keise ember 1 40 d theater.) . 2 -11. Moesta. je Krankbeit hstunden zu lichst in den genommen, stellungstage 1.) mittags von ags Nachm. Augen= und ab, Vorm. tags Nachm rstand. Kuhn, Alleene Angehörige Uhr. Uhr. de aus ft tänke Gäste fnung r Ein= scher ma I-Zucker 3 enstr. 31, heitsstr. 7, tzbahn 30, str. 36. Organ für das werkthätige Volk von Rheinland und Westfalen. Nebst Sonntags-Beilage„Die Neue Welt.“ Erscheint jeden Nachmittag außer Sonntag. pro Monat in Abonnementspreis: 1.80) Mk. pro Quartal, 60 Pfg Elberfeld=Barmen, bei den auswärtigen Agenturen 70 Pfg. Bei der Post unter Nr. 2543 2 Mark pro Quartal. Einzel=Exemplar 10 Pfg. Haupt=Expedition und Redaktion: Elberfeld, kleine Klotzbahn Nr. 10. Filial-Expedition: Harmen, Altenmarkt 6. Telegramm=Adresse: Freipreß Elberfeld. Anzeigen: Die 7gespaltene Petitzeile 15 Pfg., Arbeits= und Stellengesuche 10 Pfg. Reklamen werden nicht aufgenommen. Größere Annoncen=Aufträge erbitten wir einen Tag vor Erscheinen der betreffenden Ausgabe, kleinere bis 10 Uhr Vormittags. Nr. 258. rfeld-Baz men, Samstag, den 5. November 14. Erstes Blatt. 1 21 er=Verband. Remscheid.) 5. November, 32 Uhr, hneppendahl umlung Genosse Lenz. ema: ränkung des tes und die beichthausvorlage dverwaltung. Deutschland. Berlin, 3. Nov. Der Umsturz geht um. Ein neues Sozialistengesetz wird durch die hadisch=offiziöse„Süddeutsche Reichscorr.“ in Nannheim für die nächste Reichstagssession angelindigt. Dem neuen Reichstag sollen„ Eindämnungsmaßregelngegenüber der sogialdemorrarischen Hochfluth; vorgeschlagen perden. Der Offiziosus schreibt, es habe sich herausgestellt, daß in der Behandlung der Umsturzpropaganda seitens der Regierungen und der staatserhaltenden Parteien Fehler begangen seien: mit der bisherigen taktik müsseendgiltig gebrochen werden. zie müsse durch Maßregeln ersetzt werden, die es mier jedem Zweifel stellen, daß der Kampf gegen die„Todfeinde aller göttlichen und menschlichen Ordnung" mit rücksichtslosester Energie aufgenommen wird. Der Boden sei nunmehr so weit vorbereitet,„daß an Ergreifung solcher gesetzgeberischer Naßregeln herangegangen werden kann, von denen erwarten steht, daß sie einmal die Koalitionsfreiheit der Arbeiter mit den wünschenswerthen Garantien gegen ihre mißbräuchliche Verquickung(!) mit Lontraktbruch und Terrorisirung Arbeitswilliger umgeben, zweitens aber eine wirksamere Niederhaltung der gemeingefährlichen, untergrabenden Umtriebe amöglichen werden.“ Wer wollte daran zweifeln, daß man wieder den Versuch machen wird, den„Umsturz" zu bekämpfen. Aommt es dazu, dann wird man sich im Reichstage gündlich auseinandersetzen, es wird gezeigt werden, uf welcher Seite man dem„Umsturz" die Wege ebnet. Die Eindämmungspolitik gegen geistige Hochluthen und sich vorbereitende wirthschaftliche Umwälzungen hat noch stets Fiasko erlitten. d.— Nutzlose Rettungsversuche. Wie das B. T.“ erfährt, wird sich der Centralausschuß hesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine in seiner Plenarsitzung, die Anfangs der kommenden Woche stattfindet, mit der Frage des Aleingewerbes und im Zusammenhang hiermit mit der Stellungnahme zu den Großbetrieben beschäftigen. Der Finanzminister soll für die nächste Session des neuen Landtages eine Vorlage vorbereiten, die nach dem Muster der französischen Gesetzgebung die Betriebe con einer bestimmten Höhe des Umsatzes oder des Emkommens ab mit einer besonderen Steuer belegen vill. deren Ertrag allerdings den Kommunen überviesen werden soll Zum Attentatsschwindel. Der angebliche marchistische Anschlag in Egypten gegen den deutschen Auer ist jetzt auf dem Wege, vollständig in nichts zerrinnen. Der italienische Konsul in Alerandrien, welcher die Untersuchung leitet und der manas so gesprächig war, hat in der letzten Zeit nore Zurückhaltung bewahrt. Jetzt wird aber der „Voss. Ztg.“ aus Rom gemeldet: Zuverlässige, aus guter Quelle geschöpfte Meldungen aus Alexandrien lassen erlennen, daß ein Mordanschlag gegen den deutschen Kaiser kaum nachweisbar sein wird. Jedenfalls sind die dersteller der Bomben nicht entdeckt worden und konnte den verhafteten italienischen "varchisten keinerlei Betheiligung nachgewiesen werden, wennschon sie offenbar zu allem fähige Gesellen sind. Sie dürften unmittelbar nach der Rückreise des Kaisers entlassen werden; eine polizeiliche Herkunft der Bomben gilt deshalb nicht als gänzlich ausgeschlossen. nder Attentatsschwindelgeschichte Bewanderte waren von vornherein über die staatsretterische Zerkunft der Sägespäne verpackten Bomben nicht im Zweifel Diese Geschichte wird aber nicht hindern, daß der artige Bomben noch öfter auftauchen, daß sie bläubige finden und unehrliche Menschen sie zu ihren verwerflichen Zwecken fruktifiziren. Der Exjesuit Graf Paul Hoensbroech giebt setzt einen famosen Grund an, weshalb er den Schleier, der angeblich über seiner romantischen Heirathsaffaire legt, nicht lüften darf. Er schreibt nämlich in seiner Täglichen Rundschau":„Ueber die Vorgeschichte bin aus Gründen, die in meiner religiösen Versangenheit liegen, die mit dem religiös-katholischen beichtsiegel zusammenhängen, das ich auch jetzt für unverletzlich halte, zu absolutem Schwei ten verpflichtet." Die Kampfesweise der Ordnungspolitiker gjährt in einer Zuschrift, welche die Berliner voltszeitung" aus Sachsen„von einem in weiteren Feisen bekannten Juristen" erhalten hat, eine neue llustration. In dieser Zuschrift heißt es: Sie empfehlen so oft schon den Zusammenschluß er liberalen Elemente zur Abwehr gegen den Ander reaktionären. Dieser Appell wird in den Sroßstädten gewiß nicht unerhört verhallen. In provinz dagegen ist, wie jetzt die Verhältnisse liegen, mn einen Erfolg kaum zu glauben. Was etwa an aufklärung die großen liberalen Zeitungen in der Nittel= und Kleinstadt mit großer Mühe und viel Scharfsinn schaffen, das vernichten die spießbürgerBlättchen im Handumdrehen ohne große Mühe ad mit— recht wenig Verstand. Das bequemste Mittel ist das Graulichmachen vor der Sozialdemokatie. Eine Schande ist's, das sagen zu müssen, für das Bürgerthum, aber Thatsache ist es, wie ja über haupt im bürgerlichen Leben immer mehr die heimtückische Gepflogenheit des rückgratlosen reaktionären Strebers einreißt, einen Andersdenkenden nicht mit Gründen zu widerlegen, sondern— bisweilen offen, in der Regel aber heimlich, hinterlistig, hinter dem Rücken,„unter vier Augen“— als Sozialdemokraten zu bezeichnen und, der Erfolg ist bombensicher, auch gesellschaftlich und geschäftlich zu ächten. Der Einsender zeigt das an einem Beispiel. Die Deutsche Ethische Gesellschaft, deren Bestrebungen zweifellos darauf gerichtet seien,„durch die Bildung des eigenen Innern und der großen Gesammtheit den Menschen zu heben und dadurch die Ausgleichung der sozialen Gegensätze wesentlich zu fördern", habe sich entschlossen, durch Wanderredner den ethischen Gedanken auch in die Provinz zu tragen. Einer ihrer Redner, Dr. Förster=Zürich, habe vor Kurzem in Leipzig gesprochen. „Was ist die Folge? Durch alle kleinsten Wurstblättchen läuft sofort die Notiz, daß Dr. Förster einen stark sozialistisch durchsetzten" Vortrag gehalten habe. Beabsichtigt ist dabei einzig und allein, daß der spießbürgerliche Leser in den Glauben versetzt werden soll, daß Dr. Förster ein Sozialdemokrat ist und daß selbstverständlich mit dem Sozialdemokraten auch der Mantel des Ethikers fallen muß. Man erreicht auf diese Weise am bequemsten, daß sich Niemand mehr in einer Provinzstadt findet, der den ethischen, die Geister und Gemüther gleichmachenden Bestrebungen sich hingielt Diese brutal=seige Presse weiß ganz genau, daß, wenn nach Veröffentlichung einer derartigen Notiz sich ein Freidenkender ossen als Ethiker bekennen würde, sich auf jeden Fall ein Orthodoxer oder ein Dummkopf oder ein persönlicher Gegner auf ihre heimtückische, hämische, verführerische Notiz mit Erfolg berufen würde.“ *— Die Landwirthschaftskammern scheinen sich zu Central=Geschäftsstellen für die Agrarieer auswachsen zu wollen; einige von ihnen betreiben eine ganze Reihe Nebengeschäfte. So chreibt die„Saale=Zeitung“: „Aus Handelskreisen der Provinz Brandenburg geht uns die Mittheilung zu, daß die Landwirthschaftskammer für die Provinz Brandenburg eine Ein= und Verkaufsstelle für landwirthschaftliche Artikel(Futter= und Düngemittel, und zwar einheimische sowohl wie ausländische, Kohlen, Wagenfette, Maschinenöle und landwirthschaftliche Maschinen) eingerichtet hat und an die Interessenten Preislisten und Spezialofferten versendet. Es steht zu befürchten, daß den in den Preislisten und Spezialofferten zugleich enthaltenen Mittheilungen über die Marktlage rc., weil sie von behördlicher Seite gemacht werden, eine zu große Bedeutung beigemessen wird, was den Handelsgeschäften der Landwirthschaftskammer einen unberechtigten Vor sprung vor denen des Privathandels geben muß Eine unmittelbare Schädigung der Interessen von Handel und Industrie liegt in dieser Thätigkeit der Landwirthschaftskammer klar zu tage." Die geschäftliche Thätigkeit steht ohne Zweifel im Widerspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen, welche die Geschäfte der Landwirthschaftskammern regeln Außerdem wirft diese Handelsthätigkeit, die hier zu Gunsten der Agrarier und zum Schaden einer Reihe Geschäftsleute ausgeübt wird, ein recht bezeichnendes Licht auf die von jenen Kreisen sonst betriebene Mittelstandspolitik".— * Basel, 31. Okt. Der schweizerische sozial demokratische Parteitag war von 43 Delegirten besucht. Er beschloß die Unterstützung der Doppel initiative und der Rechtseinheit, sowie die übliche Abhaltung der Maifeier. Gegen den Gesetzentwurf über Militärpflichtersatzsteuer und politische Polizei wurden die gefaßten Beschlüsse der äußersten Linken akzeptirt Redakteur Moor(Bern) wurde wieder in die Partei aufgenommen und Zürich als Vorort und Bezirks richter Otto Lang(Zürich) als Parteipräsident be stätigt.