Niederrheinische Das schönste Wappen auf der Welt Der blanke Pflug auf freiem Feld Einzelverkaufspreis 10 Pfennia. auern Die N.=B.=Z. erscheint täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn= und Feiertagen. Bezug nur durch die Post Redaktion: Krefeld, Rheinstraße 76. Geschäftsstelle: Krefeld, Rheinstraße 52. Fernsprecher Krefeld Nr. 859. Postcheck=Konto Essen 24 385. Tageszeitung für die westdeutsche Landwirtschaft. Hauptschriftleitung: R. B. Drößler, D. H. H. C. Verantwortlich: für Politik, Wirtschaft und Organisationssragen: R. B Drößler, Cleve; für Feuilleton, Provinz u. Allgemeines: H. I Lingen, Krefeld; für den Anzeigenteil: Franz Drießen, Krefeld. Verlag: Verein Landwirtschaftliche Presse e. V. Rotationsdruck: C. Busch=du Fallois Söhne, Krefeld Einzelverkaufspreis 10 Pfennig Nr. 112 Krefeld, Sonntag, 11. Mai 1924 5. Jahrgang. Neues in Kürze Der Reichsverband der deutschen land= und forstwirtschaftlichen Arbeitgebervereinigungen hält am 28. Mai während der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaft=Gesellschaft in Hamburg eine Vorstandssitzung ab, an welche sich eine allgemeine Mitgliederversammlung anschließt. Die Rheinlandkommission hat die„Reichssturmfahne“ in Stuttgart, den„Werwolf“ in Halle und die„Woche“ auf drei Monate im besetzten Gebiet verboten. Anstelle Goodleys ist du Cane zum Kommandeur der englischen Rheinlandarmee ernannt worden. Dem Matin wird aus Metz gemeldet, daß ungefähr 100 rheinpfälzische Separatisten„aus Furcht vor Vergelungsmaßnahmen der Deutschnationalen“ sich nach Diedenhoven geflüchtet hätten und in den Gruben der Gegend beschäftigt würden. Der anhaltische Landtag wurde am Freitag geschlossen. Die Neuwahlen wurden auf den 22. Juni festgesetzt. Die Merseburger Regierung hat die Masseuversammlung der Kommunisten, die diese auf den Tag der Weihe des Moltkedenkmals in Halle angesagt hatten, verboten. Die bei der Durchsuchung der Räume der russischen Handelsvertretung in Berlin verhafteten Personen sind nunmehr wieder freigelassen worden, da weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr vorliegt. Die Lebensversicherungen deutscher Staatsangehöriger bei italienishen Gesellschaften sind erst kürzlich von der Regierung in Rom beschlagnahmt worden. Es dürfte sich deshalb empfehlen, beim Erwerb italienischer Lebensversicherungen-vorsichtig zu sein. In Paris ist der vom Völkerbund eingesetzte Hugieneausschuh zusammengetreten. Der deutsche Delegierte ist Frofessar Nocht (Hamburg). Die Londoner Blätter berichten, Macdonald und Poincaré haben eine Zusammenkunft für den 20. Mai in Chequers verabredet. Der finnische Reichspräsident hat Prosessor Lauri Ingman mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt. Der Führer der bulgarischen Kommunistischen Partei Blagejew ist gestorben. Senator Lodge will Coolidge seine Weltgerichtspläne unterbreiten. Nach Meldungen aus Tokio ist der französische Gouverneur von Indochina, Merlin, in Tokio angekommen, wo er von den Behörden offiziell empfangen wurde. Allgemeiner Bergarbeiterstreit Kaum ist die Entrüstung über die ungeheuerlichen Forderungen der Sachverständigengutachten etwas abgeflaut und kaum hat sich die Aufregung über die Wahlen gelegt, soll das deutsche Volk wieder in einen neuen Wirwarr hineingestoßen werden. Streik und Aussperrungen in den Bergarbeitergebieten an der Ruhr, in Sachsen und in Oberschlesien drohen mit einem Schlage das gesamte deutsche Wirtschaftsleben bis in seine letzten Ausläufer hinein gewaltsam zu stören. Der Tatbestand ist der, daß sich sämtliche Bergarbeiterverbände geweigert haben, die durch Schiedsspruch geforderte Mehrarbeit zu leisten und die Forderung auf siebenstündige Arbeit unter Tag aufrecht zu erhalten. Wenn auch die christlichen und HirschDunckerschen Verbände ebenso wie der Alte Bergarbeiter=Verband die Generalstreikparole der Kommunistischen Partei abgelehnt haben, weil sie nicht gewillt sind, wirtschaftliche und gewerkschaftliche Tendenzen durch parteipolitische Machinationen trüben zu lassen, so ist der Endeffekt doch derselbe. Die radikale Union fordert zum Generalstreik auf und ihre Mitglieder sind der Parole gefolgt. Die Mitglieder der anderen Verbände beharren aber auf ihren Beschlüssen und werden infolgedessen ausgesperrt. Natürlich wird die Schuld für die Zuspitzung der Lage in den Bergarbeiterrevieren ohne weiteres den Bergherren zugeschrieben. Man macht sie verantwortlich für die Verlängerung der Arbeitszeit für die äußerst minimalen Löhne und wirft ihnen auch unnötige Rigorosität in der Behandlung vor. Was die Fehler in der Behandlung der Belegschaften anbetrifft, so lassen sich diese im einzelnen nicht nachprüfen. Aber die Klagen über die minimalen Löhne bei verlängerter Arbeitszeit sind vollauf berechtigt. Aber wie so oft in Deutschland haben auch jetzt wiederum diese notleidenden Arbeiterschichten die wahren Schuldigen nicht zu entdecken vermocht. Nicht die Bergherren tragen die Schuld an der elenden Lage der Vergarbeiter, sondern einzig und allein die gegen der Willen der deutschen Bergherren erpreßten Micumverträge. Schon allein die Tatsache, daß bei den Verhandlungen über die Micumdiktate die Arbeitnehmerverbände vonseiten der EntenteDer Kampf im Ruhrgebiet Verschärfung der bb. Berlin, 10. Mai.(Eig. Drahtb.) Die Blätter berichten übereinstimmend von einer neuerlichen Verschärfung der Lage im Bergarbeiterstreik. Kommunisten und Separatisten hätten sich neuerdings der Lage bemächtigt und gewännen täglich an Einfluß. Die Zahl der Bergwerke, die stilliegen, hat sich wiederum erhöht. Auch die Gasversorgung der Städte ist vielerorts zum Erliegen gekommen, so in Essen. Der„Vorwärts“ veröffentlicht einen Aufruf, sofort Sammlungen zur Unterstützung der Arbeiter einzuleiten, da es sich bei dem Kampf um die Verteidigung des Achtstundentages handele. Die Lage im Reiche Verlin. 8. Mai. Die Streikbewegung in sämtlichen deutschen Bergwerksrevieren hat sich nach den neuesten in Berlin eingetrofsenen Melbungen ungemein verschärft. Die Führung der Bewegung haben die kommunistischen Betriebsräte sowohl im Ruhrgebiet als auch im oberschlesischen Bergbau vollständig in der Sand. Die Kommunisten haben den Generalstreik für den gesamten deutschen Bergbau unter der Parole:„Fürdie Siebenstundenschicht und erträgliche Lohnbedingungen“ proklamiert und sind unter Anwendung des schärfsten Terrors entschlossen, sämtliche Bergbaubetriebe in Deutschland stillzulegen, Sie rechnen damit, daß es ihnen gelingen werde, die Unternehmer zum Nachgeben auf der ganzen Linien zu zwingen und hoffen damit einen großen politischen Erfolg zu erzielen. Im Ruhrgebiet hat das Austreten der Kommunisten schwere Folgen nach sich gezogen. Unter dem Druck der außerordentlich gespannten Lage versuchen die Separatisten mit allen Mitteln auf die Bewegung Einfluß zu gewinnen. Ihre Führer machen sich an die streikenden Arbeiter heran und nersprechen ihnen große Vorteile für den Fall, daß sie sich auf besondere Verhandlungen mit den französischen Behörden und der Micum einlassen. Tatsächlich sind denn auch einzelne Bergarbeiter=Delegationen an die französischen Besatzungsbehörden mit ihren Wünschen herangetreten. