Niederrheinische, Das schönste Wappen auf der Welt .. auern Die N.=B.=Z. erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn= und Feiertagen. Bezug nur durch die Post. Redaktion: Kempen=Rh. Fernsprecher 485 u. 430. Geschäftsstelle: Krefeld, Friedrichstr. 54 Fernsprecher Krefeld 27279 Geschäftsstelle: Rheydt, Mühlenstr. 128 Fernsprecher Rheydt 118. Dar blanke Pflug auf frelem Einzelvorkaufspreis 10 Pfennig Tageszeitung für die westdeutsche Landwirtschaft Einzelverkaufspreis 10 Pfennig Organ der niederrheinischen Landwirtschaft- Organ des Bezirkoverbandes der Landwirtschaftsschüler Dösseldorf Nr. 279 Krefeld, Dienstag, den 1. Dezember 1925 6. Jahrgang Neues in Kürze Rach einer Mitteilung der Stadtverwaltung Bonn kann damit gerechnet werden, daß der Reichspräsident auf Einladung der Stadt im Februar nächsten Jahres Bonn besuchen wird. Wie die Blätter melden, ist über den Nachlaß des verstorbenen Herausgebers der kürzlich eingegangenen„Glocke", ParphusHelphand, vom Amtsgericht Charlottenburg das Konkursverfahren eröffnet worden. Helphand besaß auf der Havelinsel Schwanenwerder eine schloßartige Villa. Von dem schwedischen Gesandten in Oslo und dem norwezischen Minister des Aeußern wurde ein Abkommen zwischen Schweden und Norwegen über die friedliche Schlichtung zwischensaatlicher Streitigkeiten unterzeichnet. Gegenüber den Gerüchten vom Tode des ägyptischen Prenierministers Siwar Pascha erklärt die ägyptische Gesandtschaft in London, daß Siwar Pascha nicht tot sei, sondern seine Mutter. Staatliche Regelung des Getreidepreises Halbamtlich wird uns geschrieben: In diesem Jahre ist die Brotgetreideernte in der Welt im allgemeinen recht gut ausgefallen, jedenfalls erheblich besser als im vergangenen Jahr. Auf Grund der vom Internationalen Landwirtschaftlichen Institut in Rom ermittelten Ernteziffern ist insbesondere die Weizenerzeugung gegenüber dem Vorjahre erheblich gestiegen: sie betrug 1924 rund 825 Millionen Doppelzentner und ist in diesem Jahre auf 964 Millionen Doppelzentner gestiegen(im Durchschnitt der letzten Vorkriegsjahre betrug sie 918 Mill. Doppelzentner). Die Welternte in Roggen, die 351 Millionen Doppelzentner im Jahre 1924 betrug, beläuft sich in diesem Jahre auf 452 Millionen Doppelzentner(der Durchschnittsertrag der letzten Vorkriegsjahre war 436 Millionen Doppelzentner). Die Welternte in Gerste ist von 257 Millionen Doppelzentner im Jayre 1924 auf 313 Millionen Doppelzentner im Jahre 1925 gestiegen und und bleibt nur wenig hinter dem durchschnittlichen Vorkriegsertrag in Höhe von rund 326 Millionen zurück, während die Hafer=Welternte, die 1924 568 Millionen Doppelzentner betrug, im letzten Erntejahre auf 622 Millionen Doppelzentner gestiegen ist und damit die durchschnittliche Vorkriegserzeugung in Höhe von 605 Millionen Doppelzentner bereits überschritten hat— wobei zu beachten ist, daß der Haferverbrauch durch die Fortschritte des Kraftwagenverkehrs im Nückgang begriffen ist. Rußland spielt neuerdings wieder als Versorger der Welt mit Getreide eine zunehmende Rolle. Dieses Land, das seit mehr als einem Jahrzehnt für die Weltversorgung so gut wie ausgeschieden war, hatte auf Grund seiner ungewöhnlich günstigen Ernte, die in Roggen den durchschnittlichen Vorkriegsertrag wesentlich übersteigt und in Weizen sich ihm genähert hat, für vas Erntejahr 1925/26 ursprünglich ein riesiges Ausfuhrprogramm— 100 Millionen Doppelzentner— aufgestellt, das sich allerdings angesichts unvorhergesehenen Ernteschäden, der allgemeinen Zerrüttung der russischen Volkswirtschaft, des gestiegenen Eigenbedarfs und der Schwerfälligkeit des staatlichen Handelsapparates auch nicht annähernd verwirklichen lassen wird. Ueber ein Viertel des ursprünglich vorgesehenen Ausfuhrprogramms gehen selbst die optimistischen Schätzungen sachverständiger Kreise nicht hinaus. Immerhin aber steht fest, daß Rußland in Zukunft wieder als wichtiger Faktor auf dem Weltgetreidemarkt austreten wird. Insgesamt find etwa 215 Millionen Doppelzentner in den Ueberschußgebieten zur Ausfuhr verüigbar. Demgegenüber schätzt man den Gesamtbedarf dieser Zuschußländer auf rund 180 Millionen Doppelzentner. „Die Welterzeugung von Brotgetreide ist also diesmal erheblich größer als im vergangenen Jahre und die Versorgung der Welt(wobei von den Einwirkungen der günstigen Ernte auf die Breisgestaltung hier nicht gesprochen werden soll) hat sich dem Vorkriegsstande angeglichen und ihn zum Teil überschritten. Unter dem Eindruck der guten Weltgetreideernte und der reichlichen Inlandsernte im Zusammenwirken mit der ungeheuten Kapital= und Kreditnot, ist in Deutschland die Preisbildung, namentlich für Roggen, ungesund und unnatürlich geworden. Inlandsroggen steht unter dem Preis für ausländische Ware etwa gleicher Qualität. Die deutsche Landwirtschaft erhält sonach für eines ihrer hauptsächlichsten Erzeugnisse einen durchaus unzureichenden Preis, der die Gefahr der Extensivierung vermehrt und dadurch die Ernährungswirtschaft wieder in größere Abhängigkeit von Auslandszufuhren bringt. Die landw. Genossenschaften, Handel und Mühlen sind infolge der Nachwirtungen der Inflation an Kapitalkraft so geschwächt und laufen bei den Schwankungen der bisherigen Preisentwicklung ein derartiges Risiko, daß eine ausreichende Bewegung der Inlandsernte und die Vorratsbildung nicht genügend gewährleistet erscheinen. Infolgedessen konnte sich die Reichsregierung der Notwendigkeit nicht verschließen, in dieser Hinsicht einzugreifen. Der Getreidehandel und die Mühlen, deren ablehnende Haltung bereits aus Eingaben und Presseäußerungen bekannt war, sprachen sich allerdings in einer Besprechung, die am 27. November im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft stattfand, gegen jedwede Regierungsaktion aus. Dem Reichsrat und dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat wurde, wie schon kurz gemeldet, dementsprechend ein Entwurf nur für das laufende Wirtschaftsjahr des geltenden Gesetzes vorgelegt, in dem für die Neichsregierung die Ermächrigung vorgesehen ist, zur Sicherung einer geordneten Getreidebewegung Vrotgetreide zu verwerten. Der Bestand an lagerndem Brotgetreide soll 200 000 Tonnen nicht übersteigen. Die geschäftlichen Maßnahmen soll die Reichsgetreidestelle, deren Liquidation aus diesem Grunde aufgehoben wird, nach Anweisung des Reichsministers für Ernöbrung und Landwirtschaft durchführen. Provinzial=Landtagswahlen in der Vorlänfige Ergebnisse: Ergebnisse aus anderen Kreisen und Städten Kreistagswahlergebnisse Kreis Grevenbroich: Zentr. 6315(12 Sitze), Soz. 477(1 Sitz) Kommunisten 1342(2 Sitze), Bauernliste 1529(3 Sitze), Ver. Rechtsparteien 1190(2 Sitze), Kriegsopfer und Landleute 1154(2 Sitze), Mittelstandsliste 703(1 Sitz), Ver. Mittelstandsliste 991(2 Sitze). Die Wahlbeteiligung betrug 43 Prozent. Kreis M.Gladbach: Zentrum 11 857(18 Sitze)(20), Soz. 1516 (2),(2), Kommunisten 2586(4)(2), Bürg.=Wirtschaftl. Arbeitsgemeinschaft 2732(4)(4). Sparerbund 28. Kreis Kempen: Zentrum(Wolters) 18 884, Zentrum(Kloos 3615, Soz. 3225, Komm. 1022, Wirtsch. Schwache 1174, Mittelst. 1649, Welters und Girmes 1574. Kreis Geldern: Zentrum 17 154(20 Sitze), Soz. 1125(1 Sitz) Volksp. und Deutschn. zusammen 2165(3 Sitze), Kommunisten 481(1 Sitz), Bürgerliste 1166(1 Sitz). Kreis Mörs: Zentrum 17 284, Soz. 7893, Volksp. 4934, Deutschnat. 9140, Kommunisten 5059, Demokraten 893, Christl.Soz. 197, Deutschvölk. 416, Polen 315, Bauern und Winzer 38, Sparerbund 1287, U.S.P. 58, Wirtschaftsp. 2060. Kreis Cleve: Zentrum 15522, Soz. 1782, Volksp. und Deutschn. zusammen 2198, Kommunisten 845, Demokr. 539, Bürgerl. Liste 1019. Landkreis Düsseldorf: Zentrum 12677, Soz. 2852, Volksp. 2043, Dtsch. 3930, Kommunisten 5427, Demokr. 721, Dtschvölk. 240, Sparerbund 699, Wirtschpt. 1847.(An der Wahl beteiligten sich 43 Proz. der Wahlberecht.) Landkreis Solingen: Zentrum 9490, Soz. 5884, Volksv. 5681, Deutschnat. 2693, Kommunisten 16 231, Demokr. 1510, Christl.Soz. 1743, Sparerbund 2258 Wirtschaftspt. 3124. Kreis Mettmann: Zentrum 6092, Soz. 5480, Volksp. 3901, Dtsch. 5540, Kommunistén 6476, Demokr. 1472, Wirtschpt. 2119, Kronenberg 410. Westfälischer Provinziallandtag (Die in Klamemen beigefügten Zahlen geben die Zahl der bei den letzten Reichstagswahlen abgegebenen Stimmen an. Bei Vergleichen mit den heutigen Wahlergebnissen ist jedoch die wesentlich geringere Wahlbeteiligzung des heutigen Tages in Betracht zu ziehen.) 1 Der chinesische Bürgerkrieg Vor dem Sturz der Pekinger Regierung. tu. Berlin, 30. Nov.(Drahtb.) Wie das Berliner Tageblatt aus Peking meldet, veranstalten unter Begleitung von Soldaten Fengjuhsiangs Studenten und Arbeiter eine Demonstration, die die Abdankung der Regierung des Marschalls Tuan fordert. Die Polizei und die Regierungstruppen sahen der Demonstration untätig zu. Marschall Tuan hat seine Antwort zugesagt. Unterdessen sind einige Minister und Freunde Tschangsolins bereits geflüchtet oder von den Soldaten Fengs verhaftet. Mit besonderem Eifer wird nach dem Finanzminister gefahndet. Der Sturz der Regierung des Marschalls Tuan wird in kurzer Frist erwartet. Der syrische Krieg Schwere Kämpfe. n. Jerusalem, 30. Nov.(Drahtb.) Im südlichen Syrien sind außerordentlich schwere Kämpfe ausgebrochen. Von Hermon bis Litani ist ein einziges Schlachtfeld. Französische Flugzeuge belegten alle von den Drusen besetzten Dörfer mit ben. Rascheya, das die Franzosen zurückerobert hatten, erwies sich als unhaltbar und mußte am 26. November wieder aufgegeben werden. Die Zuspitzung der Mossulfrage Drohender Krieg zwischen England und der Türkei. tu. London. 30. Nov.(Drahtb.) Wie aus Konstantinopel berichtet wird, hat das türkische Kabinett unter dem Vorsitz von Mustapha Kemal Pascha entschieden, daß die Türkei eine Zwangsarbitrage seitens des Völkerbundes ablehnen werde. Der türkische Außenminister reiste Samstag nach Genf ao, wo er vermutlich das Völkerbundssekretariat von dieser Entscheidung unterrichten wird. Der diplomatische Korrespondent des Daily Herald berichtet, daß die Möglichkeit eines Krieges mit der Türkei seitens der britischen Regierung bereits ernsthaft in Erwägung gezogen worden sei. Ein Krieg mit der Türkei um den Besitz der Oelfelder um Mossul wird in London durchaus für möglich gehalten. Dies sei eines der Themata gewesen, die gelegentlich des Besuches de Jouvenels in London mit Chamberlain und Emery erörtert worden seien. Dann sei die französische Mitarbeit im Falle eines Krieges von größter Bedeutung. Am Vorabend der Unterzeichnung Hindenburg und der Reichsrat stimmen zu- Luther und Stresemann unterwegs- Alles für den Rücktritt der Regierung vorbereitet- Besatzungsfragen Der Krieg in Marokko Allgemeine Ruhe. ru. Paris, 30. Nov.