Varmer Verantwortlicher Redacteur: A. F. Lackmann in Barmen.— Druck und Verlag: Friedrich Staats in Barmen. Nedaction und Erpedition: Altenmarkt Nr. 35. eilung. Abonnementspreis: In Barmen 3½ Mark, in der Expedition entnommen 8¼ M., durch die Post bezogen 4 M. Inserate: 20 Pfg. die gespaltene Zeile oder deren Raum. Reclamen ½ M. Nr. 145. Agenturen: Für Barmen: R. Paulmann, Haspelerstr. 81, Wwe. Schmalz, Allerstr. 43, Aug. Gerlach, Loherstr. 25, Otio Felder, Oberdenkmalstr. 97b, W. Braus, Albertstr. 14, Ferd. Reinhardt, Bahnhofstr. 8, W. Echdneweiß, Falkenstraße 19(Wichelhausberg), Carl Schröder, Mühlenwegstr. 482. Ed. Garschagen, Heidterstr. 20, Wwe. G. v. Eilpe, Heckinghauserstr. 3. Friedr. Schmidt, Heckinghauseestr. 202, Fr. W. Schmittseiser, Ziegelstr. 8, Rob. Schmidt, Berlinerstraße 33, Aug. Dahler, Feldstr. 18, E. G. Rübenstrunk, Berlinerstr. 119, Aug. Korte, Burgstr. 17. Mittwoch, 25. Juni. Agenturen: Für Elberfeld: W. Thienes, Schlössersgasse 7. J. H. Born, Wallstr., und G. L. Daube& Co., Arrenbergerstr. 18. Für Schwelm: H. J. Boswinkel, Buchhandlung.— Central=Annoncen=Bureau der deutschen Zeitungen, Bernhard Arndt, Berlin, Mohrenstraße 47, Rud. Mosse, Berlin, Haasenstein& Vogler, Rud. Mosse, Köln, G. L. Daude& Co., Frankfurt a. M. und Paris, Rud. Mosse, Düsseldorf, Fr. Crüwell, Dortmund, Ceil Schüßler, Hannover, G. Schlotte, Breinen, Ad Steiner, Hamburg, Havas Laffite& Co., Place de la bourse, 8, Paris. 1879. Abonnements auf die„Barmer Zeitung" für das mit dem 1. Juli beginnende III. Quartal beliebe man in Barmen in unsern Expeditionen und bei den Zeitungs boten, auswärts bei den nächstgelegenen Postanstalten aufzugeben. Der Abonnementspreis beträgt bei der Post 4 A. in Barmen durch die Boten zugestellt 3 K 50 9, in unserer Expedition(Altenmarkt 35) entnommen 3 A 25 I. Verhandlungen des deutschen Reichstags. CK. Berlin, 24. Juni. 65. Sitzung. Präsident v. Seydewitz eröffnet die Sitzung um 12¼ Uhr. Am Tische des Bundesraths: mehrere Regierungs=Commissare. Tagesordnung: I. Dritte Berathung des Gesetzentwurfes, belreffend die Sicherung der gemeinschaftlichen Zollgrenze in den vom Zollgebiete ausgeschlossenen Bremischen Gebietstheilen. Der Gesetzentwurf wird definitiv genehmigt. II. Fortsetzung der Zolltarifdebatte. Dieselbe beginnt bei Position 26, a) 4. anderes flüssiges Oel in Fässern 100 kg 4 M. Auf den Antrag des Abg. Dr. Delbrück wird das Wort„flüssiges" gestrichen. Zu a) 5. Palm= und Cocusnußöl, festes 2 M. beantragen: 1) Dr Delbrück: das Wort„festes" zu streichen und hinzuzufügen:„Palmkernöl".— 2) Abg. Berger folgende Anmerkung hinzuzufügen: Palmöl zur Fabrikation bestimmt, unter zollamtlicher Controle frei. Aba. Berger begründet seinen Antrag damit, daß dasjenige, was von Seiten der Regierung für Olivenöl gelterd gemacht worden, auch für Palmöl Platz greifen müsse. Letzteres sei ein unentbehil cher Rohstoff für verschiedene inländische Fabrikate. Durch die Freigebung des Palm bis, zur Fabrikation bestimmt, werde nach keiner Seite ein landwirth schaftliches Interesse geschädigt. Er bitte deshalb dringend um Annahme des Antrages. Reg=Comm. Geh. Rath Rothe erklärt sich sowohl gegen den An trag Berger, wie gegen einen Antrag des Abg. Sonnemann: sestes Cocusnußöl frei zu lassen, im Interesse der inländischen Oclindustrie. E verweist namentlich darauf, daß von den Samoainseln allein 200 Millionen Centner Palmenfrüchte in den letzten Jahren ausgeführt worden die zum großen Theil in Deutschland zur Oelfabrikation verwendet worden.— Nachdem noch Abg. Delbrück seinen Antrag kurz begründet, dem von dem Abg. v. Kardorff widersprochen wird, werden sämmtliche Anträge abgelehnt und Nr. 5 unverändert genehmigt. Pos. 26 b. Rückstände, feste, von der Fabrikation fetter Oele, auch gemahlen frei, wird ohne Debatte genehmigt Es folgt 26 c. Fette. Bei Nr. 1: Schmalz von Schweinen und Gäusen 10 M., erklärt sich Abg. Richter=Hagen gegen den Zoll auf diesen Artikel. Es handle sich hier um ein Nahrungsmittel der ärmeren Bevöllerung, den man nicht vertheuern dürfe. Das amerikanische Schmalz mache dem deutschen keine Concurrenz. Man behaupte, unsere Viehzucht habe sich in der letzten Zeit relativ verringert; in Bezug auf Schweine sei das nicht der Fall, die Zahl der Schweine habe nach der letzten Biehzählung zugenommen. Die deutsche Schweinezucht sei aber gar nicht im Stande, den Bedarf an Schmalz zu befriedigen. Er habe verschiedene Sachverständige Auskunft gebeten, und Alle stimmen darin überein, daß von dem gesammten Schmalzverbrauch zwischen ½ bis ¼ amerikanisches Schmal ist. Es müßten danach 4-6 Millionen Schweine mehr in Deutschlan geschlachtet werden, als bisher, wenn der Schmalzconsum befriedigt werden sollte. Das sei aber vollständig ausgeschlossen. Es handele sich hier um einen Zoll, der ganz vorwiegend den Charalter eines Finanzzolles hat, denn unter Umständen würde derselbe 4-6 Millionen einbringen. Darauf möchte er namentlich auch das Centrum aufmerlsam machen. Die Tendenz dieser Zollreform gehe dahin, jede billige Zufuhr von Lebentmitteln auszuschließen. Redner warnt vor diesem verhängnißvollen Schritt, den man zuerst bei dem Getreidezoll gemacht, und spricht sein Bedauern aus, daß in demselben Augenblick, wo aus den überschwemmten Gegenden Schlesiens der Ruf nach billigen Nahrungsmitteln zu uns herübertönt, schlesische Abgeordnete sich nicht scheuen, darüber zu unterhandeln, wie der Getreidezoll zu verdoppeln sei. Der Regierungscommissar Geh. Rath Rothe bestreitet, daß der Zollbetrag in vollem Umfange von dem Consumenten getragen werden müsse, und betont die Bedeutung, die dieser Zoll als Finanzzoll habe. Abg. v. Schorlemer=Alst befürwortet gleichfalls die Annahme des Regierungsvorschlages im Interesse der großen Zahl von kleinen Leuten, die in der Aufzucht einzelner Schweine eine wichtige Einnahm quelle besitzen und durch das amerikanische Schmalz in diesen Einnahmen erheblich verkürzt würden. Abg. Beseler wünscht den arbeitenden Klassen in dem amerikanischen Schmalz ein billiges Nahrungsmittel zu erhalten und erklärt sich deshalb gegen die Regierungsvorlage, die schließlich mit 184 gegen 79 Stimmen angenommen wird. Stearin beschließt das Haus statt mit 6 mit 10 Mark Zoll zu belegen. Parfümerien aller Art beantragt die Vorlage unterschiedslos mit 100 Mark zu verzollen. Nach dem Antrage der Abgg. Stephani und Möring beschließt das Haus, diese Position in der Weise zu theilen, daß verkaufsfertige Parfümerien, als alkoholhaltige Extracte, Pomaden, Haaröle, Schönheitsmittel in Töpfen, Tiegeln, Stangen, Gläsern, Schachteln rc. mit 100 Mark, dagegen wohlriechende Fette, wohlriechende nicht alkoholhaltige Wasser, alles in Umhüllungen nicht unter 10 kg, nur mit 20 M. belastet werden sollen. Den Dachschiefer beantragt Abg. Lieber statt mit 20 mit 50 Pfennigen und Schieferplatten mit 3 M. zu verzollen. Das Haus tritt diesem Antrage bei, und vertagt sich sodann bis Donnerstag 10 Uhr.(Ankauf von Grundslücken zum Parlamentsgebäude, Rechnungsvorlagen, Petitionen und Zolltarif.) □ Berlin, 24. Juni[Verständigung der Conser ativen mit dem Centrum; die Ernennungen zur Generalsynode; Forckenbeck; Besuch des Kaisers von Rußland; Egypten.) Während des ganzen heutigen Tages gingen die Verhandlungen über die Garantienfrage zwischen den Wortführern der verschiedenen Fractionen hin und her und die Situation zeigte infolge der sich kreuzenden Gerüchte mehr als einmal ein total verändertes Ansehen Das schließliche Ergebniß war die Verständigung zwischen Conservativen und Centrum, die vielleicht noch nicht völlig zum Abschluß gekommen, an deren Zustandekommen aber nicht mehr zu zweifeln ist. Das Centrum läßt die Forderung der alljährlichen Bewilligung von Salz und einzelnen Tarispositionen fallen, hält aber seine förderativen Garantien aufrecht, sowohl die Deutschconservativen als die Reichsparte: erklären sich damit einverstanden. Die budgetrechtlichen Forderungen der Nationalliberalen sind damit gescheitert, und die Erregung ist in diesen Kreisen keine geringe. Während man gestern noch der Ansicht war, für die Antrage Bennigsens sei die Zustimmung des Reichskanzle s gesichert, wird man heute nicht daran zweifeln können, daß die Conservativen sich bei ihrer Verständigung mit dem Centrum der Zustimmung des Fürsten Bismarck versichert haben. In diesen Kreisen legt man den föderativen Garantien des Centrums offenbar nicht die bedenkliche Wichtigleit bei, wie es seitens der Natioralliberalen der Fall ist. Wie viele unter den Nationalliberalen den Finanzzöllen auch ohne Gewährung der Bennigsenschen Anträge zustimmen, muß abgewartet werden. Voraussichtlich dürfte es doch nur eine kleine Minderheit sein. Aber freilich wenn Centrum und Conservative einig sind, ist die Mehrheit im Reichstag gesichert. Herr von Bennigsen soll sehr verstimmt über die neueste Wendung sein, die allen ziemlich überraschend ge kommen ist. Man hatte nicht erwartet, daß das Centrum den eigentlichen budgetrechtlichen Theil seiner Anträge so leicht fallen lassen werde.— Die Liste der landesherrlichen Ernennungen zur Generalsynode wird heute officiell bekannt. Die Mehrzahl der Er nannten— vide unten— besteht, wie nicht anders zu erwarten war, aus Männern von stark orthodoxer Färbung, doch ist auch die Mittelpartei und selbst die Linke nicht ganz unvertreten. Als Re präsentant der Letztern erscheint z. B. Prosessor Boretius in Halle, Reichstagsabgeordneter und früher Redacteur der„Nationalzeitung" Im übrigen sind die Hosprediger, Consistorialpräsidenten und Consistorialräthe sehr stark vertreten. Unter den ernannten Hofpredigern wird die Person des in der socialen Frage so stark her vorgetretenen Herrn Stöcker am meisten beachtet werden.— Von der Rückkehr des Herrn v. Forckenbeck, welcher heute entgegengesehen wurde, erwartet man einen entscheidenden Einfluß auf die ferneren Entschließungen der nationalliberalen Partei. Daß jedoch die Rückkehr dieses Politikers das Signal zu der förmlichen Trennung der Fraction geben wird, wie man da und dort vermuthet, muß noch sehr bezweifelt werden. Thatsächlich ist freilich die Fraction gegenwärtig fast ohne jeden Zusammenhang, trotzdem aber ist es nicht wahrscheinlich, daß die Gegensätze schon in nächster Zeit zu einer förmlichen Auflösung führen werden.— Die Bennigsenschen Garantieanträge haben seit längerer Zeit zum erstenmal wieder die nationalliberale Fraction ziemlich geschlossen hinter sich, und wenn jetzt die Finanzreform durch Verständigung der Conservativen mit dem Centrum zu Stande kommt, so dürfte dies das sehr gelockerte Band, welches die National liberalen noch zusammenhält, wieder etwas befestigen.— Vor wenigen Tagen wurde die Nachricht, daß der Kaiser Alexander in den näch sten Tagen nach Deutschland kommen und mit unserm Kaiser in Ems zusammentreffen werde, von officiöser russischer Seite als ganz unbegründet bezeichnet. Jetzt wird die Thatsache in der unzweifelhaftesten Weise bestätigt. Entweder ist der definitive Entschluß des Kaisers Alexander ganz plötzlich erfolgt, oder man fragt verwundert, welchen Zweck solche seltsame Dementis haben. Schon bei der goldenen Hochzeitsfeier unseres Kaiserpaares verlautete, daß der damals unterbliebene Besuch des Kaisers Alexander in kürzester Zeit werde nachgeholt werden.— Es gewinnt den Anschein, als ob die Westmächte mit der Abdankung des Khedive sich nicht begnügen, sondern Halim Pascha, seinen rechtmäßigen Nachfolger, zum Vicekönig einsetzen zu lassen gedenken. Bekanntlich hatte Ismail bald nach seiner Thronbesteigung das in oer egyptischen Herrscherfamilie gültige türkische Erbfolgerecht zu Gunsten seiner eigenen Kinder umgestoßen. *[Officiös-nationalliberale Correspondenten) theilen mit, daß zwischen den Führern des rechten und linken Flügels der nationalliberalen Partei eine Besprechung stattgehabt habe, in der in loyalster Weise eine Trennung der Fraction als nothwendig anerkannt wurde. Mit Bennigsen verbleibt das Gros bei der Fraction; es scheiden aus Forckenbeck, Stauffenberg, Lasker, Rickert, Bamberger, Braun mit der Minorität. Die Scheidung soll nach der dritten Lesung des Tariss stattfinden. =(Frhr. zu Franckenstein] hat beantragt(in der Zolltarif-Commission): Im Zolltarifgesetz nachstehende gesetzliche Vorschriften zu beschließen:„1) Derjenige Betrag der Zölle und der Tabaksteuer, welcher die Summe von.... M.(hier ist der dreijährige Durchschnitt des bisherigen Erträgnisses der Zölle und der Tabaksteuer einzusetzen) in einem Jahre übersteigt, ist den einzelnen Bundesstaaten nach Maßgabe der Bevölkerung, mit welcher sie zu den Matricularbeiträgen herangezogen werden, zu überweisen. Diese Ueberweisung erfolgt vorbehaltlich der definitiven Abrechnung zwischen der Reichskasse und den Einzelstaaten auf Grund der im Artikel 39 der Reichsverfassung erwähnten Quartalsextracte und beziehungsweise Jahresabschlüsse. 2) Die Abgabe von Salz und die Zollsätze des Tarifs in Nr...(die Tarifnummern werden erst noch nach getragen werden) werden bis zum 1. April 1881 bewilligt und von da ab jährlich im Reichshaushalts=Etat festgesetzt."— Der Ben nigsen'sche Antrag dagegen verlangt die jährliche Quotisirung der Kaffee= und Salzsteuer und, falls nach Bewilligung der Zölle und Steuern im Reichshaushalts=Etat sich ein Ueberschuß ergibt, daß dieser Ueberschuß durch Festsetzung im Etat an die Einzelstaaten nach Maßgabe der Bevölkerung vertheilt wird.— Die Commission wird zunächst zu versuchen haben, sich über diese Anträge zu einigen, die von beiden Seiten nicht als unabänderlich definitive betrachtet werden. Wahrscheinlich ist die Erzielung einer Verständigung gerade nicht.