ktionierte so mangelangewiesenen Leute sche, Kellner 2c., die gestellt hatten, ist mit einem durchkenden. Nachdem e Forderungen akzepaufgenommen. Nur ) und versuchen zu kräften ihren Betrieb Elberfeld=Barmen Freitag, den 7. August 1903 Nr. 182. 20. Kollegen uns in der lge dieses Unstandes hönen Sieg errungen uns in Wien einen h Köche, Kellner, sobeteiligen sollen und m. Ja, Amerika, du senschafts=Bewegung er Plauen in folgenmal= und Materialner und drei Plauener vird darüber, daß das e in einer Weise überigen für kleinere und werden. Aber auch er dem Erstarken der i dieselben ihren BeGesellschaft Deutscher Hierdurch werden die mn von der Lieferung ht zu vermeiden, daß ion und Distribution in dem Bezirk der zahlreiche Fabriken, inhandwerks in ähn= onsumvereine, Großf den alten Zwischent bedeutend leistungso ist es möglich, daß erflüssig ausgeschaltet jesellschaft dort als wahrscheinlich seitens te auch die kleinen durch die Großbanken dlage der heutigen reien, wirtschaftlichen jen mit in den Kauf e„Sächs. Arbztg." behte eingerichtet. Sein nzu bestimmt ist, über lätigkeit der deutschen aterial in sich zu ver„an dem Uebelstande, nsässigen zugute kam, „zu seiner Benutzung ie zur Zeit in Charmüht, durch ausführ1 diesem Uebelstande oll in Zukunst versucht lbst Auswärtigen zugemacht worden, daß enwärtig infolge der liegen, in ihrer neuen angesammelt wurden. rarchiv gedacht Die Ortsnamen in einer lach einem patentirten die Einschiebung neuer kann, und daß die schützt sind. Für die t, der ohne weiteres uft aber als leicht zu tellt werden kann. ressantes aus einem us Bauern bestehenrg ist in der Person at eingedrungen, der Zustände, die ideale ster aber fast regelund des Gemeinderfach kritische Erörtehabt, die besonders en. In der letzten 1 Antrag, der Geitzungen und deren wieder solche Veranderes GemeindeAntrag, der dahin rch andere Berichte oder vervielfältigen nach Bestimmung benosse Leuteritz ber Gemeinderat habe i zu fassen; jeder ahre, was im Geeinen Abgeordneten or ihren Taten und en fürchten, so sollen itz) würde sich dem efaßt würde, einfach en 6 Stimmen, den it weiter beantragt, 1 Bedürfnis hierfür fortwährend dieser nung ergab 7 für mehr tun, als vor t warnen. Die Erzur äußersten Vorsicht re 1867 als AbgeordReichstag gewählt. Erscheint jeden Nachmittag außer Sonntags. Abonnementspreis 60 Pfg. pro Monat in Elberfeld=Barmen auswärts 70 Pfg. Bei der Post unter Nr. 2686 2 Mark pro Quartal. Einzel=Exemplar 10 Pfg. Telegramm=Adresse: Freie Presse Elberfeld. Anzeigen: Die 6 gespaltene Petitzeile 15 Pfg. Anzeigen im Reklameteil die 2gespaltene Petitzeile 50 Pfg. Größere Annoncen=Aufträge erbitten wir einen Tag vor Erscheinen der betr. Ausgabe, kleinere bis 10 Uhr Vorm. Fernsprecher 1411*. des werktätigen Volkes von Rheinland und Haupt-=Exped. u. Redaktion: Elberjeld, Friedrichstr. 37.— Filial=Expeditionen: Barmen, Oberdörnerstr. 104.— Nemscheid, Kirchhofstr. 1 a.— Hagen, Riegestr. 21.— Iserlohn. Mühlengangls hierzu zwei Beilagen. Ein Musterbetrieb. München, 5. August. Als ein Musterbetrieb ist in den weitesten Kreisen bereits das Zeißwerk in Jena bekannt und es ist daher zu begrüßen, daß eine größere, jüngst erschienene Schrift') mit der Geschichte, Entwickelung und seinen gegenwärtigen Verhältnissen uns näher bekannt macht. Den Grund zu dem heutigen, einen Weltruf genießenden Unternehmen legte der Mechaniker Karl Zeiß, der 1816 in Weimar geboren war und 1846 in Jena eine kleine optische Werkstätte errichtete, in der er mit einem Gehilfen uno zwei Lehrlingen arbeitete. Zeiß war ein sehr strebsamer Fachmann, der seine Erzeugnisse immer mehr verbessern und seine ganze Tätigkeit auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen sich bemühte. In diesem Bestreben kam er mit Professor Dr. Ernst Abbe zusammen, der an der Universität Jena über Physik 2c. dozirte und der dann in das Zeiß'sche Geschäft als Teilhaber eintrat. Auf die Initiative Abbe's hin wurde in Jena auch eine Glashütte zur Herstellung eines besseren Glases für die optische Werkstätte errichtet. Sie vergrößerte sich fortwährend und dürfte heute mit zirka 1400 Arbeitern das größte derartige Unternehmen auf der Erde sein. 1888 starb Karl Zeiß und Abbe war Alleinbesitzer, jedoch nicht lange, denn schon bald darauf gründete er die Karl Zeiß=Stiftung, eine Art Genossenschaft, der er die optische Werkstätte wie auch den Anteil an der Glashütte sozusagen zum Geschenk machte. Der Stiftungsvorstand besteht aus Abbe und einigen andern leitenden Personen der beiden Unternehmungen, ein Arbeiter gehört ihm nicht an. Der die Oberaufsicht führende„Stiftungskommissar“ ist ein vom Weimarer Kultusminister zu ernennender Staatsbeamter, der aber jene Funktion nur außeramtlich ausübt, von der Stiftung dafür honorirt wird, im übrigen aber mehr nur der Form wegen da ist, da bestimmend und maßgebend für die Stiftungsverwaltung das Statut ist. In Kraft trat die Stiftung im Jahre 1896. Besonderen Wert für uns, für die gesamte Arbeiterschaft, für die gesamte Sozialpolitik haben die Arbeits= und Lohnverhältnisse sowie die Wohlfahrtseinrichtungen des Zeißwerkes. Selbstverständlich ist in ihm der Arbeiter absolut frei, zu denken, zu tun und zu lassen, was er will, wenn er seiner Arbeitspflicht genügt hat. Es hat denn auch jeder Angestellte— Beamter und Arbeiter— das Recht, Ehrenämter im Reichs= Staats= oder Gemeindedienst anzunehmen und sich zur Ausübung der betreffenden Tätigkeit Urlaub uno zwar unter Fortbezug seines Lohnes oder Gehalts geben zu lassen: er kann selbsterständlich auch beliebigen Vereinen, sei es geselligen, wirtschaftlichen, politischen oder irgendwelchen anderen Charakters, angehören, nach seiner religiösen oder politischen Parteistellung wird nicht gefragt. Das wichtigste hier in Frage kommende Recht ist aber natürlich das Recht der Arbeiter, sich zu koaliren und Ausschüsse zu ernennen; diese Ausschüsse haben nicht nur völlige Freiheit, sich zu versammeln und über ihre Angelegenheiten zu beraten, sie haben auch das Recht, auf ihren Antrag hin in allen Angelegenheiten des Betriebes von der Geschäftsleitung gehört zu werden. Nachdem bis dahin der Neunstundentag bestanden, wurde am 1. April 1900 der Achtstundentag eingeführt. Die genaue Kontrolle durch Professor Abbe ergab, daß die Arbeitsleistung in der kürzeren Arbeitszeit nicht nur nicht zurückgegangen, sondern bei den Zeitlohnarbeitern gleich geblieben, bei den Akkordarbeitern aber gestiegen ist. Die Fabrik aber sparte eine Stunde Betriebskraft, Beleuchtung 2c. und die Angestellten hatten eine Stunde mehr, die sie der Erholung widmen konnten; eine Stunde, die sie offenbar im Vorjahr auch schon gefeiert hatten, aber tropfenweise, jede Stunde ein paar Minuten und stets im aufreibenden Lärm der Arbeitsstelle und auf dem Sprunge, sofort wieder weiter zu arbeiten; jetzt war diese Stunde zu wirklicher Erholungszeit kristallisiert. Die Arbeitszeiteinteilung ist folgende: im Sommer von 7 bis 11½ und von 1½ bis 5 Uhr, im Winter von 8 bis 12 und von 1½ bis 5½ Uhr. Ueberstunden dürfen nur in ausnahmsweisen Fällen eingeführt und müssen dann entsprechend bezahlt werden; anderseits darf die Arbeitszeit auch nur in ganz besonderen Fällen verkürzt werden, resp. es muß falls dies geschieht, der volle Zeitlohn gezahlt werden. Was die Lohnverhältnisse betrifft, so betrug der durchschnittliche Jahresverdienst eines Arbeiters, der über 24 Jahre alt und über 3 Jahre im Betrieb ist, schon vor Jahren 1500 Mk. und ist zur Zeit auf 1800 Mk. angewachsen; da dies der Durchschnitt ist, wird man nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß zahlreiche tüchtige Arbeiter im Jahre 2000 bis 3000 Mk. verdienen. Das Zehnfache jenes durchschnittlichen Jahreslohnes bildet das Maximum der Beamtengehälter. Das Lohneinkommen wird aber noch erhöht durch die Gewinnbeteiligung, von der die Mitglieder der Geschäftsleitung ausgeschlossen sind, damit sie nicht in Versuchung geführt werden, zum eigenen Vorteil uno zum Nachteil der Arbeiter die Summe für die Gewinnanteile herabzudrücken. Der Lohnzuschlag ist für alle Angestellten in gleicher relativer Höhe, das heißt auf demselben Prozentsatz ihres Jahreseinkommens, zu bemessen: er hat seit seiner Einführung im Jahre 1896 zwischen 5 und *) Das Zeißwerk und die Karl Zeiß=Stiftung in Jena, ihre wissenschaftliche, technische und soziale Entwickelung und Bedeutung, für weitere Kreise dargestellt von Felix Auerbach. Mit 78 Ab bildungen im Text. Jena 1903. Verlag von Gustav Fischer, 124 Seiten. Preis 2 M. 10 pCt., im Durchschnitt etwa 9 pCt., betragen, das heißt, es kommt ungefähr ein 13. Monatslohn hinzu. Wie die Beamten erhalten auch die Arbeiter einen jährlichen Urlaub von sechs Tagen unter Fortzahlung des Lohnes. Außerdem wird jeder Wunsch von Angestellten nach einem kurzen Urlaub zum Besuche einer Ausstellung, Versammlung u. s. w. bereitwilligst erfüllt, ja unter Umständen werden sie auf solche Gelegenheiten, sich fortzubilden und ihren Anschauungskreis zu erweitern, geradezu aufmerksam gemacht und entsprechende materielle Hilfe gewährt. Die Krankenkasse gewährt für die Dauer eines Jahres ein Krankengeld von ¾ des Lohnes und freie Arztwahl, ferner die Unterstützung der Angehörigen der verheirateten Mitglieder. Zu dem Beitrag von 3,2 pCt. des Lohnes zahlt die Firma die Hälfte. Eine Zuschußkasse leistet das letzte Viertel, um dem Kranken ein Krankengeld in der vollen Höhe des Lohnes zu gewähren. Beide Kassen werden von den Arbeitern allein verwaltet. Die Pensionskasse unterscheidet sich sehr vorteilhaft von den berüchtigten Pensionseinrichtungen in manchen großen Privatetablissements. Jeder Beamte, Gehilfe oder Arbeiter, der vor Vollendung des 40. Lebensjahres in den Dienst eines Stiftungsbetriebes tritt, hat nach fünfjähriger Dienstzeit klagbaren Anspruch auf Pension für sich selbst im Invaliditätsoder Altersfalle, für seine Witwe und Waisen im Falle seines Todes. Die pensionsfähige Dienstzeit beginnt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres, die Maximalsätze des pensionsfähigen Monatseinkommens betragen nach 5=, 10=, 15jähriger Dienstzeit 10, 120, 140 Mk. für die Arbeiter, 120, 160, 200 Mark für die Werkmeister, Kontoristen und andere Gehilfen und von diesen Sätzen macht die Invalidenpension bis zum 15. Dienstjahre 50 Prozent, von da ab für jedes Jahr 1 Proz. mehr aus, bis sie nach 40 Jahren 75 Prozent beträgt; die Alterspension in letzterer Höhe tritt nach Vollendung des 65. Lebensjahres und zugleich mindestens dreißigjähriger Dienstzeit ein; endlich bezieht die Witwe vierzehntel, jede Waise zweizehntel der Iuvalidenpension, die dem Mann und Vater gebührt hätte, jedoch mit der Maßgabe, daß im ganzen nicht mehr als achtzehntel gezahlt werden. Die Mittel für diese Pensionskasse werden aus dem Gewinn des Unter nehmens genommen, nur an die Witwen= und Waisenversicherung haben die verheirateten Mitglieder einen mäßigen Beitrag zu leisten. Arbeiter, die nach dreijähriger Tätigkeit im Zeißwerk entlassen werden, erhalten eine Abgangsentschädigung im Betrage eines halbjährigen Lohnes oder Gehaltes und mindestens ¼ des erworbenen Pensionsanspruches. Diese Bestimmung ist auch geeignet, leichtfertigen Arbeiterentlassungen vorzubeugen. Bezahlt werden ferner alle in die Woche fallenden Feiertage; bei Hochzeiten und Jubiläen werden Geschenke gespendet. In eine Fabriksparkasse können die Arbeiter bis zu 1000 Mark Einlagen machen, die mit 5 Prozent verzinst werden. Der Baugenossenschaft der Arbeiter und Beamten werden zu billigem Zinsfuße Bauhilfsgelder überlassen. An die Fortbildungsschulen und Fachkurse werden erhebliche Unterstützungsbeiträge geleistet. Jugendliche Arbeiter erhalten Freitische oder ermäßigle Preise in der Kantine, sie werden ferner arztlich untersucht, um Erkrankungen vorzubeugen. Diese Einrichtung soll bereits außerordentlich segensreich gewirkt und schon vielen jungen Leuten Leben und Gesundheit gerettet haben. Die Badeanstalt kann während der ganzen Arbeitszeit unentgeltlich von Gesunden und Kranken benutzt werden. Es werden jährlich etwa 35000 Bäder genommen. Mit einem Aufwand von einer Million Mark hat die Zeißstiftung das Volkshaus mit öffentlicher Lesehalle, Bibliothek, Museum, Versammlungssälen für 200 bis 1400 Personen, die allen Parteien offen stehen, geschaffen. Mehr als eine Million Mark wurden der Universität zur Förderung ihrer Aufgaben zugewendet. Außerdem werden regelmäßige beträchtliche Zuschüsse an das Lungensanatorium bei Berka a. d. Ilm, an das Kinderheim, die Hauspflege, Flußbadeanstalten, gewerbliche Fortbildungsschulen 2c. geleistet. Solche Wohlfahrtseinrichtungen bei voller Freiheit und Selbstverwaltung der Arbeiter im Gegensatz zu den berüchtigten Wohlfahrtseinrichtungen zur Knechtung der Arbeiter lassen wir uns gefallen. Es ware zu wünschen, daß in dieser Richtung die vorliegende Schrift aufklärend und vielleicht auch bessernd wirkte. Sie zeigt außerdem, welche Riesensummen bei günstigsten Arbeits= und Lohnverhältnissen die Unternehmer noch an Gewinnen einheimsen, und wie groß die Möglichkeit des Unternehmertums zum weiten Entgegenkommen gegenüber den Wünschen der Arbeiter ist. Die Schrift kann daher in erster Linie den Arbeitern zum gründlichen Studium nur empfohlen werden. Politische Uebersicht. Die Zoli=Situation. Die italienische Meldung, wonach die Dreibundmächte in Verhandlungen über die Verlängerung der bestehenden Handelsverträge eingetreten seien, ist sofort von den Berliner Offiziösen mit aller Bestimmtheit dementirt worden. Das erklärt sich dadurch, daß solche Verhandlungen den schärfsten Widerspruch der Agrarier hervorgerufen haben würde. Um diese zu beschwichtigen, ist das Dementi sofort erfolgt, ganz im Gegensatz zu den Wahlrechtsattentatsgerüchten, wozu die Regierung sich ausschweigt. Graf Vülow hält ganz unzweifelhaft an der Absicht und dem dieser Mehrheit gegebenen Versprechen fest, mit Hilfe des neuen Zolltarifs, des vielgerühmten schneidigen Instrumentes, neue Handelsverträge zu vereinbaren. Die Agrarier und ihre Verbündeten sind schon ungehalten genug von Anfang an gewesen und sind es noch, daß die Reichsregierung sich mit einer ihr sonst nicht eigenen Festigkeit geweigert hal, die Handelsverträge zu kündigen, ehe neue an ihrer Stelle gesichert sind, und daß sie sich ebenso fest geweigert hat, einen Termin für das Inkrafttreten des neuen Zolltarifs festzusetzen. Der Zeitpunkt, an welchem der neue Zolltarif in Krast treten wird, ist der Bestimmung des Bundesrats überlassen geblieben. Es ist ein öffentliches Geheimnis, so schretbt man der„Frankf. Zeitung" aus Berlin, daß die Reichsregierung nicht beabsichtigt, diesen Zolltarif eher in Kraft treten zu lassen, als bis neue Handelsverträge abgeschlossen und genehmigt sind, sodaß also dann tatsächlich nicht die Zollsätze dieses Tarifs, sondern die in den neuen Handelsverträgen zu vereinbarenden Zollsätze wirksam werden. Es ist oft genug vor und während der Beratung des Jolltarifs sowohl öffentlich wie noch mehr hinter den Kulissen betont worden, daß dieser Zolltarif garnicht dazu bestimt sei, tatsächlich in Kraft zu treten, daß er nur als Mittel zu neuen Handelsverträgen dienen solle. Dieser Hinweis hat sogar ganz wesentlich dazu beigetragen, daß die auch innerhalb der Mehrheit vorhandenen Bedenken gegen einzelne Bestimmungen und Zollsätze dieses Tarifs unterdrückt werden und daß dieser schließlich in einer Form Hals über Kopf angenommen worden ist, in der ohne gewisse Korrekturen überhaupt nicht in Kraft treten könnte und in der ihn außer den eigentlichen Agrariern, die sich nach dem Zollkrieg sehnen, auch ein erheblicher Teil der Mehrheit garnicht in Kraft gesetzt wissen möchte. Die Lage hat sich inzwischen nicht verändert. Die Reichsregierung fängt an, ohne daß man besonderen Eifer erkennen könnte, die Vereinbarung neuer Handelsverträge zu versuchen. Ob und wann ihr das gelingt, ist heute noch nicht abzusehen. Inzwischen verlängern sich die bestehenden Handelsverträge von selbst, ohne jede Vereinbarung. Sie sind jederzeit kündbar und treten dann nach einem Jahre außer Kraft. Die Situation ist also nach wie vor nicht nur so unbestimmt, sondern auch so ungünstig wie möglich. Gelingt es Graf Bülow, mit dem neuen Zollgesetz Handelsverträge abzuschließen, so