Donnerstag, den 20. März 1902 ierstr. 13. 1.90. ig. eld! Elberfeld=Barmen Nr. 67. 19. Jahrg. Erscheint jeden Nachmittag außer Sonntags Abonnementspreis 60 Pfg. pro Monat in Elberfeld=Barmen auswärts 70 Pig. Bei der Post unter Nr. 2755 2 Mark pro Quartal Einzel=Exemplar 10 Pfg. Telegramm=Adresse: Presse Elberfeld. Freie Presse. Anzeigen: Die 6gespaltene Petitzeile 15 Pfg. Anzeigen im Reklametheil die 2 gespaltene Petitzeile 50 Pfg. Größere Annoncen=Aufträge erbitten wir einen Tag vor Erscheinen der betreffenden Aus= gabe, kleinere bis 10 Uhr Vormittags. Fernsprecher 1411°. chstraße: ng. 1. rerufer. hor-Barmen isikdirector. t., 28. März 6 Uhr, mentskonzert 10v. Bach. arl Mayer, E Pack. Volksschülern. Cembalo: V. Kahl. r,Schuchardstr. 30 ber, Wertherstr. 18 n. M. 1.—. Garderoben, ttion, saaren rc. 1c. jeder lzahlung bedingungen in arenhaus, Klotzbahn 15. r Annonce hme eines ges oder einen gratis! tarenhans Barmen, 52a n großer Auswahl. laass igsten Preisen. beckkorb f. 7 Mk z. verk. 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Bei den früheren politischen Meineidsprozessen, die sich gegen Sozialdemokraten richteten, und deren Urtheile schon Stürmen erregten Zweifels begegneten, bildeten den Gegenstand der Anklage doch wenigstens Aussagen, die von Bedeutung waren, die einen angeklagten Sozialdemokraten vor einer Bestrafung hätte schützen können. Die Behauptungen Schröders und seiner Leidensgenossen, daß er vom Gendarmen Münter zu Boden gestoßen worden sei, waren von Bedeutung im Prozeß der sozialdemokratischen Redakteure, die der Beleidigung des Gendarmen Münter angeklagt waren, weil sie ihn jenes Stoßes beschuldigt hatten! Anders aber im Güstrower Prozeß! Da bildete den Gegenstand der Anklage ein ganz unwesentlicher Nebenumstand der Harderschen Aussage! Daß er erst nach der Kirchzeit die Wirthschaft betreten hatte, wie Harder vor dem Schöffengericht beschworen hatte, das gestand der Staatsanwalt zu, ist richtig! Aber der Teller mit Klößen und Pflaumen! Ja, was hätte denn dem der Uebertretung angeklagten Gastwirth diese Nebenbemerkung von dem verhängnißvollen Teller in aller Welt nützen sollen, wenn er schon durch die, vom Staatsanwalt als richtig anerkannte Bekundung Harders über die Zeit seines Eintritts in die Wirthschaft vor der Verurtheilung geschützt war? Und daß Harder durch einen Meineid den Gastwirth herausreißen wollte, davon geht doch die Anklage aus! Immer und immer wieder muß man sich fragen: Wie konnten Staatsanwalt, Geschworene und Richter bei dem mangelhaften Ergebniß der Zeugenaussagen, die es durchaus zweifelhaft lassen, warum der Teller Suppe gegeben wurde, überhaupt entscheiden, daß Harders Aussage falsch war. Wenn sie das aber zu können glaubten, wie konnten sie dann annehmen, daß die falsche Aussage Harders ein wissentlicher Meineid sei, da nach ihren eigenen Feststellungen jegliches Motiv für diesen Meineid fehlt! Vielleicht giebt das politische Leumundszeugniß, das der Amtshauptmann den Kaminern ausstellte, die beste Antwort auf diese Frage! Politische Uebersicht. Aus dem Landtage. k. Im Abgeordnetenhaus wurde heute zunächst der Rest des Kultusetats erledigt. Die Debatte über die Lostrennung der Medizinalabtheilung vom Kultusministerium, die schon am Dienstag begonnen hatte, zog noch weitere Kreise. Der Centrumsabgeordnete v. Savigny erklärte sich gegen die Lostrennung, Abg. Frhr. v. Zedlitz im Interesse der Durchführung nothwendiger hygienischer Maßnahmen entschieden für eine Angliederung an das Ministerium des Innern. Auch das Thema von der Kurpfuscherei wurde weiter gesponnen. Der Centrumsabgeordnete Rüdenberg sprach seine Freude über die geplanten Neubauten von Quarantäne=Anstalten in Neufahrwasser, Swinemünde aus und verlangte die Anstellung besonderer Hafenärzte nach dem Muster von Hamburg auch in den preußischen Seehäfen. Auch über die Krebsforschung verbreitete sich Herr Dr. Rüdenberg und verlangte von der Regierung eine authentische Darstellung über den augenblicklichen Stand der Krebsforschung. Prosessor Kirchner, der schon in der Budgetkommission über die Ergebnisse der Krebsforschung Aufschlüsse gegeben hatte, antwortete ihm. Leider blieben die gewiß interessanten Ausführungen auf der Tribüne unverständlich. Dem Kultusetat folgte die Sekundärbahnvorlage. In der Generaldebatte verlangte der Abg. Graf Kanitz baldige Verstaatlichung der ostpreußischen Südbahn. Bekanntlich hat sein verstorbener Freund Klinckowström dasselbe schon im Vorjahre im Herrenhause gefordert. Wie im vorigen im Herrenhause, so gab auch diesmal hier der Eisenbahnminister eine ausweichende Antwort. Viel Lust zur Verstaatlichung scheint er nicht zu haben, denn er wies ganz besonders eindringlich darauf hin, daß die Städte Königsberg und Danzig sich sehr entschieden gegen die Verstaatlichung ausgesprochen haben. Während Graf Kanitz über schlechte Behandlung der Provinz Östpreußen sich beklagt hatte, ein Vorwurf, der vom Minister zurückgewiesen wurde, beschwerte sich der freisinnige Abg. Gothein über Vernachlässigung der Provinz Schlesien in Bezug auf den Eisenbahnverkehr. Er beklagte besonders, daß zwischen Breslau und Warschau bezw. Lodz keine direkte Schnellzugsverbindung sei. Wenn der Minister selber die Kosten scheue, so sollte er doch wenigstens seine Genehmigung dazu geben, daß die Fortsetzung der Bahn von Oels nach Östrow, von wo aus die Verbindung nach Lodz und Warschau weiter geht, von einem Privatkonsortium gebaut werden dürfe. Der Minister erklärte, daß sich ein olches Finanzkonsortium mit einem Konzessionsgesuch für die Strecke Oels—Ostrows noch nicht gemeldet habe. Er gab aber zu, daß durch den Ausbau der russischen Linie Warschau— Lodz nach der Grenzstation Kalisch unser ganzer Verkehr nach Rußland einer erheblichen Aenderung unterworfen werde. Auch der nächste Redner, Herr v. Eynern, klagte über„eisenbahnliche" Vernachlässigung seiner Heimath, des Westens, er meinte, Schlesien scheine mit seinen Protestversammlungen gegen den Eisenbahnminister etwas erreicht zu haben und der Westen müsse es Schlesien nachthun. * * Das Herrenhaus hielt am Mittwoch nach langer Pause eine kurze Sitzung ab, in der im Handumdrehen 13 Gesetz entwürfe endgiltig erledigt wurden. Es handelte sich um kleine Vorlagen, Verlegung und Aufhebung von Amtsgerichten, Fürsorge für die evangelischen Pfarrer und ihre Hinterbliebenen im Bezirke Frankfurt a. M., Spezialgesetze für die hohenzollernschen Lande und dergleichen. Auch das schottische Moor huhn flatterte zum letzten Male über die Bühne. Es hat zu einem kleinen Konflikt zwischen Abgeordnetenhaus und Herrenhaus geführt, das das Schneehuhn ausdrücklich von der dem Moorhuhn bewilligten Schonzeit ausnehmen wollte. In diesem Konflikt ist das Abgeordnetenhaus glorreich Sieger geblieben; das Herrenhaus willigte stumm in die Streichung der von ihm kühn eingesetzten Worte:„Ausgenommen Schneehuhn." Als neue gesetzgeberische That des Herrenhauses ist zu erwähnen, daß bei dem Gesetz über die Bildung von Gesammtverbänden in der evangelischen Kirche des Konsistorialbezirks Kassel auf Antrag des Grafen v. Hutten=Czapsli beschlossen wurde, die gute Stadt Kassel künftig mit C, also Cassel, zu chreiben. Durch solche Beschlüsse wird die selbstständige Bedeutung und Nothwendigkeit des Herrenhauses über jeden Zweifel sicher gestellt. Am Donnerstag stehen wieder hauptsächlich kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung. Größere Bedeutung hat nur der bekannte Antrag Mirbach auf Herabsetzung des Fideikommißstempels und die Vorlage betreffend den Erwerb von Bergwerken durch den preußischen Staat. Die Zolltarifreform in der Schweiz. Ueber die gegenwärtigen zollpolitischen Verhandlungen in der Schweiz macht der Handelsvertragsverein nachfolgende nähere Mittheilungen: Nachdem Mitte Februar d. J. der Zolltarifentwurf des schweizerischen Bundesrathes vom 12. Februar erschienen, ist in Bern seit dem 24. Februar die Zollkommission des Nationalrathes an der Arbeit, die Vorlage zur Behandlung im Plenum vorzuberathen. Ursprünglich nur auf eine Dauer von vierzehn Tagen berechnet, schreiten diese Kommissionsverhandlungen unerwartet langsam vorwärts. Es ist bisher nur der Texttheil des Entwurfes nebst zwei von den fünfzehn Kapiteln des eigentlichen Tarifes erledigt worden. Auch die nunmehrige Verlängerung der Session um weitere 14 Tage wird kaum hinreichen, um diese Arbeit zum Abschluß zu bringen, und es erscheint überhaupt zweifelhaft, ob die Berathungen der Kommission rechtzeitig zu Ende kommen, um die Behandlung der Tarifnovelle in der Aprilsession des Nationalrathes zu gestatten. Anstatt im April würde der Nationalrath in diesem Falle erst im Juni darüber berathen. Im Laufe des Sommers und Herbstes würde alsdann die Zollkommission des Ständeraths die Vorlage prüfen. Im Ständerath selbst könnte diese, statt im Juni, frühestens in einer außerordentlichen Herbstsession und wenn eine solche nicht eingeschaltet wird, in der Dezember=Session zur Behandlung kommen. Falls dann die Vereinigung in beiden Räthen erfolgt, hat der Entwurf noch die dreimonatige Referendumsfrist, und falls das Referendum mit genügender Stimmenzahl ergriffen wird, die Feuerprobe der Volksabstimmung zu bestehen. Man sieht, daß die deutsche Regierung ihre Entschlüsse darüber, wie sie es mit den Handelsverträgen in halten will, vollständig unabhängig wird machen müssen von den parlamentarischen Arbeiten der in Frage kommenden Länder. Gegenüber den Schwierigkeiten nach Außen sollte die Regierung wenigstens endlich den Muth fassen, sich von dem Drucke der Agrarier zu emanzipiren. Das Spionagesystem. Zur Warschauer Spionage=Angelegenheit meldet die „Kattow. Ztg.