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird Reichsarbeitsminister Dr. Brauns sofort eine Vermittlungsaktion einleiten und unter Umständen die bestreikten Bergwerksgebiete persönlich aufsuchen. Die Recklinghausener Konferenz ergebnislos verlaufen Wtb Recklinghausen, 10. Mai.(Eig. Drahth.) Wie von hier gemeldet wird, hat die gestrige Konferenz zwischen den Vertretern der staatlichen Bergwerke und der Arbeiterschaft dieer Gruben unter dem Vorsitze des Geheimrats Raiffeisen, zu keinem Ergebnis geführt. Die Metallindustrie gefährdet K. Dortmund, 10. Mai.(Eig. Drahtb.) Da die Metallindustrie nur über geringe Kohlenvorräte verfügt, ist in den nächsten Tagen mit erheblichen Betriebseinschränkungen zu rechnen. Das Eisen= und Stahlwerk Hoesch hat, wie die Dortmunder Union, schon damit begonnen. Die wirtschaftlichen Die Stockung der Kohlenzufuhr im Bochumer Bezirk. Bochum, 9. Mai. Auf den großen industriellen Werken des Bochumer Bezirks machen sich schon jetzt die Wirkungen der durch den Lohnstreit im Ruhrbergbau bedingten Stockung der Kohlenzufuhr teilweise recht fühlbar. Der Vochumer Verein ist seit 2 Tagen von jeglicher Kohlen zufuhr seiner Zechen abgeschnitten. Bei der gewoltigen Menge, die das Werk mit seinen großen Nebenbetrieben benötigt, hat es schon jetzt zur Streckung der einzelnen Betriebe übergehen müssen. Am meisten macht sich der Kohlenmangel im Stahlwerk und Hochofenbetrieb nachteilig bemerkbar. Um die einzelnen Betriebe länger in Arbeit zu behalten, hat man in den letzten Tagen die Produktion mesentlich eingeschränkt. Die Belieferung mit Rohblöcken hat völlig aufgehört. Auch das Martinwerk ist seit gestern zum Er liegen gekommen. Die Arbeiter dieses Werkes hat man in anderen Betrieben untergebracht. Die Martinöfen selbst bleiben unter Fener, um bei Wiedereinsetzen der Kohlenförderung den Petrieb sofort wieder aufnehmen zu können. Der Hochofensetrib ist eingeschränkt worden. Bei Fortdauer des Streikes werden bald noch weitere Betriebe des Werkes, die auf große Zufuhren eingestellt sind, zum Stilliegen kommen. Auf der Rombacher Hütte hat seit Donnerstag gleichfalls die Kohlenzufuhr aufgehört. Das Werk ist jedoch in der günstigen Lage, da es sich in Voraussicht der Auswirkungen der Krise im Ruhrberg kau rechtzeitig mit größeren Kohlenmengen eindecken konnte, den Betrieb 14 Tage bis drei Wochen ungestört fortzusetzen, vor ausgesetzt, daß die Arbeiterschaft des Werkes in Tätigkeit bleibt. In Mitleidenschaft gezogen ist nur der Hochofenbetrieb des Werkes, der sich im Siegerland befindet, da die vorhandenen knappen Kohlenmengen nur für kurze Zeit ausreichen; jedoch hofft man, sich anderweitia mit Kohlen eindecken zu können. Die große Sorge der Stadt Bochum ist die Aufrechterhaltung der Gasversorgung, die, wie man hofft, noch drei bis vier Wochen möglich ist. Auch wird die Elektrizitätsversorgung des weiten Gebietes des Elektrizitätswerkes Westfalen in den nächsten Wochen keine Störung erfahren. Das Gemeinschaftswerk bei Hattingen ist noch auf Wochen hinaus mit Koblen versorgt. Knapp sind die Kohlenvorräte bei dem Gemeinschaftswerk Stockum an der Lippe. Aber auch dieses Werk vermag mindestens 14 Tage sein Gebiet in vollem Umfange mit Strom zu versorgen. Englisches Gutachten über die Bergarbeiterlöhne Tu London, 10. Mai.(Eig. Drahtb.) Das Gutachten der Untersuchungskommission über die Löhne im Bergbau ist jetzt veröffentlicht worden. Es stellt fest, daß einlauskömmlicher Lohn für die Bergarbeiter nach Abzug aller steuerlichen Lasten den Vorrang vor allen anderen Lasten des Landes und der Industrie haben müsse. Das Gutachten stellt ferner fest, daß sich die Untertagelöhne denjenigen der Vorkriegszeit nähern, sie aber noch immer nicht erreicht hätten. Die Uebertagelöhne dagegen lägen noch ganz erheblich unter den Löhnen der Vorkriegszeit. Es sei für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes von Vorteil, wenn dies rechtzeitig erkannt und nach Möglichkeit geändert werden könnte. Abflauen des Streiks in Oberschlesien Beuthen, 9. Mai. Die Streitlage im oberschlesischen Grubenrevier hat sich nach den heute vorliegenden Meldungen, etwas gebessert. Formell besteht zwar noch der alte Zustand, die Arbeiter lehnen Verhandlungen ab und die Betriebsräte=Oraanisationen verharren im Streil. Die allgemeine wirtschaftliche Not der Arbeiter hat aber bereits heute wieder zur Arbeitsaufnahme in größerem Umfang geführt. Durchschnittlich beträgt die Zahl der Arbeitswilligen in den einzelnen Gruben 30 Prozent. in einigen Ausnahmen sogar 80 vom Hundert. Voll streiken noch die Julien Hütte, die Kokswerke mit der Reden=Hütte und die Rütgers=Werke r kommission ausgeschaltet wurden, hätte den Arbeitnehmern genügend zu denken geben müssen. Nun aber sind schon bedenkliche Schritte getan und die kommunistischen Organisationen suchen die neue Erregung einzig und allein für sich auszubeuten. Dieser Weg, an Einfluß zu gewinnen, ist nach allen Erfahrungen für die Beauftragten Moskaus der ein fachste Weg. Es geht ihnen garnicht darum, bessere Arbeits= und Lebensbedingungen für ihre Anhänger herauszuschlagen, sondern die Erregung der Unzufriedenheit und die Schürung der Revolution gelten ihnen als Selbstzweck, und das dürften auch die Vergleute Deutschlands bald eingesehen haben. Wie der Vorwärts aus Amsterdam meldet, wird die Arbeitszeitbewegung der deutschen Bergarbeiter von dem Internationalen Gewerkschaftsbüro mit größter Spannung verfolgt. Falls die Lohn= und Arbeitszeitbewegung der deutschen Arbeiterschaft sich zu einem allgemeinen Kampf für den Achtstundentag ausgestalten solle, so könne, wie von maßgebender Seite des Internationalen Gewerkschaftsbüros versichert werde, die deutsche Arbeiterschaft auf die weitgehendste Unterstützung der Gewerkschaftsinternationale rechnen.(Wenn die deutschen Arbeiter nur nicht wieder dabei hereinfallen!) Noch trübere Aussichten eröffnet der Generalstreik der Bergarbeiter auf währungspolitischem Gebiete. Ungezählte Kräfte sind ohnehin am Werke, die Quellen müheloser Inflationsgewinne wieder zu eröffnen, d. h. auch die Rentenmark wieder ins Fallen zu bringen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Bestand der Rentenmark bildet einmal das Nachlassen des außenpolitischen Druckes auf Deutschland und dann der ungehemmte Fortgang und die allmähliche Besserung unseres Wirtschaftslebens. Die Verschärfung des außenpolitischen Druckes ist bei längerer Arbeitsruhe im Kohlenbergbau und damit längerem Stocken der Kohlenlieferungen an Frankreich und Belgivn unausbleiblich und die Wirtschaft muß sehr bald eingeschränkt werden, eine weitere Ver schlechterung unserer Handelsbilanz ist die natürliche Folge: das Rückgrat der Rentenmart wäre gebrochen. Was dann werden soll, ist überhaupt nicht auszudenten. Die Zechenverwaltungen behaupten, daß sie an keine Lohnerhöhungen denken könnten und weisen auf die dreifache Belastung Sonntag, den 11. Mai, nachmittags 3 Uhr. Hauptrennen: 7500 G.M. 6 000 G.M. 5000 G.M. 3 Ehren- und 30500 GM. Geldpreise. Rotsiegel-Preis Preis der Grafschaft Moerser Jagdrennen (über die sehwere Bahn). Vorverkauf von Logenkarten im Sekretariat Friedrichstr. 