Freie Presse. jan des werkthätigen Volkes von Rheinland und Westfalen. Sonntags-Beilage:„Die Neue Welt.“ Erscheint jeden Nachmittag außer Sonntag. Abonnementspreis 1,80 Mk. pro Quartal, 60 Pfg. pro Monat in Elberfeld-Barmen, bei den auswärtigen Agenturen 70 Ufg. Bei der Post unter Nr. 2755 2 Mark pro Quartal. Einzel=Exemplar 10 Pfg. Haupt=Expedition und Redaktion: Elberfeld, Friedrichstraße 37. Eche Wilhelmstraße. Filial=Expedition: Barmen, Parlamentstraße 5. Telegramm=Adresse: Presse Elberfeld. Fernsprecher 1411“. Anzeigen: Die 7gespaltene Petitzeile 15 Pfg., Arbeits= und Stellengesuche 10 Pfg. Reklamen werden nicht aufgenommen. Größere Annoncen=Aufträge erbitten wir einen Tag vor Erscheinen der betreffenden Ausgabe, kleinere bis 10 Uhr Vormittags. Nr. 64. Elberfeld-Barmen, Freitag, den 16. März 1900. 16. Jahrg. Erstes Blatt. Deutscher Reichstag. gn. Berlin, 15. März. 168. Sitzung Eröffnung 1 Uhr. Tages=Ordnung: 3. Lesung der lex Heinze. Die Berathung wird fortgesetzt bei§ 184, Feilhalten Vertheilen, Verkaufen, Vorräthighalten, Ausstellen 2c unzüchtiger Schriften, Darstellungen ec. Auch die 184a, der eigentliche Kunstparagraph (Schriften rc., welche, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl gröblich verletzen) und§ 184 b, dersogenannte Theaterparagraph, werden gleich zur Berathung gestellt. Abg. v. Vollmar(Soz.): Ich erblickte das eigentliche Verletzende darin, daß solche, die Kunst unter polizeiliche Aufsicht stellenden Bestimmungen in einem und demselben Gesetz mit den Kuppeleibestimmungen sich befinden. Noralisten, die von sittlichem Niedergang gesprochen, haben sich in jeder Zeit gefunden. Da, wo sich wirklich sittliche Verrohung zeigt, trägt die Kunst keine Schuld daran, im Gegentheil, die Verrohung wird eher verschuldet dadurch, daß die Misere des Lebens gar so vielen keine Zeit und innere Ruhe läßt, sich mit der Kunst und dem, was sie schafft, zu befassen. Unbegreiflich ist, wie ein Richter, wie Roeren, nicht einmal daran gedacht hat, daß im Wesentlichen Alles, was man hier treffen will, schon durch das bisherige Strafgesetz getroffen werden kann, ganz abgesehen, in so weit das Theater in Betracht komme, von der Cenfur. Für die Kunstauffassung, die in Centrumskreisen herrscht, will ich Ihnen einen unverdächtigen Zeugen nennen, nämlich einen Herrn von Veremundus, der in seinem in einem katholischen Verlage erschienenen Buche Front macht gegen die„engherzige, kleinliche, rückständige" känstlerische und litterarische Auffassung, die in katholischen Kreisen sich vielfach breit mache. Da heißt es, man beurtheile dort vielfach Kunstwerke, aus dem Gesichtspunkte, ob sie für Schuljungen und Backsische geeignet seien. Energisch wird polemisirt gegen die altjungferlichen Gouvernanntenseelen, die sich beiGott darüber beschweren möchten, daß er gewisse Dinge nun einmal geschaffen habe.(Große Heiterkeit.) Die Herren vom Centrum setzen sich mit den Kunstüberlieferungen ihrer eigenen Kirche in Widerspruch, die Urtheil abgeben zu können Die katholische Partei ist zurückgeblieben, ist verdauert, sie ist unfähig, in der Kunst das Gute von dem Schlechten zu sondern, sie hat solche Dummheiten und solchen Blödsinn zu Tage gefördert, daß sie der vollen Verachtung anheimfällt.(Sehr richtig! b. d. Soz. Unruhe im Centr.) Veremundus spricht zwar von Frankreich(aha! i. Centr.), aber es gilt auch von Deutschland(sehr richtig! links Die Darstellung des nackten Körpers ist der Prüfstein der Kunstleistung(sehr richtig! links), der wer ihr das Recht der Darstellung des Nackten nehmen will, der nimmt ihr einfach die Freiheit, die ihr Lebenselement ist (Bravo! links.) Der Künstler soll die Menschen schildern, wie sie sind, nicht, wie sie sein sollen; er kann und darf nicht achtlos vorübergehen an dem wichtigsten Problem, dem erotischen(sehr richtig! links.) Die Herren haben vorgestern gesagi, die Richter würden schon das Richtige herausfinden. Von uns Sozialdemokraten dürfen Sie nicht ein solches naives Vertrauen zu der deutschen Rechtsprechung verlangen; und die ganze Beweisführung der Kollegen Roeren und Gröber war nicht geeignet unser geringes Vertrauen zu steigern. Die vorgeschlagenen Bestimmungen sind ein derartiger Kautschuk, daß bei ihrer Auslegung nichts Vernünftiges herauskommen kann. Unsere Rechtsprechung ist derart, daß der Gesetzgeber oft sein eigenes Werk in den Händen der Richter nicht wieder erkennt. Sie behaupten, das unverdorbene Volksgemüth erkenne, was schamlos ist. Wie paßt dazu, daß der geschlechtliche Verkehr von Brautleuten, der in vielen Gegenden Deutschlands Brauch ist, als verbrecherisch angesehen wird? Vor einiger Zeit standen in München drei Bauernmädchen vor Gericht, weil sie einen Burschen gewaltsam ausgezogen und mit ihm Unfug getrieben hatten. Das Gericht hat befunden, das sei ein ländlicher Erntescherz.(Große Heiterkeit). In Stuttgart werden die Leute aus den bayerischen Alpen wegen ihrer nackten Kniee unsittlich genannt; in anderen Gegenden entrüsten sich Bauernmädel darüber, daß Touristen nackt baden.(Große Heiterkeit). Sie sehen daraus, wie mißlich es ist, aus dem „unverdorbenen Volksgefühl“ heraus die Kunst beurtheilen zu wollen. Zu einem solchen Urtheil ist eben das Volk noch nicht fahig, dazu bedarf es eines gebildeten und geläuterten Geschmacks. Ist es doch auch mit der Kunstkennerschaft vieler Gebildeten nicht allzuweit her. Wohl lebt im Volk der Drang nach der Erkenntniß des Schönen. Aber erst muß das Volk sozial gehoben und geläutert werden, um in diesen Angelegenheiten ein Wer jetzt schon das„unvertoleraut gegen die antike Kunst war und sich durch das dorbene" Volksgemüth und=Gefühl zum Kunstrichter Rackte nicht in ihrer Sittlichkeit bedroht fühlte. Die machen will, der ergeht sich entweder in gedankenlosen Scheu vor dem Nackten tritt erst ein, als die Kunst die Redensarten oder in plumpen, aber vielleicht wohl beabFähighigkeit verlor, den nackten menschlichen Körper richtig sichtigten Schmeicheleien.(Sehr richtig! links). wiederzugeben.(Sehr richtig! links) Als dann die So bleibt bestehen, daß die Künstler Recht hatten, als Kunst wieder emporgekommen war, da erwachte auch sie sich durch juristische Zwirnsfäden nicht abhalten ließen wieder der Drang nach der Darstellung des nackten gegen die Vorlage Protest zu erheben. Herr Gröber hat Körpers. Der Drang erreichte seinen Höhepunkt gleich sich über den kräftigen Ton der Münchener Protestverzeitig mit der Höhe der Renaissance, an der die römischen sammlung entrüstet. Ich muß sagen, daß ich mich über Papste ganz hervorragenden Antheil genommen haben. den Ton herzlich gefreut habe. Uebrigens mögen die Denken Sie doch nur an die nackten Krafzgestalten Michel Herren Gröber und Roeren, die sich über die Ausdrücke Angelos i der sixtinischen Kapelle, durch die die Päpste, ihrer Gegner entrüsten, an das Gleichniß vom Splitter die dort Gottesdienst abhielten, nicht im mindestens sich und Balken erinnern.(Sehr richtig! und Heiterk. links.) beunruhigt fühlten. Das Lustspiel„Mandragola“ von Ich habe mich in jener Münchener Versammlung, in der Macchtavelli wurde damals vor dem Papst aufge= so ziemlich alles vertreten war, was in der Kunst und führt, sicher nicht das schlimmste Stück der damaligen Wissenschaft der Isarstadt einen Namen hat, sehr wohl Zeit ist es doch schlimmer, als so ziemlich alles, was gefühlt und war mir mit Stolz bewußt, als Vertreter unser modernes Theater bietet.(Hört! hört! b. d. S.) der Sozialdemokratie zu sprechen, als Vertreter der Partei, Ein Mann, der in der Kunstgeschichte, aber auch bei die stets am energischsten die Freiheit der Wissenschaft Ihnen, meine Herren auf der Rechten, einen guten Namen vertheidigt hat.(Rufe im Centrum: Sie paßten allerhat, Overbeck, sagte einmal von der Venus von Milo, dings in die Versammlung!) Nun, meine Herren, ich keine Spur von Leidenschaft und Erregung wohne ihr will nicht unhöflich sein, aber lieber halte ich es mit inne, man könne ihren Ausdruck eher kalt und stolz nennen. Leuten die in jener Versammlung waren, als mit gewissen Kun dieses Kunstwerk, vielleicht das größte, das wir be= anderen.(Sehr gut! b. d. Sozd.) Zu derselben Zeit, sitzen, ist im Centrumsorgan der Centrumspartei als eine als jene Protestversammlung stattfand, tagte eine Centrums eine einfach sinnlich wirkende Nudität, als Obscönität be= versammlung in München, deren Vorsitzender von den zeichnet worden. Man hat durchgesetzt, daß es aus dem Protestlern behauptete, daß sie zur Vertheidigung der UnSchaufenster entfernt wurde.(Hört! hört!) Angesichts sittlichkeit und der Sinnenlust zusammengekommen seien. lelcher Vorgänge begreit man, daß Veremundus sagt: Wenn ich auf den Herren, weil er just dayrischer Land. tagsabgeordneter ist, gewisse kollegialische Rücksichten zu nehmen hätte, so würde ich nicht verfehlen, ihn gebührend zu kennzeichnen Alle Interpretirungskünste meine Herren, werden Ihnen nichts helfen Man wird mit Recht der Ansicht sein, daß der Kunstparagraph die Freiheit der Kunst beschneiden soll, wie die Umsturzvorlage die Wissenschaft in Ketten schlagen sollte. Daher erhebt die Sozialdemokratie auch hier energischen Widerspruch. Sollte es ihr nicht möglich sein, zu verhindern, daß diese neue Prüfung über Deutschland kommt, nun, so wird sie trotzdem den Kampf nicht aufgeben, sie wird an der Seite der Kunst, der Wissenschaft und der Litteratur den Krieg fortsetzen: und mit diesen drei Bundesgenossen muß sie siegen.(Stürmischer Beifall b. d. Sozd.) Abg Himburg(kons) tritt kurz für die drei Paragraphen ein. Abg. Müller=Meiningen(frs. Vp.) hält Centrum und Konservativen unter lebhaftem Beifall der Linken vor, sie seien in diesem Saale die Angeklagten(Gelächter im Centrum und rechts) und Ankläger sei ein sehr großer Theil des ganzen deutschen Volkes. Auf den Empfang der Künstlerdeputation beim Staatssekretär Nieberding eingehend, bedauert Redner, daß sich unter der Deputation kein Jurist befunden habe. Denn der Staatssekretär habe den Herren eine solche Masse juristischer Spitzfindigkeiten an den Kopf geworfen, daß ihnen ganz dumm geworden sei.(Stürmische Heiterk.) Zu bemängeln an dem§ 184a sei zunächst die Wendung von Dingen, die„ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl gröblich verletzen." Es sei das ein juristisches Monstrum. Ebenso das„Aergerniß erregen". Geradezu ungeheuerlich sei das Wort des Abg Henning, daß dieses Gesetz der auf Abwege gerathenen Kunst als Wegweiser dienen solle. Die lex Heinze als Wegweiser für die Kunst! Das sei zum Lachen! Redner gibt hierauf einige Beispiele der jetzt in Berlin thätigen „Kunstpatrouillen". Ein Kriminalkommissar habe bei Keller u. Reiner die Entfernung des bekannten Böklinschen Bildes aus dem Schaufenster mit den Worten verlangt: Nehmen Sie das Bild weg, das im Wasser liegt und die Brüste zeigt.(Heiterk) Der Chef der Kriminalpolizei habe allerdings den Kommissar desavoulrt. Gegen die Berächtlichmachung der Reproduktionskunst durch den Abg Roeren müsse er gleichfalls protestiren. Diesem sei namentlich die Leda mit dem Schwan als das Schlimmste erschienen. Wisse denn Herr Roeren nicht, daß an der Mittelthüre der Peterskirche in Rom unter den Arabesken die Christus umgeden, sich auch die Leda mit dem Schwan befinde?(Hört! Hört!) Ganz besonders sei auch der Theaterparagraph zu bekämpfen, und zwar in der neuen Kompromißfassung, in der man Alles auf den Schauspieler werfen wolle. Für Sudermann müsse er, Redner, eine Lanze einlegen, Deutschland könne stolz auf diesen Dichter sein. Mit Recht habe gelegentlich des Erscheinens von„Sodoms Ende“ Minister Herrfurth auf eine Frage von hoher Seite geantwortet, wenn nur aufgeführt werden dürfe, was man auch seinen Töchtern sehen lassen könne dann müßten die besten Stücke unserer Klassicität von den Bühnen verschwinden. Die gesammte Künstlerschaft erblicke in dem vorliegenden Paragraphen eine schwere Ge fahr. Werde dies hier Gesetz, dann würden die Namen derer, die es beschlossen, für alle Zeiten prangen, aber nicht mit goldenen Lettern, sondern mit— schwarzen (lebhafter Beifall.) Er bitte um Ablehnung dieses Ge setzes(lebh. Beifall.) Staatssekretär Nieberding bestreitet, daß die Mitglieder der Künstlerdeputation von den Verhandlungen mit ihm „ganz dumm im Kopfe geworden" seien.(Heiterkeit). Die Herren hätten klar und unbefangen mit ihm diskutirt. Redner betont dann materiell die Nothwendigkeit, Schamlosigkeiten, Gemeinheiten zu bestrafen, die nicht auf ge schlechtlichem Gebiete lägen. Er erinnert an rohe Neu jahrs=, illustrirte Postkarten usw. Ein englischer Landpastor habe einmal an das Reichsamt des Innern geschrieben, er hätte geglaubt, seine zwei Söhne ohne Ge fahr für Körper und Geist nach Deutschland reisen lassen zu können, habe sich aber hinterher überzeugt, aus dem, was seine Söhne hier in die Hände bekommen hätten, daß Deutschland kein so moralisches Land sei.§ 184a sei durchaus kein Kautschukparagraph. Abg. Gröber(Centr.) führt aus, die Schärfe der Centrumsredner hier sei nur die Folge der Angriffe auf das Centrum in den Protestversammlungen. Auf den Bühnen kämen so obscöne Dinge vor, daß eingeschritten werden müsse. Redner exemplifizirt auf das Residenztheater, auf eine Vorstellung einer Operette im Darmstädter Hoftheater, auf die„Dame von Maxim“. Ebenso Abscheuliches gebe es in Bildhauerei und Malerei. Er empfehle dringend die Annahme der Kompromißvorschläge. Die Spekulation auf die gemeinen Triebe sei nicht die hohe göttliche Kunst, die Förderung verdiene Geh.