit eben diesen hörte sie, daß die„Kinder" von ihr sprachen und ungefähr, was. Wie träumend stand sie ein Weilchen vor den stillen grünen Blattpflanzen und die Hände hingen gefaltet nieder. „Was betrübst Du Dich. meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß Er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist", flüsterte sie. Dann leate sie die Albums auf dem Tisch noch in regelmäßige Ordnung und schob das Bild des„treuen Hundes" ein wenig anders, denn der Rahmen bildete keine ganz wagerechte Linie an der unteren Seite. Sie war mit der Zeit wohl ein wenig pedantisch ge= worden, und ein schief hängendes Bild— sei's um einer Linie Breite— konnte sie im wichtigsten Gedankengange stören. 91 französischen Gäste in den öffentlichen Gärten zu veranstalten Dazu sollen 200 Offiziere und 600 Matrosen des französischen Geschwaders eingeladen werden, welchen eine glänzende russische Zakuska gegeben wird. Abends finden in den Theatern der Gärten Galavorstellungen statt. Das Komitee der russischen Presse veranstaltet am 22. d. M. im Hotel de France zu Ehren der französischen Journalisten einen Punsch=Abend. Am 23. d. M. findet in einem Restaurant ein großer Rout statt, zu welchem auch die französischen Offiziere Einladungen erhalten sollen. Petersburg, 19. Aug. Der deutsche Kaiser bat dem deutschen Alerander=Hospital 2000, den beiden Reichsvereinen 1000, dem Verein„Palme" 500, dem Stadthauptmann für die Armen Petersburgs 30000 und der englischen Schule, in der Kinder von hülfsbedürftigen deutschen Reichsangehörigen erzogen werden, 500) Rubel überweisen lassen. Türlei. Konstantinopel, 19. Aug. Der verhaftete Armenier, welcher in der Ottomanbank eine Bombe anzuzünden versuchte, heißt Karabet und behauptet, vor zwei Tagen aus Rußland gekommen zu sein. Gegen diese Behauptung sprechen jedoch bei ihm vorgefundene Photo= graphien seiner Person, welche älteren Datums sind und von einem hiesigen Photographen stammen. Der Uebel= thäter verweigert weitere Auskunft. Die Dynamitbombe, welche in der Pforte platzte, war durch das Fenster ge worfen worden. Die Gerüchte, daß an diesen Anschlägen auch Jungtürken theilgenommen haben, entbehren der Begründung; dieselben wurden sämmtlich von Armeniern verübt. Kanca. 18. Aug. 10 bewaffnete Mohammedaner sollen die Militärgrenze bei Rethymo überschritten und ein christliches Dorf niedergebrannt haben. Die Auf ständischen hätten sie gezwungen, sich auf einen türkischen Posten zurückzuziehen, von wo sie das Freuer fortgesetzt hätten. Der Verlust der Christen betrage 2 Todte, 1 Verwundeten, während die Mohammedaner 1 Todten und 20 Verwundete verloren hätten. * Kanca, 19. Aug. Die internationalen Geschwader sind nach der Sudabai abgefahren, um dort vor Anker zu gehen. Asien. Simla, 19. Aug. Bis gestern Abend spät wurden die Afridis im Khyber=Paß nicht bemerkt: auch im Kutram Thal herrscht Ruhe. General Blood setzt seinen Marsch das Swat=Thal hinauf fort: er legte gestern einen Weg von 9 Meilen zurück, ohne auf den Feind zu stoßen. Afrika. Kapstadt, 18. Aug. Der Volksraad von Trans vaal hat beschlossen, daß mit der Wahl des Präsi denten der Republik am 3. Januar 1898 begonnen und daß dieselbe am 5. Februar beendigt werden solle. Volkswirthschaftliches und Toziales. Nheinisch=westsälischer Buchdrucker=Lodntarif. Der Vorstand des Vereins rheiniich=westsälischer Buchdruckerei= Besitzer ersucht uns um Veröffentlichung der nachstehenden Darlegung:„Schon seit Jahrzehnten bestehen im deutschen Buchdruckergewerde Lohntarise, welche uvischen Vertretern der Prinzipale und Gebülfen vereinbart wurden. Auch die rheinisch=westsälischen Buchdrucker=Prinzipale haben stets den Werth eines solchen Lohntarifs sur das Gedeihen des Gewerbes und die Nothwendigkeit eines solchen zur Aufrechterhaltung a deiblicher Beziehungen zwischen Prinuipal und Gehülfen an= erkannt und dieser Ansicht stets unverhohlen Ausdruck verliehen. Sie vertraten jedoch immer den Standpunkt, daß bei Schaffung eines Lohntarifs, den einzelnen Provingen das Recht auf einen maßgedenden Einfluß zustehe, und hielten die Vertretung so großer Provinzen mit so ausgebehntem Buchdrucerei=Ge= werbe wie Rheinland und Westfalen, durch je einen Prinzipal und je einen Gehülfen in dem vom deutschen Buchdrucker= Verein zu Leipzig in Verbindung mit dem Verbande der Buch= drucker=Gehülfen gebildeten deutschen Tarif=Aufschuß für durch= aus unzureichend. Dabei drängte sich ihnen die Ueberzeugung auf, daß in diesem Lohntarif=Ausschuß die Großdr.stadte Leipzig, Berlin, Hamburg, Stuttgart u. s. w. einen durchsblagenden Einfluß ausübten, und daß demzufolge der durch diesen Tarif=Ausschuß zu Stande gekommene sogenannte deutsche Buchdrucker=Tarif lediglich auf die Verhältnisse der sogenannten Großdruckstädte zu= geschnitten sei. Aus diesem Grunde haben sie sich seit Jahren geweigert, diesen deutschen Buchdrucker=Lohntarif, welcher auch im übrigen Deutschland nur von einem Theile der Buchdruckereien anerkannt wird, als für Rheinland und Westfalen maßgebend anzuerkennen. Um aber in der Herbeiführung geregelter ge= werblicher Verhältnisse nicht hinter den andern Theilen Deutsch= lands zurückzustehen, hat der Verein rheinisch=westiälischer Buch= druckerei=Besitzer die Bildung eines besonderen rheinisch=west fälischen Tarif=Ausschusses veranlaßt, welcher am 20. und 27. Juli d. J zu Düfseldor getagt hat. Derselbe bestand aus sieben von der Hauptversammlung des Vereins rheinisch=west sälischer Buchdruckerei=Besitzer gewählten Prinzipal=Vertretern wobei Vorsorge getroffen war, daß sowohl die großen, mittlert, und kleinen Betriebe, als auch die Zeitungs=, Werk= und Accidenz=Druckereien durch geeignete Abgeordnete vertrenen waren, und aus sieben Gehülfen=Vertretern, welche auf Grund der im Dezember v. J. an die Gehülfenschaft sämmtlicher Offizinen in Rheinland und Westfalen versandten Wahl=Auf= forderung in zwei Wahlgängen gewählt worden waren und sich aus drei Accidenzsetzern, einem Werksetzer, einem Zeitungs= setzer und zwei Maschinenmeistern, entsprechend dem statistisch festgestellten Verhältnisse der einzelnen Gevülfen=Kategorien zu einander, zusammensetzen. Das Ergebniß der in vier Sitzungen stattgehabten Berathungen war die einstimmige Annahme eines Lohntarifs für die Buchdruckergehülfen in Rheinland und West= salen nebst Liste der Ortszuschläge für 51 rheinische und west= sälische Städte, welcher Tarif am 1. Oktober dieses Jahres in Kraft treten und fünf Jahre Gültigkeit haben soll Die Verhand= lungen nahmen, wie der Vorsitzende am Schlusse derselben mittheilte, einen sehr sachlichen und ruhigen Verlauf. Die Beschlüsse erfolgten mit Ausnahme dreier, welche gegen eine Stimme gefaßt wurden, sämmtlich einstimmig. Sowohl der Vorstand des Vereins rheinisch westlälischer Buchdruckerei=Besitzer als auch die Prinzipals=Vertreter waren bestrebt, schon in der den Gehülfen=Vertretern gemachten Vorlage einen möglichst entgegenkommenden Standpunkt einzunehmen, indem sie den Gehulfen freiwillig das bewilligten, was sie als recht und billig erachteten. Demgemäß war in Gestalt des sozial=politisch wichtigen und vornehmlich im Jnteresse der altern, meistens verheiratheten Gehülfen gerechten Altersstusen=Systems bei der Bestimmung über den Mindestlohn im festen Gelde er= beblich über den sogenannten deutschen Tarif schon in der Vorlage hinausgegangen worden. Von den Gehülfen=Vertretern wurde dieses Entgegenkommen durch einstimmige Annahme der vorgeschlagenen Lohnsätze auch anerkannt. Nach dem so zu Stande gekommenen Tarif werden erhalten: Gehülfen im Alter von mindestens 