(Drahtb.) In einem längeren Artikel zu der Marokkofrage betont Figaro, daß nahezu sämtliche europäischen Truppen das Land verlassen hätten und die Front von 100 000 eingeborenen Soldaten gehalten werde, denen etwa 120 000 Rifleute gegenüberständen. Bei der gegenwärtigen Wetterlage ruhe die Kampftätigkeit auf beiden Seiten. Auf der Rifseite habe sogar das seit sechs Monaten unterbrochene normale Berufs= und Erwerbsleben wieder eingesetzt. Das Blatt weist die Möglichkeit weiterer Kämpfe nicht von der Hand. Abd el Krim habe sein Prestige noch keineswegs eingebüßt. Frankreich könne jedoch nicht daran denken, zu einer Eroberung des Rifs zu schreiten, da die Zone durch Verträge mit Spanien zugewiesen worden sei, und man müsse vorerst Abmachungen mit diesem Lande zum Zwecke eines gemeinsamen Vorgehens treffen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kommt das Blatt auf die Haltung der Eingeborenen zu sprechen, die sich in den jetzt von den Franzosen okkupierten Teilen befinden. Es meint, daß die numerische Schwäche der französischen Kräfte Schuld daran trage, wenn viele Stämme, durch Drohungen der Rifleute eingeschüchtert, mit diesen gemeinsame Sache machten. Frankreich müsse durch die Stärke seiner Truppenmacht den Eingeborenen das notwendige Vertrauen einflößen, dann würden sie nicht nur eine neutrale Haltung einnehmen, sondern den Franzosen sogar wertvolle Dienste leisten. * Angola soll deutsche Kolonie werden? England nicht dagegen. r. Paris, 30. Nov.(Drahtb.) Nach einer Drahtmeldung der Chicago Tribune aus Lissabon nimmt man an, daß Deutschland die portugiesische Kolonie„Angola“ übergeben werden wird. Dies erregt bei den Portugiesen Entrüstung. Man hält aber an diesem Gerücht, weil es zu der Zeit auftauchte, in der der Skandal mit der Angola=Bank bekannt wurde. Die portugiesische Regierung berief ihren Gesandten ab, weil dieser in den Bankskandal verwickelt war. Die Chicago Tribune fügt dieser Drahtmeldung hinzu, daß Angola schon seit Jahren auf dem Markte angeboten werde. England selbst wünschte die Kolonie nicht und wende sich auch nicht dagegen, daß andere Großmächte sich in diesem Teil von Afrika festsetzen. Nach dem Abschluß des Locarno=Paktes sei England zweifellos froh, wenn Angola an Deutschland falle. Auf der nächsten Tagesordnung des Völkerbundes werde die Sache noch durchsprochen werden, weil erst Deutschlands Eintritt in den Völkerbund abgewartet werden solle, doch sei kein Zweifel, daß wegen der Uebertragung der Kolonie zwischen den Alliierten und Deutschland bereits informatorische Besprechungen stattgefunden haben. Geßler und die Demokraten bb. Berlin, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Wie wir hören, wird sich die demokratische Reichstagsfraktion in einer ihrer nächsten Fraktionssitzungen sehr eingehend mit dem Fall des Reichswehrministers Geßler beschäftigen, gegen dessen Wiederberufung in die neue Regierung von linksstehender Seite planmäßig gearbeitet wird. Die demokratische Reichstagsfraktion dürfte sich voraussichtlich auf den Standpunkt stellen, daß Dr. Geßler nicht als ihr Vertrauensmann in der Regierung zu gelten hat und daß er auch im Falle einer Beteiligung der Demokraten am neuen Reichskabinett nichtalsdemokratischer Minister zu gelten habe. Im übrigen aber wollen die Demokraten keineswegs verlangen, daß Dr. Geßler aus der neuen Regierung ausgeschlossen wird, da sie der Meinung sind, daß die sozialdemokratischen Angriffe gegen ihn nicht genügend begründet seien, um ihm ein offenes Mißtrauensvotum auszusprechen. Unterzeichnung des Locarnogesetzes durch Hindenburg tu. Berlin, 28. Nov. Wie die„Telegraphen=Union“ erfährt, hat der Reichspräsident Samstag mittag die Unterzeichnung des Freitag vom Reichstag angenommenen Locarno=Gesetzes vorgenommen, wodurch das Gesetz nach Veröffentlichung im Reichsgesetzblatt Rechtskraft erhält. Die Zustimmung des Reichsrats Berlin. 30. Nov.(Drahtb.) Der Reichsrat beschloß in öffentlicher Vollsitzung mit 49 gegen 15 Stimmen von dem im Reichstag angenommenen Gesetzentwurf über die Zustimmung zu den Locarno=Verträgen und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund Kenntnis zu nehmen, ohne Einspruch zu erheben. Gegen diesen Beschluß stimmten Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Niederschlefien, Bayern und Mecklenburg=Schwerin. Abfahrt der deutschen Delegation nach London tu. Berlin. 29. Nov.(Telunion.) Samstagabend um halb 9 Uhr sind der Reichskanzler Dr. Luther und der Reichsaußenminister Dr. Stresemann in Begleitung der Staatssekretäre von Schubert und Kempner sowie eines kleinen technischen Personalstabes nach London abgereist. Der bevorstehende Rücktritt des Reichskabinetts bb. Berlin, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Wie wir hören, hat Reichskanzler Dr. Luther vor der Abreise nach London alle Formalitäten des bevorstehenden Rücktritts des Reichskabinetts mit dem Reichspräsidenten von Hindenburg besprochen. Nach der Rückrittserklärung des Kabinetts wird Reichspräsident von Hindenburg zunächst die Parteiführer empfangen, die er um nähere Vorschläge über die Neubildung der Regierung ersuchen wird. Im Anschluß daran werden die Reichstagsfraktionen zusammentreten, um sich mit der Regierungsfrage zu beschäftigen. In den parlamentarischen Kreisen erwartet man, daß am kommenden Sonntag die ersten interfraktionellen Verhandlungen zwischen den in Frage kommenden Parteien stattfinden werden. Führende volksparetiliche Politiker halten es für höchst wahrscheinlich, daß der Reichspräsident den Reichskanzler Dr. Luther wieder mit der Kabinettsbildung betrauen wird. Die Verminderung der Besatzungsiruppen bb. Berlin, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Ueber die Frage der Besatzungstruppen im Rheinland wird heute von zuständiger Seite mitgeteilt, daß infolge der bevorstehenden Räumung der 1. Zone und der Verminderung der Truppen in den besetztbleibenden Gebieten gegenwärtig eine Truppenumlandwirtschaftlichen Schulen in zehn Stücken einzureichen. Ferner bringt der Minister in Erinnerung, den Voranschlägen Nachweise über den Vermögensstand der Kammern einschließlich der von ihnen unterhaltenen Anstalten usw. beizufügen. Die Staatsbeihilfen für die Landwirtschaftskammern tu. Berlin, 30 Nov.(Drahtb.) Um die Landwirtschaftskammern möglichst schnell in den Besitz der Staatsbeihilfen zu setzen, macht der preußische Landwirtschaftsminister in einem Runderlaß auf die Notwendigkeit aufmerksam, daß die Beihilfenanträge aller Kammern spätestens am 1. Febr. jedes Jahres im Ministerium vorliegen. Gleichzeitig mit den Beihilfenanträgen sind, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, bis zum 1. Januar j. J. die Haushaltspläne der Kammervermaltung sowie die Sonderpläne der selbständigen Inn und der Gesamthaushaltsplan für die Bauernbewegung Steuertermine der Kreisbauernschaft Kempen. In der Zeit vom 3. bis zum 13. Dezember hält die Kreisbauernschaft in verschiedenen Orten Steuertermine ab. Die Einzelheiten sind aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Aus aller Welt Berlin, 30. Nov. Der in Berlin=Wilmersdorf wohnende Wilhelm Piel wurde plötzlich von drei unbekannten Männern überfallen. Als Piel seinen Hund auf einen seiner Gegner hetzte, zog ein anderer einen Revolver, schoß und verletzte Piel so schwer, daß er im Krankenhaus starb. Die Polizei ermittelte die Leute, darunter den Schneider Karl Haupt aus Wilmersdorf, der bei der Schlägerei eine schwere Schädelverletzung davongetragen hat und den verhängnisvollen Schuß abgegeben haben soll. Danzig, 30. Nov. Wie die Danziger Zeitung meldet, ist im Hafen von Gdingen(polnisch) ein dort im Betrieb befindlicher Kran in die See gesturzt, wobei vier dänische Staatsbürger den Tod fanden. Venlo, 30. Nov. Wie berichtet wird, brach in dem bei dem Dorf Venray gelegenen Franziskanerkloster während der Abendandacht ein Brand in der Bibliothek aus, der sich innerhalb kurzer Zeit auf den gesamten Gebäudekomplex ausdehnte. Das gesamte Kloster mit der Kirche wurde ein Raub der Flammen Die in dem Kloster befindlichen Wertsachen gingen verloren, vor allem die kostbare Bibliothek. Amsterdam, 30. Nov. Blättermeldungen zufolge macht man sich auf der Insel Terschelling große Sorge über das Schicksal des dort stationierten Lotsenschoners der Marine. Der Schoner fuhr am Dienstagmorgen von der Insel ab. Seit dieser Zeit fehlt jede Nachricht von dem Schiff und der Bemannung. Man hält es daher beinahe für sicher, daß der Schoner dem schweren Sturmwetter der letzten Tage mit Mann und Maus zum Opfer gefallen ist. Die Bemannung des Schiffes bestand einschließlich des Kapitäns aus 13 Personen. Ein von der Lotsenbehörde ausgeschickter Schleppdampfer sowie zwei Torpedoboote und ein Polizeifahrzeug sind zwecks Nachforschungen von Terschelling abgegangen. Helder, 30. Nov. Ueber den in den Hafen von Nieuve Diep eingeschleppten deutschen Dampfer Irmgard, der von dem schweren Sturm in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag sehr mitgenommen worden war und der aus eigener Kraft keinen Hafen mehr erreichen konnte wird berichtet, daß 2 Leute der Besatzung ums Leben gekommen sind. Die Irmgard war mit einer großen Ladung Holz von Königsberg nach London unterwegs. Gerichtssaal Die Büdericher Viehdiebstähle vor Gericht. Moers, 29. Nov. Wegen einfachen und schweren Diebstahls hatten sich die Landwirte H. und Th. H., beide aus Rheinberg, zurzeit in Haft, zu verantworten. Hermann H. hatte im Sommer v. J. und im August d. J. zwei Kühe und ein Rind aus den Weiden bei Büderich abgetrieben und auf seinen Hof gebracht. Zwei der Tiere hatte er verkauft, während das dritte dem Eigentümer zurückgegeben wurde. In der Nacht zum 22. Oktober d. J. überstiegen beide Beschuldigte eine andere Weide, durchschnitten die Zäune und trieben zwei Rinder auf gruppierung größten Umfanges stattfindet. Diese Umgruppierung ist verbunden mit Vorbereitungen für die neuen Quartiere der Engländer in Wiesbaden. Im Zusammenhaug mit der Umgruppierung sind im Auswärtigen Amt und bei anderen Regierungsstellen Telegramme eingelaufen, die über eine drohende Vermehrung der Quartierlasten sich beklagen. Diese Schwierigkeiten sind zum Anleß von diplomatischen Schritten genommen worden, und es hat sich in fast allen Fällen herausgestellt, daß diese Besorgnisse unbegründet waren, da es sich lediglich um unbestütigte Nachrichten oder um Aeußerungen von Stellen handelt, die über die wirkliche Lage nicht voll unterrichtet waren. Es wird wiederholt, daß die Zusagen der Regierungen der Besatzungsmächte dahin gehen, daß die verbleibende Truppenzahl in ihrer Gesamtheit wesentlich, und zwar annähernd auf die Stärke der deutschen Friedensgarnisonen herabgesetzt werden soll. Es besteht gegenwärtig kein hinreichender Grund daran zu zweifeln, daß diese Zusage gehalten werden wird. Selbstverständlich wird die Regierung sich angelegen sein lassen, Klagen von bestimmten Orten, soweit möglich, entgegenzunehmen und ihnen nach Möglichkeit abzuhelfen versuchen. Es ist eine der wichtigsten und dankbarsten Aufgaben des neuen Reichskommissars, in Zusammenarbeit mit den Besatzungsstellen dafür zu sorgen, daß die Zusage der Alliierten erfüllt wird bzw. daß die noch verbliebenen Besatzungslasten für die Gemeinden als möglich erträglich gestaltet werden. Die Besorgnisse einer vermehrten Besetzung von Koblenz und Jülich sind absolut unbegründet. Bis 31. Dezember geräumt tu. Berlin, 20. Nov.(Drahtb.) Wie die„Vossische Zeitung“ aus Bonn meldet, verhandeln die deutschen Behörden bereits mit der französischen Besatzung über die Verwendungsmöglichkeit des eventuell zurückbleibenden Materials. Als Endtermin der Räumung wird französischerseits der 31. Dezember genannt. Die Stärke des belgischen Besatzungsheeres tu. Verlin, 30. Nov.