al-Preis Erscheinen, außer beitac die Petitzeile oder deren Raum 15 Rpf., für Abonnenten nur 10 Rpf., Reclamen 25 Rpf. Verantwortlicher Redacteur: Heinr. Otto in (Crefelder Journal.) Crefeld. Montaa den 2. Inli(Maria Heimsuchung) Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Steuer=Rath Casten zu Ehrenbreitstein und dem Haupt=Steueramts=Controleur Ludwigsen zu Coblenz den Rothen Adler Orden vierter Klasse; dem Gemeinde Vorsteher Fuen zu Engar im Kreise Warburg, dem Seidenwebermeister Johannes Gaeng zu Crefeld, sowie dem Kasernenwärter Dieckmann zu Minden das Allgemeine Ehrenzeichen und dem Friedensgerichtsschreiber Schreiner in Köln bei seiner Versetzung in den Ruhestand den Character als Kanzlei Rath zu verleihen. Zum Kreisrichter ist ernannt: der Gerichts=Assesser Nottarp bei dem Kreisgericht in Duisburg. Der Staats=Procurator Heimsoeth in Trier ist in gleicher Amtseigenschaft an das Landgericht in Coblenz versetzt. Der Rechtsanwalt und Notar. Justiz=Rath Heinsel in Bunzlau, der Notar Hölscher in Stickhausen und der Notar Dahmen in Solingen sind gestorben. Zum Gerichts=Assessor ist ernannt: der Referendar Marfording im Bezirk des Appellationsgerichts zu Paderborn. Patente: Dem Zimmermeister Hugo Walsleben zu Berlin auf einen Rollschlittschuh, dem Hof=Optiker und Mechaniker Dörffel daselbst auf eine Punktirieder, dem Fabrikoirigenten R. Bergreen zu Roitzsch auf eine Rubenschnitzelpresse in ihrer ganzen Zusammensetzung, dem Herrn Adolph Müller zu Koln auf einen rotirenden Dampfmotor, dem Herrn Joseph Bertoldi zu Köln auf eine Fahrten Controluhr, der Gasmotoren-Fabrik Deutz zu Deutz auf Verbesserungen an dem der genannten Fabrik unter dem 14. Septembrr v. J. paten tirten Gasmotor, insbesondere durch Anbringung einer Schlagröhre im Cylindergrunde, einer Spannungsausgleichung am Vertheilungsschieber, einer Vorrichtung am Regulatorübertager und zweier Vorrichtungen in dem Stellgang des Auslaßventiles, der Emmericher Maschinenfabrik und Eisengießierei von von Gülpen, Lensing und von Gimborn zu Emmerich auf eine Hahnsteuerung für Dampfmaschinen, dem Civil=Ingenieur Gustav Werther zu Dresden auf eine Vorrichtung zum Reguliren des Dampfes an Funkenlöschern, dem Herrn Carl Pieper zu Dresden auf einen Apparat zum Signalisiren von Buck aben, Worten und Sätzen nach Morse'schem System, mit gleichzeitiger Einrichtung zum selbstthätigen Abdrucke des gegebenen, bez. empfangenen Signals mit den Buchstaben des Alphabets, dem Herrn Johannes Segnitz zu Leipzig auf eine Sauge= und Druckpumpe, den Herren George und James Weir zu Glasgow auf einen Kesselspeise=Apparat. Deutschland. * Crefeld, 2. Juli. In einem Hetzartikel,„Ultramontane Internationale", worin die„Köln. Ztg." dieser Tage das heute beliebte Thema von der„clericalen Liga" behandelte, stellt das große„liberale" Organ dem Ultramontanismus folgendes ehrenvolle Zeugniß aus, das wir hiermit dankend acceptiren. Die„Koln. Ztg." schreibt u. a.:„Die seit der Restauration des Kirchenstaates durch die französischen Waffen im Jahre 1850 geschaffenen Mittel haben zwar nicht vermocht, diesen zu halten, aber den Ultramontanismus in einer Weise gekräftigt, von der man früher keine Ahnung hatte und die selbst den Staatsmännern völlig überraschend gekommen ist.... Die Peterspfennigsammlungen lieferten seither über 100 Millionen Franken dem Papste, eine Summe, welche im Mittelalter, trotz der rechtlichen Auflage des Peterspfennigs, in Jahrhunderten nicht einkam. Sie hat dem Papste die Ablehnung der drei Millionen Rente des Königreichs Italien ermöglicht, gibt ihm die Mittel, seine Nuntien nicht blos beizubehalten, sondern mit viel größeren Dotationen auszustatten.... Vereine, Bruderschaften u. s. w., welche von den zahlreichen religiösen Congegrationen und Orden geschaffen wurden, haben ein Band im Volke gewunden, das trotz der Auflösung und Entfernung verschiedener Orden und Congegrationen, welche deutsche Reichs- und Staatsgesetze zur Folge hatten, sich noch durchaus kräftig erweist. Die Gesellenvereine haben in Deutschland vieler Orten den Handwerkerstand dem Ultramontanismus dienstbar gemacht; was das„Werk der Arbeit" unter der Oberdirektion des Grafen de Mun in Frankreich vermag, haben die Versammlungen der beiden letzten Jahre bewiesen. Die Enthüllungen des Abbé Michaud zeigen, daß der Ultramontanismus in allen Schichten der französischen Gesellschaft tiefe und weite Wurzeln geschlagen hat." Berlin, 1. Juli. Unsere russophilen Blätter, welche wahrlich nicht zu Deutschlands größerer Ehre jeden russischen Gewaltstreich gut heißen und zu jeder russischen Unverschämtheit ihr Ja und Amen sagen finden auch die Proclamation an die Bulgaren ganz vortrefflich und correct, während sie doch nichts anders ist als ein Actenstück durchaus revolutionairen Charakters, wodurch die Bulgaren aufgefordert werden, sich gegen ihren Souverain zu emporen; vom rein völkerrechtlichen Stand punkte aus verliert die Proclamation von diesem Charakter nichts dadurch, daß dieser Souverain der türkische Sultan ist. Dabei hatte aber Rußland jüngst noch die Frech heit, officiell zu versichern, daß es jede Gemeinschaft mit revolutionairen Elementen verschmäht habe und ver schmähe. Unterdeß hat Rußland während des ganzen Verlaufs der orientalischen Wirren die Volkerschaften der Türkei und ihre Vasallenstaaten gegen die Türkei aufgestachelt, Rußland allein trägt ja die Schuld an den innern Kämpfen, welche die Pforte seit nun beinahe zwei Jahren auszustehen hatte. Bis zu welchem Grade die russische Unverschämtheit bereits gediehen ist, geht aus der Sprache hervor, welche augenblicklich wieder die russische Presse gegen Oesterreich führt. Als das russische Lieblingsvölkchen, die Montenegriner, in seinem frivolen Kampfe gegen die Türken in die Klemme gerieth. da wurde Oesterreich zugemuthet, den Türken in die Arme zu fallen und Montenegro vor der Vernichtung zu schützen. Das muß wohl nicht in dem gewünschten Maße geschehen sein und darum kehrt sich nun die ganze Wuth gegen Oesterreich. Der„Golos" spricht von„Rücksichten", die Nußland gegen Oesterreich gebraucht habe, weil es den bequemen Weg über Kladowa nach dem linken Donauufer vermieden hat, Serbien nicht gestattet hat zum Schwert zu greifen, und damit zugleich Montenegro sich selbst überlassen und es an den Rand des Verderbens hat gelangen lassen. Jetzt, wo die Donau überschritten sei, Montenegro's Geschick aber vor der Entscheidung stehe, seien die Folgen der Oesterreich gemachten„Zugeständnisse" offenkundig geworden, und sie seien solche, daß, wenn Oesterreich seine frühere Haltung bewahre, es„ipso facto die Neutralität verletze", welche sich als den Türken günstig herausgestellt habe. Entweder müsse Oesterreich das ihm gegebene Versprechen Rußlands, den Krieg nur im Osten der Balkanhalbinsel zu führen, zurückgeben, oder es müsse Maßregeln ergreifen, welche dieses Ver sprechen nicht mehr als eine Unterstützung der Türken erscheinen lassen. Entweder es müsse Serbien gestatten, die türkischen Streitkräfte von Montenegro abzulenken oder selbst Montenegro Hülfe bringen. Runland habe bisher einseitig alle möglichen Conzessionen an Oesterreich gemacht; der Augenblick sei gekommen, zu zeigen, daß in den Verhältnissen der beiden Staaten eine Gegenseitigkeit der guten Dienste bestehe. Wenn man in Wien wünsche, daß Rußland auch ferner noch die Anschauungen Oesterreichs berücksichtige, so müsse eine der drei oben angedeuteten Einschränkungen Rußlands und der Vasallen staaten fallen gelassen werden. Also das heißt man „russische Rücksichten", wenn man das Völkerrecht nicht noch schnöder verletzt, als es von Rußland schon ge schehen ist! Nach dieser unverschämten Logik muß Oester reich, muß ganz Europa Rußland dafür dankbar sein, daß es nicht mit noch größerer Frechheit den Frieden brach und seine Eroberungspolitik betreibt. Und einer Politik, die sich zu solchen Unverschämtheiten versteigt, leisten deutsche Organe gar noch Handlanger dienste. Ein„liberales" Organ, das„Frkf. Journ." schrieb dieser Tage:„Europa steht in Gefahr in seinem ganzen Osten von einer asiatischen Macht derart eingeschnürt zu werden, daß es nach dieser Richtung von der Welt geradezu ab geschnitten wird", und weiter:„Unsere Officiösen und ihre Auftraggeber werden so lange die Weltberrschaft des Vaticans abwehren, bis ihnen die Weltberrschaft des Kosakenthums auf dem Rücken sitzt". Diese Gefahr ist allerdings nahe genug gerückt; aber was hilft's? gegen Frankreich und der Clericalismus wird in allen Tonarten weiter gehetzt, während das Kosakenthum offen unterstützt wird. Unsere Politik thut keinen Schritt mehr, der nicht seine Spitze gegen den Vatican und den Clericalismus oder, was damit identisch erklärt wird, gegen das neue conservative Regi ment in Frankreich richtet. Von den Radicalen Frankreichs, welche auf den Sturz Mac Mahons speculiren, wird Thiers, welcher nur der Bahnbrecher, die Puppe des rothen Gambetta ist, als zukünftiger Präsidentschafts Candidat aufgestellt. Dieser Tage nun war in Paris das Gerücht verbreitet, Thiers wolle nach der Schweiz verreisen. Flugs begab sich der deutsche Botschafter v. Hohenlohe zu demselben und bewog ihn, zu bleiben und Thiers versprach, unter den obwaltenden Verhältnissen Paris nicht zu verlassen. In ähnlicher ostensibeler Weise sollte es bei uns in Deutschland ein am hiesigen Hof accreditirter Diplomat wagen, offen die Opposition gegen das bestehende Regiment zu unterstützen, es würde sich ein Sturm der Entrüstung erheben, und mit Recht. Doch weiter: jüngst stattete der baierische Ministerpräsident von Pfretzschner dem Fürsten Bismarck in Kissingen einen Besuch ab; demselben wohnte ein po litischer Character bei; der baierische Minister soll mit dem Reichskanzler über die jüngsten Ereignisse in Frankreich eine Besprechung gehabt und die Bereitwilligkeit Baierns erklärt habe, einer längst geplanten Verstärkung der elsaß=lothringischen Garnison durch Truppen der deutschen Mittelstaaten zuzustimmen. Sofort wird nun auch hieraus wieder ein Coup gegen Frankreich und den Vatican construirt; denn officiös wird geschrieben:„Da die Fran zosen auf particularistische Gelüste in Deutschland rechnen, so würde eine solche die deutsche Waffenbrüderschaft von Neuem veranschaulichende Maßregel auf die Franzosen vielleicht einigen Eindruck machen und die Revanchegelüste in etwas mäßigen. Auch auf die römische Curie, die noch immer auf eine Spaltung Baierns und Preußens rechnet, würde eine solche nicht mißzuverstehende militairische Demonsration nicht ohne Eindruck bleiben." Weiter: Der baierische Gesandte hierselbst, Perger v. Perglas, wird abberufen, Geh. Legations rath v. Rudhardt wird an seiner Stelle ernannt und es wird versichert, dieser Herr werde auf eine entgegen kommende Aufnahme schon deshalb rechnen können, weil man wisse, daß er ein entschiedener Gegner der clericalen Bestrevungen sei. Das ist Culturkampf im Inneren und Aeußern und die conservativ protestantische Dresd.„Neue Reichsztg." schreibt darum mit Recht bezüglich der Stellung unserer Officiösen dem neuen Regiment in Frankreich gegenüber: „Der„Culturkampf“ wirkt nicht nur im Innern des beutschen Reichs verwöstend und entsittlichend, er allein ist auch Schuld daran, daß sich unsere auswärtigen Beziehungen nicht eben freundlich anlassen, wenn wir sie in diesem Augenblicke noch nicht drohend nennen können. Wir möchten wohl wissen, was unsere Officiösen veranlassen konnte, für den„fou farieux“ Gambetta gegen den zahmen und vorsichtigen Herzog von Decates Partei zu ergreifen, und trotz den radicalen und social= demokratischen Blätternantimonarchische Politik zu treiben, wenn sie dem Marschal Mac Mahon mit Sympathien mit dem Papst und den deutschen Bischöfen zutrauten mit denen der preußische Staat seit mehe als fünf Jahren im Fehde liegt? Alle Tradi tionen der streng monarchischen Politik Preußens werden ver= leugnet, am Sitz des Goltesgnadenthums nimmt man Partei für die Revolution in ihrer scheußlichsten und widerwärtigsten Gestalt, verbündet man sich mit dem Revanchepolitikern und Communarden— warum? Weil die jetzige französische Regierung keine Lust hal, die preußische Maigesetze zu copiren und sich, eingedenkt der Erfahrungen der ersten Revolution, nicht in einen Kampf gegen die römische Hierarchie einlassen will, der mit den Mitteln äußerer Gewalt schlechterdings nicht geführt werden kann." Jn einer Polemik mit der gegen Frankreich betzen den„Post" schreibt die„Kreuzztg.": Nüchterne und vor urtheilsfreie Beobachtung der in Frankreich sich entwickeln den Zustände führt uns zu der Ueberzeugung, daß zwar Aufmerksamkeit und Vorsicht erforderlich, aber zunächst eine Gefahr für Deutschland nicht zu besorgen ist. Wir wiederholen, daß wir es für unsere Verhältnisse nicht zweckmäßig halten, vorzeitig und alarmirend solche Gefahren auszumalen. Treten sie wirklich ein— und wer kann wissen, was die Zukunft bringt?