“, daß der Bergwerksunternehmer Rupp in dem benachbarten Grenzorte Sielce, der vor etwa 14 Tagen verhaftet wurde, angeblich weil er sich im Besitz nihilistischer Schriften befand, aus dem Petrikauer Gefängniß nach der Warschauer Citadelle gebracht worden sei. Seine Verhaftung sei nicht wegen nihilistischer Schriften, sondern deshalb erfolgt, weil er verdächtig erscheine, an der Warschauer Angelegenheit aktiv betheiligt zu sein. Wie Lemberger Blättern aus Warschau berichtet wird, habe Oberst Grimm von der deuischen Regierung für seine Dienste ein regelmäßiges Jahresgehalt von 12000 Mark und eigene Honorare für besondere Dienste eryalten. Der russische Generalstab pflege gleich dem französischen seit Jahren den ausländischen Agenten absichtlich gefälschte Militärpläne in die Hände zu spielen. Damit soll Grimm betraut gewesen sein, sodaß er, ohne Aufsehen und Verdacht zu erregen, den Agenten echte statt falscher Pläne hätte zukommen lassen können. Weiter wird aus Petersburg gemeldet: Die SpionageAffäre des Obersten Grimm nimmt immer weitere Dimensionen an. Es ist bereits erwiesen, daß durch ein über ganz Rußland verbreitetes System fast alle Mobilisirungspläne des Generalstabes, sowie die Festungspläne an eine auswärtige Macht verrathen wurden. Es ist sicher, daß nach abgeschlossener Untersuchung sowöhl der Kriegsminister wie der Generalstabschef aus ihren Stellungen scheiden. Als man kürzlich u Reichstage wieder einmal gegen den Vorwärts wetterte, weil dieser zuweilen ihm oyne jedes Zuthun zugehende geheime Aktenstücke der Regierung veröffentlicht, da riß unser Genosse Fischer=Berlin jenen sittlich Entrüsteten in unbarmherziger Weise die Heuchlermaske vom Gesicht, indem er auf die vielen Tausenden hinwies, welche die Regierung alljährlich für die Spionage im Ausland und im Inland ausgiebt. Im Falle Grimm haben wir wieder einen deutlichen Beweis dafür. Vor der Oeffentlichkeit werden die freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarstaaten betont und insgeheim bespitzelt man sich. Wirklich, die Moral dieser Leute ist eine andere, als die der gewöhnlichen Menschenkinder! Dentschland. X Berlin, 19. März. Die ofsiziöse Bremse. Wir berichteten kürzlich daß in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten eine Art Städtetag in Berlin stattfinden soll. Die Vertreter der bedeutendsten Städte sollen sich dort zusammenfinden, um eine Kundgebung gegen den Zolltarif zu Stande zu bringen. Das paßt aber dem Grafen Bülow ganz und garnicht. Er hat offenbar noch nicht genug agrarische Keulenschläge bekommen. Unter der Ueberschrift:„Eine verfehlte Kundgebung" bringt die„Köln. Zeitung" einen Artikel, der zweisellos im Reichskanzleramt entstanden ist, denn er ist ganz im Style einer amtlichen Zurechtweisung gehalten. Es heißt darin: „Wir hatten gehofft, daß angesichts des entschiedenen Mißerfolges, den der Städtetag vom 17. Mai 1879 und Herr v. Forckenbeck als Führer einer neuen kläglich gescheiterten Anti=Korn=Liga zu verzeichnen hatten, die neuerlichen Bestrebungen, die unmöglich dem Ansehen der städtischen Verwaltungen förderlich sein können, noch rechtzeitig ins Wasser fallen würden. Wir vernehmen aber zu unserm Bedauern, daß die treibenden Kreise, zu denen in erster Linie der Oberbürgermeister sowie einige Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung von Berlin gehören, mehr denn je auf der geplanten Kundgebung beharren." Es wird dann auf den Beschluß des Oberverwaltungsgerichts hingewiesen, wonach die Stadtvertretungen sich mit reinen politischen Fragen nicht beschäftigen dürfen. Das treffe auch auf die Getreidezölle zu, sofern nicht ein besonderes örtliches Interesse nachgewiesen werde. Wir haben oft genug nachgewiesen, daß jede Industriestadt ein besonderes Interesse daran hat, daß die Getreidezölle nicht erhöht werden. Doch das diesmal nur nebenbei. Die Theilnehmer an der Kundgebung sollen garnicht als Abgesandte der Städte, sondern als Privatpersonen erscheinen. Aber auch das erlaubt ihnen die Regierung nicht. In dem offiziösen Artikel heiß: es diesbezüglich: „Die Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher müssen sich doch sagen, daß in ihrer Heimath alle diejenigen Gemeindemitglieder, welche eine Getreidezoll=Erhöhung für nothwendig oder wünschenswerth erachten, in hohem Grade an der Einspruchskundgebung Anstoß nehmen müssen... Da sollten die Stadthäupter und die berufenen Gemeindevertreter unabhängig und rücksichtsvoll genug sein und sich nicht an einem einseitigen, durchaus unnöthigen Schritt betheiligen, der alle diejenigen Gemeindemitglieder erbittern muß, welche entgegengesetzter politischer Ansicht sind." Nun werden die Bürgermeister ja wohl einschwenken wie die Unteroffiziere. * Enqueten über Kartelle und Syndikate. Wie der „Köln. Volksztg." aus Berlin gemeldet wird, sind auf Veranlassung des Reichskanzlers umfangreiche Erhebungen bei den einzelnen Behörden darüber im Gange, die Wirkung festzustellen, welche sich als Folge der Errichtung von Syndikaten usw. für das wirthschaftliche Leben der Nation ergeben haben. Zu diesen Feststellungen gehören in erster Linie diejenigen Streitigkeiten zwischen Syndikaten und einzelnen Werkbesitzern usw., welche die Anhängigmachung von Prozessen zur Folge gehabt haben und welche in dem Vorhandensein jener wirthschaftlichen Vereinigungen ihren Grund haben. Dem Vernehmen nach sollen jene Feststellungen über die Zweckmäßigkeit der Syndikate usw. im volkswirthschaftlichen Interesse eine Unterlage dafür geben, ov zum Schutze des wirthschaftlichen Lebens für die Errichtung von Kartellen usw. besondere Gesetze erlassen werden müssen. Die zunächst liegende Maßnahme gegen die Kartelle würde wohl darin bestehen, daß man die Schutzzölle beseitigt, die es den Kartellen ermöglichen, im Inland beliebig hohe Preise zu stellen und dafür im Auslande desto billiger zu verkaufen. Die Reichstagsersatzwahl in Rastenburg=Gerdauen hat sich noch wesentlich ungünstiger für die Brodwucherpartei gestaltet, wie gestern angenommen wurde. In den Landbezirken, von welchen das Resultat noch ausständig war, auch jetzt liegt das Schlußresultat noch nicht vor, hat die sozialdemokratische Partei 414, die konservative 236 und die freisinnige 111 Stimmen erhalten, sodaß das Gesammtergebniß bis jetzt lautet: v. Rautter(kons. 9546, Dulz(freis.) 4805 und Ebhardt(Soz.) 3618 Stimmen. Es ist jedenfalls sehr bezeichnend, daß gerade in den kleinen Bauerndörfern die Wähler von den Brodwucherern so wenig wissen wollen. Das Anwachsen der freisinnigen und sozialdemokratischen Stimmen um insgesammt 2265 rührt nur mit 1211 Stimmen von den Städten her und mit mehr als 1000 Stimmen von dem platten Lande. Auf den empörenden Wahlterrorismus, welchen die Konservativen ausgeübt haben, werden wir in nächster Nummer zurückkommen. Italien. Neue Gruppenbildung. ac. In einer Versammlung der Deputirten aus den Provinzen Ferrara, Rovigo, Modena, Bologna, Parma und Piacenza wurde die politische Lage in Beziehung auf die agrarische Bewegung in genannten Provinzen besprochen und eine Interessengřuppe gebildet. Die neue Gruppe nahm eine Tagesordnung gegen die Regierung an und beauftragte den Abg. Panzacchi, sie der Kammer zu unterbreiten. Die Bildung der parlamentarischen Landbesitzergruppe der Abgeordneten der Provinzen, wo das Landproletariat sich zu nicht mißachtenden Organisationen zusammen gethan und wo augenblicklich umfangreiche Landarbeiterstreiks im Gange sind, ist wohl mehr als ein Zufall. Die Art der Gruppirung, die Gruppirung nach wirthschaftlichen Interessen, ist neu für Italien, da das italienische Parlament bisher nur in politische Gruppen getheilt war. Belgien. Brüssel, 19. März. Zum Wahlrechtskampf. Es ist die Möglichkeit vorhanden, daß die Regierung sich auf den Ernst der Situation besinnt und einlenkt. Der Ministerpräsident erklärte heute privatim verschiedenen sozialdemokratischen Abgeordneten, er werde vielleicht mit seinen Kollegen eine neue Berathung über die Revisionsfrage halten. Man schließt aus diesen Worten die Möglichkeit einer baldigen befriedigenden Lösung der politischen Lage. d. Brüssel, 19. März. In der heutigen Kammersitzung wurde der Artikel 1 des Gesetzes über die Gemeinderaths wahlen, betreffend das Stimmrecht für Frauen, Festsetzung des stimmfähigen Alters auf 21 Jahre bei mindestens sechsmonatlicher Ansässigkeit in der betreffenden Gemeinde, abgeleynt. Während der Abstimmung bestieg der Sozialist van der Velde die Tribüne und brachte einen Gesetzentwurf, betreffend die Reform der Artikel für die Constitution bezgl. der Parlamentswahlen, ein. Die Sozialisten brachen in Hochrufe aus und riefen:„Es lebe das allgemeine und gleiche Stimmrecht!“ Türkei. Zur Hofintriguengeschichte wird aus Konstantinopel telegraphirt, ging heute ein Mochfussehdampfer mit 300 Verbannten nach Yemen ab. Außer Offiziere befinden sich verschiedene hohe Hofbeamte darunter. Das letzte Opfer der Gewalthaber ist heute zum Tode verurtheilt. Es ist General Osman Pascha, genannt der Kurde, der s. Z. ins Ausland floh, dann begnadigt wurde und kürzlich durch eine gefälschte Depesche eines Freundes verleitet, arglos zurückgekehrt war. Der Thronfolger Prinz Reschad Effendi ist angeblich plötzlich schwer erkrankt. Soziales. Die Conjunktur im Textilgewerbe. Von zwei Seiten droht dem augenblicklich lebhaften Geschäftsgang im Textilgewerbe Gefahr. Einmal sind in Baumwolle erhebliche Preisschwankungen zu befürchten, die die gesammte Fabrikation beunruhigen. Die Preise für Baumwolle sind in letzter Zeit rascher und stärker gestiegen, als sich mit der Marktlage des Artikels vereinigen läßt. Bei ausreichender Versorgung des Weltmarkts in den Jahren 1897—99 sind die Preise auf 28, 29 und 30 Pfg. zurückgegangen; der jetzige Preis von etwa 43½ Pfg. erscheint daher bei der internationalen Marktlage recht hoch. Läßt doch z. B. in England der Garnmarkt schon jetzt zu wünschen übrig, währenddem die Zufuhren aus den Vereinigten Staaten fortgesetzt stark bleiben. Schon die Möglichkeit erheblicher Preisschwankungen beeinträchtigt aber den Geschäftsgang in den Spinnereien ganz erheblich, da die Webereien i Garnkauf zurückhaltend werden. Dazu kommt als eine zweite Gefahr die Unsicherheit, die über die Gestaltung des Verbrauchs nach Östern herrscht. Während augenblicklich die Thätigkeit so lebhaft ist, daß in der Mehrzahl der Bezirke nicht nur alle verügbaren Arbeitskräfte voll beschäftigt sind, sondern sogar wie in Chemnitz ein direkter Mangel an Arbeitern konstatirt wird, hat man noch gar keinen Anhalt dafür, daß nach Östern die Belebung fortdauern wird. Gerade in dem zur Zeit glänzend beschäftigt Chemnitz ist man in Kreisen der Arbeiter besorgt, daß die gute Beschäftigung nach Östern nachlassen werde. Die Fabrikanten klagen noch immer darüber, daß das Geschäft im Inland nach wie vor unbefriedigend liege, und daß die vorübergehende Belebung in der Hauptsache auf reiche Ordres des Auslandes zurückzuführen sei. Die Bestellungen von Wäsch- und Kleiderstoffen für die Großstädte und Industriezentren haben eine starke Einschränkung erfahren. In Berlin ist der Bedarf so zurückgegangen, daß z. B. eine größere Firma, die sich ausschließlich mit dem Vertrieb billiger Arbeiterkleidung befaßte, ihre Filiale in der Reichshauptstadt aufzulösen für gut fand. Die geringen Kosten, die der Inlanosmarkt noch immer bietet, veranlaßt auch die wenigen Branchen und