Anzeiger für das industriereiche bergische Land. Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Samstags, dfters mit Extrabeilagen.— Vierteljährlicher Abonnementspreis in der Expedition, durch die Boten und die preußtschen Posten 12 Sgr. 6 Anzeige=Gebühren betragen für die 4gespalt. Garmondzeile oder deren Kaum nur 1 Sgr. Organ für die Bürgermeistereien Hückeswagen, 13. Redacteur und Verleger: W. Kenzler in Wermelskirchen, Welthändel und Tagesgeschichten. Berlin, 10. Febr. Wie in Norddeutschland, so haben auch in Süddeutschland in diesen Tagen die reichsfeindlichen Parteien neue Schlappen erlitten. In der bayerischen wie in der würtembergischen Kammer hatten sich die particularistischen Fractionen wie auf Verabredung zu Anträgen geeinigt, welche bezweckten, das Aufgeben der den süddeutschen Staaten bei Abschluß der Bundesverträge zugesicherten Reservatrechte von der Zustimmung der Einzel=Landtage abhängig zu machen und damit der Fortentwickelung der Reichsverfassung einen Stein in den Weg zu legen. Als ein erfreuliches Zeichen für die Erstarkung des deutschen Staatsgedankens in den genannten Ländern haben wir es nun zu begrüßen, daß in beiden Kammern die particularistischen Anträge im Einverständniß mit den betreffenden Regierungen abgelehnt wurden. 8. Febr. In Provins(Seine und Marne), wo sich schon seit einiger Zeit eine seindselige Stimmung gegen die Officiere der dortigen französischen Garnison kund gab, welche man die Versailler nennt und wegen Sedans verhöhnt, fand am 4. Februar ein Angriff auf einige Officiere Statt. Es geschah des Abends um 7 Uhr, Fals diese vom Essen zurückkamen. Zwei derselben, die das Local zuerst verlassen, wurden von drei Individuen angefallen und der eine derselben mit einem Zirkel verwunbet. Der verwundete Officier zog seinen Degen und der andere faßte einen der Angreifer beim Kragen. Acht bis zehn andere Individuen eilten aber den Angreifern zu Hülfe. Die übrigen Officiere, von denen mehrere den Degen zogen, kamen aber nun heran und die Angreifer ergriffen die Flucht, nahmen aber den Degen des verwundeten Officiers mit sich. Das Individuum, welches den ersten Ofsicier verwundet und das ein anderer Officier gefaßt hatte, suchte sich zu befreien und versetzte dem letzteren mit seinem Zirkel einen Stoß. Derselbe stürzte *) Weihnachtsbilder. Von A. Schrader, Die Anzeigen in dieser Zeitung— dersgelesensten und auf die verschiedenen Orte des bergischen Landes: Wermelskirchen, Hückeswagen, Dabringhausen, Dhünn, Burg, Remscheio, Lennep, Wipperfürth, Bourscheid u. s. w. am gleichmäßigsten verbreiteten— haben den günstigsten Erfolg.— Briefe und Gelder werden franco erbeten. Wermelskirchen, Dabringhausen und Burg. Wermelskirchen, Mittwoch den 14. Februar W. Kenzler'sche Buchdruckerei in Wermelskirchen. 1872 (Fortsetzung) — Mein Herr, sagte sie mit dem Tacte der fein gebildeten Dame, ich kann jeden Zweifel aus Jhrer Seele verscheuchen, ich kann es, wenn Sie mich unterstützen wollen. Sie zweifeln an Phi= lippinen, Sie zweifeln an den Frauen überhaupt .. es sind dies Gründe, die meine Bedenken, mich Jhnen rückhaltslos mitzutheilen, aufheben. Aber mehr noch, Herr Haßler... Sie haben sich mit meinem Ehrenworte nicht begnügt. — Verzeihung — Lernen Sie besser von uns Frauen denken! Wir lassen nur dann die Schätze unseres Herzens an das Licht treten, wenn man gewaltsam den einhüllenden Schleier zerreißt, wenn wir es nicht verhindern können. In diesem Falle stehe ich, und Sie werden meine Stellung zu würdigen wissen, vollkommen zu würdigen wissen, nachdem Sie mich gehört haben. Zuvor aber wende ich mich an den Mann, an den Witwer meiner Freundin, die das Geheimniß, dessen Enthüllung sie und mich zu Ehren bringen soll, mit sich in das Grab genommen hat. Ich betone es, Philippine weiß Alles, was Sie jetzt hören werden. Ihr Geist umschwebt uns an diesem heiligen Christabend, und sie wird mir gewiß verzeihen, wenn sie hört, den Verdacht einer perfiden Vermittlerin von mir abwälze. Zuvor verlange ich ein Versprechen von Jhnen. — Was fordern Siek fragte erstannt der Witwer. auf die Kniee, aber sofort emporspringend und seinen Säbel ziehend, versetzte er seinem Gegner einen so heftigen Hieb über den Kopf, daß die Klinge zersprang. Der Mensch wurde aufgehoben und zum Polizei=Commissar geführt, wo er erklärte, daß er Zimmermann sei, früher als Zuave in der Armee gedient habe, und eingestand, daß er die Officiere verwundet habe, was er jedoch bedauere. In Folge dieses Vorfalls ergriff die Militärbehörde von Provins sofort Vorsichtsmaßregeln. Starke Patrouillen durchstreifen die Stadt und treiben die Gruppen aus einander, die ziemlich feindselige Gesinnungen gegen die Armee kund geben. — Der Conflict, welcher zwischen England und Nord america ausgebrochen ist, fängt an, hier Besorgnisse ein zu einem offenen Conflict kommen sollte. Dies konnte man heute Abend sehr gut beim Empfang sehen, der bei dem alten Guizot Statt fand und wo man, obgleich Herren von der englischen Botschaft und andere Engländer anwesend waren, doch kaum das Vergnügen verbergen konnte, welches man empfand, daß England jetzt auch etwas Schlimmes begegnen soll. Guizot selbst schien auch sehr zufrieden zu sein, wenn er auch mit betrübtem Gesicht erzählte, daß er heute von Gladstone einen Brief erhalten habe, worin dieser seine Besorgnisse über die Lage der Dinge ausdrückte. Auf der hiesigen englischen Botschaft macht man übrigens auch bedenkliche Gesichter und sieht die Lage ziemlich schwarz an. Daß die Americaner die Sache weiter treiben wollen, geht aus dem Umstande hervor, daß der new=yorker Herald seinen Correspondenten in Rom— er befindet sich augenblicklich in Paris— per Telegraph nach London befohlen hat, weil großer Scandal— so heißt es in der Depesche— zu erwarten sei. Ungeachtet dessen muß man aber doch hoffen, daß man bald wieder sagen kann:„Viel Lärmen um Nichts." London, 8. Febr. Das Kriegsarsenal in Woolwich (England), welches um diese Periode des Finanzjahres — kurz vor Vorlage des Militärbudgets— meist geringere oder größere Reductionen in seinen Arbeitskräften vornimmt, entfaltet augenblicklich noch eine ungewöhnlich große Lebhaftigkeit. Seit Ausbruch des deutsch-französischen Krieges hat dieselbe nicht im mindesten nachgelassen, obwohl die