— Die„Nordd. Allgem. Ztg." begleitet den Franckenstein'schen GarantieAntrag mit folgender Bemerkung: Die beiden conservativen Fractionen des Reichstags, vor die Nothwendigkeit gestellt, sich zwischen den Anträgen v. Bennigsen und v. Franckenstein zu entscheiden, haben eine alljährliche Festsetzung der Höhe des Zollsatzes für Kassee wie der Abgabe für Salz(Alinea 1 des Antrages v. Bennigsen) nicht als die wünschenswerthe Lösung der schwebenden Frage zu erachten vermocht, zumal dadurch das im Artikel 5 der Reichsverfassung garantirte Präsizialrecht Preußens tangirt würde. Die deutsch conservative Fraction sowohl wie die Reichspartei erblicken dagegen in Alinea 1 des Antrages v. Franckenstein lediglich den formellen Ausoruck eines Princips, welcher eine Aenderung des thatsächlich bestehenden Verhältnisses nicht enthält. Dem gegenüber hat das Centrum sich entschlossen, Alinea 2 des Antrages Franckenstein aufzugeben, und es dürften demnach sich die Stimmen der beiden conservativen Fractionen so wie der Centrumsfraction auf Alinea 1 dieses Antrages vereinigen, falls die Tabaksteuer in einer ange messenen, dem Zweck der Vorlage entsprechenden Höhe bewilligt wird. *(Antrag der Reichsvartei.] Der„Post" zufolge wird seitens der deutschen Reichspartei zur Lösung der schwebenden Fragen folgender Antrag eingebracht werden: Gesetz betreffend die Abänderung des Artikels 70 der Reichsverfassung. Artikel 70 erhält folgende Fassung: Zur Bestreitung aller gemeinschaftlichen Ausgaben dienen zunächst die rechnungsmäßigen Ueberschüsse der Vorjahre so wie die aus den Zöllen, den gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern und aus dem Post= und Telegraphenwesen fließenden gemeinschaft lichen Einnahmen. In so weit die gemeinschaftlichen Ausgaben durch diese Einnahmen nicht gedeckt werden, sind sie durch Beiträge der einzelnen Bundesstaaten nach Maßgabe ihrer Bevölkerung aufzubringen, welche bie zur Höhe des budgetmäßigen Betrages durch den Reichskanzler ausgeschrieben werden. Die nach dem Reichshaushalts-Etat veranschlagten Ueberschüsse der Einnahme über die Ausgaben sind im budgetmäßigen Betrage nach demselben Maßstabe auf die einzelnen Bundesstaaten zu vertheilen. Die„Post" bemerkt hierzu:„Die deutsche Reichspartei hat es jeder Zeit als ein normales Ziel der Entwicklung der Budgetverhältnisse des Deutschen Reiches betrachtet, daß das Reich, auf eigene Einnahmen gestellt, nicht als hülfesuchender Kostgänger bei den Einzelstaaten erscheinen sollte, sondern daß, ähnlich wie im Zollverein es der Fall war, Quellen gemeinsamer Einnahmen erschlossen werden. Ob der Antrag in der Tarifcommission oder in dem Plenum eingebracht werden wird, muß abhängig bleiben von dem Gange, welchen die weiteren Verhandlungen zwischen den Fractionen nehmen, welche aufrichtig das Zustandekommen der Tarif- und Steuerreform anstreben. So viel können wir aber schon jetzt sagen daß die Nr. 1 des Bennigsen'schen Antrages für die Reichspartei ebenso unannehmbar ist, wie die Nr. 2 des Franckenstein'schen.“ =[Die lieben Borstenthiere,] die es sich freilich nicht sehr zu Herzen genommen haben, daß schon die Bibel sie in den Baun thut und der Sprachgebrauch ihren Namen zur Injurie wandelt, die guten Borstenthiere, deren Namen im übertragenen Sinne in gleicher Weise ein hohes Maß von Glück und von Unreinlichkeit bedeutet,— die Schweine sind rehabilitirt. Sie werden vor Wonne grunzen, wenn sie erfahren, daß der Reichstag ihnen eine lange Verhandlung und eine nicht minder lange namentliche Abstimmung gewidmet hat. Der Reichstag erledigte heute rasch die Positionen über Oel in Fässern, bei der Positiøn betreffend Gänse= und Schweineschmalz erörterte Eugen Richter, daß es sich hier um einen reinen Finanzzoll handle, um eine bloße Vertheuerung der nothwendigsten Lebensmittel, ohne die protectionistischen mildernden Um stände. Zwei Drittel des Schweinefeltes, das in Deutschland ver braucht wird, kommt aus Amerika, Deutschland wird den eigenen Bedarf nicht decken können. Die Schweinezucht sei bei uns nicht zurückgegangen. Darauf erwiderte Herr von Schorlemer=Alst, Zahl wohl und nach sei bei uns die Schweinezucht zwar nicht zurückgegangen, aber dem Gewichte nach— man müsse die Schweine wiegen nicht zählen. In namentlicher Abstimmung entschied eine starke Majorität für den Zoll auf Fett, wie die Vorlage ihn vorgeschlagen. Die übrigen Positionen, welche heute noch zur Erledigung kamen, haben ein allgemeineres Interesse nicht, wennschon die Redner so ausführlich waren, als gälte es das Wohl jedes Einzelnen im Reiche.— Donnerstag um 10 Uhr folgt die Fortsetzung. =[Die Zolltarif=Commission] erledigte gestern Abend Position 2(Baumwolle) in zweiter Lesung, ohne eine andere Abweichung von den Beschlüssen erster Lesung vorzunehmen, als daß die dritte Staffel des ein- und mehrdrähtigen Baumwollengarns auf Nummer 45 bis 60 englisch(statt 45 bis 59) normirt wurde. Position 22(Leinengarn, Leinewand und andere Leinenwaaren) fixirte die Commission auf Antrag des Abg. Fehrn. v. Heeremann den Zoll für Garn(Maschinengespinnst) über Nr. 5 bis 8 englisch Mark. In Absatz f. wurde„Battist aller Art“", in Absatz h. Leinen" gestrichen. In Absatz e. wurde Leinewand mit mehr als 20 Fäden auf eine quadratische Webfläche von 4 Quadratcentimeter auf Antrag des Abg. v. Puttkamer mit 60 Mark statt 48 Mark belastet. Position 41(Wolle) blieb unverärdert. Parlamentarisches.] Heute Abend und morgen wird die Zolltarifcommission über die constitutionellen Garantien berathen. Morgen fällt deshalb die Plenarsitzung aus. Heute findet bei dem Reichskanzler ein parlamentarisches Diener statt, bei welchem wohl derselbe Gegenstand zur Besprechung kommen wird. (Der Abg. Kayser) theilt mit, daß die kürzlich von einem Gerichtsreporter verbreitete Nachricht über einen Proceß, den mit einem Schneider gehabt, insofern unrichtig sei, als des Schneiders Forderung nach beschrittener Rechtskraft beglichen worden und das Beschreiten der Rechtskraft eines ihn(Kaiser) verurtheilenden Erkenntnisses nur durch seine Unerfahrenheit im preußischen Proceßverfahren möglich gewesen sei. Ein Antrag beim Reichstagsprasidium auf Genehmigung der Verhaftung des Abg. Kayser im Reichstagsgebäude ist überhaupt nicht gestellt worden. [Generalsynode.] Der evangelische Oberkirchenrath erläßt folgende Bekanntmachung: Se. Majestät der König haben auf Grund des§ 2 Nr. 4 der Generalsynodal=Ordnung vom 20. Januar 1876 folgende Personen zu Milgliedern der ersten ordentlichen Generalsynode der evangelischen Landeslirche in den älteren Provinzen zu ernennen geruht: 1) den ConsistorialPräsidenten Ballborn in Königsberg Ostpr., 2) den Geheimen Oberegierungsrath im Ministerium des königlichen Hauses v Boetticher in Berlin, 3) den ordentlichen Prosessor der Rechte Dr. Boretius in Halle a S, 4) den Oberregierungsrath v. Borries in Oppeln, 5) den Commerzienrath Delins in Bielefeld, 6) den Director der Diakonenanstalt Pfarter Engelbert in Duisburg, 7) den Hof= und Garnisonprediger Frommel in Berlin, 8) den Consistorial=Präsidenten v d. Groeben in Posen, 9) den Geheimen Justizrath und ordentlichen Prosessor Dr. Haelschner in Vonn, 10) den königlichen Kammerherrn und Erbschenk Grafen vom Hagen in Möckern, Kreis Jerichow, Provinz Sachsen, 11) den Consistorial=Präsidenten Dr. Heindorf in Stettin, 12) den Consistorialrath Heinrici in Gumbinnen, 13) den Oberhosprediger v. Hengstenberg in Berlin, 14) den ConsistorialPräsidenten Hering in Münster in Westf., 15) den Consistorialrath Hohenthal in Magdeburg, 16) den Consistorialrath Leuschner in Merseburg, 17) den Archidiakonus Dr. Müllensiefen in Berlin, 18) den Consistorial=Präsidenten Dr. Nöldechen in Magdeburg, 19) den General der Infanterie und Gouverneur des Invalidenhauses von Ollech in Berlin, 20) den Oberpräsidenten v. Puttkamer in Breslau, 21) den Unterstaatssecretär Dr. v. Schellina in Berlin, 22) den Hof= und Domprediger Schrader in Berlin, 23) den ConsistorialPräsidenten Snethlage in Coblenz, 24) den Hof= und Domprediger Stöcker in Berlin, 25) den Grafen Theodor zu Stolberg=Wernigerode auf Schloß Tütz, Kreis D. Crone W./Pr., 26) den Consistorialreth Taube in Bromberg, 27) den Feldprobst, Ober=Consistorialrath und Hosprediger Dr. Thielen in Berlin, 28) den Hosprediger Wilsina in Stargardt in Pomm., 29) den Consistorial=Präsidenten Wunderlich in Breslau, 30) den Regierungs-Präsidenten Freiherrn v. Zedlitz=Neukirch in Liegnitz. Oesterreich. * Wien, 24. Juni, Abends.[Telegramm.] Gegenüber der„Neuen Fr. Presse“ ist die„Pol. Corresp." zu der Erklärung autorisirt, daß in der egyptischen Frage eine österreichische Note nicht existire. Alles, was seitens Oesterreich=Ungarns in dieser Angelegenheit geschehen, beschränke sich auf die einfache Mittheilung des Beitritts Oesterreich=Ungarns zu den Schritten Englands und Frankreichs in Egypten.— Die vom Londoner„Standard“ gebrachte Nachricht von einem Schlaganfalle des österreichisch-ungarischen Botschafters in St. Petersburg, Baron von Langenau, wird von der „Polit. Corresp." als erfunden bezeichnet.— Aus Belgrad wird der„Polit. Corresp.“ gemeldet: Christic hat den ihm angebotenen Posten eines Gesandten in Wien aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt. Der Minister des Innern, Milojkowic, soll nunmehr die meisten Aussichten auf diesen Posten haben.— Die serbische Regierung hat die Absicht aufgegeben, sich bei der Ankunft des Fürsten Das goldene Kalb. Roman in sechs Büchern von Dr. Rud. von Gottschall. 181 (Fortsetzung.) Sechstes Kapitel:„Der Geisterseher." Ernst war vorsichtig genug gewesen, Margarethe sogleich in eine andere Wohnung überzusiedeln, damit sie gänzlich gesichert sei vor den Anfeindungen der Bedrohten. Und er hatte wohl daran gethan, denn Frau Pernitzsch machte einen vergeblichen Gang, sie aufzusuchen; der alles wagenden Energie dieser Frau wäre Margarethe sonst hülflos preisgegeben gewesen. Frau Strunck konnte nicht angeben, wohin Margarethe gezogen sei, da die neue Woh nung auf längere Zeit vorausbezahlt worden, so hatte sie auch kein Interesse daran, doch deutete sie verständlich genug an, das Mädchen habe sich der Theilnahme eines jungen Herrn zu erfreuen, der für sie in freigebigster Weise sorge. Louise war außer sich: zum erstenmale fühlte sie sich machtlos gegenüber dem Kommenden; ihre Hülfsmittel versagten ihr; selbst ihr Frevelmuth vermochte nichts auszurichten. In dieser Stimmung traf sie Sintenis; sie verlangte von ihm, daß er abermals die Wohnung Margarethens ausfindig mache; er erilärte, daß alles zu spät, daß bereits eine schriftliche Anklage dem Gericht übergeben worden sei. Diese Mittheilung übte eine niederschmetternde Wirkung auf die verwegene Frau; todtenbleich, die Hände ringend, warf sie auf das Sopha. Sitde auf zu den verwitterten Zügen des Doctor Pernitzsch; sein blödes Lächeln schien ihr auf einmal so sinn- und bedeutungsvoll; wie von einem neuen Schreck erfaßt, bedeckte sie auf schreiend das Gesicht mit den Händen. Dann stürzte sie ans Fenster und lehnte sich weit hinaus, wie von Sehnsucht erfaßt, sich in einen Abgrund zu stürzen, der sich vor ihr öffnete. Sintenis starrte indeß gedankenlos auf die Bilder der Heiraths candidatinnen, die auf dem Tische lagen „Ich sollte heirathen", sagte er mit erloschenem Hohn;„vielleicht ist eine gute Partie dabei, und wir bestechen die Richter." Louise antwortete nicht; ihre Pulse fieberten, sie fühlte die Verzweiflung, die aus diesem matten Spott des Freundes sprach, sie wußte, daß er so rathlos sei, wie sie selbst. „Fort, fort von hier", rief sie,„die Welt ist groß genug, um sich zu verbergen." „Das ist sie nicht mehr", versetzte Sintenis;„seitdem der verwünschte Gummistrang unter dem Wasser von einem Erdtheil zum andern reicht, gibt es kein Entrinnen mehr. Schon ruht das Auge der Justiz auf uns: die Flucht ist unmöglich." „Unmöglich, alles unmöglich!“ rief Louise in Verzweiflung. Ein ganzer Schattentanz wirbelte vor ihrer Seele vorüber: die bleiche Frau, deren Todtenblässe allmälig überging in unheimliche Schwärze, das Mädchen mit den fragenden Kinderaugen, der blöde Pflanzensammler mit dem Schrei nach seinem Pulverchen, der ihr gellend in die Öhren dröhnte. Wie eine furchtbare Last lag das Leben auf ihr—— und im Innern ihrer Seele erhob sich eine Stimme, anfangs leise, fast unhörbar, dann lauter, immer gewaltiger, nicht mehr zu ersticken, zu übertäuben, wie sie oft es gethan, denn sie ertönte nicht mehr im tillen Kämmerchen, sie brauste durch die Welt mit den Flügeln des Sturmes:„Du bist schuldig und werth der Vernichtung.“ Und wie von wechselndem Brand, wie eine fortzehrende Verwüstung fühlte sie ihr Inneres ergriffen, aber noch im letzten Aschenhäuschen glomm etwas wie eine arme verzweifelnde Seele, die nicht verlöschen kann und in diesem unauslöschlichen Rest pulsirte noch immer die dumpfe Selbstanklage, das Erzittern der Schuld! Nicht von sich selbst loskommen zu können, das sind die schrecklichen Gespenster der Seele. Doch lange erträgt das Gemüth nicht die starre Verzweiflung; irgend welche Lichterchen der Hoffnung hüpfen auf im Dunkeln und die Seele beginnt ihr kindliches Spiel damit. Sintenis erhob sich aus tiefem Brüten:„Wir müssen hier ausharren, mit ruhigem Lächeln, mit Gleichgültigkeit und Sicherheit, o harten Zwang es uns kosten möge. Noch ist nichts verloren! Diese von amerikanischen Heiligen geschriebene Urkunde wird die Richter bedenklich machen und das traumwache Mädchen kann diese Bedenken nicht zerstreuen. Man wird andere Zeugen suchen und wird sie vergeblich suchen. Dein Gatte ist ja todt." Louise strich sich die Haare von der Stirn, die der Herbststurm ihr ins Gesicht geweht und sah mit scheuem Blick zu dem verblichenen Gemälde empor. „Der Beschützer, den das Mädchen gefunden—“ „Wer ist dies?" fragte Louise. „Das ist zunächst mein Geheimniß; doch wahrlich, ich bewahre es jetzt nicht mehr, um ihn zu schonen. Das Mädchen ist wieder erkrankt; sie hat für den Richter jetzt nur Fieberphantasieen. Er übergab das Actenstück dem Staatsanwalt. Kann dieser junge Mann Zeuge sein! Sie hat ihm viel gebeichtet; er kann es dem Richter wiederholen, wenn sie verstummt—— auf lange oder gar auf immer, denn ihre Seele flattert nur noch an einem lockeren Faden. Auch er ist eine Gefahr für uns!" Louise hing fragend an seinem Munde, sie vertraute seinem Scharfsinn, seiner Erfindungskraft; er war lässig im Handeln, aber kühn im Denken. „Es gährt etwas in mir", fuhr er fort,„ich sehe ein ferndämmerndes Licht; noch tapp ich darauf zu, noch weiß ich nicht, ob ichs erreichen kann, was für Abgründe dazwischen liegen. Das Ganze muß als ein Gewebe des Irrsinns erscheinen. Nur Ruhe jetzt, nur die eiserne Stirn bewahrt! Treiben wir den Teufel aus mit Beelzebub, dem obersten der Teufel! Wir müssen unsere Rolle gut einstudiren, so lange wir in dieser verwünschten Komödie des Lebens mitspielen. Ich finde vielleicht das rechte Stichwort für mich; alle guten Gedanken und Pläne müssen allmälig reifen wie Lagerobst. Alles wird geheiligt durch verzweifelte Nothwehr: und ich fühle überdies in mir einen Durst, dem das Leben noch einen guten Trunk gewähren kann, den Durst nach Rache. Ich bin noch kein todter Mann.