— Nr. 1044. Diustag, den 15. November. 1892; Erscheint täglich und zvar an weritagen Mittags 12 Uhr, an Sonntagen in der Frühe. Preis in Bonn und Umgegend monatlich 50 Pfg. frei ins Haus. Post=Abonnement M..50 vierteljährlich ohne Zustellgebühr, M..90 mit Zustellgebühr. Druck und Verlag der Actien=Gesellschaft General=Anzeiger für Bonn und Umgegend Für die Redaction verantwortlich: Hermann, Rolshoven in Bonn. Expedition: Bahnhofstraße 7 und 8 in Vonn. Anzeigen=Annahme: größere Anzeigen bis Abends vorher 6 Uhr, kleinere bis S Gesterat=Astgerz 84nas Inzeigen aus dem Verbreitungsbezirk General= Anzeigers 10 Pfg. pro Peritzelge oder den : sebenspaltige Pezitzellg, oder deren Raum. 2 Unzeigen von Auswärts: 15 Pfg. pro sdensbealtge Veitalte ier dnuen han Reklamen 40 Pfg. pro Texizelle. für Bonn Der Druck des General=Anzeigers beginnt jeden Morgen um 10 Uhr— Jedermann hat Zutritt. und Alle lokalen Anzeigen werden bei vor7 heriger Baarzahlung für 3mal das 4temal * frei aufgenommen. * Kleine lokale Inserate bis zu 10 Zeilen 2 kosten nur 5 Pfg. pro Zeile und das 4temal 3 frei, wenn vorher baar bezahlt wird. : Wohnungs=Anzeiger 50 Pfg, pre Mion : Zeile und Monat. Vierter Jahrgang. Jede politische, sociale und religiöse Tendenz oder Erörterung ist absolut ausgeschlossen. (s 1 unseres Statuts.) Telephon Nr. 66. K Garkrnoun=Prrern Soeben haben wir einen zu Bonn. Der Cursus für den Winterschnitt: der Obstbäume findet Statt 3 am 16., 19., 23., 26. 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Weizen steht zumeist dicht, jedoch richten die Insecten Schaden an. * 8 Die Franzosen erleben den patriotischen Schmerz, daß der Attentäter der Rue des Bons Enfants nicht der sehnlichst gesuchte Deutsche ist. Wie aus Paris gemeldet wird, wurde der unter dem Verdachte der Urheberschaft der Dynamitexplosion in der Rue des Bons Enfants verhaftete Deutsche Namens Raabe am Donnerstag dem Untersuchungsrichter vorgeführt, jedoch durch die Zeugen nicht als diejenige Person erkannt, die am Tage der Explosion in dem Geschäftsgebäude der Bergwerks=Gesellschaft von Carmaux Nachfrage gehalten hatte und dabei von den Zeugen beobachtet worden war. Der Kürschnermeister Schumann, bei welchem Raabe in Arbeit steht, bezeugte, daß dieser am Tage. des Verbrechens die Werkstätte nicht verlassen hat. Dennoch wurde Raabe nicht freigelassen. Wie es heißt, soll nämlich die Polizei behaupten, daß man in seiner Wohnung verdächtige Rezepte für chemische Mischungen gefunden habe. * s Französische Steuer=Debatte. Man berichtet aus Paris, 11. Nov.: Im zweiten Theile der gestrigen Sitzung ging die Kammer an die Berathung über die neue Getränkesteuer; uber dieselbe wurde plötzlich in ganz unerwarteter Art unterbrochen. Doumer trat nämlich mit dem Antrage hervor, alle Steuern auf die „hygienischen Getränke", als Wein, Bier und Aepfelwein, rundweg abzuschaffen; der Budgetausschuß und der Finanzminister möchten zusehen, wie der dadurch im Budget entstehende Ausfall am Besten zu decken sei. Der Finanzminister Rouvier antwortete in großer Bestürzung:„Die Kammer kann nicht daran denken, auf einen solchen Vorschlag einzugehen. Es würde im Staatshaushalt ein Defizit von 80 bis 90 Millionen entstehen; wo sollen wir die finden?" Trotzdem beschloß die Kammer mit 349 gegen 195 Stimmen, den Antrag in Erwägung zu nehmen, worauf der Berichterstatter Poincaré niedergeschlagen erklärte, der Budgetausschuß werde überlegen, was in dieser neuen Lage der Dinge zu thun. Die Abneigung der Kammer gegen den ganzen Entwurf konnte sich nicht deutlicher kundgeben. Jener Beschluß schien übrigens die Abgeordneten selber hinterher zu verwundern, und einer von ihnen bemerkte in den Sprechräumen, die Kammer gleiche dem Politiker im Gondinet'schen Lustspiel, der den staatswirthschaftlichen Grundsatz aufstellt:„Man muß Alles von der Steuer und nichts von dem Steuerzahler verlangen“. * § In London fand am Sonntag Nachmittag auf dem Trafalgar quare zur Erinnerung an die Vorfälle vom 13. November 1887 eine große socialistische Kundgebung Statt, an welcher sich gegen 50,000 größtentheils dem Arbeiterstande angehörige Personen betheiligten. Die deutschen und österreichischen Socialisten hatten Vertreter entsendet. Zahlreiche rothe Fahnen wurden entfaltet. Mehrere Musik=Corps spielten die Marseillaise. In den Ansprachen, die sämmtlich einen gemäßigten Charakter trugen, wurden die Anwesenden ermahnt, sich jeder Gewaltthätigkeit zu enthalten. In den Resolutionen wird gegen jede Einschränkung des öffentlichen Versammlungsrechts Verwahrung eingelegt und verlangt, daß die Polizei unter die Aufsicht des Grafschaftsrathes von London gestellt werde. Ferner wird die Regierung aufgefordert, im Interesse der Arbeitslosen öffentliche Arbeiten in Angriff nehmen zu lassen. * s Nur russisch! Man meldet aus Petersburg, 11. Nov.: Bekanntlich befiehlt ein Rundschreiben des Warschauer General= Gouverneurs Gurko die Entfernung aller Fabrikdirectoren und Meister im Weichselgebiet, die am.Januar 1893 nicht russisch oder polnisch sprechen. Es richtet sich besonders gegen die Deutschen im Fabrikbezirk Lodz=Sosnowice und regt in seiner Schroffheit selbst solche Russen auf, die sonst durchaus für die Russificirung der Fabriken sind. Diese Russen erklären jetzt, es könne leicht eine Krisis eintreten, denn russischer Ersatz für die jetzigen deutschen Meister sei gar nicht vorhanden und in kurzer Frist nicht zu beschaffen. Die Meister könnten demgemäß nur allmählich durch einheimische ersetzt werden. * s Der russische Großfürst=Thronfolger ist zu Besuch am Wiener Kaiserhofe eingetroffen. Das halbamtliche Wiener „Fremdenblatt“ widmet der Ankunft des russischen Thronfolgers einen sehr warmen Begrüßungsartikel, in welchem hervorgeboben wird, die Herrscher Oesterreich=Ungarns und Rußlands begegneten sich in dem festen Wunsche, ihren Völkern wie ganz Europa den Frieden zu erhalten. Hoffentlich verschließe man sich in Petersburg der Erkenntniß nicht, daß dasselbe Ziel die einzige Aufgabe des Dreibundes sei, der, nur zu Vertheidigungszwecken geschaffen, Niemanden bedrohte; daher seien seine Mitglieder durch nichts gehindert, mit außenstehenden Mächten aufrichtig gute Beziehungen zu pflegen. sigen Quellen entstammenden Drahtmeldung des Reuterbureaus aus Moskau zufolge hat sich ein tausend Mann starkes chinesische Truppencorps dem Lager der von Oberst Jono'w im Pamir unweit des Flusses Murghab zurückgelassenen 165 Mann russischer Truppen genähert. Da diese Abtheilung sich angeblich in kritischer Lage befindet, wurde beschlossen, eine kleine Expedition mit Artillerie zu ihrem Entsatze zu entsenden. Die Entsendung von Verstärkungen dürfte indeß in dieser Jahreszeit mit großen Schwierigkeiten und Kosten verknüpft sein. Ferner verlautet, die Lage der unter russischen Schutz gestellten 200 Kirgisenfamilien sei ebenfalls kritisch geworden, da sie Mangel an Lebenmitteln haben und überdies den Feindseligkeiten der Chinesen ausgesetzt seien.(Die klimatischen Verhältnisse auf dem Pamir— zu Deutsch der Hochwüste— sind derart, daß Chinesen, Russen und Kirgisen vorläufig alle Hände voll zu thun haben, um sich gegen den gemeinsamen Feind, den Winter, zu schützen.) * Geilenkirchen, 11. Nov. Ein junger Mann von hier, welcher in diesem Jahre zur Unterstützung seiner Angehörigen vom Militärdienst befreit worden war, ist noch nachträglich zu demselben ausgehoben und vor einigen Tagen bei einem Infanterie=Regiment in Köln eingestellt worden, weil er sich der ihm obliegenden Unterstützungspflicht entzogen hatte.„. 67.312m Mänschen dm 6. Hamm, 9. Nov. Um sowohl vielseitigen Wunschen der hiesigen Bürgerschaft gerecht zu werden, als auch dem polizeilichen Erlasse nachzukommen, haben die Metzger der Stadt Hamm in einer Innungs=Versammlung folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Den Metzgern ist vom heutigen Tage an verboten, das Betasten der Fleischwaaren von Seiten der Käufer zu dulden. 2. Fleischwaaren dürfen nicht in offenen Körben oder Mollen umhergetragen werden. Dieselben müssen mindestens mit einem dichten Tuche oder mit reinem Pavier(weder beschriebenes noch Strohpapier darf verwandt werden) verdeckt sein. 3. Die Meister dürfen unter keinen Umständen dulden, daß ihre Gesellen oder Lehrlinge während des Umhertragens der Fleischwaaren Cigarren oder Pfeife ranchen. * Asseln, 12. Nov. Der seit mehr als fünf Jahren schwebende Proceß vieler Gemeinde=Eingesessenen gegen die Hörder Bergwerks= und Hütten=Verwaltung auf Entschädigung für verdorbenes Brunnenwasser hat nunmehr durch Einigung der Parteien ihr Ende erreicht. Hiernach zahlt die Beklagte den Geschädigten sämmtliche Proceß=Auslagen, welche sich für jeden auf 110 Mark belaufen, ferner die Wasserleitunganlage und das Wassergeld während der verflossenen fünf Jahre. * Hagen i.., 14. Nov. Dieser Tage erhielt ein Kaufmann von der hiesigen Güterabfertigung die Mittheilung, daß die Zollbehörde in Kaldenkirchen sich weigere, 31 Ballen italienische getrocknete Haselnüsse, welche für ihn aus Rotterdam dort eingetroffen waren, zu verzollen und weiterzusenden, weil sie dieselben als„frisches Obst“ betrachtet. Getrocknete Haselnüsse in Ballen als frisches Obst zu behandeln, geht denn doch nicht an. Da in der nächsten Zeit von Italien über Rotterdam Tausende Ballen Haselnüsse nach den Rheinlanden und Westfalen kommen, so wäre es rathsam, daß die Behörde alsbald durch eine unzweidentige Anweisung diese Auffassung, die zu zwecklosen Belästigungen führen könnte, beseitigte. * Elberfeld, 11. Nov. Die hiesige Polizeiverwaltung macht bekannt, daß vom nächsten Sonntag ab bis Weihnachten jeden Sonntag ein erweiterter Geschäftsverkehr stattfindet, indem die Geschäfte von jetzt bis Weihnachten jeden Sonntag von früh—9 Uhr und von Mittags 11—6 Uhr Nachmittags ununterbrochen geöffnet sein dürfen und nur während des Nachmittags=Gottesdienstes die Schaufenster geblendet werden müssen. * Hamburg, 11. Nov. Nachdem man nunmehr die Cholera als nahezu erloschen betrachten kann, geben wir nochmals eine Uebersicht der Erkrankungen und Todesfälle während der ungefähr 10 Wochen (21. August bis 29. October) dauernden Epidemie. Darnach forderte die Seuche folgende Opfer: Auständiges Mädchen, gesetzten Alters, welches die feine bürgerliche Küche selbständig versteht, sucht zum baldigen Eintritt Stelle durch Fr. Wedemeyer, Brüdergasse 4, nahe der Hundsgasse. 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Der Festgenommene heißt E. Heimüller, auch Hollmayer, und war bis zum Mai d. J. Hausbursche. Die Ertappten hatten ein förmliches Lager aufgeschlagen; es wurden eine Masse gestohlener Sachen aufgetunden, darunter ein Fäßchen Rollmöpse, ein Korb mit ca. 100 Eiern, drei Pferdedecken, Roheßbückinge und einige Flaschen mit Milch. Diese Sachen stammen zum größten Theile von einem bei Herrn Kaufmann Bindernagel in der Ostendstraße verübten Einbruchs=Diebstahl. Der Criminalpolizei ist es nun gestern, dem hiesigen„General=Anzeiger“ zufolge, gelungen, einen Complicen des zuerst Verhafteten festzunehmen; es ist dies der frühere Brauer Lorenz Krämer: ein weiterer Betheiligter soll nach einer andern Mittheilung Schaub heißen, auf dessen Ergreifung eine Belohnung von 600 Mk. ausgesetzt ist. * Frankfurt a.., 12. Nov. Nahe an 200 Barbiere und Friseure haben auf Antrag der Staatsanwaltschaft Strafzettel in der Höhe von 2 Mk. nebst.20 Mk. Kosten zugestellt erhalten wegen Uebertretung der Sonntagsruhe. Sämmtliche Betroffenen haben Einspruch dagegen erhoben. * Düsseldorf, 11. Nov. Der schon häufig vorbestrafte Tagelöhner Machevey, früher in Gladbach, seit einiger Zeit in Düsseldorf wohnhaft, erschien gestern auf dem hiesigen Criminalbureau und bezichtigte sich selbst des Straßenraubes. Er wurde selbstverständlich in Haft behalten. Weiteres muß die eingeleitete Untersuchung noch ergeben. * Duisburg, 11. Nov. Auch die hiesigen Tabak=Industr ellen, welche hier und auswärts etwa 1000 Arbeiter beschäftigen und im letzten Jahre allein an ausländischem Rohtabak etwa drei Millionen Kilogramm verarbeiteten, haben in einer eingehend begründeten Eingabe an den Reichskanzler sich gegen die geplante Mehrbelastung des Tabaks, insbesondere aber gegen die von den Tabakpflanzern bei dieser Gelegenheit wiederum vorgeschlagene einseitige Erhöhung des Eingangszolles auf Rohtabak ausgesprochen. Wenn aus politischen Gründen eine stärkere Heranziehung des Tabaks un vermeidlich sei, so sei zum Mindesten eine gleichmäßige Erhöhung der Steuer und des Zolles auf Tabak, welche den bestehenden Unterschied der Belastung nicht verändere, durchaus geboten. 1. Woche(21. August bis 27. August) 2.„(28. August bis 3. September) 3.„(4. September bis 10. Septbr.) 4.„(11. Septbr. bis 17. Septbr.) 5.„(18. Septbr. bis 24. Septbr.) 6.„(25. Septbr. bis 1. October) 7."(2. October bis 8. October) 8.„(9. October bis 15. October) 9.„(16. October bis 22. October) 10.