— so wird das deutsche Volk gerüstet sein und in altbewährter Treue der Führung seines Kaisers folgen. Für jetzt liegt aber nach unserer Meinung kein hinreichender Grund zu Kriegs besorgnissen vor. Diese Anschauung wird von vielen getheilt, die gleich uns auch nur aus deutschen Quellen schopfen. — Fürst Bismarck ist um 12¼ Uhr Nachts aus Kissingen hier eingetroffen. In der Skrzeczek=Planenberg'sche Angelegenheit erfährt die„Volksztg." aus Marien werder,„daß das Appellationsgericht am 19. d. M. beschlossen bat: u. es erscheine nicht angänglich gegen den für den Verfasser der Planenberg'schen Schrift sich ausgebenden Buchhändler Skrzeczek eine Anklage auf Grund des Strafgesetzbuches zu formuliren; b. es sei dagegen der Skrzeczek in einem einzuleitenden Disciplinar Ver fahren gegen den Kreisrichter Kolkmann als muthmaßlichen Verfasser als Zeuge darüber zu vernehmen, ob Kolkmann die Schrift verfaßt oder in welcher Weise er sich sonst bei ihrer Abfassung betheiligt habe. Es ist also leider wirklich wie wir andeuteten; nur Vermuthung, nur ein Argwohn des Appellationsgerichts zu Marienwerder soll einem Disciplinar=Verfahren zu Grunde gelegt werden gegen den Verfasser einer Broschüre, in welcher Straffälliges nicht enthalten ist, und damit das Disciplinar Verfahren überhaupt in Gang gebracht werden kann, sollen dem Verleger, der sich als Verfasser bekannt, um etwa gesetzliche Strafen auf sich zu nehmen, die spanischen Stiefel des Zeugnißzwanges angelegt werden. — Der„Vorwärts", das Centralorgan der deutschen Socialdemokraten, veröffentlicht einen ihm aus Gent zugegingenen Aufruf„an alle Socialisten der Welt", welcher zur Beschickung eines socialistischen Welt con gresses auffordert. Der Congreß soll seine erste Sitzung am 2. Sonntage des Monats September haben und 8 Tage dauern. Die Tagesordnung ist wie folgt festgestellt: 1. Verwirklichung der Solidarität zwischen den verschiedenen socialistischen Arbeiterassociationen; 2. Organisation der Gewerkschaften; 3. Stellung des Proletariats zu den verschiedenen politischen Ereignissen; 4. die Tendenz(Wirkungen) der modernen Production vom Gesichtspunkte des Eigenthumes; 5. der Vorschlag ver dänischen Socialisten auf dem letzten Berner Congreß: in irgend einer europäischen Stadt ein Centralbureau für Ar= beiterstatistik(Löhne, Lebensmittelpreise, Arbeitszeit, Fabrikordnungen u. s. w.) zu errrichten. — In Bezug auf das Canalwesen Preußens und die demselben neuerdings in besonderem Maße zuge wandte Aufmerksamkeit amtlicher wie industrieller Kreise wird officiös geschrieben; Unter den Canalbauprojecten, welche zur Zeit hauptsächlich Gegenstand sowohl der Agitation seitens der Privatinteressenten und durch diese der Discussion der Presse, als auch der eingehenden Bear beitung und Prüfung an competenter Stelle sind, derften zu nennen sein: 1) der Rhein=Weser=Elbe=Canal, 2) der Rhein=Maas=Canal, 3) der Rhein=Main=Canal, 4) der Elbe=Spree=Canal, 5) der Oder=Spree=Canal, 6) die Moorcanäle im mittleren Emsgebiet, 7) der Canal von Leipzig nach der Elbe, 8) der Rostock=Berliner=Canal, 9) der Oder=Lateral=Canal. Diese einfache Aufzählung dürfte wohl schon geeignet sein, anschaulich zu machen, welche große und verschiedenartige Interessen bei jeder einzelnen Entscheidung auf dem Spiele stehen. Die tech12) Der Pflicht geopfert. Erlebnisse aus den Schweizerbergen von F. von Stengel. „Felix," sagte sie,„komm, wir wollen gehen, es ist kalt hier." „Aha," entgegnete er,„findest Du das auch? ich bin auf einer Seite bereits erfroren!" Er stand auf, warf seine Cigarre weg, trat zu ihr und reichte ihr die Hand, um ihr behüfllich zu sein. Die ihre war kalt wie Eis. „Komm' rasch", sagte er,„Du bist ja halb erfroren, kleine Naturschwärmerin." Sorglich hüllte er sie fester in ihren Shwal.„Willst Du noch den meinigen?" fragte er dann. „Nein, ich danke Dir, Felix, Du bist sehr gut, daß Du auf mich gewartet." „Findest Du das, kleine Cousine?" Sie schwieg, der Uebergang über die Steine erforderte ihre ganze Aufmerksamkeit. Auch Felix sprach nicht; er war sehr besorgt um sie, ging langsam und ließ ihre Hand keinen Augenblick los, auch dann noch nicht, als sie die schwierigen Stellen bereits hinter sich hatten und auf dem Wieseweg waren. „Hier ist's besser," sagte er endlich,„komm nur schnell in die Sonne." Sie ging rascher und sah sich dabei nach den Uebrigen um; sie waren allein, Niemand weit und breit. „Wir wollen eilen, um zu den Andern zu kommen," sagte sie. „Warum?" fragte Felix,„fürchtest Du Dich?" „Nein, Du bist ja da,— wovor sollte ich mich auch fürchten?" Er schwieg einen Augenblick und blieb stehen; er schien einen Entschluß gefaßt zu haben; dann nahm er ihre Hand und fragte:„Madeleine, sage, bist Du mir auch ein wenig gut?" Sie sah ihn erstaunt an. „Nun!" „Aber Felix, das solltest Du doch wissen, Du bist ja mein Vetter." „Oh, Madeleine, so meinte ich es nicht, den Vetter lasse einmal ganz bei Seite, und antworte nur auf meine Frage." „Aber ich verstehe Dich wirklich nicht, Felix," entgeg nete sie verlegen. „Liebste, beste Madeleine, Du mußt mich verstehen Weißt Du nicht, daß ich ganz ernstlich in meine kleine Cousine verliebt bin?" „Felix"! rief Madeleine erschrocken, zog ihre Hand aus der seinen und trat einen Schritt zurück. „Erschrecke nicht so, mein Kind, das ist gar nicht nöthig, ist es denn so etwas Unerhörtes, daß Du meine Frau werden sollst?" Madeleine stand zitternd, die Augen zu Boden gesenkt, und redete kein Wort. „Madeleine, so sprich doch nur, saje ja," rief Felix„es ist Dir nicht recht, meine kleine Frau zu werden? Auf Händen will ich Dich tragen, wir werden ein frohes Leben zusammen führen, wie eine kleine Königin sollst Du sein! Du wirst Dein Ja nie bereuen, bitte, sprich es nur aus!“ Sie redete kein Wort, sie war blaß, wie leblos. Felix wußte nicht, wie er das deuten sollte. „Komm, Madeleine, fasse Dich, Du bist erschrocken, kam Dir das gar so unerwartet? Wir werden sehr glücklich zusammen sein; es ist der Wunsch der ganzen Familie, sie zählen darauf. Du brauchst nicht zu fürchten, daß Jemand Einwendungen mache, sage nur Ja, oder wenn es Dir so schwer fällt, laß es ungesagt, ich bin auch so zufrieden, meine süße, kleine Braut", flüsterte Felix und zog das zitternde Mädchen zu sich. Mit einer schnellen Bewegung entwand sich Madeleine seiner Umarmung:„Laß mich!" rief sie mit bebender Stimme,„rühre mich nicht an, ich kann nicht Ja sagen, ich werde nie Deine Frau!“ Felix trat erschrocken zurück, und sah sie verwundert an.„Aber warum denn. Madeleine, Du bist thöricht!“ „Warum? ich liebe Dich ja lange nicht genug dazu." „Nicht? aber mein Kind, das schadet ja gar nichts, Du wirst das schon lernen," sagte Felix lachend,„ich bin auch mit wenig zufrieden." „Nein, Felix," rief sie ernst,„nie!" „Wirklich? Nun, das ist stark", entgegnete er immer noch geneigt, ihre Weigerung als bloße Ziererei auszu legen,„darf ich vielleicht wissen, was Du gegen mich hast? Ziere Dich nicht, spiele nicht die Spröde." „Felix." sagte Madeleine bittend,„scherze nicht, es ist mir leid, daß ich Dich kränke, vielleicht durch meine Weigerung erzürne, aber ich kann nicht anders." Es war etwas an ihr, das Felix überzeugte, sie rede im Ernst und frei von jeder kindischen Ziererei; er schlug daher einen andern Ton an und sagte: „Dann habe ich das Recht, den Grund Deiner Weigerung zu kennen. Laß hören," fügte er ungeduldig hinzu, als sie mit der Antwort zögerte. „Ist es nicht genug, daß ich Dich nicht liebe, und Du das weißt?" sagte sie endlich halblaut „Nonsens!" rief er unwillig,„Ehe und Liebe ist zweierlei! Was willst Du davon wissen! Ist Liebe in der Ehe, gut! wo nicht, on s’en passera, man lebt dann um so ruhiger, ohne Aufregung. Geh', Madaleine, Du bist ein Närrchen, Du kannst mich ja späterhin noch mehr lieben, si bon te semble, vorderhand sollst Du mich nur heirathen." „Nie!" „Aber warum? bei Gott!“ rief er außer sich.„Höre, Madeleine," fuhr er ruhiger fort, als er sah, wie sie sich erschrocken von ihm wegwandte,„ich liebe Dich wirklich und Du darfst nicht nein sagen, es würde mich ewig unglücklich machen. Es kostet Dir ja nur ein Wort.“ „Nur ein Wort, Felix," sagte sie traurig,„nein, ich liebe Dich nicht, und Du denkst auch morgen nicht mehr an mich, Du hättest nie so reden können, wenn Du mich liebtest." „Aber Du triebst mich dazu, Madeleine!— Ist nein Dein letztes Wort? Bedenke, es könnte Dich reuen!" „Nie!" sagte sie fest. „Nun wohl! mein letztes ist: Du wirst meine Frau, Du wirst es, die ganze Familie will es und wir sind Wassenberg." „Ich bin auch eine Wassenberg, und nie sage ich ja, wo ich nein will.“ „Man wird das kleine Mädchen zu zwingen wissen!" Sie erwiderte nichts mehr, sondern ging rascher weiter. „Madeleine," fing Felix nach einer kleinen Pause wieder an,— jetzt sprach er milder, fast schmeichelnd,— „willst Du mich wirklich unglücklich machen?" Sie antwortete nicht. „Was kann Dich nur gegen mich eingenommen haben?" fuhr er fort. Sie schwieg immer noch; wozu reden? Jedes Wort war überflüssig. „O ich weiß es jetzt", rief er plötzlich heftig, wie triumphirend,„ja, das ist's! sage nur kein Wort mehr! Ich hab's errathen, schöne Cousine! aber denke nur nicht daran! Meinst Du, wir willigten ein? Niemals, eher schleppe ich Dich zur Trauung! Du verstehst mich nicht? Soll ich deutlicher sein? Meinst Du denn wirklich, Baron Brunow wolle etwas von Dir wissen? Was er will, das ist Dein Geld? Dich selbst, lächerlich, er nimmt Dich in Kauf! als ob er an Dich dächte! Den Baron kannst Du Dir vielleicht kaufen, o ja, schon möglich, sogar wahrscheinlich! die Barone sind feil, kaufe ihn nur für gutes Geld, und sieh dann, wie die vornehme Sippe die Nase rümpft über die Kaufmannstochter! Dein Geld ist dem lahmen Krüppel gerade gut genug! Aber, bei Gott! er soll's nicht haben, so lang wir Wassenberg leben!" Madeleine wandte sich mit Abscheu von ihm weg, sie verachtete ihn jetzt, und wenn seine Anklage sie auch verletzte, keine Bewegung, keine Miene verrieth es. Felix hatte die letzten Worte in steigender Aufregung hervorgestoßen; ihre Ruhe gab ihm seine Fassung wieder, schon nach wenigen Augenblicken mußte er sich sagen, daß er zu weit gegangen war und alles verloren hatte. Er bereute jetzt jedes Wort und hätte es gern zurückgenommen; war es zu spät?— Wieder trat er an ihre Seite und fing leise flüsternd an zu reden; mit sanften flehenden Worten, denen er einen schüchternen, fast zerknirschten Ausdruck meisterhaft zu geben verstand, bat er um ihre Vergebung; er wisse, er habe sie verletzt, seine Leidenschaft mache ihn ungerecht, er leide mehr als sie, sie möge vergessen und verzeihen. Madeleine hörte zuerst kaum, was er sagte; er hatte mehr gethan, als sie nur verletzt, und das konnte sie nie verzeihen, nie vergessen seine Schmeichel eien erfüllten sie mit mehr Ekel und Abscheu, als seine Anklagen. Sie beschleunigte ihre Schritte; der Weg schien endlos; sie wäre gern geflohen; aber wohin? Nur endlich zu Menschen, nur nicht mehr mit ihm allein! Felix deutete ihr Schweigen zu seinen Gunsten und fuhr fort zu sprechen, zu bitten, zu beschwören:„Nur ein Wort, Madeleine, nur eines, mir zu sagen, daß ich nicht Alles verloren habe, daß ich noch hoffen darf, auf später, wenn auch nicht auf heute! Bedenke, so lange Du willst, nur sei nicht immer grausam." Er suchte bei den letzten Worten ihre Hand zu ergreifen, aber sie zog sie mit einem zürnenden Blicke weg. „Nicht so, Madeleine, rede nur ein Wort!" bat er „Ein Wort!" wiederholte sie jetzt langsam,„ja ich will das Wort sagen: wir sind einander fremd für ewig!" „Madeleine, ist das Dein letztes Wort?" Sie schwieg. „Nun, ja, dann also Kampf, und, Du wirst sehen für mich der Sieg, belle cousine!“ Madeleine hörte ihn nicht; was lag ihr an seinen Drohungen? Sie zitterte wohl, aber nicht davor; die düstere Ahnung war Wahrheit geworden, die goldene Zeit des Glückes, des unbewußten wahren Glückes war zu Ende! nische Seite bietet dabei die geringsten Schwierigkeiten, weil es dazu an positiven Grundlagen nicht fehlt. Z. einer Lösung der einzelnen Aufgaben aber in systematischer Verknüpfung mit der nationalen Verkehrspoli ik, unter gleichmäßiger Berücksichtigung der concurrirenden Bedürf nisse und gegebenen Verhältnisse, bietet das ganz unzu länglich vorbanden gewesene statistische Material nur dürftige unsichere Anbaltspunkte. — Strousberg ist nach der„Post“ in Moskau aus der Haft entlassen worden und wieder in das Hotel Dusson übergesiedelt. Daraus ist zu schließen, daß seine definitive Entlassung aus dem Gewahrsam und seine Rückkehr nach Berlin demnächst erfolgen wird.— Zwischen dem Reich und den Niederlanden ist in Betreff der Verbindung des niederländischen Kanalnetzes mit den Kanälen links der Ems auf preußischem Gebiet ein Vertrag geschlossen worden, welcher ratificirt worden ist.— Dem Landtage soll in seiner nächsten Session ein voll ständiger Plan wegen Herstellung eines umfassenden Ka nalnetzes vorgelegt werden. — In politischen Kreisen wird heute mit Bestimmtheit versichert, daß im nächsten Monat zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Kaiser von Oesterreich ein Entrenous stattfinden wird. Als Ort der Zusammen kunft wird Salzburg bezeichnet, welches Kaiser Wilhelm auf seiner Reise von Ems nach Gastein berühren muß. * Posen, 30. Juni. In Xions residirt bekanntlich der erste preußische„Staatspfarrer" Kubeczac, von dem die katholische Gemeinde absolut nichts wissen will. Der vom Herrn Erzbischofe von Gnesen=Posen noch vor Emanation der Maigesetze angestellte Vicar Bak (Bonk), suchte aus begreiflichen Gründen die religiosen Bedürfnisse der Gemeinde in Privathäusern zu befriedigen und vollzog auf diese Weise eine Reihe von priesterlichen Functionen in den Wohnungen ver schiedener Katholiken. Herr Bak wurde in Folge dessen angeklagt und in den zwei ersten Instanzen verurtheilt. Hierauf legte er die Nichtigkeitsbeschwerde ein; dieselbe ist jedoch in diesen Tagen vom Obertribunal zurückgewiesen worden, d. h. mit andern Worten, es darf in Preußen auch ein staatsrechtlich„gültig" angestellter Geistlicher nicht mehr fungiren, sobald die betreffende Gemeinde mit einem„Staat pfarrer" beglückt ist. — In der zweiten Sitzung des gegenwärtig zu Posen tagenden Provinziallandtages ist durch den Land tagsmarschall ein von den Abgeordneten polnischer Na tionalität unterzeichneter Protest wegen Ausschließung der polnischen Sprache vor den Verbandlungen verlesen worden. * München, 1. Juli. Die Kaiserin von Oesterreich ist mit der Erzherzogin Valerie heute früh 7¾ Uhr hier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalt auf dem Bahnhof alsbald nach Feldafing weiter gereist.