30 Jahren 21 M. von mindestens 25 Jahren 22 M, von mindestens 21 Jahren 20 M. in Städten mit über 6000 Einwohnern und je 2 M. weniger in Städten mit weniger als 6000 Einwohnern, ausschließlich der Ortszuschläge. Diese Lohnsätze kommen sechs Siebentel der rheinisch=westfälischen Buchdrucker=Gehülfen zu Gute, denn nur ein Sechstel derselben steht im Berechnen(Akkordlohn). Bei den Lohnsätzen für letzteres wurde den Gehülfen=Vertretern eine Erhöhung um 2 bis 3 Pig. auf die im Jahre 1890 vom theinisch=westlälischen Tarif Ausschuß bestimmten Lohnsätze be= willigt Es werden demgemäß für 1000 Buchstaben Petit, Borgis und Garmond 32 Pfennige, ausschließlich Ortszuschlag, gezahlt, ein Lohnsatz, wonach ein tüchtiger Setzer 27 bis 30 M in der Woche verdienen kann. An der 10. beyw. 9½ stündigen tharlächlichen Arbeitszeit, welche in Rheinland und Westfalen fast allgemein üblich ist, wurde festgehalten. Bezüglich der Ortszuschläge, welche die Verschiedenheit der Lebens= verhältnisse ausgleichen sollen, waren die Vorschläge der Prinzipale bis auf drei Städte, bei welchen Erhöhungen um 2½ P oi. eintraten, angenommen worden; es wurden festgeseyzt für drei Städte 121, Proz, für neun Städte 10 Prog, für Städte 7½ Prog. für 20 Stadte 5 Proz. und für eine Stadt 2½ Proz. Kirchliches. □ Cloppendurg.. Aug. Der hochwürdigst, Herr Bischof Hermann von Munster wird vom 30. August bis 16. September im hiesigen Dekanate die hl. Firmun. spenden Am Sonntag, den 29. August, trifft Hochderselbe mit dem Bahnzuge in Essen ein, wo an folgenden Tage Firmung ist= Am 31. August spendet er die Firmung in Löningen, 1 Sep. tember in Lastrup, 2. in Lindern, 3 in Molbergen, 4. in Mark= hausen, 5. in Neuscharrel, 6. in Scharrel, 7. in Ramsloh.* in Strücklingen, 9. in Barssel, 10. in Friesoythe, 11. in Altenoythe, 12. in Bösel, 13. in Garrel, 14 in Emsteck, 15. in Cappeln, 16. in Cloppenburg. Im (Nachdruck verboten.) Als ich acht Tage in der Sommerfrische war, bereitete mir eines Morgens der Wirth meines Hotels eine keineswegs an= genehme Ueberraschung durch die Mittheilung, daß er mir die beiden Zimmer, welche ich mit Frau und Kind innehatte, nicht länger belassen könne. Es habe eine andere Familie mit mehr Personen sich angemeldet, und ich dürfe ihm nicht verdenken, daß er dieser den Vorzug gebe. Rüssichtsvoll war dies nun zwar nicht, aber der Mann war in seinem Recht, denn ich hatte bei meinem Einuug über die Dauer meines Aufenthalts keine Aeußerung gemacht. Jch konnte ihm jeden Tag sagen:„Der Aufenthalt hier bekommt oder gefällt und nicht, und wir werden morgen reisen", ohne daß er etwas dagegen hätte einwenden können. Dies hätte ich dem Wirthe schon am zweiten oder dritten Tage nach meinem Einzug erklaren können, denn es war nicht mein Wille, mich für eine bestimmte Zeit zum Wohnen in dem Hotel zu verpflichten. Ein gleiches Recht maß auch der Wirth haben. Wenn ich aus der Stadt in das Gebirgsdorf oder in das Seebad zu einer Kur oder zur Erholung reise, nicht nur mit der Familie, sondern mit Sack und Pack in Gestalt mehrerer Keisekorbe, so ist allerdings klar, daß ich einen längern Auf= enthalt an dem betreffenden Orte nehmen will, daß ich auch gerade in dem aufgesuchten Hotel die ganze Zeit bleiben will, folgt hieraus aber nicht; es bleiben ja viele Fremde nur einen oder einige Tage in dem Hotel, bis sie ein passendes Privat= logis gefunden haben. Es ist nur billig, daß auch der Wirth das Recht der täglichen Kündigung hat. Es entspricht das zwar nicht den Anschauungen, die sich vielsach herausgebildet haben. Wer mit Familie und großem Gepäck in einem Kurort eine Hotelwohnung bezieht, ist allgemein der Ueberzeugung, dort wenigstens während der Mindestdauer eines Kuraufenhalts, also mindestens 8—10 Tage wohnen bleiben zu können. Man kann der Ansicht sein, daß der Wirth bei der Aufnahme eines Fremden mit dieser Anschauung rechnen und, wenn er nicht so lange gebunden sein will, bei oder unverzüglich nach dem Einzug dem Gast mittheilen müsse, daß er iom das Zimmer nicht auf die Dauer zusichern könne. Die Richtigkeit dieser Ansicht ist meines Erachtens wegen der ungleichen Gestaltung der beiderseitigen Rechte zu bezweifeln. Jch erklärte meinem Wirth nach 8 Tagen, daß ich meinen Aufenthalt in dem Kurort noch 2 bis 3 Wochen fortsetzen wolle und gern bei ihm bliebe. Er ging hierauf ein, nachdem ich mich verpflichtete, noch 2½ Woche Wohnung und Pension fort= zusetzen und das Recht erhielt, sodann das Verhaltniß auf unbestimmte Zeit gegen eintägige Kündigung fortzusetzen Eines Abends fuhr vor dem Hotel eine Equ page mit einem Herrn vor, der ein Zimmer verlangte. Es war ein Zimmer frei. Die Frage des Herrn, ob er Unterkunft finden könnte, verneinte der Wirth jedoch in ausweichender Antwort, war aber schließlich bereit, ihn für eine Nacht aufzunehmen. Jh erfuhr nachher, daß ein Herr, der schon mehrere Jahre Pension besucht, dem Wirth erklärt hatte, daß ihm ein Zusammenwohnen mit dem ankommenden Herrn den Aufenthalt verleiden würde. Der Ankommende weigerte sich am folgenden Tage, da er sah, daß noch ein Zimmer frei war, das Quartier zu verlassen. Dabei war er natürlich im Unrecht und auf ernstliches, aber nicht beleidigendes Verlangen des Wirths räumte er schließlich das Haus. Viele Fremde, fragen beim Betreten des Gasthofs den Oberkellner lediglich, ob ein Zimmer krei sei; letzterer führt sie in ein solches, sie erklären sich damit zufrieden, ohne daß über dessen Tagespreis ein Wort gesprochen wird. Weiß man nun zufällig, daß vor acht Tagen ein Bekannter dasselbe Zimmer zum Preise von 2,50 M für die Nacht bewohnt hat, so ist der Wirth dadurch nicht gehindert, dafür jetzt 3 M. zu fordern, es sei denn, daß dieser Preis sich als ein übertrieben hober herausstellt, denn Mangels einer Verabredung ist der Wirth nur berechtigt, einen angemessenen und üblichen, nicht jeden beliebigen Preis zu fordern. Will man sich sichern, so fordere man sogleich ein Zimmer auf mehrere Tage. Versteht sich in dem betreffenden Gasthof der Preis für das Zimmer schließlich Bedienung", so kann man eine rechtliche Verpflich tung für den Gast, irgend welche Trinkgelder zu zahlen, sei es an den Hausknecht, das Stubenmärchen, den Oberkellner, oder den Pförtner, nicht annehmen. Solche Pflicht würde nur vorliegen, wenn die Dienste dieser Personen in ungewöhnlichem Maße in Anspruch genommen sind. Das auch ohne diese Voraussetzung allgemein übliche Zahlen von Trinkzeldern geschieht meines Er= achtens nicht im Sinne der Berichtigung einer Schuld, sondern einer üblichen Freigiebigkeit Während des Aufenthalts in dem Gasthofe erkreut sich der Fremde für sein Gepäck und seine sonstigen eingebrachten Sachen eines ausnahmsweise großen Rechtsschutzes. Der Wirth ist haftbar für das Abhandenkommen, sowie für irgend eine Be= schädigung jedweden Stückes, ohne daß der Gast zu beweisen braucht, daß der Wirth oder seine Leute die Beschädigung oder den Verluct verursacht oder durch ungenügende Aufsicht ver= schuldet haben. Dem Wirthe ist nur die Vertheidigung ge= stattet, daß durch eigene Schuld des Gastes der Verlust oder die Beschädigung herbeigeführt sei, oder daß eine höhere Gewalt (vie major, force majeure) vorliege. Was hierunter zu ver= stehen ist, ist nach der Lage des einzelnen Falles zu beur= theilen. Nicht jeder Diebstahl der mittelst Einbruchs in das Hotel während der Nacht verübt wird, ist 1. B. eine höhere walt. Der Wirth muß nachweisen, daß er die zweckmäßigsten Einrichtungen zum Schutze des Publikums getroffen hat, und daß durch die umsichtigsten Schutzvorrichtungen der Diebstahl nicht verhutet