„(23. October bis 29. October) Im Ganzen Berlin, 12. Nov. Im Festsaale des Berliner Rathhauses fand heute Nachmittag, am Tage des 25 jährigen Bestehens der Deutschen chemischen Gesellschaft eine Gedächtnißfeier für A. W. von Hofmann Statt. Die Gedächtnißrede auf Letzteren hielt Ferdinand Tiemann. * Berlin, 14. Nov. Wiederauftevung des Taval=Col egiums.) An der Hofjagd bei Königs=Wusterhausen nahmen am Freitag außer dem Kaiser Theil der König und der Prinz Georg von Sachsen, der Erbgroßherzog von Oldenburg, der Herzog Ernst Günther von Schleswig=Holstein und der Prinz Albert von SachsenAltenburg. Im Schlosse zu Königs=Wusterhausen ließ der Kaiser am Donnerstag das Tabak=Collegium wieder aufleben. Dieselben Humpen, dieselben Kohleupfannen, dieselben Tische und Stühle, die der Jagdgesellschaft Friedrich Wilhelms I. gedient haben, wurden Donnerstag Abend von den im Schlosse anwesenden Gästen benutzt. Sehen wir uns das Zimmer an, wo der Kaiser mit seinen Gästen die kurzen Tabakpfeifen in Brand setzte. In einer Ecke steht der Tisch, auf dem der Soldatenkönig das Todesurtheil über Katte, den Freund Friedrichs II., unterschrieb. An einer andern Stelle fällt ein alter, aus Geweihen kunstvoll zusammengestellter Stuhl auf: er stammt von Friedrich Wilhelm., kam in den Besitz des Hauses Sachsen=Altenburg und wurde vor einigen Jahren vom Herzoge unserem Kaiser zurückgeschenkt. Von den alten Humpen und Gläsern sind noch viele erhalten, auch die alten geschnitzten Stühle sind noch vollzählig vorbanden. Zahlreiche Geweihe rühren von den Jagden Kaiser Wilhelms I. her, während alte Tabakteller und Kohlenpfannen an Friedrich Wilhelm I. erinnern. Bis spät in die Nacht blieben die Jäger beisammen. * Colditz bei Leipzig, 14. Nov. Zwei Schwalben wurden in dem benachbarten Dorfe Collmen am 7. September eingefangen und jeder ein mit Oel getränktes Zettelchen an der mittelsten Schwanz= feder befestigt. Dieser Zettel hatte folgenden Inhalt:„Ich bitte, senden Sie Ihre Adresse an mich“, nebst der Unterschrift des Absenders. Nach einigen Tagen waren die beiden Schwalben verschwunden.— Dieser Tage nun ist ein Brief eingegangen, welcher Kap Vincenz(in Portugal, bildet die äußerste.=.=Spitze von Europa) vom 20. October datirt war und wie folgt lautete:„Hiermit theile ich Ihnen mit, daß ich an Bord des Dampfers„Karnaz“ eine Schwalbe, welche sich verirrt hatte, eingefangen habe, an deren Schwanz beiliegender Zettel befestigt war. Ihrem Wunsche gemäß, sende ich Ihnen diesen Zettel retour. Achtungsvoll J. Garcia. * Breslau, 12. Nov. Die zum Tode verurtheilte Ehefrau des Heizers Kachlock aus dem benachbarten Rosenthal ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Dieselbe hatte im Frühjahre ihre sechszigjährige Schwiegermutter im Schlafe überfallen und getödtet. * Breslau, 11. Nov. Ein Oderkahn mit 1400 Centner Spreng= pulver gerieth unterhalb Ohlau in Brand. Es gelang den Kahn zum Sinken zu bringen, ehe eine Explosion erfolgte. * Landsberg a. d.., 12. Nov. Ein hiesiger Heilgehülfe zog einer Frau einen Zahn, wobei er einen gesunden Zahn mitzog. Er wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung von der hiesigen Strafkammer zu 20 Mk. Geldstrafe oder vier Tagen Gefängniß verurtheilt. Striegan, 8. Nov. Zur Ehrenbürgerin unserer ist das Fräulein von Kramsta ernannt worden. Die Dame husich durch mancherlei Zuwendungen, zuletzt noch durch Erbauung eines Kinderheims, um die Stadt verdient gemacht. Die betreffende Urkunde wurde der so Ausgezeichneten durch den Oberbürgermeister und den Stadtverordneten=Vorsteher dieser Tage überreicht. * Posen, 10. Nov. Auf der Bentschener Eisenbahnstrecke wurde zweimal der Versuch gemacht, Personenzüge zum Entgleisen zu bringen. Das eine Mal war ein meterlanger Stein auf die Schienen gelegt, den die Maschine bei Seite stieß. Drei Stunden später stieß ein von Birnbaum kommender Zug auf einen Pflug, welcher von der Maschine zermalmt wurde. Die Pflugtheile hatten sich so fest in die Radspeichen der Locomotive geklemmt, daß dieselben ausgesägt werden mußten. Die Attentate geschahen in nächtlicher Stunde. Als muthmaßlicher Thäter wurde ein entlassener Eisenbahnarbeiter verhaftet. Peluche und Mtlas in reichsten Farbensortimenten, Seidenstoffe, zum Bemalen, Etaminstoffe für Decken, Schoner und Tischläufer, Tapanesr Pechel, Lein. Kloppelspitzen in unübertroffen reicher Auswahl empfiehlt Or BERNE Gebrauchte 815 Feldbahngeleise 0° 160 cm Spurweite für 1 km. auf 3 bis 4 Wochen zu leihen gesucht. Preisangabe unter„Feldeisenbahn“ in der Expedition des General=Anzeigers abzugeben. nebst Hütte billig zu verkaufen, Florentinsgraben 21. Aitertneiht sofort gesucht, Weiherstraße 21.“ Von Roisvorf nach Honn. Unserm hochverehrten Herrn Löep. Sehmith Bonnerthalweg 35, zu seinem heutigen Namenstage die besten Glück= und Segenswünsche. Die Grubenarbeiter. 1Tnabhängige Frau sucht Stun4 denarbeit oder zur Aushülfe. Hundsgasse 24, II. 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Er hatte Alles auf eine Karte gesetzt und hatte verloren! 's End' vom Lied“, stöhnte er, wahnwitzig auflachend, plötzlich. Dann schrak er wieder zusammen,— sein eigener Stimmenklang erschreckte ihn und scheu blickte er sich um, ob nicht der gespenstige Förster wieder in der Nähe sei. 66 „'s End' vom Lied“, stöhnte er mit zucenden Lippen wohl zeynmal hintereinander, dannk reckte er die Fäuste empor und ein gräß licher Fluch entrang sich seinen Lippen. Ob er ihm selbst galt oder denen, die als Werkzeuge Gottes gegen ihn gewirkt und noch im letzten Augenblicke sein verbrecherisches Vorhaben vereitelt hatten,— Die Bäume im Walde hörten erschauernd seine lästerlichen Worte an, dann, ob nun der Wind sie zerrte, ob die Neugier sie zwang, beugten sie sich immer tiefer, wie spähend nach dem abschüssigen SeeUfer hinab.„ 9 mst eim.I. 1 Ein kurzes, platscherndes Gerausch wurde mir einem Male kaut. Ganz dasselbe halberstickte, gräßlich sich anhörende Gurgeln, an das der Bauer vorhin gedacht, durchdrang die schaurige Todtenstille des Waldes.„.. 61c6 Len lichten Malt. Entsetzt lugte der Mono auf Sekunden dulch den lichten Wollen= schleier und prallte jäh zurück, als er in ein im Todeskrampf verzerrtes, gräßlich entstelltes Angesicht eines Verlorenen, der inmitten der leise aufgerührten Wellen mit dem Tode rang, geschaut hatte. Und dann wurde Alles still. Wieder lastete die bleiern schwere Nacht auf dem träumenden Walde und friedlich wie zuvor breitete sich der Schnee auf der Wasserfläche aus. * Mitternacht war schon vorüber, als die Broni mit dem Oberknechte auf dem Bühelhofe zurückkehrte. Sie fand Frau Afra noch wachend vor. Aufregung und Unruhe hatten auch diese nicht zum Schlaf kommen lassen, obwohl ihren schwachen Körperkräften Ruhe dringend nöthig gethan hätte. Als sie die Vroni neben ihrem Bette in die Knie niedersinken sah und das Mädchen mit todtenbleichem und doch wiederum so freudig erregtem Angesicht zu ihr aufblickte, da ging ein wundersames Ahnen durch ihr heftig klopfendes Herz. „Was bringst, meine liebe Dirn', was ist's mit dem Sepperl?“ murmelte sie mit undeutlicher Stimme.„„ Da schluchzte die Vroni plötzlich auf.—„L, mein Goti, wie ist das Alles gekommen, der Sepperl ist todt,'rad vorhin ist er gestorben,— ich war dabei und die beiden Forstläufer und der Oberknecht. Es ist schier zu schrecklich, als daß ich's Euch sagen kann, er ist gemordet worden.“„ 992 Da zuckte es seltsam in dem Gesicht der Bauerin auf.—„Noch ein Verbrechen— und wer— wer ist's gewesen?" stammelte „Faßt Euch, erschreckt nit drüber— Euer Mann, der Rudi Miklau war'!“ schrie die Broni wieder auf.„'s ist kein Vertuschen möglich, die beiden Forstläufer haben's gehört und auch der Oberknecht. O, Ihr hätt's hören sollen, wie der Pilzsepperl gewüthet hat noch im letzten Augenblick gegen Euren Mann. Er schalt ihn einen Schuft und Gauner über den anderen. Und dann— und dann Hier senkte sich ihre Stimme zu einem leisen Flüstern. Es war, als ob die Erregung sie übermannte und am Weitersprechen hinderte. Frau Afra stöhnte dumpf auf.—„Auch das noch", flüsterte sie mit zuckenden Lippen.„Was sind das für Geschehniss',— die Schand, die arge Schand!— So was hat man noch nit verlebt auf dem Gebirg seit Menschengedenken. O, Gott, was strafst mich so hart,— warum hab ich's verdient, daß solch ein Mann mir geworden ist? Dann aber verhärtete sich mit einem Male wieder ihr Gesicht und ihre Augen sandten unheimliche Blitze.—„Nun aber soll ihm sein Recht werden!“ rief sie, flammend vor Zorn und Entrüstung.„Nicht genug, daß er Unglück über den Hof gebracht, auch nach anderer Menschen Leben trachtet er.— Morgen zeig ich die Unthat dem Gericht an. Wo ist er?“ 2667 5 8 Sie unterbrach sich plötzlich und machte einen vergeblichen Verfuch, sich aufzurichten. „Fragt jetzt nit nach iym,— er wirv seinem Schicksale nit entgeh'“, fiel ihr die Vroni in's Wort.„'s ist ja noch nit da schlimmst', was er gethau hat. Der Pilzsepperl war selbsten ein schlechter Mensch. Um schnöder irdischer Vortheil' halber hat er den Heini in's Unglück gebracht,— er hat geschwiegen, wo er ihn mit einem einzigen Wort hätte frei machen können!". „Der Pilzsepperl,— der Unhold“— stammelte die Bauerin mit vor Aufregung kaum verständlicher Stimme.„Was sagst da, Dirn, — um Himmelswillen— der Heini?“...,.; zuardens „Faßt Euch— er ist schuldlos— endlich ist's Tag worven hauchte die Broni, die sich selbst vor Erregung kaum mehr zu fassen wußte.„Dem Sepperl flucht nit— er hat's schlimm gebüßt. Hättet ihn seh'n sollen, sich winden vor Schmerz und Angst, die er gehabt vor seinem letzten Augenblick. Der Meineid hat ihn wie höllisch Feuer in der Brust gebrannt. Hab ihm versprechen müssen, daß Ihr ihm verzeiht— und ich hab ihm ja verzieh'n. O Gott, ist das schrecklich, wann man einen Menschen mitten in seinen Sünden dahinfahren sieht— und kann nix helfen, kann nix mitgeben auf den weiten Weg, als ein kurz Gebet.“ Erschüttert barg sie ihr Angesicht in beiden Händen. „Red', ich bitt Dich!“ stammelte die Bäuerin, ungeduldig u Hand über den lockigen Scheitel des vor ihr knieenden Mädchens streichend.„Was ist mit meinem Buben, dem Heini?“ „Euer Mann hat meinen Vater verschossen“, gellte da die Vroni plötzlich laut auf.„Er ist's gewesen, der meinen Vater hat bestellen lassen durch den Sepperl in den Wald. Wohl ist der Heini bei der Gret Alieser gewesen in eben der Nacht, um den Stutzen zurück zu bekommen, den sie aus dem hohlen Eichstamm genommen hatt' und sie ist auch meineidig worden aus Haß und Rachsucht gegen Euren Buben— und der Sepperl hat obendrein den Heini ganz anderswo in der Nacht im Wald geseh'n. Das war ganz in der Näh' der Waldschänk' und just zur selben Stund', wo der Vater verschossen worden ist von Eurem Mann. Und ein silbern' Zündholzbüchsel hat der Sepperl tief vergraben im Moos gefunden. Euer Mann hat's verloren in jener Mordnacht, just an jener Stell', wo er gekniet hat, um auf den Vater zu schießen,— beim Knien mag sich's eingedrückt haben in's Moos, wo's der Sepperl hat finden müssen. Mit heiligen Eiden hat er's beschworen, daß's die Wahrheit ist, was er gesagt hat— die beiden Forstläufer haben gehört, der Oberknecht und ich. Nun wird's Tag, endlich Tag für den Heini!“ Unwillkürlich machte die Bäuerin mit beiden Händen eine Bewegung, als ob sie beten wollte. „Himmel, ist's denn wahr, will's wirklich Tag werden“, sagte mit schluchzender Stimme.„Schau Dirn, ich hab kein Stund mehr gehabt, wo ich nit gebangt hab um meinen Buben. Ich hab ihn ja so gar lieb auf meine Art. Er ist mein Eins und Alles auf der Welt und's hat mir schier das Herz abgedrückt, daß er hat leiden müssen— unschuldig leiden müssen, denn daß mein Bub kein' schlechte That thut, das hab' ich gewußt vom ersten Augenblick an!“ Sie unterbrach sich und streichelte liebkosend die thränenbenetzten Wangen des Mädchens.—„Und Dir ist er Dank schuldig, gar viel Dank, Du hast's'rausbekommen aus dem Sepperl, die Wahrheit. Und nun— nun muß's besser werden.“ „Ja freilich“, stammelte Broni erbleichend.„Aber Euer Mann“ „Schweig mir von dem,— red kein Wort von ihm mehr— ist's nit werth, der Unselig', daß man seinen Namen in den Mund nimmt“, rief Frau Afra, während es unheimlich in ihren Augen aufleuchtete.„Mag mit ihm werden, was er verdient hat. Hat er noch einen Funken Ehr'— hermchen weiß er, was er zu thun hat — aber sorg, daß er nit auf dem Hof bleibt— will ihn nimmer seh'n um mich, den Mörder— den Mörder“, sagte sie noch einmal. Der Oberknecht war, unbemerkt von Beiden, schon lange auf der Thürschwelle gestanden, zetzt mischte er sich in's Gespräch. „Hab schon nach dem Bauern gefragt,'s wär Christenpflicht, ihn festzuhalten“, versetzte er, während unverhüllter Haß aus seinen Augen loderte,„aber Niemand weiß, wo er geblieben ist, unmittelbar nach uns soll er fortgegangen sein.'s ist Alles doppelt und dreifach verriegelt, zum Ueberfluß schließ ich noch das Haus ab, so kann er die Nacht nit auf den Hof— und wann's Tag wird, sind wohl die Landjäger schon biesig.“... J1. Gerigst.=se, fakuuns uskur. „Ich wollt' schon heut Nacht in die Fereisstabt führen“, nuhm die Broni wieder das Wort.„Aber die Forstläufer haben abgered't. Mit dem giauenden Morgen sind sie hier und dann wollen wir selb ander in die Kreisstadt auf's Gericht und's abmachen. „So ist's recht, und Gott mit Dir, meine liebe Dirn“, nickte Frau Afra.„Und schaff, daß ich den Tag noch schau, bevor ich heimaeh'n muß— ich hab Sehnsucht nach meinem Buben— wann ich ihm noch ein einzig Mal in die Augen schauen darf, ach, nur ein einzig Mal. Der Herrgott ist mir's schuldig, er hat mir viel Unglück und Heimsuchung gegeben im Leben. Noch ein einz'ger Sonnenstrahl, noch ein einzig Glück, eh's völlig Nacht wird bei mir, mag er mir schenken!