damals gegebenen Aufträge längst ausgeführt sind. In den Geschützgießereien werden schwere Geschütze für Flottendienst und Küstenvertheidigung mit ungewöhnlicher Schnelligkeit hergestellt, und eben so rüstig wird an den entsprechenden eisernen Lafetten gearbeitet. In der Bombengießerei arbeiten die Leute über den gewöhnlichen Feierabend hinaus, und das Laboratorium ist, zumal mit der Bestellung von Torpedos, so beschäftigt, daß selbst die Nachtzeit zu Hülfe genommen werden muß. — 9. Febr. Das Verhältniß zwischen England und America wird immer gespannter. So schreibt der Herald: „Wenn Gladstone und Disraeli sich zu einer Politik der Drohung vereinigen, so wollen wir unsererseits uns zu einer Politik stolzen und entschlossenen Widerstandes vereinigen. Nie ist Ungerechtigkeit auf der einen und Zuvorkommenheit, Höflichkeit und freundliche Stimmung auf der anderen Seite deutlicher erwiesen gewesen. Präsident Grant könnte eben so gut vorschlagen, irgend etwas Unmögliches oder Unehrenvolles zu thun, als die americanische Denkschrift von dem Tribunal zurückzuziehen, welches erwählt worden ist, um über dieselbe zu entscheiden. Was auch immer das Ende sei, dies kann nicht Statt finden. Falls Krieg die Alternative ist, wollen wir den Krieg willkommen heißen. Wie Ein Mann steht das ganze Land hinter dem Präsidenten. Gleichviel ob Demotraten oder Republicaner, Royalisten oder Rebellen— in dem Entschlusse, unsere Nationalehre zu wahren und keinen — Sie unterbrechen mich nicht, während ich spreche, und stellen nie Nachforschungen an, wenn ich mich entfernt habe. Sie geloben mir mit Hand und Mund, daß Sie meine Worte ewig als Geheimniß bewahren und nie absichtlich eine Annäherung an mich suchen. Der Witwer sah die junge Dame, die so feierlich und bewegt gesprochen hatte, erstaunt an. Ihr Gesicht, in diesem Augenblicke zart geröthet, erschien ihm wunderbar schön. Jhr großes blaues Auge, das von Thränen erglänzte, verrieth tiefes Gemüth, ungewöhnliche Jntelligenz. Er empfing den Ein= druck, daß er sich einem nicht alltäglichen weiblichen Character gegenüber befand. — Sie sordern einen hohen Preis! sagte er artig. — Ich muß diese Bedingung fordern, und Sie werden sie zu erfüllen haben, wenn Sie mich nicht zum Schweigen verurtheilen wollen. — Wohlan denn, ich gelobe es. — Ihre Hand! — Hier ist sie, die Hand eines Ehrenmannes. — Ich halte Sie dafür, Herr Haßler, und nun hören Sie mich an! Wir sind uns einander nicht so fremd, als Sie wohl glauben mögen. Vor sechs Jahren lebte mein guter Vater noch: er machte mit mir eine Reise, den Schmerz über den plötzlich erfolgten Tod meiner Mutter zu lindern. In Eisenach hielten wir uns einige Tage auf. Weder die romantische Gegend, noch die heitere Luft konnten den Trübsinn meines Vaters zerstreuen. Düster und in sich gekehrt ging er durch die reizenden Thäler jener Gegend; wie ich mich auch durch freundliches Zureden bemühte, ihn heiter zu stimmen... er verblieb in seiner Apathie gegen Alles, was ihn umgab. Das plötzliche glück hatte ihn tief erschüttert, mir ward recht bange um seine körperliche und geistige Gesundheit. Der Arzt, den ich zu Rathe gezogen, rieth viel Bewegung in freier Luft. Eines Abends kamen wir an die Eisenbahn, die sich am Fuße des Berges, auf dem die Wartburg liegt, hinzieht... die Sonne neigte sich dem Untergange zu... durch die Stille des Abends hörten wir das Brausen des Zuges, der aus dem Waloe kam. Ich hatte nicht Acht auf meinen Vater, war ganz versunken in die Poesie der Landschaft, des herrlichen Sommerabends. Die Sagen jener Gegend, die ich gelesen, tauchten auf in meiner Erinnerung. Da bog plötzlich der Ei= senbahnzug um den Berg... er kam rasch näher... das Großartige der Erscheinung fesselte mich... ich verfolgte die keuchende Locomotive mit den Blicken... ein gräßliches Schauspiel bot sich mir... mein Vater lag auf der schwarzen Schiene... Der Schreck hatte alle meine Glieder gelähmt, ich kpnnte weder rufen, noch mich bewegen... und immer näher kam die gräßliche Maschine, die Feuer und Rauch ausspie... da stürzt ein Mann von der jenseitigen Böschung; er erfaßt mit starken Armen den Vater, trägt ihn rasch den kleinen Damm empor und legt den Bewußtlosen zu meinen Füßen nieder. In demselben Momente schießt der Eisenbahnzug vorüber... hätte er fünf Secunden früher die verhängnißvolle Stelle erreicht, der fremde Mann würde ein Opfer seiner Großmuth und Kühnheit geworden sein. Ich war einer Ohnmacht nahe. Als mir die Besinnung zurückkehrte stand der gerettete Vater neben mir. Ich wollte ihn mit Vorwürfen überhäufen... der Fremde verhinderte es... er Friedensvertrag zu haben, der nicht eben so gerecht für uns ist wie für England, sind wir Alle Americaner." Rheinland-Westfalen. Solingen, 5. Febr. Was ist ein Menschenleben werth? Diese Frage hatten wir heute Nachmittag auf einer Eisenbahnfahrt vom Rhein hierhin aufzuwerfen Gelegenheit. Ein biederer Solinger Schleifer beugt sich während der Fahrt zum Fenster hinaus, so weit, daß ein munterer Südostwind ihm seinen Hut entführt. Wer würde gern seinen Hut verlieren? Glaubte der Biedere vielleicht dem oft so lahmen Zuge noch beikommen zu können? Wer weiß; denn der Gedanke und die That lagen bei unserm Freunde nahe an einander. Die Coupéethür von außen öffnen, aussteigen und— hinfallen, war das Werk eines Augenblicks. Beim Vorbeifahren hatten wir das Vergnügen, unsern Biedern mit Händen und Füßen zappeln und ein sehr enttäuschtes Gesicht schneidend, im Sande kaum einige Fuß von den Schienen entfernt, liegen zu sehen, wo er dann von einem mitleidigen Bahnwärter aufgehoben wurde. Außer einer Contusion am Kopfe soll der Wagehals glücklicherweise weitere Verletzungen nicht erhalten haben. Ob er seinen Hut wiederbekommen oder ob der Wind diesen weiter entführt hat, konnten wir nicht ermitteln. Wahrscheinlich aber wird die Eisenbahndirection Veranlassung nehmen, den Biedern trotz seines großen Glückes der zuständigen Behörde zur Bestrasung anzuzeigen, weil deratige Kunststückchen reglementswidrig sind. Ein theurer Hut! — 7. Febr. Zu Jambach bei Bourscheid hat sich ein Frauenzimmer durch Phosphor vergiftet. Nachträglich wird mitgetheilt, daß die unglückliche Person, die, ledigen Standes, zwei eigene Kinder zu ernähren hatte, durch Nahrungssorgen zu