werden konnte, daß der Vorfall menschlicher Kraft und Vorsicht spottete. Es ist oft bezweifelt, ob diese strengen Vorschriften noch heute anwendbar seien, aber die höchsten Gerichte haben sich wiederholt übereinstimmend in diesem Sinne ausgesprochen. Diese besonderen Bestimmungen gelten übrigens nur für Gastwirthe, die gewerdsmäßig Fremde zur Beherbergung auf= nehmen, nicht aber für Schankwirthe, sogen Restaurateure, für Speisewirthe, Cose s, Konditoreten, Bahnhofsrestzuranonen. Wenn dem Gast in diesen Lokalen ein Kleidungsstück oder mit= gebrachter Koffer abbanden kommt. hat er gegen den Wirth nur Anspruch, wenn er ihm ein Verschulden nachweist. Die strenge Haftung findet auch keine Anwendung auf einen Gast= wirth, der einen Freun. oder einen Verwandten unentgeltlich bei sich beherbergt. Die Haftung für das Gepäck und die sonstigen eingebrachten Sachen beginnt mit der Aufnahme des Fremden durch den Wirth oder seine Leute Edinnicht nöthig, daß diese die Sachen, die der Gast vielleicht selbst auf das Zimmer getragen, gesehen haben. Ein Wirth, der seinen Hot lwagen an den Bahnhof gesandt hatte. ist vom Reichsgericht sur haftpflichtig erklart für das Gepäck, daß der ankommende Fremde dem Kutscher mit dem Ersuchen übergeben hatte, es mit zum Hotel zu nehmen, er werde zu Fuß hingehen. Jn dem betreffenden Falle enthielt die Handtasche aber Sachen im Werthe von 927 M. Der Er= satzanspruch des Reisenden, wurde abgewiesen, weil die Vorsicht geboten hatte, den Kutscher hierauf aufmerklam zn machen und aufzufordern, besonders auf die Tasche zu achten. Der Reilende muß den Geweis führen 1. daß er die be= treffenden Gegenstände in den Gasthof gebracht habe, und „, daß sie ihm während seines Aufenthalts in dem Gasthof verloren gegangen sind, Beide Beweise, insbesondere der letztere, sind sehr schwierig, denn wie selten ist eine zweite Verson in der Lage, über den Jnhalt unseres Portemonnae! oder der Brieftasche oder des Koffers Zeugmiß ablegen 11 können. Jn den meisten Fällen wird der Reisende seinen Berlust höchstens glaubhaft machen können, und er kann wenn ihm dies gelungen ist, hoffen, daß ihn das Gericht zum Erfüllungs= eide zuläßt. Führt man selbst in sein Zimmer eine unzuver= lässige Person ein, so befreit dies den Wirth von seiner Haft= pflicht, und der Gast müße beweisen, daß nichtsrestoweniger die Entwendung durch die Leute des Wirths oder Gaste ge= schehen sei, oder daß ein sonstiges Verschulden des Wirths den Diebstahl herbeigeführt habe. Der Wirth haftet nicht für Verluste von Personen, die zum Mittagessen oder Abendschoppen in den Gasthof gehen. Nehrfach haben die Wirthe versucht, sich von dieser strengen gesetzlichen Haftung durch Anschläge im Flur ihres Hauses oder in den einzelnen Gastzimmern zu befreien. Dieser Weg ist von den Gerichten aber nicht anerkannt worden, da dem Gaste bei Abschluß des Vertrages, also bei seiner Aufnahme, davon Kenntniß gegeben werden muß, daß der Wirth unter anderen als den gesetzlichen Bedingungen ihn aufnehmen will. Eine Mittheilung, die der Gast nachher liest, hat als einseitige Ab= änderung des Vertrages keine Bedeutung mehr. Von Wirk= samkeit ist aber von einigen Gerichten ein Anschlag in den Hastzimmern erachtet worden, daß der Wirth für Gelder und Kostbarkeiten nur hafte, wenn sie ihm abgeliefert würden. Hat der Gast seine Wertzsachen trotzdem nicht abgeliefert, so ist hierin einige Male eine Nachlässigkeit gefunden worder die den Wirth von seiner Verantwortlichkeit befreie. Sollte man nun in die unangenehme, die Poesie des Reisens leicht verstörende Lage kommen, einen Gastwirth wegen Verlustes oder Beschädigung der eingebrachten Sachen in Anspruch nehmen zu müssen, so ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Gasthof liegt, bei jedweder Höhe des Ersatzanspruchs zuständig. Jn den Gerichtsferien, die bekanntlich vom 15. Juli bis 15. September dauern, werden derartige Projesse gewöhnlich leider nicht an= genommen Nur wenn der Gastwirth die Sachen des Reisenden wegen seiner Forderung für Wohnung und Beköstigung zurück= behalten will. wozu er berechigt ist, und deshalb Streit entstebt, hat das Amtsgericht stets sofort den Streit zur mündlichen Verhandlung zu bringen. Landwirthschaft und Gartenbau. Z Kempen, 19. Aug. Wie bereits gemeldet, findet die landwirthschaftliche Ausstellung der Lokalabtheilung Kempen in diesem Jahre am 3. und 4. Oktober in Kempen und 1rar in dem 5 Minuten von Kempen entfern: gelegenen Waldschlößchen statt. Es gelangen zur Ausstellung Pferde. Fohlen, Kleinvieh, Bienen, landwirthschaftliche Geräthe und landwirths=aftliche Erzeugnisse. Von der in Aussicht ge= nommenen Ausstellung von Rindvieh wurde Abstand genommen, weil der landwirthschaftliche Verein hierfür Prämien nicht mehr bewilligt. Die mit der Ausstellung vervundene GeneralZersammlung findet im Hotel Eulen, das Festessen im Hotel Herriger, der abendliche Ball im„Römischen Kaiser" statt. Die bereits gewählten Kommissionen bestehen für die Abtbeilung Pferde aus den Herren: Bommers=Honneckeshof, Gehr= Ooeringshof, Heinrich, Herfeldt=Kempen, Schmitt=St. Hubert und Thierarit Seinert=Kempen: für die Abthei= lung Landwirtbschaftliche, Geräthe aus den Herren: Dr. Faßdender=Kempen, Fritz Neuß=Schmalbroich, Jos. Schmitz Kempen, Leo Schmitz=Weyershof, Jakob Meves= Schauteshof; für die Abtheilung landwirthschaftliche Produkte aus den Herren: Drink=Kempen, von Heimendahl=Haus Bockdorf, Seminarlehrer Hetzer=Kempen, Chemiker Junker Kempen und Jos. Reuter sen.=Kempen; für die Abtheilung Kleinvieh und flügel aus den Herren: Kreisthierarzt Beckers=Kompen, Bikt. Berger=Kempen, Apotheker Hucklenbroich Kempen, Gymnasial= Oberlehrer Rocsen=Kempen und Joh. Witthoff=Kempen. Jn die Verloolungskommission wurden gewählt die Herren Kreis= ausschutzsekretär Esser, C. Klöckner, Jos. Thoeren, Frz. Jos. Schmtz und Joh. Wuthoff. Breyell, 19. Aus. Am Sonntag, 22. d. Mts, Nachmittags 5 Urr, nodet im Saale der Sommerwirthschaft Klauten hier eine Versammlung der Mitglieder der Bauernstube statt, zu welcher die Mitglieder des Geflägelzuchtvereins von Kaldenkirchen eingeladen sind. Der Direktor der landwirth= chaftlichen Schule zu Crefeld, Herr Direktor Stetter, wird Vorträge halten über: Nationelle Geflügelzucht, Konservirung des Düngers und über Michwirthschaft und Vihzucht. ( Aus dem Kreise Geldern, 19. Aug. In dieser Woche wird wohl der Rest der Halmfrüchte eingescheuert werden. Nur vereinzelt sieht man einige Felder, wo der Hafer nicht abgefahren ist. Was die Roggenernte anbetrifft, so ist hinsichtlich des Strohes über die Ernte nicht 11 klagen. Der Könrertrag steht aber, wie fast allgemein behauptet wird, hinter dem Vorjahre weit zurück. Die Aebren haben nicht so zut geladen und die Köner sind ziemlich klein und ohne viel Rehlgehalt, Beim Weigen hat man, nach dem Stande zu urtheilen, eber alls mehr Ertrag erwarten können. Der Hafer jedoch ist sowozl was Stroh, Qualität und Quantität der Körner anbetrifft, gut gerathen. Auch der Buchweigen wird in diesem Jahre eine reiche Ernte geben. Jn den Destrikten S Moyses. Noyses ist eine der größten Gestalten in der Geschichte, und die Schrift sagt mit Recht von ihm:„Und es stand fortan nicht auf ein Prophet von Jsrael wie Nonses nach aller starken Nacht und nach allem Großen und Furchtbaren, das Movses ausgeführt vor den Augen von ganz Jirael." Herder, erklärt dieses Schriftwort in der folgenden schönen Weise:„Samuel hatte einen Strahl von seinem Lichte, aber nicht seine Kraft; er konnte den verfallenen Staat nicht emporheben, noch weniger ihn zu den ungenützten Jdeen des Novies zurückführen. David war weich und zart, gerecht und tapfer, aber ein König. Jn die Stelle des Wohls vom Ganzen trat schon das unum= schränktere Wohl seiner Familie. Er umwand das mosaische Gesetz mit lyrischen Kränzen, konnte es aber nicht dauerhaft stützen, noch weniger tiefer gründen. Salomons Weisheit ging in wollustige Feinheit, in Glanz und Pracht des Hofes über, die Verfassung des Staates schwamm damit auseinander. Jn der Folge der Zeit hatte Elias einen Arm von Moyses Kraft, sein Zeitalter war aber zu tief gesunken; er reinigte wie Feuer und Wind, er konnte aber nicht stiften, nicht beleben. Jesaias und andere Propheten waren der Mund Moyses: sein Geist und reiner Blick erfüllte sie— wo ist aber die That, die sie schufen= das Gebäude, das sie dahinstellten?