— Aus Bern wird gemeldet: Im National rath haben mehrere Abgeordnete den Bundesrath interpellirt, weil in den schweizerischen Zeitungen viel fach behauptet wurde, mehrere Getreidefirmen hätten beim diesjährigen Ankauf von Weizenvorräthen für das Militärdepartement(in der Staatsrechnung von 1897 figurirten die Getreidevorräthe mit einem Werth von 1788 000 Fres.) einen übermäßig hohen Prosit gemacht. Frankreich. * Paris, 3. Nov. Der Kassationshof hat beschlossen, seine Arbeiten in der Dreyfus=Angelegenheit mit der Frage des Erscheinens Dreyfus vor dem Kassationshof zu beginnen. Der Anwalt der Familie Dreyfus, Mornard, wird den Verhandlungen und Verhören nur dann beiwohnen dürfen, wenn auch Dreyfus persönlich zu denselben hinzugezogen wird. * Paris, 3. Nov. Das Blatt„Radical" will wissen, daß die französische Regierung ihren Verbündeten, Rußland, ersuchen wird(??), durch den russischen Botschafter in London der englischen Regierung nahezulegen, daß, wenn England an Frank reich wegen der Faschoda-Angelegenheit Krieg erklären sollte, Rußland dieses ebenfalls als Kriegserklärung ansehen würde. * Paris, 3. Nov. Ministerpräsident Dupuy erklärte nach dem heutigen Ministerrath, er fürchte keine Verwickelungen mit England bezüglich der Faschoda Fragen. Im Ministerrath wurde die Ansprache re digirt, welche das Kabinet beim Zusammentritt der Kammer verlesen wird. d. Rom, 3. November. Der Minister des Aeußern, Canevaro, bezeichnete im heutigen Ministerrath die internationale politische Lage als trübe. d. Nom, 3. November. Admiral Morin erhielt den Befehl, in den Küstenfestungen der MaddalenaInsel mit einem Escadre Artillerieübungen vorzunehmen. Das Insel-Kommando hat alle Reserveoffiziere einberufen. Parteinachrichten. *Polizeiliches aus Baden. Die Mannheimer Volksstimme“ veröffentlicht einen, W. Herrnann gezeichneten Artikel über den Stuttgarter Parteitag, dessen Verfasser im Jahre 1890 als Delegirter für Dresden an dem Hallischen Parteitage der Sozialdemokraten theilgenommen hat, dann zu den Anarchisten übergangen und nach fünfjähriger Gegnerschaft wieder zur Sozialdemokratie zurückgekehrt ist. In dem Artikel heißt es u. A.: „Der Parteitag hat einstimmig eine Resolution, in welcher in klarer Begründung der Gegensatz zum Anarchismus betont wird, gutgeheißen. Auch ich, der ich in den vorerwähnten fünf Jahren dem Anarchismus gehuldigt habe, kann diese Stellungnahme gegenüber dem Anarchismus begreifen und verstehen; bin auch von meinem Irrthum befreit, und habe meine Bethätigung innerhalb der sozialdemokratischen Partei in offener und freier Weise seit einem Jahre wieder ausgeübt. Um so mehr muß ich meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, daß seit der unmenschlichen That, genau genommen Meuchelmord, die an der Kaiserin von Oesterreich verübt worden ist, ich mich fortwährend der besonderen Aufmerksamkeit der Polizei=Organe zu erfreuen habe. In Heidelbera wurde mein Hausherr belästigt, aber mit dem ausdrücklichen Bemerken, man solle mir keine Mittheilung machen, da ich mich sonst bedrückt fühlen könnte. Dieselbe Praxis treibt man auch hier in Mannheim, seit ich meiner Existenz wegen nach Mannheim übergesiedelt bin. Nun eine offene Frage: Weshalb stehe ich unter einer gewissen Polizeiaufsicht? Glaubt man, daß ich unter falscher Flagge segele? Sollte dies letztere der Fall sein, so erkläre ich unumwunden, was auch in meinem Artikel vom 27. April d. J. in der„Volksstimme“ niedergelegt wor den ist, daß ich in ehrlicher Absicht und aus Ueberzeugung zur Sozialdemokratie zurückgekehrt bin. Ich verwerfe und verachte unlautere Motive; stolz kann ich auf meine bisherige uneigennützige Bethätigung im öffentlichen Leben zurückblicken. Ein Doppelspiel treibe ich nicht, dazu ist mir die Arbeiterbewegung zu ernst. Will man aber ein gehetztes Wild zur Strecke bringen, dann erkläre man auch unumwunden, daß man nicht eine Anarchistenhetze, sondern eine sozialdemokratische Hetzjagd inszenirt! Und noch eine Antwort: provoziren lasse ich mich nicht, wer die Schule des Sozialistengesetzes genossen hat, der wird mit Ruhe und Würde den Dingen entgegensehen, die da kommen werden.“ der Knabe mit der Fahne ging ruhig vor ihm. Wir blieben starr bei diesem Schauspiel und Thränen traten uns in die Augen. Lieber Freund, sagten wir hm endlich, lassen Sie das, es ist Alles aus. Nein, antwortete der Alte, sie müssen heraus, ie mussen noch einmal heraus. Die Sache darf nicht verloren sein! So sprechend ging er immer weiter und schlug die Trommel, daß sie den Kanonendonner überhallte. Und der Knabe trug ruhig seine Fahne und sah nach allen Seiten, ob sie nicht kämen. Sie kamen nicht. Bald danach schwieg die Kanonade und die Kaiserlichen erschienen auf dem Platz.„Eine Kompagnie mit gefälltem Bayonnet, aber ängstlich nach den Fenstern links und rechts blickend und fortwährend„Gut Freund! Gut Freund!" rufend. Die Offiziere schwenkten ihre Degen grüßend zu den Fenstern hinauf. Das Volk, welches die Soldaten plötzlich umgab, verhielt sich still. Da gechah etwas ganz Ueberraschendes. Wie auf ein gegebenes Zeichen öffneten sich hundert Fenster, die eit drei Wochen verschlossen und verhüllt gewesen— ie füllten sich, Hunderte von Taschentüchern wehten den Soldaten entgegen und„Vivat der Kaiser!" erscholl es von allen Seiten. Das war ein Signal für das Volk: ein ungeheures Pfeifen erstickte die loyalen Rufe." Hier haben wir die Wiener Oktoberrevolution wie sie leibt und lebt. Das aus den Fenstern des Bürgerthums schallende Vivat und der alarmschlagende Proletarier, der trotz alledem die Sache der Freiheit nicht verloren geben will. Am 1. November blähte sich eine mächtige schwarz- gelbe Fahne auf dem St. Stephan. In der Stadt aber wurde nun die„Orgie der Rache“ gefeiert. Das Philisterthum schwelgte in Denunziationen. Wem es von den führenden oder der Reaktion aus anderen Gründen verhaßten Personen nicht gelang, zu entsliehen, wurde hingerichtet. Messenhauser stellte sich reiwillig und wurde am 16. November in's Jenseits befördert. Robert Blum war schon am 9. erschossen worden. Aehnlich erging es noch vielen Anderen. Unbeschränkte Willkür der Militärhereschaft, Kriegs recht, Belagerungszustand, Verfolgungen, Verhaftungen, Ausweisungen, Hinrichtungen ließen die Besiegten die janze Schwere der Niederlage fühlen. Besonders chwer hatte die Bevölkerung unter den Greueln und Gewaltthaten der slawischen und kroatischen Soldatenhorden zu leiden, denen Niemand steuerte. Die Thätigkeit der Standgerichte setzte sich noch bis in den Mai 1849 fort. Im Ganzen sollen von den Vertheidigern Wiens 5 bis 6000 gefallen sein. Der Gesammtverlust der Truppen wird auf 1200 angegeben. Soziales und Arbeiterbewegung. *Die Würzburger Bäckergesellen haben den Arbeitgebern folgende Forderungen unterbreitet: 1. Für Frühstück ist ein Betrag von 30 Pfg. auszuzahlen. 2. Drei freie Nächte im Jahre und zwar an Weihnachten, Östern und Pfingsten; diese Freinächte sind vom zweiten auf dritten Feiertag zu halten und darf somit an diesen Tagen nichts gebacken werden. 3. Einhaltung der gesetzlichen 12stündigen Arbeitszeit und der Sontagsruhe. 4. Jedem Gehilfen ist ein eigenes Bett zu verabfolgen; dieses ist mindestens monatlich einmal mit frischer Wäsche zu versehen. 5. Jedem Gehilfen sind mindestens zwei Hand tücher wöchentlich zu verabfolgen. 6. Im Zimmer der Gehilfen sollen Tische und Stühle vorhanden sein; ebenso verschließbare Kleiderschränke je nach der Zahl der Gehilfen; die Zimmer sind täglich zu reinigen und wöchentlich einmal entsprechend zu putzen. 7. Regelung des Sprechwesens nach dem vor einigen einige Wochen der Junung eingereichten Statut. 8. Für Aushilfsarbeiten ist ein erster Gehilfe mit 3 Mark, ein zweiter mit 2,50 Mark und ein deitter Gehilfe mit 2 Mk. pro Tag zu entlohnen. Der Fall des revolutionären Wien am 31. Oktober 1848. Die letzten Augenblicke des Bombardements, die letzten Athemzüge der Wiener Oktober=Revolution hat ein Augenzeuge, der von der Frankfurter Versammlung mit nach Wien delegirte Dichter Moritz Hartmann, folgendermatzen geschildert:„Auf dem Bauernmarkte hörten wir plötzlich die Lärmtrommel, die durch den Donner der Kanonen, das Platzen der Bomben und fallenden Schutt einen wahrhaft unheimlichen und zugleich sehr aufregenden Schall hören ließ. Auf dem Hohenmarkt sahen wir, woher der Ton kam. Dieser Platz war leer und öde, wie um diese Zeit alle Gassen und Plätze; die Einwohne hatten sich in die Keller geflüchtet und hielten sich den innersten Räumen der Häuser. Ueber den großen menschenleeren Platz schritt ein einziger, un fähr fünfzigjähriger Proletarier: vor ihm ging ein kleiner, vielleicht zehnjähriger Junge. Der trug eine große schwarz-roth-goldene Fahne, der Alte schlug die Trommel. Er sah nicht rechts, er sah nicht links; die Bomben flogen über seinen Kopf, sie platzten vor ihm, hinter ihm; er schritt vorwärts, gemessenen Ganges, und schlug den Generalmarsch, und er schlug, als wollte er eine ge storbene Welt aus dem Todesschlafe wecken. Und Lokales. Elberfeld, 4. Nov. Der Freiheit wiedergegeben Heute Nachmittag gegen 6 Uhr verläßt unser Genosse Redakteur Grimpe die ungastlichen Näume der Elberfelder Bastille, wo er 4 Monate wegen „Beleidigung" des Oberbürgermeisters von Remscheid, des Herrn von Bohlen, zugebracht hat. Unsere Leser wissen, wie die Freie Presse zu diesem Stadtoberhaupt stand, sie wissen auch, wie dieser Herr zu der Sozialdemokratie steht; sie werden sich ins Gedächtniß rufen, was die Ursache der Beleidigungsklagen gegen Grimpe war, worüber s. Z. ausführlich berichtet wurde. Als Genosse Grimpe seine Kerkerhaft antrat, konnte er mit Genugthuung auf die schweren, für unsere Partei aber erfolgreichen Reichstagswahlkämpfe zurückblicken. Während seiner Haft aber spielte sich ein anderes Stück lokaler Parteigeschichte ab, die Betheiligung unserer Genossen an den preußischen Landtagswahlen, die eben kurz vor Beendigung seiner Haft ihren Abschluß fanden mit einem für unsere Partei nicht zu unterschätzenden Achtungserfolg.