— Wolff's Bureau telegraphirt:„Gutem Vernehmen nach haben die der extremen Gruppe der hiesigen ultramontanen Kammer fraction angehörigen Mitglieder beschlossen, an ihrem Parteiprogramm mit Entschiedenheit und ohne Nachgie bigkeit gegenüber den Gemäßigten festzuhalten, selbst wenn dadurch innerbalb der Fraktion ein Bruch herbeigeführt werden sollte." * Kissingen, 30. Juni. Fürst Bismarck hat mit seiner Familie heute Mittag mit dem Meininger Zuge die Rückreise nach Berlin angetreten. R° Aus Baden, 30. Juni. Welche„schöne" Zustände in Konstanz unter dem Regimente des nunmehrigen Ex=Oberbürgermeisters Stromeyer eingetreten sind, darauf haben wir schon wiederholt hingewiesen. Als dieser wü thende„Culturkämpfer" und Kirchenstürmer gestürzt war, hoffte man vielfach, daß nun in dem altehrwürdigen Konstanz wenigstens theilweise leidliche Zustände kommen würden. Doch dieser nur zu gerechtfertigte Wunsch scheint von Seiten des jetzigen Stadtrathes, den man freilich auch zum Fall zu bringen sucht, ebensowenig in Erfüllung gehen zu wollen, wie unter der Stromeyer'schen Regierung. Man höre und staune! In Konstanz existiren zwei Waisen häuser, von denen das eine vom Bisthumsverweser von Wassenberg gestiftet wurde, während das andere aus der guten alten gläubigen Zeit herrührt. In den beiden Waisenhäusern werden Kinder jeglicher Confession aufge nommen, sie besuchen nicht die städtischen Schulen, sondern haben eigene Lehrer. Was ist in einem Lande, wo man behauptet, daß darin„Gewissensfreiheit" herrscht, selbstverständlicher, als daß die armen Kinder jeweils nach ihrer Confession Religionsunterricht erhalten? Doch so tolerante Ansichten kennen die Herrschgewaltigen in Konstanz nicht. Gegen die Thränen der Angehörigen, der Verwandten und Vormünder der Kinder werden die römisch=katholischen Waisen gezwungen, einem Unterrichte beizuwohnen, den sie und ihre Angehörigen als keinen katholischen betrachten, einem Gottesdienste beizu wohnen, dessen Anhörung die katholische Kirche verbietet, und Sakramente zu empfangen von der Hand eines Mannes, der von der Kirche abgefallen ist und sich„altkatholischer Pfarrer“ nennt. Kann man sich eine größere Gewissenstyrannei denken! Gewiß nicht! Diese unerhörten Zustände will auch jetzt der„liberale“ Konstanzer Stadrath fortsetzen. In einem neuen Erlasse hat derselbe dem römisch=katholischen Pfarrarmt, römischkatholischen Religionsunterricht zu ertheilen, verweigert und angeordnet, daß nach wie vor die römisch kat olischen armen Kinder an einem Unterrichte in einer ihnen fremden, von ihren Familienangehörigen nicht gewünschten Religion Theil zu nehmen haben. Gewiß ist bereits diese ThatJetzt, bei einer Biegung des Weges, stießen sie auf Einige der Gesellschaft, die sich am Rande der Wiesen und am Bache gelagert hatten, und die Nachzügler erwarteten. Es kostete Madeleine eine große Anstrengung, den leichten Ton wieder zu finden, während Felix mit inso lenter Gewandtheit keinen Augenblick die Selbstbeherrschung verlor, und ohne die geringste Verlegenheit die Neckereien über sein Naturschwärmen mit gleicher Münze bezahlte. Nur dem Auge Armgard's entging nicht, daß etwas zwischen den Beiden vorgefallen sein mußte, sie ahnte aber nicht, wie weit Felix sich von dem erwünschten Ziele entfernt hatte. Unterdessen fanden sich auch die Uebrigen ein, zuletzt Brunow und seine Begleiterin. Jeder erzählte von dem, was er gesehen, wie weit er hinauf gekommen, wie viel die Zurückgebliebenen versäumt batten. Die Zeit verging unter frohen Gesprächen, mit Scherz und Spiel, keine Wolke trübte den heitern Himmel, und kein Schatten die Sonne dieses Tages, wenn auch zuweilen die Zerstreutheit Madeleinens auffiel, so konnte sie doch keinen Einfluß auf die allgemeine Heiterkeit üben: und wenn Armgard's Blick fragend von der Nichte zum Sohne streifte, so fand sie weder in Madeleinens blassen Zügen noch in Felix über müthigem Lachen die richtige Antwort auf ihre stumme Frage. Ein anderes Auge ruhte auch zuweilen auf dem jungen Mädchen, und ihm entging nicht das Leid in dem schönen Gesichte. (Fortsetzung folgt.) beil histe grün Fur Anst ten reiblicher Art gegen das ein Faustschlag unbeschr Recht jedes Menschen. Allein die Art der B dung dieses Verfahrens von Seiten eines boben Stahtrathes ist noch empörender. Dieser hat die Stifrne zu sagen:„Der Verwaltungsrath habe die ge für die religiöse und sittliche Erziehung der altskinder übernommen und könne sich daher von Eltern einzelner Zöglinge in dieser Beziehung nicht überfluthen lassen." Hätte ein russischer Stadrath von Wanschau armen Waisenkindern gegenüber dieses geschnieben dann konnte man sich nicht besonders darüber wundern, allein da das nich: der Fall ist und jene Leute, welche solches erklärt, an den Ufern des Bodensee's leben, Be wohner eines Landes sind, in welchem ein Gesetz besteht, das lautet:„In welcher Religion die Kinder erzogen werden sollen, bestimmt bei ehelichen Kindern der Vater, bei unehelichen die Mutter," so ist eine derartige Hand lungsweise eine unerhörte und schmachvolle. Die ganze Welt spricht von dem sinanziellen Krache in Konstanz, nun kann auch von dem Krache geredet werden, den die einfachsten Grundsätze der Freiheit in jener Stadt erlitten. Oesterrei —a— Oesterreich. 30. Juni. Wie lange wird der Kaiserstaat im Orient=Kriege noch passiv bleiben und mit seiner theilweisen Mobilisirung sich begnügen können? Wie es scheint, nicht mehr zu lange. Der Eintritt Serbiens in die Action ist nämlich nunmehr die Frage weniger Stunden. Es ist ausgemacht, daß nächstens ein großes russisches Corps vom rumänischen Donau=Ufer auf das serbische bei Kladowa übersetzen wird, um im Bunde mit den mobilisirten Milizen Serbiens die Türkei bei Widdin zu beschäftigen, event. um über Nisch nach Sofia vorzu dringen. Die Habsburgische Monarchie kann angesichts dieser Vorgänge kaum als unbetheiligter Zuschauer Gewehr bei Fuß dastehen, sie geht einer furchtbar entscheidungs vollen Zukunft entgegen. Denn die Tage des Türken auf europäischem Boden sind gezählt, und über der Theilung seines Erbes wird erst das schauerlichste Kriegsfeuer entbrennen, dem auch wir nimmermehr fern bleiben können. Bei solchem Ernste der Lage wagt unsere verjudete Wiener Journalistik, wohl die verkommenste der Welt, den Feinden Oesterreichs zulieb, dem Publicum den Wauwau einer „katholischea Liga“ vorzuführen. Um von andern Blättern zu schweigen, führte gestern die„Neue Fr. Pr.“ in einem Leiter den Gedanken aus: Mac Mahon strebe unter der Aegide des Papstes nach einer Triple Allianz zwischen Frankreich, Oesterreich und England. Es ist Sustem in der Verbreitung dieser Parole, die seit Wochen zugleich in Italien, Preußen, Oesterreich und bei den Rothen Frankreichs feilgeboten wird; und wir gehen wohl nicht irre, wenn wir dahinter ein mot d'ordre der europäischen Geheimbünde suchen, die mit aller Gewalt Frankreich in den Culturkampf oder in einen Krieg hineinhetzen wollen und darüber auch die alten Pläne der Vernichtung des katholischen Oesterreichs aus führen möchten. Wir haben da wieder das„Delenda est Austria“ Mazzinis.„Oesterreich muß vernichtet werden." Doch wer weiß? Vielleicht erweist sich das alte Donau=Reich lebenszäher, als die Welt meint.— Die Untersuchungen wegen„Landes=Preisgebung" gegen unsere Rubel=Czechen in Böhmen gehen lustig voran, kürzlichst sind wieder vier Gemeinde=Vertretungen wegen übergroßer Liebe zur Knute vor Gerichtgezogen wor den. Uebrigens bereuen nachgerade die Czechischen„Führer“ den Unsinn ihrer anti=päpstlichen und schismatisch=russischen Demonstrationen; denn hierdurch haben sie nicht nur die treu katholischen Czechen Mährens, gegen 2 Millionen, vollständig abspenstig gemacht, sondern auch den böhmischen Klerus und Adel, ohne welche sie Nichts ausrichten können, von sich gestoßen. Die Erklärung des Grafen Klam=Martinitz gegen jenen rabiaten Fanatismus hat großen Eindruck in ganz Böhmen gemacht; und wenn der Klerus festhält, so sind die Jung= und Alt=Czecen verloren, was auch kein Schaden ist, denn die Einen sind gerade so übel, wie die Andern. Darum suchte der Dr. Rieger, der Absender der berüchtigten Aksakov=Adresse, in einer Rede am 26 d. M. den Klerus wieder anzuziehen, ob mit Erfolg, steht sehr in Zweifel. Das Volk aber schämt sich über die„kindischen Demonstrationen", zu welchen es sich verlocken ließ, und in denen es seine politische Unmündigkeit zur Schau stellte.— Italien kauft in unserem ehemaligen Lombardo=Veneto viele Pferde auf; es gilt offenbar uns. Nun gut, wenn die Pomontesen wieder Schläge wünschen, so können sie dieselben diesmal von uns und von England haben. * Pest, 30. Juni. Unterhaus. Die Orientdebatte ist heute zum Abschluß gelangt, die Petition des Somogyer Komitats zu Gunsten der Erhaltung der Integrität der Türkei wurde der Regierung überwiesen. Frankreich. * Paris, 30. Juni. Der Moniteur sagt, die Führer der radicalen Coalition gingen damit um, die Artikel der ausländischen Presse, welche der französischen Negierung feindlich sind, in einer Broschüre zu vereinigen, so daß die heftigsten Ausfälle und namentlich die Correspondenzen, welche die radicale Partei nach Berlin geschickt habe, darin beisammen zu lesen sein würden. Diese Broschüre solle dann auf den Lande verbreitet werden, wo man seit dem 16. Mai den Leuten Angst zu machen suche vor einem Kriege, der angeblich dem Siege der Conservativen unausbleiblich folgen müsse.— Clement Duvernois, behauptet im„Soir" heute nochmals, daß Mac Mahon unter keinen Umständen und wie auch die Wahlen ausfallen mögen, vor 1880 von der Gewalt zurücktreten werde. Sollten die Wahlen wider alle Erwartungen nicht conservativ sein, so würde einfach der Conflict fortdauern und die Kammer veilleicht abermals aufgelöst werden aber der Marschall werde auf seinem Posten bleiben. Großbritannien. * London, 29. Juni. Unterhaus. Unterstaatssekretär Bourke erklärte auf eine Anfrage Power's, die Pforte behaupte allerdings, daß von den Russen Geausamkeiten im Kaukasus begangen worden seien, England ständen aber keine Mittel zu Gebote, jene Behauptung zu verifiziren, da sich ein englischer Militär=Attaché bei der russischen Armee in Asten nicht befinde. — Von dem Deputirten Drevelyan wurden mehrere Resolutionen beantragt betreffend die Einführung eines gleichförmigen Wahlrechtes und eine anderweite Vertheilung der politischen Gewalt zum Zweck der Herstellung einer besseren Verteetung der Wähler. Diese Resolutionen wurden nach einer langen Debatte, während welcher Göschen Namens der Regierung gegen dieselben sprach, Hartington dieselben lebhaft verthei digte, mit 276 gegen 220 Stimmen abgelehnt. Oberhaus. In Beantwortung einer Anfrage Lord Stan ley's erklärte Staatssekretär Derby, der englische Militar Attachs bei der russischen Donauarmee, Oberst Wellesley, habe keine spezielle Instruktion über Grausamke ten der Russen zu berichten; derselbe würde aber zweifelsohne über etwaige Ausschreitungen Bericht erstatten, denn es sei die Pflicht eines jeden MilitärAttachés, in seinen Berichten Tyatsachen von Interesse zu erwähnen. * London, 1. Juli. Gestern wurde die angekündigte Ausstellung von Schutzmarken eröffnet, der Eröffnung der Ausstellung wohnte eine größere Anzahl von Mitgliedern des diplomatischen Korps bei. Das Markenschutzgesetz ist mit dem heutigen Tage in Wirksamkeit getreten. Zum Zweck der Herbeiführung eines internationalen Systems für die Eintragung der Schutzmarken haben sich mehrere englische Comites gebildet; dieselben fordern zur Erreichung des von ihnen angestrebten Zieles zur Bildung ähnlicher Comites im Auslande auf Der russich=türkische Krieg * Die bereits erwähnte Proclamation. welche Kaiser Alerander an die Bulgaren erlassen hat, lautet:„Bulgaren! Meine Truppen haben die Donau überschritten und rücken heute in euer Gebiet ein. auf dem sie schon mehrmals für die Verbesserung des Looses der christlichen Bewohner der Balkanhalbinsel gekämpft haben. welche treu den alten historischen Traditionen, imner neue Kraft schopften aus der innigen vielhundertjährigen Verbindung mit dem rechtgläubigen Volke Rußtands. Meine Vorfahren sind durch ihren Einflaß und ihre Waffen dazu gelangt, nach und nach das Geschick der Serben und Numänier sicher zu stellen, indem sie sie zu einer neuen politischen Existenz aufriefen. Die Zeit und die Umstände haben die Sympathie Rußlands für seine Glaubensgenossen im Orient nicht verändert. Rußland hegt noch immer dieselbe Lebe, dieselbe Sorge für alle Glieder der großen christlichen Familie auf der Balkanhalbinsel. Jch habe meiner Armee unter dem Kommando meines Bruders, des Groß fürsten Nicolaus, die Mission anvertraut, die heiligen Rechte eurer Nationalität, welche die unveränderlichen Grundbedingungen der friedlichen und regelmäßigen Entwickelung jeder bürgerlichen Eristenz sind, sicher zu stellen. Diese Rechte habt ihr nicht er worben durch die Gewalt des bewaffneten Widerstandes, sondern um den Preis von vielhundertjährigen Leiden, um den Preis des Blutes von Märtyrern, das seit Jahrhunderten den Boden eures Vaterlandes getränkt hat. Einwohner Bulgariens! Die Absicht Rußlands ist nicht zu zerstören, sondern zu erbauen. Rußland ist durch Beschluß der Vorsehung berufen, um alle Nacen und alle Kulte in den Theilen Bulgariens, wo Einwohner von verschiedener Abstammung und verschiedenem Glauben leben, zu versohnen und Frieden zwischen ihnen zu stiften. Nunmehr werden die Waffen Rußlands jeden Christen gegen jede Gewalt thätigkeit schutzen. Keine Verletzung seiner Person oder seines Eigenthums, wer dieselbe auch begangen habe, wird ungestraft bleiben. Jedem Verbrechen wird die Strafe folgen. Nicht die Rache leitet uns bei unserm Handeln, sondern die strengste Ge rechtigkeit und der feste Wille, nach und nach Ordnung und Recht da herzustellen, wo bisher Ungednung und Willkür geherrscht haben. Und ihr Muselmänner in Bulgarien! Ich richte an euch eine heilsame Warnung. Es ist mir peinlich, die Erinne= rungen an die Verbrechen und Grausamkeiten wach zu rufen, deren sich mehrere unter euch gegen wehrlose Christen schuldig gemacht haben. Diese Grausamkeiten können nicht vergessen werden, aber die russischen Behörden werden nicht Alle für die Verbrechen Einzelner verantwortlich machen. Die gesetzmißige und unparteiische Gerechtigkeit wird allein die Schuldigen treffen, welche ungestraft geblieben sind, obwohl ihre Namen eurer Re gierung vollkommen bekannt waren. Erkennet heut die Gerech tigkeit Gottes an, welche euch getroffen hat, um euch vor seinem Willen zu beugen. Richtet eure gesetzmäßigen Forderungen an die Behörden, welche überall werden eingesetzt werden, wo meine Truppen sich befinden; werdet friedliche Bürger, bereit, an den Wohlthaten einer geregelten Verwaltung Theil zu nehmen. Eure Existenz, euer Besitz, euer Leben, eure Ehre und eure Familien werden uns heilig sein. Christen in Bulgarien! Jhr erlebt einen denkwürdigen Tag: die Stunde der Befreiung von der Willkür der Muselmänner. Gebet der Welt ein Beispiel christlicher Liebe, vergesset den früheren inneren Zwiespalt, indem ihr die legitimen Rechte einer jeden Nationalität auf das Strengste respektirt, vereinigt euch mit euren Glaubensgenossen in dem Gefühle der Eintracht und der beüderlichen Liebe, welche allein feste Grundlagen für einen starken Bau darbieten. Schaaret euh eng um die russische Fahne, deren Siege schon so oft an der Donau und im Balkan einen Wiederhall gefunden haben. In dem Naaß=, als die russischen Truppen in das Innere des Landes vorrücken, wird die türkische Nacht durch eine geordnete Verwaltung ersetzt werden. Die Einwohner selber werden alsbald berufen werden, an derselben thätig Theil zu nehmen unter der Oberleitung der Spezialbehörden. Neue bulgarische Legionen werden den Kern einer lokalen Armee bilden, welche bestimmt ist, die Ordnung und die Sicherheit aufrecht zu erhalten. Der Eifer, den ihr zeigen werdet, um eurem Vaterlande treu zu dienen und die Unparteilichkeit, welche ihr bei Erfüllung dieser großen Pflicht an den Tag legen werdet, werden der Welt den Beweis liefern, daß ihr des Looses würdig seid, welches euch Rußland schon seit so vielen Jahren und um den Preis so großer Opfer vorbereitet hat. Gehorchet den russischen Behörden, folget gewissenhaft ihren Weisungen, das wird eure Stärke und euer sein. In Demuth bitte ich Gott, uns den Sieg über die Feinde der Christenheit zu verleihen und unsere gerechte Sache zu segnen. Alexander.