=Rath Kruse meint, gewiß kame Manches auf dem Theater vor, aber jedenfalls nicht solche Unsläthigkeiten, wie in früheren Jahrhunderten. In Preußen komme man jedenfalls mit den bestehenden Vorschriften aus. Im Namen der verbündeten Regierungen bitte er,§ 184b als völlig überflüssig abzulehnen. Aba. Deinhardt(nl.) bekämpft entschieden die Kunstund Theaterparagraphen als im höchsten Maße gefährlich Die Kunst sei andernfalls in die Hände des Gendarmen gegeben. Der Richter, der seine zehn Semester habe studiren müssen, habe natürlich nicht Zeit für Kunststudien gehabt. Der Gendarm sage ihm: Beim Ansehen dieses Stückes, dieses Bildes schämte ich mich. Was solle also der Richter thun? Er müsse sich eben auch schämen (Stürmische Heiterkeit) und verurtheilen. Auf die Bemerkung des Staatssekretärs betreffs eines englischen Landgeistlichen frage er den Staatssekretär, ob er denn glaube, daß die Verhältnisse in England besser seien als hier? Da aber irre er. Oder in Frantreich, Herr Gröber? Er, Redner, sei in Frankreich, in Paris gewesen.(Abg. Deinhardt macht eine Handbewegung welche das Haus zu stürmischer Heiterkeit veranlaßt). Er sowie seine Freunde wünschten eine freie Kunst für das ganze deutsche Volk und lehnten daher diesen Paragraphen ab. Bayerischer Bevollmächtigter Graf Lerchenfeld empfiehlt die Annahme des§ 184a, derselbe habe mit der kunst nichts zu thun. Abg. Payer(südd. Vp.) bekämpft hauptsächlich den § 184 b. Abg. Stockmann(Rp.) meint, die Abgg. Müller=Meiningen und v. Vollmar hätten die Künstler über den wahren Inhalt dieser Paragraphen aufklären sollen. Abg. Schrader(frs. Bg.) erklärt, seine Partei wolle auch das Gemeine treffen, aber auch die Kunst schützen. Ein Vertagungsantrag der Abgg. Graf Kompesch, Dr Stockmann und v. Levetzow wird abgelehnt. Geheimrath Lenthe spricht sich gegen den§ 184b unter großer Unruhe des Hauses aus. Abg. Singer beantragt jetzt die Vertagung der Sitzung. Für diesen Antrag erheben sich nur die Sozialdemokraten, Freisinnigen und ein Theil der Nationalliberalen.— Infolgedessen beantragt Abg. Singer(Soz.) namentliche Abstimmung über den Vertagungsantrag. Dieser Antrag wird genügend unterstützt. Bei der Auszählung verlassen die meisten Freisinnigen und die Sozialdemokraten den Saal, um die Beschlußunfähigkeit herbeizuführen. Dies gelingt nicht.— Von 203 Mitgliedern, die an der Abstimmung theilnehmen, stimmen 182 gegen 21 für die Vertagung. Sie ist also abgelehnt. Abg. Liebermanu v. Sonnenberg: Die Protestbewegung der Künstler zeigt, welch eine ungeheure Macht die jüdische Phrase hat. Wer vertreibt die unzüchtigen Bilder? Die betriebsame Race.(Große Heiterkeit).— Der Abgeordnete vertheidigt weiter unter großem Tumult der Linken, den er mit Stentorstimme zu überschreien sucht, die Kompromißanträge. Abg. Singer(Soz.) beantragt hierauf Bertagung der Sitzung, Abg. Gröber(Centr.) Schluß der Debatte. Vizepräsident Schmidt läßt zuerst über den Bertagungsantrag abstimmen. Der Antrag auf namentliche Abstimmung wird durch die Sozialdemokraten und Freisinnigen ausreichend unter Briefe aus dem Grient. Kairo, den 3. März 1900. II. Der Reisende, der Aegypten und Syrien besucht, pflegt sich in Alexandrien nur 1 bis 2 Tage aufzuhalten. Diese Zeit genügt, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen zu lernen. Von der großen antiken Stadt, die einst Alexander gegenüber der Insel Pharus erbaute und die Jahrhunderte hindurch der Sitz griechischer, jüdischer und christlicher Gelehrsamkeit war, ist nur sehr wenig erhalten, die einzige Pompejus=Säule ausgenommen, die sich im Süden der modernen Stadt auf einem blauen Mahlonhügel erhebt. Die ägyptischen und griechisch-römischen Alterthümer, die man besonders in den Nekropolen, den Begräbnißstätten, gefunden hat, sind seit etwa zehn Jahren in einem besonderen Museum untergebracht In seinem nordöstlichen Theile ist Alexandrien eine moderne Stadt mit Waarenlagern, Palästen, Hotels, gepflasterten Straßen und Plätzen. Im Süden und Westen liegen die Viertel der Eingeborenen, wo man, durch die engen Gassen hindurchwandernd, einen echten Einblick in das orientalische Leben thun kann, das man freilich erst in Kairo genauer kennen lernt. Die Straßen in Alexandria waren am Sonntag sehr belebt. Die Kinder der„Franken" spielten Fastnacht und liefen oder fuhren in großen Schaaren verkleidet durch die Stadt. Hinter ihnen bewegte sich ein bunter und skandalirender Troß der farbigen Kinder, Araber, Fellachen und Neger, die jene neckten, ausschrieen und mit unbeschreiblichen Gegenständen bewarfen, wofür sie freilich nicht selten recht kräftig ausgeprügelt wurden. Die Fahrt von Alexandria bis Kairo ist für den Fremden, der zum ersten Mal diese Strecke durchreist, sehr merkwürdig. Die Eisenbahn führt durch die fruchtbaren Niederungen des Nildeltas, das von den beiden Nilarmen und zahllosen Kanälen durchströmt wird. Die Felder standen im frischesten Grün. In der Nähe der Fellachendörfer und Städte, die meist auf einer kleinen Bodenerhöhung liegen, erheben sich schlanke Palmen und breitästige Syhomoren. An von Gepäckträgern, Kutschern und Eseljungen, welche hunderten der elenden grau=shwarzen Fellachendörfer in wildem Gedränge und lautem Geschrei über die saust der Zug vorüber. Die Häuser bestehen nur aus Reisenden hersielen und sich um ihre Koffer zankten. einem Erdgeschoß, sind aus in der Sonne getrockneten Ich hatte mich einem Hotel-Kommissionär anvertraut, iegeln erbaut und mit Schilf oder Stroh bedeckt. der sich und mir einen Weg durch die Menge bahnte die bilden meist nur ein Zimmer und sind dicht an Indeß hört sich das alles gefährlicher an, als es in einander gebaut, ohne Fenster und Meublement. Diese Wirklichkeit ist. Der Orientale liebt lautes Geschrei Menschen— das ägyotische Landproletariat— wohnen und heftige Bewegungen, auch wo es sich um Kleinigbuchstäblich im Dreck, namentlich wenn es regnet, zu- keiten handelt sammen mit Hunden, Hühnern und Kälbern. Man] Kairo ist zum Theil eine durchaus moderne Stadt, ieht die Fellachen, das sind die ägyptischen Bauern mit Kaufläden, großen Restaurants und vornehmen und Nachkommen der alten Aegypter, in dürftiger Kleidung an den Bahn= und Kanaldämmen, die zugleich die Landstraßen bilden, einzeln oder gruppenweise daherziehen, Weiber mit Schilfkörben und Wasserkrügen auf dem Kopfe, Männer und Knaben, in der Hand den unvermeidlichen Stab, mit Zügen von Eseln und Kamelen, schwer beladen mit saftigen frischen Kleebündeln oder Gemüsekörben. An den größeren Städten hat der Zug einige Minuten Aufenthalt. Das Bild wird bunter und abwechslungsreicher. In Tanta springt eine brauner Knaben mit Mandarinen auf den Zug, laufen in den Seitengängen von einem Wagen zum anderen und bieten ihre Waare an. Für einen halben Piaster erhält man 4 bis 5 der schönsten Mandarinen, so groß und saftig wie Orangen. Die Buben laufen Hotels, mit Wasserleitung, Gas= und elektrischer Beleuchtung, mit elektrischen Bahnen und OmnibusBetrieb. Viele breite und lange Straßen durchziehen das Häufermeer nach allen Richtungen. Die wenigsten sind indeß gepflastert. Eine Kanalisation fehlt ganz und gac. Als ich dort ankam, war Kairo fast in eine Lagunenstadt verwandelt. Die letzten Tage hatte es andauernd und viel geregnet und mehrere Straßen waren überhaupt nicht zu passiren, die fußtief mit Wasser oder Schlamm angefüllt waren. Das Ge Schaar schäft der Kanalisation muß hier die Sonne besorgen, deren Gluth in kurzer Zeit die Straßen wieder austrocknet. In der Hauptstadt Aegyptens wohnen über 500000 Menschen. Nirgends in der ganzen Welt mögen so viele Rassen zusammentreffen als hier. Außer den noch von Wagen zu Wagen, wenn der Zug schon längst vielen Amerikanern und europäischen Fremden, Eng wieder in Bewegung ist, und erst nachdem sie alles verkauft haben, springen sie bei voller Fahrt auf den Bahndamm herab. In einem solchen Eisenbahnzuge findet sich eine bunt zusammengewürfelte internationale Gesellschaft ländern, Franzosen, Deutscher., Italienern und Griechen, sehen Sie hier Fellachen, Araber, Türken, Juoen, Syrier, Perser, Armenier, Abessynier, Inoie., Nubier und Sudanneger,— alle Farbenschattirungen vom pechschwarzen Mohr bis zum blassen Milchgesicht des zusammen. In meine Wagenabtheil saßen außer mir englischen Jünglings. Bunter noch als die Hautzwei Griechen, ein Türke, ein Italiener, ein Levan= farben sind die verschiedenen Trachten. Der Aegypter tiner, während drei kaffeebraune Araber im Seiten= trägt eine weißleinene Unterhose und darüber einen gang hockten und das nebenliegende Koupee von laut langen Kittel mit Aermeln. Diese hemdartigen Geschwatzenden Engländern besetzt war. Welch' Sprachen= wänder sind meist blau, schwarz oder weiß, außerdem gewirr man hier zu hören bekommt, kann man sich finden Sie noch alle nur denkbaren Farben vertreten. licht vorstellen. Den schönsten Anblick gewähren die hellblauen Bei der Ankunft in Kairo wiederholten sich die Kittel. Ebenso vielfarbig sind die Turbane, ein Szenen, die wir schon bei der Landung in Alexandrien Tuch, das gefalte und um Fes und Stirn gewickelt erlebt hatten. Vor dem Ausgang lagerte eine Schaar wird. Die meisten gehen barfuß, nur die Wohlhabenden tragen kleine gelbe oder rothe Pantoffeln. Das wechselvollste und lebhafteste Treiben kann man in der Muski beobachten, einer der interessanteten Straßen der Stadt, die sich vom Platz El-Kadra bis zu den Chalifengräbern erstreckt. Hier sehen Sie den ganzen Tag, namentlich am frühen Morgen und jegen Abend, alle Rassen und Trachten, sowie die Repräsentanten der verschiedensten Gewerbearten: Wasserträger mit frischem kaltem Wasser in großen Krügen und Ziegenfellschläuchen auf dem Rücken, Verkäufer von Orangen, Mandarinen, Weizenbretzeln, Durrefladen u. s. w., Derwische, Bettler, verschleierte Frauen, Eunuchen, meist pechschwarze Neger in tadelloser europäischer Kleidung, Reiter zu Pferde, Kameele und Esel,— und damit nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr etwas genieße, ist die Straße mit einem heillosen Geschrei und Stimmengewirr erfüllt. Mehrmals bin ich— auf dem Esel— durch die Basare geritten, welche in zahllosen Gäßchen und Winkeln zu beiden Seiten der Muskistraße sich ausdehnen. Recht bunt sieht es dort aus, wie alles im Orient, aber die alte Pracht und Fülle ist verschwunden. Die Industrie und der Handel Europas haben die Basare auf den Aussterbe- Etat gesetzt. Ebenso stehen die„Eseljungen", welche die charakteristischste Erscheinung von Kairo bildeten, im Zeichen des unabwendbaren Niedergangs. Während man sie früher nach Tausenden gezählt haben mag, sind sie jetzt auf Hunderte zusammengeschmolzen. Nicht nur kann man jetzt die einzelnen Quartiere der Stadt, sondern auch die umherliegenden Städte und Dörfer, sowie die antiken Sehenswürdigkeiten durch Eisenbahn und elektrischen Tram billiger, schneller und bequemer erreichen Ein Stück Romantik geht freilich damit zu Grunde. Der Orient wird im Laufe der Zeit durch die moderne Technik seinen ursprünglichen Charakter verlieren, und Aegypten wird diese neue Zeit zuerst erleben. Selbst die orientalische Tracht beginnt zu verschwinden. Die jüngere Generation der vornehmen Kreise kleidet sich europäisch, und sie legt natürlich um so mehr Gewicht darauf, daß Alles seiner gestriegelt und gebügelt ist als beim gewöhnlichen stützt, worauf diese unter lärmender Entrüstung der Rechten, stürmischen Rufen Pfut! und Raus!— einige Mitglieder der Rechten rufen ihnen Schimpfworte nach— den Saal verlassen. Von den Sozialdemokraten bleibt nur Singer, von den Freifinnigen nur Rickert und Frese zurück. Während der Abstimmung wiederholen sich dieselben Szenen wie vorher. Gegen Ende der Abstimmung seyzt sich die ganze Rechte in Positur und wartet mit gespannten Blicken nach der Thür auf der linken Seite auf den Einzug der Obstruktionisten. Da erscheint ganz allein zunächst Eugen Richter. Er wird mit einem Sturm von Entrüstung empfangen. Die äußerste Rechte kann sich garnicht genug thun in dröhnendem Geschrei des Unwillens Richter schreitet mit berächtlichen Handbewegungen nach seinem Sessel. Dann kommen die anderen Mitglieder der Linken nach, von der Renten diesmal nur zum Genusse eines sanfteren Echos der Entrüstung zugelassen Roch hat der Vizepräsident Schmidt das Abstimmungsergebniß nicht verkündet, da ruft er: Das Wort hat der Abg. v. Kardorff Abg. v. Kardorff(Rp.): Meine Herren!(Lärm links. Heftige Zurufe Singers und Richters: Was? Jetzt mitten in der Abstimmung?) Der Prasident hat mir das Wort ertheilt. Sie sind nicht Präsident, Herr Richter. In der Abdirung vorhin war ein Fehler. Die Herren, die den Antrag auf namentliche Abstimmung unterstützten, müssen auch mitgezählt werden.(Stürmisches Hohngelächter links Lärm rechts) Abg. Singer(Soziald.): Nachdem während der Abstimmung Herr Kardorff das Wort erhielt, bin ich dankbar, daß der Prasident es wenigstens mir auch giebt. Die Forderung widerspricht der Geschaftsordnung. Was Sie auf diesem Umwege wollen, ist ja klar. Abg. Richter(frs. Vp): Die Mehrheit des Hauses hat von ihrer Macht den rücksichtslosesten Gebrauch gemacht, indem sie die Sitzung weit über die gewöhnliche Zeit ausgedehnt hat, wahrscheinlich um einer Anzahl von Herren, te wir leider nur selten hier sehen, es zu ermöglichen, schon Freitag Abend nach Hause zu fahren.(Sehr wahr! Heiterkeit. Beifall links. Lärm rechts). Diese Praxis wollen wir nicht unterstützen. Es ist unsere Pflicht, von den äußersten Mitteln der Geschäftsordnung Gebrauch zu machen.(Lebhafte Zustimmung bei den Freisinnigen und Sozialdemokraten). Wollen die Herren nicht, daß das Haus beschlußunfshig ist, dann haben sie die Pflicht, selbst hier zu sein. Es entscheiden nicht die Hüte in der Garderobe, sondern die Köpfe im Saale Die Abstimmung ergiebt 191 Abstimmende, also ist das Haus beschlußunfähig Freitag 1 Uhr: lex Heinze und Gewerbenovelle Schluß 7½ Uhr Politische Uebersicht. Obstruktion im deutschen Reichstag. b. Berlin. 