der schrecklichen That veranlaßt worden sei. Sie hatte, nachdem sie durch Abschaben aus vier Zündhölz=Schächtelchen den Phosphor gewonnen, das Gift in trockenem Zustande genossen, welchem Umstande es zuzuschreiben ist, daß der Tod erst am folgenden Tage und unter den entsetzlichsten Schmerzen erfolgte. Elberfeld, 8. Febr. Zum Schlusse der gegenwärtigen Assisen=Session wurde heute noch über eine Sache wegen tödtlicher Körperverletzung verhandelt Der PolizeiSergeant Wilhelm Bieg aus Lehmkuhle, Bürgermeisterei Wermelskirchen, war angeklagt:„in der Nacht vom 10. auf den 11. December vorigen Jahres bei Lennep dem Bahnarbeiter Gustav Pütter vorsätzlich eine Körperverletzung beigebracht zu haben, welche den Tod des Verletzten verursacht hat." Der Angeklagte, welcher seit dein Jahre 1855, zunächst als Wald= und Feldschütz, dann als Polizeidiener angestellt war, hat sich bisher dienstlich gut geführt, soll aber in der letzten Zeit dem Trunke ergeben und zu Zänkereien sehr geneigt gewesen sein. So geriety er auch an dem besagten Abend mit mehreren Personen, worunter sich auch Pütter befand, ohne besondere Veranlassung in Streit, der darin ausartete, daß Bieg dem Pütter mit einem spitzen Dolchmesser eine 6½ Centim. tiefe Unterleibs=Wunde beibrachte, woran Letztrer nach wiederholt starken Blutungen am 18. December vorigen Jahres gestorben ist. Die Geschworenen erklärten Bieg für schuldig, nahmen aber zu seinen Gunsten mildernde Umstände an, worauf der königliche Gerichtshof ihn zu einer dreijährigen Gefängnißstrafe und zu den Kosten verurtheilte. Steele, 6. Febr. In das Haus eines Drechslermeisters war durch Eindrücken einer Scheibe und Einsteigen durch das darauf geöffnete Fenster heute früh ein Frember eingedrungen und traf die erschreckte Frau denselben Morgens um 6 Uhr im Wohnzimmer an. Auf ihren Hülferuf eilten der Mann und die Gesellen herbei. forderte zur Rückkehr nach der Stadt auf und begleitete uns unter zerstreuenden Gesprächen in das Hotel... es war dasselbe, in dem er wohnte. Denselben Abend leistete er mir Gesellschaft an dem Krankenbette meines Vaters. Ich mußte den jungen Mann liebgewinnen, nicht allein weil er mir einen unbezahlbaren Dienst geleistet hatte, sondern auch, weil er tiefes Gemüth und eine ungewöhnliche Bildung verrieth. Am folgenden Morgen war er abgereist. Ich ließ mir das Fremdenbuch vorlegen und fand, daß der Mann, der das Zimmer Nr. 6 bewohnt hatte, Friedrich Haßler hieß. Unterbrechen Sie mich nicht, mein Herr, Sie haben es mir versprochen! Eine Ge hirnentzündung hatte meinen armen Vater ergriffen. Drei Tage später saß ich an seiner Leiche. So war er eines natürlichen Todes, nicht durch meine Nachlässigkeit gestorben. Als der Schmerz um den herben Verlust sich gemildert hatte, beschäftigte sich meine Phantasie mit dem Fremden, und bald, ich gestehe es, nahm auch das Herz Theil an dieser Beschäftigung. So verflossen einige Jahre. traf Philippinen und unsere Jugendfreund schaft ward fortgesetzt. Sie erzählte mir, daß der reiche Vetter sich um ihre Hand beworben habe... ich theilte ihr mit, daß ich den Vetler bereits abgewiesen hätte, verschwieg ihr aber auch nicht, daß ich das Ideal eines Mannes in dem Retter meines Vaters gefunden. Den Namen desselben nannie ich nicht. Ein Jahr später, ich hatte bei einer entfernten Verwandten gelebt, besuchte ich die Freundin; sie zeigte mir die Photographie ihres Verlobten... ich erkannte den Helden, der in meiner Phantasie lebte. Um das Glück der Freundin nicht zu stören, hielt ich die gemachte Entdeckung Der Unbekannte hatte sich indeß in eine Nebenstube zurückgezogen und hielt die Thür verschlossen. Als Polizei requirirt und die Thür geöffnet war, fand man nur noch eine Leiche; denn ein Schlagfluß hatte dem Leben des Diebes ein plötzliches Ende gemacht. In demselben wurde ein früher im Hause beschäftigter auswärtiger Geselle wiedererkannt. Köln, 6. Febr. Am verflossenen Freitag wurde hier ein Metzger aus Neuwied verhaftet, welcher bereits eine Zuchthausstrafe von 10 Jahren verbüßt hatte und vor einiger Zeit in Coblenz dem ihm auf dem Gange nach dem Untersuchungsamte begleitenden Gendarmen entsprungen war. In Köln hielt er sich bis zu seiner Verhaftung unter falschem Namen auf und soll während seines Aufenthaltes wieder verschiedene Diebstähle begangen haben. Aus dem Depot, wo er in Haft saß, ist er gestern Abend um sechs Uhr entsprungen, indem er einen der an dem Fenster seiner Zelle angebrachten eisernen Stäbe aus dem Mauerwerk herausgerissen, denselben oben umgebogen und sich durch die so entstandene Oeffnung von einer Höhe von über 20 Fuß mit einem Tuche hinabgelassen hat. Von dort hat er eine Mauer überstiegen und ist durch ein Haus in die Bobstraße gelangt. Wiewohl seine Flucht auf der Stelle bemerkt, und er auf dem Fuße verfolgt wurde, ist er dennoch entkommen. Er eilte von der Bobstraße in die Thieboldsgasse, rannte dort ein Frauenzimmer über den Haufen und verschwand in der Menge. — 11. Febr. Nach Beendigung der heutigen Kappenfahrt gegen 5 Uhr begann die letzte närrische Sitzung im Gertrudenhof, die wiederum über und über besetzt war von der buntkappigen Narrenschaar. Die Excellenzen General=Feldmarschall Herwarth von Bittenfeld mit ganzem Generalstab, Divisions=Commandeur von Kummer, Generallieutenant von Frankenberg und viele sonstigen Offiziere höheren Ranges hatten sich nebst Gefolge eingefunden zur Sitzung. Nach feierlicher und würdiger Ansprache des Präsidenten Wilke an die hohen Gäste im Hinblick auf die vorigjährigen und heutigen Zeitverhältnisse brachte derselbe den ersten Toast auf Se. Maj. den Kaiser Wilhelm, dessen Büste reich decorirt vor der Tribüne des kleinen Rathes angebracht war. Dem begeisterten Hoch folgten die schwungvollen Melodien unseres Nationalliedes„Heil Dir im Siegerkranz." Während der Sitzung lief ein Begrüßungstelegramm vom 33. Infanterieregiment in Danzig ein, welches lebhaft und dankend angenommen und sofort erwidert wurde. Das Comite selbst entwickelte eine ganze Reihe sehr passender und witziger Reden und Liedern echt patriotisch=deutschen Inhalts, wie solches beispielsweise die Schlußstrophe des den hohen Ehrengästen gewidmeten Liedes bekundet, also lautend: „Der Lüge Thron und Scepter ging in Scherben, An eines ganzen Volkes Zorn zerschellt, Das deutsche Reich hat wieder seinen Erben Und ihren Kaiser hat die deutsche Welt; Hurrah, hurrah, dreimal hurrah! Frei sind das Reich, der Rhein, Und wir, o Kaiser, ewig Dein!