“ „Und Dein Plan?" „Ich mache jetzt einen weiten Spaziergang, mancher hat auf einsamen Dichterwegen ein schönes Trauerspiel gefunden; vielleicht gelingt es auch mir; wenn ich wiederkomme, sprechen wir mehr darüber. Alles nimmt indeß seinen ungestörten Lauf, auch Euer thörichtes Fest. Jadet die Waaren bei Zeiten ein zu diesem Car neval der Liebe, wo sie sich ihre Peitsche fürs ganze Leben kaufen sollen." Wie eine Schiffbrüchige schmiegte sich Louise an den Scheidenden. Sintenis lehnte diese Annäherung kalt und verdrossen ab; er sah in ihr das Unglück seines Lebens. Mit diesen Schlangenwindungen hatte sie ja früher ihn umstrickt und ins Verderben gezogen.—— Inzwischen suchte sich Herr Brander seine Gefangenschaft im Hotel so angenehm als möglich zu machen und sich mit Speise und Trank im reichsten Maße für den Mangel an freier Bewegung und frischer Luft zu entschädigen. Frau Marder hatte für ihn nur den bittersten Hohn; sie fütterte ihn wie einen Vogel im Käfig mit Zuckerbrod; sie nannte ihn einen dressirten Papageien, der die Worte des Baron Edwin nachplappern müsse. Trotz des thränen reichen Briefes seiner Mutter hegte der junge Oekonom noch immer im Herzen eine unbezwingbare Liebe zu der beweglichen Freundin; alle Langeweile eines eintönigen Zusammenseins hatte sie nicht ganz abzustumpfen vermocht. Frau Marder begann indeß, in ihm wieder das Gefühl der Sehnsucht zu erwecken in welchem für einschlummernde Herzensneigungen eine neu erweckende Kraft liegt: sie war weit davon entfernt, seine Gefangenschaft zu theilen, und gewährte ihm nur die einzige Zerstreuung daß er sie vom Fenster seiner Zelle aus in Gesellschaft mehrerer Officieke konnte vorübereilen sehen. Mit Baron Edwin hatte Frau Marder nur einmal eine Begegnung bei der Table d'hôte des Gasthofes; sonst ging er dem schwirrenden Irrlicht aus dem Wege. Die Regierungsräthin war von einschmeichelnder Anmuth, und er von jener Galanterie, welche er galanten Damen gegenüber stets zu bewahren wußte; sie saßen noch allein bei Tisch, als die anderen Gäste schon aufgestanden waren. Jetzt begann Frau Marder, nachdem sie vorher schon durch mehrere farbenbunte Kalospintechromokrenen das Herz des Barons zu gewinnen gesucht, gleichsam die großen Wasser von Versailles pielen zu lassen und überfluthete ihn mit Liebenswürdigkeiten, all s an ihr war in einer kreiselartig wirbelnden Bewegung; sie entwarf Lebensbilder aus den Kreisen der Grünhauser Gesellschaft und gab den Gestalten eine so anschauliche Lebendigkeit, daß sich bei ihren nachahmenden Bewegungen der Stuhl mit ihr zu drehen schien. Dabei konnte sie den Geschäftssinn, den Verstand des Barons, seinen Edelmuth und Esprit nicht genug preisen. Allmälig aber, ganz allmälig blickte aus der glänzenden Einkleidung immer sichtlicher der Keim einer bestimmten Absicht hervor; sie glaubte zuletzt den Tischgenossen genugsam gewonnen zu haben, um ihn mit ihren Bitten bestürmen zu können und sie bat ihn um nichts Gering res als um die Freilassung Branders und um Schonung ihres Gatten, der sich aus seinen mißlichen Verhältnissen, wenn man ihm nur Zeit lasse, wieder herausarbeiten könne; sie ließ abnen, wie groß ihr Dank ein würde, und nur die Anwesenheit des Kellners hinderte die Vorausbezahlung des Dankes in der kleinen Münze, die bei der hübschen Frau im besten Cours stand. Doch Baron Edwin bewahrte eine unerbittliche Freundlichkeit und war überaus höflich in seiner Ablehnung, so daß die Frau Director, als sie sich von Tisch erhob, sich mit einem Knix verabchiedete, welcher mehr den Trotz der Enttäuschung, als liebenswürdige Höflichkeit zeigte. Edwin begab sich wiederum auf das Bureau des Advocaten Renee, den er am Morgen verfehlt hatte; denn dieser war gerade ausgegangen, um die Baugründe einmal zu besichtigen, obschon das Object eines Speculanten an und für sich sehr gleichgültig ist. (Forts. folgt.) von Bulgarien in Sofia durch einen besonderen Repräsentanten vertreten zu lassen.— Der provisorische Handelsvertrag zwischen Serbien und Frankreich ist unterzeichnet worden. Schweiz. *Bern, 24. Juni.[Der Bundesrath] hat die Bestellung eines in erster Stelle einzutragenden Pfandrechtes an sämmtlichen Linien der Bahn wegen der am 12. Februar 1878 zwischen der Golthardbahn und einem Finanzconsortium abgeschlossenen Anleihe von 74 Millionen bewilligt. Niederlande. *Haag, 23. Juni.[Die Leiche des Prinzen von Oranien) ist heute Abend um 7 Uhr hier eingetroffen und vorläufig in der Todtenkapelle des Palais des verstorbenen Prinzen beigesetzt worden. Bei der Ankunft der Leiche waren der Prinz Friedrich und der Prinz Alexander zugegen. Frankreich. * Paris, 24. Juni.[Rouher.] Nach hier eingegangere Nachrichten hat Rouher seine Abreise von London verschoben und trifft erst Donnerstag hier ein. Ueber das angeblich vom Prinzen Louis Napoleon hinterlassene Testament ist bis jetzt Näheres noch immer nicht bekannt, man will wissen, daß ein Testament vorhanden sei, daß dasselbe aber keinerlei politischen Charakter habe. * Maris. 24. Juni.[Verschiedenes.] Der Prinz Napoleon Jérome kehrt am Donnerstag unverzüglich nach dem Trauergottesdienste für den kaiserlichen Prinzen nach Trouville zurück. Der bonapartistische Deputirte de Lenglö widerspricht der Nachricht, daß er zu den Republikanern übergegangen sei.— Heute traf General Guzman Blanco, Präsident der Republik Venezuela, in Paris ein. Auf dem Westbahnhofe waren die Flaggen Frankreichs und Vene zuelas aufgehißt. Mollard, Introducteur der Botschafter, General Pittie, als Vertreter des Präsidenten Grevy, und der venezuelische Gesandte erwarteten den Präsiventen Blanco, der auf 14 Tage nach Kissingen geht.— Es ist unbegründet, daß der Präsident Grevy ein Schreiben an die Kaiserin Eugenie gerichtet habe; Grevy stand mit derselben niemals in der geringsten Beziehung.— Aus Avignon wird geweldet, eine Abtheilung Pioniere habe einen Monat Kasernenarrest erhalten, wel sie bei der Rückkehr von der Begleitung der Procession mit dem Ruse:„Es lebe die Republik!" auseinandergegangen sei. Der Deputirte Langlois will dieses Vorfalles wegen die Regierung interpelliren.— Die Deputirten bewilligten in der heutigen Sitzung einen Credit von einer Million zur Erweiterung der polytechnischen Schule. Bei Fortsetzung der Berathung des Un terrichtsgesetzes sprach heute zuerst der Bonapartist Mackau und nach ihm der Berichterstatter Spuller. Paris, 24. Juni.[Die Berichte aus der Provinz) stimmen darin überein, daß die Ansicht, es sei infolge des Todes des Prinzen Louis mit dem Kaiserreich zu Ende, fast allgemein vorherrscht. Auch bestätigt es sich, daß Prinz Napoleon nicht zu Gunsten seines altesten Sohnes„abdanken" will. Er glaubt zwar, daß das Kaiserreich gegenwärtig nicht die geringste Aussicht habe, “ aber er will sich die Zukunft vorbehalten, und seine beiden Söhne sind mit ihm in allem einverstanden. Nach Rouhers Rückkehr wird sofort eine Versammlung der bonopartistischen Deputirten und Senatoren zusammentreten, doch Prinz Napoleon wird derselben nicht anwohnen, sondern den Besuch der Delegirten dieser Versammlung abwarten, um seine Erllärungen kundzuthun. Der Prinz hat es indeß aufgegeben, eine schrifttiche Proclamation zu erlassen, und wird sich darauf beschränken, seine Besitzergreifung der höchsten Ge walt den bonapartistischen Führern gegenüber mündlich zu verkün digen. Aber auch ein solcher Act privaler Art dürfte zu seiner Verbannung führen, da die Regierung sest entschlossen ist, keinen Bonaparte, der die Nolle des Prätendenten offen oder geheim fort spielen will, in Frankreich zu dulden. Auch gegen die Prinzen von Orleans werden ebenfalls Maßregeln ergriffen werden, salls ihre Anhänger die neue Lage zur Wiederaufnahme ihrer Bewegung gegen die Republik benutzen sollten.(K. 3) * Paris, 24. Juni.[Mehrere bonapartistische Sena toren und Abgeordnere) begaben sich gestern zum Prinzen Napoleon. In der Unterredung, die sich im übrigen nicht auf Einzelfragen erstreckte, spielte einer der Abgeordneten auf die Möglichkeit an, den Prinzen Victor an Stelle seines Vaters zum Haupt der Partei zu erklären. Prinz Napoleon zog sich zurück, indem er lachend sagte:„Meine Herren, es gibt Fragen, die nicht einmal discutirt werden können." *(Die auf die Krankheit und den Tod des Prinzen Pierre Bonaparte] bezüglichen Gerüchte werden als aus der Luft gegriffen bezeichnet. *[Ueber die Art und Weise, wie die Kaiserin Eugenie das ihrem Sohne zugestoßene Unglück er fuhr,] hatte die geschäftige Erfindungskraft der Reporter die verschiedensten Lesarten in Umlauf gesetzt. Der wahre Hergang war, wie ein Berichterstatter des„Gaulois" in Chislehurst aus dem Munde des Herzogs v. Bassano vernommen hat, folgender: Freitag früh war ein dringendes Schreiben an Herrn Pietri eingetroffen, den Cabinetssecretär der Kaiserin, der sich eben in Wahlangelegenheiten auf der Insel Corsica befindet. Der Brief enthielt die Aufforderung, die Kaiserin auf eine betrübende Nachricht vorzubereiten Wie dieser Brief in die Hände der Kaiserin gelangte, weiß man noch nicht; genug, von einer Ahnung getrieben, öffnete sie ihn; sie erschrak heftig, war aber noch immer weit entfernt, die Wahrheit zu errathen. Bald darauf traf Lord Sidney, der Besitzer von Camden=Place und ein alter Freund der Kaiserin, im Auftrage der Königin Victoria in Chislehurst ein, um die Hiobspost zu überbringen. Der Herzog v. Bassano empfing ihn und nahm es auf sich, die verhängnißvolle Botschaft vorzutragen. Mit verstörten Zügen trat er bei der Kaiserin ein und sagte:„Madame, es sind von unserem Prinzen schlechte, sehr schlechte Nachrichten eingelaufen." „Mein Sohn, mein Sohn!" rief die Kaiserin;„es duldet mich hier keinen Augenblick mehr, auf der Stelle will ich nach dem Cap aufhätten die Schritte der Vertreter Englands und Frankreichs bei dem Khedive unterstützt. Eine Antwort des Letzteren sei noch nicht eingegangen.— Im weiteren Verlaufe der Sitzung erklärte Schatzkanzler Northcote, es sei unzweckmäßig, augenblicklich noch weitere Mittheilungen über die Unterhandlungen mit Egypten zu machen Der Marquis von Hartington kündigte hierauf an, daß er am nächsten Donnerstag die Anfrage an die Regierung richten würde, mit wem die Unterhandlungen gepflogen worden seien und weshalb dem Khedive die Abdankung anempfohlen sei, da es im Falle einer unbefriedigenden Antwort des Khedive nöthig sein dürfte, sofort eine Debatte über diese Angelegenheit anzuregen, zumal nicht nur Unterhandlungen stattgefunden hätten, sondern seitens der Regierung in dieser kritischen Frage auch eine Action unternommen worden sei. London, 23. Juni.[Die Officiere des Artilleriecorps) kamen am Samstag in Woolwich zusammen, um über ein Denkmal für ihren in Afrika gefallenen„Kameraden aus Courtoisizu berathen. Der Beschluß mußte indessen vertagt werden. Prinz Ludwig Napoleon ist nie englischer Officier gewesen, ein Officiers patent hat er nicht besessen, den Fahneneid nicht geleistet. Er hat in Woolwich als Cadet den Cursus durchgemacht, sein Examen be standen, den gewöhnlichen Lohn dafür indessen nicht erhalten, und das Heer im Zululande begleitete er nur als Freiwilliger, der aus besonderer Rücksicht als Officier behandelt wurde. Daher die Bedenken, die dem Beschlusse entgegenstehen.— Die„Morning Post" stets eine eifrige Verehrerin des Bonapartes, fordert schon zur Errichtung eines Napoleon-Denkmals auf. Rumänien. *Bukarest, 23. Juni.[Die Kammer] nahm mit 99 gegen 9 Stimmen die von der Regierung befürwortete Adresse als Ant wort auf die Thronrede des Fürsten Karl an.— Morgen findet eine geh ime Sitzung des Senates und der Kammer statt, in welcher über die Frage bezüglich der Stellung der Juden verhandelt werden soll. Rußland. * Petersburg, 24. Juni.[Kornkafer.] Ein Telegramm des Gouverneurs von Cherson vom 23. d. meldet, daß die Felder der am Strande liegenden Dörfer Koblewka und Adschiaska von enormen Massen durch die Meereswellen(?) an das Ufer geschleuderter Kornlaser bedeckt sind. Es sind Maßregeln ergriffen, um die Kafer auszurotten (Zum großen Diebstahl in der Rentei in Cherson sind dem„Golos" folgende telegraphische Nachrichten zugegangen In der Rentei wurden alle Werthpapiere in einem Gewölbe in eisernen Kisten aufbewahrt. Von den sieben Kisten, welche der Staatsbank gehören, sind drei Kisten erbrochen worden und zwar gerade diejenigen, in welchen sich die größten Summen befanden Die übrigen vier Kisten mit Geldern der Bank, der Rentei und anderer Institnte waren nicht angerührt. In gleicher Weise hatten die Diebe die drei- und fünfrubligen Scheine, die Coupons vonden Prämienscheinen und die zinstragenden Papiere unberührt gelassen Neben dem großen steinernen Gebäude, in welchem die Gouverne ments=Rentei untergebracht ist, befindet sich das Haus Komssiny Vor etwa zwei Wochen, am 24. Mai(6. Juni), miethete sich eine Dame, welche sich für die Frau eines Arztes, Namens Nikitin, aus gab, in diesem Hause ein und bezog mit einer Köchin, welche ein Brustkind hatte, das Quartier. Zu dieser Dame kamen am 4. Juni zwei Arbeiter, angeblich, um im Quartier einige Reparaturen vorzunehmen. An den Sonntagen wird die Rentei gewöhnlich von keinem Beamten besucht, und das Gewölbe bleibt daher den ganzen Tag über geschlossen. Der Diebstahl wurde am Montag, den 4. Juni, um 10 Uhr Vormittags entdeckt. Sobald man den Eingang zum unterirdischen Gang gefunden hatte, untersuchte man sosort das Haus Komssiny, and aber in demselben weder die Dame, noch auch die Köchin mit dem Kinde. In einem Zimmer entdeckte man die Asche von verbrannten Kleidungsstücken. Der unterirdische Gang, durch welchen die Diebe in die Rentei gedrungen waren, beginnt in der Küche der Wohnung der Frau Nikitin, hat eine Länge von 7 Faden 1 Arschin 8 Werschel, liegt etwa einen Faden unter der Oberfläche und hat eine fast viereckige Gestalt. Die beim Graben des Ganges entfernte Erde lag theils in der Küche, theils auf dem Boden, theils in einem Zimmer. Um die Ventilation zu erhalten, war vom Gange aus eine Röhre zum Küchenofen gezogen. Die Dame, welche sich Nikitin nannte, hatte man zum letztenmal am Sonntag, den 3. Juni, etwa um 2 Uhr Nachmittags gesehen. Der Dwornik vom Hause Komssiny wurde verhastet und sofort die energischste Untersuchung eingeleitet welche denn auch bald zur Ermitielung der Verbrecher führte. Am 6. Juni, etwa um die Zeit des Sonnenaufganges, wurden die Haupturheber des Diebstahls, die unbekannte Dame und ein Arbeiter in der Steppe, auf einem Felde in einer Hütte entdeckt und ver *[Die Tarifcommission] lehnte in ihrer Abendsitzung vom 23. d. alle Anträge auf Herabsetzung der Zölle auf leinene Leder. Ein der That dringend verdächtiger Mann, Anstreicher von hier, wurde im Laufe des gestrigen Tages verhaftet und heute nach Elberfeld übergeführt; von den gestohlenen Sachen hat man bis etzt noch keine Spur entdecken können.