(Drahtb.) Die Morgenblätter melden aus Paris: Wie der Brüsseler Berichterstatter des Temps meldet, wird das belgische Besatzungsheer nach der Räumung der Kölner Zone bestehen aus drei Regimentern Infanterie, zwei Regimentern Artillerie, einem Regiment Kavallerie, einem Pionierbataillon, Train und Militärbeamten, im ganzen aus 9000 (gegenüber bisher 17 500) Mann. Die Besatzungszone wird in Zukunft den Bezirk Aachen mit Ausnahme des von den Franbesetzen zosen besetze Düren umfassen. Im Zeichen des k. Köln, 30. Nov.(Telunion.) Wie die Kölnische Zeitung aus Bitburg meldet, beabsichtigt die französische Besatzung, zwischen Meserich und Wolfsfeld, also auf dem fruchtbarsten Gebietsstreifen der Südeifel, einen Flugplatz einzurichten. Damit würden selbstverständlich für das Nimsthal und die Stadt Bitburg große Einquartierungslasten verbunden sein. Landrat Loennartz(Bitburg) ist sofort nach Bekanntwerden dieser Absicht nach Verlin gereist, um diesen schweren Schlag von der Südeifel abzuwenden. die Weide des Hermann H., wo sie später gefunden wurden Das Urteil lautete gegen Hermann H. wegen drei einfacher und eines schweren Diebstahls auf eine Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis und gegen Theodor H. wegen schweren Diebstahls auf eine solche von 6 Monaten. 1 Monat wurde bei beiden durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Dem Hermann H. wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren aberkannt. Theodor H. soll von seiner Strafe noch 2 Monate verbüßen. Der dann noch verbleibende Rest soll nach dreijähriger guter Führung erlassen werden. Räuberbande. wl. Neuwied, 28. Nov. Vor dem hiesigen Gericht stand gestern eine Anzahl Personen aus Bendorf, denen in 17 verschiedenen Fällen Einbruchsdiebstähle zur Last gelegt wurden. In der Hauptsache hatten es die Beteiligten auf Postämter, Stationskassen usw. abgesehen. So wurden ihnen Einbrüche bei den Postämtern in Engers und Siershahn und ferner eine ganze Anzahl Einbrüche in Schiffahrtsagenturen und Geschäfte auf dem Westerwald nachgewiesen. Die Täter konnten erst gefaßt werden, als sie im Januar dieses Jahres nachts einen Einbruch in der Güterstation in Engers verübt hatten und dort einen eisernen Geldschrank mit 17 000 A Inhalt auf einem Schubkarren wegtransportieren wollten. Das Gericht naym Bandendiebstahl an und verurteilte die beiden Haupttäter, ein Brüderpaar, zu je 5 Jahren Zuchthaus. Drei Helfershelfer kamen mit Gefängnisstrafen von sechs bis neun Monaten davon. Die Haftentlassung der Gräfin Bothmer abgelehnt. tu.Verlin, 30. Nov. Die Strafkammer des Landgerichts Polsdam hat sich am Sonnabend mit dem von der Verteidigung der Gräfin Bothmer eingereichten Haftentlassungsantrag befaßt und nach längerer Beratung beschlossen, den Antrag abzulehnen. Die Strafkammer, die unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Hellwig tagte, stellte, sich in der Begründung dieses Beschlusses auf den Standpunkt, daß immer noch eine Verdunklungsgefahr in dieser Affäre bestehe. Gleichzeitig wurde der Termin für die Berufungsverhandlung endgültig auf Montag, den 14. Dezember, anberaumt. Wie wir hören, wird die Verteidigung der Gräfin Bothmer voraussichtlich gegen diese Entscheidung der Strafkammer Haftbeschwerde beim Kammergericht einlegen. Staatsanwaltsberufung gegen das Bothmer=Urteil. Verlin, 30. Nov. Wie wir hören, hat jetzt auch die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Großen Schöffengerichts in Potsdam in der Angelegenheit der Gräfin Bothmer Berufung eingelegt, offenbar wegen des großen Unterschiedes zwischen dem Urteil und dem beantragten Strafmaß, und nach Angeklagte selbst Berufung eingelegt hat. Die Staatsanwaltschaft will namentlich wegen des letzteren Umstandes nunmehr auch ihrerseits das Urteil anfechten. Die Tempelhofer Kassenräuber. tu. Berlin. 30. Nov. Wie erinnerlich, war unlängst die Gemeindekasse von Tempelhof ausgeraubt worden, wobei den Tätern 3000 A Bargeld in die Hände fiel. Gegen die Schuldigen wurde heute das Urteil gefällt. Die vier Haupttäter erhielten fünf und drei Jahre Zuchthaus, bezw. je ein Jahr zwei Monate Gefängnis, zwei weitere sechs Monate Gefängnis. Hochverratsprozeß gegen Kommunisten. tu. Leipzig, 30. Nov. Vor dem Staatsgerichtshof zum Schage der Republik unter dem Vorsitz des Reichsgerichtsrates Lorenz begann am Freitag nachmittag ein Hochverratsprozeß gegen den Maurer und Stadtverordneten Otto Günther aus Hamm in Westfalen und sieben Genossen aus Hagen in Westfalen. Sie waren des unbefugten Waffenbesitzes, des Spreugstoffverbrechens, der Verheimlichung von Waffenlagern und Sprengstoffen und wegen schweren Diebstahls angeklagt. Die Anklage richtete sich ursprünglich gegen eine größere Anzahl von Kommunisten, doch wurde das Verfahren, gegen eine Anzahl von ihnen auf Grund des Amnestiegesetzes eingestellt. In der Hauptsache handelt es sich um einen grovßen Waffendiebstahl, der im Juni 1924 in einer großen Waffenfabrik in Lippstadt ausgeführt wurde u. bei dem größere Mengen Revolver, Pistolen u. andere Waffen erbeutet wurden. Bei einer Haussuchung im Garten des Bruders des Angeklagten Ernst Bahr wurde eine Kiste gefunden, in der sich ein Zettel mit einem umfangreichen Verzeichnis von Waffen, Sprengstoffen usw. befand. Die in der Liste angegebenen Waffen, Handgranaten, Sprengkapseln usw. waren bereits beseite geschafft worden. Der Angeklagte Bahr gab an, daß er die Waffen von den Separatisten erhalten habe. Für den Prozeß sind mehrere Tage in Aussicht genommen. Das Urteil im hannoverschen Kommunistenprozeß. tu. Leipzig, 28. Nov. Im hannoverschen Kommunistenprozeß wurde das Urteil gefällt. Die Angeklagten werden nach den Paragraphen 5 und 6 des Sprengstoffgesetzes und nach den Paragraphen 4, 7 und 8 des Republikschutzgesetzes sowie wegen unbefugten Waffenbesitzes verurteilt, und zwar Ringleff zu 5 Jahren Zuchthaus und 500 A Geldstrafe; 1 Jahr, drei Monate und die Geldstrafe werden angerechnet. Klüver erhält 6 Jahre Zuchthaus und 600 A Geldstrafe; angerechnet werden 1 Jahr und die GeldstrafWestdeutschland wl. Bochum, 28. Nov. Auf der Zeche Prinzregent gerieten 2 Vergleute unter hereinbrechende Gesteinsmassen. Sie konnten nur als Leichen geborgen werden. Auf der Zeche Graf Schwerin wurden 3 Bergleute verschüttet. Von ihnen wurden zwei als Tote geborgen, während der dritte noch lebt. Auf der Zeche Konstantin der Große wurden 3 Bergleute verschuttet. Es ist bisher noch nicht gelungen, sie zu bergen. Sie sind aller Wahrscheinlichkeit nach tot. wl. Dortmund, 28. Nov. In der vergangenen Nacht wurde in das Pelzhaus Meier eingebrochen. Den Dieben fielen Pelzwaren im Werte von 15 000 A in die Hände. Vom Hochwald, 28. Nov. Die Wildschweinplage nimmt auf dem Hochwald immer größeren Umfang an. Dies geht zum Teil auf den letzten sehr milden Winter zurück, aber auch darauf, daß in den letzten Jahren keine Staatsprämien mehr ausgezahlt wurden, was bisher für die Jäger und besonders für die Forstbetriebsbeamten einen besondern Anreiz zum Abschuß von Wildschweinen bedeutete. Jetzt hat der Staat diese Prämien wieder in Aussicht gestellt, was von der Landbevölkerung sehr lebhaft begrüßt wird. Von gutem Erfolg bei der Schwarzwildbekämpfung sind auch die Polizeijagden, die in den letzten Jahren allerdings kaum noch abgehalten wurden. Welchen Schaden die Wildschweine oft anrichten, geht daraus hervor, daß auf einem kleinen Acker allein über 30 Zentner Kartoffeln ausgemacht und vertilgt worden sind. Trier, 28. Nov. Gewaltige Schneemassen sind gestern in der Trierer Gegend niedergegangen. Auf dem Hochwald liegt der Schnee stellenweise meterhoch, so daß der Verkehr zwischen den Dörfern vielfach fast unmöglich geworden ist. Es müssen Fuhr= und Gehwege herausgeschaufelt werden. Zahlreiche Autos sind in den Schneemassen steckengeblieben. Die aus der Eifel kommenden Personenzüge treffen teilweise mit ein= bis dreistündiger Verspätung ein. Vom Niederrhein Boenning über, die ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Nach dem Eintreffen der benachbarten Feuerwehren konnte das Feuer auf die beiden Brandstellen beschränkt werden. Issum, 30. Nov. Auf dem Gehöft des Ackerers F. erkrankten vier Personen an Typhus. Die Milchlieferung dieses Gehöftes wurde sofort eingestellt. Die Erkrankten wurden ins Hospital geschafft. wl. Goch, 30. Nov. Nach einer Verfügung der Oberpostdirektion in Düsseldorf soll mit Ablauf des 30. November der Kraftpostbetrieb auf der Linie Goch—Grunewald infolge der schlechten wirtschaftlichen Ergebnisse dieser Linie, die weit unter den Selbstkosten geblieben sind, eingestellt werden. wl. Calcar, 30. Nov. Ab 1. Dezember befördert die deutsche Reichspost auf ihren Kraftpostlinien in Richtung Calcar— Neeserschanz—Uedem—Kevelaer Poststückgüter bis zum Einzelgewicht von 30 kg. Ladestellen sind die Postämter, Postagenturen und Posthilfsstellen an den Postkursen. Mülheim=Ruhr, 28. Nov. Das bei dem Hochwasser an der Ruhr an der Schleuse in Styrum gesunkene Rotorschiff ist nunmehr wieder gehoben worden. Das Schiff wies nur geringen Schaden auf, so daß die Ausbesserung in einigen Tagen beendet sein wird. Das Rotorschiff wird nach der Ausbesserung die geplante Weltreise antreten und von Hamburg auslaufen. wl. Duisburg, 30. Nov. Die Autobuslinie 19 vom Königsplatz über Neudorf und Hochfeld zur Werthauser Fähre wird wegen Unrentabilität Ende dieses Monats eingestellt. wl. Essen, 28. Nov. Nach Mitteilung des Landesarbeitsamtes Westfalen und Lippe betrug die Zahl der arbeitslosen Bergarbeiter Anfang November 23 523. Da allein im Monat November sich diese Zahl um ca. 4000, d. h. ca 18 Proz. erhöht hat, dürfte die Zahl der Anfang Dezember im Ruhrrevier arbeitslosen Bergarbeiter mit 26 000 nicht zu hoch gegriffen sein. Düsseldorf, 30. Nov. Ueber Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage in der Rheinprovinz berichtet das Landesarbeitsamt: Die Kurve des Arbeitsmarktes ging in der vergangenen Woche scharf nach unten. Schon seit Juli war es klar, daß man mit einem Abbröckeln auf dem Arbeitsmarkt der Eisen= und Stahlindustrie rechnen mußte. Dieser Personalabbau ging bis vor kurzem ziemlich schrittweise und langsam vor sich, um setzt in der letzten Zeit ein Tempo zu erreichen, wie man es selbst auf dem Arbeitsmarkt der Nachkriegszeit, der außerordentlichen Schwankungen unterworfen war, kaum erlebt hat. Die Entlassungen in der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden Industrie machen fast einen panikartigen Eindruck. Es ist gewiß damit zu rechnen, daß zur Anpassung der Produktion an den Absatz, ein gewisser Teil der Betriebe stillgelegt bleibt, aber die Behauptung, daß die jetzigen Entlassungen in vollem Umfang zu einem dauernden Zustand führen werden, dürfte doch übertrieben sein. Es werden hier und da größere Aufträge gemeldet und es besteht die Hoffnung, daß das Pendel, das jetzt auzusehr in die Krissis ausgeschlagen ist, in absehbarer Zeit wieder zurückschwingt. Auch auf dem bergbaulichen Arbeitsmarkt stehen noch neue Entlassungen bevor. Die große Erwerbslosigkeit hat dazu gezwungen, den Beitrag zur Erwerbslosenfürsorge heraufzusetzen. In Preußen war bisher 1 Prozent als Höchstsatz festgesetzt. Er ist jetzt auf 1¾ Prozent erhöht worden. Es ist gewiß bedauerlich, daß die Wirtschaft jetzt in der Zeit einer scharfen Krisis stärker belastet werden muß, aber die Erhöhung ist nicht zu umgehen, da die Resernen für Krisenzeiten zu klein gehalten wurden. Fresser a) 30—38; Bullen a) 48—50, b) 40—45, c) 30—38; Kälber b) 80—85, c) 70—75, d) 60—65, e) 50—55; Weidemastschafe a) 50 bis 55, b) 30—40; Schweine al 88—90. b) 86—88, c) 85—86, d)—, e) 80—84, f) 80—84. Marktverlauf: in allen Gattungen herrschte gerdrücktes Geschäft. tu. Köln, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Die vorstehenden Preise verstehen sich für das zum Schlacht= und Viehhof verbrachte Vieh. Die Erzeugerpreise ab Stall sind entsprechend billiger. tu. Dortmund, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 816 Rinder, 476 Kälber. 