“ Zum Andenken an das diesjahrige Fest überreichte der Präsident sämmtlichen Offizieren einen carnevalistischen Orden, womit Alle sich sofort decorirten. Herr Kummer dankte in herzlichen Worten für alle empfangenen Ehrenbezeugungen.— Vor Schluß der Sitzung, die bis nach 9 Uhr dauerte, wurde von Dilettanten die sehr gelungene Humoreske„Kölner vor Paris“ aufgeführt. St. Johann, 7. Febr. Ueber das Eisenbahnunglück zwischen Luxemburg und Oetrange, das sich gestern Nachmittag ereignete, sind folgende nähere Nachrichten eingegangen: Der Zusammenstoß der beiden Züge erfolgte in einem tiefen Einschnitt und einer sehr starken Curve, geheim. Ich reiste wieder ab und kam dann erst zurück, als Philippine die Gattin des Mannes war, den sie heiß und innig liebte. Nun gestand ich ihr Alles... Herr Haßler, erklären Sie sich jetzt den Brief? Zweifeln Sie noch, daß er von meiner Hand geschrieben ist?"Sie kennen nun das Geheimniß meines Herzens... ich habe Ihnen eröffnet, um die Ehre meiner todten Freundin zu retten. Und nicht wahr, dazu gehört ein eben so großer Muth als zur Rettung eines armen geisteskranken Mannes? Ehren Sie das Andenken Philippinens... Ich habe eine heilige Pflicht erfüllt. Bleiben Sie... mich sehen Sie nicht wieder. Marie war verschwunden. Haßler saß lange regungslos an seinem Platze. Wie im Traume zogen die Erlebnisse seinem innern Auge vorüber.„Philippine", rief er endlich,„verzeihe meiner Schwachheit; ich konnte nicht anders! Du hast meinen Kampf gesehen, sieh nun auch meine Reue!" Er küßte ihr Bild und verbarg es auf seiner Brust. Jetzt erinnerte er sich der armen Arbeiterfamilie. Er wollte Philippinen zu Ehren ein gutes Werk verrichten. Rasch füllte er sein Taschenbuch mit Banknoten. Dann las er Mariens Brief noch einmal, denselben Brief, der ihm so großen Schmerz bereitet hatte. Jetzt konnte er sich den Inhalt erklären... Marie liebte ihn. Er mußte sich gestehen, daß sie ein seltenes, ein hochherziges Weib war. O, es giebt noch anbetungswürdige Charaktere unter den Frauen! Dies empfand Haßler, und mit tiefem Schmerze gedachte er des Versprechens, das er Marien gegeben; er wollte es als Mann von Ehre auch halten. Ein Fiaker nahm ihn auf. Philippine so daß das Personal der beiden Züge die Gefahr nur erst ganz kurz vor dem Zusammenstoß wahrnehmen konnte und Vorbereitungen zur Verhütung oder Milderung des Stoßes nicht mehr möglich waren. Von der Stärke des Anpralls gibt die Thatsache Zeugniß, daß die Maschine des Personenzuges total zertrümmert ist, während die des Güterzuges ebenfalls arg gelitten hat. Ein Personenwagen ist total zertrümmert, zwei andere mehr oder weniger stark beschädigt. Desgleichen sind 10—12 Güterwagen fast vollständig zerstört. Die Größe des Trümmerhaufens ist eine ganz erstaunliche. Die Bahnstrecke, welche durch die Katastrophe begreiflicherweise gesperrt war, hoffte man bis heute Abend wieder frei zu machen. Daß unter solchen Umständen auch Verluste an Menschenleben zu beklagen sind, ist begreiflich. Ein Zugführer ist todt, ein Wagenwärter gefährlich verwundet, ebenso der eine Locomotivführer; die beiden Heizer sollen zum Glück mit nur leichten Verwundungen davongekommen sein. Auffallenderweise verlautet über das Schicksal der Passagiere fast gar nichts. NachJeinem Gerücht sollen nur einige derselben leicht verwundet sein, während andere von einer nicht unbedeutenden Anzahl Todter reden. Nach Lage der Sache dürfte leider den letzteren Mittheilungen mehr als den anderen Glauben beizumessen sein. Allerlei. — Eine edle That wird noch nachträglich aus der Weltstadt Berlin berichtet, welche verdient, auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Kurz vor Weihnachten ereignete sich, wie die„Dem. Ztg.“ erzählt, in der R.'schen Pfandleihe folgende ergreifende Scene. Es war schon gegen Abend, nur noch wenige Personen waren in der Pfandleihe; da wankte bleich und abgezehrt eine junge Frau herein, dem sorgsam prüfenden Geldmanne ein paar schwarze Beinkleider und einen Frack als Pfand für— einen Thaler Darlehn— anbietend. Kann ich nicht gebrauchen,— war die kurze Antwort, bringen Sie Goldsachen, solcher Lumpen habe ich genug!" will meinem Kinde ja nur eine Weihnachtsfreude machen, — geben Sie mir doch die kleine Summe,“ bat unter Thränen die arme Frau— aber vergebens— der Herr Pfandleiher blieb seinen Prinzipien getreu! Doch die Arme sollte trotzdem ein frohes Weihnachtsfest haben ein im Zimmer anwesender elrgant gekleibeter Herr tra mit den Worten an sie heran:„Liede Frau, Sie sind wohl recht unglücklich?"— Ach ja— mein Mann ist vor Metz gefallen, ich wollte das Letzte, was ich von ihm besitze— hier versetzen.„Ist nicht nöthig"; sprach's— brückte der Wittwe des Vaterlandsvertheidi= gers einen Fünfthalerschein— den Erlös einer so eben versetzten Uhr— in die Hand— und ohne den Dan der Wittwe abzuwarten war der edle Geber verschwunden. — Folgende hübsche Episode theilt der„Figaro“ au= Berlin mit:„Als vor einigen Tagen der Kronprinz ir Ulanen=Uniform im Kastanienwäldchen hinter der Uni= versität promenirte, begegnete ihm ein schlichter mit der Denkmünze von 1870/71 geschmückter Civilist, der der Hut zog und ihm ein ganz gemüthliches„Guten Morgen“ zurief.„Kennen Sie mich denn, lieber Mann", fragte darauf der hohe Ulan den Freimden, worauf dieser kreual fioel näher herantrat und freudig ausrief:„Gewiß Kaiserliche Hoheit! Wer sollte denn„unsern Fritz" nie kennen!"„Nun, dann will ich Ihnen nur sagen," versetzt wiederum der Prinz,„daß ich Sie auch kenne! Glaube Sie mir nur, ich habe noch nicht vergessen, daß Sie mir bei Wörth, dort unter den drei Linden in der Nähe eines kleinen Bauernhäuschens, eine treffliche Pfeife Tabak geschenkt haben!"