— Wir hoffen, daß Genosse Grimve die 4 Monate ohne Schaden an seiner Gesundheit zu nehmen überstanden hat und rusen ihm ein herzliches Willkommen zu. Es gilt, neue Kämpfe auszufechten, neue Siege zu erringen. Die preußischen Landtagswahlen im Wahlkreise Barmen=Elberfeld. * Der Landtagswahl=Aktus ist jetzt beendet und das preußische Abgeordnetenhaus, das auf dem „elendesten aller Wahlsysteme" aufgebaut ist, vermag wieder auf 5 Jahre unter dem Szepter einer Majorität von Ganz= und Halbreaktionären und Finsterlingen, sein Wesen zu treiben. Auch in unserm Kreise, der im Reichstag durch einen entschiedenen Volksmann, einen Sozialdemokraten, durch unsern Genossen Molkenbuhr vertreten ist, gelang es der brutalen Geldsacks=Uebermacht wieder, ihre Vertretec, die Herren v. Knapp und Weyerbusch, durchzubringen, wei Männer, von denen Niemand behaupten wird, daß sie die Interessen der breiten Masse des Volkes vertreten, von denen im Gegentheil angenommen werden muß, daß sie zu allen geplanten Knebelungsesetzen gegen das Volk kein entschiedenes Nein aben. Der eine ist nationalliberal und der andere reikonservativ, und das besagt genug. Diesen„Volksvertretern" wurde allerdings, wie die Geschichte des verflossenen Wahlkampfes lehrt, der Sieg sehr leicht gemacht, denn der tapfere Freisinn beschloß, sich die Zipfelmütze über die Ohren zu ziehen und sich dem Schlaf hinzugeben, ein Schlaf, aus dem er im Wupperthal nicht mehr erwachen wird, darüber täuscht auch das Schnarchen des freisinnigen Sprachorgans nicht inweg. Da auch das Centrum sich die Sache sehr equem machte und ebenfalls seine lokale Bedeutungslosigkeit durch Wahlenthaltung manifestirte, so wären die„Sieger" vollständig unter sich geblieben, wenn nicht die Sozialdemokratie in die alte Landtagswahlidylle störend eingegriffen hätte durch ihren Betheiligungsbeschluß. Da war es mit der gemüthlichen Verdauung der Herren Gegner in der dritten Klasse vorbei, sie mußten arbeiten und schleppen, sie mußten den ganzen, ihnen zur Verfügung siehenden Hochdruckapparat in Bewegung setzen. Aber die Sozialdemokraten packten ebenfalls kräftig zu und setzten 207 Wahlmänner der dritten Abtheilung durch. Und das will angesichts dieses Wahlsystems und der Oesfentlichkeit der Stimmabgabe immerhin etwas heißen, trotzdem wir überzeugt sind, daß wenn der Beschluß der Betheiligung nicht so spät gefaßt worden, der Erfolg noch etwas besser geworden wäre Gestern nun marschirten die Wahlmänner ins Elberfelder Jünglingshaus, um die Abgeordneten zu wählen. Von den zweiten und erstklassigen Wahlmännern stachen viele durch ihre körperliche Fülle in die Augen, die andeutete, daß sie im„Besitz" waren und von Besitzenden gewählt waren; die Bildung war rein äußerlich nicht zu erkennen. Die sozialdemokratischen Wahlmänner hatten sich bis auf wenige eingefunden, um ihrer Pflicht bis zu letzt zu genügen, sonst hätten ja auch die Herren vom Besitz zu leichte Arbeit gehabt. Nach Erledigung der Formalien wurde zur Wahl geschritten und zwar in zwei Wahlgängen; es wurde durchs Loos entschieden, daß Elberfeld zuerst wählte. Im ersten Wahlgange wurden insgesammt 951 Stimmen abgegeben, und aus Barmen 444. zwar aus Elberfeld Davon erhielten: Molkenbuhr v Knapp Eickworth Weyerbusch Die Stimmen=Abgabe gestaltete sich wie folgt: Elberfeld: Molkenbuhr 97 St v. Knapp 307„ Eickworth 87„ Weyerbusch 16„ Die absolute Majorität betrug 177 629 126 19 für timmen, beide Städte getrennt Varmen: 80 St. 322„ 39„ 3„ in diesem Wahl gange 476; die für v. Knapp abgegebene Stimmenzahl überstieg die absolute Majorität somit um 153 Stimmen. Als dieses Resultat mit Bravo begrüßt wurde, brachten die sozialdemokratischen Wahlmänner auf unseren Genossen Molkenbuhr ein kräftiges Hoch aus Im zweiten Wahlgang stimmten insgesammt 8 Wahlmänner(aus Elberfeld 466, aus Barmen 411) Davon erhielten 167 Stimmen, 704 Barmen: 76 St. 331„ 3„ 1„ Gewehr Weyerbusch Eickworth v. Knapp Die Stimmen=Abgabe für beide Städte getrennt gestaltete sich wie folgt: Elberfeld: Gewehr 91 St. Weyerbusch 373„ Eickworth 2„ v. Knapp— Die absolute Majorität betrug demnach im zweiten Wahlgange 439. Auch hier wurde das Wahlresultat mit einem Hoch auf unsern Genossen Gewehr be antwortet. Die für Weyerbusch abgegebene Stimmenzahl überstieg demnach die absolute Majorität um 265 Stimmen Mithin sind die beiden bisherigen Abgeordneten unseres Wahlkreises, Weyerbusch und von Knapp für die nächste 5jährige Legislaturperiode wiedergewählt. Nochmals: Unsere Parteigenossen können mit dem erzielten Erfolg zufrieden sein; sie haben bei der Wahl eine Fülle Erfahrungen gesammelt und sie werden dieselben praktisch zu verwerthen wissen. Bei einer zweitmaligen Benutzung dieser Waffe im politischen Kampfe werden sie zweifellos noch einen weit größeren Erfolg erzielen. Die bürgerliche Opposition, mag sie sich nennen wie sie will, hat den Beweis ge liefert bekommen, daß ohne die Sozialdemokratie hier im Wupperthal das Kartell nicht beseitigt werden kann. Wie kläglich hat z. B. die Hausbesitzerpartei abgeschnitten! 126 Stimmen für Eickworth nach all dem Halloh und dem Fußfall vor Weyerbusch: Der erhoffte Zuzug aus den Reihen der„Zweifelhaften ist ausgeblieben, dagegen haben sich ihre eigenen Reihen vom 27. Oktober ganz bedeutend gelichtet. Im Jahre 1893 waren im Ganzen 945 Wahlmänner(diesmal 1056) zu wählen. Bei der Abgeord netenwahl erhielten die beiden Kandidaten des Kartells 727 Stimmen, die Freisinnigen erhielten im ersten Wahlgange 167, im zweiten 143 Stimmen. Da diese Wahlen sich ungeheuer in die Länge ziehen ist ja allerdings für manchen Wahlmann besonders wenn das Endergebniß im Voraus zweifel los ist, die Versuchung vorhanden, mit der erstmaligen Abgabe seiner Stimme den Saal zu verlassen. Daher kommt es, daß gestern beim zweiten Wahlgange 74 Stimmen weniger abgegeben worden, als bei der ersten Wahl Auf die sozialdemokratische Partei entfielen davon 10 * Die am Sonntag erscheinende Nummer des Morgenroth hat folgenden Inhalt: Der Bettler (Gedicht).— Die Religion des Kapitals.— Noch einige Betrachtungen zur Kriegserklärung an den Militarismus.— Ein Dichter über den Militarismus — Vorlaute Fragen.— Man sucht Dumme.— Ein Bekenntniß wider Willen.— Leibliche und geistige Nahrung(was sollen wir lesen).— Politik.— Was der Arbeiter im Arbeitsverhältniß zu beobachten hat (Wie die Betriebsstätte beschaffen sein muß.— Die Eroberungszüge im Alterthum(Bilder aus der Welt geschichte IV).— Als die Maschinen aufkamen. Der unaufgeklärteste Arbeiter.— Feuilleton Proletariers Ende(Ein Bild aus dem Gegenwarts staat.— Splitter und Geistesfunken.— Frauen Zeitung: Ueber den Einfluß der höheren Entwicklung — Ein Dienstboten=Kongreß.— Frauenrechte Ausland.— Kinder=Erziehung. * Der Herr Redakteur Schöler der„Neuest. Nachr sendet uns eine Berichtigung, die folgenden tha sächlichen Inhalt hat: „Die„Freie Presse" behauptet, ich hätte in einer sozialdemokratischen Versammlung in Lüdenscheid, als man meinen in derselben gemachten Ausführungen nicht beipflichtete, gesagt,„es gäbe so viele, die nicht die nöthige Hirnmasse hätten" um mich zu begreifen und als darüber die Versammlung in Gelächter aus gebrochen sei, hätte ich die Anwesenden„Narren Idioten" genannt. Diese letztere Behauptung ganz, die erstere theilweise unwahr. Ich habe, als mir während meiner Ausführungen Gelächter entgegentönte, mit verächtlicher Ironie revlizirt, es gehöre allerdings ein gewisses Maß von Gehirn dazu, um in der Lage zu sein zu begreifen, was ch deduzirt habe Der Behauptung gegenüber, ich sei in Hagen von meiner Partei und meinem Parteiblatt wegen meines Querulirens„so gut wie abgeschüttelt" worden, bemerke ich, daß ich das volle Vertrauen meiner Parter besaß; daß der günstige Einfluß meiner Thätigkeit das Ergebniß der Reichstagswahl in einer für mich peinlichen Weise von allen Seiten hervorgehoben wurde; daß diese Gesinnung ihren Ausdruck gefunden in einem förmlichen Partei=Vorstandsbeschluß; daß ich mich in Hagen=Schwelm überall der Sympathie meiner Parteigenossen erfreue Die„Freie Presse“ sagt weiter, daß ich mir von meinen„eigenen Parteigenossen den Vorwurf machen lassen mußte", daß ich für meine Vorträge, die ich im Jahre 1896 gegen das Margarinegesetz gehalten habe, von dem Margarine=Mohr für jeden Vortrag 50 Mark“ bekommen habe. Gegen diesen Vorwurf hätte ch nur einzuwenden gehabt, daß die 50 Mark nicht von Mohr persönlich, sondern von der Margarinegesellschaft an mich gezahlt seien Die ganze Geschichte ist von A bis Z unwahr. sch habe gegen eine ähnliche Beschuldigung schon in üdenscheid eine öffentliche Erklärung erlassen, worin ch betonte, daß Fabrikant Mohr sich an mich wandte, und meine Dienste gegen das Margarinegesetz in Anspruch nehmen wollte. Ich erwiderte, daß ich nicht im Dienste eines Interessenten, sondern meiner Ueberzeugung gemäß und im Interesse des Volkes das Gesetz bekämpfe. Herr Mohr ließ darauf nichts mehr von sich hören. Meine Vorträge sind von der Partei honorirt worden, in einigen Fällen auch mit Mk. Diesen Betrag muß ich angesichts der un günstigen Kommunikation, die Lüdenscheid mit dem größeren Verkehr verbindet, und der daraus resultiren den Schwierigkeiten bei ungünstigem Wetter als angemessen erachten; vielfach reichte das Honorar grade aus, um meine Unkosten zu decken. chließlich betone ich der Freien Presse gegenüber, daß ein Gegensatz der Gesammt=Redaktionen der Neuest. Nachr. zu mir nicht besteht, dies zu erklären bin ich ermächtigt Soweit Herr Schöler. Wir bemerken ihm, daß icht die rüpelhafte Art, in welcher gestern die N. N sich mit uns beschäftigten, uns veranlaßte, die Beichtigung aufzunehmen, auch nicht die Drohung. Wir hätten die von Herrn Schöler eingesandte Berichtigung in der von ihm beliebten Form aufgenommen, nach der gestrigen Leistung der N. Nachr. haben wir dazu aber keine Veranlassung. Vereinigte Stadttheater. Heute, Freitag, geht im Barmer Hause, wie bereits gemeldet, die Schwank=Novität„Sein Trick" in Szene. Bei dem großen Erfolg, den hier französische Schwänke ähnlichen Genres gefunden haben, darf man wohl mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß auch dieser an drastischer Wort= und Situationskomik alle bisherigen noch weit übertressende Schwank zu den Repertoirstücken der nächsten Spielzeit werden wird. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Herren Oberregisseur iegwart, welcher auch das Stück in Szene gesetzt hat, Busch, Swidzinsky, Krampert und Gilzinger, sowie die Damen Bielitz, Hannau und Wolff. Am onntag findet Abends ebenfalls in Barmen die erste Wiederholung statt. Am Nachmittag geht die große Ausstattungsposse„Einetolle Nacht" zu halben Preisen in Szene. Am Montag nimmt der Heldenbariton Leone Fumagalli sein Gastspiel an den Wupperthaler Bühnen wieder auf. Herr Fumagalli gastirt am genannten Tage im Barmer Hause als Bajazzo" in Leoncavallos gleichnamiger Oper und als Franz Moor in dem von ihm selbst komponirten einaktigen Musikdrama gleichen Namens dieselbe am 1. Mai nächsten Jahres eröffnet werde In Barmen hat die Kommiision bis jetzt keinen Erfolg gehabt, da das in Aussicht genommene Lokal nicht zweckentsprechend sei. Unter Verschiedenes macht Coll. Hartung bekannt, daß am 14. November unser zweiter Verbandsvorsitzende, College Lingert aus Stuttgart, hier sprechen werde, worauf die Collegen schon jetzt aufmerksam gemacht seien. Zum Schluß wurde noch beschlossen, am 19. November einen Familienabend zu veranstalten und wurden die nöthigen Arbeiten einem Komitee überwiesen der Gerichtszeitung. * Elberfeld, 4. Nov. Strafkammer. Den Vorsitz führte Herr Landgerichtsdirektor Dumreicher. Drei Monate Gefängniß erhielt der 21jährige jedoch vorbestrafte Fuhrmann J. P. aus Barmen, weil er seinem Logiskollegen eine Taschenuhr von der Wand gestohlen hatte. Der oft vorbestrafte 53 Jahre alte Schloner L. B aus Velbert stahl im Rückfall bei seinem Arbeitgeber Schloßtheile. Diese Gegenstände fand sein Kostwirth in dem gepfändeten Konfer des Angeklagten, als dieser unter Hinterlassung einer Kostschuld sich aus dem Staube gemacht hatte. B. erhielt 4 Monate Gefängniß. In einen schrecklichen Verdacht kam der bisher noch unbestrafte 27jährige Feilenhauer H. M. in Krahwinkel, als er am 23. Juli von Mitgliedern des dortigen Turnvereins vor dem ausgeraubten Vereinsschrank ertappt wurde, in dem 19 goldene und silberne Medaillen aufbewahrt wurden. Der Verdacht lag zwar sehr nahe, daß er der Missethäter sei, dem der Diebstahl zur Last falle, da er in dem fraglichen Raum herumkramte und die Thürscheiben des Schränkchens eingedrückt waren, indessen fanden sich die Medaillen nicht bei ihm vor. Da Nie mand wußte, ob die Werthgegenstände nicht schon frühefehlten, und gar kein Beweis von der Schuld des Angeklagten vorlag, wurde er freigesprochen. Zum Schluß kam eine Anklage zur Verhandlung, die sowohl in thatsächlicher, als in rechtlicher Beziehung interessant zu nennen ist. Die Frau des Sägeschmiedes Rob. J. zu Cronenberg war vom Dr. Dönhoff zu Rem scheid operirt und klinisch behandelt worden, sodaß letzterer am 22. Juni d. J. eine Rechnung über 41 Mk. geltend machte. Sie bezahlte diese, nahm die Quittung über 11 Mk. an sich und änderte die Summe in 81 Mk. um. um, wie sie sagte, gleichzeitig 40 Mk. Spezereischulden, die sie hinter des Mannes Rücken gemacht hatte, zahlen zu können. Die so umgeänderte Quittung trug der Mann, ohne Kenntniß von der Fälschung zu haben, zur Krankenkasse zwecks Rückzahlung des Betrages. Dort entdeckte man jedoch sofort die grobe Fälschung, sodaß die Anzeige gegen die Frau veranlaßt wurde. Für die Richter entstand nun die Rechtsfrage, ob ein Betrug des Gatten in der Sache zu finden sei und ob er von der Falschung„Gebrauch gemacht“. Nach dem Urtheil lag zunächst ein Betrug vor, da aber ein Strafantrag nicht vorlag, erfolgte dieserhalb Freisprechung. Indessen hat nach dem Urtheil die Angeklagte zur Verdeckung dieses Betruges sich eine Fälschung schuldig gemacht, von der sie dadurch Gebrauch machte, daß ne die so gefälschte uittung, ohne ihren Mann in Kenntniß zu setzen, diesem übergab. Da sie jedoch aus Angst vor ihrem Mann ge handelt, erhielt sie nur 3 Tage Gefängniß. der Depeschen und Neueste Nachrichten. o. Berlin, 4. Nov. Aus 336 Wahlkreiseisen liegedie Ergebnisse der Wahlmännerwahlen zum schen Abgeordnetenhause vor. Es sind gewählt 13 Konservative, 6 Bund der Landwirthe, 48 Freikonsevative, 61 Centrum, 12 Polen, 39 Nationalliberasreisinnige Vereinigung, 24 freisinnige Volkspante Provinzielles. Solingen, 2. Nav. Einer sehr gefährlichen „Diebesbande" ist man dieser Tage am Südbahnhof auf die Spur gekommen. Mit den Dieben müssen natürlich Hehler in Verbindung stehen, und wird wohl deshalb eine umfangreiche Untersuchung vorgenommen werden müssen. Man höre nur: Einige Kinder armer Leute, die man oft an den Kohlenabladestellen am Güterbahnhof sich zwischen den Waggons und Karren schlängeln sieht, um die herum liegenden Kohlenstückchen aufzulesen und nach Hause zu bringen, sind dabei ertappt worden, wie sie auch einige Kohlen von den gefüllten Waggons nahmen Das ist ja unrecht uno zu bedauern, für die Kinder besonders; aber gleich voraussetzen, daß die Kinder von ihren Eltern aufgefordert seien, Kohlen zu stehlen, das kann doch nur ein echtes, sattes, scheinheiliges Muckergemüth Werne, 2. Nov. Hier ist an einem achtjährigen Mädchen, dem Töchterchen einer Familie auf der Heu straße, ein scheußlicher Lustmord verübt worden. Wie das„Ntz. W. Tgbl.“ hört, hat die Bestie das arme Kind hinter einen Strohdiemen gelockt und dort hingemordet. Ein Wittener Blatt erzählt darüber Ein zelheiten, die unglaublich klingen:„Der Unhold stach dem armen Geschöpf die Augen aus und riß ihm das Herz aus der Brust, welches der Mordbube mit bestialischer Lust an einen Bindsaden befestigte und an einem Zaune aufhing. Noch viele andere Gerüchte schwirren umher, die wohl allzu reger Phantasie entsprossen sind. Die Polizei hat zwei Kerle verhaftet, von denen einer die That bereits eingestanden haben soll * Sprockhövel, 28. Oktober. Arbeiterrisiko Gestern erlitt auf Zeche„Sprockhövel" der Schacht hauer Aug. Sonnenschein einen Armbruch. * Wattenscheid, 29. Okt. Arbeiterrisiko Ein Unglücksfall ereignete sich auf einer hiesigen Zeche Der Bergmann Herm. Fedders wurde durch herab fallendes Gestein derart verletzt, daß seine sofortige Ueberführung in das Marienhospital für nöthig er achtet wurde. Er hat einen doppelten Bruch des rechten Armes erlitten. Sein Bruder hatte in der Morgenschicht sich den Kopf und die linke Seite verletzt. Partei, Polizei und Gericht. Aus Erfurt wird uns mitgetheilt: Genosse Rudolph soll als verantwortlicher Redakteur der Tribüne" Aufreizung zum Klassenhaß begangen haben durch einen— Begrüßungsartikel zum tuttgarter Parteitag. In dem Artikel war allegorischer Weise darauf hingewiesen, daß die Arbeiterklasse den zahlreich auf sie eindringenden Feinden kampfgerüstet gegenüberstehe. Wenn Genosse Rudolph wegen dieses Artikels verurtheilt werden sollte, so wäre damit wieder ein großes Stück der heutigen Preß,freiheit", wenigstens für Erfurt, vernichtet. Denn wenn schon bildliche Wendungen fü Ernst genommen und verurtheilt werden können, wo bleibt da die ganze Schriftstellerei? Eigenthümlich berührt die Eile, mit der diese Sache zur Entscheidung gebracht wird. Der Termin ist schon auf den November angesetzt, während der seit Monaten schwebende Krawallprozeß, in dem Genosse Rudolph verwickelt ist, erst 14 Tage später zur Verhandlung gelangt. Sollte allerdings Genosse Rudolph der Auf reizung zum Klassenhaß und zu Gewaltthätigkeiten für schuldig befunden worden sein, so dürfte das natürlich für seine Stellung im Krawallprozeß außerordentlich erschwerend ins Gewicht fallen. und ist Vereine und Versammlungen. rh. Barmen, 3. Nov. In der Generalversammlung des Deutschen Holzarbeiterverbandes gab der Kassirer zunächst die Abrechnung vom 3. Quartal. Die Ein nahme der Lokalkasse berrug 144,23 Mk. Die Zahl der Mitglieder betrug am Schlusse des Quartals 185 Hierauf gab Köbel die Abrechnung vom Ausflug, der einen Ueberschuß von 90,90 Mk. zeitigte, derselbe wurde nebst 50 Mk. aus der Lokalkasse der Lohnkommission überwiesen. Zu Punkt 2 erstattete Spindler Bericht über die letzten Sitzungen der Gewerkschaftskommission Redner streifte kurz die einzelnen Punkte, womit die Kommisston sich zu beschäftigen hatte. Er gibt zugleich bekannt, daß die Unterhandlungen mit dem Wirth Keul, Große Klotzbahn, zwecks Errichtung einer Zentral herberge nunmehr zum Abschluß gelangt seien und Literarisches. Von der„Neuen Zeit“(Stuttgart, Dietz' Verlag ist soeben das 6. Heft des 17. Jahrgangs erschienen Aus dem Inhalt heben wir hervor: Ueber Militär krisen.— Die politische Rolle der italienischen Bourgeoisie Von Oda Olberg.