Distrikte, in denen noch Betriebseinschränkungen bestehen, diese weiterhin aufrecht zu erhalten. Das ist namentlich in der westdeutschen Spinnerei der Fall. Von der Gestaltung der gewerblichen Konjunktur im Frühjahr, vornehmlich von dem Geschäftsgang im Baugewerbe, wird es abhängen, ob die gegenwärtige Belebung des Textilgewerbes das Frühjahr überdauern wird. Lokales. Elberfeld— Barmen. Elberfeld, 20. März. (In der Volksversammlung, die gestern Abend im „Volkshause" stattfand, sprach Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr über den gegenwärtigen Stand der Zolltarif=Verhandlungen. Einleitend wies er darauf hin, daß der hochschutzzöllnerische Zentral=Verband der Industriellen, der an der jetzigen Zolltarifvorlage wesentlich mitgewirkt und hierbei den Agrariern die größten Zugeständnisse eingeräumt habe, sich gewaltig getäuscht habe und mit dem betrübten Lohgerber zu vergleichen sei, dem die Felle fortgeschwommen. Die nationalliberalen Herren in der Zollkommission, so führte Molkenbuhr weiter aus, die größtentheils Mitglieder des genannten Zentralverbandes sind, haben in letzter Zeit mit uns stimmen und die Regierungsvorlage gegen die nimmersatten Agrarier vertheidigen müssen. Die Agrarier haben gezeigt, daß sie prinzipielle Gegner der Handelsverträge sind und eine kulturelle Umwälzung herbeiführen wollen. Sie sagen, es sei ein Unglück für ein Land, wenn es Industriestaat werde. Bei steigender Bevölkerung aber müssen die Ueberzähligen, die in der Landwirthschaft keine Verwendung mehr finden, entweder auswandern oder einen anderen Erwerb ergreifen. In Deutschland kann nur ½ der Bevölkerung mit Landwirthschaft beschäftigt werden. Zweidrittel der Bevölkerung ist in Handel und Industrie beschäftigt und da glaubt man, durch Verhinderung von Handelsverträgen diese Entwicklung zurückschrauben zu können. Der Bund der Landwirthe, die agrarische Interessenvertretung, ist zu einer politischen Macht geworden, da es der Bund verstanden hat, die Kleinbauern als Mitglieder zu gewinnen. Diese politische Macht darf man nicht unterschätzen und sie findet ein genügendes Gegengewicht nur in der Sozialdemokratie. Es steht jetzt fest, daß sogar die katholischen Bauernvereine dem Führer des Bundes, Herrn von Wangenheim, eventuell Gesellschaft leisten. Um den Anhang der kathol. Bauernvereine nicht zu verlieren, nimmt das Centrum die freundliche Haltung gegenüber den agrarischen Wünschen ein, so daß jetzt Herr Wangenheim einen größeren Einfluß auf die Politik des Centrums hat, als der heilige Vater in Rom. Bei der Inaugurirung der Armeleutgesetzgebung, der sog. Sozialreform, ist das Centrum die reineUnfallpartei gewesen. Wenn die Regierung eine Bestimmung der Sozialgesetze für unannehmbar erklärte, so hat die Centrumsmehrheit gegen die Anträge ihrer eigenen Parteige nossen gestimmt. Heute steht das Centrum aber geschlossen da und um nicht die Gefolgschaft der Bauern zu verlieren, verräth es die Interessen der Arbeiter. Unter Arbeiternoth verstehen die Agrarier nicht etwa das Elend der Arbeiter, sondern den Umstand, daß dieselben nicht mehr umsonst arbeiten wollten. 1840 hat ein männlicher Arbeiter auf dem Lande täglich 50 Pfg., 1850: 62½ Pfg., 1860: 70 Pfg., 1870: 1,25 Mark und jetzt 1,75 Mk. bekommen. Gegen die Industriellen kann die Landwirthschaft allerdings nicht ankommen, deshalb schimpfen die Agrarier über die hohen Löhne. Wenn man die Industriearbeiter aber dem Wunsche der Agrarier entsprechend mit geringen Löhnen abspeiste, wo wollen sie dann ihre Produkte verkaufen. Sollen sich vielleicht die paar Millionäre die Butter so dick aufs Brod schmieren, daß sie damit den ganzen Vorrath auffressen?(Gr. Heiterkeit.) Der Redner geht dann auf die Eingabe des Bundes der Landwirthe an die Regierung näher ein und zeigt an Beispielen, daß in dieser Eingabe eine Menge direkter Unwahrheiten und Unmöglichkeiten enthalten sind. So z. B. hat ein Landwirth aus dem Kreise Neuß angegeben, daß er pro Morgen Land 9 Centner Roggen a 13,50 Mark erzielt und bei Berechnung der Unkosten noch 2,40 Mk. pro Morgen zugesetzt habe. In Halle hat ein Anderer 12 Centner pro pro Morgen erzielt, und sogar einen Schaden von 2,67 Mark pro Morgen ausgerechnet. Nach diesen„Beweisen" heißt es also: Je fruchtbarer der Boden ist, desto schlechter steht sich der Bauer.— Was will die Regierung den Junkern nun durch den neuen Zolltarif schenken? Wenn man die Erntestatistik zur Hand nimmt und die bisher erzielten Durchschnittspreise für die verschiedenen Getreidearten, sowie den durchschnittlichen Ertrag pro Hektar gegenseitig vergleicht, so ergiebt sich, daß der Reinertrag pro Hektar durch den neuen Zolltarif bei Roggen um 6,80 Mark, bei Weizen um 3,81 M., bei Gerste um 3,30 Mark und bei Hafer um 6,86 Mark erhöht wird. Das macht also ein Geschenk von 6 Milliarden 557 Millionen Mark, welches den Junkern gebolen wird. Das ist mehr als die französische Kriegsentschädigung von 1870. Und mit diesem Geschenk sind die Agrarier noch nicht mal zufrieden. Der konservative Abgeordnete Nießler, sowie der Zentrumsabgeordnete Speck haben offen erklärt, die industrielle Entwicklung müsse gehindert werden. Diese beabsichtigte Hemmung der natürlichen Entwicklung bedeute aber den Hungertod von Hunderttausenden von Arbeitern. Der Redner, der bekanntlich Mitglied der Zolltarif Kommission ist geht auf Vorkommnisse der Verhandlungen derselben ein und zeigt an Beispielen, daß die Agrarier, welche die Mehrheit in der Kommission bilden, nach einem festen Plane arbeiten, wo nach das Zustandekommen von Handelsverträgen überhaupt unmöglich gemacht werden soll. Zum Beisp. macht der angenommene Kartoffel= und Gemüsezoll uns Italien zum Feinde und nützt uns nichts. Ebenso werden durch den Sackzoll die ausländischen Exporteure chikanirt. Von der ganzen vorlage hat sogar ein großer Theil der Landwirthe noch Nachtheil. Am meisten Nachtheil aber haben die Industriearbeiter, die weniger verdienen werden, wenn dieselbe Gesetz würde und die Lebensmittel theurer einkaufen müssen. Es wird auch immer auf die Schutzzollpolitik Amerikas hingewiesen. Amerika ist aber nicht mit Deutschland zu vergleichen. Es ist überhaupt das einzige Land, das sich erlauben kann, keine Handelsverträge abzuschließen, da es abgesehen von Kaffee und Thee, alles selbst erzeugen kann, was es braucht. Ein Land von der riesigen Ausdehnung Amerikas und den gewaltigen natürlichen Hülfskräften, welches auch seine Rohmaterialien selbst erzeugen kann, kann sich eine exponirte Stellung erlauben. Deutschland kann aber seine Wolle, Seide usw. nicht selbst erzeugen, sondern muß das Rohmaterial aus dem Ausland beziehen. Jeder Tag der Berathungen hat die Situation klarer gekennzeichnet und gezeigt, daß die Junter nicht nur höhere Zölle, sondern die Industrie vernichten wollen. Dieser Zolltarif wird jedenfalls vom jetzigen Reichstag nicht erledigt werden und voraussichtlich die Parole bei den nächsten Wahlen bilden. Da wird es Aufgabe der Sozialdemokraten sein, gegen das kulturfeindliche Streben der reaktionären Junkermehrheit anzukämpfen— Die Ausführungen Molkenbuhrs wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. In der Diskussion wies Genosse Kretschmar auf die Centrumspolitik hin und hob hervor, daß durch das Gesetzwerden des Zollentwurfs auch das Steinhauergewerbe schwer geschädigt würde. Genosse Ruf brachte die Wirkungen des Hopfenzolles zur Sprache, worauf Molkenbuhr eingehende Erläuterungen gab. In seinem Schlußwort besprach der Vorsitzende Gewehr die Haltung der hiesigen Lokalpresse und stellte fest, daß von allen Blättern nur das Organ der Centrumspartei, das„Wupperth. Volksblatt", dem Zollwucher das Wort redet. Er schloß die Versammlung mit der Aufforderung an die Anwesenden, für die Förderung der sozialdemokratischen Presse und der politischen Organisation einzutreten, damit wir bei den kommenden Wahlen gerüstet und schlagfertig daständen. * Ausstellung in Düsseldorf. In der am Mittwoch im Kunstpalast abgehaltenen Sitzung des Arbeitsausschusses konnte der Vorsitzende hervorheben, daß der Stand der Bauten sehr weit vorgeschritten sei, und daß auf keiner Ausstellung die Bauwerke so sorgfältig und so solide ausgeführt worden, wie in Düsseldorf. Die Solidität der Bauten sei am zuverlässigsten durch die sehr heftigen Stürme der letzten Zeit erprobt worden, die ihnen nichts hätten anhaben können. Die Montirungsarbeiten in der Maschinenhalle seien mit wenigen Ausnahmen außerordentlich vorangekommen. Die größte Betriebsmaschine, die darin aufgestellt und welche die größte Maschine auf der Pariser Weltausstellung noch übertreffe, sei bereits seit dem 15. März zeitweise in Betrieb gewesen. Es sei dies eine hoch anzurechnende Leistung der„Gutehoffnungshütte", die manchem säumigen Aussteller zum Vorbilde dienen könne. Von den meisten Gruppen seien bereits die Preisrichter gewählt.— Wegen Ermäßigung der Fahrpreise zum Besuch der Ausstellung hätten ausgiebige Verhandlungen mit den Eisenbahndirektionen stattgefunden. Der ursprüngliche Wunsch des Herrn Ministers sei gewesen, Eisenbahnbillets einzuführen, welche gleichzeitig zum Besuch der Ausstellung berechtigten; hiervon habe aus mancherlei Gründen Abstand genommen werden müssen.— Der Katalog sei soweit vorgearbeitet, daß dessen Erscheinen einige Tage vor der Ausstellung gesichert sei. Die Eröffnungsfeier wird am 1. Mai um 11 Uhr stattfinden und für das Publikum um 3 Uhr geöffnet werden.