23 Fahrradstand auf der Rennbahn. Krofelder Ronnvorein. des Berghaues hin: Reparationsabgabe, Kohlensteuer und Kohlenlieferungen an die Regie, für welch letztere eine die Selbstkosten nicht deckende Vergütung gewährt würde. Eine Lohnerhöhung be deute aber zum mindesten eine Kohlenpreiserhöhung, und eine solche sei für Industrie und Ausfuhr nicht diskutabel. * Es ist zweifellos kein Zweifel, daß ausgerechnet am Tage nac, Bekanntwerden des vollen kommunistischen Wahlerfolges bei den Reichstagswahlen dieser Streik gegen den Willen der Gewerk schaften ausbrach. Die Kommunisten haben es durch ihre poli tische Organisation fertiggebracht, die Bergarbeiter in den von der Aussperrung nicht betroffenen Gebieten über den Kopf der Gewerkschaften hinweg in den Streik zu hetzen. Der Streik ist ein Ersolg des politischen Linksradikalismus. Er hat in der kommu nistischen Wühlarbeit seine eigentliche Wurzel. Die Stimmung der deutschen Arbeiterschaft ist ja zweifellos radikalen Einwirkungen seit einer Reihe von Wochen in erhöhtem Maße zugänglich. Der durch die Markstabilisierung bedingte schroffe Wechsel in den Arbeitsbedingungen und vor allem die dadurch bedingte weitgreifende Verminderung der Arbeitsmöglichkeit hat die deutschen Lohn= und Gehaltsempfänger in eine außergewöhnlich harte wirtschaftliche Lage gebracht. Anfänglich hat die Arbeiter=, Beamtenund Angestelltenschaft in Erkenntnis der Notwendigkeit der Währungssanierung die großen Opfer im großen und ganzen aner kannt, umso williger anerkennt, als sie allgemein damit vertröstet wurden, daß nach Behebung der ersten Uebergangsschwierigkeiten erträglichere Verhältnisse Platz greifen würden. Zwar gehören Lohn= und Arbeitszeitkämpfe schon seit den ersten Zeiten der Markstabilisierung zu den regelmäßig wiederlehrenden, mehr oder minder stark fühlbaren Erschütterungen des Wirtschaftslebens aber das liegt bis zu einem Grade zwangsläufig in der Geschäftsstockung, Geldverknappung usw. Immerhin, der politische Radi kalismus fand günstigen Nährboden und er nützte die Stunde, wie die Reichstagswahlen zeigen. Die Not trieb die Massen umso stärker ins radikale Lager, als die Unternehmerschaft da und dort den Eindruck aufkommen ließen, daß sie der seelischen Einstellung der Arbeitnehmerschaft nicht das nötige Verständnis entgegenbringe. Es scheint doch, als würde der Zeitpunkt für die Beendigung des Uebergangsstadiums da und dort über Gebühr hinausgeschoben. Anscheinend will man da und dort dem Arbeiter nicht zugute halten, daß er eine gewisse Uebergangszeit braucht aus den volkswirtschaftlich überspannten, jahrelangen Revolutions= und Inflationsverhältnissen, während man anderseits selbst schon nach wenigen Monaten an der ungehemmteren Verfügung nicht nur über die Betriebe, sondern auch über die Betriebskräfte mehr Gefallen fand, als eben auch wieder der geregelte Wirtschaftsgang ertragen kann. Für den Radikalismus in der Arbeiterschaft ist dadurch natürlich Tür und Tor geöffnet und die ersten Generalproben dafür haben wir jetzt einmal in den Reichstagswahlen und dann an dem unseligen Generalstreit der Bergarbeiter. B. K. Volksentscheid über das Gutachten Wtb. Berlin. 9. Mai.(Eig. Drahtb.) Wie der sozialdemokratische Parlamentsdienst erfährt, hat der Vorstand der V. S. D. in seiner heutigen Sitzung einstimmig den Beschluß gesaßt, in der Frage der Annahme oder Ablehnung der Sachverständigenvorschläge den Volksentscheid zu beantragen. Da der Kampf zwischen den 23 Parteien die erforderliche Klarheit nicht gebracht habe, so soll das Volk selbst durch ja oder nein entscheiden. Die sozialdemokratische Fraktion wollte mit ihrem Beschluß, einen Volksentscheid über Annahme oder Ablehnung des Sachverst.ndigengutachtens herbeiführen, nach unserer Information nicht eine sofortige Aktion einleiten, sondern durch die Ankündigung nur die Möglichkeit schaffen, die Revision eines ablehnenden Beschlusses durchzusetzen. Nichtsdestoweniger betrachtet man diesen überraschenden Beschluß in der bürgerlichen Mitte als einen praktisch nicht sonderlich gut gewählten Vorstoß. Von den Deutschnationalen haben sich verschiedene Gruppen, so der Landbund, gegen das Gutachten ausgesprochen. Die Frage, ob die Fraktion als solche das gleiche tut, ist aber zum wenigsten noch ungeklärt. Man neigt nach wie vor der Auffassung zu, daß sie schließlich das Gutachten annehmen wird, und damit also die notwendige Zweidrittelmehrheit für die auf Grund des Sachverständigenberichts notwendigen Gesetze im Reichstag vorhanden ist. Die Stellungnahme der Presse zum Volksentscheid wtb. Berlin, 10. Mai.(Eig. Drahtb.) Der Beschluß des sozialdemokratischen Parteivorstandes, einen Volksentscheid über die Frage der Annahme oder Ablehnung der SachverständigenGutachten zu beantragen, findet fast in der gesamten Presse ungünstige Aufnahme. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung“ nennt den Beschluß eine tölpelhafte Spielerei oder politische Frivolität. Der„Germania“ erscheint der Beschluß wenig überlegt. Da der Reichstag zu dem Gutachten noch nicht Stellung genommen habe, sei der fozialdemokratische Plan völlig vorläufig überflüssig und verkennt das Wesen des Volksentscheides, der nicht den Reichstag ausschalten oder ersetzen soll, sondern eine Art Aufsichtsstand des Volkes über den Reichstag sei. Das„Tageblatt“ hält die ganze Idee für sehr wenig günstig und versucht, die Verantwortung für die Annahme oder die Ablehnung es Gutachtedns von den Parteien abzuwälzen und auf das Volk zu übertragen für einen politischen Fehler. Ernste Anruhen in Indien Tu London. 10. Mai.(Elg. Drahtb.) Das Kolonialamt teilt mith, daß sich am 4. Mai in Hediapur in Indien ernste Unruhen ereignet haben. Zwischen neuausgehobenen Soldaten und Geschäftsinhabern kam es zu erheblichen Reibereien, die in einen Tumult ausarteten, als die Bevölkerung für die Geschäftsinhaber Partei ergräff. Die Zahl der Toten und Verwundeten, die es bei den schweren Straßenkämpfen gab, ist sanz bedeutend und dürfte mehrere Hundert übersteigen. Luftkrieg in Afrika Wib Madrid, 10. Mai.(Eig. Drahtb.) Die spanische Presse veröffentlicht eine Verfügung des Kommandeurs der spanischen Luftstreitkräfte, wonach sich alle Angehörigen der Luftstreitkräfte bereit zu halten haben, einem Rufe zur Einschiffung nach Afrika zu folgen, um in den dortigen Kämpfen gegen die Eingeborenen Verwendung zu finden. Russische Sühneforderung an Deutschland. Berlin, 8. Mai. Der russische Botschafter in Berlin, Krestinsky, hat vor seiner Abreise nach Moskau der Reichsregierung mitgeteilt, daß die russische Regierung wegen des Vorgehens der deutschen Polizeibebörde gegen die russische Handelsvertretung in Berlin volle Genugtuung verlangen müsse. Die einzelnen Sühneforderungen würden der deutschen Regierung noch mitgeteilt werden. Von der Erfüllung dieser Forderungen werde es abhängen, ob die russische Regierung den bereits ausgesprochenen Handelsboykott gegen Deutschland wieder rückgängig machen werde. Wie wir aus den Kreisen der rullischen Botschatt in Berlin erfahren, fordert die russische Regierung die Maßregelung des Leiters der Berliner politischen Polizei, Oberregierungsrat Dr. Weiß. Dieser Beamte sei für den Zwischenfall in der russischen Handelsvertretung ganz besonders verantwortlich, er habe nicht nur die gewaltsame Erbrechung der Schreibtische der russischen Handelsvertretung veranlaßt, sondern auch gegen hohe Beamte der russischen Botschaft eine beleidigende Haltung eingenommen. Landwirtschaftliche Ausstellung in Breslau Breslau, 8. Mai. Heute nachmittag wurde der 55. Landwirtschaftliche Maschinentag