— Moples ist der erste Schriftsteller seiner Nation. Er konnte schreiben, denn er war in aller Weisheit der Aegypter gebildet; er mußte schreiben, denn die Verzeichnung der Gesetze, einer ganz neuen Schöpfung, die er auch nach seinem Tode erhalten wollte, war ein dringen= des Bedürfniß. Der Pentateuch sagt selber an vielen Stellen, daß Moyses diese Lehren aufschrieb und sie den Söhnen Levis übergab und gebot, sie zu bestimmten Zeiten vor ganz Jsrael vorzulesen. Der Talmud von Jerusalem behauptet:„Es ist eine Uebergabe Monles' vom Berge Sinai, daß man die Bücher auf Thierhäute schreibe mit Tinte.“ Das römische Martyrologium schreibt zum 4. September: „Auf dem Berge Nebo im Lande Moob das Andenken an den heiligen Moyses, den Gesetzgeber und den Propheten.“ Sein Name hat ägyptischen Ursprung und heißt soviel als„aus dem Wasser gezogen",„der Gerettete“ aber auch„der Retter“. Beide Bedeutungen sind an ihm in Erfüllung gegangen. Als Kind durch göttliche Fügung gerettet und am königlichen Hofe erzogen, wurde er vierzig Jahre lang in alle Weisheit und Gelehr= samkeit der Aegypter eingeweiht. Außer seinen Eitern Amram und Jochabed nennt die heilige Geschichte zwei seiner Geschwister: Maria und Aaron. Nach Tödtung eines ägyptischen Drängers zur Flucht nach Madian gezwungen, lebte er vierzig Jahre als Hirt im Dienste Jethros in der Einsamkeit und sozusagen in der Schule Gottes. Auf dem Berge Horeb, wo ihm Gott im brennenden Dornbusche erschien, erhielt er die Sendung, sein Volk zu befreien, dessen Lehrer, Gesetzgeber und erster Prophet zu werden und es zu dem seinen Stammvätern gelobten Lande zu führen. Moyses wurde der Retter, der König seines Volkes und hat doch für seine Nachkommen kein Königthum gesucht; er will nur ? 1 9 ein Bürger unter Bürgern sein, sagt Weiß,(Geschichte 3, 151), und seine Rede ist bescheiden und mild. Er ist der Mann des tiefen Gedankens, aber auch der Mann der folgenschweren That, ein Fels im Dulden; er ist der Gesetzgeber, aber auch der Geschichtsschreiber und der Dichter seines Volkes und hat auch die Poesie der Hebräer durch seine Thaten, durch seine eigenen Lieder und durch das Recht, das er dem Stande der Propheten gab, den nachhaltigsten Einfluß geübt. So ist dieses alles nicht zu seiner, sondern zu Gottes Verherrlichung, und zur Verbreitung von Recht und Wahrheit auf Erden. Er ist nich: von der Ewigkeit seines Werkes überzeugt und legt nicht, wie Lykurg, dem Volke listig den Erd auf, stets an seiner Ver= fassung festzuhalten; er weiß, daß andere Zeiten andere Formen wollen, und spricht vom Königthum, das einst nöthig sein, und vom großen Propheten, der einst kommen wird und den Jsrael hören soll. Den Schutz seiner Verfassung überläßt er einer streng gegliederten Hierarchie, gestattet aber daneden im Pro= phetenthum die freie Bewegung des Geistes. Gott redete in wiederholten Erscheinungen mit Moyses, „wie ein Mann redet mit einem Freunde", und verlieh ihm die Gnade, in Aegypten durch die zehn Plagen die Hartnäckig= keit Pharao's, auf dem Durchzuge durch das rothe Mier und die arabische Wüste den Unglauben und den Ungehorsam der Jsraeliten durch Wunder der erhabensten Art zu beseitigen Er schrieb die Geschichte der göttlichen Offenbarungen und des auserwählten Volkes bis auf seine Zeit und empfing aus dem Munde Gottes durch den Dienst der Engel die zehn Gebote. Von seiner Demuth und seinem Gotteseifer, dessen wunderbare Erfolge oft, namentlich im Kampfe mit den Amalekitern, offenbar wurden, von seinem Gottvertrauen, seinem Gehorsam und der gänzlichen Aufopferung für sein Volk geben zahlreiche Stellen seiner Bücher glänzendes Zeugniß. Er leitete den Bau der Bundeslade und des dieselbe umgebenden Heiligthum= Zierzig Jahre führte Moyles sein Amt als Führer des Volkes, bis es Gott gefiel, an der Grenze des Landes Kanaan auf dem Berge Nebo durch den Tod ihn abzurufen.„Gott begrub ihn“, sagt die heilige Schrift. Michael, der Schutzengel der alt= testamentlichen Kirche, übernahm die Wache und den Schutz seines Grabes. Der Apostel Judas V. 9 schreibt die bedeutungs= vollen Worte:„Als Michael, der Erzengel, mit dem Teufel in Streit und Wertvechsel über den Leichnam des Moyses gerieth, wagte er es nicht, das Urtheil der Lästerung zu fällen, sondern sprach: Der Herr gebiete die!" Den Hingang des großen Nannes verkündet die heilige Schrift(5. Mos 31) mit den Worten:„Es stand hinfort kein Prophet in Jsrael auf wie Royses" Moyses wurde ein Vorbild Christi, wie er voraus verkündet hat; in keinem andern Menschen haben sich so viele Züge ver= einigt, ion zu einem Bilde des Erlösers zu machen. Er war der Erretter aus der Hand Pharaos, aus der Knechtschaft Aegyptens, der Mittler zwischen Gott und dem Volke; er führte das Volk siegreich in Kraft des mit dem Holze gewirkten Wunders durch das rothe Meer, er wurde Gesetzgeber und Bundesstifter. Moyses beherricht mit seinem Geiste auch nach seinem Heimgange das ganze Leben des alten Testamentes. Sein wundervolles Leben zeigt die Gnade an, in der er bei Gott stand. Eine andere ungleich höhere Verherrlichung wurde ihm dadurch zu Theil, daß Christus sich auf das Zeugniß desselben den Juden gegenüber berief und in seiner Verklätung ion mit Elias erscheinen ließ. Moyses heißt in der Schrift„der bewährte Mann", mit welchem Gott„Mund zu Mund redete, mit Anschauung, nicht in Räthseln", und Kraft dessen ward er Gesetzgeber seines Zolkes, d. 1. Mittel und Werkzeug des gesetzgedenden Gottes, eines Gesetzes, dessen tiebste Bedeutung darin besteht, der aus= gesprochene Wille des lebendigen Gottes zu sein, und das nun eben dadurch die Bestimmung erhält, das ganze Leben des Volkes Jirael nach allen Seiten hin zu durchdringen und zu heiligen. So rein und erhaben der mosaische Religionskoder vor uns dasteht, hatte er doch nur einen vordereitenden Cha rakter. Das alttestamentliche Leben war die schöne Knospe der Humanität in der Hulle schützender Deckblätt r. Die Pro= pheten verkünden wiederholt jene herrliche Zukunft, da diese Hüllen im Sonnenschein des messinnischen Tages wegfallen würden Auf Abbildungen ist Moyses eine große ehrwürdige Gestalt; die Gesetzestafeln, sowie die von der Stirn ausgehenden Strahlen sind seine besonderen Kennzeichen. Oft ist sein Gewand mit einem I bezeichnet, dem Sinnbilde des Kreuses Das„Tau“ der althebräischen(auch der phönizischen) Schrift, wie sie auch auf den hebräischen Münzen uns noch begegnet, hatte die Ge= stalt einer crux immissa(+ oder X), während das Tauin der griechischen und ömischen Schrift=Tertull. odv. Marcion 3, 22) eine crux commissa vorstellt(T). Auf altchristlichen Denk= malern erscheint das Kreuz bald als crux commissa, bald als crux immissa, d. 1. bald in griechischer dezw. lateinischer, bald in hebräischer Tauform. Als Sinnbild Christi ist Noyses schon auf altchristlichen Gemälden, vorgestellt, wie er Wasser aus dem Felsen schlägt. Der Fels ist das Gleichnißbild Jesu Christi;„der Fels aber war Christus", sagt der Wltapostel(1 Kor. 10. 