— Nach Erledigung verschiedener rein geschäftlicher Angelegenheiten brachte alsdann der Vorsitzende die Bestimmungen über die Eintrittskarten und Eintrittspreise, sowie die Platzordnung zum Vortrag, die von dem Arbeiterausschuß genehmigt wurde. Es wird weitere Kreise interessiren, daß von vornherein der Mittwoch als billiger Tag festgesetzt ist, an welchem die Ausstellung den ganzen Tag hindurch für 50 Pfennig, also für die Hälfte des gewöhnlichen Eintrittspreises, geöffnet sein wird. t. Zur Bewegung der Schneider. Das, was seitens der Organisation der Elberfelder Schneider vorausgesehen wurde, ist nun Thatsache geworden. Die rigorose Haltung eines Theils der Unternehmer hat das Blut der Schneider in Wallung gebracht und suchten diese nun die Hartnäckigkeit der Prinzipale durch entsprechende Gegenmaßregeln zu brechen. So traten, wie schon kurz berichtet, im Laufe des gestrigen Tages die Arbeiter der Firma Seyd, Will u. Kellner, Kaufmann und Müller u. Früchte in den Ausstand. Bei den voraufgegangenen Verhandlungen kam es zu recht ergötzlichen Episoden. Besonders die erstgenannte Firma Karl Seyd glaubte mit Stumm'schen Praktiken operiren zu dürfen, so daß sich die Arbeiter wohl noch etwas näher mit dieser Firma zu beschäftigen haben werden. Auch ein Theil der übrigen in Betracht kommenden Geschäftsinhaber scheint von einer, am Dienstag Abend stattgefundenen Arbeitgeberversammlung recht scharf gemacht worden zu sein, doch ist die Situation für die Schneider äußerst günstig. Die Firma Will u. Kellner hat sich bereits ebenfalls zu Konzessionen verstanden, so daß am Mittwoch Morgen nach wenigen Stunden Arbeitsniederlegung die Thätigkeit seitens dieser Arbeiter wieder aufgenommen wurde. „Ein mysteriöser Vorfall". Unter dieser Spitzmarke veröffentlichten wir gestern eine Notiz über einen Vorfall, der sich in einem Hause der Kleinen Klotzbahn abgespielt hat. Am Schlusse der Notiz hieß es, daß Lang im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen sei. Dem ist nicht so, Lang ist vielmehr sehr glimpflich bei der Geschichte davon gekommen und ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sulzbach dagegen liegt noch schwer darnieder. *Schwurgericht. Die Verhandlung gegen den Fabrikarbeiter August Pflitsch und den Werkmeister Walter Meisenhol aus Remscheid,(siehe Beilage) wegen Meineid, für die 2 Tage angesetzt war, ging gestern Abend schon zu Ende. Beide Angeklagte wurden des fahrlässigen Meineids schuldig befunden und zu je 1 Jahr Gefängniß verurtheilt. * Festgenommen wurde gestern ein Fabrikarbeiter, der in der Lärchenstraße einen schweren Diebstahl ausgeführt hatte. Ebenfalls festgenommen wurde ein Schuhmacher, der beschuldigt wird, sich des Verbrechens der Nothzucht schuldig gemacht zu haben. In Haft befanden sich in letzter Nacht 4 Mann wegen Diebstahl, 2 Personen wegen Kuppelei und 1 Mann wegen Unfug. Barmen, 20. März. *Arbeiter=Stenographenverein. Diejenigen Arbeiter, die sich für Stenographie interessiren, werden gebeten, in der morgen, Freitag, Abend im„Gewerkschaftshaus" Parlamentstraße 5 stattfindenden Sitzung zu erscheinen. In dieser Sitzung soll mit einem neuen Kursus begonnen werden. Es sei ausdrücklich bemerkt, daß die Theilnahme an dem Kursus nicht mit Kosten verknüpft ist. * Barmer Stadttheater. Heute ist zum Benefize des Herrn Erich Kaiser Engels neues Schauspiel„Ueber den Wassern." Das Stück hatte einen kolossalen Erfolg anläßlich seiner Erstaufführung am Lessingtheater in Berlin. Morgen Freitag gelangt Ibsens interessantes Schauspiel „Rosmersholm" zum letzten Male in dieser Saison zur Aufführung. Blumenthal und Kadelburgs Lustspiel„Das weiße Roß'l“ wird am Sonnabend den 22. d.(Serie 1) zu halben Preisen gegeben. * Die Ausstellung der Städtischen Handwerker= und Kunstgewerbeschule, die am vergangenen Sonntag eröffnet wurde, wird am nächsten Sonntag geschlossen und ist dieselbe bis dahin täglich von 10—12 Uhr Vormittags und von 3 bis 6 Uhr Nachmittags geöffnet. Von der Barmer Handelsbank. Nach einem Bericht der„Rh.=Westf. Ztg." sollen schon Dreiviertel der Aktien der Handelsbank zum Umtausch gegen solche der Bergisch=Märk. Bank eingereicht worden sein, so daß die vom Vorstand und Aufsichtsrath angestrebte Fusion mit der Bergbank zu Stande kommen wird. * Die„Musterjünglinge" scheinen zum Theil jetzt schon der Meinung zu sein, daß sie zum„bevorzugten" Stande gehören und die Polizei ihnen nichts zu sagen hat. So setzten gestern Mittag in der Wertherstraße zwei angehende Vaterlandsvertheidiger einem Polizeibeamten, der sie zur Ruhe verwies, als sie skandalirten, energischen Widerstand entgegen. Die Polizei war aber stärkex wie sie und sperrte sie ein. Das Nachspiel kann für die Beiden recht unangenehm werden. 3 Ladendiebstahl. Unter dem Vorwande, eine Mütze zu kaufen, begaben sich der Fritz P., Emil St., Hermann L. und Walter D. in einen hiesigen Laden. Bei dieser Gelegenheit stahl das Kleeblatt 3 bessere Schirme, die dann in Elberfeld versetzt wurden. Die Folge war eine Anklage wegen Diebstahls, bezw. Hehlerei. — Mettmann. f. Neviges=Tönisheide, 19. März. Am letzten Sonntag feierte der Gesangverein„Vorwärts" sein Winterfest. Was den Besuch des Festes anbetraf, konnte derselbe ein besserer sein. Doch auch bei uns zeigen sich die Folgen der Krise. Der Ver= exakt vo einige zum Best wesen sei stehen. beiterfeste Beschaffe Freude Quartet durch sei das Fest Dank au dem Fest Anzahl stärksten mit dene b. 9 erst zuge im Lokal schaftsver Nichtersdh Delegirte „Geschäft Infolge Verhalte perurthei Sod die Gewe beiter R. früheren nehmer dann, wi den ArbArbeiteri der Arbe nehmerth ermahnte damit sie werde. Der wirken, 8. verordnu sehen sei manchen Hinsicht e.H 3. d. Ml vereins lung am mission angenon Resultat mann, E Aufsichts Höhle zu Vollmar, feld jew einige V Anderem müßten, 3 Mark ohne Ge sind bis führt Her Eine den Ehel 24. zum Arbeiter fraglicher und hol oben her die Sach Eheleute und im wisserma an Ort1 rede abe Leihversu Gros kamen, Inhalt, stehen. Elek nen. Die größte welche die größte noch übertreffe, sei trieb gewesen. Es er„Gutehoffnungsun Vorbilde dienen bereits die Preisder Fahrpreise zum Verhandlungen mit Der ursprüngliche Eisenbahnbillets ich der Ausstellung Gründen Abstand log sei soweit vorLage vor der Ausum 11 Uhr stattseöffnet werden.— ftlicher AngelegenBestimmungen über le die Platzordnung ß genehmigt wurde. von vornherein der ist, an welchem die r 50 Pfennig, also tispreises, geöffnet 1s, was seitens der tausgesehen wurde, se Haltung eines der Schneider in i die Hartnäckigkeit aßregeln zu brechen. Laufe des gestrigen l u. Kellner, Kaufind. Bei den voru recht ergötzlichen Firma Karl Seyd en zu dürfen, so er mit dieser Firma Theil der übrigen scheint von einer, tgeberversammlung h ist die Situation irma Will u. Kellner verstanden, so daß iden Arbeitsniedereiter wieder aufgedieser Spitzmarke iber einen Vorfall, ahn abgespielt hat. ig im Krankenhaus nicht so, Lang ist te davon gekommen ssen worden. Sulzgegen den Fabrikr Walter Meisenhol neid, für die 2 Tage n zu Ende. 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Die Theatergesellschaft gab ebenfalls einige der modernen Arbeiterbewegung entsprechende Stücke zum Besten. Dieselben mochten wohl ganz gut einstudirt gewesen sein, aber man konnte im Saale fast kein Wort verstehen, was einerseits auf die leider immer auf unseren Ar beiterfesten herrschende Unruhe, anderseits aber auch auf die Beschaffenheit des Saales zurückzuführen ist. Zur großen Freude aller Erschienenen war unverhofft das hier beliebte Quartet„Edelweiß"=Elberfeld erschienen. Dasselbe trug daher durch seine Liedervorträge einen wesentlichen Theil dazu bei, das Fest zu verschönern, wozu wir nochmals unsern besten Dank aussprechen. Im Großen und Ganzen können wir mit dem Fest zufrieden sein, hat uns dasselbe doch wieder eine Anzahl Mitglieder zugeführt, sodaß wir heute einer der stärksten Vereine des Bundes sind, trotz aller Schwierigkeiten, mit denen wir hier zu rechnen haben. b. Remscheid, 18. März.(Dieser Bericht ist uns heute erst zugegangen. D. R.) Die am Sonntag, den 9. März im Lokale des Herrn Hecke stattgefundene öffentliche Gewerkschaftsversammlung war leider sehr schlecht besucht. Wegen Nichterscheinens verschiedener Ausschußmitglieder und einiger Delegirten konnte über den ersten Punkt der Tagesordnung „Geschäftsbericht des Ausschusses" nicht verhandelt werden. Infolge dessen wurde eine Resolution angenommen, die das Verhalten der betreffenden Ausschußmitglieder aufs Schärfste perurtheilt. Sodann hielt Genosse Gohr einen Vortrag über:„Hat die Gewerkschaftsorganisation eine Bedeutung für die Arbeiter Remscheids". Kollege Gohr ging zunächst auf die früheren Verhältnisse der Remscheider Arbeiter und Unternehmer ein. An der Hand verschiedener Beispiele zeigte er dann, wie die Unternehmer, Dank ihrer Organisation, heute den Arbeitern die Löhne diktiren und nicht mehr mit den Arbeitern verhandeln wollen und daß es deshalb die Pflicht der Arbeiter sei, sich zu organisiren, damit sie dem Unternehmerthum einen festen Damm entgegensetzen. Zum Schluß ermahnte Redner die anwesenden Kollegen, kräftig zu agitiren, damit sie auch den letzten Mann der Organisation zuführen werde. Reichen Beifall wurde dem Redner zu Theil. Der Vorsitzende ermahnte noch die Kollegen, dahin zu wirken, daß die nächsten Versammlungen besser besucht würden. Hagen— Schwelm. * Hagen, 19. März. Mit dem 1. April tritt die Polizeiverordnung in Kraft, wonach die Mülleimer mit Deckel versehen sein müssen. Wenn auch die Anschaffungskosten für manchen Arbeiter recht fühlbar sind, so ist doch in sanitärer Hinsicht diese Verordnung nur zu begrüßen. e. Hagen, 19. März. Nachdem in der Versammlung vom 3. d. Mts. im Happesche Lokale die Gründung eines Konsumvereins beschlossen wurde, fand die konstituirende Versammlung am Sonntag im Kaisersaal statt. Der von der Commission ausgearbeitete Statutenentwurf wurde einstimmig angenommen. Die Wahl des Aufsichtsrathes ergab folgendes Resultat: Bees, Brandau, Brieden, Glöckner, Höhle, Rennemann, Schulte, Straßmann und Watty. In der Sitzung des Aufsichtsrathes wurde Brandau zu seinem Vorsitzenden und Höhle zum Schriftführer bestimmt. Als Geschäftsführer wurde Vollmar, als Kassirer Voßmeier und als Kontrolleur Engstfeld gewählt. Nachdem gab Genosse Markus=Barmen noch einige Verhaltungsmaßregeln zum Besten. Er führte unter Anderem an, daß nun aber auch alle Mitglieder dafür sorgen müßten, daß der Geschäftsantheil, den wir ja im Statut auf 3 Mark festgesetzt, sobald wie möglich bezahlt würde, denn ohne Geld könne der Vorstand nicht arbeiten. Beigetreten sind bis jetzt 163 Mitglieder. Gerichtszeitung. )( Elberfeld, 19. März. II. Strafkammer. Den Vorsitz führt Herr Landgerichtsdirektor Schulte=Uffelage. Eine Parthie Christbaumschmuck im Werthe von etwa 15 M., den Ehelenten Wiesemann gehörig, eignete sich in der Nacht vom 24. zum 25 Dezember der wegen Diebstahls bereits vorbestrafte Arbeiter Wilh. August D. von hier an. Der Angeklagte sah in fraglicher Nacht den Schmuck im Keller der Eheleute W. liegen und holte sich denselben aus dem Keller heraus, indem er von oben her über den Lattenverschlag des Kellers hinweglangte und die Sachen ergriff. D. stellte heute die Behauptung auf, daß er geglaubt habe, dieses sei der Keller und der Baumschmuck der Eheleute Wirth P., die damals eine Gefängnisstrafe absolvirten und im gleichen Hause wohnten. Er habe sich die Sachen gewissermaßen nur„leihen" und nach dem Weihnachtsfeste wieder an Ort und Stelle setzen wollen. Das Gericht glaubte diese Ausrede aber nicht, sondern verknurrte den Angeklagten für diesen