15. März Der Reichstag erlebte heute eine Sitzung, so stürmisch, wie sie in den Annalen des etwas rigen deutschen Parlamentarismus noch nicht verzeichnet ist. Zum ersten Male hat sich gezeigt, daß als Waffe gegen eine freche Reaktionspolitik auch im deutchen Reichstage die Obstruktion mit Erfolg sich anwenden läßt. Die Paragraphen, die heute zur Berathung standen, haben es nicht mit Prostituirten, Dirnen und Zuhältern, auch nicht mit Fabrik- und Gutspaschas zu thun; sie wollen die Kunst und Litteratur zur feilen Dirne herabwürdigen, die geharsam zu Füßen der gescheitelten und geschorenen Kirchenpaschas kauern und mit stiller Ergebenheit die Fußtritte in Empfang nehmen soll, die die frommen Herren ihr zu verabreichen geruhen Mit großer Schärfe wandte sich unser Fraktionsredner, Georg von Vollmar, gegen die Dunkelmänner und ihr freches Treiben. Allgemein herrschte, im Hause wie auf den Tribünen, die Ansicht, daß diese Rede die beste war, die am heutigen Tage, um nicht zu sagen, während aller Berathungen der lex Heinze über die Gefahren gehalten worden ist, die der Kunst und Litteratur von den Kautschukparagraphen jenes Gesetzes drohen Der übrige Theil der heutigen Debatte wußte sich nicht auf der Höhe der Vollmar'schen Rede zu halten. Gewiß soll nicht geleugnet werden, daß der Freisinnige Schrader, der Demokrat Payer, der lustige, etwas weinselige Nationalliberale und Pfälzer Deinhardt manch' kräftiges Wörtlein wider die Verdummungs= und Verfrommungskämpen fanden und daß namentlich Dr. Muller=Meiningen, schwer gewürzt durch die persönlichen Angrisse, die die Centrumsherren gegen ihn gerichtet, sich durch eine glänzende Attaque auf die schwarze Phalanx revanchirte. Aber ihren Reden fehlte der entsprechende Resonanzboden: die Mehrheitsparteien, ihrer Ueberzahl stolz sich brüstend und ihrer geistigen Inforität sich innerlich nur allzusehr bewußt, vermieden es, den Rednern der Linken zu antworten: die Stockmann und die Himbura— die Junker hielten sich wieder zurück— begnügten sich mit kurzen Erklärungen; nur Herr Gröber kapuzinirte etwas länger und erwies sich als außerordentlich freigiebig im Austheilen von Schimpfworten. Und das entrüstet sich über den Ton der Münchener Resolution" Die Regierungsvertreter waren ebenso sparsam mit Worten, wie ihre Kompromißpartner von den Mehr heitsparteien. Soviel ging aus ihren theils lakoni= schen, theils unverstänglichen Erklärungen hervor, daß die Regierung den Kunstparagraphen bereits mit Haut und Haaren verdaut hat; gegen den Theaterparaghen dagegen sich noch etwas altjungfräulich-zimperlich spreizt Fünf Stunden hindurch mochten Reden und Gegenreven von hüben nach drüben geflogen sein, als Singer den Antrag auf Vertagung stellte und zugleich verlangte, daß über diesen seinen Antrag namentlich abgestimmt werde Die Freisinnigen und selbstredend auch unsere Fraktion erhoben sich zur Unterstützung dieses Antrag, der die Rechte und das Centrum zu einem Wuthausbruch hinriß. Um auf alle Fälle die Beschlußunfahigkeit herbeizuführen, verließ die Linke einschließlich eines Theiles der Nationalliberalen den Saal. Aber in bewährter„Unzuverlässigkeit" schnappte ein Theil der Nationalliberalen ab. So wurde für diesmal die Absicht der Linken vereitelt: es stimmten 203 Mitglieder, also 4 über das Beschlußfähigkeisminimum, ab. Das positive Ergebniß der Abstimmung war, daß das Haus noch eine Rede des Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg anzuhören gezwungen wurde, die derselbe von der Tribüne herab mit Stentorstimme in den Tumult, ihn zeitweise übertönend, hineinbrüllte. Nach diesem lustigen Intermezzo stellte Singer aufs Neue den Antrag auf Vertagung und namentliche Abstimmung darüber. Nach heftiger Geschäftsordnungsdebatte, bei der Eugen Richter unseren Genossen Singer wirksam unterstützte, wird diesem Antrage die Priorität vor einem Schlußantrage des Centrums zuerkannt Wieder verläßt die Linke unter dem Wuthgeknirsch der Junker und Pfaffen den Saal. Diesmal mit besserem Erfolge. Nur 192 Abgeordnete stimmen ab. Das Haus ist beschlußunfähig. Unter großem Tumult wird die Weiterberathung auf morgen vertagt. Vom Fleischkrieg. Zur Zeit ist man etfrig dabei, um auch bezüglich des Fleischeinfuhrverbotes ein Kompromiß zu Stande zu bringen. Daß die Kompromißpolitik, d. h. die Vergewaltigung der Minoritätsparteien für die Kompromißler, indessen auch ihre Schattenseiten hat, das mußten dieselben in der Donnerstagssitzung des Reichstages erfahren. Ein Artikel der Berlinrr„Politische Nachrichten" läßt erkennen, daß auch Herr v Miquel an der Kompromißarbeit betheiligt ist. Es ist zwar kein Zweifel, so heißt es in dem Organ Miquel's, daß der Bundesrath einem Gesetzentwurfe, der die Beschlüsse der zweiten Lesung in vollem Umfange aufrecht erhielte, nicht zuzustimmen in der Lage wäre, aber Fürst Bismarck habe stets Kompromisse für dem Wesen des konstitutionellen Regierungssystems entsprechend erachtet. Der Reichstag dürfte daher nicht auf seinem Scheine bestehen. Das Organ Miquels hofft, daß zwischen der zweiten und dritten Lesung bei allseitig gutem Willen der Weg zu einem Kompromiß gefunden werden möchte. Wie das gemacht werden muß, darüber verbreitet sich ein anderer Miqueloffiziöser in der„Münchener Allg. Ztg.":„Es soll zunächst dem Publikum plausibel gemacht werden, daß die Erklärung des Reichskanzlers zum Einfuhrverbot nicht so ablehnend gelautet habe, wie bisher angenommen wurde. So schiebt der Berliner Offiziöse der„Münchener Allg Ztg." dem Reichskanzler die Erklärung unter, daß er den weitgehenden Anträgen der Kommissionsbeschlüsse nicht zustimmen könne. Also nur den„weitgehenden" nicht Die„Nationalzeitung" findet den Hinweis auf den ersten Kanzler in diesem Falle so verfehlt als möglich. Ueberhaupt sind die Großindustriellen dabei, Protest gegen das fleischvertheuernde Agrarierthum zu erheben. Es liegt eine weitere Reihe Mittheilungen über die Protestkundgebungen vor, aus denen wir Folgendes hervorheben: Die Zentralstelle zur Vorbereitung von Handelsverträgen theilt in einem Rundschreiben mit, sie werde sich in der allernächsten Zeit an einer öffentlichen Kundgebung betheiligen, zu welcher die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft alle Interessen vertretungen eingeladen haben. Sie fordert, daß in allen Plätzen des Vaterlandes die Stimme des Protestes in imposanter Weise zum Ausdruck komme Sache der Handelskammern und wirthschaftlichen Verbände ist es, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen.— Wie die Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen ferner mittheilt, hat die Handels kammer zu Leivzig bereits am Donnerstag telegraphisch und schriftlich beim Reichskanzler und Reichstag gegen die Beschlüsse der Kommission für das Fleischbeschaugesetz protestirt. Eine motivirte Eingabe an das sächsische Ministerium wird demnächst folgen. Desgleichen hat die Handels- und Gewerbe kammer für Mittelfranken in Nürnberg gegen die uropäer. Andere geyen noch nicht zur vollständigen tropäischen Kleidung über, sondern tragei über ihrem intfarbigen Kittel blos einen modernen Rock oder Kantel Wer durch die Straßen und Gassen Kairos wanert, erlebt oft die interessantesten und heitersten zenen, da sich das Leben des Orientalen mehr als i uns und auch viel mehr als in Italien, öffentlich uf der Straße abspielt. Ich bin nicht Wortmaler mug, als daß ich alle diese Bilder anschaulich und 1 Kürze Ihnen vorführen könnte. Sitzen Sie vor er Münchener Bierhalle von„Vater Gorff", so können die die Menge an sich vorbeifluthen lassen. Namentch gegen Abend findet sich eine große Zahl von Straßenhändlern ein. In einer kurzen halben tunde können Sie von mehr als 50 Händlern anesprochen und zum Kauf aufgefordert werden. Diese eute sprechen alle etwas englisch, französisch, italienisch der deutsch, und Sie sind verwundert, wenn Sie jren, was man da nicht alles kaufen soll: Schuhemen, Gläser, Schwämme, Perlen, Ansichtskarten, hotographieen, Haudtücher, Schaf- und Ziegenfelle, ündhölzer, Stöcke, Teppiche, japanische Masken, hawls, Shlipse, Krüge, Schwerter und Dolche aus em Sudan, Rosen von Jerichow, Orangen, Manarinen, Mandeln, Durrafladen, Weizenbretzeln, Krebse, ühner, Enten, Wasserpfeifen, Nilpferdpeitschen, kleine usgetrocknete Krokodile u. s. w. u. s. w. Wandern Sie durch die Straßen, namentlich im entrum, so werden Sie von einer großen Schaar Stiefelputzer verfolgt; es sind kleine Negerkaaben, elche mit Argusaugen Ihre Schuhe mustern, und men weder eine energische Absage noch eine Drohung lit dem Stock Respekt einflößt. An der Seite ingt ihnen eine dünne Blechbüchse, worin sie einen bewerbeschein tragen, der ihnen zwei Shilling kostete. Damit Sie die Schaar überhaupt loswerden, lassen Sie sich am besten von einem die Stiefel für einen halben Piaster reinigen, auch wenn es nicht nöthig sein sollte,— um an der anderen Straßenecke von einer anderen Schaar angerempelt zu werden. Wenn es nach dem Willen dieser kleinen schwarzen Knaben ginge, müßte man sich an einem Tage mehr als hundert Mal die Siesel putzen lassen. Ich glaube, nirgends in der Welt werden so viele Stiefel geputzt als hier. Hier und da bewegt sich auch ein Leichenzug. Meist reitet einer auf dem Esel voraus, dann folgen singende Derwische mit Fahnen, betende Blinde und Knaben. Hinter ihnen tragen vier Männer abwechselnd auf einem hölzernen Gestell eine Kiste, die mit einem Teppich zugedeckt ist und die den Todten birgt. Hierauf kommt der Zug der Leidtragenden. Die gemietheten Klageweiber, in ihren blauen Kleidern, stoßen ein jämmerliches Geschrei aus,— und ziemlich schnell bewegt sich der Aufzug an Ihnen vorbei. „Phantasia" nennt der Araber irgend einen festlichen und feierlichen Aufzug. Man sieht eine solche Phantasia nicht allzu häufig. Meist sind es Hochzeiten Oder man begegnet einer Eselskarre, auf welcher 8 bis 10 schwarz gekleidete, verschleierte Frauen hocken, die zum Kirchhof hinausfahren, um über ihre abgeschiedenen Männer am Grabe zu klagen. Hin und wieder treffen Sie auch eine schnell fahrende Equipage, welcher ein weißgekleideter Sais mit langem Stock vorausläuft, der unaufhörlich Oah! schreit, d. h.: Mach dich aus dem Wege, obgleich ihm Niemand den Weg versperrt. Es ist ein alter, aus der Mode gekommener, früher einmal nothwendiger Gebrauch, den sich die Reichen leisten können, um zu zeigen, wie reich sie sind. I. w. Kommissionsbeschlüsse Protest erhoben. Endlich hat sich auch die Handelskammer in Mannheim in einer Petition an den Reichtag gewandt. In einer Börsenversammlung zu Bremen wurde nach einem Vortrag des Handelskammerhorsitzenden gleich= falls ein Protest gegen das Fleischbeschaugesetz in seiner jetzigen Fassung beschlossen. Der Verband sächsischer Tertilindusirtellen hat nach dem Bekanntwerden der Beschlüsse der Reichstagskommission an das sächsische Ministerium des Innern sofort eingehend begründete Eingaben abgesandt, in denen unter Hinweis auf die hochentwickelten Beziehungen der hiesigen Textilindustriellen mit den Vereinigten Staaten gegen die Beschlüsse der Reichstagskommission Einspruch erhoben wird Die„Freisinnige Zig“ bemerkt zu den zahlreichen Petitionen:„Unseres Erachtens würde es weit zweckmäßiger sein, wenn solche Petitionen nicht an den Reichstag im Ganzen gerichtet würden, sondern an die einzelnen Reichstagsabgeordneten persönlich, welche bei der zweiten Berathung des Gesetzes für das Fleischeinfuhrverbot gestimmt haben. Dies gilt namentlich von denjenigen Inoustriezweigen, die in den Wahlkreisen der betreffenden Herren verbreitet und durch das Fleischeinfuhrverbot gefährdet sind. Deutschland. X Berlin, 15. März. Für einen beweglichen Getreidezoll bringt die „Post" abermals einen Leitartikel. Es müßte für Getreide ein Minimalverkaufspreis festgesetzt und zur Erzwingung desselben ein beweglicher Getreidezoll eingeführt werden. Offenbar glaubt man auf diese Weise die in dem Antrag Kanitz vorbezeichneten Getreidepreise erzwingen zu können. Das Organ des Industriekönigs Stumm zieht meist an „Ceutral News“ meldet aus Durban von Mittwoch: Robert's Erfolg hat eine wichtige Aenderung in den Plänen des Generals Bullers herbeigeführt General Warren, dessen Division sich bereits eingeschifft hatte, um nach Kapstadt abzugehen, ist heute zur Front zurückgekehrt. Seine Truppen sind nun im Begriff, sich mit Bullers Truppen wieder zu vereinigen, zugleich mit 1000 Mann Verstärkung, die von Kapstadt angekommen waren.— Dasselbe Blatt meldet weiter: Der Afrikanderaufstand im westlichen Gebiet läßt bisher nicht nach. Die Aufständigen haben die Telegraphenlinien südlich von Camaroon zerstört und die Verbindung mit Kapstadt unmöglich gemacht, alle Pferde und Zugthiere im Bezirk von Van Wykes Kei verruinirt und Josburg besetzt. Eine Deputation ist von Calviena nach Kenhardt unterwegs, um die Aufständigen zum Niederlegen der Waffen aufzufordern. In Dordrecht ergaben sich Dienstag 100 Mann mit Waffen und Munition. London. 