243 Weidemastschafe, 2506 Schweine. Preise: Ochsen a) 50—53, b) 40—49, c) 38—45, d) 30—37 Bullen a) 50—52, b) 40—49, c) 30—39. Kühe und Färsen a) 50 bis 53, b) 46—49, d) 35—45, e) 25—34, f) 15—24, Weidemastschafe a) 47—53, b) 22—46 Kälber b) 85—90, c) 75—84, d) 60 bis 74, e) 40—59, Schweine a) 87—88, b) 86—87, c) 83—85, d) 79-82, e) 75—78. Marktverlauf: in allen Gattungen schleppend. Husum, 29. Nov. Die Zufuhr zu den schleswig=holsteinischen Ferkel= und Jungschweinemärkten betrug in dieser Woche etwta 3700 Stück. Handel langsam. Es begangen: Ferkel: 4—6 Wochen 18—24. 6—8 Wochen 24—29, über 8 Wochen 29—40 A das Stück; nach Lebendgewicht: beste Ferkel 1—1,10, mittlere 0,90—1 M. geringere 0,80—0,90 M das Pfund; fette Schweine: beste Ware 83—85 Pfg., mittlere 80—82 Pfg., geringere 75—79 Pfg. das Pfund Lebendgewicht. Berlin, 28. Nov. Viehmarkt. Amtlicher Bericht. Auftrieb 2375 Rinder, 1523 Kälber, 6957 Schafe, 6431 Schweine, 60 Ziegen, 443 Auslandsschweine. Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig: Ochsen a) 52—56, b) 45—50, c) 40—43, d) 34—38, Bullen a) 50—54, b) 45—48, c) 40—43, Kühe a) 50 bis 54, b) 40—47, c) 30—38, d) 24—28, e) 20—22, Jungvieh 33—40, Kälber a)—, b) 80—90, c) 65—75, d) 50—60, e) 40—46, Schafe a) 47—52,, b) 35—42, c) 27—33, Weidemastschafe a) u. b)— Schweine a)— b) 92—93,„c) 89—91, d) 85—88, e) 80—84 f) — g) Sauen 82—86, Ziegen 20—25. Marktverlauf: Bei Rindern ziemlich glatt, bei Kälbern langsam, ausgesuchte Kälber über Notiz, bei Schafen und Schweinen ruhig. Produktenmärkte. Krefeld, 29. Okt. Herr A. Brussoff vom Botanischen Institut der Technischen Hochschule in Aachen schreibt zum Ulmensterben am Niederrhein: Die in der Krefelder Meldung enthaltene Behauptung, daß der Schädling, der dieses Sterben hervorruft, bis jetzt noch nicht entdeckt worden sei, entspricht nicht den Tatsachen, denn ich habe schon im Januar d. J. im Zentralblatt für Bakteriologie, Abt. 2, Bd. 63, eine Arbeit veröffentlicht, die von dem Urheber der Ulmenkrankheit handelt. Noch im Herbst vorigen Jahres ist es mir gelungen, einwandfrei nachzuweisen, daß die Ulmenkrankheit durch eine Vakterie hervorgerufen wird, die durch eine noch nicht ganz aufgeklärte Weise aus dem Boden in die Wurzeln der Bäume eindringt und von hier aus sich in den Gefäßen der letzten Jahresringe verbreitet. Die Pflanze reagiert darauf mit der Bildung einer braunen Substanz, durch welche die Gefäße verstopft werden, was die Unterbindung der Transpiration und das Vertrocknen der Blätter und Zweige und schließlich auch den Tod der Bäume nach sich zieht. Die Versuche, die ich im vergangenen Sommer unternommen habe, bestätigten meine vorjährigen Befunde vollkommen. Es ist also einwandfrei bewiesen, daß das Ulmensterben durch eine bakterielle Infektionskrankheit hervorgerufen wird. Meine Bemühungen sind jetzt darauf gerichtet, ein Mittel gegen diese Krankheit zu finden, um wenigstens ihrer weiteren Verbreitung einen Riegel vorzuschieben kl. Kaarst, 28. Nov. Unter dem Vorsitz des Jagdvorstehers, Bürgermeister Bergerfurth, fand gestern hier die Verpachtung von hier bis jetzt beschlagnahmten Jagdbezirken in einer Gesamtgröße von rund 3500 Morgen statt. Es wurde eine Durchschnittspreis von rund 1,60 M für den Morgen erzielt. Erkelenz, 28. Nov. Der Polizeibetriebsassistent Trebels von hier wurde vom belgischen Kriegsgericht in Aachen zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er einem belgischen Offizier gegenüber seiner Grußpflicht nicht nachgekommen sei(!). Heinsberg, 28. Nov. In der letzten Sitzung des Kreistages stand als erster Punkt die Frage der Errichtung der ländlichen Fortbildungsschule zur Beratung. Die Kreistagsabgeordneten Rektor Küger und Schriftleiter Wagner, stellen den Antrag, die Sache zu vertagen. Trotzdem die Verwaltung schon früher hierüber unterrichtet war, glaubte Landrat Classen doch auf sofortige Erledigung und Beschlußfassung drängen zu sollen, weil sonst der Winter schon zu weit vorgeschritten wäre. Offenbar infolge eines Mißverständnisses wurde dann der Vertagungsantrag abgelehnt. Nun machten die bäuerlichen Abgeordneten unter Führung des Herrn W. J. Krückel darauf aufmerksam, daß eine Beschlußfassung gar nicht möglich lei, weil nach dem Wortlaut des Gesetzes vor einer solchen Beschlußfassung erst die zuständige Berufsstandsvertretung gehört werden müsse. Daß dies nicht geschehen sei, konnte auch Landrat Classen nicht' in Abrede stellen. Er glaubte aber, daß es schon ein genügender Ersatz wäre, daß z. B. der Abg. Krückel in der Zeitung einen Artikel über die Fortbildungsschulfrage geschrieben hätte.(!) Diesen und andere Versuche, dem betreffenden Gesetzesparagraphen eine andere Auslegung und Bedeutung zu geben, als die Berufsstandsvertreter anerkennen konnten, empfanden die bäuerlichen Abgeordneten als eine Beeinträchtigung ihres Rechtes und ihres Rechtsempfindens. Entrüstet und empört verließen sie, wie die„Heinsberger Volkszeitung schreibt, die Kreistagssitzung. Die Abstimmung der Sitzung ergab, daß zwar der Antrag der Kreisverwaltung„im Prinzip“ angenommen war; die vorgelegten Statuten aber abgelehnt wurden, so daß anscheinend eine Tür ohne Klinke vorhanden ist. Die betreffenden Abgeordneten legten beim Bezirksausschuß eine entschiedene Verwahrung ein. wl. Homberg, 28. Nov. In einer Versammlung der Deutschen Volkspartei erklärte Bürgermeister Wendel auf eine Frage nach der Ursache des städtischen Defizits, daß der Fehlbetrag in der Hauptsache durch das Anschwellen der sozialen Ausgaben entstanden sei. Namentlich habe man die Volksküche zu lange bestehen lassen, deren Essen zuletzt nur noch als Viehfutter gebraucht worden sei. Die Deckung des Fehlbetrages ronne nur durch eine Steuerumlage erfolgen. Der Bürgermeister veranschlagte den Steuerbedarf des nächsten Etatsjahres auf 1 300 000 A gegen 1 200 000 en im laufenden Jahre. Hoerstgen(Kr. Moers), 28. Nov. Vorgestern abend brach in Tischlerei Buyken ein Großfeuer aus. Die Schreinerei mit sämtlichen Holzvorräten und Tischlereigeräten brannte niedas Feuer auf die Scheune des Landwirts Vom Eiermarkt. Wenn auch die Nachfrage infolge des bisher anhaltenden milden Wetters immer noch ruhig war, so dürfte jetzt, sofern das Frostwetter anhält, doch mit einem lebhaften Geschäft zu rechnen sein. Die Preise neigen allgemein nach oben und vereinzelt ließen sich Erhöhungen durchdrücken, doch ist bei erhöhten Preisen stets mit einer geringeren Konsumnachfrage zu rechnen. In der verflossenen Woche notierten im Engroshandel je Stück in Pfennig am: Berliner Markt 14—19, Sächsischer Markt 12—17, Oldenburger Markt 14—18, Schlesischer Markt 12—18, Süddeutscher Markt 12—17, Westdeutscher Markt 15—23. tu. Berlin, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Produktenmarkt. Weizen, märk. 245—248, Roggen, märk. 154—158, Sommergerste 189—213, Futtergerste 153—166, Haser 169—179, Mais loco Berlin 198—202, Weizenkleie 11,4—11,5, Roggenkleie 9,7—9,8, WeiWeize zenmehl 31—36, Roggenmehl 23—25¼, Viktoriaerbsen 25—32, Kleine Speiseerbsen 23—24, Futtererbsen 19½—20¼, Pelluschken 17—18, Ackerbohnen 20—21, Wicken 20—22, Lupinen, blau 113— 12¾. Lupinen, gelb 13—14, Seradella,alt 19—21, Rapskuchen 15 bis 15,4, Leinkuchen 23,2—23,4. Soigschrot 21—21,6. Trockenschnitzel 8—8½ Torfmelasse 7 8—8, Kurtoffelftotten 15,24.15,6" Tendenz ruhig. Amtlicher Wetterbericht Viehmärkte. pa Krefeld, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Auftrieb 2 Ochsen, 4 Bullen, 103 Kühe, 16 Kälber, 98 Weidemastschafe. Preise: Bullen b) 48, Kühe a) 53, b) 48—51, c) 39—42, Kälber b) 82—84, c) 65—75, d) 55—60, Weidemastschafe a) 40—43. Marktverlauf: in allen Gattungen langsam, geräumt. schl. M.Gladbach, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Auftrieb 1 Bulle. 10 Ochsen, 47 Kühe, 3 Rinder, 4 Kälber, 98 lebende Schweine(Oldenburger), 329 geschlachtete Schweine(holländische). Preise: Kühe b) 52—55, c) 43—46, d) 35—40, Schweine, lebende oldenburgische b) 93—95, c) 90—92, geschlachtete holländische Schweine b) 110—114, c) 105—109. Marktverlauf: Rinder sehr langsam, es blieb großer Ueberstand, Schweine langsam, Ueberstand. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht=, Markt= und Verkaufskosten, Umsatzsteuer, sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Als Unterschied zwischen Stall= und Marktpreisen sind bei Rindern 20 Prozent, bei Kälbern und Schafen 18 Prozent, bei Schweinen 16 Prozent angemessen. tu. Düsseldorf, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Marktverlauf: Für alle Gattungen mittelmäßig, beim Schluß abbröckelnd. tu. Essen, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Auftrieb 411 Rinder, 70 Ochsen, 210 Kühe und Färsen, 34 Bullen, 77 Fresser, 484 Kälber, 167 Weidemastschafe, 2852 Schweine. Preise: Ochsen a) 58—63, b) 54—56, c) 48—52, d) 40—45; Bullen a) 53—55, b) 48—51, c) 40—46; Kühe und Färsen a) 57—60, b) 52—54, d) 47—50, e) 40—45, f) 25—35; Fresser 37—44; Stallweidemastschafe a) 40—48, b) 30—36; Kälber a)—, b) 80—90, c) 60—75, d) 45—55; Schweine a) 89, b) 86—88, c) 84—86, d) 81 bis 83, e) 80—82, f 80—82. Marktverlauf: in allen Gattungen langsam. Altenessen, 28. Nov. Auf dem Schweinemarkt wurden im Großhandel gezahlt für Ferkel von 6—8 Wochen 20—26, von 8—12 Wochen 26—35, von 12—15 Wochen 35—45, für Faselschweine über 15 Wochen 45—75 M. Der Markt verlief langsam. tu. Elberfeld, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder 891, Ochsen 231, Bullen 93, Kühe und Färsen 548, Fresser 19, Schafe 116, Kälber 307, Schweine 2188, Preise: Ochsen a) 56—58, b) 53—55, c) 42—48, d) 36—40; Kühe und Färsen a) 54—56, b) 51—53, c) 40—46, d) 30—35, e) 20—30; obs. Aachen, 30. Nov.(Eig. Drahtb.) Die am Sonnabend über den dänischen Inseln liegende Depression ist ostwärts gezogen. Sie brachte zunächst noch stärkeren Schneefall und an ihrer Rückseite verstärkte sich bei kalter Nacht der Frost. Die heutigen Morgentemperaturen lagen in Westdeutschland bei 3—4 Grad. Im östlichen Deutschland sanken die Temperaturen sogar bis 8 Grad. Eine neue Depression ist vom Nordmeere nach den britischen Inseln vorgedrungen. Sie bedingt heute bei lebhaften südlichen Winden erneute Schneefälle. Es wird wohl zu Temperaturmilderungen kommen, aber für die Jahreszeit bleibt es weiter kalt. Vorhersage bis Mittwoch. Veränderlich mit Niederschlägen meist Schnee, Temperaturen ansteigend, für die Jahreszeit auch weiterhin zu kalt. Wasserstandsnachrichten. Hünningen 0.68, Kehl 1.56, Maxau 3.42, Mannheim 2.11, Mainz 0.11, Bingen 1.27, Caub 1.35, Koblenz 1.62, Köln 1.25. Krankenversicherung„Selbsthilfe“ für den Mittelstand. In vorliegender Ausgabe erscheint ein Inserat der„Selbsthilfe“=Krankenversicherung, auf das besonders hingewiesen sei. Wir erhalten dazu nachstehende Ausführungen: Von der Provinzial=Lebensversicherungsanstalt der Rheinprovinz wird seit Jahresfrist eine Krankenversicherung geleitet, die tagtäglich an Bedeutung zunimmt. Die Not der Zeit zwingt den verarmten Mittelstand— und dazu gehört ganz besonders der Landwirt— einer freiwilligen Krankenversicherung beizutreten, um evtl. die ungeheuere Last der Krankheitskosten in der Familie nicht allein tragen zu müssen. Wie oft ergeht der Ruf:„Wehre dich, Mittelstand!