1.). Das Bild des Moses, der mit dem Stabe an den Felsen schlägt, drückt aber noch einen anderen Gedanken aus; denn auf mehreren in Stein gemeißelten Sarkophagbildern der Katakomben und auf Goldgläsern sieht man über dem Haupte der Person, die mit dem Stabe den Felsen schlägt, den Namen Petrus. Jn den Grabkammern des Cömeteriums der Marihrer Aereus und Archillus, welche lauter Bilder aus dem neuen Testament enthalten, stellt ein Fresko= Gemälde den Moyses dar, wie er das vom Himmel gefallene Manna dem Volke Jsrael mittheilt. Das Manna ist ein Sinn= bild des Brodes, das vom Himmel herabkam, der hl. Eucharistie. Berühmt ist die Statue des Moyses von Michel Angelo. Die reichnen unter den Bilder=Cyclen aus dem Leben des Moyses sind die Mosaiken aus dem Juhre 432 in der Kirche Maria Naggiore zu Rom. Treffend hat Weiß die Größe des Moyses als Gesetzgeber und Lehrer geschldert, wie sogt: Unter einem Volke erzogen, welches Katzen, Stiere und Krokodile anbetete, dessen Priester in ihrer Geheimlehre nur eine krasse Allvergötterung predigten, verkündet= Movies den geistigen Gott, welcher, ein einiges, heiliges, allmachtiges, selbstbewußtes Wesen, die Welt aus dem Nichts erschaffen und Alles wohlgeordnet hat, den Gott, den man nur geistig verehren, von dem man kein Bild und kein Gleichniß machen dürfe. Jn einer Zeit der gröbsten Mißhand= lung der Natur warf er ein neues Licht auf den Menschen und die Natur und flößte Achtung vor den Rechten der Brüder ein. Jn einer Zeit, in der eine Nation die andere verachtete und daßte und in jeder die Mehrzahl aus Sklaven bestand, welche ohne Hoffnung auf Erlösung unter dem härtesten Joche seufiten, predigte Moyses das Menschenrecht und verkündete den er= dabenen Grundsatz, daß alle Menschen von einem Paare ab= stammen, alto Brüder sind, und gab er Gesetze für Freilassung der Skladen und milde Behandlung der Armen und Unter= drückten. Die hebrätsche Sprache hat kein Wort für Sklaverei, und das Land der Verheißung ist das Land der Freiheit und Gleichheit. Ohne einen Theil des Volkes zum Dienste der Veriöken oder Heloten zu verdammen, verschaffte er Jirael ein glückliches Loos und begründete eine Demokratie auf Grund= besitz, welche Arisloteles als diejenige preist, welche die wünschens= wertheste und dem besten Staate am nächsten sei. Aus einem verkommenen Geschlecht von muthlosen Fellahs erzieht er ein Volk, das seine Feinde überwindet und das stolze Bewußtsein hat, der Träger der höchsten Jdeen und des erhabensten Be= rufes, der Segen der Menschheit zu sein. * Berlin, 19. Aug. Der Polizeipräsident v. Windheim hat, da wiederholt über unerhebliche Uebertretungen Strafanzeigen erstattet wurden, denen offenbar eine amt iche Verwarnung durch die Polizeiorgane nicht vorangegangen war, die Beamten der Schutzmannschaft darauf hingewiesen, daß sie nicht glauben sollten, ihre Tüchtigkeit durch möglichst viele Anzeigen von Uebertretungen beweisen zu müssen, sondern daß sie das Pablikum zuvörderst möglichst vor Gesetzesverletzungen zu warnen und von solchen zurückzuhalten und ern dann zur Anzeige zu schreiten hätten, wenn ihre Warnung urbeachtet gelassen würde oder wenn sie auf Boswilligreit stießen. Diese Mahnung ist recht schön, wenn nur immer und überall darauf geachtet werden wollte. Leider aber soll das in vielen Fallen nicht geschehen und man spricht davon, daß derjenige Schutzmann ausgezeichnet werde, der die meisten Uebertretungen zur Anzeige bringe. München, 19. Aug. Bei dem Brand im bürgerlichen Braubaus in Jngo.stadt wurden die sämmtlichen Speicherräume mit ihrem Jnhalt, die Kühlanlagen u. s. w. 1nört. Dagegen blieben das Sudhaus und Maschinenhaus, die Mälzeret und sonstige Anlagen vollsändig erhalten, so daß der Betrieb in kurzer Zeit in vollem Umfang wieder aufge= nommen werden kann. Der Gesammtschaden wird auf 150.000 Mark geschätzt. unseres Kreies, wo das Unwetter stark gehaust hat, hat man in den beschädigten Feldern sehr viel Buchweizen geschet. Die Kartorteln gehen ihrer Reise auch schon entgegen. Man kann hoffen, daß die Ernte günstig sein wird. Jm westlichen, sandigeren Theile unseres Kreises erwartet man für die späten Feldfrüchte wie Möhren, Kappus rc. sehnsüchtig Regen. Jn Folge der Dürre ist das Ungezieser ziemlich häufig, namentlich hat der Kappus darunter zu leiden Rheinland und Westfalen. 2 Neersen. 19. Aug. Die Nennungen zu den dies jahrigen Nennen haben alle Erwartungen übertroffen. Es sind insgesammt ca. 60 Nennungen eingegangen, davon ent= fallen auf das Flach= und Hürdenrennen je 10 resp. 11 An= meldungen. Die beiden Haupt=Trabrennen für Pferde aller Länder weisen je 12 resp. 14 Anmeldungen auf. Zu den Flach= und Hürdenrennen sind verschiedene erstklassige Rennpferde ge= nannt, welche sich auf vielen größeren Rennen(Neuß rc) schon Hauptpreise geholt haben. Zu den Trabrennen für Pferde aller Länder ist auch ein Material genannt, wie nie zuvor. — Mörd, 20. Aug. Der Gerichtsvollzieher f. Mauer ist in gleicher Eigenschaft nach Opladen versent worden und tritt bereits am 1. Oktoder seine neue Stellung an. — Amern St. Georg. 18. Aug. Es wird uns ge= schrieben: Auffallend war es für unsere ganze Pfarrgemeinde, daß man in der vergangenen Woche daran ging, den Helm underes alten Kirchthurmes auszubessern. Beseelte doch jeden die freudige Hoffnung, es würde noch im Laufe des Jahres mit dem Baue eines neuen, der herrlichen Kirche ent= sprechenden Thurmes begonnen werden. Schon vor Monaten hatten wir Gelegenheit, den vom Herrn Baumeister H. Strater von hier angefertigten Plan im Gotteshause ausgehängt zu sehen, und die Geldfrage kann doch auch keine Nolle mehr spielen, da unser hochw. Herr Pfarter vor einigen Monaten einen diesbezüglichen Rundgang durch die Gemeinde machte, bei dem er in wenigen Tagen die schöne Summe von 7000 M7 zusammenbrachte, der ein Vermächtniß von 9--10,000 M bei= gezählt werten konnte, vollauf Geld genug, um einen stattlichen, dem Plan entsprechenden Thurm berzustellen. Warum zögert man nun trotzdem noch mit dem Baue= Man ist hier der Arsicht, das Geld, welches jetzt noch unnöthiger Weise am alten Thurm verdrauchl wird. hätte doch wohl besser, etwa zur Ausmalung des Gotteshauses verwendet werden können * N. Gladdach. 19. Aug. Der Bericht der Handels kammer bemerkt über Arbeiterzüge folgendes: Durch die Eisenbahnverwaltung ist auf sämmtlichen Strecken des Handels= kammerbezirks für die Arbeiter die Vergünstigung eingerichtet, daß sie gegen bedeutend ermäßigte Fahrpreise von ihren Wohnorten zu den Arbeitsstätten and zurück befördert werden Zu diesem Zwecke bestehen entweder besondere Arbeiterzüge oder es ist die Benutzung der regelmißigen Versonentüge freige geben. Von dieser Vergünstigung wird ein von Jahr zu Jahr steigender Georauch gemacht und dieses ist auch im Jahre 1896 wieder der Fall gewesen. Die nachstehende Uebersicht zeigt die Benutzung der Arbeiteriülge auf denjenigen Eisenbahn= strecken, welche den Eisenbahn=Verkehrs=Jnspektionen zu Crefeld und Aachen unterstellt sind und für den Bezuk der Handels= kammer in Betracht komm n. Hiernach wurden auf sämmt= lichen Stationen im Jahre 1ed 100 016 Fahrkarten an Arbeiter ausgegeben, die zu 1.