15. März. Die„Times" meldet aus Lourenco Marquez von gestern: Ein Herr, der während des Krieges mit einer der Randminen in Verbindung stand, erkläct, die Beamten des Minendepartements der Transvaal Regierung seien mit einem Plane zur Zerstörung der Schächte und der Grubenbauten mittels Dynamits beschäftigt. Derselbe Herr weiß zu melden, daß eine Anzahl Sprengminen und andere zur Vertheidigung dienende Werke in der Nähe von Johannesburg errichtet seien. agrarischen Strange. Daraus kann man schließen, daß die in großindustriellen Kreisen sich zur Zeit bemerkbar machende Protestbewegung gegen oas Fleischeinfuhrverbot nicht eine sehr tiefgehende ist. Und in der That ist die schroffe Schutzzollpolitik in Deutschland ja nur dank der bereitwilligen Hülfe der rheinisch-westfälischen Eisenindustriellen möglich geworden. Eine Hand wusch die ." Soziales und Arbeiterbewegung. Die höchste Strafe Demjenigen, der es wagt, für die gemaßregelten Bergarbeiter zu sammeln. Die Amtshauptmannschaft in Zwickau har, wie berichtet wird, gegen Personen, d'e für die armen gemaßregelten Bergleute einige Groschen sammelten, um die dem brodlos gemachten Arbeiter über Wasser zu halten, Strafmandate in der höchst zulässigen Höhe von 150 Mark erlassen. Daß wegen„unerlaubten" Sammelns Strafmandate erlassen werden, ist nichts Neues, aber noch niemals, soweit wir uns erinnern, ist man selbst in Sachsen dazu übergegangen, die höchste Strafe aufzuwerfen. Nur jetzt, wo für die armen Opfer der Grubenbarone einige Groschen gesammelt werden, um diese und ihre hungernden Familien mitten im Winter andere, und wenn jetzt die Jadustriellen sich etwas vor dem Elend zu schützen, wird für die Bethätigung A MMIpiquirt zeigen, so nur darum, weil in punkto unver= schämter Auspowerung des armen Volkes die Agrarier sich den Großindustriellen wieder einmal überlegen gezeigt haben * v. Puttkamer. Der frühere Minister des Innern, v. Puttkamer, ist gestorben. Unsern Parteigenossen, welche die Zeit des Sozialistengesetzes mit durchkämpft haben, ruft der Name v. Puttkamer eine Menge„vorübergehender Erscheinungen" ins Gedächtniß zurück. v. Puttkamer, der pommer sche Junker, war ein Polizeiminister schlimmster Sorte Zur Ausführung des Schandgesetzes war er, der Verwandte Bismarcks, die Frechte Hand dieses Gewaltmenschen. Die meisten Verlängerungen des Sozialistengesetzes hat v. Puttkamer begründet, wobei ihm dann jedes Mal von den sozialdemokratischen Abgeordneten, die die Spitzel Spießruthen laufen ließen, gehörig eingeheizt wurde. Während einer solchen Debatte sprach v. Puttkamer das geflügelte Wort:„Hinter jedem Streik lauert die Hydra der Gewalt und der Revolution.“ Die kurze Zeit der Regierung des Kaisers Friedrich war doch gerade lang genug, um v. Puttkamer den Laufpaß zu geben. Bismarck ließ ihn fallen, um sich selbst zu retten— bis zwei Jahre später auch er zur vorübergehenden Erscheinung geworden war. v. Puttkamer wurde nach seiner Entlassung Oberpräsident der Provinz Pommern. Nun ist er todt, und wenn nicht alles trügt, dann will sich der jetzige Minister des Innern, Herr v. Rheinbaben, seinen sozialistengesetzlichen Vorgänger zum Muster nehmen. * Die Kanalvorlage soll nach Östern dem Landtage zugehen. Bestätigt sich diese Meldung, dann würde im Landtag der Kanalkrieg zur selben Zeit anheben, während welcher im Reichstag der Flottenkrieg seinen Höhepunkt erreicht. * Also nicht. Die Nachricht, daß der Beitritt zum Flottenverein, weil es sich um einen politischen Verein handle, den Offizieren und Militärbeamten des 16. Armeekorps vom kommandirenden General Grafen von Häseler in Metz verboten worden sei, wird in der„Lothring Ztg." als unrichtig bezeichnet. Besser wäre gewesen, wenn Graf Häseler auch dabei mitgetheilt hätte, wie er die Theilnahme der Offiziere am Flottenverein mit der Gesetzesbestimmung in Einklang bringen will, wonach Militärpersonen keine politische Agitation betreiben dürfen. Oesterreich-Ungarn. * Wien, 14. März. Der sozialpolitische Ausschuß nahm heute den vom Subkomitee vorgelegten Gesetz entwurf an, womit für die Bergarbeiter untertags die neunstündige Arbeitsschicht unter Zulassung von Aus nahmen in berücksichtigungswerthen Fällen bestimmt wird. Der Gesetzentwurf soll im Hause in dieser Session nach Östern zur Verhandlung kommen. Weiter beschloß der Ausschuß, seine Permanenzer klärung zu beantragen. Der Sozialdemokrat Verkauf bekämpfte den Entwurf wegen Zulassung von Aus nahmen und wegen Hinausschiebung der Inkrafttretung bis 1. Januar 1901. Präsidentschaftsgebäude sichtbar. Gegen 10 Uhr Morgens war, wie dem„Daily Chronicle" zu entnehmen ist, Lord Roberts mit der Hauptmacht herangerückt, und es erschien eine städtische Deputation mit dem Bürgermeister Kellner an der Spitze, um ihm am Fuße des Spitzkop die förmliche Uebergabe der Stadt anzuzeigen. Präsident Steijn hatte den der Nächstenliebe und Mildthätigkeit gleich die höchste Strafe aufgeworfen. Also mit der höchsten Strafe wird es in Sachsen belegt, für die Opfer der Rache der Kohlenbarone, die zu derselben Zeit das Publikum mit hohen Kohlenpreisen ganz ungenirt schröpfen, einige Groschen zu sammeln. Die sächsische Arbeiterschaft wird hoffentlich auch diesen Beitrag behördlicher Maßnahmen zum Bergarbeiterstreik in dauerndem Gedächtniß behalten 122 Entlassene haben sich zur Liste des Unterstützungs=Bureaus im Zwickauer Revier gemeldet, wovon nach der Unterstützungsliste noch 368 Mann zu unterstützen wären. Am Sonntag wurde an 200 Bedürftige Unterstützung gezahlt. Den bescheidenen Mitteln entsprechend konnte nur nach folgenden Sätzen unterstützt werden: Verheirathete 6 Mark, Ledige 3 Mark, jedes Kind 1 Mark. Von der angeblichen Lohnzulage wird in der Presse ein ungebührlicher Lärm gemacht. Sie ist augenscheinlich dazu bestimmt, die Entrüstung über die unverschämte Steigerung der Kohlenverkaufspreise zu beschwichtigen und zu übertäuben. Es mag auch bemerkt sein, daß die Entlassenen und wieder Neueingestellten nur zu der niedrigsten Lohnklasse eingestellt worden sind. Das ist die Rache des Unternehmerthums. Der Kongreß der Gastwirthsgehilfen wurde am Freitag geschlossen. Er hatte sich noch eingehend mit der Kellnerinnenfrage beschäftigt, wobei seitens mancher Delegirten noch recht rückschrittliche Anschauungen zu tage traten. Schließlich einigte man sich auf eine Resolution, welche für Kellnerinnen zehnstündige Arbeitszeit und ein Minimalalter von 18 Jahren fordert. Weiter wurde noch die Stellenvermittlung und die Organisationsfrage besprochen. Da man die Unmöglichkeit, die bestehenden Verbände sofort zu vereinigen, einsah, beschloß man zunächst die Niedersetzung eines Ausschusses dessen Aufgaben folgendermaßen festgesetzt wurden:„Die Hauptaufgaben dieses Ausschusses sind: die Weiterarbeit auf sozialem Gebiete zu fördern, Erhebungen über die Lohn= und Arbeitsverhältnisse anzustellen sowie überhaupt die allgemeinen Interessen der Berufsangehörigen der Oeffentlichkeit, den Behörden, den gesetzgebenden Körperschaften gegenüber zu vertreten. Der Ausschuß hat ferner die Vorbereitungen zu späteren allgemeinen Fachkongressen zu treffen." Zur Frage der Unfallversicherung wurde eine Resolution angenommen, welche Ausdehnung derselben auf das GastwirthsGewerbe fordert und dann der Kongreß geschlossen * Berlin, 15. März. Zu dem Massenstreik der Tapezirer haben die Unternehmer am Montag Stellung genommen. Es wurde beschlossen, die Hauptforderung der Gehilfen: die Anerkennung des 60 PfennigStundenlohnes, abzulehnen, ebenso die Freigabe des 1. Mai als Feiertag. Wegen der übrigen Forderungen soll von Fall zu Fall eine Verständigung versucht werden. Nach dem Bericht der Streikkommission haben bis jetzt 63 Firmen mit ca. 300 Arbeitern die Forderungen anerkannt. In 40 Geschäften wird zur Zeit noch wegen der Wiederaufnahme der Arbeit verhandelt, während sich über 220 Arbeiter in 30 Geschäften noch im Ausstand befinden. Eine Ausdehnung des Streiks steht zu erwarten. * Magdeburg, 15. März. Der Streik der Hafenarbeiter ist für beendet erklärt. Eine öffentliche Versammlung der Magdeburger Hafenarbeiter beschloß am Freitag Abend:„Die Streikenden sind zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Fortsetzung des Streiks am städtischen Hafen zwecklos ist. Nicht Mangel an Muth, noch materielle Schwächen sind es, welche die Hafenarbeiter zu diesem Entschluß führen. Dem Umstand, daß sich so viele Arbeiter gefunden haben, die ihren, um ihr Recht kämpfenden Klassenbrüdern in den Rücken gefallen End, ist es einzig und allein zuzuschreiben, daß die Hafenarbeiter in ihrem Die Versammlung beschließt deshalb, Der Krieg in Südafrika. Ueber die Einzelheiten der Einnahme von Bloemsontein liegen bisher nur dürftige Nachrichten vor. Aus einer Kapstadter Meldung des„Daily Telegraph“ geht hervor, daß General French anfänglich starkem Widerstand begegnete, jedoch bis auf fünf Meilen an die Stadt herandringen konnte. Montag Abend schickte er einen Parlamentär mit der Aufforderung zu rapituliren, widrigenfalls am nächsten Morgen mit berechtigten Kampf unterlegen sind. der Beschießung begonnen werden würde. Dienstag lung beschließt deshalb, den Stre Hafen für beendet zu erklären.“ Eine Einigung erzielt wurde in dem Streite der ung beschnegt beshalb, den Streik am städtischen in aller Frühe wurde die weiße Flagge auf demc Mainzer Mödeltischler mit den Fabtikanten. Es fand zwischen dem Möbelfabrikanten= und Meisterverband und der Lohnkommission der Schreiner nochmals eine Besprechung statt uno es ist hierbei gelungen, die Einigung zu erzielen. Eine öffentliche Schreinerversammlung gab Ort am Abend vorher verlassen, ebenso die große gestern Abend ihre Zustimmung zu den Abmachungen. Mehrzahl der kämpfenden Burghers. Mittags hielt! Die Arbeitszeit ist eine neuneinhaubständige einschließlich Roberts seinen feierlichen Einzug in die Stadt, angeblich mit Enthusiasmus von der Bevölkerung(wohl einer halbstündigen Frühstücks= und Besperpause, welche der englischen), begrüßt. Steijn hat den Sitz der nicht in Aorechnung kommt. Allen Arbeitern wird eine Regierung nach Kronstadt verlegt. Lohnerhöhung von 10 Prozent gewährt. Zur Sicherung Durban von Mitt. ne wichtige Aenderung Bullers herbeigeführt. ion sich bereits einge= t abzugehen, ist heute e Truppen sind nun ruppen wieder zu verkann Verstärkung, die en.— Dasselbe Blatt aufstand im westlichen h. Die Aufständigen üdlich von Camaroon nit Kapstadt unmöglich thiere im Bezirk von Josburg besetzt. Eine nach Kenhardt unterzum Niederlegen der ordrecht ergaben sich n und Munition. .Times“ meldet aus Ein Herr, der während minen in Verbindung s Minendepartements mit einem Plane zur Grubenbauten mittels Herr weiß zu melden, und andere zur Verer Nähe von Johannes= terbewegung. jenigen, der es wagt, eiter zu sammeln. Die au hat, wie berichtet die armen gemaß= hen sammelten, um die er Wasser zu halten, ässigen Höhe von 150 nerlaubten" Sammelns ist nichts Neues, aber erinnern, ist man selbst a, die höchste Strafe r die armen Opfer der gesammelt werden, um ilien mitten im Winter d für die Bethätigung igkeit gleich die höchste der höchsten Strafe die Opfer der Rache ben Zeit das Publikum ungenirt schröpfen, Die sächsische Arbeiteren Beitrag behördlicher rstreik in dauerndem zur Liste des Unter= ner Revier gemeldet, liste noch 368 Mann 200 Bedürftige Unteren Mitteln entsprechend sen unterstützt werden: 3 Mark, jedes Kind age wird in der Presse icht. 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(Elberfeld 15. März (1. Verhandlungstag.) Die Vernehmung der Angeklagen dürfte mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Vernehmung des ersten Angeklagten Dr. Ziel, Köln(nicht Lieb, wie es gestern in Folge eines Schreibfehlers hieß), nahm bereits die ganze heutige Verbandlung in Anspruch Die während der Untersuchungshaft protokollirten Aussagen des verstorbenen Struksberg werden verlesen. Aus denselben geht hervor, daß derselbe seine Mitschuldigen sehr geschon. und als solche Personen bezeichnet hat welche schon verstorben waren. Dr. Ziel bestreitet die Richtigkeit dieser Aussagen, soweit dieselben für ihn belastend erscheinen. Nach der Anklage soll sich Dr Ziel in steben Fallen der Beihülfe zur Befreiung vom Militär= dienst schuldig gemacht haben. Den Struksberg will er durch zufällige Begegnungen im Restaurant Sachtenburg in Köln im Jahre 1893 kennen gelernt haben. Er hat später einer Tochter desselben, welche von dessen Hausarzt und einem Professor bereits aufgegeben war, das Leben gerettet und sich dadurch den Str. zum Duanke verpflichtet, wodurch sich ein intimes Verhältniß zwischen den Beiden herausbildete, sodaß Z. auch an einer Hochzeit der Tochter des Str. theilnahm. Die Vermögensverhältnisse des Dr. R. sollen nach dessen eigenen Angaben in den letzten Jahren nicht die besten gewesen sein. Die beiden ersten Jahre seiner Anwesenheit in Köln soll er fast ausschließlich von seinem 16000 M. betragenden Kapitalvermögen gelebt und auch in den letzten Jahren durch seine Praxis im Durchschnilt jährlich kaum 2000 M. verdient haben. Er hat einen Sohn von 18 Jahren, welcher Kaufmann ist, und eine Tochter. Das Gericht beschließt, den Direktor der Krefelder Gewerbehink als Zeugen zu laden; derselbe soll Aufschluß über die Vermögensverhältnisse Z.'s geben Dr. Ziel hute sich als Spezialarzt für Gicht= und rheumalische Leiden etablirt und als Ersten der Sieden den Mitungeklagten Redakteur Hüls, Köin, welcher ihm von Struksberg zugebracht wurde, untersucht und bei demselben einen Herzfehler konstatirt. Trotzdem wurde Hüls nachher von Stabsarzt Dr. Sarburg für tauglich erklärt. Dann kam Hüls nochmals zu Dr. Ziel und ersuchte ihn, mit ihm nach Geheimrath Dr. Schulz in Bonn behufs nochmaliger Untersuchung zu fahren. Am Bahnhof fand sich auch Struksberg ein und fuhr mit nach Bonn. Unlelwegs hat er dann dem H. Pulver zum Einnehmen gegeben, welche derselbe jedoch fortgeworfen haben will. Geheimrath Schulz stellte ebenfalls dann eine annliche Diagnose, wie Dr. Ziel. Auf dem Rückwege soll sich dann Hüls plötzlich in eine Seitengasse gedrückt aben, nach seiner, Dr. Z., Meinung deshalb, weil derselbe in Folge der vorher eingenommenen Pulver unwohl geworden sei Der Angeklagte Hüls erklärt diese Darstellung Dr Ziels als Erfindung Für seine Bemühungen erhielt Struks= berg von H. fr. 30000 M. und Dr. Ziel für seine Untersuchung und Ausstellung zweier Atteste für H. den Betrag von 250 M Den Mitangeklagten Fuhrunternehmer Friedrichs, Remscheid, untersuchte Ziel ebenfalls erklärte denselben aber für gesund und erhielt für seine Bemühungen 50 M. Ebenso untersuchte Dr. Ziel den Mitangeklagten Feilen= favrikant Karl Robert Paß, Remscheid und konstatirte bei demselben chronischen Rheumatismus, Luftröhrenkatarrh und Lungenleiden. Trotzdem wurde derselbe später als tauglich erklart, sodaß anscheinend