bleiben immer die im Tarif festgelegten Mindestzölle auf Getreide bestehen, unter welche die Regierung nicht gehen kann, kommt es nicht zum Abschluß von Verträgen, so besteht die Gefahr, daß die Herzenswünsche der Hochschutzzöllner in Erfüllung gehen und der autonome Tarif in Kraft tritt. Wir Sozialdemokraten werden deshalb nach wie vor darauf hinarbeiten, daß weder das eine noch das andere geschieht, sondern das, was zur höheren Ehre der Agrarier die Regierung jetzt dementiert, nämlich daß die jetzigen Handelsverträge veilängert werden. Schiedsgerichtliches. ac. Die kürzlich auf dem Kongreß von Podensac begonnene Kundgebung betreffs Einführung eines englischfranzösischen Schiedsgerichts wurde am 3. d. M. in Bordeaux fortgesetzt. Herr Thomas Barclay, ehemaliger Präsident der englischen Handelskammer in Paris hielt im Atheneum der genannten Stadt vor einem sehr zahlreichen Audilorium einen Vortrag über den geplanten Schiedsgerichtsvertrag zwischen England und Frankreich. Der Deputirte Chaumet hielt zunächst eine Ansprache und wies auf den herzlichen Empfang hin, den die französischen Parlamentarier auf ihrer Reise nach London gefunden hatten. Er beglückwünschte Herrn Barclay deswegen, daß er die Initiative für diese echt volkstümliche Bewegung ergriffen habe, die ihren Willen den beiden Regierungen zu diktieren vermöge. Darauf ergriff Herr Barclay das Wort und konstatiert, daß die Stabilität der Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern erreicht sein würde, sobald der von ihm so dringend gewünschte Schiedsgerichtsvertrag zum Abschluß gelangt, denn bei einem Vertrage dieser Art würden die den Frieden beider Länder oft beeinträchtigenden Zwischenfälle ganz ausgeschlossen sein. Redner spielt bei dieser Gelegenheit auf die Faschoda=Affäre an, welche er als einen Pyrrhussieg für England qualifiziert. Dann schildert er das System und die Funktionen des Schiedsgerichts, sowie er es sich vorstellt und weist die gegen dasselbe gemachten Einwände energisch zurück, indem er auf die mächtige Unterstützung hinweist, die dieses Projekt gefunden habe, denn zu seinen Gunsten hatten sich 44 französische und 70 englische Handelskammern, 33 Trades=Unions und Arbeitervereinigungen mit zusammen ca. 1 Million Arbeiter, sowie auch 22 Stadtverwaltungen ausgesprochen. Zum Schluß führt Barclay aus, daß von seiten Englands noch viel mehr zu gunsten des Schiedsgerichts agitiert werde, als auf dieser Seite des Aermelkanals und ladet die Bordeleser ein, das erste Komitee zur Propaganda und Vulgarisation der schiedsgerichtlichen Idee zu bilden, welche nicht nur den beiden direkt interessierten Ländern im besondern, sondern auch dem Weltfrieden im allgemeinen zu gute kommen würde. Der Erfolg dieser Rede war ein glänzender und stürmischer, anhaltender Applaus belohnte den Redner. Zum Schluß dankte Herr Chaumet demselben und sprach die Hoffnung aus, daß das Komitee für die Propaganda des Schiedsgerichts in Bordeaux sich recht bald konstituieren möge. Berlin, 6. August. Die Selbstkoften der tadelfreien Führung. Anstatt der sehnlichst e wünschten Gehaltserhöhung wurde den Postunterbeamten im Dezember v. Is. die von niemand gewünschte Auszeichnung der goldenen Schulterplattschnüre „für 15jährige tadelfreie Führung" als Weihnachtsüberraschung beschert. Es ist an dieser seltsamen Auszeichnung ausreichend Kritik geübt worden; niemand ist aber auf den Gedanken gekommen, daß die Unterbeamten von dieser neuen Würde nicht nur die Bürde, sondern sogar auch noch die Kosten haben würden. Das nachstehende Schriftstück klärt in erfreulicher Weise darüber auf: Reichspostamt Berlin W 66, d. 27. 4. 03. IV 19171. Die goldenen Schulter=Plattschnüre bilden für Unterbeamte mit einer tadelfreien 15jährigen Gesamtdienstzeit einen Teil der von Sr. Vajestät dem Kaiser genehmigten Uniform. Die Dienst röcke und Litewken der zum Tragen der Schulter=Plattschnüre berechtigten U.=B. sind nach der Verfügung vom 10. Januar IV 41 212 durch Vermiltlung der Bezirks=Kleiderkasse mit Abzeichen zu liefern. Pieraus folgt, daß diese U=B. die Dienströcke und Litewken mit den Schulterabzeichen und die Mehrkosten für die Abzeichen zu tragen haben. An die Kaiserliche Ober= Postdirektion. I. A. des Staatssekrelärs: gez. Spilling. Zur weiteren Auftlärung mögen noch einige Bemerkungen dienen. Erbaut waren die wenigsten Ausgezeichneten von dem goldnen Segen, den sie in andrer Form erhofft hatten. Daß sie die goldene Schnur selber bezahlen mußten, war den Beamten bald klar geworden; das Reich begnügte sich mit der Verleihung der Ehre, kaufen aber mußten sich die Ausgezeichneten die Auszeichnung selber. Viele Unterbeamte, die ja mit jedem Pfennig rechnen müssen, ließen sich nun an einem Paar Schulterschnüre genügen, manche begnügten sich mit dem verliehenen Rechte, behielten aber ihr Geld und ließen die Schnüre im Schaufenster der Uniformhändler. Unterdessen bekam der Lieferant der Kleiderkassen in Berlin, Eduard Sachs, vom Reichs=Postamt den Auftrag, die Auszeichnungen den Berechtiglen bei allen Neulieferungen auf deren Kosten zu liefern. Einige mutige Unterbeamte beschwerten sich darüber und die Antwort ist die abgedruckte Verfügung des Reichs=Postamtes. Die Beamten sind infolgedessen zum Tragen der Auszeichnung nicht nur berechtigt, sondern sogar gezwungen, selbst gegen ihren Willen, und sie sind ferner gezwungen, sie auf jedem Dienstrocke, deren sie stets mehrere haben müssen, zu führen und für jeden ertra zu bezahlen. Die Garnitur Schulterschnüre kostet 1,15 Mk., für einen schlecht bezahlten Unterbeamten ein fühlbarer Lohnabzug. Wir empfehlen die Anwendung dieses Verfahrens auch bei Ordensverleihungen; der Staat ersparte dabei eine nicht unbeträchtliche Geldsumme und die Kommerzienräte hätten die Freiheit, sich ihre Ordensauszeichnungen je nach Vermögen reichlicher ausstatten zu lassen. *Ueber„Unstimmigkeiten" im preußischen Staatsministerium bringt die in Berlin erscheinende„Correspondenz Woche" folgende Mitteilungen: „Die Unstimmigkeiten im Schoße des preußischen Staats ministeriums hatten, wie nun sogar aus Regierungskreisen zugestanden wird, in jüngster Zeit einen hohen Grad erreicht. Man hat schon lange sehr unangenehm empfunden, daß die Regierungsmaxime an erster leitender und staats rechtlich verantwortlicher Stelle dahin neigt, die persönliche Autorität auf das Piedestal zu heben und die Ministerkollegen in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis herab zu drücken. Aus diesen Bestrebungen sind auch manche neueren Erscheinungen im Staatsgetriebe, wie die verspätete Staatsaktion gegen die Hochwasserschaden, zu erklären. Die in dieser Richtung hervorgetretenen Friktionen haben nunmehr ihren gefährlichen Charakter verloren. Es ist daher angenblicklich ausgeschlossen, daß der Minister des Innern, Freiherr von Hammerstein, als das Schlachtopfer fallen wird, obgleich er manchmal auch im Landtage ungeschickt operiert hat. Der Rücktritt des Justizministers Schönstedt war schon früher vorgesehen, hat also mit der neuesten Staatsaktion nichts zu tun." Die„National=Zeitung" meint, diesen„Einbläsereien" sei jedenfalls keinerlei Beoeutung beizumessen.— Das mag wohl Graf Bülon auch sagen, allein die Ressortminister dürften anders denken. Damit ist freilich nicht gesagt, daß sofort an Ministerwechsel gedacht werden muß; inbezug auf das Abschiednehwen sind die preußischen Minister bekanntlich sehr dickfällig. Auch ein Erfolg des sozialdemohratischen Wahlsiegs. Das Zentrum ist im Reichstag zwar nach dem Ausweis im Buche die stärkste Partei, aber in Wirklichkeit wird es nur die zweitstärkste Partei sein. Bei dem gegenwärtigen Zustand der Diätenlosigkeit kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß von der 81 Mann starken Fraktion der Sozialdemokratie immer mehr anwesend sein werden, als von der zwanzig Köpfe stärkeren Zentrumsfraktion. In keiner Partei schwänzen die Abgeordneten soviel wie im Zentrum. Die„Zentrumsparlamentkorrespondenz“ rechnet denn auch schon mit diesem Umstand und fordert energisch Diäten, sie schreibt: „Zwei Punkte sind für jeden unbefangenen Beobachter ganz zweisellos: 1. daß die bestehende Diatenlosigkeit, die seinerzeit als Abwehrmittel gegen die Sozialdemokratie betrachtet wurde, jetzt der Sozialdemokratie als Vorteil, den bürgerlichen Parteien zu Last und Schaden gereicht; 2. daß der Reichstag unter keinen Umständen Diäten unter irgend einer Bedingung annehmen kann, da er dann sich dem vernichtenden Vorwurf aussetzen würde, seinen Mitgliedern einen pekuniären Vorteil durch Preisgabe von Volksrechten erschachert zu haben. Hoffentlich dringt diese Erkenntnis allmälig dort durch, wo der Widersland gegen die Diäten seinen letzten Halt hat. Man gebe dem Reichstage die nötigen materiellen Hülfsmittel, um sich in den erschwerten Verhältnissen arbeitsfähig zu halten; von weitergehenden Kunstgriffen sollte man dagegen gar nicht reden." Das Zentrum hat sicher eine Anzahl Abgeordnete, die auch mittelst Diäten nur höchst selten nach Berlin zu bringen sind; es sind Leute, denen die Politik sehr wurstig ist und die nur gewählt wurden, weil es der Pfarrer so befohlen hatte. In besonders wichtigen Fällen beruft sie der Vorstand der Zentrumsfraktion nach Berlin und da nehmen sie dann ihre Parole entgegen, wie sie abzustimmen haben. Im Uebrigen hätte das Zentrum schon längst Diäten haben können, wenn es 1888 dem Vorschlage Rickerts gefolgt wäre, und in dasselbe Gesetz, durch welches die Legislaturperioden von drei auf fünf Jahre verlängert wurden, auch die Diäten hineingesetzt hätte. Dann wäre Bismarck in der Zwickmühle gewesen. Er hätte entweder die so gefürchteten Diäten bewilligen, oder auf die Verlängerung der Legislaturperioden verzichten müssen. * Und immer neue Mläne zur Vervollkommnung der Mordwerkzeuge und Ausplünderung der Massen. Es finden gegenwärtig sehr eingehende Versuche mit Maschinengewehren statt, wobei man damit rechnet, daß sechs solcher Gewehre auf kurze Zeit das Feuer eines Bataillons unter entsprechenden Verhältnissen ersetzen können. Man bildet zwei Kavallerie=Abteilungen jetzt in der Handhabung von je zwei Maschinengewehren aus, sie sollen dem 11. und 15. Armeekorp für die großen Herbstübungen beigegeben werden, um ihre zweckmäßige Verwendung zu erproben. Im nächsten Jahre sind größere Versuche geplant. Man denkt sich die Maschinengewehr=Abteilungen besonders als Rückhalt für gronere Reiterkörper, als der Kavalleriedivision überall hier gleich folgender Ersatz des Feuers des zugeteilten Jägerbataillons, das nicht überall rechtzeitig zur Stelle sein kann. Die getreuen Freunde von rechts geben oen Freisinnigen wohlgemeinte Lehren. So meint die„Kreuzzeitung", daß die Freisinnigen fast selbstmörderisch handeln würden, wenn sie bei den preußischen Landtagswahlen sich für sozialdemokratische Kandidaten erklärten. Im Gegenteil böten die Landtagswahlen die Gelegenheit zur ofsenen Bekämpfung der Sozialdemokratie, die als eine republikanische Partei in die preußische Landesvertretung noch viel weniger hineingehöre, als in den Reichstag. Es müsse den Wählern klar gemacht werden, daß sie eine staatsfeindliche Handlung begehen, wenn sie für einen Sozialdemokraten stimmen. Das zu tun, sei auch Pflicht der Regierung.— Hoffentlich beeilt sich Engen Richter, seinen Siegel darunter zu drücken. *Vom Geldsacks=Wahlrecht. In Elbing gehörten bei den Stadtverordnetenwahlen bisher 80 Wähler zur ersten Ab teilung. Seitdem hat der Geh. Commerzienrat Zierse, der Schwiegersohn des Begründers der Schichauschen Werft und bisherige Mitbesitzer dieses Werkes, das letztere allein erworben und ist nunmehr nicht blos der stärkste Steuerzahler Elbings, sondern der einzige Wähler der ersten Abteilung. Seine 79 Genossen vom vorigen Jahre sind jetzt in die zweite Abteilung gekommen! So verteilt der blindeste Zufall des Geldbesitzers das höchste Staatsbürgerrecht. * Herr Bassermann verzichtet. Der„Pfälzische Kurier schreibt, daß er aus dem eigenen Munde Bassermann's wisse, er denke nicht im entferntesten daran, in Dessau=Zerbst zu landidiren. Alle Mitteilungen darüber entbehren jeder Begründung, weil die dortigen Nationalliberalen so gut wie er selbst wissen müßten, daß er nach seiner ganzen politischen Vergangenheit nicht der Mann sei, der nach Lage der Parteiverhältnisse in Dessau=Zerbst mit Aussicht auf Erfolg kandidieren könne.— Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. * Zum Attentatsversuch auf das Wahlrecht schreibt die nationalsoziale„Zeit", daß„sich seit einiger Zeit auch ein dem Kaiser sehr nahe stehender einflußreicher Hanseat in dem Sinn des Herrn Giesebrecht bemüht Ta kann man ja wohl annehmen, daß schon Öhrenbläsereien staltgefunden haben. Ist etwa darauf auch zurückzuführen, daß die Regierung bis jetzt noch keine Antwort auf die Veröffentlichungen des„Vorwärts" gefunden hat? * Der heilige Geist in den Baracken. Mit einem besonders markanten Falle von Mißhandlung der jungen Soldaten durch die sog.„älteren Leute"— eine der häßlichsten Erscheinungen des Soldatenlebens— hatte sich das Kriegsgericht Düsseldorf zu befassen. Das Vorkomnis spielte sich am 8. Juni während der diesjährigen westsälischen Feldübungen bei der 1. Kompagnie des Infanterie=Reguents Nr. 26(Mülheim a. Rhein) ab, nachdem dort schon wiederholt scharse Erzesse der älteren Mannschaften vorangegangen waren. In der fraglichen Nacht wiederholten sich diese in noch verstärktem Maße— es erschien wiederum der„heilige Geist", wie in der Soldalensprache dieses wüste Treiben genannt wird— die Rekruten wurden mit Klopfpeitsche und Tambourstock aus den Betten geprügelt, mit Schemeln beworfen und mit Wasser begossen. Besonders tat sich bei allen diesen Gelegenheiten der Muskelier Mathias Vandicken hervor; er„kommandierte" die Prügelstrafen und trug deshalb den Namen„BarackenDirektor". Bei sofortiger Verhaftung wurde der BarackenDirektor zu vier Monaten Gefängnis verurteilt; der Gefreite Karl Zimmermann erhielt einen Monat Gefängnis, während sich auf weitere sechs Musketiere Gefängnisstrafen von zwei Wochen bis drei Monaten verteilten. Schlafen denn keine Vorgesetzten in den Baracken, die derartige Abscheulichkeiten erfolgreich verhindern können? Oder haben diese Watte in den Ohren? * Die Not in Schlesien. Ueber den Besuch, den der preußische Kultusminister verschiedenen Ortschaften des Regierungsbezirks Breslau abstattete, berichtet die„Schles. Ztg.", es sei überall dieselbe Erscheinung zutage getreten: die niedrigen Wohnungen sind fast bis zur Deckenhohe vom Hochwasser durchfeuchtet, die Dielung muß fast durchweg aufgebrochen, der Fußboden getrocknet, mit geeignetem Material, am besten mit Schlacke bedeckt und dann nachher mit neuer Dielung versehen werden. Es zeige sich, daß überall die erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet waren, und auch hier sei zu hoffen, daß eine ernstere Gefahrdung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung vermieden werden wird.— Möge diese Hoffnung in Erfüllung gehen und der heilige Bureaukratismus sich ein wenig beeilen. Vortugal. ac. Wir berichleten bereits an dieser Stelle von gewissen Gerüchten über ein Komplott des Militärs gegen den König von Portugal und dessen Familie, sowie über die Arretierung von Offizieren, welche die Entdeckung des Komplotts zur Folge gehabt haben soll. Es hat sich aber durchaus nichts ereignet, was diese Gerüchte bestätigen könnte. Allerdings bestand in der Armee eine Verschwörung, welche aber nicht gegen die königliche Familie gerichtet war, sondern im Gegenteil, es war eine reaktionäre Bewegung, zu dem Zwecke inszeniert, die Bildung einer selbstständigeren Regierung herbeizuführen. Sicher ist ferner, daß die Disziplin im portugiesischen Heere sehr gelockert ist, so daß in letzter Zeit die Garnisonen häufig gewechselt und sogar einige Bataillone, die ihren Offizieren nicht gehorchen wollten, nach Afrika transportiert werden wußten. Somit liegen durchaus keine Anzeichen dafür vor, daß sich die Ereignisse im serbischen Konak in Lissabon wiederholen könnten. Schweden-Norwegen. *Björnson gegen den russischen Despotismus. Vor kurzem veröffentlichte Björnson in mehreren Zeitungen einen Artikel, worin er das Solidaritätsgefühl der Kulturvölker gegen die Greuel des russischen Despotismus aufrief, die ualienischen Sozialisten ihres Verhaltens wegen lobte und an die judischen Kapitalisten in Frankreich die Mahnung richtete, doch nicht immer wieder, wie das sbis jetzt der Fall gewesen sei, durch Zeichnung der russischen Anleihen dem Despotismus. eigenen Volksgenossen mitleidlos abschlachten ließe, die Eristenzmittel zu liefern.