— Ein Schachtmeister der Rheinischen Eisenbahn übergab vorgestern einem Arbeiter einen Koffer, eine Hutschachtel und einen Regenmantel im Gesammtwerthe von über 100 M., um diese Sachen zum Bergisch-Märkischen Bahnhof zu transportiren. Dies führte der Arbeiter, ein mehrfach bestrafter Mensch Namens Haumann, nicht aus, ist vielmehr mit den ihm anvertrauten Gegenständen verschwunden. [Unglücksfälle.] Laut Polizeibericht wurde auf dem Neuenweg vorgestern Mittag ein Fuhrmann von einem Pferdebahnwagen überfahren, wobei der Mann derartige Verletzungen erlitt, daß seine Ueberführung in das Krankenhaus nothwendig wurde, in welchem derselbe Abends noch seinen Leiden erlegen ist. Der Verstorbene hinterläßt 6 Kinder. Eine Fahrlässigkeit des Pferdebahnkutschers soll nicht vorliegen. Ein Arbeiter, welcher den verletzten Fuhrmann am Nachmittag im Krankenhause besuchen wollte, rutschte beim Aufsteigen auf einen Pferdebahnwagen aus und gerieth mit dem rechten Fuß unter das Rad; er erlitt eine schwere Verletzung dreier Zehen und mußte ebenfalls in das Krankenhaus aufgenommen werden. Schließung der Läden an Sonn= und Feiertagen Auf Anfrage einer Bezirksregierung hatten die Ressortminister jüngst Gelegenheit, sich über Bezirks=Polizeiverordnungen betreffs der äußeren Heilighaltung der Sonn- und Feiertage auszusprechen. Bei dieser Gelegenheit haben sie erklären zu sollen gemeint, daß der Geschäftsverkehr während der Stunden des vor- und nachmittägigen Hauptgottesdienstes strengstens ruhen müsse und keine Veranlassung vorliege, den Nachmittags-Hauptgottesdienst der Sonn- und Feiertage gegen den Vormittags=Gottesdienst irgendwie zurückzusetzen, so daß Läden, Waarenlager, Magazine, Buden u. s. w. Vor= und Nachmittags an Sonn- und Festtagen während der HauptgottesdienstStunden unbedingt geschlossen gehalten werden sollen. Gestorben.] Der Budenbesitzer, welcher kürzlich auf der Kirmeß in Ronsdorf beim Abfeuern einer Kanone an einem Arm schwer verwundet wurde, ist am Sonntag im Ronsdorfer Krankenhause gestorben. Oberlandesgerichte.] Das Handbuch über den königlich preußischen Hof und Staat für das Jahr 187980, welches so eben zur Ausgabe gelangt ist, enthält als Anlage eine Uebersicht der mit dem 1. October d. J. in Wirksamkeit tretenden GerichtsOrganisation und der damit zusammenhängenden Ernennungen für die Ober=Landesgerichte, die Landgerichte und die Amtsgerichte. Die neu zu errichtenden Handelskammern und detachirten Straskammern haben in der Uebersicht noch keinen Platz gesunden. Ueber die Abgrenzung, die Einwohnerzahl rc. der 13 Ober=Landesgerichte werden Mittheilungen gemacht, denen wir folgendes entnehmen: X. Das Ober=Landesgericht zu Hamm umfaßt die Provinz Westfalen, die zum Regierungsbezirk Düsseldorf gehörigen Kreise Duisburg, Essen (Stadt und Land), Mülheim a. d. R. und Rees und die Lippeschen Enclaven Lipperode und Cappel, insgesammt mit 2 291 812 Gerichts=Eingesessenen, Präsident: Hartmann(erster Präsident des Appellationsgerichtes Hamm). XI. Das Ober-Landesgericht zu Kassel umsaßt den Regierungsbezirk Kassel(mit Ausnahme des an Hannover überwiesenen Kreises Rinteln, des an Jena überwiesenen Kreises Schmalkalden und des an Frankfurt a. M. theilweise [Schenkung.] Der Kunstverein für Rheinland und West überwiesenen Kreises Hanau), den zum Regierungsbezirke Wiesbaden ut aus Anlak der voraestriaen Reier seines 50iährigen Be= gehörigen Kreis Biedenkopf und das Fürstenthum Waldeck, insgesammt mit 748 682 Gerichts=Eingesessenen, Präsident Mayer(erster XII. Das Ober=Landes= und wollene Garne ab; bei Leinengarn wurde zu Gunsten der Juteweberei eine Scalastufe eingestellt, die Beschlüsse erster Lesung sonst bestätigt. A Barmen, 25. Juni.[Bergisch=Märkische Eisenbahn.] Dem mit großer Sorgfalt und Ausführlichkeit ausgearbeiteten Jahresberichte über die Verwaltung der Bergisch=Märkischen Eisenbahn für das Geschäftsjahr 1878 entnehmen wir folgende interessante Mittheilungen: Die Bahnlänge beträgt mit Einschluß der Zweigbahnen 1289 Kilometer= 172 Meilen. Das concessionirte Actiencapital beziffert sich auf 548 980 500 Mark. Das Betriebsmaterial besteht aus 798 Locomotiven 629 Personenwagen mit 30880 Plätzen, 292 Gepäckwagen, 2647 bedeckten Güterwagen und 17404 offenen Güterwagen. In dem betreffenden Jahre wurden befördert 14 165 144 Personen oder per Tag rund 38800 Die erste Klasse benutzten rund 1%, die zweite 17%, die dritte 60%, die vierte 20%, Militär 2%. Im Güterverkehr wurden 15118381 Tonnen = 302367 620 Centner oder per Tag durchschnittlich 828400 Centner = 16568 Fahrladungen à 50 Centner befördert. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug per Stunde bei Expreß=, Courier= und Schnellzügen ohne Aufenthalt 48.4, mit Aufenthalt 42,7 Kilometer, bei Personenzügen 34.4 resp. 28.7 und bei Güterzügen 21.5 resp. 13.7 Kilometer. Der Personenverkehr ergab eine Einnahme von 12030077 M. der Gülterverkehr brachte ein 44 865 968 M. Die Betriebsausgaben repräsentiren 41% von der Bruttoeinnahme gegen 60% im Jahre 1873. Die Bahn hat 227 Stationen, die durchschnittliche Einnahme einer Station berechnet sich auf 250643 M Die größte Frequenz im Personenverkehr hatte Elberfeld mit 1562051 ankommenden und abgehenden Personen, die geringste Kückelhausen mit 5255 Personen. Im Güt iverkihr hatt Essen mit 1130013 Tonnen die bedeutendste, die Station Rath mit 2026 Tonnen die geringste Feiquenz Die höchste Gesammteinnahme hatte die Station Elberfeld mit 2521 1%2 M. und die geringste die Station Caternberg mit 783 M.— Um den vorstehenden Angaben gegenüber die B. deutung der Station Rittershausen klar zu stellen, gestatten wir uns an der Hand des Verwaltungsberichts folgende Auseinandersetzung: Genannte Sta tion vereinnahmte im Personenverkehr 141 826 M., im Güterverkehr 756 79 M., außerdem 9510 M., zusammen 908 126 M. Das Verhältniß stellt sich demnach zu Gunsten dieser Station zu einer Durchschnitt? station nach der Einnahme wie 3.6: 1. Im betresfenden Jahre wurden in Rittershausen 230 627 Personen befördert oder pro Taa 632. Angekommen sind pro Taa 579 Personen. In Bezug auf die Frequenz im Personenverkehr nimmt Rittershausen unter den 227 Stationen die 13 Stelle ein, sie war größer(nach der Rangordnung) in Elberfeld, Düssel dorf, Hagen, Dortmund, M.=Gladbach. Barmen incl Unterbarmen, Essen Neuß, Bochum, Deutz, Aachen und Mülheim a. Ruhr incl. Eppinghoven Im Güterverkehr steht Rittershausen, wenn man von den Kohlenstationen Annen, Dahlhausen, Hörde, Langendreer und Riemke absieht, in Bezug auf die Einnahme an 10. Stelle. Sie war nur bedeutender in Elberfeld Hafen Ruhrort, Bochum, Düsseldorf, Hagen, Essen, Dortmund, Barmen incl. Unterbarmen und Oberhausen.— In Anbetracht der hohen deutung der Station hat die königliche Direction den Bau eines neuen Stationsgebäudes in Angriff nehmen lassen und wird die Vollendung desselben voraussichtlich im Laufe dieses Jahres erfolgen. Die Ausführung der Arbeiten ist durchweg mehr wie 20 pCt. unter Kostenanschlagspreisen übernommen worden. Es ist wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß wenigstens ein Theil der großen Ersparnisse zur Verschönerung des G bäudes und der Umgebung desselben wird verwandt werden.— Dem Vernehmen nach soll die Ausführung des projectirten Postgebäudes mit Beamtenwohnungen in kurzem beginnen. Es wäre sehr wünsch nswerth wenn die Sache beschleunigt würde, um die gute Bauzeit benutzen lönen alen hat aus Anlaß der vorgestrigen Feier seines 50jährigen Be stehens dem Barmer Kunstverein das große Gemälde von Professor Bauer:„Kaiser Otto I. an der Leiche seines Bruders Thankmar“ geschenkt. Das Bild, welches von dem theinisch-westsälischen Kunstverein für 9000 M. angekauft wurde, befand sich vor einigen Jahren auf der hiesigen Gemäldeausstellung.— Nach dem Festbericht, welcher vorgestern bei der Feier in Düsseldorf vertheilt wurde, hat der Kunstverein für Rheinland und Westfalen, der im ersten Jahre seines Bestehens 1829 30 nur 1309 Actionäre besaß, gegenwärtig fast 6000 solcher und er hat im Laufe von 50 Jahren nicht weniger als nahezu 3 500 000 M. zu Zweiten der Kunst aufgebracht und verausgabt. Diese stattliche Summe hat nach drei verschiedenen Richtungen hin Verwendung gesunden. Mit etwa einer halben Million hat der Verein Kunstwerke zu öffentlichen Zwecken d. h. Gemälde in Kirchen, Muscen und anderen öffentlichen Gebäuden, öffentliche Denkmäler 2q entweder gestiftet oder doch gefördert. Die Zahl solcher Werke beläuft sich auf 110 Gegen 2 Millionen hat der Verein auf den Ankauf von zusammen 2000 Oelgemälden verwandt, welche unter seine Mitglieder verloost worden sind, und fast eine Million endlich ist für die Herstellung von Prämienblättern für die Mitglieder des Vereins, zu welcher hauptsächlich die edelste haftet. Man sand bei denselben etwa 1 066 000 Rubel und au der vervielfältigenden Künste, die Kupferstechkunst, in Anspruch geWerthpapiere. Am Tage vorher war in einem benachbarten Dorfe nommen worden ist, verausgabt worden. auf der Steppe ein anderer Theilnehmer an dem Verbrechen, Namens G Barmen, 25. Juni.[Victoria=Theater.] Nachdem nunSchtscherbatschenkow verhaftet worden. mehr zweiyolungen der„Fatinitza" stattgefunden haben, dürft Amerika. Chicago, 22. Juni,(per Kabel).[Es fand beute ein Krawall statt zwischen dem Pöbel und einer Compagnie Freiwilliger1, die sich die„Böhmischen Scharfschützen“ nennen. Letztere machten einen Bajonnetangriff, tödteten eine Person und verwundeten mehrere andere. Sämmtliche Freiwillige sind seitdem unter der Anklage des Mordes verhaftet worden. die nöthigen Be nun der Herzog, in Die Kaiserin stieß einen brechen." Damit erhob sie sich, um auch fehle zu ertheilen.„Bleiben Sie", riThränen ausbrechend,„es ist zu spät!" fürchterlichen Schrei aus und brach ohnmächtig zusammen. Den ganzen Tag blieb sie nahezu bewußtlos und wies jede Nahrung von sich. Der Arzt, Dr. Corvisart, wich ihr nicht von der Seite. Erst des Abends kam sie wieder zu sich und machte nun sichtliche Anstrengungen, ihren Schmerz zu bemeistern; das ging aber über ihre Kräfte; sie weint unablässig und ist noch ganz vernichtet. Italien. * Nom, 23. Juni. JDer Senat] berieth heute über die Mahlsteuer. Der Finanzminister bekämpfte die Anträge des Berichterstatters und wies nach, daß die Voranschläge des Ministeriums begründet seien. Der Berichterstatter hielt seine Berechnungen aufrecht. Ministerpräsident Depret's besprach die Frage der Competenz des Senats in Bezug auf eine wesentliche Abänderung der von her Kammer votirten Steuergesetze und erklärte, daß er vor der Eventualität eines Conflictes zwischen dem Senat und der Kammer zurückschrecke und die Ablehnung des Entwurfs den gemachten Modificationen vorziehe. Der Deputirte Serra beantragte eine Tagesordnung, in welcher die Regierung aufgefordert wird, einen Gesetzentwurf betreffs Abschaffung der Mahlsteuer vor dem Jahre 1883 vorzulegen. Der Ministerpräsident Depretis sprach sich bestimmt gegen diese Tagesordnung aus, die er ablehnen müsse. Die Berathung wurde dann auf morgen vertagt. Großbritannien. * London, 23. Juni.[Parlament.] Im Oberhause verlas der Oberbefehlshaber der englischen Truppen, Herzog von Cambridge, die Empfehlungsbriefe, die er dem Prinzen Louis Napoleon an Lord Chelmsford und Sir Bartle Frère mitgeg ben und in denen ausdrücklich hervorgehoben wird daß der Prinz den Feldzug nur als Zuschauer mitmachen solle, und beklagte den Tod des Prinzen als ein schweres und schreckliches Unglück. Der Premier, Lord Beaconsfield, ist der Ansicht, daß das Leben des Prinzen grausam und ganz unnöthigerweise geopfert worden sei und widmet dem Prinzen Worte höchster Anerkennung, der Kaiserin Eugenie den Ausdruck tiefsten Mitgefühls. Lord Granville äußert sich in ähnlicher Weise, hofft aber auf weitere Erklärungen, Der Orient. * Constantinopel, 23. Juni. Der Scheich ul Islam verwendet sich beim Sultan für den Khedive. Die egyptischen Truppen sowie der Kriegsminister sind gegen Tewfik Pascha, weil derselbe Reducirung der Armee versprochen hat. * Wien, 24. Juni. Die Lösung der egyptischen Krisis begegnet Schwierigkeiten. Der Khedive erhielt von Constantinopel den Rath, die Mächte mit ihrer Forderung an den Sultan zu weisen, was Ismail Pascha that. Bisher herrscht in Constantinopel die Tendenz vor, die Absetzung des Khedive zu verweigern. Rußland gab auf das Ersuchen der englischen und französischen Regierung, an dem Schritt in Kairo theilzunehmen, bis jetzt noch keine Antwort und man vermuthet, daß es dem Sultan räth, die Absetzung zu verweigern. weshalb der Prinz bei seiner Stellung und Jugend überhaupt in eine so verhängnißvolle Lage habe gesetzt werden können.— Auf eine Anfrage Granville's bestätigt Lord Salisbury, daß England und Frankreich dem Khedive die Abdankung zu Gunsten seines Sohnes empfohlen hätten.— Im Unterhause erwiderte Unterstaatssecretär Bourke auf eine Anfrage Otways, England und Frankreich hätten dem Khedive empsohlen, abzudanken. Deutschland, Oesterreich=Ungarn und Italien Rheinland und Westfalen. *Barmen, 25. Juni.[Garnzölle.] Ueber die vorgestrige zweite Lesung der Zolltarif=Commission wird weiter berichtet: Die Debatte drehte sich um die baumwollenen Garne, bei welchen Anträge auf Ermäßigung der Sätze im Interesse der niederrheinischen Industrie vorlagen. Die betreffenden Interessenten haben sich noch in den letzten Tagen alle mögliche Mühe gegeben, um eine Herab minderung der Zölle durchzusetzen. Vom Abg. Windthorst war beantragt worden, für eindrähtiges rohes Baumwollengarn die Sätze zu normiren von Nr. 1 bis 17 12 M., bis Nr. 45 18 M., bis Nr. 80 21 M., bis Nr. 120 24 M., über Nr. 120 30 M. Vom Abg. Vowinkel: für eindrähtiges rohes Baumwollengarn bis zu Nr. 17 12 M., von 17 bis 30 15 M., von 30 bis 45 18 M., von 45 bis 60 22 M., von 60 bis 90 26 M., von 90 bis 120 30 M., über 120 36 M. Für zweidrähtiges rohes bis zu Nr. 17 15 M., von 17 bis 30 18 M., von 30 bis 45 21 M., von 45 bis 60 25 M., von 60 bis 90 29 M., von 90 bis 120 83 M., über 120 39 M. Oechelhäuser hatte beantragt, die erste Staffel des eindräbtigen rohen Baumwollgarns statt bis Nr. 17 bis Nr. 24 abschließen zu lassen. Alle diese Anträge wurden mit erheblicher Majorität abgelehnt und nur der Antrag Varnbüler angenommen, wonach in der dritten Staffel für eindrähtige und zweidrähtige Baumwollengarne statt über Nr. 45 bis Nr. 59 gesetzt wird: bis Nr. 60.