(01.200 Fahrten berechtigten, sodaß auf den Tag, das Jahr 10 300 Arbenstagen angenommen, 3330 Fahrten kommen. Jm Jahre 1895 86 betrug die Zahl der Fahrkarten 95,713 und der Fahrten, wozu dieselben be= rechtigten, 892,078, was für den Taa.93 Fahrten ergab. Uedem*9. Aug. Dem hiesigen Kriegeroerein ist von Sr. Majestät dem Kaiser eine besondere Ehrung zu Theil geworden. Aus Anlaß des jüngst gefeierten siebernen Jubiläums des Vereins und in Anbetracht der auten Führung seiner Mitglieder hat derselbe von seinem obersten Kriegsherrn einen Fahnenschmuck, bestehend aus einem Bande in den preußischen Farben und aus einem Silbernagel mit dem preußischen Wappen zum Geschenk erhalten V Tüsseldorf. 19. Aug. Die hiesige Fleischer.nnung hat das cegenüber dem Eingange des neuen Schlachthofes an der Natherstraße liegende Grundstück erworben, auf welchem ein Gebäude mit einem Kostenaufwande von 90,0 0 1 erbaut werden soll. Das Gebäude soll enthalten eine Herberge für stellenlose und durchreisende Gesellen, ein Bureau für Stellenvermittlung, Jnnungsbureau Meister=Sterbekasse, Gesellen= Krankenkasse. Rentabel wird das Unternehmen gemacht durch die Miethe des Oekonomen und Miethe eines Ladenlokals für Fleischereigeräthschaften rc Die Summe für die Erwerbung die Grundstücks haben die Mitglieder der Jnnung unter sich gedeckt, wofür dieselben 4prozentige Antheilscheine erhalten haben; das Baukapital ist zu billigen Zinien und Amortisation geliehen worden. = Düsseldors. 15. Aua. Gestern fand unter Vorsitz von Herrn Raynond Hoddick=Langenberg im Hotel Royal eine Vorstandksitzung des„Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Interessen der Färderei= und Druckerei=Industrie von Rheinland und Westfalen“ mit folzender Tagesordnung statt: 1. Pariser Weltausstellung. 5. Stellungnahme zu einer Erklärung des Nürnberger Magistrats detr. Gesundheitsgefährlichkeit bedruckter Baumwoll stoffe. 3. Stellungnahme zu der fortschreitenden Entwaldung der Berge und der damit verbundenen Abnahme des Wafser= standes der Flußläufe. 4. Verschiedenes.— Beschlossen wurde 1. Nochmals zu vertagen und auf die nächste Tagesordnung zu setzen; zu 2. zunächst nähere Erkundigungen beim Nürnberger Magistrat einzuziehen und die Angelegenheit auf die Tages= ordnung einer späteren Vorstandssitzung zu setzen; zu 3. wird Herr G. Büschgens=Crefeld deauftraat, vor definitivem Beschlusse noch nähere Jnformationen einzuholen; zu 4 wird beschlossen, die Gratismuster=Frage später nochmals zu ver= handeln, ebenso den Antrag des Verlegers der De. Lehneschen Färber=Zeitung und zum Schluß den Verband zur Förderung des Arbeitsnachweises im Regierungsbeuirk Düsseldorf um Aufnahme als Mitglied bei einem Jahresbeitrag von M. 50 zu ersuchen. Die nächste Sitzung findet in der zweiten Halfte des September statt. * Ruhrort, 18. Aug. Eine freudige Ueberraschung wurde der„Neuen Oberhausener Zig.“ zufolge den Beamten der Rheinischen Stahlwerke bereitet. Jeder Beamte er= hielt aus Anlaß des außerordentlich günstigen Geschaftsab schlusses ein Geschent in der ungefahren Höbe eines doppelten Monatsgehalts. + Holten. 18. Aug. Unser allverehrter Herr Pfarrer Hoffmans feierte am vorigen Sonntag sein silbernes Priesterjubiläum. Auf ausdrücklichen Wunsch des Jubilars sollte sich die Feier nur auf ein feierliches Hochamt beschranken Die dankbare Gemeinde aber ließ es sich nicht nehmen, ihren Seelsorger durch mehrere werthvolle Geschenke für die Kirche zu erfreuen. Aus Uedem, seinem früheren Wiekungskreise, erhielt derselbe eine kostbare Mappe, enthaltend eine kunstvolle Zeichnung mit einer Gratulations=Adresse. Unter= zeichnet war dieselbe von zwölf früheren Schülern, die der Jubilar für die mittleren Klassen des Gymnasiums vorbereitet hatte. Dieselben hatten jetzt die verschiedenartigsten Lebenswege eingeschlagen. Wir bemerkten unter denselben je ein Mitglied des Jesuiten= und Dommikanerordens, einen Seminarpriester, mehrere Studirende der Theologie, einen Doktor der Medizin, einen Referendar und Zivilsupernumera. Hamm, 19. Aug. In der gestrigen unter dem Vor= sitze des Landraths Herrn Schulze=Peitum hier abgehaltenen Kreistagssitzung wurde beschlossen: Zum Bau einer Klein= bahn von Hamm nach Werl nach Maßgabe des von Herrn Regierungsbaumeister Schlünder ausgearbeiteten speziellen Projektes im Anschluß an die Kleirbahnunternehmungen des Kreises Soest einen Betrag bis zur Höhe von 700,000 M. aus Kreisnitteln zur Verfügung zu stellen. Die Vorausleistungen der bei dem Unternehmen bevorzugten Gemeinden betragen 30 Proz. des Gesammtbedarfs, doch bleibt es dem Kreistage überlassen, einzelne weniger leistungsfähige Gemeinden mit geringerem Betrage heranzuziehen. Ein Antrag der Gemeinde Heeren, die Bahn über Heeren zu führen, wurde dem Kreisausschuß zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. Lokales. *Crefeld, 20. Aug. Arbass's Theater Mysterieux hat gestern in der Oelmühle seine Vorstellungen eröffnet. Alle Nummern des Programms wurden tadellos ausgeführt und ernteten reichen Beifall. Ganz besondere Bewunderung fanden die spanische Wundergrotte und der Serpentintanz. Die ganze Vorstellung wahrte nach jeder Richtung hin strenge Decenz, so daß der Besuch ohne Bedenken empfohlen werden kann. E= finden noch Vorstellungen statt heute und morgen Abend, außerdem morgen Nachmittag Kindervorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. X Crefeld, 20. Aug. Gestern Abend wurde im Stadt= garten ein Taschendieb auf frischer That abgefaßt. In seinem Besitze befanden sich zwei gefüllte Portemonnaies. Der Dieb nennt sich Vitus Druchleben und will am 13. Juni 1865 zu Bülme, Kreis Marburg, geboren sein. Unter seinen Papieren befindet sich ein Anmeldeschein des Einwohner=Melde=Amts zu Hamburg vom 2. November 1895 auf den Namen Wilhelm Heinrich David. Bestohlene wollen sich im Kriminal=Komissariat melden. Telegraphische Depeschen der„Niederrheinischen Volkszeitung.“ W Konstantinopel, 20. Aug. Die Pforte wies alle Walis und Militärkommandanten der Provinzen an, Aussareitungen gegen Armenier in Folge der hiesigen Attentate zu verhüten, indem sie dieselben personlich für die Erhaltung der Ruhe verantwortlich macht. Hier herrscht Ruhe, deren Fortdauer angesichts der strengen Vorsichts maßregeln zu erwarten ist. Das Straßenbild ist ein gewöhnliches; der Handel und Verkehr sind ungestört. W Carmaur. d. Aug. Der Grubenarbeiterkongreß saßte einen Beschluß durch den die Grubengesellschaften ver= pflichtet werden sollen. 6 Proz an die Altersversorgungs= und 1 Proz. an die Hülfskasse auszuschütten. Vermischies. * Stockholm. 19. Aug. Jn der heutigen Sitzung des v. Jnternationalen Stenographenkongresses erörterte Redakteur Kronsbein=Wiesbaden die Frage eines deutschen Ein heitssostems der Stenographie, indem er die Betheiligung der Gabelsbergerschen Schule an den gegenwärtig schwebenden Einigungsverhandlungen befürwortete, da ohne die Theilnahme der Gabelsbergerischen Schule ein Einheitssystem unmöglich ist Weitere Vorträge hielten Bäckler und Richter=Berlin und Brauns Halmstad. Nisch, 19. Aug. Bei Schießübungen erplodirte eine Granate einer Positionskanone. Sechs Mann der Be= dienung wurden getodtet und vier schwer verletzl. * Die Nestorianer in China. Die vor mehr als 200 Jahren in Singanfu gefundene nestorianische Tafel ist für Abendländer eus der interessantesten Denkmäler, die es im Neiche der Mitte gebt. Denn diese Tafel ist das einzige Ueber= bleibsel der Wirksamkeit der Nestorianer in China. Sonst ist alles andere, einschließlich der ziemlich zahlreichen Kirchen, die die Sekte noch zu Marco Polos Zeiten hier gehabt haben muß, bis auf die letzte Spur verschwunden. Es ist deshalb einiger= maßen auffallend, daß nicht eher aute Nachbildungen der be= rübmten Tafel hergenellt worden sind. Jetzt ist dies endlich geschehen, wie