Leihversuch zu 3 Monaten Gefängnis. Großen Durst hatten am Abend des 6. Dezember die beiden schon erheblich vorbestraften Tagelöhner Wilhelm R. und Friedrich K. von yier. Als die Beiden am hiesigen Stadttheater vorbeikamen, sahen sie auf dem Flur ein Faß Bier mit etwa 25 Liter Inhalt, dem Theaterrestaurateur Alerander Preibisch gehörig, stehen. Da kam ihnen ein rettender Gedanke, flugs packten sie sich das Fäßlein auf die Schulter und trollten damit nach dem Hardt busch, woselbst sie in Gemeinschaft von noch zwei anderen Kum panen, ihren Durst in so ausgiebiger Weise löschten, daß sie sich kaum mehr auf den Beinen halten konnten. Trotzdem brachten sie es noch fertig, auf dem Heimwege einen Diebstahl auszuführen, indem sie auf dem Königsplatze eine dem Händler Fix gehörige Mange mit Apfelsinen öffneten und sich die Taschen vollstopften, so daß Fir etwa 4 Mark Schaden hatte. Hierauf ließen sich die Beiden im Neubau des Bauunternehmers Hohnen am Grünewalderberg häuslich nieder und labten sich an den sastigen Früchten, bekamen aber bei dieser angenehmen Beschäftigung Streit, in dessen Verlauf der R. ein Messer zog und damit seinem Freunde K. eine nicht ungefährliche Stichwunde am Halse beibrachte, so daß K. infolge dieses„Freundschaftsdienstes“ sechs Wochen im Krankenhaus zubringen mußte. Als R. zum Schluß von dem Polizeisergeanten Brandes festgenommen wurde, beleidigte er den selben. Für alle diese Heldenthaten erhielt der bereits mit Zuchthaus vorbestrafte R. 2 Jahre Gefängniß. K., der erst vor einigen Tagen wegen anderer Strafthaten zu 15 Monaten Zuchthaus verurtheilt wurde, erhielt als Zusatzstrafe 5 Monate Zuchthaus. R. hatte darum gebeten, ihn mit Zuchthaus zu bestrafen, das Gericht erfüllte aber diesmal die Sehnsucht des Angeklagten nach dem Zuchthause nicht, sondern ließ es bei Gefängniß bewenden. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Fabrik arbeiter Eugen R. und dessen Schwester, die Fabrikarbeiterin Adele R. von Vohwinkel verhandelt. Die beiden noch sehr jugend lichen Angeklagten sollten sich der Blutschande schuldig gemacht haben. Nach kurzer Verhandlung gelangte das Gericht zu einem freisprechenden Erkenntniß. Wegen einer Mißhandlung des Schleifers Ernst Modes hatten sich die Schleifer Paul L. und Karl H. von Merscheid zu verantworten. Am Abend des 19. Januar kehrte der Modes nach Hause zurück und konnte die Hausthüre nicht öffnen, weil von innen der Schlüssel stak. Darüber ärgerlich, skandalirte M. spater in seiner Wohnung und gebrauchte verschiedene Kraftausdrücke. Als M. später noch mal nach dem Hof ging, traf er mit den beiden Angeklagten zusammen, wobei sich eine Keilerei entwickelte, in deren Verlaufe M. mit einer Bierflasche einen wuchtigen Schlag an den Kopf erhielt, sodaß das Blut umherspritzte. Jedoch trug auch der Angeklagte L. hierbei eine Schnittwunde am Kopfe davon, die er von Modes erhalten haben wollte. L. behauptete, von M. zuerst mit dem Messer angegriffen worden zu sein und sich in der Noth wehr befunden zu haben. Da L. erst kürzlich eine 15 monatliche Gefängnißstrafe wegen Körperverletzung verbüßt hat, so legte das Gericht nicht viel Werth auf dessen Aussage und verurtheilte denselben zu 9 Monaten Gefängniß. H. wurde Mangels genügenden Beweises freigesprochen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen die Ehefran des Scheerenarbeiters Walther Sch. von Wald verhandelt. Derselben wurde vorgeworfen, vom Jahre 1895—1900 Kuppelei getrieben zu haben. Das Urtheil lautete auf 6 Wochen Gefängniß. * Militärjustiz. Ein gemeiner Soldatenschinder stand in der Person des Unteroffiziers Rauft vor dem Kriegsgericht in Dresden. Er hatte einen Rekruten durch Wochen hindurch mit Ohrfeigen traktirt, ihn so am Ohr gerissen, daß längere Lazarettbehandlung erforderlich wurde. In vielen Fällen ließ er ihn Kniebeuge machen und das Gewehr strecken, bis zu 250 Mal hintereinander! Ihren Höhepunkt erreichte die Unverfrorenheit des„Rekrutenerziehers", als dieser Ende Januar oder Anfang Februar dem Gregor während dreier Tage verbot, des Abends und Mittags in den Speisesaal zum Essen zu gehen, trotzdem laut Kompagniebefehl sämmtliche Rekruten dazu anzutreten hatten. Auch von seinem Kommißbrod durfte nichts essen, zur Kontrolle versah R. es mit einem Kreidestrich. Des weiteren befahl er auch dessen Kameraden, G. nichts zu geben, was diese aber aus Mitleid heimlich doch thaten. Als Grund für diese unerhörte Maßregel, die er in diesem Sinne gegeben zu haben bestreitet, führte der Angeklagte an, Gregor habe immer viel gegessen und nie mit seinem Brode ausgereicht. Für den Tharakter des grausamen Unteroffiziers ist eine Aeußerung von ihm bezeichnend:„Der Mann ist nur durch Hunger zu kuriren!" Ranft wurde zu vier Monaten und eine Woche Gefäng niß verurtheilt. straße 22, zu richten. Den sozialdemokratischen Vereinsbibliotheken, Gemeindevertretern, Agitationskommissionen usw. bietet sich hier die Gelegenheit, ein sehr reichhaltiges und dauernd werthvolles Material zu den Fragen der Gemeindepolitik zu erwerben. Die Partei= und Gewerkschaftspresse wird im Interesse der Sache um Nachdruck dieser Notiz ersucht. Literarisches. Von der Kommunalen Praxis, Zeitschrift für Kommunalpolitik und Gemeindesozialismus(Herausgeber Dr. Albert Südekum, Verlag Kaden u. Comp., Dresden) ist die Nr. 6 des 2. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Praktische sozialdemokratische Kommunalpolitik.— Zum Berliner Konflikt.— Die Kommunalabgaben auf Lebensmittel.— Kommunales Wahlrecht.— Kommunalwahlen.— Arbeiterverhältnisse.— Die Gemeinden und die Arbeitslosigkeit.— Wohnungswesen.— Die Kommunal,reform" in Magdeburg.— Rundschau. Die„Kommunale Praxis" erscheint am 1. und am 15. jeden Monats.— Preis vierteljährlich 1 Mk. Sämmtliche Postanstalten (Postzeitungliste Nr. 4116), Zeitungsspeditionen und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Der Verlag bittet uns noch um Veröffentlichung des Folgenden: Der erste Jahrgang der„Kommunalen Praxis" ist seit längerer Zeit schon vollständig vergriffen. Da aber immer noch Nachbestellungen und Anfragen einlaufen, so würde der Verlag einen vollständigen Neudruck besorgen lassen, wenn durch genügende Vorausbestellungen eine Deckung der Kosten zu erwarten stände. Interessenten werden deshalb gebeten, Bestellungen möglichst bald an den Verlag von Kaden u. Co., Dresden, Zwinger Depeschen und Neueste Nachrichten. hd. Berlin, 19. März. Gegenüber einer Lemberger Blättermeldung wird der„Nat.=Ztg." von unterrichteter Seite mitgetheilt, daß im deutschen Generalkonsulat zu Warschau keinerlei Haussuchung stattgefunden, die russische Gendarmerie dort auch nicht das Geringste unternommen hat, was in irgend welchem Zusammenhange mit der Affaire des russischen Obersten Grimm steht. hd. Berlin. 20. März. Nach einem Telegramm des „Lok.=Anz." aus Kopenhagen sind die Verhandlungen zur Beendigung des seit zwei Monaten herrschenden Heizerstreiks gescheitert. Vierzig Dampfer sind genöthigt, ihre Fahrten aufzuschieben. Die Streikkasse zahlt wöchentlich 10000 Kronen Unterstützung an die Streikenden aus.— hd. Duisburg, 20. März. Einer Blättermeldung zufolge befindet sich Terlinden bereits unterwegs nach Deutschland; derselbe soll sich an Bord des am 13. d. Mts. nach Bremerhaven in See gegangenen Dampfers„Dresden" befinden. Nach seiner Ankunft in Bremerhaven wird Terlinden in das hiesige Landgerichtsgefängniß untergebracht werden.— hd. Rom, 19. März. Auf der Konsulta wird die Meldung englischer Blätter von dem angeblichen Abschluß eines Geheimvertrages zwischen Frankreich und Italien entschieden bestritten. kd. Paris, 20. März. Aus Stockholm wird berichtet: Der Abgeordnete Hedit brachte eine Anklage gegen den Finanzminister vor, dessen Vorladung vor einem konstitutionellen Ausschuß er verlangte. Dieser Zwischenfall hat hier große Aufregung hervorgerufen. An die Gewerkschafts=Vorstände Elberfelds. Mit dem 1. April läuft das Geschäftsjahr der Gewerkschaftskommission ab. An die Vorstände der Gewerkschaften welche die Neuwahl der Delegirten noch nicht vollzogen haben, ergeht hiermit die Aufforderung, die Neuwahlen sofort zu vollziehen. Gleichzeitig müssen wir darauf dringen, daß unverzüglich seitens der Organisationen mit unserm Kassirer, Genossen Jung, Schreinerstraße 10, über das 4. Quartal unseres Geschäftsjahres abgerechnet wird, damit der Ausschuß in den Stand gesetzt wird, die Jahresabrechnung und den Jahresbericht pünktlich erstatten zu können. Der Ausschuß der Gewerkschafts=Kommission. I. A.: A. Steinbrink. Todes-Anzeige. Heute Nachm. 5 Uhr verschied sanft meine liebe Frau und unsere gute Mutter Frau Garl Preissner im Alter von 33 Jahren. Die trauvernden Hinterblebenen, Mülheim a. Rh. den 17. März 1902. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag den 20. März, Nachm. 4 Uhr, vom„Dreikönigen Hospital“. 10 St. schw Ital. Borgo 65 Pf. 10„ Steiermärkische 55„ 10„ la. Ungarische 50„ 10„ etwas Kleinere 43„ Sämmtliche Sorten garantirt frisch zum Kochen u. Rohtrinken empfiehlt die Snecial-Eierhandlung J. Brod. % Elberfeld, % Kipdorf 40. M.&. L. Fritzsche, Telephon 303°. Elberfeld, Wall 32. Telephon 303°. Herren- u. Knabengarderobe, Tuche u. Buckskins, Maass-Anfertigung. Saal II: Saal II: Knaben-Kleider. 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Consumgen.„Einigkeit“, E. G. m. b. H. Remscheid. den 22. März abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Halbach,„Diche Eiche“: Defftl. Versammlung. 1.„Nutzen und Bedeu 2. Diskussion. Tages=Ordnung: tung der Consumgenossenschaft“ Honntag den 28. März, abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Hecke, Peterstraße: Defftl. Versammlung. Tages=Ordnung: d 1.„Bedeutung der Consumgenossenschaft für die Familie“. 2. Diskussion. Referentin in beiden Versammlungen: Frau Dr. David-Mainz Entree 15 Pfg. Entree 15 Pfg. Zu recht zahlreichem Besuch, besonders die Frauen ladet freundlichst ein Der Vorstand. Achtung! Heiligenhaus! Samstag den 22. März, Abends 8/ Uhr, im Lokale des Herrn Küpperbusch,„Deutsches Haps": Grosse öffentliche Tages=Ordnung: 1.„Die Krankheiten der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Metall=Industrie u. die Krankenversicherungs=Gesetzgebung. Referent: Dr. Rubensohn-Barmen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Zur Dechung der Tageskosten werden 10 Pf. Entree erhoben. OOOOOO Deutsch. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Schweim. Montag den 31. März(2. Östern), Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Herrn Overtheil, am Neumarkt: Grosses Vocal- und Instrumental-Concert unter gütiger Mitwirkung des Arbeiter=Gesangvereins„Vorwärts“. Entree Vorverkauf 25 Pfg. Kassapreis 40 Pfg. das Festcomitee. Der Ueberschuß ist für die arbeitslosen Collegen bestimmt. 00 Kautabak ist der beste und überall zu haben. Eier sind billiger as Fleisch! wenn sie die dicken Eier 10 Sück für 50 Pfg. vom Eier-Import, Barmen, Schuchardstr. 29, kaufen. Institut für Lahnleidende von G. Bukofzer, Elberfeld, Kolkerstrasse 17. Günstige Bedingungen, wöchentlich 1 Mk., ohne Preiserhöhung. Zahnziehen schmerzlos. Reste für Kleider, Blousen, Röcke, in Seide, Sammet Wolle, Mohair, Popline, Tuch Chevlot, Satin, sämmtlich neue Farben, von 1—10 m im Einzelnen abzugeben. Erholungsstr. 16 1 Treppe hoch, fr. 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Die Herren Vertreter werden hiermit zu einer ordentlichen General=Versammlung auf Dienstag den 25. März, Abends 8½ Uhr im Lok le des Herrn Alex Jungeblodt(früher St hr), Neustraße 12 eingeladen Tages=Ordnung: 1. Abnalme der Rechnung für das Jahr 1901. 2 Abänderung des§ 13 des Kassenstatuts.— 3. Verschiedenes. Elberfeld, den 19. Märg. Der Vorstand: Aug. Stachelhaus Achtung! Achtung! Hagen. Sonntag den 23. März, Nachm. 6 Uhr im Saale des Herrn Alfr. Kappe Parteiversammlung. Tages=Ordnung: 1. Bericht vom Gerresheimer Parteitag. 2. Die Maifeier. 3. Verschiedenes. der Vertrauensmann. Gr. Posten Schuhwaaren a. Art einzeln u. für Wiederverk. billigst Elberfeld, Heubruch 2. Maisestkomitees, Colport., sch. prakt. Maifestzeich. Prob. grat. Schneider, Paradiesstr. 5, Nürnb. Kost und Logis, sowie Schlafstellen frei. Bachstr. 7 I. Mai-Umzüge, werden zu jeder Zeit prompt u. billig ausgeführt. Elbe Homberg, Elberf., Heubruch 10 Empfehle mich den Genossinnen und Bekannten im Kleidernähen. Frau Daniel Röhrig, Langerfeld, Leihbuschstrane 11. Strümpfe w. gestr. u. angestr. Fr. Degener, Grünewalderb. 23 3. Verantwortlicher Redakteur Karl Eberle, Barmen.— Verlag: Verlagsanstalt Molkenbuhr& Co. Elberfeld.—- Rotationsdruck: Buchdruckerei Grimpe, Elberfeld. wird hie dazu jeh Dehl zu einzelnen Jemand zu besorDer betr mit dem zu setzen. w. demokrat lichen B Genosse Vorgäng die gedikreis" un wesentlic gestellten Liebkned h. Lokale d sammlui aut besu März u der bürc hätten a weil ger ständig aus dem Kassirer derselbe 50,10 D 94) Es Aber C und da wieder. und sche Mühe k des Ob werden. hinderte Kamme schließli ve in Bor den Ko Lampe wo eine Boucha überget am Tre lächter spätet! Eg die Abe politisch dort in schlagen einem ins Un In sein für Arl um seir häusche Modewaaren in Neuheiten. rasse. heater Elberfeld. on: Hans Gregor. g den 20. März 1902, dends 7½ Uhr: des K. K. Hofburgers Georg Reimers: Die Räuber. den 21. März 1902, dends 7½ Uhr: nements=Vorst. Serie 4. ig=Abonn. 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Daniel Röhrig, „ Leihbuschstrane 11. fe w. gestr. u. angestr. er, Grünewalderb. 23 3. d. Beilage zu Nr. 67 der Freien Presse, Donnerstag, den 20. März 1902. Lokales. Elberfeld— Barmen. Elberfeld, 19. März. (Schwurgericht. In der heutigen Sitzung hatten sich der 30jähr. Fabrikant August Pflitsch, sowie dessen Freund und Werkmeister Walther Meisenhöl von Remscheid wegen Meineides zu verantworten. Der Anklage liegt folgender Thatbestand zu Grunde: Am 9. und 10. September v. J. wurde einem Schwager des Angeklagten Pflitsch und einer heimlichen Geliebten des Schwagers, der Wittwe Greinacher, eine sogenannte Katzenmusik oder„Rappelei" dargebracht. Die Pölizei notirte auch einige von den sittenfesten Straßenmusikanten, konnte aber die Personalien der Uebrigen nicht feststellen, weshalb man am 12. November auch mehrere betheiligt gewesene Personen, darunter die beiden Angeklagten zeugeneidlich vernahm. Die Aussage der Angeklagten lautete dahin, daß sie weder einen der Musikanten gesehen, noch gekannt hätten. Die Anklage vertritt nun den Standpunkt, daß Pfl. gewußt habe, daß einige seiner Arbeiter, mit denen er erst kurz vor dem Skandal zusammen gewesen war, betheiligt gewesen seien. Auch aus dem ganzen Gespräch, welches die betr. Arbeiter kurz vor dem Radau führten, hätte Pfl. entnehmen müssen, daß sich dieselben daran betheiligen würden. Der Gr. wurde ebenfalls der Ehre eines Ständchens ebenso wie ihrem Liebhaber zu Theil. Währenddessen befand sich Pfl. in der Wohnung Meisenhol's, die sich in der Nähe der Gr.'schen Wohnung befindet und erhebt auch hier die Anklage den Vorwurf, daß Meisenhol als auch Pflitsch einige der Theilnehmer an der Katzenmusik habe sehen und erkennen müssen, die Angeklagten bestreiten, ihren Eid verletzt zu haben. Pflitsch behauptet ferner, daß er seit dem Tode seiner Frau an Gedächtnißschwäche leide und sich häufig nicht in den einfachsten Situationen zurechtfinde.— Für die Verhandlung sind zwei Tage angesetzt und über 30 Zeugen geladen. Lennep—Remscheid—Mettmann. d. Heiligenhaus, 19. März. Den hiesigen Parteigenossen wird hierdurch bekannt gegeben, daß Parteimarken und die dazu gehorigen Quittungskarten beim Vertrauensmann Peter Dehl zu haben sind. Ferner werden die Parteigenossen der einzelnen Betriebe am Orte aufgefordert, aus ihrer Mitte Jemand zu bestimmen, welcher den Markenvertrieb bei Ihnen zu besorgen hat, damit dieser ordnungsmäßig vor sich geht. Der betreffende Genosse, welcher dazu bestimmt ist, hat sich mit dem obengenannten Vertrauensmann sofort in Verbindung zu setzen. w. Remscheid, 19. März. Die Märzfeier des„Sozialdemokratischen Volksvereins" erfreute sich eines außerordentlichen Besuchs, der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Genosse Dr. Erdmann=Köln referirte über die geschichtlichen Vorgänge des 18. März. Das anschließende Fest wurde durch die gediegenen Darbietungen der Gesangvereine„Sängerkreis" und„Einigkeit", sowie durch Vorträge eines Genossen, wesentlich verschönt, auch die von der„Freien Volksbühne“ gestellten lebenden Bilder:„Hut ab", sowie„Am Grabe Liebknechts" fanden lebhaften Beifall der Anwesenden. Hagen— b. Gevelsberg, 19. März. Am letzten Sonntag fand im Lokale der Wwe. von Schwedler eine öffentliche Parteiversammlung statt. Trotz der schlechten Witterung war dieselbe gut besucht. Genosse Breil hatte das Referat über den 18. März und seine Bedeutung übernommen. Derselbe ging mit der bürgerlichen Demokratie scharf ins Gericht, denn diese hätten alle Ursache den 18. März als Ehrentag zu begehen, weil gerade sie es ist, die durch das tolle Jahr 1848 selbstständig geworden sind, und die Arbeiter, die ihnen die Kohlen aus dem Feuer geholt haben, leer ausgegangen sind.— Der Kassirer erstattete dann die Quartalsabrechnung und hatte derselbe eine Einnahme von 60,75 Mk., der eine Ausgabe von 50,10 Mk. gegenüber stand, sodaß ein Bestand von 10,65 M. verbleibt. Hier anschließend wurde über den Stand der Presse berichtet und ein wesentlicher Fortschritt konstatirt. Die Genossen dürfen nicht müde werden immer neue Abonnenten zu gewinnen. Da die Preßverhältnisse in Milspe mißliche sind, wurde der Genosse Langenscheidt als Vertrauensmann für Milspe gewählt. Da noch Klagen laut wurden, daß das„Morgenroth“ nicht genug verbreitet würde, wurde Genosse Geitelrüge als Bezirksführer gewählt. Es wurde dann noch kurz über die Maiseier berichtet. Die Vorarbeiten dazu werden von dem Gewerkschaftskartell besorgt. Zum Schluß wurden die Genossen aufgefordert, sich rege an dem Parteimarkenverkauf zu betheiligen, sowie für die Verbreitung von Parteischriften thätig zu sein. * Hagen, 19. März. Vermißt wird seit einigen Tagen der gewerblose H. Guth, bisher Bismarckstr. 12 wohnhaft. Zuletzt wurde der 70 Jahre alte Mann an der Waldlust gesehen. Da befürchtet wird, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist, werden Personen, die etwaige Auskunft geben können, gebeten, der Polizeiverwaltung Mittheilung zu machen. d. Westerbauer, 19. März. Bureaukratische Bummelei. In der Mittwoch=Nummer voriger Woche berichteten wir über eine aufgelöste Metallarbeiter=Versammlung bei Klüßener, welche Genosse Dißmann=Barmen durch Einschreibebrief angemeldet, wovon jedoch der Polizei nichts bekannt sein wollte. Auf die Beschwerde Dißmann's bei der Postdirektion erhielt derselbe nachfolgendes Schreiben: „Der von Ihnen am 7. März hier aufgelieferte Einschreibebrief an die Polizei=Verwaltung in Haspe ist von der Empfängerin, welche die Sendungen an der Post abholt, erst nach dem 10. März Mittags in Empfang genommen worden. Die Sendung ist rechtzeirig am 7. März 3 Uhr Nachmittags in Haspe eingegangen, auch ist dieselbe nebst Ablieferungsschein alsbald zur Abholung bereitgestellt worden. Ein postseitiges Versehen liegt somit nicht vor." (Unterschrift). Das sind ja herrliche Zustände bei der hiesigen Polizeiverwaltung. Dieser Vorfall illustrirt so recht anschaulich die preußische„Korrektheit". Es kann nicht angenommen werden, daß es sich bei vorstehendem Fall um ein Versehen seitens der Polizei handelt, denn sie war durch Zustellung des Ablieferungsscheines doch in Kenntniß gesetzt worden, daß der Einschreibebrief auf der Post zum Abholen bereit liegt. Wenn die Polizei in allen Dingen so„prompt" arbeitet, dann scheint es uns an der Zeit, daß die vorgesetzte Behörde hier mal nach dem Rechten sieht. Das muß schon um deswillen energisch gefordert werden, weil mit dieser gemüthlichen Erledigung der Polizeigeschäfte für die dabei in Frage kommenden Bürger materieller Schaden verknüpft sein kann, wie das in diesem Falle vorgekommen ist. Provinzielles. * Solingen, 19. März. Eine Entscheidung, die auch weitere Kreise interessiren dürfte, fällte das hiesige Gewerbegericht. Die beim Bergischen Elektrizitätswerk beschäftigten Schlosser P. und Zuschläger B. erhielten Fastnachtsmontag einen halben Tag Urlaub, um nach Köln zu fahren. Als die Beiden am Dienstagmorgen um halb 10 Uhr zur Arbeit kamen, wurde ihnen angekündigt, daß sie entlassen seien. Beide haben nun Klage gegen das Werk zur Auszahlung des zweiwöchigen Lohnes im Betrage von 66 bezw. 42 M. erhoben. Der Vertreter des Werkes ist der Ansicht, daß er ein Recht zur kündigungslosen Entlassung der Kläger gehabt habe, da diese nicht pünktlich am Dienstag zur Arbeit gekommen seien. Das Gericht war jedoch anderer Meinung und verurtheilte das Werk nach längerer Verhandlung zur Zahlung der geforderten Beträge. Zur sofortigen Entlassung habe kein gesetzliches Recht vorgelegen, da die Kläger die Arbeit nicht unbefugt verlassen hatten, wie der§ 123 der Gewerbeordnung voraussetze. * Köln, 19. März. Geistliche Uebergriffe in der Volksschule. In der katholischen Volksschule