“ Erschöpft sank sie in die Kissen zurück. Ueberwältigt von der Müdigkeit und unter Vroni's Obhut, die weinend neben ihrem Lager sitzen blieb, schlummerte das schicksalsgeprüfte Weib gleich einem friedlichen Kinde gar bald tief und still ein. Aus der (Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.) □) Villip, 13. Nov. Heute in der Frühe, Morgens gleich nach Uhr, röthete sich der Himmel und bald erscholl der Ruf: Feuer, Feuer! Es brennt! Die Scheune des Küsters Anton Schmitt von hier stand in Flammen. Durch rasches und energisches Eingreifen der Ortsbewohner gelang es, das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken, so daß keine anderen Gebäulichkeiten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die vor Kurzem von der hiesigen Gemeinde beschaffte neue Brandspritze hat sich auf's Glänzendste bewährt und wird ihrer leichten Handhabung und großartigen Wirkung allseitig das größte Lob gespendet. Die Scheune und ihr Inhalt, sowie eine Stallung sind ganz eingeäschert, auch ein Theil des Wohnhauses hat Schaden gelitten. Die Gebäulichkeiten sind versichert, die Früchte, Heu und Stroh in der Scheune aber nicht, was um so mehr zu bedauern ist, da auch ein anderer hiesiger Einwohner noch Früchte in der Scheune liegen hatte, der dadurch einen beträchtlichen Schaden erlitt. Das ist wieder eine Mahnung für die Landwirthe, doch auch ihre eingeheimsten Früchte, sowie ihre Heu= und Strohvorräthe zu versichern. : Oberdrees, 13. Nov. Die Landpreise sind hier fortwährend im Steigen begriffen. Bei einem hiesigen Verkaufe wurde der preußische Morgen Ackerland von mittlerer Qualität mit durchschnittlich 1000 Mark bezahlt. Die hiesigen Landwirthe scheuen aber auch keine Kosten, um recht hohe Erträge zu erzielen. Es ist gar nichts seltenes, daß hier in einem Jahre 16=—18,000 Mark für Kunstünger verausgabt werden, was auf einen gesunden leistungsfähigen Mittelstand schließen läßt, der hier vorherrschend ist. Daß dies auch von anderer Seite anerkannt wird, zeigte sich bei einem neulich hier vorgekommenen Brande, indem die betreffende Versicherungs=Gesellschaft den Morgen Weizen zu 190 Mark berechnete. G' Lülsdorf, 12. Nov. Durch den größeren Verkehr, der sich hier am Rheine entwickelt hat, war es nothwendig geworden, den an das sogenannte Werft führenden, im Jahre 1878 hergestellten Fahrweg, der etwas steil ausgefallen war, bedeutend schräger zu legen. Diese, auf Kosten der Gemeinde ausgeführte Arbeitt geht nunmehr ihrer Vollendung entgegen, und obschon diese Kosten nicht gering sind, schätzt man doch allgemein die dadurch errungenen Vortheile viel höher. Welcher Aufwand an Kraft und Zeit gehörte nicht bis jetzt dazu, um schwere Gegenstände an die Landungsbrücke der Dampfboote der Herren Mußmacher& Weber zu bringen oder solche von dort abzuholen! Kaum mit halber Last konnte man mit einem Pferde den steilen Weg herauf oder hinunter fahren! Das wird jetzt besser werden. Nun wird es möglich sein, daß auch Leute mit Ochsen und Kühe, welch' letztere hier viel als Zugthiere gebraucht werden, den Fahrweg benutzen und ihre Markterzeugnisse an die genannten Schiffe fahren können. Alle Steinkohlen werden hier per Schiff bezogen; um aber ein solches Schiff seines Inhaltes entleeren zu können, mußten zunächst aus hohen Holzböcken mit übergelegten starken Bohlen sogenannte Gänge gebildet werden, über welche dann Arbeiter die Kohlen in Körben austrugen. Da das Rheinufer hier ungewöhnlich hoch ist und steil abfällt, so waren diese Gänge beson ders bei niederem Wasserstande oft sehr steil, und das Austragen deshalb nicht ohne Gefahr für die Träger, dazu war es mühevoll und kostspielig. Jetzt dagegen wird es möglich sein, mit dem Fuhrwerk bis an den Rhein zu fahren und hier gleich die Kohlen entgegen zu nehmen. Obgleich der Fahrweg noch nicht ganz fertig ist, konnte er doch gegenwärtig schon benutzt werden, um die Zuckerrüben, die hier von einigen der bedeutendsten Landwirthen seit einigen Jahren in großer Menge angepflanzt werden, direkt an die Landungsstelle der betreffenden Schiffe zu bringen, welche dieselben einer Zuckerfabrik in Dormagen zuführen. So wurden in diesem Herbste 10 Schiffe mit Zuckerrüben befrachtet, welche insgesammt 16=—18.000 Centner aufnahmen.— Für die Zuckerrüben waren im Sommer, als die große Trockenheit herrschte, die Aussichten nicht sehr günstig, aber der warme feuchte Herbst kam ihnen sehr zu Statten, so daß sie noch eine gute Ernte ergeben haben; denn oben genannte Menge ist der Ertrag von 70—80 Morgen. Dazu kommt noch, daß die Qualität der Rüben, wie allgemein verlautet, eine sehr gute ist. Dieselben sind in den letzten Wochen noch so sehr gewachsen, daß diejenigen Landwirthe, welchen eine spätere Lieferzeit vorgeschrieben war, und die demgemäß ihre Knollen noch stehen lassen konnten, dadurch einen erheblichen Vortheil hatten. Der Rübenbau erheischt viele Arbeit, und weil hier die Arbeitskräfte rar sind, so werden dazu meistens polnische Arbeiter und Arbeiterinnen verwandt. Dieselben haben fast nur Accordarbeit, erhalten von der Herrschaft Wohnung, Brand und Kartoffeln, alles Uebrige stellen sie sich selbst. Da die Leute fleißig und sehr genügsam sind, so haben sie immer eine kleine Summe erspart, wenn sie ihre Heimath wieder aufsuchen. Niederzissen, 13. Nov. Von der Weinlese in hiesiger Gemarkung hören wir noch nachträglich, daß die rothen Trauben mit 25 Pfg., die weißen dagegen mit 10 Pfg. und darüber bezahlt wurden. Der Aufkauf geschah durch zwei hiesige Wirthe, da von auswärts gewöhnlich Käufer nicht hier heraufkommen.— Die Brohlthalbahn wird von den vielen Fuhrleuten hiesiger Gegend mit großer Unzufriedenheit erwartet, und hört man überall Klagen, daß so manchen Familien dadurch ein bedeutender Verdienst entzogen werden würde. Der Hinweis, daß die Bevölkerung jetzt mehr auf Ackerwirthschaft Bedacht nehmen müsse, will den auf der Landstraße Großgewordenen nicht behagen, und doch liegen noch so viele Strecken hier, die nützlich zu einträglichem Boden als Ackerland, Obstflur oder Weinberge angelegt werden könnten. Dem Herrn Bürgermeister Tölle hier gebührt das Verdienst, für die Hebung unserer Landwirthschaft Vieles gethan zu haben. Außer der Melioration mehrerer Wiesendistricte und dem Anlegen von guten fahrbaren Wegen hat derselbe in letzterer Zeit auch das häufigere Aupflanzen von Obstbäumen veranlaßt. Durch bezügliche Vorträge und abgehaltene Obstbaucurse wurde zur rationellen Pflege derselben Anleitung gegeben. Unsere Gemarkung besitzt für Obstbäume ganz geeignete Lagen, besonders am Bausenberge und in der Flur auf dem Wege nach Wehr, wo nicht blos ein passender Boden, sondern auch wegen der geschützten Lage ein zusagendes Klima herrscht. Durch die Obstbauzucht könne hier ein guter Erwerbszweig geschaffen werden. Nach dem. Zustandekommen der Bahn hofft man auch durch Auffinden von Kohlensäure hier besonderen Verdienst zu erlangen; denn daß solche im Boden vorhanden ist, beweist nicht blos die Ausbeute desselben in dem eine Stunde unterhalb Niederzissen im Brohlthale gelegenen Burgbrohl, sondern auch die vielen hier sich befindenden Säuerlinge, deren kohlensaures Wasser in Oberzissen, eine Viertelstunde hier aufwärts, noch stärker ist als hier. — Eitorf, 14. Nov. Der Amtsrichter Correns in Münstermaifeld ist an das hiesige Amtsgericht versetzt worden. c' Vom Lande, 13. Nov. Vor noch nicht langer Zeit wurde im Briefkasten des„General=Anzeigers“ die Frage gestellt, wie die Wühlmans zu vertilgen sei. Es wird uns nun von LandschaftsGärtner Wagner in Endenich die Frage in folgender Weise beantwortet: Die Wühlmans, auch Erdratte genannt, ist einer der schlimmsten Feinde unserer Obstbaumzucht. Man trifft dieselbe am meisten da an, wo Obstplantagen in der Nähe von Waldungen liegen, oder auch, wo Obstgärten an Bäche, Teiche oder Sümpfe angrenzen. Der Schaden der Wühlmaus an Obstpflanzungen besteht nun darin, daß die Mäuse die Wurzeln der Pflanzen, besonders während der Winterzeit, total abnagen, so daß man Bäume und Sträucher mit leichter Mühe aus dem Boden ausheben kann. In Folge dessen ist der Schaden, der durch diese Mäuseplage angerichtet wird, denn auch öfters ganz enorm. Der natürliche Vertilger dieser sehr schädlichen Erdratte ist nun das Wiesel. Was die Katze in Haus und Hof bewirkt, das leistet das Wiesel in Feld und Wald. Deshalb empsiehlt sich vor Allem, das Wiesel, wo es nur vorkommt, zu schonen. Es richtet ja auch Schaden an, indem es manches junge Häschen 2c. erwürgt, ader sein Nutzen überragt. Es wird leider manchen Geschöpfen, wie den Igeln, Fledermäusen, Fröschen 2c., wegen geringer Schäden, die dieselben verursachen, unvernünftigerweise nachgestellt und werden dieselben leider oft gequält und getödtet, besonders von unserer Jugend auf dem Lande. Es würde sich sehr empfehlen für Schulen auf dem Lande, sowie für landwirthschaftliche Casinos und Gesellschaften das Buch„Die nützlichen Thiere der Landwirthschaft“ von Gloger zu lesen. Ein weiteres Mittel zur Vertilgung der Erdratten ist nun, das Wegfangen mit Maulwurfsfallen. Bekanntlich macht die Erdratte Gänge unter der Oberfläche der Erde, jedoch benutzt sie auch die Gänge des Maulwurfs. In diese Gänge nun stellt man Maulwurfsfallen auf, die in jeder Eisenwaaren=Handlung im Preise von 40 bis 50 Pfg. zu kaufen sind. Als Köder steckt man ein Stück Sellerieknolle oder eine Möhre hinein, welche von den Bestien mit Vorliebe verzehrt werden. Ein drittes Mittel wäre noch das Wegschießen der Erdratten. In die Gänge, von denen man weiß, daß die Schädlinge dort vorhanden sind, macht man mit einem Pflanzholz ein Loch; es dauert nur wenige Minuten und die Maus stellt sich ein, um das Loch zu verstopfen; dann kann man derselben auf den Pelz brennen. Freilich erfordert dies etwas Geduld, aber der Erfolg ist sicher. Die neueste Vertilgungsart, welche sich hoffentlich auch in unserem deutschen Lande bewährt, wäre die künstliche Verbreitung des Spaltpilzes, womit bekanntlich unsere deutsche Wissenschaft im fernen Griechenland, in Thessalien, einen so eigenartigen Triumph gefeiert hat. Dort ist es, wie auch im„General=Anzeiger“ schon gemeldet, dem verdienten Professor F. Loeffler=Greifswald gelungen, ein furchtbares Mäuseheer durch einen winzigen Spaltpilz in kurzer Zeit zu vernichten und dadurch die Landwirthschaft der Griechen vor einem sicheren Verlust von 40—50 Millionen Francs zu bewahren. Nachdem nun Herr Prof. Loeffler diesen großartigen Erfolg in der Fremde zu verzeichnen hatte, konnte er seine Entdeckung mit gutem Gewissen zur allgemeinen Einführung empfehlen, zumal, da das Mäusevertilgungs=Mittel für Vögel, alle Hausthiere 2c. unschädlich ist. Dasselbe ist zu beziehen durch die Firma S. F. Scharzlose Söhne, Kgl. Hoflieferanten Berlin SW, Markgrafenstraße 29, und kostet ein Reagenzglas inel. Verpackung und Gebrauchs=Anweisung ab Berlin * Köln, 12. Nov. Vom Feuerwehr=Verband der Rheinprovinz sollen für diejenigen Chefs und Officiere der Verbandswehren, die sich für eine Vervollkommnung des Löschwesens interessiren und dafür Opfer zu bringen in der Lage sind, UnterrichtsCourse, in Vorträgen mit praktischen Uebungen bestehend, eingerichtet werden. Man hofft, den ersten Cursus im nächsten Frühjahr in Köln einrichten zu können. Derselbe würde sich über Einrichtung. Aus rüstung, Verwaltung und Einübung einer freiwilligen Feuerwehr verbreiten, Geräthekunde und Dienstanweisung eingehend behandeln und die Dauer von 4 Tagen umfassen. Die Satzungen der ProvinzialUnfallkasse für Feuerwehren werden dem Provinzial=Landtag zur Genehmigung vorgelegt werden. Man hofft, daß die Genehmigung erfolge und die Kasse mit dem 1. Januar n. J. in's Leben treten könne. Der Jahresbeitrag zu dieser Kasse, der in der Regel von der Gemeinde bezahlt wird, beträgt 60 Pfg. für jedes Mitglied. Gesucht Jemand zur Ertheilung des Anfangonnierricht. für Gefl. Offerten mit näheren An' gaben sub U. H. 254. an die Expdes General=Anzeigers. =Kunst. Studirende finden Gelegenheit, sich an einem passenden Cursus zu betheiligen. Gefl. Anmeldungen Montag von 5 Uhr ab in der, Beethovenhalle. C. Radermacher, Instituts=Tanzlehrer. zucht. Man fertige für die einzelnen und mische in schwerem Boden etwas Sand unte; die Erde. 45 kg und aufwarts 72—00 Pfg., flache und„.40 a 4 i i Kopf 60 Pfg., ohne Kopf 70 pfg. das Kilo. Fett ia frische Waare, zu Margarin zeeignet, 48—00 Pfg., IIa zu technischen Zwecken 28—00 Pfg. das Kilo. Stimmung ruhig. Lanolin-Toilette-Cream-Lanolin der Lanoliafabrik, Marüinikenlelde bei Berlin„M04 Vorzüglich zur Pfiege der Haut. " zur Reinhaltung und Vorzüglich und Winden. Vorzüglich senbers belisgsgäshnng Zu haben in Zinntuben à 40 Pf., in Blechdosen à 20 und 10 Pf. in den meisten Apotheken und Drogerien. General-Depôt: Richard Horsch, Berlin.W. 21. Anerkannt gellegene kaufmännische Ausbildung. E 1. O. 58 Sohildergasse * A für die Leser des„General=Anzeigers“. Monat November. 4. Reben. Für den Monat November sind in Bezug auf die Rebencultur nur wenige Arbeiten zu verzeichnen. Sie beschränken sich in der Hauptsache auf den eventuell vorzunehmenden Schnitt der edlen Tafeltrauben und ihren Schutz gegen die„Winterkälte. Je nach der Art, der Form und Stärke des betreffenden Rebstockes ist auch der Schnitt desselben gar sehr verschieden. Immer aber soll derselbe darnach angelegt sein, kräftige Reben heranzubilden, die im Stande sind, für's folgende Jahr ertragsfähige Fruchtruthen hervorzubringen. Ob nun der Schnitt auf Zapfen(—3 Augen), Schenkel=(—5 Augen), oder Tragreben(—8 Augen) ausgeführt wird, was sich immer wieder nach der speciellen Sorte und Erziehungsart richtet, stets soll Bedacht darauf genommen werden, für unvorhergesehene Fälle Ersatzreben an jedem Stocke heranzuziehen und mit aufzubinden. Werden die Reben am Stocke später gebogen, so treten die meisten Fruchtruthen da hervor und sie bilden die eigentlichen Tragreben. Soll ein Rebstock aus irgend welcher Ursache(geringer, schwächlicher oder lückenhafter Garnirung, Alter oder Erschöpfung) verjüngt werden, so wird er auf älteres Holz zurückgeschnitten, um aus diesem heraus junge kräftige Triebe neu heranzubilden. Diese aus dem ältern Holze hervorwachsenden Ruthen sind in der Regel für's erste Jahr noch unfruchtbar und werden erst durch den Schnitt im nächstfolgenden Jahre zu Tragrehen...