— Christianias„Sozialdemokraten“ bemerkt hierzu, daß das Verhalten jener Kapitalisten in den Gesetzen des Kapitalismus, im kapitalistischen System selbst seinen Grund hat und die Mahnung Björnsons völlig zwecklos sei.„Das große, mächtige Rußland" wird Geld in unendlicher Menge zur Aufrechterhaltung seiner kapitalistischen Despotie erhalten. Die einzige Rettung der Zukunft ist die durch die Sozialdemokratie. Das ist die einzige Macht, die Rußlands Despotie zu fürchten hat. * Rom, 6. Aug. Ueber das Veto Oesterreichs gegen die etwaige Wahl Rampollas berichtet das„Journale d'Italia“ folgendes: Sonntag morgen kam unerwartet cin Telegramm des Kaisers Franz Josef an, der offenbar von dem Vorwiegen der Stimmen für Rampolla unterrichtet war. Zuerst wollte die Mehrheit des Kollegiums protestiren, dann überwog die Erwägung, daß die Kirche in diesem kritischen Augenblick nicht Oesterreich brüskiren dürfe, hinter dem sicherlich Deutschland und Italien ständen. Doch dauerte es lange, bis der hartnäckige Widerstand der französischen Kardinäle besiegt war, die in dem Veto eine Beleidigung Frankreichs erblickten. Woher hat denn der Kaiser von Oesterreich seine Mitteilung erhalten, da doch alle Teilnehmer am Konklave sich eidlich verpflichtet halten, keine Meldungen hinaus zu spediren, was übrigens ja auch durch Unberufene unmöglich sein solltel Rußland. * Die Schandtaten von Kischinew. Mehr als drei Monate sind seit jenen Schreckenstagen, in denen eine der größten, reichsten Städte des russischen Reiches eine Stätte blutiger Greuel war, verstrichen und noch immer ist über Anlaß und Ursache, über Zweck und Motive jener Zustände, wie sie da zu Tage traten, über deren wahre Urheber und ihr unheilvolles Wirken ein dunkler Schleier gebreitet. Die„Neue Freie Presse“ veröffentlicht eine auf authentischem Material beruhende Tarstellung über die Vorgange, in der gegen die russische Regierung die schwersten Vorwürfe erhoben werden, weil sie noch nichts getan hat, um die Urheber dieser entsetzlichen Greueltaten zur Verantwortung zu ziehen. Auffallenderweise ist bisher, so schreibt das Platt, noch keine einzige Klage gegen einen Polizisten erhoben worden, obgleich die Mitwirkung der Polizei an jenen Greueltaten notorisch feststeht. Der nach Kischinew entsandte Polizeileiter aus Moskau, Lopuchin, äußerte nach Kenntnis der Verhältnisse:„Es ist nicht zu leugnen, daß die Sache organisiert war." Wenn einerseits die Verfassung der Aufruse sowie der hetzerischen Artikel auf eine Mitwirkung auch aus den Kreisen der Inteiligenz deutet, so gehört andererseits zu alledem Geld, viel Geld, und es sind auch die Namen reicher christlicher Kischinewer Bürger genannt worden, die die Mittel herbeischafften(Tronim, Stepanow u. a.). Offiziell schritt die Polizei ein, um die Juden an der Selbstverteidigung zu hindern. Polizisten bezeichneten sogar den Räubern die Häuser, in denen Juden wohnten. Es ist bekannt, daß zehntausend Mann Militär, also eine Macht, die zwanzig= und hundertmal ausgereicht hätte, um die Ruhe herzustellen, in Kischinew lag, daß aber die össentliche Gewalt nur zum Schutze von einigen reichen Judenhäusern gebraucht, die übrigen schutzlos gelassen wurden. Alle diese Umstände mit vielen greuelvollen Einzelheiten hat eine Judendeputation dem Minister v. Plehwe vorgetragen und ihn auch im Hinblick auf die Vorkommnisse in früheren Jahren um Untersuchung und Abhilfe gebeten. Herr v. Plehwe zeigte sich ganz erstannt über ein solches Begehren der jüdischen Deputation. Er meinte, daß mit der Abberufung des Gouverneurs und des Polizeileiters eine mehr als genügende Satisfaktion den Juden gegeben sei; wie die Juden noch mehr verlangen können, erschien ihm ganz unbegreiflich. Besondere Erwähnung verdient noch die Tatsache, daß der Hilfsaktion von Herrn v. Plehwe und seiner Regierung große Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. ac. China. L'Universal Gazette schreibt, daß die Russen im Begriff seien, in Harbing ein Journal in chinesischer Sprache herauszugeben und daß sie zu diesem Zwecke bereits einige Journalisten nach Shanghai entsandt hätten. Ein chinesisches Journal berichtet, die russische Regierung habe zwecks Wahrnehmung ihrer Interessen in Sin=Kiang dortselbst einen Vizekönig installiert. Von anderer Seite hört man, daß die Regierung von Sin=Kiang zur Verbesserung der Provinztruppen eine Anleihe von 2 Millionen Taels machen wolle und daß die russisch=chinesische Bank sich zur zinsenfreien Hergabe dieser Summe unter der Bedingung bereit erklärt habe, daß den Russen die Sorge für die Organisation der Truppen und für die Urbarmachung des Landes übertragen würde. Außerdem solle die chinesische Regierung Rußland erlauben, Soldaten in die Provinz Tsin Hoa zu senden, um die Telegraphenlinien zu schützen und das Ansehen der russischen Beamten zu stärken. ac. China. Man befindet sich hier in ähnlicher Lage als damals nach dem Staatsstreich von 1898. Die Hinrichtung des Journalisten Chan Chien hat die Reformatoren mit Schrecken erfüllt und die Chinesen sind inbezug auf alles, was die Politik betrifft, völlig stumm geworden. Man sagt, daß Sou, der liberalste der Prinzen, seine Stellung aufs Spiel gesetzt hätte, indem er sich der Hinrichtung Chan Chien's zu widersetzen suchte. Aus New-York wird noch berichtet, daß die chinesischen Reformisten von Peking aus einen Aufruf an die fremden Mächte gegen die Ausweisung der des Anfruhrs angeklagten Journalisten aus Shanghai haben ergehen lassen. * Einen interessanten Beschluß faßte in seiner letzten Sitzung der sozialdemokratische Wahlverein in Brandenburg. Er beschloß, bei der Kreis=Konferenz zu beantragen, den Abgeordneten des Kreises, den Genossen Peus, zu beauftragen, im nächsten Sommer zum Studium der Lohn=, Wohn= und Arbeitsverhältnisse der ländlichen Arbeiter, insbesondere der Arbeiter auf den Rittergütern, zeitweise Aufenthalt im Kreise West=Havelland zu nehmen, um durch geeignete Kritik dieser Verhältnisse eine Besserung derselben zu erreichen. Genosse Sidow gab zur Begründung dieses Antrages eine Schilderung der ländlichen Verhältnisse, wie er sie bei Gelegenheit einer Reise, die er aus bestimmtem Anlaß unternommen, in westhavelländischen Dörfern wahrgenommen, und betonte, daß diese Verhältnisse unter schonungsloseste Kritik zu stellen dringend notwendig sei. Diese Ausführungen erweckten das größte Interesse und fanden durch andre Redner allseitige Bestätigung. Der Antrag fand einstimmige Annahme. gen lobte und an Nahnung richtete, der Fall gewesen dem Despotismus. bschlachten ließe, as„Sozialdemoener Kapitalisten alistischen System Björnsons völlig d" wird Geld in ter kapitalistischen r Zukunft ist die nzige Macht, die treichs gegen die surnale d'Italia" tcin Telegramm : dem Vorwiegen Zuerst wollte nn überwog die ischen Augenblick sicherlich Deutsch3 lange, bis der näle besiegt war, 3 erblickten. reich seine Mita Konklave sich taus zu spediren, öglich sein solltel als drei Monate größten, reichsten tiger Greuel war, nd Ursache, über zu Tage traten, Lirken ein dunkler veröffentlicht eine ig über die Vore schwersten Voretan hat, um die erantwortung zu Plait, noch keine rden, obgleich die notorisch feststeht. Noskan, Lopuchin, nicht zu leugnen, inerseits die Verkel auf eine Mitdeutet, so gehört es sind auch die tannt worden, die n. a.). 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Die Nummer 8 des 7. Jahrgangs der Agitationszeitung ist erschienen und kommt von Samstag ab zur Ausgabe. Die Nummer hat folgenden Inhalt:„Die neue Zeit". Leitgedicht von Karl Henckell.— Nichts gelernt und viel vergessen.— Der Klassenkampf.— Die Entsaltung der Persönlichkeit.— Das Papsttum und die soziale Frage. — Die preußischen Landtagswahlen und die Sozialdemokralie 1, von Hermann Armini.— Die Götterdämmerung der modernen Kirche.— Wertschätzung des weiblichen Geschlechts„hüben und drüben.— Bureaukratie.— Persische Fabeln.— Geistesfunken: Allgemeines. Der Menschheit Streben.— Feuilleton: Der So ist Weyerbusch! Zu dem Komplott der Wahlrechtsräuber gehört, wie bekannt, auch der konservative Landtagsabgeordnete Weyerbusch von hier. Von diesem Mann konnte man sich von jeher eines solchen Streichs versehen. Wo irgendwo ein reaktionärer Plan ausgeheckt, ein Anschlag gegen die Volksrechte versucht wurde, hatte dieser Mann seine Hand resp.seine Geldbörse mit dabei. Wir kennen diesen„blauen" Reaktionär! Aber immerhin ist sehr interessant, was unser Gothaer Parteiblatt über Herrn Weyerbusch zu berichten weiß. Dasselbe schreibt, nachdem es mitgeteilt, daß Weyerbusch 1898 sich um das Reichstagsmandat in Gotha beworben habe: „Dieser Herr Weyerbusch, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, hielt am 8. Mai 1898 im Schießhaussaale seine Wahlrede, die dann den überglücklichen Wählern im Herzogtum in einem Büchlein, ausgeschmückt mit dem Porträt des elegant aussehenden Herrn, zugängig gemacht wurde. In diesem Büchlein heißt es in bezug auf das Neichstagswahlrecht, das damals schon vonverschiedenen Seiten als bedroht hingestellt wurde, wörtlich: „ch brauche wohl nicht zu erklären, tue es aber, um Mißverständnisse zu vermeiden, doch, daß ich meine Hand nicht dazu hergeben werde, an dem Artikel 20 der Reichsverfassung zu rütteln."(S. 8.) Das war vor fünf Jahren. Nach dem Briefe des Dr. Giesebrecht sind aber die Bestrebungen, die Herr Weyerbusch unterstützt und die auf Beseitigung des allgemeinen Stimm rechts(§ 20 der Reichsverfassung) hinauslaufen, schon vor sechs Jahren geplant und begonnen worden. Ein drastischer Beweis dafür, was von Reichstagskandidatenreden zu halten ist und wie sehr das Volk sich hüten muß, auf die Versprechungen der bürgerlichen Parteien zu bauen." Das von Herrn Weyerbusch ausgehaltene Blatt, die „Vollszeitung für Westdeutschland", hat sich gar mächtig entrüstet, weil wir das, was Herr Linz in seinen Wahlreden alles zu tun versprach, recht mißtrauisch behandelt haben. „Es gehört", so schrieb das Muckerblatt,„die ganze Unverfrorenheit der„Freien Presse" dazu, die Ueberzeugungstreue eines Ehrenmannes in Zweifel zu ziehen." Wir nehmen an, daß Weyerbusch in den Angen dieses Blattes auch ein Ehrenmann ist und Herr Linz in dieser Beziehung nichts vor ihm voraus hat. Nun möge es seinen Lesern an dem Verhalten des Herrn Weyerbusch plausibel machen, was man auf die Wahlreden und die Ueberzeugungstreue solcher Herren zu geben hat. Vorläufig werden wenigstens die Arbeiter solchen Herren nicht nur aufs Maul sehen, sondern auch auf die Hände. Der Höchstbesteuerte in Elberfeld ist auch in diesem Jahre wieder Freiherr von der Heydt, welcher im ganzen Mark 80296,26 Steuern an das städtische Steuer= und Gebühren=Amt zu entrichten hat. Der„Zweithöchste" ist Herr Adolf Eisfeller mit einer Steuersumme von Mark 60434.96: der Bankdirektor und Kourskünstler Dr. Jordan zahlt das Sümmchen von„nur" Mark 26274,96. Diese „armen" Reichen! * Vorsicht. Das Säubern der Eisenbahnwagenfenster mit den daran angebrachten Vorhängen, wie es häufig von den Fahrgästen gleichsam als ein gutes Recht ausgeübt wird, belegt die Eisenbahn mit einer Ordnungsstrafe von 6 Mark. Die Straßenbahn Barmen=Elberseld erzielte im Juli eine Einnahme von 72 327 Mark, gegen 90 389 Mark im gleichen Monat des Vorjahres und 90003 Mark im Juli 1901. Die Direktion schreibt, daß der Einnahmeausfall auf die sehr ungünstige, kühle und regnerische Witterung im Juli und auf die am 27. Juni erfolgte Eröffnung des Betriebes der ganzen Strecke der Schwebebahn zurückzuführen sei. Es sei aber zu erwarten, daß die im Laufe der Jahre in den beiden Schwesterstädten beobachtete allgemeine Steigerung des Verkehrs, auf welche auch in Zukunft zu rechnen sei, und geeignete Ersparnise in den Ausgaben voraussichtlich allmählig den Ausfall wieder ausgleichen. Es sollte uns nicht wundern, wenn die Ersparniss erster Linie bei dem Personal versucht würden. Feuer. Heute früh gegen 5 Uhr brach in der Wurstse in küche eines Metzgers in der Arrenbergerstraße Die alarmierte Feuerwehr konnte es im Entstehen löschen, sodaß der Schaden unbedeutend ist. * Diebstätle. Einem Fahrradhändler wurde aus seiner in der Gartenstraße belegenen Fabrik ein noch fast neues Fahrrad Marke„Citto“ gestohlen.— In der Nacht vom 5. zum 6. d. Mts. ist einem Händler in der Spichernstr. wohnhaft, eine noch fast neue zweiräderige Ziehkarre im Werte von 50 M., welche bei einem Schmiedemeister in derselben Straße untergebracht war, von einem unbekannten Täter ent wendet worden. Die Karre war grau gestrichen, die Kastenbretter auf derselben fest und nicht abnehmbar, die Handgriffe sind aus Holz, das übrige aus Eisen. * Auf dem Fundbureau wurden abgegeben ein Geld betrag, ein Rest Handtuchstoff. ein Damenportemonnaie mit Inhalt, eine einreihige Korallenkette, ein Sammettäschchen enthaltend ein Rosenkranz, ein goldenes Medaillon, mehrere Herrenregenschirme, ein Goldstück, vier gehäkelte Deckchen, ein Dublekneifer mil Etni und ein Stück roten Nessel. * Ein Taschendiebstahl wurde gestern in einem Geschäft in der neuen Fuhrstraße ausgeführt, indem dort einer Frau aus Unterbarmen das Portemonnaie mit zwei Fünfmarkstücken aus der hinteren Kleidertasche gestohlen wurde. Barmen, 7. August. o. Sozialdemokratischer Verein. In der letzten Mitgliederversammlung wurde über den diesjährigen Parleitag verhandelt. In dem einleitenden Referat wies Genosse Eberle auf die rein geschäftliche Tagesordnung desselben hin, es sei jedoch möglich, daß sich außerhalb der Tagesordnung eine Diskussion über die Vizepräsidentenfrage entwickele. Er ist der Meinung, daß diese Frage von untergeordneter Bedeutung für die Partei sei und würde er es bedauern, wenn der Parteitag sich darüber lange aufhalten würde. Seine Ansicht gehe dahin, daß die Partei an ihrem Seelenheil keinen Schaden leide, wenn der von ihr gestellte Vizepräsident mit dabei ist, wenn das Präsidium dem Kaiser Mitteilung macht von der Konstituirung des Reichstags. Im Uebrigen glaube er nicht daran, daß die bürgerlichen Parteien, und speziell das Zentrum, einen sozialdemokratischen Vizepräsidenten acceptieren werden. In der hierauf folgenden sehr lebhaften Diskussion brachte Gen. Dastig drei Anträge ein. In dem ersten wurde beantragt, die Lösung der Vizepräsidentenfrage der Fraktion zu überweisen, der zweite Antrag sollte die Fraktion auffordern, in energischer Weise für die Einführung des gesetzl. Zehnstundentages einzutreten, während der Dritte eine leb hafte Agitation gegen die ev. Verschlechterung des Wahlrechts wünscht. Alle drei Anträge wurden abgelehnt. Gen. Poludnik wünschte, daß der Parteitag sein Augenmerk auf die Masseneinfuhr fremdländischer Arbeiter richte, da diese Angelegenheit den nächsten internationalen Kongreß beschäftigen werde. Emannel erwartet die Behandlung der Arbeitslosenversicherungsfrage. W. Röhrig eine Diskussion über die soziale Gesetzgebung. Als Delegirter zum Parteitag wurde von acht vorgeschlagenen Genossen in der Stichwahl Gen. Haberland gewählt. Im Verschiedenen wurde der Vorschlag gemacht, auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung „die Preßverhältnisse" zu setzen. Eberle machte darauf aufmerksam, daß diejenigen, welche Beschwerden hätten, sich an die Preßkommission wenden müßten. Aufgenommen wurden 23 Mitglieder. Die vereinigten Arbeiter=Gesangvereine werden morgen abend in den Lokalitäten der Stadthalle ein gemeinsames Sommerfest seiern. Dazu ist ein so auserlesenes gramm zusammengestellt, wie bisher hier wohl kaum auf einem Arbeiterfest anzutreffen war. Von 8 bis 11 Uhr ist die Feier auf dem Plateau und besteht in Volal- und Instrumental=Konzert, in das sich das städtische Orchester und die Gesangvereine, die Gesamtchöre zum Vortrag bringen werden, teilen. Die Feier auf dem Plateau wird durch einen Aufmarsch des Arbeiter=Turnvereins„Vorwärts" beschlossen und die Feier im großen Saal durch Pyramidenbau desselben Vereins eröffnet. Ein Festball wird den Abschluß der groß angeleglen Feier bilden. Auf einen recht zahlreichen Besuch dürfen die Gesangvereine sicherlich rechnen. Z Ein betrübender Unfall ereignete sich gestern in der Riemendreherei von Nagel in der Leimbach. Ein Junge von 14 Jahren kam mit dem Arm in das Getriebe und wurde dabei sehr schwer verletzt; er wurde dem Krankenhause zugeführt. Depeschen und Neueste Nachrichten. w. Rom, 7. August. Das„Giornale d'Italia" berichtet, ein Kardinal habe sich einem Berichterstatter des Blattes gegenüber geäußert, Sarto sei zum Papst gewählt worden, damit man hauptsächlich einen religiösen Papst erhalte. Hinsichtlich der Haltung gegenüber Italien sprach der Kardinal sich dahin aus, der Papst würde einen Kampf zu vermeiden suchen, aber eine Versöhnung wäre eine Utopie. Der Kardinal erinnerte daran, daß der Papst noch immer Avignon zurückfordere, aber kein Franzose errege sich darüber, auch die Italiener sollten Besonnenheit beobachten hinsichtlich der traditionellen Proteste. w. Petersburg, 7. August.