“. und wie selten wird mit diesem Rufe die Tat verbunden! Haus, Hof, Maschinen und dergleichen werden versichert, aber sich selbst gegen Krankheiten zu versichern unterläßt man vielfach aus mancherlei falschen Gründen, obwohl gerade davon keine Familie ganz verschont bleibt. Die zahlreichen Unfälle ganz besonders in der Landwirtschaft sollten hier zu denken Anlaß geben! Der Beitrag in der„Selbsthilfe" ist so zeitgemäß gesetzt, daß niemand die Kosten zu scheuen braucht. Für die gesamten Kinder einer Familie bis zum 18. Lebensjahre wird beispielsweise nur ein minimaler Veitrag gezahlt bei voller Leistung für jedes Kind. Die Aufnahmen sind von der Geburt an bis zum 60. Lebensjahr zulässig. Mehrere einflußreiche Führer der Landwirtschaft sind bereits der„Selbsthilfe“ beigetreten, weil sie die Notwendigkeit einer solchen Versicherung erkannt haben. An den Landwirten selbst liegt es nun, sich durch Beitritt vor großen Gefahren zu schützen. In allen Bürgermeistereien befinden sich Vertreter. Man wende sich evtl. zwecks Auskunft an die Geschäftsführer der Provinzial=Feuerversicherungsanstalt. Erspartes Geld ist auch verdient! Jeder Pfeifenraucher, dem es darum zu tun ist einen billigen und trotz dem billigen Preise hochfeinen Rauchtabak zu erhalten, sollte mit den Rauchtabaken eine Probe machen, welche die bekannte Rauchtabak=Fabrik Emil Köller in Bruchsal i. Baden in den Handel bringt. Diese Firma ist in Raucherkreisen sehr beliebt, infolge streng reeller und solider Bedienung und die verschiedensten Sorten Rauchtabak finden allgemein den größten Beifall. Die vielen freiwillig bei der Firma eingehenden Anerkennungen von Rauchern aus allen Berufszweigen beweisen, daß in jeder Preislage das Beste geboten wird und es kann jedem Raucher mit gutem Gewissen empfohlen werden, bei Bedarf eine Probe mit den Rauchtabaken der bestens renomierten Rauchtabakfabrik Emil Köller in Bruchsal in Baden zu machen. Versteigerung eines Ackerhofes in Mörs-Vinn. Erbteilungshalber wird der unterzeichnete Notar am Samstag, den 12. Dezember 1925, nachmittags 2 Uhr. in der Wirtschaft Ramacher in Mörs-Vinn den in Mörs-Vinn, Vinnbusch Nr. 115 gelegenen Hasenkamphof, groß etwa 60 Morgen, fast ganz zusammenliegend, gutes Acker- und Weideland, geteilt und im Ganzen mit aufstehenden guterhaltenen Wohn- u. Wirtschaftsgebäuden auf Kredit gegen gute Bürgschaft öffentlich meistbietend unter ortsüblichen Bedingungen versteigern. Besitzantritt für Gebäude und einen Teil der Grundstücke nach Uebereinkunft auch sofort, für den Rest am 1. April 1926. 4624 Mörs. Dr. Giese, Notar. Nreisbauernschaftlempen Steuertermine Donnerstag, den 3. 12, von 8 bis 12 Uhr in Süchteln bei Neetix, von 2 bis 6 Uhr in Vorst bei Terwyen. Freitag, den 4. 12. von 9 bis 12 Uhr in Grefrath bei Joosten, von 2 bis 5 Uhr in Oedt bei Recken. Samstag, den 5. 12. ½9 bis 12 Uhr in Breyell bei Böllhoff, von 2 bis 5 Uhr in Kaldenkirchen bei Küppers. Montag, 7. 12. von 9 bis 4 Uhr in Bracht bei Hauser, von 9 bis 4 Uhr in Lüttelbracht bei Lankeshofer. Dienstag, den 8. 12. von 9 bis 4 Uhr in Hüls bei Schäfer, von 9 bis 4 Uhr in St. Hubert bei Louven. Donnerstag, den 10. 12. 9 bis 4 Uhr in St. St. Tönis bei Rixen, 9 bis 4 Uhr in Lobberich bei Krings. Freitag, 11. 12. 9 bis 4 Uhr in Amern bei Caspers, 9 bis 4 Uhr in Waldnielerheide bei Windhausen. Samstag, den 13. 12. 8 bis 6 Uhr für Dülken und Boisheim an der Geschäftsstelle. Während der Termine bleibt die Geschäftsstelle geschlossen. 01031 Neben den Unterlagen über die genaue Größe des Hofes sind auch solche über alte Hypotheken, welche der Aufwertung unterliegen, mitzubringen. Die Mitgliederkarte für 1926 ist vorzuzeigen. Die Geschäftsstelle. Neuzeitlich eingerichtete I. für Automobile und Wagen von 0163 Heinrich Hüsters, Geldern Westwall 65 Fernrui 27 Westwall 65 Geschäftsgründung 1877 Bekanntmachung Wie hier bekannt geworden ist, sind in letzter Zeit vielfach Abholzungen von Baum- und Waldbeständen vorgenommen worden, ohne daß hierzu die nach dem Baumschutzgesetz vom 29. 7. 1922 erforderliche Genehmigung des Ruhrsiedlungs-Präsidenten nachgesucht bezw. erteilt worden ist. Nach dem vorgenannten Gesetz unterliegen alle in Wald- und Bäumbeständen vorzuneh mende Veränderungen(Abholzungen, auch von einzelnen Bäumen, Rodungen und Veränderungen, die auf den Baumbestand von Einfluß sind) der vorherigen Genehmigung. Die Anträge sind bei der Polizeibehörde zu stellen. Indem ich nochmals auf das genannte Gesetz hinweise, mache ich die Bevölkerung darauf aufmerksam, daß dieses Gesetz schwere Strafen(evtl. doppelter Wert der gewonnenen Erzeugnisse) vorsieht und daß in jedem Falle sofort polizeiliche Maßnahmen zur Verhinderung der ungenehmigten Abholzungen zur Anwendung gelangen. 01032 Sonsbeck, den 27. November 1925. Der Bürgermeister: Dr. Steves. Warum Gallensteine operiren wenn die Entfernung in zwei Tagen möglich ist.— Innere Leiden. 25-jähr. Erfahrung.— Fernruf 350. Kuranstalt Quisisana, Wesel. In Goch, Zweibrücker Hof, Donnerstags 11- 12½ In Geldern, Gelderstr. 18, (Haeffs) Donnerstags 3—7. In Wesel, Zaunpfähle aus alten Grubenschienen, Länge und Lochung nach Wunsch, jede Menge prompt lieferbar. Hermann Sprenger G. m. b. H., Eisengroßhandlung und Abbruchunternehmung. S4612 Essen, Auf der Donau 43, Telefon 134, 135, 10150/52. für Saat sowie Kultivierung von Oedland jeder Art mit Motorpilügen bei konkurrenzlos billigster Berechnung. 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Petermann-Werke, Aktiengesellschaft, S4521 Warendorf i. Westf. „Selbsthilfe“ Nrankenversicherung für den Mittelstand u. 6. Provinzialdirektion für die Rheinprovinz: Düsseldorf,- Elisabethstr. 11. Anmelde- und Auskunftstellen: Bezirksinspektion: Krefeld, Gerberstrasse 9 Telefon Nr. 23594 Kreisvertreter: H. Eicks, in Mörs Rhein, Telefon Nr. 742. Kreisvertreter: O. Molderings, in Geldern-Rh. „Telefon Nr. 264. Kreisvertreter: Ed. Mever. in Cleve-Rh. Spyckstrasse 111, Kreisvertreter: A. Hilbes, in M. Gladbach, Ferdinandstrasse 8. Kreisvertreter: M. Moortz, in Lobberich, Bahnstr. Kreisvertreter: P. Heckermann, in Gahlen, a. d. Lippe. Kreisvertreter: L. Teschers, in Kreseld, Blumenstrasse 157. Kreisvertreter: W. Beckers, in Odenkirchen, Freiheitstrasse 51. Kreisvertreter: W. Rütten, in Düsseldorf-Oberkassel, Burg-Alle 128 Weiter die Geschäftsführer der„Provinzial,, Feuer Versicherung in allen Bürgermeistereien. 4598 Ihr Bruch wird immer größer, wenn Sie das lästige u. unbe queme Federbruchband oder ein Gummibano tragen. Durch diese schlechtsitzenden Bänder ver schlimmert sich das Leiden und kann zur To desursache werden.(Es entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden muß und oft den Tod zur Folge hat, Durch Tag- und Nacht-Tragen meiner äußerst bequemen, unverwüstlichen Spezialbandage haben sich nachweislich Bruchleidende selbst geheilt. Werkmeister A. B. aus Frankfurt schreibt u. a.„mein schwerer Leistenbruch ist geheilt. Ich bin wieder in meinem 66ten Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch.“ Landwirt Fr. St. Höringhausen(Waldeck) schreibt u. a.„Ich sehe mich genötigt, Ihnen nach zwel Jahren meinen innigsten Dank auszusprechen .. wurde“ich ganz befreit von meinem Leiden.“ Garantie für tadellosen Sitz. Bandagen von Mk. 15.00 an. 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Aachen, Markt 25, Fernruf 1794, «7 Der Chor der Hetzer Er kann es nicht lassen, der Clevische Volksfreund, er hetzt weiter! Gewiß, es ist sein Metier, weil er anders seiner Idee nicht Ausdruck geben kann. Was soll er auch tun?! Seit nahezu 6 Jahren kämpft er gegen die Organisationseinrichtung der Landwirtschaft und ihre Träger in seinen Spalten. Der Kampf wird mit allen Mitteln geführt— der Erfolg ist jedoch gleich Null. Das ist die Tragik dieses Blattes und seiner Artikelschreiber. Seine Kämpfer sind dem Wechsel der Zeit zum Opfer gefallen, die aber, die er dauernd bekämpft, sitzen fester in ihrem Amte, denn je. So wird jeder Angriff des Volksfreundes zu einem Veweis seiner Ohnmacht. Nun sind es wieder einmal Assessor Stapper und ich, die er mit dem Schmutz seiner Polemik bespritzt. Auch hier wieder die so oft wiederholte Aufforderung, uns doch endlich aus unseren Aemtern im landwirtschaftlichen Berufsstand hinauszuzerren! Auch diesmal ist natürlich der Erfolg gleich Null. Es wird nicht der letzte Beweis der Ohnmacht des Volksfreundes sein. Für uns, die wir zu den Auserkorenen dieses Blattes gehören, bedeutet jeder Angriff einen gewissen Erfolg. Denn wir wissen von vornherein, daß dieser Angriff vergeblich ist. Gewiß, wir können darauf nicht stolz sein, denn wo kläffende Meute heult, ist der Sieg nicht schwierig. Darum ist für uns dieser Kampf gegen uns auch nur ein Spiel, eine ganz nette Abwechslung in dem schweren Ringen um den Berufsstand. * Der„Bote für Stadt und Land“ hetzt gegen Assessor Stapper, die„Niederrheinische Landeszeitung“ gegen die Lokalabteilung Geldern, insbesondere gegen Gutsbesitzer Bürgers(Hartefeld) und gegen mich. Weitere Hetzartikel dürften auch in andern Blättern erschienen sein. Sie alle zu registrieren, wird schwer fallen. Wir lassen es deshalb mit den Genannten genug sein. Wer von den Nichtgenannten noch in diese Liste aufgenommen werden will, mag sich bei uns melden. 2er. Danr an die Lokalpresse Einige niederrheinische Lokalblätter haben meinen Artikel„Vor den Wahlen“(N. B. Z. Nr. 275) in ihren Spalten zum Abdruck gebracht. Dieses löbliche Tun verdient nicht nur meinen Dank, sondern auch den Dank der Leserschaft dieser Blätter, die sicher erfreut war, auch einmal einen vernünftigen Artikel in ihrem sonst so unvernünftigen Blatte zu lesen. Ich hoffe, daß der durchschlagende Erfolg, den mein Artikel am ganzen Niederrhein auslöste, die betreffenden abschreibenden Blätter veranlaßt, auch fürderhin für Propagierung der Gedanken und Ideen der N. B. Z. einzutreten. Mag das Motivdes Abdruckes auch gehässiger Natur gewesen sein, der Eindruck verwischt schließlich doch den Zweck und— der Eindruck war gut! er. Viehschlachtungen in Preußen Bemerkenswerte Vergleichsziffern. Nach einer Aufstellung der Statistischen Korrespondenz, dem amtlichen Publikationsorgan des Preußischen Statistischen Landesamts, wurden in Preußen im 3. Vierteljahr 1925 geschlachtet: 956 511 Stück Rindvieh, 1 665 736 Schweine, 515 361 Schafe und 17137 Ziegen. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden rund 50 000 Stück Rindvieh(+ 5,5 Proz.), 137 000 Schweine(+ 9 Proz.), 117 000 Schafe(+ 29,3 Proz.) und 4 600 Ziegen(+ 36,5 Prož.) mehr geschlachtet. Im einzelnen betrugen die Mehrschlachtungen an Rindvieh im Vergleich zum entsprechenden Zeitabschnitt des Vorjahres bei den Kühen 12 Proz., bei den Jungrindern 8 Proz. und bei den Kälbern 5,8 Proz., während an Ochsen und Bullen 8 Proz. weniger geschlachtet wurden. Eine Uebersicht über die drei Vierteljahre 1925 ergibt, daß in diesen insgesamt rund 3056 000 Stück Rindvieh geschlachtet wurden gegen 2700 000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres, das sind 13,2 Proz. mehr. Auffallend groß ist die Zunahme der Schafschlachtungen in den ersten neun Monaten des Jahres gegen den gleichen Zeitraum 1924: sie beträgt 311 356 Stück gleich 40,66 Proz. Die Schafschlachtungen übertreffen damit die der ersten 9 Monate 1913 um 42 857 Stück gleich 4,14 Proz., während die Schweineschlachtungen gegen die ersten 9 Monate 1913 um 21,95 Proz. zurückblieben. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich die Fleischversorgung der Bevölkerung vom Januar bis 1. Oktober d. J. im Vergleich mit dem Vorjahre wesentlich gehoben hat; im Vergleich zu 1913 wurden jedoch an Großvieh rund 92000 Stück Ochsen und Bullen und rund 63500 Kühe weniger geschlachtet; bei den Schweinen besteht soger gegen 1913 noch die sehr große Mindererzeugung von 1826 000 Stück, wogegen die geringe Zunahme der Schafschlachtungen nicht ins Gewicht fällt. Niederrheinische Landfrauentage Geldern und Süchteln er. Bezüglich Geldern haben wir bereits auf den großen Erfolg hingewiesen, den der Ruf an die niederrheinischen Landfrauen gezeitigt hat. In Süchteln war die Teilnahme nicht viel geringer, wenn auch hier nicht jenes Massenaufgebot von Frauen erzielt wurde, wie am Tage vorher in Geldern. Beide Tagungen waren Beweis für das Interesse, das die niederrheinischen Landfrauen dem Gedanken der Landfrauenbewegung entgegen bringen. Beiden Tagungen war eine erstmalige Aufklärung über die Notwendigkeiten eines Zusammenschlusses der Landfrauen eigen, beide Tagungen zeigten deshalb eine gewisse Zurückhaltung der Teilnehmerinnen gegenüber dem Neuen, das auf sie einwirkte, und beide Tagungen wirkten sich praktisch aus in dem sofortigen Entschluß einer Anzahl Frauen, einer eventuellen Organisierung Hilfe angedeihen zu lassen und der zu gründenden Zeitschrift„Die Landfrau“ durch Bezug Lebensberechtigung zu verschaffen. Damit ist das berichtend niedergelegt, was augenfällig in Erscheinung trat. All das andere, gefühlsmäßige oder persönliche, kann bei einer im Werden begriffenen Bewegung leicht zurückgestellt werden: das spöttische Lächeln der einen ebenso wie das Achselzucken der Männer und die Gleichgültigkeit der Vielen. Es kam auch während der Tagungen zum Ausdruck, daß alles Neue zuerst belacht, dann bekämpft und nachher erst seine Anerkennung, die bis zur Selbstverständlichkeit sich durchringt, findet. So wird es natürlich auch hier sein. Dazu kommen auch hier, wie bei allen neuen Bewegungen die verschiedensten Kinderkrankheiten, deren Ausdruck oft stärker ist als der Eindruck der Idee. Immerhin sind wir hier schon weiter, da der ganzen Bewegung bereits Erfolg in anderen Teilen der Provinz beschieden ist, oa ihr ferner eine eigene Organisation als Operationsbasis zur Verfügung steht und eine andere Organisation, die männliche Berufsorganisation, Stütze und Hilfe feierlichst gelöbet hat. Der Verlauf der beiden Tagungen bewegte sich im ähnlichen Rahmen, programmatisch sowohl wie inhaltlich. In Geldern leitete die Tagung Gutsbesitzer Hönnekes. Seine Eröffnungsausführungen waren ein Rückblick auf das Werden bezw. Ausreifen der Berufsorganisation. Dieses Ausreifen seit der Revolution, das vollständig die Struktur der Organisation verändert und jenes Leben in sie getragen, das besonders hier am Niederrhein Die Höhe der Jagd=Steuern. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat sich auf eine Eingabe hinsichtlich der Höhe der Jagdsteuern am 14. ds. Mts. dahin geäußert, daß er künftig grundsätzlich für alle im Iskland wohnenden Jagdpächter nur noch eine Jagdpachtsteuer von 15 v. H. zulassen werde. Die Genehmigung höherer Sätze für nichtkreiseingesessene Pächter, die mit dem Erlaß des Ministers des Inneren vom 7. Januar 1925 nicht im Widerspruch stehen, behalte er sich jedoch für besondere Ausnahmefälle vor. Achtung Billionäre! Die Villionenscheine der unseligen Inflationszeit verfallen, wenn sie nicht bis zum 30. November 1925 bei den Banken eingelöst werden. Nach diesem Termin ist ein Umtausch nur noch er Reichsbank in Berlin direkt möglich. Die Rentenbankscheine zu 10 Nentenmark, ohne Kopfbildnis, mit dem Ausfertigungsdatum 1. November 1923, werden aufgerufen und eingezogen. Die aufgerufenen Scheine können bei den öffentlichen Kassen noch bis 31. Dezember 1925 in Zahlung gegeben, bei den Kassen der Reichsbank aber bis 30. April 1926 gegen andere Rentenbankscheine oder gegen gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht werden. Mit Ablauf des 30. April 1926 werden die aufgerufenen Rentenbankscheine kraftlos und es erlischt damit auch die Umtausch= und Einlösungspflicht der Deutschen Rentenbank. An Stelle der durch diese jedoch t sie getragen, sie zur vorbildlichsten ganz Deutschlands gemacht hat. Eines sei vernachlässigt worden: die Schulung und die Zusammenfassung der Landfrau. Der Krieg habe gezeigt, was tüchtige Landfrauen zu leisten imstande sind. Die Erfahrung zeige, daß in keinem Berufe eine solche Zusammenarbeit zwischen Mann und Frau bestehe, wie in der Landwirtschaft. Die bestimmende Tätigkeit der Landfrau auf den verschiedensten Gebieten im bäuerlichen Wirtschaftsbetriebe erheische die bestmöglichste Schulung. Die Vernachlässigung müßte eingeholt werden. In diesem Sinne sei die Landfrauenbewegung zu begrüßen. In Süchteln war es der Bezirksverbandsvorsitzende Maalsen, der die Versammlung leitete. Seine Ausführungen zur Eröffnung waren von vornherein ein unbedingtes Bekenntnis zur Idee der Landfrauenbewegung, ein Unterstreichen der Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Landfrau. Ihm ist dieser Zusammenschluß das Primäre, die Schulung das Secundäre, nicht bezüglich der Bedeutung aber hinsichtlich der zeitlichen Folge. versichert diesem Zusammenschluß der restlosen Unterstützung des Bezirksverbandes. Warum nun soll eine Weiterbildung unserer Landtöchter, warum ein Zusammenschluß der Landfrauen erfolgen? Die Referentin der Landwirtschaftskammer, Frl. Aenne Gausebeck gab Antwort auf diese Frage. Ausgehend von der veränderten Einstellung von einst und jetzt gegenüber der Frauenbewegung, beantwortete sie die gestellte Frage nach folgenden Gesichtspunkten: 1) Um der eigenen Betriebswirtschaft willen, 2) zur Förderung unseres gesamten Berufsstandes, 3) im Hinblick auf die gesamte deutsche Wirtschaft und 4) darum, weil die Landfrau die Hüterin der ländlichen Kultur ist. Um der eigenen Betriebswirtschaft willen ist sowohl Schulung wie Zusammenschluß der Landfrau erforderlich. Die Berufstätigkeit der Landfrau ist ganz anders gestaltet als die der Stadtfrau. Sie nimmt Teil mit ihrem Mann an der Gütererzeugung, an der Güterverwaltung, sie regelt den täglichen Verbrauch der Güter. Daß für diese Aufgaben Kenntnisse erforderlich sind, ist einleuchtend. Daß aber die Landfrau auf all diesen Gebieten schon alles weiß, wird keine behaupten können. Alle haben auf diesen Gebieten noch viel zuzulernen. Die Fortenwicklung ver langt Schulung. Die verbesserten Kenntnisse haben dem Landwirt bessere Erträge gebracht. Auf allen Gebieten der Betriebswirtschaft sind bedeutende Steigerungen der Produktion erzielt worden. Die Landfrau die gewisse Produktionszweige des Betriebes in ihren Händen hat, muß durch Ausbildung dafür sorgen, daß auch all diese Zweige ihre Erträge erhöhen. Und das nicht nur um der Steigerung der eigenen Produktion willen, sondern auch zur Förderung unseres gesamten Verufsstandes Bei dem starken geistigen Leben, bei dem Wetteifer an Fortschritt darf die Landfrau nicht zurück bleiben. Die Wissenschaft hat eine Fülle von Erkenntnissen erworben, die auch der Landfrau nahe gebracht werden müssen. Industrie und Technik bieten uns unsere Rüstzeuge. Wir müssen aber auf die Gestaltung dieser Rüstzeuge Einfluß gewinnen. Es müssen Organisationen da sein, die der Industrie und der Technik aus der Praxis der Verbraucher heraus Fingerzeige und Vorschläge unterbreiten können. Aber auch die Landfrau muß erkennen, wo der Vorteil der Neuerungen liegt. Es muß ihr ein beratendes Organ zur Verfügung stehen, das sie aufklärt und ihr Ratgeber ist. Notzeit ist eine Zeit des Zusammenschlusses. Die deutsche Landwirtschaft macht eine Notzeit mit, wie wir sie nie erwartet hätten. Der Landwirt muß sich heute mit Fragen befassen, für die er früher nichts übrig gehabt hat. Diese Schwierigkeiten der Zeit verlangen, daß auch die Landfrau von ihnen Kenntnis nimmt, damit sie die Schwierigkeiten des Mannes mittragen kann. Wenn ein Berufsstand in Not gerät, dann drängt der Nachwuchs aus ihm hinaus. Dieser Gefahr der Landflucht muß gesteuert werden durch starke Verwurzelung des Nachwuchses im Berufsstande. Wenn die Landfrau ihren Töchtern eine bessere Ausbildung gibt, dann sind sie auch fester mit dem Stande verknüpft. Im Hinblick auf die gesamte deutsche Wirtschaft, ist die durch Schulung erwartende Hebung der Produktion notwendig. Die Einfuhrzahlen für Produkte, die in den Händen der Frau liegen, ist überaus gewaltig. Hier muß stärkste Vermehrung und Verbesserung der Produktion eintreten. Wir müssen uns für diese Fachgebiete intensiv ausbilden. Wenn die Landwirtschaft die Konkurrenz mit dem Auslande aushalten soll, dann muß sie das durch die Qualität tun. In dieser Hinsicht haben Holland und Dänemark Vorbildliches geleistet. Auch hier ist ein großes Maß von Kenntnissen erforderlich. Was an Berufseinrichtungen für die Landfrau da ist, das ist nicht viel. Aber auch das wenige findet nicht das notwendige Interesse des Landes. Die wirtschaftlichen Frauenschulen, deren in der Provinz drei bestehen, werden zu 90 oft auch zu 95 Proz. von den Großstädten beschickt. Es wäre gut, wenn wenigstens das 1. Schuljahr dieser Schulen von Landtöchtern besucht würde. Auch die Fachschulen und Fachkurse sollten mehr beachtet werden. Sorge ist dafür zu tragen, daß die Landfrauenschulen in allen Kreisen geschaffen werden. Besondere Beachtung verdient das Lehrlingswesen. Diese Einrichtung, die in andern Provinzen so überaus starken Anklang gefunden hat, ist in der Rheinprovinz noch arg vernachlässigt. Es sind zur Erlangung eines Lehrlingszeugnisses 2 Jahre Lehre bei einer tüchtigen Landfrau erforderlich. Für Landtöchter kann ein Jahr im elterlichen Haushalt angerechnet werden. Die Prüfung erfolgt bei der Kammer. Wer von den Lehrlingen drei oder vier Jahre sich praktisch betätigt hat, kann die Meisterprüfung ablegen. Erforderlich ist für die Benutzung dieser Einrichtung vor allem, daß sich recht viele tüchtige Landfrauen melden, die einen Lehrling ausbilden wollen.