— In Bezug auf die Beschlüsse der Tarif=Commission erhielt gestern früh laut„Cref. Zig.“ der Präsident der Crefelder Handelskummer, Geh. Commerzienrath Heimendahl, folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr! In das Reichstagsgebäude tretend, vernehme ich, daß so eben in der Tarifcommission der unter uns besprochene Antrag Windthorst trotz seiner und anderer energischer Vertheidigung desselben verworfen worden ist. Der mir ausdrücklich gegebenen Zusage, mich zur Berathung einzuladen, in nicht entsprochen worden; der Vorsitzende war von der Ansicht ausgegangen, die betr. Positionen würden heute noch nicht zur Berathung kommen und hat vergeblich eine Aussetzung derselben proponirt, als seine Voraussetzung nicht zutraf. Eine von Herrn Windthorst zu meiner Wohnung geschickte Droschke traf mich nicht mehr zu Hause. Mit welchem Gefühl ich Gegenwärtiges schreibe, brauche ich nicht erst zu sagen. Natürlich werde ich in der Fraction und demnächst im Reichstage eine etwas eingehendere Besprechung am Platze sein. Das Werk selbst, seinen Inhalt und seine Bedeutung glauben wir deshalb nicht weiter kritisiren zu brauchen, da bereits bei der Vorführung der Operette im hiesigen Stadttheater diese Seite erledigt worden ist. Was nun die Darstellung in unserem Sommertheater betrifft, so müssen wir zunächst anerkennen, daß der musikalische Theil mit großer Präcision und Sicherheit ausgeführt wurde. Vergegenwärtigt man sich die Thatsache, daß auch die schwierigsten Ensemblesätze, Terzett, Quarteit und Sextett ohne Leitung eines Dirigenten und ohne die kräftige Unterstützung eines Orchesters richtig gesungen wurden, so wird jeder Musikverständige mit uns darin übereinstimmen, daß es eines außerordentlichen Fleißes und der angespanntesten Hingebung aller Mitwirkenden bedurft hat, ein solches Resultat zu erzielen.— Von den Einzelleistungen heben wir zunächst die des Herrn Friedrichs und des Frl. Krüger hervor. Beide, eigentlich feste Stützen des Schauspiels, bewährten sich als treffliche Sänger. Herr Friedrichs, der im Besitze einer kräftigen und wohl klingenden Baßslimme ist, schuf aus dem General Kantschukoff ein originelles Bild dieses rohen mit der Knute drohenden und dabei so verliebten„Eisbärs“. Reicher Beifall wurde sowohl seiner Maske wie seiner gesanglichen und schauspielerischen Leistung zu theil. Frl. Krüger brachte ihre volltönende Sopranstimme zur ganzen Geltung. Anfänglich etwas befangen, gewann sie bald Sicherheit und führte die für sie gut passende Rolle der Fürstin Lydia mit Geschick und großem Erfolg durch. Frl. Sze panska, in deren Händen die Titelrolle lag(Wladimir— Fatinitza) schien am ersten Abend, wohl infolge der vielen anstrengenden Proben, stimmlich etwas angegriffen, war jedoch bei den Wiederholungen wieder im vollen Besitz ihrer Stimmmittel und errang sowohl allein als im Verein mit Lydia und v. Golz (Herr Theile), vielfachen Applaus und Hervorruf. Der bekannte Marsch: Vorwärts mit frischem Muth“ mußte an allen drei Abenden dreimal Dacapo gesungen werden. Herr Theile gab den in allen Sätteln gerechten Helfer in der Noth, den Journalisten Julian v. Golz elegant und gewandt wieder Das außerordentlich schwierige Reporterlied im ersten Acte gelang ihm vortrefflich. Herr Hausmann repräsentirte den sovialen Reformtürken (Izzet Pascha) mit möglichster Elasticität. Herr Bley war als Sergeant Steipan recht originell. Die kleineren Rollen boten keinen besonderen Grund zu Ausstellungen. Die Begleitung auf dem Flügel war kräftig und schloß sich den Intentionen der Sänger und Sängerinnen verständig an. Die Ausstattung war, wie schøn erwähnt, über Erwarten; selbst ein Schneegestöber wurde geboten. Diejenigen Aussetzungen, die man am ersten Abend noch machen konnte, wie das nicht vollständige Gelingen des Karagoks, hatte man sich bemüht, bei den Wiederholungen zu vermeiden; so kam am letzten Abend auch das Schattenspiel zur vollen Geltung.— Fatinitza wird heute Abend wahrscheinlich zum letzten Male über unsere Bretier gehen. Herr Theile, der bei uns beliebte jugendliche Sangeskomiter, welcher Familienverhältnisse wegen von morgen ab Urlaub nimmt, hat das Stück zu seinem Benefiz gewählt. Die Verehrer des Herrn Theile und der Fatinitza werden gewiß nicht ermangeln, Beide durch recht zahlreichen Besuch zu erfreuen. Die Vorstellung findet mit aufgehobenem Abonnement, aber zu ermäßigten Preisen stalt [Diebstähle und Unterschlagung.] In der Nacht vom 20. zum 21 d. M. wurde dem Polizeibericht zufolge in eine Kohlenbude in der Wiesenstraße hierselbst eingebrochen und ein geringer Geldbetrag gestohlen; der Dieb wurde in der Person eines schlecht beleumdeten 16jährigen Burschen ermittelt und am Samstag Abend in der Haspelerschulstraße verhaftet. Am Samstag, 21. d., wurden in einem an der Alleestraße gelegenen Wirthshause durch einen Schleichdieb, jedenfalls unter Anwendung falscher Schlüssel folgende Werthgegenstände gestohlen: 1) eine goldene Herren=Uhrkette mit Schlüssel, Medaillon und Petschaft; in dem Medaillon befanden sich die Photographien einer Dame und eines Herrn; 2) eine goldene Damenuhr mit Kette, Knebelschlüssel und Medaillon, letzteres enthielt gleichfalls die vorerwähnten- Phorographien, die Uhr ist oft gebraucht und enthält auf der hinteren Platte viele Beulen; 3) ein Diamantring; 4) ein goldener, sog. Hand= in Hand=Ring; 5) ein goldener Siegelring, außergewöhnlich groß und stark; 6) eine orallenschnur mit Ohrgehänge; 7) eine goldene Brosche mit schwarPräsident des Appellationsgerichtes Kassel). gericht zu Frankfurt a. M. umfaßt den Regierungsbezirk Wiesbaden(ohne den Kreis Biedenkopf), zum Theil den Kreis Hanau (Regierungsbezirk Kassel), die hohenzollernschen Lande und von der Rheinprovinz die Kreise Neuwied und Wetzlar und zum Theil die Kreise Coblenz und Altenkirchen, insgesammt mit 904 411 GerichtsEingesessenen, Präsident Dr. Albrecht(erster Präsident des Appellationsgerichtes Wiesbaden). XIII. Das Ober=Landesgericht zu Köln umfaßt die Rheinprovinz(mit Ausschluß der an Frankfurt a. M. und Hamm überwiesenen Kreise Neuwied, Wetzlar, Coblenz, Altenkirchen, Duisburg, Essen, Mülheim a. d. Ruhr und Rees) und das oldenburgische Fürstenthum Birkenfeld, insgesammt mit 3 280 190 Gerichts=Eingesessenen, Präsident Dr. Heimsoeth(erster Präsident des Appellations=Gerichtshofes Köln).— Köln ist der zweitgrößte OberLandesgerichtsbezirk. Der größte ist Breslau, welcher die ganze Provinz Schlesien mit 3 843 704 Einwohnern umfaßt. *[Die 22 Kirchencollecten,] welche im Jahre 1878 in den evangelischen Kirchen der Rheinprovinz eingesammelt worden sind, haben die Gesammtsumme von 51 409 M. 71 Pfg. ergeben. Am höchsten beliefen sich die Sammlungen für die dringendsten Nothstände der evangelischen Landeskirche(4324 M.), für die GustavAdolf=Stiftung(4546 M.) und für die rheinische Missionsgesellschaft(6650 M.) [Concerte.] Während morgen(Donnerstag) Abend das renommirte Sänger=Quartett der Gebrüder Hartkopf ein Concert im Hotel Schützenhaus bei Herrn Kallenberg gibt, wird am Freitag in den Anlagen des Verschönerungs=Vereins ein einmaliges Concert der Capelle des königl. sächsischen GardeReiter=Regiments aus Dresden, unter Leitung des kgl. Kapellmeisters Hrn. Fr. Wagner, stattfinden. [Hundekampf.] Vorgestern Abend gegen ½8 Uhr geriethen zwei Hunde(ein Metzgerhund und eine Blutdogge) in Streit und kamen so in Wuth, daß die Eigenthümer nicht im Stande waren, die Bestien auseinander zu bringen. Dieselben wurden an der Bachstraße in den Mühlengraben geworfen, worin beide den Kampf fortsetzten. Mehrere Bürger gingen mit Hacken und Knitteln auf die Thiere los. Bei der Affaire biß ein Hund einem der beiden Eigenthümer ein Glied vom Finger, ärztliche Hülfe war sofort zur Stelle. * Elberfeld, 24. Juni.[Schicksal eines Senftopfs.) Am 9. d. schickte der hiesige Senffabrikant Johann Albus einen Topf Senf nach Berlin, als Geschenk für den Kaiser zur goldenen Hochzeit. Am 16. erhielt Albus ein Schreiben d. k. HofmarschallAmis, worin mitgetheilt wird, daß der Kaiser die Annahme von Geschenken jeder Art bestimmt ablehne, daß jedoch der Topf Senf ausnahmsweise gegen Zahlung zurückbehalten werden solle, weshalb der Absender um Einsendung seiner Rechnung gebeten werde. Es zeigt dieser Fall, was gewisse Leute nicht alles für geeignet halten, dem Kaiser als Geschenk anzubieten. Elberfeld, 24. Juni.[Delegirtentag der Vereine selbstständiger Handwerker und Fabrikanten von Rheinland und Westfalen.] Kurz nach 5 Uhr wurde gestern Nachmittag die Berathung wieder aufgenommen und sofort in die Erörterung der Innungsfrage eingetreten. Die mit der Vorberathung der betreffenden Anträge betraute Commission hatte ihre Anschauungen in folgender Resolution, deren Annahme sie empfiehlt, zusammengefaßt:„Die Bildung von Innungen soll auf folgender Grundlage in Angriff genommen werden: 1) Niemand darf ein Handwerk betreiben, zu welchem er nicht die Meisterprüfung bestanden hat. 2) Nur Innungsmitgliedern steht das Recht zu, Lehrlinge auszubilden, die Prüfung der Lehrlinge, Gesellen und Meister zu leiten und die Handwerker=Fortbildungs- und Fachschulen zu beaufsichtigen, soweit sie den gewerblichen Fachunterricht betreffen. Demnach sind 3) Innungen mit Zwangsbeitritt anzustreben." Ueber diese Resolution entspann sich eine heftige Debatte. Brandes(Berlin) macht darauf aufmerksam, daß durch Annahme der Resolution der § 41 der Gewerbeordnung aufgehoben und damit das Princip der Gewerbefreiheit über Bord geworfen werde.— Rittinghaus (Barmen): Wenn das Handwerk sich wieder heben soll, dann muß nach Kräften hemüht sein, ein befriedigenderes Ergebniß herbeizuführen, zem Stein; 8) eine Granatbrosche; 9) eine Stahlbrosche mit Kreuzwie sehr auch meine Hoffnung herabgestimmt ist.— In besonderer Hochchen; 10) ein Paar goldene Öhrringe, alten Fagons; 11) ein golachtung Ew Hochwohlgeboren ergebenster Dr. Aug. Reichensperger. dener Uhrschlüssel; 12) ein neues Portemonnaie von schwarzem auch dieser Paragraph fallen, denn die Gewerbefreiheit hat dem Handwerk nur Schaden gebracht. Wenn es so fortgeht, wie bisher, so haben wir in 20 Jahren nur noch Fabrikarbeiter, aber keine selbstständigen Handwerker mehr. Agitiren wir überall für Aufhebung der Gewerbefreiheit und für Zwangsinnungen. In Barmen haben wir für eine darauf abzielende Petition in 14 Tagen 1400 Unterschriften bekommen.— Kramer(Barmen): Das Handwerk hat seinen goldenen Boden verloren; die Schuld daran liegt nur in der Gewerbefreiheit und darum ist eben die Aufhebung des§ 41 der Gewerbeordnung gebolen. Der Herr Handelsminister will ja nach seinem bekannten Erlasse vom 4. Januar d. J. die Ansichten der Handwerker hören; sprechen wir ihm also unsere Wünsche offen und der Wahrheit gemäß aus. Lange genug hat der Handwerkerstand geschlafen, möge er endlich erwachen.— In ähnlichem Sinne sprach sich noch ein halbes Dutzend andere Redner aus. Buchdrucker Pleß(Elberfeld) betonte besonders, man möge doch bei künftigen Wahlen nur solchen Candidaten die Stimme geben, die für Auf hebung der Gewerbefreiheit eintreten wollen, was Gantenberg (Duisburg) zu einem Rückblick auf die letzte Reichstagswahl im Kreise Duisburg=Mülheim a d. R. Veranlassung gibt, bei welcher in der Person von Brandes ein eigener Handwerkercandidat aufgestellt worden, aber leider unterlegen sei. Der letzte Redner für heute war Dr. Evels(Aachen.) Er betrachtete die Sache, wie es schein., vom christlich-socialen Standpunkt aus, malte grau in grau ein düsteres Gemälde von der fürchterlichen zu Noth des Handwerks, dem er Zustände, wie sie jetzt in England seien, prophezeihte, lobte die(katholischen) Gesellenvereine, betonte die Wichtigkeit einer Reform des Lehrlingswesens und die Nothwendigkeit einer Beseitigung der Gewerbefreiheit, damit der Handwerkerstand wieder eine feste Säule des Staates werde. In dem Erlaß des Handelsministers sieht Dr. Evels nur einen dem Handwerkerstande vorgeworfenen Köder. Nach dieser Rede wurde ein Schlußantrag angenommen und die Weiterberathung bis heute Vormittag 8 Uhr vertagt. Im Scharpenack'schen Saale am Wall hielt Abends 8½ Uhr Tischlermeister Brandes vor einer größeren Versammlung noch einen Vortrag über die Ziele der Handwerkervereine. — Heute begannen die Verhandlungen Vormittags 9 Uhr mit der Fortsetzung der Debatte über die Innungsfrage. Waren gestern die Gegner der Gewerbefreiheit und Anhänger der Zwangsinnungen zu Worte gekommen, so sprachen jetzt als Vertheidiger der Innungen ohne gesetzlichen Zwang die Kölner Deputirten und Tischlermeister Brandes(Berlin). Sie beantragten, der Delegirtentag möge sich den Beschlüssen der vereinigten Innungsvorstände Berlins anschließen welche verlangen, daß das Lehrlings- sowie das Fortbildungsschulwesen den Innungen gesetzlich unterstellt werde, sowie daß die Mitglieder der Gewerbekammern nur durch die Innungen und aus deren Mitte zu wählen seien. Als Vertreter der Commissionsbeschlüsse sprachen noch Rittinghaus(Barmen) und Pleß(Elberfeld); dann schritt man zur Abstimmung und der Commissionsantrag wurde mit 24 gegen 14 Stimmen angenommen. Etwas schneller wurden sodann die noch übrigen neun Punkte der Tagesordnung erledigt. Die Versammlung dauerte indeß von 9 bis 1 Uhr und von ½3 bis gegen 5 Uhr. Aus den weiteren Berathungen sei hervorgehoben, daß der Verbandsbeitrag wieder auf 50 Pf. pro Jahr normirt, daß zum Ort des nächsten Delegirtentages Bochum, und zum Vertreter des Verbandes auf dem allgemeinen deutschen Delegirtentag, der im August in Bremen stattfindet, Herr Rittinghaus(Barmen), zu dessen Stellvertreter Hr. Pleß(Elberfeld) gewählt wurde. Die Beschickung der nächstjährigen Gewerbeausstellung in Düsseldorf seitens der Handwerker wurde empfohlen und zum Schluß eine Resolution angenommen, welche sich gegen Wanderlager ausspricht. Brandes hielt bei dieser Gelegenheit eine längere, von zahlreichen Beispielen be gleitete Rede, worin er den Schwindel, der mit sogenannten Ausverkäufen und Auctionen getrieben wird, bloslegte, und als wirk sames, freilich auch etwas kostspieliges Gegenmittel den Erlaß von Gegenannoncen zur Ausklärung des Publikums empfahl. Elberfeld, 25. Juni.