(Meldung der russischen Telegraphenagentur.) Die aus der Zeitung The Japan Daily Herald von anderen Blättern übernommene Meldung, weche angeblich zwischen Rußland und Japan zustande gekommenes Ahkommen bezüglich des fernen Ostens betrifft, und den Tert des Vertrages in 5 Punkten anführt, ist erfunden. Der angeführte Vertrag ist durchaus apokryphisch und kein Wort davon wahr. w. Kiew, 6. August. Der Ausstand der Arbeiter dauert fort. Der Verkehr der Straßenbahn ist auf einigen Linien eingestellt. Arbeiterhaufen durchziehen die Straßen und dringen in die Privatwerkstätten ein und zwingen die Arbeiter zur Einstellung der Arbeit. Eine bedeutende Anzahl von Werkstätten feiern. Die Verkaufsläden sind geöffnet. w. London, 6. Aug. Das Unterhaus nahm die 3. Lesung der Vorlage betreffend die Brüsseler Zuckerkonvention mit 119 Stimen an. w. London, 6. August. Heute wurde das Abkommen zwischen dem Morganschiffahrtstrust einerseits und der Admiralität und dem Handelsamt anderseits veröffentlicht, welcher folgende Bestimmungen enthält: Die englischen Gesellschaften, welche dem Trust angehören, werden nach wie vor in gleicher Weise wie die übrigen englischen Gesellschaften inbezug auf die militärischen, Marine- und postalischen Leistungen behandelt, welche von der englischen Regierung gefordert werden können. Die Fahrzeuge sollen auch ferner unter den gleichen Bedingungen wie früher für den Ankauf durch die Regierung bereit stehen. Die Abmachung mit dem Morgantrust dauert 20 Jahre von September 1902 ab gerechnet und ist später auf 5 Jahre kündbar. Die englische Regierung kann den Vertrag zu jeder aufheben, wenn der Trust die Interessen des englischen Handels verletzt. w. Sofia, 7. Aug. Die Zeitung Autonomia, ein Organ der inneren Organisation, enthält einen Aufruf, worin für Saloniki und Manastir ein allgemeiner Aufstand proklamiert wird. Hier eingetroffene Nachrichten besagen, daß alle Drahtverbindungen nach Saloniki und Manastir abgeschnitten, die Ernte vernichtet und die Brücken zerstört worden seien. Als Urheber des Aufstandes gelte Boris Sarasow. In maßgebenden bulgarischen Kreisen wird die Bedeutung des Aufstandsversuchs bezweifelt.— Die Blätter kündigen an, daß der Fürst demnächst zurückkehren werde. w. Konstantinopel, 7. Aug. Die Mitteilungen, welche die Pforte gestern dem österreichisch=ungarischen und russischen Votschafter übermittelt hat, besagen, daß der Bandenchef Pooan in dem Distrikt Fendsche die bulgarische Bevölkerung aufreizt und Vorbereitungen zum Aufstand trifft. Der Vali in Monastir meldet, er habe revolutionäre Papiere aufgefunden, in denen die Details über die Aufstandsorganisation, die Aufforderung zur Ermordung der Mohamedaner, Griechen und aller Soldaten sowie Zerstörung der Telegraphen euthalter sind, um die Aufmerksamkeit Europas zu erregen Weiter meldet der Vali, 15 Bulgarenoffiziere seien zur Uebernahme des Bandenkommandos nach Resen abgegangen. Die Bandenchefs fanden Drohbriefe an die Bahnbeamten in Salonichi, unterzeichnet Sarafow und Danile, Mitglieder des Generalstabs; sie fordern die Bahnbeamten auf, keine Christen zu befördern, um ein Blutvergießen Unschuldiger zu vermeiden. w. Yohohama, 6. August.(R.=M.) Einer Nachricht aus Soëst zufolge ist zwischen Rußland und Korea ein Abkommen getroffen worden, wonach Rußland 200 Aeres Land in Yongampho auf 99 Jahre in Pacht nimml. Das Ersuchen des russischen Gesandten Pawloff, Telegraphen= und Telephonleitungen in Yongampho errichten zu dürfen, wurde abgelehnt. Verreist bis 8. Sept Dr. Fisch Frauenarzt Barmen. ArbeiterTurn-Verein, Remscheid. Samstag den 8. August 1901, im Lindenhof bei W. Tomas: Mitgl-Versammlung Tages=Ordnung: „Aussing und Teilnahme am Festzug des 2. Bezirks in Mülheim am Rhein". Turner und Turn=Freunde, welche sich am Ausflug u. Festzug beteiligen wollen, sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. er Verstand. Elberfeld. Die Mitglieder des Sozialdemokratischen Wahlkomitees werden zwecks Prüfung der Relchtagswahlabrechnung zu einer Sitzung auf Sonntag den 9.August, morgens 9 Uhr im„Volkshaus“ fr.undlichst eingeladen. W. Ullenbaum jr. Schuhwerk jeder Art u. Güte kauft man stets am allerb. E. Heubruch Gerson Wall 28. Elberfeld. Wirmhof 5. = Weingrosshandlung— DAHL&LIEB Barmen, Werterstr. 19, Rittersh., Bahnhofstr. 6 Auszug aus der Preisliste: Alles incl. Glas ½ Fl. Samos Muscat.. 0.55 Portwein 0.80 Medic. Ungar... 0.80 Madeira 0.80 Bordeaux.... Medoe 0.70 Barletta 121. 1.00 1.50 1.50 150 0.90 130 090 Alles incl. Glas Toppel=Anisette „=Kümmel „-Vanille „=Ingwer „=Pfeffermünz Cognae ½ 21. 0.65 0.65 0.65 065 065 1.10 1.35 Eier-Cognac aus reinem Hühnerei=Dotter... 1.35 Citronensaft, rein, aus frischen Früchten gepreßt ½ Ltr 115 1.25 1.25 1.25 1.25 2.00 2.50 2.50 1.00 Sommer-Ausverkauf zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Herren-Anzüge in grosser Answahl, zum Aussuchen 55 Ausverkaufspreis 15, 12, Mk. Herren-Hosen aus soliden Stoffen, zum Aussuchen, Ausverkaufspreis 3.75, 2.95, M00 AM Mk. Knaben-Blousen aus soliden Waschstoffen. zum Aussuchen Ausverkaufspreis 125, 75, Pfg. Knaben-Anzüge für Knaben im Alter v. 3 bis 15 Jahren s. Ausauchen, Ausverkaufspr. 4.50, 3. Mk. Knaben-Hosen Grösse 1 bis 6, zum Aussuchen. Ausverkaufspreis 125, 75, Louis WeinbergaCo. Barmen, Altermarkt 20. Metallarb.=Verband Filiale Elberfeld. Samstag den 8. August 1903, abends 8½ Uhr, im Volkshaus, Hochstr. 84: Mitgl. Versammlung Tages=Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen des Verbandstages in Berlin. 2. Ausflugsangelegenheiten. 8. Verschiedenes. Es ersucht um gahlr. Besuch Die Ortsverwaltung. Ronsdorf. Kranken- u. Sterbekasse d. Textilindustriearbeiter und Arbeiterinnen. E. 6. Nr. 98. Sonntag den 9. August, abends 7½ Uhr, im Kassenlokal: General-Versammlung. Tages=Ordnung Infolge der neueren Krankenkassengesetzlichen Bestimmungen — Abänderung der Statuten. (Erhöhung der Leistungen und daraus hervorgehend, Erhöhung der Beiträge). Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, rechtzeitig zu erscheinen, Der Vorstand. Neue holländ. Vollheringe à St. 4 Pf., 12 St 45 Pf. empfiehlt Carl Jäger jr., Elberf., Wirmhofl, Vogelsauerst.31 Tiergartenst 251. Telephonansch.376 Junge Leute erhalten Kost u. Logis. Remscheid, Fachschulstr. 4. Trappmann ab. Dr. Gothe. Halte jetzt meine Sprechstunde in Tönisheide Mittags von 12—1 Uhr im Lokale der Frau Witwe Friseur Christian Wirth Barmen, Bruderstr. 39 empfiehlt sich im Rasieren u. Haarschneiden bei guter und prompter Bedienung. Deutscher Metallarb.-Verband, Ortsverw. Lüdenscheid. Samstag den 8. August 1900, abends 8½ Uhr: Cages=Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag über das Thema: „Wer trägt die Schuld an dem verlorenen Streik in Lüdenscheid". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Für Wirte! Ein fast neuer, herrlicher MusikAutomat mit 25 Platten, sowie 1 Schokoladen=Automat preiswert zu verkaufen. Näheres bei Rob. Bergfeld, Hagen, Nordstraße 26. Remscheid-Hasten. Für einen organisierten Mann ist Kost und Logis frei Bremerstraße 1. Am 24. missionen de rolle vorger treckte. 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Es saß in mein auf unseren sames Herz Willen Gon hatte etwas schwieg, we suchte, mich Kloster und Da wu und Gontra dung heftig ihn, woher mein Zimme Liebe, Anne Du mein W er, sondern meinem Val Falle meine müsse, weil gedrungen Hand zu er seine Frau meines Vate kein Hinderr kränklich. 9 reichen. Ni In Deinem Sage mir, mußte erst konnte. Zu Ich erklärte, keinen Wert dung sei. 6 er sehr woh würde, so l Er erhob sich „Anne zenlos ungli in Alles, w Verantwortlicher Redakteur: Karl Eberle, Barmen.— Verlag: Verlagsanstalt Molkenbuhr& Co., Elberfeld.— Rotationsdruck: Buchdruckerei Grimpe, Elberfeld. ahnhofstr. 6 iste: Glas ½ Fl. ¼ Il. tte 0.65 125 mel.. 0.65 1.25 lle.. 0.65 1.25 ver 065 1.25 ermünz. 065 1.25 1.10 2.00 .. 1.35 2.50 .. 1.35 2.50 gepreßt ½ Ltr. 1.00 erkauf n Preisen. ige 50 M. en Mk. sen 40 Pig. ige 75 Mk. en 40 Pig. 1. Beilage zu Nr. 182 der Freien Presse, Freitag, den 7. August 1903. ine Sprechstunde in isheide von 12—1 Uhr der Frau Witwe pmann ab. Gothe. iseur an Wirth Bruderstr. 39 hli sich im pren u. chneiden d prompter Benung. tscher -Verband, Lüdenscheid. 8. August 1903, 8½ Uhr: eisammlung. Ordnung: cht. iber das Thema: e Schuld an dem treik in Lüden10. tes. etsverwaltung. Wirte! herrlicher Musik25 Platten, sowie Automat preisfen. Näheres bei feld, Hagen, raße 26. id-Hasten. anisierten Mann d Logis frei Zremerstraße 1. Das Ergebnis der Bauten=Kontrolle im Wuppertale. Am 24. Juli wurde von den beiden Bauarbeiterschutz=Kommissionen der Städte Elberfeld und Barmen eine allgemeine KonFolle vorgenommen, die sich von Langerfeld bis Vohwinkel er reckte. Die Kontrolle hat bewiesen, daß allerdings mancher Uebel land auf den Bauten verschwunden ist, daß außerdem das Gerüstholz bedeutend besser ist gegen früher, Leitergänge und Abdeckungen der Balkenlagen sind auch besser, seitdem die Städte Barmen und Elberfeld je 2 Kontrolleure angestellt haben. Trotzdem zeigen die nachstehenden Zahlen den Bauarbeitern und Sachverständigen, daß noch vieles zu wünschen übrig bleibt, vor allem inbezug auf Baubuden, Aborte, Verbandskasten, Anleitung zur ersten Hülfeleistung und Nachdruck auf„Erfüllung der Anweisungen" der angestellten Kontrolleure. Was die drei zuerst genannten Punkte betrifft, so wäre vor allem nötig, daß die Verordnungen betreffs Bauarbeiterschutz mehr ausgedehnt würden. Wie nötig dieses ist, ergibt sich schon daraus, daß die perren Unternehmer möglichst darauf sehen, nicht mehr wie 9 Mann auf einem Bau zu beschäftigen, um dann die wichtigsten Bestimmungen umgehen zu können. Die Arbeiter vermögen aber nicht einzusehen, daß ihre Knochen und Gesundheit weniger wert sein sollen, wenn sie mit weniger denn 10 Mann auf einer Baustelle arbeiten Kontrollirt wurden in Elberfeld 102 Bauten, an denen 1485 Arbeiter beschäftigt waren. Davon waren 494 Maurer, 31 Zimmerer, 18 Dachdecker, 6 Anstreicher, 57 Stukkateure, 17 Schreiner, 18 Schlosser, 844 Bauhilfs= und Erdarbeiter. Von letzteren waren 369 Ausländer(Italiener). Von den Bauten waren 14 im Kellergeschoß, 14 im ersten, 9 im zweiten, 8 im dritten, 5 im vierten Stockwerk; unter Dach waren 15, im Putz 22; 3 waren Um= resp. Anbauten Dazu kamen 12 Ties= resp. Kanalbauten. Von den vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen unter den Gerüsten, auf denen gearbeitet wurde, waren 25 gut, 4 mangelhaft. Von den Leitergängen waren 68 gut, 3 mangelhaft. Schutzvorrichtungen, die das Herunterfallen von Werkzeug und Material verhindern sollen, waren an 6 Bauten gut, an 3 ungenügend. An 28 Bauten waren die Balkenlagen gesteckt resp. abgedeckt, an 14 Bauten war die Abdeckung der Balkenlage mangelhaft. Von den vorhandenen Frontgerüsten waren 15 gut, 7 schlecht; Rücklehnen fehlten an 6 Dachdeckerrüstungen waren 1 gut, 3 schlecht. Das Gerüstholz war an 65 Bauten gut, an 8 mangelhaft. Bei Abdeckung der Balkenlagen ist zu bemerken, daß dieselbe gewöhnlich da am schlechtesten ist, wo die Bauten zum Richten ertig sind, oder auch, wo sie im dritten und vierten Stockwerk sind, z. B. bei der Firma Schmidt u. Rieze am Bau Kölnerstr; Firma Frese am Bau Kaiser=Wilhelmallee; Firma Dehler am Bau Ravensbergerstr. Von den kontrollierten Aborten waren 71 gut, 22 als mangelhaft zu bezeichnen. Baubuden waren 67 gut, 24 ungenügend. Hierbei fällt ein Uebelstand auf: manche Baubuden und Aborte werden von den Arbeitern mehrerer Bauten gemeinsam benutzt, ohne daß den„räumlichen Verhältnissen" der Bude sowohl wie dem Abort hierbei der Vorschrift gemäß genügt wird. Unfallverhütungsvorschriften waren an 77 Bauten ausgehängt, auf 14 Bauten fehlten sie. Vorschriften in der Landessprache, der an den Tiefbauten beschäftigten Ausländer(Italiener) waren auf keiner Baustelle ausgehängt. Auch dieses ist eine Forderung, welche die Arbeiterschaft stellt um Leben und Gesundheit zu schützen. Verbandskasten wurden nur auf 13 Baustellen vorgefunden, auf 66 Bauten fehlten sie. Diesen Artikel scheinen die Herren Unternehmer sorgfältig zu Hause aufzubewahren, soweit sie überhaupt im Besitze dieser, für den Bauarbeiter so nötigen Einrichtung sind. Mit der Anweisung zur ersten Hülfeleistung bei Unglücksfällen ist es genau so, wie früher, man scheint die Plakate als Wandschmuck in den Kontors zu benutzen, anstatt in der Baubude auszuhängen. Ermittelt wurden gerade sechs Stück auf den 102 kontrollierten Bauten. Die Herren Kontrolleure wollen wir noch besonders auf die Dachdecker= und Schreinergerüste aufmerksam machen, da dieselben in Elberfeld in haarträubender Weise hergestellt werden. In Vohwinkel ergab die Kontrolle folgendes Resultat: Kontrolliert wurden 54 Bauten, an denen 396 Arbeiter beschäftigt wurden Tavon waren 190 Maurer, 25 Zimmerer, 5 Stukkateure, 3 Lehrlinge, 173 Bauhülfs= und Erdarbeiter Von den Bauten waren 4 im Ausschachten, 10 im Kellergeschoß, 9 im ersten, 1 im zweiten, 1 im dritten Stock, 12 fertig zum Aufrichten, 16 im Putz und 1 Umbau. Schutzvorrichtungen unter den Gerüsten, auf denen gearbeitet wurde, waren 15 vorhanden. Von den Leitergängen waren 18 gut, 2 schlecht. Schutzvorrichtungen, die das Herunterfallen von Werkzeug und Material verhindern sollen, waren an 17 Bauten vorhanden. An 8 Bauten waren die Balkenlagen gesteckt resp. abgedeckt, an 11 Bauten war die Abdeckung ungenügend. Frontrüstungen waren an 1 Bau, Rücklehnen an allen vorhanden. Das Gerüstholz war an 21 Bauten gut. Aborte waren an 17 Bauten gut, an 11 schlecht und an 25 Bauten überhaupt nicht vorhanden. Baubuden waren 13 gut, 14 mangelhaft und an 26 Bauten nicht vorhanden. Unfallverhiltungsvorschriften wurden an 22 Bauten ausgehängt, an 31 fehlten sie. Verbandskasten waren an 5 Bauten Man ersieht auch aus diesem Bericht, daß die Herren Baugewaltigen überall da, wo keine regelmäßige Kontrolle von der Vehörde ausgeübt wird, die Verordnungen betreffs Arbeiterschutz verlachen und ruhig in altgewohnter Weise darauf los wursteln. Werden die Behörden in Vohwinkel sich bald etwas mehr mit Bauarbeiterschutz befassen?— In Barmen wurden 101 Baustellen ermittelt. Auf diesen arbeiteten 1310 Arbeiter und 13 Lehrlinge, die sich wie folgt zusammensetzen: 569 Maurer, 32 Zimmerer, 28 Dachdecker, 5 Anstreicher, 59 Stukkateure, 13 Schreiner, 35 Bauschlosser resp. Klempner und 542 Erd., Bau= und Hülfsarbeiter. Baubuden wurden 90 vorgefunden, von denen 58 für gut, 10 mangelhaft und 8 als schlecht bezeichnet werden mußten. 