diese Krankheitssymthome künstlich hervorgerufen waren Jn dem Fall Piß erhielten Strucksberg für seine Be= mühungen 2500 Mk. und Dr. Ziel 100 Mk. Den Mitangeklagten Karl Mählhoff, Bohrschmied, Lüttringhausen untersuchte Dr. Z. auch und konstatirte Luftröhren=Rachen katarth und stellte auch ein entsprechendes Attest aus. Vom Muhlhoff sr. hat Struckeberg 2100 Mk. erhalten Aehnlich liegen die Fälle bei den weiteren drei von Ziel behandelten Personen, dem Handlungsgehülfen Müller=Köln, dem Conditor Garschagen=Remschein und dem Feilenschmied Herm. Blombach aus Klausen bei Lüttringhausen. Das Verfahren Strucksbergs bestand erstens darin, daß er durch Eingeben von Pikrinsäure, künstlich Gelbsucht und durch Verabreichung von Pillen oder Pulvern, welche Koffein oder Digitalis enthielten, Herzkrankheiten künstlich erzeugte. Außerdem unterstützte er seine Manipulationen noch durch entsprechende ärztliche Atteste, welche bei der Musterung vorgelegt wurden. Die Angeklugten sind alles wohlhabende Leute, ein großer Theil derselben ist gegen Erlegung einer Kaution von je 10000 Mk. aus der Haft seiner Zeit entlassen worden Die Anklagebebürde ist durch den ersten Staatsanwalt Herr Johnen und Herrn Assessor Albers vertreten. Die Vertheidigung der Angeklagten haben die Herren Rechtsanwälte Gammersbach=Köln, Flucht, Dr. Schweitzer, Kray und Dr. Graf von hier übernommen. Der Andrang des Publikums zu den Verhandlungen ist kein besonders starker Nach der Vernehmung des Dr. Ziel kam der Bieragent Engelberth Sackermann an die Reihe. Sackermann sollte dem Struksberg als Agent gedient haben. Er bestreitet dieses energisch, muß aber zugeben, daß er im Falle Drees sogar eine Reise nach St. Avold unternommen und dem daselbst dienenden Drees ein Päckchen mit Pillen übermittelt hat. Er will dabei weder mit Drees über den Inhalt des Päckchens gesprochen noch gewußt haben, was darin ist. Im Fall Putsch soll Sackermann auch ver mittelt haben, er will aber nichts davon wissen. Der dritte Angeklagte, Gustav Beiger, Bieragent aus Remscheid, soll evenfalls Beihilfe geleistet haben und be merkt, sein verstorbener Schwiegervater, der Stadtrath in Remscheid war, hobe sich mit„Freimacherei" befaßt und zu diesem Zweck sich in seiner Eigenschaft als Stadtrath Einsicht in die Aushebungsrolle verschafft. Auf dem Sterbebette hat derselbe ihn vor Struksberg gewarnt. Eines Tages kam Friedrichs sen. zu ihm und klagte darüber, durch Einstellung seines Sohnes die einzige Stütze zu verlieren. Er habe dann eine Zusammenkunft mit Struksberg vermittelt, und zwar im„Weidenhof= zu Elberfeld. Dort hätten Struksberg und die beiden Friedrichs geheim verhandelt. Der Angeklagte Sackermann giebt an, für seine Bemühungen keinen Pfennig erhalten zu haben. Später als Friedrichs fr. zum 1 Garde regiment eingezogen war, wurde er beim Einnehmen der Pillen ertappt. Der vierte Angeklagte, Bäcker Vorlinghaus, Remscheid, bestreitet energisch jede Beihülfe. Demgegenüber bekundet der Angeklagte Hoeneknövel, von Borlinghaus auf Struksberg aufmerksam gemacht worden zu sein. Elberfeld, 16. März (2. Verhandlungstag.) Die Verhandlung beginnt mit der Vernehmung des der Beihülfe angeklagten Fuhrunternehmers Heinrich Friedrichs, Remscheid. Derselbe gibt den schon oben geschilderten Thatbestand zu und hat 2500 Mk an Struksberg bezahlt. Diese Summe sei ihm allerdings zu hoch erschienen Struksbeig habe ihm zugeredet, wenn sein Sohn eingezogen würde, müßte er fremde Arbeitskräfte ins Haus nehmen, was ihm noch theurer käme. Daß sein Sohn beim Militär noch Pillen eingenommen habe da= von wisse er nichts. Hätte er gewußt, daß sein Sohn zur Garde gekommen ware, hätte er derartige Schritte nicht unternommen. Der Angeklagte Sagenfabrikant Richard Drees aus Remscheid, dessen Sohn von der Militärgerichtsbarkeit bereits abgestraft ist, bestreitet jede Schuld seinerseits. Hier ist es auch der Struksberg welcher durch seine Eintragungen angibt, von Drees 1250 Mk. erhalten zu haben. Drees bestreitet dies Dann folgt die Vernehmung der Angeklagten Hüls, Vater und Sohn. Hüls fr., Redakteur aus Köln, im Besitz des einjährigen Zeugnisses sagt, er sei immer kränklich gewesen und hat geglaubt, den Anforderungen des Militärlebens nicht gewachsen zu sein. Seine Bekannten hätten ihm bedeutet, daß er trotzdem dienen würde und habe Angst bekommen. Von einer dritten Person habe er dann erfahren, daß der verstorbene Struksberg in solchen Sachen viel vermöge. Er sei mit demselben in Verbindung getreten Derselbe habe ihm dann zwei Pillen gegeben mit dem Bedeuten, es wäre nicht gefährlich sondern gerade als wenn man eine Tasse Kaffee trinke. Er wurde auch von Dr. Ziel untersucht und als herzleidend befunden. Bei der Gestellung wurde er vom Stabsarzt Dr. Saarburg untersucht und wies daselbst das Zeugniß Dr. Ziels vor Dr. Saarburg legte darauf keinen Werth und meinte,„Redakteure sind gern alle frei.“ Nach erfolgter Untersuchung erklärte er Hüls für täuglich Wie schon bereits erwähnt, fuhren dann Hüls, Dr. Ziel und Struksberg nach Vonn zu Geheimrath Dr. Schulz. Derselbe erklärte den Hüls für sehr nervös und deßhalb nicht recht geeignet zum Militär, über die Tauglichkeit könne jedoch nicht er, sondern nur die Militärbehörde entscheiden. Später wurde er auf Grund dieses Attestes zurückgestellt und ist auch nicht mehr eingezogen worden Hüls fr. hat dem Struksberg 3000 M. bezahlt und erklärt, nicht die Absicht gehabt zu haben, sich auf unlautere Weise dem Militar zu entziehen. Er hätte den Str. für einen vielvermögenden Mann gehalten und geglaubt es mit einem teellen Menschen zu thun zu haben. Er hat nachdem er die Koffeinpulver genommen, Uebelkei und grotzes Angstgefühl bekommen und dann erst Verdacht geschöpft. Der Angeklagte Hüls fr. ist anläßlich einer Beleidigungs klage von den Aerzten als unzurechnungsfähig erklärt, und daraufhin freigesprochen worden. Dann folgt die Vernehmung der Angeklagten Bohrschmied Fritz Mühlhoff aus Graan bei Lüttringhausen und dessen Vater Bohrschmied Karl Mühlhoff, Lüttringhausen. Der Angeklagte Mühlhoff fr. will den Struksberg schon lange gekannt haben als Agent, und ist wegen chronischem Rachenkatarrh und Gelbsucht vom Militär freigekommen. Er ist nach Dr. Ziel gegangen und von ..mn Moan0 ließe sich ein Theil des Badebetriebes aufrecht er= halten. —h— Die Arbeiter der Tapetenfabrik Georg Groß heim, Baustr. 40, sind in eine Lohnbewegung einge= treten. Bis jetzt wurden pro Stunde an Arbeitslohn 27—40 Pfg. gezahlt. Die Arbeiter verlangen Wochenlohn und eine Arbeitszeit von 10 Stunden. Die Tupetendrucker werden gebeten, vorläufig bei genannter Firma nicht in Arbeit zu treten h- Ein kleiner Stubenbrand, der am 14. d. M in der Kirchstraße stattfand, verursachte einen Schaden von 70 Mark.— Als gefunden sind bei der Polizet gemeldet: Eine Damenuhr, ein Geldbetrag, eine Sturmlaterne, ein Geldtäschchen und ein Portemonnate, beide mit Inhalt und ein Packet Seife.— Einem in der Schleswigerstraße wohnenden Schlosser wurde ein Tuchrock mit Gegarrenetui, Anschreibebuch, Freifahrtkarte der elektrischen Straßenbahn, einer Mitgliedskarte und 5 Karten des Gesangvereins„Polyhymnia“ entwendet *— Gemäß den Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamtes sind in der Zeit vom 25. Febr. 3. März von je 1000 Einwohnern, auf das Jahr berechnet, als gestorben gemeldet in: Berlin 22,3. Charlottenburg 20,7, Breslau 27,8, Köln 30,6, Barmen 258, Elberseld 35, Düsseldorf 26 6, Aachen 25,2, Königsberg 42,6, Frankfurt a. M 19. Wiesbaden 27,5, Hannover 22,4, Magdeburg 30,2 Altona 27, Straßburg i Elsaß 24,4, Metz 20,3, München 33,3, Augsburg 32,3, Dresden 16,1, Leip 19,1, Stuttgart 25,9, Karlsruhe 12,2 Mannheim 19,3, Hamburg 18,7. Barmen, 16. März K. Am Mittwoch Abend tagte im Innungslokal eine allgemeine Schneidermeister=Versammlung, um Stellung zu nehmen zu den eingesandten Tarifen Der Obermeister theilte zunächst mit, daß er es für seine Pflicht gehalten hätte, die Versammlung einzu berufen, um die angeblichen Mißstände zu untersuchen und eventuell gemeinsam über deren Beseitigung zu erathen. Herr S. Cohen begrüßte es mit Freuden, daß die Arbeiter zu dem Beschluß, Einführung von festen Lohntarifen, gekommen sind und betont dann, daß in der Schneiderei sehr viele und krasse Uebel stände herrschten. Er wäre der erste mit, der die Hand reiche, um die unwürdigen Zustände abzuschaffen, nur hätte er gewünscht, daß Barmen und Erberfeld gemeinsam vorgegangen wären. Schreiber dieses führte dann den versammelten Collegen die Mißstände in klaren deutlichen Zügen vor Augen, ging des Näheren auf die Tarife ein und empfahl der Ver ammlung eine diesbezügliche Resolution. Die Folge legenen Blockstation bedient wird, was hier das bäufige Vorkommen von Unglücksfällen bezw. Selbstmorden ermöglict Bestimmungsort und in aller Eile abgereist. Auf hiervon war nun, daß die Versammlung sehr bewegt der Gesandschaft weigert man sich entschieden, Einzelverlief. Ein Stückmeister beantragte Ablehnung heiten zu geben demselben 14 Tage behandelt worden. Zu diesem Zweck hat er während dieser Zeit auf Veranlassung Struksbergs bei Bogel gewohnt. Struksberg hat ihn auch erst auf Dr. Ziel aufmerksam gemacht. Dr. Ziel hat dem M auch 2 Atteste ausgestellt, in welchen obige Krankheiten bescheinigt und welche bei zwei Musterungen vorgelegt wurden. In den Büchern des Struksberg ist eine Einnahme von 2100 M. verzeichnet gefunden worden, diese Summe ist als von Mühlhoff bezahlt, bei Struksberg gebucht. Der Mühlhoff fr. u. sen. bestreiten, an den Struksberg etwas bezahlt zu haben. Ebenso will Mühlhoff jr. keine Pillen zur Erzeugung der Gelbsucht ein genommen, sondern dieselbe durch schlechten Magen be kommen haben Dann folgt die Vernehmung der Angeklagten Feilenfabrikant Karl Robert Paß aus Remscheid und dessen Vater Fabrikant Ernst Paß aus Remscheid. Paß fr. ist ebenfalls von Dr. Ziel als Rheumatismuskranker be handelt worden, und da er bereits zum 28. Regiment ausgehoben war, nach dem Militarlazareth in Ehrenbreitstein eingeliefert und später nach kurzer Zeit daselbst aus dem Militärdienst entlassen worden. Paß fr. und sen. bestreiten jede Verbindung mit Struksberg und besonders die Zahlung von 2100 M. an denselben, welche Str. in seinem Buch eingetragen. Verdächtig ist aber, daß bei Paß sen vom Juli—Dezember jetzt in den Büchern desselben jeder Nachweis über die in diese Zeit fallende Geldausgaben fehl. In dieser Zeit hat nähmlich Struksberg diese 2100 Mk als Einnahme gebucht. Der 13. Angeklagte Handlungsgehülfe Karl Müller aus Ohligs wollte gern in Köln dienen und meldete sich freiwillig, wurde aber als für die in Köln liegenden Regie menter nicht tauglich befunden, aber bei einer späteren Musterung zur Artillerie nach Saarbrücken ausgehoben, aber auf Grund eines Herzfehlers freigekommen. Lokales. Elberseld, 16. März Der Oberbürgermeister macht bekannt, daß nach Vorschrift des§ 60 der Städteordnung der Entwurf des Haushaltsplanes der Stadt Elberfeld für das Rechnungsjahr 1900 vom Samstag, den 17. März ab 8 Tage lang im Rathhause, Zimmer Nr. 14, zur Einsicht aller Einwohner der Stadt offen liegt. Gelegenheit zum Studium der Haushaltungskunde ist also gegeben * Wegen Ausführung baulicher Arbeiten ist die städtische Badeanstalt von Sonntag, den 1. Apeil bis einschließlich Sonntag, den 8. Apeil geschlessen.— Die Frist der Aussetzung ist etwas lange Vielleicht Vom Schlachtfeld der Arbeit. * Bonn. 14. Märg. Ein Arbeiter aus dem Feuer= werkslaboratorium zu Siegburg, der unbrauchbar gewordene Zündkörper abbrannte, wurde hierbei durch das Explodiren einer Röhre schwer verletzt. Der Ar= beiter ist alsbald in der hiesigen Klinik, wohin man ihn gebracht. gestorben. Depeschen und Neueste Nachrichten. Der Krieg in Südafrika hd London, 15. Mirz. Die Bedingungen Salisbury's haben in Pretoria allgemein empört. In einer Volksversammlung wurde der Kampf bis aufs Aeußerste, sowie die Anwendung jeder bisher unterlassener Widerstandsart beschlossen. hd. London 15. März. Wie nunmehr in politischen Kreisen versichert wird, beabsichtigt die Regierung der Chartered Compagnie, welcher das RhodestaGebiet angehört, die Konzession zu entziehen, um auf diese Weise die Persönlichkeit des Cecil Rhodes, welche ein Hinderniß für die Wiederherstellung des Friedens ist, zu beseiligen.(Sehr wahrscheinlich klingt diese Meldung nicht.) kd. London. 