[In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten] wurde zum Schluß ein Ministerial rescript verlesen, aus welchem hervorgeht, daß die Petitionen, welche eine Deckung der von den Gemeinden nachträglich zu leistenden Kriegsentschadigungen aus der Staatskasse bezweckten, abgelehnt wurden, sodaß Elberfeld jetzt noch das Vergnügen hat,„zur Ausgleichung" 109 984 Mark zu zahlen. Die Finanzcommission wurde beauftragt, behufs Beschaffung eines Darlehens zur Tilgung dieser Summe sich mit der Verwaltung der stadtischen Sparkasse in Ver bindung zu setzen. Remscheid, 24. Juni.[1. Verbandsfest der Kriegervereine.] Im Herbste des verwichenen Jahres wurde der Gedanke angeregt, es möchten sich die Landwehr- und Kriegervereine des Kreises Lennep zu einem Gesammtverbande vereinigen. Diese Idee fiel auf einen nicht unfruchtbaren Boden, und wir haben das am vorigen Sonntag in dem benachbarten Hückeswagen gefeierte 1. Verbandsfest als eine Verwirklichung derselben anzusehen. In der Delegirtenversammlung, welche am Vormittage abgehalten wurde, ist für das nächste Vereinsjahr B.yenburg als Vorort bestimmt, und hat der Delegirte Herr Dr. Baum Namens seines Wohnorts diese Wahl dankend acceptirt. An dem nun folgenden Festessen be theiligten sich ungefähr 120 Personen. Den Reigen der Toaste er öffnete Herr Bürgermeister Langerfeld mit einem Hoch auf unsern Kaiser, Herr Bürgermeister Wirth ließ Deutschlands Größe und Einheit, Herr Nebeling von Lennep unsern Kronprinzen hoch leben. zum Schluß gedachte der Präses des Kreisverbandes, Herr Stursberg von Lennep des Verbandes selbst. Gegen 3 Uhr wurden die auswärtigen Vereine, sechszehn an der Zahl, am Bahnhofe von dem Vorstande des Vororts begrüßt. Von hier aus bewegte sich der Festzug durch die sinnig mit Guirlanden, Inschriften und Büsten geschmückten Straßen zur Ruhmeshalle, woselbst die Capelle des Rhein. Kürassier=Regiments concertirte. Nachdem der Chef des Bundes dieser Theil der Feier eröffnet, ertheilte er dem Herrn Bürgermeister Wirth das Wort zu einen von wärmstem Patriotismus getragenen und sehr beifällig aufgenommenen Bechergruß auf Wilhelm, unsern allverehrten Kaiser. Sodann trug ein wohlgeschultes Doppelquartett aus Remscheid das Lied vor:„Das ist der Tag des Herrn.“ Herr Dr. Baum von Beyenburg toastete in gewandter und humoristischer Rede auf die Ehrengäste und die Damen, welche letztere er aber als geborene Mitglieder der Kriegervereine betrachte, weshalb er sich darüber wundere, daß man ihm von Seiten des Festcomités einen solchen Toast habe aufhalfen können. Herr Lehrer C. Schürmann von Remscheid bringt als Angebinde zum Geburtstagsfeste des Verbandes seinen herzlichen Glückwunsch. Darauf ergriff Herr Lehrer Rehbein von Remscheid das Wort. Derselbe trug bei ausnahms weiser Ruhe der Anwesenden ein von demselben verfaßtes, höchst schwungvolles Festgedicht vor. Der ruhige Ton, der künstlerische Vortrag, die herzvolle Wiedergabe seiner in die Dichtung gelegten Gedanken rissen die Fesitheilnehmer zu mehrmaligen Unterbrechungen hin und culminirte schließlich der Beifall in einem nicht enden wollenden Bravo, worauf sich die Vorstandsmitglieder zu dem Dichter begaben und ihm den Dankdes Comités persönlich ausdrückten. Hierau sprach noch Herr Höke von Remscheid und schloß mit einer Ermahnung zur Treue und Einigkeit in gebundener Rede, wofür ihm wohlverdienter Applaus gezollt wurde. Wie wir hören, hat auch der folgende Ball und somit das ganze 1. Verbandsfest einen allseitig befriedigenden Verlauf genommen. * Köln, 24. Juni.[Die Geschichte einer Nadel erzählen die„K. Nachr.“ wie folgt: Vor ungefähr 40 Jahren erblickte ein hübsches Mädchen in Köln das Licht der Welt, welches jedoch schon gleich nach seiner Geburt die Bitterkeit des Lebens erfahren sollte. Die niedliche Kleine verfiel in heftige Krämpfe und die besorgte Mutter ließ es sich nicht nehmen, ihr Liebstes, welches in den größten Schmerzen wimmerte, fast fortwährend auf ihren Armen zu tragen und zärtlich an sich zu drücken. Plötzlich zuckte das Kind außergewöhnlich zusammen und begann noch viel heftiger weinen wie zuvor. Man entkleidet die Arme und bemerkt in der Magengegend eine kleine Wunde, welche offenbar von dem Stich einer Nadel herrühren mußte. Als die Mutter nun eine solche auf ihrem Kleide vermißte, unterlag es keinem Zweifel mehr, daß die Nadel dem Kinde in den Magen eingedrungen war. Alle ärztliche Bemühung, dieselbe wieder ans Tageslicht zu fördern, scheiterte, und man mußte der Natur das fernere Walten überlassen. Das Kind wuchs zur blühenden Jungfrau heran, wurde eine zärtliche Gattin und liebende Mutter, und längst war die Nadel, von der man ihr früher oft erzählt, vergessen. Ein häufig in der Seite auftretendes Stechen, welches sich bald wieder verlor, schrieb man anderen Ursachen zu. Vor kurzem aber wurde die Empfindung an der genannten Stelle so stark, daß die Dame, welche jetzt bereits eine angehende Vierzigerin ist, die Zuziehung eines Arztes für gerathen hielt. Als dieser nun die Seite untersuchte, fühlte er bald einen pitzen Gegenstand, der zwischen den Rippen durchzudringen suchte Es gelang denn auch bald nach einer glücklichen Operation, die Nadel herauszuholen, welche circa 40 Jahre gebraucht hat, den Weg wieder zurück zu finden, den sie ehemals so mühelos hingewandert war. [Als die erste Rheinbrücke von Constantin zwischen Deutz und Köln erbaut wurde,] errichteten die Römer in der erst genannten Stadt ein Castell zum Schutze dieser Brücke. Bei Ausschachtungen in der Artillerie=Werkstätte stieß man dieser Tage etwa 3 Fuß tief auf altes Mauerwerk, von dem man annimmt, daß es zu den Ruinen des ehemaligen Castells gehöre. Bonn, 21. Juni.[Wegen Beleidigung bezw. falscher Denunciation eines Unterofficiers] des 28. Insanterie regiments aus Diez standen gestern, so berichtet die ultramontane„Deutsche Reichszig.", zwei Juden aus Euskirchen, Vater und Sohn, vor dem hiesigen Zuchtpolizeigericht. Der Vater hatte nachdem sein Sohn vom Militär wegen Krankheit entlassen worden, eine Eingabe an das General=Commando gerichtet, wonach sein Sohn von dem Unterofficier auf das brutalste mißhandelt worden sei, und worin Untersuchung bezw. Bestrasung verlangt wurde. Das Com mando stellte diesbezügliche Nachforschungen an, die aber zu keinem Resultat führten, worauf es der hiesigen Oberprocuratur die Sache zur Bestrafung der Betreffenden überwies, was die obengenannte Anklage zur Folge hatte. Es wurden fünf Soldaten der betreffenden CLompagnie als Zeugen in der gestrigen Verhandlung, die bei ver chlossenen Thüren stattfand, vernommen, welche erklärten, von einer Mißhandlung des Angeklagten nichts zu wissen. Ein Schutzzeuge sagte indeß das Gegentheil aus. Der Gerichtshof erkannte auf Frei sprechung der beiden Angeklagten. Bonn, 23. Juni.[Selbstmordversuche.] Gestern? suchte eine unbekannte Frauensperson sich durch Ertränken das Leben zu nehmen. Hinzueilende Leute zogen sie heraus sich, daß man es mit einer Geistesgestörten zu thun halt wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen.— Eine hi rathete Frau versuchte heute Morgen— ebenfalls in einem. Geistesstörung— sich das Leben zu nehmen. Sie brachte sich an mey, reren Stellen des Körpers Messerstiche bei. Die Unglückliche wurde jedoch Schrifig in ihrem Vorhaben gestört und ärztlicher Pflege übergeben.(B.Z.) mit ihren Frauen * Vom Rhein, 24. Juni.[Das National-Denkma! auf dem Niederwald.] Wie bereits mitgetheilt, hat die Budgetcommission des Reichstags beantragt, die Petition des geschäftsführenden Ausschusses für das Nationaldenkmal auf dem Niederwald dem Reichskanzler zur Berücksichtigung bei der Aufstellung des nächsten Elats zu empfehlen. Es heißt in der Petition: Der architeklonische Theil des Denkmals ragt bereits mächtig über den Wald empor und wird in diesem Jahre vollendet. Das Gusmodell der Germania ist fertig aufgestellt und wird in Kürze in die Erzgießerei nach München übergeführt werden. Die übrigen Gußmodelle sind in der Arbeit und nähern sich der Vollendung. Längere Zeit nimmt nur noch das große Relief für die Vorderseite in Anspruch, welches die Gestalten aller deutschen Fürsten und großen Heerführer mit historischer Treue dar= stellen wird. In 2½ Jahren kann das Ganze vollendet sein Das Nationaldenkmal sollte aus freiwilligen Beiträgen des deutschen Volkes errichtet werden. Reiche Mittel sind uns auch zugeflossen, und es gibt keine Gegend Deutschlands, aus welcher uns nicht solche Förderung zu theil geworden wäre. Die wirthschaftlichen Verhältnisse beeinträchtigten aber die Sammlungen in den letzten Jahren. Zu Anfang dieses Jahres waren gefunden, wohl aber eine Anzahl anderer Briefe, deren Absendung der Beamte unterlassen hat. *Bielefeld, 21. Juni.[Romantik fürs Zuchthaus.) Vor dem Schwurgerichte in Herford fand vorgestern eine Verhandlung statt, die einen stellenweise höchst romantischen Charakter trug. Die„W. Pr.=Ztg." berichtet darüber: Die kaum 24 Jahre alte unverheirathete Marie Eickermann aus Heiligenkirchen bei Detmold entführte im Juli vorigen Jahres aus Hoewelhoff im Paderbornschen ganz allein einen schweren Ochsen im Werthe von 300 M. Sie suchte denselben dann in Oerlinghausen im Lippischen zu verkaufen; doch Unrath merkend läßt sie das Thier zurück und flüchtet. Auf ihren Kreuz= und Querzügen kam sie endlich müde und hungrig in einen Wald bei Oeynhausen. Dort traf sie den 58jährigen Knollmann aus Oberholthausen bei Hattingen, der wenige Tage vorher eine zehnjährige Zuchthausstrafe verbüßt, überhaupt aber seit 1847 bereits fünfmal mit dem Zuchthause Bekanntschaft gemacht hatte. Beide fassen den Plan, ihr freies Leben zusammen weiter zu führen, und nun machten dieselben die Umgegend von Bieleseld und Herford unsicher: 17 Diebstähle wurden ihnen zur Last gelegt, darunter 14 mit schwerem Einbruch; meistens wurden Kleinhändler und Wirthe von ihnen beehrt. Einmal haben dieselben in einer Nacht drei Einbrüche verübt. Wenn aber die E., Anwandlungen von Neue verspürend, in die Heimath zurückkehren wollte, dann wurde ihr mit dem Messer gedroht. Endlich ereilte die Nemesis das saubere Paar. Im Februar versuchten beide einen Einbruch bei dem Wirthe Wiegand hierselbst; dort wurden sie aufgescheucht, verfolgt und endlich in einem Neubau am Johannisberg, wo sie ihre Vortäthe gesammelt hatten, abgefaßt. Sie legten in den Verhandlungen ein offenes Geständniß ab und wurden in Anbetracht, daß solche Romantik nicht mehr zeitgemäß ist, mit 15 Jahren Zuchthaus, dem höchsten Strafmaße, belegt. * Boke bei Delbrück, 20. Juni.[Einem beklagens werthen Unglücksfall) sind hier zwei Menschenleben zum Opfer gefallen. Die 14jährige Tochter des Colon Beine fiel beim Waschen von Zeug in den Holser Fluß. Der Schreiner Rahmen aus Atteln, welcher den Hülferuf des Kindes hörte, sprang in das Wasser, um dasselbe zu retten. Er muß aber von einem Krampfe b fallen sein, denn Mittags fand man die Leichen der beiden Er trunkenen im Flusse. * Dorsten, 24. Juni.[Die hiesige Papierfabrik wurde im Anfang der siebenziger Jahre sür 69000 M. angekauft Die Inhaber verwandten mehr als 90000 M. zur Verbesserung derselben und fallirten vor drei Jahren. Dieser Tage wurde nun die Fabrik von dem Kaufmann Albers aus Münster für nur 45000 Mark angekauft. intergerste 100 Kilo— M.— Pfg, Sommergerste do— M.— Pf. Buchweizen 100 Kilo 1. Qual.— M.— Pfg, Hafer 100 Kilo 14 M. 30 Pfg., Rübsen(Aveel) 1.0 Kilo— M.— Pfg., Raps do. 1. Qual. — M.— Pfg., do“ Qual.- M— Pfg., Kartoffeln 100 Kilo 8 M. — Psg, Heu 50 Kilo 3 M.— Pfg, Roggenstroh 100 Kilo 4 M. 80 Pfg., Rüböl vr. 00 Kilo in Partieen von 100 Ctr. 61 M.— Pfg., Rüböl pr. 100 Kilo faßweise 63 M.— Pfg., Gereinigtes Oel pr. 100 Ko. 3 M. höher als Rüböl, Preßkuchen pr. 1000 Kilo 130 M.— Pfg, WeizenVorschuß 00 pr. 100 Kilo 29 M. 50 Pfg., Kleien 50 Kilo 5 M.— Pfg. * Rostock, 24. Juni.[Wollmarkt.] Die Zufuhren betrugen 2300 Ctr. Die Wäschen sind ausgezeichnet. Das Geschäft war anfangs matt, später lebhaft Der Markt war Nachmittags fast ganz geräumt. Die Preise stellten sich wie im vergangenen Jahre auf 160 bis 195 M. Bremen, 24. Juni. Pekroleum.) Siandard wdite toco 6.90, per Juli 6 90, per August 7,05, per September=December 7,30. * Wien, 24. Juni. Papierrente 66 30, Silberrente 68,00, Oesterr. Goldrente 77,65, Teutsche Plätze 16,45. Antweryen, 24. Juni. Petroleum=Markt] Rassinirtes Type zeiß loco 17½ bez. 17¾ Br., per Juli 17½ B., per September 18¼ B., per Seplember=Decenber 18½ bez. und Br. Steigend. Havre, 24. Juni.[Boumwolle.] Berkäufe 878 Ballen, wovon 50 B. auf Lieserung. Sehr ord. Louisiana 87,—, geringe 83,—, Low Middling auf Lieserung 88,—, Georgia 87,—, Good fair Oomrah disponible 70,—, auf Lieserung 70.—. Sehr fest. Liverpool, 24. Juni.[Baumwolle. Umsatz 7000 Ballen, davon für Speculation und Export 1000 Baller. Amerikanir 1/16 d. billiger. Middling amerilanische Juli=August=Lieferung 6% d * Manchester, 24. Juni. 1ir Water Armitoge 7¼, 12r Water Taylor 7¾, 30r Water Micholls 9, 30r Water Gidlow 9½. 20r Walee Clayton 10½, 40r Mule Moyoll 9½, 40r Medio Willinson 10¼, 36r Warpcops Qualität Rowland 10¼, 40c Double Weston 10%, 60r Double Weston 14, Printers 16/16, 20 8½ pfd. 94½. Ruhig. Bradsord, 24. Juni. Wolle eiwas flauer, wollene Garne sest, von wollenen Sioffen billige Sorten thätig. London, 24. Juni. Wie ein Sheffielder Blatt mitlheilt, gedenkt eine dortige Firma, welche Stahlwaaren fabricirt und ihr hauptsächliches Absatzgebiet in den Bereinigten Staaten hat, nach dort überzusiedeln. Die Firma gedenkt etwa hundert Sheffielder und eine große Anzahl deutscher Arbeiter mitzunehmen. Ein ehrenvolles Zeugniß für den deuischen Arbeitsfleiß. Newyork, 23. Juni. Baumwolle in Newyork 127/16, de. in NewOrleans 12. Petroleum in Newyork 6¾, do. in Philadelphia 6½, rohes Petroleum 5¼, do. Pipe line Certificats— D. 70 C. Vermischte Nachrichten. aKlichen Ausgang einer Fechtom 19. d. folgendes: Der te vorgestern seinen sich der Berliner Cours=Notirungen. Berlin, 24 Juni 1879. P:r"aGiee lanlrite cxalf. 4½ tonfl. de. 29 C2e k Huld 6 k. Cieen 5.=Ast. 1500 Re p.o.=Obligat. Prämlrsch. C els. 1. W.f. Rentenbriefe Deaun Lc. 70-Thaler=Voo Preußische und ausländische Fonds. 