die„Peckina and Tientsin Times" berichtet und zwar durch den Missionar Reverend C. A Stanley in Tientsin Als die Kunde von der Entdeckung der aus dem achten Jahr hundert stammenden Tafel nach Earopa kam, wollte man dor. erst lange Zeit nicht an die Echtheit des Fundes glauben. Besonders Voltaire machte sich über diese„echt jesuitische Er= findung" lustig. Jett besteht schon längst kein Zweifel mehr an der Echtheit. Vor allem bürgt dafür diechinesische Jnschrift, die von einheimischen Kennern für wenigstens 1000 Jahre alt erklärt wird. Der Jnhalt, der die christliche Lehre nach nestorianischer Auffassung in Umrissen angibt, ist vielfach dunkel. Chinesische Gelehrte, die sich an die Auslegung der zahlreichen, auf der Tafel eingegrabenen Schriftzeichen machen, weichen fast immer weit von einander ab, weil ihnen meistens die Kenntniß des Nestorianismus abgeht, die zur Enträthselung der dunkeln Stellen unumgänglich nöthig in. Die Tafel selbst ist aus einem gewaltigen, 3 Meter hohen Stück schwarzen Marmors herge= stellt. Als Verzierung hat sie oben eine Art Baldachin und darüber ein kleines Malteserkreug Fischsuppe als Volksnahrung. In Estbland, besonders in Reval, wird unter anderen zahlreichen Anekdoten über Peter den Großen auch folgende erzählt: Häufig kehrte Peter, ohne sich vorher anzumelden, bei den Bürgern ein, um zu Mittag zu speisen. Emmal traf es sich, daß der Kaiser zu einem Handwerker kam. dessen Familie schon die Mahlzeit zu sich genommen hatte. Peter verlangte aber, daß etwas auf= getischt werden sollte. Jn der Speis kammer sand sich nicht= weiter vor, als eine Parthie frischgefangener Killo, das ist eine Ström ingsart, die sich nur in der Revaler Bucht aufbält Jn kurzer Zeit setzte die Hausfrau, die sich nicht hatte einschüchtern lassen, dem Kaiser eine Reihe aus diesen Fischen bereiteter Gerichte vor, die sich der Kaiser trefflich schmecken ließ Besonders behagte ihm die Fischsuppe, die fortan hausig auf seiner Tafel erscheinen mußte.— Aus dem Killo muß von jeher die baltische Hausfrau mindestens zehn verschiedene Speisen, außer der Suppe bereiten können. Bei dem ungeheueren Fisch reichthum Rußlands, bei der Billigkeit der meisten Arten ist es nicht zu verwundern, daß dort der Fischkonsum ein ganz bedeutender ist, namentlich gilt dies von der in Deutschland fast ganz unbekannten Fischsuppe, die in Rußland Volksnahrung ist. Man genießt sie in den Palästen der Reichen und in den Hütten der Tagelöhner, und ganz besonders in der Fastenzeit ist die Fischsuppe eines der Hauptbestandtheile des Küchen= zettels. Eine hervorragende Stellung bei der Bereitung von Suppen nimmt der Hecht ein. Die aus ihm hergestellte Suppe, Uté genannt, ist in ganz Rußland anzutreffen, doch werden auch im Jnnern des Landes andere Binnensee= und Flußsische dazu verwandt. Die Zubereitung ist verschieden, da manche Zuthat, welche die Suppe schmackhaft macht. Geheimaß der Hausfrau oder der Köchin bleibt, in jedem Falle ist die Her= stellung einfach wenig zeitraubend und sehr billig. Die Hecht suppe ist sogar besungen worden und zwar von dem berühmten Fabeldichter Krylow. * Kameruner Spargel. Das„Deutsche Kolonialbl.“ schreibt:„Die vor zwei Jahren im botanischen Garten zu Viktoria angelegten Spargelbeete haben zu Beginn des Mai angefangen, die ersten Spargel zu liefern. Dieselben sind schneeweiß und auffallend zart und wohlschmeckend. Es dürfte dies der erste Fall sein, in dem es geglückt ist, im tropischen Klima eßbare Spargel zu erzielen." Handel und Verkehr. Berlin, 19 Aug. 1897. Wechsel=Kurse. Lage 112.355 16 35* 410 16 400 Weitere Wechsel=Kurse siehe Vörsen=Telegramm in der gestrigen Abend=Ansgade. Fonds= und Staats=Papiere. 101,00 6ad. Anl. 1892 u Gaterische Anleide Galer. Präm.=Anl. köin=Mind. Pr. Sch Breuß. Pr.=A. 55 3 4 18 Rentenbriefe. 102.30 15810 137.75 Breutzische do. Nhein. u. Westtäl. do. do. Sächs. St.=Rent= 101.30 10160 62 10200 9600* 105 201 10270 62 100.900 97.00 t0 Hamb. Hyp=Pidbr. do 83 unk 6. 100 do konv. do. unk. b. 1905 Vom. H.=A.=B. 194 uf do. do. 196 uk brß. B.CB I. 11. „ 11 „ XIII 13 Pfanobriese. trß. Ctr.=B.=Cr. 66 „1690 unk. b. 19000 „1494 unk 5 19 „1996 unk. b. 19 Kh=& Westd. 114750 07.250 101.756 9925* 98.70 101.3000 98.755 00.6060 Eisenbahn=Prioritats=Actien 31 10050 10160 99406 10100 10330 101.00 Or. Com.=Obl. 8791 " 1596 unk 1906 Pr. H.=A. VIII.-XII " XIII.-XIV Preuß. Pfandbr.= XVII unk. 19 Ahein. Hyp=Pdbr A C. unk. 190 1904 B0d. 190 " kundb. und neue Obli 31 98506 16520 100.80 99.80 99,90 98.20 101.005 9950 10040 0050 Gerg.=Märk. III. A. R— 5o. bo. III. C. Gerl=Pd.=Mgd. LILA Grannschweigische do K—, Landeteisens a— 31 4 00.256 100.250 D=25h. 75, 7e Ostpreuh. Sabb. do. do. 1V Kheintsce Aachen=Mastrih: 7* 006054 0100 gationen 3" 4 110000t Fisenbahn Jen=Nastrih: refeld Lreield=Uerdingen tortmron alnt=Ludwie0: Tiridende Gelefelder 6marckhütte 600 P.v. R1 1.5 6odumer Guhnadl Toncordia Beran Torsolidat. Tannenbeum Tortmund. Prauer „. " Unionbr. dufeld Chamotte Dus Trabt=Jndus: dussederf. 1ag. elberfelder Geraw selsenkirchen bergu delsenkir6. Augs. derresh. Glath StammTV und 115 530 175 1 17400 Stamm=Prior.=Aktien. Do Ospr. Südbahn| 12| 9690 Amnerd=Kotterdam f.111930 sotthardbahn 54906 Tentralb. f7 113940 5 Kordons. J 111370 e 4 2 15 121 13 15 3 Industrie=Actien. ent ler 1404 p rep. 1994 34000* 230005. 81750 192105 26980» 28200 2810 100 272002 8990* 21850 34000 200553 18800te 13300e 139102 Hagen. Batstas! darden Berqw. Hibernia Bergw. Hörderhütte alte do. 19nr Köln=Bergv. Ber saurahätte Loute Tiefbau c5 rk. Wenf. 81— Nechern. Berzw. Neußer Wagendan Bbonz Bergw. A. do. abgeserel: hein. Stahlwerke Ehein.=Wenf. Jnd. Schalker Brasen Btien 15225 e8urmredier angegeden III6 1010 119075 5 19760 960 1390 1243 00 8 117330. 8330 10825 1570 473002 o1188 1063 88 30 1120250 117990 5 127850 416190t 129750 5500 1176* 930 J. Frank A Cle. Telepbes 662. Trefeld, 20. Aug. 1897 An= und Verkauf von Staatopapieren. Ausführung von Vorsen=Aufträgen zu Originalbedingungen der Berliner und Frankfurter Börsen. Wir geben die meisten Pfandbriefe zum Berl. Kurse netto Unentgeltliche Einlösung von Kuvons u. Dividendenscheinen Unentaeltliche Kontrolle sammtlicher verloosbarer Effekten Sosortige Auszahlung aller Checks. An= und Verkauf von Wechseln auf alle europaischen unt überseeischen Plätze. Bereitwillige Auskunft=Ertheilung über das Banksac betreffende Fragen.— Geldwechsel. 132. des Sparonage. efl vertelleresss Leustut. 10h sen Ksdigesgefristee alsteressirte Asskseft Bber alle Wartegaplers ot aIle 3½% 103 4% Pfantbelefe erstklaseiger cextset Myrettekesbaskes erlssses wir 19n Berliner Tagesase frel ves allee Ssetes.— 8e1dv.....l. n, tubol per 100 Kilo in Parthien von 100 Ctr. 60.50 Rad.l 62.—, gereinigtes Oel per 100* M. odder als Rübol. Preßkuchen per 1000 Kilo N. 100 50 Kilo M. 4,50.— Butter per Kilo M. 2,40 aboletn 3en, haser lem Breblau, 19. Aug. Spirilus per 100 Liter 100“ rl. 50 M. Verbrauchäabg. Aug. 62,10 do. 70 M. Aug. 42 10. Rade, 1 7 II 9.75 9,95, 75%„00-7,65, Brodratfinade 1 23,50, Kafnn. 23,25, Melts 2250, ohzucker 1. Prod. Transite s. a. B Hamburg Aug. 865(3) 75 Br., Sept. 862½ Gd. n67½ Br., Ck. 8,62½ 6 5 0. 672 1 5r. Jan-n * Stettin, 19 Aug. Zuverlässige Getreidepreise nicht zu ermitteln. Spiritus loko 42,02 nom. Beemen. 19 Aug. Kaffin. Petroleum 5,05 Be. Hamdurg, 19 Aug. Weisen holst. 170-185. Roggen necklenb. 136-150, rufs. 100. Rübel 60 Spirttus lug=Sept. 19½ Gr., Sept.=Okt. 19½ Br., Okt.Nov. 19½ Nr. Kov.=Dei. 19 Br. Petroleum Standard white 485 Be Hamdurg, 19 Aug. Zucker.