=2 8 Bekanntlich werden in den Weinvergen die Weinstocke ern im Frühjahre geschnitten und auch in unsern Gärten wird der Spätherbstschnitt nur an denjenigen feinen Tafelreben ausgeführt, welche gleichzeitig vom Spalier abgelöst, zur Erde niedergelegt, bei eintretendem Froste in ein Bündel zusammengebunden und mit Erde gehörig bedeckt werden. Die beim Schneiden abfallenden, passenden stärkeren Ruthen werden als Steckholz benutzt. Alles Uebrige aber wird mit Stroh oder Weiden zusammengebunden und später als Brennmaterial verwendet. Niemals soll es längere Zeit im Garten lagern, damit aufsitzende Insecten oder ihre Eier nicht verschleppt werden. So haften u. A. an den Blättern des Weinstockes zuweilen die Eier der Weinmilben, die auch als lebendes Insect dem Auge nicht zu erkennen sind, aber auf der Oberseite der Rebenblätter blasenähnliche Pusteln hervorbringen und auf der Unterseite später mit Filz bedeckte braunröthliche Ausbuchtungen erzeugen und die Ursache bilden, daß die Blätter verkrüppeln und die Trauben in der Entwickelung zurückbleiben.=Es ist deshalb rathsam, daß auch alle Blätter, die ja ohnehin jetzt beim Schneiden von den Stöcken abgestreift werden sollen, gesammelt und verbrannt werden. Durch das Schneiden des Weinstockes im Herbste fällt auch das unreife Holz fort, das bekanntlich die Winterkälte nicht überdauern kann. Weinreben kann man auch durch Augen vermehren, die mit ganz wenigem Holze dem Stocke ausgeschnitten werden. Sie verlangen jedoch zu ihrer Entwickelung unbedingt ausreichende Bodenwärme und kann ihre Heranzucht deshalb nur im Mißbeete oder im Warmhause bewerkstelligt werden. Diese Vermehrungsart ist jedoch schon mehr künstlicher Natur und bleibt daher den Handelsgärtnereien und Rebschulen überlassen, während für den Gartenfreund nur die Vermehrung durch Stecklinge oder„Fechser“ in Betracht kommt. Bei uns pflanzt man die Stecklinge, die man als einjähriges mit Knospen versehenes Holz, wenn möglich mit dem Knoten der Ausgangsstelle vom Stocke abtrennt, gleich an Ort und Stelle, wo sie später stehen sollen, oder man schlägt sie nach dem Schneiden im Herbste im Freien vorsorglich ein und steckt sie im Frühjahre auf ein gut gelockertes und gedüngtes Beet in Abständen von 10 Centimeter in Reihen, die unter sich einen Abstand von 25—35 Centimeter haben, so daß nur das oberste Auge aus dem Boden hervorschaut. Das Beet bedeckt man mit kurzem Dung und hält es während der beißen Jahreszeit stets feucht..6. gder Grps. Wo bewurzelte Reben gepflanzt werven oder Anpstanzungen gemacht werden sollen, auf deren Gelingen besonderes Gewicht gelegt wird, da warte man bis der Boden von der Natur erwärmt ist, also bis zum Frühjahre, jedoch werfe man jetzt bereits die Pflanzgruben aus, lasse sie durchfrieren und fülle sie später mit guter lockerer humusreicher Gartenerde. Guter, warmer, durchlässiger Boden und geschützte Lage sind Erforderniß einer gedeihlichen Rebenzucht. Man fertige für die einzelnen Stöcke gerdumige Pflanzgruben Einzel-Unterricht in der Stenographie wird ertheilt. Honorar incl. Lehrmittel Mk. 12. Anfragen unter W. C. 72. an die Expedition des Gen.=Anz. Köln, 14. Nov. Productenbörse. Weizen still, vorräthiger hiesiger neuer 16,00—16,50., fremder 16,50—17,50., Nov. 16,20., 16,00 G. März 16,60—16,50 B. Roggen still, vorr. hiesiger neuer 15,50—16,00.; fremder 16,00—17,50.; November 15.20., 15,00., März 15,70 B. 15,50 G. Hafer vorräthig hiesiger 00,00—00,00., neuer 15,50—16,00 B. Rüböl, matter, vorräthiger(in Posten von 5000 Kg.) 56,00.; Oct. 00,00., 00,00., Mai 00,00 bez., 54,00., 53,70 G. Köln, 14. Nov. Fruchtmarkt. Weizen 00,00—00,00, Roggen 00,00—15,60, Gerste 00,00, Hafer 15,30—00,00 Mk. Zufuhr 00 Sack Weizen, 00 Sack Roggen und 6 Sack Hafer. Neuß, 14. Nov. Fruchtmarkt. Weizen la 16,20, IIa 15,20 Mk. Landroggen neuer la 14,80, IIa 13,80 Mk. Buchweizen 00,00 M. Hafer 00,00 Mk., neuer 15,00 Mk. Raps Ia 24,50, IIa 23.50 Mr. Aveel(Rübsen) 23,25 Mk. Kartoffeln 4,00 Mk. Rüböl 55,50, do. faßweise 57,00, gereinigtes Oel 58,50 Mk. für 100 kg. Heu 52 Mk., Stroh 20 Mk. für 500 kg. Preßkuchen 122 Mk. für 1000 kg., Kleien 4,70 Mk. für 50 kg. Köln, 14. Nov. Häute und Felle. Ochsenhäute rothhaarig 45 kg und aufwärts 74—00 Pfg., flache und Berliner 48—00 Pfg., Kuhhaute 46 Pfg., Stierhäute 46 Pfg., Kalbselle mit scoo; 60 Pfg., in der dopp. Buchführung u Anfragen unter W. C. 72. an die Expedition des Gen.=Anz. Wer ertheilt Unterricht über Offerten unter W. G. 1703. an die Exped. des Gen.=Anz. Anterricht in der Wechsellehre wird ertheilt. Anfragen unter W. C. 72. an die Expedition des Gen.=Anz. Cursus für %Lampenschirme, Schmetterlinge, Fächer etc., für Damen 4., Kinder 3M. Muster-Arbeiten sind zur Ansicht ausgestellt Breitestrasse 35. Ein junges mittelstarkes er d zu verkaufen, Maargasse Nr. 15. Ein junger schwarzer fehlerfrei, gut eingefahren, preiswürdig zu verkaufen bei Andreas Lukas, Beulel. Ein brauner Hund entlaufen mit Maulkorb, auf den Namen„Tell“ hörend. Abzugeben Mauspfad 9. Kanarienvögel, Stamm Trute, edle Hohlroller mit gerade und gebogene Hohlund Klingelroller, tiefer Knorre, feiner Pfeifer und Flöter, zu billigen Preisen. 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Tagesordnung: 1) Ergänzung der Commission für die von Diergardt=Stiftung. 2) Wahl der Beisitzer und Stellvertreter zum Vorstande für die Stadtverordneten=Ersatz" wahl. 3) Pferdebahn=Linie vom Wilhelmsplatze bis zur Heerstraße. 4) Naturalisationsgesuch. 5) Gesuch wegen Benutzung der Beethovenhalle. 6) Ernennung eines Stellvertreters des Standesbeamten. 7) Anstellung von Gemeindebeamten. 8) Bericht der Brückenbau=Commission. 9) Umänderungen im Erdgeschosse des Rathhauses. 10) Besoldungsverhältnisse der Lehrer der Oberrealschule. 11) Aulegestelle der Militär= Schwimm=Anstalt. 12) Gestaltung des Wilhemlsplates und Aubringen eines Pissors auf demselben. 13) Entwässerung des Grundstücks der Stiftsschule. 14) Antrag des Vereins„Alt Bonn“ auf einen Jahres. zuschuß. Bonn, den 12. Nov. 1892. Der Ober=Bürgermeister, Spiritus. In Folge eines mehrfach geäußerten Wunsches fährt der Dampfbahnzug von Loeschigk nach Godesberg nicht um 12 Uhr Mittags, sondern um 12 Uhr 15 Minuten. 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Regie: Louis Ockert.— Dirigent: Joseph Großmann. Personen: Susel——————— Franziska Jelinek. Kobus—————— Willy Birrenkoven. Joseph, der Zigenner———— Henny Pollini. David, Rabbiner————— Waldemar Stierna. Haneso,) Freund= von Fritz—(Elem. Schaarschmidt. Friedrich, Errandr von.##—.— Martin Klein. Katharina, Wirthschafterin bei Fritz—. Amanda Tscherpa. Landleute. Ort der Handlung: Elsaß.— Zeit: Anfang der sechsziger Jahre. Hierauf: Alpenrosen Ballet=Divertissement. Musik von Julius Hofmann. Arrangirt vom Balletmeister Paul Tomasini. Dirigent: Josef Großmann. Preise der Plätze: Erster Rang und Parquet M..00, Fremdenloge M..00, II. Rang M..00, Nummerirtes Parterre M..50, Parterre M..00, Gallerie 50 Pfg. Billets werden bis 4 Uhr Nachmittags des betreffenden Tages in der Musikalienhandlung W. Sulzbach, Münsterplatz 19, neben der Post, ausgegeben. Die Karten sind nur für den Tag gültig, für welchen sie gelöst werden. Der Text der Gesänge im Preise von 75 Pfg. ist ebendaselbst sowie Abends an der Kasse zu haben. Kasseneröffnung 5½ Uhr. Anfang 6 Uhr. Ende gegen 8½ Uhr Mittwoch, 16. Nov. 1892. 10. Vorstell. mit aufgeh. Abonnement. Nur einmaliges Gesammt= des Wiener Ensemble, unter Leitung des Direktors Franz Joseph Graselli. Zum ersten Male: Die Gigerln von Wien. Gesangsposse in 4 Akten von I. Wimmer. Musik von C. Kleiber. Preise der Plätze: Erster Rang und Parquet M..00, Fremdenloge M..00, II. Rang M..50, Nummerirtes Parterre M..00, Parterre M..00, Gallerie 50 Pfg. Billets werden bis 4 Uhr Nachmittags des betreffenden Tages in der Musikalienhandlung W. Sulzbach, Münsterplatz 19, neben der Post, ausgegeben. Die Karten sind nur für den Tag gültig, für welchen sie gelöst werden. Kasseneröffnung 5½ Uhr. Anfang 5 Uhr. Ende geg. 8½ Uhr. B- Den verehrlichen Abonneuten bleiben ihre Plätze bis Dinstag Abend 8 Uhr reservirt. 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Ouverture zur Oper„Don Juan“ von Mozart. 7. Intermezzo Sinfonico aus„Cavalleria Rusticana“ v. Mascagni. 8. Largo, Solo für Violine, von Händol. Frl. Polleschowsky. 9. Serenade, Solo für Flaute und Waldhorn, von Titl. 10. Einleitung des III. Aktes„Lohengrin“ von Wagner. Karten für den Saal nummerirt à 2 Mk., nichtnummerirt à 1 Mk., Gallerie à 50 Pfg. sind in der Musikalien-Handlung W. Sulzbach, Münsterplatz, sowie Abends an der Kasse zu haben. Kasseneröffnung 5½ Uhr.— Aufang 6 Uhr. fr Innstentr. In bester Geschäftslage Bonus ist ein großes Geschäftshaus (wegen Zurückziehung vom Geschäft) billig zu kaufen. Zwei in demselben betriebene„gutgehende" Ladengeschäfte können unter sehr günstigen Bedigungen mit übernommen werden. 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Expedition: Bahnhofstraße 7 und 8 in Bonn.„„öhere Anzeig Anzeigen=Annahme: gro####.#uggeg bis Abends vorher 6 Uhr, kleinere bis Morgens 9 Uhr. Gesteral=Astzeiler für 0 nn —400— Der Druck des General=Anzeigers beginn. jeden Morgen um 10 Uhr— Jedermann hat Zutritt. und Schh Srtte Vierter Jahrgang. Jede politische, sociale und religlöse Tendenz oder Erörterung ist absolut ausgeschlossen. (3 1 unseres Statuts.) Anzeigen aus dem Verbreitungsbezirk des General= Anzeigers 10 Wfg, pro des Generat„umzeigrs. 10 Pfg, siebenspaltige Petitzelle oder deren RaumAnzeigen von Auswärts: 16 Pfa. pro siebenspaltige Petitzeile oder deren Raum. Reklamen 40 Pfg. pro Texizeile. Alle lokalen Anzeigen werden bei vorheriger Baarzahlung für Smal das dtemal, frei aufgenommen. Kleine lokale Inserate bis zu 10 Zeilen kosten nur 5 Pfg. pro Zeile und das dtemal frei, wenn vorher baar bezahlt wird. Wohnungs=Anzeiger 50 pfg. pro Zeile und Monat. Telephon Nr. 66. 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Anna Louise Alwine, Tochter von Gotthelf Ferdinand Heis ige, Krankenwärter, und pofia Maria Müller, Den 9. Therese, Tochter von Wilhelm Breidbach, Schuhmachermeister, und von Gertrud ManDen 10. Elise, Tochter von Gustav Kablau, Fabrikarbeiter, und von Anna Paßmann. Den 10. Maria Elisabeth, Tochter von Johann Gülz, Hülfslademeister, und von Wilhelmine Deu 10. Aurelie Natalie Aanes, Tochter von Anton, Joseph General-Muzeigen fün Seum unsd! Zweites Abonnement=Concert des Städtischen & Vonn, 14. Nov. Das zweite Abonnement=Concert des Städtitchen Gesangvereins wird am künftigen Donnerstag stattfinden und bietet ebenso wie das voraufgegangene erste nur ein gemischtes Programm. Gleichwohl He. ve#nnen###; en#: besitzt es vor diesem den unverkennbaren Vorzug größerer Kürze und Er vertraue, Einsicht und Patriotismus ealt aufaerden, einen befanderen Glans durck Li. sofisische Mit, befriedigenden Verständigung führen. Darat *r Der Kaiser hat am Montag Mittag die Präsidenten des Herrenhauses und des Abgeordnetenhauses gemeinsam empfangen. Auf eine kurze Ansprache des Präsidenten von Köller erwiderte der Kaiser, es freue ihn, die vorjährigen Präsidenten wieder begrüßen zu können. Der Landtag sei vor umfangreiche und schwerwiegende Aufgaben gestellt, da heiße es vor Allem, Einsicht in die Akten nehmen; deshalb billige er auch, daß den Abgeordneten hinlänglich Zeit gelassen worden sei, sich mit der Materie vertraut zu machen. würden zu einer allseitig erhült anßerdem einen besonderen Glanz durch die folstische Mitwirkung desjenigen Künstlers, der auf die Entwickelung des Concert= wesens von entscheidendem Einflusse gewesen ist, dem außerdem die öffentliche Musikpflege der Geburtsstadt Beethoven's zu besonderem Danke verpflichtet ist. Die Bedeutung Joachim's— kein geringerer als er ist der Solist des bevorstehenden Concertes— ist in die Geschichte der modernen Musikübung mit goldenen Lettern eingeschrieben. Der hohe Adel seiner künstlerischen Ueberzeugung, die von jedem krankvon Anton Josephlhaften Subjectivismus freie Auffassung und die geradezu musterHerberz, Schreinermeister, und gültige, nicht eine Spur virtnoser Gefallsucht verrathende Vortragsvon Gertrud Zißler. Den 10. Christine Henriette. Tochter von Franz Baum, Marmorhauer, und von Johanna Jacobi. der Heiraths=Verkündigungen. Den 10. Nov.: Heinrich Hugo Schönenborn, Gefreiter, mit Maric Lorscheidt. Den 10. Wilhelm Stumm, Eisenbahnarbeiter, mit Gertrud Friedrichs.„. 8. 