„Das stimmt allerdings", sagte etwas verlegen der Civilist, worauf ihm sein hoher Freund und Marie, beide schwebten ihm vor. Er dachte daran, die Heldin zu belohnen; aber durfte er den ersten Schritt unternehmen, ohne seine Ehre zu verletzen, ohne sich in den Augen Mariens herabzusetzen? Er seufzte tief und schwer! Der Wagen hielt; er befahl dem Kutscher zu warten. Dann trat er in die finstere Hausthür und kam in einen schmalen Hof, der von hohen Häusern eingeschlossen ward. Ein Knabe bezeichnete ihm die Wohnung der Arbeiterfamilie; sie lag in dem Erdgeschosse eines der traurigen Gebäude, die nur zum Zwecke der Speculation erbaut waren. Da saßen die Großeltern, die junge Witlwe und zwei kleine Kinder, trauernd um den Verlust des Man= nes, der ihnen liebender Vater und treuer Ernährer gewesen, in dem dumpfen, armseligen Stübchen. Kein Christbaum brannte, kein Geschenk zur Freude der Kleinen lag auf dem Tische. Das karge Nacht= essen war unberührt geblieben. Und gegenüber in dem Hause herrschte Freude und Jubel; ein glücklicher Vater bescheerte seiner zahlreichen Familie. Haßler überschritt bewegt die Schwelle der Armuth.„Nehmt, nehmt, Ihr armen Leute", rief er;„eine todte Frau sendet es Euch! Ihr trauert nicht allein; auch mir ist das Herz schwer bekümmert. In diesem Taschenbuche findet Ihr eine Summe, die vor der Hand Nahrungssorgen von Euch fern hält. Vertrauet nur dem lieben Got er hat Euch schwer darniedergebeugt, er wird Euc auch wieder aufrichten." Mit diesen Worten drückte er dem Greise, der sich erstaunt erhoben hatte, das Taschenbuch in die zitternde Hand.„Ach, mein lieber Herr, Sie sendet wirklich der liebe Gott, einen Retter in der höchsten Noth, denn Krankheitu. Tod haben uns von Allem entblößt."(Forts folgt) 165 13 2 Gesahr nur ehmen konnte ilderung des r Stärke des die Maschine yrend die des ersonenwagen oder weniger Güterwagen mmerhaufens welche durch r, hoffte man Daß unter schenleben zu ist todt, ein er eine Locolück mit nur Auffallendergiere fast gar tige derselben a einer nicht ch Lage der gen mehr als zlich aus der auch in wei= Weihnachten 1 der R.'schen s war schon varen in der rt eine junge ldmanne ein k als Pfand d. Kann ich ort, bringen enug!"„Ich eude machen, " bat unter — der Herr 1! Doch die sfest haben ter Herr tra iu, Sie sin in Mann ist was ich von nöthig";— ndsvertheidi iner so ebe ne den Dan erschwunden. „Figaro' aus Kronprinzi ter der Uni chter mit de list, der de ten Morgen lann", fragt dieser kreuz f:„Gewiß Fritz" nich en," versetzt ne! Glaub daß Sie mi in der Näh Pfeife Tabak sagte etwas oher Freund Er dachte rfte er den e Ehre zu iens herab= Der Wazu warten. ir und kam en Häusern ichnete ihm lag in dem de, die nur daren. Da e und zwei des Mau= ner Ernäh= 1 Stübchen. zur Freude arge Nacht= egenüber in ein glückn Familie. le der Areute", rief Jhr trauert. ver beküm tJhr eine sorgen von eben Got wird Eu rten drückt hatte, da Ach, wei liebe Gott, krankheit u ris folgt) einige Geldstücke in die Hand drückte, um sich gleich darauf seitwärts in— das Kastanienwäldchen zu schlagen. — In Murau(Steiermark) wurde die irrfinnige 30jährige Bäuerin Cäcilie Seidl in Freiheit gesetzt. Sie war von ihren lieben Verwandten neun Jahre hindurch, an einer eisernen Kette um den Leib geschmiedet in Gefangenschaft gehalten worden. Die arme Person wurde im Irrenhause zu Graz untergebracht. — Petersburg, 22. Jan. Der auf der Bärenjagd verunglückte türkische Gesandte wird wohl seine rechte Hand, deren Flächsen der Bär vollständig zerrissen hat, einbüßen. Der Kaiser hat dem Jäger des Herrn von Thilemann für seine Bravour und Geistesgegenwart 1000 Rubel auszahlen lassen. Die Bärenjagden sind übrigens jetzt ein sehr beliebtes, wenn auch nicht gerade ungefährliches Vergnügen, da diese Thiere bei dem in der letzten Zeit mehrfach vorgekommenen Thauwetter durch den Einfluß der Witterung aus ihrem Winterlager aufgescheucht werden und dann besonders wild sind. Nicht blos der Hof, sondern auch viele Privatleute machen von hier aus allwöchentlich Excursionen mit der Eisenbahn, um diesem Jagdvergnügen nachzugehen. Glücklich war auf einer solchen Jagd unlängst der deutsche Gesandte Prinz Reuß, der zwei verwundete Bären, welche nach ihrer Weise auf zwei Beinen gegen ihn andrangen, mit seinem doppelläufigen Gewehr hinter einander tödtete. Die Geschichte ist eine Jagdgeschichte, aber sie ist Thatsache, und diese darf nicht Wunder nehmen, da Prinz Reuß unter den Gemsjägern in den baierischen Hochalpen als der einzige Schütze aus Norb= deutschland gilt, der diesen Meistern der Schießkunst Achtung abgewonnen hat. — Ein Schauspieler gab den Hofmarschall Kalb in Schiller's Kabale und Liebe nicht ohne Beifall. Dessenungeachtet machte ein Recensent in seiner Beurtheilung die boshafte Bemerkung:„Herr N. war als Kalb vollendet!"— Der Gekränkte rächte sich sehr edel, indem er ihm anderen Tages einen Friedrichsd'or mit der Bemerkung übersandte:„Als Anerkennung für Ihre meyr väterliche als treffliche Beurtheilung!“ — Die Mormonen haben, wie amerikanische Zeitungen melden, die Fidji=Inseln als zukünftigen Anfiedelungspunkt im Auge. Ob aber der König Takambau und dessen getreue Unterthanen ihnen freundliche Aufnahme angedeihen lassen würden, steht noch in Frage, da auf den Fidji=Inseln die Vielweiberei mitsammt der Menschenfresserei stark in Abnahme begriffen ist. Um den Missionaren, welche gegen Vielweiberei predigen gefällig zu sein, hat schon mancher Fidji=Jnseln=Bewohner seine überzählige Frau aufgefressen. — Florenz, 5. Febr. Der erste Sondirungsversuch den Professor Rosati in dem Magen des Mannes mit der verschluckten Gabel angestellt, ist mißglückt. Die elastische Sonde drang allerdings bis in das Innere des Magens ein. Als der Arzt aber darauf den an der Spitze der Sonde angebrachten metallnen Mechanismus spielen ließ, mit welchem er die Gabel zu fassen hoffte, fühlte der Patient so heftige Schmerzen, daß der Versuch eingestellt werden mußte. Professor Rosati glaubt aber nunmehr an dem Vorhandensein der Gabel im Magen Cipriani's nicht mehr zweifeln zu müssen. (Nordlicht und Südlicht und kein Zodiakallicht.) Von Herrn Gymnasiallehrer F. in S. erhalten wir folgende Zuschrift:„In Nr. 12 d. Bl wird die atmosphärische Erscheinung vom Sonntag Abend als Zodiakallicht be= zeichnet. Das ist gewiß unrichtig, und Derjenige, der diese Auffassung ausgesprochen, hat gewiß das majestätische Phänomen nicht in seinem Anfange, Fort= gange, Culminationspunkt und Ende beobachtet. Die Gründe zu ersterer Behauptung ergeben sich aus der objeceiven Schilderung, welche nachstehend folgt:„Um halb sechs Uhr bemerkte man eine vom östlichen Horizont nach