— Neuere Untersuchungen über die Lage der deutschen Konfektionsarbeiter. Besprochen von Johannes Timm.—§ 175. Von Dr. R. Jonas.— D erwerbsmäßige Kinderarbeit und die Schule. Eine sozialpädagogische Studie von Karl Strunz.(Schluß).— Notizen: Die deutsche Bierbrauerei in den letzten zwei Jahrzehnten.— Feuilleton: Eine Unzivilisirte. Erzahlt ans dem kleinrussischen Leben von Olga Kobylanska (Fortsetzung). Die Dame ist zwar nur eine Dirne, aber eine sels. aus angeblich altem Adelsgeschlecht und Prinzen beblüt sollen sich stark für sie interessirt haben genügt natürlich unserm Publikum und Unternehmer ein großes Geschäft. Arras, 3. Nov. Bei einem Sturm in der Nan see sind gestern zwölf Mann von einem Fischerbomgekommen. Das englische Schin„Caloba“ in. unken. Die ganze Mannschaft und alle Werthgegände wurden gerettet Bojen. 31. Okt. Man schreibt der„N. Fr von hier: Im Eirkus Amadeo Belley in Meran e. eignete sich gestern ein bedauerlicher Unglücksfalt Direktor Belley liebkoste in der Manege ein Sch. pferd, das zum ersten Male von ihm vorgefüh wurde. Das Pferd schlug aus und traf den der Magengegend; dieser machte noch einige Schrinund stürzte dann todt zusammen. Belley war Buezweier Kinder; seine junge Gattin war Augenzeug Szene. preußiFreiberg i. Sachs., 2. Nov. Der Arbeiter Greulich aus Somsdorf wurde wegen Brandstiftung zu elf Jahren Zuchthaus, sein Anstifter, der Bauunternehmer und Häuserspekulant Kramer aus Tharandt, zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt. Durch den der Anklage zu Grunde liegenden Brand waren zwei Menschen ums Leben gekommen. * Kaiserslautern, 3. Nov. Von einem Eisenbahnunfall bei Rohrbach wird gemeldet: Vom Schnellzug Köln=Basel entgleisten 3 Wagen und fielen die Böschung hinab. 4 Personen wurden leicht verletzt. * Würzburg. 2. Nov. Selbstmord. Hier erschoß sich ein geprüfter Rechtspraktikant K. in seiner Wohnung. Das Motiv ist unbekannt. *München, 2. Nov.„Wer a Geld hat..." In einem hiesigen frommen Blatte findet sich folgendes Inserat: Vornehme Adoption! Kinderloser Fürst in aktiver hervorragender Stellung wäre geneigt, distinguirten, vermögenden jungen Mann mit Uebertragung des Titels zu adoptiren. Diesbezügliche Zuschriften mit genauer Angabe der Verhältnisse zu richten an den Bevollmächtigten„Dr. B. Z.“ per Adresse H. Schalck, Wien 1. Wollzeile 11. Anonymes absolut unberücksichtigt. Diskretion verbürgt. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so sind Durchlaucht gewissermaßen auf den Hund gekommen und beabsichtigen Hochderselbe, weil schon verheirathet, sich au dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege einer Adoption auf die Beine zu helfen. Viel Glück dem alten und neuen Fürsten. * Berlin, 3. Nov. Berlin hat seine neueste Sensation. Der Pöbel in Seidenhüten, die Damen in den seidenen Unterröcken stürmen den Wintergarten, wo als Star die Tänzerin Cléo de Merode engagirt ist. Demokrat, 1 Antisemit und 2 Dänen. d. Berlin, 4. Nov. Das„Kl. Journal" melde aus München, der hiesige Herausgeber des Simplicissimus, Albert Langen, wurde nach Leipzig vorge laden, um sich wegen Majestätsbeleidigung, begange durch den Abdruck des Gedichtes„Palästinafahrt“ i Simplicissimus zu verantworten. Dort sei Langen in Haft genommen worden. Der Schriftsteller Wedekind, der das Gedicht verfaßt hatte, hat sich nach de chweiz geflüchtet. Gegen den Zeichner des Bilde Heine ist von Leipzig aus ein Strafverfahren eingeleitet worden. Wie uns aus München mitgetheilt wird, ist die Nachricht, daß Langen verhaftet worden sei, unrichtig. Langen hat sich mit Wedekind nach der Schweiz geflüchtet. Heine jedoch leistete der Vorladung nach Leipzig Folge und wurde dort verhaftet d. Berlin, 4. Nov. Das„Kl. Journal" melde aus Paris: In der Kammer circulirende wollen wissen, daß England trotz der Räumung Faschodas durch Frankreich den Krieg wolle. Wahrscheinlich werde die Türkei, gestützt auf Deutschland Rußland und Frankreich in dieser Angelegenhen interveniren. d. London, 4. Nov. Aus Kairo wird gemelde daß Kapitän Marchand dort eingetroffen ist, es fanden keinerlei Demonstrationen statt d. Paris, 4. Nev. Der Kassationshof richtete an die Regierung den Einspruch, alle Offiziere, die m der Dreyfusangelegenheit vorgeladen worden, vom Berufsgeheimnisse zu entbinden. d. London, 4. Nov. Die englische Regierung notficirte der japanischen Regierung, daß das für die japanische Regierung hier erbaute Schlachtschif „Scheischima“ nicht aus dem Lande gelassen werde, außer wenn Japan verspreche, es keiner Macht zu verkaufen. d. London, 4. Nov. Die Morgenblätter melden, daß die Regierung eine neue wissenschaftliche Expedtion nach Indien ausrüsten werde, um die Pestkrankheit zu studiren. d. London, 4. Nov. Daily Mail drückt die Hofnung aus, daß diesmal die officielle Meldung die Franzosen hätten Faschoda geräumt, sich auch bestängen werde; es ist schade, sagt das Blatt, daß Frankreich diese Maßregel nicht vor einigen Tagen ergriffen hat; dadurch wäre jeder Zwiespalt und jedes Mißtrauen zwischen den beiden Nationen ausgeblieben. d. Paris, 4. Nov. Le Soleil meldet, der Abgeordnete Graf de Mun wird heute in der Kammer über die Faschodafrage eine Interpellation einbringen. Der Minister des Auswärtigen Delcasse wird die Kammer bitten, die Debatte hierüber bis nächsten Montag zu vertagen. Alsdann werde er vor der Kammer jede gewünschte Auskunft in der Faschoda=Angelegenheit geben. d. Paris, 4. Nov. Gaulois versichert, daß das Verfahren gegen den Obersten Picquart, nicht wie mitgetheilt, eingestellt worden sei, sondern daß die Untersuchung noch einige Tage fortdauern werde. d. Berlin, 4. Nov. Der Vorwärts meldet aus Erfurt, das Erfurter Amtsblatt veröffentlicht den Tod dreier Erfurter, die im verflossenen Jahre zu Marinedivision ausgehoben wurden und jetzt i Kiautschau gestorben sind. d. Berlin, 4. Nov. Das Kl. Journ. meldet aus Prag: In der dortigen Geburtsklinik der tchesischen Universität ist Wundstarrkrampfseuche vorgekommen Die Krankheit hat bereits eine Anzahl Opfer gefordert. Tric. Knaben-Norm Herren=Norme Herren=Hosen "Herren=Hosen, Fancy-Damen Damen=Biberl Damen=Hemd Damen=Hemd Damen=Hemd 5chi „Freie Sonntaa den im Lokale des Herrn An Concert. Th Tans Zur Aufführung gel Kassenöffnung! Larten im Vorverkauf 5 Karten im Vorverkauf K. Grimpe, Aug. Rüsche, Der Vorstand. NB. Die Mitglieder erscheinen. Deutscher H. Zahis Sonntaa bei Jöhr Famil wozu die Mitglieder freun Vermischtes. — Die„findige" Post. Die Königsberger Hartung'sche Zeitung berichtet unterm 30. Oktober Drei merkwürdige„Olle Kamellen" gelangten heut per Post auf unseren Redaktionstisch, Correspondenzkarten mit Aufträgen an unser Geschäft, die aus naher Nachbarschaft uns zu erreichen nicht weniger als vierzehn Jahre gebraucht hatten. Sämmtliche drei Karten sind von 1884 datirt, die eine aus Kraupischken, 25. Januar, die beiden andern aus Memel, 18. April, und aus Allenstein, 26. Augun. Letztere beide Karten haben sich seltsamerweise nach Stettin verirrt, wo sie seither in stiller Zurückgezogenheit gelagert zu haben scheinen und von wo ne uns nun erst mit dem Poststempel 29. 10. 98. 6—7 N. zugegangen sind. Daß diese drei zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Orten aus in Verlun gerathenen Sendungen sich nach so langer Zeit auf denselben Tag aus der Irre an ihren richtigen stimmungsort zusammengefunden haben, ist ein Zufall, den man, ohne Spiritist zu sein, ein Wunder nennen darf. Zwei der Aufträge von 1884— Bestellungen auf Kalender von diesem Jahr— sind heute leider verfallen, dagegen können wir mit den aus Memel gewünschten„Achtzig Kirchenliedern" immer noch aufwarten.“ — Aus dem Lande Tell's wird geschrieben: Neulich wurde in Attinghausen(Kanton Uri) ein Gemeindeschützenfest gehalten. Die Gemeinde zählt etwa 500 Einwohner, wovon 184 des Schießens kundig sind. Unter diesen 184 sind 43 weibliche Schützen. Manche Frauen machten schöne Treffet, während ihre Männer fehlten. Den ersten Preis errang Jungfrau Katharina Wirsch mit 50 Punkten (Zweckschuß); sie ist die 14jährige Tochter des Mathias Wirsch, der mit 7 Söhnen und 3 Töchtern am Schießstand erschienen war. Diese Schützenfamilie hatGaben errungen. Erst Spezial=G für Herren=, Garder Carl M Remsa 9 Blumen H. Wol PrimaOc sowie frischen und H. Wol er eue sos Prugen in der Nor in Fischerdon iloba is g e Werthge in Meran. nglücksfal ege ein Sch im vorgefihr den Direkt|| einige Schruz lley war Bat r chrichten. reiseisen liegezum preuz. gewählt 13 Freikonieationallibera, ge Volkspmns n. urnal" melde des SimpliLeipzig vorge sung, begangen ästinafahrt"m rt sei Langen riftsteller Wedeat sich nach de ner des Bilde verfahren eingehen mitgetheilt erhaftet worden Wedekind nac leistete der Vordort verhaftet ournal" melde lirende Gerücht der Räumum wolle. auf Deutschland Angelegenhen wird gemelde en ist, es fanden hof richtete an ffiziere, die u 1 worden, von Regierung notdaß das für die te Schlachtschif gelassen werde, keiner Macht zu iblätter melden, haftliche Expedm die Pestkrankdrückt die Hoffle Meldung, die sich auch bestänlatt, daß Franknigen Tagen er= iespalt uno jedes Nationen ausgedet, der Abgeordder Kammer über einbringen. 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Onalität 1,75„ Ven aufgenommen: und Haushaltungsgegenstände zu außerordentlich billigen Preisen. „Freie Volksbühne", Remscheid. Sonntag den 6. November 1890. im Lokale des Herrn August Rüsche, Remscheid=Hasten Diesjähr. Winter-Fest bestehend in Concert. Thester und anschließendem Tanskränzchen. Zur Aufführung gelangt u. A.:„Der arme Poet“. Kassenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Larten im Vorverkauf 50 Pfg., an der Kasse 60 Pfg. Karten im Vorverkauf sind zu haben bet Herrn Schneppendahl, K. Grimpe, Aug. Rüsche, sowie bei sämmtlichen Mitgliedern. Der Vorstand. Das Festkomitee. NB. Die Mitglieder werden ersucht, ½ Stunde früher zu erscheinen. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Barmen. Sonntag den 6. November, bei Jöhren, Brucherstraße 7: Familien-Abend wozu die Mitglieder freundlichst eingeladen werden. Das Festkomitee. Die Königsberger erm 30. Oktober: "gelangten heut h. CorrespondenGeschäft, die aus hen nicht weniger t hatten. Sämmttirt, die eine aus iden andern aus istein, 26. Augus. eltsamerweise nach in stiller Zurückgea und von wo n 29. 10. 98. 6— N. i zu verschiedenen ten aus in Verlun so langer Zeit auf ihren richtigen aben, ist ein in Wunder nennen 34— Bestellungen sind heute leider sit den aus Memel 1“ immer noch auf3 wird geschrieben: a(Kanton Uri) ein se Gemeinde zählt 84 des Schießens sind 43 weibliche ten schöne Treffer, en ersten Preis erch mit 50 Punkten Tochter des Mathias Töchtern am Schiepchützenfamilie hat Socialdemokr. Volksverein, Elberfeld. Montag, den 7. November 1898: Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Vereinsquartal. 2. Vortraa des Genossen Dr. Woltmann über: Gehirn und Seele. 3. Diskussion. Von 8—9 Uhr: Zahlung der Beiträge, Aufnahme neuer Mitglieder und Bücherwechsel. DamenJackets Regen-Mäntel Capes Kragen Rad-Mäntel Kinder-Mäntel Herren Anzüge Paletots Schuwaloffs Pelerinenmäntel Knaben-Mäntel Knaben-Anzüge in grösster Auswahl zu enorm billigen Preisen. H.MAIEE ELBERFELD WOIT, Kerstenplatz Nr. 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Der neue? alten lassen, wenn er nie theuerung des Branntwein schnapsbrennenden Besten Millionen unter die Arme agrarische Physiognomie andert Aber die Wissenschaft, d misen in der deutschen 2 Wünschen der Junker nich einer wahren Revolution hat sie auf der einen Seit dung von Spiritus zu Zwecken, zur Licht= und macht, die den adligen S kommen sind, weil sie Weltmarkte von russischen Absatz im Lande fanden. drauf und dran, die Hers wirthen ganz aus der Ha Nebenzweige der Hütteni Das klingt unglaublich Thatsachen. Wie wir de Wiener Zeitschrift„Die deutschen Reichspatenten Chemiker Fritzsche ausge tigen(aethylenhaltigen) schwefelsäure(Aethylschy sehr leicht in Alkohol üb Fritzsche berechnet auf führung seines Verfahre dertprozentigen Alkohols darstellung weicht von d tusdarstellung vollständi ein der Leuchtgasfabrika sonders in der Hütten Kokesöfen liefern in il Aethylen(Aethylen) od Dieses Aethylen wird unter Bildung von Die Aethylschwefelsäure Wasser in Alkohol und Wie man sieht, ist di sauberer als der Gäl Alkohol hauptsächlich gestellt wird. 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Zweites Blatt. Eine wirthschaftliche Revolution. g. Unsern schnapsbrennenden Junkern droht eine ernste Gefahr. Zwar brauchen die Herren vom Destillirhelm nicht zu befürchten, daß das Reich ihnen die millionenschwere Liebesgabe entziehen wird, die die gegenwärtige Besteuerungsart des Branntweins ihnen jährlich in den Schooß wirft. Der neue Reichstag wird darin alles beim alten lassen, wenn er nicht gar zu einer neuen Vertheuerung des Branntweins sich drängen läßt, um den schnapsbrennenden Besten der Nation mit weiteren Millionen unter die Arme zu greifen. Hat sich doch die agrarische Physiognomie des Parlaments wenig verandert. Aber die Wissenschaft, die nach den Majoritätsverhältnissen in der deutschen Volksvertretung und nach den Wünschen der Junker nicht fragt, ist auf dem Wege zu einer wahren Revolution in der Alkoholerzeugung. Wohl hat sie auf der einen Seite neue Methoden zur Verwen dung von Spiritus zu technischen und gewerblichen Zwecken, zur Licht= und Krafterzeugung, ausfindig gemacht, die den adligen Schnapsbrennern sehr gelegen ge kommen sind, weil sie für ihr Produkt, das auf dem Weltmarkte von russischem Sprit verdrängt wurde, neuen Absatz im Lande fanden. Allein die Gelehrten sind setzt drauf und dran, die Herstellung von Alkohol den Landwirthen ganz aus der Hand zu nehmen und sie zu einem Nebenzweige der Hüttenindustrie zu machen. Das klingt unglaublich, entspricht aber vollkommen den Thatsachen. Wie wir der„Chemischen Rundschau in der Wiener Zeitschrift„Die Waage“ entnehmen, soll nach den deutschen Reichspatenten N. 88 051 und 89590, die einem Chemiker Fritzsche ausgestellt sind, aus den äthylenhaltigen(aethylenhaltigen) Gasen der Kokereien Aethyl schwefelsaure(Aethylschwefelsäure) herzustellen sein, die sehr leicht in Alkohol überzuführen ist. Fritzsche berechnet auf Grund der technischen Durchführung seines Verfahrens die Kosten eines Liters hundertprozentigen Alkohols auf 16—18 Pf. Diese Alkoholdarstellung weicht von dem üblichen Verfahren der Spiri tusdarstellung vollständig ab. Die Kokerei ist bekanntlich ein der Leuchtgasfabrikation verwandter Prozeß, der besonders in der Hüttenindustrie angewandt wird. Die Kokesöfen liefern in ihren Gasen unter anderem das Aethylen(Aethylen) oder das sogenannte ölbildende Gas Dieses Aethylen wird von konzentrirter Schwefelsäure unter Bildung von Aethylschwefelsäure aufgenommen Die Aethylschwefelsäure spaltet sich unter Anlagerung von Wasser in Alkohol und Schwefelsäure. Wie man sieht, ist dieser Prozeß einfacher, glatter und sauberer als der Gährprozeß, nach dem bisher der Alkohol hauptsächlich aus der Kartoffel her gestellt wird. In Deutschland sind etwa fünfzehn tausend Kokesöfen im Betriebe; wenn nun sämmtliche Kokesöfen unter Aufarbeitung ihrer Abgase, die bisher ungenützt die Luft verpesten, arbeiten würden, so würden, da ein Kokesofen täglich 25 Liter Alkohol liefern kann, täglich nicht weniger als 375000 Liter absoluter Alkohol, also jährlich mehr als 1.1 Millionen Hektoliter erzeugt werden können. Das Kontingent beträgt setzt an 2 Millionen Hektoliter 100prozentigen Spiritus jährlich. Fast die Hälfte der gegenwärtigen Spiritusproduktion nnte zu einem Preise auf den Markt gebracht werden mit dem die Brennereien nicht zu konkurriren vermögen. Alle Künste der Finanz= und Steuerpolitik könnten an eser Thatsache nichts ändern, und einer der künstlichen Pfeiler, die das ostelbische Junkerthum noch halten, wäre durchsagt Noch sind wir nicht so weit. Das Fritzsche'sche Ver fahren soll sich noch in der Praxis bewähren. Vielleicht at sich dieser Chemiker in der Berechnung geirrt. Viel leicht gelingt es bei seinem Verfahren noch nicht, Verluste n Schwefelsäure zu verhüten, die ein paar Mal theurer als Alkohol ist, und dann würde die Rentabilität des ganzen Prozeß in Frage gestellt sein. Darüber läßt sich noch nicht urtheilen. Aber die Entscheidung steht vor der hür. Das Verfahren kann verbessert, neue Methoden erfunden werden. Zu viel Köpfe in der Chemie beschäftigen sich mit dem Problem, den Alkohol auf anderem Wege herzustellen, als bisher üblich. Die Gefahr für die Junker ist aktuell. Derartige Umwälzungen in den wichtigsten industriellen Nebengewerben der Landwirth schaft müßten ihr Schicksal besiegeln Ihr instinktiver Haß gegen die Wissenschaft ist wahrlich zu begreifen. Der wissenschaftliche und technische Fortschritt, die Entwicklung alter, die Erfindung neuer Produktionsmethoden sind revolutionare Faktoren, denen kein Umsturzgesetz beizukommen vermag. Noch leben wir in Deutschland unter dem auffälligsten Widerspruch zwischen einer rapiden ökonomischen Entwicklung und ganz zurückgebliebener politischer Verhältnisse. Aber die Stunde ist nicht mehr fern, wo das Junkerthum, der Haupt träger aller politischen Rückständigkeit, von der Bühne abtreten wird. Die Zeichen mehren sich von Tag zu Tag. Der wirthschaftliche Boden, in dem das Junkerthum wurzelt, zeigt klaffende Risse und Sprünge. Wie wird das deutsche Volk aufathmen, wenn ihm dieser sinst're Nachtmar von der Brust genommen ist.— gesundheitbringend oder tödtlich seien. Damit sei die ganze Situation gekennzeichnet.(Gelächter). Schneider verlangte schließlich die Konfiskation der Güter der Juden. Oesterreich-Ungarn. * Die Antisemiten im österreichischen Ab geordnetenhause haben sich bei der Debatte über die Pestfälle wieder einmal als das gezeigt, was sie sind: unfähige, unwissende, rüpelhafte Patrone. Gre gorig sagte z. B.:„Sezirt werden hier ausschließlich Menschen, Juden nicht," Der Ministerpräsident habe sich von seinen Organen belügen lassen. Warum habe man nicht gleich Nothnagel internirt? Vielleicht ist er nicht in Ansteckungsgefahr, weil er wie die Juden mit Knofel imprägnirt ist.(Gelächter). Die Gedärme des verstorbenen Barisch sollen in den Kanal geworfen worden sein.(Widerspruch). Immer werden Christen von Juden zu Experimenten benützt. Es dürfte nicht geduldet werden, daß Juden an arischen Leibern herum arbeiten."