8 Den 10. Julius Joseph Siesel, Kaufmann, mit Else Meyer. Heirathen. Den 10. Nov.: Oskar Emanuel Bruno Fey, Polizeisergeant, mit Helene Maria Heinemann. Den 10. Heinrich, Piel, Ackerer, mit Gertrud Schneider. Sterbefälle. Den 9. Nov.: Nikolaus Seitz, Maurer, Ehemann von Gertrud Mai, alt 36 Jahrs., Den 9. Wilhelmine Marx, alt 6 Wochen. Den 9. Ambrosina Buchholz, Wittwe des Conducteurs Conrad Kreusch, alt 52 Jahre. Den 9. Julius Adolf Hundhausen, Ehemann von Regina Zurmühlen, alt 45 Jahre. Den 10. Hermann Jacob Rodenkirchen, alt 1 Jahr 9 Monate. im städt. Leihhause zu Vonn. Am Mittwoch den 7. Dec. 1892, Nachmittags 2½ Uhr, werden die im Monate November 1891 und früher versetzten nicht eingelösten Pfänder bis incl. Nr. 21,574 im Leihhause dahier versteigert. Desgleichen am Mittwoch den 4. Januar 1893 die Pfänder aus dem Monate December 1891 bis inel. Nr. 23,554— und am Mittwoch den 1. Februar 1893 die Pfänder aus dem Monate Januar 1892. weise haben ihm die allgemeine Anerkennung längst verschafft, daß er an dessen Spitze Sie stehen.“ nicht nur als erstaunlicher Virtnose, sondern ebenso als hervorragenund eigenartiger Musiker zu bewundern ist. Mit dem Musikleben Bonn's aber ist unser Künstler besonders innig verwachsen. Mit Ausnahme der Bruchfeier des Jahres 1885 wissen wir kein größeres musikalisches Ereigniß, an dem Joachim nicht gebührenden Antheil genommen hätte. Schon der Säkularfeier Beethoven's verlieh seine solistische Mitwirkung ihre hohe künstlerische Bedeutung, die Schumannfeste der Jahre 1873 und 1880 und deren herrliches Resultat, das stimmungsvolle Denkmal am Grabe Robert Schumann's, waren fast ausschließlich sein Werk. Vollends, als es vor einigen Jahren galt, dem gewaltigen Genius unseres unsterblichen Beethoven einen längst schuldigen Akt der Pietät durch Ankauf dessen Geburtshauses zu zollen, war wiederum Joachim sofort bereit, das Unternehmen durch Uebernahme des Ehrenvorsitzes thatkräftig zu unterstützen. In wie hochherziger Weise er seines Amtes gewaltet, davon haben die beispiellosen Erfolge des fünftägigen Kammermusikfestes des Jahres 1890 beredtes Zeugniß abgegeben. Kein Zweifel also, daß die Berufung des großen Geigers zu dem bevorstehenden Concerte unter Musikern wie im Publikum das lebhafteste Interesse hervorrufen wird. Seinen besonderen Reiz erhält aber das diesmalige Erscheinen Joachim's durch den Umstand, daß er, was unseres Wissens hier zum ersten Male geschieht, dem Publikum der Beethovenhalle auch als Componist gegenübertritt, und zwar mit seinem zweiten Violin=Concert in G dur. Dieses, vor wenig Jahren erst gedruckt, wurde gleichwohl schon gegen Ende der sechsziger Jahre als Manuscript vom Componisten gespielt, ist also von dem„Concert in ungarischer Weise“ kaum durch ein Decennium getrennt. Joachim's componirende Thätigkeit kann weder eine reiche noch eigenthümliche genannt werden. Schon die geringe Zahl seiner Compositionen beweist, daß der schaffende„Künstler“ von dem reproducirenden weit überragt wird. Gleichwohl athmet jedes seiner Werke den vornehmen Ernst des edel und wahr empfindenden Musikers. Auch das Violin=Concert in beachtenswerthe Erscheinung von würdigem Ausdruck und einheitlicher Haltung, im Detail fein und anziehend, den Eigenthümlichkeiten der Sologeige überall Rechnung tragend und namentlich im Finale zu brillanter Wirkung sich steigernd. Mag vielleicht im Gesammteindrucke das ältere„ungarische Concert" das jüngere in G an Frische der Empfindung und Reichthum der Gedanken überbieten, so hat auch das letztere seine unbestreitbaren Vorzüge. Der befriedigenden Verständigung führen. Darauf sprach der Kaiser mit den einzelnen Herren und zeichnete besonders den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Köller durch den Ausdruck herzlichen Beileids zu dem Tode seiner Gemahlin aus. * ** Kaiser Wilhelm ist, wie fast alle amerikanischen Blätter rühmend hervorheben, der einzige europäische Souverän, der zur Columbus=Weibefeiek in Chicago“ einen Glückwunsch geschickt hat. Derselbe ist an den Staatssecretär gerichtet und lautet wörtlich: „Der Deutsche Kaiser läßt Ihnen durch den deutschen Geschäftsträger anläßlich des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerikas seinen aufrichtigen Glückwunsch aussprechen und verbindet mit demselben seine herzlichsten Wünsche für die fernere Entwickelung des großen Landes, ** Eine Sendung für den Kaiser ist dieser Tage mit einem Hamburger Dampfschiff aus Christiania abgegangen, nämlich verschiedene Theile der Walfische, die während, des Walfanges des Kaisers im letzten Sommer am Bord des Fangschiffes des Disvonenten Giäver in Skaarö geschossen wurden. Dem Wunsche des Kaisers zufolge wird von den Walen ein Kinnbacken, eine Rippe, mehrere Rückenwirbel, Barten, ein aus den Blättern an den Rückenwirbeln des Wals verfertigter Stuhl sammt einer Dose mit Walbeef abgesandt. Später folgen ein Stock aus Walbein, das Nasenbein und ein Schulterblatt, welches die Malerin Betsy Berg, die sich während des kaiserlichen Besuches auf der Walfängerstation in Finmarken daselbst aufhielt, mit Bildern und Emblemen von der Jagd ausschmücken soll. Endlich werden auch verschiedene Photographien vom Walfange gesandt. Alle diese Gegenstände gedenkt der Kaiser in seinem im letzten Sommer aufgeführten norwegischen Hause in Potsdam anzubringen. Daselbst sind schon einige Vögel und Thiere von den norwegischen Jagden des Kaisers aufgestellt. * ** Die Militärvorlage wird unmittelbar nach der Constituirung des Reichstags eingebracht und vom Reichskanzler in ausführlichem Vortrag begründet werden, worauf alsdann eine mehrtägige Pause in den Sitzungen eintreten dürfte. Das Verfahren wird also ähnlich demjenigen bei den Steuervorlagen im Abgeordnetenhause sein. ** Eröffnung des Reichstags. Nach einer Bekanntmachung des Staatssecretärs des Innern Dr. v. Bötticher wird die Eröffnung des Reichstags am 22. November um 12 Uhr Mittags im Rittersaale des Berliner Schlosses stattfinden. Zuvor werden die üblichen Gottesdienste abgehalten werden. Wegen des beschränkten Raumes im Rittersoale und des Mangels an Tribünen können Zuschauer zu dem Eröffnungsacte nicht zugelassen werden. Vierter Jahrgang. Preisermäßigung von 25 pCt. eingetreten sei. Er halte daher seine Behauptungen aufrecht; was er gesagt habe, das erscheine ihm als der Ausdruck der allgemeinen Meinung. * ** Gegen die Theater=Prachtbauten wendet sich ein Bescheid des Ministeriums des Innern an die Stadt Erfurt. In demselben ist bei der Genehmigung der städtischen 7 Millionen=Anleihe von dem Ministerium mit zur Bedingung gemacht worden, daß das projektirte Stadttheater kein kostspieliger Neubau werden dürfe, sondern daß man sich lediglich auf eine würdige Umgestaltung des alten Hauses zu beschränken habe. ** Eine„Berliner“ Ausstellung soll im Jahre 1895/97 stattfinden. Dieselbe soll Zweige der kaufmännischen, industriellen, gewerblichen und künstlerischen Thätigkeit zur Auschauung bringen. Die Vorarbeiten hat der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller übernommen. * Islandfahrer. Aus Nordschleswig berichtet man: Unsere Islandfahrer, die auf der nördlichsten deutschen Insel Röm(Kreis Tondern) zu Hause sind, kehrten in diesen Tagen zurück, um den Winter im Kreise ihrer Angehörigen zu verleben; nach ihren Berichten ist der Fischfang an der isländischen Küste in diesem Jahre sehr lohnend gewesen. Mehrere Schiffsladungen getrockneter Fische sind bereits in Kopenhagen angekommen, während andere unterwegs nach der Heimath sind. Zahlreiche Schiffe bringen in diesem Jahre ihren Fang nach Spanien bezw. Genua, wo die Fischer besser bezahlt werden. Laut Meldung des„Fbl.“ ist der dänische Schooner„Anna“ aus Kopenhagen, geführt von Kapitän M. Jensen aus Röm(Kreis Tondern), auf der Reise von Kopenhagen nach Island gestrandet. Das Schiff war mit Colonialwaaren für Island beladen. Der Unfall ist um so schlimmer, als es jetzt des Eises wegen höchst beschwerlich ist, eine neue Proviantladung noch vor Anbruch des Winters nach Island zu entsenden. * ** Die Brücke bei Grünenthal. Der Kaiser und der Prinz Heinrich besichtigten, wie dem„B..“ aus Schleswig=Holstein geschrieben wird, am 9. d. M. Nachmittags die colossale Hochbrücke bei Grüntahl oder Grünenthal, wie es jetzt nach einer amtlichen Verfügung heißt. Diese Brücke ist das riesigste Bauwerk am NordOstsee=Kanal. Einiae Angaben über den Riesenbau dürften anläßlich des kaiserlichen Besuches von allgemeinem Interesse sein. Die Brücke hat eine Spannweite von 156 Meter und ist mittelst großer eiserner Bogenträger über den Kanal geführt. Sie ruht auf hohen gemauerten Pfeilern, welche zu beiden Seiten des Kanals errichtet sind; ihre untere Kante hat eine solche lichte Höhe über dem Wasserspiegel, 42 Meter, daß Kriegs= und Handelsschiffe mit voller Bemastung die Brückenöffnung passiren können. Der Riesenbau führt die Eisenbahn und die Chaussee Heide=Neumünster über den NordOstsee=Kanal; der letzte Niet wurde bereits im Juni d. J. in Anwesenheit der Minister von Bötticher und von Berlepsch in die Bogenconstruction eingeschlagen; diesen feierlichen Akt vollzog Staatssekretär von Bötticher; gleichzeitig wurde eine Urkunde über den Brückenbau und seine Bedeutung in einem der Pfeiler vermanert. Der nunmehr beendete Kolossalbau macht auf jeden Beschauer einen geradezu überwältigenden Eindruck. Auf Anregung des Kaisers soll übrigens zur Ueberführung der Bahn Kiel=Flensburg eine lähnliche Hochbrücke, die der Schifffahrt keine Schwierigkeiten bereitet, unweit Projersdorf nordwestlich von Kiel erbaut werden. ** Ueber die Verstimmung im Herrenhause berichtet die „Cons. Corr.“:„Der zweite Vorsitzende unserer ersten Kammer, Freiherr v. Manteuffel=Krossen, war bei der zweiten Sitzung zu der Erklärung genöthigt, daß ihm seitens der Staatsregierung auch nicht eine einzige Vorlage zugegangen sei. So mußten und wahr empfindenden denn die arbeitsfreudig in der Hauptstadt eingetroffenen HerrenhausG dur ist eine durchaus mitglieder wegen Mangels an Berathungsstoff wieder in die Heimath r::( z u r ü c k k e h r e n. W a n n d i e n ä c h s t e S i t z u n g s t a t t f i n d e n w i r d, i s t g a r n i c h t vorauszusagen. Möglich, daß fast der ganze Winter vergeht und daß Ostern heranrückt, bis man— zur emöglichst schleunigen Durchberathung= des Etats— das Herrenhaus wieder tagen sieht. Unter solchen Umständen ist es begreiflich, daß sich der Mitglieder unserer ersten Kammer eine tiefe Verstimmung über eine solche nicht recht würdige Behandlung bemächtigt hat.“ * ** Herrfurth im Abgeordnetenhause. Zu den eifrigsten Zuuud erste Satz besitzt einen ausgeprägten Zug ruhiger Größe. Das weiche, hörern der Rede, mit welcher der Ministerpräsident Graf zu Euleneinfache Hauptthema gestattet hierüber nicht den geringsten Zweifel. burg die Miquel'schen Steuerentwürfe Auch dos uundchr boz. Thersae zale hegen, bexpebet„Hosiszgaigenen berse eundrochtzesconsepaive Abgeordnete. [Ocktaven gebrachte zweite Thema hält diesen einmal angeschlagenen Redner die Hoffnung aussprach, noch im Laufe dieser Tagung P.) zmip Fohold Grundton auf's Glücklichste fest. Schorfe, leidenschaftliche Gegen= eine Vorlage, wegen der Abänderung des preußischen Wahlgesetzes Zuie mistgen vitten, axen Kas= sähe sind nur vereinzelt im Durchführungssatze zu finden und das Etwa noch ausstehende wie möglich an unseren Kassirer Herrn Wilhelm Böhm, Wachsbleicherweg 11, einzureichen. Der Vorstand. DDie Herren Geschäftsinhaber Owerden ersucht, keine Rechnungen zum 1. Januar 1893 einzusenden, sondern, um unnütze Nachsendungen in's Ausland zu vermeiden, damit bis zum 1. März warten zu wollen. Graf Mörner, Roisdorf. nur vereinzelt zarte Haupthema, von den Arabesken der Sologeige luftig um= stersum vertreten, daß diese durch die Steuerreform unbedingt gebotene sponnen, beschließt leise verklingend den Satz. Das stimmungsvolle Abänderung des Wahlgesetzes vor dem Abschluß der Steuerreform Andante in Cmoll wirkt durch seinen ernsten, schmerzhaft umflorten vorzunehmen sei.„ der nur leicht gemildert wird durch die zarte Cantilene Charakter, in As. Der letzte„Allegro giocoso ed energico, ma non troppo vivace“ überschriebene und, wie schon bemerkt, äußerlich wirkungsvollste Satz scheint uns hinsichtlich des musikalischen Gehaltes hinter den beiden voraufgegangenen zurückzustehen. Immerhin aber bietet er— auch trotz des unverkenubaren Anklanges an eine Passage aus dem ersten Satz des Schumann'schen Klavier=Concertes— des Interessanten und Reizvollen so viel, wie es nur wenigen Werken der Gattung eigen ist.— Als zweite Vortragsnummer hat Joachim das sechste Violin=Concert von Spohr gewählt, freilich mit berechtigter Weglassung des heutzutage nicht mehr concertfähigen letzten Satzes. Das recitativisch gehaltene Adagio bringt Joachim zuerst Für Framte etr. Saggs, Das reitalibisch gehaltene Wbagio freundlich möblirtes Zimmer billig und schließt mit dem wirklichen ersten Satze. Eröffnet wird das Concert durch Cherubini's gut gekannte Anacreon=Ouverture und beschlossen durch Waldemar Bargiel's Sinfonie in Cdur. Letztere erscheint unseres Wissens hier zu vermiethen, Brüdergasse Nr. 21. o desberg, Bachstraße Nr. 8, sind möblirte Zimmer mit ohne Pension zu vermiethen. Saubere Schlafstrurk zu vermiethen, altes Sternthor 23. ** Von der Königlichen Lotterie=Direction ist dem„Berliner Tageblatt“, mit dem Ersuchen um Veröffentlichung, folgende Erklärung augcgangegi„.g.. mm vi. u. Fagekfalten unthaften: 9. „Die in Nr. 572 des„Berliner Tageblatts“ enthaltene Bemerkung, daß auch an dem Tage, an welchem der Gewinn von 300,000 Mark in der 187. Lotterie gezogen wurde, in Folge Unvorsichtigkeit des Waisenknaben mehrere Loosnummern dem Glücksrade entfallen sind, entbehrt nach den stattgehabten amtlichen Erhebungen der thatsächlichen Begründung.