dem westlichen durch den Zenith gehende röthliche Erhellung, welche sich allmählig in einem disfusen röthlichen Lichtnebel auflöste, der fast das ganze Himmels= gewölbe mit Ausnahme der nördlichen und südlichen Segmente einnahm. Es ließen sich noch keine Strahlen erkennen, die den Schluß auf ein Nordlicht sicher stellten, zumal da die südliche Hälfte des Himmels bedeutend stärker weißlich erhellt war, als die nördliche, welche durchaus nichts Auffallendes zeigte, und gerade am südlichen Horizont das dunkle Kreissegment mit westlich hellem Saume von zwei Vollmondbreiten wahrzunehmen war, eine Erscheinung, die nach Argelanders Beobach= tungen am nördlichen Himmel dem Nordlicht vorangeht. Man hätte also auf ein Südlicht schließen können. Nach einer halben Stunde etwa zuckten im Osten und Westen die herrlichsten Strahlenbündel empor, die im Zenith in einander liefen und röthliche, bläuliche und weißliche Schattirung zeigten. Der nördliche Himmel zeigte noch immer keine Veränderung. /4 Uhr dagegen ent= wickelte sich ein Schauspiel, wie es erhabener und groß artiger nicht gedacht werden kann und welches die von Bessel und Biot geschilderten großen Nordlichter von 1831 und 1836 weit hinter sich zurückläßt. Die ganze nördliche Hälfte des Himmels slammte auf in rothen, bläulichen, grünlichen und weißen Strahlen von intensiver Helligkeit, die sich etwa 5 7 Grad südlich vom Zenith in einer herrlichen Krone von derselben Helligkeit vereinigten. Nun konnte man auch am nördlichen Horizont das dunkle Kreissegment wohrnehmen, aber auch vas hellbegrenzte Segmet im Süben verlor sich nicht; ja von Osten über Süden nach Westen zu setzten sich die Strahlen fort, gingen aber nicht vom Horizont sondern von der Krone aus, ohne vollständig den Horizont zu erreichen, und waren weiß. So war das ganze Firmament eine Strahlenkuppel von vorzugsweise hoch= rother Farbe, durchleuchtet von dem diamantnen Schein der Sterne. Die Strahlen bewegten und veränderten sich beständig; dann war die Krone hellleuchtend rings von Strahlen isolirt, dann war wieder Alles in glühender Pracht. Das dauerte bis 9½ Uhr. In dieser Zeit hatte sich das südliche durch den hellen Saum scharf markirte Segment vergrößert und nun trat eine Erscheinung ein, die meines Wissens in Deutschland noch nicht beobachtet ist. Es bildete sich über dem südlichen dunklen Segmente von Osten nach Westen bis zur Krone hinaufreichend ein Lichtbogen ohne scharfe Begrenzung aussehend wie vom Monde beleuchtete Strichwolken; dann schossen Strahlen aus demselben, die sich in der Krone 5-7 Grad südlich vom Zenith vereinigten und nach dem Zenith zu heller waren, als nach dem Horizont zu; die Farbe dieser Strahlen war weiß. Der nördliche Himmel prangte dagegen noch immer in hochrother Farbe, welche nördlich vom Zenith in einem nach Norden offenen Bogen begrenzt war. So hatte man die erhabene Erscheinung, daß die südliche Hälfte des Himmels in hellem weißen, die nördliche in hellem rothen Lichte leuchtete. Gegen 10 Uhr batte der nördliche Theil des Himmels wieder sein gewöhnliches Aussehen, der südliche dagegen war über dem dunklen Segmente noch immer weißlich erbellt in einem breitem Bogen mit röthlichem Rande. Um 11½ Uhr leuchtete der westliche unöstliche Himmel noch einmal auf in hochrothen Lichtgard ben, dann hörte das Phänomen allmählig auf. Um diese merkwürdige Erscheinung zu erklären, liegt es nahe, ein Nordlicht und ein Südlicht zu gleicher Zeit anzunehmen, ein Phäuomen, das in südlicheren Gegenden bäufiger beodachtet ist. Das Nordlicht war nicht beständig, aber stärker und von vorzugsweise rother, das Südlicht dagegen von weißer Farbe. Ueber die Entstehung des Nordlichts ist die Wissenschaft noch nicht einig; doch scheinen horizontal übereinander nach entgegengesetzten Seiten gehende Luftströmungen von ungleicher Temperatur und entgegengesetzter electrischer Spannung diese man könnte sagen im Gegensatz gegen die punktuelle des Blitzes diffuse electrische Entladung oder Ausgleichung hervorzurufen. Wir hatten am Abend des 4. Ostwind. Am 6. hatten wir Westwind und feinen Regen. * Jn der v. Nr. d. Bl. ist das großartige Nordlicht am 4. d. M., was laut vieler Zeitungsberichte in ganz Europa und gewiß auch in Asien und NordAmerika beobachtet und als solches erkannt worden ist, sonderbarer Weise als Zodiakallicht dargestellt und dadurch zugleich eine ganz irrige Definition eines wirk= lichen Zodiakallichtes geliefert worden. Das Licht, welches wir an jenem Sonntagabende beobachtet haben, trug von Anfang bis zu Ende vollständig den Character eines Nordlichtes an sich. Das leichte Nebelgewölk, was sich bei eintretender Nacht hier besonders nach Norden hin bildete, verhüllte uns die schönsten Parthien dieses berrlichen Phänomens, dagegen hatten wir gegen 7 Uhr in dem hohen Gewölke im Süben ein Spiegelbild des Rordlichtes, so daß wir eine Zeit lang ein Südlicht zu sehen vermeinen konnten. Südlichter erscheinen zwar gleichzeitig mit dem Nordlichte, können aber natürlich auf unserer nördlichen Breite nicht gesehen werden. Das Zodiakallicht aber hat nichts mit dem Erdmagnetismüs, nichts mit den leuchtenden Ausbrüchen desselben, also nichts mit dem Nordlichte, diesen mag= netischen Gewitterblitzen ohne Donner, gemein. Das Nordlicht gehört der Erde an und reicht nicht über ihre Atmosphäre hinaus; dagegen liegt das Zodia= kallicht im Weltenraume in der Ebene des Thierkreises und zwar als breiter, ellipfenförmiger Lichtnebel um die Sonne herum. Der innere Rand dieser Ellipse liegt nach Humbold diesseit der Venusbahn. Zweimal im Jahr, nämlich zur Zeit der Tag= und Nachtgleichen kommt die Erde so zu diesem Lichtringe zu stehen, daß wir seine helleren Parthien an den äußersten Enden der Ellipse in Form eines unbestimmt begrenzten Lichtkegels seben können und wir nennen diese Erscheinung das Zodiakallicht. In den Tropengegenden steht dieser Lichtkegel senkrecht auf dem Horizonte, ragt in lieblichem Glanze, wie versichert wird, fast bis zur halden Höhe des Himmelsgewölbes empor und erhellt einige Wochen hindurch bis gegen 12 Uhr die Nächte. Wir sehen das Jodiakallicht im Frühling nach der Abenddämmerung am Abendhimmel und im Herbste vor der Morgendäm= merung im Osten, und zwar als schrägliegenden, blaß strahlenden Lichtkegel über