der Humboldt=Kolonie hat dieser Tage der Kaplan Oeben bekannt gemacht, daß eine Messe gelesen werden solle für die vor der Prüfung stehenden Kinder. Rektor Theissen hat dann mehrere Knaben umhergeschickt, um in den Familien Beiträge für die Kosten der Messe zu sammeln, und die Lehrerin Kuhl hat die Kinder aufgefordert, Geld für die Messe mitzubringen. Wir erwarten von der Schulbehörde, daß sie diesem Treiben, da sdurchaus ungehörig ist. Einhalt thut. Man hat sich auf ultramontaner Seite über das Gesundbeten lustig gemacht, das Klugbeten, das die Geistlichkeit in der Schule der Humboldt Kolonie einzuführen beabsichtigt, scheint uns nicht minder verwerflich. Abgesehen davon, daß es unzulässig ist, von Schulwegen die Kinder und ihre Eltern zu derartigen Diensten und Abgaben für die Kirche zu nöthigen. Parteinachrichten. * Parteipresse. In den Kreisen der Offenbacher Parteigenossen wird schon seit längerer Zeit die Frage der Uebernahme des dortigen Parteiblattes in Parteiregie erörtert. Am Sonntag hat sich eine Kreiskonferenz des Wahlkreises Offenbach=Dieburg mit der Angelegenheit beschäftigt. Nach eingehender Berathung wurde gegen 5 Stimmen folgender Beschluß gefaßt: „Die Parteigenossen übernehmen an dem von der nächsten Frühjahrs=Kreiskonferenz festzusetzenden Termin den Verlag des„Offenbacher Abendblattes" in Parteiregie und übertragen den Druck desselben unter noch zu vereinbarenden Bedingungen für die Dauer von 10 Jahren dem Genossen Ulrich mit der Maßgabe, daß die Parteigenossen für den Fall, daß sie innerhalb 10 Jahren eine anderweite Herstellung des Blattes durchzuführen beabsichtigen sollten, die Druckerei des Gen. Ulrich käuflich erwerven zu einem zu vereinbarenden Preis, über dessen Höhe nöthigenfalls ein Schiedsrichter aus parteigenössischen Fachmännerkreisen zu entscheiden hat. Ein Antrag, bei dieser Gelegenheit die drei hessischen Parteiblätter—„Offenbacher Abendblatt",„Mainzer VolksZeitung" und„Mitteldeutsche Sonntags=Zeitung"— zu verschmelzen, wurde wieder zurückgezogen. Ein Beitrag zur Revolutionsgeschichte. In der Nr. 24. des XX. Jahrgangs der„Neuen Zeit" liesert Franz Mehring einige Beiträge zur Erkenntniß des Wirkens des Kommunistenbundes in der deutschen Revolution. Er ist in der Lage, ungedruckte Aufzeichnungen von zwei thätigen Mitgliedern des Kommunistenbundes, Wilhelm Wolff und Stephan Born, mitzutheilen, die nicht nur einen Blick thun lassen in das Wirken der Bundesmitglieder, sondern auch den Beweis liefern, daß sich die Kommunisten damals schon recht klar waren über die Lage der Dinge. Aus Wolffs Aufzeichnungen werden nur Bruchstücke mitgetheilt. Er schreibt Mitte April 1848: „Wie in Berlin so auch hier(Breslau) entschiedene, ja oft wüthende Feindschaft und Erbitterung zwischen Bourgeoisie und Proletariat.... Jetzt hat die Bourgeoisie einen großen Theil des Sieges für sich konfiszirt und andrerseits ist hier in Schlesien— wie freilich in andren Provinzen auch— die Reaktion der Grundaristokratie und der Bureaukratie nebst Anhängseln furchtbar thätig. Wegen der Wahlen wird kein Mittel unbenützt gelassen. Hätte man direkte Wahlen, so könnte man allen diesen Machina tionen an einem Tage und in einer Versammlung ein Ende machen. Jetzt aber werden wir eine ganz abscheuliche, theils reaktionäre, theils moderirt-konstitutionelle Majorität bei den schlesischen Wahlen herausbekommen." Aus Berlin berichtet am 11. Mai 1848 Stephan Born an Marx: „Hier existieren vier Zeitungen. Die Vossische Zund die Spenersche kennst Du; sie sind immer noch dieselben. Die Zeitungshalle versuchte es, gleich nach der Revolution mit dem Radikalismus hervorzutreten, hat deshalb viel Abonnenten verloren und wird sich wahrscheinlich nicht lange halten können. Eine neue Zeitung, von Rutenberg redigirt, die„National=Zeitung", wird sich wohl auch schwerlich halten können. Sie kokettirt mit allen Parteien und ist ein sehr mattes Bourgeoisblatt mit philantropischem Beirath. Alle vier Zeitungen stehen meinen Artikeln offen. An Zeitschriften giebt es hier: 1. Die„Volksstimme", für Arbeiter sehr fade, wird bald sterben. 2. Die„Arbeiterzeitung"(mit einem Redaktionskomitee aus dem Handwerkerverein), eine Trompete, in die jeder hineinblasen kann, weshalb ich aus der Redaktion scheide. Steht auch noch nicht auf sicheren Füßen. 3. Der„Volksfreund" von Schlöffel, gewöhnlich derb, hin und wieder pathetisch, grobianisch, in ökonomischen Fragen unwissend, sozialistisch-kommunistisch, aufregend und deshalb von Proletariern gelesen. Der Redakteur ist jetzt in Haft. Es giebt noch einige Blätter, die eben gar nicht der Rede werth sind. Vom 1. Juni ab erscheint unter meiner Redaktion eine Arbeiterzeitschrift: Das Volk. Ich habe hier eine sehr ausgebreitete Bekanntschaft und rechne deshalb auf gnten Erfolg. Exzellenz Rougon. Roman von Emile Zola. Deutsch von Kurt Baake. (Nachdruck verboten.) 94)(Fortsetzung.) Es war 1 Uhr, und die Gäste sprachen vom Aufbruch. Aber Clorinde versicherte, daß sie noch nicht Schlaf verspüre und daß sie noch bleiben könnten. Aber keiner setzte sich wieder. Auch die Lampe im Boudoir war eben ausgegangen und scharfer Oelgeruch breitete sich aus. Nur mit großer Mühe konnten einzelne kleine Gegenstände, wie ein Fächer, des Obersten Stock, der Hut der Frau Bouchard entdeckt werden. Clorinde blieb ruhig auf ihrem Bett liegen und hinderte Frau Correur, nach Antonia zu klingeln; das Kammermädchen ging immer um 11 Uhr zu Bett. Als man schließlich gehen wollte, merkte der Oberst, daß er August ganz vergessen habe; der junge Mann schlief auf dem Kanapee un Boudoir und hatte sich ein zusammengerolltes Kleid unter den Kopf geschoben; er wurde ausgescholten, weil er die Lampe nicht hochgeschraubt hatte. Im Dunkel der Treppe, wo eine heruntergeschraubte Gasflamme dämmerte, stieß Frau Bouchard einen leisen Schrei aus; sie habe sich den Fuß übergetreten, sagte sie. Und während die Gäste sich vorsichtig am Treppengeländer heruntertasteten, hörten sie lautes Gelächter aus Clorindens Zimmer dringen, wo sich Vozzo verspätet hatte; sie blies ihn gewiß wieder in den Nacken. So verliefen an jedem Donnerstage und jedem Sonntage die Abende. Draußen hieß es, Frau Delestang habe einen politischen Salon. Es gehe da sehr liberal her, es werde dort in die autoritäre Regierungsweise Rougons Bresche geschlagen. Die ganze Bande war jetzt dazu übergegangen, von einem Humanitätsreiche zu träumen, das allmählich aber bis ins Unendliche den Kreis der Volksfreiheiten erweitern sollte. In seinen Mußestunden entwarf der Oberst Musterstatuten für Arbeiter=Assoziationen; Herr Bejuin sprach davon, daß er um seine Kristallwaarenfabrik in St. Florent herum Arbeiterhäuschen bauen wollte; und Herr Kahn unterhielt sich mit Delestang stundenlang über die demokratische Rolle der Napoleoniden in der modernen Gesellschaft. Jede neue That Rougons wurde mit entrüstetem Widerspruch aufgenommen und patriotisches Entsetzen geäußert, Frankreich unter den Händen eines solchen Menschen seinem Untergange entgegen eilen zu sehen. Eines Tages behauptete Delestang, der Kaiser sei der einzige Republikaner seiner Zeit. Die Bande trat nun wie eine religiöse Sekte auf, die allein das Heil bringt. Jetzt verschwor sie sich ganz offen, den Dicken zum Wohle des Landes zu stůrzen. Doch Clorinde hatte es noch nicht so eilig. Suchte man sie auf, so lag sie immer auf einem der Ruhebetten ihrer Wohnung und sah zerstreut ins Blaue und studirte die Ecken der Zimmerdecke. Wenn die anderen schrieen und vor Ungeduld um sie herumtrampelten, so blieb ihr Gesicht stumm und ein langsamer Auf= und Niederschlag ihrer Augenlider forderte sie auf, vorsichtiger zu sein. Sie ging weniger aus und vergnügte sich damit, sich und ihr Kammermädchen in Männerkleider zu stecken, vermuthlich, um die Zeit damit todtzuschlagen. Sie war plötzlich sehr zärtlich zu ihrem Gatten, küßte ihn vor aller Welt, lispelte sanft, wenn sie mit ihm sprach und legte große Besorgnisse wegen seiner Gesundheit, die ganz vortrefflich war, an den Tag. Vielleicht wollte sie dadurch verbergen, daß sie absolute Herrschaft über ihn ausübte und jeden seiner Schritte überwachte. Sie leitete ihn in allen, auch in den kleinsten Stücken und ertheilte ihm jeden Morgen, wie einem unzuverlässigen Schüler, seine Lektion. Delestang erwies sich übrigens strikt gehorsam. Er grüßte, lächelte, zürnte, redete weiß, redete schwarz, je nach der Schnur, an der sie gezogen hatte. Wenn er nicht mehr aufgezogen war, kam er von selbst zurück und gab sich wieder zu neuer Zurichtung in ihre Hände. Und so blieb er überlegen. Clorinde harrte der Dinge. Herr Beulin d'Orchere vermied es, am Abend zu kommen, suchte sie aber oft am Tage auf. Er klagte bitter über seinen Schwager und beschuldigte ihn, nur für einen Haufen Fremder zu sorgen. Aber so gehe es ja immer, um die Verwandten kümmere sich niemand! Nur Rougon könne es sein, der den Kaiser abhalte, ihn zum Justizminister zu machen, weil er fürchte, mit ihm den Einfluß im Ministerkonseil theilen zu müssen. Die junge Frau peitschte noch seinen Groll. Außerdem aber redete sie in allerhand Andeutungen davon, daß ihr Gatte demnächst triumphiren würde und machte ihm unbestimmte Hoffnungen, in das neue Ministerium mit einbezogen zu werden. Hauptsächlich bediente sie sich seiner, um zu erfahren, was bei Rougon vorging. Ihre Weiberbosheit hätte es am liebsten gesehen, wenn Rougon eine unglückliche Ehe geführt hätte und sie reizte den Richter auf, seine Schwester zu veranlassen, seine Klagen zu den ihren zu machen. Er mußte es auch versucht, mußte eine Heirath laut bedauert haben, die ihm keinerlei Nutzen brachte; aber an der friedlichen Natur Frau Rougons scheiterten seine Versuche. Sein Schwager sei sehr nervös seit einiger Zeit, erzählte er. Er gav zu verstehen, daß er ihn für reif zum Sturze halte, und während er die junge Frau starr dabei ansah, erzählte er ihr, wie ein liebenswürdiger Plauderer, der ohne Bosheit Salongeschwätz weiterträgt, einzelne charakteristische Thatsachen dafür. Warum griff sie nicht ein, wenn sie die Meisterin war? Sie aber streckte sich noch fauler aus und sah wie jemand aus, der zu Hause bleiben muß, weil es regnet und sich darein ergibt, bis der erste Sonnenstrahl wieder zum Vorschein kommt, auf den er bloß wartet. Indessen wuchs der Einfluß Clorindens in den Tuilerien. Der Hof flüsterte sich zu, daß der Kaiser lebhafte Leidenschaft für sie empfände. Auf den Hofbällen und bei allen offiziellen Empfängen, kurz überall, wo der Kaiser sie traf, kreiste er mit seinen trägen