im Beisein des Landwirtschaftsminister im Marmorsaale der Jahrhunderthalle feierlich eröfsnet. Der Stadtrat Let begrüßte die Erschienenen, besonders den Minister und die Spitzen der Behörden. Die Ausstellung bedeckt eine Fläche von 100 000 Quadratmetern, die Zahl der Ausstellerbeträge etwa 200. Mit dem Maschinenmarkt ist eine wissenschaftliche Ausstellung der Landwirtschaftskammern, eine technische Messe der Baumesse, eine Ausstellung von Rohbedarf, eine Bau= und Betriebstechnische Ausstellung verbunden. Prof. Heinel,der Vorsitzende des Vereins deutscher Ingenieure, teilte mit, daß die technische Hochschule Breslau den Stadtrat Leß und den Musikdirektor Karl Wilhelm Wolff wegen ihrer Verdienste um das Zustandekommen und der Förderung der Ausstellung zu Ehrensenatoren ernannt hat. Landwirtschaftliche Ausstellung in Prag Mit dem langsamen Wiederaufblühen der Wirtschaft wächst auch in allen Ländern die Freude am Zeigen und Darstellen neuer Kraft. So veranstaltet vom 15. blis 20. Mali der „Landwirtschaftliche Verband der Tschechoslowakischen Republik“ auf dem großen Ausstellungsplatz in dem früheren königlichen Baumgarten in Prag eine landwirtschaftliche Ausstellung, bei der auch unsere in der Tschechoslowakei ansässigen Volksgenossen ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben werden. Die Ausstellung hat die Aufgabe, ein Bild der Verhällnisse der landwirtschaftlichen und landwirtschaftlich=industriellen Produktion in der ganzen Tschechoslowalischen Republik darzustellen. Die Ausstellung soll außerdem erziehend wirken, den direkten Verkehr der Erzeuger und Verbbraucher vermitteln, und den Fortschritt der Produktion, des Handels und des Bedarfs in der Landwirtschaft untertützen. Die Vorbereitungen zu dieser Ausstellung sind schon ziemlich vorgeschrilten; sie wird in folgende Hauptgruppen eingeteilt werden: Landeskultur, Pflanzenproduktion, Waldproduktion, animalische Produktion, landwirtschaftliche Industrie, landwirtschaftliches Genossenschaftswesen, landwirtschaftliches Bauwesen. Andere Spezialausstellungen, die dieser Ausstellung angegliedert werden, sind: Futtermittelausstellung und Futtermittelkonservation, Garlen= und Obstausstellung, Ausstellung der tschechoflewakischen Touristik und der tschechoslowakischen Bäder, Zischausstellung, besondere Ausstellung der technischen Kanzlei des Landeskulturrates, Hundeausstellung aller Rassen, veranstaltet vom Jagd= und kynologischen Reichsverband. Die Wanderversammlung der D. L. Mit der Hamburger Wanderausstellung(27. Mai bis 1. Juni) ist die 39. Wanderversammlung der Deutschen LandwirtschaftsGesellschaft verbunden. Eine Reihe öffentlicher Versammlungen, die sich mit den Verhältnissen des Ausstellungsgaues und mit den Ergehnissen der Richterurteile beschäftigen, sind anberaumt. Die Haupiversammlung(30. Mai) bringt u. a. einen Vortrag über Entwicklung und Stand der mecklenburgischen Landwirtschaft In der gemeinsamen Versammlung der Tier zucht=Abteilung(29. Mai) werden Berichte erstattet über Warmblut, Kaltblut, Rinder, Schafe, Edelschweine, veredelte Landschweine und Verkshires. Den Geflügel= und Bienenzüchtern ist am 29. Mai je eine besondere Versammlung gewidmet, die sich außer der Ausstellungs=Berichterstattung mit verschiedenen wichtigen Fragen aus dem Bereiche dieser Kleintierzuchten befaßt. Eine reichhaltige Tagesordnung weist eine öffentliche Sitzung des Sonderausschusses für Landwirtschaft(28. Mai) auf, die sich auf die Ausbildung junger Mädchen in der Hauswirtschaft, die ländliche Haushaltspflegerin, die Einrichtung elektrischer Hauswäschereien erstreckt und mit der Vorführung eines Films über Müllverwertung abschließt. Schließlich beschäftigt sich cine öffentliche Versammlung zur Förderung der Landarbeitsforschung mit wichtigen Ergebnissen ddieses Arbeitsgebietes. Steuerfragen auf der D. L. G.=Ausstellung Der Beirat der Betriebs= und Steuerstelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat tritt am 30. Mai während der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts=Gesellschaft in Hamburg zu einer wichtigen Besprechung der grundsätzlichen und praktischen Steuerfragen zusammen. Im Mittelpunkte der Veratungen werden zwei wissenschaftliche Vorträge von Dr. Sagawe=Berlin über die Ergebnisse seiner bisherigen betriebswissenschaftlichen Forschungen und von Präsident a. D. van der Borght=Berlin über die finanzpolitische Bedeutung der Steuerpolitik stehen. Im übrigen sind die Verhandlungen praktischen Fragen der Steuerpolitik und Steuerreform, der Buchführung und der Betriebswissenschaft gewidmet. Kölner Tagung des Reichslandbundes Köln, 9. Mai. Der Reichslandbund, Bezirk Mittelrhein, hielt heute nachmittag in Köln eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordheter Schwecht, widmete zunächst dem verstorbenen Führer des Bundes Dr. Roesicke einen ehrenden Nachruf. Dann betonte er die Notwendigkeit der Organisierung der Arbeit im gegebenen Augenblick, da man der Landwirtschaft den Kampf aufzwinge. Der Reichslandbund als Kampforganisation wird diesem Kampf nicht aus dem Wege gehen. Er wird seinen anererbten Boden schützen und ihn ungeteilt auf seine Kinder übergehen. Der rheinische Landwirt sei bereit, im Interesse des Volksganzen die schwersten Opfer zu bringen, müsse aber darauf bestehen, daß er ein freier Bauer auf freiem Boden bleibe. Der Präsident des Reichslandbundes Hepp nahm in einstündigem Vortrag Stellung zu einer Reihe innen= und außenpolitischer Fragen. Er verteidigte die Stellung des Bundes zu dem Sachverständigen=wutachten, das er nicht als geeignete Grundlage zu Verhandlungen anerkannte. Es bedeute keine Lösung der Wiederherstellungsfrage, dazu habe es sehr bedenkliche Seiten, wie den Eingriff in die Eisenbahn, Notenbanken usw. Des weiteren ging er auf die große wirtschaftliche Krise ein, die das ganze Land durchmache und die nicht eher verschwände, so lange nicht der Versailler Vertrag beseitigt sei. Der Bauer werde in einem wirtschaftlichen Kampf die Kerntruppen abgeben. Wenn auch der große Existenzkampf der Landwirtschaft hinter den großen nationalen Kampf zurückgestellt werden müsse, so müsse doch verlangt werden, daß der neue Reichstag den Agrarzoll einführe, die verwirrende Steuergesetzgebung beseitige usw. Der Redner wandte sich weiter gegen die Konzentration der wirtschaftlichen Macht. Er verlangte die Bekämpfung der Kartelle und Syndikate und forderte großen Einfluß der Landwirtschaft auf die Preisgestaltung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Die„Dürener Krankheit" eine entschädigungspflichtige Seuche Düsseldorf, 10. Mai. Seit einiger Zeit ist unter den Rindviehbeständen der Rheinprovinz, und zwar zunächst in der Dürener Gegend, eine Krankheit aufgetreten, die ganze Bestände hinwegrafft. Ob es sich um eine Seuche oder um eine Futtervergiftung handelt, ist noch nicht festgestellt. Der Provinzialausschuß der Rheinprovinz hat mit Rücksicht auf die schweren wirtschaftlichen Schädigungen der betreffenden Landwirte beschlossen, die Krankheit unter die entschädigungspflichtigen Seuchen auf Grund des Viehseuchengesetzes aufzunehmen und für die gefallenenTiere eine Entschädigung in Höhe von vier Fünftel des Schätzungswertes zu zahlen. Die Entschädigung soll mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1923 ab gezahlt werden, jedoch sollen für die schon gefallenen Tiere nur Pauschalbeträge gewährt werden. Der Beschluß bedarf noch der Genehmigung des Landwirtschaftsministeriums. Sobald diese erteilt ist, wird die Entschädigungszahlung durchgeführt werden. Feuerversicherung auf dem Lande In Nr. 16 der Landwirtschaftlichen Zeitschrift für die Rheinprovinz schreibt man u. a.: „Bis in die allerletzten Monate haben die privaten Feuerversicherungsgesellschaften sich um die landwirtschaftlichen Objekte gar nicht bekümmert, im Gegenteil wurde langjährigen Versicherten, welche der Landwirtschaft angehörten, gekündigt. Diese nahm die Provinzial=Feuerversicherungsanstalt für die Rheinpovinz auf. Gegenwärtig erleben wir das umgekehrte Schauspiel. Die Agenten dieser privaten Gesellschaften laufen sich die Beine ab und überreden die Landwirte, daß sie die bei der„Provinzial“ getätigte Versicherung aufkündigen. Kündigungsformulare haben diese Agenten stets bei der Hand und mit dem nötigen Aufwand von Ueberredung bringen sie es so weit, daß das Kündigungsschreiben vollzogen wird.