6 dienten als Materialienlager, 5 waren ohne festen Fußboden und 3 waren im höchsten Grade unrein. Von den k borten waren 77 gut, 9 mangelhaft, 3 schlecht und auf 12 Bauten fehlten sie. Desinsiziert wird nirgends und selten ist eine wasserdichte Grube dabei anzutreffen. Der Verbandskasten wurde auf 77 Stellen vorgefunden. Davon waren aber nur 57 vollständig, 18 mangelhaft gefüllt und zwei waren ganz leer; auf 24 Baustellen fehlte er ganz. Unfallverhütungs- Vorschriften hingen auf 70 Baustellen aus, doch waren davon 13 älteren Datums und auf 31 Baustellen fehlten sie überhaupt. Auf die Balkenlage wurden 47 Bauten kontrollirt und dabei festgestellt, daß auf 25 nur einzelne Balkenlagen abgedeckt resp. gesteckt waren; bei 15 Bauten war nichts auszusetzen und 7 wurden als mangelhaft befunden. Von den 10 ermittelten Schutzgerüsten unter den Gerüsten, auf denen gearbeitet wurde, war eins mangelhaft auf 5 Stellen fehlten sie vollständig Die 8 Frontgerüste, die vorgefunden wurden, waren bis auf eins in Ordnung. Auf zwei Stellen fehlte das Fanggerüst für herunterfallendes Material. Ein Fanggerüst für Dachdecker war so konstruirt, daß derjenige, der darauf ins Rutschen käme, eine Rutschpartie bis zur Erde machen würde. Leitergänge waren 51 vorhanden, wovon 2 in mangelhaftem Zustande sich befanden. Die Rücklehnen an Frontgerüsten waren auf 2 Stellen vergessen worden. Die DiagonalVorstrebungen waren auf 3 Stellen nur mit einem Gerüststrick sestgebunden, dem Unternehmer scheinen die Stricke ausgegangen zu sein. Das Gerüstholz wurde bis auf 2 Stellen in gutem Zustande befunden. Zu bemerken ist noch, daß die Arbeiterkontrolleure auf ver schiedenen Bauten nicht zugelassen wurden. Ob das auf Veranlassung des städtischen Kontrolleurs geschehen ist? Auf der Baustelle des Herrn Witte in der Fischerthalerstraße wurde den Kontrolleuren wenigstens gesagt, daß der städtische Kontrolleur den Polir angewiesen habe, keinen von den Kontrolleuren der Gewerkschaften zuzulassen. In Langerfeld wurden 15 Bauten kontrolliert, an denen 191 Arbeiter beschäftigt waren. Davon waren 107 Maurer, 61 Bauhülfsarbeiter, 9 Stuckateure, 7 Dachdecker, 4 Zimmerer und 3 Anstreicher. Von den Bauten waren 11 Wohnhäuser, 3 Fabriken und 1 Schulneubau. Frontrüstungen waren 2 gut, 1 mangelhaft. Leitergänge waren an 11 Bauten gut. Abdeckung der Balkenlagen waren auf 2 Bauten gut, auf einem schlecht. Aborte waren 3 gut, 8 schlecht, an 4 Bauten überhaupt nicht vorhanden Baubuden waren eine gut, 10 mangelhaft, davon diejenige der Firma Peuther, Barmen, so schlecht, daß die Katzen den Arbeitern während der Arbeitszeit das Brod aus der Bude stahlen Unfallverhülungsvorschriften waren an 3 Bauten ausgehängt, an 12 Bauten nicht vorhanden. Verbandskasten wurden 5 vorgesunden, davon 2 ohne Inhalt. Auch bei dieser Kontrolle wurden den daran beteiligten Arbeitern Schwierigkeiten gemacht, so von den Unternehmern Hesse, Peuther und vom Polir Eicke der Firma Jaeger. Leyterer, also Eicke, drohte die beiden Kontrollierenden in die Wupper zu wersen, und weshalb? Auf der Baustelle waren 14 Mann beschäftigt, Baubude usw. war natürlich nicht vorhanden. Auch in Langerseld sehen wir, daß im Punkt Bauarbeiterschutz fast alles zu wünschen übrig bleibt, daß selbst Barmer Unternehmer hier in Langerfeld in dieser Beziehung lässig sind. Auch hier wird es nicht eher besser werden bis Kontrolleure angestellt werden. Angust. tzen Aus der Schreckenszeit. Noman von Jan ten Brink.— Deutsch von Georg Gärtner. (Nachdruck verboten.) 15)(Fortsetzung.) Sie schwieg wieder eine Weile und begann dann plötzlich mit dumpfer Stimme: „Ich komme zu einem der traurigsten Tage meines Lebens. Ich hatte Gontran seit jenem Spaziergang nicht wieder getroffen. Es war an einem schwülen Augustnachmittag. Ich saß in meinem kleinen Kämmerchen, dessen Fenster Ausblick auf unseren Baumgarten gewährte. Mein armes, empfindsames Herz hatte viel gelitten. Ich hatte gegen meinen eigenen Willen Gontran mit zu großer Aufmerksamkeit angehört. Er hatte etwas Hinreißendes in seiner Sprache, und wenn er schwieg, war sein Lächeln beinahe unwiderstehlich. Ich versuchte, mich selbst ruhig zu stimmen.... und dachte an das Kloster und meine Tante die Oberin. Da wurde ganz unerwartet meine Türe geöffnet.... und Gontran trat lächelnd herein. Mich befiel eine Empfindung heftigsten Entsetzens. Ich stand rasch auf und fragte ihn, woher er die Kühnheit nehme, ohne meine Erlaubnis mein Zimmer zu betreten....„Meine unaussprechlich große Liebe, Anne Josephine! Ich komme, um Dich zu fragen, ob Du mein Weib werden willft“... Ich antwortete, daß nicht er, sondern sein Vater, der betagte Chevalier de Bomal, bei meinem Vater um mich werben müsse, und daß ich in diesem Falle meine Antwort geben werde, die ich ihm jetzt verweigern müsse, weil er in unverschämter Weise in mein Zimmer eingedrungen sei. Er kniete vor mir nieder und suchte meine Hand zu ergreifen, aber ich wich zurück. Er beschwor mich, seine Frau zu werden und fügte hinzu:„Die Zustimmung meines Vaters habe ich nicht erlangen können, aber das ist kein Hindernis. Er ist über fünfundsechzig Jahre alt und kränklich. Mit ein wenig Geduld werden wir unser Ziel erreichen. Niemand soll mein Weib werden, als Du allein! In Deinem Herzen ist eine Stimme, die für mich spricht. Sage mir, daß Du die Meine werden willst:.... Ich mußte erst eine Weile nachdenken, ehe ich Antwort geben konnte. Zum Glück verließ mich meine Besonnenheit nicht. Ich erklärte, daß sein Vorschlag mich sehr ehre, daß er aber keinen Wert habe, nachdem seine Familie gegen die Verbindung sei. Seine Frage sei also nicht ernsthaft gemeint, da er sehr wohl wisse, daß ich ihm niemals meine Hand geben würde, so lange sein Vater nicht seine Einwilligung gebe. Er erhob sich mit einem Ausdruck tiefster Niedergeschlagenheit. „Anne Josephine!" schluchzte er,„Du machst mich grenzenlos unglücklich durch Deine Antwort! Aber ich füge mich in Alles, weil ich Dich so feurig liebe! Ich will geduldig warten, bis mein Vater seine Einwilligung, oder mir durch seinen Tot die Freiheit gibt. Aber sei dann wenigstens so edelmütig, mir ein wenig Hoffnung zu geben. Siehe, diesen herrlichen Ring aus dem Erbe meiner Mutter hatte ich Dir zum Verlobungsring bestimmt. Gönne mir wenigstens die kleine Genugtuung, Dir diesen Ring an den Finger stecken zu dürfen....“ Wie es kam, ich weiß es niast.... ich hatte in diesem Augenblick einiges Mitleid mit ihm, und ließ es geschehen, daß er meine rechte Hand ergriff und mir den Ring an den Finger schob. Und dann schlug er schnell die Arme um meinen Leib und zog mich mit der verzweifelten Kraft einer lange unterdrückten Begierde an seine Brust, während er mein Gesicht mit glühenden Küssen bedeckte. Durch diesen gänzlich unvermuteten Angriff war ich für einige Sekunden außer Fassung gebracht. Aber dann begann ich laut zu schreien und machte alle Anstrengungen, mich seinen Händen zu entwinden. Er fühlte, daß er mich loslassen müsse, trotz seines eisernen Griffes. Dunkle Röte bedeckte sein Gesicht. Der heftigste Zorn funkelte aus seinen Augen...„Schreie nur, Du Zimperliche, schreie nur! Niemand wird Dich hören. Der Schlussel zu Deiner Türe ist in meiner Tasche. Die Knechte und Mägde sind mit Deinem Vater auf dem Felde .... Deine Stiefmutter ist bei dem Pfarrer zu Besuch!" Nun war mir klar, daß ich es mit einem verräterischen Elberfeld— Elberseld, Ueber den Stand der Tolbruthrankheit in im Jahre 1902. Im Ministerium der geistlichen, Unterrichts= und Medizinal=Angelegenheiten ist über die im Jahre 1902 in Preußen vorgekommenen Verletzungen von Menschen durch tolle oder tollwutverdächtige Tiere eine Zusammenstellung angefertigt worden, aus der wir Nachstehendes entnehmen: Die Verletzungen, welche insgesamt 250 betrugen, betrafen 174 männliche und 76 weibliche Personen. Die Verletzungen wurden durch 1 Menschen und 170 Tiere, nämlich 159 Hunde 3 Katzen, 5 Rinder, 2 Pferde und 1 Schaf hervorgebracht. Der Mensch. welcher einen 16jährigen Knaben in Nicolai, Kreis Pleß, in den Finger biß, war ein Arbeiter, welcher im Juni von einem tollen Hunde gebissen worden war, auf der Reise nach Berlin am 5. Juli an Tollwut erkrankte und schon am 6. Juli in Berlin verstarb. Von den 170 Tieren wurde bei 142 durch die Impfung und durch Untersuchung des Kopfes in dem Institut für Infectionskrankheiten in Berlin Tollwut festgestellt; bei 18 ergab die Leichenöffnung nur Tollwutverdacht, 1 Tier erwies sich als nicht tollwütig, 9 entzogen sich der Tötung durch Entlaufen. Die Verletzungen kamen in 8 Provinzen vor, nämlich in Schlesien 150, Ostpreußen 31, Posen 24, Westpreußen 18, Pommern 18, Sachsen 7, Westfalen 1, Rheinprovinz 1. Von den Regierungsbezirken waren 15 beteiligt und zwar mit Verletzungen Breslau 56, Oppeln 52, Liegnitz 42, Gumbinnen 10, Marienwerder 10, Posen 16, Königsberg 15, Köslin 19, Bromberg 8, Merseburg 4, Stettin 3, Magdebura 3, Danzig 2, Minden 1, Köln 1. Von den 250 Verletzten unterwarfen sich 227= 98,8 pZt., und zwar sämtlich in dem Institut für Infektionskrankheiten zu Berlin, der Schutzimpfung nach Pasteur. In den vier vorhergehenden Jahren betrugen die Prozentzahlen der Verletzten, welche sich der Schutzimpfung unterzogen, im Jahre 1898: 29,0, 1899: 80,5, 1900: 82,3, 1901: 78,1. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß das Vertrauen zur Schutzimpfung im letzten Jahre gegen früher erheblich zugenommen hat. Von den 23 Personen, welche sich nicht impfen ließen, suchten 11 ärztliche Behandlung auf, welche zumeist in Ausbrennen oder Aetzen der Wunden mit nachfolgendem antiseptischen Verband bestand; 12 ließen sich nicht durch einen Arzt behandeln. Leider ist bei 6 Verletzten Tollwut ausgebrochen; sie hat bei sämtlichen zum Tode geführt. Von den 6 Personen waren 3 nicht ärztlich behandelt, die 3 anderen aber nach Pasteur geimpft worden. Bei den 3 letztgenannten Personen war die Schutzimpfung zweimal am 4. und einmal am 5. Tage nach der Verletzung begonnen worden und erfolgte der Tod 3 bezw. 63 Tage nach Beeudigung der Impfung. Was den Sitz der Verletzungen Streich zu tun hatte.... Ich vermochte mich mit einer äußersten Anstrengung aus seinen Händen frei zu machen. Aber in dem Ringen blieb mein battistenes Tuch, das ich kreuzweise um Hals und Busen geschlungen hatte, an einem Haker seines Rockes hängen und wurde weggerissen. Dies entlockte mir einen noch heftigeren Schrei. Ich fühlte seinen Atem und seine Lippen auf meinem entblößten Hals und Busen. Kochend vor Wut ergriff ich ihn bei der Kehle und schleuderte ihn mit einer letzten Kraftanstrengung zurück an ein Glasschränkchen, das unter heftigem Gepolter mit ihm zu Boden stürzte. Laut schreiend flog ich auf das offene Fenster zu, das nur einige Fuß von dem Boden entfernt war. Ich schwang mich auf die Fensterbank und ließ mich fallen. Ich fiel auf die Kniee ins Gras. Meine Hand war durch einen vorstehenden Nagel vewundet und blutete heftig. Als ich aufstand, sah ich von Weitem meinen Vater auf dem Fußpfade, der an unserem Garten vorbeiführte, näher kommen. Ich eilte ihm unter lauten Rufen entgegen. Sein Entsetzen war nicht gering, als er mich in diesem Zustande sah, ohne Busentuch, mit losen Haaren und blutender Hand. Wenige Worte genügten, um meinen Vater aufzuklären; er begriff die niedrigen Absichten des Chevaliers de Bomal, und es leuchtete ihm ein, daß Dieser sich mit meiner Stiefmutter verschworen hatte, um mich, ganz allein auf dem Hofe, in meinem Zimmer zu überfallen, die Türe abzuschließen und mich unter allerlei falschen Vorspiegelungen meiner Ehre zu berauben." Theroigne ließ den Kopf auf die Brust sinken und rang nach Atem. Tallien ergriff ehrerbietig ihre Hand. „Welche Willenskraft, welcher Stolz, meine göttliche Theroigne!" flüsterte er tief bewegt.„Sie müssen viel gelitten haben!" „Ich war der Verzweiflung, dem Wahnsinn naye. Als mein Vater auf mein Zimmer eilte, um von dem Buben Rechenschaft zu fordern, fand er die Tür weit geöffnet. Der noble Chevalier war durch eine Hintertür entflohen. Auf dem Boden meines Zimmers waren Blutspuren zu bemerken. Er hatte sich also bei seinem Sturze eine Wunde zugezogen. Aber erst nach einigen Tagen kam ich zur vollen Entdeckung seiner Niederträchtigkeit. Es wurde bekannt, daß der Chevalier de Bomal verlobt war mit einem Fräulein de Remonchamps, Tochter eines Barons aus dem Lütticher Lande. Alles, was er mir gesagt hatte von einer Heirat mit mir, waren gemeine Lügen, um mich in seine Arme zu locken, mich zu entehren. Meine Stiefmutter, Marianne Delatre, zeigte sich sehr entsetzt. Sie behauptete, er habe ihr mit tausend Eiden geschworen, mich zu seiner Frau zu machen, sobald der alte Ehevalier gestorben sei.... Es ist möglich, daß sie die Wahrheit sagte:„ber ich verachtete sie und weigert mich, ferner mit ihr zu verkehcen. Kurz darauf faßte ich einen wichtigen Entschluß. Ich bat meinen Vater um die Erlaubnis, nach Lüttich, zu einer alten vornehmen Base ziehen zu dürfen. Der alte Mann seufzte und gab, wie immer, nach. Er versprach, mir getreulich die Rente von dem Kapital auszuzahlen, das meine Mutter mir hinterlassen und das ich mit dem Eintritt meiner Großjährigkeit in die Hände bekommen sollte. Ich wußte, daß ich ganz unabhängig würde leben können, aber das kümmerte mich wenig. Es handelte sich jetzt darum, wie und welchem Zwecke ich leben sollte. Mein Herz war bis ins Innerste zerrissen. Dem kurzen bangen Traum meiner schüchternen Liebe war ein schreckliches Erwachen gefolgt. In Lüttich widmete ich mich ganz dem Studium. Ich habe Geschichte studiert und jeden Buchstaben von Jean Jaques Rousseau verschlungen. Von jeder Geselligkeit hatte ich mich zurückgezogen. 1785 wurde ich großjährig, und nun sehnte ich mich nach einem tätigeren Leben. Die Ereignisse in Paris erfüllten mich mit dem lebhaftesten Interesse. Ich wußte, daß wichtige Dinge im Anzuge waren, und ich bemerkte, daß die Gährung fortwährend zunahm. Es tat mir innerlich wohl, zu sehen, daß die Abschaffung der Standesvorrechte auf die Tagesordnung kommen würde. Das Glück meines Lebens war durch einen Edelmann zerstört worden... ich wollte mit der Aristokratie Abrechnung halten...." (Fortsetzung folgt.) Es sei noch bemerkt, daß beim Königlichen Institut für Infectionskrankheiten in Berlin Nr. 39 Nordufer straße— eine Ableilung für Schutzimpfungen gegen Tollwut errichtet worden ist. Auf derselben können Personen, welche von tollen oder der Tollwut verdächtigen Tieren ge bissen worden sind, in Behandlung genommen werden. Die Behandlung besteht in Einspritzungen, welche täglich einmal vorgenommen werden, und nimmt in leichten Fällen mindestens 20, bei schwereren Bißverletzungen— z. B. im Gesicht mindestens 30 Tage in Anspruch. Diese Schutzimpfungen können nur in dem Institut für Insectionskrankheiten zu Berlin vorgenonnnen werden. Jede Abgabe von Impfmaterialien prakticirende Aerzte ist ausgeschlossen. Im Interesse der von tollwutverdächtigen Tieren verletzten Personen und behafs Erzielung einer sicheren Wirkung ihrer Behandlung wird dringend empfohlen, daß die Schutz impfung sofort vorgenommen wird. Es wird deshalb dringend davon abgeraten, den Beginn der Schutzimpfung so lange hinauszuschieben, bis von dem Institut für Infectionskrankheiten nach Untersuchung von Kadaverteilen der verdächtigen Tiere die Diagnose Tollwut festgestellt ist. Die richtige Diagnose kann vor Ablauf von 3 Wochen nach Eintressen der Kadaverteile nicht gestellt werden und dies bedeutet für die gebissenen Personen einen unter Umständen für sie verhängnisvollen Zeitverlust. Verletzte, welche sich der Behandlung unterziehen wollen, haben sich an die Ortspolizei behörde zu wenden, welche das Weitere veranlassen wird. (Zur Unfallversicherung in den rheinisch=westfälischen Bezirken liefert der Bericht der Elberfelder Handelskammer Zahlenmaterial, aus welchem wir einiges herausgreifen. Die Sektion III der Rheinisch= Westfälischen TertilBerufsgenossenschaft umfaßte 1902 die Kreise Elberfeld, Solingen und Mettmann mit 178 Betrieben und 11 299 Arbeitern. Davon entfallen auf Elberfeld 134 Betriebe mit 6964 Arbeitern, auf Solingen 31 Betriebe mit 2466 Arbeitern, auf Mettmann 13 Betriebe mit 1869 Arbeitern. Im Vorjahre betrugen die entsprechenden Rahlen 173 Betriebe und 11108 Arbeiter. Zur Anmeldung gelangten 129 Unfälle, wovon 120 das ist 1,07 pZt. der durchschnittlichen Arbeiterzahl als Betriebsunfälle anerkannt wurden. Die meisten Unfälle, nämlich 103, erledigten sich innerhalb der ersten 13 Wochen, ein Unfall hatte den Tod zur Folge, in einem Falle trat Heilung ohne dauernde Folgen ein, in 9 Fällen wurde dauernde teilweise Erwerbsunfähigkeit festgestellt, während in 5 Fällen die Entscheidung noch aussteht.