16. März. Der Vollziehungsausschuß der Gegner des Krieges hat gestern folgende Tagesordung gefaßt: Angesichts der Antwort Lord Salisburys auf die Erklärung der Präsidenten Krüger und Stejn, wodurch die Moske endlich gefallen ist und die Wahrheit an den Tag kommt, die den Beweis liefert, daß der ganze Zweck des Krieges die Zerstörung der Unabhängigkeit der beiden BurenRepubliken ist, erklärt der Ausschuß die Stunde für gekommen, daß sich alle freien Bürger Englands zusammenthun, um alles Mögliche gegen diesen Ausrottungskrieg zu veranstalten, welcher im Gegensatz zu dem nationalen Versprechen der Regierung steht und wofür es in der Geschichte nur ein Beispiel gibt, nämlich die Auftheilung Polens kd. Brüssel, 16. März. Dr. Leyds ist seit Epfang der Meldung über die Einnahme von Bloemfontein durch die Truppen Roberts nach einem unbekannten sämmtlicher Tarise Ein anderer beantragte, die Ge schichte nicht über s Knie zu brechen und eine Kom ussion zu wählen, welche mit der Tarifkommission verhandeln solle, auch er erkannte, daß vieles faul sei im Staate Dänemark. Sodann erhielt das Wort ein früheres Vorstandsmitglied des Schneiderverbandes, W. Siemann mit Namen. Dieser schimpfte auf den Verband, und besonders auf den Hetzer Haberland. Der allein sei die Triebfeder. Redner warnt vor An nahme der Resolution, denn, sagte er, wird sie ange nommen, dann müssen wir im nächsten Frühjahre eine mindestens 20 prozentige Lohnerhöhung unterchreiben. Dem Siemann wurde selbstredend gebührend geantwortet und nach längerem Hin und Her ein Schlußantrag angenommen. Sodann kam der Antrag„Ablehnung", als der weitgehendste, zur Ab timmung, er wurde mit 4 Stimmen Majorität an genommen. Die meisten Stückmeister stimmten für denselben. Am nächsten Dienstag findet nun wieder eine öffentliche Versammlung statt, die sich mit dem Innungsbeschluß befassen wird. Deshalb möge kein ollege versäumen, da zu erscheinen. † Unter sein eigenes Fuhrwerk gerieth gestern auf der Hatzfelderchaussee der Ackerer A. Blume von Eynern. Die Räder des Wagens gingen dem B. über die Beine und einen Arm. Der Schwerverletzte wurde nach seiner Wohnung gebracht Provinzielles. s. Heiligenhaus, 11. März Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe. Dieses Sprüchwort lann man öfters auch auf hier vorkommende Fälle in Anwendung bringen. Vergangenen Sonntag be ging die hiesige Feuerwehr eine Familienfeier, ver bunden mit Geburtstagsfeier ihres Hauptmanns Die Preßkommission, welche sich im Monat Imnuar konstituirte, hat sich in ihrer zweiten Sitzung vom Sonntag den 11. März, an der alle Mitglieder theilgenommen haben, eingehend mit der Agitation für die weitere Ausbreitung der„Freien Presse" befaßt. Die Kommission richtet erneut an die Parteigenossen das Ersuchen, wie bisher energisch die Agitation für unser Parteiorgan zu betreiben. Namentlich die Genossen der einzelnen Orte, welche mit an der Leitung der Parteithätigkeit in den einzelnen Orten stehen, werden ersucht, sich mit den Genossen ins Einvernehmen zu setzen, um die Agitation, die Gewinnung von Abonnenten systenatisch ins Werk zu setzen. Aber auch jeder einzelne Genosse und Abonnent unseres Blattes kann persönlich Vieles in der Sache thun, indem er in Kollegen= und Arbeiterkreisen auf die„Freie Presse" aufmerksam macht und sie empfiehlt; indem er ducauf hinweist, daß die„Freie Presse" die Interessen der Arbeiter, überhaupt aller Unterdrückten bei jeder Gelegenheit energisch vertritt und bei Lohnkämpfen das Sprachrohr ihrer Interessen gegen das konlirte Unternehmerthum, gegen dessen Terrorismis und Willkür ist. Eine andere Hauptaufgabe der Preßkommission besteht in der Entgegennahme und Prüfung von Wünschen und Beschwerden in Bezug auf die„Freie Dies ist den Leuten nun ja auch nicht weiter übel Presse", welche entgegenzunehmen alle Mitglieder der zu nehmen. Wenn aber diese geräuschvollen Festlich= Kommission er nächtigt sind keiten derart ausarten, daß die Nachtruhe gestört wird, dann ist das nicht mehr schön. So war es auch hier. Noch lange nach Mitternacht wurden die Bürger durch Hornmusik aus dem Schlafe gestört, denn die Feuerwehr brachte ihren seelenvergnügten Hauptmann nach Hause. Die Polizei konnte es ruhig mit anhören, daß vom Vereinslokal bis zur Wohnung des Herrn Hauptmannes lustig drauf los gespielt wurde. An demselben Tage sperrte die Polizei einen Arbeiter ein, weil er sich etwas laut benommen und sich dadurch Die Preßkommission ist wie folgt zusammengesetzt: Elberfeld: Otto Schumann(Vorsitzender), Carnapstraße 49, Ernst Muth, Auerstraße 75 a. Barmen: Dr. Rubensohn(stellv. Vorsitzender und Schrifführer), Mühlenweg 3, Wilhelm Röhrig, Heckinghauserstraße 15. Kreis Lennep: Emil Lusbrink, Ronsdorf, Breitestraße 101 der Ruhestörung schuldig gemacht hatte. Auf alle Kreis Remscheid: Julius Wetzel, Remscheid, SteinFälle wird auch die Feuerwehr durch die Polizei be bergerstraße 2 lehrt werden, daß ihre Musik die Bewohner von Kreis Mettmann: Wilhelm Seiser, Velbert, LangenHeiligenhaus nicht fester schlafen gemacht hat.gung * Viersen, 14. März. Heute früh wurde auf dem bergerstraße 159. Bahnübergange in der Eichenstraße ein unbekannter Kreis Schwelm: Hugo Jakobs, Schwelm, Kirchstraße. Mann überfahren. Beide Füße waren ihm abgetrennt.] Also ans Werk, Genossen, trage jeder dazu bei, Er war sofort eine Leiche. Der Unglückliche scheint daß unsere Presse in immer weitere Kreise dringt den Tod gesucht zu haben, da er einige Minuten vor Ankunft des Zuges den Uebergang bereits überschritten hatte. An dieser Stelle ist eine Zugschranke, welche von der etwa 30 Meter weiter südlich ae Die Preßkommission I. A: Otto Schumann, Carnopstraße 49. Deutscher Metallarbeiter=Verband Verwaltungsstelle Elberfeld. Hamstag den 17. März bei Keull, große Klotzbahn: Familien-Abend verbunden mit Reuter-Abend. Recitator: Dr. Rubensohn-Barmen. Alsdann: Geschlossenes Tanzkränzchen. Einführung durch Mitglieder gestattet.— Als Legitimation ist Mitgliedsbuch erforderlich Zahlreichen Besuch der Mitglieder und deren Damen sieht entgegen Der Vorstand Bon 8-9 Uhr: Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder. Henischer Holzatbeiter=Verband. Zahlstelle Barmen. Samstag den 17. März 1900 Abends 8½ Uhr im Lokale des Herrn Joeren, Brucherstraße: Mitglieder-Versammlung. Tages=Ordnung: 1 Der Berliner Tischlerstreik. Ref.: College Eberle. 2. Stichwahl zum Verbandstage. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Tie Ortsverwaltung. Wilh. Schroer jr., Barbier u. Friseur, Elberfeld, große Klotzbahn 17. Prompte und flotte Bedienung. Märzfeier-Karten sind bei mir zu haben. sind in großartiger Auswahl eingetroffen und werden dieselben zu den bekannt billigen Preisen verkauft. Emil Rosendahl Barmen, Berlinerstraße 55. Allg. Arbeiterverein Ronsdorf. Montag den 19. März, Abds. 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung. Tages=Ordnung: 1. Maiseier. 2. Agitation 3. Sonstige Angelegenheiten. Der Vorstand. Vollständig gebr. Feder=Bett m. gut. Matratze 45 M., Kleiderschrank 66 M., gr. Eichen=Klappschrank billig. E., Nordstr. 58. Schuhmachergeselle ges. Glockmann, Elb., Berlinerstraße 29 Wohnung von 2 Zimmer zu vermieth. Nah. B., Westen 52. 1 Kanarienvogel zu kaufen Wülfingstraße 15, I. Allgemeine Kranken= und der Metallarbeiter E. H. 22 Hamburg Filiale Barmen. Sonntag den 18. März 1900 Mittags 1 Uhr, Bredderstr. 2: Mitglieder-=Versammlung Tages=Ordnung: General=Versammlung. Die Ortsverwaltung. Mehrere gebrauchte Fahrräder. Elberfeld, Hoskamp 19. Ein Schoßhündcher zugelaufen Behrens. Elb., Berlinerstr. 29. Ordtl Junge z. Auslaufen ges. B.=Rittersh., Heckinghauserstr. 199 2 oroentl. Leute erhalten gute u. Logis Elb., Schreinerstr. 18 I. Verein. Stadttheater Barmen-Elberfeld. Jirektion: Haus Gregor. Stadttheater Elberfeld Freitag den 16. März 1900. Abends 7½ Uhr. 130. Sperrsitz=Abonn. Serie I. Wilhelm Tell. Tamstag den 17. März 1900. Abends 7½ Uhr. 131. Abonn.=Vorstell. Serie II. Undine. Sonntag den 18. März 1900. Nachmittags 8¼ Uhr. Käthchen von Heilbronn. Abends 7 Uhr. Don Juan. Sndttheater Rarmen. Freitag den 16. März 1900. Abends 7½ Uhr. 130. Abonn.=Vorstell. Serie I. Hänsel und Gretel. Samstag den 17. März 1900. Abends 7½ Uhr. 76. Extra=Vorst. Kleine Preise. Caub. a 8 1. Zu beachten bei Bedarf in Konfirmanden-Anzügen. Total-Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts und Wegzugs von Barmen. Das Geschäft wird vollständig aufgelöst und zu diesem Zwecke werden sämmtliche vorräthigen, wie auch alle schon disponirten Herren-, Jünglings- und Knaben-Garderoben staunend billigen Preisen ausverkauft. Hierdurch ist Jedermann die denkbar günstigste Gelegenheit geboten, seinen Bedarf in Herren=, Jünglings= und Knaben=Garderoben zu wirklichen Ausnahmepreisen decken zu können, da es keiner Konkurrenz unter normalen Verhältnissen möglich ist, gleich gute, reelle Waare zu solchen Schleuderpreisen verkaufen zu können. Es lohnt sich, für längere Zeit hinaus den Bedarf zu decken.— Varkauf nur gegen Baar und zu streng festen Preisen. Die Ausverkaufspreise sind in Blauschrift neben den bisherigen Preisen deutlich in Zahlen vermerkt. Hermann Hirschel, Laden-Einrichtung billig zu verkaufen 7 8 7 8 E & sadenlokal nebst Wohnung zu vermiethen Todes-Anzeige. Am Donnerstag Vormittag starb nach langem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwagerin Pran Martha Keune, geb Steinbach im Alter von 29 Jahren. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Elberfeld. den 15. März 1900. Arbeiter-Gesangverein„„Freiheit“, Grund bei Ronsdorf. (Mitglied des Arbeiter=Sängerbundes Rhld.) Sonntag den 25. März 1900 im Lokale des Herrn Carl Karninke zu Langenhaus: Feier des diesjährigen Frühlings=Lestes, bestehend in Concert.— komischen Vorträgen, unter gütiger Mitwirkung des Arbeiter=Gesangvereins„Freiheit“Barmen, sowie des Gesangshumoristen Hrn. Carl Picard=Remscheid, mit nachfolgendem geschlossenen Tanzkränzchen Concertkarten im Vorverkauf 40 Pfg.— Kaffapreis 50 Pfg. Anfang 5½ Uhr. Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. Das Fest-Comttée. NB. Die werthen passiven Mitglieder werden hiermit freundlichst eingeladen Centralverein der Former Barmen-Elberfeld. Sonntag Vormittag 11 Uhr bei P. Thiel, „Gewerkschaftshaus", Barmen: Außerordentliche Mitglieder-Versammlung. Bekanntmachung über das Resultat der Commissionen. Die Ortsverwallung. Remscheid. 4 Der Arbeiter-Gesangverein„Einigkeit (Mitglied des Arbeiter=Sängerbund Rheinlands) veranstaltet am Samstag den 17. März 1900ein Familien=Fest, bestehend in CONCERT und Geschl. Kränzchen im Lokale der Wittwe Müller, Markt. Der Vorstand. Das Fest-Comitée. Geschäfts-Eröffnung. Jch eröffnete in dem Hause Hochstrasse 51. vis-à-vis der Marienstraße ein Cigarren= und Tabak=Geschäft und halte mich bei Bedarf bestens empfohlen. Großes Lager feinster Hamburger und Fremer Cigarren. Achtungsvoll Carl Pfeitfer. Diese Woche: Prachtvolles Fleisch von mehreren schweren jungen Pferden. Fleisch, so schön wie das deste Ochsenfleisch Troc der hohen Preise, bei mir billigste Fleisch=Preise. Warme Portionen in und ausser dem Hause. Prima Wurst in mehreren Sorten. Schlachtpserde werden zum höchsten Preise angekauft. H. Hofmann, Wilhelmsstraße 9. Elberseld. Wilhelmsstraße 9. Aelteste Pferdemetzgerei des Wupperthals. Mehl. Extrafeines Kaiserblüthenmehl.. 3 Pfd. 54 Pfg Extrafeines Columbiamehl 3„ 48„ Feines Columbiamehl 3„ 42„ Feinstes Kaisermehl 3„ 42„ Feinstes Weizenvorschußmehl 600.. 3" 36. Nudelm. Prima Gemüse=Nudeln, Faden, Figur und Hörnchen, per Pfd. 28 Pfg. Pr. Gemüse=Nudeln, Maccaroni, Faden Figur, Hörnchen aus franz. Gries, Feinste Gemüse=Rudeln, Maccaroni, Faden, Figur, Hörnchen aus fr. Gries, Feinste Hausmacher Eier=Nudeln Feinste Eier=Band=Nndeln 34„ 40„ 40 50 Pllaumen. Prima bosnische 110/120 1 Pfd. 24 Pfg, 3 Pfd. 68 Pfg. „ 80/90 1„ 27„ 3„ 76„ Prima californische 90/100 1„ 31„ 3„ 88„ „„ 70/80 1„ 35„ 8„ 100„ „„ 60/70 1„ 40„ 3„ 110„ „„ 40/50 1„ 50„ 3„ 140„ „„ 30/40 1„ 65„ 3„ 185„ Apfelringe, 1899. Ia. gedämpfte, per Pfd. 49 Pfg. Jafelbirnen, Brünellen, Aprikosen, Bohräpfel Carl Jürgens, Barmen, Fernsprecher Nr. 688. I. reform. Kirchstr. 13. II. heckinghauserstr. 169. III. 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Verschiedenes Um recht zuhlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. NB. Der Verein bezahlt vom 1. September ab nach 6 monatlicher Mitgliedschaft eine freiwillige Krankenunterstützung von wöchentlich 3 Mark. Samstag den 24. März findet im Vereinslokal ein Damen=Abend statt und haben hierzu die Mitglieder mit ihren Angehörigen freien Zutritt. Heutscher Metallarbeiter=Verband. Verwaltungsstelle Farmen. Camstag den 17. März 1900 Abends 8½ Uhr bei Thiel,„Gewerkschaftshaus“: Mtglieder-Versammlung, Tages=Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Haber land über:„Die Bedeutung des 1. Mai für das arbeitende Volk“. 2. Stellungnahme zur Maifeier 3. Abrechnung vom Streik bei Spieß Söhne. 4. Wahl der Delegirten zur Ge= werkschafts=Commission, 5. Verschiedeneb. Um zahlreiches Erscheinen er= sucht Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: N. Liuxweiier— Druck: Buchdruckerei Grimnr.- Verlag: Verlagsanstalt Nolkenbuhr& Cie., sämmtlich in Eiberfeld. des werkthätigen Volkes von Rheinland und Westfalen. Sonutags-Beilage:„Die Neue Welt.“ Erscheint jeden Nachmittag außer Sonntag. Abonnementspreis 1,80 Mk. pro Quartal, 60 Pig. pro 2 Elberfeld=Barmen, bei den auswärtigen Agenturen 70 Bei der Post unter Nr. 2755 2 Mark pro Quartal. Einzel=Exemplar 10 Pfg Nr. 64. Haupt=Expedition und Redaktion: Eiberfeld. Friedrichstraße 37, Eche Wilhelmstraße. Filial=Expedition: Barmen, Parlamentstraße 5. Telegramm=Adresse: Presse Elberfeld. Fernsprecher 1411“. Anzeigen: Die 7gespaltene Petitzeile 15 Pfg., Arbeits= und Stellengesuche 10 Pfa. Reklamen werden nicht ausgenommen. Größere Annoncen=Aufträge erbitten wir einen Tag vor Erscheinen der betreffenden Ausgabe, kleinere bis 10 Uhr Vormittags. Elberfeld-Barmen, Freitag, den 16. März 1900. 16. Jahrg. Zweites Blatt. Die Gefahren der Marinerüstungen. land keine starke Flotte besaß,— od die Verwickelungen auch im anderen Fall friedlich gelöst worden wären, darf wohl bezweifelt werden. Im türkischen Kleinasien sind die Geschäftsoperationen der deutschen Banken und die deutsche Diplomatie bereits P. Die Marinerüstungen sind nicht nur eine kolossale so mitelnander verquickt, daß man nicht mehr entscheiden Last für das Volk, sie sind auch eine große Gefahr, und kann, wo das Eine aufhört und das Andere beginnt, daß zwar in mannigfaltiger Art.man sie gar nicht meyr voneinaneer trennen kann. Hat Die Regierung will eine starke Kriegsflotte, um ihrean erst die„starke Flotte", so wird man sich eine Kohlenauswärtige Politik„energischer" vertreten zu können. station im Mittelmeer an der kleinasiatischen Küste suchen. Sagen wir: gewaltthätiger, das wird das richtige Es liegen Anzeichen genug vor, daß man sich schon setzt Wort sein.danach umgesehen hat und nur den günstigen Augenblick Noch bis vor Kurzem hielt die Reichsregierung an dem abwartet. Sind aber erst einige deutsche Panzerschiffe im Grundsatz fest, daß Deutschland sich auf die Wahrneh Mittelmeer, so hat Deutschland seine Hand im Wespenmung seiner festländischen Interessen zu beschränken habe. Auch hier gab und gibt es Streitpunkte genug und der Friede war alle paar Jahre einmal, gewöhnlich wenn es nest. Die egyptische Frage, die russische Frage des Schwarzen Meeres, Konstantinopel, die bulgarische, die serbische, die rumänische, die macedonische, die griechische sich um die Durchdrückung neuer Militärvorlagen handelte, Frage rc.