“ * In Europa und Asien folgen jetzt die Schläge rasch auf einander. Nun, da mindestens 50,000 Russen bereits oberhalb Rustschuk über die Donau gegangen sind und vielleicht ebenso viele in der Dobrudscha vorrücken, werden die Entscheidungskämpfe nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es sei darum kurz hervorgehoben, welche Streitkrafte sich an der Donau gegenüberstehen. Zwischen Braila und Giurgewo standen drei russische Corps, das 4., 7. und 14., also ungefähr 100,000 Mann, von denen das 14. und vermuthlich auch das 4. bereits in der Dobrudscha sich befinden. Diesen gegenüber stehen die Türken in der Dobrutscha mit 15,000, in Silistria und Umgebung mit 22,000, in Turkukai mit 7000, in Rustschuk mit 14,000, in Schumla mit 20,00 und in Varna mit 8000 Mann. Zwischen Gurgewo und Turnu=Magurelliwaren vier russische Corpo, das 8., 9., 11. und 12., also ungefahr 120,000 Mann, echelonirt, welchen wieder 3 000 Türken in Sistow, 8000 Mann in Nikopolis und 3000 Mann in Tirnowo gegenüberstehen. Das 8. russische Corps hat am 27. d. Sistow besetzt. Zwischen der Aluta und der österreichischen Grenze bei Orsova hat die rumänische Armee mit höchstens 40,000 Mann und ihr gegenüber die Türken von Rahova bis Widdin mit etwa 30,00) Mann Stellung genommen. Es steht demnach den Russen und Rumänen mit mindestens 290.000 Mann eine türkische Armee zwischen Donau und Balkan von 130.00) Mann entgegen welche allerdings durch die südlich vom Balkan aufgestellten Truppen und Irregulären eine Verstärkung von etwa 30,000 Mann erhalten kann. * Der„Polit. Corresp." wird aus Bukarest gemeldet: Kaiser Alexander nahm in einem Wirthschaftshofe, genannt „Dracia", bei Turnmagurelli Quartier. Das Hauptquartier des Großfürsten Nicolaus befindet sich in Sistowo. Derselben Correspondenz wird aus Belgrad berichtet, daß, wie dort verlaute, die Skupschtina nur kurze Zeit tagen werde. Im Falle sich in derselben eine starke Opposition geltend machen sollte, wäre ihre Auflösung seitens der Regierung beschlossen. Weiter wird aus Belgrad vom 30. gemeldet: Fürst Milan ist heute früh mit dem Dampfer„Deligrad" über Semendria nach Kragujewacz abgereist, um morgen die Skupschtina mit einer Thronrede zu eröffnen. Die Minister sind bereits gestern in Krajugewacz eingetroffen. *Athen, 30. Juli. Dem„N. W. Thl“ wird gemeldet: Die Kammer hat 3 Mill. an Kriegssteuern bewilligt. Morgen wird über die Anleihe von 40 Millionen berathen. * Konstantinopel. 30. Juni. Die„Deutsch. Zto“ meldet: Ein türkisches Geschwader von 10 Schiffen ist vor Kanea ange kommen.— Die bei Sofia stehende Reservearmee hat sich in Bewegung gesetzt. * Konstantinopel, 1. Juli. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat den Vertretern der Pforte im Auslande folgende Mittheilung zugehen lassen: In Folge der Kämpfe, welche jüngst in der Nähe von Batum statthatten, haben die Russen die Positionen, welche sie auf der Bergkette von Sampa inne hatten, räumen müssen. Außerdem haben die kaiserlichen Truppen nach einem siegreichen Kampfe die Höhen von Khussuhan besetzt. Die Russen wurden bis in ihre Verschanzungen von Dgihanguir verfolgt. Tschuruksu ist in unserm Besitz. Der Kampf dauert fort. Ferner hat der Minister des Auswärtigen an die Vertreter der Pfocte noch folgende Mittheilung gerichtet: Ich übersende Ihnen anliegend ein Resume eines Telegrammes, welches der General=Gouverneur von Erzerum an den Sultan gerichtet hat. Dasselbe berichtet von neuen Grausamkeiten, welche die Russen in Ardahan begangen haben. Am Tage ihres Ein zuges in Ardahan schossen sie auf das dortige Hospital, ohne auf die auf demselben befindliche Flagge Rücksicht zu nehmen, wodurch viele Kranke und Verwundete getödtet wurden. Ferner haben die Russen, um dafür Rache zu nehmen, daß Einwohner von Avillar in unserer Armee dienen, die Angehörigen derselben mißhandelt. Die Familie des Untergouverneurs von Zaruchad, welcher sich in unserem Dienste in Kars befindet, hat von den Russen eine unwürdige Behandlung erfahren und ist in Rußland internirt worden. Außerdem haben die Russen die Dörfer Djezra und Hadsi Tschiftlik, unter dem Vorwande, daß einige Einwohner derselben Spionage trieben, geplündert und die Bewohner, nachdem sie dieselben selbst ihrer Kleider beraubt hatten, nach Kars hie eingetrieben. Eine große Anzahl von Leuten ist, um solcher Behandlung zu entgehen, gezwungen, sich den Russen zu unterwerfen. * Vomeuropäischen Kriegsschauplatz liegen jetzt über die Räumung der Dobrudscha mehrere Berichte vor. den Rissen besetzt wor. ussischen Solber beakte= Hirsova ist ohne Kim 9 An Montaz 23. war es. als die 1Rhe Nan ließ demnach bei Vina Petres etn 18 unterh2.b Kilarasch eine Kosalenabtheilung über den Fluß setzen, die sich der Stadt langsam näherte, und als sie bemerkte, daß dieselbe tarahlich von den Türken verlassen worden war. d1v92 Gesit nahn. Hinter der Stadt. aus der zudem die meisten Einwohner ge= fluchtet sind. wurden einige verlassene Barackenlager aufgefun= den. die nach einer kurzen, aber vergeblichen Durchsuchung durh die Kasaken in Flammen aufgingen. Hier we en Witshin die turkschen Baschiboruks. bevor ne den Ort verließen. alles Vieh weggetrieben und von Lebensmitteln und benutheren Sachen mitgenommen haben, was sich eben ohne allzu grove Nuhe wegtragen ließ. Ueber den Donauübergang bei Sinnitza wird der „Frkf. Z.“ gemeldet: Am 27. d., Nachts un 2 Uhr, liefen die Pontons aus der Vede Mündung und gegen 3 begann die Ueberfahrt. Die Türken singen alsbald zu feuern an. Mehrere Vontons, jeder mit ca. 5) Mann, wurden getroffen und sanken unter. Um 4 Uhr. bei der Ausschffung stürmten die Türken von den Höhen bei Caverica und Vengrad auf die Landenden herab und wurden mit ihnen handgemein. Die Russen erschienen, da die türkischen Bomben den Vontons wenza Schaden zufügten, bald in Ueberzahl und die Türken zogen sich unter Zurück= lassung vieler Todten und Verwandeten kämpfend auf Sistowa und die benachbarten Höhen zurück. Um 5 Uhr landete der Großfürst Nikolaus(Sohn) mit dem General Dragomirow und meldeten sofort dem Zaren, der dem Bombardement von Niko= polis zusah, das Gelingen des Uebergangs. Der Kampf um Sistowa und die benachbarten Höhen dauerte bis 4 Uhr Nach= mittags. Gestern Nachmittag kam der Zar nach Sislowa dach kehrte er Abends zurück. Nikopolis ist in Brand geschossen und von den Türken geräumt. Es findet ein allgemeiner türkischer Ruckzug statt, zwei Meilen von Sistowa trafen die Kosaken heute keinen Feind mehr. Bei Turnu Magurelli soll, da die Feinde fort sind, ein zweiter Uebergang veranstaltet werden. Frühere, vorgestern Nacht dort gemachte Versuche sollen große Opfer gekostet haben. Fürst Carol geht nach Turn Severin. Aus einem längern Bericht der„Daily News" geht hervor, daß der Großfürst Nikolaus den Uebergang an dieser Stelle um jeden Preis anbefohlen hatte. Die russischen Verluste betragen tausend Todte und Verwundete. Der Oct des Uebersungs war mit großer Geschicklichkeit bis zum letzten Augenblick= geheim ge= halten worden und die fremden Militärbevollmächtigten waren alle abwesend. Es scheint, daß die Türken wachsam und tapfer waren, aber ihre Zahl war ungenügend. Hätten die Türken in Sistowa großere Truppenmassen gehabt, so wäre der Uebergang mißlungen. An neuern Nachrichten liegen noch folgende Telegramme des Tbl.“ vor. Aus Bukarest: Der Uebergang weiterer russischer Truppen über die Donau bei Simnitza dauert fort, die Turken haben sich ohne Kampf zurückgezogen und Sistowa geräumt.— Die bei Hirsowa über die Donau gegangenen Russen sind bis auf 40 Kilometer von Silistria vorgerückt.— In der vergangenen Nacht passirte ein russisches Schiff donauabwärts Widdin, ohne von den Türken bemerkt zu werden.— Aus Turnseverin: Morgen trifft von Girla aus Don Carlos hier ein.— Aus Kladowa: Das neunte russische Korps setzte in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag von Turmagurelli aus ebenfalls über die Donau, die Kosaken theilweise schwimmend. Es geht das Gerücht, Sistowa stehe in Flammen. Zwischen Kalafat und Widdin wird die Kanonade lebhaft fortgesetzt.— Aus Turnseverin: Fürst Karl von Rumäninn wird heute hier erwartet, Minister Bratiano ist bereits gestern hier eingetroffen. Beide werden mit Don Carlos dem Uebergange der rumanischen Armee über die Donau an der Mundung des Timok beiwohnen.— Aus Bukarest, 29. d. Großfürst Nikolaus hat das St. Georgskreuz 2. Klasse, Nipokoischitzky das 3. Klasse erhalten. Der Sohn des Großfürsten, welcher bei dem Donauübergang bei Simnitza zuerst den türkischen Boden betrat, wurde eben alls dekorirt. Die Russen haben Babadagh besetzt.— Nach der„Presse" sind die Russen bei Simnitza mit dem Bau einer Brücke beschäftigt. Telegramm der„N. fr. Pr“ aus Rustschuck: Die Russen eröffneten am 27. ein starkes Bombardement auf Rustschuck. Viele Häuser sind niedergebrannt. Das englische Konsulat ist zerstört. Die Türken haben viele Todte und Verwundete. Die Festungswerke von Rustschuk haben wenig gelitten.— Die russische Dampfmühle und das Frachtendepot in Giurgewo sind von den Türken in Brand geschossen. Unter'm 29. wird der„Frkf Ztg.“ aus Rustschuk gemeldet: Gestern von halb 6 bis halb 9 Uhr wurde Rustschuk beschossen. Die russischen Brandgeschosse zündeten ein Dutzend Häuser an. Es gab viele Todte und Verwundete. Das österreichische Konsulat wurde getroffen. Die Dampfmühle in Geurgewo wurde von den Türken in Brand geschossen, die Stadt jedoch auf Befehl geschont. Heute gehen alle Konsuln nach Varna. * Aus Bukarest. 1. Juli wird gemeldet: Kaiser Alexander begab sich von seinem Quartier in Dracia nach Simnitza und von da über die Donau und begab sih nach Sistowo. In Matschin ist bereits ein nationaler Munizipalrath eingesetzt worden, bestehend aus mehreren Bulgaren und Rumänen. Derselbe ist von den Einwohnern gewahlt worden. Ebenso ist eine provisorische Polizei= und Gerichtsbehörde daselbst konstituirt worden.— Nikopolis ist durch das Bombardement der Russen fast ganz in Asche gelegt worden. Ein Telegramm des„N. W. Tagebl.“ aus Orsowa vom 30. Juni meldet: Der Uebergang der rumänischen Armee über die Donau erfolgt wahrscheinlich von Girla nach Radujewatz über serbisches Territorium. Der Verkehr zwischen diesen beiden Orten ist bereits eingestellt. Alle Fahrzeuge in der Umgegend sind requirirt worden. * Ueber die jüngsten Operationen auf dem kleinasia tischen Kriesschauplatze wird dem„Reuter'schen Bureau“ von dessen Special=Correspondenten in Erzerum unterm 25. d. telegraphirt:„Nach dem Treffen bei Seidekan am 16. ds. zogen sich die Türken nach Delibaba zurück und die Russen nahmen Besitz von dem Delibaba=Passe und befestigten ihn. Da sich der russische rechte Flügel nach Kanlidan, seinem Hauptquartier, zurückgezogen, ertheilte Mukhtar Pascha dem Brigadegeneral Rachid Pascha telegraphisch den Befehl, mit neun Bataillonen von den zwölf, welche den türkischen linken Flügel bilden, nebst Chachin Pascha zu ihm zu stoßen. Mukhtar Pascha verließ in der Nacht des 17. d. sein Hauptquartier und begab sich nach Delibaba, um das Commando des rechten Flügels in Person zu übernehmen. Am folgenden Tage(18.) führte Chachin Pascha Mukhtar Pascha eine aus fünf Bataillonen Infanterie, zwei Batterieen Artillerie und zwei Cavallerie Reg mentern bestehende Verstärkung zu, so daß sich die Stärke des in Delibaba concentrirten türkischen rechten Flügels auf 19 Bataillone Infanterie, 5 Cavallerie=R gimenter und zwei Batterien Artillere belief. Die russische Streitmacht in dem Passe zählte 20,000 Mann mit 5 Batterien Artillerie. Am 20. d. fanden im Chaliage, mehrere Plänklergefechte statt und am 21. lieferte Mukhtar Pascha in dem Passe eine Schlacht. Der Kampf begann um 6 Uhr Morgens und endigte erst um 8 Uhr Abends. Zuerst gelung es Mukhtar Pascha, die Russen aus ihren Stellungen zu vertreiben, aber sie eroberten dieselben zurück und griffen den türkischen Stellungen auf den Anhöhen an Mehrere Angriffe der russischen Infanterie und Cavallerie folgten und die türkische Front gab fur eine kurze Zeit nach und ein nochmaliger russischer Angriff trieb sie auf das rechte Ufer des Stromes zurück. Die Türken eröffneten dann ein fürchterliches Artilleriefeuer auf die russischen Truppen und zwangen sie unter starkem Verlust zum Rückzuge. Die Türken räumen einen Verlust von 400 Todten und etwa die gleiche Anzahl von Verwundeten ein. Der russische Verlust soll indeß ungefähren Schätzungen nach mindestens das Doppelte dieser Zahl betragen. Am folgenden Tage(22.) lieferte Mukhtar Pascha abermals eine große Schlacht. Die russische Cavallerie mußte auf den Schanzen als Infanterie Dienste leisten, aber schließlich warfen die Türken sie zurück und verfolgten sie. Die Russen erlitten eine totale Niederlage und zogen sich in Unordnung nach Seidekan zurück. Der Kampf danerte 33 Stunden. Die Türken verloren den neuesten Berichten zufolge über 2000 Mann und die russischen Verluste sind noch beträchtlicher. Das türkische Hauptquartier befindet sich noch immer in Sevrin. Die Türken nehmen eine ausgezeichnete Stellung ein, die von vorn uneinnehmbar ist. Die Armee zählt dort 24 Bataillone mit 2 Batterien Artillerie. Am 24. Juni rückten die Russen gegen diese Stellung mit einem Corps von 16,000 Mann, dessen Gros sich in Saricamich befindet, fünf Stunden von Sewin, und dessen Vorhut in Yenitokay steht, vor. Es ist sehr wahrscheinlich, daß es in dieser Gegend zu einer Schlacht kommen wird. Die Türken erwarten angegriffen zu werden, und wenn der Angriff nicht versucht wird, wollen sie vorrücken und versuchen, dieses Corps zu zertrümmern. Aus Kars wird gemeldet, daß sämmtliche Angriffe der Russen auf diese Festung mit empfindlichen Verlusten für letztere zurück geschlagen wurden. Sir Arnold Kemball, der englische Militärbevollmächtigte, hat sich nach Delibaba begeben. Ismail Pasche der Gouverneur von Erzerum, ersetzt Mukhtar Pascha interi mistisch in dem Commando des Centrums während der Abwesenheit des Letzteren.“ Die oben als wahrscheinlich angekündigte Schlacht hat inzwischen stattgefunden, General Loris Melikoff hat am 25. d.4 das türkische Lager bei Sewin mit bedeutender Heeresmacht angegriffen. Beide Theile schreiben sich den Sieg zu. worder. enerkten. lagere. er Stadt 1abl6 1 nahn., hner ge= ufgefun= ung durb itschin verließen. nußhiren a große wird der liefen die ain die Nehrere sanken Türken andenden rschienen. zufügten. Zurück= Sistowa dete der rom und on Niko= mpf um hr Nach v1 dach sen und ürkischer en heute Feinde Frühere, *Opier Aus daß der im jeden tausend war mit heim ge= waren tapfer Fürken in ebergang imme des weiterer fort, die stowa geRussen Jn der abwärts Aus los hier setzte in relli aus vimmend. Zwischen setzt.