(Vgl. ausführliche Behandlung des Lehrlingswesens in Nr. 154 der N. B. Z., Weiter sind die Wanderhaushaltungsschulen als Ersatz wohl zu beachten. Aber die Landfrau ist viel mehr. Sie ist Hüterin der ländlichen Kultur Nicht nur wirtschaftliche Aufgaben sind in ihre Hand gelegt. In ihrer Hand liegt die ländliche Kultur, das seelische und geistige Leben, das aus der Bauernkraft heraus gewachsen ist. Dieses bäuerliche Leben, das sich in so reicher Fülle und so vielfältig in Gebräuchen ausgedrückt hat, zu pflegen, ist ihre Aufgabe. Wo all die Gebräuche verschwunden sind, dort ist ein Stück bäuerlichen Lebens zu Grabe getragen worden. Es ist viel abgebröckelt und manches bröckelt ab von bäuerlicher Art, weil soviel Städtisches auf das Land eindringt. Wenn wir uns zusammenschließen u. uns in der Gesinnung stärken, so bilden wir eine Wand gegen Einflüsse, die den gesunden Kern unseres Bauerntums zerstören. Die Führer der Bauernorganisationen könnten nun sagen, auch sie könnten all diese Aufgaben lösen. Gewiß; der Mensch reift aber durch die Selbstständigkeit. Darum ist der Zusammenschluß notwendig, damit die Frau selbst diese Dinge in die Hand nimmt und dann allerdings zusammenarbeitet mit der Berufsorganisation. In der Aussprache überwogen in Geldern die Einzelheiten, während in Süchteln mehr die große Linie zum Ausdruck kam. Bei beiden Tagungen trat Frau Johnen=Mankardtshof wärmstes für das Lehrlingswesen ein. In Geldern waren es Baronin von der Heiden=Rynsch, Landwirt Thomas=Balberg, Brau Schumann=Bonn, die die Grüße der städtischen Bonner Frauenorganisation überbrachte, Direktor Schoenmackers und der Geschäftsführer Dr. van Wickeren, der der Unterstützungsbereitschaft der F. B. Kreisgruppe beredten Ausdruck gab, die neben dem Versammlungsleiter und der Referentin die Debatte ausfüllten. In Süchteln gab Direktor Oechsner aus seiner Praxis an ländlichen Frauenschulen Anregungen, zum Aufbau und zur Ausgestaltung der Fortbildung der Landtöchter. Assessor Stapper sieht die Form des Landfrauenzusammenschlusses in der engsten Zusammenarbeit mit der Berufsorganisation. Auch er gibt eine Fülle von Anregungen bezüglich der Zielbestrebungen der Landfrauenorganisation. Wir erwähnen hier nur Zusammenarbeit mit den Arbeitsnachweisen und die Heranbildung eines tüchtigen Mägdestammes. Das Lehrlingswesen sei zu fördern, nicht zuletzt deshalb, weil ein Aufenthalt im fremden Gutshaushalt Erziehungserfolge zeitige von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wer befehlen und herrschen wolle, der müsse zuerst gehorchen lernen. Was die Zeitschrift angehe, erscheine es praktischer, die Beilage der N. B. Z.„Die Bäuerin“ auszugestalten, als irgend etwas Neues zu schaffen. Direktor Nühsaat sieht in dem Zusammenschluß der Landfrauen auch einen Aufgabenkreis zur Hebung des Familiensinnes. Frl. Dr. Kothes=Neuß weist der Frau die Aufgabe der Befriedung zu, die so bitter notwendig sei in der Zerrissenheit unseres politischen Lebens. „Das Berufs= und Feiertagskleid der Landfrau“ war das zweite Referat auf den beiden Tagungen. Die Referentin Frau Elisabeth Esser zeigte anhand von Vorführungen von geeigneten Kleidern an lebenden Modellen die Bestrebungen, die bezüglich der Einführung einer deutschen Mode auch für die Landfrau bestehen. Sie will nicht gegen die Mode an sich ankämpfen Es soll nur den Auswüchsen dieser Mode ein Riegel vorgeschoben werden. Nicht durch Einführung der alten Trachten sei dies möglich, sondern durch Schaffung praktisch geeigneter Klejder. Die Fülle der gebotenen Modelle dürfte den Landfrauen manche Anregung gegeben haben. Ueber diese Vorführungen zu berichten, ist uns nicht möglich, da uns dazu die nötige Sachkenntnis fehlt. In Süchteln beschlossen den Reigen dieser Vorführungen noch einige hübsche Volkstänze, die starken Beifall auslösten. Die beiden Tagungen, an denen als Gäste die Landräte der Kreise der Tagungsorte, die Kreisschulräte, die Direktoren der landwirtschaftlichen Schülen, die führenden Persönlichkeiten der bäuerlichen Berufsorganisation, Vertreter der Bürgermeisterämter, verschiedener Schulen usw. teilnahmen, sind nur als Auftakt der Landfrauenbewegung am Niedekrhein zu betrachten. Wie wir hören werden anfangs nächsten Jahres weitere Tagungen in Cleve, Nheinberg und Grevenbroich abgehalten werden. Die weitere Ausgestaltung der Bewegung wird in den Händen der niederrheinischen Landfrauen selbst liegen. Der Auftakt war Erfolg versprechend. Möge der weiteren Arbeit die Erfüllung dieses Versprechens beschieden sein. Bekanntmachung aufgerufenen Rentenbankscheine gelangen neue Scheine zu 10 Rentenmark vom 3. Juli 1925 mitdem Kopfbildnis einer Landfrau wie solche sich bereits seit September 1925 im Verkehr befinden, zur Ausgabe. Zurückziehung von preußischen Stempelzeichen. Nach einer Verfügung des preußischen Finanzministers verlieren die bisherigen, auf Goldmark lautenden preußischen Stempelzeichen mit Ablauf des 31. Januar 1926 ihre Gültigkeit. Für ungebrauchte Wertzeichen, die sich in Händen der Steuerpflichtigen, der Stempelverteiler und Notare und dergleichen Amtspersonen befinden, ist entweder in bar zum Nennwert oder durch Umtausch gegen Reichsmarkzeichen Ersatz zu leisten, wenn ein entsprechender Antrag bis zum 31. Januar nächsten Jahres bei einem Finanzamt gestellt wird. Vereinsleben der Landwirtschaftsschüler Verein Xanten. Der Verein ehem. Landwirtschaftsschüler der Landw. Schule zu Xanten feierte am Mittwoch, den 25. Nov. 1925 sein diesjähriges Winterfest. Trotz des schlechten Wetters hatten sich genügend Festteilnehmer eingefunden, um gemeinsam mit uns einige Stunden der Freude und des Frohsinns zu verleben. Wie es wohl nicht anders zu erwarten war, hat der Verein seine Aufgabe voll und ganz gelöst, und kann deshalb auch mit Stolz auf das wohl gelungene, schön verlaufene Fest zurückblicken. War es doch ein Fest, daß das Band der Einigkeit und Brüderlichkeit enger um uns geschlungen hat. Die hervorragende Musik der bekannten Opelschen Kapelle, sowie die gut aufgeführten Vorträge hoben die Stimmung. Die Begrüßungsansprache des Herrn Joh. Dahmen, Vynen, sowie die Damenrede des Herrn Karl Ostermann fanden allgemein Beifall. Den Ehrengästen zollt der Verein einen ganz besonderen Dank für ihr Erscheinen. Sie haben uns bewiesen, daß sie unserem Vereine wohlwollend gegenüber stehen. Wenn alt und jung zusammenhalten, wird unser Verein auch weiterhin wachsen, blühen und gedeihen. Den Vertretern der Schülervereine Rheinberg und Mörs danken wir von dieser Stelle aus nochmals für die Ueberbringung der Grüße ihres Vereins. Die holden Damen die vielleicht im nächsten Jahre noch zahlreicher erscheinen werden und auch alle anderen Festteilnehmer und unseres Dankes gewiß. Der Verein hofft, das wir im nächsten Jahre unser Fest alle bei bester Gesundheit feiern können. Verein Bergheim. Bergheim, 2.. Rov. Am 11. November hielt der Verein „Ehemalige Landwirtschaftsschüler" seine erste diesjährige Winterversammlung ab, in der der Vorsitzende I. Braun, Sindorf, mit ehrenden Worten des verstorbenen, früheren Religionslehrers der Anstalt, Oberpfarrer Demmer, gedachte und sprach der Ehrenvorsitzende. Direktor Rech. über das erledigte Sommerprogramm, so u. a. von dem durch Dr. Kessler von der ber Pflanz mann— Frauweiler und Contzen— Geritzhofen, sowie die Viehpunktierung auf dem Kreisgut Mödrath. Hierauf standen die Veranstaltungen des kommenden Winters zur Beratung. Nachdem man die Weihnachtsfeier der Schule für Samstag, den 19. Dezember, und das Jahresfest auf Samstag, den 23. Januar vereinbart hatte, wurde beschlossen, daß beide Veranstaltungen im Jugendheim zu Bergheim abgehalten werden sollen; ferner wurde der für den 7. und 8. Dezember an den Niederrhein geplante Ausflug zur Besichtigung verschiedener in den Kreisen Geldern, Cleve und Moers gelegenen Zuchtwirtschaften besprochen. Die Abfahrt dorthin erfolgt am Montag morgen um 6.43 Uhr ab Bergheim bezw. Bedburg ab 7.54 Uhr. Von Neuß aus wird der Eilzug benutzt, der 9.55 Uhr in Geldern einläuft. Dortselbst stehen den Teilnehmern 2 Personenautos der Niederrheinischen Automobilgesellschaft Moers zur Verfügung. Der erste Tag endigt nach Besuch der verschiedensten Rindvieh= und Schweinezuchtbetriebe und der Vereinshengststation in Sevelen mit Besichtigung der neuangelegten, modernen Stalleinrichtungen des Grafen Hoensbroich auf Schloß genommen. triebe der zuchten bei Kranenburg, die größte Molkerei des Niederrheins zu Mehr mit einer täglichen Verarbeitung von 25—30 000 Liter Milch im Sommer, die Melkerschule in Kellen, das Weidegut der Provinzialverwaltung in Bylerward und außerdem die bei Appeldorn gelegenen Zuchtbetriebe der Herren Aug, van Haaren und Alf. van Laak, sowie in Xanten der Betrieb des Herrn Kornelius Scholten auf Haus Grind und zum Schluß den ehrwürdigen Viktordom dortselbst. Von hier aus erfolgt die Rückkehr über Kevelaer nach Köln und von da mit dem Eilzug 9.45 Uhr abends nach Horrem. Bemerkt sei, daß die Fahrt einschl. Auto, Abendessen, Uebernachten und Frühstück für den 2. Tag sich auf 15 A belaufen wird. Die Mitglieder des Vereins, die Interesse an der Fahrt haben, werden gebeten, bis spätestens 2. Dezember sich in der Lokalabteilungsversammlung als Teilnehmer anzumelden und eine Vorausbezahlung von 10 A zu entrichten. Weitere Veranstaltungen sind für Anfang Januar vorgesehen und sollen außer dem Gutsbetrieb der Abtei Knechsteden das Gestüt Wickrath, sowie die Schweinezucht der Provinzialfürsorgeanstalt Fichtenhain besichtigt werden. Direktor Rech wies ferner auf die verschiedensten Veranstaltungen der Lokalabteilung hin und bat die„Ehemaligen", dieselben fleißig zu besuchen und auch hierfür neue Mitglieder zu werben. Besonders wurde auch die Teilnahme an der am 2. Dezember auf Kreisgut Mödrath durch Oekonomierat Dettinger vorzunehmenden Viehpunktierung an Rinden und Schweinen empfohlen, worauf besonders die Interessenten am Ausflug zum Niederrhein hingewiesen werden. Es wurde auch beschlossen, zu einigen Versammlungen auswärtige Redner über zeitgemäße landwirtschaftlich-technische Fragen zu gewinnen. Den 1. diesbezüglichen Vortrag im Januar wird Herr Dr. Meyer von der Landwirtschaftskammer über Blutlinien in der Pferdezucht halten. Der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1926 wurde auf 3 Mark und für die Schüler auf 1 Mark festgesetzt. Aus letzteren sollen auch die Vertrauensleute des Vereins gewählt werden, die bei sämtlichen bisherigen Besuchern der Anstalt zwecks Aufnahme in den Verein vorsprechen sollen. Allgemein war man der Ansicht, daß gerade die älteren ehemaligen Schüler den Grundstock des Vereins bilden müßten. Zum Schlusse wurde eine Kommission bestimmt, die die Vorbereitungen zum Jahresfest erledigen soll und der Beschluß gefaßt, daß an demselben nur Mitglieder des Vereins„Ehemaliger Landwirtschaftsschüler“ teilnehmen können. Einladungskarten zum Familienabend sind für einzuführende Gäste vom Vorstand zu beziehen. Der Eintritt für dieselben beträgt je Person 2 M, für die Mitglieder 1 A. Der Vorschlag des Direktors, den Ueberschuß des Jahresfestes und der Weihnachtssind fü intritt fü 1 M. De den Ueberschuß des Jähresfestes und der Weihnäihrsfeier zu Gedenktafeln für die verstorbenen Direktoren Scholz und Bindel zu verwenden, fand allseitige Zustimmung; diese Tafeln sollen in der Anstalt zu beiden Seiten des Kriegerdenkmals für D. R. sollen in der Anstalt zu die gefallenen Schüler angebracht werden. Wirtschaft und Kurzer Wochenbericht der Preisberichtsstelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat vom 23. bis 29. November 1925. Die weitere Haussebewegung am Weltmarkt verursachte auch in Deutschland und speziell am Berliner Markt ein starkes Anziehen der Preise. War doch besonders England dauernd ein kräftiger Käufer für deutschen Weizen und zahlte schlank steigenden diesseitigen Forderungen, so daß daeltmarkt eng anpassen Bedarfsgegenden bekundeten für unseren Weizen weiter Interesse und da andererseits auch die deutschen Mühlen infolge des lebhafteren