— kurz, der ganze Rattenkönig, der unter dem noch der Erkenntniß der Regierung„gefährdet". Doch Sammelnamen Orlentfrage bekannt ist, berührt dann unmischte man sich wenigstens in die Seehändel nicht hinein mittelbar— in der Vorstellung der Regierung— die und erklärte, diese Dinge gehen Deutschland nichts oder deutschen Interessen! Die Folgen lassen sich kaum ausjedenfalls nicht unmittelbar an. Das ist schon setzt denken. Durch das Dazwischentreten Deutschlands wird anders geworden, wie die Beispiele Kiautschau, Samoa, das Kräfteverhältniß zwischen Rußland und England geauch Kreta zeizen.stört und dadurch thatsächlich das europäische Gleichgewicht. Die geographischen Knotenpunkte der diplomatischen Die Verhältnisse im Ortent spitzen sich dann zu einem Verwickelungen außerhalb der deutschen Grenzen lassen Zusammenbruch zu, der sämmtliche Staaten Europas in sich bereits so ziemlich überblicken. ihren Grundlagen erschüttern würde. angesport worden. So reißt Deutschlands Weltmachis= politik alle Staaten mit sich hin auf dem unheilvollen Weg der Marinerüstungen, der kolonialen Erwerbungen der„neuen Auftheilung der Erde", des Weltkriegs. Das ist die große Gefahr der Flottenvorlage. Die Macht des deutschen Parlamentarismus ist nicht gerade groß, aber am geringsten ist sie in der auswärtigen Politik. Hier hat die Regierung so viel Initiative, daß der Reichstag meistens vor vollendeten Thatsachen steht. Die parlamentarischen Möglichkeiten, den diplomatischen Intensionen der Regierung Widerstand zu leisten, eventuell einen Krieg zu verhindern, sind sehr gering. Im Grunde genommen, sind es nur vorbeugende Mittel: Einschränkung der militärischen bezw. maritimen Rüstungen. Und allerdings muß die Politik der Regierung desto friedfertiger sein, jegeringer ihre Kriegsmacht ist. Die Bewilligung der Flottenvorlage würde die Regierung nur noch kriegerischer stimmen, sondern in ihr zugleich das Bewußtsein ihrer Selbstherrlichkeit steigern, sie zu einelm imperialistischen nnd absolutistischen Vorgehen reizen. Wer Frieden will und Demokratie muß gegen die Flottenvorlage stimmen. Da sind die Splitterstaaten Zentralamerikas und in Westindien. Die Auspressung der Eingeborenen durch despotische Regierungen, ein koloniales Raubritterthum, das vor keinem Verbrechen zurückschreckt, die Gaunereien Die egyptische Frage, selbst ein Theil der Orientfrage und doch zugleich der Knotenpunkt für neue Verwickelungen! Die abessinische Frage! Die Frage des persischen Meerbusens! Die zentralasiatischen Wirren bezw. der Kampf der Börse, die Konkurrenz der Plantagen, Export- und um den Schlüssel Ostindlens! Alle diese Dinge waren Importsirmen aller kapitalistischen Länder, die dort auf= bis jetzt dem deutschen Volk so weltentfernt, aber mit einander stoßen, unterhalten jene von der Natur reich jedem bewilligten Panzerschiff rücken sie ihm dank der gesegneten, aber unter dem kapitalistischen Regime höchst Expansionspolitik der Regierung näher heran. unglücklichen Länder in einem Zustand ewiger Unruhe—1 Und schließlich Östasien! Mit welchem Triumph wurde Revolten, Revolutionen, Massakrirungen. Mit der Durch= die deutsche Flagge im Sumpfloch Kiautschau gehißt— stechung des Panama=Isthmus, die vermuthlich in den das Ende, das jetzt nachkommt, wird immer dicker. nächsten Jahren zur vollendeten Thatsache wird, gewinnt Menschenopfer sind bereits gefallen und Millionen sind die Handelsbedeutung jener Gebiete eminent an Werth und damit zugleich werden sich die politischen Wirren und die diplomatischen Verwickelungen mehren. Die deutschen Kolonialkapitalisten haben dort seit Jahren eifrig intriguirt und konspirirt— jetzt warten sie nur auf die „starke Flotte", um die gelegten Minen zur Explosion zu bringen. Daß daraus unheilvolle Folgen für das Heimathland entspringen können, was kümmert das diese Patrioten? In den Augen dieser Herren ist der deutsche Staat nur dazu da, um ihre Profite zu mehren. Und daß die deutsche Regierung sich zu die em kapitalistischen verausgabt worden, und die Zukunft der Kolonie sieht sehr traurig aus. Aber gerade deshalb wird man auch hier weiter vordringen— hat man die erste„starke Flott!“ Und wenn Rußland abermals zugreift, dann beginnt wieder ein Rundlauf der„Kompensationen", wie wir es nach der Annektion der Mandschurei durch Rußland vor unseren Augen sich haben abspielen sehen. Und Rußland ist allerdings im Begriff, Korea sich anzueignen. Wenn die deutsche Regierung erst die„starke Flotte“ hat— hei, wie großmächtig wird sie sich da in China geberden! Die Idee der neuen Austheilung der Erde, welche Gruf Intriguenspiel gern hergibt, zeigt das Beispiel Samoas.(v. Bülow propagirt, ist vor Allem charakteristisch für die Wie die Lösung der Burenfrage in Südafrika Ver Regierung selbst, für die Richtung ihrer Diplomatie, wickelungen herauf beschwört, die ganz Europa bedrohen, für ihre Bestirbungen, für die Ziele, welche sie sich setzt. daß sieht setzt alle Welt. Gedenken wir der Ereignisse Sie möchte die Erde neu auftheilen und darauf rüstet von Ende 1896. Wenn Deutschland damals schon die sie. Es schlägt den Thatsachen ins Gesicht, wenn die „starke Flotte" gehabt hätte, wer weiß, ob da nicht dem Regierung noch immer behauptet, sie wolle den Frieden Kaiser=Telegramm an Krüger deutsche Panzerschiffe nach aufrecht erhalten— ganz im Gegentheil, sie geht auf der Delagoa=Bay aus den benachbarten Gewässern gefolgt Eroberungen aus und braucht zu dem Zwecke eine wären? Wie hat doch damals die bürgerliche Presse gegen„Schlachtflotte"! Deutschlands Seemachtspolitik stört den England gehetzt! Wie wäre es aber erst, wenn diese Presse Weltfrieden. Die verstärkten Flottenbauten Frankreichs, eine„starke Kriegsflotte" hinter sich gefühlt hätte? Die Rußlands, Englands sind zu einem bedeutenden Theil Angelegenheit ist diesmal friedlich abgelaufen, weil Deutsch- eist durch die deutschen Marinerüstungen der letzten Jahre Parlamentarisches. Aus der Unfallkommission. Am Mittwoch legte zunächst die eine der eingesetzten Subkommissionen einen, mit Hilfe der Regierung zusammengebrachten Antrag vor, nach dem alle landund forstwirthschaftlichen Nebenbetriebe, dem Wunsche der Agrarier gemäß, in die landwirthschaftliche Unfallversicherung hineingezogen werden klönnen. Dieser Antrag wurde natürlich von der bürgerlichen Mehrheit angenommen. Ein ganz neuer Vorschlag wurde von freisinniger Seite gemacht, nämlich die Rente zu erhöhen durch einen Zuschlag, der um so höher ist, je länger der Arbeiter bei dem landwirthschaftlichen Unternehmer in Arbeit gestanden hatte. Hierdurch würde diesen Arbeitern die Freizügigkeit noch mehr als bisher eingeschränkt werden. Dieser„liberale" Vorschlag fand aber nirgends Gegenliebe. Dann kam der sozialdemokratische Antrag zur Verhandlung, welcher die Entschädigung an die Verletzten seitens der Unfallversicherung gleich nach dem Unfall und nicht erst von der 14. Woche an beginnen lassen will. Die Sozialdemokraten wiesen darauf hin, daß für die landwirthschaftlichen Arbeiter der Krankenversicherungszwang nicht gelte und deshalb für sie durch die Unfallversicherung gesorgt werden müsse. Trotz dem wurde auch dieser Antrag abgelehnt mit der Vertröstung, daß bei der nächsten Reform der Kranken versicherung auch die ländlichen Arbeiter berücksichtigt werden sollen. Parteinachrichten. * Partei-Organisationen. In einer Parteikonferenz des Wahlkreises Hanau wurde be schlossen, das Vertrauensmännersystem aufzuheben und dafür eine einheitliche Vereinsorganisation für den Kreis zu gründen. Das Organisationsstatut wurde in der Versammlung bereits festgestellt. In einer außerordentlichen Generalversammlung des sozialdemokratischen Arbeiter=Lesevereins in Höchst a. Main wurde dagegen der Anschluß an den KreisWahlverein abgelehnt und beschlossen, die Sonderorganisation bestehen zu lassen. Um die Freiheit. aus dem Deutschen Bauernkriege 1526. Von Robert Schweichel. 58 und die Bauernheere gewinnen an iynen einen kriegs- welche der Fuchssteiner in Folge des vorzeitigen Aufeübten, festen Kern, den keine Sorge um Haus und bruchs des Herzogs Ulrich von Württemberg hatte of von den Fahnen weglockt." fallen lassen müssen; daß Michael Gaismayer in Es war mittlerweile dunkel geworden und Georg Brixen nur auf Botschaft von ihm warte, damit Metzler zündete einige Kienspäne an. Er trug Käse Tirol sich gleichzeitig mit ihnen erhöbe. und Brod auf und lud seine Gäste ein, seinen Wein!„Vergessen wir auch unserer Nachbarn im Norden, (Nachdruck verboten), nicht zu verachten, wenn er auch nur ein geringes der Thüringer, nicht," nahm Wendel Hipler das Gewächs sei. Einen besseren habe er im Keller nicht. Wort.„Thomas Münzer ist seit Kurzem wieder in (Fortsetzung). Er war kein wohlhabender Mann; die Armuth der Mühlhausen. Ihr werdet gehört haben, daß er dortJedennoch möcht' ich zu bedenken geben, ob die Odenwälder und seine rasilose Thätigkeit, sie für die hin, wo Pfeiffer die neue Lehre predigte, von seiner Herren jetzund nicht, wo sie der Furcht vor dem evangelische Freiheit zu gewinnen, ließen ihn auf Pfarre zu Altstedt flüchten mußte, weil er den Herzog erledigt sind, mit aller Gewalt gegen die keinen grünen Zweig kommen. Um seine eigene Lage sächsischen Herzögen im Schlosse zu Weimar wie ein Bauern handeln werden?“ Es war Georg Metzler, sorgte er sich aber wenig und seine Mienen wie sein zweiter Daniel ihre Sünden vorgehalten hatte. Auch der das Bedenken äußerte. Wesen zeigten nichts von der Verbissenheit seines wird es Euch bekannt sein, daß der Stadtadel von Wenn sie es können, gewiß," gab Florian Geyer Vetters aus Brettheim. Er war vielmehr keinem Mühlhausen Pfeiffer und Münzer austrieb. Wohl, zu.„Aber das hat alleweile noch gute Wege. Wo Scherze abgeneigt und im Verkehr mit den Menschen die Landleute und Arbeiter haben Pfeiffer im Dedie Herren auf die Beschwerden ihrer Unterthanen in umgänglicher als jener.„Beiß' nit die Zähne zu= zember mit Gewalt in die Stadt zurückgeführt und Unterhandlungen mit ihnen sich eingelassen haben, da sammen, Vetter," neckte er diesen.„Kommen wir erst jetzt ist auch Thomas Münzer wieder dort, läßt im ist's ohne Zweifel nur geschehen, um die günstige über die Klöster, gibt's einen feinen Tropfen. Schenk' Barfüßerkloster Geschütze gießen und gürtet sich mit Gelegenheit abzupassen, ihnen über die Köpfe zu Dir ein und gib die Kanne weiter."dem Schwerte Gideons wider die Fürsten. Er ge Herr Florian Geyer ergriff seinen Becher und „Freilich, freilich!" riefen Simon Neuffer und die sprach:„Die Freiheit, für die wir gemeinsam kämpfen, beiden Metzler.kennt kein Vorrecht der Geburt und keinen Standes„Ja,“ fuhr Florian Geyer fort,„aber dazu reichet unterschied, sie machet uns alle zu Brüdern." die Macht nicht aus, über die der Truchseß Jörg ge Und ihr Manifest, unsere Fahne, sind die zwölf bietet, und der Schwäbische Bund hat nichts zu Artikel," fügte Wendel Hipler hinzu. Sie stießen die Zinnbecher zusammen. Darauf sagte Simon Neuffer:„Der Saft ist längst in den Bäumen; aber er treibt jetzt erst Knospen, wo der Frühling kommt. Provinzielles. * Höhscheid=Widdert, 14. März Der in der benachbarten Ortschaft Kulle ansässige, in den 40er Jahren stehende Landwirth Tönes war mit Anderen beim Baumfällen beschäftigt, als er plötzlich von einem angehauenen niederstürzenden Birnbaum getrossen wurde. Der Bedauernswerthe, der den Schlag auf Kopf und Genick erhielt, verlor sofort das Bewußtein und verschied in Folge des heftigen Blutverlustes nach 2 Stunden. Wie das Unglück geschehen ist, weiß man nicht recht; Tönes wollte die Stelle, wohin der Baum fallen sollte, noch von den dort liegenden Reisern säubern, als wohl in Folge des herrchenden Schneesturmes der Baum bereits siel und den Unglücklichen unter seinen knorrigen Aesten begrub. *Düsseldorf, 14. März Die. Niederrh. Volkstrib." schreibt: Der Dusseldorfer Polizei unterbreitet die„Volkstribüne“, weil doppelt genaht besser hält, als die einsache Naht, die an die Polizet ergangene Anzeige über recht delikate Dinge aus Hinterpommern. Es soll, wie uns glaubwürdig mitgetheilt wird, in diese Angelegenheit u. A. ein Düsseldorfer Groß=Ziegeleibesitzer verwickelt sein, ja gegen denselben soll sogar der Verdacht des Meineids ausgesprochen worden sein. Thatsächlich ist dieser Großkapitalist vor einiger Zeit in einem hiesigen Prozeß verwickelt gewesen, der gegen einen unsauberen Patron wegen Erpressung eingeleitet worden war und der zu schwerer Verurtheilung des betreffenden Menschen führte. Ueberhaupt sollen bereits mehrere Geschehnisse die Vorläufer der obigen sauberen Dinge sein, alle diese Dinge sollen aber ihren eigentlichen Grund in Hinterpommern haben. Wie uns unser Gewährsmann weiter andeutete, müssen in unserem frommen Düsseldorf schon seit Jahren ähnliche saubere Dinge geschehen sein. Herren von gutem Ruf und mit Namen, theilweise sogar blaublütigen Klang müssen, um ihren widernatürlichen Gelüsten fröhnen zu können, seit Jahren schwere Summen Geldes an eine ganze Bande ekelhafter Subjekte ausgegeben haben. Andererseits müssen die letzteren in der taffinirtesten Weite die obigen verthierten Geldsäcke ausgebeutet, bedroht, und wieder ausgebeutet haben. Eine reiche Menschenbestie ist, weil sie in solche Schweinereten verwickelt gewesen sein soll, vor Jahren hier aus Düsseldorf ausgekniffen, eine andere soll„in aller Stille“ davon gegangen sein. Wir können über diese sauberen Geschichtchen, welche man event. zur lex Heinze sehr gut verwenden könnte, um die Bestialitäten unserer honetten Gesellschaft zu kennzeichnen, vorab nur andeutungsweise Mittheilung machen, wir werden die Sache natürlich im Auge behalten und den Lesern zu paßlicher Zeit weitere Mittheilungen darüber machen. Von der Polizei erhoffen wir, daß sie ihre eisernen Besen zur Hand nimmt und einmal gründlich reine Bahn schafft. Man möge nicht unterlassen, alle Zeugen zu vernehmen, die unser Gewährsmann, wie er behauptet, aufmarschiren lassen kann! So nur kann dem Düsseldorfer Sodomiten gehörig beigekommen werden! * Hattingen. 