— Wenn die Frage aufgeworfen wird: Soll der Landwirt eine Versicherung bei der Provinzial=Feuerversicherungsanstalt aufkündigen?. so kann die Antwort nur lauten: Bleibe bei der„Provinzial!“ Sie hat dich und deine Berufsgenossen aufgenommen, als diejenigen, die jetzt um deine Gunst werben, abseits standen, ja vielfach die Landwirte aus der Versicherung hinausgeworfen haben. Sobald du deinen Antrag bei der„Provinzial“ eingereicht hast, bist du schon versichert. Die Ueberschüsse, welche erzielt werden, werden gemeinnützigen Zwecken, z. B. für die Vervollkommnung der Feuerwehr und den Löschapparaten auf dem Lande zugeführt. Sehr wichtig sind gerade für den Landwirt die Zusatzbedingungen über den Umfang der landwirtschaftlichen Veksicherung. Diese sind, bei der„Provinzial“ geradezu für die Landwirtschaft zugeschnitten, während davon bei den privaten Gesellschaften meist nichts verlautet. Wenn also einmal ein Schadensfall später zu regulieren ist, wird es mit den privaten Gesellschaften viele Differenzen geben, während die„Provinzial“ die größte Kulanz gezeigt hat. Will der Landwirt vor jeglichem Schaden bewahrt sein, so wende er auch sein Augenmerk auf die Umlageversicherung bei der Provinzial=Feuerversicherungsanstalt. Die Geschäftsführer sind immer in der Lage, darüber jede Auskunft zu erteilen.“ Verpachtung von Kirchenland In Nr. 10 des„Kirchlichen Anzeigers“ vom 1. Mai macht das Generalvikariat folgendes bekannt: Verpachtungen. Mit Rücksicht darauf, daß in jüngster Zeit von verschiedenen Seiten wieder Beschwerden über Unzuträglichkeiten bei der Verpachtung von Kirchenländereien erhoben worden sind, nehmen wir Veranlassung, die Kirchenvorstände nochmals auf die unter Nr. 225 des„Kirchlichen Anzeigers“ vom 25. Oktober 1923 veröffentlichten Richtlinien für die Verpachtung hin zuweisen mit dem Ersuchen, diese Richtlinien möglichst einzuhalten und nur aus zwingenden Gründen in besonderen Fällen von denselben abzuweichen. Die Bekanntmachung in Nr. 20 des„Kirchlichen Anzeiger“ vom 25. Oktober 1923 lautete: „Zur Vermeidung von zahlreichen Beschwerden, welche in jüngster Zeit wegen der unvernünftigen Preistreibereien bei Verpachtungen von Kirchenländereien an uns gelangt sind, sehen wir uns veranlaßt, den Kirchenvorständen für Neuner pachtungen das folgende Verfahren zu empfehlen: 1. Vor jeder Neuverpachtung wird zunächst durch eine Kommission, bestehend aus dem Pfarrer und zwei Sachverständigen, nämlich einem Verpächter und einem Pächter, der jedoch nicht Pächter der betreffenden Kirche sein darf, für jede der zu verpachtenden Parzellen eine angemessene Pacht für 25 Ar in Naturalien festgesetzt. 2. Zu dem so festgestellten Pachtbetrage wird das betreffende Grundstück für die Verpachtung öffentlich ausgesteilt, und es kann auf Grund dieses Mindestpreises weitergeboten werden, jedoch dürfen die Mehrgebote 50 Proz. der Grundtaxe nicht übersteigen, so daß das Höchstgebot nur die letztere und 50 Proz. betragen kann. Bieten mehrere Reflektanten die Höchstgrenze, so erhält der bisherige Pächter, bezw. nach dessen Ableben seine die Wirt schaft fortführende Witwe und Kinder den Vorzug; im übrigen entscheidet das Los. 3. Die auf das Pachtgrundstück entfallende Steuer zahlt der betreffende Pächter. 4. Die Genehmigung der Erzbischöflichen Behörde bleibt in allen Fällen vorbehalten. Das erzbischöfliche Generalvikariat.“ Mitteilungen * Neue Erlaubnisscheine für Waffen und Munition. Wir brachten gestern eine Nachricht aus Düsseldorf über eine Verfügung des Generals Degoutte über neue Erlaubnisscheine für Waffen und Munition. Wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, bezieht sich diese Verfügung nur auf den Brückenkopf Düsseldorf und das Ruhrgebiet, nicht aber auf den diesseitigen Bezirk. hk Messesonderzüge Kleve=Krefeld=Köln. Auf Anregung der Industrie= und Handelskammer zu Krefeld wird in der Zeit vom 11.—17. Mai täglich ein besonderes Messezugpaar als Eilverbindung zwischen Kleve=Krefeld=Köln gefahren. Die Züge wurden beantragt, weil die bestehenden Verbindungen für die besonderen Zwece der Messe nicht ausreichen und vor allen Dingen nicht günstig liegen. Nunmehr ist es Ausstellern und Besuchern der Messe möglich, täglich rechtzeitig in Köln einzutreffen und des abends nach Messeschluß zurückzukehren. Auf die günstige Fahrgelegenheit wird daher besonders hingewiesen. Die Züge verkehren etwa in nachstehendem Fahrplan: ab Kleve vormittags 6,40 Uhr, ab Krefeld Uhr, ab Neuß 8,20 Uhr, an Köln 9,10 Uhr vormittags. Rückfahrt ab Köln 7.30 Uhr abends, an Neuß 8,10 Uhr, an Krefeld 8.40 Uhr, an Kleve 10 Uhr abends. Die Züge halten außerdem an den bekannten Eilzugstationen Goch, Kevelaer, Geldern, Kempen. Die genauen Fahrzeiten werden noch bekannt gegeben. saal. 6 Italiener in Amerika gehängt. Wib Amite City. 10. Mai.(Ejg. Drahtb.) Gestern wurden hier 6 Italiener wegen Mordes an einem Restaurateur gehängt, trotzdem nur einem der Verurteilten die Teilnahme an dem Verbrechen nachgewiesen werden konnte. Mussolini hatte sich s. Zp. nach der Urteilsfällung vergeblich um die Begnadigung der Verurteilten bemüht. Das Urteill löste in Italien lebhafte Erregung S, M Seuche RindviehDürener hinwegergiftung n hat ingen der die entngesetzes igung tes zu vom 1. gefallenen bedarf Sobald hrt werRheinFeuerverbjekte gar rsicherten, ahm die für die mgekehrte laufen die bei Kündiand und sie es so — Wenn rsicherung igen?. so ial!“ Sie diejenigen, ielfach die Sobald st, bist du werden er Feuerct. 