30 im ganzen ca. 700 000 M. zusammengekommen. Andererseits sind aber die voraussichtlichen Ausgaben für das Denkmal, dessen Größenverhältnisse, dem Standorte entsprechend, über die anfangs angenommenen Maße hinaus erweitert werden mußten, auf ungefähr 1 100000 M zu veranschlagen, so daß noch rund 400 000 M. aufzubringen bleiben. Wohl dauern die Sammlungen noch sort, jedoch sind die Ergebnisse derselben nicht so bedeutend, daß davon das Denkmal in den nächsten Jahren vollendet werden könnte. Ueberdies ist eine zweckmäßige Fortsetzung der Ausführung nur dann möglich, wenn wegen der Herstellung der noch fehlenden Theile des Denkmals die nöthigen Verträge jetzt abgeschlossen werden können, und hierzu bedarf es der Sicherheit, daß die Mittel zur Deckung der Kosten nicht fehlen werden. So wenden wir uns denn vertrauensvoll an den hohen Reichstag um Gewährung der Mittel zur Vollendung des Nationaldenkmals. Der Kaiser hat den Grundstein gelegt, mit ihm haben Deutschlands Fürsten und Völker durch Wort und That bekundet, daß sie das patriotische Werk wollen, deutsche Kunst hat es würdig und großainig gestaltet, Deutschlands Vertreter werden es nicht unvollendet lassen wollen Wir hoffen zuversichtlich, daß die Gabe, welche wir dem Reiche darbringen, nicht deshalb zurückgewiesen werden wird, weil sie eine Gegengabe erheischt. Den hohen Reichstag bitten wir hiernach in Ausführung eines Beschlusses und besonderen Austrags des großen Comités zur Errichtung des Nationaldenkmals auf dem Niederwalde ehrerbietigst: uns die zur Vollendung des Nationaldenkmals auf dem Niederwalde noch erforderlichen Mittel bis zum Betrage von 400 000 Mark zu bewilligen und das Denkmal nach seiner Vollendung als Eigenthum des Reiches zu übernehmen. Wiesbaden den 28. Mai 1879. Der geschäftsführende Ausschuß." Während die Budgetcommission die Petition befürwortet, hat das Centrum beantragt, die Angelegenheit„wegen noch nicht ge nügender Instruclion der Sache" an die Budgetcommission zurück zuverweisen. * Ems, 24. Juni.[Die Kaiserin) traf gestern Mittag von Coblenz zum Besuche des Kaisers hier ein. Zum Diner bei Sr Majestät waren gestern der Oberpräsident v. Bardeleben, der General v. Beyer, der Regierungspräsident v. Wurmb und der Badecommissar v. Lepel geladen Herdecke, 23. Juni.[Das 4. Gauturnen des Märkischen Gaues] wird eine große Zahl der besten Turner der Mark vereinigt finden. Zum Wettturnen allein sind bis heute 219 Turner aus 24 Vereinen angemeldet. Von diesen 219 Wettturnern betheiligen sich 57 am Ringen und 161 am Weitspringen, Hochspringen, Steinstoßen und Wettlaufen. Ueberhaupt dürfte dieses Gauturnen immerhin 800 Turner der Mark zusammenführen.(H. Z.) * Bochum, 23. Juni.[Verhaftung.] Gestern Nachmittag wurde ein Beamter des hiesigen Postamts verhastet, weil er im Verdacht steht, einen nach Altenbochum bestimmten Geldbrief mit 600 Mark Inhalt unterschlagen zu haben. Dieser Brief wurde bei der in seiner Wohnung veranstalteten Hausuntersuchung nicht vorMahle verließ die Gesellschha, und folgte der Einladung des u. Wohnung noch ein Gläschen Ligeuer zu nehmen. heit zeigte der Hauptmann, der den bosnischen Feldzug. hat, auch seinen Freunden die prächtigen türkischen Trophäen, di er mitgebracht, unter ihnen ein Paar vorzüglicher Handschars. Die Damen wendeten sich der Betrachtung anderer Kunstobjecte in der Wohnung des Hauptmanns zu, die Herren aber unterhielten sich über den Gebrauch des Handschacs und discutirten über die Frage, ob dieselben zum Fechten zu verwenden wären. Harler, ein vorzüglicher Fechter, nahm die Waffen in die Hand, prüfte sie auf Ge wicht und Schwung, machte Hiebe in die Lust und leate die Handschars wieder weg. Aber er war, sei es durch genossenes Ge ginke, sei es durch die Freude am Fechten ein wenig aufgeregt und griff nach dem Officiers=Säbel seines Freundes, um auch damit diesem einige Fechterstückchen zu zeigen; dabei førderte er den Hauptmann au mit ihm einige Paraden zu markiren, und so fochten beide zum Schein miteinander in Gegenwart der beiden Frauen und der Herren die mit um so größerem Interesse den Bewegungen folgten, als die Fechter in der That sehr gewandt sich zeigten. Harler machte einen Ausfall, natürlich nur markirend, und Sensen parirte.„Kannst Du auch den pariren?" rief er, und machte einen neuen Ausfall.„Auch den? und den?“ und so wurden einige Gänge gewechselt; es blieb immer nur bei der Markirung. Da machte Harler wieder einen Ausfall und als Sensen pariren wollte, neigte sich Harler vor und ensens Säbel durchbohrte die Luftröhre des Freundes. Mit einem Aufschrei war die Partie zu Ende. Die Frauen jammerten und bemühten sich, Hülfe zu leisten und die Blutung zu stillen; die Männer liefen um Aerzte und bald waren vier Doctoren um Harler versammelt, eifrigst beschäftigt, die Wunde zu verbinden. Doch die ärztliche Kunst war hier ohnmächtig. Eine ungemein starke Blutung war eingetreten und an deren Folgen verschied Harler gegen halb Uhr Morgens unter dem Wehklagen seiner Freunde. Harlers Tod hat auch sonst in Wiener Kreisen große Theilnahme erregt, denn er war eine nicht unbekannte Persönlichkeit. [Falsches Papiergeld.] Wie der Münchener Polizei bericht meldet, wurden in den jüngsten Tagen in München falsche Reichskassenscheine zu 50 Mark in neuer Sorte in Umlauf gesetzt Die Nachbildung dieser Scheine wird als vorzüglich gelungen bezeichnet *[Vom Aetna.] Die Messineser Zeitung hat unter dem 17. Juni nachstehende Nachricht vom Aetna: Die unausgesetzten Erdstöße infolge des Aetna=Ausbruches haben gestern schweres Unheil über die Ortschaften Venerina und Guardia gebracht. Viele Häuser sind eingestürzt oder stark beschädigt, die Straßen förmlich mit Trümmern verbarrikadirt, zahlreiche Menschenopfer zu beklagen Die Einwohnerschaft hat sich in das Freie geflüchtet. *[Das Erdbeben auf Sicilien] scheint neueren Meldungen aus Rom vom 18. Juni zufolge eine ziemlich große örtliche Ausdehnung gehabt zu haben. In der Nähe von Aci Reale, Provinz Catania, ist es am 17. mit großer Heftigkeit aufgetreten. Nach einer in der Sitzung der Deputirtenkammer verlesenen Depesche sind fünf Dörfer fast gänzlich zerstört worden. Zehn Personen wurden getödtet und viele verletzt. Die Einwohner fliehen in Massen aus jener Gegend. do. d9. ju. An Minden do. do pr. n’l. anon-Artilin Magdeburg=Halbers Nachen=Mastrich 1. Eml. do. 2. Emiß. 99,30 0 105.80 b 99.00 99.00 5 04.75 0 162.75 b 103,60 5 129.400 69,00 6 99.75 5 86.10 0 262.50 0 Eisenbahn=Stamm=Actlen. 20 Div.18 17.75 61 Meinz=Vlwigsdefen 4 045 bi afr-Pemi gl. D. A C D. B. 3¼ 6 n e)1 3. 3 Bedische Prämlenam. 1057 do. 86=fl.=Leol da. 23. do. PapierPern. Po. do. Jtelienische Rente Pran.acl. 1869 do. 89. 1866 Amerikanische Welelde 198 do. da. 1825 121.50 173,00b 131 60 5 69.10 0 50.20 0 58.00 b 5800 0 80.25 0 150.00 2 147°0 6 10750 0 3F Div. 78 4 4 91 75,05 b -. 148,25 0 81 132.10 6 1490.505 0 13,50 0 4 9 184,75 B d2. 4 919 189,50 B Werz=Betn Eisenbahn=Prioritäts=Obligationen. 33 97,25 0 101,500 101,000 102.25 0 102,25 0 80.30 b 60.30 b 85.70 6 102.75 B 102.75 8 103,00 2 102,10 0 101,75 0 106,25 6 103,00 0 37 Aetlen=Bauvereia Pafs. 4 aMärk. Bergwerk 4 P.G. L. A. 6 69. do. 8. B. 4 Socumer Berein und Taseen Borufo, BergbauG= in Torimund Cinirum do. m. Genußschein Cöhner Bergwerks.=V. Chemnitzer Werkz.=M.= Fabrik Zimmermann Courl Dortmunder Union Gelsenkirchener Bergw. Georg=Marien=Bergw. Div.78 Geig=Mk. Rubr=8 d9. 69. 1.6 4½ Cble=Mindin 1 Em.„ 14-2 d9. 3. Em. ven 1840 5 do. L. Em. von 1850 e2. F. Em. Lir. A. 4 do. B. E.n. Ntr. B. 14 de. 4. C:n.(U.2% gr.) 14 ko. b. Em 14 do. 6. Em. Vir. B. 4% do. 7. Em. 4% Megebarg Heldeladt. 4½ bo. von 1896 4½ von 1878 4½ Müns.Hnschede estaa=l. g.) 41 Rhh 4 19. 1. Cm.(gar.) 0 de B. Em. 1856 u. 18604 do. 8. Em. 1869 n. 1864 4 k2. 8. Em. von 1865 4 ko. 1369, 71, 79, 74, 71 15 Rleip=Tege 1. Em.(gar.). 4% do. 2. Em.(gar.). 4½ Industrie=Actien. 96.006 102.500 n8.20 6 98.200 96.500 102.50 0 102,405 102,50 B 102.00 B 102.75 2 102,75 2 102,76 B 101.25 2 103.250 103.25 0 17,75 B 17,00 46,00 v 29,60 6 78.75 C 77,00 G 9.2 07.75 6 04,25 G agener g. Bergwerke che Brückenbau harpener Bergbau=Ges. hibernia und Shamrock Hörd. Brgw. n. Huttenv. üsener Beraw. chdahl lnKönigs= u. Laura=Hlltte König Wilhzelm Bergw. Louise Tiefbau Mechern. Bergw. Phönix, Vtr. A. do. Str. B. Ravensberg. Spinnerei Rgeinisch=Nass. Bergw. Siegrheinischer Bergw Ael. fälische Union Witlener Weffenfadrik Div. 78 Garmer Bank=Verein 4 Bankf. Rheinl. u. Westf. 4 Bergisch=Märk. Bank 4 Berg=Mörk. Ind=Ges. 4 Centralbank für Baul. 1 4 Tarmftädte: Bank 4 3F Div.78 Bank=Actien. 4 0 6¼ 89,50 6 31,75 B CV94 002 73.75 G 8,30 6 125,00 by Amferdam 8 Tage 1o. 2 Monat Pläpi 8 Tag: do. de. 2 Monal Lenden 8 Tage de. 3 Monal Wechsel. 169,60 168,80 b 80,85 bj 80,60 bz 20,44 bj 20,37 b; Duruistädler Zeiteldan Disconto-Gesellschaft Leipziger Credit-Ansta. Reichsbank Thüringische Baul Westfälische Rank 3F Div.78 4 51 4 4 4½ 62 Varis Wieti, Oesterr. 10. de. do. 8 Tage 8 Wochen 3 Monat 8 Tage 8 Tage 2 Mörat 10 00 B 79,50 b 87.75 B 51.75 6 42.26 by 2500 6 14,500 7000 b 2300 bj 0 50 W 116,00 W 000 B 16.50 6 70,00 0, 63,20 6 2.90 B 49,75 b 101,60 B 119 75 P 120.00 6 175,10 b 80,00% 91.00 G 80,85 bz 199,85 b 19.82 61 200,15 5 175,6» b 174.60 bj Handels= und Börsen=Nachrichten. Elberseld 24. Juni.[Seidentrocknungs=Anstalt Es wurden eingeliefert am 24. Juni: 6 Nr. 310 Ko. Vom 1. bis 24. Juni: 272 Nr. 18667 Ko. Total 278 Nr. 18977 Ko. Neuß, 24. Juni. Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise aller Fruchtgaliungen unverändert. Zufuhr 100 Sack. Weizen 100 Kilo 1. Qual. 20 M. 80 Pfg., 2. Qual. 19 M. 80 Pfg., Lanbroggen 100 Kilo 1. Qual. 14 M. 20 Pfg., 2 Qual. 12 M. 70 Pfg., Course des Barmer Russ. Impertals Holl, fl. 10=Stücke 20 Francs=Stücke 5 Franes Sovereigns Bekanntmachungen. Gestern Nachmittag 3 Uhr nahm der Herr unsere Schwester und Enkelin Mathilde Kölsch nach kurzem Leiden im 22. Lebensjahre zu sich. Barmen, den 25. Juni 1879. Die trauernden Geschwister und 45827 Großmutter. Eine Wohnung von 7 bis 8 Näumen per 1. Nov. oder früher u miethen gesucht. Franco=Offerten mier F. 45847 mit Preis=Angabe es. die Exped. d. Zig. Ein hübsch möbl. Zimmer zu verm. 5697 Parlamentstr. 7, 1 Etage. Ein möbl. Zimmer mit oder hne Belöstigung auf 1. Juli zu verm. Näh. Westkolterstr. 7. 45811 Möbl. Zimmer sofort oder swöter zu verm. Alleestr 1 14 ... 119. Ein Dienstmädchen sofort ges. Näh. unter 45735 in der Exp. Todes=Anzeige. Heute Morgen 6 Uhr verstarb nach langem Leiden meine liebe Frau Schumann, im Alter von 53 Jahren. Tiesbetrübt mache diese Anzeige Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme. Barmen, den 24. Juni 1879. l. Zinnschlag, 45812 Telegraphenbote. Ein tr. u. sleißiges Mädche sucht Fr. Knevels, Ehrenstraße 8, 2 Tr. Eine Haushälterin mit guten Zeugnissen, die GartenArbeit und Haushaltung zu führen hat, bei einer einzelnen Person gesucht. Näh. bei Rich. Knevels, Altenmarkt 6, zu erfahren. 45843 Ein Mädchen aus anständiger Familie, evang., zur Stütze im Haushalt und Ladengeschäft zum 1. August ds. Is. gesucht. Näh unter 45841 in der Exp Eine erste Wärterin sucht Stelle auf Wochen od. Monate. Näh. unter 45733 in der Exp. Zwei gesunde Ammen s. Stelle. 45696 reform. Kirchstr. 27. Für eine hiesige größere Band-Fabrik wird zum sofortigen Eintritt ein junger Mann gesucht, welcher die Führung der FabrikationsBücher zu übernehmen hätte. Demjenigen, welcher mit den vorkommenden Stoffen und deren Behandlung, Färben rc. bekannt ist, würde der Vorzug gegeben. Offerten mit Angabe der bisherigen Thätigkeit und Beifügung von Zeugnissen besorgt die Exped. d. Ztg. unt. F. Nr. 45833. Geübte Büglerin empfiehlt sich in und außer dem Hause, auch für feinere Wäsche im Haus zu waschen und zu bügeln. 45822 Hohensteinerstr. 5, Unterhaus. Tüchtigen Schloffer u. Dreher sucht W. Strunk, 45828 127 Ein mit der Fabrikation von Bändern und feinen Mohairlitzen durchaus vertrauter Werkführer oder Commis für ein hiesiges Fabrikgeschäft gesucht. Gefl. Off. unter A. Nr. 44845 bes. die Exped. d. Zig. Ein Junge in eine Drechslerci Schafbrückenstr. 39. Ein tüchtiger Appreteur für hell- und dunkelfarbige baumwoll. und halbwoll. Kleiderstoffe, der Einrichtung und Bezugsquellen der nothwendigen Appretirmaschinen durchaus kennt, gegen guten Lohn nach Auswärts gesucht. Gute Zeugnisse erforderlich. Frankirte Off. unter" Nr. 45567 bes. die Exp. d. Z. D. 16.45 16,50 16,15 4,00 20,80 Barmen, 25. Juni 1879. Uiasberg, Fiteher& Co. Ein tüchtiger Färber, der Färben und Appretiren von Zanellas und Rockstoffen in schwarz gründlich versteht und Einrichtung und Bezugsquellen der dazu gehörenden Maschinerien durchaus kennt, gegen guten Lohn nach Auswärts gesucht. Gute Zeugnisse erforderlich. Frankirte Off. unter Z. Nr. 45566 bes. die Exp. d. Z. Ein geschickter Mechaniker, der die Herstellung von Webe=Maschinen für Wagen= u. Sattlerwaaren versteht, wird sofort aufgenommen. Unerläßlich gute Referenzen. Briefe sind zu adr. u. E. M. a. d. Insert.=Bureau E. E Oblieght, Mailand. 45626 Es wird ein erfahrener, solider Conleuren=Färber, der selbstständig färben kann, in eine Wollen-Färberei gegen hohen Lohn gleich ges. Discrelion zugesichert. Off. unter Ltr. A. L. Nr. 45820 bes. die Exp. d. Z. Ein Buchbindergehülfe, auf Carton erfahren, sofort gesucht. Näh. unter 45848 in der Exp. Buchbinder=Gehülfe sofort gesucht. 45829 Diekerstraße 12. Ein Knabe gesucht von Fritz Honser, Zeughausstr. 69a, Barmen. Ein Knabe für leichte Arbeit gesucht. Näh. u. 45838 i. d. Exp. Ein Knabe von 15 bis 16 Jahren zum Binden gesucht. Näh. unter 45734 in der Exp. Lehrling gesucht mit guter Schulbildung für ein hiesiges Fabrikgeschäft in Besatz=Artikeln. Selbstgeschr. Off. unter C. Nr. 45846 bes. die Exp. d. Zig. Commisstelle-Gesuch. Kaufmann, 25 Jahre, dopp. Buchfg., deutsch. u. franz. Correspdz. mächtig, auch Kenntnisse in engl., sucht sofoit Stelle in Fabrik= od. Engrosgesch, an welches sich später mit Capit! betheiligen oder welches übernehmen könnte. Feinste Referenzen. 45661 Fr. Offerten unter S. 1389 besorgen Haasenstein& Vogler, Annoncen=Expedition in Köln Ein j. Mann sucht, gestützt a prima Referenzen, Stelle als Bud halter, Correspondent(fran und engl.) oder Cassirer. A Verlangen kann Caution gestellt we den. Am liebsten in einem Fabri geschäft, in welch s er später n eintreten könnte. Gefl. Offerl. sub K. Nr. 4567 befördert die Exped. d. Zig. Ein Knabe ordentlicher Eltern suckt Stelle als Lehrling auf Comptoir. Näh unter 45821 in der Exp. Wechsel=Formulare vorräthig in der Exped. der Barmer Zig. Grosser Ausverkauf vom 15. Juni bis 15. Juli curr. Sämmtliche Artikel meines reichassortirten Manufactur- und Modewaaren Lagers werden während dieser Zeit zu ganz bedeutend ermässigten Preisen vérkauft.