dem Horizont hervorragen, wo es wohl in der Regel für Dämmerlicht gehalten und nicht weiter beachtet wird. Schon in diesen Tagen wird man bei klarem Himmel, nach der Abenddämmerung die ersten Spuren davon wahrnehmen. Man fasse nur die Nichtung vom Orte des Sonnenunterganges bis schräg hinauf zum Siebengestirne in's Auge. Ueber das eigentliche Wesen des Zodinkallichtes ist die Astronomie bis jetzt noch wenig aufgeklärt. Sehr wahr= scheinlich erscheint aber in Folge deffelben die Sonne in einer Entfernung, wo sie als Stern gesehen wird, in einen lichten Nebel gehüllt, also als Nebelstern. Ob dieser Lichtnebel aus den Cometenmaterien besteht, die bei dem Durchgange dieser Himmelskörper durch ihr Pariholium abgesetzt wurde und sich um die Sonne ge= lagert hat, wollen wir dabingestellt sein lassen. Hs. Wermelskirchen, 12. Februar. Die gestrige Aufführung der beiden Lustspiele:„Die Sprechstunde“ von A. Reich und„Scenen vor Gericht“ von Salingré gelangen unserem Vereine„Scherz und Ernst" so vollständig, daß uns diesmal nicht viel Stoff zu einer Kritik zu Gebote steht. Wenn der Verfasser der Sprechstunde z. B. selbst zugegen gewesen wäre, er würde gewiß dem Herrn Jonas als„Doktor Kranich," dem Herrn Kirch als„Lerche" beziehungsweise als Pseudodoktor und seiner„Nanni", also den Hauptfiguren seines vortrefflichen Stückes, wie wir die vollste Anerkennung gezollt haben. Schon gleich im Anfange, beim Auftreten des Doktors Kranich mußte sich jeder sagen: So ist's recht! Diese Sicherheit läßt erwarten, das alles Folgende auch gut sein wird, und so kam's wirklich. Herr Kirch war hier wieder vollständig an seinem Platz und spielte seinen„Lerche" und später den Achilles ausgezeichnet und mit der bekannten Bühnengewandtheit. Wir wollen gerne hiermit unser„Bravos" noch einmal wiederholen. — Das zweite Stück wurde zwar auch gut gegeben, gefiel aber im Allgemeinen nicht so sehr wie das erste, was wohl darin liegen mochte, daß es mit diesem zu viel Aehnlichkeit hatte. Der Gerichtshof machte sich indessen ausgezeichnet und man glaubte in dem Herr Schöpp wirklich einen routinirten Polizei-Commissarius zu erblicken. Durch den etwas komischen Anzug und durch die diesem entsprechende überheitere Haltung einzelner Klienten sollte wohl dem Carneval in etwa Rechnung getragen werden. Daßdie heitere Stimmung des Auditoriums sich gegen das Ende hin senkte, lag im Stücke und keineswegs an den Spielern. Es ging, wie es am Schlusse einer jeden Gerichtssitzung gehen mag; und so endete also das Stück ganz naturgemäß. Der Wermelkirchener Theaterverein„Scherz& Ernst" brachte am Sonntag, den 11. d. im Saale des Herrn A. Jörgens unter zahlreicher Betheiligung des Publikums einen Schwank„Die Sprechstunde" und ein Genrebild„Vor Gericht" zur Aufführung. Zweck dieser Zeilen soll nicht sein, über die Wahl der Stücke etwas zu sagen oder die Leistungen der strebsamen, zum Theil recht wackeren Darsteller zu besprechen, sondern es liegt uns heute im Interesse des dem Vereine freundlich gesinnten Publikums näher, die Direction um Correctur einiger mangelhafter Einrichtungen zu ersuchen. So ist es z. B. für Wirth und Publikum in gleicher Weise unbequem, daß die Tische mit der Bühne parallel aufgestellt sind. Ständen sie in Reihen, vom Buffet zur Bühne hingehend, so könnte der Kellner jeden Gastbedienen, ohne dabei einer ganzen Anzahl Anderer lästig zu werden.— Ferner muß die Grenze zwischen dem 1. und 2. Platz so bestimmt zu erkennen sen, daß ein Verwechseln der Plätze nicht vorkommen kann Wenn der Verein über das unentbehrliche Controlpersonal nicht zu verfügen hat, so möge er passive Mitglieder aufnehmen, welche die Geschäfte des Vereins besorgen, während seine activen Mitglieder sich auf den Brettern befinden. — Sodann empfehlen wir der Regie des Vereins, bezüglich des Anfangs der Vorstellungen, wenn er nicht auf eine frühere Stunde verlegt werden kann, weuigstens mit größerer Pünktlichkeit zu verfahren. Soll der Anfang laut Zettel um 8 Uhr stattfinden, so finde er dann auch statt! Das Warten ist unangenehm, edenso unangenehm wie das Trommeln der ungeduldigen Füße, die Anfang erzwingen möchten. Auch die Pausen zwischen den Stücken dürfen nicht so lang sein und wo möglich mit musikalischen Vorträgen, aber nicht hinter dem Vorhange, ausgefüllt werden, und nicht auf einem matten Harmonium, sondern auf ein em reingestimmten Piano. Das Publikum beansprucht hiermit durchaus nicht zu viel.— Schließlich finden wir es nachgerade unerklärlich, daß es dem Vereine nicht gelingen will, die Damenrollen von Damen geben zu lassen. Wir hofften dei jeder Vorstellung darauf; mußten aber immer wieder hier eine Fistelstimme, dort eine entstellte Baßstimme statt des natürlichen Wohllautes aus weiblicher Kehle vernehmen. Möge dies bald, recht bald anders und besser werden. A. Ich höre trauern Euch und klagen, Daß kalt die Welt und liebeleer, Und mitleidsvoll muß ich Euch fragen: Habt Ihr denn keine Mutter mehr? Habt Ihr die Mutter schon vergessen, Das treue Herz, dr'an Ihr geruht, Den Schooß, d'rin Ihr so weich gesessen, So sicher, wie in Gottes Hut? Die Mutter sehlt mit süßen Schauern, Die auf dem Arm ihr Kindlein trägt! So lange wird die Liebe dauern, So lang' ein Mutterherz noch schlägt. O Mutterherz, du Born der Milde, Du gottgeweih'ter, heil'ger Ort, Hass't auch die Welt, die rauhe, wilde, In dir weilt still die Liebe fort. Du lebst nur in des Kindes Leben, Sonnst dich in seiner Freuden Glanz, Sein Leiden nur macht dich erbeben, Und deiner selbst vergißt du ganz; Gequält, gemartert und zerstochen, Liebst du im herbsten Schmerze noch, Vom Kinde frevelnd selbst gebrochen, Im Brechen segnest du es doch! D'rum, hält Euch Gram und Neid umfangen, Seid eig'ner Schuld Ihr Euch bewußt, So lehnt die thränenfeuchten Wangen, An Eurer Mutter treue Brust; Und ist die Mutter Euch geschieden, Weint Ihr allein in finste'er Nacht, O glaubt: Ihr Herz ließ sie hinieden, Es hält bei ihrem Kinde Wacht! Weizen, p. 200 Pfd Mülheim a. Rh., 8. Febr. 1872. Hafer dito neuer 4 3— Aveel=Samen dito——— Rappsamen dito——— Kartoffeln, p. Ctr.