(Schluß.) Rübenrohzuckerrei an Bord Hamburg, der Aus n5½. Sept. 8 60 kt 8,62½, Dez 8,70, Márz 90 Mai 9,05 * Hamdura, 19. Aug. Kaffee, Santos Sept. 35½. Dez. 36.. Nárz 37, Mai 37 Pig. mrdam 19. Aua. Weiten Nov. 206, Roggen Olt. 116, März 123 Mai 123 f. Küvöl loco 31. Sept=Dei 0¼ fl. Leino: vorr. 16¼, Juli—, Sept=Dej. 16½, Jan=Nai 17, Juni=Aug. 18 Londoa, 19 Aug. 96% Javazucker loko 10½, Rübenkohiucker loco 8%. New=Hort. 15 17. Ktoth. Winterweiz. 911 Leiten Aua. 92 Sept. 90 Dez. 87" Jan. Kais Aug. 32½ Sept. 32½ Dez. 35 Aug. 18. C1 91 33½ 33½ 35% (Waaren=Schlußpreise.) 17. 18. Rehl(Spr. clears) 3.70 3.60 Zucker, fai.ref. Ne. 3¼ 3% Petroleum „rohes(Park.) 6,15 „Stand.wh. 5 75 „Philadelphia„ 5,70 „Pipel. Ct. Sept. 71 Getreidefracht 3 615 5.75 570 71 3. Reteorol. Station Ceefeld(Kgl. Färbereischule), 20. Aug. Ter2. sl. — 232 — 51* 52“ 55* 757 78 12 91 6 3 22.. 22 25. ---. -..e Temveratur. Cell. Reaum. Cels. Reaum 5 6 9 172 21 14° 13° in Magmum 21° 17° 13° 17° 112mmun 10° 14° 11° vergangener Nacht Das Temperatur=Minimum Tels.(7° Reaum.) Die Beobachtungen beziehen sich auf die Zeiten: Norgens, 2 Uhr Nachmittags, 9 Uhr Abends des gehenden und 7 Uhr Morgens desselben Tages. 7 Uhr vorher= Witterungs=Uebersicht der Deutschen Seewart= vom 10 Aug, mitgetheilt dem„Deutschen„Reichsanzeiger“. Eine Theildepreision, welche gestern südlich von Jeland lachat sich ostwärts nach dem Nordseegebiet fortgepflanzt, während das barometrische Marimum sich nach Südost Europa verlegt hat. Bei schwacher süblicher Luftströmung ist das Wetter in Deutschland warm und trübe; in den westlichen Gebietstheilen ist überall Regen gefallen, 32 mm zu Karlsruhe; Kaiserslautern datte Nachts Gewitter. Für den Jnseraten= u. Reklamentheil verantwortl.: Jos. Keller Das erste und das zweite der Sonntagsnummer bilden die nächste Ausgabe der„Niederrhein. Volksztg.“ Sterbefallshalber sit morgen Vormittag mein Geschäft geschlossen. Jakob Nolten. Wer sich einen lohnenden Nebenverdienst aler Ar 3.. Koatrole der Asscases; verwalturg vos Wertapepleren. 1 Afberbrung ves Rertdgezerüstes A»- 10d Verkasf vo. Werthgaplsre: 11 vortheilaan Beclagungen. seatgeltliche Latgegessabne v.s Zeiesessges auf alle 1 Ansgabe gelangenden Aktion, Staate- a. andere Papie Assabme von Depots sater agesen Verretiosee c3.* eltzer»:„Safes". okauf gater Geschiftewecbsel, Eröfneng lasfesder Aeceezeg s. Cbesk-Kentl. An- s. Verkauf vor Devises, sowie Besort: aller sonstigen in das Backfach schlagenden Gesche Seide. * Ceeseld, 19. Aua. Betrieb der Seidentrocknung Anstalt. Es sind heute zur Kondition gekommen: 22 N. 1812 Kilogr. Vom 1. bis 19. Aug. 434 Nrs. 31,613 Kuogt Total: 456 Krs. 33,125 Kilogi Zurich. 18. Aug. Zur Kondition kamen: Organz 29 Nr. 2420 Kilogr., Trame 21 Nr. 1910 Kilogr., Grege 1 N. 250 Kilogr. Total: 57 Nr. 4480 Kilogr. Netto verwogen 3 Nr. 150 Kilogr. Wolle und Baumwolle. Bremen, 19. Aug. Baumwolle. greifbar M 6,40 New=Hork, 18. Aug. Baumwolle 8, Zufuhr 2000 B., Export nach England 1000 B., dem Kontine 0000 B. Lieferung: Sept. 6 99. Okt. 6,84, Nov. 6,71, Dez 6,73, Jan. 6,77, Mårz 6,84. Behauptet. heucht= und Bietnalienmärkte * Reuß, 19. Aug. Getreidepreise. Neuer Weiekleiner, 19,40 M., do. engl. 1. Qual. 18,90, 2. 18,40. Neuer Roggen 1. Qual. 13,20, 2. 12,70. Hafer, 1. Qual. 128 2 Qual. 11,80. Buchweizen M.—,—, Raps 1. Qual. 27,— 2. Qual. 25,50 die 100 Kilo, Aveel(Rübsen) 1. Qua M. 26,—, 2. Qual. M. 24,50 die 100 Kilo. Kartoffeln 5,— B. verschaffen und sichern will, der befasse sich mit der Verbreitt des katholicen Sonntagsblattes T.a05 Katholische Bewerder werden ersucht, sich unter Beifügung eines Empfehlungsschreidend ihres Herrn Pfarrgeistlichen unverzüglich mit der unterzeichneten Verlagshandlung in Ver= vindung zu setzen Mit dem 1. Oktober beginnt das für Verbreitung von Zeit= driften günstigste Quartal des Jahres. Probenummern stehen n beliediger Anzahl aratis und kostenfrei zur Verfügung. Paderborn. 3968 Bonifacius=Druckerei. Monogramme! ff. englische Briefbögelchen, Karten und Couverts, weiss und farbig, mit und ohne Goldrand, mit geprägtem und farbigem Monogramm, in eleganter Verpackung, empfiehlt J. B. Klein'’sche Buchdruckerei, M. Buscher, Lithographische Anstalt, Crefeld. Friedrichstrasse 41, Telephon Nr. 354. 9 1 Tagespreise: ff. Allgäuer Schweizer pr. Pfd. 65, „ Emmenthaler„ Holländer „alten Gouda„ „ vollfetten Edamer „ Limburg. 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Nr. 57 aus unter persönlicher Leitung des Königlichen Musikdirektors Herrn Webler. Anfang 4 Uhr. Entree für Nicht=Abonnenten 75 Pfennig Gegründet 1863. Sonntag, Tirektion: J. Lohmeyer. din 17. Oktober 1897, Abends 6 Uhr: zum Besten der durch Ueberschwemmung so schwer heimgesuchten Bewohner Schlesiens in den Salen der Oelmühle. auf die schönen Erfolge, wodurch obiger Vrein im Stande war, in den letzten= 15ren der Stätztischen Armen= Verwaltung die Summe von 1200 Mark zu überweisen, hat sich der Verein dieses Jahr entschlossen, obigen Nothleidenden zu Hülfe zu kommen Auf die Opferwilliakeit unserer geehrten Mitbürger rechnend, bitten wir, unser Liebeswerk durch zahlreiche Karten=Abnahme gefälligst unterstützen zu wollen. Der annie Betrag wird der hiesigen Behörde zur Weiter= beförderung überwiesen. Zubskriptionopreio: Relervirter Platz 2 2 Mark, 2. Platz a 1 Mark. Liste wird in den ersten Tagen in Zirkulation gesetzt Der Vorcand de= Handwerker=Gesangvereins. Für Zahnleidende. Jch kin bis zum 31. Augus verreist. Gust Wolf Oftwall 14: Schustersy JAVAKAFFEEA Statt jeder besonderen Anzeige Die glückliche Geburt eines Knaben gesunden beehren sich anzuzeigen Jranz Grell und Frau. Maria geb. Hagemus. Trefeld, den 19. Aua. 1897 Erholung. Zu der am Samstag, den 21. Angust, Morgens 8½ Uhr in Linn stattfindenden Be erdigung des Herrn Jakob Jolten ladet die Mitalieder der Gesell= schaft ergebenst ein der Vorstand. Das Sechswochenamt für Herrn Peter M. Feller findet Montag, den 23. Aug Norgens 7¼ Uhr in der St. Stephanskirche statt Meyer- u. 1 Brockhaus Lexikon, neu, billig zu verkaufen 3829 Karlsplatz 15. Theile hierdurch ergedenst mit, daß die echten Auer’schen Glühkörper von heute ab nur noch Mark 1.15 fret ausgesetzt kosten. 10 Der Preis der Brenner bleibt wie bisher Conrad Wansleben. Elisadetdstrake 107n. Versuchen Sie gefl. den vielfach preisgekrönten 80 85.90.95 2 100 pfa das!, Pfund Verkaufsstelle Crefeld: Wwe. Aug. Menden eb. Schilders, 52 Neußerstr. 52. 2 Der Kaufmann HuderiTor hoven zu Wachtendonk hat das von ihm seither geführte Ge chäft vom 16. August 1897 ab auf seinen Sohn Jakob Tor hoven, Kaufmann zu Wachten donk, mit allen Rechten und Verbindlich keiten und der Firmen= befugniß übertragen. Der p. Jacod Tephoven etzt das Geschäft unter der Firma Hub. Tophoven Sohn sort Vorstehendes wurde heute auf Anmeldung bei Nr. 173 des Firmenregisters hiesiger Stelle eingetragen. Ferner wurde heute in unser Prokurenregister unter Nr. 20 eingetragen, daß der Ehefrau Jacob Tophoven, Maria geb. Verfürt zu Wachtendonk für die vorgenannte unter Nr. 173 eingetragene Firma Prokura ertheilt ist Kempen(Rh.), 16 Aug 1897. Aönigl. Amtsgericht Herrschaftliches Haus mit Garten, Ostwall39, in Folge Sterbefalles zu verkaufen. 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Rbeinhöhe Morgens 8 Uhr(Amsterd. Pegel) 8,53 Mtr., gefl 0.03 2 Zun nafl Daacluanf Alle lokalen Anzeigen, welche in der„Niederrheinischen Volkszeitung" inserir ur grsl. Brüchtung: zu Unterhaus) einmalige unentgeltliche Aufnahme. Bei auswartigen Annon inserirt werden, finden im„Crefelber ten geschieht dasselbe auf Wunsch tadt=Anzeiger"(Gratisvertheilung von Untechan *