“ „In Folge dieser Erklärung,— so bemerkt das„Berl. Tageblatt“—„haben wir uns veranlaßt gesehen, der genannten Direction die Namen derjenigen Personen zu nennen, welche Augenzeugen des betreffenden Vorfalles gewesen sind.“ ** Privatvermögen in Preutzen. Dem Gesetzentwurf über die neue Vermögenssteuer in Preußen ist eine Schätzung des Privatvermögens in Preußen als Anlage beigefügt. Die Schätzung kommt zu dem Ergebniß, daß das nach dem neuen Gesetz steuerpflichtige Vermögen 73,8 Milliarden Mark beträgt. Hierbei sind die steuer*.=Gladbach, 12. Nov. Wie der„Gl. Ztg.“ mitgetheilt wird, ist letzten Mittwoch am Kivelbusch ein Birkbahn geschossen worden eine für die hiesige Gegend böchst seltene Jagdbeute. * Auf dem Zweirad durch Asien. Aus Schanghai berichten englische Blätter: Zwei amerikanische Studenten sind hier glücklich angelangt, nachdem sie Asien von Beyrut aus über Taschkend=Kaidscha=Hami=Suhchau=Lanchau auf dem Zweirad durchquert hatten. Sie haben überall freundliche Aufnahme gefunden. * Ueber einen Distanzmarsch wird dem„B..“ aus Darmstadt geschrieben: Eine gewiß auch für weitere Kreise interessante Marschleistung führte ein hiesiger Officier, Lientenant Sommer, vom 1. Großh. bessischen Infanterie=Leib=Garde=Regiment Nr. 115 in Folge einer Wette am verflossenen Samstag aus, indem er die 53,8 Kilometer betragende Chausseestrecke zwischen Darmstadt und Heidelberg in 8 Stunden 20 Minuten zurücklegte. Er ging Nachts 2 Uhr am sogenannten Chausseehaus von hier ab und traf 10 Uhr 20 Minuten wohlbehalten und verhältnißmäßig sehr frisch am Ziel der Neckarbrücke in Heidelberg ein; er legte somit im Durchschnitt den Kilometer in—8½ Minuten zurück. * Wölfe in Frankreich. In wie großen Mengen der Wolf noch bis auf den heutigen Tag in Frankreich vorkommt, erhellt aus den kürzlich, veröffentlichten Schußlisten. Daß bei der Häufigkeit dieses Raubzeuges der durch dasselbe angerichtete Schaden ein sehr erheblicher ist, bedarf wohl keiner weiteren Bestätigung. Regierung und Bevölkerung sind dann auch eifrigst bemüht, die Bestien so schnell und so gründlich wie nur immer möglich auszurotten; jene dadurch, daß sie erhebliche Prämien für die Erlegung eines jeden Stückes aussetzt, diese, indem sie, angespornt durch das hohe Schußgeld, dasselbe möglichst oft zu verdienen bestrebt ist. Nach den amtlichen Berichten wurden 1891 im ganzen Lande 149 alte und 253 junge Wölfe erlegt; davon allein in der Dordogne 67 Stück. Für einen alten Wolf zahlt die Regierung 100 Frs., für einen jungen 35 Frs. Prämie. Demnach wurden in dem einen Jahre 23,755 Frs. an Prämien verdient, ausgezahlt wurden aber 25,325 Frs. Der Ueberschuß von 1570 Frs, erklärt sich dadurch, daß für jede erlegte Wölfin noch eine Extravergütung gewährt wird. Dieses energische Vorgehen hat denn auch nicht verfehlt, bereits jetzt seine Wirkung zu äußern, indem thatsächlich schon eine Abnahme dieses Raubthieres constatirt werden konnte. * Wetzlar, 9. Nov. Von einem nichtswürdigen Streich weiß ein hiesiger Jäger zu berichten, der vor etwa 8 Tagen einer Einladung zum Treibjagen in der Gegend von Niederschelden Folge gegeben hatte. Während dieses Treibjagens geschah es nämlich, daß in ganz kurzer Zeit drei schöne Hunde plötzlich krank wurden und bald darauf eingingen. Bei der sofort angestellten Unterfuchung des merkwürdigen Vorfalles stellte es sich nun heraus, daß die Hunde. Wurst gefressen hatten, die mit einem starken Gift— anscheinend in Bonn mit dem Reize der Novität. Die Wahl der Sinfonie ist freien kleinen Vermögen von weniger als 600g=Pk. bei Persozen von Strychnin— vermischt und offenbar von boshafter Hand in das Schönes mit Anbau und Haus Garten, der Nähe des Hofgartens, zu verkaufen oder zu vermiethen. Näheres Nauestraße 1. Rech Resleh he Logis für 36 Mk. monatl. erhalten. .Hauptstr. 72, Neubau, Partrechts. Zwei schöne Schlirfstellen zu vermiethen. H. Opitz, Welschenonnenstr. 1. Erse Etage und Unterhaus mit Ladenlokal, in welchem seit langen Jahren ein Tuchgeschäft betrieben worden ist, zum 15. Mai 1893 zu vermiethen. Zu erfragen Kasernenstraße 40. Hiort Hümen 15. Mai eine besonders glückliche nicht nur im Hinblick auf ihren ausgesprocheneu musikalischen Werth, sondern auch, weil sie mit Joachim durch das sinnige Band persönlicher Widmung verknüpft ist. Bargiel, bekanntlich ein leiblicher Stiefbruder von Clara Schumann, darf als ein geistiger Robert Schumann's bezeichnet werden. Gegenwärtig wirkt Bargiel als Lehrer an der Hochschule in Berlin, nachdem er unter Hiller am Conservatorium in Köln und seit 1865 in Rotterdam als Director der dortigen Musikschule thätig gewesen war. Er ist zweifellos einer der besten Tonsetzer der Gegenwart. Zwar ist er nicht berufen,„neue Bahnen“ zu finden; wohl aber hat er mit Glück in den Formen und der Anschauungsweise der nachclassischen Schule Beachtenswerthes geschaffen. Davon gibt die Sinfonie in C dur unzweifelhafte Kunde. Gleich der erste in frischem ¼ Takte dahinfließende Satz ist voll Leben und Bewegung, und das energische, von den Streichern unisono gebrachte erste Thema ist contrapunktisch ganz meisterhaft durchgearbeitet. Diesem ersten Satze, der uns der werthvollste der Sinfonie zu sein scheint, folgt als zweiter ein Andante in Amoll, dessen romanzenartiges Hauptthema von den Bläsern angedeutet, zuerst von den Celli gebracht wird. Edel und gesangvoll gehalten, wirkt dieses Andante durch seine Klangschönheit mehr als durch die Tiefe seines musikalischen Inhaltes. Nach einer in wohlgefügtem Satzbau daherschreitenden Menuett lenkt der letzte Satz wieder in strengere Bahnen ein; er knüpft an den gedrungenen polyphonen Stol des ersten Satzes an. Die ganze Sinfonie offenbart, nicht über 900 Mk. Einkommen oder bei Wittwen oder Minderjährigen von nicht über 1200 Mk. Einkommen außer Betracht gelassen. ** Dankschreiben. An die israelitischen Cultusgemein= den von Sachsen=Weimar=Eisenach hat der Großherzog folgendes Dankschreiben gerichtet:.x Gargscamsggin.in „Mit aufrichtiger Freude habe ich mit der Großherzogin, Meiner Gemahlin, die Adresse entgegengenommen, welche von den Vorständen der israelitischen Cultusgemeinden Namens der letzteren zur Feier Unseres goldenen Ehejubiläums an Uns gerichtet worden ist. Diese Urkunde birgt in ebenso kostbarem wie kunstvollem Gewande den warmen Ausdruck treuer Anhänglichkeit und Unterthauenliebe. Und wie Wir alle Bewohner Unserer Lande ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses mit gleicher Liebe umfassen, so erfüllt Uns jede Aeußerung der Treue aus, den Kreisen Unseres Volkes mit gleicher gemeinden kund, indem Wi, Zezgan(., Jiusgeneinden wie deren Vor=Sgge Kurrul=Anzeigers. sprechen, und auch die israelitischen Culiusgemeinden wie deren VorTerrain des Treibjagens hineingeworfen worden war. Es ist trotz sofort angestellter Nachforschung nicht gelungen, dem Urheber dieser Gemeinheit auf die Spur zu kommen. Von Meieorologische Beobachtungen auf der Sternwarte zu Bonn. Nov. 12. Maximum der Tagestemperatur 7,8 C.— Nov. 13. Minimum der Tagestemperatur 5,4 C.— 1 Uhr Nachm. Barometer auf 0° reduzirt 756,5 Millimeter.— Temperatur 8,4 C.— Höhe des in 24 Stuen gefallenen Niederschlags— Millimeter. 13. Nov. Maximum der Tagestemperatur 8,5 C.— Nov. 14. Minimum der Tägestemperatur 5,4 C.— 1 Uhr Nachm. Barometer auf 0° reduziert 756,3 Millimeter.— Temperatur.9 C.—. Höhe des in 24 Stunden gefallenen Niederschlags— Millimeter. stände Unserer landesfürstlichen Huld und Guade versichern.“ * * Dankschreiben. Die Cholera=Commission zu Hamburg, gez. Dr. Hachmann, hat den fremden Aerzten folgendes Dankschreiben zukommen lassen;,.. 7Ee.st dur Shal: „Ew. Wohlgeboren haben während der schweren Zeit der CholeraEpidemie, welche Hamburg heimgesucht, den wegen derselben staatlicherseits getroffenen ärztlichen Einrichtungen Ihre Thätigkeit gewidmet und dadurch an der Bekämpfung der Seuche in wesentlichem Maße theilgenommen. Jetzt, beim Erlöschen der Epidemie, drängt s5 die unterzeichnete Commission, Ihnen für die dadurch geleistete phonen Styl des ersten Satzes an. Die ganze Sinfanie, ostenhartz ses die unterzeichnete Commisson, Ihnen für die, daduisch, Helszi zumal in der Kunst der thematischen Durcharbeitung die sichere Hand Unterstützung Ihrer in Anlaß der Seuche getroffenen Maßnahmen eines zwar nicht genialen, immerhin aber beachtenswerthen und in den den verbindlichsten Dank auszusprechen. Hamburg, den suchen zum 15. Mai eine, womöglich abgeschlossene Etage von —5 Kimmern und allem Zubehör. Dieselben würden auch nicht abgeneigt sein, mit convenirender kleiner Familie ein gut gelegenes Haus gemeinschaftlich zu miethen. Offerten unter 2. A. 22. an die Expedition des Gen.=An. erbeten. Feines zwar nicht gemialen, immerhin aber beachtenswerthen und in den contrapunctischen Formen durchaus erfahrenen Meisters, dessen treffliche Orchestersuite wir dem Concertvorstande hiermit in empfehlende Erinnerung bringen möchten. Dem Chore ist diesmal nur ein Vortrag zugedacht, dafür aber ein schwieriger und hoch bedeutender. Brahms' eigenartiger sechsstimmiger Parzenchor wurde gleich nach seinem Erscheinen im Jahre 1883 vom städtischen Gesangverein zu Gehör gebracht. Professor Wolff thut wohl daran, Chorstück wieder hervorsucht. lichsten Offenbarungen des B es dem concertgebenden Vereine gelingen möge, die geheimnißvollen Räthsel der Composition ganz vollkommen zu lösen. 31. October 1892.“ *e Aus Aachen, 14. Nov. wird geschrieben: In der Stadtverordneten=Versammlung vom 12. v. M. hatte Herr Commerzienrath R. Erckens sich gegen die trotz Aufhebung der Mahlsteuer noch immer hohen Brodpreise gewendet. In der jüngsten Sitzung theilte nun der Vorsitzende mit, daß der Vorsitzende der BäckerInnung aegen die I nnur g. sigen v, schrisßtlich Einspruch erhoben habe. In Gehör gebracht. Professor machter Ausführungen schriftlich Einspruch erbogen#aor. In gran, daß er sett nach neunjähriger Pause bies) vieste her Aufhebung der Mahlsteuer seien die Brodvresse nicht entworlucht, Dasselbe zähl ohne Frage zu den glück=(sprechend heruntergegangen, unzutreffend sei. Herr Commerzlenrath den des Brahms'schen Gemus. Hoffen wir, daß., Erchens führte demgegenüber aus, daß er auf Grund,. der in gezogenen Erkundigungen sich nicht veranlaßt fühle, October Gesagten etwas zurückzunehmen oder wies er darauf hin, daß, während Arbeiterrreisen eingezogenen von dem am 12. October abzuschwächzen. Unter Anderem wies er darauf hin,„Jaß, das Getreide um 33 pCt. im Preise gesunken, beim Brode nur eine W. R. in Godesberg. Sie wänschen zu wissen, woher das auf dem Lande gebräuchliche Wort„Bejohfung“ herstaumt, welches für krampfartige Kinderkrankheiten angewandt wird.— Antwort: Im Volksaberglauben findet sich seit alten Zeiten die Ansicht vertreten, daß gewisse Krankheiten, wie z. B. die Fallsucht, den Menschen von bösen Geistern zugefügt werden, daß die Menschen damit„begabt“ werden. Wir erinnern an ein ähnliches Beispiel. Früher— noch bei unseren Classikern— findet sich der Ausdruck„vergeben“ für„vergisten“, wie ja„Gabe“ und„Gist“ aus derselben Wortwurzel stammen. 20. B. M. Wir können Ihnen keinen besseren Rath geben als den, die betr. Bekanntmachungen des Herrn Beigeordneten Dr. Schröder und des Herrn Landrath Dr. von Sandt, wie sie an zwei Stellen unserer Freitagsnummer abgedruckt find, nochmals genau zu lesen; dieselben sind präcis und leicht verständlich. Alter Abonnent 1000. Wenn Sie sich schon jetzt bemühen, wird es Ihnen leicht werden, für Ihren Sohn zu Ostern in einer Porzellanfabrik als Malerlehrling, oder in einer Tapetenfabrik, Buchdruckerei 2c. Stelle als Lehrling zu finden, in welcher die Lehrlinge auch schon gleich etwas verdienen. Bei verschiedenen Handwerken ist es übrigens jetzt Sitte, daß dem Lehrlinge wöchentlich etwas vergütet wird, wenn derselbe nicht im Hause des Meisters freie Kost und Logis erhält. J. K. in Euchenheim. Barletta=Loose sind Schuldentilgungsscheine der Stadt Barletta, welche 1870 in Curs gesetzt wurden. Durch jährlich viermal stattfindende Ziehungen wird die Schuld successive getilgt. Von den jeweilig gezogenen Prämlen werden bestimmte, veränderliche Prozente in Abzug gebracht, ebenso die Umlaufssteuer (1891=29.45 pro Mille). Der ungefähre heutige Curswerth beträgt M. 44. Der Unterschied des Nennwerthes(Fres. 100), mit welchem Satze die Loose als niedrigste Prämie gezogen werden müssen und dem jetzigen Nominalwerthe erklärt sich dadurch, daß auf genannte Loose keine Zinsen bezahlt und diese nebst den Zinseszinsen hinzukoumen, welche auch die Ausloosung höherer Prämien bedingen.— Die letzte Resitziehung ist am 20. November 1944.— Im allerungünstigsten Falle könnte ein solches von Ihnen erworbenes Loos erst 1944 gezogen werden. Loose, welche früher gezogen werden, können jedoch mehrere Male gewinnen, indem dieselben ebenso wie ein noch nicht gezogenes an alen Ziebungen bis zur Schlubzichung thellnehnez. u. 1. de, Bung an der Treuer Abonnent aus Meckenheim. Verlobte tragen den Ring an der linken. Ebeleute an der rechten Hand, und zwar an den sog, Geldinger. Abonnent H. O. in N. H. Jawohl, der Jagdeigenthümer darf die in seinem Revier frei herumlaufenden Hunde erschießen. 