(Heiterkeit). Der Redner nannte Nothnagel einen der unfähigsten Menschen auf Gottes Erdboden. Gelächter). Er sei neugierig, ob die Regierung den Muth haben werde, derartige Geschäftsmediziner... (Strohbach: davonzujagen!) Gregorig: vom Schauplatz verschwinden zu lassen. Schneider sagte, die freche Judenwirthschaft in der ganzen Sanitätspflege müsse ein Ende haben. Nach dem Schulchan Aruch sei Juden erlaubt, an Christen zu prüfen. ob Arzneimittel Gerichtszeitung. Berlin, 30. Okt. Wie die Ehen der besseren Gesellschaft im Himmel geschlossen werden. Heute fand vor dem 14. Civil=Senat des kgl. Kammergerichts die Berufungsklage des Heirathsvermittlers L. von Pokorny gegen den Grasen Paul von Hoensbroech(Ex=Jesuit) statt. Die Vorgeschichte dieses Prozesses basirt auf einem Inserat, in welchem„ein Aristokrat von altem Adel, 40 Jahre alt, von angenehmen, stattlichem Aeußern, mit geringem Vermögen, doch vollkommen schuldenfrei, eine Dame mit großem Vermögen zu ehelichen wünscht". Auf Grund dieser Anzeige trat L. v. Pokorny mit dem Verklagten in Verbindung. Es wurde eine schriftliche Vereinbarung getrofsen, wonach dem Kläger von dem event. Heirathsgute eine Provision von 5 pCt. bis zu einer Capitalhöhe von 3 Mill. Mark zugesichert wird. Der Kläger vermittelte hierauf die Bekanntschaft des Grafen von Hoensbroech mit verschiedenen reichen Familien, doch kam keine passende Verbindung zu Stande. Endlich verlangte Graf Hoensbroech das Provisionsschreiben von dem Vermittler mit der Motivirung zurück, er hätte sich die Sache überlegt und wolle ledig bleiben. Der Kläger hatte damals keinen Grund, an dieser Behauptung zu zweifeln und ließ sich mit einer geringen Summe für seine Bemühungen abfinden. Kurz darauf vermählte sich jedoch Graf Hoensbroech mit der Tochter eines hoch stehenden Staatsbeamten, welche seiner Zeit von Pokorny in Vorschlag gebracht worden war. Es fanden nun zwischen beiden Parteien wegen der Pro visionsfrage neuerdings Verhandlungen statt, wonach Pokorny mit Rücksicht auf die strikte Erklärung des Grafen, seine Ehefrau hätte nur eine Rente von 9000 Mark als Heirathsgut mitgebracht, eine Provi sion von 2500 Mark, und in der Folge noch 2000 Mark erhielt. Nun behauptete Pokorny, in Erfahrung gebracht zu haben, Graf von Hoensbroech hätte als Heirathsgut ein Kapital von 750 000 Mark erhalten Nachdem seine Forderung von 32000 Mark als Provision nach vielsachen Verhandlungen nicht zu erreichen war, betrat Pokorny den Klageweg. In erster In stanz wurde die Klage aus rechtlichen Gründen zu rückgewiesen. Vor der Berufung wurde vom Grafen Hoensbroech ein weiterer Vergleich von 20 000 Mark angeboten. Doch Pokorny schlug das Angebot aus, und somit kam das Kammergericht in die Lage, sich heute mit der Sache zu befassen. Die Verhandlung endete mit der Abweisung der Berufung. und hat mit den jetzt im Gebrauche befindlichen gewöhnlichen flachen Umschlägen viel Aehnlichkeit. Eine biegsame Leitungsschnur, ähnlich denjenigen der elek trischen Tischschellen, verbindet die Enden des Drahtbündels mit einer Glühlichtlampe, und der Strom kann also den auf die kranke Stelle gelegten Umschlag durchlaufen. Der Vortheil eines solchen elektrischen Umschlags vor den jetzt gebräuchlichen leuchtet ein: er hat eine unbegrenzte Wirksamkeitsdauer, und seine Wärme=Entwickelung kann ganz genau geregelt werden, da es ja ein Leichtes ist, die Stärke des elektrischen tromes zu regeln.„Elektrotherm“ soll bereits bei allgemeinen und örtlichen Erkältungen, bei Krampfzuständen, Rheumatismus, Nervenschmerzen, Lungenund Blinddarm=Entzündungen, Bronchitis, Croup, Kolik und Störungen im Blutumlauf mit dem besten Erfolg angewendet worden sein. — Frauen an Universitäten. An der Universität Bern hat sich Fräulein Anna Tumarkin als Privatdocent für Philosophie habilitirt. Ihre Antrittsvorlesung behandelte das Thema: Göthe über das Wesen des Dramas. Fräulein Tumarkin ist die erste Dame, die an der Berner Hochschule als Docent thätig ist. Die ersten weiblichen Studenten der Theologie in Holland weist die Universität in Utrecht auf. Von den beiden Jüngerinnen der Gottesgelahrtheit hat vor kurzem die eine ihr erstes Examen mit Glanz bestanden. Kunst, Wissenschaft und Leben. * Abermals eine neue Verwendung der Elektrizität. In jeder Familie ist die vertheilende, aufweichende Wirkung eines warmen bezw. heißen Umschlags(Kataplasma) bekannt, aber auch die mit der Anwendung desselben verbundene, durch stetes Erneuern des rasch erkaltenden Umschlages veranlaßte starke Inanspruchnahme der Krankenpflege. Diesem Mißstande will nun der bekannte Erfinder Edison durch den von ihm erfundenen elektrischen Um schlaa— Elektrotherm genannt— abhelfen. Der selbe besteht aus einer großen Menge mit Leder um sonnener und mit einem Zeugstoff umgebener Drähte Tages-Chronik. Frittlingen, 31. Okt. Gegenwärtig hält sich hier eine Bärentreiber-Familie auf. Das ungewohnte Schauspiel lockt die Jugend auf den Platz. Dabei wagte sich nach dem„Schw. V.“ das 5½2 Jahre alte Töchterlein des Schuhmachers Ulmschneider zu nahe an einen der Bären heran, der das Kind blitzschnell ergriff und es mit Tatzen und Zähnen derart bearbeitete, daß es schwer verletzt darniederliegt. Mit großer Mühe konnte das Kind dem Thiere entrissen werden. An seinem Auskommen wird gezweifelt. * Eichtersheim, 31. Okt. Hier ertönte plötzlich zu nachtschlafender Zeit die Schelle des Ortsdieners, der verkündete, daß das sechsjährige Mädchen des Bäckers N. spurlos verschwunden sei. Die Aufregung steigerte sich, als 34 Stunden später von jeder Familie ein Mann durch die Ortsschelle aufs Rathhaus beordert wurde, um mit einem zielbewußten Plan auf die Suche zu gehen. Plötzlich ein Freudengeschrei: Sie ist da! Sie ist da!— Und wo war sie?— Zu Hause unter dem Kanapee lag sie und schlief, wie die„Badische Losztg." behauptet, den Schlaf des Gerechten!! * Reichenhall, 31. Okt. Als am Sonntag früh der Meßner in Weisbach bei Inzell bemerkte, daß die Thurmuhr nicht mehr tickte, sah er nach und fand zu seinem Schrecken, daß sie gestohlen war Die Uhr hat 300 Mark gekostet. Wie der Dieb in den Thurm kam, ist ein Räthsel, mehr noch aber, wie er die große schwere Uhr unbemerkt fortbringen konnte. Die Gewichte und den Perpendikel liez er da * Catania, 2. Nov. Heute Mittag 11½2 Uhr wurde ein leichter Erdstoß wahrgenommen. In Minco, Caltagirone, Biancaville und Granmichele wurde der Erdstoß sehr stark verspürt und dadurch die Bevöllerung in Schrecken versetzt Roman von A. J. Mordtmann. (Nachdruck verboten.) W) (Fortsetzung.) Radolf konnte wieder zusammenhängend sprechen, und so erzählte er, während Helene noch immer bei ihm kniete und Zarnow mit beiden Händen seine Rechte umfaßt hielt: „Ja, es war ein schwerer Moment. Cords hat geheult, der alte Narr, und mich beschworen, ich sollte doch nur ein kleines Geschäft, und wäre es auch ein Laden mit allerlei„Tüderkram", wie er es nannte, eröffgen; er bliebe bei mir, ohre Gehalt— er hätte sich ja ein paar Mark erspart— na, schließlich war er zufrieden, als ich ihm sagte, ich käme als Buchhalter zu Mauvillon u. Co.“ „So ist das gewiß?" fragte Zarnow.„Du bist also doch vor Noth geschützt?“ „Ja, das bin ich. Es ist freilich eine abhängige Stellung, aber wie mancher muß jetzt Gott danken, wenn er nur so viel hat.“ „Es ist doch bitter", sagte Helene leise.„Armer Rudolf!" Ihr Bruder strich ihr liebkosend über das volle Haar. „Das meinte Cords auch," sagte er,„aber der gute Kerl freut sich, daß er wenigstens in einem Geschäft mit mir bleibt. Und denkt Euch— es ist wirklich lächerlich—“ dabei liefen ihm die Thränen wieder über die Backen-„der Schauer mann Wendt und der Ewerführer Martens waren bei mir— beide zusammen, um sich immer gegenseitig auszuhelfen, wenn dem einen die Worte ausgingen— und ich sollte doch nur um Gottes willen die alte Firma nicht erlöschen lassen— sie wollten gern ein Jahr, und wenn es sein müßte, zwei krebitiren, Sie hatten soblel an uns derdient, und wir hätten uns immer so nobel gezeigt—“ „Es giebt doch noch brave Menschen", sagte Zarnow,„da soll man nicht verzagen.“ „Nein, bei Golt nicht, alter Junge! Und nun — mit Ehren haben wir bestanden, mit Ehren sind wir untergegangen— ich war heute traurig und doch wieder stolz—“ So ging das Gespräch weiter und Rudolss Auf regung wich mehr und mehr einer stillen Weh muth. Ihre Unterhaltung wurde erst durch Cäciliens Ankunft unterbrochen, und nun verdichtete sich der trübe Nebel noch mehr, der für Zarnow auf ihr ideales Bild gefallen war. Sie mochte von der Reise etwas abgespannt sein, und darauf schob eZarnow auch, daß sie zunächst wie ein fremdes störendes Element in dem traulichen Kreise erschien Er mochte auch empfindlicher denken und schärfer beobachten wie sonst, aber er konnte sich des Ge fühls nicht erwehren, daß Cäcilie nur kühle Theil nahme für den Schmerz Rudolfs hatte, die in un erfreulichem Gegensatz zu dem tiefinnerlichen An theil Helenens stand. Als Rudolf erwähnte, welches Gehalt ihm die Firma Mauvillon u. Co. ausgesetzt hatte, berechnete Cäcilie sofort, daß er sich dabei im Grunde besser stünde, als wenn er unter den gegenwärtigen Umständen die Fortführung der alten Firma versucht hätte. Vielleicht, so versuchte sich Zarnow einzureden, sprach sie so, um den Bruder zu trösten, aber es war doch peinlich, daß sie für Radolfs Empfin dungen bei diesem Hinabgleiten in eine untergeordnete Stellung kein Auge zu haben schien. Seitdem hatten sich diese quälenden Eindrücke wieder gemildert, aber doch nicht ganz verwischt. Durch den unsicheren Stand seiner eigenen Ange legenheiten ohnehin ernster gestimmt als sonst, war Zarnow sjeneisst, die Schuld an seiner minder guten Beurtheilung Cäciliens selbstquälerisch in sich und nicht bei ihr zu suchen. Er ging seltener zu Friebrichsens, und nun empfand er es wieder als eine Kränkung, daß Cäcilie es nicht zu bemerken schien. Gerade heute nun waren nach längerem Brief wechsel endlich bestimmte Vorschläge aus Brasilten eingetroffen, die als feste Grundlage für einen Abschluß dienen konnten. Zarnow blickte voll freu digen Vertrauens in eine Zukunft arbeitsamen, gedeihlichen Wirkens. Nun erst wollte er davon auch der Geliebten erzählen, und heiterer als seit langer Zeit war er in die Delmar'sche Gesellschaft gegangen, wo er die Schwestern treffen sollte. Da fiel es wie ein Reif auf seine warme Freude, daß ihn nach der ersten herzlichen Be grüßung das Eintreten Pauls verstimmte, und Cäcilie unmittelbar darauf im Tone verdrießlichen Vorwurfs zu ihm sagte: „Wirum hast Du Herrn Mauvillon in so auf fallender Weise unbeachtet gelassen? Wenn man bei Frau Delmar zu Gaste ist, darf man sie nicht in ihren Gästen beleidigen." Mehr noch als durch den Inhalt fühlte sich Zarnow durch den Ton dieser Worte verletzt. „Mein liebes Kind", erwiderte er gereizt,„in diesen Dingen lasse ich mir keine Vorschriften machen. Ihr Frauen handelt freilich richtig, wenn Ihr Beleidigungen unterlaßt, für die man Euch nicht zur Rechenschaft ziehen kann, aber für uns Männer gilt das nicht." „Das soll heißen, liebe Cäcilie, daß für mich keine Veranlassung vorlag, Herrn Mauvillon meinen ernstlichen Wunsch, von ihm in Zukunft nicht mehr gegrüßt zu werden, zu verbergen.