— Auf eine grosse Parthie ausserordentlich preiswürdiger Sommer-Kleiderstoffe und Cattune mache ich besonders aufmerksam. Costumes, Jaquettes, Fichus, Jupons, Morgenröcke, RegenSonnenschirme zu und unter Einkaufspreisen. Schuchard- u. Wupperstr.-Ecke. L. Walbaum. Schuchard- u. Wupperstr.-Ecke. Grosser Sommer-Ausverkauf CARL KUCH in Rittershausen, Berlinerstrasse 132 und 134a. eintreten lassen. Ein großer Posten Um mein Lager vor Beginn der neuen Saison theilweise zu raumen, habe eine außergewöhnliche bedeutende Kleiderstoffe, darunter die jetzt modernen Beigestoffe in großer Auswahl. Besatzstoffe, Weiss-Waaren,Cattune, Bett-Waaren, Jaquettes, Seidenstoffe,ardBadrks, Fdern, Fichus, Unterrocksstoffe.rwn. Umhänge. Regen- und Sonnenschirme. Teppiche und Läuferzeuge. Wollne und baumwollne fertige Waaren. Unterröcke, Schürzen, Confections-Artikel für Herren. Haushaltungs-Glegenstünde u. Kurzwaaren, die zur Manufacturwaarenbranche gehören. 45824 Bekanntmachung. In Folge Umbaues des hiesigen Gerichtsgebäudes fällt die öffentliche Sitzung des unterzeichneten Königl. Handelsgerichts von Freitag den 1. August ds. Is. aus. Dagegen findet am Montag den 11. August ds. Is., Nachmittags 4 Uhr, eine Extrasitzung statt, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Barmen, den 25. Juni 1879. Königliches Handelsgericht. Gerichtlicher Verkauf. Am Donnerstag den 26. Juni 1879, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Barmen gegen BaarZahlung meistbietend versteigert werden: Tisch, Stühle, Anrichte, Secretärschrank rc. Der Gerichtsvollzieher: Krumbein. Die Gewinnliste 3. Klasse 160 Lotterie ist angelangt und liegt bei mir zur Einsicht offen. Die Erneuerung der Loose 4. Klasse muß bis zum 21. Juli, Abends 6 Uhr, geschehen sein. 45813 Barmen, 25. Juni 1879. H. W. Holzschuher, Königlicher Lotterie=Einnehmer. Schnabel’s Deutsche Chartreuse, nach einem Recept der Grdo. Chartrouse bereitet und derselben in Qnalitüt und Geschmack vollstänDig gleichkommend. Vorzüglichste Wirkung auf das VerdauungsSystem. Preis d. Originalfl. ½ Liter grün M. 2,50, gelb M. 2.— Zu haben bei Hugo Keller. Sp. 667 Schuchardstrasse 16. Aepfelwein, (Ia. Qualltät), 10 Flaschen M. 3. Jul. Winnemann, 45641 51, Wertherstr. 51. von Dr. Podestà& Co. in Barmen ersucht die Consumenten ihrer Wässer, doch genau auf Firma 21 000 Mark sind zur 1. Hypothel pr. Novbr. auch getheilt auszuleihen. Offerten unter R. 45805 besorgt die Exp. d. Z. 10500 Mark auf erste Hypothek gegen doppelte Sicherheit zu leihen gesucht. Freo.=Offerten unter A. B. 45778 bes. die Exp. d. Zig. und Korkbrand zu achten, vielfach Unterschiebungen kommen. NB. Das Füllen unserer Flaschen von anderen Fabrikanten ist gesetzlich untersagt! 45612 500 Thlr. auf bypothek. mehrThit. fache Sicherheit zu leihen gesucht. Schr. Off. unter C. G. 45828 bes. die Exp. d. Zig. Eduard Schnor, Altona, Königsstr. 21, 1. Etage. Makler, Auctionator, u. Taxator für Galanterie=, Kurz- u. Eisenwaaren, empfiehlt zur Aufräumung angehäufter Waarenbestände seine wöchentlich abzuhaltenden Auctionen jeder Waarengattung, unter Discretion. Referenzen stehen zu Diensten. 45808 Tanz-Unterricht. Zu dem am 24. d. M. neu eröffneten Cursus können noch einige Herren und Damen theilnehmen. Auch würdeich in Familien kreisen Unterricht ertheilen, sowie Einzel=Unterricht. Achtungsvoll Frau M. Groskopf, Fr. Klophaus, Barmen empfiehlt Luxus- Equipagen für Gelegenheitsfahrten, als Taufen, Hochzeiten, Begräb nisse, Besuche, Spazierfahr ten rc. Sp. 679 Empfehlung. Im Poliren von Pianos Billards u. Möbeln empfiehlt sich Gg. Reinhard, 45837 Barmen, Cleferstraße Nr. 6 Ich empfehle schaften im Aufpoliren von und Instrumenten, sowie Stuhlflechten Prompte und reeile Bedienung sichernd zeichne Hochachtungsvoll 45 H. Sandro errbeln Allgemeiner Anzeiger für Nheinland=Westfalen (Kölnische Handels-Zeitung). 31. Jahrgang. Amtliche Zeilungs=Liste Nr. — 114. K.MINERAL-WASSER v. Dr. Podestà& Co. Barmen. weil vorFaltenhemden nach Maass mit Leinen-Einsatz von 4 Mark an liefern unter unbedingter Garantie für gutes Sitzen Sp. 659 Jenny Elias& Co., Schuchardstraße Nr. 1. Wir beehren uns, zum Abonnement auf unser an allen Wochenlagen erscheinendes Blatt e gebenst einzuladen und bitten, solhes für das mit dem 1. Juli 1879 beginnende Vierteljahr gefalligst schleunigst bei den betreffenden Post-Anstalten bewirken zu wollen. Der Pränumerationspreis beträgt wie bisher Mark 4.50 ohne ZustellungsGebühr. Verspätete Bestellungen sind sowohl für die Abonnenten als auch für die Expedition mit großen Unzuträglichkeiten verbunden. Die Zeitung enthält zunächst unter den Telegrammen: Wichtige politische Begebenheiten; Anfangs- und Schluß=Course der Berliner Producten= und Effecten=Börse, Notirungen der Börsen von Frankfurt a. M., Wien, Hamburg, Amsterdam, Lüttich, Berviers, Paris, London, Liverpool, Glasgow und Newyork, Tagespreise des Petroleum in Bremen und Antwerpen, sowie eine größere Anzahl der wichtigsten Waarenpreise der Haupthandelsplätze. Die Nachrichten aus dem Gebiete der gesammten Industrie bringen wir in gedrängter Kürze aber möglichst vollständig, hieran schließen sich überichtliche Waarenberichte aller Zweige, eine sorgfältig bearbeitete politische Uebersicht, vermischte Nachrichten, Wetter= und Wasserstands-Berichte, Berichte und Notirungen der Kölner, Berliner und anderer EffectenBörsen, sowie in besonderen Beilagen regelmäßige Verloosungs=Listen. Die„Sonntugsnummer" enthält Feuilleton und unterhaltendelehrende Artikel aus bewährten Federn. Die weite und zahlreiche Verbreitung des Blattes, allein nach mehr denn 1000 Postorten in den beiden Provinzen Rheinland-Westfalen, sichert Anzeigen, welche mit 20 Pfg. die Zeile oder deren Raum berechnet werden, entschiedenen Erfolg. Köln, im Juni 1879. Dei Expedition des Allgemeinen Anzeigers. Bergisch-Märkische Bank etoria-Tbester Sumen in Elberfeld. Die Bergisch-Märkische Bank nimmt Gelder in Beträgen nicht unter 1000 Mark zur Verzinsung an und stellt dagegen Depositenaus. Die Zinsvergütung auf solche Depositen beträgt bis 9. 0 scheine auf Weiteres: bei dreitägiger Kündigung 1½ bei vierzehntägiger Kündigung 2% bei einmonatlicher Kündigung 2½% bei dreimonatlicher Kündigung 3% bei sechsmonatlicher Kündigung 3% pro unno frei von Provision und allen sonstigen Spesen. Rückzahlungen werden in Beträgen von mindestens 300 Mark nach genöriger Kündigung geleistet. Sp. 673 Bordeaux-Weine. Haupt-Niederlage von Schroeder& de Constans in Bordeaux bei Hermann Brocke in Barmen, Sedanstrasse 22. Reste in Cachemir und Kammgarnstoffen für Kleider, Jacken und Herren=Röcke empfiehlt billigst 45549 Carl Rehmann, Hofkamp 37, Elberfeld. Holstein. Juni-Grasbutter. I. frische süße Tischbutter Pfd. 90 Pf. II.„„„„ 80„ I. fette reinschmeck. Backbutter„ 70„ in Fässern à 8 Pfd. Netto zollfrei und franco gegen Posinachnahme. Nichtconvenirendes nehme gegen Nachnahme zurück. Verpackung gratis. Ottensen, Holstein. 45825 A. L. Mohr. Lackir-Anstalt für Mantelöfen u. Blechgeräthe Emil Philips, Röhigerstraße 8. zur Vertilgung d. Ungeziefers bei Pflanzen, Thieren rc. à Flacon mit Anweisung 1 Mark, empfiehlt E. G. Rübenstrunk, 45520 Berlinerstr. 119. Damen find. unt. strengst. Discret liebevolle Aufnahme bei Hebamme F Schumacher in Remscheid. Sp. 672 Ein gut eingerich tetes feines Wohnhaus, im Mittelpunkt der Stadt gelegen, verhältnißhalber billig zu verkaufen. Näh. unter 45809 in der Exp. Medoc Ludon St. Estèphe Chateau Citran Pontet Canet Chateau Beychwelle Lalagune Latour Carne Giscours Mouton de Rothschild„, Ich empfehle hiermit Darmstädter Fohlen= und Pferde=Markt=Lotterie. Es kommen zur Verloosung: Fohlen, Pferde, zweiPferde=Geschirre, sowie werthvolle Gegenstände aller Art, brauche und einspännige welche zum Geim Gesammtwerthe von rauche der Pferdebesitzer und Landwirthe dienen, 26000 Mark. Ziehung am 17. September. Loose à 2 Mark sind zu haben in der Expedition der Barmer Zeitung. Eine in der obern Alleestraße an der Wupper gelegene vorzüglich gut eingerichtete Färberei mit Wohnhaus und Garten, im Ganzen ca. 12000 □', ist mit dem GesammtInventar preiswürdig zu kaufen oder zu vermiethen, und kann event. durch Hinzuziehung eines angrenzenden unbebauten Grundstücks noch bedeutend vergrößert werden. Näheres Vormittags bei M. E. Seligmann, Neuenweg 34. 45042 Eine kleinere, seit 10 Jahren gut eingeführte Maschinenfabrik in einer der industriereichsten Städte des Bergischen, an der Eisenbahn gelegen, ist mit Dampfmaschine, Bohr- u. Hobelmaschinen, Drehbänke, Schmiedefeuer rc., mit completer Einrichtung und im vollen Betriebe(ca. 20 Arbeiter) wegen Krankheit des Besitzers sofort zu verkaufen. 45717 Frco.=Offerten sub U. 2867 an die Annonc.=Exp. v. W. Thienes, Elberfeld. Ein Restaurations-Local im Mittelpunkt der Stadt ist zu kaufen. Freo.=Offerten unter P. Nr. 45804 besorgt die Exp. d. Ztg. Sopha, Kleiderschrank u. Commode (mahagoni u. neu) billig zu verkaufen. 45817 J. Wendt, Sehlhofstr. 22a. Einn.gut gel. u. ugeil. Nh, 40162 sing. Dompfaffe d. Exp. d. Ztg. wei Stock gute eichene Treppe ig zu verk. Näh. bei A. Thisson, denstraße 16. 45842 Gut erhaltene Möbel aller Art billig zu verkaufen. Bredde 42. 45816 Chaiselongne(Ruhebett), grün. RipsUeberzug, mah. Leinwandschrank bill. zu verk. Bredderstr. 42. 45815 Vogelorgel zu verk. Franck, Mittelstr. 4. Seide an Strängen u. auf Bobinen, Musterstränge in Seide, Chappe, Mohair, Weft und Baumwolle, Ketten in Seide, Mohair u. Baumwolle rc. rc. kauft in Parthieen gegen Baar Rudolf Otto, Höhnestr. 21. 644 Gebrauchte Pressen um Metall=Drücken für Hand= oder Elementarbetrieb sofort zu kaufen gesucht. Freo.=Offerten unter G. Nr. 45767 bes. die Exp. d. Ztg. In meinem Hause Höhnestraße 16 ist die erste Etage, bestehend aus 7 Zimmern, 2 groß. Speicherzimmern, Keller, Waschküche, Bleiche mit allen Bequemlichkeiten; schöne Aussicht nach dem Garten, der Bleiche u. Wupper ferner ist der große untere Raum(als Lager 2c. benutzbar) sofort zu vermiethen. Sp. 676 Alexander Dahl. Zu vermiethen Mittelstr. 24 die zweite Etage, bestehend aus 4 Zimmern und Zubehör, pr. Novbr. oder früher. Näh. Mittelstraße 24. Sp. 669 Zu vermiethen. Eine Parterre=Wohnung, zu jedem Geschäft geeignet, sofort zu verm 45832 Heckinghauserstraße 98. M. 0,70 Graves.. weiss M. 0,90 0,90 Barsao„„ 1 00 1,20 Haut Santernes„„ 1,25 2,00 Haut Santernes supr.„„ 2,00 2,50 Cognac fine Champagne„ 3,00 3,00 CognaofineChamp. supr.„ 6,00 3,25 Chartreuse direct vom Kloster ab 3,75 Voiron, 4,50 Preise per Flasche ohne Glas. diese reinen Naturweine der Herren Schröder& de Constans in Bordeaux und bemerke, dass dieselben von meinen verehrten Abnehmern zu Original-Preisen ab Bordeaux direct bezogen werden können. Ferner halte ich Lager in Portwein, Sherry, Madeira, Tinto de Rota etc. zu M. 2 und 2,50 sowie in reinem und ausgezeichnetem Mosel- und Rheinwein zu 70, 80, 100, 120 Pf. per Flasche ohne Glas. Sp.627 Zeche ver. Bommerbänker Tiefbau. Vom 1. Juli curr. ab bis auf Weiteres notiren wir unsere Kohlen im Landdebit ab Ladebühne wie folgt: prima stückreich melirte Kohle mit 30 Pf. per Scheffel, Gruskohlen 20 Pf. per Scheffel. Bommern a. d. Ruhr. 45810 Verwaltung. Badewannen mit Circulationsöfen mit Vorrichtung zum Reguliren des warmen Wassers empfiehlt als Specialität Ad. Weber, Sp. 641 Werthe:str. 66. Beuesiz für Herrn G. Theile. Zum letzten Make. Aufgehobenes Abonnement Zu ermäß. d. h. Abonnementspreisen. Fatinitza. Zu meiner Benefiz=Vorstellung erlaube ich mir ein hochgeehrtes Publikum ganz ergebenst einzuladen. 45790 Hochachtungsvoll Gustav Theile. Restauration Bendahl. Mittwoch den 25. Juni: V. Abonnem.-Concert der Gutkind’schen Capelle. Anfang 7½ Uhr. Cassapreis 50 Pf. Karten à 30 Pfg. sind in den Restaurationen von G. Raspe, E. Gerhards, F. Kühnen in Barmen, in Elberfeld bei G. Keller, Kipdorf, G. A. Ellor, Cigarrenhandl.,zu haben Hotel Mankel. Mittwoch den 25. Juni: II. Abonnements-Concert des Barmer Orchester=Vereins. Anfang 8 Uhr.— Entree 50 Pf. 10 Karten à 3 Mark an der Kasse. Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im Garten=Saale statt. 45826 R. Wilhelms. Donnerstag, 26. Juni(statt Freitag): Abonnements-Concert des 45835 Barmer Orchestervereins. Anfang 8 Uhr.— Entrée 50 Pf. Barmer Schützen-Gilde Donnerstag den 26. Juni 1879, Abends 7 Uhr: GeneralVorlagen des Stiftungsfestes. 45806 Der Vorstand. Zufriedener Ausbruch. Donnerstag, 26. Juni, Abds. 9 Uhr: BALLOTAGE. Barmer Krieger- Bund. Samstag den 28. und Sonntag den 29. Juni c.: in den Räumen des Concerthauses(Sanssouci) bei Hrn. Olberts Antreten der Mitglieder zum Festzuge Samstag Nachmittag präcise 3 Uhr im Vereinslocal. 45834 Restauration Kaufmann Elberfeld. Wallstr. 27. Jeden Abend warme Küche. Bier aus der Brauerei des Herrn G. Dierschs. Sp. 680 Hôtel Schützenhaus. Donnerstag den 26. Juni 1879: Concert, ausgeführt von dem berühmten SängerQuartett Herren Gebr. Hartkopf. Programm. I. Theil. 1. Morgenständchen, v. Abt. 2. Aus der Weinreise, v. Zöllner. 3. Volkslied, v. Silcher. II. Theil. 4. Die Thräne, v. Witt. 5. Mein, v. Härtel, 6. Die Heimath, v. Schärdtlich. III. Theil. 7. Die Ursache, v. Girschner, 8. Hüttelein, v. Voigt. 9. Das Kirchlein, v. Becker. 10. Abendlied, v. Abt. Anfang 8 Uhr.— Entrée 30 Pf. Das Concert konnte eingetretener indernisse wegen Mittwoch nicht tatifinden. 45807 Granat-Broche gefunden. Näh. unter 45836 in der Exp. Barmen, den 25. Juni 1879. Hotel Vogeler. Landmann, Kfm. a. Leipzig, Collier, Kf. a. Manchester, Edmondstone, Kf. a. Glasgow, Kny, Kfm. a. Haida, Weinberg, Kfm. a. Köln, Wehselinck, Kf. a. Emden, Wolf, Kfm. a. Nürnberg, Breitenborn, Kf. a. Leipzig, Rottmann, Kf. a. Aachen, Graef, Kf. a. Newyork, Krug, Kf. a. Frankfurt, Rosenthal, Kfm. a. Hamburg, Meier, Kfm. a. Trier, Hecker, Kfm. a. Gøblenz, Bieler, Kfm. a. Harburg, Behring, Kfm. a. Bremen, Feimbach, Kf. a. Berlin, Brockmann, Kf. a. Amsterdam. Hotel Schützenhaus. Krieger, Kf. a. Köln, Kirsten, Kfm. a. Leipzig, Hoffmann, Kfm. a. Leipzig, Keller, Kf. a. Gerresheim, Schorn, Kfm. a. Köln, Langenberg, Kfm. a Hannover, Beckmann, Kfm. a. Witten, Nachr.., Kfm. a. Marten, Pohl, Kf. a. Köln, Petri, Kfm. a. Antwerpen. Kaiserhof. von Gerhardt, Major a. Coblenz, Bast, Kfm. a. Crek* Pütz, Kfin. a. Köln, Jaduck, K Berlin, Lißmann, Kf. a. Offenl Schumacher, Kf. a. Werl, Küpt Kf. a. Limburg. 7