— heute eingenge der 6 Timok aus hat lasse erDonau„wurde - Nach zu einer Alexan= Simnitza lowo. eingesetzt mnen. Der= so ist eine konstituirt Russen a vom e über ladujewatz sen beiden Umgegend hat in= m 25. d. nacht an= Ein russisches officielles Telegramm vom 30. Juni gesteht die in den letzten Tagen erlittenen Niederlagen ein; dasselbe lautet: Seidetan auf seine hinteren Stellungen zurückgeworfen hatte. gingen unsere Truppen, um sich nicht dem Feuer aus dem befestia ten turkischen Lager auszusetzen. Nachts in ihre Positionen zurück. Unsere Truppen fochten mit großem Heldenmuthe, erlitten jedoch wegen der Uebermacht des Feindes große Verluste. 6 Offiziere sind todt. 24 verwundet, von Soldaten sind 8 todt oder ver wundet. Bezüglich Bajasids, dessen Garniion von dem zehnfach überlegenen Feinde eingeschlossen ist. verlautet, daß alle zum Entsatz erforderliche Maßregeln getroffen sind. Ueber Konstantinopel 30. Juni wird gemeldet: Nach einer Depesche Derwisch Paschas aus Batum von gestern hätten die Türken sich der von den Russen besetzt gewesenen Höhen von Khoussuban bemächtigt, auch Tschuruksu wäre von den Türken Volkswirthschaftliches und Sociales. * Crefeld, 2. Juli. Der Deutsche Landwirthschaftsrath hat bekanntlich Schritte unternommen. um auf dem Wege der Gesetzgebung der überhandnehmenden Verfälschung der Lebensmittel beizukommen, und hat eine Denkschrift an das Reichskanzleramt gerichtet, in welcher zur Beurtheilung dieser heiklen Frage ein ausgiebiges thatsächliches Material beigebracht wird. Wie sehr mit der Landwirthschaft die gesammte Bürger schaft unter diesen Fälschungen leidet, dafür mag folgende sammenstellung sprechen: Die Verdünnungen der Milch durch Wasser sind bekannt. Nach der„Landwirthschaftlichen Presse“ berechnet sich das Quantum Wasser, welches allein in Berlin als Milch verkauft wird, auf 5—4 Millionen Liter, der Consum an Milch auf 36' Millionen Liter, d. h. 38,5 Liter pro Kopf. Dem Mehle setzt man Schwerspath, Gyps, Kreide. Marmorstaub hinzu. Dem Brodteich wird Alauneoder Kalkwasser beigemengt, um das Brod weißer zu machen, und Jalappenwurzel, um die verstopfende Wirkung des Alauns zu heben. Schlechter, verdorbener Kaffee wird gefärbt, sogar mit giftigen Farbstoffen. Im Stampfkassee finden sich Cichorien und Roggen. Im Cichorienpulver hat man wiederholt Ocker, Eisenoxyd, Ziegelmehl; im Cichorienkuchen mitunter alten Kaffeesatz. Baumrinde, ja, Erde nachgewiesen. Zur Chocoladenbereitung verwendet man mitunter anstatt der theuern Cacaobohnen als Zusatz Perubalsam oder Storax anstatt des Zuckers Melassesyrup oder Stärke. Zur Vermehrung der Masse fuhrt man derselben Mehl von Getreide, Hülsenfrüchten, Kastanien, gepulverte Cacaoschalen, Gummigips, Kreide hinzu. Anstatt der Cacaobutter, welche man aus der Masse entfernt, wird Schmalz, Fett und Pflanzenöl genommen. Gewürze werden in großem Maßstabe mit mineralischen und organischen Substanzen verfälscht. Um Baumöl zu imitiren, verfüßt man gemeines Rubol mit Bleimitteln. Schlechter Essig wird oft mit scharfen, brennenden Gewürzen so scharf gemacht, als wäre er abgezogen worden. Welche eklen Stoffe zur Butter Fabrication genommen werden, ist bekannt; Schmalz, Talg, gekochte Kartoffeln müssen mitunter die Masse vermehren. Um Liqueuren Ansehen zu geben, werden lebensgefährliche Färbe mittel angewandt. Zur Wurstfabrication mussen scheußliche, ungenießbare Abfalle, Fleischreste und Starkemehl dienen. Man hat sogar die seine Farbe der Cervelatwurst mittelst arsenikhaltigen Anilins hergestellt. Am übelsten aber ergeht es den Weintrinkern. Aus Wasser, Kartoffeln, Gerstenmalz=Rohrzucker, HeseWeinsäure, Weingeist, Malvenbluthen, Veilchenwurzeln, Hollun derblüthen, Tannin, Weinstein, Rosinen, Kinoe=Gummi, Himbeer saft, Hopfenl, Tamarinden, Melassensyrnp, Glycerin, jungen Rebenblüthen 2c. werden Hunderte verschiedener„Weine" ohne einen Tropfen Naturwein fabricirt. So viel ist nach einem Vortrage des Chemikers De. Ziurek gewiß, daß, um saures Bier trinkbar zu machen, Pottasche, Kalk oder Laugensalz verwendet wird, welches gefährliche Krankheitsfälle erzeugen kann. Natür lich ist die Liste der Lebensmittelfälschungen hiermit noch lange nicht erschöpft, sondern sie setzt sich bis ins Unalaubliche fort. Der Deutsche Landwirthschaftsrath hat in voller Erkenntniß der Wichtigkeit dieser Fragen die„Maßregeln", welche gegen die Ueberhandnahme der Verfälschung von Nahrungsmitteln anzu streben sind, abermals auf die Tagesordnung seiner diesmaligen Sitzungsperiode gesetzt. Rheinland und Westfalen. * Viersen, 30. Juni. Die„V. Ztg." berichtet: Zu einem hiesigen Arzte kam dieser Tage ein Mann aus Neersen, welchem ein Esel einen Arm furchtbar zerbissen hatte. Derselbe hatte dem Führer des Esels gegen das widerspenstige Thier Hülfe geleistet, worüber dieses so erboste, daß es nun seine ganze Wuth gegen denselben richtete, in seinen Arm sich festbiß und trotz der schwersten Schläge nicht zum Loslassen gebracht werden konnte. Der Verwundete erleidet große Schmerzen. □ Geldern, 30. Juni. Heute haben uns die Schwestern U. L. Fr. von Coesfeld, welche an der Bewahrschule thätig waren, verlassen. Die Schwestern an der Elementarschule hatten schon vor 4 Jahren ihre Thätigkeit einstellen müssen. Damit ist die letzte äußere Erinnerung an die guten Schulschwestern, welche 20 Jahre hindurch zum großen Segen unserer Gemeinde gewirkt haben, beseitigt— das verdanken wir dem Culturkampf. Aber der Culturkampf wird es nicht vermögen, das Andenken an die Schwestern aus den Herzen der Eltern und Kinder zu reißen.— Gestern Abend wurde den scheidenden Schwestern von den Bürgern der Stadt ein Ständchen gebracht und eine Adresse derselben überreicht, worin den Gesinnungen der Familienväter und Mütter Ausdruck gegeben wurde. Der Herr Dechant sprach den Schwestern in herzlichster Weise seinen Dant aus für alles Gute, was unter deren opferwilligen Thätigkeit in der Pfarre gewirkt sei und gab der Hoffnung Ausdruck, es möchten die Schwestern— nach nicht gar zu langer Zeit— wiederkehren. Er hatte gewiß aus den Herzen aller seiner Pfarrangehörigen gesprochen. Also auf Wiedersehen!— Die Schwestern werden sich im Laufe der nächsten Woche nach Amerika begeben. X Xanten, 1. Juli. Ihre Notiz in der vorigen Nr. der „Niederrheinische Volkszeitung", das neue hiesige katholische Lehrerinnen=Seminar und die am 13. d. Mts. stattfindende zweite AufnahmesPrüfung betreffend, ergänzen wir dahin, daß die stille Eröffnung der Anstalt am 14. d. Mts., die festliche gegen Ende d. Mts., nachdem die erforderliche Vorkehrungen getroffen, erfolgen wird. Den Bau und die Ein richtung des Seminars hat der kgl. Kreisbaumeister Herr Radhoff geleitet und ist das Ganze so gelungen, daß es dem genannten Herrn Architecten alle Ehre macht. Somit sind jetzt für unsere Provinz zwei Anstalten Saarburg und Xanten vorhanden, worin Candidatinnen des Elementarfaches seitens der Staatsregirung vollständig und gründlich, theoretisch und praktisch, für ihr Amt vorbereitet werden. Ob der bisherige Düsseldorfer Cursus nach Eröffnung der Anstalt auch noch fortbestehen bleibt, erscheint zweifelhaft, da derselbe nunmehr, wo eine vollständige SeminarAusbildung geboten, nicht mehr als nothwendig zu erachten. Es ist als ein für Erziehung und Unterricht ganz bedeutender Fortschritt zu betrachten und freudig zu begrüßen, wenn für die Folge in den beiden Anstulten einerseits für die Schule tüchtig unterrichtete und praktisch geübte weibliche Lehrkräfte erzogen werden, andererseits einer großen Zahl von Befähigten des weiblichen Geschlechts eine durch Staatshülfe erleichterte Gelegenheit zu einer ehrenvollen Berufsbildung sich darbietet— ein Umstand, der in unserer nach weiblicher Erwerbsthätigkeit suchenden Zeit gewiß der Beachtung recht sehr zu empfehlen it. * Rees, 28. Juni. Der„Westf. Ztg." wird von hier berichtet: Eine ganz erhebliche Anzahl Briefe und andere Postsendungen, welche auf einem angeklebten Zettel den amtlichen Vermerk tragen:„Der beiliegende Brief ist von einem Postunterbeamten widerrechtlich zurückbehalten worden,— Heinderf, PostInspector aus Düsseldorf—, wurden heute hiesigen Adressaten zugestellt. Sicherem Vernehmen nach hat ein junger Mann, der hier eine Zeitlang als Briefträger fungirt und im Herbste vorigen Jahres wegen unordentlichen Wandels als solcher entlassen wurde, die bezeichneten, ihm zur Bestellung übergebenen Poststücke einsach zurückbehalten. Als derselbe von hier abgereist war, um sich eine andere Beschäftigung zu suchen, übergab er einem Wirthe in Oberhausen seinen Koffer zur einstweiligen Aufbewahrung, ließ sich aber dort nicht mehr sehen und ist überhaupt seitdem verschollen. Vor einigen Tagen wurde der Koffer amtlicherseits geöffnet und fand man so die unterschlagenen, meistens aus dem dritten Quartale des vorigen Jahres datirten Postsendungen, die nunmehr erst an ihre Adressen gelangt sind. * Werden, 30. Juni. Die„Ess. Vztg." berichtet: In der Untersuchungssache gegen den früheren Verwaltungssecretair O... und die Ehefrau Kl... fand am verflossenen Dienstag hierselbst ein Verhör statt, wobei der Herr Staatsan walt persönlich anwesend war. Das Resultat der Vernehmung war, daß beide verhaftet und nach Essen abgeführt wurden. Es handelt sich bei dieser Angelegenheit um Unterschlagung städtischer Gelder, welche dem Vernehmen nach die Höhe von 20= bis 30,000 Mark erreicht. * Mettmann, 29. Juni. Die hiesige städtische Behörde hat sich, laut der„Elberf. Ztg.“ zur Uebernohme der Ackerbauschule, welche bislang in Cleve ihren Sitz hat, bereit erklart. * Köln, 30. Juni. Der„Köln. Vztg. wird mitgetheilt: Vor mehreren Tagen fand ein am Dom beschäftigter Arbeiter eine zunge Doble, welche sich zu frühzeitig aus dem Rest gewagt hatte. Der Arbeiter nahm den Vogel mit nach Hause, Severin Ktraße Nr. 60, und brachte ihn auf den Haufraum unter. Am andern Morgen um vier Uhr schon erschienen die beiden alten Dohlen. um die junge zu füttern. Von da an erscheinen sie regelmäßig mehrere Mal am Morgen, gegen Mittag und Abend um ihr gefangenes Junges zu ätzen, dem die Flügel gestutzt find, um einen Fluchtversuch unmöglich zu machen. Gester Morgen haben wir die geschäftigen Alten selbst geschaut, wie sie ab und zu flogen. Man muß staunen, wie bald es ihnen ge lang, ihr junges in dem Häusermeer, fast 13 Stunde vom Dom, nahe am Severinsthor, aufzufinden, und wie sie sich setzt sputen müssen, um ihre drei bis vier andern Jungen auch zu ver sorgen. Nach der letzten Nummer des„Kölner Domblatts" hat die 12. Dombaucollekte einen Reinertrag von 519.300 Mk. er geben. Für den Dombau sind im vorigen Jahre im Ganzen ver ausgabt worden 1,190,000 M. 54 Pfa., speciell für den Ausbau der Thürme(einschließlich des Werthes der aus den Beständen der Vorjahre zur Verwendung gekommenen Baumaterialen) im Ganzen 1,168,007 M. 78 Pfg. Ueberhaupt ist von 1861 bis Ende 1876 für die Thürme die Summe von 7.661,177 M. 7 Pfg. verwandt worden. Aus einer von dem Vorsitzenden des Central Dombau Vereinsvorstandes in der Sitzung vom 8. Jan. d. J. gemachten Mittheilung ergibt sich daß bei der letzten Dombau lotterie fünf Loose doppelt gedruckt und beide Exemplare in die eines hiesigen Agenten gekommen waren, daß dieser sich Anfangs geweigert hat, die Loose gegen Zahlung zurückzugeben, in Folge einer gerichtlichen Haussuchung aber zwei Loose zurück gegeben und die Ruckgabe der übrigen in Aussicht gestellt hatte * Köln, 30. Juni. In der gestern im Piusbau abgehaltenen Festversammlung zur Feier des Namensfestes unseres hochw. Herrn Erzbischofes wurde laut der„Koln. Bitg.“ folgende Glück wunsch Adresse beschlossen: Erzbischöfliche Gnaden! Der Tag Jhres Namensfestes, der Tag an welchem die Kirche das so bedeutungsvolle Fest der Appostelfürsten Petrus und Paulus feiert, hat die katholische Burgerschaft Koln's in den Räumen des Pius Hauses versammelt, um Ew. Erzbischöflichen Gnaden die Versicherung unerschütterlicher Anhänglichkeit und Liebe zu erneuern. Tiefer Schmerz und Unwille fast ergreift uns bei dem Gedanken, daß es uns nicht vergönnt ist, Sie an dem heutigen Tage in unserer Mitte zu sehen; aber auf der andern Seite erfüllt uns auch ein Gefühl freudigen Stolzes, daß Gott in diesen Zeiten schwerer Bedrängniß für die Kirche auf den Erzbischöflichen Stuhl unserer Vaterstadt einen Bischof führte, der lieber im Gefängniß und im Auslande weilen, als auch nur um eines Haares Breite von dem Wege abweichen wollet, den Pflicht und Gewissen ihm vorzeichnet. Wir bitten am heutigen Tage zu Gott, daß er Ew. Erzbischöflichen Gnaden Kraft und Stärke verleihen wolle in den Drangsalen, die Sie nach gött lichem Rathschlusse zu erdulden haben, sowie daß er die Tage der Prüfung abkurzen und den geliebten Oberhirten recht bald in unsere Mitte zurückführen möge. * Köln, 30. Juni. Der weit über die Stadt hinaus bekannte allverehrte Proto=Vikar der hiesigen Domkirche, der hochw. Herr Wilhelm Küppers, ist gestern Morgen im Alter von 77 Jahren verschieden: beinahe fünfzig Jahre hindurch war der Verstorbene am Dome angestellt. K Bonn, 30. Juni. Ihre geschätzte Zeitung hat bereits früher darauf hingewiesen, wie nothwendig es sei, bei der jetzigen heißen Jahreszeit, sobald nach dem Stiche einer Fliege ein brennender Schmerz und eine Geschwulst entsteht, sofort trockne Hitze im Abstande anzuwenden und sich einem erfahrenen Arzte anzuverträuen, um einer vermuthlichen Vergiftung durch Leichen gift wirksam entgegenzutreten. Für Manchen mag es vielleicht auch wünschenswerth sein zu erfahren, daß man in Italien, um die besonders in Speisezimmern so lästigen Fliegen abzuhalten, einige Schnüre kreuz und quer an der Decke zu spannen pflegt. Auf diesen bleiben die Fliegen sitzen und kommen nie herab die Speisenden zu belästigen. Eine gelehrte Gesellschaft in London macht bekannt, daß ein unter der Zimmerdecke angebrachtes farbiges Netz. dessen Maschen sogar ¾ Geviertzoll weit sein konnen, hinreiche, die Fliegen darin festzuhalten. Der Grund hiervon liege in der starken Vergrößerung und dem kurzen Fokus der Augen dieser Insekten. Auch die jetzt so gebrauchlichen Fliegenfänger aus Glas kann man bedeutend wirksamer machen, wenn man den Spiritus, mit welchem sie gefüllt werden, mit einem oder zwei Tropfen Anisöl versetzt. Der an sich nicht unangenehm süßliche Geruch lockt die Insekten kraftig an und betäubt sie schneller. Wer eine nicht allzu empfindliche Nase hat, thut gut, ein Krümmelchen Kase hineinzulegen, nach welchem die Fliegen ungemein begierig sind. * Bonn, 30. Juni. Die„D. R. Z.“ schreibt: Soeben meldet man— und auch die den altkatholischen Kreisen nahestehende „Bonner Ztg." hat es aus sicherer Quelle vernommen—, daß vom Oberpräsidium in Coblenz die ConcessionsUrkunde für die Einrichtung des altkatholischen Dienstes in unserer alten Jesuiten=, bis jetzt Gymnasial=Kirche nunmehr eingetroffen sei. * Boppard, 29. Juni. Der„Elberf. Ztg.