Schritten um ihre Röcke herum, sah ihr in den Busen und sprach mit langsamem Lächeln aus dichter Nähe zu ihr. Noch hatte sie ihm, hieß es, nichts eingeräumt, nicht einmal ihre Fingerspitzen. Sie spielte ihr altes Spiel, als wäre sie noch ein heirathssüchtiges Mädchen, benahm sich sehr provozierend und sehr frei, war aber beständig auf ihrer Hut und entschlüpfte gerade im richtigen Augenblick. Sie schien die Leidenschaft des Monarchen heranreifen zu lassen, auf eine Gelegenheit zu lauern und eine Stunde ausnutzen zu wollen, wo er ihr nichts mehr abschlagen konnte, um sich so den Triumph eines seit langer Zeit gefaßten Planes zu sichern. (Forts. folgt.) Die Parteien sangen allmählich an, sich klar zu werden: sie sondern sich immer mehr und bald wird jeder wissen, wem er angehört. Der konstitutionelle Klub(Bankiers, Geheimräthe, Professoren, Juden, Kurszettel, Gesetzlichkeit, Skandale, Klatsch, Berliner Geistreichthum, das ist sein Inhalt) wird immer lederner, besonders seit den Wahlen, bei denen er vollständig durchgefallen ist. Der politische Klub Jung, Meyer, Schlöffel, Saß, Studenten, Marats und Robespierres, der Stein des Anstoßes für alle Philister) scheint jetzt mit der radikalen Partei an Bedeutung zu gewinnen. Der Sozialismus ist in allen Ständen(mit Ausnahme der Berliner Weißbierbürger) in voller Blüthe. Die Philanthropie macht Entdeckungen, wie man den Leuten das Geld abnehmen kann, um es an die Armen zu vertheilen usw. Das Proletariat ist durch und durch revolutionär. Ich halte deshalb, wo es nur möglich ist, von unnützen Krawallen ab, organisire aber überall die zerstreuten Kräfte zu einer starken Macht. Ich stehe hier so ziemlich an der Spitze der Arbeiterbewegung. Die Bourgeois haben Vertrauen zu meinem Verwaltungstalent, sie sehen nicht, daß ich die Arbeiter verbinde und nur dahin wirke, daß kein blinder Lärm geschlagen werde; sie haben gegen eine beabsichtigte Ausweisung Partei genommen. Ich bin hier Vorsitzender eines quasi Arbeiterparlaments von Abgeordneten aus sehr vielen Gewerken und Fabriken. Der Handelsminister hat sich mit uns in Verbindung gesetzt. Der Mann weiß gar nicht, was er thun soll. Er tappt umher wie ein Blinder. Ueber den Bund als solchen, wie er hier besteht, kann ich jetzt nichts berichten. Es hat noch niemand Zeit gehabt, ihn in der früheren Weise fest zu organisiren. Er ist aufgelöst, überall und nirgends...." Die sozialdemokratische Presse Schwedens hat ebenfalls ein Zuwachs erhalten. Das neue Organ erscheint unter dem Titel„Arbetarbladet" in Gefle, vorläufig wöchentlich einmal und ist für diese Stadt sowie für die umliegenden Landschaften bestimmt. Wie wir der uns zugegangenen, reichhaltigen Probenummer entnehmen, zählt die„Gesle Arbeiterkommune", die sozialdemokratische Organisation der Stadt, 1173 Mitglieder, darunter 41 weibliche, und da auch die Gewerkschaften sehr weit vorgeschritten, kann man wohl annehmen, daß das Blatt große Verbreitung findet.— Soziales. * Sie wollen nichts von dem Innungskrempel wissen. Gegen die Einbeziehung der Brauereibetriebe in die Handwerkskammern hat sich, wie wir hören, der„Bund der mittleren und kleineren Brauereien der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft", dem sich 11 Vereine von Brauereibesitzern angeschlossen haben, an den Staatssekretär des Innern sowie an den Bundesrath gewandt. In der Eingabe wurde ausgeführt, daß Brauereien nicht als handwerksmäßige Betriebe angesehen werden können. Der Bierbrauer sei Mitglied der Berufsgenossenschaft und Vollkaufmann, er betreibe sein Geschäft nicht nur technisch, sondern auch kaufmännisch spekulativ. Der Brauereibetrieb unterscheide sich in seiner Wirthschaftsform deutlich von dem Handwerk. Gewerkschaftliche Arbeiterbewegung. Inland. * In Aachen gährt es unter den Textilarbeitern fortgesetzt. Jetzt sind in der Tuchfabrik von Haas u. Fahrenberg 90 Weber in den Ausstand getreten, weil die Firma einen von den Arbeitern gewählten Ausschuß nicht anerkennen will. Tages-Chronik. *Berlin, 19. März. Blutthaten. Eine furchtbare Blutthat ist gestern früh in Eberswalde verübt worden. Der russische Arbeiter Geisler drang gegen 5 Uhr Morgens durch ein Fenster in die in der Bergerstraße gelegene Wohnung des kurz vorher zur Arbeit gegangenen Arbeiters Bartels, verletzte dessen Frau durch einen Revolverschuß in die linke Brustseite schwer, tödtete die 21 jährige Tochter durch einen Schuß in den Kopf und erhängte sich dann selbst in der Kammer, in welcher er das Verbrechen begangen hatte. Der Grund zu diesen Blutthaten war Liebesgram. Die lebensgefährlich verwundete Frau Bartels wurde in das Krankenhaus gebracht.— Der 74 jährige pensionirte Schutzmann Kreuz in der Arndtstraße in Berlin verübte gestern Vormittag einen Mordversuch an seiner 21 jährigen Schwiegertochter, indem er ihr durch drei Revolverschüsse schwere Verletzungen beibrachte und tödtete sich dann selbst. Er wohnte zusammen mit seinem seit Oktober verheiratheten Sohne und hatte schon des öfteren zu Zwistigkeiten in dessen Ehe Anlaß gegeben, da er fortwährend die junge Frau mit Anträgen belästigte. Als man heute Morgen eine Anzahl Schüsse in der Wohnung hörte, ließ man die verschlossene Thur erbrechen und fand den alten Kreuz blutüberströmt auf dem Sopha vor, während die junge Frau, welche sich durch einen Sprung aus dem Fenster hatte retten wollen, in einer Blutlache am Boden lag. Die Ermittelung ergab, daß Kreuz anscheinend die Tödtung seiner Schwiegertochter geplant hatte. Civilstand der Stadt Elberfeld. Aufgebote. 14. März. Theod. Jostmann, Pol.=Serg., Casinogartenstr. u. Gertrande Neffgen, Königswinter.— August Korbeck, Metzgermeister, Kipdorf u. Marg. Hillesheim, Karlsstr.— Wilh. Emmerich, Kaufmann, Wupperstr. u. Helene Franke, Stuttbergsstr. 15. März. Albert Klein, Färber, Oberstr. u. Ida Frotzheim, Barmen.— Heinrich Herbold, Wwr., Fuhrmann u. Elise Auguste Hunsbeck gut. Klosborn, beide Dammstr.— Jakob Wilh. Preyer, Färber, Barmen, früher hier u. Helene Bertha Bergmann, Barmen. — Friedrich Jörges, Drechsler, Cleefkothen u. Auguste Händler, Cronenberg.— Wilhelm Brandt, Schlosser u. Anna Fischer, beide Höchstenstr.— Heinrich Opper, Dekorationsmaler u. Emilie Mielenz, beide neue Friedrichsstr.— August Grotenbeck, Kutscher, Schwelm u. Maria Dückershoff, Hauptstr.— Friedrich Karl Wilh. Frankolz, Bandwirkergeh., Dönberg u. Emma Möll, hier.— Gustav permann Kettner, gepr. Heilgeh., Dresden u. Anna Marg. Winkelmann, Dresden, früher hier.— Heinr. Rickert, Bergm., Unna u. Auguste Westermann, Unna, früher hier. Geburtsanzeigen. 14. März. T. v. Geschäftsreis. Seiz, Erlenstraße.— S. v. Weber Wagener, Baumstr.— T. v. Tagelöhner Sander, am Buschhäuschen.— S. v. Hufschmied Jäger, Östers baum.— S. v. Fabrikarbeiter Schultz, Nützenberg.— T. v. Fabrikarbeiter Biesterfeld, Öststr.— S. v. Spezereihändler Fox, Brunnenstraße.— T. v. Kommis Heinrichs, Neviandtstr.— T. v. Schlosser Dahm, vorm Holz.— S. v. Landwirth Schmahl, in der Böhle. 15. März. T. v. Tagelöhner Schilling, Südstr.— T. v. Riemendreher Voß, Bandstr.— T. v. Tagelöhner Giehl, Wirkerstraße.— S. v. Dachdecker Velden, Aue.— T. v. Klempner Rose, Friedrichsschulstr.— S. v. städt. Wächter Spiecker, Marienstr.—) S. v. Kaufmann Kaiser, neue Kastanienstr.— T. v. Fabrikarbeiter Kron, Simonsstr.— T. v. Maurer Müller, unteren Dorrenberg. Todesanzeigen. 14. März. Joh. Haas, Erdarbeiter, 51 J. Ehem., Stuttbergsstr.— Ehefrau v. Fabrikarbeiter Karl Klein, 35 J., Oberstr.— Karl Bölsdorff, Sattler, 66 J., Ehem., Neuenteich.— Herm. Faßbender, Tagel., 44 J., Wwr., Bergstr.— Wwe. v. Kaufmann Wilhelm Kühler, 48 J., Ronsdorferstr. 15. März. Richard Schreckegast, 10 M., Distelbeckerstr.— Peter Michels, 7 M., Uellendahlerstr.— Oskar Birkenholz, Kaufmann, 25 J., ledig, Ludwigsstr.— Ehefrau v. Rentner Ferdinand Berns, 69 J., Theishahn.— Else Greiff, 2 J. 11 M., Mittelstr.— Paula Wilke, 2 J. 10 M., Neviandtstr.— Bertha Weppeler, 5 J. 1 M., Östersbaum.— Anna Koch, 1 J., Wirkerstr.— Elfriede Pickardt, 10 T., Friedrichsstr.— Aug. Kaufel, 1 J. 1 M., Hochstr. — Albert Bünger, 5 M., Franzenstr. Civilstand der Stadt Barmen. Geburtsanzeigen. 15. März. S. v. Bandwirker Schienbein, Ritterstr.— T. v. Fabrikarbeiter Rosendahl, Diekerstr.— S. v. Fabrikarbeiter Hölter, Riescheid.— S. v. Fabrikarbeiter Götz, Eichenstr.— T. v. Former Heinemann, Krautstr.— S. v. Archit. Östermann, Brögelerstr.— S. v. Färber Fuchs, Rödigerstr.— S. v. Fabrikarbeiter Koch, Kuckuckstr.— T. v. Spezereihdl. Dräger, Kuckuckstr.— S. v. Lehrer Schrey, Schwanenstr. Todesanzeigen. 15. März. Hedwig Schemann, 1 J. 6 M., Alleestr.— Rentner Ferdinand Freitag, 64 J. 10 M., Lichtenplatzerstr.— Helene Greis, 3 J., Auerschulstr.— Albert Heinrich Lang, 6 M., Albertstr.— Handelsagent Franz Söhnchen, 55 J., Wiesenstr.— Schutzmann Adolf Pröpper, 28 J., Kreuzstr. Vereins= und Versammlungs=Kalender. Freitag den 21. März. Elberfeld. Gesangverein„Hoffnung" Abends 9 Uhr bei August Becker, Östersbaumerstr. 90, Uebung. Freie Turnerschaft, Abends 8½ Uhr, im Volkshaus, Uebung. Barmen. Arbeiter=Turnverein„Vorwärts“ Abends 8½ Uhr bei Wittwe Siepmann, Färberstr. 16, Uebung. Arbeiter=Gesangverein„Proletaria" Abends 9 Uhr bei Hühn, Fischerthalerstraße, Uebungsstunde. Arbeiter=Männer=Gesangverein Barmen=Lichtenplatz Abends 9 Uhr bei Fritz Schröer, Ronsdorferstr. 178. Arbeiter=Radfahrerverein, Abends 9 Uhr bei P. Thiel, Parlamentstraße, Uebung. Gevelsberg. Arbeiter=Sängerchor Abends 8½. Uhr bei Emil Kartenberg am Kruin. Langerfeld. Freie Turnerschaft. Abends 8 Uhr bei Walter Schmitz Uebung. Briefkasten. S. H. Hagen. Vom 1. April ab dürfen Kellnerlehrlinge unter 16 Jahren zwischen 10 Uhr Abends und 6 Uhr Morgens nicht beschäftigt werden. Die ununterbrochene Ruhezeit muß 9 Stunden betragen. Arbeitet also der Junge bis 10 Uhr Abends, darf er vor 7 Uhr Morgens nicht beschäftigt werden. Ist der Lehrling über 16 Jahre alt, gelten für ihn die gleichen Bedingungen, wie für die Kellner, denen eine ununterbrochene 8stündige Ruhepause gewährt werden muß. Barmen! Barmen! Dienstag den 25. März, Abends 8½ Uhr, in„Viktorlasas“, Volks-Versammlung. Tages-Ordnung: „Der gegenwärtige Stand der Verhandlungen über den Zolltarif“. Referent: Reichstagsabgeordneter Hermann Molkenbuhr. Freie Aussprache für Jedermann.— Alle Arbeiter und Bürger Barmen's ladet hierzu ein. Der Einberufer. Zur Deckung der Tageskosten werden 10 Pfg. Entree erhoben. Verantwortlicher Redakteur Karl Eberle, Barmen.— Verlag: Verlagsanstalt Molkenbuhr& Co. Elberfeld.—- Rotationsdruck: Buchdruckerei Grimpe, Elberfeld.