——— Roggen dito 6 20— Buchweizen dito——— Gerste dito 5 20 Brodpreis à 7 Pfund 7 Sgr. 4 Pf. Köln, 11. Februar 1872. Preuß. Frdchsd'or 5 20 6/5=Frankenst. Ausl. Pistolen 20=Frankenstücke Wilhelmsd'or 5 15— 5 9 d5 16 ranz. Kronthaler Livre=Sterling Imperials 19 6 1 16 16 6 21 6 5 15— Todes-Anzeige. Gestern Abend um 7 Uhr entschlief dem Herrn unser 10 Monate altes Söhnchen Erich nach sechstägigem Leiden an der Brustbräune. Wermelskirchen, 12 Febr. 1872. Die trauernden Eltern: Gerichtsschreiber Gemmel und Frau. 6 Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Comtoiristen Peter von Polheim zu Lennep den Königl. Kronenorden vierter Classe zu verleihen. Lennep, den 9. Februar 1872. Der Landraths=Amts=Verwalter: Jentch. Bei dem Königl. Gewerbegericht zu Lennep sind ausgeschieden: a) die Mitglieder: Eisenwaarenhändler Joh. Jacob Hindrichs, Bandwirker Sebulon Carnap Josuas Sohn, Tuchfabrikant Hugo Wiehager und Tuchweber Ludwig Hengstenberg. b) die Stellvertreter: Eisenhändler Carl Clarenbach, Bandwirker Joh. Heil, Tuchfabrikant Carl Eberhardy und Tuchweber Friedrich Heil. Bei den demnächst stattgehabten Ergänzungswahlen sind gewählt, beziehungsweise wiedergewählt worden: I. für den Vergleichskammerbezirk Ronsdorf: a) zu Mitgliedern: Eisenwaarenhändler Wilhelm Kneip und Sebulon Carnap Josuas Sohn, Bandwirker. b) zu Stellvertretern: Färber Arnold Dicke und Eisenhändler Pet. Clarenbach. II. für den Vergleichskammerbezirk Hückeswagen: a) zu Mitgliedern: Tuchfabrikant Otto Schlieper und Tuchweber Ludwig Hengstenberg. b) zu Stellvertretern: Kaufmann Friedrich Bockhacker junior und Tuchweber Friedrich Heil. Diese Wahlen haben die Bestätigung der Königlichen Regierung erhalten. Lennep, den 6. Februar 1872. Der Landraths=Amts=Verwalter: Jentzsch. ekauntinachuita. Der zum Polizeidiener sowie zum Wald= und Feldhüter für die Gemeinde Fünfzehnhöfe=Wermelskirchen ernannte August Steinberg ist heute vereidigt und in sein Amt eingeführt worden. Ich bringe dies unter dem Bemerken zur Kenntniß der GemeindeEingesessenen, daß der Genannte vorläufig auf dem Hofe Piepersberg wohnt. Wermelskirchen, 10. Februar 1872. Der Bürgermeister v. Bohlen Verkaufs=Anzeige. Am Donnerstag den 15. Februar d. Is. Nachmittags um 5 Uhr, in dem Wirthschaftslokale der Frau Wittwe Bode dahier, lassen die Erben des verstorbenen Gastwirthen Louis Bode die von demselben hinterlassenen, in und nächst Hückeswagen gelegenen Immobilien, bestehend in drei Wohnhäusern, Gärten, Ackerland, Wiesen und theilungshalber öffentlich versteigern und den Meistbietenden ohne Vorbehalt eines weitern Termins, definitiv zuschlagen. In dem Hauptwohnhause unter Nr. 46 am Markte in der Nähe zweier Kirchen wurde seit vielen Jahren Gastwirthschaft betrieben, bei deren Fortführung, zumal wegen Eingangs des seitherigen zweiten Gasthofes in hiesiger Stadt, auf günstigen Erfolg zu rechnen sein wird. Hückeswagen, den 6. Febr. 1872. Dieckhoven, Notar. Wermelskirchener Vorschuß=& Spar=Verein Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß das GeschäftsBüreau wie folgt geöffnet ist: a) an den Wochentagen Nachmittags von 1—2 Uhr; b) am ersten und letzten Sonntage eines jeden Monats, Vormittags von 8½— Uhr. Sollte einer dieser Sonntage auf einen hohen Feiertag fallen, ist das Büreau an dem darauf folgenden Sonntage resp. an dem zweiten Feiertage geöffnet. Die Geschäftsstunde am Sonntag ist nur für die Sparkasse eingerichtet. Wermelskirchen, den 8. Februar 1872. Dem Lichis'schen Humys-Extract3 (Zum Versandt präp. Steppenmilch) gebührt nach dem übereinstimmenden Gutachten der med. Facultäten der »ersto Rang in der Reihe aller bis jetzt gegen die Lungenschwindsucht ge& kannten und angewendeten Mittel.— Derselbe heiltrasch und sicher: HUamgenaschwindsucht(selbst im vorg rückten Stadium), abereulose (Symptome: Bluthusten, hectisches Fieber, Athemnoth), Magen-, Ban& u. Bronchialcatareh, Amnemie(Blutarmuth) in Folge anhaltender2 *Krankheiten und fortgesetztem Mercurialgebrauch, Crsis(Bleichsucht), Maranitneiton und fortgesetztem Mercarfaigebrauch, OmorOSns(Bierenstene),g Asthmn, Abzehrung, Mtickenmarhsdarre, Mystericund Nervenschwäche. 2 Pro Flacon einen halben Thaler nebst Gebrauchsanweisuug und Brochüre. « Kisten von mindestens 4 Flacons ab bis zu jedem Quantum versendet das General-Depot des Kumys-Instituts BERLIN, Gneisenaustrasse 7a. N. E. Patienten, bei welchen alle angewendeten Mittel erfolglos geblieben sind wolten vertrauensvoll einen letsten Versuch mit der Steppenmilch machen. Brochüren auf Wunsch gratis und franco. 8 Patent-Lutterschneidemaschinen v. Thlr. 520 an Excentrice, auf fünf Längen verstellbar, 14½ Zoll breit und 3 Zoll hohe Schnittfläche — Schwungrad wiegt 112 Pf. und hat 50 Zoll Durchmesser. Preis Thaler 36 40, 42. a:arimischine evensausl kere Bauart auch für Göbelbetrieb gerichtet 14½ Zoll breit und 4 Zoll hohe Schnittfläche, Schwungrad wiegt 112 Pf. Häcksel=Maschinen (Gsod-Maschinen.) Die Errentrice und die Kurbelmaschine Kurbelmaschine ebenfalls fünf Längen, stärund hat 57 Zoll Durchmesser. Preis Thlr. 40, 46. sind die besten und größten Maschinen für den Handbetrieb und können von einem Knaben von 10—12 Jahren betrieben werden.— Garantie 3 Jahre, Probezeit 14 Man wende sich schriftlich an die Maschinenfabrik von Moritz Weil junior in Frankfurt a. M. oder an einen der Herren Agenten. Inseraten=Annanme für dere Deutschen Reichs= u. Kgl. Preuß. Staats=Anzeiger Der„Deutsche Reichs= und Königl. Preuß. Staats=Anzeiger“ ist in allen Theilen des Reichs, einschließlich Elsaß und Lothringen und im Auslande vorzugsweise bei sämmtlichen Gesandtschaften und Consulaten verbreitet. Indem ich diese näher bezeichneten Organe der besonderen Beachtung der Interessenten empfehle, nehme ich denn noch Veranlassung, meine Annoncen=Expedition auch für das laufende Jahr allen Kreisen des öffentlichen und Privatlebens in empfehlende Erinnerung zu bringen. Berlin, officieller Agent sämmtl. Zeitungen. Leipzig, Hamburg, Frankfurt a. M., Breslau, Halle, Prag, Wien, München, Närnberg, Strassburg. Zürich, und Stuttgart. Bade-& Schwimmanstalt in Lennep. Für diese Anstalt wird auf 1. Mai ein qualificirter, verheiratheter gesucht, dessen Frau ebenfalls in den Sommermonaten an dieser Anstalt Beschäftigung findet. Freie Wohnung für das ganze Jahr in der Anstalt, Emolumente nach Uebereinkunft. Meldungen bei dem Unterzeichneten. Lennep, den 9. Februar 1872. Mennter. 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