— An Unfallentschädigungen wurden 1902: 42 270,62 Mark bezahlt. An das Schiedsgericht der Sektion wurde in 21 Fällen Berufung eingelegt, ein Fall schweble noch vom Jahr 1901. Das Schiedsgericht erkannte in 10 Fällen zu Gunsten des Klägers, in 12 Fällen zu Gunsten der Genossenschaft. Recht auffallend ist im vorliegenden Falle die große Zahl der Abweisungen von Berufungen zu Ungunsten der verunglückten Arbeiter. Das legt den Schluß nahe, daß das Schiedsgericht nicht übermäßig von menschenfreundlichen Empfindungen geplagt war. Ferner wurden noch 4 weitere Anträge des Genossenschaftsvorstandes gemäß§288 des Unfall=Versicherungs=Gesetzes auf Rentenentziehung resp. Rentenherabsetzung vom Schiedsgericht entsprochen. Vergleicht man die Lohnsummen, welche von den zur Genossenschaft gehörenden Unternehmern angemeldet wurden(9 Mill. 986 505 M.) mit der Zahl der angemeldeten versicherten Arbeiter, so ergiebt sich für das Jahr pro Kopf des Tertilarbeiters ein durchschnittlicher Lohnsatz von 883,7 Mark. Die Sektion III der Rheinisch=Westfälischen Baugewerks=Berufsgenossenschaft umfaßt den rechtsrheinischen Teil des Regierungsbezirks Düsseldorf mit Ausschluß der Kreise Düsseldorf Stadt und Land mit 3482 Betrieben und 36048 Arbeitern. Zur Anmeldung gelangten im Jahr 1902: 1350 Unfälle. Von diesen wurden innerhalb 13 Wochen 940 erledigt, abgewiesen wurden 100 Unfälle, aus welchen Gründen, ist nicht angegeben, so daß nur 310 Unfälle zu Entschädigungen führten. Unter den 310 Unfällen besinden sich 38 Todesfälle. Einschließlich der schon von früher her berechtigten Rentenempfänger wurden 1902 insgesamt 512 853 Mark ausbezahlt. An die im Jahr 1902 erstmalig Entschädigten entsielen 87 391 Mark.— Berufungen lagen dem Schiedsgericht insgesamt 223 vor. In 57 Fällen erkannte das Schiedsgericht auf Gewährung resp. Erhöhung der Rente in 111 Fällen auf Abweisung. Durch Vergleich wurden 14 Fälle, durch Zurücknahme 8 Fälle, durch Fristversäumnis 2 Fälle und 1 Fall auf andere Weise erledigt. Unerledigt blieben 30 Fälle. Rekurs gegen die Entscheidungen bliebenen in 37 Fällen eingelegt. Ueber das Ergebnis der Rekurse sind keine Angaben gemacht. Die Verwaltungskosten der Sektion betrugen 1902 das hübsche Sümmchen von 36 780 Mark. Nach den Lohnsummen, welche die Unternehmer bei der Sektion für ihre Arbeiter angemeldet hatten, betrug 1902 der durchschnittliche Jahresverdienst des baugewerblichen Arbeiters die Riesensumme von 852,6 Mark, also noch 31,1 Mark weniger als bei den doch bereits recht kümmerlich gestellten Tertilarbeitern. Das wird aber auch in Zukunft die Baugewaltigen nicht abhalten, bei etwaigen Forderungen ihrer Arbeiter auf Lohnerhöhung von der Begehrlichkeit und Unzufriedenheit der durch Agitatoren aufgehetzten Bauarbeiter zu saseln. *Die Ergebnisse des Fürsorgeerziehungsgesetzes liegen nun wenigstens für die Rheinprovinz auch für das zweite Jahr seines Bestehens, d. h. für die Zeit vom 1. April 1902 bis 31. März 1903 vor. In diesem Zeitraum wurden rechtskräftig der Fürsorgeerziehung überwiesen 836(im Vorjahre 1199), 551 männliche und 285 weibliche Minderjährige. Tavon waren katholisch 572, evangelisch 201, jüdisch 2, einem anderen Bekenntnis angehörig 1. Sehr beachtenswert ist, daß die Zahl der Schulentlassenen(476) nur wenig geringer ist als im Vorjahre(441), daß dagegen die Zahl der Schulpflichtigen von 642 auf 390, die der noch nicht Schulpflichtigen von 81 auf 5 gesunken ist. Im ersten Jahre des Bestehens des Gesetzes überstieg die Zahl der noch nicht Schulentlassenen die Jahl der Schulentlassenen. Die Heiligkeit der Ehe. Wir alle wissen, daß die Familie, die Ehe zu den heiligsten Gütern gehört, die, wie es die selige Umsturzvorlage wollte, gegen Angriffe durch Polizei und Strafrichter geschützt zu werden verdient. Und namentlich für den Katholiken trifft das zu, für ihn ist die Ehe eine göttliche Einrichtung, die unter allen Umständen fern zu halten ist von der Vermengung mit niederen, gemeinen Dingen. So sagt man. Aber es gibt Katholiken,„angesehene überzeugte Katholiken" sogar, die bei der Ehe in erster oder einziger Hinsicht den Geldstandpunkt vertreten, denen die Ehe ein Handelsgeschäft ist; und es gibt weitere Katholiken, ganz hervorragende Katholiken sogar, die keinen Anstand nehmen, sich zu Ankündigern und Vermittlern solcher Ehegeschäfte herzugeben, wie folgende in der Sonntagsausgabe der„Kölnischen Volkszeitung“ erschienene Anzeige lehrt: „Welche reiche Katholikin ist nicht auf Gegenvermögen angewiesen vorurteilsfrei und großherzig genug, mit ein. in geordn. Verhältn. befindl, aber z. Z nur wenig begüterten Herrn, dem es an Gelegenheit zu passender kath. Damenbekanntschaft fehlt, zwecks baldiger Heirat in Verbindung zu treten? Betreffender ist durchaus ehrenhaft, gebildet, angesehener überzeugter Katholik. Von sehr angesehener potenter Familie, gesund, sehr rustia. 51 J.(meist ca. 40 geschätzt), Witwer, dessen wohlerzog. Kinder erw.(davon zwei in klösterl. Ord, d. jüngste Tocht. z Z noch daheim), ist er v. sympath., repräsentabl. Aeuß., liebensw Wesen und durchaus gut., friedl., bieder. Charakter. Beste Referenzen aus geistl. u. ander. Kreisen stehen ihm zur Seite. Frei von Vorurteilen, legt er wenig Gewicht auf Aeußerlichkeiten. — Hauptsachen sind ihm: edler Charakter und enger geistiger Anschluß auf dem gemeinsamen Lebenswege. Geehrte, auf dieses reelle Ges. reflekt. Tamen bittet er, sich ihm vertrauensvoll zu nähern auf... an die Geschäftsst. der„Köln. Volksztg.". Unbedingte Diskretion zuges u. erwart. Erste Zuschrift an ihn mag durch beaustr. zuverlassige, diskrete Vertrauenspers. erfolgen. Gewerbsm. Vermittl. u. all. Umst. ausgeschl.“ Lennep— Remscheid— Mettmann. A Remscheid, 5. Aug. Die Generalversammlung der Allgemeinen Ortskrankenkasse, welche am Sonntag im Lokale des Herrn F. W. Hecke tagte, beschäftigte sich zunächst mit der durch das neue Krankenversicherungsgesetz notwendig gewordenen Statutenänderung. Die Versammlung beschloß dem Vorschlage des Vorstandes gemäß statt der event. Einführung eines 7. Nachtrags ein vollständig neues Statut auszuarbeiten, und wurde hiermit eine fünfgliedrige Kommission betraul. Zum 2. Punkt der Tagesordnung:„An= und Verlauf von Immobilien", beauftragte die Generalversammlung den Vorstand, das der Kasse gehörige Anwesen an der Papenbergerstraße unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Nach erfolgtem Verkauf ist der Vorstand ermächtigt, AnkaufsVerhandlungen bezüglich eines eigenen Verwaltungsgebäudes in die Wege zu leiten. Remscheid, 7. August. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich heute mittag gegen 2 Uhr an dem Neubau der Schule zu Morsbach. Stuckateure waren daselbst mit der Fertigstellung des Dachgesimses beschäftigt. Plötzlich brach das beinahe fertiggestellte Gesims los, und stürzte in seiner ganzen Wandlänge, mit seiner kollosalen Last ab, das Gerüst und die auf demselben beschäftigten Arbeiter mit sich in die Tiefe reißend. Zwei Arbeiter erhielten leichtere Verletzungen, wohingegen der Arbeiter Naul Oehler schwer verletzt in das städtische Krankenhaus transportiert werden mußte. Der Unfall ist auf die angewandte Konstruktion, die das schwere Gesims unmöglich halten konnte, zurückzuführen, die von dem Beamten des Bauamtes, welcher die Leitung über den Neubau hat, ausdrücklich angeordnet wurde. Wir erwarten, daß der Fall strengstens untersucht wird. d. Haan, 6. Aug. Die nächste Versammlung des Volksvereins findet Samstag den 8. August, abends 8½ Uhr statt. Auf der Tages=Ordnung stehen die Landtagswahlen, Wahl eines Delegierten zur Konferenz und Bericht aus dem Gemeinderat. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Parteigenossen, zu erscheinen. Heiligenhaus, 6. Aug. Die hier bestehenden Arbeitervereinigungen haben beschlossen, am Sonntag den 9. August einen Ausflug zu machen und zwar nach dem benachbarten Wülfrath. Sammelpunkt 1½ Uhr bei Hochstein, Hauptstr. 98. Hoffentlich werden sich die Mitglieder sowie Freunde unserer Bewegung zahlreich an diesem Ausflug beteiligen, welcher zugleich eine Verbindung mit den Wülfrather Genossen herbeiführen soll. Hagen—Schwelm. * Hagen, 6. Aug. Die Polizei nahm hier einen Arbeiter namens Karl Loos fest, der des Diebstahls beschuldigt wurde. Wie nun festgestellt wurde, ist L. in Kassel schon zu 2 Jahren 9 Monaten Zuchthaus verurteilt, vor Antritt dieser Strafe aber seinem Transporteur bei Herford entsprungen. L., der auch die Namen Reich und Erkelenz führte, hat sich dann in verschiedenen Städten herumgetrieben und wird auch von Herne aus steckbrieflich verfolgt. Altena—Ierlohn. -n. Iserlohn, 6. August.(Unliebsam verspätet.) Der Schützenfest=Rummel mit der Devise„Bürgertreu und Einigkeit“ ist nun vorüber. Unter dem Donner einiger „Katzenköppe" und bei leidlichem Wetter wurde auf Alexanderhöhe fast 4 Tage patriotischer Singsang gehegt und gepflegt und das unter der Protektion des Fabrikantentums stehende Klassenfest gefeiert. Alle Schönfärberei der bürgerlichen Klatschbasen vermochte nicht, dem Fest eine besondere Weihe zu geben. Wohl mehr als 1000 Mitgliedskarten sollen nicht eingelöst worden sein, macht einen finanziellen Ausfall von mehr als 4500 M. Danach scheint das Fabrikanten=Sprachrohr, der freisinnige„Kreisanzeiger", doch kein Recht zu behalten mit der Prophezeiung, daß es nur eines Lächelns bedürfe und das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei wieder hergestellt.— Der erste Festtag war köniasins— auch kein Hofstaat in Sammt und Seide. Die Majestäten kapitalistischer Observanz waren verreist. Wenn in früheren Jahren der Festzug Tausende von Schützenbrüdern aufwies, so zählte man bei dem diesmaligen nur 236 Personen; zudem hatten eine Anzahl Kommissionsgeschäfte ihre Betriebe geschlossen— was in früheren Jahren nicht geschah— um die letzten Reste patriotischer Herrlichkeit zu verschleiern. Unter den 236 Personen befanden sich 50 Arbeitswillige und etwa 60 Personen unter achtzehn Jahren, welche mit Erlaubniskarten ausgestattet waren. Die Kompagnie des Hauptmanns und Haus=Agrariers Scherer zählte nur 7 Mann, sodaß sich derselbe weigerte, mit dieser Mannschaft auszuziehen. Um sich nicht ganz der Lächerlichkeit preiszugeben, eilte ihm ein anderer Kompagnieführer zu Hülse. Man kann es deshalb verstehen, wenn bei der Inspizierung des Zuges der Major Voß erstaunt frug:„Ist das alles:— Welch eine Disziplinlosigkeit! Eine Blamage folgt der andern! An der Parade von den Offizieren beteiligten sich etwa 60 Personen. Was will das heißen?! Entschwundene Pracht! Die Arbeiterschaft läßt sich nicht mehr leithammeln! Gegen abend hatte die königslose Zeit ein Ende. Man hatte sich einen neuen König auserkoren in dem Besitzer des ominösen Leihhauses, Herrn Sälberg. Ein Witzbold meinte sogar, die Königswürde sei ins Pfandhaus gebracht worden! Als audern Tags der neue König, noch nicht erholt von den Krönungsfeierlichkeiten und dem sonstigen Firlefanz, mit seinem Hofstaat und Gefolge aufzog, hielt er nach dem Festzuge eine Ansprache, in der er mit hochtönenden Phrasen hervorhob, daß er seinen getreuen Untertanen ein milder König sein wolle:— Was hat nun solch' eine Kinderspielerei und Wortklauberei für Sinn? Wie sieht es in Wirklichkeit aus? Der Hofstaat, der alles in Ueberfluß hat, zieht auf, Equipage an Equipage. Es geht an der Aleranderstraße vorbei— hier hat ein Blinder mit einer Leier Posto gefaßt, dort ein Krüppel, weiter rauf ein alter mit Orden geschmückter Krieger, ebenfalls seine Leier drehend, schließlich erblickt man ein abgehärmtes hungerndes Weib usw.; jeder versucht es auf die eine oder andere Art, seinen Lebensunterhalt zu erbetteln. Der Hofstaat zieht auf, an all' diesem Elend vorbei, die die heutige Weltordnung, die man die göttliche nennt, geschaffen hat, um in der Schützenhalle einen opolenten Festschmaus einzunehmen! Geht denn der Patriotismus nicht einmal so weit, daß man einem alten Krieger, der seine Gesundheit dem Vaterlande und dem angestammten Herrscherhause geopfert hat, einen angenehmen Lebensabend bescheert?!— Doch halt', der Iserlohner Schützenkönig will seinen getrenen Untertanen ein milder König sein. Die Botin der Schuh-Börse Nur kurze Zeit werden alle Arten von Schuhwaaren zu noch hier tatsächlich nicht gekannt billigen Preisen am Heumarkt 1—3, Elberfeld, am Neumarkt 1—3. verkauft. 5 8½ Uhr statt. swahlen, Wahl st aus dem Gesordnung ist es ten. enden Arbeiterden 9. August an benachbarten in, Hauptstr. 98. Freunde unserer eiligen, welcher Genossen herbeir einen Arbeiter schuldigt wurde. son zu 2 Jahren t dieser Strafe ungen. L., der sat sich dann in vird auch von erspätet.) Der Bürgertreu und Donner einiger auf Aleranderst und gepflegt ntums stehende r bürgerlichen sondere Weihe en sollen nicht i Ausfall von kanten=SprachNecht zu bes Lächelns beIrbeitgeber und ste Festtag war mt und Seide. varen verreist. de von Schützenesmaligen nur l Kommissionsrüheren Jahren her Herrlichkeit fanden sich 50 unter achtzehn et waren. Die iers Scherer rte, mit dieser der Lächerlichagnieführer zu bei der Inmt frug:„Ist it! Eine Bladen Offizieren das heißen?! ftlaßt sich dend hatte die n neuen König yhauses, Herrn le Königsworden! icht erholt von Firlefanz, mit lach dem Festmden Phrasen ntertanen hat nun solch' m? Wie sieht in Ueberfluß geht an der nit einer Leier ein alter mit Leier drehend, des Weib usw.; einen Lebensan all' diesem man die götttzenhalle einen n der Patrioalten Krieger, angestammten Lebensabend tzenkönig will in. Die Botoppelte arken hrend gegeben. schaft hör ich wohl.—— Die Iserlohner Arbeiterschaft hat ein Exempel statuiert, hat gezeigt, daß die ganze patriotische Herrlichkeit fauler Zauber ist. Die Iserlohner Arbeiterschaft hat durch die„Revolution“ die beste Antwort auf die Aushungerungsmaßnahmen des protzenhaften Unternehmertums gegeben, mogen die bürgerlichen Blätter noch so sehr alles durch Schönfarberei vertuschen: Und wenn auch manche Schlacht noch wird zu schlagen Und manches Bollwerk wird zu stürmen sein: In diesem Kampfe gilt's ein kühnes Wagen; Drum schwingt das Schwert des Geistes im Verein, Laßt blitzen es durch jedes Wahnes Nacht, Und vor des neuen Tages lichter Pracht Sinkt bald in Staub des Alten Herrlichkeit, Dann Sieg der Freiheit und der Menschlichkeit! n. Iserlohn, 6. Aug. Wegen Streikbrecher-Beleidigung hatte sich gestern der Fabrikarbeiter Wilhelm Lindner von hier vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten. Der„Sünder“ erhielt dafür 5 Tage Gefängnis. -n. Iferlohn, 6. Aug. Massenpfändungen wurden am 5. d. M. auf Antrag der hiesigen Stadtverwaltung bei einer Anzahl Hauseigentümer der Langenhecke vorgenommen. Dem Vernehmen der bürgerlichen Blätter nach handelt es sich um Beiträge zu den Straßenbau= und Kanalisationskosten. Auch sonst geht die Stadt zur Erzwingung baulicher Anlagen flott mit Pfändungen vor. Die Aufregung ist unter den Hauseigentümern groß. Ob das Vorgehen der Stadtverwaltung berechtigt ist, bleibt abzuwarten, zumal schon manches geschehen ist, das allgemeines Kopfschütteln hervorrief. Civilstand der Stadt Elberfeld. Aufgebote. 30. Juli. Otto Bergmann, Architekt, Düsseldorf u. Matilde Rode, Weststr.— Christoph Krubatis, Wwr., Fabrikarbeiter, Vohwinkel, früher hier u. Gottliebe Lange, Vohwinkel.— Karl Phil. Jungkenn, Kaufm, hier u. Berta Maria Sauerland, Wiesbaden. 3 Aug. Robert Saß, Bergm., Dortmund u. Frieda Schneider, Dorstfeld, früher hier.— Arthur Amberg, Kaufm., Alsenstr. und Anna Magnus, Hofaue.— Aug. Lange, Fabrikarb., Vogelsauerstr. u. Auge. Schäfer, Anilinstr.— Heinrich Altmann, Wwr, Ackerer, Haan u. Matilde Klüber, Luisenstr.— Heinrich Jansen, Flaschenbierhdlr. u. Marta Köhler, b. Exerzierplatz— Hugo Fuhrmann, Maurer, Barmen u. Marie Höller, Lowenstr.— Joh. Storck, Schneider, Paradestr. u. Elise Schultz, Exerzierplatz.— Rob. Becker, Maurer, Alsenstr. u. Emma Böllhoff, Gesundheitsstr. Geburtsanzeigen. 30. Juli. S. v. Fabrikschmied Waschul, n. Nordstr.— S. v. Fabrikarb. Segendorf, Anilinstr.—“ v. Packer Reseberg, Kielerstr.— T. v. Schlosser Stange, Uellendahlerstr.— T. v. Bandw. Schauff, Nevigeserstr.— S. v. Schrifts. Tops, Pombüchelerstr.— T. v Fabrikarb. Heller, Alexanderstr.— T. v. Packer Esser, Marienstr.— S. v. Fabrikarb. Emmert, Windstr.— S. v. Färbereibes. Kaulen, Güterstr.— T. v. Schreiber Becker, Weststr — S. v Polsterer Ehrhardt, Lothringerstr.— S. v. Tagelöhner Dormin, Tiergartenstr. 3. Aug S. v. Anstr. Geschwind, Lagerstr.— T. v. Fabrikarbeiter Karmann, a. Sonnenbrunnen.— S. v. Kutsch. Hänscheid, Neviandistr.— S. v. Bureaudiener Schmitz, Möbbeckerstr.