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Die unansehnlichen, bescheidenen Nippeshändler erweckten bisher keinen Verdacht. Neuerdings stellte sich durch einen Zufall heraus, daß zumindest die Hälfte dieser chinesischen Straßenverkäufer Mitglieder einer japanischen Verbrecherorganisation sind, die ganz Mitteleuropa überschwemmt. Nach einer weiteren Pressemeldung gab die Odessa=Polizei seit Februar 12 chinesischen und japanischen Straßenverkäufern die Aufenthaltsbewilligung für das Gebiet von Odessa. Der Polizei war es aufgefallen, daß die Chinesen trotz schlechten Geschäftsganges sich in der Sladt aufhielten und sie wurden unter polizeiliche Kontrolle gestellt. Diese Kontrolle ergab, daß die Händler, die die verschiedenen Gast= und Kaffeehäuser unter sich aufgeteilt hatten und allem Anschein nach in keinem Zusammenhang miteinander standen, geheime Zusammenkünfte hatten. Ein Chinese, mit Namen Ichiro Amei, der im Mittelpunkt der Stadt eine schön eingerichtete Wohnung besaß, wurde besonders beobachtet. Seine Besuche waren junge Mädchen und verschleierte ältere Damen. Schließlich besetzten Detektive das Wirtshaus in der Vorstadt, wo sich die Chinesen zu versammeln pflegten. Sie spielten verkleidet die Rolle betrunkener Matrosen. Hier trat Ichiro Amei zum Tisch der verkleideten Detektive, stellte sich als Schiffsagent vor und verpflichfete vier Detektive für 3 Monate für den japanischen Dampfer Okisima. Der Dampfer stand am nächsten Tage abfahrtbereit, als die Polizei an Bord erschien. Nachdem das Schiffspersonal verhaftet wurde, konnte das Geheimnis der Chinesen rasch enthüllt werden. Auf dem Dampfer wurden 40 junge Mädchen vorgefunden, darunter 26 Ungarinnen, 10 Rumäninnen und 4 Russinnen. Ichiro Amei, in die Enge geführt, gestand, die Mädchen hätten ihr Vaterland verlassen, um„Sklavinnen einer weitverzweigten Mädchenhändler=Organisation“ zu werden. Nach seinem Geständnis sind gegenwärtig in Europa etwa 800 Mitglieder der Organisation tätig. In Odessa wurden 26 chinesische Mädchenhändler verhaftet. Wir geben hiervon Kenntnis, weil nach polizeilichen Meldungen auch Chinesen sich im Rheinland ohne Beschäftigung aufhalten und, über den Zweck ihres Hierseins befragt, keine genügende Auskunft zu geben vermögen. Neuerdings sind auch in Krefeld über ein Dutzend chinesische Händler eingetroffen, die angeblich mit Zigarettenspitzen, Blumenvasen und dergleichen handeln. Wir werden gebeten, zur Vorsicht zu mahnen aller * Mannheim, 8. Mai. In der Nacht zum 6. Mai wurde auf den von Mannheim nach Lampertsheim fahrenden, die Station um 1,30 Uhr fahrplanmäßig verlassenden Personenzug ein verbrecherischer Anschlag verübt, indem von der an der Südseite der Riedbahnbrücke stehenden, in den Boden eingélassenen 3¼ Meter langen Eisenbahnschienen, eine aus dem Boden herausgerissen und unmittelbar vor dem Zugang der Brücke quer über den Schienenstrang gelegt wurde. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß keine Entgleisung erfolgte, die bei der Brücke schwere Folgen hätte haben können. Von den Tätern fehlt jede Spur. Die Reichsbahndirektion Mainz hat zur Ermittlung der Täter eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Berlin, 7. Mai. In der Skalitzerstraße überfuhr ein Automobil beim Ueberholen einer Droschke drei Frauen, die die Straße kreuzen wollten. Eine der Frauen wurde getötet, die zweite schwer und die dritte leichter verletzt. Der Kraftwagenführer wurde festgenommen. * Berlin, 9. Mai. Der Stadtsekretär Josef Mende wurde gestern nachmittag auf der Treppe vor seiner Wohnung von dem Schneidermeister Severa erschofsen. Der Täter stellte sich der Polizei und gab an, daß er die Tat aus Rache begangen habe in der Annahme, daß Mende in einer Wohnungsangelegenheit einen gegen ihn ungunstigen Bescheid erwirkt habe. Hamburg, 9. Mai. Heute abend gegen ½8 Uhr brach im Hamburger Freihafen Großfeuer aus. Der Schuppen der burger Freihafenlagerhausgesellschaft, der eine Ausdehnung von einigen Hundert Metern hat, steht in Flammen. Die Feuerwehr ist mit allen verfügbaren Kräften zur Stelle. Der Schaden— in dem Lagerhaus befanden sich große Bestände an Baumwolle und Fetten— ist sehr groß. Kiel, 8. Mai. Das von hier kommende Auto eines Gastwirtes erlitt gestern abend in der Nähc von Gettorf einen Reifenschaden und überschlug sich. Von den Insassen wurden zwei tödlich und einer schwer und drei leicht verletzt. * Hindenburg, 9. Mai. Bei Ausbesserungsarbeiten im Schacht der Hedwigswunsch=Grube brachen, als ein Damm durchschlagen wurde, giftige Gase ein. Von den fünf Mann, die an der Stelle arbeiteten, konnten vier mit Mühe und Not gerettet werden, während der fünfte erstickte. Wtb. Newyork(Funkspruch), 10. Mai. Wie der Marinesekretär Wilbur hier in einer Rede mitteilte, wird das Lenkluftschiff „Zr. 3“, das gegenwärtig in Deutschland für die Vereinigten Staaten gebaut wird, nach dem Eintreffen in diesem Herbst von der Marine zu einem Versuch verwendet werden, um zu erweisen, daß die Post zwischen den Vereinigten Staaten und Europa in zwei Tagen oder weniger befördert werden könne. Newyork, 6. Mai. In einem Landstädtchen im Staate Newyork hat die Frau eines im Gefängnis sitzenden Mörders ihren Mann auf romantische Weise befreit. Sie besuchte ihn mit ihrer Schwester, und als sie mit dem Wärter die Zelle betreten hatten, reichte sie ihrem Mann blitzschnell einen Revolver und bedrohte mit einem zwetten den Wärter, sodaß sie mit dem Häftling entweichen und den Wärter in die Zelle einsperren konnte. Wesideutschland Velbert, 10. Mai. Der Wirt Mühlenmeister, der in der Nacht zum Mittwoch vom Hilfspolizeibeamten Baron einen Bauchschuß erhielt, ist Freitag im hiesigen Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. * Velbert, 8. Mai. Am Sonntagvormittag stellte sich heraus, daß vor den Wahllokalen Wahlzettel mit der Aufschrift„Bürgerliche Einheitsliste“ verteilt wurden. Da eine solche Listenbezeichnung in Velbert nicht existiert, wurden die Wahlvorsteher vom Bürgermeister von der Ungültigkeit dieser Wahlzettel benachrichtigt. Man vermutet, daß es sich um Wahlschwindel handelt. * Bingen, 8. Mai. Das Hochwasser des Rheins hat sich wieder ziemlich verlaufen, sodaß die Schiffahrt auf dem mittlern Rhein heute wieder flott geworden ist. * Frankfurt a. M., 9. Mai. Die Universität fotdert von den Studierenden für das Sommersemester 75 Goldmark, wozu noch 80—90 Goldmark Kolleggelder kommen. Das ist für die Mehrzahl der Studenten unerschwinglich. Der Vorstand der Frankfurter Studentenschaft hat deshalb dieStudierenden der Universität Frankfurt aufgefordert, solange keine Studiergelder zu zahlen, bis sich der Senat zu einer Ermäßigung bereit erklärt. Frankfurt a. M., 9. Mai. Hier wurde ein Vogelhändler verhaftet. Es ist festgestellt, daß er in zahlreichen Zoologischen Gärten in Frankfurt, Leipzig, Dresden, Berlin und Halle seltene exotische Vögel gestohlen hat. Kirchheimbolanden(Pfalz). 9. Mai. Die 80jährige Frau eines Schreinermeisters verbrannte bei lebendigem Leibe. Nachbarn, die plötzlich Hiferufe hörten, fanden die Greisin in Flammen gehüllt. Die Unglückliche starb bald. Ueber die Ursache des Brandes besteht keine Klarheit. Mainz, 9. Mai. Die Hochwasserkatastrophe in Nheinhessen hat die Zentrumsabgeordneten Blank und Felder zu einer Anfrage an die Regierung veranlaßt, in der um Auskunft gebeten wird, ob die Ueberschwemmung weiter rheinhessischer Gebiete der Regierung bekannt ist, und was die Regierung zum Schutze der Geschädigten tun will. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß der Schaden umso schwerer sei, als das Hochwasser in diesem Jahre sehr spät einsetzte, und die Landwirte ihre Felder größtenteils schon bestellt hatten. Darmstadt, 9. Mai. Unter großer Beteiligung wurde im Zusammenhang mit dem 27. deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftstage die Enthüllung eines Denkmals für den Gründer des Reichsverbandes der Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaften, Geheimras Wilhelm Haas, vorgenommen. Haas stand 30 Jahre lang von der Gründung bis zu seinem Tode an der Spitze des Reichsverbandes, den er zu hoher Blüte brachte Vom * Osterath, S. Mai. In der Brauerei Gebr. Bacher ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der 57 Jahre alte Küfer Berthold aus Düsseldorf stürzte von einer Treppe, nur vier Treppenstufen tief, herab. Er brach das Genick und war sofort tot. Osterath, 9. Mai. In der Sitzung des Gemeinderates stand in der Hauptsache der Haushaltsplan für 1924 und seine Deckung zur Beratung. Der Haushaltsplan wurde genehmigt und zur Deckung des Fehlbetrages beschlossen, 135 Proz. Zuschlag zur staatlichen Veranlagung zur Grundvermögenssteuer zu erheben, und als Erwerbssteuer 400 Proz. Zuschlag zu den Grundbeträgen der Einkommenssteuervorausleistungssätze sowie 1500 Proz. zu der Grundzahl der Löhne und Gehälter festzustellen. Neben diesem Hauptpunkt der Tagesordnung der ohne Erörterung einstimmig erledigt wurde, wurde noch über minderwichtige Fragen verhandelt. * Kleve, 9. Mai. Das Hochwasser ist, nachdem es in der Nacht noch eine Kleinigkeit gestiegen war, gestern morgen am Alten Rhein zum Stillstand gekommen. Nach den Berichten alter Leute soll ein Mai=Hochwasser in diesem Umfange seit 100 Jahren nicht beobachtet worden sein. Cleve, 9. Mai. Das Finanzamt teilt uns mit, daß am 15. Mai dss Is. die 2. Vierteljahrsrate der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für das Steuerjahr 1924 fällig wird, und daß bei nicht pünktlicher Zahlung empfindliche Verzugszuschläge erhoben werden. und Recht Viehmärkte Leer, 7. Mai. Der heutige Zucht= und Nutzviehmarkt war reichlich mit allen Sorten Vieh beschickt. Es standen ungefähr 500 Stück Vieh zum Verkauf. Der Handel war viel schleppender wie an den Vormärkten, infolge der schlechten Witterung und weil kein bares Geld vorhanden ist. 1. Qualität Kühe und Rinder nicht angetrieben. 2. Qualität Kühe und Rinder 300400 M., 3. Qualität 150—250 M., Bullen ca. 1 Jahr 100 bis 300 M., Güste Rinder 1—2 Jahr 100—250 M., Weidevieh fast unverkäuflich. Schafe 15—30 M., Lämmer(Böcke) 5—6 M., Lämmer Mutterlämmer) 8—10 M., Schweine(Ferkel) 10—18 M., Läuferschweine nicht angetrieben. Produktenmärkte Kreseld, 7. Mai. Obst= und Gemüsemarkt. Spinat 3 bis 16, Kohlsprossen 13, Schnittgemüse 17—23, Karothen 22, Feldsalat 2-15, Spargel 1,00—1,20, Pflücksalat 21—34. Rhabar= ber 7½/—15, Möhren 18—19, Stielmus 16, Zwiebel 10, Porree Stück 1/—12, Schnittlauch(Bund) 6½—9, Petersilie(Bund) 12—18½, Radieschen(Bund) 10, Suppengrün(Bund) 10, Pflanzkartoffeln(Ztnr.) 7,00—9,80 pro Ztnr., Blumen Stück 2—4. Anfuhr aut. Preise fest. Moers, 9. Mai. Aepfel 0,7, Apfelsinen 0,08—0,1, Zitronen 0,12, Blumenkohl 1,3, rote Möhren 0,15, Salat, Kopf 0,4, Sellerie Knollen 0,3, Poree Stangen 0,1, Zwiebel 0,2, Spinat 0,2, Rhabarber 0,25, Fische 0,5—1, Heringe 0,05—0,09, Käse 1,3—1,6, Schweizer 1,8, Käse 2. Sorte 1, Eier 0,1, ger. Speck 1,2, fr. Speck 1, Rindfleisch 1, Schweinefleisch 1,2, Kalbfleisch 1, Butter 1,7—1,8, Mettwurst 1,6, Fleischwurst 1,2, Plockwurst 2,4, Leberwurst 1. Sorte 0,8, 2. Sorte 0,5, Zungenwurst 1,4, Blutwurst 1,4, Schwartemagen 1,2. Köln, 9. Mai. Warenbörse. In der Kbreitung für Nahrungs= u. Genußmittel wurden notiert(Großhandelspreis, Frachtgrundlage Köln, verzollt): Rohkaffee Santos superior ½ kg. 408 bis 110 Cents, Burma=Reis 2 24—26 Bill. Mk., Rüböl ohne Faß 51 hfl., Salatöl inkl. Faß 109 sh., bosn.=serb. Pflaumen in Kisten 40 hfl., Sultaninen in Kisten 80—85 hfl., Korinthen in Kisten 75 hfl., Kokos gerafpelt 63—65 hfl., Graupen Basis C6 eimschl. Sack 16,50 hfl., Weizengrieß einschl. Sack 22,50 hfl., Haferflocken einschl. Sack 20,25 hfl., Kartoffelmehl deutsch 22 hfl., holl. Kakao 75 hfl., weiße Bohnen 30 Bill. Mk., gelbe Viktovia=Erbsen 31 bis 32 Bill. Mk., Linsen mittel 55—68 Bill. Mk., Inlandzucker 85. Bill. Mark, Rübenkraut ½ Ohmfässer ohne Faß 37 Bill. Mk., Malzkassee 34 Bill. Mk., Schmalz in Kisten oder Kübeln von 25 kg. 28½ Dollar, inl. Butter 1. Qual. 3,80 Bill. Mk., 2. Qual. 3—3,20 Billionen Mk., Milch gezuck. für die Kiste zu 48/14 Unzen 6 Dollar, ungezuckerte für die Kiste zu 48/16 Unzen 4,5—5 Bill. Mk., CornedBeef je amer. Kiste 12/6 6,5—7 Dollar, Eier vollfrisch sortiert per Stück 135 Milld., unsortiert per Stück 125 Milld., Tilsiter Käse vollsett 2 Bill. Mk. Köln, 9. Mai. An der Getreidebörfe notierten je 100 kg. Frachtgrundlage Köln in Billionen Mark: inl. Weizen 16—16,30, inl. Roggen 13,70—14, linl. Hafer 14,80—15,50, grober Mais 19—19,50, La=Plata=Mois 19—19,50, Roggenmehl 23—24,50, Weizenmehl mit Ausl.=Weizen 24—26,90, Weizenkleie brutto mit Sack 8—8,50, lose Rübkuchen 9,50—10, lose Palmkuchen 13—13,25, lose Leinkuchen 17,50—17,75, lose Zuckerschnitzel 14,25—14,50, inl. Wiesenheu lose 8—9, gepr. 11—12, inl. Kleeheu 10—10,75, Roggenstroy gepr. 2,20—2,80, Weizenstroh gepr. 10—10,75, Roggenstroh gepr. 2,20—2.80, Weizenstroh gepr. 2,20—2,80, Haferstroh gepr. 1,50—2, Melasse roh 8,50. Die große Geldknappheit lähmte das Geschäft. * Berlin, 9. Mai. Das Produktengeschäft war auch heute still, doch bllieb für Roggen die Haltung eher freundlicher. Inwieweit die Nachricht, daß das Verbot der Verfütterung von Brotgetreide aufgehoben worden sei, zu dem Anwachsen der Nachfrage beigetragen hat, ließ sich nicht feststellen. Der ungünstige preußische Saatenstandsbericht fand kaum Beachtung. In Weizen war von Sachsen her wieder billigeres Angebot am Markte. Gerste kaum verändert, Hafer für das Ausland etwas begehrt, hier aber schwer verkäuflich. Mehl ein wenig mehr in der Provinz unterzubringen. Kleie fest. Kartoffelflocken und Trockenschnitzel billiger. Amtliche Borliner Produktenmarktpreise vom 9. Mai. Notiorung in Goldmark. 11.0—12 4.0-16.0 1.0-12.00 11.0—11. 13.0-15.3 12-13.5 16.5-00 19.5-20.5 09 33-09.4 00-09. 0.6-0.0 Stand der Devisen im Freiverkehr am Samstag, den 10. Mai, mittags 1 Uhr (Briefkurs): Gulden 1635 Milliarden Dollar 3 420 Milliarden Belg. Franken 240 Milliarden Franz. Franken 280 Milliarden Schweiz. Franken 780 Milliarden Pfund Sterling 19150 Milliarden Lire 200 Milliarden (Mitgeteilt von der Krefelder Bank A.=G., Neumarkt 1.) Aachen, 10. Mai.(Eig. Drahtb.) An der Rückfeite des Nordsecties kam es gestern im Norddeutschen Binnenlande vereinzelt zu Rogenfällen. Der kalten Luftzufuhr aus dem Norden wegen herrschte gestern allgemein kühle Witterung. Die Mittagswerte betrugen 9—10 Grad. In der klaren Nacht sanken die Temperaturen weiter, teilweise bis zum Gefrierpunkte, sodaß es stellenweise zu leichten Bodenfrösten kam. Ueber den Britischen Inseln hat sich ein neues Tief gobildet, das das Hoch zum Kontinent abdrängl. Infolgedessen ist es heute allgemein aufgeheitert bei warmer Witterung und trockem. Vorhersage bis Montag. Warm und heiter. Später wieder Neigung zu Niederschlägen. Wasserstandsnachrichten. Kehl 4,70— Maxau 6,70— Mannheim 6,41— Mainz 3,41— Bingen 4,19— Caub 5,10— Koblenz 5,02— Köln 5,56. 