“ wird geschrieben: „Die hiesige Carmeliterkirche, deren Mitbenutzung seitens der Altkatholiken von dem Herrn Oberpräsidenten der Rheinprovinz bisher nur für ganz bestimmte Stunden erlaubt worden war, soll auf den Antrag des Vorstandes der altkatho lischen Gemeinschaft nunmehr der letztern zur unumschränkten Benutzung überwiesen worden sein, weil von den Angehörigen der römisch=katholischen Gemeinde die gedachte Kirche seit der Mitbenutzung durch die Altkatholiken nicht mehr betreten wurde. Eine anderweite Regulirung wird erst dann wieder eintreten, wenn die römisch katholische Gemeinde erklären sollte, die Carmeliterkirche gemeinschaftlich mit den Altkatholiken benutzen zu wollen. Ueber die Vertheilung der in der qu. Kirche befindlichen Paramente rc. schweben noch die Verhandlungen." * Cochem, 28. Juni. Die heutige Nummer des hiesigen Organs bringt die Allerhöchste Genehmigung Sr. Maj.. des Kaisers, daß dem Tunnel der Name Kaiser Wilhelm Tunnel beigegeben wird. Das große Werk hat also nunmehr seinen Nam n. Derselbe ist nicht ganz nach dem Wunsche eines liberalen Blattes ausgefallen, dessen Spezial Correspondent für die Coch mer Tunneleröffnungsfeierlichkeit im Monat Mai sich zu folgen der Phrase am Schlusse des Berichtes verstieg:„Es würde sih noch darum handeln, dem vollendeten Werke einen Namen bei zulegen, welches den hervorragenden Platz gebührend kennzeichnet, den es unter den Bauten aller Völker und aller Zeiten ein nimmt: wir wüßten wohl einen zu nennen, durch welchen dieser Zweck nicht nur erreicht, sondern gleichzeitig für die kommenden eschlechter ein Hinweis gegeben würde auf die große Zeit, in welcher der Tunnel entstanden, auf den erhabenen Fürsten (Bismarck?), unter dessen schirmender Hand dieses Werk, das nicht minder Förderung friedlicher Interessen wie zum Schutz gegen feindliche Angriffe dienen wird, ausgeführt wurde; der Name lebt in allen Herzen(aber wie?) und schwebt auf allen Lippen als der höchste(!) Begriff(?) dessen, was hier auf Erden rühmens- und preisens werth ist." * Saarbrücken, 29. Juni. Harry Kaulitz, der jugend liche socialdemokratische Agitator, welcher nebst seinem Collegen Hackenberger in letzter Zeit zahlreiche Versammlungen in der hiesigen Gegend abhielt, ist am 26. d. M. in Malstatt, wo einsocial=demokratische Versammlung stattfinden sollte, verhaftet und in das hiesige Justiz=Arresthaus eingebracht worden. Die Festnahme erfolgte, laut der„Saarbr. Ztg.", auf Befehl des Untersuchungsrichters, weil Kaulitz in früheren Versammlungen in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Bevölkerungsklassen zu Gewaltthätigkeiten gegen einander öffent lich aufgereizt und entstellte Thatsachen öffentlich behauptet habe. rc.(§§. 130 und 131 des St.=G.=B.) Gegen Kaulitz soll auch von Seiten des Bürgermeisters von Malstatt=Burbach StrafAntrag wegen Beleidigung gestellt sein. Derselbe ist übrigens bereits nach dem ersten Verhor vor dem Untersuchungsrichter vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt worden. * Münster, 28. Juni. Der„Köln. Vztg.“ wird geschrieben: Heute Vormittag ist der frühere Lehrer Johannes Hoffmann, seit Kurzem Redakteur des„Westf. Merkur", in Ausführung eines lange vorbereiteten Entschlusses, förmlich in den Schooß der katholischen Kirche zurückgekehrt, indem er in der St. Ludgeri Kirche in die Hände des Hrn. Präses Kömstedt das Glaubensbe kenntniß ablegte. Zu dem feierlichen und in unserer Zeit doppelt erfreulichen Acte hatten sich zahlreiche Theilnehmer namentlich aus studentischen Kreisen eingefunden. Y Münster, 30. Juni. Man ist jetzt endlich mit Eifer be schäftigt, die Vorarbeiten zur Grundsteinlegung unserer neuen Akademie auszuführen. Die Feier soll noch im Monat Juli vor sich gehen und werden zu derselben studentischerseits schon be deutende Arrangements getroffen. Münster, 30. Juni. Die gestern eröffnete VII. allgemeine Geflügel Ausstellung des westfälischen Vereins für Logelschutz Geflügel= und Singvogelzucht erfreut sich einer sehr starken Frequenz. Die Ausstellung ist jedoch auch, wie aus dem 724 Nummern umfassenden Ausstellungs=Catalog ersichtlich, be sonders mit Hühnern(177 Stämme) und Tauben 410 Paar) sehr reichlich beschickt. Eine besondere Anziehungskraft scheinen die von Mülheim übersandten Kafer und Larven des Kartoffel käfers zu besitzen, welche, obwohl nota bene nicht unter dem Schutze des Vereins stehend, während der Ausstellungszeit den Besuchern gezeigt werden. Ich glaube mir bei dieser Gelegenheit die Bemerkung erlauben zu müssen, daß es gar greu nunt den Ausroßtungsmaßregeln kontrastirt, wenn man steht. Abie das schädlich= Jnsekt nach allen Richtungen der Windrose an öffent= liche sind Privatsammlungen versandt wird. 1 Münster, 3. Juni. Soeben durcheilt die schufferzliche Trauserbotschaft von dem unerwarteten Hinscheiden, sich das wohl sagen, unseres geachtetsten, weit über die Arnzer unsester Provinz und Deutschlands rühmlichst bekhienten, Bürsters der Stadt. Der berühmte Astronom und Mathchnatiker Professor Dr. Heis ist heute Morgen 8½ Uhr aus nesem Leben geschieden, ein Schlagankall hat seiner fruchtbrinenden orbene etenen Thätigkeit ein unerwartet schnelles Ziel gesetzt. Der Ver warz obwohl an den Folgen eines schon früher aufge Schlaganfalls leidend, bis zu seinem Tode im Vollbesitze seiner geistigen Fähigkeiten. Noch in den letzten Tagen hatte derselbe in gewohnter Weise an der hiesigen Akademie in den beiden Disciplinen Astronomie und Mathematik unterrichtet und wer hätte angesichts der, wie immer, klaren, durch an ziehende Beispeile gewürzten. Darstellungsweise ahnen sollen, daß der wegen seines jovialen Charakters hochgeschätzten Lehrer schon so bald von dem Schauplatze seiner irdischen Thätigkeit abberufen werden könnte. Professor Heis, geboren am 18. Februar 1806 zu Köln, war nach einem 6 semestrigen, den Naturwissen schaften und der Mathematik an der Bonner Universität gewid= meten Studium, zunächst vom Jahr 1827—187 als Lehrer der Mathematik und Physik am dortigen Friedrich Wilhelms=Gym= nasium thätig und erhielt sodann eine Oberlehrerstelle an der Real= und Gewerbeschule in Aachen, woselbst er in der Mathematik, Chemie und Physik unterrichtete. Im Jahre 1852 einem Rufe als Professor der Astronomie und Mathematik nach Münster folgend, war er stets eine Zierde, sowohl der hiesiten Akademie, wie auch des gesammten deutschen Gelehrtenstandes. Ich muß darauf verzichten, die wissenschaftlichen Leistungen des berühmten Todten einzeln nahmhaft zu machen; es wird genugen, daß dessen, in unzähligen Auflagen erschienene„Aufgaben sammlung der Arethmetik und Algebra“, wie auch der Atlas der Sternkunde vom Ministerium für den Schulgebrauch angelegent lichst empfohlen worden. Professor Heis war ein treuer Sohn der katholischen Kirche und hat auch in den Culturkampfsjahren mit aller Entschiedenheit Partei für seine vielgeschmähte Mutter ergriffen. Wir wünschen ihm aus vollster Seele ein R. I. e3° Holzheim, 29. Juni. Beim hiesigen Schützenfeste ereignete sich diesen Nachmittag gegen ½1 Uhr das beklagenswerthe Unglück, daß ein hiesiger Einwohner überritten und so schwer verleyzt wurde, daß er gegen 6 Uhr bereits verschied. Der Verunglückie hinterläßt eine Wittwe und fünf Kinder, denen die allgemeinste Theilnahme geschenkt wird. □ Aus Rassau, 30. Juni. Wie in früheren Jahren bei Anwesenheit des Kaisers, so findet heuer zu Ehren des hohen GHastes in Ems von den Rudervereinen zu Frankfurt, Bonn, Koln u. a. auf der Lahn eine Regatta statt und zwar morgen, den 1. Juli, um 5 Uhr Nachmittags. Es sind für die Sieger drei große Preise ausgesetzt.— Der Diener des pol nischen Rabbi in Ems, der seinem Herrn mit 8000 Rubel ent laufen war, ist in Hamburg, als er eben das Schiff besteigen wollte, verhaftet worden. In seinem Besitze befanden sich noch 7000 Rubel.— Am Donnerstag wurde Abends 6 Uhr vor der bischöflichen Wohnung zu Limbung das„Absetzungsur theil" des Herrn Bischofs Dr. Peter Joseph Blum angeheftet. Der Eingang des 12 Bogen langen Schriftstückes lautete:„Im Namen des Königs. In der Untersuchungssache, betreffend das Verfahren auf Entlassung aus dem Amte gegen den Bischof von Limburg Dr. theol. Peter Joseph Blum hat der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten in seiner Sitzung vom 13. Juni 1877, an welcher Theil genommen haben(folgen die Namen) für Recht erkannt:„daß der Angeschuldigte, Bischof Dr. thool. Joseph Peter Blum, schuldig, die auf sein Amt und seine geist lichen Amtsverrichtungen bezuglichen Vorschriften der Staaisgesetze und die in dieser Hinsicht von der Obrigkeit innerhelb ihrer gesetzlichen Zuständigkeit getroffenen Anordnungen so schwer ver letzt zu haben, daß sein Verbleiben im Amte mit der öffentlichen Ordnung unverträglich erscheint und daß derselbe deshalb aus dem Amte als Bischof von Limburg zu entlassen, ihm auch die Kosten des Verfahrens aufzulegen."— Endlich hat den Caplan Petry in Weißkirchen auch die Nemesis in Gestalt einer Regierungsverfügung erreicht, wonach er innerhalb drei Tagen den Obertaunus, Maingau= und den Frankfurter Stadtkreis zu verlassen hat. Ende Juli hat er sich jedoch in Königstein wegen undefugten Messelesens und Beichthörens zu vertheidigen. * Erlangen, 28. Juni. Vor einiger Zeit lief die Notiz durch die Presse, der„altkatholische Pfarrer" hierselbst habe seinen Wirkungskreis verlassen. Jetzt schreibt man darüber der„Germania":„Von bestunterrichteter Seite wird mir mitgetheilt, daß der frühere„altkatholiche" Pfarrer für Franken, Venang Arnold in Erlangen, auf der letzten Bonner Synode seinen Aus tritt aus dem„Altkatholicismus" erklärt hat. Er hat bereits, da er vordem Ordensmann war, seinen General Obern in Rom um Wiederversohnung mit der Kirche und dem Orden gebeten. Zur Zeit befindet er sich auf der Reise nach einem Kloster in Bayern, von dessen Oberen die Bedingungen seiner Wieder aufnahme zu vernehmen er angewiesen worden ist.“ * Heiligenstadt, 30. Juni. Der„Germania" wird geschrieben:„Der Herr Dechant Leineweber in Uder, der wegen Ertheilung von Ehedispensen bis zum 1. Febrauar eine einjäh rige Gefangnißstrafe zu verbüßen gehabt, hat jetzt eine vom 21. d. datirte Vorladung vor den sogenannten„Gerichtshof für kirch liche Angelenheiten" auf den 30. d. mit einer von dem ConsiKorialrath Nitze zu Magdeburg als Vertreter der Stantsanwaltschaft gefertigten Anklage vom 2). Februar d. J. erhalten, welcher mit der Anschuldigung schließt, daß der Angeklagte als Kirchendiener die auf sein Amt bezüglichen Vorschriften der Staatsgesetze so schwer verletzt habe, daß sein Verbleiden im Amte mit der öffentlichen Ordnung unverträglich erscheine. Das Urtheil ist heute in bekannter Weise erfolgt und lautete auf „Amtsentsetzung." Lokales. Crefeld, 2. Juli. Das gestrige Sommerfest des Gesangvereines„Concordia" hatte die Gartenanlagen der Centralhalle mit einer Menge fröhlicher Menschen gefüllt, die in der Kühle von schattenbringenden Bäumen der prächtigen Musik der Crefelder Kapelle lauschten. Später trug der Verein unter der Halle mehrere Lieder vor, welche von guter Schulung der Zänger unter geschickter Direktion zeugten und von dem Publikum mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Der nachsol gende Ball fesselte bis zu später Stunde die Fröhlichen. Das ganze Fest trug den gemüthlichen Charakter, der alle Feste des in gutem Ansehen stehenden Vereines auszeichnet.— Leider vurde das Fest durch einen Zwischenfall gestört,(den wir nicht unerwähnt lassen dürfen) und zwar von einer Seite, von welcher man sonst dazu berufen ist, für Ordnung zu sorgen. Gegen 7 Unr erschienen nämlich vier Polizeidiener im Garten der Cenlhalle. Vom Vorstande in der zartesten Weise gebeten, das total zu verlassen und wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dir sie sich in einer geschlossenen Gesellschaft befanden, norten sich die Polizei=Officianten daran nicht, gaben Erwide ungen in einer Weise, welche den Unwillen der Umstehenden mit Recht hervorrriefen und setzten sich sodann recht breit an men Tisch und forderten Bier, welches ihnen jedoch verweigert wurde. Dieses Manöver dauerte eine volle Stunde und rief bei der sonst so gemüthlich heitern Gesellschaft eine unangenehme Aufregung hervor. Wir sind überzeugt, unsere Löbliche Polizei behörde, welcher der unerquickliche Vorfall zur Kenntniß gebracht werden wird, wird ihren untergeordneten Organen die nöthigen Unterweisungen nicht vorenthalten, wie sie sich in einer ge schlossenen Gesellschaft zu verhalten und zu benehmen haben und dem gestrigen Verhalten der vier Polizeidiener gegenüber den gerechtfertigten Tadel nicht unterlassen. Crefeld, 2. Juli. Dem Berichte in der vorigen Nr. über den Brand in dem Lagerraum der Köttgen'schen Färberei haben wir noch nachzutragen, daß bei diesem Unglücke leider ein Menschenleben zu Grunde gegangen. In dem Augenblicke als das Feuer, welches vermuthlich durch Unvorsichtigkeit beim Oeffnen eines Spiritusfasses entstanden, zum Ausbruche kam, befand sich der Knecht Heinrich Kleinewefers des Schrör'schen Hauses, welcher Spiritus zu holen beauftragt war. nebst drei andern Personen in dem gedachten Raume. Einer der Männer rettete sich durch einen Sprung durch das Straßen fenster, und kam unverletzt davon. Zwei trugen weniger bedeutende Brandwunden davon, der vierte, vorgenannter Kl., konnte sich nicht mehr retten. Als er endlich die Thüre gefunden, stürzte er zum Entsetzen der Arbeiter lichterloh brennend auf den Hof, wo man den Brand durch Decken rc. erstickte, leider aber schon zu spät. In einem nicht zu beschreibenden Zustande, so daß keine Hoffnung zur Erhaltung seines Lebens bliev, brachte man den Unglücklichdn unter Anwendung größtmöglichster Vor sichtsmaßregeln in das stadtische Krankenhaus, wo der Arme bereits am Samstag Nachmittag seinen schrecklichen Leiden erlegen. Heute Morgen fand die Beerdigung statt. .. Crefeld, 2. Juni. Fahnenschmuck auf dem Thurm der Liebfreuenkirche verkündete Samstag Abend der Stadt, daß der prächtige Bau bis auf das Kreuz vollendet ist. Gegen 6 Uhr war der Deck und Schlußstein gelegt. In den nächsten Tagen wird das 16 Fuß hohe Kreuz, das noch vergoldet werden nuß. aufgezogen werden und den 210 Fuß hohen Thurm zeren. Der Bau des Thurmes, welcher von dem Hrn. Bruns unternommen und von dem Herrn Stadtbaumeister Burkhardt geleitet wurde, hat drei Jahre in Anspruch genommen. Da die Steuerumlage zur Deckung der Baukosten nur gering war. in diesem Jahre aber keine Umlage erlaubt wurde, so haben die Angehörigen der Lieb= frauenpfarre freiwillig manches Opfer gebracht, um des schöne Werk der Vollendung zuzuführen. Noch aber bleidt eine große Summe zu decken und so Gelegenheit, Bausteine auch nach der Vollendung des Thurmes zu geben. Mancher Unbemittelte ist hierin wahrlich mit gutem Beispiele vorangegangen. + Crefeld, 2. Juli. Wie groß die Ansprüche sind, welche man in unserer fortgeschrittenen Zeit an das Leben micht, geht aus folgendem Faktum hervor. Zwei Kinder einer herumziehen den Kesselflickerfamilie bettelten dieser Tage an den Hausthüren. Ihre Forderung lautete ganz präcise:„für die Mutter Kafsee und Zucker“. Vermischtes. * Stockholm. 