— S. v. Fabrikarb. Ott, Elsasserstr.— S. v. Handlungsgeh. Butterweck, Seilerstr.— T. v. Bandw. Cramer von Clausbruch, Carnapstr. — T. v Lagerh. Fink, Nüllerstr.— Zwill v Weber Dohrmann, Eschenbeekerstr.— S. v. Maschinenhobler Manet, Berlinerstr.— S. v. Geschäftsgeh. Peckhaus, Bachstr.— T. v. Buchbindermeister Müller, Bachstr.— T. Todesanzeigen Ehem., Harmoniestr— Hugo Hupertz, 3 M., Nordstr.— Paul Brügma, 4 M, Hermannstr.— Emil Wischnat, 3 J. 10 M., Königstr.— Theresia Comes, gewerbl., 23 J., ledig, Arrenbergerstraße.— Friedr. Ehrhardt, 3 St., Lothringerstr.— Bernh. Stegmaier, Bandwirkerlehrl., 15 J. 11 M., Cronenbergerstr. 3. Aug. Marg. Leonhardt, 4 M., Uellendahlerstr.— Wwe. v. Hotelier Jakob Poths, 57 J., Laurentiusstr.— Ehefr. v. Schueid. Ferd. Schneider, 70 J., Rosenstr.— Friedrich Jäger, Fabrikarb, 64 J., Ehem, Albrechtsstr.— Luise Sturm, 2 St., Parkstr.— Wwe. v. Güterervedient Hermann Spettmann, 54 I, Südstr.— Wilhe. Klees, 3 M., Friedrichstr.— Adele Samus, 10 J. 11 M., Baustr.— Anna Klotzkowski, 3 I. 2 M., Grünewalderberg.— Käthe Grunefeld, 2 J.« M, Opphoferstr.— Margarete Fröhlich, 1 J 4 M, Plateniusstr.— Wwe v. Schreiner Friedrich Mindermann, 72 J, Hombüchelerstr— Helene Heedheuer, Handlungsgeh., 19 J. 1 M., ledig, Spichernstr.— Elisabeth Michel, 1 J. 4 M, Bachstr.— Wwe von Dachdeckermeister Aloys Schmidt, 60 J., Marienstraße. v. Lagerist Butterweck, Hombüchelerstr. 30 Juli. Gottfried Küpper, Packer, 60 J., Civilstand der Stadt Barmen. Geburtsanzeigen. T. v. Lokomotivheizer Berg, Pfeilstr.— T. v. Zimmerm. Hillemann, Klingelhollstr.— T. v. Gärtn. Birrenbach, Brucherstr.— T. v. Kaufm Grebe, Huldastr.— S. v. Kaufmann Könemund, Berlinerstr.— S. v Riemendr. Wahle, Hügelstraße— S. v Fabrikarb. Söhngen, Alsenstr.— T. v. Niemendr Herzenbruch, Krühbuschstr.— S. v. Metallarb Schlechter, Klingelhollstr.— S. v. Orgelbautischler Teubner, Meisenstr. Aufgebote. Fabrikarb. Karl Wilh. Tuschmann, Bredderstr. u Fabrikarb. Adele Brunheim, Höfenstr.— Kutscher Bernhard Wilh Dörfler, Barmen u. Fabrikarb. Lina Tesche, Barmen.— Schlosser Wilh. Aug. Behle, Rödigerstr. u. Emma Pauline Barbara Szidat, Winklerstr.— Hotelportier Vincenz Pomiecinski, Köln u. Näherin Maria Lemmens, daselbst.— Arbeiter Karl Schäfer, Goddelsheim u. Friederike Hasecke, Fürstenberg.— Schaffn. Karl Albin Taubenrauch, Wupperstr. u. Dienstm. Anna Rosalie Brandau, Remscheid Todesanzeigen Anna Hertha Lang, 2 M., Hösenstr— Eduard Leithäuser, 1 J. 7 M, Karnaperstr.— Emil Alex Paul Halbach, 12 W, Wichlinghauserstr.— Anna Rosenbaum, 5 M., Prinzenstr.— Schlosser Karl Mennenöh, 56 I, Fatlohstr.— Teodora Maria Jansen, 6 M., Hohensteinerstr.— Elisabet Klara Erna Wickert, 1 I. 3 M., Viktorstr.— Elly Emma Fockner, 6 W. Schwarzbachstr.— Friedr. Cwald Müller, 7 M, Roßstr.— Ehefrau Kaufm. Ewald Hüttemann, 33 J., Rudolfstr.— Kaufmann Eugen Rückle, 54 I, Heckinghauserstr. Griefkasten. Hombücheler Höhe. Da der Telephondraht zwischen uns und den militärischen Bureaus zerrissen ist, konnten wir leider bis jetzt die von Ihnen gewünschte Auskunft nicht geben. Antwort folgt, sobald auf anderm Wege näheres festgestellt. B. 6. Barmen. Allerdings ist das ein Grund, die Wohnung ohne Aufkündigung und vor Ablauf der vertraglich festgesetzten seit verlassen zu können. Sie werden aber dann, wenn es zur Klage kommen sollte, den Nachweis führen müssen, daß die Ungezieferplage so groß war, daß dadurch die Wohnung zur Benutzung ungeeignet war. Für die Zeit, die Sie die Wohnung inne hatten, müssen Sie die Miete entrichten, können aber die zum Vertreiben des Ungeziesers ausgewendeten Auslagen an der Miete in Abzug bringen. 9. 11. 75. Das dürfen Sie auf keinen Fall und wenn Sie das Bier unter dem Selbstkostenpreis abgeben würden. Verschenken dürfen Sie es. Uebrigens, wir haben für Ihren Brief 8 Pfg. Strafporto zahlen můssen. Frau W. S. Barmen. Das kommt ganz darauf an, was Sie unter Ordnung, für die der Hausyerr sorgen soll, verstehen. So wie die Frage gestellt ist, können wir sie nicht beantworten. H. N. Haan. Sie werden zweifellos bezahlen müssen; weshalb haben Sie die Sache nicht sofort gemeldet, dann wären Sie mit einer einfachen Nachzahlung davon gekommen. Der Schaffner hatte garnicht nötig Sie zu wecken. Und dann möchten wir Sie ersuchen, Ihre Briefe an uns gefälligst frankieren zu wollen, wir haben für Ihren Brief 20 Pfg. Porto zahlen müssen. Für die Schulferien. Extra-Preise mr Kinderschuhe. Kinder-Stramin-Pantoffeln v 58 rg. an. Rote Leder-Pantoffeln mi. 2529 05 Mk. Roteu. gelbeLiegenleder-Kuopf-u. Schnürstiefel .15 6p. 85 Mk., 27/30 eD Mk WichslederKnopf-u. Schnürstiefel Mk. haltbar, la Ware 31/35 3 75 31 Mk.. 25/26 Mk.. 22,24 Mk. Leonhard Tietz, Barmen. Mit Gegenwärtigem beehre ich mich, einem hochwohllöblichen Publikum von Elberfeld und der ganzen Umgébung die ergebene Mitteilung zu machen, dass ich mit dem heutigen Tage in Elberfeld in dem Hause =irmhof Nr. 1,= den Warenhäusern des Herrn M. Bär gerade und des Herrn Leonhard Tietz schräg gegenüber, eine Handlung in Kolonialwaren und Landesprodukten eröffne.— Es wird mein Bestreben sein, nur beste Waren zu den denkbar billigsten Preisen zum Verkauf zu bringen. Meine grösste Aufmerksamkeit werde darauf verwenden, dass nur wirkliche Qualitätsware verkauft wird. Indem ich mein Unternehmen gütiget zu unterstützen bitte, versichere aufmerksame, reelle, prompte Bedienung und bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll Carl Jäger jr. Weitere Verkaufslokale: Vogelsauerstr. 31, Tiergartenstr. 251. Bekanntmachung Von heute ab, werden in Kölnerstrasse 69 Rabattmarken der Konsumgen.„Befreiung“ ausgegeben. werd. saub. u. bill repar. u. überzog Nur Barmen, Heubruch 17. Lentralverb. der Maurer Deutschlands Filiale Langerfeld. Sonntag den 9. August 1903, nachmittags 5 Uhr im Lokale des Herrn Böhle, am Markt: Stiftungs-Gest, bestehend in Konzert, Gesangvortragen, theatralische Aufführungen und —6) Fest-Ball. Preis der Karte im Vorverkauf 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. à Person Das Festkomitee. La Faror St. 75 Pfg. BajonetasCigarre Sumatra mit Havana, Handarbeit. H. W. Jacobs, Barmen-Elberf, am Neumarkt. Unterb. Muschelhaus Fr. Winter Barmen, Oberdenkmalstr. 90, hält sich bestens empfohlen. Von jetzt ab jeden Freitag bis Montag frische belgische Seemuscheln in und außer dem Hause. Schöner Saal mit neuer Bühne. Gesellschaftszimmer. Gutes Billard. G zute Speisen und Getränke Restauration Walther Rhode, S.-Rittershausen, Bahnhofstraße, hält sich bestens empfohlen. Gleichzeitig bringe ich meine Stehbierhalle in en pfehlende Erinnerung. Haan! Allen Freunden und Gönnern bringe hiedurch meine Schankwirthschaft in empfehlende Erinnerung. Gute Speisen und Getränke. 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Gehälter vo 70 kaufmän abgefunden. licher Höhe Krankheitssä während da halts vorseh angestellt, u über das mut selbst schwerden ebenso hätte gesetzwidrig für deutsche Warenhaus Beamte zäl Mitglieder, Minister vo Möller und Ledebour=B des Verwal der Korresp der kaufmä berücksichtig unausbleibl ac. Zu burg, daß Zusammenf beitern hat gefunden. einem Stei= den, gaben wurden. C linie war die Entglei dem 12 W. Pesonen ge Konl Tie Mann in der Ueb hervor. F. Karlsruher durch die werbstätigl Kohlentrag natürlich n und insbese hasten Zus der„Kamn anschaffen Ursache, m derjenige, Arbeiter al alles, was Kleider, se dieser unif schädigt. jene Arbei Ihr sie me Reiche der Die Sonntagi Es wird v wechselnden Verantwortlicher Redakteur: Karl Eberle, Barmen.— Verlag: Verlagsanstalt Molkenbuhr& Co., Elberfeld.— Rotationsdruck: Buchdruckerei Grimpe, Elberfeld. Ueber Neuen W Sehr viele liebende L oder zahle ihnen bere und in den Pfändu nimmt un in Hasting Betrag vo zieht sein Pence. T sonst werd das Geld1 ladung zu Der? Steuer zu Mr. geweigert, schulen en Der Betraa ni Mr. Ueberz schulen vo eine über gleichen 1 Der nicht Geg Gesetze Ac die Steuen wünschen Mr. leritliche 9 robe und he8 da ren lig urzIrtikel, aren en. Us skäufe 2. Beilage zu Nr. 182 der Freien Presse, Freitag, den 7. August 1903. inde Gewerkschaftliche Arbeiterbewegung. Inland. * Ein Streik im Warenhaus für deutsche Beamte in Berlin wird von kaufmännischer Seite als nahe bevorstehend angekündigt. Die Sache ist von großer sozialer Bedeutung, weil ein Ausstand in einem großen kaufmännischen Betriebe bis jetzt zu den Seltenheiten gehört hat. Ein Fachblatt der Handlungsgehülfen in Berlin bringt über die Zustände in dem Warenhaus für deutsche Beamte Aussehen erregende Mitteilungen. Während die Direktoren und die oberen Beamten Gehälter von 9000 Mk. bis 16000 Ml. bezögen, würden die 70 kaufmännischen Angestellten teilweise mit Hungerlöhnen abgefunden. Dazu würden ihnen noch Strafgelder in erheblicher Höhe abgezogen. Sie müßten sich verpflichten, in Krankheitsfällen nur für vier Wochen Gehalt zu beanspruchen während das Gesetz für sechs Wochen den Fortbezug des Gehalts vorsehe. Aeltere Leute seien mit 75 bis 90 Mk. monatlich angestellt, und nur nach langer Zeit gelinge es den Beamten, über das Anfangsgehalt hinauszukommen. An Sonntagen muß selbst während des Gottesdienstes gearbeitet werden. Beschwerden bei der Polizei seien bisher vergeblich gewesen, ebenso hätten die Anzeigen bei dem Polizeirevier wegen der gesetzwidrigen Verfügung der Strafgelder beim Warenhaus für deutsche Beamte bisher keine Berücksichtigung gefunden. Schließlich wird über die Behandlung der Angestellten in dem Warenhaus bittere Klage geführt. Das Warenhaus für deutsche Beamte zählt zirta 39000 als kaufberechtigt eingeschriebene Mitglieder, dazu gehören der Reichskanzler Graf Bülow, die Minister von Podbielski, Graf Posadowsky, v. Rheinbaben, Möller und— die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Ledebour=Berlin und Wolfgang Heine=Berlin. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist der Geh. Regierungsrat Mießner, der Korrespondenz=Sekretär des Kaisers. Da die Vorstellungen der kaufmännischen Angestellten seitens der Tirektion nicht berücksichtigt worden sind, so hält man einen Ausstand für unausbleiblich. Ausland. ac. Zum Eisenbahnerstreik schreibt man aus St. Petersburg, daß der Streik immer noch fortdauert. Ein erneuter Zusammenstoß zwischen Soldaten und den streikenden Arbeitern hat dieser Tage in der Umgegend von Tiflis stattgefunden. Die Soldaten, welche von den Aufständischen mit einem Steinhagel und mit Revolverschüssen empfangen wurden, gaben Feuer auf dieselben, wobei 21 Arbeiter getötet wurden. Eine Schiene auf der transkaukasischen Eisenbahnlinie war von den Streikenden herausgenommen worden, was die Entgleisung eines Eisenbahnzuges zur Folge hatte, von dem 12 Wagen zertrümmert wurden. Hierbei wurden zwei Pesonen getötet und 3 verwundet. Soziales. * Konkurrenz der Soldaten gegenüber freien Arbeitern. Die Mannschaften des Bruchsaler Wachdetachements tun sich in der Uebernahme aller möglichen Arbeiten ganz besonders hervor. Fast jeden Tag kann man einige derselben, dem Karlsruher Volksfreund zufolge, auf der Suche nach Arbeit durch die Stadt pilgern sehen. Als Spezialfach ihrer Erwerbstätigkeit scheinen sich diese Vaterlandsverteidiger das Kohlentragen auserkoren zu haben. Bei dieser Arbeit ist es natürlich nicht zu vermeiden, daß die Uniformstücke beschmutzt und insbesondere bei Regenweiter in einen geradezu schanderhasten Zustand versetzt werden. Tie Soldaten, die ja dank der„Kammer“ nicht in die Lage kommen, ihre Kleider selbst anschaffen zu müssen, haben in weniger erheblichem Maße Ursache, mit der notwendigen Vorsicht zu Werke zu gehen, als derjenige, der sich die Sachen selbst anschaffen muß. Die Arbeiter aber, die neben ihren direkten und indirekten Steuern alles, was zu des Leibes Notdurft gehört, mit Einschluß der Kleider, selbst anschaffen müssen, sind durch die Konkurrenz dieser uniformirten Arbeitswilligen auf das empfindlichste geschädigt. Wie oft bekommen die Arbeiter zu hören, diese und jene Arbeit wird von den Soldaten viel billiger gemacht, als Ihr sie macht. Ja, wir haben's herrlich weit gebracht im Reiche der Sozialreform und der„gesicherten Existenz". * Die Reformkommission der Bergarbeiter tagte am Sonntag in Bochum, wobei folgende Anträge gestellt wurden. Es wird verlangt: Unentgeltliche Untersuchung der arbeitshselnden Mitglieder auf Wurmkrankheit, Deckung des Der Niedergang des Handwerks kommt recht deutlich n einer Zusammenstellung zum Ausdruck, die anläßlich des 425jährigen Jubiläums der Waldheimer Weberinnung im Chemnitzer Tageblatt veröffentlicht wird. Danach gehörten der Innung an: Lohnausfalles wurmkranker Bergleute durch die Zechen und Eingabe an die Staatsregierung zugunsten der hülfsbedürftigen wurmkranken Mitglieder. Am Dienstag beschäftigte sich der Vorstand des Allgem. Knappschaftsvereins mit diesen Anträgen. Da sie aber nicht auf der Tagesordnung standen, so konnte über sie nicht beschlossen werden. In anbetracht der Wichtigkeit derselben wurde eine Sitzung auf den 7. August anberaumt. *Einen starken Rückgang der Akkordlohnsätze in der deutschen Maschinen=Industrie stellte eine sehr lesenswerte Untersuchung fest, die„die Lohn= und Arbeitsverhältnisse in der deutschen Maschinen=Industrie am Ausgarg des 19. Jahrhunderts" behandelt. Der Verfasser, Ingenieur Dr. Hermann Beck, der mehrere Magdeburger Betriebe sich zur Untersuchung ausgewählt hat, weist darauf hin, daß, obgleich haltsam zurückgedrängt und immer die Löhne während der Jahre des Aufschwunges gestiegen dem Verfall entgegen. Das mögen seien, die Stücklohnsätze selbst innerhalb weniger Jahre zu rückgegangen seien. In der Tat sind nach den gemachten Angaben die Rückgänge der Akkordsätze für die Jahre 1897—1901 sowohl für die Dreher als für die Schmiede und Schlosser ganz überraschend groß. Im einzelnen beträgt der Rückgang 10, 20 und noch mehr Prozent. Daß solche Rückgänge gerade in der Zeit der Hochkonjunktur möglich waren, ist nach den Ausführungen Becks unschwer zu erklären. Gerade in den günstigen Geschaftsjahren, wo der Arbeiter viel Arbeit zu bewältigen hat, strengt er sich mehr an, arbeitet er intensiver und rationeller. Er findet Vorteile in der Arbeitsmethode, erwirbt größere Geschicklichkeit und wird in die Lage versetzt, mehr Arbeit in der gleichen Zeit wie früher zu bewältigen, kurz mehr zu verdienen. Dies„mehr verdienen“ heißt nun aber in der Sprache des Arbeitgebers so viel, wie„billiger produzieren können", d. h. der höhere Verdienst beweist dem Arbeitgeber, daß auch bei niedrigeren Alkordpreisen noch„genug“ verdient werden kann, und die Akkordpreise werden herabgesetzt. Dieser Vorgang wiederholt sich, so oft der Arbeiter durch kleine Verbesserungen seiner Werkzeuge, Zunahme der mannellen Geschicklichkeit, zweck mäßigere Zerlegung der Arbeitsleistung und großere Intensität der Arbeit in die Lage kommt, mehr zu produzieren und einen den Zeitlohn wesentlich übersteigenden Verdienst zu erreichen. Die Ursache der Landflucht ringer geworden, sondern die Produktion hat fortwährend zugenommen. Aber die Industrie hat das Handwerk unaufmehr geht das letztere endlich jene Leute einsehen lernen, die in ihrer zünftlerischen Schwärmerei das Handwerk retten und ihm den goldenen Boden wieder zurückerobern wollen. den Vorsitz Die Frau erhält an Arbeitslohn pro Tag je nach der Jahreszeit 50, 60 und 70 Pfg. Nehmen wir an, daß sie günstigenfalls 200 Arbeitstage zum Durchschnittslohn von 60 Pfg. leisten kann, so erzielt diese einen Verdienst von 120 Mark un Jahre. Hierzu kame noch die freie Wohnung, die erfahrungsgemäß mit höchstens 50 Mark pro Jahr zu bewerten ist. Das Gesamteinkommen setzt sich daher in folgender Weise zusammen: Verdienst des Mannes... 