37 Falsche Fährten Roman von Herm. Schönborn (Nachdruck verboten) In einer schlaflosen Nacht überlegte Tietz, was er nunmehr beginnen und wie er sich Emma gegenüber stellen sollte. Eigentlich lag gegen sie nicht das geringste vor, was die Einwanderungsbehörden zum Einschreiten hätte veranlassen können. Erschien ihr plötzlicher Auswanderungsentschluß an sich auch auffällig, so war sie auf der anderen Seite darüber niemand Rechenschaft schuldig. Da bis zur zwangsweisen Rücksendung Fritzens ohnehin acht Tage und darüber vergehen mußten, hielt er es für angezeigt, sie im Auge zu behalten. Aber sie schien wirklich nichts zu verbergen zu haben. Auch in dem mäßig eleganten Kosthause hatte sie sich unter ihrem eigenen Namen eingemietet. Folgte ihr Tietz in, wie er annahm, durchaus unauffälliger Weise auf ihren wenig häufigen Fahrten durch die große Stadt, so überraschte ihn die Wahrnehmung, daß sie ausschließlich zu den an beiden Seiten des Hudson errichteten Docks der verschiedenen Schiffsgesellschaften fuhr. Das geschah immer zur Ankunftszeit eines der Europadampfer, und bei Verspätungen harrte sie stundenlang vor den großen Eingangshallen an irgend einem übersichtlichen Punkt aus und verließ ihren Standort immer erst, wenn das bei Dampferankünften übliche Gedränge sich verlaufen und der letzte Passagier sich von Bord des Ozeanriesen entfernt hatte. Offenbar erwartete sie jemand. Da sie sich in Unklarheit darüber befand, welches Schiff den Erwarteten bringen würde, so ließ sie die in diesen Tagen mit den verschiedenen Linien in Newyork Ankommenden sämtlich an sich vorbeipassieren; was durchzuführen bei der leichten Erreichbarkeit der in unmittelbarer Nachbarschaft nebeneinander liegenden Docks und dem bis auf etwaige Verspätungen peinlich genau von allen Linien eingehaltenen Fahrplan ihr nicht eben schwer fiel. Eine volle Woche setzte Emma diese Dockbesuche fort, um sich in augenscheinlicher Enttäuschung immer wieder auf kürzestem Wege nach ihrem Kosthause zurückzubegeben und dieses zu keinem anderen Zweck zu verlassen; selbstverständlich auch nachts nicht, wie Tietz aus den regelmäßigen Rapporten einer PrivatdetektinAgentur wußte, die er mit der unauffälligen Beobachtung Emmas beauftragt hatte. Endlich am Vormittag des achten Tages, einem Montag, wo nur in Ausnahmefällen überseeische Personendampfer in den Newyorker Hafen einzulaufen pflegen, beobachtete der wie gewohnt, auf seinem Späherposten stehende Kommissar, wie Emma in augenscheinlicher Erregung das Kosthaus verließ und sich diesmal mit der Untergrundbahn nach dem Broadwayviertel begah. Gegen seine Voraussetzung fuhr sie über die Station hinaus, von welchen aus man die riesigen Geschäftshäuser der Metropole mit ihren verlockenden Vasaren mühelos erreicht, fuhr bis zu einer der letzten Stationen vor Batteryplace, dem südlichsten Punkt Manhattans, wo die Wolkenkratzer, ähnlich den langen Kerls weiland Friedrich Wilhelms I., nebeneinander in Paradestellung bis zum Himmel ragen und von diesem in die dadurch künstlich verengerten Straßen nur einen schmalen Streifen hinabschimmern lassen. Tietz konnte ihr getrost in die mit Verkaufsständen aller Art besetzte Vorhalle einer der fast ausschließlich die Geschäftslokale von Bankiersfirmen beherbergenden Riesenbauten in William Street folgen, ohne bei der sich auf und nieder schiebenden Menschenflut Gefahr zu laufen, von ihr wahrgenommen zu werden. Wie sie überhaupt weder rechts noch links zu schauen pflegte, taub und blind für das so charakteristische Straßenbild der Mammutstadt, genau so, als hätte sie dies bis zum Ueberdruß gesehen. Er konnte es im Riesensaal der von ihr aufgesuchten Wechselbank sogar wagen, in unmittelbarer Nähe des Kassenschalters sich aufzustellen, vor dem sie mit einer Anzahl ungeduldig Wartender Reihe bildete. Als sie an die Reihe kam, sah er sie aus einer ledernen Handtalche einen dicken Pack Banknoten nehmen und durch das Gitter dem Bankangestellten reichen. Er beobachtete diesen beim Abzählen der Bankscheine, sah ihm zu, wie er sie wieder bündelte, einen Zettel mit Durchschlag anfertigte, diesen mit einer Nadel auf dem Banknotenbündel befestigte, worauf es sofort von einem zweiten Beamten in Empfang genommen wurde, während Emma das Original mit der Weisung erhielt, das Wechselgeld an einem anderen Schalter in Empfang zu nehmen. Dort mußte sie kurze Zeit warten. Dann rief der Beamte ihre Nummer auf und wiederholte diese in deutscher Sprache, als sie nicht gleich richtig verstand. „Sie sind gewiß aus Deutschland?“ erkundigte er sich, und Tietz konnte wahrnehmen, wie er ihr ein Banknotenbündel einfach zuschob, ohne es vorher abzuzählen, wie es dem Bankgebrauch entsprochen hätte.„Well Ma'm, zu meinem Bedauern muß ich das Wechseln Ihres Geldes ablehnen. Die Banknoten sind von der Emissionsstelle gesperrt, also wertlos. Sie werden sie nirgends gewechselt bekommen... ja gewiß, sämtliche Banknoten. Wir haben die Nummern mit unseren Listen vergleichen lassen. Nicht ein einziger Hunderter darunter, der im Umlauf wäre... Nummer sechsundzwanzig,“ rief er dann abbrechend und begann dem nächsten Kunden die Wechselsumme aufs Bankbrett zu zählen. Emma sprach kein Wort. Mit automatenhaftem Ruck hatte sie das Bündel in ihre Ledertasche zurückgeschoben. Nicht minder automatisch und so langsam, als habe sie die Herrschaft über ihre Gliedmaßen verloren, ging sie dem Ausgang zu. „Einen Augenblick, bitte.“ Tietz war an das Schalterfenster getreten und hatte dem unwillig von seiner Zählarbeit Aufschauenden seine Legitimation vorgewiesen.„Es handelt sich um die Feststellung, ob die von Ihnen zurückgewiesenen deutschen Banknoten etwa zu folgenden Nummerserien gehören.“ Zugleich überreichte er dem Beamten auch das sorglich von ihm mitgeführte Nummernverzeichnis. (Fortsetzung folgt.) Für die uns anlässlich des schweren schmerzlichen Vorlustes unseres geliebten, unvorgesslichen Vaters bewiesene Teilnahme sprechen wir allen hierdurch unseren tiefgefühlten Dank aus. 1894 Familie Brücker. Hönnepel(Niederrh.), im Mai 1924. Bekanntmachung. Der Termin für die diesjährige I. Räumung der sohaubaren Hauptgräben im Kreise Moers wird hiermit auf die Zeit vom 15. bis 30. Mai 1924 festgesetzt. Moers, den 2. Mai 1924. Der Landrat. 1901 I. V.: Huttrop. Bekanntmachung. Wenn Sie nach Krefeld kommen, können Sie unsere„Niederrheinische Bauern-Zeitung“ kaufen und zwar von nachmittags 4 Uhr ab in dem Zigarrengeschäft Schmitz, Ostwall- und Kanalstr.-Ecke, gegenüber dem Bahuhof; ausserdom in dem Zigarrengeschäft Herm. Audiger, am Endpunkte der Düsseldorfer Elektrischen. Verlag der„N. B. Z.“, Krefeld, Rheinstrasse 52. Wir machen hiermit auf die in unseren Stallungen in Ratingen ständig, im Auftrag der Züchter zum Verkauf stehenden Kaltblut-Pferde Zuchthengste, Zuchtstuten, Fohlen in jod. Alter in boster Qualität und Abstammung, aufmerksam. Der Verkauf findet vom 1. Mai ab täglich ohno Unterbrechung statt. Verkaufsanmeldungen erbitten wir umgehend. 1769 An- und Verkaufsgesellsshaff Deutscher Kaltblutzichter m. b. H., Düsseldorf-Ratingen, Villa Schätzenburg. Telegr.-Adresso: Kaltblut Ralingen. Tolefon: Ratingen 334. Ausnahme-Angsbotl Wegen Aufgabe des Geschäftszweiges gebe ich billig ab eine Partie Beichfmotorräder 1,5 PS. Viertakt, in prima Austührang, per Stück 310 bis 340 GM., Ferner eine Partie Spezlalräder mit prima Bereifung für Einbaumotore bis 2½ PS., per Stück 120 bis 150 GM. Pront, Cleve Spykstrasse 36. 1847 Feld- und Gartensamen jeder Art wird in la. Qualilät dauernd empfohlen. Zur jetzigen Aussaat ist jede Menge Viginischer Pierderahnsaatmais in höchstkeimfähiger Ware sofort lieferbar. Heinr. Büren, Sonsbeck. 1351 Theod. Hekkers, habbeck. 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