1— Vierter Jahrgang, Ceneral-Anzeiger für Vonn und Amgegend Seite: Aus Lonn. (Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.) Bonn, den 15. November. — Stadtverordneten=Wahl. In der am Sonntag Mittag im Hotel Kley hier abgehaltenen Versammlung der liberalen Wähler 1. Abtheilung wurde für die durch den Austritt des Herrn von Griesheim nöthig gewordene Stadtverordneten=Ersatzwahl Herr Geheimrath Professor Dr. Doutrelepont als Candidat aufgestellt. F Herr Gymnasial=Director Dr. Buschmann wird in der Versammlung des Vereins„Alt=Bonn“ am kommenden Donnerstag über die letzten Tage der kurfürstlichen Universität zur Zeit der Fremdherrschaft sprechen.„ ggung mms * Oberrealschule. In der letzten Curatorenntzung wurve, der „Rh.=W. Ztg. zufolge, beschlossen, den neuen Normal=Etat an der städtischen Oberrealschule einzuführen, in der Weise, daß derselbe vom 1. October 1892 an Gültigkeit hätte. * Der Ministerial=Erlaß, nach welchem an den Elementarschulen mit Sechs= und Sieben=Klassensystem an erster Stelle ein Rector stehen soll, scheint nach einer hier eingetroffenen Regierungs=Verfügung auch für Bonn in Kraft treten zu sollen. In der nächsten LehrerConferenz für den Stadtkreis Bonn soll diese Angelegenheit zur Sprache kommen. P81 s—2 = Am schwarzen Brett der hiengen umversität werden Studirende der katholisch=theologischen, 3 der evangelisch=theologischen, 8 der juristischen, 7 der medicinischen, 13 der philosophischen Fakultät und 14 der landwirthschaftlichen Akademie Poppelsdorf aufgefordert, sich bis zum 16. d. M. hierselbst zu melden, widrigenfalls dieselben im Album der Universität gelöscht werden.„„ Der Dampfbahnzug von Villa Loeschigt nach Godesberg fährt in Folge eines mehrfach geäußerten Wunsches nicht um 12 Uhr Mittags, sondern erst um 12 Uhr 15 Minuten. C Der hiesige Artillerie=Verein wird am 3. December im „Kölner Hof“ sein 2. Stiftungsfest feiern. J. Hausverkäufe. Das seither im Besitze des Herrn Joseph Meder befindliche Haus Markt 15a ging um den Preis von 69,000 Mark an Herrn W. Baurichter(Bonngasse) über. Ferner wurde letzter Tage das Herrn Louis Wessel gehörige Haus Wesselstraße 7, in welchem Anfangs dieses Jahres Herr Lieutenant von TieleWinckler wohnte, um den Preis von 95,000 Mark an die Inhaber der Buchdruckerei Jos. Bach Wwe. verkauft. X Unglücksfall. Auf dem Rheindorferwege fiel vorgestern Abend gegen ½8 Uhr eine zur Stadt gehende Frau in Folge der Dunkelheit in den Chausseegraben und brach den rechten Arm. Die Frau wurde nach der Klinik gebracht und erhielt dort don ersten Verband. — Wenn an der Unglücksstelle eine Laterne brennte, oder wenigstens ein Geländer angebracht wäre, dann hätte das Unglück wohl nicht so leicht geschehen können. Vielleicht tragen diese Zeilen zur Besserung dieses Zustandes bei." 800 1 In die hiesige Klinik wurde gestern morgen ein junger Mann aus Endenich aufgenommen, welcher am Sonntag Abend vort durch vier Messerstiche in den Unterleib lebensgefährlich verwundet worden war. Der Thäter, ein junger Mann, der verhaftet worden ist, wurde gestern Nachmittag zum ersten Verhör zur Klinik geführt. 9 Das zweite Streich=Concert, welches das Trompeter=Corps des hiesigen Husaren=Regiments am verflossenen Sonntag im„Goldenen Stern“ veranstaltete, war gut besucht. Die Vorträge des Trompeter=Corps waren unter der umsichtigen Leitung des Herrn Stabstrompeters Bielefeld durchaus exact und sprachen allgemein an. 8' Der gesunkene„Dracheufels". Die Arbeiten zur Hebung des bei Mondorf gesunkenen Dampfers„Drachenfels" haben gestern Morgen begonnen. Auf dem Boote sollen sich als Frachtgut u. A. für ca. 40,000 Mark Wäsche befunden haben, welche in Beuel gereinigt worden war und nach Köln geschafft werden sollte. 6' Masern=Epidemie. Man schreibt uns aus dem benach barten Witterschlick unterm 14. Nov.: Wegen der hier herrschenden Masern=Epidemie sind heute die hiesigen Schulen gelossen worden.„ 41 7 Die städtischen Rhein=Bade=Anstatten sino letzter Tage für die Wintermonate nach dem Oberwinterer Hafen bugsirt worden. Die Zeit vom Schluß der diesjährigen Badesaison bis jetzt wurde von dem Schwimmlehrer Herrn Busch zur gründlichen Reinigung und Instandsetzung der Bade=Anstalten reichlich ausgenutzt. Die Kästen wurden sämmtlich hochgezogen und der an denselben haftende Schlamm und Schmutz entfernt; dazwischen wurde das Aeußere und Innere der Bade=Anstalten wiederholt abgewaschen, so daß dieselben ein durchaus frisches und sauberes Ansehen erhielten,„-8enich e ut Gflügst 4 Der Manner=Gesang=Verein zu Endenich feiert Pungsten 1894 das Fest seines 50jährigen Bestehens und soll mit der festlichen Begehung dieses Tages ein großer Gesangwettstreit verbunden werden. Für auszusetzende Preise wurden bereits bei einer kürzlich, abgehaltenen Berathung 2000 Mark deponirt. Bei der allgemeinen Belieotheit des Vereins ist nicht zu zweifern, Feier des 50jährigen Stiftungstages sich zu einer großart.. salten wird. co In unserem Stadttheater werden am Mittwoch Gäste aus Oesterreich auftreten: das sogenannte„Wiener Ensemble“ unter Leitung des Herrn Graselli. Die Gesellschaft besteht aus 43 Personen, welche die in den meisten deutschen Städten mit vielem Erfolg gegebene Gesanges=Posse„Die Gigerln von Wien“ zur Darstellung bringen werden. Das Stück ist für dies, dem Josephstädter Theater in Wien angehörende Personal besonders geschrieben warden und wird gewiß in wustergültiger Weise zur Wiedergabe ersten Male auf. Der Ruf, welcher dem Künstler voraneilt, stellt den Concertbesuchern einen hohen Kunstgenuß in Aussicht. Herr Feuten, welcher vor nicht langer Zeit u. A. in Antwerpen und Berlin einen durchschlagenden Erfolg erzielt hat, wird auch bei manchem Bonner von der letzten Kölner Aufführung der MatthäusPassion her als talentvoller und stimmbegabter Sänger noch in bestem Andenken stehen. Nach Lage der Sache verspricht das nächste Concert des Beethoven=Vereins ein recht genußreiches zu werden und verfehlen wir daher nicht, unsern Lesern den Besuch desselben angelegentlichst zu empfehlen. 88 Yokohama, 14. Nov. In Tokio hat eine Feuersbrunst 6000 Häuser eingelkschert.„...40 wirt zmesdet: Gech. 68 New=York, 14. Nov. aus Homlesteub wiro gemeider: Gestern Nachmittag griffen strikende Arbeiter der hiesigen Fabrik von Carnegie die weiterarbeitenden schwarzen Arbeiter der Fabrik mit Schußwaffen an. Durch Revolverschüsse wurden mehrere schwarze Arbeiter schwer verwundet. Die angegriffenen Arbeiter wehrten sich auf's Tapferste, mußten sich jedoch vor den Angreifern zurückziehen und durch Polizei geschützt werden. Thealer. -. Bonn, 14. Nov. von Schiller's„Kabale und Liebe“ „Fiesco“ im Stadt=Theater Kurz nach der Aufführung haben wir nun gestern auch seinen gehabt. Das„republikanische Trauerspiel“ Schiller's ist schon lange nicht mehr so volksthümlich, wie sein nur ein Jahr jüngeres„bürgerliches“ Schwesterstück, obgleich es einer geschickten Bühnenleitung die stärksten Effekte an die Hand gibt und überhaupt im Punkte des rein Theatralischen kaum etwas zu wünschen läßt. In dieser Hinsicht tritt ja Schiller sogleich am Anfang seiner Laufbahn als Meister vor uns. Gerade seine drei ersten Dramen sind von einer theatralischen Kraft geschwellt, welche vielleicht nur der„Demetrius", nach dem vorhandenen Torso zu schließen, übertroffen hätte. Die Schwächen des „Fiesco“, liegen auf einer anderen Seite. Schneller veraltet eine Dichtung, in welcher die Schlüsse und Lehrmeinungen des Verstandes verhandelt werden, als eine solche, die sich an das ursprüngliche Gefühl des Herzens wendet. Den schwachen Erfolg des„Fiesco" bei der Erstaufführung in Mannheim suchte sich der junge Dichter damit zu erklären, daß„diesen Pfälzern“ das richtige republikanische Verständniß abgehe. Es dürfte aber bis auf den heutigen Tag in und außer der Pfalz sehr viele Zuschauer geben, welche immer noch mehr Gutes von einem„Fiesco“ oder gar einem Andrea Doria, als einem Verrina erwarten. Es ist immer gefährlich, in einem geschichtlichen Schauspiel die politische Tendenz zu stark zu betonen, vollends dann, wenn der Dichter selbst diese Tendenz nicht sowohl aus dem Leben als aus den Büchern gewonnen hat. An Stelle des überzeugenden Spiegelbildes bewegter Zeiten und Herzen tritt dann gar m leicht die bloße Deklamation, und nichts veraltet schneller als diese. Die Wiener Censur der zwanziger Jahre wußte sehr wohl, was sie that, wenn sie„Kabale und Liebe“ vom Burgtheater ausschloß, aber den„Fiesco“ ruhig zuließ. Es kommt hinzu, daß Schiller in seinem ersten geschichtlichen Drama die Lokalfarbe und Zeitstimmung, in deren Erfassen er später so Unerreichtes leistete, zwar in den Personen getroffen hat, aber nicht in der Sprache. Auch wer niemals sich mit der Cultur=Geschichte des sechszehnten Jahrhunderts beschäftigt hat, empfindet doch unabweislich, daß die Menschen, welche der Dichter ihm hier vorführt, sich unmöglich einer solchen Ausdrucksweise bedienen konnten. Vorstehendes sei nur gesagt, um die verhältnißmäßig geringere Beliebtheit eines einzelnen Werkes unseres großen Dichters zu erklären. Die wunderbaren Schönheiten, an welchen auch dieses Schauspiel so reich ist, brauchen nicht erst erwähnt oder aufgezählt zu werden. Nun zur Aufführung, die vor einem sehr zahlreichen und theitweise recht lebhaft gestimmten Publikum stattfand. So gut wie bei der Vorstellung von„Kabale und Liebe“ ging es diesmal nicht. Von Herrn Heine haben wir weit bessere Leistungen gesehen und hoffen auch noch recht oft bessere von ihm zu sehen, als seinen gestrigen „Fiesco". Die meisterliche Kennzeichnung dieser Rolle durch den Dichter selbst:„Freundlich mit Majestät, höfisch=geschmeidig, und ebenso so tückisch", verschwand unter einem Uebermaße von äußerlicher Kraftentfaltung, welches in den„Räubern“ eher am Platz wäre. Auch der Vortrag entbehrte der wünschenswerthen Sicherheit und Deutlichkeit. Letzteren Vorwurf können wir auch diesmal Fräulein Doré nicht ersparen, welche im Uebrigen die Leonore vortrefflich wiedergab. Fräulein Roberts(Imperiali) übertrieb das anmaßende Wesen ihrer Rolle fast bis in's gesellschaftlich Unmögliche. Recht ausdrucksvoll gab Fräulein Elbrig die Bertha; sie blieb mit dieser Leistung hinter ihrer Luise Millerin nicht zurück. Sehr verdient um den Erfolg der Vorstellung machten sich vor Allem zwei bewährte Kräfte unserer Bühne, die Herren Zimmermann als Verrina und Behrend als Muley Hassan. Beide Künstler haben mit ihren gestrigen Leistungen auf's Neue bewiesen, wie beharrlich und erfolgreich sie bestrebt sind, ihr schönes Talent zu vertiefen und es stets den Absichten des Dichters gemäß wirken zu lassen. Noch sei erwähnt, daß unser trefflicher Otto Beck den Gianettino, dessen äußere Erscheinung man sich allerdings weit robuster und„bäuerischer“ vorstellt, in der Sprache vortrefflich zur Geltung Bei der 1#„Die Regie hat in Anbetracht unseres bekannten Ueberschusses an daß die Mangel von Reqursiten und Dekorationen bei einer Darstellung des tigen ge„Fiesco“ einen so schweren Stand, daß man über kleine Versehen und Unfälle gewiß kein Wort verlieren wird. Immerhin wäre es zu wünschen, daß die Massenscenen ein wenig mehr vermeiningert würden. Gestern erinnerte der Aufruhr im fünften Akte stellenweise recht fühlbar daran, daß wir eben vor einigen Tagen mit dem Elften im Elften in's Zeichen der Carnevalszeit getreten sind. Das Publikum kargte nicht mit Beifall und Hervorruf, selbst bei offener Scene. Einige Zuschauer fühlten sich gedrungen, ohne Gage [234] Zur Brückenfrage. Bonn, 15. Nov. Wie verlautet, soll dem städtischen Brückenbau=Ausschuß die Idee unterbreitet worden sein, hier in Bonn statt der seit Jahren ersehnten stehenden Rheinbrücke einstweilen und gewissermaßen zur Erprobung der Verkehrssteigerung eine weniger kostspielige Schiffbrücke herzustellen.„ Wir wissen nicht, wie weit es mit diesem project gekommen ist, würden aber eventuell glauben, daß dasselbe behufs seiner Verwirklichung erheblichen Bedenken begegnen dürfte. Den heutigen gesteigerten Verkehrsverhältniffen vermogen Sciffbrücken nicht mehr zu entsprechen. Die in riesigen Verhältnissen gewachsenen Rheinflotten folgen sich jetzt stromauf= wie abwärts in fast ununterbrochener Reihe und erfordern oft viertelstündlich das Oeffnen der Brückenioche: sperren somit die Rhein=Uebergänge und Fahrten für ganze Zeitabschnitte.„Pigergaen(ant de sebt. Im Winter bei Eisgang müssen die Schiffbraten, taut der letztjährigen Erfahrungen, auf Monate sich in nahe oder fernere Häfen müßig zurückziehen, und gerade zur Zeit der Eisgänge, wo feste und sichere Ufer=Verbindungen am allernothwendigsten wären, versagen Schiffbrücken völlig den Dienst. Solche Brücken sind, wie gesagt, billiger im Bau wie stehende Brücken, absorbiren aber einen großen Theil ihrer Einnahmen für Bedienung und Unterhaltung, und sind steten Unglücksfällen durch Collisionen mit Flößen und abwärtstreibenden Schiffen ausgesetzt; sie hemmen die freie Fahrt auf dem Rheine, und dürfte deshalb deren Neu=Anlage auch strompolizeilich nicht mehr gestattet sein. Anderwärts, wo Schiffbrücken noch existiren, wie in Worms und Köln, ist man im Werke, dieselben als unzureichend, sowie den Zeitverhältnissen nicht mehr entsprechend, zu entfernen und durch feste Brücken zu ersetzen.„ 16m(Ersab Möge man doch die an anderen Orten gemachten Erjahrungen benutzen und eventuell von einem Project abstehen, was sich schon nach einigen Jahren als unhaltbar erweisen,— übrigens auch mit der bestehenden Fährgerechtsame nicht vereinbar sein würde. Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Ackerers Michael Weiler zu Uellekoven ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Bornheim(Rhein), den 14. November 1892. Der Bürgermeister, Brener.— 4 Durch die glückliche * Geburt eines prächtigen 3 Mädchens wurden hocherfreut Lambert Radermacher, X Elise geb. Görgens. Brnn, 14. Nov. 1892. Carnevals=Gesruschaft „Gemnihlichkeit“, Tenler. 16. Nov., Abends 8 Uhr 11 im Lokale des Herrn Gottfried Gilles Besprechung über den Carneval 1893. NB. Für Musik ist gesorgt. Die Liste zum Einzeichnen liegt offen. provisorische Comité. Gerichtlicher Derk. Am Donnerstag den 17. November er., Nachmittags 5 Uhr, soll auf dem Hofe der Hauderei Gebr. Orth in Beuel eine Partie Büchen=Scheitholz öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden. Der Gerichtsvollzieher, Grünter. 2—4l 2 45 * Bonr 96648 Städtischer Gesang-Verein. Morgen Mittwoch 5 Uhr: General-Probe für Chor, Orchester und Solostücke in der Beethovenhalle. Eintritt Mk..50. Dinstag den 15. November, Abends 8½ Uhr: Monats=Versammlung. Der Vorstand. Grundl. Unterricht in allen Gymnasial= u. Realsächern ertheilt bei mäß. Honoraranspruch ein vorzügl. empfohlener Student. Derselbe würde auch eine Hauslehrerstelle übernehmen. Gefl. Off. unter L. M. 2119, an die Exp. des.=., Schöne pomm. worden und wird geidig in misterhintliger Weise zur Witolrgner gelangen. Auf alle Fälle wird es etwas zum Lachen geben. J' Ein bedauernswerther Unglücksfall ist am Sonntag Morgen in Pützchen vorgekommen. Ein junger Mann, welcher einen Schuß abfeuerte, traf so unglücklich ein Dienstmädchen ins Auge, daß die Ueberführung des armen Mädchens nach der Bonner Klinik stattfinden mußte. Das Mädchen bog gerade in dem Augenblick um die Straßenecke, als der Schuß abging. ∆ Eine hübsche Nenheit erregte auf der Chrysanthemum=Ausstellung in Düsseldorf großes Aufsehen: eines der jüngsten der Kinder Floras auf dem Gebiete der Chrysanthemum=Cultur. Dasselbe heißt„Miss Annie Manda“ und ist die erste Blume ihrer Art, welche einen wundervollen Duft ausströmt, der sehr an Heliotrop erinnert. Sie zeitigt reinweiße, große Blumen, deren Petallen(einzelne Blumenblätter) dicht mit weißen Härchen besetzt sind. Um eine richtige Vorstellung von den Blüthen zu haben, denke man sich einen Büschel weißer gekräuselter Straußenfedern auf einem Stiel. Herr Otto Schnurbusch von hier, dem das Preisrichteramt in Düsseldorf übertragen war, sagte, daß„Miss Annie Manda“ in Schönheit und Bau die„Mrs. Alpheus Hardy“ noch übertrifft. Der Prinz von Battenberg und Frau Geheimrath Krupp in Essen kauften Stecklingspflanzen von dieser Neuheit. Vor etwa acht Tagen zahlte man in London auf der Ausstellung für eine abgeschnittene Blume noch 50 Pfund, also 1000 Mark. □ Banthätigkeit in Königswinter. Man schreibt uns aus Königswinter, 15. November:... E een im uach. Die Bauthätigkeit hierselbst, welche in diesem Jahre eine recht rege war, scheint gemäß den bisheran eingereichten Bangesuchen für das nächste Jahr noch reger zu werden. Mit dem Bau einer Reihe Wohnhänser, Villen 2c. hat man schon jetzt vor Winter begonnen. — Der Düsseldorfer Hof erfährt eine bedeutende Vergrößerung, indem auf das alte Gebäude und die Anbauten Stockwerke aufgesetzt werden. In anerkennenswerther Weise hat der Besitzer Bedacht darauf genommen, daß das schöne Giebelfeld mit dem Wappen von Heisterbach an der Rheinseite bei dieser Umänderung dem Gebäude erhalten bleibt. Gleich oberhalb des Düsseldorfer Hofes wird ein neues Hotel ersten Ranges und größten Maßstabes entstehen. Bereits ist man an dieser Stelle mit dem Abbruch mehrerer Häuser beschäftigt. Das Hotel soll architektonisch recht hübsch werden und eine Zierde für die Rheinfront von Königswinter bilden. c' Beethoven=Verein. Schon von der Gründung des Vereins an haben wir die Bestrebungen desselben mit großem Interesse verfolgt und waren bereits mehrmals in der Lage, einen Bericht über musikalische Aufführungen des Beethoven=Vereins zu bringen. Mit Fug und Recht durften wir damals unserer Freude Ausdruck geben über die ir den Concerten zu Tage getretenen Leistungen, welche ein beredte„iß ablegten sowohl von dem unverzagten Fleiße und der k... Arbeit der Mitwirkenden als auch von der sachverständ# llung des Dirigenten. Kein Wunder, wenn der Verein, de,# Orchesterstamm in der Hauptsache aus hiesigen Dilettanten besteht. sich in der verhältnißmäßig kurzen Zeit seines Bestehens die Sympathien des musikliebenden Publikums erworben hat. Wie uns mitgetheilt wird, gedenkt der Beethoven=Verein gegen Ende dieses Monats ein weiteres Concert in der Beethovenhalle zu veranstalten. Zur Aufführung sollen Musikwerke von Beethoven, Haydn, Mendelsfohn und Gade gelangen. Die Solopartien liegen in den Händen des Herrn C. Körner, Lehrer am Conservatorium in Köln(Geige), und des Herrn Concertsängers W. Feuten(Bassist) aus Köln. Wem gleich uns öfter der Genuß geboten war, die meisterhafte Technik und edle Vortragsweise des speciell auch in Bonn so gerne gehörten Künstlers Herrn Körner bewundern zu können, der wird zu, m ü s s e n, d a ß d e r V e r e i n m i t d i e s e m E n o g g e m e n t e i n e n g l ü c k chen Grift gethan hat. Herr W. Feuten, ein früherer Schüler Kölner Conservatoriums, tritt als Sänger hier in Bonn zum muitzuspielen. 15. Nov.(Telegramm des General=Anzei88 Limoges, gers.) Eine Dynamit=Explosion gerichtet. Auch Menschen sollen Der Urheber ist unbekannt. hat schweren Schaden andabei umgekommen sein. 88 Berlin, 15. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Der socialdemokratische Parteitag wurde von dem Abgeordneten Singer eröffnet. Der Antrag Frohme=Hamburg, auf die Tagesordnung zu setzen:„Die Socialdemokratie und der Meineid", wurde vom Antragsteller wieder zurückgezogen, da der Standpunkt der Partei genügend präcisirt sei. §§ Berlin, 15. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Der Correspondent des„New=Yorker Herald", Meltzer, ist keineswegs aus Berlin ausgewiesen, sondern nur wegen eines Artikels über den angeblichen Zusammenbruch des Dreibundes vertraulich verwarnt worden. Der Heraldvertreter benntzt diesen Anlaß zu sensationeller Erfindung.“ §§ Berlin, 14. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Das „Berl. Tagebl.“ erfährt angeblich aus bester Quelle, sämmtliche größere Bundesstaaten seien über die Militärvorlage einig; dieselbe sei am Donnerstag im Bundesrathe berathen worden und werde am 22. November mit der Eröffnung des Reichstags eingebracht. ss Hamburg, 14. Nov. Der Erste Bürgermeister von Hamburg Dr. Karl Petersen ist schwer erkrankt und sein Zustand seit gestern hoffnungslos. Petersen ist ältester Senator(seit 1855) und seit 1876 sechs Mal zum Bürgermeister gewählt worden. ss Hamburg, 15. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Der erste Bürgermeister Dr. Petersen ist gestern Abend 7 Uhr in Folge von Altersschwäche gestorben.— Die hiesige freisinnige Partei hat beschlossen, einen energischen Protest gegen die Militärvorlage und die Verunglimpfungen der Landwehr im Militär=Wochenblatt 88 Müuchen, 14. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Professor Dr. von Bechmann hat einen ehrenvollen Ruf nach Leipzig an Stelle des verstorbenen Professors Windscheid abges8 Brüssel, 14. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Gestern sind hier zwei neue Cholera=Erkrankungen vorgekommen. — Die auf heute nach Louvain angesagte Monstre=Versammlung zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts ist verboten worden.— Die hiesigen Studenten organisiren für nächsten=Dinstag ein großes Meeting zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts. ss London, 15. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Der Weberausstand in Geywood greift um sich; zahlreiche Fabriken schließen.„„ 88 Paris, 15. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Der Congreß der Arbeiterpartei in Armentière beschloß die Constitution einer socialistischen Föderation Nordfrankreichs und sprach sich zu Gunsten einer Expropriation der Bourgeoisie durch einen allgemeinen Strike aus. 88 Paris, 15. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) Der Gemeinderath hat mit 43 gegen 4 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, welche die Regierung auffordert, Preßfreiheit, Versammlungs= und Vereinigungsrecht nicht anzutasten. 88 Paris, 14. Nov.(Telegramm des General=Anzeigers.) In vergangener Nacht haben zahlreiche Haussuchungen stattgefunden, jedoch ohne Resultat. Gestern Abend wurden verschiedene Verhaftbefehle erlassen. Die Polizei behauptet, die Schuld der ärmlich gekleideten Frau, welche man mit einem Korbe unter dem Arm im Hause der Grubengesellschaft gesehen habe, sei nachgewiesen. Der denuncirte holländische Graveur Prefond wurde nach resultatloser Haussuchung freigelassen. hochprima Hotrachaf-Cutiar, per Pfund Mk..50, empfiehlt Adolph Kaeuffer, Markt 16, In der Fontaine. us Familie ohne Kinder sucht zum 1. Januar eine erste Etage von 5 Räumen, Küche und Mansarde. Anerbietungen unter O. 62. postlagernd Bonn. Geräumige Schreinerwerkstelle mit Wohnung zu vermiethen bei C. Schmitt, Maargasse 8. 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Von Remagen abwärts: .55,.86,.42, 88.48, 10.05, 12.49,.40,.27, 86.16,.50, .54, 89.03, 10.16, 1,10. Von Sinzig aufwärts: .36,.32,.58, 11.08,.01, .54,.39,.48,.58. Von Sinzig abwärts: .48,.29,.35,.57, 12.40, .30,.42,.45, 10.07,.00. Von Vonn nach Euskirchen: .29, 10.45,.25,.08,.29. Von Euskirchen nach Bonn: .40,.50, 11.52,.48,.11. Von Meckenheim u. Euskirchen: .06, 11.21,.02,.45, 10.06. Von Meckenheim nach Bonn: .13,.22, 12.24,.21,.44. Von Rheinbach nach Enskirchen:.15, 11.29,.11,.54, 10.15. Von Rheinbach nach Bonn: .04,.14, 12.16,.12,.35. Von Euskirchen nach Münstereifel:.28,.58,.03,.58, .43, 10.08. Von Münstereifel nach Euskirchen:.21,.24, 11.00, .55,.43,.51. Von Bonn nach rechtem Ufer: .01,.13,.50, 12.19,.14, .29, 7,10,.30. Vom rechten Ufer in Bonn: .00,.13, 10.35,.54,.19, .30,.36, 10.54. Von Beuel rheinautwärts: .53,.03, 11.30, 12.36,.56, .42,.38, 11.43. Von Beuel rheinabwärts: .15,.50,.34, 10.18, 12.01, .28,.44,.10,.58, 10,29. Von Troisdorf nach Siegburg: .45,.05,.13,.16, 11.00, 12.20, 12.29,.20,.40,.30, .55,.30,.81,.14, 10.52, 11.30 Von Siegburg nach Troisdorf: .54,.20,.07,.88,.32, 10.21, 10.57, 12.03,.57,.50,.09, .15,.86,.12,.32, 10.28. Von Troisdorf abwärts: .02,.38,.17,.44,.51, 10.31, 11,17,.07,.45,.11, Von Obercassel abwärts: .08,.28, 10.10, 11.52,.21, 83.54,.36,.04,.51,.10, 10.22. Von Nied.=Dollendorf aufwärts: .05,.40, 12.54,.10,.56,.57, .52, 11.58. Von Nied.=Dollendorf abwärts: .02,.22,.59,.15,.30, .57,.44, 10.16. Von Konigswinter aufwärts: .10,.20,.46, 12.59,.15, .02, 5,44,.57, 12.03. Von Königswinter abwärts: .57,.17,.53, 10.58,.10, .25,.52,.39,.03, 10.11. Von Rhöndorf aufwärts: .15,.51,.05,.21,.08, .03, 12.09. Von Rhöndorf abwärts: .51,.11,.46,.03,.45,.32, 10.05. Von Honnef aufwärts: .21,.56,.10, 83.38,.48, .14,.08, 12.14. Von Honnef abwärts: .46,.06,.41, 10.50,.58, .40,.27, 10.00. Von Unkel aufwärts: .28, 10.03,.17,.56,.21, .15, 12.21. Von Unkel abwärts: .39,.59,.34,.51,.33,.19, .53. Von Erpel aufwärts: .34, 10.09,.23,.02,.27, .21, 12.27. Von Erpel abwärts: .33,.53,.28,.45,.27,.13, .47. Von Linz aufwärts: .43,.42, 10.16,.30,.35, .29, 12.35. Von Linz abwärts: .27,.47,.22,.39,.22, .07,.41. s Schnellzug(1. und 2. Klasse). * Fällt an Sonn= u. Festtagen aus. * Fährt nur Sonn= und Festtags. .20,.28,.45,.25,.82,.42, 10.45. Von Troisdorf nach Beuel: .38,.20,.47, 11.10, 12.19, .40,.22,.22,.45, 11.27. Von Obercassel nach Bonn: .36,.48, 10.11,.30,.55, .06,.12, 10.31. Von Overcassel aufwärts: .00,.12, 89.28,.34, 12.48, .04,.50,.50,.46, 11.52. Brölthaler Eisenbahn. Von Beuel(Rheinuf.) nach Hennef .21, 10.13,.55,.34,.20. Von Pützchenf).28, 10.20, .02,.41,.27. Von Hangelar.40, 10.32, 3,14,.53,.39. Von Niederpleis.51, 10.43, .25,.06,.50. Von Buisdorf.59, 10.51, .33,.14,.58. Von Quadenhof.05, 10.57, .39,.20,.04. Von Geistingen.12, 11.04, .46,.27,.11. In Hennef an.16, 11.08,.50, .31,.15. Von Hennef nach Beuel(Rheinuf.) .39, 10.18,.55,.06,.37. Von Geistingen.44, 10.23, .00,.11,.42. Von Quadenhof.51, 10.30, .07,.18,.49. Von Buisdorf.57, 10.36,.13, .24,.55. Von Niederpleis 8,05, 10.44, .21,.32,.04. Von Hangelar.16, 10.55, .32,.43,.15. Von Pützchen.28, 11.07,.44, .55,.27. In Beuel(Rheinufer) an.34, 11.13,.50,.01,.33. Von Hennef(Sieg) nach Waldbröl.45, 11.28,.57. In Waldbröl an 10.09,.49, 10.18. Von Waldbröl nach Heunef (Sieg).41, 11.20,.00. In Heunef(Sieg) an.56, .35,.14. Von Heunef nach Asbach .34, 11.45,.00. In Asbach an.09,.19,.35. Von Asbach nach Hennef .27, 11.57,.39. In Hennef(Sieg) an.58, .30,.10. *) In Pützchen ist Anschluß von bezw. nach dem Staatsbahnhofe Beuel und zwar: Aus der Richtung von Obercassel: Ankunft des Staatsbahnzuges in Beuel.15, .28,.10,.58.— Abfahrt des Brölthalbahnzuges in der Richtung nach Hennef von Pützchen .28,.02,.41,.27. In der Richtung nach Obercassel: Ankunft des Brölthalbahn= zuges aus der Richtung von Hennef in Pützchen.27. 11.06,.43,.26. — Abfahrt des Staatsbahnzuges von Beuel.03, 11.30,.56,.38. Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft. Rheinaufwärts: Von Köln.80, 1,.30,.45. Von Bonn.15,.45, 12.15. Von Königswinter 10.15, .30, 1. Von Rolandseck 10.45, 5. Von Remagen 11.15,.30,.45. Von Linz 11,45,.45, 2. Rheinabwärts: Von Coblenz 6, 10.15,.30. Von Linz.45, 11,.30. Von Remagen.15, 11.15,.45, Von Rolandseck.30, 11.30, 5. Von Königswinter 11.45,.15. Von Bonn 6,.80, 12.45,.45.