“ „Und der Grund?“ „Er ist für mich eine verächtliche Persönlichkeit und ich sehe nicht ein, warum ich ihn das nicht merken lassen soll. Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube.“ „Warum ist Mauvillon eine verächtliche Persönlichkeit?" „Darnach fragst Du mich? Weil er sich verächtliche Handlungen zu Schulden kommen ließ.“ „Bitte, wieso? Das interessirt mich.“ Cäcilie spielte mit ihrem Fächer; sie sah kahl und unnahbar und dabei so lieblich aus, daß Zärtlichkeit und Unwillen in Zarnows Brust einen harten Strauß mit einander auszufechten hatten. „Findest Du sein Benehmen gegen Helene etwa nicht verächtlich?“ fragte er. „Ich habe anfänglich auch nicht günstig darüber geurtheilt, aber ich bin jetzt etwas anderer Meinung geworden. Im Grunde hat er rücksichtevoll gehandelt, indem er Helene nicht zumuthete, mit ihm in eine Lebenshaltung hinunter zu steigen, die so wenig mit dem, was sie gewohnt war, im Einklang stand." Zarnow war leicht erblaßt. „Das kann nicht Dein Ernst sein, Cäcilie", antwortete er.„Muß ich nicht die gleiche Zumuthung an Dich stellen?“ Cäcilie wandte ihm ihr Gesicht voll zu und aus ihren schögen Augen traf ihn ein so inniger Blick, daß er darüber hätte aufjauchzen mögen. „Du und ich—“, erwiderte sie und ihre Stimme klang unendlich weich.„Kannst Du uns beide auch mit Paul und Helene vergleichen? Wir haben uns doch lieb!“ „Ach Cäcilie", flüsterte Zarnow leidenschaftlich — aber da unterbrach Fräulein Ellen Delmar das Gespräch, wofür Zarnow ihr in unchristlichem Zorn soviel Böses wünschte, daß im Vergleich damit alle egyptischen Plagen fröhliche Belustigungen gewesen sein würden. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Die letzte ihres Stammes. Eine riesige Galapagos-Schildkröte, die die letzte ihres Stammes sein soll, ist Ende März im Londoner Zoologischen Garten angekommen. Baron Walther Rothschild, dem der Londoner Zoologische Garten die große Daudin=Schildkröte verdankt, die im Juli vorigen Jahres dort eintraf, hat sie in Sidney ankaufen und in dem Dampfer„Oceana“ der Peninsular and Oriental=Gesellschaft nach England bringen lassen Dieses Thier wurde im Jahre 1813 durch Kapitän Porter vom amerikanischen Kreuzer„Essex“ von den Chatham=Inseln fortgeholt und den Häuptlingen von Rarotonga zum Geschenk gemacht. 1852 schenkte es der Häuptling von Rarotonga Ratumah einem Kipitän Macdonald, der es nach Sidney brachte, und von dessen Wittwe hat es Baron Walther Rothschild erworben. Diese Galapagos=Schildkröte ist nur wenig größer als die im vorigen Jahre erworbene DaudinSchildkröte, deren Schild, in der geraden Linie gemessen, meyr als vier Fuß lang ist, aber sie ist auch schwerer, sie wiegt 8½ Zentner gegen die 6 Zentner der anderen. In der Farbe unterscheiden sich beide sehr: die Daudin=Schildkröte ist hell, während die Galapagos=Schildkröte beinahe schwarz it. Auch im Alter sind beide verschieden; die Galapagos=Schildkröte ist erst ungefähr 130 Jahre alt, während ihre Genossin bereits zwei bis drei Jahrhunderte durchlebt hat. Als das Thier am Sonntag Morgen in Plymouth ankam, zweiselte man daran, ob es noch am Leben sei. Der Transport nach London geschah dann mit einigen Schwierigkeiten; der Korb mit der Schildkröte mußte auf einen offenen Wagen geladen werden, weil er für das Coupe des Güterschaffners zu groß war. Wärmflaschen und ein Theertuch mußten die Schildkröte vor Kälte schützen. In Bristol hielt der Zug, und dort waren auf telegraphische Bestellung neue Wärmeflaschen bereit. Nach seiner Ankunft in London merkte man es dem Thier an, daß es unter der Kälte gelitten habe, bald darauf aber wurde es so lebendig, wie man es von einer Riesenschildkröte nur irgend erwarten kann — Dichter und Bischof. Manschreibt der Frk.Ztg aus Rom vom 25. Oktober: Der Bischof von Faenza, Monsignore Giovanchino Cantagalli, hat den berühmten Dichter Lorenzo Stecchetti, der nicht nur einer der formgewandtesten, sondern auch freimüthigsten Poeten Italiens ist, wegen Beleidigung verklagt. Vor Kurzem hatte der Vischof mit üblichem Pomp sein Priesterjubiläum gefeiert; es gab Prozessionen, neuntägige Andachten, Concerte, Illumination, Feuerwerk u. s. w., und die klerikale Propaganda brauchte sich nicht zu beklagen. Die Liberalen sind dem geistlichen Herrn aber nicht recht grün, weil er mehrere reiche Erbschaften dazu benützt hat, die Stadt mit Mönchen zu füllen; außerdem verzeihen sie ihm nicht, daß er bei den letzten Unruhen, die bekanntlich in Faenza ihren Anfang nahmen, das Amt als Priester der Religion der Liebe so auffaßte, daß er sich während der ganzen Dauer der Unruhen in seinen Palais einschloß. Diese bekannten Thatsachen haben die Dichterin Argia Sbolenti, hinter der sich Stecchetti verbirgt, zu einem Poem veranlaßt, das in einer Protestzeitung anläßlich des Jubiläums des Bischofs erschien, und in freier Uebersetzung also lautet: Es spricht der Hirt: Opferstock und Kirchenfeste, Testamente auch und Vespern, Dann Novenen, Messen, Bannfluch Auf die Maurer und die Juden, Prozessionen, Centenarien— All das trägt mir reiche Zinsen. Mich erhält der Staat und schützt mich Ach, der Gute, doch um was ich Thu' und treibe, kümmert weder Sich der Staat, noch der Privatmann Und den Purpurhut empfang ich Früher noch, als mein Rivale, Der von Forli. Fluch dem Frechen, Der uns hindernd in den Weg tritt. Ach, wie lach' ich, wenn von Weitem Mir der Jammerschrei des Volkes An das Ohr dringt. Ja, es hungert, Und es sättigt sich mit Rufen, „Vivat“ ruft es, und ruft„Nieder“. Unterdessen scheer ich ruhig, Laß auch von den Mönchen scheeren Meine sanfte, fette Heerde, Meine Schafe, Böcke, Hämmel. Man kann auf den Ausgang des Prozesses spannt sein. — Eigenartige Wirkungen eineelektrischen Straßenbahn. Seit Er öffnung der elektrischen Straßenbahn in Kairo sind in den ersten vier Wochen nia. weniger als 80 Personen durch Ueberfahren getödte worden. Auch jetzt noch werden daselbst etwa Personen wöchentlich todtgefahren. Friedr. Weller HU Ebellol, empfiehlt für Merhat und Winter neu eingetroffenen: Filzschuhe, Tuchschuhe, Gummischuhe, Kniestiafel, Jagdstiefel, Holzschienschuhe,(Tripven) Einlegesohlen. Große Auswahl, billigste streng feste Preise. Triebel& Altemüller, ELBERFELD, Louisenstrasse 18 20, empfehlen: Fantasietücher, Hauben, Schulterkragen, Kinder-Jäckchen, Mädchen- und Knabenmützen, sämmtliche diesjährige Reuheiten in reichhaltiger Auswahl, ferner « Normal-Unterzeuge in Wolle, Halbwolle und Baumwolle. Sayett-Zwirnjacken, Schweissjacken, Unterhosen. Baumwollene Kinder-Anzüge Xin allen Qualitäten und großer Auswahl zu billigsten Engros=Preisen. 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Linzweiler Druck Buchdrukerei Grimpe, Berlag von Fr Harm, sämmtlich in Elberfeld Erscheint jeden Abonnementspreis: 1,80 Elberfeld=Barmen, bei Bei der Post unter Einze Nr. 259. Ein preußisches inS Der Ausfall der preuf akennen, daß die Konserva geschwächt aus dem Wahl Die kleine Verschiebung na Konservativen noch die Na Die preußische Regierung offenbar sehr zufrieden und minister, der eben erst mit Aufsehen erregend gewirkt daß bereits ein Oppos bereitung sei und dem Le werde. Wie die gouvernemental Chefredakteur eben ins M ufen worden ist, meldet, emn Ausnahmegesetz gegen sammlungs= und Preßfrei Bestimmungen nur gege werden, aber wer Herrn geietzgeberischen Thätigkeit sesion kennt, wird diese Presse nicht ohne Weitere planten Gesetzentwurf ein die gesammte Opposition Im Reichstag wäre Uebereifers mit der man überall Anarchistenhetze be utsschwindels der neueste im preußischen Landtag i andere. Hier haben die E die Majorität und auf Nationalliberalen sitzen in Gestalten, die im entsche rechts fallen. Die arbeitende Bevölk das Schlimmste gefaßts gegen die Anarchisten vo demokraten geschlagen we parteien können unter kommen. Bemerkenswerth istd Polizeiminister seinen 6 Gesetz ist, auf dem V Polizeiorgane in die Pre eugen Tagen hat der Windheim eine von Anc lung, in der auch Bebel gesagt hatte, einfach vor bisher wohl nach dem nicht aber nach dem doe lichen Vereins= und Ve bet erfolgte unter Bern Tit. 17§ 10, welcher „Die nöthigen 8 öffentlichen Sicherh zur Abwendung der Mitgliedern dessel treffen, ist das An Dieser angezogene P ntürlich nur einen all welchem in den einze des Verbot ist in Fo Aber was hilft's. Es in den vorgeschriebener Polizeimaßregel und n Oberpräsidenten der gerwaltungsgericht sio sammlungsrecht istf schwerdezeit illusorisch denten ist bereits in d Amtsvorsteher, der Adlershof, der auch prozeß eingeleitet hat, nehmen, daß diese Au Allg. Landrecht nicht Polizeipräsidiums gen i: im Ministerium de dem Vorbereiter der identisch. Die jüngsten Versa läufer des neuen Aus nun ermessen, was er zu erwarten hat. Majes Es weht ein Polizei und Justi Widerlegung der werden jetzt auch i Bewegung ges Dor der ersten 6 berlin schwebt geg Najestätsbeleidigu verausgeber der. matzen um ein Ve als vier Artikel d beleidigung inkrim geute oder morger den, das nicht mi Anträgen de einmal hat Herr Gericht geste brochen, der Vorf Landgerichtsdirekt.