29. Juni. Wegen des Auftretens des Colo radokasers am Rhein hat die Regierung die Einfuhr von Kar= toffeln aus der Rheingegend und den deutschen Nordseehäfen nach Schweden verboten. * Philadelphia, 29. Juni. Der Dampfer„Vaderland“ der Red Star=Linie ist von Antwerpen hier angekommen * New=work, 30. Juni. Der Dampfer des norddeutschen Lloyd„Neckar“ ist hier eingetroffen. Handel und Verkehr. Wechsel Course Bankverein von Gebrüder Peters& Comp Crefeld, den! Geld=Course. 16. 10 Gulden holländische 4.— deutsche Amsterd. Rotterd. Amsterd Rotterd Brüssel 20=Frankenstücke 5=Frankenstücke Schweine=Markt. tr. Crefeld. 2 Juli. Die Preise stellten sich wie folgt fette Schweine bis 200 Pfd. pro Pfd.— bis 52 Rpfg., über 200 bis 350 Pfd. per Pfd.— bis 54 Rpfg. Frucht= und Victualien=Märkte. * Neuß 2. Juli. Weizen 1. Qual. 25.80. 2. Qual. 24 30. 3. Qual.—.—. Landroggen 1. Qual. 19.30. 2. Qual. 18 30. Wintergerste—.—. Sommergerste—.—. Buchweizen— Hafer 16 50. Rubsen(Aveel)—.—. Raps—.—. Kartosseln (Alles per 100 Kilo). Heu a 50 Kilo 4.—. Roggenstroh a 100 Kilo 6.—. Rubol per 100 Kilo in Parthien von 100 Ctr. 72.50. Rüböl per 100 Kilo faßweise 74.50. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 Mark— Pfg. höher als Rübol Preykuchen per 1000 Kilo 147. Weizen Lorch#( 00 à 100 Kilo 34.50. Kleien à 50 K lo 5.40. Rüböl und Kuchen unverändert. * Köln, 30. Juni. Getreidemarkt. Weizen hiesiger loco 25.50, fremder loco 23.50, per Juli 22.90, per Novbr. 22.00 Roggen loco 18.50, per Juli 14.70, per Noobr. 15.55. Hafer loco 16.00, per Juli 15.05, per Novbr. 15.60. Rubol, loco 36.00, per Octbr. 34.90. Bremen, 30. Juni. Petroleum(Schlußbericht.) Standard white loco 10, 90. pr. Juli 10, 90, pr. August 11, 10, pr. Sept 11, 35, pr. August December 11, 60. * Antwerpemn 30. Juni. Getreidemarkt(Schlußbericht.) Weizen matt. Roggen fest. Hafer vernachlässigt. Gerste matt. Petroleummarkt(Schlußbericht.) Raffinirtes Type weiß. loco 29 bet. u. Br. pr. Juli 27½ Br., pr. Septdmber 28½ Br., pr. Sept.=December 29 bez. u. Br. Weichend. Ruhig. Es sind zur Condition gekommen am 30 . bis 30. Mai Nr. 444 Kilogr. 25289. Seide. Crefeld. Es sind zur Nr. 24 Kilogr. 1606. Vom Total Nrs. 408 Kilogr. 29895 *Elberfeld. Es wurden eingeliefert: am 29. Juni Nrs. 11 Kil. 1005. Vom 1.—29. Juni Nrs. 171 Kil. 10920. Total Nrs. 182 Kil. 11925. ° Lyon, 30. Juni. Die Fabrik schwarzer Stosfe, der Hauptseidenconsum unseres Platzes, ist noch immer still, dagegen setzt der couleurte Artikel seine Stühle allmählig wieder in Thätigkeit. Die Bewegung ist allerdings langsam, aber sie ex stirt doch, da in dieser Woche einige Geschäfte zu mehr oder weniger verschiedenen Preisen abgeschlossen wurden. Dieselben wären sicherlich bedeutender gewesen, wenn der Rohstoss sich den durchschnittlich um 5 Fres. unter den jetzigen Preisen ge bliebenen Geboten nicht zu fest erwiesen. Die Eigner widerstehen, und die Preise, weit entfernt, an Terrain zu verlieren, besestigen sich zusehends. Die Ursache ist einfach. Die Production hat gerechnet: Die beiden Campagnen von 1876 und 1877 zusammengenommen betragen für Europa kaum das Ergebniß eines gewöhnlichen Jahres; deshalb kann man annehmen, daß eines Tages ein solches Manco seine Wirkung äußern wird. Uebrigens haben unsere Spinner meist mit größter Vorsicht verfahren; sie haben die Cocons unter verhältnißmäßig guten Bedingungen gekauft, sind nicht über einen vernünftigen Durchschnittssatz hinausgegaugen, und, was sehr bemerkenswerth, ihre Einkäufe sind gar nicht bedeutend. Die schwierigste Aufgabe ist jetzt, die Preise der alten Seiden mit dem Kostwerthe der neuen in Uebereinstimmung zu bringen. Es besteht zwischen beiden noch ein ziemlich bedeutender Unterschied, gleich demjenigen zwischen Grègen und Ouvrées, dessen Beseitigung sehr wichtig ist. In Mailand sind die neuen Seiden hauptsachlich in den Händen von Spinnern, welche warten können Es ist jetzt constatirt, daß die Erndte die Hälfte eines mittleren Jahresergebnisses nicht übersteigt. In ganz Oberitalien ist die Rendita in den Bassinen sehr gering; wir brauchen deshalb nicht hinzuzufügen, daß die allgemeine Stimmung sehr fest geworden ist.(Moniteur des Soies.) Meteorologische Beobachtungen von Carl Schlösser, Optiker, Rheinstr. 113 Neueste Nachrichten. * Maris. 2. Juli. Der„Koln. Zig." wird gemeldet: Gestern fand hier eine Haussuchung bei dem ehemaligen spanischen Minister Präsidenten Ruiz Zorrilla Statt. Seine Papiere wurden mit Beschlag belegt und er selbst nach der Polizeipräfectur gebracht, wo er sich noch befindet. Er soll der Anstiftung einer Verschwörung gegen die Sicherheit des spanischen Staats angeklagt sein. Telegraphische Depeschen der„Niederrh. Volksztg“ * Wien, 2. Juli. Die officiöse„Montags=Revue“ bezeichnet die Politik Oesterreichs als absolut frei und ungebunden und spricht die Hoffnung aus, daß der Krieg localisirt bleibe. Sie hält die von Rußland wie derholt versicherte uneigennützige Verbesserung des Looses der Christen für die erfreulichste Lösung. Zu einer wesentlichen Veränderung der derzeitigen politischen Machtverhältnisse werde Oesterreich nichts beitragen. Oesterreich könne sich auf mächtige Bundesgenossen stützen, deren eigenstes Interesse dieselben zwänge, zugleich die Interessen Oesterreichs zu fördern. Oester reich werde seine Interessen in vollem Umfange geltend machen und wenn nöthig auch das Schwert in die Wagschale werfen. (Wihrend des Drucks eingegangen.) * Petersburg, 1. Juli. Officiell wird aus Simnitza gemeldet: Von der im Bau begriffenen Donaubrücke wurden in der Nacht von Freitäg zum Sonnabend 25 Pontons durch Sturm fortgerissen. Die Brücke wird in Folge dessen erst heute fertig. Auf vorschriftsmäßige Anmeldung der Theilhaber der Handelsgesell schaft enb Firma Thompson Pattinson& Son mit dem Sitze in London und Zweignieder= lassungen in Manchester, Lyon, Zürich und Crefeld, daß die Zweignieder lassung in Crefeld unterm 9. Juni 1877 aufgehoben worden und die dem Kaufmann Lamberthuenges in Crefeld ertheilte Procura erloschen sei, wurde die gedachte Gesellschaft, sowie die erwähnte Procura am heutigen Tage bei Nro. 614 des Handels Gesellschafts= und resp. 40 des Procuren Registers des hiesigen Kgl. Handelsgerichtes als erloschen vermerkt. Crefeld, den 29. Juni 1877. Der Handelsgerichts=Secretair, Enshoff. Todes=Anzeigi. Es hat dem Allmöchtigen gefall= unser innigstgeliebtes Töchtirlein Anna Sophia, nach kurzem Kronkenlager, im zart Alter von 11 Monaten, zu sich die die Ewigkeit zu nehmen. St. Tönis, den 1. Juli 1877. Die tiefbetrubten Eltern Wilhelm Rohr und Frau Die Gläubiger des fallirten zu Neuß wohnenden Buchbinders Wil belm Landeck werden gemäß richterlicher Ordonnanz vom heutigen Tage hierdurch eingeladen, sich am Montag, den 23. Juli c., Nachmittags ½3 Uhr im Handelsgerichtslocale dahier zu versammeln, um den Bericht des Agenten dieses Falliments ent gegen zu nehmen, wonach kein hinreichendes Activum zur Bestreitung der Kosten des Falliments vorhanden ist, auch bei Durchführung des Ver fahrens möglicher Weise kein Activum zur Vertheilung an die Chyrographar Gläubiger gelangen wird, sich sodann über die Aufbringung des erforderlichen Kostenvorschusses zu erklären, andernfalls Seitens des Herrn Falliments Commissars bei dem hiesigen Kal. Handelsgerichte der Antrag auf Sistirung des Falli ments Verfahrens gestellt werden wird. Eventuell sind die Gläubiger hierdurch eingeladen, gleichzeitig ge mäß Art. 476 und flgd. des rh. H. G. B. ihre Vorschläge in Betreff der für diese Fallitmasse zu ernen nenden provis. Syndiken zu Protocoll zu geben. Crefeld, den 30. Juni 1877. Der Handelsgerichts Secretair, Enshoff. Jn Gemaßheit des Art. 501 und flad. des rh. H. G. B. werden die Gläubiger des Falliments der Han= dels=Commandit=Gesellschaft sub Firma Gebr. Dioko& Co. mit dem Sitze in Hoch Emmerich und deren persönlich haftenden Mitgesellschafter Zimmerleute, Bruder Johann Disko, Heinrich Disko in Werthausen und Peter Disko in Hoch Emmerich hierdurch aufgefordert, binnen der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 40 Tagen adito ihre For= derungen bei dem provis. Syndike dieser Fallitmassen, Herrn Rechts practikanten Peter Joseph Schiffer dahier nach Belauf und Ursprung anzumelden, diesem ihre Titel zu behändigen, oder solche im Secretariate hiesigen Kgl. Handelsgerichtes zu deponiren. sowie ferner, sich am Mittwoch, den 15. August c., Nach mittags 3 Uhr im Handelsgerichts lorale dahier vor dem Unterzeichneten einzufinden, um ihre Forderungen, nach erfolgter Verification derselben vorschriftsmäßig zu affirniren. Crefeld, den 30. Juni 1877. Der Falliments=Commissar, E. Zillessen. Todes=Anzeige Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern Morgen 8½ Uhr die wohlachtbare Junafrau Ad. Schlingensiepen, nach kurzem Leiden, in Folge einer Lungenentzündung, gestärkt durch den Empfang der heil. Sakramente der röm. kath. Kirde, im Alter von 48 Jahren, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Indem ich dieses Verwandten, Freunden und Bekannten mittheile bitte um ein Gebet für die liebe Verstorbene. Crefeld, den 2. Juli 1877. Maria Heynen. Die Beerdigung findet Statt, Mittwoch den 4. d., Morgens 8 Uhr. wozu Verwandte, Freunde und Be kannte, sowie die Mitglieder der Herz Jezu Congregation, der Arm seelen Bruderschaft, die Mitglieder vom dritten Orden des heil. Fran ziskus und die Mitglieder vom lebendigen Rosenkranz eingeladen werden. Sterbehaus: Dinonyssiusstr. 6304) Klee=Verkauf. Am Mittwoch d. 4. Iuli d. I, Nachmittags 3 Uhr, auf dem Hause Haideck, beim Wirthe Herrn Theissen, sollen 21 Nrn. Klee, jede ca. 1 Morgen groß, stehend auf den Grundstücken des Gutes Haideck, theils an der Landstraße und theils an der Eisenbahn, öffentlich auf Credit gegen Bürgschaft verkauft werden. F. W. Koeninghaus, Notar. (6164) Am Dienstag, den 3. Julier., Vormittags 11½ Uhr, sollen auf dem Fruchtmarkte zu Crefeld(Rheinstraße) drei tüchtige schwere Karrenpferde, im Alter von circa 7 bis 10 Jahren zur Fallitmasse von Gebr. Disko & Co. zu Hoch Emmerich gehörig öffentlich meistbietend gegen Baar zahlung versteigert werden. Crefeld. (6086) Dienstag, den 3. Juli Unterzeichneter erlaubt sich einem hochw ürdigen Clerus und Kirchen verwaltungen rc. rc. seine direkt auf Leinwand(in Oelfarben gemalten und kunstich ausgeführten Kreuzwege Eisen=Handlung, 1 nach den berühmten Compositionen von Führich, Fortner rc. rc. unter nachfolgenden Großen und äußerst billigen Preisen bestens zu empfehlen 14 Stationen, I. Bildergroße 1.—1 Cm. hoch 88 Cm. breit Vreis 2. M. „ II.„ 106„„ 8„„ „ III.„ 87„„ 61„„ „ IV.„ 6„„ 53„ „ V.„„„„ 39„„ „ VI.„ 45„„ 29„„ Krenzwege in Celfarbndruck: 14 Stationen, I. Bildergroße 80 Cm. hoch 55 Cm. breit Pr II.„ 50„„ 35 180 Geburts Anzeige Heute wurde duch die glückliche eines gesunden Mädchens hocherfreut Aug. Hausmann und Frau, geb. Luise Bolten. Crefeld 2. Juli 1877 Vormittags 10 Uhr, werden auf dem Carlsplatzmarkte zu Crefeld gegen gleich baare Bezahlung durch Unter zeichneten versteigert: Sopha, Uhr, Stühle, Ofen, Commode rc. Crefeld, den 1. Juli 1877. 6282)° Dötsch, Gerichtsvollzieher. Vermahlte: Gerichtlicher Verkauf. Zeimantte. Anaa den 3. Juli Johann Gervens, Auguste Gervens, geb. Gastreich. Crefeld, den 30. Juni 1877 §Todes=Anzeige. Am Dienstag, den 3. Juli 1877. Vormittags 9Uhr, wird der Unterzeichnete auf dem Carleplatz Markte zu Crefeld meistbietend gegen gleich baare Zaylung versteigern: verschiedene Mobilargegenstände, sowie eine Partie Seife. Der Gerichtsvollzieher, J. Krichel (6299) Crefeld, evang. Kirchstr. Gerichtlicher Verkauf. : Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute Morgen ½11 Uhr uns're innigstgeliebte Gattin, Mutter und Tochter Am Dienstag, den 3. Juli sol * Marianne Mülen geb. Wefels, im Alter von 44 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Theilnahme bittet Franz Müller und Kinder. Crefeld, 1. Juli 1877. 1877, Bormittago 9 Uhr, sollen auf dem Carlsplatzmarkte zu Crefeld verschiedene Mobilargegenstände, ferner eine Parthie Glas= und Porzellanwaaren, sowie mehrerStücke Leinen und Bettmobel rc. durch den Unterzeichneten öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Der Gerichtsvollzieher Hoerig (6307)° Westwall 70. Am Dienstag, den 2. Juli, Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Carlsplatz Markte zu Crefeld verschiedene Mobilar Gegenstände rc. durch den Unterzeichneten öffentlich gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.(4408) vom Auction. Todes=Anzeige. Tiefbetrübt zeigen wir hierdurch an, daß unser lieber Sohn, Bruder und Schwager Heinrich Kleinewefers Körgens Färberei so schwere Ver letzungen erhielt, Samstag Abend durch den Tod von seinen Schmerzen erlöst wurde.* Er starb versehen mit den h. Sakramenten im Alter von 43 Jahren Zu der Mittwoch Morgen 8 Uhr stattfindenden Beerdigung loden alle Freunde und Bekannte ein die trauernden Angehörigen Crefeld, Berlin u. Sesveln. Sterbehaus: Alte Linnerstr. 97 n. Nr., nahe an der Mariannenstraß (6278) Theilungshalber „ II.„ 50„„ 35„„„ 10 Kreuzwege in Oel colorirt auf Leinwand aufgezogen, sehr dauerhaft gemacht, welche sich besonders für kleinere Kapellen eignen. Bildergroße der 14 Stationen 31 Cm. hoch, 22 Cm. breit. 60 Da Rahmen zu allen diesen Kreuzwegen können in Gold= und Eichen holz hiezu gesertigt werden und stehen Zeichnungen in 14 Nummern von der einsachsten bis zur reichsten Rahme zu Diensten. Altar=, Delberg und Heiligen Gemälde. heilige Gräber. Ztatuen sind zu den billigsten Preisen zu haben. Auf Verlangen werden Probestationen, Skizzen, Zeichnungen und Preiscourante franco zugestellt. Abschlagszahlungen werden für jeden Auftrag angenommen, sowie bei Baarzahlung Skonto gewährt. Anerkennungen von hochwurdigen geistl Stellen, worüber Atteste in Massen vorliegen, stehen bereitwilligst zu Diensten. Alte Kreuzwege und auch andere alte Gemälde werden auf das Billigste restaurirt. Zu geehrten Aufträgen empfiehlt sich hochachtungsvollst Franz Krombach, Maler, Hnern Mit dem heutigen Tage errichtete ich am hiesigen Pla. Rheinstraße 22, 2 (Ecke der Elisabetditraße/ eine hiergarten. und halte mich den geehrten hiesigen und auswärtigen Consumenten hier durch bestens empfohlen. Unterhalte stets größtes Lager in Stad= und TEisen, Schienen, Bleche und Stahle in allen Dimensionen, und werde ich durch allerbilligste Preisnotirung, sowie sorgfältigste Ausführung geschätzter Auf= träge die Zufriedenheit und das Vertrauen meiner Abnehmer zu sichern und zu erhalten bestens bestrebt sein. Crefeld, den 27. Juni 1877. Hochachtungsvoll (6149) C. innendahl, Rheinstraße 22. er freiwilligen Crefelder Feuerwehr pazierstöcke. dankender Anerkennung ihrer Verdienste um ihre Vaterstadt Crefeld. Ein Brand! ein Brand! Es lodern hell die Flammen! Ach. Hab und Gut versengt des Feuers Gluth Doch rastlos stromt von Nah und Fern zulammen Die Feuerwehr mit hohem, heilgem Muth. Sie eilt herbei auf hunderten von Wegen, Der Vaterstadt zum Glück und Heil und Segen! Ha, welch ein Anblick!