496,50 Mark Verdienst der Frau 120,00„ Wohnung 50,00„ Summa 666,50 Mark Mann und Frau verdienen daher zusammen den kolossalen Wochenlohn von 12,80 Mark. Das vielgepriesene idyllische Landleben erhält durch diese Zahlen eine grelle Beleuchtung. Dabei sind erfahrungsgemäß diese Lohnsätze noch nicht die )(Elberseld, 6. Aug. I. Strafkammer. führt Herr Landrichter Marr. Recht frühzeitig geriet der Sattlerlehrling Walther Th von Remscheid auf die schiese Ebene. Er kam von Magdeburg aus durch einen Vermittler zu dem Sattlermeister Gustav Mehl in Remscheid in die Lehre und war daselbst im Juni etwa 6 Wochen beschäftigt, als er, um sich einige Groschen Taschengeld zu verschaffen, zum Diebe wurde. Mit einem falschen Schlüssel öffnete er eine dem Sattlergehülfen Julius Bühl gehörige Kiste und entnahm daraus einmal 55 Pfg., das andere mal 60 Pfg. Man konnte sich das Fortkommen des Geldes zunächst nicht erklären und legte, um den Lehrling auf seine Redlichkeit hin zu prüfen, an verschiedenen Stellen des Zimmers, auch in seinem Bette, 25 Pfg. an Nickel= und Kupfermünzen. Th. fand natürlich das Geld und verbrauchte es für sich. Das 14jährige Bürschchen bereute seine Verfehlungen anscheinend aufrichtig. Das Gericht erkannte wegen zwei schwerer und eines einfachen Tiebstahles gegen den Angeklagten auf sechs Wochen Gefängnis. Im Falle sich der Verurteilte die nächsten Jahre gut führt, so braucht er die Strafe jedenfalls nicht zu verbüßen. Der Arbeiter Wilhelm G. von Barmen hatte sich wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an schulpflichtigen Kindern, zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Verurteilung des bereits zwei mal wegen Erregung öffentlichen Aergernisses mit Gefängnis vorbestraften Angeklagten zu 9 Monaten Gefängnis. Kunst, Wissenschaft und Leben. * Röntgenstrahlen im Dienste der— Schuhmacherei. Die Zusammenstellung klingt zwar im ersten Moment etwas befremdlich, bei näherem Zusehen entdeckt man, daß im Interesse der Gesunderhaltung aller Glieder des menschlichen Leibes nur zu wünschen wäre, daß öfter ein so zweckmäßiger Gebrauch von der Erfindung Röntgens gemacht würde, wie das seitens der Fachklasse für Schuhmacher in der städtischen Fortbildungsschule zu Kottbus geschieht Die genannte Fachklasse hat von dem menschlichen Fuße eine Reihe von Aufnahmen mit Röntgenstrahlen aufertigen lassen und die Photographieen auf der Städleausstellung in Dresden ausgestellt. Da sieht man denn zunächst die normale Lage aller einzelnen Fußknochen am bloßen Fuße, kann bereits deren durch einen dünnen Strumpf bewirkte leichte Zusammenpressung deutlich wahrnehmen, sieht das Fortschreiten des Drucks bei einem normal passenden Stiefel und endlich die völlig veränderte Lage aller Zehen in zu engem Schuhwerk. Das Ganze spricht eine sehr beredte Sprache, aber eb dadurch gegen die menschliche Eitelkeit mit Erfolg anzukämpfen sein wird? Vermischtes. Eine schreckliche Reise von Schiffbrüchigen im Eismeer. Eine furchtbare Schilderung von Gefahren und Entbehrungen, die die Mannschaft des Walfischfängers„Vega“ nach ihrem Schiffbruch im nördlichen Eismeer zu erdulden hatte, gab der Kapitän Cooney, der jetzt in London eingetroffen ist, dem Vertreter eines dortigen Blattes. Die unglückliche„Vega", die am 31. Mai in der Melville=Bay verwec loren ging, war das berühmt gewordene Schiff, auf dem schlechtesten. Der„Zug vom Lande nach der Stadt“ erscheint Nordensljöld das ganze sibirische Meer durchschiffte und durch uns aber unter solchen Umständen sehr begreiflich. die Beringstraße nach Europa zurückkehrte, so das alte ProbGegen den Gewissenszwang. Ueber Steuerverweigerung in England finden wir im Neuen Wiener Tagblatt folgenden anschaulichen Bericht: Sehr viele Bürger, und zwar ruhige und sonst ganz friedliebende Leute, weisen dem Steuereinnehmer die Tür oder zahlen nur jenen Teil der vorgeschriebenen Steuer, der ihnen berechtigt erscheint. Die Polizeibehörden auf dem Lande und in den Städten haben alle Hände voll zu lun, die fiskalischen fändungen stehen auf der Tagesordnung. Die Sache nimmt ungefähr folgenden Verlauf. Ein Mister Pringle in Hastings erhält einen Zahlungsauftrag, lautend auf den Betrag von 2 Pfund 17 Shillings und 4 Pence. Mr. Pringle zieht seine Börse und zahlt 2 Pfund 10 Shillings und 2 Pence. Der Steuereinnehmer verlangt den ganzen Betrag, sonst werde er das Geld nicht annehmen. Mr. Pringle steckt Beld wieder ein. Einige Tage später erhält er eine Vorladung zur Polizei. Der Polizeibeamte:„Sie haben sich geweigert, die Steuer zu zahlen?" Mr. Pringle:„Das ist nicht richtig, ich habe mich nur geweigert, jenen Teilbetrag zu zahlen, der auf die Volksschulen entfällt." Der Polizeibeamte:„Warum zahlen Sie also diesen Betrag nicht?" Mr. Pringle:„Diese Steuer ist gegen meine Ueverzeugung. Ich bin dagegen, daß an den Volksschulen von Staatswegen Religionsunterricht erteilt wird, und eine überwälligende Mehrheit des englischen Volkes ist der gleichen Ueberzeugung." Der Polizeibeamte: Ihre Ueberzeugung kann hier nicht Gegenstand der Diskussion sein. Ich bin hier, um dem Gesetze Achtung zu verschaffen. Das Gesetz schreibt Ihren die Steuer vor; die müssen Sie zahlen. Welche Zahlungsfrist wünschen Sie? Eine Woche vielleicht?" Mr. Pringle:„Ich zahle weder jetzt noch in einer Woche; ich zahle diese Steuer niemals, denn sie geht gegen mein Gewissen." Der Polizeibeamte:„Ich gewähre Ihnen eine Zahlungsfrist von einer Woche; wenn Sie bis dahin die Steuer nicht entrichtet haben, werden Sie gepfändet werden."— Die Woche verstreicht, ohne daß Mr. Pringle gezahlt hat; er wird richtig gepfändet. Am Tienstag findet die Auktion statt oder vielmehr sie soll stattfinden. Lange vor Beginn ist der Platz vor dem Lokal mit Anhängern des Steuerverweigerers angefüllt. Sie sind nicht nur aus allen Teilen von Haftings, sondern auch aus den benachbarten Städten und Dörfern herbeigekommen, aus den vielbesuchten Seebädern Eastbourne, Brigthon, Worthing und vielen kleineren Orten, um gegen den Gewissenszwang zu protestieren. Punkt 6 Uhr erscheint der Auktionator. Die Bebörden haben ihn aus London verschrieben, denn in Hastings und Umgebung war keiner für das verhaßte Geschäft aufzutreiben. Sein Erscheinen wird mit Zischen und Gröhlen begrüßt; ein faules Ei trifft seinen funkelnagelneuen Zylinder, was einen Sturm von Entzücken entfesselt. Die Polizei sucht den Eingang zum Lokal zu sperren, wird aber unsanft zur Seite geschoben. Die Menge stürmt mit der Gewalt eines Wasserfalles hinein, stürmt das Podium, verjagt den Auktionator und singt Rule Britannia“ mit endlosem Enthusiasmus, bis der Steuereinnehmer unter den donnernden Hochrufen der Menge die Auktion„für heute" absagt. Der Auktionator mit dem gelbschwarzen Zylinder wird von starker Polizeibedeckung zur Bahn begleitet; aber erst als der Zug sich in Bewegung setzt, geht die Menge nach der Stadt zurück, wo in einer vielkausendköpfigen Protest=Versammlung die jetzige englische Regierung aufs schärfste verurteill, Mr. Pringle dagegen als der Retter der englischen Gewissensfreiheit gefeiert wird. Der Fall des Mr. Pringle wiederholt sich tagtäglich in England. Wenn man Teddington, Maidenhead, Long Eaton, Cardiff, Birmingham, Manchester als die Orte nennt, wo die fiskalischen Pfändungen in ähnlicher Weise wie in Hastings vereitelt wurden, so ist die Liste der Städte, in denen die„stille Revolution“ ihre Triumphe feiert, lange nicht erschöpft. Jeder Tag bringt Nachricht von Massenmeetings aus allen Teilen Großbritanniens. Namen von bestem Klange werden zu Gunsten der Steuerverweigerung angeführt, und einflußreiche, ernste Tagesblätter, die sich ihrer Verantwortlichkeit vollkommen bewußt sind, nehmen mehr oder weniger offen für die Bewegung Partei. Was aber ist geschehen, um das„Gewissen" des englischen Volkes zu solchen Ausschreitungen zu bewegen? Im vorigen Jahre wurde der Unterricht an den englischen Volksschulen durch en durch eine Parlamentsalte dermaßen geregett, daß der Religionsunterricht für sämtliche Sekten ohne Ausnahme auf Staatskosten, mit anderen Worten auf Kosten der Steuerträger erteilt wird. Wohlgemerkt: es wird kein Kind gezwungen, die Religionsstunde zu besuchen; wenn der Vater es wünscht, braucht sein Kind keinerlei Religionsunterricht zu genießen. Das neue an dem Gesetze ist nur die Fürsorge für jene Eltern, die ihren Kindern eine religiöse Erziehung zu geben wünschen; während diese früher den Religionslehrer aus eigener Tasche bezahlen mußten, wird ihnen diese Last jetzt von der Gesamtheit der Steuerträger abgenommen. Tieser Sachverhalt wurde voriges Jahr nach langen parlamentarischen Schlachten geschaffen— allerdings gegen den Willen einer sehr bedeutenden Minorität. Diese leistet nur der Ausführung passiven Widerstand gegen das neue Schulgesetz und beruft sich dabei auf das berühmte Beispiel der politischen Märtyrer des 17. Jahrhunderts, die Karl I. die Schiffssteuer verweigerten, um die Rechte und Freiheiten des Volkes zu retten. Der Vorwurf der„Revolution" schreckt die Agitatoren nicht ab: England, sagen sie, verdankt seine Größe von heute der„glorreichen Revolution" und darin haben sie recht. lem der„nordostlichen" Durchfahrt lösend. Am 11. verließ das Schiff Dunder, und am 29. Mai fuhr es in di Melville=Bay ein; aber während die anderen Schiffe der Walfischfängerflotte, die eine Strecke voraus waren, durch da Treibeis am folgenden nachmittag gelangten, kam die„Vega zu spät. In der Nscht trieb ein südlicher starker Wind das Taseleis zusammen und schloß tatlächlich den Kanal gegen die"Vega“ ab, die fest zwischen das Landeis und das Packeis eingekeilt war. Der Dampfer befand sich damals auf 74 Grad 23 Minuten nördlicher Breite und 5,3 Grad 45 Min. westlicher Länge. Die Nacht hindurch arbeitete die Maschine mit voller Kraft achtern, da der Kapitän hoffte, auf diese Weise frei zu kommen. Am nächsten Tage wurde eine Flasche mit Schießpulver unter das Packeis geworfen und erplodirte. Im Augenblick wurde das Eis zerschmettert und die kleineren Stücke schwannnen unter dem Schiffsrumpf durch; aber die Haupteismasse kehrte zurück und bedrängte die„Vega“ an der Backbordseite. Da das Eis an der Steuerbordseite fest blieb, war der Druck surchtbar. Die ausgezähnten Zacken des Cises, an sechs Fuß dick, drückten auf die Planken, und mit furchtbarem Krach zerbrach das Mittelschiff an der Baclbordseite. Die arbeitenden Dampfmaschinen wurden überschwemmt, mit Mühe gewannen die Maschinisten noch das Deck. Die Voote wurden flott gemacht, die erreichbaren Vortäte mitgenommen. Als der Kapitän die Brücke verließ, stand das Wasser 3 Fuß über dem Deck. Kaum hatte er einen gesicherten Platz erreicht, als die„Vega“ verschwand. Die Verfassung der See leute war lläglich; die meisten von ihnen waren nur halb bekleidet; mehrere hatten keine Stiefel an den Füßen. Anderthalb Sack Schiffszwieback und etwas gutes Fleisch war alles, was von Proviant gerettet werden konnte. Trinkwasser war nicht vorhanden. Upernivil, die nächste menschliche Niederlassung, war in der Luftlinie 157 Meilen weit entfernt. Sie war das Ziel der Wanderung für die 44 Mann starke Mannschaft. Tag und Nacht schleppten die Leute, je sieben für ein Boot, die schweren Voote über die hügeligen Eisfelder vorwärts und setzten über dazwischenliegende Wasserstrecken. Jeder Stillstand bedröhte die Schifbrüchigen mit Erfrieren. Nach einigen Tagen erlebten sie noch einen furchtbaren Schneesturm, den sie unter den Vooten abwarteten. Trotz der Warnung der älteren Leute, nicht zu schlafen, taten es einige zngere doch, und mehrere holten sich Frost dabei. Nach zwei Tagen law der Sturm von Neuem auf und die Boote wurden zur Sicherheit am Lande restgemacht. Sie wurden jedoch fortgetrieben und die Seeleute trieben in die offene See. Zum Glück blies der Wind nach Norden und mit seiner Hilfe erreichten die ernten Woote Uvermvit am 5. Juni, die übrigen zwei Tage später. Tie Walfischfänger waren im letzten Stadium des Verfalls der Kräfte. Der dänische Gouverneur Slege angedeihen. Als der Sturm nachließ, machte sich Kapitän Cooney, von 14 Mann begleitet, nach den südlichen Niederlassungen durch die Davisstraße in zwei nenen Vooten auf, in der Hoffnung, einen heimkehrenden Tampfer zu treffen. Da völlige Windstille herrschte, wurden die reichlich 30 Meilen mit Rudern zurückgelegt. An Schlaf war nicht zu denken. Am 18. Juni gelangten sie nach Ritenbenk, von wo ein norwegischer Dampfer sie nach Aberdeen brachte. Der zugeknöpfte Papabile. Ein großartiges Interview mit einem„Papabile“ hat der Korrespondent eines angesehenen oberitalienischen Blattes dieser Tage gehabt. Der Berichterstatter, so wird der Frankf. Ztg. aus Mailand geschrieben, erzählt ausführlich, wie er„klopfenden Herzens" nach der Wohnung des Kardinals Francica=Nava auf dem Aventin hinausgeht, eine Margarete zerpflückend:„Wird er mich empfangen? Wird er mich nicht empfangen?" Zwei Mönche öffnen ihm, er wird in das Zimmer des Kardinals geführt und es entspinnt sich folgendes Gespräch:„Meine Zeitung zählt Eure Eminenz unter die„Papabile" und wir sind überzeugt, Eure Eminenz würden der wahre gute Hirte sein." Trol, dierer diplomatischen captatio benevolentiae an wortet die Eminenz ziemlich kurz:„Alle Kardinäle sind Papabile, und ich bin nur ein Diener Gottes."„Ich las, Eminenz, daß Sie jüngst schon einmal interviewt worden sind."„Ich? Aber ich habe außer Ihnen keinen Journalisten gesehen. Ein Interview in diesem Augenblick wäre auch eine indiskret u Unschicklichkeit!“ Ungeachtet dieses Winkes kann sich de Berichterstatter nicht enthalten, zu bemerken:„Wenn es nich Eminenz, glauben Sie, kurz sein wird?"„Kurz? Aber wer kann das wissen?"„Allgemein glaubt man, daß es kurz sein wird."„Hoffen wir es, Das wäre unser Wunsch und läge in unterem Interesse. Uebrigens waren auch die beiden letzten Konklave kurziRührend ist der Schluß des Interviews, über den der Korrespondent also berichtet:„Als ich sah, daß Se. Eminenz ebenso gnädig und freundlich wie diplomatisch=reservirt waren, hielt ich den Moment tur gekommen, mich zu verabschieden. Se. Eminenz begleiteten mich bie an die Tür, gaben mir freundlich die Hand und sagten:„Auf Wiedersehen, Herr Soundso! „Auf Wiedersehn, Eminenz!"„Der Kardinal Francica=Nava,“ so schließt der Korrespondent sein interessantes Interview, „hatte mir zwar nichts gesagt, trotzdem aber war ich mit dem Besuch zufrieden, weil ich bei mir dachte: Vielleicht habe ich dem zukünftigen Papst die Hand gedrückt!"— Ein schönes Beispiel journalistischer Genügsamkeit! Sivilstand der Stadt Elberfeld. Todesanzeigen, 20. Juli. Fr. Polter, Fabrikarb., 54 J., Ehem. Anilinstr.— Margarete Hammann, 3 J. 9 M., Weberstr.— Ehefrau v. Weber Friedrich Schurr, 59 J., Ludwigstr.— Margarete Stadtler, 1 J., Bandstr. 31. Juli. Wilhelm Conrad, gewerbl., 67 J., Ehem., Nevigeserstraße.— Julie Paashaus, gewerbl., 74 J, ledig, Berlinerstr.— r. 8 M, Exerziervlatz.— Walter Lohrmann, 1 J. 5 M, Roßstr.—#braham Jäcker, Kaufmann. 61 J., Ehem, Luisenstr.— Wilhelmine Thielmann, 1 J. 2 M., Vogelsauerstr. Briefkasten. H. G. Elberfeld. Solche Fragen können in Form einer Briefkasten=Notiz unmöglich beantwortet werden, und mit einer Verdeutschung der Wörter kann Ihnen doch nicht gedient sein. In jeder Arbeiteroraannamnn— Sie gehören einer solchen doch wohl an— kann erschöpfende Antwort auf Ihre Fragen erteilt werden. Für die Ferien empfehlen wir: 1* Für Knaben: Für die Reise Wasch-Anzüge, Blusen, Höschen, Turn- u. Walktuch-Anzüge u. Joppen, Capes, Regenröcke, Lüstre-Joppen von den billigsten Preisen an.6 Für Herren: Reise-, Strand- u. Sport-Anzüge, imprägn. Havelocs u. Capes, Regenröcke, Jagd-Anzüge u. Pelerinen, Lüstre-Joppen in allen Preislagen. 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Da es häufig vorgekommen ist, daß Ansprüche an die Kasse noch nach längerer Zeit geltend gemacht worden sind, können dieselben späterhin keine Berücksichtigung mehr finden. Der Vorstand der allgemeinen Ortskrankenkasse Fried. Külchen, Vors. der Konkursverwalter. Um großen Andrang zu vermeiden, empfiehlt es sich, Einkäufe möglichst vormittags zu besorgen Laden-Einrichtung billig zu verkaufen. Buch- und Schreib-Materialien sind zu haben in der Buchhandlung der„Freie Presse." Barmen, Heubruch 7. Spezial=Geschäft für Herren= und KnabenKleidung. Manz in der Küche ist überall da, wo die Messinggegenstände bekannten Metauony„Muzzi“ geputzt werden. Dosen a 10 Pfg. sind zu haben in den meisten Kolonialwarengeschäften. Habe Heckinghauserstraße 203 ein großes Schuhwaren-Haus eröffnet und empfehle nur beste Ware zu billigsten Preisen. Sohlen u. Absätze 2.00 D-Besitze Sohlen u. Absätze langjähriger Geschäftsführer der Filials der Schuhfabrik F. W. Rehse, Verkaufsstelle Berlinerstraße. Verantwortlicher Redakteur: Karl Eberle, Barmen.— Verlag: Verlagsanstalt Molkenbuhr& Co., Elberfeld.— Rotationsdruck: Buchdruckerei Grimpe, Elberfeld.