Mehlgeschäftes bei kleinen Vorräten an Rohmaterial vielseitig Bedarf bekundeten, so haben sich die Berliner Weizenpreise für prompte märkische Abladung neuerdings von 234—237 auf 246—249 A gesteigert. Gleichzeitig ging auch im Zeitgeschäft die Dezembernotiz von 251 auf 262 A: März stieg von 255 bis auf 274,50, also fast um 20 M. und auch der Mai erhöhte seinen Kurs von 259 auf 278 M. Vergleicht man die diesmaligen Schlußpreise mit denen von Anfang November, so zeigt sich bei prompter Abladung ab Station eine Erhöhung um ca. 30 M, ebenso auch für Dezemberlieferung, während per März die Erhöhung 38, bei Mai einige Mark weniger betrug. Beim Roggen zeigte die Marktlage gleichfalls eine kräftig ansteigende Tendenz, jedoch hielt sie mit der am Weizenmarkt nicht vollständig Schritt und die Differenz zwischen den Preisen beider Brotgetreidearten hat sich noch weiter vergrößert. An Export fehlte es diesmal auch für Roggen nicht, und zwar war es hauptsächlich Dänemark, das nicht unbeträchtliche Mengen Tag für Tag an deutschem Roggen akzeptierten. Nach der Größe der Käufe zu urteilen, handelt es sich hierbei zum Teil um Material für Futterzwecke, wobei allerdings schließlich nach der diesseitigen Erhöhung der Roggenpreise die dortigen Gebote weniger Nutzen ließen. Auch die deutschen Roggenmühlen, die im allgemeinen nicht stark versorgt sind, aber gegenwärtig ein besseres Mehlgeschäft haben, waren diesmal lebhaftere Reflektanten. Am wenigsten fest lag diesmal zeitweise Dezember=Lieferung, weil für diesen auch größere Begleichungen am Markte waren. Für Gerste hat sich die Geschäftslage im Durchschnitt auch etwas gebessert, indem brauchbare gute und mittlere Sommergersten zu etwas höheren Preisen schlank Unterkommen fanden und auch Futtergerste mehr gesucht wurde. Immrhin ist die Notiz für Sommergerste von 187—212 nur auf 190 bis 215, für Futter= und Wintergerste 150—162 auf 153—166 M gestiegen. Hafer hat sich im Gegensatz zum Brotgetreide diesmal in seiner Preislage kaum verändert. Für gute weiße Sorten blieb wohl die englische Nachfrage noch bestehen, auch konnte feines Material überhaupt untergebracht werden, aber höhere Forderungen waren nur vereinzelt durchzusetzen, da die Haferpreise im Verhältnis zum Roggen nicht niedriger sind und diesmal auch das Angebot zeitweise die Nachfrage merklich übertraf. Getreidenotierungen in Mark je Tonne. Weltmarktpreise umgerechnet in Goldmark. Chikago, den 25. Nov. Weizen Hardw. III 245,50, per Dez. 249,90, per Mai 245,90, per Juli 221,90; Roggen loco 2 150,40, per Dez. 147,95, per Mai 159,55; Mais loco mixed II 133,50, per Dez. 122,95, per Mai 131,00, per Juli 133,50, Hafer per Dez. 112,60, per Mai 125,50, per Juli 127,45. Berlin. 27. Nov. Weizen märk. 246—249, Roggen märk. 157—160, Sommergerste 190—215, Futtergerste 153—166, Hafer märk. 171—181. Handelsrechtl. Lieferungsgeschäft: Weizen per Dez. 260—262, per März 272—274,50, per Mai 175—278, Roggen per Dez. 271,50—273,50, per März 189—190, per Mai 195—198, Hafer per Dez. 179—178, per März 192. Zu der Viehzählung am 1. Dezember. Im Deutschen Reich findet, wie bereits gemeldet, am 1. Dezember 1925 eine amtliche Viehzählung statt. Die Zählungen dienen lediglich statistischen und volkswirtschaftlichen Zwecken um eine Uebersicht über die Lage in der Landwirtschaft und Viehzucht zu gewinnen. So ist der Viehauftrieb zu unseren Schlachtvieymärkten besonders bei Schweinen gegenüber der Vorkriegszeit heute noch wesentlich niedriger. Es wurden aufgetrieben im Monat Okt. 1925 Sept. 1925 Okt. 1913 Rinder— 13655° 134 540 126 267 Kälber 96 56: 101 822 97642 Schafe 131 786 138 217 95 241 378 451 367 689 536 394 Pferdeversteigerung. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Ostpreußen veranstaltet die Weihnachtsversteigerung edler ostpr. Pferde der Geburtsjahrgänge 1921, 1922 und 1923 am sinder am Sonntagvormittag statt. Die ist bei der Landwirtschaftskammer, Königsberg straße 24/26, zu haben. Die Viehmärkte der Woche. Der Auftrieb an Schlachtvieh zu den Märkten in dieser Woche war in Rindern und Schafen, besonders aber in Schweinen auf fast allen Märkten geringer, während Kälber wieder auf den meisten Märkten reichlicher zugetrieben waren. Der Handel war durchweg ruhig, da wohl infolge der um diese Jahreszeit lebhafteren Nachfrage nach Wild und Geflügel das Geschäft auf den Fleischmärkten wesentlich ruhiger ist. Die Preise gingen denn auch in allen Gattungen und auf fast allen Märkten erneut zurua und zwar wurden Rinder um 1—5 J, Kälber um 2—14 Z, Schafe um 1—8 und Schweine um 1—8„ je Pfund billiger. Trotz der geringen Zufuhren und des immerhin starken Preissturzes konnte besonders in geringeren Tieren nicht überall geräumt werden. Auf den nachstehenden Märkten notierten für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig: *) Für 50 kg Lebendgewicht in Danziger Gulden. Hauptschriftleitung: R. B. Drößler D. H. H. C., Cleve. Verantwortlich für Politik, Wirtschaftspolitik und Organisationsfragen H. J. Lingen=Wankum; für Provinz, Wirtschaft und Feuilleton i. V. R. Elleder, Dipl. ing. et dipl. agr. pr. Kempen; für Sport G. J. van Hoffs=Krefeld; für den Anzeigenteil: Franz Drießen=Kempen. Verlag: Verein Landwirtschaftliche Presse e. V.; Rotationsdruck: Rheinische Druckerei, G. m. b. H., Kempen=Rhein. im Blut Roman von Heinrich Tiadem. Copyright 1925 by Karl Köhler& Co., Berlin=Zehlendorff. 81)(Nachdruck verboten.) „Gut. Dann gehört die Zeitung und der Verlag uns. Noch heute schreibe ich den Vertrag. Da wir das Geld für die Einrichtung der Bank nur ratenweise brauchen, schlage ich vor, die Kaufsumme für das zweite Objekt möglichst ganz in bar zu bezahlen, weil wir dadurch die unumschränkten Herren im Hause werden. Ich hoffe, daß es uns bei einiger Mühewaltung gelingen wird, die ganze Summe innerhalb eines Monats zusammenzubringen.“ „Dafür lassen Sie nur mich sorgen“, sprach der Prinz. „Tun Sie Ihre Schritte, ich tue derweil die meinigen.“ „Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch bemerken,“ sprach Ponks,„daß die Gelder, die zu den genannten Zwecken bewilligt werden, durchaus nicht als Stiftungen zu betrachten und für den Geber verloren sind. Im Gegenteil, wir haben das ernsthafte Bestreben, unsere Unternehmungen so lohnend wie nur möglich zu machen und unseren Geldgebern angemessene Dividenden auszuzahlen.“ Wenn er geglaubt hatte, daß diese Eröffnung mit besonderem Beifall aufgenommen würde, dann irrte er sich. Der Prinz lächelte nur, und es schien, ein wenig verächtlich. Chander Mahore war eine leblose Mumie in seinem Lehnstuhl. Sutra Maru sprach leise und leidenschaftlich auf Goro Sing ein, der eine finstere Miene zur Schau trug— beide hatten die Worte Ponks offenbar nicht beachtet. Nur Rai Karaka nickte Ponks lächelnd und zuversichtlich zu, als wolle er sagen:„Nur Mut, die Sache wird schon gut gehen!“ Alle blickten schweigend vor sich nieder. Schon wollte der Prinz sich erheben, da machte der Brahmine Chander Mahore eine schwache Bewegung mit der Hand und öffnete langsam seine Augen. „Ich wünsche unserem Freunde Herrn Ponks zu sagen, daß ich kein Vertrauen zu ihm hatte, als ich dieses Zimmer betrat— daß ich aber dieses Vertrauen jetzt in sehr hohem Maße habe. Ich wünsche, daß Herr Ponks mich als seinen Freund betrachtet.“ „Ich danke Ihnen für diese Erklärung“, sprach Ponks höflich, und doch kühl.„Es wird mir eine Freude sein, Ihnen den Beweis zu liefern, daß Ihr anfängliches Mißtrauen gegen mich unbegründet war.“ Die Gesellschaft erhob sich. „Halt, da fällt mir noch etwas ein,“ sprach der Prinz. „Sie, Herr Ponks und Ihre Begleiter Frau Pombal und Herr Sanders haben sicher schon eine seltsame Erscheinung gesehen, wenn Sie durch die Straßen der Stadt streiften. Ihnen wird die große Zahl der Toten aufgefallen sein, die in den letzten Tagen nach Malabar Hill hinausgetragen wurden. Wenn Sie wüßten, wieviel Tote man nachts fortschafft, würden Sie entsetzt sein. Wenn Sie an manchen Häusern rotaufgemalte Kreise neben der Türe sehen, dann wissen Sie, daß ein finsterer grausamer Geist, der wieder im Lande umhergeht, durch diese Türen gegangen ist— die Pest. Mit furchtbarer Heftigkeit ist sie dieses Jahr aufgetreten. Gehen Sie nie und unter keinen Umständen in ein Haus, das neben der Türe einen roten Ring trägt. Ich möchte sie aber jeder Gefahr entziehen und lade Sie ein, mit mir auf mein Gut droben in den Westghats, bei dem Dorfe Bharadpur, zu ziehen. Dorthin, wo reine Wald= und Bergluft herrstch, wagt sich die furchtbare Krankheit nur selten hin. Außerdem ist es dort sehr schön. Mehrere bequeme Bungalows stehen meinen Gästen zur Verfügung. Eine Stunde entfernt beginnt Urwald und Dschungel, wo der Tiger kein seltener Gast ist. Auch sonst ist die Jagd in jenem Gebiet überaus lohnend. Wir können binnen dreier Tage reisen.“ Ponks überlegte eine Weile. „Für meinen Freund Sanders und mich nehme ich die Einladung mit bestem Danke an. Frau Pombal wird uns leider nicht begleiten können, da einer von uns hier bleiben muß, um die Post von Amerika zu erwarten— überhaupt um eine Verbindung zwischen uns und der Welt aufrecht zu erhalten." Ria Pombal kräuselte mit bitterem Spott ihre Lippen. Ein ganz kleines verächtliches Lächeln huschte über ihr Gesicht. Sie richtete einen kühl erstaunten Blick auf Ponks und fragte: „Post aus Amerika? Wir haben bis jetzt nicht die geringste Korrespondenz von dort erhalten. Ich habe beinahe den Eindruck, als wüßte man in Amerika gar nicht, wo wir uns befinden.“ Ponks warf seiner Sekretärin einen finsteren Blick zu. Seine Stimme klang scharf und drohend, als er erwiderte: „Wenn wir bis jetzt keine Briefe aus Amerika erhielten, so hat das feine ganz besonderen Gründe— ebenso, wenn ich den bestimmten Wunschh abe, daß Sie nicht mit ins Gebirge gehen, sondern hier bleiben.“ „O, daran zweifle ich nicht!“ sprach Ria Pombal anzüglich und mit deutlich zur Schau getragener Geringschätzung. „Uebrigens haben Sie zu befehlen.“ „Sie werden in ständiger Verbindung mit Herrn Karaka bleiben und mir alle zwei Tage einen Boten hinaussenden, der mich über den Fortgang der Finanzoperation unterrichtet.“ „Und wenn die Arbeit erledigt ist“, wandte sich der Prinz mit einem gütigen Lächeln an Ria Pombal,„werde ich persönlich Ihnen meinen Dank für Ihre opfervolle Tätigkeit abstatten— und Sie werden mit mir zufrieden sein.“ Ria verbeugte sich dankend und klappte ihr Buch zu. Der Prinz erhob sich. Wenige Minuten später hatte die Gesellschaft den Raum verlassen. Als die Stimmen und Schritte verhallt waren, schob Dr. Schreyer vorsichtig die Falten der Teppiche auseinander, lauschte noch einmal an der Türe, schlüpfte hinaus und eilte auf sein Zimmer. Dreiundzwanzigstes Kapitel. Zu Tode ermattet sank Schreyer in einem Stuhl und wischte sich den Schweiß von der Stirne. Fast zwei Stunden hatte er ohne die geringste Bewegung in der engen Zelle stehen müssen. Mit dem linken Ellenbogen hatte er den einen Teppichzipfel ein wenig zur Seite gehalten, um besser hören zu können und einen schmalen Streifen Licht zu haben. Zugleich hielt er in der linken Hand sein Notizbuch und schrieb mit fliegendem Stift jedes Wort, was drinnen gesprochen wurde, stenographisch nieder. Diese Aufgabe erforderte eine sehr starke Nervenanspannung, so daß er völlig erschöpft in seinem Zimmer ankam. (Fortsetzung folgt.)