— Rustige Männerhände, Jn jedem edlen Rettungswerk erprobt. Sie schaffen schnell, daß sich das Ungluck wende, Daß langer nicht das Element mehr tobt! Freiwillig opfernd Gut und Blut und Leben: Ein Hoch der Feuerwehr und ihrem Streben! Zurück nun mit der Höllenmacht dem Feuer, Wenn Crefelds oft erprobte Retter nah'n, Sie werden dämpfen dieses Ungeheuer, Die schon so manches Nettungswerk gethan! Freiwillig opfernd Gut und Blut und Leben: Ein Hoch der Feuerwehr und ihrem Streben! Crefeld, den 29. Juni 1877. Durch neue Sendungen ist mein Lager in Spazierstöcken von den gewöhnlichen bis zu den allerfeinsten Sachen in großer Auswahl neu assortirt und mache namentlich auf sehr hübsche und originelle Naturstöcke in Afr. Oliven. Mythen Palmen, Citronen, Weichsel. Jonan nisbrodbaum, Chinesische Theestauden, Spanische Korkeichen Angelstöcke rc. rc. 2c., aufmerksam, welche sowohl en gros wie en détail sehr billig abgebe. M. Heidenreich, Hochstraße 74, neue Nr.— 6270 Erhielt neue Sendungen" echt engl. Portemonnaies und Cigarrenetuis sehr dauerhaft, empfehlt selbige en gros& en détail billigst 6271° M. Heidenreich, Hochstr. 74. E Alfred Spann jr., 17, neue Linnerstraße 47, empfiehlt sich im Anfertigen von Jalousien, unter mehrjähriger Garantie. Reparaturen auch nicht von mir verfertigter Jalousien werden schnell unter Zusicherung (6096) prompter und billiger Bedienung besorgt. Ludwig Zannbrecher, Conserve=Gläser, Hochstr. 49, Hochstr. 49, empfiehlt sein NähmaschinenLager, in= u. ausländisches zu billigen festen Preisen. Reparaturen schnell u. billig. 1880 Kinderwagen zu bedeutend herabgesetzten Preisen empfiehlt J. Th. Thomassen, Louisenstr. 58 a. d. Stephanskirche. (6125) (Sommers Patent 1877.) Neuester Patent=Verschluß mit dem unubertrefflichen Vorzuge ohne Beie hülfe sofort felbstthätig zu öffnen und wieder hermetisch zu verschließenKein Löthen mehr.— Einzelne Theil. jederzeit zu ersetzen. Inhalt Liter 1. 1 1½ Preis Mark 1.20, 1.40, 1,60. Niederlage für Crefeld und Umgegeud Heinrich Schroers D. Sohn, (6113) St. Antonsstraße 99. Nähmaschinen-Fabrik Fr. Gerstäcker's ges. Schriften! Dienstag, 3. Juli sollen im Lokale des Herrn H. Wiele, Carls platz eine große Partie Manufacturwaaren als: Tuche, Buxkins, Bettspreiten, Commode und Tischdecken, Faltenhemde und Schweißjacken, Taschentücher, Messer u. Gabeln, Bürsten, Galanterie und Kurz waaren, sowie eine große Parthie Seiden= und Zanella=Regen und Sonnenschirme öffentlich gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. Der Verkauf beginnt Morgens 10 Uhr. 6303) Friedr. Crone. ein dreistöckiges Haus am Markte platz, worin seit vielen Jahren ein Mannfactur= und Colonial Geschäft betrieben, zu verkaufen oder zu vermiethen. Naheres zu erfahren bei J. J. Grobben. Süchteln. Eine gebrauchte Schankvorrichtung für eine Wirthschaft zu kaufen gesucht. Die Erp. s. ot wo.(6200 Ein Madchen sucht Kunden zum Waschen und Putzen. Stephansstraße 30 oben. Ein braves Madchen außer der Schulzeit be einem Kinde gesucht. Wo, sagt die Exp.(6222) Am Dienstag, den 3. Juli 1877, Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Tarlsplatzmarkte zu Crefeld verschiedene Mobilargegenstände öffentlich gegen gleich baare Zahlung versleigert werden. 96) Känler, Gerichtsvollzieher. Ein gults Ladengestell nevst Thele zu kaufen gesucht. Die Exped. sagt wo.(6273) Volks= und Familien=Ausgabe I. Serie: 22 Bände. II. Serie: 19 Bande. 8. elegante Ausstattung. In Lieferungen à 50 Pfennige oder in Banden a 3 Mark 50 Pfennige. Jnhalt der I. Serie: Reisen(früher bei Cotta erschienen) — Das alte Haus— Achtzehn Monate in Süd=Amerika und dessen deutschen Colonien— Regulatoren in Arkausas— Flußpiraten des Missisippi— Tahiti— Nach Amerika! — Gold!— Die beiden Straflinge — Unter dem Aequator— Der Kunstreiter— Die Colonie— Missisippi=Bilder— Aus zwei Welttheilen— Nord= und Süd=Amerika — Inselwelt— Amerikanische Wald und Strombilder— Abenteuer der deutschen Auswanderer— Hell und Dunkel— Blau Wasser— Matrosenleben— Aus der See— Heimliche und unheimliche Geschichten— Aus meinem Tagebuche— Californische Skizzen— Streif= und Jagdzuge durch die Vereinigten Staaten von Nord=Amerika— Eine Gemsjagd in Tyr l. Inhalt der II. Serie: Eine Mutter(Fortsetzung von„Die Colonie")— General Franco— Sennor Aquila— Wilde Welt— Die Missionäre— Unter den Penchuenchen— Der Erbe— Die Blauen und Gelben— In Mexiko— Die Franctireurs— Kriegsbilder eines Nachzüglers— Das Wrack des Piraten— Der Tolle— Im Busch Nach dem Schiffbruch— Neue Reisen durch die Vereinigten Staaten Hüben und Drüben— Kreuz und Quer— Buntes Treiben— Im Eckfenster— Unter Palmen und Buchen— In Amerika. Abonnenten können jederzeit ein treten und die Hefte in beliebigen Zwischenräumen nachbezieben. Alle 8—14 Tage eine Lieferung. Nach Vollendung des Unternehmens tritt ein erhohter Ladenpreis ein. Serie kann auch für sich bezogen werden. Abonnements über nimmt jede Buchhandlung. Hermann Costenoble, Verlagsbuchhandlung in Jena. (6)093 F. J. Schulte, Westwall 57. n. d. Carlsplatz. Größtes Jähmaschinen-Lager sämmtlicher Systeme) für Familie (2217) und Gewerbe. Heute Montag Aidend: Sauerkraut mit Leberklöse. Restauration Füllenbach. Carlsplatz. (5634) Echte deutsche Glanzwichse, Kidleder-Crème, Pariser Stiefellack, en gros& en detail bei Alb. Beutler. (5922) Universal-Reinigungs Salz. Von allen Aerzten als das einfachste und billigste Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Aufstossen, Krampf, Verdauungeschwäche und andere Magenbeschwerden in 1/1, 1. ¼ OriginalPacketen mit Gebrauchsanweisung à 1/1. ½ und 1 Mark zu haben bei C. Haupt, Rheinstrasse, Orts& Jörgens, Neumarkt, Ed. Gussone, Hochstrasse, C. A. Beok, Ostwall, Th. Thomas, Hochstrasse, Wm Sohulze, N. Linnerstr, Fritz Leenen, Blumenstrasse, Gebr. Kraemer, Materialisten, Jacob Dickmanns in Süchteln, Wwe. Goebel in Uerdingen. (5877) Die Gewinnliste der Hannover’schen Pferde Lotterie ist eingetroffen, und kann eingesehen werden in der J. B. Klein'scheu Buch handlung, H. Creutzberg. daß wir eine comb. (Gras= und Getreide=Mäh=Maschine aufgestellt, und empfehlen uns im Schneiden von Klee, Gras und Getreide aller Art zu dem Preise von Mark 2 pro Morgen. Anmeldungen können geschehen bei Gottfr. Haffmanns in St Hubert und bei Joseph Stumpen in Oedt. N. B. Für gute und propere Arbeit wird garantirt (6285) J. W. Hüwen. Gute Stoffarbeiter werden angenommen. Nordwall 40, Eingang Fabrikstraße. (6214 Ein erfahrener, verheiratheter junger Oekonom sucht Stelle als Verwalter. Caution kann gestellt werden. Naheres bei B. J. Menzen, (6227) Gartenstr. 33. Ein braves junges Dienstmadchen vom Lande, für alle häuslichen Ar beiten gesucht. Gute Zeugnisse erforderlich. Wo, sagt die Exp.(6223) Ein tuchtiges Dienstmädchen sofort gesucht Exp. sagt wo. (6294) Spulmädchen Aoer. 7. Ein dunkelbrauner Butterrad= hund entlaufen. Wiederbringer eine gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarrt. Joh. Pötters in Traar. Lokalfahrt zwischen Uerdingen und Düsseldorf. Vom 29. April cr. ab. Montags und Donnerstags. Zu Berg: M. Nchm. Abd. Abd. U. M. U. M. U. M. U. M. V. Uerdingen 5 301—— 930 „ Kaisersw. 6 302—/6 30 10 30 „ Langst 6 40/2 10/6 40— In Dusseldorf 8—/3 30/8—— Zu Thal: M. Nachm. Abds. V. Düsseldorf 11 30 3 30 1 8— „Langst 12 5 4— „ Kaisersw. 112 15 4 10 Jn Uerdingen 1—|— Dienstags, Mittwochs, Freitage und Samstags wird nur zwischen Kaiserswerth und Düsseldorf, resp. Düsseldorf und Kaiserswerth gefahren, und findet die Nachmittagsfahrt an statt um 2 Uhr um ½2 Uhr von Kaiserswerth, und von Düsseldorf anstatt um 3 30 um 3 Uhr statt. An Sonn= und Feiertagen. Zu Berg: Vm. Nchm. Ab. V. Uerdingen 7 30 12 20 5 30 8 30 8 40 9 30 Kaisersw Langst In Düsseldorf 1 90 6 30 1 40 6 40 2 45 7 45 Zu Thal: Vm. Vm. Nchm. Ab. 8 30 8 40 9 45 10— — 10 40 6 45/10 45 3— 3 40 3 45 8— 8 40 8 40 V. Düsseldorf „ Langst „ Kaisersw. J0 40/10 40 5 40/0 40 In Uerdingen /7 30/11 30 4 3019 30 In Rheinheim, Münchenwerth und Stockum sind Landungsbrücken. Jeden ersten Mittwoch im Monat wird nicht gefahren. Ferd. Segermann Bemerkung: Retourbillets haben für den Tag der Ausgabe und den folgenden Tag Gültigkeit.— RundReisebillets werden auf allen Stationen ausgegeben.(1969) Schweizermaschine gesucht. Vereinsstraße 101. Niedl. Dampfschiff=Rhederei. Stat. Uerdingen. Fahrplan vom 15. Mai 1877. Zu Berg täglich. Morgens ca 7¼ Uhr. Zu Thal täglich. Nachts ca. 11 Uhr. Anschluß ab Crefeld mit dem Zuge 9,40 der Rheinischen Bahn. Direkte Einschreibungen nach Lur den Mittwochs, Freitags u. Sontags. Von Kotterdam n. monatlich zwei bestimmte Abfahr durch Postdampfer I. Classe der derlendisch Amerikan. Damenoil= fahrts=Gesellschaft. Güter rc. werden prompt betoret durch die Agentur Uerdingen 1923) Syeodor Münker. Montag den 2. Concert. Anfang 5½ Ubr. Ende 10à 11 Uhr Krichelsche Menage ic. 6, 7 und 8 Uhr Dressur der Löwen. Auf der Rollschuhbahn Vorlaufen und Anlernen durch Frl. Lirzey Bea aus London, unter Musikbegleitung u. bei electrischem Lichte bis 10 Uhr. Später bei günstiger Witterung: Beleuchtung der Grotte(6210) Die Direction Stadthalle. Quartak-Dr bei taglichem Erscheinen an den Sonn= und Fei in der Erpedition 3T der Pon 5 Marl die Petitzeile oder dere 15 Rpf., für Abonner 10 Rpf., Reclamen 2 Nr. 148 Die Kunstansstellung der Gemälde von Gust. Gold berg aus München bleibt bis Ende dieser Woche geöffnet. Der Zutritt ist für Jeden Morgens von 9—1 Uhr und Nachm. von Uhr, Heute Montag Abends 8½ monatliche Geueralversammlung. Aufnahme neuer Mitglieder und Zahltag. Mittwoch, den 4. erts. Worgens punkt 1 vor 8 Uhr zur Beerdigung des bei dem Brande verungluckten Kameradeu Heinr. Kleinwesers. Antreten im Vereinslokal. (6302)* Der Vorstand. Danksagung. Dem Krieger=Verein in Traar statten hiermit für die zahlreiche Betheiligung an der Beerdigung unseres kheuren Vaters Werner Pricken unsern tiefgefühlten Dank ab. Die trauernd. Kinder. Nach Fischelu Leise Anfrage. Hiermit der Frau Wwe. Franz in Fischeln die Anfrage, wer von Ihrer Seite die Berechtigung erhalten hat, Ihre Tochter Maria Franz öffentlich in der SamstagsNummer dieses Blattes zu verläumden, da wir als nächste Angehörige, davon überzeugt sind, daß dieselbe sich niemals etwas in der Beziehung zu Schulden kommen ließ, weder durch Schuldenmachen noch Verschwendungen, im Gegentheil ihrer Mutter bis jetzt durch Fleiß und Ausdauer beigestanden hat. Alex Franz. Peter Gietz. (6286)“ ./. A Berlin. 1. I Zar bekanntlich nicht als Slaven gelten u amalgamiren. Vor 1 strich des Selbstherr Deutschen in den russi lange Jahre geschütz — und jetzt harang Donau eine bulga den„heiligen Rechten verständlich zu siche Ruse eigentlich unter denten Es gibt ja unbeden.lich mit Füs Regierungssystem ur verlangen scheint. wird nicht einmal de gewährleistet und alt Kirche gelten Knuter Türkei aber sollen n einzelnen Stämme jede„Nation" soll si „Was Du nicht w einem andern zu", da Scheut sich ja auch dass im eigenen Lande m keinen Augenblick, an Auffallend ist die niet leider nicht, denn einme lich der Vernichtung P man auch anderswe Sogenannte conserve der Ueberzeugung, de Heil zu erwarten sei ist, so erkennen die darin„angeborne An den heidnischen Zug wie er mit der Türk viel niedriger stehtd als das russisch unif mung feindlicher Stä ist? Ein von Konst Johanniter gerich Lazarethgegenstände gelehnt word i sein niter Orden ja eigent gestiftet worden sei. glaubwürdig, denns nossen des ritterliche Menschen von den 2 aus. Uebrigens verl 18. Januar 1701 ge vom Schwarzen 2 rittern einen Eid, sein sollen, die Erhal überall, absonderlich fördern." Trotzdem h. den Schwarzen Adl Medschid verliehen un holt türkischen Staat beiten wurden hier raben. Einer dersel ange Haare zieren u steht gegenwärtig in und dient den meist zur Kurzweil. Die gnügen, den Schädel thäten", meint das h „welcher Schrei der Eine goldene Broche verloren, über Drießendorfer=, alte Geldernstr., Liebfrauenstraße, Westwall. Redlicher Finder erhält eine gute Belohnung Exp. sagt wo. 6281. 13) Ein langer Hausschlüssel auf Herstattshof verloren. Der redliche Finder wird gebeten, denselben in der Expd. d. Bl. abzugeben.(6203) Feinster medicinischer Der Erlebnisse aus den S Dorsch-Leberthran fast geruch- und geschmaklos in che Flaschen mit gestempeltem MetallVerschluss ¼ Orginalflasche M. 0.60, „ M. 1.00, 11„„ M. 1.70. Derselbe eisenhaltig pro Flacon a M. 1.— zu haben bei C. Haupt, Rheinstr., Ed. Gussone, Hochstr, Frau H. Bruns, Mariannenstr. Th. Thomas, Hochstr., Jos Thomas, Louisenstr. Lor. Mertens, Nordwall, Fritz Leenen, Blumenstr. Jaoob Dickmanns in Süchteln, Wwe. Goebel in Uerdingen. Ein 2. Müllergeselle sucht eine Stelle. Näh. in der Exp.(6219) Die neuesten Fahrpläne, vom 1. Juli sind a 25 Rpf. zu haben in der J. B. Klein'schen Buchhandlung, H. Creutzberg. Wasserstands=Nachrichten. Düsseldorf, 30. Juni. Morgens 8 Uhr. Wasserfland 3,66 M. Wind SO. Luftwárme+ 160, Wasserwarme+ 17½% Barometer 28—2. Duisburg, 30. Juni. Abeinhöhe 3 46 Ntr.(11 Fuß 00 Zoll), gest. 0.00 Mtr. Ruhrbohe 2,90 Mtr. (9 Fuß 3 Zoll), gest. 0,00 Mtr. Fahrwasser 0,62 M. Auf dem Berge, Fr. Wiesen, steht ein klein und seitwärts eine stolzen Namen„Pavi Ein einfaches, weißes gibt, ist es, und zeich hat eine wunderschör Abends, wenn die färbt; wenn in der duftige Wölkchen wie und der See, hinter Lüftchen bewegt, wie Fast immer findet welche die Abendfrische und den Veltiner schm liche Hausmutter reich zuzuhören. Der Gem Jeder, der einmal in Häuschens, ist der be und über die Pässe ohne ihn das Schya oder den Pischagletsch Unter den Vielen heraufkamen, war W dem Tage, wo Felix war, schlug er gegen? mit dem Gemsjäger Thür des Hauses, al Frau öffnete: der Man kommen; der Herr wa es sei wohl Niemand die vor einer halben scheinlich wieder fort Begegnung mit einer hütte zu; wie groß Frau Elisabeth Wassen schaft geglaubt. Sie nicht bemerkt haben, plötzliches Erscheinen. Winter entschuldi wollte sich wieder entf