14. März. Beim Fällen von Pappeln an der Chaussee gerieth ein 76jähriger Invalide unter einen niederstürzenden Baum und wurde getödtet. Der Invalide war frerwillig bei der Arbeit behülflich, ohne als Arbeiter angestellt zu sein. * Blettingen, 14. März. Der 23jährige MilitärInvalide Ernst Bemer von hier hatte ein Verhältniß mit der 22jährigen Tochter Emilie der Wittwe Defloraine, Pächterin eines Bauerngutes, wovon die Mutter jedoch nichts wissen wollte. Als nun gestern Vormittag die Mutter des Mädchens abwesend war, begab sich Bemer in das Haus, wo er das Mädchen allein antraf. Nach einigem Fragestellen faßte er sie bei der Hand, zog einen Revolver hervor und gab zwei Schüsse auf sie ab. Der erste ging in das linke Welschland ist erregt. Der Meister will ein Spiel machen, die Bösewichter müssen dran.“ 13 dann:„Es ist Zeit. Die Bösesagt wie die Hunde. Reget die Brüder Fried Handen. Der ist mit seinen Rüstungen auf die Kriegsknechte angewiesen, die zur Zeit noch in Italien stehen, und ehe der Winter die Pässe in den Alpen nicht frei giebt, können sie nicht her zu uns tröstet sich in Sonderheit Eurer, der Franken, nach barlichen Hilfe. Seine Briefe an die Landbevölkerung und Bergleute im Harz und im Mansfeldischen wehen wie Feuerflammen." Er hatte einen Brief, den Münzer ins Gebirge gerichtet, bei sich und las daraus vor. Das Schreiben begann:„Die reine Furcht Gottes zuvor. Lieben Brüder, wie lange schlaft Ihr? Wie lange seid Ihr Gott seines Willens nicht geständig, darum, daß er nen sie mimt ger zu uns.- Frühling kommt. Es ist halt mit den Menschen nit Euch nach Eurem Ansehen verlassen hat? Wie oft Und nocs doch noch sehr fraglich, ob sie anders, als daß auch er im Frühling seine Kraft erst habe ich Euch gesagt, daß es das muß sein. Gott sich gegen uns schlagen werden," bemerkte der Georg recht zu spüren beginnt. Allerwärts zuckt die Hand kann sich nicht länger offenbaren. Ihr müßt stehen; Metzler.„Sind sie doch Bauernblut wie wir." ungeduldig nach der Wehr. Es ist Zeit!“ thut Ihr's nicht, so ist das Opfer, ein herzbetrübenDarauf möchte ich nicht rathen, sich allzu fest zu] Florian Geyer nickte ihm zu. Sie kamen überein, des Herzeleid, umsonst Ihr müsset darnach wieder verlassen, wenn sie auch nicht sonderlich lustig sein daß die allgemeine Erhebung am Sonntag Jadika in Leid kommen. Das sage ich Euch, wollt Ihr nicht werden, ihre Wehren gegen ihre Brüder und Väter(dem 4 April) stattfinden sollte und bestimmten als um Gottes Willen leiden, so müßt Ihr des Teufels zu wenden", schüttelte Wendel Hipler den feinen Sammelplatz das Cisterzienserkloster Schönthal an Märtyrer sein. Darum hütet Euch. Seid nicht verder Joxt. Mit den Bauern in Schwaben, am Boden= zagt, nicht nachlässig; schmeichelt nicht länger den verDarum ist meine Meinung, daß wir dem Schwä, im Allgäu, in den Alpen müßten Brüderschaften kehrten Phantasten, den gottlosen Bösewichtern. Fasset bischen Bunde zuvorkommen müssen, indem daß wir geschlossen werden. lan und streitet den Streit des Herrn. Es ist hohe die Heimkegrenden anwerben," sagte Herr Florian! Florian Geyer berichtete, daß ihn die Mittheilungen Zeit. Haltet Eure Beüder alle dazu, daß sie göttmit Nachdruck.„Für ihre Väter und Brüder werden Stephans von Menzingen in den Stand gesetzt liches Zeugniß nicht verspotten; sonst müsset Ihr alle sie sich begeistert schlagen, wie wir für unsere Freiheit, hätten, alle die Verbindungen wieder aufzunehmen, verderben. Das ganze Deutsch-, Französisch= und Weiter hieß es wichter sind verzag an, daß sie zu Fried kommen und ihr Gezeugniß halten. Es ist über die Maßen hoch, hoch von nöthen: dran, dran, dran! Lasset Euch nicht erbarmen, ob auch der Esau gute Worte vorschlägt! Sehet nicht an den Jammer der Gottlosen. Sie werden Euch so freundl'h bitten, greinen, flehen wie die Kinder. Lasset es Euch nicht erbarmen, wie Gott durch Mosen befohlen hat. 5. Buch Mosis 7. Uns hat er auch offenbaret dasselbe. Reget an in Dörfern und Städten, und sonderlich die Berggesellen mit anderen guten Burschen. Wir müssen nicht länger schlafen. — Dran, dran, dran! weil das Feuer heiß ist. Lasset Euer Schwert nicht kalt werden von Blut; schmiedet Pinkepank auf dem Ambos Nimrod's, werfet ihm den Thurm zu Boden. Es ist nicht möglich, dieweil sie leben, daß Ihr der menschlichen Furcht follt los werden. Man kann Euch von Gott nicht sagen, dieweil sie über Euch herrschen. Dran, dran, dran! dieweil Ihr Tag habt. Gott geht Euch für, folget. Die Geschichte steht beschrieben Matthäi 25. Darum lasset Euch nicht abschrecken. Gott ist mit Euch, wie geschrieben stehet 2. Chron. 2. Dies sagt Gott: Ihr sollt Euch nicht fürchten, Ihr sollt diese große Menge nicht scheuen. Es ist nicht Euer, sondern des Herrn Streit; Ihr seid's nicht, die Ihr streitet. Stellet Euch fürwahr männlich. Ihr werdet sehen die Hilfe des Herrn über Euch. Da Josaphat diese Worte hörte, da fiel er nieder. Also thut auch durch Gott, der Euch stärke ohne Furcht der Menschen im rechten Glauben. Amen. Gegeben Mühlhausen, im Jahre 1525. Thomas Münzer, ein Knecht Gottes wider die Gottlosen." Die Aufregung der Zuhörer, die Wendel Hipler wiederholt mit Zwischenrufen unterbrochen hatten, trat jetzt gewaltig hervor. Der Vorleser, dem die Kehle trocken geworden war, stärkte sich derweilen mit einem Becher Wein. (Fortsetzung folgt.) Auge, der zweite in den Mund, worauf das Mädchen todt zusammenstürzte. Hierauf legte er selbst Hand an sich, indem er sich ebenfalls einen Schun in den Mund fenerte, sodaß die Kugel zum Hinterkopfe hinausdrang. Trotz der tödtlichen Wunde flüchtete er noch ca. 300 Meter weit fort auf die Straße, die Mütze im Mund und noch einen Schuß rückwärts abfeuernd, als er zusammenbrach und nach einer halben Stunde verschied. Der Unglückliche, der als Invalide vom Militär entlassen werden mußte, ging schon längere Zeit mit dem Gedanken um, ein Unheil zu begehen, wenn ihm noch länger die Zusage von der Mutter seiner Geliebten verweigert würde. Eine Viertelstunde vor der That noch äußerte er seinem besten Kameraden in Buß gegenüber:„Jetzt ist die Mutter zum Begräbniß, jetzt ist Emilie allein, ich werde jetzt sofort zur ihr gehen und mir Gewißheit über unser Verhältniß verschaffen. 15 Mark Belohnung. 15 Mark Belohnung, der wo mir meinen Hund am Sonntag todtgeschlagen hat und mir einer den Mörder so angiebt und mit Namen nennt, daß ich ihn gerichtlich belangen kann Schrumm, Hausbesitzer, Birnstraße 7. Herr Schrumm saß drei Tage am Fenster und hatte die 15 Mark neben sich liegen und wartete auf den Mann, der kommen wollte. Denn Herr Schrumm schnaubte Wuth und dürsiete nach Rache. Endlich kam Einer. „Ich wäre da wegen die fünfzehn Mark „Kennen Sie den, der wo den Hund erschlagen hat?“ „Natürlich!" „Wie heißt er?" „Ersts Geld!“ Erst den Namen!“ „Dann adiö!" „Halt! Sie geben mir Ihr Ehrenwort, daß Sie mir den Kerl nennen?“ „Auf Ehr' und Seligkeit! Ich sag' Ihnen, wer's war!" Na also— da!" Dank schön!" Wer hat den Hund erschlagen I selber!" „So a Unverschämtheit! Und da laßt er sich noch zahlen!" „Ja, ich hab' dös Geld haben müssen! Für'n Rechtsanwalt, der verlangt Verschuß! Es ist ja von z'wegen Ihnen!“ „Z'wegen meiner?!" „Ja! Weil ich Sie auf Schadenersatz verklag'! Ihr Hund hat meinem Bub'n die Kleider zerrissen und bissen hat er'n a— ganz hinten. Er wird müssen. er na-seine vierzehn Täg liegen Markeln thu is net." Unter sechzig „Glaubens denn, 1 hab' mein' Bub'n zum Beißen! Auf sechzig Markeln wird's schon kommen. Und die Kosten natürlich! So an blau'n Hunderter im Ganzen!" „Und ich soll auf's Gerich“ Das fehlt mir grad noch!" „Sie werden wohl auf's Gericht müssen, Herr Schrumm— oder glauben's, der Amtsrichter kommt Ihnen in's Haus?“ „Haben's doch ein Einsehen!" „Sechzig Markeln für Reparatur und Schmerzensgeld' Dös is net amal theuer! Möchten Sie vierzehn Täg auf'm Bauch liegen mit a Eisbeutel auf'm — Rücken— für 60 Markeln?“ „—— Da in drei Teufels Namen! Also noch 45 Mark!“ „Nix da— die fufzehn Markeln sind ja Belohnung, weil i n Hundsmörder angeb'n hab!“ --1" „Na, also! Ich hab net lang Zeit!“ „Da sind sechzig Mark, Sie Rauber! Jetzt will ich aber mein' Ruh' haben mit der G'schicht!“ „Dank schön! Von mir aus hab'ns Ihna Ruh! Jetzt muß ich schaug'n, daß i auf d' Polizei komm'! Um zehne bin i vorg'laden"" „Weg'n was denn?“ „No, weg'n der G'schicht' mit Ihnern Hund doch!“ „Wa—a—as!" „Natürli! I hab' ja Strafantrag gstellt, weil Sie dös bissige Viech ohne Maulkorb ham laufen lass'n. Dös kost a schönes Geld, Herr Schrumm!“ „Sie hab'n ja gsagt, von Ihnen aus hätt' ich jetzt meine Ruh!“ „Aber net von der Polizei aus. Die sechzig Markeln waren jo nur für die Civilansprüch! Straf muß sein, wenn Einer so a blutgieriges Viech rum laufen und Kinder beißen laßt! Dös wird theuer, Herr Schrumm!“ „Wissen's, was dös Beste ist, Herr Schrumm?“ —--. „Daß Sie's selber ham in d'Zeitung g'setzt. Sonst hätt' i gar ner g'wußt, wem dös Hundsviech g'hört hat;'s hat ja kein Hundszeichen ang'habt! Dös tost no extra was, Herr Schrumm!“ „Gehins zum Teufel!“ „Adtö! Und i dank halt recht schön, Herr Schrumm!“ (.Jugend.) kunst. Wissenschaft und Leben. Wieviel Lokomotiven gieor es? Von der kolossalen Ausoehnung des Eisenbahnverkehrs kann man sich einen Begriff machen, wenn man die folgenden Zahlen über die im Betriebe befindlichen Lokomotiven betrachtet. Es sind auf der ganzen Erde gegenwärtig gegen 110000 Lokomotiven in Dienst. Davon kommen auf Europa 64 000, Amerika 40000, Asien 3300, Australien 2000 und Afrika 700. In Europa selbst besitzt Großbritannien die größte Anzahl von Lokomotioen, nämlich 17000. Dann folgt Deutschlaud mit 15000, Frankreich mit 11000, Oesterreich=Ungarn mit 5000, Italien mit 4000, Rußland mit 3500, Belgien mit 2000, Spanien mit 2000, die Niederlande mit der gleichen Anzahl und dann die Schweiz mit 900 Lokomotiven Das trockenste Lind der Erde Der„Pro metheus" schreibt nach der Revue Scientisigne: Das trockenste Land der Erde ist nach Darid Fairchilds Beobachtungen die Gegend von Payta in Pern unter 5° s. Br., denn hier fällt im Mittel nur nach sieben Jahren einmal Regen, der dann allerdings manchmal ausgiebig ist. Als Barbour, Lathrop und Fairchild im Februar 1899 in Payta weilten, regnete es 26 Stunden hindurch, aber das war der einzige Regen seit acht Jahren. Dagegen sind vom Meere kommende Nebel häufig. Die Flora setzt sich aus neun Haupt= arten zusammen, von denen Seben einjährig sind; ihre Samen verharren im Boden, bis ein neuer Regen nach sieben bis acht Jahren sie zum Keimen bringt. Dennoch gibt es dort eine Gemüsepflanze, eine Art peruvianischer Baumwollenstaude, die vermittelst sehr langer Wurzeln sich in den ausgetrockneten Wasserläufen sieben Jahre hindurch ohne Regen hält und deren junge Kapseln als Gemüse dienen. *So vergeht der Ruhm. In Wien äußerte sich Professor Nothnagel über die Pariser Heilanstalt gegen Tuberkulose folgendermaßer: In der Wissenschaft gibt es keine Sensation und keine unbedingten Antoritäten. Auch Prof. Koch, von dessen„Kochin" viel erwartet wurde, hat das Mittel nicht gefunden. Es gibt nur Eines: Studium und wieder Studium und Beobachtung praktischer Versuche eventuell Jahre hindurch * Die letzte Telephondame. Unter dieser Stichmarke schreibt die„Wiener Arbeiterztg.": Die armen vielgeplagten Geschöpfe, die ihren schweren Dienst mit so großer Selbstausopferung versehen, sind von einer ernsten Gefahr bedroht. Der nimmer rastende Erfindergeist hat auch ihnen den Tod erklärt und die letzte Telephondame wird bald gewesen sein. Wie nämlich aus Paris telegraphirt wird, wurde dort im Telephonzentralbureau ein Apparat erprobt, der die Intervention der Telephondamen entbehrlich macht. Der Vermittlungsapparat, der als ausgezeichnet befunden wurde, wird durch den Abbonnenten selbst in Funktion gesetzt und wieder abgestellt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese für die rasche Abwickelung des Verkehrs so wichtige Neuerung in der Praxis bewähren werde Schwelm. Sozialdemokr. Verein. Samstag den 17. März 1900, Abends 8½ Uhr, im Vereinslokal bei Herrn Carl Müller: Haupt-Versammlung. Tages=Ordnung: 1. Abrechnung vom letzten Halbjahr 2. Vorstandswahl; 3. Verschiedenes Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Ramscheid. Sozialdemokr. Volks-Verein Sonntag den 18. März cr., Abende 7 Uhr, im Lokale der Wittwe Hönscheid, Stachelhauserstr. 27: Mitglieder-Versammlung. Tages=Ordnung: l. Aufnahme neuer Mitglieder und Zahlung der rückständigen Beiträge; 2. Politische Rundschau.(Referent: Chr. Lenz.) 3. Verschiedenes Die Mitglieder werden hiermit ersucht sämmtlich pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. : Carl Aug. Nusch, * Remscheid, Y Ionsbergerstr. 11, Honsbergerstr. 11 Y Xempfiehlt sämmtliche Colonialwaaren in guten Qualitäten ru den billigsten Preisen. So. Das beste und im Gebrauch billigste und as hnse e DrThompsons yeifenpu Corned Beef Büchsenfleisch, in s. schöner Qual. a Pfd. 70 Pfg. empfiehlt Carl Jäger jr., Vogeldauerstr. 31, Simonsstr. 44. Eingemachte Brechbohnen a Pfd. 20 Pfg Sauerkraut à Pfd. 8 Pfg. empf. Carl Jäger jr., Simonsstr. 44 Vogelsauerstr. 31 ültestes großes Credithaus Elberfeld, 14 Bahnhofstr. 14 1. 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